stahlmarkt 07.2017 (Juli)

stahlmarkt.magazin

Aus dem Inhalt: Steel International / Die große STAHL-Statistik / Biegen / Edelstahl

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 10 51 64, 40042 Düsseldorf

PVSt, Deutsche Post AG

Entgelt bezahlt, 3018, ISSN 0178-6571

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

7

Juli 2017

Die große STAHL-Statistik – Stahlmarkt in Zahlen

Biegen – Automatisierung und Funktionsintegration im Trend

Edelstahl Rostfrei – nachhaltig und elegant


Besuchen Sie uns auf der

Stainless Steel World 2017.

28. - 30. Nov. 2017,

MECC Maastricht/Niederlande,

Stand S248


Editorial K 3

Innovativ sein

Wie haben sich die Stahlmärkte entwickelt – in China,

in der EU, in Deutschland oder auch weltweit? Wo

sind die größten Stahlkonzerne angesiedelt? An wievielter

Stelle in der Liste steht erstmals ein deutsches Unternehmen

und wo befinden sich die Länder mit der höchsten

Stahlproduktion? All das und mehr beantworten wir

in diesem Heft wieder mit unserer jährlichen STAHL-

Statistik ab Seite 26.

Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Chefredakteurin

Tel. +49 211 6707-538

stahlmarkt@stahleisen.de

Schön wäre es ja, wenn man schon weiter in die

Zukunft blicken könnte. Denn wie sich der Stahlmarkt

fortentwickeln wird, dürfte spannend werden. Die He -

rausforderungen sind jedenfalls hoch – ob es nun z. B.

um Überkapazitäten, Stahlimporte oder den Emissionsrechtehandel

geht. Wichtig ist, dass die deutsche Stahlindustrie

ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem veränderten

internationalen Umfeld erhalten kann. Wir berichteten

darüber in den vergangenen Heften.

Nicht außer Acht lassen sollte man dabei die bedeutende

Rolle der Stahlindustrie als Schlüssel für zukünftigen

Wohlstand. Dass Unternehmen trotz der schwierigen

Rahmenbedingungen investieren, lesen Sie übrigens

in unserer Rubrik »Stahlstandort Deutschland« ab Seite

19. Für die Stahl verarbeitenden Wirtschaftszweige

und deren Produkte sind Stahlinnovationen unverzichtbar,

um im Wettbewerb den immer höheren Anforderungen

der Kunden gerecht zu werden. Laut einer Studie

des Beratungshauses strategy& von 2015 ist die Zahl

der Patentanmeldungen in der Stahlindustrie in den

vergangenen Jahren signifikant gestiegen. Patentwachstum

finde auf allen Prozessstufen statt, heißt es. Am

größten sei es mit 7 % Wachstum pro Jahr im Bereich

der Warm- und Kaltumformung gewesen. Das Fazit der

Studie fällt deutlich aus: Der Werkstoff Stahl ist noch

lange nicht ausgereizt – und das birgt viele Chancen.

Ein Beispiel für höchst innovative Stahlherstellung

ist auch Gegenstand unseres Sommerrätsels: Stahlproduktion

zum Reinhören. Über unsere Website oder per

YouTube erreichen Sie eine Tonaufnahme. Raten Sie

doch mal: Welches Stahlprodukt wird dort gerade hergestellt?

Idealerweise kennen Sie auch das Produktionsverfahren

mit seiner besonderen Takt- und Bewegungsfolge.

Kleiner Tipp: Es geht zurück auf ein über 100

Jahre altes Patent. Heute entstehen dort mit modernster,

leistungsstarker Anlagentechnik Stahlprodukte in Premiumqualität.

Die Auflösung und mehr gibt‘s in der

nächsten Ausgabe.

Sommerrätsel 2017

Über unsere Website oder per QR-Code

kommen Sie zur Ton-Aufnahme im Video-

Format. Gute Kopfhörer oder Lautsprecher

(Bässe) sind von Vorteil. Die Frage lautet:

Welches Stahlprodukt wird dort hergestellt (und nach welchem Herstellungsverfahren)?

Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei Jahres-Frei-Abonnements.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2017.

/

https://www.stahleisen.de/stahlmarkt/allgemein/sommerraetsel-2017

https://youtu.be/uO9OAtsre-s

Antwort an: stahlmarkt@stahleisen.de

stahlmarkt 7.2017


4 K

INHALT 7.2017

Welt-Rohstahlproduktion nach Regionen

SEITENBLICK

6 Mehr Zeit für Kunden gewinnen

in Mill. t

1.433

293

1.538

321

1.560

322

1.650 1.670

325

342

1.615 1.629

333

341

andere

Länder

STEEL INTERNATIONAL

8 US-Stahlbranche glaubt fest an Trumps Versprechen

10 Schwedischer Stahlpreis 2017 für Kiruna Wagon

12 Langstahlvielfalt aus Familienhand

13 Kaum Licht für Europas Stahlindustrie

639

110

108

110

173

702

108

113

117

178

731

107

111

120

169

822

111

108

118

166

823

111

106

120

169

799

105

102

110

166

808

105

102

110

162

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

China

Japan

GUS

NAFTA

EU-28

STAHLSTANDORT DEUTSCHLAND

19 Gebaut für die Zukunft

20 Einschneidende Erfindung

BRANCHENBERICHT

22 Elektroindustrie will wieder leicht wachsen

DIE GROSSE STAHL-STATISTIK

26 Stahl weltweit

30 Stahl in China

32 Stahl in der EU

34 Stahl in Deutschland

UMFORMEN, BIEGEN, RICHTEN

38 Biegen: Automatisierung und Funktionsintegration im Trend

46 Experte für Richten und Entgraten öffnete die Türen

EDELSTAHL

50 Edelstahl Rostfrei in Schwimmbädern

52 Nachhaltige Stahllösungen für viele Anwendungsbereiche

AUS DEN UNTERNEHMEN

56 Immer nah am Kunden

58 Neuer Sarkophag im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl

59 Feuerverzinkung Holdorf eingeweiht

RUBRIKEN

62 Veranstaltungen

63 StahlTermine

64 Fachmedien

65 VIP

66 Inserentenverzeichnis

67 Vorschau / Impressum

stahlmarkt 7.2017


worldsteel K 5

Weltrohstahlproduktion 1) im Mai 2017

STAHL-STATISTIK Stahlmarkt

in Zahlen finden Sie wieder in

unserer jährlichen, großen STAHL-

Statistik mit Daten der Branche:

weltweit, in China, in Europa und

in Deutschland. Die Grafiken

geben Ihnen einen Überblick über

die Produktion, den Einsatz und

den Handel von Stahl.

38

UMFORMEN, BIEGEN,

RICHTEN Von der Biegeautomation

über das Werkzeugmanagement,

das Antriebskonzept und die

Vernetzung der Prozessabläufe bis

hin zur Messdatenerfassung

haben die Maschinenhersteller

vielfältige und passgenaue

Anlagenkonzepte für die Anforderungen

der Kunden entwickelt.

EDELSTAHL Sommer, Sonne,

Schwimmbad: Die umfangreiche

Verwendung von Edelstahl Rostfrei

bei Bau, Sanierung und Einrichtung

von Schwimmbädern ist

neben der hohen Korrosions- und

Verschleißbeständigkeit dieser

Werkstoffgruppe eine Folge der

überlegenen hygienischen Eigenschaften.

26

50


1)


1 1

2)

nur HADEED

3)

n r


Mai

2017

Mai

2016

% Veränd.

Mai 17/16

5 Monate

2017 2016

Veränderung

in %

Belgien 640 e 706 – 9,4 3.260 3.264 – 0,1

Bulgarien 60 e 51 17,4 282 213 32,1

Deutschland 3.801 3.856 – 1,4 18.618 18.193 2,3

Finnland 369 361 2,2 1.752 1.732 1,2

Frankreich 1.425 1.173 21,5 6.592 5.917 11,4

Griechenland 130 e 102 27,5 574 472 21,6

Großbritannien 628 749 – 16,1 3.245 3.288 – 1,3

Italien 2.109 2.199 – 4,1 10 261 10 106 1,5

Kroatien 0 e 0 0,0 0 0 0,0

Luxemburg 185 e 191 – 3,2 931 952 – 2,2

Niederlande 570 e 589 – 3,3 2.793 2.888 – 3,3

Österreich 715 632 13,0 3.429 3.097 10,7

Polen 920 e 660 39,4 4.313 3.713 16,1

Schweden 375 414 – 9,6 2.035 1.979 2,8

Slowakei 435 408 6,7 2.062 1.925 7,1

Slowenien 56 55 2,6 263 269 – 2,5

Spanien 1.232 1.279 – 3,7 6.004 6.054 – 0,8

Tschechien 437 485 – 9,8 2.127 2.237 – 4,9

Ungarn 166 96 72,9 757 425 78,1

Weitere EU-Länder (28) (e) 505 e 463 9,1 2.415 2.154 12,1

Europäische Union (28) 14.758 14.470 2,0 71.712 68.878 4,1

Bosnien-Herzegowina 75 e 72 4,3 312 346 – 9,6

Mazedonien 27 0 – 106 62 70,5

Norwegen 50 e 57 – 12,4 264 260 1,5

Serbien 119 101 18,4 594 355 67,1

Türkei 3.288 2.996 9,7 15.093 13.535 11,5

Europa außer EU 3.558 3 .226 10,3 16.369 14.558 12,4

Kasachstan 420 382 10,0 1.860 1.685 10,4

Moldawien 30 e 30 0,0 96 30 220,0

Russland 5.953 6.044 – 1,5 29.835 29.245 2,0

Ukraine 1.689 2.268 – 25,5 8.910 10.583 – 15,8

Usbekistan 60 e 62 – 3,2 271 280 – 3,2

Weißrussland 210 e 213 – 1,4 928 848 9,4

C.I.S. (6) 8.363 8.999 – 7,1 41 901 42 671 – 1,8

El Salvador 10 e 9 16,6 41 43 – 4,1

Guatemala 25 e 27 – 7,2 120 135 – 10,6

Kanada 1.080 e 1.077 0,3 5.590 5.499 1,7

Kuba 20 e 20 0,7 88 99 – 11,4

Mexiko 1.630 1.646 – 1,0 8.240 7.354 12,1

Trinidad und Tobago 0 0 0,0 0 36 – 100,0

USA 6.995 6.979 0,2 33.978 33.231 2,2

Nordamerika 9.760 9.758 0,0 48.057 46.396 3,6

Argentinien 394 379 3,9 1.750 1.684 3,9

Brasilien 2.931 2.590 13,2 14.074 12.326 14,2

Chile 95 e 103 – 8,1 484 502 – 3,5

Ecuador 45 e 49 – 7,4 231 243 – 5,0

Kolumbien 110 e 107 2,7 549 530 3,6

Paraguay 1 e 3 – 63,0 6 14 – 57,1

Peru 100 e 99 0,7 495 454 8,9

Uruguay 5 e 5 3,2 23 24 – 5,0

Venezuela 10 e 16 – 35,6 79 115 – 31,5

Südamerika 3.691 3.350 10,2 17.690 15.892 11,3

Ägypten 530 e 386 37,4 2.573 1.894 35,8

Libyen 39 48 – 17,6 193 274 – 29,6

Marokko 45 e 49 – 7,7 235 190 23,7

Südafrika 561 e 581 – 3,5 2.627 2.664 – 1,4

Afrika 1.175 1.063 10,5 5.629 5.023 12,1

Iran 1.790 e 1.645 8,8 8.159 7.216 13,1

Katar 195 235 – 17,0 1.091 1.094 – 0,3

Saudi- Arabien

(2)

324 477 – 31,9 2.118 2.154 – 1,7

Vereinigte Arabische Emirate 288 223 29,2 1.461 1.269 15,1

Mittlerer Osten 2.597 2.579 0,7 12.828 11.733 9,3

China 72.259 70.971 1,8 346.833 332.202 4,4

Indien 8.500 e 7.989 6,4 41.822 38.952 7,4

Japan 8.951 8.940 0,1 43.936 43.279 1,5

Pakistan 500 e 260 92,3 2.194 1.498 46,5

Südkorea 5.665 e 5.821 – 2,7 28.420 27.964 1,6

Taiwan, China 1.900 e 1.876 1,3 9.256 8.939 3,6

Thailand 400 e 358 11,7 1.886 1.639 15,1

Vietnam (3) 755 384 96,6 3.969 1.882 110,9

Asien 98.931 96.599 2,4 478.316 456.355 4,8

Australien 432 386 11,9 2.101 1.931 8,8

Neuseeland 61 50 20,4 271 227 19,4

Ozeanien 492 436 12,9 2.372 2.158 9,9

Gesamt (67 Länder) 143.325 140.481 2,0 694.876 663.663 4,7

stahlmarkt 7.2017


6 K

SEITENBLICK

Mehr Zeit für Kunden

gewinnen

Das Forderungsmanagement gehört zu den ungeliebten Tätigkeiten von

kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Statt Zahlungseingänge zu überwachen

und Mahnungen zu schreiben sind sie lieber für ihre Kunden tätig.

Factoring, also der Verkauf von Forderungen, verspricht Erleichterung. Immer

mehr Mittelständler nutzen diese Form der Finanzierung. Aber es gibt Tücken.

Kleine und mittelgroße Unternehmen

wünschen sich mehr Unabhängigkeit von

ihrer Hausbank. Das hat vor Kurzem eine

repräsentative Studie des Bundesverbandes

Factoring für den Mittelstand (BFM) ergeben.

Danach würden gerne zwei von drei

Unternehmen mit Umsätzen zwischen 2,5

und 50 Mill. € die Bindung zur Hausbank

lockern und stärker andere Finanzierungsformen

einsetzen als Kredite, beispielsweise

Beteiligungen, Leasing

oder Factoring. Insbesondere

Factoring, also der Verkauf

von Forderungen aus Warengeschäften

oder Dienstleistungen

an eine Factoringgesellschaft,

erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die

im Deutschen Factoring-Verband organisierten

Un ternehmen nennen für 2016 ein

Umsatzplus von 3,77 % auf 216,8 Mrd. €.

Und laut BFM lag das Ankaufvolumen im

Mittelstand im vergangenen Jahr sogar um

19,4 % über dem Niveau von 2015. Bereits

15 % der kleinen und mittelgroßen Unternehmen

nutzen den laufenden Verkauf von

Forderungen als Finanzierungsform.

Wer wissen möchte, warum vor allem

Mittelständler Factoring schätzen, kann zum

Beispiel Fabian P. fragen. Der Unternehmer

aus Berlin organisiert große Events für Kunden

vor allem aus dem Energie- und Mobilitätsbereich.

Für solche Projekte schreibt er

nicht selten Rechnungen über 50.000 bis

100.000 € und wartet dann bis zu 60 Tage

auf sein Geld. Manchmal auch bis zu 90

Tage. In der Zwischenzeit wird die Agentur

von P. selbst finanziell in die Pflicht genommen

– von Vermietern, fremden Dienstleistern

und den eigenen Mitarbeitern, die

Anspruch auf Löhne und Gehälter haben.

Wenn Zahlungseingänge und Zahlungsverpflichtungen

zeitlich so stark auseinanderdriften,

kann es rasch einmal zu einer Liquiditätslücke

kommen. Hinzu kommt: Das

»

Das Forderungsmanagement bindet Kräfte,

wofür kleinen Unternehmen häufig die

Kapazitäten fehlen.

Forderungsmanagement bindet Kräfte.

Rechnungen verschicken, Zahlungseingänge

verfolgen, Zahlungserinnerungen verschicken

– für solche Aufgaben fehlen kleinen

Unternehmen häufig die Kapazitäten.

Viel lieber wollen sie für ihre Kunden da

sein. Da klingt es verlockend, wenn Factoringgesellschaften

anbieten, Forderungen in

Liquidität umzuwandeln, indem sie sofort

80 % bis 90 % des Brutto-Rechnungsbetrages

überweisen, abzüglich einer individuell

vereinbarten Factoringgebühr. Den restlichen

Anteil zahlen sie aus, sobald der Kunde

die Rechnung komplett beglichen hat. Das

Risiko des Forderungsausfalls tragen die Factoringunternehmen.

Auch wenn der Schuldner

nicht zahlt, überweisen sie den Restbetrag

spätestens 150 Tage nach Fälligkeit der

Rechnung. Vorteil für den Verkäufer der

Forderung: Er kann seine Zahlungseingänge

schnell, sicher und exakt berechnen. Das

erhöht seine Wettbewerbsfähigkeit. Denn

er kann eigene Verbindlichkeiten schneller

zurückführen und damit seine Zinsbelastung

bei Banken reduzieren oder mit zügiger

Zahlung Skontierungsmöglichkeiten bei Lieferanten

ausschöpfen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Factoringgesellschaften

fortlaufend Bonitätskontrollen

der Debitoren durchführen. Sie überwachen

deren Kreditlimit und stellen diese

Informationen ihren Kunden zur Verfügung.

Das verschafft den Unternehmen größere

Sicherheit bei der Entscheidung, mit wem

sie Geschäfte machen wollen.

Bei allen unbestrittenen Vorzügen des Factoring

sind freilich zwei Dinge zu bedenken.

Zum einen: Mit dem Einsatz von Factoring

sind Kosten verbunden. Sie setzen sich zu -

sammen aus der Factoringgebühr, die im

unteren Skontobereich liegt, dem Factoringzins,

der sich am Euribor orientiert und

tagesgenau berechnet wird sowie den Limitprüfungsgebühren.

Die genauen Konditionen

ermitteln die Factoringgesellschaften

individuell. Unternehmen, die Factoring nutzen

wollen, müssen somit abwägen, ob die

dadurch erzielten Einsparungen tatsächlich

über den Kosten liegen. Punkt zwei: Noch

herrscht im Mittelstand große Unkenntnis

über Factoring. In einer Umfrage des BFM

gaben 75 % der Befragten an, sie wüssten

zu wenig über diese Form der Finanzierung,

um sie für ihr Unternehmen zu nutzen. Fehlendes

Wissen befördert Vorurteile. So halten

viele Marktteilnehmer Factoring fälschlicherweise

für eine Art Inkasso. Sie sind der

Meinung, Factoringkunden seien bonitätsschwach

oder steckten gar in finanziellen

Schwierigkeiten. So ist es nicht: Factoring

kann für Mittelständler eine Möglichkeit

sein, unabhängiger von der Hausbank zu

werden und sich gleichzeitig vor Zahlungsausfällen

zu schützen. Wichtig ist jedoch, die

Kosten im Blick zu behalten und die Kunden

möglicherweise vorab zu informieren, um

Missverständnisse zu vermeiden. ber K

(sm 170705119)

stahlmarkt 7.2017


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8 K Steel International

US-Stahlbranche glaubt fest

an Trumps Versprechen

Die Devise bleibt »America First«

New York. Im Wahlkampf versprach Donald Trump Stahlarbeitern den

Himmel auf Erden. Er sprach nicht nur der Erhaltung der verbliebenen

Stahlarbeiterjobs mithilfe einer »America First«-Politik das Wort, sondern

stellte auch die Wiedergeburt der Stahlindustrie zu ihrer einstigen Blüte

in Aussicht.

Mit der gleichen Devise begeisterte er

in den ersten Wochen seiner Präsidentschaft

die führenden Unternehmenschefs der

Branche. Niemand war mehr beeindruckt

von der kommenden Pro-Stahl-Politik des

neuen Mannes im Weißen Haus als der Chef

der U.S. Steel Corporation, Mario Longhi.

Der sah eine rosige Zukunft für sein Unternehmen

und die Stahlbranche allgemein

dank eines rigorosen Protektionismus gegen

Importe, einer mit Stahl verstärkten Mauer

entlang der amerikanisch-mexikanischen

Grenze und eines vom Präsidenten diktierten

exklusiven Einsatzes von Stahl »Made in

USA«, wie er für die angekündigte Infrastrukturerneuerung

– neue und restaurierte

Brücken, Tunnel, Straßen, und weitere Verkehrsmittel

gedacht war. Wochenlang stieg

der Kurs der Stahlaktien an der Börse.

Mario Longhi verlässt U.S. Steel

Doch im Angesicht der sich täglich ausweitenden

»Russland Affäre« standen in den

letzten Wochen weder im Weißen Haus

noch bei der Republikaner-Mehrheit im

Kongress Themen wie die »Große Mauer«

und der massive Infrastrukturplan hoch auf

der Polit-Agenda. Und sofern das doch noch

geschieht, kommen mögliche Energiespritzen

für die Stahlindustrie zu spät für den

hoffnungsvollen Mario Longhi: Infolge einer

katastrophalen Unternehmensbilanz für das

erste Jahresquartal, die nicht den von der

Wall Street erwarteten Profit, sondern einen

Verlust von 180 Mill. USD brachte, trat er

von seinem Posten als U.S.-Steel-CEO zu -

rück. Insider ließen durchblicken, dass der

von enttäuschten Aktionären aufgeschreckte

U.S.-Steel-Vorstand in einem Schnellschuss

entschied, Longhi durch den Präsidenten

des Unternehmens, David D. Burritt,

zu ersetzen.

Der 62-jährige Mario Longhi, der 2012

das Steuer des Unternehmens übernahm

und bald darauf einen ehrgeizigen Restrukturierungsprozess

mit dem Schwerpunkt

Effizienzverbesserung begann, erklärte seinen

Abschied von U.S. Steel als das geplante

Ende seines fünfjährigen Karriereplans. Er

sei stolz auf den Fortschritt unter seiner

Regie, sagte er. U.S. Steels COB David

Sutherland (Chairman of the Board of Directors)

lobte Longhi als Schlüsselfigur in der

Transformation des Unternehmens, insbesondere

mit der Implementierung des so -

genannten »Carnegie Way«-Reformplans.

Aber trotz allem blieb es bei den roten Zahlen

mit Ausnahme des einzig profitablen

Jahres 2014 seit der Rezession im Jahr 2008.

Der Erwerb der kanadischen Stelco-Werke

und des Rohrproduzenten Lone Star Technologies

Inc. in Texas unter Longhis Regie

zahlte sich nicht aus, sondern trug zu den

hohen Verlusten bei. Auch zeigte sich, dass

das Herunterdrücken von Kosten im Zuge

des »Carnegie Way«-Plans seine Grenzen

hatte. Marktbeobachter betrachten die veralteten

Werke als Hauptgrund für U.S. Steels

mangelhafte Effizienz im Vergleich zu anderen

Unternehmen.

U.S. Steel investiert in

seine Hüttenwerke

Zu dieser Erkenntnis kam denn auch der

U.S.-Steel-Vorstand, der just zum Abschied

Longhis beschloss, 1 Mrd. USD in den

nächsten drei bis vier Jahren in die Modernisierung

der Hüttenwerke des Unternehmens

zu investieren. Longhis Kritiker, darunter

U.S.-Steel-Stahlarbeiter und Gewerkschaftsfunktionäre,

glauben, dass dieser sich

in Washington zu stark als führende Stimme

für faires Handelsgebaren auf dem Weltmarkt

engagierte anstatt sich auf die Operationsprobleme

seiner Werke und ihrer

Belegschaften zu konzentrieren.

Auch ohne Longhi als Cheerleader glaubte

das Gros der Stahlbranche nach wie vor

an die Verwirklichung von Trumps Wahlkampfversprechen.

Dass Handelsminister

Wilbur Ross und der Chef der Umweltbehörde

EPA, Scott Pruit, Ende Mai persönlich

am jährlichen Meeting des American Iron

and Steel Institutes (AISI) teilnahmen, wurde

als positives Zeichen gesehen. Pruit versicherte,

dass er die unternehmensfeindlichen

Umweltschutzauflagen für den Stahlsektor

und andere Industriezweige so rasch wie

möglich aufheben werde.

Stahlimporte sollen die nationale

Sicherheit der USA gefährden

Handelsminister Ross, Hauptsprecher auf

der AISI-Konferenz, ist bester Freund der

Stahlindustrie in Washington. Nachdem er

zur Trumpschen Entourage in Saudi-Arabien

gehörte, reiste er in die US-Hauptstadt

zu rück, zur womöglich wichtigsten Anhörung

in Sachen Stahl seit Jahrzehnten. Es

gehe um die Frage, ob Stahlimporte »unsere

na tionale Sicherheit« gefährden, erklärte

Ross zu Beginn der Anhörung. Während

Präsident Trump im April eine 270-Tage-

Frist für die Ermittlungen des Handelsministeriums

setzte, versprach Ross eine Blitzentscheidung

in dieser Frage für den Frühsommer.

Wie immer im unermüdlichen Kampf

gegen die Einfuhrkonkurrenz kämpften

Stahlmanager und Gewerkschaftsführer

auf der gleichen Seite. John Ferriola, Chef

des größten US-Stahlproduzenten Nucor,

klagte, dass globale Überkapazität und

unfair ge handelte Importe die Investitionsfähigkeiten

drosseln. Ungleich den meisten

anderen Stahlunternehmen sitzt Nucor auf

soliden Kapitalreserven. AK Steels Roger

Newport charakterisierte Einfuhrstahl als

Bedrohung für die Herstellung von Elektrostahl

in seinem Unternehmen, der u. a. in

Kraftwerken und Verteilernetzen gebraucht

stahlmarkt 7.2017


wird, und als potenzielle Gefahr, dass Elektrizitätsnetzwerke auf

Stahlimporte angewiesen sind.

Niemand schlug härter in die Kerbe der Protektionisten als der

Präsident der United-Steelworkers-Gewerkschaft Leo W. Gerard.

»Vom Material für unser Militär bis zu Material für den Bau und

die Erhaltung unserer kritischen Infrastruktur ist unsere nationale

Sicherheit in Gefahr durch die unermüdlichen wirtschaftlichen

Angriffe auf unsere Stahlindustrie«, erklärte er. Gerard identifizierte

China als den Hauptsünder aber empfahl durchweg drastische

Maßnahmen mit einer einzigen Ausnahme: Kanada.

Eine Reihe von Vertretern Stahl verarbeitender Wirtschaftszweige

sprachen sich gegen drakonische Antiimportmaßnahmen aus.

Für die Gummihersteller forderte ein Repräsentant der Rubber

Manufacturers Association eine Ausnahme von etwaigen Importstops

für alle Stahldrahtprodukte zur Herstellung von Reifen.

Ein Sprecher für Chinas Handelsministe rium erklärte, es gebe

keine Beweise dafür, dass Stahlimporte die nationale Sicherheit

Amerikas gefährden. Antidumpingentscheidungen hätten die

Importe aus China maßgeblich reduziert und die Kapazität von

US-Herstellern könne jegliche Nachfrage erfüllen. Es scheint, dass

die Stahlindustrie guten Grund hat, auf Wilbur Ross und Trumps

»America First«-Devise zu setzen.

K

(sm 170705132)

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L STEEL TICKER

EUROPÄISCHER STAHLHANDEL SCHWÄCHELT

Brüssel. In den ersten vier Monaten des Jahres 2017 lieferten die Flachstahl-Service-Center

in Europa 1,9 % weniger Erzeugnisse als im Vorjahreszeitraum

aus. Die Lagerbestände stiegen und der Index stellte sich Ende

April 2017 auf 116 nach 104 ein Jahr zuvor.

Die nicht spezialisierten Stahlhändler verzeichneten nach weiteren

Angaben des europäischen Verbandes der Stahlhändler, EUROMETAL, von

Januar bis April 2017 sogar eine Einbuße von 3,9 %. Auch hier erhöhten

sich die Lagerbestände, vor allem bei Grobblechen und Bandstahlerzeugnissen,

und erreichten am Ende der Berichtsperiode den Index 103 nach

98 Ende April 2016. K

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RÄTSEL UM STAHLPOLITIK DER USA

Washington. Die von US-Präsident Donald Trump eingeleitete Überprüfung

von Stahlimporten mit Blick auf eine mögliche Gefährdung der nationalen

Sicherheit bietet Raum für Spekula tionen. Die Branchenexperten

des internationalen Beratungsunternehmens CRU vermuten, dass die USA

mit diesem Kunstgriff lediglich eine neue Plattform für künftige Handelsvereinbarungen

schaffen wollen. Diese Einschätzung teilt das American

Institute for International Steel (AIIS).

Wirtschaftsmedien glauben indes, dass Trump schon bald weitere

Beschränkungen für die Einfuhr von Stahl festlegen wird. Hatte der US-Präsident

doch jüngst versprochen, Stahlimporte zu Dumpingpreisen zu verhindern.

Die Maßnahmen sollen nach Aussagen des US-Handelsministers

Wilbur Ross sowohl die heimische Stahlindustrie als auch deren Kunden

schützen.

K

stahlmarkt 7.2017

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10 K Steel International

Schwedischer Stahlpreis 2017

für Kiruna Wagon

Mit besonders hochfesten Bau- und Verschleißstählen gewonnen

Stockholm. Vier Finalisten kämpften um die mit 100.000 schwedischen

Kronen (rd. 10.000 €) dotierte Auszeichnung. Schlussendlich hat Kiruna

Wagon den »Swedish Steel Prize 2017« für seine Waggonkipplösung Helix

Dumper erhalten.

Das schwedische Unternehmen überzeugte

die Jury mit seinem innovativen

Waggonkippsystem für den Langstreckentransport

und zur effizienten Entladung von

Erzen.

»Kiruna Wagon hat eine gute Idee auf

erfolgreiche Weise erneuert und hochfeste

Stähle eingesetzt, um eine völlig neue, überlegene

Waggonlösung zu entwickeln«, sagte

Eva Petursson, Juryvorsitzende und Leiterin

der Forschungs- und Entwicklungsabteilung

des Stahlerzeugers SSAB. Die Ge -

winner hatten mit den extra- und ultrahochfesten

Konstruktions- und Verschleißstählen

Strenx und Hardox von SSAB leichte Waggons

und ein stationäres Helix-Terminal für

das Entladen im Kreiselkipper entworfen. Sie

erreichten eine Entladegeschwindigkeit von

Die Gewinner von Kiruna Wagon nahmen die Auszeichnung am 11. Mai in Stockholm entgegen.

(Fotos: SSAB)

25.000 t/h – doppelt so schnell wie vergleichbare

Systeme.

Das komplette Entladesystem für die Helix

kostet nur ein Siebtel eines drehbaren Waggons.

Außerdem nutzt die Helix die potenzielle

Energie des Erzes, um den Waggon

beim Entladen vorwärts zu bewegen und

erübrigt den Einsatz zusätzlicher Energie.

Staub und Lärm sind sehr gering.

Mit dieser Lösung verwiesen die Schweden

die drei anderen Finalisten auf die Plätze.

Es waren die Unternehmen Fermel aus

Südafrika, JMG Cranes aus Italien und

Wabash National aus den USA. Die Jury hatte

sie zuvor aus 102 Bewerbern auserwählt.

Für diesen traditionellen Wettbewerb reichten

in diesem Jahr Teams aus 32 Ländern

ihre innovativen Ideen ein. Der Stahlerzeuger

SSAB will mit diesem Preis den Einsatz

hochfester Stähle fördern. Die Auszeichnung

wurde 2017 zum 18. Mal vergeben.

Das südafrikanische Unternehmen Fermel

bewarb sich mit einer Reihe neuartiger

Mehrzweckfahrzeuge für den sicheren

Transport in Minen. Die leichten Nutzfahrzeuge

vom Typ Maverick erfüllen neue und

strengere Sicherheitsvorschriften und sollen

die derzeit eingesetzten Standardfahrzeuge

ersetzen. Fermel verwendete 90 % extraund

ultrahochfeste Konstruktions- und Verschleißstähle

für den Bau der Fahrzeuge

einschließlich der Karosserien. Die Fahrzeuge

sind nun sicherer als früher und punkten

in den Bereichen Agilität, Schadensbeständigkeit,

Zuverlässigkeit und Lebensdauer.

Die Nutzlast stieg um bis zu 2,5 t.

Das italienische Unternehmen JMG Cranes

schickte seinen neuen Elektrohebe- und

Tragekran MC 580 ins Rennen. Dieser sehr

kompakte Kran mit einem erweiterten

Anwendungsgebiet ist nach Einschätzung

der Jury einzigartig. Das schlanke Design, der

elektrische Antriebsstrang und die hervorragende

Manövrierfähigkeit ermöglichen den

Einsatz im Innen- und Außenbereich. Außerdem

verfügt der Kran über eine Tragfähigkeit

von bis zu 58 t. Der Einsatz hochfesten

Stahls statt unlegierten Stahls für den Ausleger,

den Auslegerkasten und den hinteren

Rahmen des Krans sowie eine optimierte

Auslegerkonstruktion schufen ein exzellentes

Verhältnis von Leistung zu Gewicht. Der

Kran wiegt im Einsatz 42 t, beim Transport

nur 24 t. Abnehmbare Stützbeine und Ge -

gengewichte ermöglichen einen effizienten

Straßentransport.

Mit dem innovativen Heckaufprallschutz

für Lkw und Sattelanhänger RIG-16 schaffte

das US-Unternehmen Wabash National den

Sprung unter die ersten Vier. RIG-16 ist eine

Sicherheitskomponente unterhalb der Heckstoßstange

von Lastkraftwagen, die als

Stoßfänger für kleine und leichte Fahrzeuge

dient und verhindert, dass diese unter den

Lkw geraten. Nach Einschätzung der Jury

stahlmarkt 7.2017


Steel International K 11

Schneller, leiser, staubarm:

Helix Dumper – die innovative Lösung

für das Entladen von Erzen.

Video: Kiruna Wagon

Im Video über den

Gewinner des Swedish

Steel Prize 2017 zeigt

SSAB auf seinem You-

Tube-Kanal, worum es

bei der Konstruktion des

Helix Dumper geht

/

https://youtube/jxxspw-K5GA

übertrifft der Anbieter mit diesen Produkten

die nordamerikanischen Standards selbst für

anspruchsvolle Offset-Effekte. Umfangreiche

Tests haben bewiesen, dass dank des

Einsatzes von hochfestem Stahl die Konstruktion

des Aufprallschutzes verbessert

wurde und Menschen in Kollisionswagen

wesentlich besser als bisher schützen. Das

patentierte System zeichnet sich durch eine

hervorragende Energieabsorption, eine

minimale Beschädigung des schweren Fahrzeugs

sowie eine sehr kostengünstige Fertigung

und Montage aus.

Universitärer Stahlpreis

Außerdem wurden 25 Studenten der schwedischen

Universität Jönköping für die Entwicklung

ihres solarbetriebenen Rennwagens

mit dem University Steel Prize 2017 ausgezeichnet.

Dank des Einsatzes von hochfesten

Stählen reduzierten sie das Gewicht des Fahrzeuges

um mehr als 35 % und steigerten so

dessen Reichweite. Gekürt wurden bereits

zum 5. Mal innovative Ideen für den Einsatz

hochfester Stähle. An dem von SSAB ausgerichteten

Wettbewerb können sich Studenten

aus der ganzen Welt beteiligen. Die

Gewinner erhielten 20.000 SEK (rd. 2.000 €).

www.steelprize.com

K

/

(sm 170705080)

L STEEL TICKER

STAHLHERSTELLER UMGEHEN

SCHUTZZÖLLE

stahlmarkt 7.2017

Santiago. Stahlunternehmen, deren Erzeugnisse

bei der Einfuhr in bestimmten Ländern mit

Schutzzöllen belegt sind, haben Wege gefunden,

diese Zölle zu umgehen und ihre Erzeugnisse dennoch

in fremde Länder zu exportieren. Um diesem

unfairen Handel ein Ende zu bereiten und die

heimische Stahlindustrie zu schützen, rief der

lateinamerikanische Stahlverband Alacero Unternehmen

und Verbände der Region zur erhöhten

Wachsamkeit und Zusammenarbeit auf.

Der Verband verweist auf eine aktuelle Studie

der kanadischen Regierung, wonach Stahlunternehmen

aus China, Spanien und Südkorea ihre

Erzeugnisse vermehrt in Drittländer liefern. Dort

werden die Stähle mehr oder weniger stark verarbeitet

und kommen anschließend ohne Schutzzoll

nach Kanada. Betroffen sind vor allem Produkte,

die in der Öl- und Gasgewinnung, im Bergbau,

in Chemieanlagen, Betonwerken, Düngemittelfabriken

und in anderen Industriegebäuden

eingesetzt werden. Sie alle bestehen zum größten

Teil aus Grobblechen, deren Einfuhr mit Schutzzöllen

belegt ist.

Der lateinamerikanische Stahlverband will verhindern,

dass Länder wie China aufgrund dieses

Eingreifens in die Lieferketten die Schutzzölle

aushebeln und die Instrumente der Welthandelsorganisation

unwirksam werden. In den vergangenen

sechs Jahren habe die internationale Stahlindustrie

242 Anti-Dumping-Untersuchungen

erlebt. 110 Klagen hätten sich gegen die Volksrepublik

China gerichtet.

Lateinamerika hat bislang 59 Untersuchungen

in die Wege geleitet, von denen 39 Einfuhren aus

China betrafen. Weitere 14 Untersuchungen sind

noch nicht abgeschlossen. In 12 Fällen stehen

Importe aus der Volksrepublik im Fokus. K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705134)

NEUE ARBEITSHILFE VON OVAKO

Stockholm. Der schwedische Stahlhersteller

Ovako hat eine digitale Arbeitshilfe für die Bearbeitung

von Rohren aus seinem neuen Werkstoff

M-Steel entwickelt. Vor allem Kunden aus dem

Maschinen- und Automobilbau soll der M-Steel-

Rechner die optimale Einstellung der Maschinen

unter Berücksichtigung des zu bearbeitenden

Stahls und der eingesetzten Schneidewerkzeuge

erleichtern. Außerdem können Nutzer Lebensdauer

und Schneidegeschwindigkeiten von M-Steel

und herkömmlichen Erzeugnissen vergleichen.

Der M-Steel-Rechner ist Teil von Ovakos Steel

Navigator. Diese Internetplattform unterstützt

Kunden bei der Auswahl des geeigneten Stahlerzeugnisses.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705127)


12 K Steel International

Langstahlvielfalt aus Familienhand

Celsa-Gruppe will weiter wachsen

Castellbisbal bei Barcelona. Die Celsa-Gruppe ist der größte Langstahlerzeuger

Spaniens und einer der größten in Europa. Das familiengeführte

Unternehmen betreibt aktuell acht Stahl- und Walzwerke in Spanien, Polen,

Großbritannien, Norwegen und Frankreich und kontrolliert diverse

Tochtergesellschaften, die den Stahl verarbeiten und vermarkten. Weiteres

Wachstum steht auf der Agenda des Chairman und Chief Executive Officer

Francisco Rubiralta.

Die Geschichte des Unternehmens

reicht bis ins Jahr 1967. Damals wurde die

Compania Espanola de Laminacion S.L. (Celsa)

in Barcelona gegründet. Sie betrieb ein

Elektrostahlwerk und erzeugt mittlerweile

pro Jahr mehr als 2,4 Mill. t Bewehrungsstahl,

Stahldraht, Handelsstahl, Vierkantstahl,

Winkelstahl, Profilstahl und Betonstahlmatten.

Von diesem Standort aus

wuchs die Gruppe durch kontinuierliche

Investitionen in den Ausbau der Produktpalette

und diverse Zukäufe.

Im Zuge der Modernisierung der spanischen

Stahlindustrie Ende der 1980er- und

Anfang der 1990er-Jahre erwarb Celsa Barcelona

den Baustahlspezialisten Torras Herrerias

y Construcciones (THS) im nahegelegenen

Castellbisbal und weitete das Angebot

mit dem 1991 erfolgten Kauf der Siderurgica

Besos in Barcelona aus.

Rohstahlproduktion

im Mai 2017

Düsseldorf. Die Rohstahlerzeugung in

Deutschland ist im Mai gegenüber einem

allerdings sehr hohen Vorjahresmonat um rd.

1 % auf 3,8 Mill. t gesunken. In den ersten

fünf Monaten ist die Produktion moderat aufwärtsgerichtet

(+ 2 %). Die Entwicklung der

Rohstahlproduktion spiegelt damit die bislang

robuste Entwicklung der Stahl verarbeitenden

Branchen in Deutschland und der EU im bisherigen

Jahresverlauf wider.

(Quelle: Stahl-Zentrum)

K

In den Jahren 1987 und 1989 kamen die

heimischen Stahldrahterzeuger Global Steel

Wire aus Santander und der Bewehrungsstahlspezialist

Nervacero aus der Provinz

Viscaya hinzu. Während der folgenden Jahre

wuchs die Gruppe kontinuierlich und diversifizierte

sowohl Angebot als auch Märkte.

Schnelle Internationalisierung

2003 war eines der Schlüsseljahre des

Unternehmens, das den Beginn der Internationalisierung

kennzeichnete. Damals

erwarb Celsa im walisischen Cardiff einen

der größten Langstahlerzeuger Großbritanniens

und führt den Bewehrungsstahlerzeuger

nun als Celsa Steel UK. Im selben Jahr

ergab sich eine weitere Investitionsmöglichkeit.

In Polen stand die Huta Ostrowiec, ein

mehr als 200 Jahre altes Unternehmen und

eine der größten Schmieden der Welt, zum

Verkauf. Die Produktpalette, die Rundstahl,

Leichtprofile, Stabstahl in Spezialgüten, größere

Profile und Betonstahl umfasst, fügte

sich bestens in das gewünschte Angebot

von Celsa ein.

2006 erwarb das Unternehmen den

damals einzigen Bewehrungsstahlerzeuger

Skandinaviens im norwegischen Mo i Rana

und gründete Celsa Nordic. 2007 folgten

Celsa Atlantic in A Coruña im Nordwesten

Spaniens (ehemals Laminaciones Arregui),

die Bewehrungsstähle und Stahldraht er -

zeugt, sowie der Knüppelerzeuger Celsa

France in Bayonne, der vor allem Celsa

Atlantik beliefert.

Acht Hauptgesellschaften bilden gegenwärtig

die vertikal integrierte Celsa-Gruppe.

Sie betreiben vier Stahl- und Walzwerke in

Spanien, eins in Großbritannien, eins in

Polen, eins in Norwegen und eins in Frankreich.

Im Jahr 2015 erzeugte die Gruppe

7,078 Mill. t Stahl und nahm Platz 55 der

Weltrangliste ein. Aktuell beschäftigt Celsa

eigenen Angaben zufolge mehr als 7.000

Mitarbeiter in Europa.

Die Celsa-Gruppe profitiert von der strategisch

günstigen Lage ihrer Stahl- und

Walzwerke. Sie befinden sich entweder in

der Nähe großer kommerzieller Häfen oder

verfügen über einen guten Zugang zum

Meer, beispielsweise in Barcelona, Bayonne,

Vizcaya, A Coruña, Santander, Cardiff und

Mo i Rana. Zudem existieren gute Anbindungen

ans Straßennetz und komfortable

Warenlager für Ein- und Ausgänge.

Billigimporte belasten

Der Stahlerzeuger leidet wie viele seiner Mitbewerber

in Europa unter Billigimporten aus

China und unterstützt die Arbeit des europäischen

Stahlverbandes EUROFER und dessen

Anträge auf Dumping-Untersuchungen

bei der EU-Kommission.

Die Celsa-Gruppe möchte auch weiterhin

nachhaltig wachsen und in ihren Märkten

führend sein. Die eingesetzten Technologien

sollen kontinuierlich modernisiert, der

Schutz der Umwelt beachtet werden. Den

Kunden verspricht das Management erstklassige

Produkte und Dienstleistungen. Die

Abnehmer stammen bevorzugt aus den

Bereichen Energie, Bau, Transport, Konsumgüter,

Landwirtschaft, Viehwirtschaft, Fischzucht,

Mechanisierung, Bergbau und Schiffbau.

Zudem gehen die Erzeugnisse an

Schlossereien, Schmieden und Stanzen. K

(sm 170705055)

stahlmarkt 7.2017


Steel International K 13

Kaum Licht für Europas Stahlindustrie

Hohe Stahlimporte und niedrige Rohstoffpreise verhindern Aufschwung

London. Europas Stahlindustrie wird nach Einschätzung der Schweizer

Großbank UBS noch geraume Zeit unter hohen Stahleinfuhren und

niedrigen Rohstoffpreisen leiden. Die laufende Sommersaison dürfte die

Situation nicht verbessern, da die Geschäftstätigkeit traditionell bis Mitte

Juli nachlässt.

Analyst Carsten Riek bekräftigte Ende

Mai 2017 den Blick auf die Branche, den die

Bank bereits im Dezember 2016 kundgetan

hatte. Er sieht keinen Grund für eine positivere

Einschätzung. Die Aktienkurse der großen

europäischen Stahlerzeuger Arcelor-

Mittal, Klöckner, Salzgitter, SSAB, thyssenkrupp

und voestalpine hätten bereits unter

dem Überangebot an Stahl, sinkenden Rohstoffkosten,

hohen Lagerbeständen und

kaum wirksamen Handelsschutzinstrumenten

gelitten. Eine grundlegende Veränderung

innerhalb der nächsten sechs Monate

sieht der Analyst nicht.

Einziger Ausweg sei eine Einschränkung

der Stahlerzeugung sowohl in Europa als

auch weltweit. Allein in den vergangenen

fünf Monaten sei die globale Stahlerzeugung

durchschnittlich um 6,3 % und die

europäische um 6 % gestiegen. Diesem ausufernden

Wachstum stünde kein vergleichbares

Anziehen der Nachfrage gegenüber.

UBS geht vielmehr davon aus, dass der

globale Stahleinsatz im Jahr 2017 nur um

1,6 % gegenüber dem Vorjahr steigt und

erwartet in Europa lediglich einen Zuwachs

um 1,3 %. Das bedeute, dass der Stahlabsatz

im ersten Quartal 2017 die Nachfrage

vier bis viereinhalbmal überstiegen habe und

die Lagerbestände entsprechend gewachsen

seien. Der Analyst hält eine Reduzierung der

Warenlager für unvermeidbar.

Handelsschutzinstrumente

haben versagt

Europas Stahlerzeuger setzten zunächst große

Hoffnungen auf Antidumpingmaßnahmen.

Aus einem Bericht der Europäischen

Union vom 16. Dezember 2016 gehe aber

hervor, dass Handelsschutzinstrumente nicht

mehr eingesetzt würden, da sich die Ge -

winnsituation der Stahlindustrie gebessert

habe, keine Anlagen geschlossen und deswegen

seit 2016 auch keine Arbeitsplätze

vernichtet worden seien.

Aktuell sind UBS zufolge nur 30 % aller

Importe nach Europa von Antidumpingmaßnahmen

beziehungsweise entsprechenden

Untersuchungen

betroffen. Dies reicht nach Einschätzung

der Bank aber nicht

aus, um den Markt von Einfuhren

abzuschotten. Steigende

Importe würden belegen, dass

der europäische Markt nicht

geschützt sei. Trotz der vor

allem gegen China und Russland

eingeleiteten Maßnahmen

seien die Einfuhren im

Januar 2017 im Vergleich zum

Vorjahreszeitraum um 9 %

gestiegen.

Erst jüngst habe sich die

EU-Kommission gegen Antidumpingzölle

für warmgewalzte

Coils aus Russland, der

Ukraine, Serbien, dem Iran und

Bra silien entschieden. Diesen

Entschluss wertet der Analyst

als klares Zeichen der EU,

anders als die USA zu agieren,

die wesentlich strengere

Schutzmaßnahmen durchsetzen

würden.

Außerdem wird die Arbeit

der EU-Kommission Riek zufolge

in jüngster Zeit er schwert,

da die Stahlimporte mittlerweile

aus einer Vielzahl von Ländern

kommen. Stammten im

ersten Quartal 2016 noch rd. 50 % aller

Einfuhren warmgewalzter Coils aus Russland,

der Ukraine, Serbien, dem Iran und

Brasilien, sank dieser Anteil im ersten Quartal

2017 auf unter 20 %. Aktuell haben die

Türkei, Südkorea, Ägypten und Indien mit

einem gemeinsamen Anteil von 67 % bei

warmgewalzten Coilimporten nach Europa

das Sagen.

Das Analysehaus widerspricht zudem Einschätzungen

europäischer Stahlerzeuger,

die die Lagerbestände im Konsens als normal

bezeichnen. Bei der Auswertung deutscher

Daten ergebe sich vielmehr im ersten

Quartal 2017 ein Anstieg von 13 % gegenüber

dem Vorjahr, schreibt der Analyst. K













(sm 170705121)

stahlmarkt 7.2017


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16 K Steel International

EUROFER veranstaltete europäischen Stahltag 2017

Brüssel. Europäische Stahlerzeuger sehen sich bei den Themen Klimaschutz, Innovationen und Handelspolitik

großen Herausforderungen und großen Chancen gegenüber.

Der europäische Stahlverband EUROFER

erinnerte im Rahmen seines siebten europäischen

Stahltages (European Steel Day) am

10. Mai 2017 in Brüssel an die Rahmenbedingungen,

in denen sich die heimischen

Stahlerzeuger derzeit bewegen.

»Im Jahr 2016 verbesserte sich die Aktivität

der Stahl einsetzenden Industrie um

1,7 %«, sagte Generaldirektor Axel Eggert.

Gleichzeitig sei aber der Importanteil auf

24 % gestiegen. Der Generaldirektor führt

einen großen Teil dieses Zuwachses auf die

Einfuhr von Dumpingstählen aus Drittländern

zurück. Zudem müssten die europäischen

Erzeuger eine Reihe von regulatorischen

Kosten stemmen, die die internationalen

Wettbewerber nicht hätten. Aus diesem

Grund sei die Reform des europäischen

Emissionshandelssystems für den Zeitraum

nach 2020 so wichtig. Sie müsse den Schutz

der Umwelt und den Erhalt der Innovationsund

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in

Einklang bringen.

Eggert verwies auch auf die Innovationen,

die die Industrie bislang hervorgebracht hat.

Aktuell würden Tausende von Sorten und

Güten fortschrittlicher Stahlprodukte er -

zeugt, von denen Hunderte ein Jahrzehnt

zuvor noch nicht existiert hätten. Diese

innovativen Stähle hätten zur Reduzierung

von CO 2

-Emissionen in anderen Branchen,

wie etwa der Energieerzeugung, beigetragen.

Forschung und Entwicklung in der Stahlerzeugung

birgt seiner Einschätzung zufolge

aber auch großes Einsparpotenzial in der

Stahlerzeugung. Allerdings nur, solange die

richtigen wirtschaftlichen und forschungstechnischen

Voraussetzungen vorliegen

würden.

www.eurofer.org

/

(sm 170705112)

ArcelorMittals Grobbleche kratzen an den Wolken

New York. Stahlerzeuger erhält Auftrag für ein atemberaubend hohes Gebäude.

Grobbleche von ArcelorMittal werden

voraussichtlich ab Juli 2017 Bestandteil

eines neuen Super-Wolkenkratzers in Manhattan.

Der Büroturm »One Vanderbilt« soll

das viertgrößte Gebäude New Yorks werden

und nach den Vorstellungen des ehemaligen

Bürgermeisters Michael Bloomberg die Vormachtstellung

der Stadt als eine der führenden

Finanzmetropolen unterstreichen. Die

Konstruktion aus Stahl, Beton und Glas entsteht

an der Kreuzung 42. Straße und Vanderbilt

Avenue. Die Bauarbeiten des 427 m

hohen Turmes begannen im März 2017 und

sollen im Jahr 2020 abgeschlossen werden,

sofern es keine Verzögerungen gibt.

ArcelorMittal fertigte das georderte Grobblech

an seinen US-Standorten Coatesville

und Conshohocken. Das gesamte Material

ging in der ersten Jahreshälfte 2017 an den

Stahlerzeuger Banker Steel mit Sitz in Lynchburg/Virginia.

Banker Steel wird die Grobbleche

von ArcelorMittal weiterverarbeiten.

Die Tochter NYC Constructors will im Juli

2017 mit der Errichtung vor Ort beginnen.

In dem Gebäude sollen neben Büros auch

einige Flächen für Geschäfte, Restaurants

und Unterhaltung entstehen.

ArcelorMittal arbeitet seit vielen Jahren

mit Banker Steel zusammen. Die Partner

haben bereits bei vielen anderen wichtigen

Orten in New York kooperiert, beispielsweise

beim Kimmel Center der New Yorker Universität,

am City Point Brooklyn und am

Barclays Center in Brooklyn.

L STEEL TICKER

Außerdem lieferte ArcelorMittal bereits

Grobbleche für andere Wolkenkratzer in

New York City und gestaltete die Skyline

nach den Anschlägen vom 9. September

2011 mit – auch für das derzeit größte

Gebäude, den Freedom Tower, der heute

One World Trade Center heißt.

www.corporate.arcelormittal.com

/

(sm 170705066)

SANDVIK SCHAFFT FORUM

FÜR INTERDISZIPLINÄRE

ZUSAMMENARBEIT

Sandviken. Der schwedische Spezialstahlerzeuger

Sandvik Materials Technology hat ein Internetforum

geschaffen, in dem kreative Köpfe über

innovative Ideen diskutieren und diese gemeinsam

weiter verfolgen können. Das Unternehmen

hofft, dass es zusammen mit Gleichgesinnten

Produkte und Lösungen der nächsten Generation

entwickeln kann, die den Anforderungen der stetig

wachsenden Bevölkerung entsprechen. Das

Forum steht allen Interessierten offen. Auch Ideen

der Mitarbeiter sind dort willkommen.

Für Sandvik Materials gibt es derzeit drei

wesentliche Herausforderungen: Die Verknüpfung

von digitalen Lösungen und Sensortechnologien,

die eindeutige Kennzeichnung von Stahlerzeugnissen

und weitere Einsatzmöglichkeiten für kryogene

Prozesse.

www.smt.sandvik.com/openinnovation

K

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kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705091)

stahlmarkt 7.2017


Steel International K 17

L STEEL TICKER

ROSTFREIERZEUGUNG ERREICHT

2017 NEUEN REKORD

London. Die weltweite Erzeugung von nichtrostendem

Stahl dürfte nach Berechnung des britischen

Marktforschungsunternehmens MEPS im

Jahr 2017 um 3,75 % auf einen Rekordwert von

rund 47,5 Mill. t klettern. Bereits im vergangenen

Jahr war ein Anstieg von mehr als 10 % auf fast

45,8 Mill. t verzeichnet worden.

Im Jahr 2016 stellten fast alle traditionellen

Erzeugungsnationen mehr Rostfreistahl als 2015

her. Damals hatten viele von ihnen Rückgänge

verzeichnet. In China und in den Entwicklungsländern

stieg die Erzeugung 2016 stark an.

Die Erzeugung von nichtrostendem Stahl entwickelte

sich in China im Jahr 2016 anders als

gedacht. Marktforscher waren zunächst von

einem Rückgang ausgegangen. Nun meldete China

aber einen Ausbau der Erzeugung um über

15 % auf fast 25 Mill. t, das sind knapp 55 % der

weltweiten Erzeugung. In jüngster Vergangenheit

soll die Volksrepublik aber auf die Antidumpingmaßnahmen

in vielen Ländern und die sinkenden

Exportmöglichkeiten reagiert und die Erzeugung

etwas gedrosselt haben.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705067)

INNOVATIONSAGENTUR

UNTERSTÜTZT SSAB

Stockholm. Die schwedische Innovationsagentur

Vinnova unterstützt den Stahlerzeuger SSAB

mit 10 Mill. SEK (rd. 1 Mill. €). Mit diesem Geld

will der schwedische Stahl erzeuger sein Forschungs-

und Entwicklungsprojekt »SmartSteel«

weiter entwickeln. Zunächst ist die Zusammenarbeit

mit neuen Partnern geplant. Außerdem sollen

einige Pilottests durchgeführt werden.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Digitalisierung

von Stahlerzeugnissen. SSAB möchte

Informationen über jedes Stahlerzeugnis sammeln

und allen an der Wertschöpfungskette Beteiligten

zur Verfügung stellen – egal, wo der Stahl

erzeugt wurde. SSAB verspricht sich von dieser

Innovation eine Reduzierung des Abfalles sowie

höhere Produktivität und Flexibilität. Aufgrund

der gesammelten Informationen könnten zudem

neue Dienstleistungsangebote entwickelt werden.

SSAB arbeitet zunächst mit Sandvik Materials

Technology, Sverea KIMAB, IBM, Siemens, der

Universität Umea, dem schwedischen Forschungsinstitut

RISE und FindIT zusammen.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705076)

ISSF KÜRT GUTE IDEEN

Tokio. Das International Stainless Steel Forum

(ISSF) zeichnete während der 21. Jahrestagung in

Tokio die Gewinner diverser Wettbewerbe aus.

Acerinox Europe S.A.U. erhielt den goldenen

Sicherheitspreis für eine innovative Gießwannenhebevorrichtung,

die Hände, Finger, Köpfe und

Körper der Beschäftigten vor Verletzungen

schützt. Columbus Stainless und Aperam Genk

teilen sich den zweiten Platz. Sie fanden Möglichkeiten,

Unfälle und Materialschäden zu verhindern

sowie die Sicherheit und die Kontrolle der

Transportflotten zu erhöhen. Auch der dritte Preis

wurde zwei Unternehmen zuteil. JFE Steel und

Posco erhielten Auszeichnungen für ihre Sicherheitstrainingsfilme.

Im Nachhaltigkeitswettbewerb überzeugte

Outokumpu die Jury mit seinem Transportkonzept

im schwedischen Werk Avesta, das für den Weg

zum Hafen ausschließlich auf alternative Brennstoffe

setzt. Posco erhielt für sein Energiesparkonzept

die Auszeichnung in Silber. Der dritte Preis

ging an die Slovenian Steel Group, die Werksanrainer

mit Abwärme versorgt.

Der Stahlverband zeichnete zudem Unternehmen

für hervorragende Anwendungen und neue

Technologien aus. Aperam erhielt den ersten Preis

für die nichtrostende Stahlhülle des maroden

Kernkraftwerkes Tschernobyl. Outokumpu verwies

mit ihrer Leichtbauweise von batteriegetriebenen

Fahrzeugen die anderen Bewerber auf die

Plätze.

Das International Stainless Steel Forum informierte

seine Mitglieder auch über drei neue Publikationen:

die neue Version des Nachschlagewerkes

Stainless Steel in Figures, eine Broschüre über

den Einsatz von nichtrostenden Stahlerzeugnissen

in der Stadtmöblierung und eine Aktualisierung

des Handbuches über Einsatzmöglichkeiten von

Rostfreistahl in Eisenbahnwagen am Beispiel In -

diens.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705128)

BETEILIGUNGSMODELL WIRD

AUSGEBAUT

Linz. Die im Jahr 2000 entwickelte voestalpine-

Mitarbeiterbeteiligung, die die Belegschaft als

nachhaltigen Kernaktionär einbindet, wurde kürzlich

ausgebaut. Neben dem österreichischen

Modell mit 52 Gesellschaftern besteht ein internationales

Modell, um es auch Mitarbeitern

außerhalb Österreichs zu ermöglichen, Aktien zu

erwerben.

Seit Anfang April 2017 steht dieses Modell

auch über 630 Mitarbeitern in den sechs voestalpine-Gesellschaften

aller Divisionen in Rumänien

offen. Damit zählt das internationale Beteiligungsmodell

nun 84 Gesellschaften in neun

Ländern, ca. 2.100 Mitarbeiter gehören außerhalb

Österreichs dazu.

K

eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170605010)

OUTOKUMPU SICHERT SICH

ZWEI PATENTE

Espoo. Der finnische Rostfrei-Erzeuger Outokumpu

Oyj hat zwei seiner jüngsten Innovationen

patentieren lassen. Seit März 2017 stehen der

ferritische Rostfreistahl der Sorte Core 4622 (EN

1.4622) und der austenitische Edelstahl der Sorte

Supra 316plus (EN 1.4420) unter europäischem

Schutz. Outokumpu entwickelte diese Erzeugnisse

in seinem Forschungs- und Entwicklungszentrum

im finnischen Tornio. Bereits vier Jahre nach

der Markteinführung wurden die Patente erteilt.

Die Stähle zeichnen sich nach Angaben des Unternehmens

durch hervorragende Eigenschaften und

stabile Rohmaterialkosten aus. Outokumpu entwickelt

kontinuierlich neue Stahlsorten. Die ersten

Innovationen entstanden in den deutschen,

schwedischen und britischen Werken.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705120)

stahlmarkt 7.2017


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Stahlstandort Deutschland 19

Gebaut für die Zukunft

Neue Produktionshalle bei Stahlo in Gera-Langenberg

Gera. Mit einer Investition von 45 Mill. € plant Stahlo eine neue

Produktionshalle von 22.000 m 2 in Gera-Langenberg. Durch den Zukauf

von benachbarten Grundstücken der Stadt hat eines der größten

werksunabhängigen Stahl-Service-Center in Deutschland am Standort

Gera die Möglichkeit gefunden, die eingeschlagene Wachstumsstrategie

fortzusetzen und am Standort Gera zu verbleiben.

Künftig will Stahlo nicht nur die Zahl

der Anlagen verdoppeln, sondern auch die

Menge des verarbeiteten Stahls auf jährlich

300.000 t. »Wir werden definitiv am Standort

Gera bauen«, sagt Guido Spenrath,

Geschäftsführer von Stahlo. »Der Zuschnitt

des bisherigen Geländes reichte für die

geplante Hallengröße nicht aus«, so Spenrath:

»In Zusammenarbeit mit der Stadt

Gera haben wir eine Möglichkeit gefunden,

Flächen hinzuzukaufen, sodass wir jetzt auf

einer Gesamtfläche von 45.000 m 2 bauen

können.«

Es sei dem Unternehmen wichtig gewesen,

die gesamte Mannschaft mitzunehmen,

so Spenrath weiter: »Wir haben ein

sehr erfahrenes Team in Gera, das hatte sehr

hohe Priorität.« Jetzt sind sogar 45 Neueinstellungen

für das neue Produktionswerk

geplant. Rd. 45 Mill. € investiert Stahlo insgesamt

in das Projekt.

Automobilsegment über Jahre etablieren

konnten, haben wir nun auch den Schritt an

der Konturenanlage vom Ersatzteil zum Se -

rienlieferanten vollziehen können. Wir in -

vestieren weiter und verdoppeln die Anzahl

der Produktionsanlagen.« Mit zwei Spaltbandanlagen

kann das Stahl-Service-Center

künftig bis zu 60 Streifen in einem Arbeitsgang

spalten – und das bei einer Zugfestigkeit

von 1.900 N/mm 2 . Das ist europaweit

einmalig. Die neue Konturenanlage mit

einer Presskraft von 800 t wird zukünftig

neben Stahl auch Aluminium verarbeiten

können. Alle Produktionsanlagen erfüllen

auch den Qualitätsstandard zur Verarbeitung

von Stahl in Außenhautqualität für die

Automobilindustrie.

Von Gera aus beliefert Stahlo vor allem

Automobilisten und deren Zulieferer. Ein

großer Auftrag ist von VW in Zwickau eingegangen.

Seitenteile, Dach und Kofferraumklappe

des Golf Variant werden bei

Stahlo zugeschnitten. Neben der Automobilindustrie

werden von Stahlo Gera auch

Industriekunden, z. B. aus dem Sanitärbereich

und Hersteller weißer Ware, bedient.

Rd. 150.000 t hoch- und ultrahochfesten

Stahl verarbeitet das Unternehmen jedes

Jahr. Ab Ende 2018 soll es die doppelte

Menge sein.

Neue Produktion ab 2019

Ende März dieses Jahres erhielt Stahlo die

Zusage des Geraer Stadtrats, die für den

Neubau geplante zusätzliche Fläche von der

Stadt erwerben zu können. Mit den Nachbarunternehmen

sind die Kaufverträge weiterer

Teilflächen des Geländes auf dem Weg.

»Die Stadt Gera hat uns sehr unterstützt

und auf eigene Kosten mit einem Gutachten

dazu beigetragen, dass wir die Möglichkeit

gefunden haben, eine Gleisanbindung

unseres Grundstückes zu realisieren«, so

Spenrath. Der Bau eines direkten Gleisanschlusses

sei insbesondere für den Wareneingang

wichtig: »Die ausgehende Ware

liefern wir fast ausschließlich per Lkw. Den

Wareneingang wollen wir aber künftig bis

zu 80 % mit der Bahn abwickeln.«

Für die Grundsteinlegung des neuen

Werks gibt es noch keinen genauen Termin:

»Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2019

gemeinsam die Eröffnung des neuen Werkes

feiern können«, so Spenrath: »Wir wollen

das Projekt zügig umsetzen.«

K

(sm 170705094)

Gera wird zum Wachstumsstandort

In den vergangenen Jahren sei Stahlo stark

gewachsen, so Spenrath. Jetzt soll das Werk

in Gera ein Wachstumsstandort werden. Mit

dem neuen Werk habe sich die strategische

Ausrichtung des Unternehmens verändert,

sagt Spenrath: »Nachdem wir uns im Spaltbandbereich

schon als Serienlieferant im

« KONTAKT

Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG

Kasseler Straße 27

35683 Dillenburg

Tel. +49 2771 302-0

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Konturenanlage

bei Stahlo in Gera

(Foto: Stahlo)

stahlmarkt 7.2017


20 Stahlstandort Deutschland

Einschneidende Erfindung

Maschinenmesser-Hersteller Jäkel und thyssenkrupp

haben einen patentierten Sonderstahl entwickelt

Duisburg. Einer der europaweit führenden Hersteller für Qualitätsmesser

ist die Firma Jäkel im nordhessischen Diemelstadt. Um deren Produktqualität

noch besser zu machen, haben Jäkel und thyssenkrupp einen

neuen, patentierten Sonderstahl entwickelt.

Ohne richtige Messer funktionieren

weder Aufsitzmäher noch Rasenmäher für

den heimischen Garten. Häcksler, Futtermischwagen

und Pressen, wie sie in der

modernen Landtechnik zum Einsatz kommen,

müssen ebenso mit ausgefeilten

Schnittwerkzeugen versehen sein.

Für die Produktion der unterschiedlichen

Schneidegeräte werden bei Jäkel sämtliche

Werkzeuge im eigenen Werkzeugbau entwickelt

und hergestellt. 6.000 t Stahl verarbeitet

das Unternehmen pro Jahr und fertigt

daraus rd. 2,8 Mill. Teile. Bislang be -

standen diese überwiegend aus verschleißfestem,

aber bruchanfälligem Federstahl

oder sehr zähen, aber auch etwas weniger

schneidhaltigen Borstählen. Zuletzt hat nun

eine wichtige Innovation die Bewährungsprobe

auf den Wiesen und Feldern im Inund

Ausland bestanden. Gemeinsam mit

dem Stahlbereich von thyssenkrupp, dem

langjährigen Hauptlieferanten, hat das Familienunternehmen

den Sonderstahl JADU-H1

entwickelt.

»Wir wollten einen Hybrid, der die Qualitäten

der Feder- und der Borstähle verbindet«,

sagt Frank Jäkel, der seit 2001 mit seinem

Bruder Udo den Betrieb leitet. Einen Stahl,

der möglichst lange scharf bleibt, aber nicht

brechen darf, sobald er auf einen Stein trifft.

»Das war eine große Herausforderung, die

wir zusammen gemeistert haben«, sagt

Christian Sohrab, Leiter Verkauf Sonderprodukte

im Industriebereich von thyssen krupp

Steel Europe. Zunächst wurde ein Grundkonzept

entworfen, wie so ein Stahl von der

Analyse her aussehen kann.

Nach zahlreichen Probeläufen in der Dortmunder

Versuchsanlage kamen die Mittelbandspezialisten

bei thyssenkrupp in Ho -

henlimburg ins Spiel: Sie lieferten die erforderlichen

30 t Stahl für die erste Produktion.

»Wir haben solange justiert, bis auch unser

Partner thyssenkrupp Stahlkontor in Krefeld

die Bleche auf seiner Warmbandanlage

anarbeiten konnte«, so Sohrab. Denn: »Das

Querteilen war für uns recht anspruchsvoll«,

sagt der zuständige Leiter Andreas Beil. »Die

neue Stahlsorte, die besonders hart und

zugleich verschleißfest ist, erforderte immer

wieder die Anpassung der Fertigungsparameter.«

Nur so ließ sich eine gleichbleibende

Sämtliche Werkzeuge für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte

werden beim Mittelständler im nordhessischen Diemelstadt im eigenen

Werkzeugbau entwickelt und hergestellt.

(Fotos: thyssenkrupp)

Vormaterial von thyssenkrupp: 6.000 t Stahl pro Jahr verarbeitet

das Unternehmen Jäkel, einer der führenden Hersteller für Qualitätsmaschinenmesser,

und fertigt daraus rd. 2,8 Mill. Teile.

stahlmarkt 7.2017


Stahlstandort Deutschland 21

Qualität erreichen und ein für die Serienproduktion

tauglicher Stahl.

Innovation auf Wunsch

eines Nischenkunden

»Unser Risiko bestand vor allem darin, dass

der JADU-H1 auf keinen Fall zu spröde sein

durfte«, sagt Udo Jäkel, »das verzeiht der

Markt überhaupt nicht.« Von der Fertigung

der Schmelze bis zum Querteilen des fertigen

Werkstoffs wurde immer wieder ge -

meinsam um Lösungen gerungen. Was nicht

selbstverständlich ist, wie die Jäkel-Brüder

betonen. Sie finden es bemerkenswert, dass

ein großer, auf Qualitätsstahl ausgerichteter,

Konzern auf den speziellen Wunsch eines

Nischen-Kunden eingeht und so Innovationen

vorantreibt.

Mit vereinten Kräften wurde mit dem

JADU-H1 ein bezahlbarer Sonderstahl ge -

schaffen. Bereits 30.000 verkaufte Messer

waren im Einsatz und die Resonanz nach der

ersten Ernte-Saison sei »durchweg positiv«,

berichten die Jäkels mit Stolz. Der Erfolg

beflügelt die Partner: »Wir wollen den neuen,

patentierten Stahl weiter optimieren und

ausbauen«, betonen Frank und Udo Jäkel.

www.thyssenkrupp-steel.com

www.jaekel.eu

K

/

(sm 170705085)

Dillinger Stahl verbindet Strasbourg und Kehl

Dillingen. Nach langjähriger Planung wurde sie Ende April mit einer offiziellen Feier eingeweiht: Die Verlängerung

der Tramlinie D vom französischen Strasbourg ins deutsche Kehl. Dabei spielt Dillinger Spezialstahl bei der

Überwindung der Grenze(n) eine entscheidende Rolle.

(Foto: Dillinger)

Die neue Pont Citadelle über das

Vaubanbecken

Denn um zum Grenzfluss Rhein zu

gelangen, muss die Straßenbahn zunächst

über das Vaubanbecken geführt werden.

Dies geschieht über die neugebaute Pont

Citadelle, eine 163 m lange geschwungene

Bogenbrücke, deren Bogen sich 40 m kunstvoll

über die Wasseroberfläche erhebt. Am

Rhein angekommen, überwindet die neue

Tram diesen über eine 290 m lange und

16 m breite Doppelbogenbrücke, mit zwei

je 20 m hohen Bögen bis ans Kehler Ufer.

Wie die Citadelle-Brücke bietet auch die

Tram-Brücke über den Rhein Platz für Fußgänger

und Radfahrer.

Für diese beiden einzigartigen Brückenbauwerke

lieferte Dillinger insgesamt rd.

3.500 t größtenteils höherfesten, thermomechanisch

gewalzten Stahl bis zu 115 mm

Blechdicke – und trägt damit dazu bei, dass

die Tram von der bisherigen Endstation Aristide

Briand nunmehr bis zum Kehler Bahnhof

fahren kann.

www.dillinger.de

/

(sm 170705072)

Konverteranlage modernisiert

London. Im März erteilte die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) die Endabnahmebescheinigung

für den von Primetals Technologies modernisierten LD(BOF)-Konverter Nr. 2 am Standort Duisburg.

Im Rahmen des Projekts wurde die Konverteranlage

mit neuem Tragring und neuer

Aufhängung ausgerüstet. Darüber hinaus

wurde der Kippantrieb erneuert. Mithilfe

dieser Maßnahmen sollen die Anlagenlebensdauer

verlängert und die Verfügbarkeit

erhöht werden. Das Projekt wurde konsor tial

mit der Buchinger Anlagen-Stahl-Rohrbau

GmbH durchgeführt. Der Konverter befindet

sich seit Mitte November 2016 im Warmbetrieb.

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann

GmbH (HKM) betreibt am Standort Duisburg

Huckingen ein integriertes Hüttenwerk. Es

untergliedert sich in die Teilwerke Hafen,

Sinteranlage, Kokerei, das Hochofenwerk

mit zwei Hochöfen sowie ein LD-Blasstahlwerk.

Im Stahlwerk werden zwei Rund-

Stranggießanlagen und drei Brammen-

Stranggießanlagen betrieben. HKM produziert

im Jahr über 1.000 verschiedene Stahlsorten.

Mit einem Anteil von etwa 12 % an

dem in Deutschland produzierten Rohstahl

und einer Produktionskapazität von rd.

5,6 Mill. t/a an Stahl ist HKM eines der größten

Hüttenwerke Deutschlands.

www.primetals.com

/

(sm 170705106)

stahlmarkt 7.2017


22 K Branchenbericht

Elektroindustrie will wieder

leicht wachsen

Doch politische Risiken sind nicht abzuschätzen

Frankfurt/Main. Die deutsche Elektroindustrie ist gut ins Jahr 2017

gestartet und blickt optimistisch nach vorn. Die Branche sieht sich als

Vorreiter der Digitalisierung und rechnet sich mittel- und langfristig gute

Marktchancen aus. Wobei sie sich auch vom Staat Förderung verspricht.

»Die gegenwärtige Stimmung ist zuversichtlich«,

freut sich Michael Ziesemer, der

Präsident des ZVEI Zentralverband Elektrotechnik-

und Elektronikindustrie. »Für 2017

rechnen wir insgesamt mit einem Zuwachs

von 1,5 % bei der realen Produktion und

einem Umsatzanstieg auf 182 Mrd. €.« Das

wäre ein Plus gegenüber dem Vorjahr von

2 %, nachdem der Umsatz 2016 lediglich

um 0,2 % auf 178,5 Mrd. € ge wachsen

war. Im laufenden Jahr will die Branche mit

der genannten Zielgröße »endlich wieder

den Rekordumsatz von 2008 erreichen«, so

Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-

Geschäftsführung.

Starkes erstes Quartal

Bisher geht es sogar deutlich stärker voran

als für das Gesamtjahr geplant: Im ersten

Quartal 2017 stieg die Produktion um 7,3 %.

Das hat sich auch auf die Kapazitätsauslastung

ausgewirkt. Sie verbesserte sich um

knapp eineinhalb Prozentpunkte auf 86,4 %.

»Rd. 33 % der Unternehmen wollen ihren

Output in den nächsten drei Monaten steigern,

nur 7 % zurückfahren. Der Rest plant

mit der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen

Produktionsniveaus«, erläutert ZVEI-

Chef-Volkswirt Dr. Andras Gontermann. Der

Umsatz legte im ersten Vierteljahr sogar um

8,4 % zu, wobei bei allen Daten auch zu

berücksichtigen ist, dass im diesjährigen

März zwei zusätzliche Arbeitstage zur Verfügung

standen. Einem Anstieg der Inlandserlöse

um 5,6 % stand eine fast doppelt so

hohe Zunahme der Auslandsumsätze um

10,8 % gegenüber. Während die Erlöse mit

dem Euroraum um 7,0 % anzogen, legte der

Umsatz mit Drittländern noch deutlicher um

13,1 % zu.

»Unterm Strich steht für die deutsche

Elektroindustrie damit ein sehr gutes erstes

Quartal in den Büchern«, unterstreicht Gontermann.

»Und allen Unsicherheiten zum

Trotz ist das Geschäftsklima in der deutschen

Elektroindustrie im April auf den höchsten

Stand seit der Wiedervereinigung geklettert.«

Vor allem die Beurteilung der aktuellen

Lage fiel nochmals wesentlich besser aus als

im Vormonat. Die allgemeinen Geschäftserwartungen

erhöhten sich ebenfalls, wenn

auch moderater. Trotz der guten Einschätzung

gibt sich Ziesemer vorsichtig, politische

Unwägbarkeiten seien unübersehbar: »Ob -

wohl die Geschäftserwartungen der Unternehmen

aktuell hoch sind, bleiben wir für

das Gesamtjahr zurückhaltend. Grund hierfür

sind politische Risiken. Der wirtschaftspolitische

Kurs der USA ist weiterhin unklar,

die Folgen des Brexit sind noch nicht abzuschätzen.

Hinzu kommen die Spannungen

mit der Türkei und die wirtschaftliche und

politische Unsicherheit in Italien.«

Vielseitigkeit ist unsere Spezialität.

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Branchenbericht K 23

Erneut Ausfuhrrekordjahr

Die genannten vier Länder seien hinsichtlich

Export und Direktinvestitionen von großer

Bedeutung für die deutsche Elektroindustrie.

Im vergangenen Jahr nahmen sie ein

Fünftel der gesamten Branchenausfuhren

auf. Zudem befindet sich nach den Worten

des Präsidenten hier ein Viertel des Bestands

an Direktinvestitionen der Branche im Ausland.

Mittelbach ergänzt die außenwirtschaftlichen

Betrachtungen. »In Phasen von

großer Verunsicherung ist es wichtig, sich zu

besinnen, dass offene Märkte und technologischer

Fortschritt elementare Treiber von

Wachstum und Wohlstand sind.« Mehr

denn je gehe es darum, die Errungenschaften

des Freihandels und des europäischen

Binnenmarkts zu sichern. Tatsächlich zeigt

sich die Stärke der Elektroindustrie nicht

zuletzt in ihren Exporterfolgen. Gontermann:

»Die Ausfuhren sind auch 2016

dynamisch gewachsen, und zwar um 4,4 %

auf 182,1 Mrd. €. 2016 war für die heimischen

Elektroexporte aller globalen Unsicherheit

zum Trotz nunmehr das dritte

Rekordjahr in Folge.«

Diese Zahlen der Außenhandelsstatistik

sind allerdings mit denen der Umsatzerlöse

nicht voll vergleichbar, da sie unter anderem

auch Reexporte enthalten. Die Exportmeldungen

erfolgen im Gegensatz zu den Um -

satzmeldungen nicht auf Betriebs-, sondern

»

Für 2017 rechnen wir insgesamt mit einem Zuwachs

von 1,5 % bei der realen Produktion und einem

Umsatzanstieg auf 182 Mrd. €.

Michael Ziesemer, Präsident des ZVEI Zentralverband Elektrotechnikund

Elektronikindustrie

auf Erzeugnisebene nach dem Warenverzeichnis

für die Außenhandelsstatistik. Dazu

der ZVEI: »Eine Berechnung der Exportquote

als Verhältnis von Export zu Umsatz ist damit

sowohl aus definitorischer als auch methodischer

Sicht unzulässig.« Die entsprechenden

Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer

Erzeugnisse nach Deutschland

legten um 3,4 % auf 166,2 Mrd. € zu. Für

die Importe brachte 2016 damit ebenfalls

das dritte Allzeithoch hintereinander.

China löst USA an der Spitze der

Abnehmerländer wieder ab

»Im Ranking der Top-Ten-Abnehmerländer

der deutschen Elektroexporte gab es 2016

einen Wechsel an der Spitze«, so Gontermann.

»Auf den übrigen Positionen änderte

sich nichts«. Mit einem Plus von 8,3 auf

16,3 Mrd. € hat China die USA (+ 2,0 % auf

16,1 Mrd. €) im vergangenen Jahr wieder

von der ersten Position verdrängt. Frankreich

(+ 0,6 % auf 11,8 Mrd. €) blieb an

Stelle drei, gefolgt von Großbritannien

(+ 1,7 % auf 10,0 Mrd. €) und den Niederlanden

(+ 2,5 % auf 9,1 Mrd. €). Auf den

Plätzen sechs bis zehn folgten wie schon

2015 Polen, Italien, Österreich, Tschechien

und die Schweiz. So kamen auch 2016 wieder

acht der zehn

größten Nachfrager

deutscher Elektroexporte

aus Europa,

vier davon aus dem

Euroraum.

Allerdings muss

nach Auffassung

des ZVEI noch einiges

getan werden, um die starke Position im

Ausland zu behaupten. Die Führungsrolle

der Elektroindustrie im digitalen Wandel sei

kein Selbstläufer: »Um die internationale

Wettbewerbsfähigkeit der Elektro industrie

als Enabler der Digitalisierung zu erhalten,

sind natürlich zuerst die Unternehmen

gefordert«, so Ziesemer weiter. »Allerdings

benötigen sie dazu auch die Unterstützung

der Politik und Wissenschaft.« Um Deutschland

wirklich zukunftssicher zu machen,

sieht der Verband drei Schwerpunkte. Dazu

ge hört erstens, die Innova tionsfähigkeit von

Unternehmen durch eine steuerliche Forschungsförderung

in Höhe von mindestens

10 % der gesamten FuE- Aufwendungen zu

stärken, zweitens, die digitale Wertschöp-

FORMZUSCHNITTE

KONTUREN

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24 K Branchenbericht

fung auszubauen. Voraussetzung hierfür

sei eine wettbewerbs fähige, digitale Infrastruktur.

Ziesemer: »Das flächendeckende,

industriefähige Breitbandnetz ist ein Muss.

Deutschland riskiert durch politische Fahrlässigkeit

seine Wettbewerbsfähigkeit.«

Schließlich sind,

drittens, mehr Investitionen in

Weiterbildung zu tätigen. Der

digitale Wandel werde im

Wesentlichen mit bestehenden

Belegschaften zu bewerkstelligen

sein. »Wir brauchen neue

Konzepte, die die digitalen Kompetenzen

entlang der Bildungskette erhöhen.«

Studie zur Digitalisierung

Denn die Digitalisierung schreite immer

rascher voran, so Ziesemer bei der Vorstellung

der ZVEI-Innovationsstudie »Die Elektroindustrie

als Leitbranche der Digitalisierung:

Innovationschancen nutzen, Innovationshemmnisse

abbauen«. Der ZVEI hat die

Studie in Zusammenarbeit mit Fraunhofer

ISI und dem IW Consult auf Basis von mehr

als 2.500 Unternehmensdaten erstellt. Zentrales

Studienergebnis: Die deutsche Elektroindustrie

ist die Leitbranche für die Digitalisierung.

Basis dafür sei ihre hohe Innovationsfähigkeit.

Keine andere Branche treibe

Innovationen so stark voran und leiste damit

einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung

der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts

Deutschland. In einer Spitzenposition befinde

sich die Elektroindustrie dabei sowohl als

Anwender – der Digital Index der Branche

ist doppelt so hoch wie derjenige der Ge -

samtwirtschaft – als auch als Impulsgeber

für andere Branchen. »Ein Großteil der In -

novationsleistungen der Elektroindustrie

kommt de facto anderen Wirtschaftszweigen

zugute – gerade auch im Bereich der

Digitalisierung«, erklärt Ziesemer. Weltweit

gebe es keine andere Branche, deren Technologien

so stark mit anderen Technologiefeldern

vernetzt seien. Die ZVEI-Innovationsstudie

zeigt auch: Gemessen am Umsatz der

»

Unterm Strich steht für die deutsche Elektroindustrie

ein sehr gutes erstes Quartal 2017

in den Büchern.

Dr. Andras Gontermann, Chef-Volkswirt, ZVEI

Branche liegen die Aufwendungen für Produkt-

und Prozessinnovationen doppelt so

hoch wie im verarbeitenden Gewerbe und

mehr als dreieinhalbmal so hoch wie in der

Gesamtwirtschaft. Hinzu kommt, dass 35 %

der Innovationen im verarbeitenden Gewerbe

originär aus der Elektroindustrie stammen.

10 % aller Erlöse im

verarbeitenden Gewerbe

In einem vom ZVEI erarbeiteten Branchenvergleich

schneidet die Elektroindustrie relativ

gut ab. Die reale deutsche Elektroproduktion

hat 2016 das dritte Jahr in Folge

zugelegt. Zwischen 2000 und 2016 ist der

Output der Branche durchschnittlich um

1,8 % pro Jahr gestiegen. Im selben Zeitraum

wuchs die Produktion des verarbeitenden

Gewerbes insgesamt jährlich um 1,6 %.

Die chemische Industrie legte im Schnitt um

1,3 %, die Automobilindustrie um 2,6 %

und der Maschinenbau um 1,7 % pro Jahr

zu. Der Umsatz der Elektroindustrie von

178,5 Mrd. € entspricht ebenso wie bei der

Chemie 10 % aller Erlöse des verarbeitenden

Gewerbes hierzulande. Die Automobilindustrie

erreicht mit 23 % den höchsten

Anteil. Es folgt der Maschinenbau mit 12 %.

Zuletzt wurden in der Elektroindustrie 39 %

des Jahresumsatzes mit neuen Produkten

oder Sortimentsneuheiten erlöst. Das ist

mehr als doppelt so viel wie in der chemischen

Industrie (19 %), aber weniger als im

Fahrzeugbau (59 %). Der Maschinenbau

kommt auf einen Anteil von 25 %.

Sowohl im Inland als auch im Ausland ist

die deutsche Elektroindustrie ein bedeutender

Arbeitgeber. Mit 847.000 Beschäftigten

blieb die Branche auch 2016 der zweitgrößte

industrielle Arbeitgeber in Deutschland.

An der Spitze steht der Maschinenbau mit

1,018 Mill. Nach der Elektroindustrie folgen

die Autoindustrie mit 828.000 und die Chemie

mit 447.000. Die Zahl der Beschäftigten

stieg in der heimischen Elektroindustrie in

den vergangenen zehn Jahren um 46.000.

Im Ausland sind in deutschen Elektrounternehmen

zusätzlich 704.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter tätig. Hier liegt die

Branche hinter der Automobilindustrie

(1,181 Mill.) an zweiter Stelle. Die Chemie

kommt auf 404.000 und der Maschinenbau

auf 389.000. Der Großteil der Arbeitnehmer

in der Elektro industrie ist hoch qualifiziert:

Mehr als 20 % der Beschäftigten sind Ingenieure,

weitere gut 60 % Fachkräfte. Die

Branche beschäftigte nach letzten Untersuchungen

gut 96.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Bereich Forschung und

Entwicklung. Das sind mit 23 % aller Be -

schäftigten in diesem Bereich hierzulande

mehr als doppelt so viele wie im Maschinenbau

(11 %) oder in der chemischen Industrie

(10 %). Die Automobilbranche kommt auf

einen Anteil von 26 %. Innerhalb der Elektroindustrie

betrug der Anteil der Beschäftigten

in Forschung und Entwicklung an der

Gesamtbelegschaft 11,4 %. Der Durchschnitt

im verarbeitenden Gewerbe liegt bei

5,5 %. kv K

(sm 170705130)

www.stahlmarkt-magazin.de

stahlmarkt 7.2017


Branchenbericht K 25

Maschinenbau hat keine Angst vorm Brexit

Frankfurt/Main. Die Stimmung im deutschen Maschinenbau hat sich in den ersten Monaten des Jahres

deutlich verbessert: Derzeit sehen 84 % der befragten Entscheider die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs

(Vorquartal: 68 %).

Von einer positiven Entwicklung in den

kommenden zwölf Monaten gehen 72 %

der Befragten aus (Vorquartal: 61 %). Die

aktuelle Weltkonjunktur bewerten 61 % der

Maschinenbauer positiv (Vorquartal: 53 %),

41 % erwarten globales Wachstum in den

nächsten zwölf Monaten (Vorquartal:

37 %). Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbaubarometer

der Wirtschaftsprüfungsund

Beratungsgesellschaft PwC für das erste

Quartal 2017 hervor.

Auslandsgeschäft beflügelt

Umsatzerwartungen

Die Umsatzerwartungen der Maschinenbauer

für die nächsten zwölf Monate haben

indes ein neues Rekordniveau erreicht: Für

die Gesamtbranche gehen die Befragten

aktuell von einem Wachstum von 3,8 %

aus. Für das eigene Unternehmen sind sie

mit durchschnittlich 6,7 % sogar noch optimistischer.

»Diese Spitzenwerte verdanken

wir einer stabilen Entwicklung zu Jahresbeginn«,

erläutert Dr. Frank Schmidt, Leiter des

Bereichs Industrielle Produktion bei PwC.

»Zudem registrieren wir eine Wende im

Auslandsgeschäft.« Rund die Hälfte der

befragten Unternehmen konnte die Auslandsaufträge

in den ersten drei Monaten

des Jahres steigern.

Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung

stagniert der erwartete Anteil des Auslandsgeschäfts

am Gesamtumsatz seit einem

Jahr unter der 50-%-Marke. »Dies ist für

eine so exportorientierte Branche wie den

deutschen Maschinenbau zu wenig«, kommentiert

Schmidt die Lage. »Andererseits

spiegeln sich in unseren Umfragewerten

natürlich auch politische Unsicherheiten und

internationale Krisen wider.«

Kaum Auswirkungen erwartet

54 % der Maschinenbauer erwarten keine

nennenswerten Auswirkungen des bevorstehenden

Austritts Großbritanniens aus der

EU auf ihr Geschäft, lediglich 28 % befürchten

einen Umsatzrückgang. Insgesamt rechnen

die Befragten mit nur leichten Umsatzeinbußen

von 0,4 %. »Viel entscheidender

für die Branche wird die weitere Entwicklung

in den Vereinigten Staaten sein«, so

Schmidt. »Sollte die vom US-Präsidenten

angekündigte Steuerreform die Reindustrialisierung

der USA weiter vorantreiben,

müssen auch die deutschen Maschinenbauer

ihre jeweiligen Produktions- und Vertriebsstrukturen

auf den Prüfstand stellen.«

www.pwc.de/maschinenbaubarometer

/

(sm 170705096)

Kaltwalzindustrie gegen einheitliche Netzentgelte

Düsseldorf. Die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK) fordert die nächste Landesregierung in Nordrhein-

Westfalen auf, sich im Bundesrat gegen einheitliche Übertragungsnetzentgelte auszusprechen.

»Einheitliche Netzentgelte stellen eine

massive Belastung für die Industrie in NRW

dar und schwächen in eklatanter Weise die

Investitionsfähigkeit der Kaltwalzindustrie«,

sagte FVK-Geschäftsführer Martin Kunkel.

Nach bisheriger Regelung erheben die vier

deutschen Übertragungsnetzbetreiber in

ihren jeweiligen Netzgebieten unterschiedlich

hohe Netzentgelte. Im Übertragungsnetzgebiet

NRW liegen diese Entgelte niedriger

als in anderen Netzgebieten, weil das

Land mit finanzieller Unterstützung der

hiesigen Industrie in den letzten Jahren

einen massiven Netzausbau betrieben hat.

Damit hat man in NRW, anders als in anderen

Regionen Deutschlands, die Durchleitung

von mehr Strom aus erneuerbaren

Energien ermöglicht. Dadurch konnten auch

die Abregelungskosten klein gehalten werden.

Diese Kosten entstehen, weil man die

Erzeuger von Ökostrom entschädigen muss,

deren Strom mangels Netzkapazitäten nicht

durchgeleitet werden kann. Die Abregelungskosten

sind ein Treiber des Anstiegs

der Netzentgelte. Die Netzentgelte machen

inzwischen rund ein Viertel des Strompreises

aus.

»Eine Angleichung der NRW-Netzentgelte

an das Bundesniveau würde somit die

NRW-Betriebe doppelt zur Kasse bitten«,

erklärt Kunkel. Hierbei ist auch zu berücksichtigen,

dass der höhere Anteil an Off -

shore-Anschlusskosten in den nördlichen

Bundesländern bereits durch eine bundesweite

horizontale Umlegung auf alle vier

Übertragungsnetzbetreiber vollständig kompensiert

wird.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die

Verordnungsermächtigung zur Einführung

bundeseinheitlicher Netzentgelte im aktuellen

Entwurf des Netzentgeltsmodernisierungsgesetzes

(NEMoG) zunächst wieder

gestrichen. »Dabei muss es bleiben«, fordert

Kunkel. 40 % des Industriestroms werden

alleine in NRW verbraucht. Eine Anhebung

der Netzentgelte auf ein bundeseinheitliches

Niveau bedeutet für Industrieunternehmen

in NRW Preissteigerungen von bis zu

60 %.

www.fv-kaltwalzwerke.de

/

(sm 170705103)

stahlmarkt 7.2017


26 K STAHL-Statistik – Welt

Stahl weltweit


Zum Download

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Alle Grafiken stehen zum Download auf unserer Website bereit:

/www.stahlmarkt-magazin.de/crossmedia

Welt-Rohstahlproduktion nach Regionen

in Mill. t

1.433

293

1.538

321

1.560

322

1.650 1.670

325

342

1.615 1.629

333

341

andere

Länder

639

702

731

822

823

799

808

China

110

108

110

108

113

117

107

111

120

111

108

118

111

106

120

105

102

110

105

102

110

Japan

GUS

NAFTA

173

178

169

166

169

166

162

EU-28

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: worldsteel, WV Stahl

i

Stahlrohrproduktion



stahlmarkt 7.2017


STAHL-Statistik – Welt K 27

Globale Stahlnachfrage (Fertigerzeugnisse) in Mill. t

1.229 1.150

1.311 1.415 1.443 1.535 1.545 1.500

1.596 1.699 1.869

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2020 v 2025 v 2035 v

v

Vorhersage

Quelle: worldsteel (Statist. Jahrbuch 2016 und E. Basson,

1. EUROMETAL-Summit, Düsseldorf Mai 2017)

Nichtrostende und hitzebeständige Stähle

Produktion

Asien mit China

Nord-/Mittel-/Südamerika

35

Westeuropa/Afrika

Mittel-/Osteuropa

34.895

1.000 t

33

32

31

30

30.260

31.025

31.023

29

28

26

25.361

24

22

22.861

20

8

7.883

7.829

7.496

7.570

7.518

7.705

6

4

2

0

2.486

391

2011

2.368

359

2012

2.454

2.813 2.747 2.931

296

277 259

247

2013 2014 2015 2016

Quelle: ISSF

BRUNZEL

ROHRE AUS DÜSSELDORF

stahlmarkt 7.2017


28 K STAHL-Statistik – Welt

Die achtzehn weltgrößten Stahlkonzerne 2016 1

ArcelorMittal

China Baowu Group 2)

HBIS Group 3)

NSSMC Group 4)

POSCO

Shagang Group

Ansteel Group

JFE Steel

Shougang Group

Tata Steel Group

Shandong Steel Group

Nucor Corporation

Hyundai Steel

Maanshan Steel

thyssenkrupp

NLMK

Jianlong Group

Gerdau

46,18

46,16

41,56

33,25

33,19

30,29

26,8

24,49

23,02

21,95

20,09

18,63

17,24

16,64

16,45

15,95

63,81

95,45

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100

Rohstahlerzeugung in Mill. t

1)

nur worldsteel-Mitglieder – Tonnage bezieht sich auf alle Stahlsorten

2)

Neues Unternehmen aus der Fusion der Baosteel Gruppe und der Wuhan Gruppe im Dezember 2016

3)

Bisher Hesteel Group genannt, Tonnage umfasst Stahlwerk, das im Juni 2016 in Serbien erworben wurde

4)

Tonnage ohne Nisshin Steel, das im März 2017 Teil der NSSMC-Gruppe wurde

Quelle: worldsteel

i

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stahlmarkt 7.2017


STAHL-Statistik – Welt K 29

Top 20 der Stahl produzierenden Länder in Mill. t

17

5

4

13

20

7

18

19 10

15

16 11 8

14

3

1

6

12

2

9

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

China

Japan

Indien

Amerika

Russland

Südkorea

Deutschland

Türkei

Brasilien

Ukraine

Italien

Taiwan, China

Mexiko

Iran

Frankreich

Spanien

Kanada

Polen

Belgien

Großbritannien

42,1

33,2

31,3

24,2

23,4

21,8

18,8

17,9

14,4

13,6

12,6

9,0

7,7

7,6

104,8

95,6

78,5

70,8

68,6

808,4

0 50

100 150 800 850

Quelle: worldsteel

stahlmarkt 7.2017


30 K STAHL-Statistik – China

Stahl in China

Rohstahlproduktion nichtrostender und hitzebeständiger Stähle

50

Mill. t

40

35

30

25

20

15

10

27,8

7,2

25,9

6,9

24,6

8,8

31,1

11,3

33,6

14,1

35,9

16,1

38,5

19,0

41,7

21,7

41,5

21,6

45,8

24,9

Welt

gesamt

davon

China

5

0

2007 2008 2009 2010 2011

2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: ISSF

Rohstahlproduktion in China und der Welt in Mill. t

754

95

751

101

800

109

778

115

790

124

850

129

852

152

905

182

971

222

1.650 1.670

1.538 1.560

1.599 1.610

1.433

1.348 1.343

1.250

1.239

1.148

1.063

822 823 804 808

702 731

639

577

490 512

421

356

273

Welt gesamt

davon

China

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

2016

Quelle: worldsteel

stahlmarkt 7.2017


STAHL-Statistik – China K 31

Globale Stahlexporte 1) in Mill. t

324

359

367

363

262

266

256

255

Rest der Welt

61

93

111

108

China

2013 2014 2015 2016 2)

1)

Steel Mill Products

2)


Quelle: Amtl. Außenhandelsstatistik, WV Stahl

EU-Stahlimporte (Mill.t Walzstahl)

aus Dritten Ländern

aus China

40

35

30

25

20

15

10

5

29,3

21,4

23,5

26,2

32,3

35,3

10

9

8

7

6

5

4

3

2

1

4,2

2,7

3,0

4,5

7,2

5,9

0

2011 2012 2013 2014 2015 2016

0

2011 2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: Amtl. Außenhandelsstatistik, WV Stahl

MAPUDO

stahlmarkt 7.2017


32 K STAHL-Statistik – Europa

Stahl in der EU

EU-28: Rohstahlausstoß 2016

Rest

Deutschland

42,0 Mill. t

22,6%

26,0%

Österreich

7,4 Mill. t

UK

7,6 Mill. t

Belgien

7,7 Mill. t

4,6%

4,7%

4,8%

EU-28 Gesamt:

162 Mill. t

5,5%

8,4%

Polen

8,9 Mill. t

Spanien

13,6 Mill. t

8,9%

14,5%

Frankreich

14,4 Mill. t

Italien

23,3 Mill. t

Quelle: Eurofer, European Steel in Figures 2012–2016

EU: Walzstahlversorgung

250

200

in Mill. t/a

150

100

121

148

158

141 141

147 152 156

159 160

50

0

2009 2010 2011 2012 2013

2014 2015 2016 2017 v 2018 v

v

Vorhersage

Quelle: Eurofer, Economic and Steel Market Outlook, April 2017

16-20 April 2018

Düsseldorf, Germany I www.wire.de I www.tube.de

stahlmarkt 7.2017


STAHL-Statistik – Europa K 33

Vereinigtes Königreich (UK): Entwicklung der Rohstahlproduktion*

20

Mill. t

16

UK (linke Achse)

Deutschland (rechte Achse)

60

Mill. t

14

12

40

10

30

8

6

20

4

2

10

0

1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016

1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015

0

* im Vergleich zu Deutschland

Quelle: worldsteel

EU-Stahlaußenhandel 2016 nach Regionen

Einfuhren

Ausfuhren

Naher und

Mittlerer Osten übr. Länder Naher und GUS

Lateinamerika

Lateinamerika

4% 2% China

Mittlerer Osten

4% 3%

7%

17%

5%

übr. Europa

Asien

übr. Europa

33%

12%

13%

35,3 Mill. t

17% übr. Asien

24,4 Mill. t

20%

NAFTA

40%

23%

GUS

Afrika

Quelle: amtliche Außenhandelsstatistik, WV Stahl

stahlmarkt 7.2017


34 K STAHL-Statistik – Deutschland

Stahl in Deutschland

Stahlerzeugung in Deutschland

50

Mill. t

30

20

1980 – 1990 Westdeutschland

43,8

38,4

35,8 34,7

30,8 29,7

20,1

65,3% 21,3

71,7%

46,4

43,0

39,0

26,1

67,0%

42,1

40,2

36,6

24,2

66,1%

Rohstahl

davon Edelstahl

Walzstahl gesamt*

davon Langstahl

davon Flachstahl

10

SM

10,7

5,8

34,7% 7,2

8,4

28,3%

12,9

33,0%

1980 1990 2000 2016

8,7

7,2

12,4

33,9%

* einschl. Halbzeug zur direkten Verwendung

EL – Elektrostahl

SM – Siemens-Martin-Stahl

LD – LD-Konverter-Stahl

Quelle: WV Stahl

Erzeugung, Beschäftigung und Produktivität

Stahlindustrie in Deutschland

43,8 42,1

Erzeugung

in Mill. t/a:

+12%

35,8 40,2

Beschäftigte

in 1.000:

288

Produktivität in t

Rohstahl/Beschäftigter:

495

–71% +226%

85

152

Rohstahl Walzstahl

1980 2016 1980 2016

1980 2016

1980 2016

Quelle: Statistisches Bundesamt, WV Stahl

stahlmarkt 7.2017


STAHL-Statistik – Deutschland K 35

Rohstahlproduktion und Umsatzerlöse in Deutschland

60

Rohstahlproduktion

Umsatzerlöse

60

Mill. t

40

37,2

41,7

48,4

51,5

40,7

49,7

46,3

41,8

40,1

37,8

35,1

Mrd. €

40

32,3

30

26,3

32,8

30

20

20

10

10

0

44,8 46,4 44,5 47,2 48,5 45,8 32,7 43,8 44,3 42,7 42,6 42,9 42,7 42,1

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

0

Quelle: Statist. Bundesamt, amtl. Außenhandelsstatistik, Berechnungen WV Stahl

Die größten Stahlerzeuger in Deutschland* 2016

Anteil an der Gesamterzeugung von 42,1 Mill. t: 99 %

12,1**

Rohstahlproduktion in Mill. t

7,8

7,0**

Oxygenstahl

Elektrostahl

6,8

5,9

3,8

1,0

1,1

thyssenkrupp

ArcelorMittal

Salzgitter

2,5 2,4 2,2

2,4

0,1

HKM

Saarstahl

Badische Stahlwerke

* nur die Produktion der Unternehmen in Deutschland

** Produktion einschließlich HKM-Anteil

1,8

1,3 1,2 1,0

0,8 0,8 0,6

Dillingen

RIVA

Georgsmarienhütte

Lech Stahlwerke

ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi

Deutsche Edelstahlwerke

Stahlwerk Thüringen

Benteler

Quelle: WV Stahl

stahlmarkt 7.2017


36 K STAHL-Statistik – Deutschland

Deutschland: Stahl-Außenhandel im Jahr 2016 – in Mill. t

NAFTA

Importe 0,0

Exporte 1,1

EU-28

Importe 19,1

Exporte 16,6

Deutschland

Importe 21,9

Exporte 20,7

Saldo: –1,2

Übriges Europa

Importe 0,6

Exporte 1,4

GUS

Importe 0,5

Exporte 0,1

Asien

Importe 0,9

Exporte 0,7

Lateinamerika

Importe 0,8

Exporte 0,1

Afrika

Importe 0,0

Exporte 0,2

Naher u. Mittlerer Osten

Importe 0,0

Exporte 0,1

Australien

Importe 0,0

Exporte 0,0

Quelle: Amtliche Außenhandelsstatistik, aufbereitet von WV Stahl (Walzstahlerzeugnisse frühere EGKS-Definition)

Deutschland: Stahl-Außenhandel im Jahr 2016 – in Mrd. €

NAFTA

Importe 0,1

Exporte 0,9

EU-28

Importe 13,0

Exporte 10,2

Deutschland

Importe 14,5

Exporte 13,3

Saldo: –1,2

Übriges Europa

Importe 0,3

Exporte 0,9

GUS

Importe 0,2

Exporte 0,1

Asien

Importe 0,6

Exporte 0,7

Lateinamerika

Importe 0,3

Exporte 0,1

Afrika

Importe 0,0

Exporte 0,1

Naher u. Mittlerer Osten

Importe 0,0

Exporte 0,1

Australien

Importe 0,0

Exporte 0,0

Quelle: Amtliche Außenhandelsstatistik der EU, aufbereitet von WV Stahl (Walzstahlerzeugnisse frühere EGKS-Definition)

www.stahlmarkt-magazin.de

stahlmarkt 7.2017


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38 K Umformen, Biegen, Richten

Biegen: Automatisierung und

Funktionsintegration im Trend

Von Annedore Bose-Munde

Die Ansprüche an moderne Biegesysteme sind vielfältig. Sie sollen

hochgenau arbeiten, flexibel auf ein wechselndes Teile- und Materialspektrum

und variierende Stückzahlen reagieren und nicht zuletzt auch

effizient und kostensparend produzieren. Die Anlagenbauer reagieren

auf diese Herausforderung mit unterschiedlichen Maschinenkonzepten.

Bild 2. Die belgische LVD Company

nv hat mit Synchro-Form ein neues

adaptives Biegesystem entwickelt,

mit dem das Biegen langer Profile

einfach, effizient und präzise

realisiert werden kann.

In der Produktion geht es bei der Herstellung

von Biegeteilen immer darum, die

zunehmend variierenden Formen, Größen

und Stückzahlen möglichst schnell und kostensparend

herzustellen. Der An -

spruch, den Bystronic an ein

mo dernes Biegesystem hat, lautet

deswegen: »Pass dich dieser Vielfalt an. Hilf

dem Anwender, schnell zu produzieren.

Automatisiere möglichst viele Arbeitsschritte.

Gib dem Bediener aber auch die Möglichkeit,

manuell zu arbeiten, wenn er es will.«

Mit der Mobile Bending Cell will der

Schweizer Hersteller von Systemen für die

Blechbearbeitung eine Antwort auf all diese

Wünsche liefern. Hinter der neuen Biegezelle

steckt die Abkantpresse Xpert 40 und eine

Biegerobotik. »Mit der Mobile Bending Cell

bearbeiten Anwender große Serien im automatisierten

Biegemodus, können aber jederzeit

auch kleine Serien oder Einzelteile

manuell biegen. Die Biegerobotik wird einfach

zur Seite geschoben, wenn sie nicht

gebraucht wird«, beschreibt das Unternehmen

die Funktionalität.

Flexible Biegeautomation für

wechselnde Auftragslagen

Die Biegeautomation, die nach dem Plug-in-

&-Bend-Prinzip funktioniert, gibt Anwendern

Freiraum für wechselnde Auftragslagen.

»In der Praxis kann die kleine Xpert 40

(Bild 1) dabei in nahezu jedem Umfeld aufgestellt

und in Betrieb genommen werden

und ist bei Bedarf auch schnell umplatziert.

Die mobile Automation kann nahtlos angeschlossen

werden, und Anwender richten

die Robotik in wenigen Minuten ein: Einfach

an die Abkantpresse dranstellen und nach

we nigen Handgriffen richtet sich die Robo-

(Foto: Bystronic)

Bild 1. Bystronic hat die Abkantpresse Xpert 40 um eine mobile Automation

erweitert, die nahtlos angeschlossen werden kann. Dabei richtet sich die Robotik im

Inneren der Mobile Bending Cell automatisch an der Abkantpresse aus.

stahlmarkt 7.2017


Umformen, Biegen, Richten K 39

(Foto: LVD)

Bild 3. Der niederländische

Pressenhersteller Safan Darley

stellte eine neue hybride

Abkantpresse vor – die H-Brake

Hybrid. Kernkomponente ist der

elektrohydraulische

Pressenantrieb.

(Foto: Safan Darley)

tik im Inneren der Mobile Bending Cell automatisch

an der Abkantpresse aus«, so Bystronic

weiter.

Die Anlage arbeitet mit Biegegeschwindigkeiten

von mehr als 25 mm/s und entfaltet

auf einer Biegelänge von einem Meter

eine Presskraft von 40 t. Die nötige Präzision

liefert die Steuerung der Abkantpresse, die

das Zusammenspiel von Geschwindigkeit,

Kraft und Balance regelt. So werden Biegeergebnisse

mit hoher Wiederholgenauigkeit

möglich, was besonders bei großen Biegeserien

wichtig ist.

Das Dynamic Drive System sorgt laut Bystronic

zudem für dynamische Biegesequenzen,

ohne dabei Energie zu verschwenden.

Hinzu kommen integrierte Funktionen wie

der Energy Saver und eine intelligente Start-

Stop-Automatik. Beide Funktionen unterstützen

dabei sowohl den manuellen als

auch den automatischen Biegebetrieb. Auf

Wunsch bietet Bystronic den Kunden verschiedene

Zusatzoptionen an, mit denen

sich die Bedienung der Mobile Bending Cell

auf mobile Endgeräte ausweiten lässt.

Neue Lösungskonzepte für

das Biegen großer Profile

Die belgische LVD Company nv hat mit Synchro-Form

(Bild 2) ein neues adaptives Biegesystem

entwickelt, mit dem das Biegen

langer Profile einfach, effizient und präzise

realisiert werden kann. Das System erhält

automatisch die Einheitlichkeit des Winkels

sowie das erforderliche geometrische Profil

bei der Handhabung, Positionierung und

Biegung großer Teile mit mehreren Biegevorgängen

und löst das Problem akkumulierter

Fehler und Versuchsbiegungen beim

Formen großer Profile.

»Um jede Biegung zu beeinflussen, zu

positionieren sowie zu messen, werden ein

Laserscanner und Synchromodule (Magnete

an X-, R-, A-Achsen) genutzt. Die digitalen

Informationen werden an die Touch-B-Steuerung

übermittelt, die wiederum Korrekturen

an Werkstück und Position des Biegewerkzeuges

vornimmt, um so das korrekte

Profil zu erhalten. Abweichungen werden

nicht akkumuliert, sondern stattdessen

durch jeden Biegeschritt kompensiert. Auch

nach mehreren, aufeinanderfolgenden Biegevorgängen

wird das Profil korrekt ge -

formt«, beschreibt LVD die Technik.

Das Synchro-Form-System kombiniert LVD

mit dem Easy-Form-Laser, einem patentierten,

prozessinternen Überwachungssystem

für Biegewinkel. Hierbei handelt es sich um

eine integrierte Funktion bei den Abkantpressen

der Synchro-Form-Baureihe, das

heißt bei den Modellen von 320 t und 4 m

bis hin zu 3.000 t und 14 m. Es ist auch

erhältlich für Tandem-, Tridem- und Quadem-Maschinenkonfigurationen.

Elektrohydraulischer Pressenantrieb

optimiert die Leistung

Maschinenbauer, die Blechbiegemaschinen

herstellen, müssen auf die deutlich gestiegenen

Anforderungen ihrer Kunden reagieren.

Sie müssen immer effizientere und flexiblere

Anlagen bauen, damit ihre End kunden auf

Klein- und Großserienfertigung gleichermaßen

reagieren und die unterschiedlichsten

Endkundenwünsche realisieren können. Vor

diesem Hintergrund präsentierte der niederländische

Pressenhersteller Safan Darley auf

der letzten EuroBLECH in Hannover eine

neue hybride Abkantpresse – die H-Brake

Hybrid (Bild 3). Vorgestellt wurden eine

110 t und eine 170 t Hybrid- Anlage.

Die Kernkomponente ist der elektrohydraulische

Pressenantrieb e-Prax von Hoerbiger.

Kennzeichnend für das neue Anlagenkonzept

ist das Zusammenspiel von Hydraulik

und Elektronik: Der Hybridantrieb, der

mit verrohrungsfreier und geschlossener

Hydraulik ausgeführt ist, wird nur eingeschaltet,

wenn das Fußpedal betätigt wird,

ansonsten steht die Pumpe still. Daraus

resultieren im Vergleich zu konventionellen

Hydrauliksystemen niedrigere Betriebskosten,

eine längere Lebensdauer, mehr Be -

triebsstunden und ein geringerer Wartungsaufwand.

Der e-Prax übersetzt die elektrischen Eingangsgrößen

aus der Maschinensteuerung

stahlmarkt 7.2017


40 K Umformen, Biegen, Richten

in eine mechanische Linearbewegung. Die

Maschinensteuerung kommuniziert dabei

mit der Achsregelung und in weiterer Folge

mit der Motorregelung. Mit den synchronisierten

Aktuatoren werden dann vorgewählte

Profile lagegeregelt abgefahren. Die Lage

des Biegewerkzeuges wird über eine drehzahlvariable

Motor-Pumpen-Einheit geregelt.

Die ersten Rückmeldungen von Kunden

sind laut Safan Darley durchweg positiv.

»Die Kunden loben den hochdynamischen

Antrieb, die Bedienerfreundlichkeit und die

ruhige Arbeitsweise mit der Anlage. Wir

haben mit der H-Brake Hybrid also nicht nur

eine Anlage auf den Markt gebracht, die

Stand der Technik ist. Sie vermittelt auch ein

sehr positives Arbeitsgefühl beim Kunden«,

sagt Ronald Mille, Sales Manager von Safan

Darley.

Intelligentes Werkzeugmanagement

sorgt für effiziente Prozesse

Blechprodukte verändern sich schnell: vielfältigere

Formen, wachsende Ansprüche an

die Qualität und kürzere Lebenszyklen. Das

beeinflusst natürlich auch die dahinter stehenden

erforderlichen Werkzeugwechsel.

Ein schneller Werkzeugwechsel ist vor diesem

Hintergrund ein wichtiger Eckpfeiler für

einen effizienten Produktionsprozess.

Mit dem neuen Xpert Tool Changer präsentiert

Maschinenbauer Bystronic eine kompakte

Automationslösung für den schnellen

Werkzeugwechsel beim Biegen (Bild 4).

Dadurch wird die Rüstzeit der Xpert Abkantpresse

beschleunigt. »Neueste Sensorik und

integrierte Robotiktechnologie ermöglichen

ein vielseitiges und kompaktes Biegesystem,

das sich selbstständig einrüstet. Interessant

ist diese Lösung vor allem für Anwender, die

Zeit sparen und die Qualität beim Biegen

erhöhen wollen, ohne auf Flexibilität zu verzichten«,

beschreibt das Unternehmen die

Vorteile. Der Werkzeugwechsler bestückt

die Xpert jeweils mit den benötigten Oberund

Unterwerkzeugen. Dieser Arbeitsschritt

kostet Bediener bei manuellem Betrieb

wertvolle Biegezeit.

Im Inneren der Abkantpresse arbeitet ein

6-achsiger Roboterarm, der auf ein ebenfalls

integriertes Werkzeugmagazin zugreift, in

dem die Biegewerkzeuge untergebracht

sind. Die gesamte Automation befindet sich

also im Inneren. Neben der Ergonomie er -

gibt sich daraus ein weiterer Vorteil: Robotik

und Werkzeugmagazin sind vor Schmutz

und äußeren Einflüssen geschützt.

In Verbindung mit dem Tool Changer System

verfügt die Xpert über eine Biegelänge

von 3 m. Zur Auswahl stehen 150 bis 320 t

Presskraft. Die Maschine ist serienmäßig mit

einer intelligenten Biegeprozesssteuerung

und einer vollautomatischen Bombierung

ausgestattet.

Die Automation holt zu jedem Biegeauftrag

den passenden Werkzeugsatz aus dem

Magazin und setzt diesen ein. Auch beim

Biegen mit mehreren Stationen auf der Biegelänge

werden alle definierten Werkzeuge

millimetergenau positioniert und so eine

konstant hohe Qualität sichergestellt, heißt

es weiter.

Wird der Umfang der Biegewerkzeuge

erweitert, unterstützt das Xpert Tool Change

System den Anwender mit einer intelligenten

Sensorik. Der Bediener setzt neue

Werkzeuge einfach ins Klemmsystem der

Ober- oder Unterwange ein. Anschließend

scannt der Tool Changer das neue Werkzeug

und integriert es automatisch in das

Magazin – ohne Programmieraufwand oder

einen Servicetechniker.

Die Bedienung des Xpert Tool Changer

Systems integriert Maschinenbauer Bystronic

in die Bedienoberfläche By Vision Bending.

Damit bleiben die Anwender mit allen Be -

dienschritten an der Abkantpresse auf einem

Touchscreen – egal ob sie den Werkzeugwechsel

oder die anschließenden Biegeprozesse

steuern. Die All-in-one-Lösung erlaubt

laut Unternehmen neben der einfachen

Bedienung mit Blick auf eine vernetzte Produktion

auch neue Möglichkeiten zur Datenauswertung:

Wie oft wurden be stimmte

Werkzeuge verwendet? Welche Teile wurden

mit welchem Werkzeug gebogen?

Wann sind präventive Wartungen sinnvoll?

(Foto: Bystronic)

Bild 4. Mit dem neuen Xpert Tool Changer präsentiert Maschinenbauer Bystronic eine

kompakte Automationslösung für den schnellen Werkzeugwechsel beim Biegen. Neueste

Sensorik und integrierte Robotiktechnologie ermöglichen ein Biegesystem, das sich

selbstständig einrüstet.

Größere Öffnungshöhe für

größere Werkzeugprofile

Auch die LVD Company nv erweitert ihre

Baureihe der Abkantpressen mit automatisiertem

Werkzeugwechsel. Die hydraulische

Abkantpresse Tool Cell von LVD (Bild 5) verfügt

über einen integrierten Werkzeugwechsler

sowie ein System zur Lagerung der

Werkzeuge. Die Maschine wählt automatisch

die für den Auftrag erforderliche Werkzeugbestückung

und platziert diese entsprechend.

Während der Bediener Teile für den

Folgeauftrag vorbereitet, entlädt die Ma -

schine automatisch den Werkzeugsatz und

setzt den nächsten ein, ohne dass ein manuelles

Eingreifen erforderlich ist. Das Lagersystem

für die Werkzeuge bietet dabei eine

flexible Konfiguration der Werkzeugbestü-

stahlmarkt 7.2017


Umformen, Biegen, Richten K 41

(Foto: LVD)

ckung, auch für spezifische Anwendungsanforderungen.

Die neuen Abkantpressen Tool Cell Plus

verfügen über eine standardmäßige Öffnungshöhe

von 570 mm mit einem Hub von

300 mm. Dies kann bis auf eine Öffnung

von 600 mm und einem Hub von 400 mm

erweitert werden. »Mit einer größeren Öffnungshöhe

können größere Werkzeugprofile

verwendet und die Werkzeuge frei

gedreht werden, was eine höhere Flexibilität

bei der Werkzeugbestückung ermöglicht.

Eine Reihe von Konfigurationen der Werkstücke

kann mit weniger Werkzeugen

gehandhabt werden. Auch steigert ein

großzügiger Werkzeugradius die Belastbarkeit

zur Ausführung schwererer Anwendungen«,

benennt LVD die Vorteile.

Die Genauigkeit der Biegevorgänge wird

mit dem patentierten, adaptiven Easy- Form-

Laser-Biegesystem gewährleistet, das eine

prozessinterne Überwachung der Biegewinkel

über Laserscanner an der Vorder- und

Rückseite des Tisches der Abkantpresse bietet.

Das System überträgt Informationen in

Echtzeit an die CNC-Steuerung, die dann

die nötigen Einstellungen vornimmt, um

Bild 5. Die hydraulische

Abkantpresse Tool Cell von LVD

verfügt über einen integrierten Werkzeugwechsler

sowie ein System zur Lagerung der Werkzeuge. Die

Maschine wählt automatisch die für den Auftrag erforderliche

Werkzeugbestückung und platziert diese entsprechend.

den richtigen Winkel zu erzielen. Der Biegeprozess

wird dabei nicht unterbrochen,

sodass keine Produktionszeit verloren geht.

»Mit Easy-Form-Laser ist die Maschine in der

Lage, sich an Schwankungen im Material,

wie Blechdicke, Dehnungshärtung und Körnungsrichtung,

anzupassen und jegliche

Abweichung automatisch zu kompensieren.

Als Ergebnis liefert die Tool Cell beständige

Biegeergebnisse, vom ersten Teil an«, erklärt

LVD.

Und auch der belgische Werkzeugmaschinenhersteller

ist mit den neuen Abkantpressen

bereit für Industrie 4.0. Die Touch-B-

Steuerung verfügt über Symbole, die für die

Kontrolle der Parameter der Maschine und

damit einen effizienten und schnellen

Betrieb genutzt werden. Die Steuerung ist

mit einer zentralen Datenbank verlinkt, in

der alle produktionsrelevanten Daten abgelegt

sind. Damit ist ein fließender, digitaler

Transfer von Produktionsdaten vom Ma -

nagementsystem bis auf die Produktionsebene

möglich.

Energieeinsparung und

Lärmreduzierung durch

Hybridtechnologie

Die horizontale CNC-Biegemaschine wird

zunehmend als roboterunterstützte Biegezelle

verwendet. Damit lassen sich Biegeprozesse

vollautomatisch, flexibel und prozesssicher

abarbeiten. Auch die Stierli-Bieger AG

aus der Schweiz hat sich dieser Aufgabe

angenommen und bietet ihren Kunden mit

der neuentwickelten CNC-Robot-Serie eine

Gesamtlösung aus einer Hand an (Bild 6).

Die Beladung der produzierenden Teile

erfolgt dabei über eine fixe definierte

Ladestation oder ein getaktetes Transport-

Bild 6. Die Tool-Cell-Plus-Abkantpressen der Stierli-Bieger AG verfügen über eine

standardmäßige Öffnungshöhe von 570 mm mit einem Hub von 300 mm. Dies kann bis auf eine

Öffnung von 600 mm und einem Hub von 400 mm erweitert werden.

(Foto: Stierli-Bieger)

stahlmarkt 7.2017


42 K Umformen, Biegen, Richten

(Foto: Stierli-Bieger)

Bild 7. Ob Biegen, Richten oder Ausprägen von Schienen, Zungen oder Herzstücken – eine neue

horizontale Biegemaschine von Stierli-Bieger bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

band. Beim Transportband besteht dabei

der Vorteil, dass das zu biegende Teil direkt

von einer Stanz- oder Sägemaschine übernommen

werden kann.

Die Software wurde so programmiert,

dass sie roboterunabhängig ist. Somit können

Roboter von unterschiedlichen Herstellern

in das Anlagenkonzept integriert

werden. Die Software und die anwenderfreundliche

Teaching-Funktion ermöglichen

zudem eine einfache Programmierung ohne

Roboter-Vorkenntnisse. Die Programmierung

der Biegeteile kann direkt an der

Maschine oder über einen Postprozessor

aus 2-D- oder 3-D-CAD-Daten

automatisch generiert und

per USB oder Netzwerk an

die Maschine übermittelt

werden. Eine automatische

Winkelmessung

sorgt für die notwendige

Prozesssicherheit.

Durch die moderne

Hybridtechnologie wird die

Hydraulik nur bei aktiven

Bewegungen des Biegezylinders

automatisch ein- oder ausgeschaltet.

Daraus resultiert laut Stierli-Bieger

eine Energieeinsparung bis zu 80 %.

Zusätzlich wird die Lärmemission deutlich

reduziert. Nicht zuletzt wurde die Platzierung

des Roboters hinter dem Biegezylinder

von der Konstruktion so gewählt, dass ein

einfacher und schneller Werkzeugwechsel

möglich ist.

Universelle Biege- und

Richtmaschine korrigiert Fehler

beim Biegen

Ob Biegen, Richten oder Ausprägen von

Schienen, Zungen oder Herzstücken – eine

neue horizontale Biegemaschine von Stierli-

Bieger bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

»Die offene Bauweise bringt

nicht nur den Weichenwerken, sondern

auch den Verkehrsbetrieben große Vorteile

in der Fertigung. Durch das doppelseitige

elektro- mechanisch verstellbare Werkzeugsystem

entfällt das Drehen der Schiene

bei der Bearbeitung in beiden Richtungen.

Zusätzlich können die Werkzeuge sehr einfach

und schnell gewechselt werden«,

beschreibt das Unternehmen die Vorteile.

Die neue Schienenbiegemaschine (Bild 7)

kann mit einer manuellen Bedienung oder

mit einer NC/CNC-Steuerung ausgestattet

werden, auf der die Grunddaten einfach

und schnell definiert werden können. »Die

Laser- Messtechnik, die während des Bearbeitungsprozesses

aktiv ist, überprüft bei

jeder Biegung die erreichte Überhöhung.

Die Steuerung macht unmittelbar einen

Ist-Sollwert-Vergleich, um die Rückfederung

mit einer Nachbiegung zu kompensieren.

Somit können Abweichungen wie Walztoleranzen

oder Festigkeitsunterschiede der

einzelnen Profile schon während des Biegeprozesses

korrigiert werden«, heißt es

weiter.

Als Option kann zudem eine Torsionsvorrichtung

an die Standardmaschine angebaut

werden. Diese wird vor allem bei der Aufarbeitung

alter Schienen oder nach dem

Bearbeiten von Zungen benötigt.

Bild 8. Das neue Biege-Hackwerkzeug von Schwarze-Robitec reduziert den Materialverschnitt

und verkürzt die Produktionszeiten.

(Foto: Schwarze-Robitec)

stahlmarkt 7.2017


Biegen und Trennen von großen

Durchmessern in einem Schritt

Das Biegen sowie das finale Abtrennen der

Rohrkomponenten für große Durchmesser

von bis zu 3“ (76 mm) hat die Schwarze

Robitec GmbH kombiniert. Dafür wird die

Trennvorrichtung direkt in das Biegewerkzeug

integriert. »Das macht den Bearbeitungsprozess

wesentlich effizienter und

wirtschaftlicher. Bislang war dies nur für

kleinere Abmessungen möglich. Anwender,

die mit Rohren mit großen Abmessungen

arbeiten, profitieren nun ebenfalls von

einem um bis zu 90 % reduzierten Materialverschnitt

und kürzeren Taktzeiten«,

erklärt das Unternehmen.

Das System der integrierten Hackvorrichtung

von Schwarze-Robitec ist durch die

hohe Material- und Zeitersparnis prädestiniert

für die Fertigung von Teilen in hoher

Stückzahl (Bild 8). Zahlreiche Anwender aus

der Automobil- und Zulieferindustrie nutzen

es bereits. Um die Vorteile auch für Anwendungen

mit Rohrdurchmessern von bis zu

3“ nutzbar zu machen, wurde das Hackwerkzeug

weiter optimiert. »Die Maschinen

realisieren die präzisen Schnitte der Trennvorrichtung

in kürzester Zeit. Gleichzeitig

fällt auch die Materialersparnis sehr hoch

aus: Bislang entstanden bei der Herstellung

von Krümmerrohren je nach Biegesystem bis

zu 100 mm Verschnitt pro Einzelteil. Ein

hoher Kostenfaktor, der mit dem integrierten

Hackwerkzeug deutlich sinkt. Auch die

Bearbeitung längerer Rohreinheiten statt

abgelängter Rohrstücke ist durch den integrierten

Trennvorgang möglich. Dadurch

reduzieren sich zusätzlich die Zeiten für das

Be- und Entladen der Maschine«, benennt

Schwarze-Robitec einige Vorteile der kombinierten

Anlagentechnik.

Mit der neuen Trenntechnologie erhalten

die Komponenten eine saubere Schnittkante

und können sofort weiterverarbeitet werden.

Die Technik bietet sich daher besonders

für die Serienproduktion an, beispielsweise

in der Automobilbranche oder der Zulieferindustrie.

Gerade dort spielen die Einsparungen

von Ressourcen und Zeit eine große

Rolle. Die kontrollierte Spanabfuhr hält die

beim Trennvorgang entstehenden Späne

von der Maschine weitestgehend fern. Die

neue Steuerung ermöglicht laut Schwarze-

Robitec Schnitte bei jedem Biegewinkel zwischen

0 und 90° und fügt diese einfach in

stahlmarkt 7.2017

das Biegeprogramm ein. Die Trennvorrichtung

bearbeitet dabei alle gängigen Materialien

– darunter auch aluminisierte Stähle

oder schwer zerspanbare Werkstoffe wie

Chrom-Nickel-Stähle.

Exakte Messdaten für

das Rohrbiegen

Korrekte und nachvollziehbare Messdaten

sind für den Biegeprozess unabdingbar. Dies

gilt auch für das Rohrbiegen. Um das Messen

auch in engen Räumen einfacher zu

machen, hat die transfluid Maschinenbau

GmbH gemeinsam mit einem Partner das

System t-control entwickelt – ein drahtloses

System zur Vermessung von Rohren und

Verbindungselementen wie Flanschen

(Bild 9).

»Das System misst über ein exakt festgelegtes

Lichtmuster, das eine oder mehrere

Kameras beobachten. Diese bestimmen

dann die Position und Orientierung des

Lichtmusters im Raum. Auf diese Weise können

die gewünschten Rohrdaten erfasst

werden. Über entsprechende Schnittstellen

ist der Datenaustausch mit CAD und der

transfluid-Biegesoftware t-project möglich

sowie die direkte Einbindung der Rohrbiegemaschine

in den Prozess«, beschreibt

transfluid den Prozess.

Das t-control ist portabel, sorgt für hohe

Präzision im Messraum und kann für den

Baustelleneinsatz vor Ort genutzt werden,

heißt es weiter. Geeignet ist es insbesondere

für den Maschinen- und Anlagenbau, die

Hydraulik und den Schiffbau.

»Wichtig bei der gemeinsamen Entwicklung

war uns die starke Leistung des Ge -

samtsystems: Messen, digitale Dokumentation

und Datenbearbeitung sowie die

Biegeumsetzung. Aber auch die einfache

Bedienung und die schnelle Verfügbarkeit

von t-control zum Messen sind natürlich

wichtige Faktoren für die Praxis«, so Stefanie

Flaeper, Geschäftsführerin bei transfluid.

Eine Kalibrierung ist nicht notwendig.

Das System sei innerhalb von 5 min startklar

– mit bis zu 20 m Messleistung. Die

Umsetzung erfolgt dabei je nach Anforderungen

über taktiles Messen mit Standardmess

tastern oder mit einer Rohrmessgabel.

»Zusätzlich zu den Kontrollmessungen

von Bauteilen können auch Materialkorrekturwerte

für die transfluid-Rohrbiegema-

Ihre Spezialisten für

Schneiden und Richten

Wir haben Ihre individuelle Lösung für

höchste Schnittqualität, präzise Wickeltechnik

und beste Richtergebnisse.

Längsteilanlagen

Streck-Biege-Richtanlagen

Verpackungsanlagen

Verlegespuler

Richtmaschinen

Querteilanlagen

Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an.

Wir sind gerne für Sie da.

Burghardt+Schmidt GmbH

Raiffeisenstr. 24, D-75196 Remchingen

Tel. +49 7232 3661-0

info@b-s-germany.de

SCHNUTZ GmbH

Siegstr. 75–77, D-57076 Siegen

Tel. +49 271 25062-0

info@schnutz.com

www.b-s-germany.de | www.schnutz.com

QUALITÄT

Made in Germany


44 K Umformen, Biegen, Richten

(Foto: transfluid)

Bild 9. Mit dem drahtlosen System t-control von transfluid können Rohre und

Verbindungselemente wie Flansche einfach direkt vor Ort vermessen werden.

schinen t-bend erfasst werden. Und im

Bereich des Reverse Engineering lassen sich

sehr einfach bestehende Geometrien vermessen,

um diese exakt zu reproduzieren«,

benennt transfluid weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Von der Biegeautomation über das Werkzeugmanagement,

das Antriebskonzept und

die Vernetzung der Prozessabläufe bis hin

zur Messdatenerfassung haben die Maschinenhersteller

vielfältige und passgenaue

Anlagenkonzepte für die Anforderungen der

Kunden entwickelt. So können Biegeprozesse

heute nicht nur effizient und qualitativ

hochwertig, sondern auch kostenbewusst

und ergonomisch gestaltet werden. K

(sm 170705136)

«

IN DIESEM FACHBEITRAG WERDEN PRODUKTE/LEISTUNGEN FOLGENDER UNTERNEHMEN ANGESPROCHEN:

Bystronic Group

Industriestraße 21

3362 Niederönz

Schweiz

Tel. +41 62 9563333

www.bystronic.com

LVD Company n.v.

Nijverheidslaan 2

8560 Gullegem

Belgien

Tel. +32 56 430511

www.lvdgroup.com

Safan Darley

Kwinkweerd 11

7241 CW Lochem

Niederlande

Tel. +31 573 222222

www.safandarley.com

Schwarze-Robitec GmbH

Olpener Straße 460 – 474

51109 Köln

Tel. +49 221 89008-0

www.schwarze-robitec.com

Stierli-Bieger AG

Schellenrain 1

6210 Sursee

Schweiz

Tel. +41 41 9202055

www.stierli-bieger.com

transfluid Maschinenbau GmbH

Hünegräben 20 – 22

57392 Schmallenberg

Tel. +49 2972 9715-0

www.transfluid.de

L KURZMELDUNGEN

ZUSAMMENARBEIT

INTENSIVIERT

Düsseldorf. Im Rahmen des 28. Deutschen

Ingenieurtages haben bauforumstahl e.V. und der

Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) eine Ko -

operationsvereinbarung zur engeren Vernetzung

unterzeichnet. Die Kooperation zielt darauf hin,

dass die deutsche Bauwirtschaft und die hier tätigen

Ingenieure von den Synergien der Kooperationspartner

profitieren. Insbesondere werden der

technisch-wissenschaftliche Austausch und die

wechselseitige Unterstützung zwischen bauforumstahl

und dem VDI-Fachbereich Bautechnik

vereinbart. Konkret soll dies durch die inhaltliche

Abstimmung von technischen Publikationen und

Regeln, wie BIM-Richtlinien (BIM – Building Information

Modeling), und den Abgleich oder die

gemeinsame Erarbeitung von Positionen zu politischen,

gesellschaftlichen und gesetzgeberischen

Entwicklungen geschehen.

www.bauforumstahl.de

K

/

eb/WS(JP)/SE/ (sm 170705126)

ARBEITSMINISTER DER

G20-STAATEN BESUCHTEN

ANDERNACH

Essen. Bei thyssenkrupp in Andernach informierten

sich die Arbeitsminister der G20-Staaten kürzlich

über »Duale Ausbildung« in Deutschland. Die

Minister hatten sich in Bad Neuenahr auf Einladung

von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles

im Vorfeld des G20-Gipfels getroffen. Daran nahm

auch EU-Kommissarin Marianne Thyssen teil.

Ein wichtiges Thema der deutschen G20-Präsidentschaft

sind die Flüchtlingsströme. Daher

informierten sich die Fachminister bei ihrem Werkbesuch

am Beispiel des thyssenkrupp Programms

»we.help« auch über die Integrationsaktivitäten

der deutschen Industrie: »Zugang zum Arbeitsmarkt

ist für jeden Menschen, der dauerhaft in

Deutschland bleiben möchte, extrem wichtig«,

sagte Oliver Burkhard, Personalvorstand der

thyssen krupp AG.

www.thyssenkrupp.com

K

/

eb/Ws(Jp)/SE/Jp (sm 170705124)

CHINESISCHER DESIGN-AWARD

Essen. Noch bis zum 25. Juli 2017 können Hersteller

und Designer aus der ganzen Welt an dem

Wettbewerb China Good Design teilnehmen, der

gut gestaltete Produkte chinesischer und internationaler

Unternehmen auf dem chinesischen

Markt sichtbar macht. Eine Jury bewertet dazu

alle nominierten Einreichungen im südchinesischen

Xiamen und zeichnet die Besten auf der

»Xiamen International Design Week – Red Dot in

China« vom 3. bis 5. November 2017 im International

Conference and Exhibition Center in Xiamen

mit dem China Good Design Award aus. Die

Preisträger profitieren u. a. von umfangreichen

Kommunikationsmaßnahmen.

www.chinagooddesignaward.com K

/

eb/WS(Jp)/SE/Jp (sm 170705122)

stahlmarkt 7.2017


Umformen, Biegen, Richten K 45

L KURZMELDUNGEN

MERKEL BESUCHTE ReDI SCHOOL

OF DIGITAL INTEGRATION

Duisburg/Berlin. Bundeskanzlerin Dr. Angela

Merkel besuchte Ende April die ReDI School of

Digital Integration in ihren neuen Räumen bei

Kloeckner.i, der Digitalheinheit von Klöckner & Co,

in Berlin.

Im Rahmen des Treffens wollte sich die Bundeskanzlerin

über die Arbeit der ReDI School informieren.

In der gemeinnützigen Schule lernen Geflüchtete

kostenfrei Programmieren oder erweitern ihre

bereits bestehenden Programmierkenntnisse.

Geleitet wird der Unterricht von ehrenamtlichen

Entwicklern und Programmierern aus IT-Unternehmen

und Start-ups. Die ReDI School vernetzt

zudem ihre Absolventen mit interessierten Unternehmen

und Start-ups, um ihnen den Berufseinstieg

bzw. -wiedereinstieg zu erleichtern. Unterstützt

wird die Schule von Partnern aus der Wirtschaft

– wie dem Hauptsponsor Klöckner & Co.

www.kloeckner.com

K

/

WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705073)

HAFTUNG DES LIEFERANTEN

FÜR EIN- UND AUSBAUKOSTEN

Düsseldorf. Der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS AG) kritisiert gemeinsam mit

anderen Wirtschaftsverbänden das Gesetz zur

verschuldensunabhängigen Haftung des Lieferanten

für Ein- und Ausbaukosten, das am 1. Januar

2018 in Kraft tritt. Dadurch wird die Haftung des

Verkäufers deutlich verschärft und gilt auch für

Kosten des Austausches von Anbringungen wie

Farbe oder Dachrinnen, die aufgrund von Mängeln

ersetzt werden müssen. Dies geht stark über

die derzeitige Haftung des Verkäufers hinaus –

dieser muss bisher nur für Aus- und Einbaukosten

oder Folgekosten aus der Lieferung mangelhafter

Ware haften, wenn ihn ein Verschulden trifft.

Der BDS und andere Verbände sehen hierin

eine unzumutbare Belastung des Handels. Der

Gesetzgeber hat an der im Koalitionsvertrag enthaltenen

Forderung einer Haftungsverschärfung

festgehalten, um Handwerker und kleine Bauunternehmer

zu entlasten. Jedoch ist das neue

Gesetz nicht auf Lieferungen an diese Gruppen

beschränkt, sodass von der Verschärfung zulasten

des Verkäufers auch die Bauindustrie und andere

Industriezweige profitieren.

www.stahlhandel.com

K

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eb/WS(Jp)/SE/Jp (sm 170705074)

NEUES TOOLKIT FÜR DIE

ISO 9001:2015 / ISO 14001:2015

Köln. Lloyd‘s Register hat ein unterstützendes

Toolkit entwickelt, um Unternehmen bei der

Umstellung der neuen Normenversionen ISO

9001:2015 und ISO 14001:2015 optimal zu unterstützen.

Es werden Wege aufgezeigt, wie sich

Unternehmen individuell, bestmöglich auf die

neuen Normen vorbereiten können. Die Module

Gap-Analyse, Workshops, Training und schließlich

Auditierung werden in einen Gesamtzusammenhang

eingeordnet und geben einen informativen

Überblick über die verschiedenen Module. So

kann das Unternehmen das individuell Passende

erkennen und die Bedarfsplanung optimieren.

Darüber hinaus werden Neuerungen der beiden

Normen anschaulich in Form einer Gegenüberstellung

(ISOmeter) dargestellt, sodass man

schnell die wesentlichen Änderungen sofort

erkennen und einordnen kann. Das Paket kann

kostenlos angefordert werden:

Info@LRQA.de oder

Tel. +49 221 96757700

www.LRQA.de

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705070)

ELEKTROMOBILITÄT MIT STAHL-

LEICHTBAU UND HIGHTECH

Bochum. Als viersitziges Sportcoupé mit offizieller

Straßenzulassung entwickelt, beweist der

thyssenkrupp-blue.cruiser, dass Elektromobilität

auch emotional begeistert. Zum dritten Mal fließt

im Rahmen der Forschungskooperation der Hochschule

Bochum zusammen mit der thyssenkrupp

AG die Technologiekompetenz des Konzerns mit

in die Entwicklung ein. Noch nie steckten in einem

SolarCar, das an der World Solar Challenge in Australien,

die Weltmeisterschaft der Solarmobile,

teilnehmen wird, so viele Leichtbau-Elemente und

automobile Hightech-Komponenten wie im neuen

Fahrzeug der Hochschule Bochum. Der Werkstoff

Stahl kommt in noch größerem Maße zum Einsatz,

z. B. beim Überrollkäfig für die Fahrerkabine und

bei den eigens für das SolarCar gefertigten Felgen,

aber auch in Form der Rücksitzbank aus

einem Stahl-Polymer-Sandwichmaterial. Daneben

kommen Komponenten u. a. von thyssenkrupp

Bilstein, thyssenkrupp Presta und thyssenkrupp

Magnettechnik zum Einsatz.

Nur wer ohne größere Pannen die 3.000 km der

World Solar Challenge von Darwin nach Adelaide

überwindet, hat eine Chance, überhaupt in die

Wertung zu kommen. Genauso wichtig ist die

Strategie, die mithilfe einer eigens programmierten

Software die optimale Geschwindigkeit ausrechnet.

Sechs Tage nach dem Start soll Adelaide

erreicht werden. Die letzten Punkte werden im

Ziel vergeben, wenn eine Expertenjury den deutschen

Sonnenwagen unter die Lupe nimmt.

www.bosolarcar.de

K

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eb/WS(Jp)/SE/Jp (sm 170705123)

5.000 € FÜR INSTITUT FÜR UM -

FORMTECHNIK UND LEICHTBAU

Düsseldorf. Die beiden internationalen Fachmessen

für Draht, Kabel und Rohre, wire und Tube,

verzeichneten im April 2016 über 2.500 ausstellende

Unternehmen – Grund genug, Innovationen

in Forschung und Lehre dort zu unterstützen, wo

sie entstehen: an den Universitäten und Forschungseinrichtungen,

die sich mit diesen Themen

befassen.

So unterstützte die Messe Düsseldorf zusammen

mit der International Tube Association (ITA)

als Trägerverband der Tube Düsseldorf und ihrer

weltweiten Satelliten, dann das Institut für Um -

formtechnik und Leichtbau der Technischen Universität

Dortmund mit einem Scheck über 5.000 €.

Diesen kann die Fakultät gut für Forschung und

Entwicklung in diesem Bereich einsetzen. K

eb/WS(hp)/SE/Jp (sm 170104444)

stahlmarkt 7.2017


46 K Umformen, Biegen, Richten

Experte für Richten und

Entgraten öffnete die Türen

Von Annedore Bose-Munde*

Baden-Baden. Die diesjährigen Infotage Richten + Entgraten, zu denen

Arku vom 15. bis 19. Mai nach Baden-Baden eingeladen hatte, standen

im Zeichen von 50 Jahren Richttechnik. So präsentierte das Unternehmen

sowohl einen Rückblick auf die eigene Geschichte als auch die

umfangreiche Produktpalette und die Umsetzungskonzepte für die

vernetzte Industrie.

Zahlreiche Besucher aus dem In- und

Ausland waren gekommen, um sich an den

fünf Infotagen über Neuentwicklungen und

bewährte Techniken der Arku Maschinenbau

GmbH in Baden-Baden zu informieren.

Neben Live-Vorführungen am Exponat standen

Rundgänge durch den Maschinenpark

auf dem Programm. Vor Ort standen zudem

mehrere Maschinen für Tests mit eigenen

Teilen zur Verfügung.

Erstmals wurde eine dreifach verkettete

Linie gezeigt, die sämtliche Prozessschritte

vom Entgraten über das Richten bis hin zur

Ebenheitskontrolle abdeckt. Bei der präsentierten

Komplettlinie aus drei hintereinander

geschalteten Aggregaten handelt es sich um

eine Konstruktion, die ein Arku-Kunde be -

reits erfolgreich nutzt.

Komplette Prozesskette abgebildet

Kernkomponenten sind eine Entgratmaschine,

eine Präzisionsrichtmaschine und ein

automatisches Ebenheitskontrollsystem.

Damit werden die wesentlichen Prozessschritte

der Materialvorbereitung in einer

Linie abgedeckt. »Der Edge Breaker 2000

Plus entgratet und verrundet Bleche beidseitig,

im Flat Master 55 80 werden diese zu

ebenen und nahezu spannungsfreien Blechen

und das integrierte automatische Kontrollsystem

Flat Jack prüft anschließend die

Ebenheit der Zuschnitte. Sämtliche Maschinen

laufen vollautomatisch und sind dank

übergeordneter Schnittstelle aufeinander

abgestimmt. Der zentrale Rechner – ein variables

Kunden-Interface – ermöglicht die

Kommunikation der Aggregate untereinander.

So lassen sich bei Störungen Maschinen

zeitnah abschalten, ohne die Produktion zu

beeinträchtigen«, beschreibt Albert Reiss,

geschäftsführender Gesellschafter bei Arku,

den Funktionsumfang der Anlage.

Doch die Linie verdeutliche auch den Portfolioausbau

des Unternehmens. »Jede Ma -

schine markiert einen Meilenstein unserer

Unternehmensgeschichte. Vor genau 50

Jahren verkaufte Arku die erste Präzisionsrichtmaschine.

Seither haben wir unsere Ex -

pertise in diesem Bereich vertieft«, erklärte

Reiss. So sei die 2005 entwickelte hydraulische

Präzisionsrichtmaschine Flat Master, die

Dank hydraulischem Überlastschutz Überlastspitzen

zuverlässig abfängt, das Ergebnis

von jahrzehntelanger Erfahrung im Richten

von Blechen. Mit der Vorstellung der Entgratmaschine

Edge Breaker sei dann 2015

ein wichtiger Prozessschritt in der Kanten-

Flat Jack: automatische

Ebenheitskontrolle

direkt an der

Richtmaschine.

Vom Richten bis zur

Ebenheitskontrolle: Anlässlich der

Infotage zeigte Arku erstmals eine

dreifach verkettete Linie.

(Fotos: Arku)

* Dipl.-Ing. Annedore

Bose-Munde ist Fachredakteurin

für Wirtschaft und

Technik in Erfurt,

www.bose-munde.de

stahlmarkt 7.2017


Umformen, Biegen, Richten K 47

Der Edge Racer ermöglicht ein ein- oder beidseitiges Entgraten und eine anwenderdefinierte

Kantenverrundung mit reproduzierbaren Ergebnissen.

bearbeitung gefolgt. »Die Anlage befreit

Bleche beidseitig von Unebenheiten und

sorgt für glatte Teile. Und seit 2016 steht mit

dem Ebenheitskontrollsystem Flat Jack eine

Technik zur Verfügung, mit der bereits

gerichtete Zuschnitte zehntelmillimetergenau

kontrolliert werden können«, heißt es

weiter.

Automatisierung und vernetzte

Prozesse im Fokus

Etwa 100 Maschinen und Anlagen baut

Arku pro Jahr. Der Schwerpunkt liegt dabei

auf Richtmaschinen. Um noch besser auf die

Kundenwünsche eingehen zu können, hat

das Unternehmen mit mehreren Richt- und

Entgratzentren das Dienstleistungsangebot

erweitert. In den Richt- und Entgratzentren

Baden-Baden, Kunshan (China) und Cincinnati

(USA) sowie im Richtzentrum bei der

Arku-Vertretung Bilol in Istanbul (Türkei)

können Kunden sich sowohl über Eckdaten

der Maschinen informieren, als auch die

Bearbeitung eigener Teile austesten. »Die

Kunden möchten sehen, was unsere Anlagen

bei ihren Teilen bewirken können. Und

auch wir lernen auf diesem Weg mehr über

die Kundenanforderungen und die spezifische

Umsetzung«, erklärte Marcus Bartle,

Geschäftsführer bei Arku.

Auch das Thema Automatisierung spielt

für den Maschinenbauer mit Blick auf Industrie

4.0 eine große Rolle. »In der Blech verarbeitenden

Industrie sind vernetzte Prozesse

zunehmend ein fester Bestandteil der

Prozesskette und hierfür müssen wir passende

Lösungen anbieten. Unsere Anlagen lassen

sich deshalb nahtlos verketten. Dadurch

ermöglichen sie ein effizientes Richten und

Entgraten in einem durchgängigen Prozess«,

so Bartle.

Für die Kunden ergeben sich daraus laut

Arku zahlreiche Vorteile: Nachgelagerte

Arbeiten wie Schweißen oder Lackieren

erfolgen mit hoher Qualität und die Hersteller

profitieren von reproduzierbaren Messergebnissen.

Dafür sorgen die programmierbaren

Steuerungen aller Aggregate. Diese

speichern Prozessparameter, die sich bei

Bedarf wieder abrufen lassen. Auch kürzere

Zykluszeiten seien dank der Komplettlinie

möglich. So reduziere das automatisierte

Ebenheitskontrollsystem Flat Jack aufwendige

Messungen nach dem Richten.

»

Unsere Anlagen lassen sich nahtlos

verketten. Dadurch ermöglichen

sie ein effizientes Richten und

Entgraten in einem durchgängigen

Prozess.

Albert Reiss, geschäftsführender

Gesellschafter bei Arku.

Passgenaue Techniken für differenzierte

Kundenanforderungen

Coilanlagen sind das größte Geschäftsfeld,

das der Maschinenbauer bearbeitet. Realisiert

werden dabei schlüsselfertige Pressenvorschub-,

Querteil- und Stanzanlagen für

die flexible Blechbearbeitung in allen Größenordnungen

sowie Bandvorbereitungsablagen

für Profilierer. Durch ein Baukastensystem

ist eine flexible Anlagenkonzeption

möglich und damit die Anbindung an jede

Presse.

Insbesondere bei der Verarbeitung von

Tafel- oder Coilmaterial kommt es oft schon

nach den ersten Bearbeitungsschritten zu

Unebenheiten im Material, wodurch eine

problemlose Weiterverarbeitung nicht möglich

ist. Durch die Bearbeitung mit Hochleistungsrichtmaschinen

werden diese genutzten

Materialien wieder eben und spannungsarm

und sind so für Folgearbeiten

besser einsetzbar.

»Richten ist unsere Kernkompetenz, das

machen wir seit 50 Jahren«, so Albert Reiss.

Über 400 Kurzbauformen hat das Unternehmen

weltweit in Presswerken realisiert.

Grundsätzlich wird durch die Anlagentechnik

die gesamte Welt des Blechs abgedeckt,

auch hochfeste Materialien.

2015 führte Arku seine Produktlinie der

Entgratmaschinen ein. Die verschiedenen

Modelle entgraten und verrunden verschiedenste

Teile und Materialien und sind eine

Reaktion auf die Bedürfnisse der Kunden.

stahlmarkt 7.2017


48 K Umformen, Biegen, Richten

Gerade mit Blick auf zunehmend steigende

Qualitätsanforderungen sei Entgraten ein

Megatrend, erklärte Reiss. Dies würde sich

auch in steigenden Verkaufszahlen für die

Arku-Entgratmaschinen widerspiegeln.

Kundenzufriedenheit ist Fundament

für stabile Zusammenarbeit

Das Unternehmen, das 1928 als Blechnerei

gegründet wurde und 1956 mit dem Bau

von Blechartikeln startete, wird heute als

Familienunternehmen in der dritten Generation

geführt. Im Jahr 2016 erwirtschaftete

Arku mit 200 Mitarbeitern weltweit einen

Umsatz von 53 Mill. €. »Wir sind der Größte

von den Kleinen«, erklärte Gesellschafter

Albert Reiss und verwies darauf, dass

immerhin seit bereits 50 Jahren die Herstellung

von Präzisionsrichtmaschinen einen

wichtigen Bestandteil des Portfolios ausmacht.

1967 fertigte Arku die erste Präzisionsrichtmaschine

und entwickelte sich

von daher kontinuierlich zum anerkannten

Maschinenbauer. Erste Kunden waren Stahl-

Service-Center in den Niederlanden, die

Uhrenindustrie in der Schweiz und die

Schreibmaschinenindustrie.

Ein Punkt, der in dieser Entwicklung über

die Jahre eine wichtige Rolle spielt, ist die

Kundenzufriedenheit. Diese wird regelmäßig

bei der für Inbetriebnahme von Neumaschinen

und bei Reparaturaufträgen hinterfragt.

Im Fokus der Auswertung stehen die

Einsatzvorbereitung, die Qualität der Ausführung,

die Qualifikation des Personals, die

termingerechte Durchführung, die Erreichbarkeit

sowie das Preis-Leistungsverhältnis

und Qualität und Freundlichkeit.

www.arku.de

K

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(sm 170705133)

L KURZMELDUNGEN

SMARTE STRUKTURMATERIALIEN

FÜR MEHR SICHERHEIT

Düsseldorf. Die Volkswagen Stiftung fördert

die Entwicklung intelligenter Materialsysteme

am Max-Planck-Institut für Eisenforschung mit

100.000 €. Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Ein Fahrzeug stößt frontal gegen einen Passanten.

Doch statt mit voller Festigkeit auf ihn zu prallen,

verändert sich die Frontpartie des Fahrzeugs in

einem Sekundenbruchteil und wird so weich, dass

sowohl dem Passanten als auch den Fahrzeuginsassen

kaum etwas passiert. Würde das gleiche

Fahrzeug jedoch gegen einen Baum krachen, so

erhöht die Karosserie ihre Festigkeit und die Insassen

sind noch besser geschützt als bisher.

Dieses Szenario klingt zwar wie Science Fiction,

soll aber durch die aktuelle Forschung von Dr.

Christoph Kirchlechner vom Düsseldorfer Max-

Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) in naher

Zukunft Realität werden. Die Volkswagen Stiftung

fördert diese bahnbrechende Idee mit 100.000 €

innerhalb ihres Programms »Experiment!«.

In der Anfangsphase des Projektes wird sich

Kirchlechner auf kleinste Materialproben und

Dünnschichten konzentrieren, um ohne großen

Aufwand im Labormaßstab ausreichend starke

elektrische und magnetische Felder erzeugen zu

können. Getestet wird das Materialkonzept an

Aluminiumlegierungen, Stahl und an Hartstoffschichten.

www.mpie.de

K

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AUTOFARBE DES JAHRES

IST GALLANT GRAY

Clinton Township. Axalta Coating Systems,

ein führender Anbieter von Flüssig- und Pulverlacken,

gibt seine Autofarbe des Jahres 2017 be -

kannt: Gallant Gray. Diese Farbe wird von blauen

und silbernen Flakes aufgewertet, die für einen

Glitzereffekt und dunkle Untertöne sorgen und

dem Decklack so mehr Fülle und Eleganz verleihen.

Die Farbe steht ein Jahr lang im Mittelpunkt

einer Reihe von Veranstaltungen.

www.axaltacs.com

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 170304570)

WS(hp)/SE/ (sm 170104455)

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stahlmarkt 7.2017


Umformen, Biegen, Richten K 49

L KURZMELDUNGEN

IN DIE BANDPRODUKTION

INVESTIERT

Werdohl. VDM Metals plant den Ausbau der

Bandproduktion am Standort Werdohl. Hierzu

investiert das Unternehmen rd. 21 Mill. € in eine

neue Blankglühanlage. Zusätzlich sind umfangreiche

Baumaßnahmen wie ein Hallenneubau und

ein Ofenturm erforderlich, die 2019 fertiggestellt

werden sollen. Notwendig ist diese Investition,

weil die aus dem Jahr 1977 stammende Anlage in

die Jahre gekommen ist. Dr. Niclas Müller, Vorsitzender

der Geschäftsführung, sagt: »Mit der neuen,

modernen Anlage werden wir höchsten Qualitätsanforderungen

aus allen Anwendungsbereichen

der Industrie gerecht.«

Durch die Erneuerung der Blankglühanlage

wird das Unternehmen seine Produktionskapazität

um 30 % erhöhen und das Portfolio im Bereich

Band erweitern. Bänder werden dann mit einer

Breite von 350 bis 830 mm und einer Dicke von

0,40 bis 4 mm angeboten. Das Coilgewicht wird

ebenfalls erhöht.

www.vdm-metals.com

K

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eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170605018)

VERNETZTE LKW:

PARTNERSCHAFT ZUM

AUTONOMEN FAHREN

München. Mit DB Schenker und MAN arbeiten

erstmals ein Logistikkonzern und ein Fahrzeughersteller

gemeinsam an der Entwicklung vernetzter

Lkw-Kolonnen für die Logistik. Einen

Kooperationsvertrag für die auch als Platooning

bekannte Technik unterzeichneten beide Unternehmen

kürzlich.

Erstmals werden Lkw-Kolonnen im Regelbetrieb

von DB Schenker über mehrere Monate im

realen Straßenverkehr getestet. In der im Frühjahr

2018 beginnenden Testphase werden die Platoons

auf dem »Digitalen Testfeld Autobahn« auf

der A 9 zwischen den DB-Schenker-Niederlassungen

München und Nürnberg zum Einsatz bringen.

»Vernetztes und Autonomes Fahren wird den

Transport der Zukunft revolutionieren«, so Ewald

Kaiser, Chief Operating Officer Freight bei DB

Schenker.

www.dbschenker.com

K

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eb/WS(Jp)/SE/Jp (sm 170705100)

EHEMALIGES ZECHENGELÄNDE

SOLL EIN PARK WERDEN

Duisburg. Neue Perspektiven für den Duisburger

Norden und seine Bürger: Die Stahlsparte von

thyssenkrupp und die Stadt Duisburg planen

gemeinsam die Weiterentwicklung einer Fläche

der ehemaligen Zeche Friedrich Thyssen. Aus dem

Gelände von »Schacht 2/5« wird dann der »Friedrich-Park«.

Durch dieses städtebauliche Großprojekt

entstehen zwischen den Stadtteilen Marxloh

und Fahrn auf rd. 25 Hektar eine weitläufige

Grünfläche, die gut verbunden ist mit den bereits

vorhandenen öffentlichen Grünanlagen, sowie ein

Gewerbegebiet. Im Zuge dieser zukunftsweisenden

Maßnahme soll auch eine Umgehungsstraße

von der Autobahn A 59 kommend, die sogenannte

»Süd-West-Querspange Hamborn/Walsum«,

gebaut werden. Nach erfolgter Bürgerbeteiligung

sowie Abschluss des Bauleitplan-Verfahrens

könnte 2018 mit den ersten Maßnahmen zur

Umgestaltung des gesamten Brachgeländes

begonnen werden.

www.thyssenkrupp-steel.com K

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WS(hp)/SE/Jp (sm 161204358)

INTERKULTURELLE

BERUFSVORBEREITUNG

Dillingen/Völklingen. Eine Ausbildung ist ein

entscheidender Faktor bei der Integration von

jungen Flüchtlingen, und auch für hiesige, sogenannte

»unversorgte Jugendliche« eine Chance,

den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.

Deshalb hat die Stahlstiftung Saarland gemeinsam

mit vier weiteren Partnern das Programm

»Berufseinstiegsmaßnahme der saarländischen

Stahlindustrie 2.0« (BEST 2.0) initiiert. Ziel ist die

Verbesserung der Einstiegsvoraussetzungen in

eine Ausbildung.

Die Teilnehmer sind maximal 25 Jahre alt und

haben eine zweiwöchige Eignungsanalyse zur

Bestimmung des Leistungsstands durchlaufen. Bis

Mitte Juli 2017 erlernen die Teilnehmer die Grundlagen

in der Elektro-, Metall- und Verfahrenstechnik.

Prüfungen am Ende eines jeden Lernmoduls

und Begleitung durch Mitarbeiter der Verbundausbildung

Untere Saar e.V. (VAUS) flankieren die

Maßnahme. Finanziert wird diese durch die

Stahlstiftung Saarland und die Agentur für Arbeit

Saarland.

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WS(hp)/SE/Jp (sm 161204354)

BAUFORUMSTAHL ÜBERTRÄGT

ENTWURFSHILFE IN ENGLISCHE

SPRACHE

Düsseldorf. Im Online-Portal von bauforumstahl

finden Interessierte seit März 2016 eine

Entwurfshilfe zum Einsatz von feuerverzinkten

Bauteilen im Stahl- und Verbundbrückenbau zum

kostenfreien Download. In dieser sind wesentliche

Grundlagen zum Stückverzinken unter Berücksichtigung

der neuesten Forschungsergebnisse

praxisgerecht aufbereitet. Die Broschüre ist auch

im Ausland nachgefragt und wurde nun ins Englische

übersetzt.

www.bauforumstahl.de/

korrosionsschutz

K

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eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170404637)

NEUE APP ZEIGT AKTUALITÄT

VON NORMEN AN

Berlin. Mit der neuen Beuth-App NORM2GO

können sich Nutzer von DIN-Normen in Sekundenschnelle

anzeigen lassen, ob eine DIN-Norm

noch gültig ist. Für den Check wird einfach der

Barcode auf der Titelseite einer DIN-Norm ge -

scannt. Die App prüft das Dokument und zeigt

sofort an, ob die Norm noch aktuell oder bereits

zurückgezogen ist. Historische DIN-Normen werden

in der Regel durch Folge-Dokumente ersetzt.

NORM2GO zeigt auch die aktuelle Version an.

NORM2GO kann kostenfrei bei Google Play (An-

droid) oder App Store (iOS) heruntergeladen werden.

www.beuth.de/go/norm2go.

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 170504864)

MAX-PLANCK-WISSENSCHAFTLER

AUSGEZEICHNET

Düsseldorf. Dr. Christoph Kirchlechner, Leiter

der Gruppe »Nano-/Mikromechanik von Materialien«

am Max-Planck-Institut für Eisenforschung

(MPIE) in Düsseldorf, wurde mit dem wichtigsten

deutschen Nachwuchspreis, dem Heinz-Maier-

Leibnitz-Preis 2017 der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) ausgezeichnet. Der gebürtige

Österreicher Kirchlechner arbeitet seit 2013 am

MPIE und beschäftigt sich mit den mechanischen

Eigenschaften von Materialien auf der Nano- und

Mikroebene. Er und sein Team fertigen Proben mit

einer Größe von wenigen Mikrometern, also

einem Bruchteil eines menschlichen Haares, an.

Anschließend untersuchen die Wissenschaftler

das Verformungsverhalten dieser Proben und setzen

dies in Zusammenhang mit der Art und Anzahl

atomarer Defekte. Weltweit einzigartig an seiner

Arbeit ist die Methodik, die es ihm ermöglicht die

Bildung atomarer Defekte »live« zu verfolgen und

zu beschreiben. Das derzeit untersuchte Materialspektrum

ist sehr breit und umfasst hochmoderne

Konstruktionswerkstoffe für den Automobilbau

sowie Funktionswerkstoffe der Mikroelektronik,

die für zukünftige Generationen von Speicherkarten

und Computerchips weiterentwickelt werden.

www.mpg.de

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 170404795)

stahlmarkt 7.2017


50 K Edelstahl

(Foto: Berndorf Metall- und Bäderbau)

Edelstahl Rostfrei in Schwimmbädern

Von Ulrich Heubner 1) und Hans-Peter Wilbert 2)

Die umfangreiche Verwendung von Edelstahl Rostfrei bei Bau, Sanierung

und Einrichtung von Schwimmbädern ist neben der hohen Korrosions- und

Verschleißbeständigkeit dieser Werkstoffgruppe eine Folge der überlegenen

hygienischen Eigenschaften. Verbunden mit einem vergleichsweise

geringen Inspektions- und Reinigungsaufwand vermitteln nichtrostende

Stähle ein beständiges Gefühl von Dauerhaftigkeit und Sicherheit.

Nichtrostende Stähle gewinnen durch

ihre Vielseitigkeit bei Bau, Sanierung und

Einrichtung von Schwimmbädern seit mehreren

Jahren zunehmende Bedeutung. Ihre

umfangreiche Verwendung betrifft sowohl

Becken und Beckenauskleidungen als auch

An- und Einbauteile innerhalb und außerhalb

des Beckenwassers. Bevorzugte An -

wendungsbereiche hierbei sind z. B. Leitern,

Treppen, Geländer, Sprunganlagen, Unterwasserscheinwerfer,

Schwimmbadattraktionen

und Installationseinrichtungen sowie

auch Verankerungen und Befestigungen

1)

Nickel Institute, Werdohl

2)

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, (ISER) Düsseldorf

Die Ausführungen basieren auf dem ISER-Merkblatt

831, das kostenfrei bei der Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei, E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de, angefordert

werden kann.

u. a. für den Holz- und Betonfertigteilbau.

Zur Sicherstellung der positiven Eigenschaften

der nichtrostenden Stähle ist in Abhängigkeit

von den Einsatzbedingungen die

richtige Wahl von Werkstoffsorte, Oberfläche,

Bauweise und Reinigungstechnik eine

wesentliche Voraussetzung.

Edelstahl Rostfrei

im Beckenwasser

Für die Korrosionsbeständigkeit der nichtrostenden

Stähle als Becken und Beckenauskleidung

ist der Chloridionengehalt des

Beckenwassers eine maßgebliche Ausgangsgröße.

Aus hygienischen Gründen

müssen öffentliche Schwimm- und Badebeckenwässer

aufbereitet werden. Gemäß DIN

19643 geschieht dies u. a. durch Chlorung.

Dabei sind aber auch Verfahrenskombinationen

mit Festbett- und Anschwemmfiltern,

Ozonung und Ultrafiltration möglich.

Wird das Wasser gechlort, wird dessen korrosive

Aggressivität erhöht, denn Chlor ist

ein starkes Oxidationsmittel.

Die molybdänfreien nichtrostenden Stähle

1.4301, 1.4307 und 1.4541 bieten sich

erfahrungsgemäß nur für Bauteile mit glatten

Oberflächen ohne Spalte an, wenn der

Chloridionengehalt des Beckenwassers im

Kaltwasserbetrieb etwa 200 mg/l nicht

übersteigt. Für Bauteile mit Spalten sowie

bei Beckenwässern im Kaltwasserbetrieb mit

höheren Chloridionengehalten bis etwa

1.000 mg/l, beim Vorliegen sehr enger Spalte

nur bis etwa 500 mg/l, sind die molybdänlegierten

nichtrostenden Stähle 1.4401,

1.4404 und 1.4571 zu verwenden. Standardmäßig

wird zurzeit der nichtrostende

Stahl 1.4404 eingesetzt. Wo in Thermal-,

Sole- und Meerwasserschwimmbädern mit

höheren Salzkonzentrationen und Warmwassertemperaturen

gearbeitet wird, können

auch für die ständig vom Beckenwasser

umspülten Bauteile höher legierte nichtros-

stahlmarkt 7.2017


Edelstahl K 51

Links: Beständige Schönheit: vielfältige

Gestaltungsmöglichkeiten mit Edelstahl

Rostfrei in Schwimmbädern über und unter

Wasser

(Foto: HSB Hinke Schwimmbad Deutschland)

(Foto: Roigk)

Mitte: Wartungsarm und langlebig:

Schwimmbecken, Einstiegsleiter und

Geländer aus Edelstahl Rostfrei

Rechts: Eine mobile Schwimmbadtreppe aus

Edelstahl Rostfrei ist absolut hygienisch und

erfüllt höchste Ansprüche an Sicherheit und

Design

tende Stähle wie 1.4462, 1.4529, 1.4547

und ggf. sogar 1.4562 erforderlich werden.

Die Oberfläche der sichtbaren Edelstahlflächen

ist hierbei grundsätzlich walzblank.

Geschliffene Oberflächen werden


Schweißnähte werden in der Regel nicht

mechanisch nachbearbeitet. Im Bereich der

Überlaufkanten sind alle wasserseitigen

Schweißnähte jedoch glatt geschliffen.

Edelstahl Rostfrei außerhalb

des Beckenwassers

Außerhalb der ständigen Umspülung mit

Beckenwasser kommt es sowohl im Spritzbereich

als auch in der Schwimmbadatmosphäre

leicht zu einer örtlichen Aufkonzentration

von Chloriden, die schließlich zu

Korrosionsschäden führen können, und der

nur mit einer regelmäßigen Reinigung in

hinreichend kurzen Zeitabständen abgeholfen

werden kann.

Für sowohl nichttragende als auch tragende

Bauteile in Schwimmbadatmosphäre, die

regelmäßig gründlich abgespült werden,

z. B. dekorative Verkleidungen oder Geländer

am Beckenrand, sind die Stahlsorten

1.4401, 1.4404 und 1.4571 weit verbreitet.

Bei nichttragenden Bauteilen in Wassernähe,

die nur gelegentlich von Schwimmbadwasser

umspült werden oder mit diesem in

Berührung kommen, wie Überlaufrinnen,

Gitterroste und Rutschen, und die nicht

regelmäßig gründlich gereinigt werden,

kann es dort durch das wiederholte Auftrocknen

des Wassers u. a. zu einer so weitgehenden

Anreicherung von Chloriden

kommen, dass die genannten Edelstahlsorten

nicht mehr beständig sind. In den

letzten Jahren kam es auf diese Weise in

modernen Freizeit-Spaßbädern mit vielen

Attraktionen, entsprechend hoher Wasserbewegung,

starker Aerosolbildung und ho -

hen Lufttemperaturen zu Anrostungen, die

das dekorative Aussehen beeinträchtigten.

Nach bisherigen Untersuchungen lassen sich

solche optischen Beeinträchtigungen durch

Verwendung höherlegierter nichtrostender

Stähle, z. B. 1.4439, 1.4539 oder 1.4462,

weitgehend vermeiden.

Tragende Bauteile in Schwimmbadatmosphäre,

die vom Beckenwasser auch weit

entfernt liegen können und die nicht gereinigt

werden, sind Bedingungen ausgesetzt,

in denen u. a. Spannungsrisskorrosion in

Betracht gezogen werden muss. Hierzu

gehören insbesondere Halter und Befestigungselemente

für abgehängte Decken,

Hängeleuchten und Lautsprecher sowie Stäbe

und Drahtseile zur Befestigung von Wasserrutschen

oder anderen Konstruktionselementen.

Um die Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit

unter diesen besonders

aggressiven chloridhaltigen atmosphärischen

Bedingungen sicherzustellen, sind nur

die nichtrostenden Stähle 1.4529, 1.4565

und 1.4547 für lastaufnehmende Bauteile

in Schwimmbadatmosphäre ohne regelmäßige

Reinigung korrosionstechnisch qualifiziert

und bauaufsichtlich zugelassen.

Reinigung und Desinfektion

Während die Desinfektion und Aufbereitung

des Schwimm- und Badebeckenwassers in

DIN 19643 geregelt ist, wird mit der um -

fangreichen Richtlinie DGfdB R 94.04 den

Planern, Badbetreibern und dem Personal

der Schwimmbäder die Bedeutung der Hygiene

außerhalb der Schwimmbecken nahegebracht

und eine Anleitung zur Reinigung

und Desinfektion für die vorhandenen Oberflächen

vermittelt. Grundlage der Hygie ne

ist hier wie andernorts eine gründliche Reinigung,

die vor einer möglichen Desinfektion

erfolgen muss.

Reinigungsmittel müssen dem Einsatzzweck

entsprechend ausgewählt werden.

Die Vorgaben der Hersteller, insbesondere in

Bezug auf Mischungskonzentrationen, sind

einzuhalten, um Schäden und Korrosionsbelastungen

zu vermeiden. Auf keinen Fall

dürfen Reiniger, die Salzsäure beinhalten,

auf nichtrostendem Stahl eingesetzt werden.

Als geeignete Säure für die Reinigung

von Edelstahl Rostfrei hat sich hingegen die

Phosphorsäure etabliert. Für die Auswahl

von Reinigungsmitteln zum Einsatz auf

nichtrostenden Stählen ist die DGfdB Ar -

beitsunterlage A 42 »Liste geprüfter Reinigungsmittel

für Beckenkörper und Bauteile

aus Edelstahl in Schwimmbädern (Liste RE)«

zu beachten.

Im Zusammenhang mit der Reinigung

spielt auch die Wahl der Oberflächenausführung

eine Rolle: Je glatter die Oberfläche,

desto einfacher die Reinigung. Viele an -

spruchsvolle Bauteile in Schwimmbädern

sind deshalb elektropoliert.

K

« KONTAKT

Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei

Sohnstraße 65

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 6707-835

www.edelstahl-rostfrei.de

(sm 170705116)

stahlmarkt 7.2017


(Foto: Outokumpu)

Im Bürokomplex »Waterfront Building« in Stockholm wurde der Duplexstahl Forta DX 2205

(EN 1.4462) für die Fassadengestaltung genutzt.

Nachhaltige Stahllösungen für

viele Anwendungsbereiche

Duplexstahl weiter auf dem Vormarsch

Helsinki/Krefeld. Seit den 1960er-Jahren wurde der Kohlenstoffgehalt

in Edelstählen reduziert und mehr Stickstoff vor allem in Duplexstählen

verwendet. Die »zweite Generation« Duplexstähle ist für ihre verbesserte

mechanische Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit bekannt. Die neuesten

Entwicklungen kombinieren die hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit

bestehender Lean-Duplexstähle mit der Formbarkeit

austenitischer Stähle in »formbaren« Duplexstählen.

(Foto: Outokumpu)

»Der kosteneffiziente Legierungsanteil

verbunden mit einer besseren Korrosionsbeständigkeit

sorgt für einen deutlichen

Wettbewerbsvorteil für Duplexstähle

gegenüber Kohlenstoffstählen«, sagt

Dr. Bernd Beckers, Leiter Segment- und

Produktmarketing bei Outokumpu.

Die ersten Duplexstähle waren ur -

sprünglich für den Einsatz in der Chemieund

Papierindustrie entwickelt worden,

später kamen der Öl- und Gas sektor hinzu.

Der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu

erweitert ständig sein Angebot an

Duplexstählen und deren Einsatzmöglichkeiten

z. B. in der Architektur für Fassadenverkleidungen,

in Druckbehältern und Lagertanks

oder bei Bewehrungsstählen.

Lean-Duplex-Sorten sind

heute im Trend

Der Duplexstahl 2205 gehört noch immer

zu den Grundpfeilern beim Einsatz in der

Öl- und Gasindustrie. Lean-Duplexstähle,

also Duplexstähle mit geringen Gehalten an

teuren und preislich volatilen Legierungselementen

wie Nickel und Molybdän, ersetzen

jedoch inzwischen mehr und mehr die

üblichen nichtrostenden Stahlsorten 304

(1.4301) und sogar 316 (1.4401). Lagertanks

gehören beispielsweise zu einem

wachsenden Einsatzbereich für Duplexstähle.

Dort werden insbesondere die geringer

legierten Sorten verwendet, durch die sich

der bisher häufig eingesetzte Kohlenstoffstahl

ersetzen lässt. Obwohl bei Druckbehältern

und Lagertanks, bei denen eine gute

Korrosionsbeständigkeit unabdingbar ist, in

der Vergangenheit höher legierte Duplex-

Sorten und sogar Super-Duplexstähle zum

Einsatz kamen, werden Lean-Duplexstähle

hier immer beliebter.

Inspektions- und Wartungsintervalle

verlängern

Um die Entwicklung neuer Standards voranzutreiben,

arbeitet Outokumpu eng mit den

Normengremien zusammen. In den nächsten

zwei bis fünf Jahren wird sich noch ein

weitaus größerer Markt für Duplexstähle

entwickeln. So wurde Duplex zum Beispiel

2007 zum ersten Mal in die Norm API 650

für Lagertanks aufgenommen. Laut der

angepassten Inspektionsstandards für Vorratstanks

aus dem Jahr 2016, API 653, können

die Inspektionsintervalle um zehn Jahre

stahlmarkt 7.2017


(Foto: Outokumpu)

(Foto: Outokumpu)

Mit 760 m Länge ist diese Brücke in

Sölvesborg, Schweden, die längste

Fußgänger- und Fahrradbrücke in Europa. Für

den Bau wurde Forta LDX 2101 (EN 1.4162)

von Outokumpu verwendet.

Duplexstahl ist auch für die Bauindustrie ein interessantes Material. Der Outokumpu-Stahl

Forta DX 2205 (EN 1.4462) wurde für den Bau der Fußgängerbrücke Marina Bay in Singapur

verwendet.

verlängert werden, wenn der Behälterboden

aus Duplexstahl besteht. Die Weiterentwicklung

der Duplexstähle hat diesen auch den

Weg für den Einsatz als Strukturkomponenten

geebnet. Sie weisen mindestens eine

doppelt so hohe Festigkeit wie austenitische

Stähle auf und können sich problemlos an

Strukturelementen aus Kohlenstoffstahl

messen lassen, sind dabei aber äußerst korrosionsbeständig.

Duplexstähle bieten eine

Kombination aus hoher Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit,

die es sonst nur bei

austenitischen Nischenwerkstoffen gibt.

mit höheren Korrosionsrisiken in warmen

Küstenregionen wie dem Nahen Osten oder

Asien hervorragende Korrosionsschutzergebnisse

erzielt werden.

Schnelle Bedarfsentwicklung und

verbesserte Verfügbarkeit

Derzeit gehören die Werkstoffe 2101, 2205

und 2507 sowie deren Abwandlungen zu

den »Brot-und-Butter«-Sorten bei Outokumpu.

Die Geschwindigkeit, in der Kohlenstoffstähle

durch Duplexstähle ersetzt werden,

erhöht sich dabei ständig. So wurde

zum Beispiel in der Papier- und Zellstoffindustrie

Kohlenstoffstahl erst durch den säurebeständigen

Edelstahl 316L (1.4404) und

dann durch Duplexstahl ersetzt. Heute wird

beschichteter Kohlenstoffstahl direkt durch

Duplexsorten ersetzt. Die besonderen Eigenschaften

von Duplexstahl sorgen dafür, dass

Architektur und Bau

mit Duplexstahl

Auch der Architektur-, Bau- und Konstruktionssektor

ist ein starker Wachstumsmarkt

für Duplexstähle. Allerdings haben in der

Vergangenheit fehlende Normen für den Einsatz

im Bau in Deutschland die weitere Verbreitung

bei großen Infrastrukturprojekten

nachteilig beeinflusst. 2014 wurde Lean-

Duplexstahl mit der Vergabe der »Allgemeine

bauaufsichtliche Zulassung Z-30.3-6« endlich

zu einem zugelassenen Baumaterial. Die

neuen Druckbehälterstandards EN 10088-4

(2016 wurde gerade eine neue Version der

EN 10028-7 herausgegeben) werden ebenfalls

mehr Duplexstähle enthalten, sodass

Outokumpu in Zukunft mit einer deutlichen

Volumensteigerung beim Einsatz von Duplexstahl

im Bau, der Schwerindustrie und bei der

Herstellung großer Lagertanks und Druckbehälter

rechnet. Mit Fassadenverkleidungen

aus diesem Material können in Bauprojekten

Eigenschaften der Duplex-Stahlsorten von Outokumpu

Stahlbezeichnungen

Eigenschaften

Outokumpu EN ASTM UNS PRE A 80

/A 50

[%] R p0.2

[MPa]

Forta DX 2205 1.4462 S32205 35 20 500

Forta LDX 2101 1.4162 S32101 26 20 530

Forta DX 2304 1.4362 S32304 26 20 450

Forta EDX 2304 1.4362 S32304 28 25 1) 500 1)

Forta LDX 2404 1.4662 S82441 34 20 550

Forta SDX 100 1.4501 S32760 42 25 2) 530 2)

Forta SDX 2507 1.4410 S32750 43 20 550

Forta FDX 25 3) 1.4635 S82012 25 35 4) 500 4)

Forta FDX 27 3) 1.4637 S82031 27 35 4) 500 4)

Werte für die Streckgrenze R p0.2

und die Dehnung A 80

beziehen sich auf Mindestwerte für Kaltband nach EN 10088-2.

PRE = %Cr + 3.3 x %Mo + 16 x %N (Pitting Resistance Equivalent = Wirksumme Lochfraßbeständigkeit).

1)

Outokumpu MDS-D35 für EDX 2304 2) Mindestwerte für Bleche nach EN 10088-2 3) Bezeichnungen in der Stahl-Eisen-Liste

4) Quelle: Outokumpu

Das Angebot an Duplexstahlsorten von Outokumpu ist heute unter der Produktkategorie Forta zu finden, in der

alle hochfesten Produkte von Outokumpu zusammengefasst werden.

stahlmarkt 7.2017


54 K Edelstahl

(Foto: Outokumpu / ACIDEKA S.A)

die gleichen Festigkeiten wie bei Baustählen

erreicht werden. Dadurch lassen sich bei der

Beschichtung und Wartung erhebliche Ein-

Duplexstähle haben eine kosten effizientere

Legierung und eine bessere Korrosionsbeständigkeit

als Kohlenstoffstähle. Der

Lagertank im Hafen von Bilbao wurde aus

Forta DX 2304 (EN 1.4362) gefertigt.

sparungen erzielen. Ein weiterer Punkt ist

die gute Verfügbarkeit des Duplex-Materials,

denn Lieferzeiten spielen heute eine

wichtige Rolle. Die gute Lagersituation in

Europa und die wachsenden Lager in Asien

unterstützen dies. Ein 2205er-Flansch kann

einfach mit Lean-Duplexstahl kombiniert

werden, was in den meisten Fällen eine gute

Lösung im Hinblick auf die Lieferzeiten darstellt.

Duplex als Material der Zukunft

Wie aber werden sich Duplexstähle in Zu -

kunft entwickeln? »Unsere jüngsten Ent-

wicklungen kombinieren die hohe Festigkeit

und Korrosionsbeständigkeit bestehender

Lean-Duplexstähle mit der Formbarkeit austenitischer

Stähle. Dank solcher ›formbaren

Duplexstähle‹ (FDX) können neue Anwendungsbereiche

erforscht werden«, sagt Dr.

Bernd Beckers, Leiter Segment- und Produktmarketing

bei Outokumpu. Träger und

Profile für die Anwendung in der Bauindustrie

seien ein weiterer Bereich, den Outokumpu

in Zukunft ausbaue, um die Wertschöpfung

zu erhöhen und den Kunden

einen Mehrwert zu bieten.

K

(sm 170705093)

« KONTAKT

Outokumpu Holding Germany GmbH

Oberschlesienstraße 16

47807 Krefeld

Tel. +49 2151 83-01

www.outokumpu.com

Schnelltest für Oberflächen nichtrostender Stähle

Berlin/Hannover. Auf der Hannover Messe 2017 präsentierte die Bundesanstalt für Materialforschung und

-prüfung (BAM) den Farbschnelltest KorroPad, mit dem die Oberflächen nichtrostender Stähle schnell, preiswert

und vor allem auch von Nicht-Fachleuten überprüft werden können.

Mit dem von der BAM entwickelten Farbschnelltest

können nichtrostende Stähle,

bevor sie zum Einsatz kommen, in nur 15 min.

zerstörungsfrei getestet werden. Sie sind von

einer schützenden Chromoxidschicht, auch

Passivschicht genannt, überzogen. Durch die

Passivschicht wird die Oberfläche vor weiterer

Korrosion geschützt. Bildet sich die Schutzschicht

nicht überall auf der Oberfläche aus,

kann es zu unerwünschten Korrosionsreaktionen

kommen. Die Gründe für eine gestörte

Schutzschicht sind vielfältig. Häufig entstehen

die Fehler bereits bei der Verarbeitung.

Da die Passivschicht mit dem bloßen Auge

nicht sichtbar ist, wird fehlerhaftes Material

unter Umständen weiterverarbeitet.

Früher und schneller Schäden

erkennen

Der von der BAM entwickelte Farbschnelltest

deckt Schäden an der Passivschicht im Vergleich

zu lang andauernden Methoden deutlich

schneller auf. Und noch einen Vorteil

bietet KorroPad: Das Bauteil kann nach der

Prüfung weiterverarbeitet oder beim Kunden

eingebaut werden, denn die Prüfung erfolgt

praktisch zerstörungsfrei. Pro Prüfung werden

drei Pads, die etwa die Größe einer

5-Ct.-Münze haben, benötigt. Die Pads werden

auf die entfettete und mit Alkohol gereinigte

Oberfläche gedrückt und nach 15 min.

mit einem Spatel abgelöst. Die Inhaltsstoffe

L KURZMELDUNG

OVAKO PRÄSENTIERT NEUE

SUCHMASCHINE

der KorroPads, die eine gel artige Struktur

haben, sind Wasser und ein Indikator für

Eisenionen. Ist die Passivschicht fehlerhaft,

reagiert der Indikator mit den Eisenionen im

Werkstoff. Durch diese Reaktion verändert

der Indikator seine Farbe. Auf den Pads

erscheinen blaue Punkte. Jeder Punkt zeigt

an, dass sich die schützende Passivschicht auf

der Stahloberfläche nicht ausbilden konnte.

www.bam.de

/

(sm 170705020)

Stockholm. Der schwedische Stahlerzeuger Ovako

hat sein Internetangebot ausgebaut. Kunden

können nun online die Stahlerzeugnisse suchen,

die am besten zu den gewünschten Anwendungen

passen. Auf der Seite www.steelnavigator.com

finden sich verschiedene Suchkriterien, beispielsweise

Stahlsorte, Qualität, Eigenschaften, Verarbeitung

und chemische Zusammensetzung. Die Suchmaschine

präsentiert nach der Auswahl nicht nur

Erzeugnisse des Hauses, sondern auch Produkte

der Wettbewerber.

Mit diesem Angebot will der Stahlerzeuger die

Digitalisierung weiter vorantreiben und den Service

für die Kunden verbessern. Sie können künftig

schneller die richtigen Erzeugnisse finden. K

kibi/WS(hp)/SE/Jp (sm 170104420)

stahlmarkt 7.2017


Aus den Unternehmen K 55

Passend zugeschnittene

Formplatinen

Duisburg. Der thyssenkrupp Konzern erweitert sein

Angebot für Warmumformer: Neuerdings kann in

Duisburg Mangan-Bor-Stahl für die Warmumformung

statt als Coil auch als exakt in Form geschnittene

Platine geordert werden, die vom Kunden nur noch

zum Bauteil abgepresst werden muss.

»Das ist sowohl für die Automobilhersteller selbst als auch für

deren Bauteillie feranten attraktiv«, sagt Matthias Berens, Produktmanager

bei thyssenkrupp Steel Europe. »Mittlerweile gibt es für

diesen Service einen hohen Bedarf. Unsere Kunden sparen so einen

(Foto: thyssenkrupp)

Gebündelte Kräfte: Dieter Smits (l.) und Matthias Berens arbeiten

Hand in Hand und bieten den Automobilkunden von thyssenkrupp

einen zusätzlichen Service an: passend zugeschnittene Formplatinen

u. a. für Strukturbauteile von Fahrzeugen.

Prozessschritt und haben keinen Aufwand mit der Entsorgung des

Schrotts, der beim Schneiden der Platinen anfällt.«

Hierzu arbeiten die Stahlexperten von thyssenkrupp mit thyssenkrupp

Schulte zu sammen, das sich auf Lieferketten spezialisiert hat.

»Die Versorgungskette darf nie abreißen«, sagt Dieter Smits von

thyssenkrupp Schulte. Er arbeitet im Geschäftsbereich Materials

Services und ist verantwortlich für die termingerechte und zuverlässige

Lieferung der Formplatinen. »Wir sind auf Supply Chain

Management spezialisiert, daher haben wir das erforderliche Netzwerk

und den passenden IT-Support.«

Den organisatorischen Ablauf beschreibt Berens so: »Wir als Stahlsparte

liefern den Flachstahl als Coil. Unsere Service-Experten von

thyssenkrupp Schulte koordinieren den Zuschnitt sowie alle weiteren

Schritte in der Logistikkette bis zur Lieferung der Formplatine an

unseren Kunden. Der Schrott, besser gesagt, der Rest der Zuschnitte,

wird von uns recycelt, sodass sich unser Kunde hierum nicht

kümmern muss.« Diese Bündelung von Kompetenzen innerhalb des

Konzerns ermöglicht den Automobilkunden von thyssen krupp einen

zusätzlichen Service sowie eine zügige und transparente Abwicklung

aus einer Hand.

www.thyssenkrupp-steel.com

/

stahlmarkt 7.2017

(sm 170705071)


56 K Aus den Unternehmen

Immer nah am Kunden

Vollsortiment in Stahl, Sonderwünsche inklusive

Bielefeld. Als »David im Goliath-Stahlgeschäft« bezeichnet Matthias

Ruberg sein Unternehmen R+R Eisenkontor. Das Kerngeschäft ist der

Handel mit Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumprodukten, dazu kommen

individuelle Anfragen in der Anarbeitung, Lagerhaltung und Anlieferung.

»Heutzutage reicht es nicht mehr, Stahl

einfach nur zu liefern. Die Anforderungen

unserer Kunden werden immer spezifischer«,

sagt Matthias Ruberg, Gründer und

Geschäftsführer der R+R Eisenkontor GmbH

& Co. KG in Bielefeld. Er versteht sich mit

seinem Unternehmen als Partner der Stahl

verarbeitenden Industrie und weiß, dass

Beratung, Service und Individualität mehr

und mehr eine Rolle spielen. 2013 in Bad

Salzuflen gegründet, hatte R+R Eisenkontor

im Jahr 2016 bereits einen Absatz von

12.000 t Stahl- und Metallprodukten und

ein Auftragsvolumen von 6 Mill. €. Das

eigentliche Handelsgeschäft mit Flachprodukten,

Hohlprofilen und Stangenwaren in

den Werkstoffen Stahl, Edelstahl und Aluminium

ist die Kernkompetenz des Unternehmens.

Neben den Qualitäts-, Blank- und

Edelbaustählen bietet das Unternehmen

außerdem eine breite Auswahl an Maschinen,

Bauelementen, Eisenwaren, Werkzeugen

und Arbeitsschutz an. Vor allem das

Geschäftsfeld der Anarbeitung nehme stetig

zu, erklärt der Firmengründer. Viele der Kunden

kommen aus der Automobilindustrie

und ihren Zulieferern. R+R Eisenkontor be -

liefert aber auch den vorgelagerten Handel,

den Mühlen-, Anlagen- und Silobau, Transport-

und Logistikunternehmen oder im Offshore-Bereich.

Anfragen individuell bearbeiten

Die Unternehmenstätigkeit umfasst die zeitnahe

und transparente Angebotserstellung

über die Anarbeitung bis hin zu individueller

Lagerhaltung und zeitgerechter Lieferung.

Mit den eigenen Lkw werden beispielsweise

zu festgelegten Intervallen auch Kleinteile

regelmäßig zum Kunden geliefert. »Wir

wollen nah am Kunden sein und nehmen

ihnen die Arbeit ab, das sollen sie auch spürbar

merken«, erklärt Ruberg sein Geschäftsprinzip.

Er bringt ein Beispiel, bei dem kürzlich

ein Kunde eine Lieferung von 2 t Edelstahl

falsch bestellt hatte. »Ich habe die

Lieferung abholen und auf unsere Kosten

umschneiden lassen«, berichtet Ruberg,

»der Kunde war so froh darüber, dass wir

jetzt einen anderen Folgeauftrag haben.«

Stahl von der Pike auf

Das Stahlgeschäft kennt Matthias Ruberg

wie seine Westentasche: Von Geburt auf

Stahl geprägt, wuchs er als ältester Sohn in

den mittelständischen, Stahl verarbeitenden

Betrieb seines Vaters hinein. Seine Ausbil-

Ob Rundstahl, Flachstahl, Vierkant- und

Sechskant stahl, Rohre, Stangen, Bleche oder

Rohrzu behör, R+R Eisenkontor liefert seinen

Kunden die gewünschten Stahlprofile.

Auch die im Mühlen-, Anlagen- und Silobau

sowie in der mechanischen Fördertechnik

tätige Franz Ruberg & Co. GmbH wird von

R+R Eisenkontor mit Stahlprodukten beliefert.

(Fotos: JK Photo / Jekaterina Knyasewa)

stahlmarkt 7.2017


Aus den Unternehmen K 57

»

Wir sind nicht nur für die große

Industrie, sondern auch für den

Mittelstand und kleinere Kunden

da und zeigen immer unseren

vollen Einsatz.

Matthias Ruberg, Unternehmens gründer

und Geschäftsführer von

R+R Eisenkontor

Neben dem Stahlhandel bietet R+R Eisenkontor auch Werkzeuge, Maschinen, Bauteile,

Eisenwaren und Arbeitsschutz ausrüstung an.

dung in einer Verzinkerei, über zwei Jahrzehnte

erfolgreiche Tätigkeit im Einkauf

unterschiedlicher Unternehmen der Stahlbranche

und sein Abschluss als Diplom-

Betriebswirt waren das Rüstzeug, mit dem

er letztendlich seinen eigenen Betrieb in

Ostwestfalen startete. »Stahl hat viele Facetten,

R+R Eisenkontor GmbH & Co. KG kennt

und liefert die geforderte Qualität, Abmessung,

Form mit den verschiedensten Oberflächen

und wir sehen uns auch als lagerhaltender

Händler für spezifische Kundenwünsche«,

so beschreibt Matthias Ruberg

sein Geschäftsmodell.

Von Mensch zu Mensch – weltweit

»Wir verfrachten Betonstahl Lkw-weise

nach London und bringen neue Springbrunnen

in Versailles zum Sprudeln, wir beliefern

die Automobilindustrie deutschlandweit

genauso wie den Maschinen- und Anlagebauer

in Ostwestfalen-Lippe, den Kunstverein

Ostwestfalen-Lippe oder ein regionales

Blumenhaus«, erzählt Matthias Ruberg. R+R

Eisenkontor ist ein mittelständisches Unternehmen

und unterstütze daher diesen auch

gemäß dem Motto »Auch kleine Geschäfte

haben Relevanz«. Die breite Palette an Kunden

vom Entsorgungsunternehmen bis zum

Silo- und Anlagenbau bringe ihm und seinem

Team dabei auch die Erfahrung und das

Geschick, individuelle Wünsche zu bedienen.

Was ihm aber immer wichtig ist: »Wir

machen mit jedem nur aufrichtige, klare

Geschäfte!«

(sm 170705102) K

« KONTAKT

R+R Eisenkontor GmbH & Co. KG

Artur-Ladebeck-Straße 115

33647 Bielefeld

Tel. +49 521 988948-0

www.eisenkontor.com

Produktpalette

Das Unternehmen liefert ein vielschichtiges Sortiment

aus Stahl, z. B. Band- oder Grobbleche,

kaltgewalzte Feinbleche, feuerverzinkt oder elektrolytisch

verzinkt, LaserpressPlus ® in Standardund

Fixformaten, verschleißfeste Bleche, Belagbleche,

Lochbleche und Brennteile auf Anfrage.

Alle Stahlprofile, wie Träger HEB/HEA/UNP oder

Flach-, Winkel- und Breitflach-, Rund- und Quadratrohre

sowie einige Spezialprofile sind kurzfristig

lieferbar.

Bei den Edelstahlprodukten gehören Profile,

wie Winkel, HEB- und HEA-Träger, T- Profil, Rund-,

Flach-, Vierkant- und Sechskantstahl dazu, außerdem

Rund- und Profilrohre, auch in Sondergüten.

Weiterhin bietet R+R Eisenkontor Qualitäts- und

Blankstähle in legierter oder unlegierter Form,

unterschiedlichen Qualitäten, wunschgemäßen

Abmessungen und mit handelsüblicher Oberflächenbearbeitung.

Weiterhin werden Aluminiumprodukte

wie FLUTZ-Profile und Bleche angeboten.

Darüber hinaus gehören Bauelemente, Eisenwaren,

Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsschutzausrüstung

zum Portfolio.

stahlmarkt 7.2017


58 K Aus den Unternehmen

Neuer Sarkophag im ehemaligen

Kernkraftwerk Tschernobyl

Schutzmantel ermöglicht Solarpark-Bau

London/Koblenz/Tschernobyl. Für den neuen Schutzmantel des

ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl hat das Tata Steel-Unternehmen

Kalzip die Innen- und Außenverkleidung aus Edelstahl entwickelt und

angebracht. Da damit kein radioaktives Material mehr austreten kann, gilt

die Umgebung als sicher, sodass in der Nähe ein 1.000-MW-Solarpark

gebaut werden soll.

Kalzip, ein Unternehmen von Tata Steel

in Europa, ermöglicht somit den Bau eines

großflächigen Solarparks in der Nähe des

ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl.

Der in Koblenz ansässige Hersteller von

Gebäudehüllen, Stehfalzsystemen für Dachdeckungen

und Fassadenbekleidungen aus

Aluminium, hat den Auftrag für die speziell

für das Kraftwerk entwickelte Innen- und

Außenverkleidung aus Edelstahl erhalten.

Hierfür brachte das Unternehmen seine

Ingenieure und Anlagen in die Ukraine,

damit die Umsetzung direkt in Tschernobyl

stattfinden konnte. Nach jahrelanger Arbeit

an einem international geförderten Projekt

wurde der zerstörte Reaktorblock Ende

2016 mit einem 29.000 t schweren, stahlverkleideten

Schutzmantel verschlossen.

Dieser soll mindestens 100 Jahre lang verhindern,

dass weiterhin potenziell radioaktives

Material austritt. »Unsere Ingenieure

haben eine Gebäudehülle entwickelt, die

sowohl Erdbeben der Stärke 6 als auch Tornados

mit Windgeschwindigkeiten von

mehr als 300 km/h standhält. Selbst extreme

Temperaturen zwischen – 43 °C und + 45 °C

können der Schutzhülle nichts anhaben«,

erklärt Jörg Schwall, Geschäftsführer von

Kalzip. Die Kalzip-Ingenieure brachten

knapp 170.000 m² Edelstahlverkleidung an

den Innen- und Außenflächen des Sarkophags

an. Der Großteil der Kosten des Fonds

für die Ummantelung des Reaktors wurde

dabei von den G8-Staaten und der Europäischen

Union getragen. (sm 170705097) K

Das Ziel des Schutzmantel-Baus um das

ehemalige Kernkraftwerk war, den

Standort Tschernobyl zu einem für die

Umwelt unbedenklichen Ort zu machen.

Die Kalzip-Ingenieure brachten knapp

170.000 m² Edelstahl verkleidung an den

Innen- und Außenflächen des 29.000 t

schweren, stahlverkleideten Sarkophags an.

« KONTAKT

Tata Steel Europe Limited

30 Millbank

London SW1P 4WY

Tel. +44 20 7717 4444

www.tatasteeleurope.com/de

(Fotos: Francis Vigouroux)

Kalzip GmbH

August-Horch-Straße 20 – 22

56070 Koblenz

Tel. +49 261 9834-0

www.kalzip.com

stahlmarkt 7.2017


Aus den Unternehmen K 59

Feuerverzinkung Holdorf eingeweiht

Moderne Verzinkerei mit Fußbodenheizung und Wärmerückgewinnungsanlage

Holdorf. Vor Kurzem wurde die zur Seppeler-Gruppe gehörende neue

Feuerverzinkungsanlage am Standort Holdorf im niedersächsischen

Landkreis Vechta eingeweiht. Sie zählt zu den modernsten Verzinkereien

in Europa mit dem nach Unternehmensangaben breitesten Kessel

Deutschlands.

Mehr als 280 Kunden, Geschäftspartner

und Führungskräfte der Seppeler-Gruppe

waren dabei, als die neue Feuerverzinkungsanlage

in Holdorf offiziell eingeweiht

wurde. Kai Seppeler, geschäftsführender

Gesellschafter der Seppeler-Gruppe, dankte

in seiner Begrüßung allen, die tatkräftig an

dem Neubau mitgewirkt haben. In nur elf

Monaten Bauzeit entstand eine neue Anlage,

die Schlosserbetrieben, Metallbauern

und Zulieferern von landwirtschaftlichen

Maschinen neue Möglichkeiten eröffnet.

« KONTAKT

Seppeler Holding & Verwaltungs

GmbH & Co. KG

Bahnhofstraße 55

33397 Rietberg

Tel. +49 5244 983-0

www.seppeler.de

Feuerverzinkung Holdorf

GmbH & Co. KG

Industriestraße 28

49451 Holdorf

Tel. +49 5494 9878-0

www.seppeler.de

»Das Einzugsgebiet hat sich in den ersten

Monaten seit dem Start im Januar bereits

enorm erweitert«, berichtet Frank Deneke,

Geschäftsbereichsleiter der Feuerverzinkung

Holdorf. Aus Dänemark, Süddeutschland

oder den Benelux-Staaten würden Stahlkonstruktionen

nach Holdorf gebracht, um

die Vorteile des 2,55 m breiten Kessels zu

nutzen. Stefan Neese, Geschäftsführer der

Seppeler-Gruppe, hob hervor, auf welchem

Niveau in Holdorf gebaut werden konnte:

»Wir konnten nachhaltig und ressourcenschonend

alles verwirklichen, was eine

moderne Verzinkerei ausmacht, darunter

eine Fußbodenheizung an den zentralen

Arbeitsplätzen und eine Wärmerückgewinnungsanlage.«

Timm Spiegel, Technischer

Leiter der Feuerverzinkung Holdorf, ergänzt:

»Mit der modernen Technologie können wir

den Verzinkungsprozess optimal planen und

durchführen.« Die neue Feuerverzinkung

Holdorf ist ein wichtiger Mosaikstein im

Gesamtangebot der Seppeler-Gruppe. Die

Standorte dienen wesentlich ihren jeweiligen

Regionen. Das Unternehmen ist seit rd.

100 Jahren im Feuerverzinken tätig. Heute

beschäftigt die Seppeler-Gruppe an 14

Standorten in Deutschland und Polen rd.

1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neben der Verzinkung zählen die Behältertechnik,

Gitterroste und Beschichtungen zu

den Kernbereichen. Durch die enge Zusammenarbeit

und Kooperation zwischen allen

Standorten können sämtliche Kundenanforderungen

innerhalb des Unternehmensverbundes

bedient werden.

K

(sm 170705135)

Freuten sich über die gelungene Eröffnungsfeier

der Feuerverzinkungsanlage in Holdorf:

Stefan Neese, Geschäftsführer Seppeler-

Gruppe, Timm Spiegel, technischer Leiter

Feuerverzinkung Holdorf, Thomas Weise,

Geschäftsführer Seppeler-Gruppe,

Kai Seppeler, geschäftsführender Gesellschafter

Seppeler-Gruppe, Dr. Wolfgang Krug,

Bürgermeister Gemeinde Holdorf;

Frank Deneke, Geschäftsbereichsleiter

Feuerverzinkung Holdorf (v.l.n.r.).

(Foto: Seppeler)

stahlmarkt 7.2017


60 K Aus den Unternehmen

Nordwest Handel eröffnete neuen Standort und setzt auf Veränderung

Dortmund. Mit über 1.000 Gästen eröffnete der Einkaufsverband Nordwest Handel AG Ende April 2017

feierlich die neue Konzernzentrale in Dortmund Phoenix-West.

Neben der offiziellen Eröffnung des

Neubaus stand auch das weitere Programm

»Strategie 2 – Gemeinsam erfolgreich« im

Mittelpunkt. An zwei Tagen kamen mehr als

1.000 Gäste. Ein Magnet war die Einweihung

des neuen Showrooms. Großen An -

klang fanden außerdem die Referenten an

beiden Tagen, die den Handelspartnern von

Nordwest auf dem Weg zum herausragenden

Vertriebs- und Serviceunternehmen

viele wertvolle Impulse gaben.

14 Monate dauerten die Bauarbeiten auf

Phoenix-West in Dortmund, am 19. September

2016 hatten die Nordwest-Mitarbeiter

ihren ersten Arbeitstag in dem Neubau

(unser Magazin »stahlmarkt« berichtete

darüber in Ausgabe 2.2017, S. 24 – 26).

Prognosen erfüllt und teilweise

übertroffen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die

Nordwest Handel AG insgesamt ein Gesamtvolumen

in Höhe von 2.147,2 Mill. € er -

reicht und damit das Vorjahr um 9,4 %

übertroffen. Das EBIT des Konzerns stieg um

rd. 39 % auf 7,0 Mill. €. Es gibt per Ende

2016 insgesamt 957 Fachhandelspartner.

Im Geschäftsbereich Stahl führte, nach

einer unterjährig verhaltenen Preisentwicklung,

der spürbare Anstieg der Stahlpreise

zu Beginn des vierten Quartals zu einer

deutlichen Steigerung der Einkaufsvolumina

der Fachhandelspartner, die bis in das neue

Jahr hineinreicht. Somit konnte das Vorjahresvolumen

von 803,0 Mill. € auch 2016

erneut erreicht werden. Dabei glich ein

Mengenwachstum von nahezu 7 % die insgesamt

negative Preisentwicklung des Jahres

vollständig aus. Mit über 40 Mill. € war

dabei das Lagergeschäft weiterhin sehr

erfolgreich.

Veränderungsprozess läuft

Direktvertreiber und der Online-Handel stellen

die klassischen Fachhändler bereits seit

Längerem vor große Herausforderungen.

Wesentlicher Baustein in dem Veränderungsprozess

war und ist die Strategie Drive

Nordwest, die auf der Einweihungsfeier erstmals

öffentlich vorgestellt wurde. Fünf der

acht strategischen Erfolgsfaktoren der Strategie

betreffen den Fachhandel direkt. Dazu

zählt u. a. die Logistik. Im vergangenen Jahr

hat Nordwest sein Zentrallager in Gießen

einem umfangreichen Modernisierungsprozess

unterzogen. Auch Einkaufskonditionen

gehören dazu. Ein weiteres Feld sind Exklusivmarken.

Ferner werden Digitalisierung

und Service immer wichtiger.

2017 werde auch viel von der Entwicklung

im Stahlbereich abhängen, insbesondere

von der Preisentwicklung, hieß es bei

Nordwest. Das operative Ergebnis sieht das

Unternehmen bei rd. 8,0 Mill. €, was einer

Steigerung von 14 % entspricht.

www.nordwest.com

K

/

(sm 170705079)

L KURZMELDUNG

ABRIEBFESTES VERBUNDBLECH

Düsseldorf. Hardox Wearparts stellt mit Duroxite

seine neueste Entwicklung bei der Verbundblechtechnologie

vor. Die neue Produktlinie

setzt hohe Maßstäbe für Qualität, verbunden mit

Produktgarantien und Know-how von SSAB,

dem Hersteller von Hardox ® -Verschleißblech. Das

Duroxite-Verbundblech besteht aus abriebbeständigen

Materialien, die auf unlegierten Stahl oder

auf Hardox-Verschleißblech aufgetragen werden,

um einen äußerst verschleißbeständigen Verbundwerkstoff

zu schaffen. Duroxite-Verbundblech ist

besonders gut für Umgebungen mit Gleitverschleiß

geeignet, in denen

kleine und harte Materialien

wie z. B. Kohle mit einem

hohen Quarzgehalt verarbeitet

werden. Es spielt

auch als verschleißbeständiges

Material in Umgebungen

mit hohen Temperaturen

eine wichtige Rolle.

Duroxite-Verbundblechprodukte

werden mit einer

Auflagendicke geliefert, die im Bereich + 10 %

garantiert ist. Dies ist innerhalb eines Bleches

sowie von Blech zu Blech einheitlich.

Darüber hinaus werden durchgängige Verschleißeigenschaften

innerhalb des Bleches bis

hinunter zu + 75 % der Auflagedicke anstatt nur

auf der Oberfläche der Auflage garantiert. Die

verbleibenden 25 % der Auflage sind die Übergangsschicht,

die erforderlich ist, um eine gute

Verbindung mit dem Grundblech zu erzielen. Eine

optimale Hartmetallzusammensetzung sichert

eine homogene Verbindung zwischen dem Grundmetall

und der Auflage, zusätzlich zur hohen Verschleißbeständigkeit

und der langen Haltbarkeit

von Duroxite.

www.hardoxwearparts.com

www.duroxite.com

www.ssab.com

K

/

WS(hp)/SE/ (sm 161204310)

(Foto: SSAB)

Durch hohe einheitliche Verschleiß eigen schaften eignen sich Duroxite-Verbund

blech produkte besonders für die Industriezweige Bergbau, Zementproduktion

und -transport oder Kohlekraftwerke, hier beim Kohletransport.

stahlmarkt 7.2017


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 61

Hausmesse in Ludwigsburg mit hoher Besucherzahl

Ludwigsburg. Vor Kurzem lud das Großhandelshaus Lotter seine gewerblichen Kunden zum 24. Mal

zur Leistungsschau mit Branchentreffen ein.

Zahlreiche Besucher

der Lotter-Hausmesse

besichtigten das

Walzstahllager, das

von zuvor 20.000

auf 26.000 m 2

aufgestockt wurde.

Die Lotter-Gruppe ist mit sieben Tochtergesellschaften

an über 40 Standorten in

ganz Deutschland tätig und beschäftigt rd.

1.400 Mitarbeiter. Neben Betonstahl, Walzstahl

und Bauelementen umfasst das Sortiment

weitere baunahe Bereiche wie Sanitär

und Heizung, Bodenbeläge, Küchen, aber

auch Flüssiggas und Haushaltwaren. Auf

seiner Hausmesse stellte das Unternehmen

u. a. seine Walzstahlabteilung mit der im

vergangenen Herbst eingeweihten neuen

Halle vor. Gezeigt wurden auch die Anarbeitungsmöglichkeiten

Sägen, Strahlen und

Konservieren. Durch den Neubau hat das

Unternehmen seine Lagerflächen für Walzstahl

von zuvor 20.000 auf 26.000 m² aufgestockt.

Am Stammsitz im Ludwigsburger

Westen wurden die Sortimente rund ums

Haus präsentiert. Die Messebesucher konnten

erstmals die völlig neu bestückte, jetzt

1.400 m² große Ausstellung Küche und Bad

im Obergeschoss erleben. Die im Erdgeschoss

neu geschaffene Bauelementeausstellung

zeigt auf 300 m² Türen und Tore,

Dachfenster, Briefkästen, Beschläge und

Schließsysteme rund um das Thema Sicherheitstechnik

für vielerlei Anwendungen.

Übrigens wurde auch die digitale Online-

Anbindung bei Lotter ausgebaut und verbessert.

Dank der neuen Lotter-App können

alle Online-Angebote jetzt sogar mobil ge -

nutzt werden, sowohl mit dem Smartphone

als auch mit dem Tablet-PC. Dabei gab es

viele neue Funktionen zu entdecken, die

den Einkauf im Onlineshop Lotter24 noch

kundenfreundlicher und komfortabler

machen. Ebenso lässt sich die frisch überarbeitete

Webseite lotter.de jetzt auf allen

Endgeräten hervorragend bedienen.

Rd. 6.000 Besucher waren schlussendlich

gekommen. Neben den vielen neuen Ideen

machten attraktive Messeangebote, ein großes

Bewirtungszelt und kurzweilige Kinderbetreuung

die Veranstaltung zu einem entspannten

Erlebnis für die gesamte Familie.

»Viele Aussteller äußerten bereits jetzt den

(Foto: Lotter)

L KURZMELDUNG

Wunsch, an unserer Hausmesse im Jahr

2019 teilzunehmen. Dies bestätigt, dass der

Leitgedanke und die Umsetzung unserer

Messe das Marktbedürfnis von Herstellern

und baunahem Handwerk nach wie vor

ziemlich gut treffen«, so Helmut Ernst, persönlich

haftender Gesellschafter bei Lotter.

www.lotter.de

(sm 170705095) K

/

TRUMPF ERHÄLT DAIMLER

SUPPLIER AWARD

Ditzingen. Das Hochtechnologieunternehmen

TRUMPF hat am 23. Februar im Rahmen einer

Großveranstaltung in der Mercedes-Benz-Niederlassung

in Stuttgart den Daimler Supplier Award

2016 in der Kategorie Partnerschaft erhalten.

TRUMPF erhält den Daimler Supplier Award für

die gemeinsame Entwicklung eines neuen Laserschweißverfahrens

sowie die erfolgreiche Implementierung

von Industrie-4.0-Lösungen in der

Produktion der aktuellen Mercedes-Benz E-Klasse.

Konkret handelt es sich hierbei um sensorbasierte

Analysen von vernetzten Laserstrahlquellen. Das

gemeinsam entwickelte Laserschweißverfahren ist

eines der energie- und ressourcen effizientesten

Fügeverfahren im Fahrzeugbau.

www.trumpf.com

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 170504815)

stahlmarkt 7.2017


62 K Veranstaltungen

L VERANSTALTUNGEN

KAROSSERIEBAU FÜR

KAUFLEUTE

Hannover. Kaufleute, die in der Automobilindustrie

tätig sind und mehr von der Technik und

Entwicklungstrends im Karosseriebau wissen

möchten – ohne als Ingenieur an den Entwicklungen

beteiligt zu sein – sind die Zielgruppe dieses

Seminars zum Serien-Karosseriebau. Der Automotive

Circle bietet dieses Seminar vom 3. bis 4. Juli

sowie 27. bis 28. November 2017 im Conparc

Hotel & Conference Centre Bad Nauheim an. Es

vermittelt Grundkenntnisse der wichtigsten Entwicklungs-

und Produktionsschritte für Nicht-

Fachleute.

www. automotive-circle.com

K

/

SE/ (sm 170605069)

STAHL IM KAROSSERIEBAU

Hannover. Das Seminar des Automotive Circle,

gehalten am 6. Juli sowie am 30. November

2017 im Conparc Hotel & Conference Centre Bad

Nauheim, informiert über relevante Stahl-Werkstoffklassen

und Legierungen im Karosseriebau,

deren Bezeichnungen, Eigenschaftsprofile und

Gefüge. Ferner werden u. a. Besonderheiten niedrig-

und hochlegierter Stähle thematisiert. Homogene

oder Mehrphasen-Stähle vom einfachen

Werkzeugstahl bis zum warmumgeformten UHSS

werden behandelt, ebenso wie Schadensbeispiele.

www. automotive-circle.com

K

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SE/ (sm 170605068)

ZVO-OBERFLÄCHENTAGE 2017

Hilden. Die Behandlung von Oberflächen stellt

eine Schlüsseltechnologie zur technisch-wissenschaftlichen,

ökonomischen und ökologischen

Lösung der Probleme bei der Entwicklung innovativer

Produkte dar. Vom 13. bis 15. September

2017 macht der ZVO-Kongress mit der 56. DGO-

Jahrestagung daher in Berlin Halt, organisiert vom

Zentralverband Oberflächentechnik e.V., im Estrel

Hotel. Ziel ist die Vernetzung von Forschung und

Praxis zum Thema Galvano- und Oberflächentechnik

und die Unterstützung der branchenübergreifenden

Kommunikation.

www.oberflaechentage.zvo.org K

/

eb/WS(SHN)/SE/ (sm 170605026)

EMO HANNOVER 2017

Frankfurt/M. Unter dem Motto »Connecting

systems for intelligent production« rückt die vom

VDW organisierte Leitmesse der Metallbearbeitung

vom 18. bis 23. September 2017 in Hannover

Digitalisierung und Vernetzung im Sinne

von Industrie 4.0 in den Fokus. Über 1.700 Unternehmen

aus 40 Ländern haben sich angemeldet

– deutlich mehr als das Vergleichsergebnis der

Vorveranstaltung. EMO ist eine eingetragene

Marke des europäischen Werkzeugmaschinenverbands

CECIMO.

www.emo-hannover.de

K

/

eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170204535)

FACHTAG BRÜCKENBAU 2017

Düsseldorf. Mit der Entwicklung des Brückenbaus

im 21. Jahrhundert beschäftigt sich der von

bauforumstahl veranstaltete Fachtag Brückenbau

am 20. September 2017 in Gemünden bei Würzburg.

Das Themenspektrum der Tagung umfasst

neben dem Fokus auf Stahl- und Stahlverbundbrücken

außerdem Building Information Modeling

(BIM), digitale Infrastruktur, dauerhafte

Korrosionsschutzsysteme sowie Pilotprojekte für

neue Montagetechnik. Es wird auch in einer

exklusiven Projektvorstellung die Mainbrücke in

Gemünden präsentiert.

www.bauforumstahl.de

K

/

eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170705054)

ERSTE TIPS FÜR 2018

METAV 2018

Frankfurt/M. Die 20. Internationale Messe für

Technologien der Metallbearbeitung, organisiert

vom VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)

findet vom 20. bis 24. Februar

2018 in Düsseldorf statt. Sie präsentiert neben

den klassischen Themen – Werkzeugmaschinen,

Fertigungssysteme, Präzisionswerkzeuge, automatisierter

Materialfluss, Computertechnologie,

Industrieelektronik und Zubehör – auch die Bereiche

Quality, Additive Manufacturing, Moulding

und Medical. Ebenfalls im Fokus steht das Thema

Industrie 4.0 mit einem Themenpark.

www.metav.de

K

/

CEMAT 2018

eb/WS(SHN)/SE/ (sm 170604957)

Hannover. Die Fachmesse für Materialhandhabung,

Intralogistik und Logistiktechnologie

wird von der Deutschen Messe AG wieder vom

23. bis 27. April 2018 ausgerichtet, von da an

parallel zur Hannover Messe. Hintergrund ist, dass

intelligente Intralogistik das Rückgrat von Industrie

4.0 sei, wie Dr. Andreas Gruchow betont, Mitglied

des Vorstands der Deutschen Messe AG. »Es

gibt deshalb enge Bezüge vor allem zu den Themen

Industrial Automation und Digital Factory der

Hannover Messe.«

www.cemat.de

K

/

eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 161104200)

AMB 2018

Stuttgart. Ein Thema beherrscht die Diskussionen

rund um die AMB (Internationale Ausstellung

für Metallbearbeitung): Der Neubau der Paul-

Horn-Halle (Halle 10), mit der die Bruttoausstellungsfläche

der Messe Stuttgart auf 120.000 m²

anwächst, und die damit verbundene neue thematische

Hallenaufplanung für die Messe, die vom

18. bis 22. September 2018 ausgerichtet wird.

An der Fokussierung des Dienstleistungs- und

Warenangebots ändert sich nichts. Die AMB 2018

wird auch mit vergrößerter Ausstellungs fläche im

Kern die spanenden Verfahren mit Werkzeugmaschinen

und Präzisionswerkzeugen ab bilden.

www.messe-stuttgart.de/amb K

/

eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170504802)

EUROBLECH: EU-LÄNDER

BLEIBEN WICHTIG

Herts. Die nächste EuroBLECH findet vom 23.

bis 26. Oktober 2018 wieder in Hannover statt.

Die Auswertung einer Messeumfrage dazu zeigte

einige Trends auf. So bewerteten knapp 70 %

der deutschen Ausstellerunternehmen und fast

40 % der ausländischen Aussteller die derzeitige

Branchenkonjunktur als günstig. Die Erschließung

neuer Märkte war neben der Neukundengewinnung

vorrangiges Messeziel aller Aussteller. Wichtigste

Zielmärkte für die Hersteller und Anbieter

von Maschinen und Systemen für die Blechbearbeitung

sind laut Ausstellerumfrage weiterhin die

EU-Länder, vor allem Deutschland; darüber hinaus

die übrigen europäischen Länder, Asien und Amerika.

Als wichtigste Absatzmärkte für die Zukunft

wurden in der Messeanalyse Deutschland, die

USA, China, Russland und erstmals wieder Polen

genannt.

www.euroblech.com

K

/

Eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 170504847)

stahlmarkt 7.2017


StahlTermine K 63

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

13.7.2017

Essen

13.-15.9.2017

Berlin

18.-23.9.2017

Hannover

20.9.2017

Gemünden

21.-23.9.2017

Peking

Einführung in die Metall

verarbeitenden additiven

Fertigungsverfahren

ZVO-Oberflächentage 2017

EMO Hannover 2017

Fachtag Brückenbau 2017

CITE 2017 – China International

Tube & Pipe Expo

Haus der Technik +49 201 1803-1

www.hdt-essen.de/themen_und_

seminare

Zentralverband Oberflächentechnik

e.V.

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

e.V. (VDW)

Deutsche Messe AG

bauforumstahl

Stahlbau Verlags- und Service

GmbH

+49 2103 25 56 10

www.oberflaechentage.zvo.org

+49 69 756081-0

www.emo-hannover.de

+49 211 67078-01

www.bauforumstahl.de

Beijing Hiven Exhibition Co.,Ltd. +86 10 6860 4437

www.sti-expo.com

25.-29.9.2017

Düsseldorf

27.-29.9.2017

Dresden

9.-12.10.2017

Stuttgart

10.-12.10.2017

Karlsruhe

24.-26.10.2017

Stuttgart

7.-8.11.2017

Düsseldorf

7.11.-10.11.2017

Stuttgart

SCHWEISSEN & SCHNEIDEN 2017 Messe Essen +49 201 7244-631

www.schweissen-schneiden.com

Werkstoffwoche 2017

Deutsche Gesellschaft

für Materialkunde e.V.

Stahlinstitut VDEh

+49 69 75306750

www.werkstoffwoche.de

36. Motek P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.motek-messe.de

DeburringEXPO fairXperts GmbH & Co. KG www.deburring-expo.de

parts2clean 2017 Deutsche Messe AG +49 511 89-0

www.parts2clean.de

ITA Conference und

CabWire Conference

(World Cable and Wire Technical

Conference)

International Tube Association e.V.

(ITA)

IWM – International Wire & Machinery

Association (für CabWire)

+49 211 947-5650

+44 121 781 7367

www.conference.itatube.org

www.cabwire.com

13. Blechexpo 2017 P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.blechexpo-messe.de

9.11.2017

Düsseldorf

STAHL 2017

Stahlinstitut VDEh

Wirtschaftsvereinigung Stahl

+49 211 6707-533

www.stahl-online.de

15.11.2017

Stuttgart

Stuttgarter Säge-Tagung Kompetenzzentrum Sägen +49 711 970-1536

www.saegen-stuttgart.de

27.-28.11.2017

Bad Nauheim

Karosseriebau für Kaufleute

Automotive Circle (Vincentz –Network

GmbH & Co. KG)

+49 511 9910-000

www.automotive-circle.com

28.-30.11.2017

Maastricht

Stainless Steel World Conference &

Exhibition 2017

KCI Publishing BV

www.stainless-steel-world.net/

ssw2017

10.-12.1.2018

Essen

10.-12.1.2018

Essen

15.-18.1.2018

Schardscha

16.-20.1.2018

Basel

Baufachtage West 2018 Messe Essen GmbH +49 201 7244-0

www.messe-essen.de

Baufachmesse Construct it Messe Essen GmbH +49 201 72440

www.construct-it-essen.de

SteelFab 2018 Expo Centre Sharjah +971 6 5770000

www.steelfabme.com

Swissbau 2016 MCH Messe Schweiz (Basel) AG +41 58 2002020

www.swissbau.ch

23.-26.1.2018

Hamburg

NORTEC 2018

Hamburg Messe und Congress

GmbH

+49 40 3569-0

www.nortec-hamburg.de

20.-24.2.2018

Düsseldorf

Metav 2018

VDW - Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

e.V.

+49 69 756081-53/54

www.metav.de

27.2.-1.3.2018

Düsseldorf

EuroCIS 2018 Messe Düsseldorf www.eurocis.com

4.-7.3.2018

Köln

Internationale Eisenwarenmesse

2018

Koelnmesse GmbH

www.eisenwarenmesse.de

13.-15.3.2018

Stuttgart

LogiMAT 2018

EUROEXPO Messe- und

Kongress-GmbH

+49 89 32391-259

www.logimat-messe.de

22.-24.3.2018

Parma

MESCPE Senaf Srl +39 023320391

www.mecspe.com

9.-13.4.2018

Birmingham

MACH2018

The Manufacturing Technologies

Association (MTA)

+44 20 7298 6400

www.machexhibition.com

stahlmarkt 7.2017


64 K Fachmedien

annette.engels@stahleisen.de

Tel. +49 211 6707-561

Fax +49 211 6707-547

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Wirtschaftsvereinigung Stahl e.V.

(Hrsg.): Neues Merkblatt MB 381:

Schweißen unlegierter und niedriglegierter

Baustähle

Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf, 2017, 32 S.,

Bestell-Nr. MB 381

Tirler, Walter: Europäische Stahlsorten.

Bezeichnungssystem und DIN-Vergleich

Beuth Verlag, Berlin 2017, 4. überarb. und erw. Auflage, 314 S.,

dt./engl., ISBN: 978-3-410-27303-5, Preis: 38,00 € (auch als

E-Book erhältlich)

Wirtschaftsvereinigung Stahl (Hrsg.):

Paneele aus Stahl für Fassaden

WV Stahl, Düsseldorf 2017, 27 S., mit versch. Abbildungen,

Serie; Bestellnr. D550

Schweißgeeignete Baustähle kommen in

vielfältigen Erzeugnisformen und Festigkeitsklassen

bei der Realisierung tragender Strukturen

im Stahl- und Maschinenbau, im Fahrzeug-

und Kranbau wie auch im Druckbehälter-

und Rohrleitungsbau zum Einsatz.

Die neue, vollständig überarbeitete Ausgabe

des Merkblatts »Schweißen unlegierter

und niedriglegierter Baustähle« stellt das notwendige

Basiswissen zur schweißtechnischen

Verarbeitung dieser Werkstoffgruppe bereit.

Das Merkblatt beschreibt die grundlegenden

Zusammenhänge zwischen Werkstoff, Konstruktion

und Fertigung, die die Schweißbarkeit

einer Baugruppe begründen. Es gibt

zudem wichtige Hinweise zur schweißgerechten

Konstruktion und Vorbereitung der Fügeteile,

zur Festlegung von Schweißparametern,

zur Ausführung der Schweißungen sowie zur

Prüfung geschweißter Verbindungen.

Die Publikation berücksichtigt auch die

schweißtechnische Verarbeitung moderner

hochfester Stähle, deren Einsatz Voraussetzung

für leichtere und wirtschaftlichere Bauweisen

ist. Sie kann kostenfrei angefordert

oder als PDF heruntergeladen werden.

www.stahl-online.de/wp-content/

uploads/2013/10/Merkblatt-381.pdf

/

WS(SHN)/SE/ (sm 170705062)

Das zweisprachige Buch im Pocket-Format

enthält eine Übersicht des Bezeichnungssystems

sowie zweisprachige Listen der europäischen

Stahlbezeichnungen. Dieses Buch

dient als Umstellungshilfe von alten Stahlbezeichnungen

nach DIN auf die neuen

europäischen Stahlbezeichnungen nach EN.

Als Grundlage wurden die Stahlbezeichnungen

aus DIN-, SEE- und SEW-Normen herangezogen

und den alternativen EN- und

EN-ISO-Normen gegenübergestellt.

Die 4. Auflage dieses handlichen Praxishelfers

wurde vollständig aktualisiert und

erweitert, um alle Änderungen in der europäischen

Normung von Stahlsorten zu

berücksichtigen.

Zum Inhalt zählen u. a. das Bezeichnungssystem

nach EN 10027-1: Einteilung der Kurznamen,

Vergleich der Stahlbezeichnungen

nach EN und DIN, Anwendungsbereiche mit

Angabe der Werkstoffnormen sowie ein Verzeichnis

der zitierten Werkstoffnormen. K

(sm 170705060)

Bauphysikalische Anforderungen an den

Wärme-, Feuchte- und Schallschutz sowie

die Luftdichtheit sind von zentraler Bedeutung

für die Qualität von Gebäuden. Darüber

hinaus spielen gestalterische Aspekte

eine immer wichtigere Rolle. Leichtbausysteme

aus Stahl wurden in den letzten Jahren

immer weiter optimiert und sowohl an ge -

stiegene energetische als auch architektonische

Erfordernisse angepasst. Besonders

beliebt bei Architekten und Bauherren sind

derzeit kassettierte Fassadensysteme, die bei

Gewerbeimmobilien, aber zunehmend auch

bei hochwertigen Verwaltungs-, Hotel- oder

Wohngebäuden eingesetzt werden. Diese

neue Dokumentation greift diesen Trend auf

und zeigt Lösungen für wirtschaftliche und

gestalterisch anspruchsvolle Fassaden aus

Stahl. Mit Informationen zu Materialauswahl,

werkstoffgerechter Be- und Verarbeitung

sowie zu ausgeführten Projekten dient

die Broschüre Architekten, Ingenieuren,

Bauherren und Metall verarbeitenden

Unternehmen als wertvolle Planungshilfe

und nützlicher Ideengeber.

www.stahl-online.de

http://bit.ly/2mh6bC3

K

/

(sm 170404616)

stahlmarkt 7.2017


Personalien K 65

VIP-Seite

Neuer Vorsitzender der Fachvereinigung

Kaltwalzwerke (FVK) ist Dr. Matthias Gierse.

Er löst Kai Wilke ab, der 19 Jahre die Fachvereinigung

ge führt hat und jetzt als Stellvertreter

fungiert. Dr. Gierse ist ausgewiesener

Kenner der Stahlbranche und kaufmännischer

Geschäftsführer der Waelzholz-

Gruppe.

K

(sm 170705204)

Martin Kopf wurde zum neuen Präsidenten

der EGGA (European General Galvanizers

Association) gewählt. Der geschäftsführende

Gesellschafter der Zinkpower Kopf

Gruppe ist der 23. Präsident der EGGA und

folgt auf den Briten Jeremy Woolridge,

Wedge Group. Die EGGA ist die europäische

Vereinigung der nationalen Verbände der

Stückverzinkungsindustrie und vertritt rd.

600 Stückverzinkereien in Europa, die mehr

als 6 Mill. t Stahl pro Jahr feuerverzinken. K

(sm 170705208)

Michael Buser übergibt die operative

Führung der Bison Schweiz AG per 1. Ja nuar

2018 an Florian Bernauer, um sich künftig

wieder verstärkt den Aufgaben als Mitglied

der Geschäftsleitung fenaco und Departementsleiter

Informatik/Logistik widmen zu

können. Zudem wird Michael Buser als

neuer Verwaltungsratspräsident der Bison

Schweiz AG dafür sorgen, dass die – seit der

Übernahme durch die fenaco – eingeschlagene

Strategie weitergeführt wird. Mit

Florian Bernauer konnte ein langjähriges

Kadermitglied der Bison Schweiz AG für die

Nachfolge als CEO gewonnen werden. K

WS(SHN)/SE/ (sm 170705104)

Konrad Nörtersheuser, früher Vorsitzender

des Vorstandes der Rasselstein

GmbH, begeht am 15. Juli seinen 70. Ge -

burtstag.

K

(sm 170705042)

Am 15. Juli wird Dr.-Ing. Ulrich Scheib,

Geschäftsführer der Gontermann Holding

GmbH, 80 Jahre alt.

K

(sm 170705043)

Seinen 65. Geburtstag feiert am 18. Juli

Dr.-Ing. Jörg Beindorf, ehemals Vorsitzender

des Vorstandes der ThyssenKrupp Nirosta

GmbH.

K

(sm 170705044)

Horst Wolf, früher Geschäftsführer der

WILKAS Handelsgesellschaft für feuerfeste

Produkte mbH, begeht am 18. Juli seinen

75. Geburtstag. K

(sm 170705045)

Seinen 75. Geburtstag feiert am 20. Juli

Dr. iur. Joachim Lemppenau, ehemals

Hauptgeschäftsführer, Arbeitgeberverband

Stahl.

K

(sm 170705046)

Dr.-Ing. Teodor Krone, Geschäftsführer

i. R. der Wurth Refractory & Engineering

GmbH, feiert am 21. Juli seinen 65. Geburtstag.

K

(sm 170705047)

85 Jahre alt wird am 23. Juli Helmut

Strassburg, früher Geschäftsführender

Gesellschafter der Prezista Metallwaren

GmbH.

K

(sm 170705048)

Seinen 65. Geburtstag feiert am 26. Juli

Albert Hettrich, Präsident des Verbandes

der Saarhütten.

K

(sm 170705049)

Am 26. Juli wird Dr. iur. Hans-Günther

Vorwerk, ehemals EUROFER, Europäische

Wirtschaftsvereinigung der Eisen- und Stahlindustrie,

95 Jahre alt.

K

(sm 170705050)

Franz Rotter, Vorstandsvorsitzender der

voestalpine Edelstahl GmbH, begeht am

30. Juli seinen 60. Geburtstag. K

(sm 170705051)

Seinen 85. Geburtstag feiert am 1. August

Eckhart Lohmann-Voß, früher Ge -

schäftsführer der Friedr. Lohmann GmbH. K

(sm170705197)

Dr.-Ing. Hans-Ulrich Plaul, früher Vorsitzender

des Vorstandes der Buderus Aktiengesellschaft,

feiert am 1. August seinen

80. Geburtstag. K

(sm 170705198)

75 Jahre alt wird am 3. August Dr.-Ing.

Harald Klotzbach, früher Vorsitzender des

Vorstandes der Mannesmann Sachs AG. K

(sm 170705197)

Wir teilen Ihre

Leidenschaft

für Stahl

stahlmarkt bietet Ihnen

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Wirtschaft, Markt und Technik.

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Gabriele Wald

gabriele.wald@stahleisen.de

Tel.: +49 211 6707-527

Fax: +49 211 6707-582

Montan- und

Wirtschaftsverlag GmbH

stahlmarkt 7.2017


66 K Inserentenverzeichnis

Landesregierung soll sich für Maschinen- und Anlagenbau einsetzen

Düsseldorf. Landtag und Landesregierung sind neu gewählt, sie müssen die Weichen für eine zukunftssichere

Industrie in Nordrhein-Westfalen stellen und die Chance nutzen, Verbesserungen anzustoßen, fordert der Verband

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA).

Der Maschinen- und Anlagenbau ist ein

wesentlicher Bestandteil der Industrie in

Nordrhein-Westfalen mit einem Umsatz von

knapp 42 Mrd. € (2016). Damit leistet die

Branche einen großen Beitrag zum Erhalt

und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und

Effizienz des Industriestandortes Nordrhein-

Westfalen und sichert gleichzeitig Wohlstand

und Beschäftigung in NRW. Die kommende

Landesregierung muss sich nun klar

für die Belange des Maschinenbaus einsetzen,

damit dieser weiterhin das erfolgreiche

Rückgrat der nordrhein-westfälischen Industrie

sein kann, so der VDMA.

Bereits im Dezember hatte der Verband seine

politischen Kernforderungen vorgelegt,

die sich auf die für den Maschinen- und

Anlagenbau wichtigsten Themenfelder konzentrieren.

Im Mittelpunkt der Forderungen

an die Landespolitik steht die Wettbewerbsfähigkeit

der nordrhein-westfälischen Industrie,

die durch die bestmöglichen Rahmenbedingungen

gestärkt werden sollte. Gerade

in den Bereichen Digitalisierung – insbesondere

Breitbandausbau –, Mittelstandsförderung

und Bürokratieabbau, Steuern,

Werk- und Dienstverträgen, Außenwirtschaft,

Energie und Infrastruktur sieht der

VDMA NRW dringenden Handlungsbedarf,

um international wettbewerbsfähig zu bleiben

und den Anschluss nicht zu verlieren.

»Auch mit der zukünftigen Landesregierung

hoffen wir auf die Fortsetzung der Gespräche,

die wir in den vergangenen Mo naten

mit Vertretern verschiedener Landtagsparteien

geführt haben«, so Siegfried Koepp,

Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW.

www.vdma.org

/

(sm 170705108)

INSERENTENVERZEICHNIS

A

AMCO united samplers

and assayers GmbH 26

Andernach & Bleck GmbH & Co. KG 26

B

Becker Stahl-Service GmbH 26

BGH Edelstahl Siegen GmbH 27

BOBE Industrie-Elektronik 27

Bürger + Althoff GmbH & Co. KG 28

Business Control Software GmbH 17

C

COILTEC Maschinenvertriebs GmbH 61

D

DELTA Qualitätsstahl GmbH 28

Karl Diederichs KG

Stahl-, Walz- und Hammerwerk 28

DM-Stahl GmbH 29

E

EMW Eisen- und Metallhandel GmbH 29

Energietechnik Essen GmbH 29

Egon Evertz KG (GmbH & Co.) 30

F

Dr. Fister GmbH 13

G

Heinrich Georg GmbH

Maschinenfabrik 30

GIMA e.K. 45

Göcke Umformtechnik

GmbH & Co. KG 55

H

Heitmann Stahlhandel

GmbH

Titelseite, U IV

HFS Hagener Feinblech Service GmbH 30

I

ib Andresen Industri A/S 31

Ibero Stahl GmbH 31

K

Klöckner & Co. AG 14, 15

M

Mapudo GmbH 31

Messe Düsseldorf GmbH 32

Montan- und Wirtschaftsverlag

GmbH 18, 36, 48, 65

N

Artur Naumann Stahl AG 32

NoKra Optische Prüftechnik und

Automation GmbH 32

O

ORI MARTIN Deutschland GmbH 33

Outokumpu EMEA GmbH

U II

P

pauly STAHLHANDEL Ralph Pauly e.K. 33

Pender Strahlungsheizung GmbH 33

R

R+R Eisenkontor GmbH & Co. KG 34

Rohrhandel-Brunzel GmbH 27

S

SAZ Stahlanarbeitungszentrum

Dortmund GmbH & Co. KG 34

Schnutz GmbH 34, 43

SMS group GmbH 7

SSAB Swedish Steel GmbH 35

SSB Schienensysteme Brandt GmbH 61

STAHLO Stahlservice

GmbH & Co. KG 22, 23, 35

Stahlrohr GmbH 35

U

Universal Eisen und Stahl GmbH 36

V

Verlag Stahleisen GmbH 37

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG 9

W

WOKO Magnet- und

Anlagenbau GmbH 36

stahlmarkt 7.2017


Vorschau / Impressum K

VORSCHAU 8.2017

Steel International

• Stahlmarkt USA

• Eurometal-Summit – ein Nachbericht

Stahlstandort Deutschland

• Stahlproduzent setzt auf Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Digitalisierung

• Mehrwert digital

• Online-Plattform für Edelstahlkunden

Branchenbericht

• Robotic und Automation

Rohre, Profile, Flansche & Co

• Der Stahlrohrmarkt

• Leistungsstark – Neue Schrägwalze im Pilgerwalzwerk

• Innovativ bauen mit Stahl

• Hamburger Spezialisten für Anlagen- und Rohrleitungsbau

setzen auf Konecranes

• Neue Komponenten bei der MasterCut Baureihe

Trennende Fertigung 2 (Sägen, Strahlen, Trennen etc.)

• Kaltenbach-Hausmesse – ein Nachbericht

• Vielseiteige Helfer zum Sägen in der Werkstatt

• Neue Drahterosionslösung kann anspruchsvollste Anwendungen

vereinfachen

• SCHWEISSEN & SCHNEIDEN, der Countdown läuft

Veranstaltungen

und vieles mehr!

Änderungen vorbehalten

Impressum

Herausgeber und Verlag:

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 105164, 40042 Düsseldorf

E-Mail: stahlmarkt@stahleisen.de

Internet: http://www.stahleisen.de

Verlagsleitung / Geschäftsführung:

Frank Toscha

Redaktion: Chefredakteurin Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Tel. +49 211 6707-538, Fax +49 211 6707-540

E-Mail: petra.jung@stahleisen.de

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Anzeigenleitung: Nadine Kopmann

Tel. +49 211 6707-518, Fax +49 211 6707-923518

E-Mail: nadine.kopmann@stahleisen.de

Vertrieb: Gabriele Wald

Tel. +49 211 6707-527, Fax +49 211 6707-923527

E-Mail: gabriele.wald@stahleisen.de

Herstellungsleitung: Burkhard Starkulla

Tel. +49 211 6707-500, Fax +49 211 6707-501

E-Mail: burkhard.starkulla@stahleisen.de

Layout-Konzept: KünkelLopka GmbH, Heidelberg

Satz/Layout: digiteam – DigitaleMedienProduction

Joachim Kirsch, Kreuzbergstraße 56, 40489 Düsseldorf

Druck: Kraft Premium GmbH

Industriestraße 5-9

76275 Ettlingen

Erscheinungsweise: jeweils zum Monatsanfang.

Bezugspreise: Einzelheft 15,– €, im Jahresabonnement

(12 Ausgaben) 112,– € einschl. Zustellgebühr und

Mehrwertsteuer. Ausland 126,– € einschl. Porto.

Kündigungsfrist bis zum 15. November zum

31. Dezember des jeweiligen Jahres. Zur Zeit gültige

Anzeigenpreisliste Nr. 67.

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Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der durch das

Urheberrechts gesetz festgelegten Grenzen ist ohne

Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt

insbesondere für Vervielfälti gungen, Übersetzungen,

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werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um

eingetragene Warenzeichen oder gesetzlich geschützte

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gekennzeichnet sind.

Urheberrecht für Autoren: Mit Annahme des

Manuskripts gehen das Recht zur Veröffentlichung

sowie die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von

Nachdruckrechten, zur elektronischen Speicherung

in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken,

Fotokopien und Mikrokopien an den Verlag über. In

der unaufgeforderten Zusendung von Beiträgen und

Informationen an den Verlag liegt das jederzeit

widerrufliche Einverständnis, die zugesandten Beiträge

bzw. Informationen in Datenbanken einzustellen,

die vom Verlag oder von mit diesem kooperierenden

Dritten geführt werden.

Erfüllungsort Düsseldorf

© 2017 Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH, Düsseldorf

Gedruckt auf vollkommen chlorfrei

gebleichtem Papier (TCP) mit

schwermetallfreien Farben.

Printed in Germany

ISSN 0178-6571

(Fotos: Salzgitter, Konecranes)

stahlmarkt 7.2017

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