s'Magazin usm Ländle, 9. Juli 2017

vorarlbergkrone

HIV-INFEKTION WOLFSSICHTUNG UNTERHALTER

AIDS-Hilfe-Mitarbeiterin

Angela Knill zu eklatanten

Lücken im Wissen über AIDS

Der Wolf wird inunserer

Region wieder heimisch.

Darüber freut sich nicht jeder.

Der ehemalige „Trocadero“

Heinz Wendel unterhält das

Publikum auch noch heute.


SONNTAG, 9. JULI 2017

US-PRÄSIDENT

NICHTS ALS

KNETE

Fotos: Astrid Knie

Benny Omerzells Plastilin-Trump

erobert die Bildschirme der

heimischen Wohnzimmer. Dabei

ist Omerzell eigentlich Musiker.


4

9. JULI 2017 | INHALT

Fotos: Christof Birbaumer,StiplovsekDietmar, LisaMathis, Seehotel am Kaiserstrand

Cool down:

Das verlängerte Wohnzimmer von

Beachboys und -girls!

11

Gesegnet:

Zumindest mit Selbstvertrauen!

18

Der Wolf kehrt zurück:

Bleibt er auch?

12

4 AKTUELL

Wie sich der Wolf in unserer Region

langsamwieder heimisch fühlt

6 INTERVIEW

AIDS-Expertin AngelaKnill über

Stigmatisierung und Unwissen

9 SCHNEIDERS BRILLE

Eine gesalzene Kolumne

unseresStarkolumnisten

10 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft

Geschäftsmann Daniel Zech

11 PORTRÄT

Mathias„Silence“Ortner

und das Geschenk Gottes

12 HOCHZEITSGLOCKEN

Warum sich immer mehr

Paare am See trauen lassen

14 TRUMP VERSUS PLASTILIN

Benny Omerzell baut für TV-Spots

das OvalOffice aus Plastilin nach

16 HISTORISCHES BILD

Hochwasser in Hörbranz anno 1974

17 MUNDART

Wieder mal „körigverhockt“? Laut

Stefan Vögel typisch männlich!

18 WASSER, POOL UND SONNE

Die besten Badeplätze im Land!

20 EVENTS

Was Sie diese Woche auf

keinen Fall versäumen sollten!

21 KULINARIK

Mac&Cheese geht auch ohne Käse!

22 WAS WURDE AUS ...

...HeinzWendel?

Selig am See:

Jasager am Strand!

s’Magazin 3


AKTUELL

Aufden Spuren des Wolfs

Auf dem landwirtschaftlichen Hof von Elvie Dietschi im schweizerischen

Innerrhoden unweit der Vorarlberger Grenze soll ein Wolf ein

Lamm gerissen haben. Das ist durchaus möglich, denn Meister

Isegrim ist bei uns häufiger unterwegs, als man meinen würde.

Elvie Dietschi staunte

nicht schlecht, als sie vor

wenigen Wochen eines

Morgens auf ihre eingezäunte

Weide hinaustrat

und die Überreste eines gerissenen

Lamms entdeckte. Der Betreiberin

von„Elvies Farm“ war bereits zu Ohren

gekommen, dass sich ein Wolf –

registriert unter dem Namen M75 –

in der Gegend herumtreiben soll, gesehen

hatte ihn aber noch niemand.

Für die Schweizerin, die lange Zeit

auch in Vorarlberg gelebt hat, war

aber sofort klar: Das musste der Wolf

gewesen sein. „Ich habe es beim

Amtsveterinär gemeldet. Aber mir

wurde gesagt, dass es hier keine Wölfe

gibt. InAußerrhoden ja, aber nicht

in Innerrhoden. Ein Fuchs habe das

Lamm gerissen“, so die 60-Jährige.

Das Grundstück von Frau Dietschi

verläuft allerdings exakt entlang der

Grenze zwischen Appenzell Innerund

Außerrhoden. Von ihrer Terrasse

aus blickt man sowohl über den

Kanton, als auch über das Vorarlberger

Rheintal. „Ein Wolf marschiert

täglich bis zu 70 Kilometer. Und es

ist ihm egal, in welchem Teil des

Kantonsersich befindet.“

Ob es sich bei dem Lamm tatsächlich

um Opfer Nummer 56 des Wolfes

M75 handelte, ist noch unklar.

Allerdings erschien wenige Tage später

ein Zeitungsbericht über den Appenzeller

Isegrim: Außerrhoden, St.

Gallen, Graubünden und das Tessin

haben eine Abschussverfügung erlassen

–Innerrhoden beteiligt sich daran

bislang nicht. Trotz ihres Verlustes

spricht sich Frau Dietschi gegen

einen Abschuss aus: „Wölfe sind so

edleund kluge Tiere, die schon beinahe

ausgerottet waren. Ich finde es

toll,dass sie wiederumherstreifen.“

Beschneidung des Lebensraums

„Eine löbliche Einstellung“, sagt

dazu der Vorarlberger Wildökologe

Hubert Schatz. Meistens würden die

Landwirte nicht sogelassen reagieren.

Auch in Vorarlberg werdenWölfe

immer wieder gesehen, das Ländle

ist ein Durchzugsland für die Räuber

aus der Schweiz und Italien. Gerade

im Montafon oder den Lechtaler Alpen

gibt es regelmäßig Sichtungen.

Und natürlich kommt es auch hier

immer wieder zu Konflikten zwischen

Mensch und Wolf. „Im

deutschsprachigen Raum ist der

Wolf –wie übrigens auch der Luchs

und der Bär –sehr streng geschützt.

Abschüsse sind nur unter ganz speziellen

Bedingungenerlaubt.“

In Vorarlberg erhalten Landwirte

Entschädigungen für gerissene Tiere,

auch Elektrozäune sollen die Raubtiere

fern halten. Doch die Lebensräume

werden immer mehr beschnitten,

Wolf &Co. bleiben immer weniger

Rückzugsorte: „Der Nutzungsdruck

auf die Lebensräume wächst stetig –

Mensch und Natur prallen immer

mehr aufeinander.“ Abschließend

gibt uns Schatz eine traurige Wahrheit

mit auf den Weg: „Jedes Tier

kommt mit Menschen klar. Nur der

Mensch nicht mit denTieren.“ Drum

Isegrim, sei auf derHut. Harald Küng

4

s’Magazin


AKTUELL

Blick auf die Kantone

Appenzell Innerrhoden

und Außerrhoden:

Irgendwo hier soll der

männliche Wolf M75

herumschleichen.

Fotos: Harald Kueng

Elvie Dietschi (60) zeigt

die Stelle, an der sie das

gerissene Lamm

gefunden hat.Im

Hintergrund sieht man

das Vorarlberger

Rheintal.

Bei uns

zählt der

Wolf zu den

streng

geschützten

Arten –ein

Abschuss ist nur

unter ganz

speziellen

Bedingungen

erlaubt.

Hubert Schatz

Wildökologe

Der Wolf geht um

••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Durch intensive Verfolgung

war der Wolf in Österreich

schon beinahe

vollständig ausgerottet.

Heute zählt er zu den

streng geschützten Arten,

weshalb er auch im Ländle

immer häufiger anzutreffen

ist. Sein Revier ist

riesig: Das Tier kann bis zu

70 Kilometer täglich zurücklegen,

junge Wölfe

wandern gesamt bis zu

1000 Kilometer.

s’Magazin 5


XXXXXXXX AIDS

Ist HIV wieder auf dem

Vormarsch, Frau Knill?

INTER

VIEW

Seit drei Jahrzehnten ist die Vorarlberger AIDS-Hilfe eine wichtige Anlaufstelle für

Menschen, die sich über HIV und AIDS informieren wollen bzw. für jene, die den Virus

bereits in sich tragen. „Krone“-Redakteur Harald Küng sprach mit Expertin Angela Knill

über die Situation im Ländle sowie Diskriminierung und Stigmatisierung von Betroffenen.

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Die Sonne brennt gnadenlos

vom Himmel,

als wir Angela Knill

an einem Junitag in

ihrem Büro in der

Vorarlberger AIDS-Hilfe in Bregenz

besuchen. Doch nicht nur das Wetter

sind heiß, sondern auch das Thema,

das besprochen wird.

Frau Knill, seit einigenJahren steigt die

Zahl der HIV-Neuinfektionen inVorarlberg

wieder. Ist HIV erneut im Vormarsch?

Bis 2013 gab es jährlich acht bis zehn

Neuinfektionen. 2013 gab es mit 16

den ersten Ausreißer, 2014 mit 17

Neuansteckungen den zweiten. Danach

pendelte es sich zwischen 12

und14Neuinfektionen–wie im vergangenen

Jahr –ein. Man kann nicht

pauschal sagen, dass HIV wieder auf

dem Vormarsch ist, dazu müsste

man die Situation über einen längeren

Zeitraum beobachten. Zudem

wissen wir nicht, ob es nicht auch

einfach daran liegt, dass sich die

Menschen häufiger testen lassen

und es dadurch mehr Treffer gibt.

Es ist sehr wichtig, dass die Menschenihren

Status kennen. Deshalb

stand der heurige Lifeball auch unter

dem großen Motto „Know your

Status“. Wir haben auch direkt am

Red Carpet rund 100 Testungen

durchgeführt. Auch am Christopher

Street Day am1.Juli waren

wir mit einer mobilen Teststation

vor Ort. Je früher HIV festgestellt

wird, desto besser sind die Behandlungschancen.

HIV und AIDS sind bereits seit Jahrzehntenein

Thema. Dennoch scheint

es, als wäre das Wissen darüber in

der Bevölkerung auch noch heute

sehr lückenhaft?

Dasist richtig. Viele Menschen haben

vielleicht einmal in der Schule

davon gehört, sich danach aber

nicht mehr mit der Materie auseinandergesetzt.

Jugendliche sind oft

sehr zugänglich dafür –Sexualität

spielt in diesem Alter ja eineimmer

größere Rolle, man beginnt, Dinge

zu entdecken. Esist ein großes, neues

Thema. Die Jungen sind sehr offen

für Informationen. Aber der Informationsstand

ist dennoch oft

nicht ausreichend, gerade auch,

wenn esumdie medizinischen Hintergründe

geht: Viele kennen nicht

einmal den Unterschied zwischen

HIV und AIDS.Dabei ist dieser gravierend:

HIV ist „lediglich“ eine Infektion,

aber noch keine Krankheit.

Erst imletzten Stadium, wenn das

Immunsystem schon sehr stark beeinträchtigt

ist, spricht man von

Aids. HIV kann heute auch sehr gut

behandelt werden, es gibt mittlerweile

sehreffektive Kombipräparate,die

zur Gänze von der Krankenkasse gezahltwerden.

Wie sieht es denn mit der Stigmatisierung

von HIV-positiven bzw. AIDSkranken

Menschen aus?

Es kommt dabei auf die Region an:

In Vorarlberg ist dieses Thema

auch heute noch kein ein-

6

s’Magazin


XXXXXXXX AIDS

s’Magazin 7


XXXXXXXX AIDS

FORTSETZUNG

faches. Es ist ländlicher hier, neue

Dinge brauchen oftmals etwas länger,

bis sie ankommen. In einer Großstadt

wie etwa Wien mit mehr Multikulturismus,

einer höheren Toleranzgrenze

etc. sieht das ganz anders aus. In

Deutschland beispielsweise gibt es viel

mehr HIV-positive Menschen, die

sich outenund öffentlich dazu stehen.

Das würde ich mir auch für Vorarlberg

wünschen. Dass Betroffene einfach

sagen können: ‚Ja, ich bin HIVpositiv.

Aber ich nehme meine Medikamente,

undesgeht mirgut.‘Dass es

den Menschen nicht gut geht, hängt

nämlich oft mit dieser Stigmatisierung

zusammen, und nichtprimär mit

der Erkrankung.

Hat sich die Situation im Ländle aber zumindest

etwas gebessert?

(Zögert.) –Ja, doch, aber es ist nach

wie vor schwierig. Ein Beispiel: In

Deutschland und Österreich gibt es

das so genannte Anti-Diskriminierungsregister,

bei dem man – auch

anonym –Diskriminierungenetwaim

Gesundheitswesen oder auf Ämtern

melden kann. Wenn es gewünscht

wird, gehen wir dem dann nach. Aber

nur die Wenigsten wollen das auch.

Sietrauen sich einfach nicht.

Sie haben bereits erwähnt, dass viele

Menschen AIDS und HIV als dasselbe

ansehen. Gibt es noch weitere klassische

Irrglauben?

Viele Menschen sind noch immer der

Meinung, dass man sich über soziale

Kontakte anstecken kann –beispielsweise

übersHändeschütteln oder Niesen.

Oder auch übers Küssen. Das

geht bei der Grippe, aber nicht bei

HIV. Auch die Nutzung öffentlicher

Toiletten ist eine Angst, die Menschen

in Beratungsgesprächen immer

wieder vorbringen: Sie sehen einen

Tropfen Blut und glauben, sie hätten

sich mit irgendetwas angesteckt. Natürlich

ist es unangenehm, wenn ich

auf ein schmutziges WC gehe –aber

das geht wohl jedem Menschen so.

STECK

BRIEF

Angela Knill, 37 Jahre, wohnhaft in

Langen bei Bregenz –ursprünglich

aus Wangen im Allgäu, Studium der

Sozialwissenschaften in Berlin mit

Schwerpunkt Umwelt-und Entwicklungspolitik,

seit 2013 bei der

AIDS-HilfeVorarlbergtätig,verheiratet,dreiKinder.

·········································································································································

Doch wegen HIV muss man da keine

Angst haben.Und durch den medizinischen

Fortschritt ist HIV auch schon

längst kein Todesurteil mehr.

Ist Sex der häufigste Grund für Neuansteckungen?

Mittlerweile schon. In den 1980ern

gab esauch in der Drogenszene noch

zahlreiche Infektionen. Damals waren

HIV und AIDS noch neu, auch über

die Übertragungswege war nur wenig

bekannt. Als sich herausstellte, dass

das „needle-sharing“ –also das Tauschen

von Spritzen –maßgeblich für

die Ansteckungen verantwortlich ist,

wurden viele weitreichende Maßnahmen

gestartet. In Städten und Gemeinden

wurden Spritzenautomaten

eingeführt, die es auch heute nochgibt

–etwa in Bregenz, Dornbirn, Lustenau

oder Schruns. Dadurch hat man

das Problem in der Drogenszene gut

in den Griff bekommen. Heute ist

ganz klar Geschlechtsverkehr der InfektionsgrundNummer

eins.

Früher wurde AIDS abfällig auch als

„Schwulenkrankheit“ bezeichnet. Wie

gestaltet sich die Situation heute? Ein

Schwerpunkt der AIDS-Hilfe liegt ja

nach wie vor auf „MSM“ –also Männern,

die Sex mit Männern haben.

Global gesehen ist die Situation sehr

ausgeglichen: In afrikanischen Ländernsind

es sogar eher die Frauen, die

sich häufiger mit HIV infizieren. In

Mitteleuropa ist es aber tatsächlich so,

dass die Gruppe „MSM“ –und dazu

zählen nicht nur homosexuelle Männer,

sondern auch bisexuelle Männer

– leicht über dem Durchschnitt ist.

Das Bewusstsein für HIV ist in dieser

Szene aber von Grund auf viel höher

als bei heterosexuellen Menschen.

Was sicherlich auch mit der Vergangenheit

von HIV und Aids als

„Schwulenkrankheit“ zutun hat. Als

die AIDS-Hilfe Vorarlberg vor drei

Jahrzehnten insLeben gerufen wurde,

haben die Zeitungen jaauch tatsächlich

noch von der „Schwulenkrankheit“

geschrieben. Viele homo- oder

bisexuelle Männer kennen persönlich

auch den einen oder anderen, der sich

in den Anfangsjahren infiziert hat, als

8

s’Magazin


XXXXXXXX AIDS


Angela Knill im Gespräch mit

„Krone“-Redakteur Harald Küng. Als

Knill 2013 zur Vorarlberger AIDS-Hilfe

kam, war sie erst in der Prävention und

informierte unter anderem an Schulen.

·························································································

man noch nichtviel über die Thematik

wusste. Das liegt ja auch alles noch

nicht so lange zurück: Das war in den

1970ern und 80ern. Diese Menschen

sind noch nichtalt, sie stehen heutein

der Blüte ihres Lebens. Wir haben für

„MSM“ auch einen eigenen Berater,

JochenGuggenberger. Er gehtauf die

einschlägigen Partys oder ist in

Schwulensaunas unterwegs, um die

Menschen zuinformieren. Das wird

sehr gut angenommen. Die Szene ist

ohnehin meist schon sehr gut informiert

und stellt auch andere Fragen.

Es geht dabei aber natürlich auch um

ein anderes Lebensmodell. Uns ist es

zudem wichtig, zu zeigen, dass Sex

unter Männernnormal ist.

Ein abschließenderAppell?

Das Bewusstsein für das Thema ist

heute viel größer als noch vor einigen

Jahren –auch wenn jede Generation

aufs Neue aufgeklärt werden muss.

Schön wäre es zudem, wenn bei der

Bevölkerung endlich ankommen würde,

dass man sich vor HIV-positiven

Menschennicht fürchten muss.

Fotos: Mathis Fotografie

...aber versalzen!

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Die kleine Geschichte, die ich heute schreibe, ist

so lange her,dass sie wohl erzählt werden darf.Der,

vomdem sie handelt,ist schon lange tot.Erwar Organist

in unserem Dorf und hieß Oskar.Für sein

jahrzehntelanges Musizieren zur EhreGottes erhielt

er sogar einen päpstlichen Orden. Der Oskar war ein

Fabrikant.Ein nobler Herr.ImKrieg soll er angeblich

ein Gelübde getan haben, dass, wenn er gesund zurückkehre,

er sonn- und feiertags die Orgel in Meschach

spielen werde. Vondiesem Gelübde hat Oskar

rücksichtslos Gebrauch gemacht,denn er spielte

so unsäglich, dass einem musikalischen Menschen

das Hören für immer vergehen musste. Nicht

ein Takt,bei dem er nicht daneben griff.

Dann starb der treue Organist vonMeschach. Es

gab ein großes Begräbnis. Nobilitäten aus dem

Rheintal waren zugegen, auch sämtliche Meschacher

–eine wirklich amüsante Mischung. Schon

während des Requiems sprach sich herum, der Fabrikant

habe testamentarisch angeordnet,dass alle

Meschacher zum Leichenschmaus geladen seien.

Das Gasthaus zum Waidmann platzte aus allen

Nähten. Noch nie hat ein Meschacher so viele Meschacher

auf einem Haufen gesehen. Stühle wurden

herbeigetragen. Im Gang wurde gar noch eine improvisierte

Tafelaufgestellt.Anfänglich ging es gesittet

zu. Man sprach innig über den Verblichenen.

Er sei ein guter,treuer Mensch gewesen, auch wenn

es ein Fabrikant aus Götzis sei. Immer pünktlich, immer

höflich sei er gewesen usw.Dann hauten die

Bauern rein, was sie reinhauen konnten. Essen

konnte man das nicht nennen, trinken auch nicht.

Doch plötzlich machte sich eine merkwürdige Verhaltenheit

breit.Die Gespräche verebbten nach und

nach. Man fing zu tuscheln an, die riesenhaften

Schnitzel auf den Tellern blieben liegen, während

der Getränkekonsum ins Unermessliche stieg. Durst

hatten die Meschacher wie verrückt.Dass der im

Testament erwähnte Leichenschmaus noch einen

Zusatz beinhaltete, wusste keiner.Erlautete: „Jedem

Meschacher eine Mahlzeit –aber versalzen.“

s’Magazin 9


GESELLSCHAFT



Daniel Zech

Leiterder SevenVentures Austria Gesellschaft

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Dank meiner lieben Gota erfahreich, dass der prominente

Daniel Zech (36) auch aus meiner Heimatgemeinde

Thüringen stammt.Viele kennen den

sympathischen Mann aus der Fernsehshow „2 Minuten,

2Millionen“, wo er Start-ups Werbeminuten auf

PROSIEBEN, SAT1, PULS 4und ATVgegen eine Unternehmensbeteiligung

bietet.Als Leiter der Seven-

Ventures Austria ist er nun schon seit drei Jahren am

Bildschirm und dabei herrlich bodenständig geblieben.

Eine –wie er meint –typische Charaktereigenschaft

für einen Vorarlberger: „Wir haben eine andere

Kultur als in Ostösterreich, bei uns stellt man sich

nicht gern in den Vordergrund“,erklärt er mit einem

verschmitzten Lächeln. Dabei hat er allen Grund,

stolz zu sein auf seine frühe Karriere. Nach der

Hauptschule in Thüringen wechselte er auf die Handelsakademie

nach Bludenz.Nach seinem Dienst

beim Heer in der Kaserne Gais studierte er in Innsbruck

BetriebswirtschaftslehreinklusiveDoktoratsstudium,

das ihn auch nach Peking und Schanghai

brachte. Seine große Leidenschaft Fußball beanspruchte

ihn seit seiner Kindheit und brachte ihm

auch seinen ersten beruflichen Erfolg: Nach einem

Jahr als Assistent im Medienhaus gründete er mit einem

Kollegen die Plattform „ländlekicker.at“.Inder

Heimat ist er am

liebsten in Mamas

Garten und natürlich

auf dem Fußballplatz.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola

Purtscher (PR-Agentur

Purtscher Relations) lebt

seit über 30 Jahren in Wien.

Als Netzwerkerin lädt sie

regelmäßig zu ihrer exklusiven

„Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Sein Selfie: Der aus den

Medien bekannte Daniel

Zech im Aufzug auf dem Weg

ins Büro

Geschenk

Gottes

Den einen oder anderen scheelen Blick

erntet Mathias „Silence“ Ortner dank

seiner Tattoos wohl immer noch. Derart

farbenprächtig ausgestattet –auch an

Hals und Kopf –erinnert der Chef der

Vorklöstner In-Kneipe Low Life an ein

lebendes Gesamtkunstwerk.„Ich wollte

schon immer anders sein“, meint der

35-Jährige und bereut keine Sekunde,

dass ihm dies in vielerlei Hinsicht auch

gelungen ist.

Hätte Mathias vor ein

paar Jahrzehnten

wohl noch einen mittleren

Volksauflauf

verursacht, ist man

heutzutage an Körperschmuck gewohnt.

„Ich begann bereits mit 16 mit

den Tätowierungen; damals waren es

noch sehr wenige, die das in diesem

Umfang betrieben“, erinnert er sich

und ließ den ersten Motiven auf seiner

Haut viele weitere folgen. Dass er

damit den Zeitgeist vorweg nahm –

mittlerweile sind großflächige Tattoos

bei jungen Menschen eher Standard

–lag nicht in seiner Absicht.

Ganz im Gegenteil: „Als junger

Mensch war mir vor allem wichtig,

nicht mit der Masse zu schwimmen

und meiner Individualität Ausdruck

zu verleihen“, soder Sohn des früheren

Bregenzer Stadtarztes, dem

auch einige Jugendsünden durchaus

ins Lebenskonzept passten. Einer

solchen verdankt er seinen Spitznamen

„Silence“ (der Schweigsame):

„Als ich von älteren Freunden einen

Joint angeboten bekam und daran

zog, haute mich der so um, dass ich

den ganzen Abend kein Wort mehr

herausbrachte“, scherzt er im Nach-

10

s’Magazin


ORIGINAL

hinein –der Kater war bald weg, der

Name blieb. Obschon er eine kaufmännische

Ausbildung genoss, zog es

ihn nie ins Büro; vielmehr versuchte

er sich als Gemüseverkäufer oder

Fahrer von Geldtransportern („Überfallen

wurde ich nie!“), ehe er 2011

seine Bestimmung fand und ein eigenes

Lokal eröffnete. „Ich hatte einen

Teil meiner Erbschaft noch nicht

durchgebracht und wollte endlich etwas

Sinnvolles machen; da kam mir

die Idee zum Low Life“, in die er sich

dann auch voller Eifer –und ohne jede

Erfahrung –stürzte.

Einen Gang zurück

Bewusst nannte er seinen Club

nach dem englischen Ausdruck für

„Randgruppe“, denn „da konnte ich

gleich das ohnehin vorhandene Klischee

bedienen“, so Mathias. Mittlerweile

ist nicht nur der Club im

Shed8, sondern auch sein Chef vom

gesellschaftlichen Rand ein Stück

weit entfernt. „Vom Bürgermeister

bis zum Arbeiter, vom Banker bis

zum Punker –imLow Life treffen

sich Kraut und Rüben; das macht die

Bar auch aus“, schwärmt der Glatzenträger

aus Überzeugung von der

dortigen sozialen Vielfalt, „und oft

kommen neue Gäste und meinen, ich

sei ja eh ganz ein Lieber“, schmunzelt

er; seine zahlreichen Bekannten wissen

dies ohnehin. Dennoch überrascht

es auch Mathias, dass er seit

sechs Jahren das Gleiche macht:

„Ich bin ein an sich unruhiger Geist,

fast ein Getriebener, und es erstaunt

mich selbst, dass mir sowohl das Lokal

als auch das Leben im beschaulichen

Ländle immer noch Spaß machen

–auch wenn oder weil ich in letzter

Zeit einen Gang zurückgeschaltet

habe.“ Punkto Selbstbewusstsein

fährt „Silence“ allerdings immer

noch recht hochtourig: ‚Der hebräische

Name Mathias bedeutet „Geschenk

Gottes‘ –und genau das bin

ich doch, oder!“ Kann man so sehen ...

Raimund Jäger

Foto: lisamathis.at

s’Magazin 11


HEIRATEN

WeramKaiserstrand

heiratet,der hat die Qual

der Wahl, denn viele

Varianten sind möglich:

Empfang im Garten oder

die Party am Badehaus –

natürlich kann hier auch

gleich die Hochzeitsnacht

verbracht werden!

Romantik am See

Foto: Matthias Weissengruber

Foto: Seehotel am Kaiserstrand

Hochzeiten werden heute immer durchgeplanter. Das Um und

Auf ist es, die richtige Location für den schönsten Tag im Leben

zu finden. Besonders idyllisch ist es am Kaiserstrand –

„Krone“-Redakteurin Sandra Nemetschke hat sich umgesehen.

DasSchiff mit der Hochzeitsgesellschaft

legt am Steg an,

die Braut ganzinWeiß wird

vom Bräutigam zum Apéro

in den Garten des Seehotels

geführt. Die Brautmutter kämpft mit den

Tränen –sogerührt ist sie. Während sich

der Rest der Gesellschaft an dem wunderschönen

Ausblick auf den Bodensee erfreut.Soinetwa

könnte ein Hochzeitsszenario

amSeehotel am Kaiserstrand aussehen.

„Es gibt unendlich viele Möglichkeiten,

wie man seine Feier gestalten kann“,

macht mich die Marketing-Verantwortliche

Manuela Haller neugierig.Vom festlichen

Menü bis zur Party amBadehaus,

hier wird den Brautleuten offensichtlich

jeder Wunsch erfüllt. „Am See kann bis

spät in die Nacht getanzt und gefeiert werden.“

Und natürlich gibt es auch reichlich

Zimmer – nicht nur für die Hochzeitsnacht.

„Viele möchten am nächsten Tag

noch gemeinsam das Frühstück genießen.“

Wöchentlich richtet das Seehotel

am Kaiserstrand mehrere Hochzeiten aus.

Nur in den Wintermonaten wird esetwas

ruhiger. „Dabei hat der Bodensee einen

besonderen Reiz, wenn es frisch geschneit

hat“, ermutigt Haller zu Winter-Trauungen.

Kompetente Partner ermöglichen,

dass alles aus einer Hand kommt und das

Brautpaar die richtigen Ansprechpartner

für Deko &Co. haben.

DenroyalenFlair des Seehotels wählten

auch Melanie und Aleksandar für ihre

Hochzeit. Sie gaben sich letztes Jahr im

Juni in dieser Traumkulisse das Jawort

und schwärmeninhöchsten Tönen davon:

„Wir hatten im Garten die Zeremonie, anschließend

fuhren wir mit der ‚Alpenstadt

Bludenz‘ auf den Seehinaus und genossen

den romantischen Sonnenuntergang!“

12

s’Magazin


HEIRATEN

Ein unvergessliches Erlebnis:

Die Trauung mit Blick auf den

Bodensee ist sehr beliebt.

Das Seehotel am

Kaiserstrand ist für uns

der schönste Ort in Vorarlberg,

um diesen besonderen Tag zu

feiern. Alles war perfekt und

der Seeblickein Traum!

Melanie &Aleksandar

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Fotos: Thomas Gmeiner

„KAISERLICH“ HEIRATEN

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Dann ist eine Hochzeit „Am Kaiserstrand“ genau das, was Sie

suchen. Herrliche Ausblicke, kulinarische Hochgenüsse und

individuelle Beratung zeichnen das Sentido Seehotel Am Kaiserstrand

aus. Eine traumhafte Kulisse direkt am Bodensee macht Ihr

Fest perfekt. Wir freuen uns, Ihnen den schönsten Tag im Leben

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ANIMATION

Fotos: Astrid Knie

Einfach

plastisch

Benny Omerzell ist als Musiker äußerst erfolgreich. Mit seiner Band

Kompost 3heimste Omerzell renommierte Preise ein und gastierte

auch schon im Wiener Konzerthaus. Nun aber verhilft niemand anderer

als Donald Trump dem Vorarlberger zu einer zweiten Karriere.

Der US-Präsident mag

für die einen die Ausgeburt

des Bösen sein,

für andere ist er der

Heilsbringer –für den

Pianisten Benny Omerzell ist Trump

ein Karriereboost: Auf Spiegel Online

wird ab Juli jeden Monat eine

Folge der Animationsserie „Trump

versus Reality“ gezeigt. Dahinter

steckt Benny, der schon seit Jahren

mit Plastilin experimentiert – und

nun eine Chance hat, seine Kunstfertigkeiteinemgrößeren

Publikum vorzustellen.

24 Stunden nach Anlaufen

der ersten Episode wurde das Video

bereits 200.000 Mal angeklickt.

Trumps schlimmster Traum scheint

in dem Video übrigens wahrgeworden

zu sein, sind seine Hände darin

doch tatsächlich recht zierlich ausgefallen:

15Millimeter groß sind sie.

Seit März hat Omerzell ander satirischen

Animation gefeilt und dafür

das Oval Office, Angela Merkel und

eben den US-Präsidenten aus Plastilin

gefertigt. Im August folgt die

nächste Episode –ein Ende der Serie

istnicht abzusehen, denn„Trump liefert

ja ständig Material“, meint

Omerzell.

Angefangen hat die Plastilinvorliebe

übrigens an einem denkbar ungeeigneten

Ort: der Kaserne. Dort war

Omerzell als Pianist bei der Militärmusik.

Undgegen Ende seinesDiensteswar

er nahezu arbeitslos, fadisierte

sich und ging aus einer Laune heraus

in ein Bregenzer Spielwarengeschäft.

Es wurde Plastilin. Und aus dem

Plastilin wurden Jimi Hendrix und

einige militante Vorgesetzte. Einer

davon entdeckte Omerzell beim

„Diensttun“, fand die Sache scheinbar

witzig und organisierte drei Wochen

später eine Ausstellung in der

Kaserne. Die Leidenschaft war entdeckt,

brachte immer wieder auch

publizierte Ergebnisse zutage. So etwa

Plattencoversoderauch animierte

Musikvideos, zumBeispiel zumSong

„Anthem“von 5K HD. Und nun also

Trump(undder Rest der Welt).

Für seine Arbeit hat Omerzell bisher

nichtsanderes gebraucht als einen

Tisch und jede Menge Knete. Nun

hat sich die Sache aber professionali-

54

s’Magazin


ANIMATION

BennyOmerzell richtet

dem US-Präsidenten

Donald Trump in seiner

Werkstatt noch schnell die

Frisur.

siert. Inseinem Atelierplatz in Wien

findet sich auch ein kleiner Ofen,

denn mit Plastilin allein lassen sich

die liebevoll gestalteten Animationen

nicht mehr machen. Omerzells Figuren

bekommen Skelette ausAluminiumdraht,werdenmit

Harzen bearbeitet,

mit Plastilin überzogen und teilweise

auch im Ofengebrannt. Der Autodidakt

Omerzell hat unter anderem

zehn paar Lippen und ebenso viele

Händepaare für seine Trumpfigur gestaltet.

Einziges verwendetes Werkzeug:

eine Stricknadel –(„um zum Beispiel

die Pupillen zu verschieben.“)

Der Pianist sieht seine berufliche

Heimat zwar immer noch inder Musik,

findet esaber großartig, „nebenbei

noch ein bisschen mit Puppen zu

spielen“ und kann sich durchaus vorstellen,

die Welt noch ein Stück weit

mehrinPlastilin abzubilden.

A.Drnek

s’Magazin 55


Hochwasser in Hörbranz anno 1974

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Im Juli 1974 wurde Hörbranz

vom heftigsten Hochwasserereignis

heimgesucht,

das die Gemeinde bis dahin

erlebt hatte. Nach starken,

nicht enden wollenden Niederschlägen

waren die Gerinne

nicht mehr in der Lage,die

gewaltigen Wassermengen

abzuleiten. Berger-, Sonnenweg-

und Erlachbach traten

über die Ufer, setzten die

Leiblachtaler Gemeinde unter

Wasser und hinterließen

enorme Schäden. Das Bild

zeigt Hörbranz am 18. Juli

1974: Der damalige Bundespräsident

Dr. Rudolf Kirchschläger

reiste mit einer Delegation

aus der Bundeshauptstadt

Wien an, um sich persönlich

ein Bild der katastrophalen

Situation zu machen –

Krisenmanagement auf

höchster Ebene sozusagen.

Als die Wassermengen sich

wieder legten, wurde umgehend

mit dem Ausbau der drei

genannten Bäche begonnen,

um ähnliche Katastrophen

künftig möglichst zu unterbinden.

Noch bis heute wer-

16

s’Magazin


MUNDART















den die Schutzmaßnahmen

ausgebaut.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Vorarlberger Landesbibliothek /Helmut Klapper


verhocken

Zeitwort

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Ver-als Vorsilbe leitet im Alemannischen meist die

Steigerung eines Zeitworts zum Negativen ein: Wer vernassat,wirdvom

Regen durchweicht,wer vernärrschat,

bleibt bis in alle Ewigkeit geistig umnachtet,und wer mit

seinem Auto irgendwo verhenkt,der kommt ohne fremde

Hilfenicht mehr aus seiner Schieflage

heraus. Ebenso verhält es sich

beim Verhocken.Dessen Grundform

hocken bedeutet wie sein

hochdeutsches Pendant sitzen, „Was,scho wieder

darüber hinaus aber meint der viere?Verhockt!“

Voradelberger mit hocken noch

etwas spezieller: gesellig beieinandersitzen

(„Geschtert sind mr wieder

ghockt“). Der Alemanne heftet einem

solchen Hock bereits vorabeine gedankliche Zeitgrenze

an, zu welcher sein Hock nach Möglichkeit enden soll.

Wirddieses Limit überschritten, so erklärt der Voradelberger

selbstkritisch, er sei verhockt. Wirddas angepeilte

Hock-Ende nur um ein bis zwei Stunden verfehlt,ist unser

Sesselkleber lediglich akläle verhockt,bewegt sich

seine Verspätung dagegen in der Größenordnung des

ursprünglich geplanten Aufenthalts, so spricht man von

körig verhockt –und bei allem darüber ist der Alemanne

gottselendig verhockt.Traditionellerweise sind es wie

überall eher die Männer,die ihrehehren, aber unrealistischen

Hockziele verfehlen. Hockt der Alemanne oft,hält

seine HeimkehrvorsätzeimGroßen und Ganzen aber ein,

so sprechen wir noch voneinem Hocke,geht der Landsmann

hingegen oft aus und kehrt immer später heim als

versprochen, so wirderzum Verhocke.

s’Magazin 17


BADESPASS

Fotos: FRriedrich Böhringer,Stiplovsek Dietmar pauschal

Bregenzer Ach

Die Bregenzer Achschlängelt sich durch den

Bregenzerwald und gilt unter Wäldern als

weitaus bessereBadelocation als der Bodensee.

Die natürliche Gegenstromanlage fordert

jedenfalls zu sportlichem Ehrgeiz auf.

Wo Baden

Spaß macht

Waldbad Feldkirch

VonWald ist im Waldbad zwar nicht allzu viel zu

sehen, dafür ist es der ideale Aufenthaltsort für

alle jene, denen Abkühlung alleine nicht genügt.

Schaukelgrotte, Wellenrutsche und

Ostsee-Strandkörbe. Mehr geht wirklich nicht.

Nach den scheinbar schon obligatorischen Regentagen

im Frühsommer ist sie nun wohl wirklich da: die Hitze.

Und mit ihr auch der Wunsch nach Abkühlung. Ein Mangel

an Badeplätzen lässt sich in Vorarlbergnicht beklagen.

Wir zeigen, wo Baden richtig Spaß macht –von

natürlichen Gewässern wie dem Bodensee bis hin zu

geometrisch genau gezogenen Bahnen im Freibad.

Bregenzer Mili

Wersich gerne mit einem Hauch vonNostalgie

umgibt,ist im Milibad an der Bregenzer Pipeline

richtig. Das alte Militärbad bietet nebenbei auch

beste Möglichkeiten, um beim allseits beliebten

Spiel „Sehen und gesehen werden“mitzumachen.

18

s’Magazin


BADESPASS

Subersach

Sie ist so etwas wie die kleine Schwester der

Bregenzer Achund hält Wasserratten bei Laune.

Wie der Name schon sagt,führt die Ach

besonderssauberes Wasser –und lockt mit

Badeplätzen, die alles andereals überlaufen sind.

Bruggerloch

Das Bruggerloch ist eigentlich ein Baggersee,

aber bereits zu großen Teilen renaturiert.Erliegt

im Gemeindegebiet Höchst und ist eine Art

Grenzsee zur Schweiz:Auf der anderen Seite des

Damms liegt der Badesee Bruggerhorn.

Das Boot

Werkann, der kann: Nicht alle sind auf die

besten Strandplätzeangewiesen. Gibt es etwas

Schöneres, als vomeigenen Boot aus in die

Fluten zu springen? Oder vomBoot von

Freunden –oder vonFreunden vonFreunden?

Waldbad Enz

Das Waldbad Enz bietet keine Schönwetter-,

dafür aber eine Schlechtwettergarantie: Selbst

bei Regen öffnet das Bad bei Dornbirn seine Tore

–zumindest von8.30 bis 11 Uhr.Für

Hartgesottene und Triathleten ideal!

s’Magazin 19


„Live at Sunset“

Placebo spielen

am Dolder

in Zürich

Niemand

Geringerer als

die legendäre

britische Al-

ternative-

Rockband Placebo

gastierten

am Dienstag,

dem 11.

Juli um 20.30

Uhr auf dem

Festivalge-

EVENTS

lände am

Dolder in Zürich. Einlass ist ab

18 Uhr. Weitere Top-Acts sind

u.a. Elton John (12. Juli), Jamie

Cullum (13. Juli), Ronan Keating

(15. Juli) und Norah Jones

(22. Juli). Infos und Tickets:

www.liveatsunset.ch.

Konzertmit dem Kreativ-Duo

LeyyaimAlten Hallenbad

Das österreichische Kreativ-Duo Leyya spielt am

Samstag,dem 15. Juli ab 20.30 Uhr im Rahmen des Poolbar

Festivals im Alten Hallenbad in Feldkirch. Als Support

sind Ant Antic zu erleben. Infos und Tickets unter:

www.poolbar.at,Musikladen, oeticket.com

Foto: Live at Sunset

Szene Openair Lustenau

Foto: Gabriel Hyden

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Das Szene Openair findet heuer

von3.bis 5. August bereits zum 28.

Mal in Folge statt. Das Festival am

Alten Rhein in Lustenau bietet neben

den Hauptacts wie SDP, Clueso,

Dub FX, BillyTalent (Bild), Jennifer

Rostock oder 257ersauch ambitionierten

Nachwuchs-Musikern

auf der Newcomer-Stage die Möglichkeit,

auf sich aufmerksam zu

machen. Tickets: www.szeneopenair.at,

Musikladen Götzis

(05522/41000), oeticket.com,

aha vorarlberg

ShakespeareamBergspielt

die Komödie „Moustache“

Ab Donnerstag,

dem 13. Juli

heißt es wieder:

„Mit der Muttersbergbahn

ins

Theater!“ Das

Festival startet in

die dritte Saison

und verwandelt

die Bergarena am

Muttersberg in

Bludenz in einen

magischen Ort. Dieses Jahr inszeniert Shakespeare am

Berg „Moustache“ –basierend auf Shakespeares Verwechslungskomödie

„Was ihr wollt“. Infos und Tickets:

www.shakespeareamberg.at

Foto: Dustin Rabin

Foto: shakespeareamberg

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Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

20

s’Magazin


KULINARIK

Mac &Cheese

Zubereitung:

1 Cashewnüsse im Mahlaufsatz vomStabmixeroder

einemstarken Blender zu feinem

Mehl mahlen.

2 Kartoffeln und Karotten schälen, inWürfel

schneidenund zusammen in gesalzenemWasser

weich kochen, abgießen.

3 Tapiokastärkeinder Sojamilch anrühren.

Gemüsebrühe herrichten.

4 Cashewsmit Hefeflocken, Salz, Pfeffer,

Zwiebelpulver und Paprikapulversüß,geräuchert

vermengen. In einem leistungsstarken

Mixer zusammen mit den Kartoffeln, Karotten,

dem Pflanzenmilch-Stärke-Gemisch und Gemüsebrühe

glatt pürieren.

Foto: Mathis Fotografie, Daniela Lais


Noch mehr Rezepte findet man

in Danielas Kochbüchern

„Einfach Vegan Backen“und

„Vegane Lunchbox“.


Auch die vegane

Version von

Mac &Cheese ist ein

absoluter Hochgenuss!

Macaroni and Cheese, also Makkaroni-Pasta und Käse,

ist eines der populärsten Gerichte inden USA –

und auch in der veganen Version ein Hochgenuss!

Die Basis für die „Käsesoße“ sind Cashews, die mit

Kartoffeln, Karotten, Gewürzen, Pflanzenmilch

und Gemüsebrühe püriert werden. Für das „Fädenziehen“ ist die Tapioka-Stärke

zuständig, Geschmack verleihen neben den Gewürzen

auch die nährstoffreichen Hefeflocken. Zu Mac &Cheese passt ein

grüner Salatoder auch eine schöneGemüsebeilage.

www.facebook.com/laisdaniela

5 Pasta in Salzwasser al dente kochen, abgießenund

kalt abschrecken. In einemgroßen

Topf Olivenöl erhitzen, Knoblauch darinanrösten,

die Soßedazugeben, unterRühren kurz

aufwärmen und die Makkaroni unterziehen.

Mit Frühlingszwiebel und Kirschtomaten sofort

servieren.

Zutaten (für 4Personen):

400 g Makkaroni-Pasta

80 g Cashewnüsse

220 g Kartoffeln

100 g Karotten

3ElTapiokastärke, glatt gestrichen

170mlGemüsebrühe

250 g Sojamilch (oder anderePflanzenmilch,

Natur,ungesüßt)

3ElHefeflocken, leicht gehäuft

1½Tl Salz

1gute Prise Pfeffer, frisch gemahlen

1TlZwiebelpulver

½TlPaprikapulver, edelsüß

¼TlPaprikapulver, geräuchert

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

Olivenöl zum Braten

etwas Frühlingszwiebelzur Dekoration

einige Kirschtomaten zur Dekoration

s’Magazin 21


WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

...Heinz Wendel?

Der gebürtige Feldkircher stammt aus einer Schuhmacherfamilie

und hatte das Glück, seine Begabungen, die er in die Wiege gelegt

bekam, immer zu leben: Erst als Lehrer und Musiker, heute als

Eventveranstalter und Moderator –und immer für und mit den

Menschen. Getreu dem Motto: „Ich bin nur zum Glück auf der Welt!“

früheren Brotberuf als Lehrer. „An

meinem ersten Schultag wusste ich,

dass ich selbst Lehrer werden will –

und ich habe in diesem Beruf viel bewegen

können.“

Zu dieser Zeit entstand auch die

Liebe zur Musik. Denn als erinden

Bregenzerwald versetzt wurde, begann

er mit den Dorfmusikanten zu

musizieren. Kurz darauf gründete er

die Trocaderos, die über zwanzig

Jahre das musikalische Geschehen

im Land mitbestimmt haben. „Wir

waren die Boyband der 70er-Jahre“,

schmunzelt er. Daneben hat der aus

Feldkirch stammende Tausendsassa

unter anderem Radiosendungen gestaltet,

war Motivationstrainer, hat

Bücher geschrieben oder sich für den

guten Zweck engagiert –und er hat

noch viel vor: „Ich fühle mich wesentlich

jünger, als es auf dem Papier

steht, und ich zähle die Jahre nur

nochabwärts!“ S. Nemetschke

1970:Mit der Band Trocaderos hat

Heinz Wendel (vorne, rechts) allerorts

in der Region für musikalische

Unterhaltung gesorgt und die Zuhörer

mit Elan und Schwung begeistert!

Die auffälligen Anzüge

stechen ins Auge, und

es kommt auch einmal

vor, dass er auf der

Bühne Hula Hoop

tanzt. „Ich bin ein bunter Hund“, erklärt

Heinz Wendel seine Begeisterung

für Farben. Generell lebt er ein

buntes Leben, wasauch das diesjährige

Motto des von ihm gegründeten

Varietés am Bodensee ist. Menschen

Freude zu bereiten und sie zum Staunen

und Lachen zubringen ist dem

fast 69-Jährigen eine Herzensangelegenheit.

Seine FrauCatrin mischt natürlich

kräftig mit, denn sie ist nicht

nur seine Lebenspartnerin, sondern

unterstützt ihnauch in geschäftlichen

Dingen. „Wir haben esuns zum Ziel

gemacht, nur noch das zu tun, was

uns Spaß macht.“ Wendels Vorteil

ist, dass seine Arbeit zugleich sein

Hobby ist. Von morgens bis abends

widmet er sich seinen Moderationen

und Veranstaltungen. Dieser Elan

begleitete ihn auch schon bei seinem

2017: Heute hat sich Wendel den

Ideen und Worten verschrieben. Er

ist erfolgreich als Moderator und

Eventveranstalter unterwegs.

Fotos: Wendel

22

s’Magazin


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