Taxi Times Berlin - Juni 2017

taxitimes

JUNI 2017 3,50 €

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BERLIN

TAXI-DEMO IN BERLIN

DER FALSCHE

ZEITPUNKT

INKLUSIONSTAXI

Ungeklärte Finanzierung

verzögert Projekt

UBER X

Irgendwie k. o. und

doch so gefährlich

LABO MACHT ERNST

Terminbestätigung im Auto

reicht nicht mehr aus


Das Fiskaltaxameter für Berlin

Cabman BCT: vielseitig einsetzbar

Jetzt auch in Berlin eichrechtlich zugelassen!

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TITELFOTO: Hayrettin Şimşek / Taxi Times

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INHALT

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

wir haben redaktionsintern lange diskutiert, ob wir ein Foto

von der Taxidemo auf die Titelseite setzen. Schließlich vertreten

wir in der Nachbetrachtung dieser Aktion die Meinung, dass

die Art des Protestes wie auch der Adressat (das LABO) nicht

zielführend waren. Und doch soll unser Titelfoto zeigen: Es

brodelt unter den Kollegen!

Trotzdem muss eine Demo das letzte Mittel sein, wenn Politik

und Behörden nicht mehr auf uns hören. In diesem Stadium

sind wir aber – zum Glück – noch nicht, das zeigen unsere

Artikel ab Seite 6.

Bereits in unserer letzten Ausgabe haben wir die potenzielle

Gefahr angesprochen, dass Taxibetriebe in den Mietwagenbereich

abwandern und dabei unsere Taxikunden gleich mitnehmen.

Der Beitrag über das so agierende Netzwerk war im

Berliner Taxigewerbe das Gesprächsthema Nummer eins und

beschäftigte unseren Verlag auch auf der juristischen Ebene.

Warum wir einige Wochen nach Erscheinen sogar noch nicht

verteilte Ausgaben der Taxi Times wieder einsammeln und

schreddern mussten, erklären wir auf Seite 12.

Ein Nebeneinander zwischen Taxi und Mietwagen funktioniert

nur dann, wenn beide Seiten die gesetzlichen Vorgaben

einhalten. Wir müssen damit rechnen, dass nach der Bundestagswahl

unser Personenbeförderungsgesetz angepasst wird.

Derzeit werden Ideen diskutiert, die sogar die Tarifpflicht und

die bisherige Unterscheidung zwischen Mietwagen und Taxis

ganz abschaffen wollen. Es ist Aufgabe des Taxi-Bundesverbands

BZP, der Politik die Konsequenzen von solchen Liberalisierungsvisionen

vor Augen zu führen. Wie der BZP dabei

argumentiert, beschreiben wir ab Seite 8.

Sollten all diese Gespräche nichts bringen, dann müssen

nicht 300, sondern tausende Taxen auf die Straßen gehen,

hupen, lärmen, sich wehren. Es ist dann unser letztes Ass im

Ärmel. Wir dürfen es nicht jetzt schon ausspielen.

- die Redaktion -

PERSONEN

4 Simis Kollegen

GEWERBE

5 News

6 Taxi-Demo – zum falschen Zeitpunkt

8 Erhalt des Personenbeförderungsgesetzes

9 Fällt die Ortskundeprüfung für Mietwagen?

WETTBEWERB

10 Uber boxt ohne Regeln

11 RocVin und UberX

12 Außer Kontrolle (2): Reaktionen

RECHT

13 Wer aussteigt, verliert – Gastkolumne

14 Arbeitszeiten und Pausenregelung

15 Rundfunkgebühren: Das bezahlte Radio

TOURISTENTIPP

17 Deutsch-Amerikanisches Volksfest wieder da

18 IGA Marzahn – mehr als ein Tipp für Touristen

ZENTRALE

20 Taxi Berlin: Die 15.000 im Außendienst

21 Taxi Berlin: Fahrerbetreuung auf Facebook

VERBÄNDE

22 Innung: Fahrsicherheit und Rolli-Handhabung

23 TD: Ertan Ucar wieder gewählt

24 BTB: Bleibende Geschichten

25 TVB: Genehmigung nur mit Fiskaltaxameter

KULTUR

26 Taxi-Cloud auf dem Weg nach Berlin

INKLUSION

27 Über den Umgang mit Rollifahrern im Taxi

28 Finanzierung des Inklusionstaxis ist zu klären

ANTRIEB

30 5. Hauptstadtkonferenz EMo

31 Toyota-Brunch: Diesel war gestern

KOLUMNE

32 Die Bananenschale

TITELFOTO: Hayrettin Şimşek / Taxi Times

TIPPS

33 Buchtipp: Berlin, Hauptstadt der Spione

34 Der Gastronomie-Tipp

TAXI JUNI/ 2017

3

4:46


PERSONEN

UNSER

MESSI: NEZIR

Nezir Yolci (60) war einer der ersten

türkischstämmigen Taxifahrer in

Deutschland. Er hat für die jüngeren

Kollegen nützliche Tipps für einen

besseren Umgang miteinander.

Solche mechanischen Taxiuhren

kennt Nezir noch aus seiner

Anfangszeit.

Nezir – ein Urgestein des Berliner Taxigewerbes

In seiner Freizeit spielt

Nezir beim Taxiclub SC

Westend.

Sein Spitzname: Messi

Er ist ein „Dino“ mit 37 Jahren Berufserfahrung – und ein Taxifahrer

mit Herz und Seele. 1979 war er mit seinem Kumpel zur

Disco „Kuhdorf“ in die Joachimstaler Straße mit einem Taxi

gefahren. Nezir fragte den Taxifahrer, ob Ausländer in West-Berlin

auch Taxifahrer werden dürften, und der bejahte es. So fing es an.

Er besuchte sechs Monate lang zwei Taxischein-Kurse: den einen

morgens am Richard-Wagner-Platz, den anderen abends in der Marburger

Straße.

Im Mai 1980 fing der frischgebackene Taxifahrer bei einer Firma

in Gropiusstadt an. Sein Taxi, die 2311, ein „123er“, war vor 37 Jahren

eines von ca. 2800 im Westteil der Stadt. An den Halteplätzen hatte er

mit den Kollegen und sie mit ihm nie ein Problem. Nezir lernte zum

Beispiel, dass er ohne Fahrgast ein anderes freies Taxi nicht überholt,

um einen Winker vor dem Kollegen „abzugreifen“. Diese ungeschriebenen

Gesetze unter den Kollegen haben bis heute Bestand, aber

einige Kollegen sind nach Aussage von Nezir „respektlos!“.

Er sagt dann noch mit gesenktem Haupt: „Echt schade, dass immer

mehr Kollegen negativ auffallen und dem Image des Taxifahrers nicht

gut tun. Es wäre viel schöner und herzlicher, wenn mehr Respekt,

Sauberkeit und Hilfsbereitschaft an der Tagesordnung wären – wäre

das nicht für alle super?“

Nezir ist auch ein begnadeter Fußballer. Er spielt beim SC Westend

1901 mit anderen Kollegen (wir berichteten in der Dezember-Ausgabe

2016) in der Ü40-Mannschaft. Mit 60 Jahren ist er immer noch eine

unverzichtbare Säule der Mannschaft und wird auch liebevoll „Messi“

genannt – nach dem argentinischen Stürmerstar, der beim FC Barcelona

spielt und in den gegnerischen Abwehrreihen immer für große

Verunsicherung sorgt. Seinen ersten Fahrgast fuhr Nezir – noch mit

mechanischem Taxameter – von der Crellestraße für 14,80 DM zum

Flughafen Tegel. Nezir lächelt und sagt: „ Eigentlich war der Betrag zu

hoch, weil ich vor lauter Aufregung am Tegeler Weg von der Autobahn

abgefahren war. Der Fahrgast zeigte sich zum Glück verständnisvoll,

nachdem ich ihm die Situation erklärt hatte.“

Als Taxifahrer mit türkischem Pass hatte er damals auch Vorteile

gegenüber den Kollegen. „Fahrgäste, die nach Ost-Berlin wollten,

konnten nicht sofort mit jedem Taxi hinüber fahren“, sagt er. Nezir

konnte es, ohne ein Einreise-Visum beantragt zu haben. Der Checkpoint

Charlie war die einzige Grenze für Ausländer, um in die andere

Hälfte der Stadt zu gelangen. „Wir mussten die Funkgeräte mit Hilfe

einer Schiene herausziehen, bei der deutschen Wache abgeben und

nach der Rückkehr wieder abholen.“ Mit glänzenden Augen fügt er

hinzu: „Über Funk haben sie mich für Aufträge nach Ost-Berlin gerufen,

und es hat sich immer gelohnt“. Erst am 24.12.1989 wurde die

Visumpflicht aufgehoben. 1992 hat sich Nezir selbstständig gemacht,

und sein erstes Taxi war ein „190er“.

hs

FOTOS: Şimi / Taxi Times

FOTOS: Taxi Times, Cabman

4 JUNI / 2017 TAXI


NEWS

NEUE UND BEKANNTE

NAMEN BEI DER IHK

Bei der Berliner Industrie- und Handelskammer sind im Juni neue

Vertreter(innen) in die Vollversammlung (VV) gewählt worden. Für

das Taxigewerbe relevant ist die Wahlgruppe 4 (Verkehr, Mobilität,

Logistik), Untergruppe Dienstleistungen, mit zwei Vertreter(inne)n.

Auf Platz 1 wurde die Newcomerin Jolanta Derda (Taxiunternehmerin)

mit 362 Stimmen gewählt. Auf Platz 2 wurde TVB-Vize und „alter

Hase” Boto Töpfer (ebenfalls Taxiunternehmer) mit 322 Stimmen

erneut in die VV gewählt. Wir gratulieren.

Die Kandidaten auf den Plätzen 3 bis 7 sind Nachrücker. Aus dem

Taxigewerbe sind dies Fikret Arik (309 Stimmen), Stephan Berndt

(287), Reinhard Ehringfeld (283) und Bernd Stumpf (277 Stimmen).

Hinzu kommen ein Logistiker, ein Spediteur und ein Entsorger. Die

Wahlbeteiligung der IHK-Wahl (auf Basis der zugestellten Wahlunterlagen)

lag bei 8,92 Prozent.

Die VV besteht aus 14 Wahlgruppen mit insgesamt 99 Mitgliedern,

darunter auch Prof. Dr. Karl Einhäupl (Charité), Hans-Bahne Hansen

(Mercedes-Benz), Dr. Ilja Irmscher (GIVT; saß in der Jury „Schlau aus

dem Stau”) und Dr. Andreas Knieriem (Zoo/Tierpark).

ar

NEWSTICKER

EX-„BILD“-CHEF BEI UBER

Nicht alle vermeintlich kritischen Zeitungsberichte

über das Taxigewerbe erscheinen

als objektiver Journalismus. Eine besonders

negative Kampagne gegenüber dem

Taxigewerbe vom Januar („Cem Özdemir mag

nicht mehr in Berlin Taxi fahren“) erscheint

in einem anderen Licht, seit der frühere Herausgeber

der „Bild“-Zeitung Kai Diekmann

nicht lange nach dem Forcieren der schlechten

Presse in den Aufsichtsrat des umstrittenen

Fahrdienstvermittlers Uber wechselte.

Auch der Axel-Springer-Verlag, der in Sachen

Digitalisierung mit der Zeit geht und seit Längerem

in alle möglichen lukrativen Branchen,

die nicht alle dirket mit Journalismus zu tun

haben, eingestiegen ist, hat Mitte April eine

Finanzbeteiligung an Uber erworben. Laut

Internetportal „Meedia“ sei die Beteiligung

zunächst nicht hoch, könnte sich jedoch „zu

weit mehr“ entwickeln.

ar

FUSSBALL-TURNIER MIT P-SCHEIN

FOTOS: Şimi / Taxi Times

FOTOS: Taxi Times, Cabman

NEUE FISKALTAXAMETER-

ALTERNATIVE: CABMAN BCT

Der in den Niederlanden marktführende Taxameter und Bordcomputer

„Cabman BCT“ hat im Juni die eichrechtliche Zulassung

für Berlin erhalten. Als zertifizierte Einbau-Werkstatt mit Instandsetzungsbefugnis

konnte das Unternehmen Best Taxi GmbH in der

Darwinstraße 3-5 gewonnen werden. Der BCT ist ein so genanntes

All-In-One-Gerät, über das optional neben der Fahrpreisanzeige auch

sämtliche wichtige Funktionen einer Auftragsvermittlung abgebildet

werden können.

Das für den niederländischen Taximarkt entwickelte Gerät erfüllt

die dortigen Vorgaben an einen manipulationssicheren Taxameter.

Der Slot, der im Nachbarland für die Signierkarte genutzt wird,

kann in Deutschland auch für die TIM-Card der Bundesdruckerei

genutzt werden. Das INSIKA-Verfahren ist somit auch mit dem

Cabman BCT anwendbar. Bestellt werden können Cabman-Taxameter

zum Preis ab 899 Euro netto unter www.cabman.de, bei der

oben erwähnten Einbauwerkstatt oder bei der Taxi-Genossenschaft

Berlin e.G. Bei der Anfang Januar von Ebrahim Djahan gegründeten

Einkaufsgenossenschaft ist Cabman exklusiver Ausstatter und

Technologiepartner.

jh

Für Spieler mit P-Schein findet am

29.10.2017 in Berlin der erste deutschlandweite

Taxi Times Cup (ttc)” statt. Gespielt wird

in der Halle mit mindestens 4 Feldspielern

und einem Torwart. Es können bis zu sechs

Spieler ausgewechselt werden. Die Teilnahmegebühr

beträgt 99 € pro Mannschaft. Der Preis

ist Ruhm + Ehre + Wanderpokal für die Sieger.

Es haben sich bereits einige aus ganz Deutschland

gemeldet. Weitere können sich über

h.simsek@taxi-times.com anmelden. hs

WIEDER MEHR KONZESSIONEN

Am 1. Juni waren in Berlin 8.014 Taxen

zugelassen. Laut offizieller Statistik gehörten

2.525 von ihnen Ein-Wagen-Betrieben. Das

ist weniger als ein Drittel. Die größte Firma

des Berliner Taxigewerbes betreibt 101 Taxen,

auf den Plätzen 2 bis 10 liegen Betriebe mit je

40 bis 50 Fahrzeugen. Die durchschnittliche

Anzahl der Taxen in den 3.194 Betrieben liegt

bei 2,5. Bei den Mehrwagenbetrieben sind es

durchschnittlich 8,2 Fahrzeuge (alle Zahlen

vom 1.6.2017).

ar

TAXI JUNI/ 2017

5


GEWERBE

DER FALSCHE ZEITPUNKT

Am 23. Mai demonstrierten die Taxikollegen. Ihr Ärger ist verständlich,

doch das Ziel des Protestes muss über andere Wege erreicht werden.

Weitestgehend unbeachtet von den Medien demonstrierten

in Berlin etwa 350 Taxifahrer(innen) gegen ihre Behörden.

Sie folgten damit dem Aufruf einer Facebook-Taxigruppe.

Aus Sicht der Teilnehmer unternehmen die Behörden zu

wenig, um die gesetzlichen Regeln durchzusetzen, zum Beispiel Taxis

vor „wildernden“ Mietwagen zu schützen. Die eng zusammenarbeitenden

Berliner Taxiunternehmerverbände, die Innung des Berliner

Taxigewerbes e. V. („Innung“), Taxi Deutschland Berlin e. V. (TD) und

der Taxiverband Berlin, Brandenburg e. V. (TVB) beteiligten sich nicht

an der Aktion. Sie hatten auch an die Organisatoren appelliert, mit

solchen Kampfmaßnahmen vorerst noch zu warten, da man derzeit

genau zu dieser Problematik intensive Gespräche mit den politisch

Verantwortlichen führe.

Der Frust ist natürlich groß, wenn tagtäglich zugeschaut werden

muss, dass Mietwagen unter Missachtung des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) in zunehmendem Maße wie Taxis unterwegs sind.

Alle verstehen die Wut, die die Kolleginnen und Kollegen auf die

Straße getrieben hat. Erfahrungen aus der Vergangenheit mögen

eine Erklärung dafür sein, dass sie sich, wie schon so oft, von den

ordnenden Kräften im Staat im Stich gelassen fühlen: jahrelang allein

gelassen gegen kriminelle Banden, die in Ermangelung ernsthafter

staatlicher Kontrollen wie Krebsgeschwüre im Taxigewerbe wuchern

konnten, eine ganze Branche in Verruf brachten und ehrliche Betriebe

ruinierten.

VERSTÖSSE SCHWER ZU BEWEISEN

Und jetzt, da die Behörden das Problem in Berlin endlich ernsthaft

angehen, erste Taxigenehmigungen bereits eingezogen wurden und

die Anzahl der in Berlin zugelassenen Taxis langsam zurückgeht,

werden immer mehr Mietwagen aus Umlandgemeinden beobachtet,

die sich illegal im Stadtgebiet bereithalten. Die Angst geht um, die

Investitionen in manipulationssichere Taxameter seien in den Sand

gesetzt, und der unlautere Wettbewerb gehe mit anderen Mitteln

weiter.

Die Wahrnehmung der Protestler ist, dass sich das Versagen der

Behörden jetzt fortsetzt. Doch dieser Vorwurf ist, zumindest zum

jetzigen Zeitpunkt, nicht berechtigt. Die Verstöße der Mietwagen

sind nicht einfach zu beweisen, insbesondere, wenn die Mietwagenbetriebe

im Umland gemeldet sind. Das macht das Verfolgen von

Ordnungswidrigkeiten noch schwieriger, da konzessionsrechtliche

AUS EINER STELLUNGNAHME DES LABO „AUF DIE VIELFÄLTIGEN BESCHWERDEN“

AUS DEM TAXIGEWERBE:

[...] Der Betrieb einer reinen Internetplattform zur Vermittlung genehmigter Verkehrsformen ist weder verboten, noch irgendwie

genehmigungspflichtig. Der Rückkehrpflicht zum Betriebssitz gem. § 49 Absatz 4 PBefG unterliegt daher auch nur das Unternehmen,

das die vermittelten Fahrten als Genehmigungsinhaber für den Verkehr mit Mietwagen tatsächlich ausführt.

Eine Überprüfung der Rückkehrpflicht obliegt gem. § 54 Absatz 1 PBefG der zuständigen Genehmigungsbehörde, die gem. § 54a

PBefG die erforderlichen Befugnisse innehat. Beziehen sich Mitteilungen – wie hier – auf Unternehmen, die im Berliner Umland eine

Genehmigung haben, sind die dortigen Genehmigungsbehörden zuständig. Nach dem Tatortprinzip kann das LABO lediglich bußgeldbewehrte

Verstöße im Rahmen des Ordnungswidrigkeitenrechts ahnden. Die dem LABO in diesem Zusammenhang von Dritten

gemachten, pauschalen Hinweise reichen jedoch regelmäßig nicht für eine entsprechende Verfolgung aus.

Kontrollen des LABO im Stadtgebiet und gerade im Umfeld des Flughafens Tegel sind ebenfalls nicht zielführend. Mietwagen müssen

– anders als Taxen – nicht besonders gekennzeichnet sein.

Nach dem äußeren Erscheinungsbild handelt es sich um normale Personenkraftwagen. Das LABO ist jedoch nicht berechtigt, Fahrzeuge

einer allgemeinen Verkehrskontrolle dahingehend zu unterziehen, ob sie privat oder gewerblich genutzt werden.

FOTO: Simi / Taxi Times

FOTO: Simi / Taxi Times

6 JUNI / 2017 TAXI


GEWERBE

Sanktionen von den zuständigen Umlandbehörden verhängt werden

müssen. Ob es diese neue Bedrohung durch Mietwagen ist, oder

ob es Taxis sind, deren Fahrer sich nicht an die Regeln halten und

beispielsweise am Flughafen Tegel Fahrgäste einladen, ohne an der

Reihe zu sein: Das Kernproblem sind die staatlichen Institutionen,

die ihren Pflichten nicht nachkommen, Fahrgäste vor überteuerten

Fahrten zu schützen – und ehrliche Betriebe vor dem Ruin. Behörden

wurden personell und finanziell ausgehungert und müssen wieder

arbeitsfähig gemacht werden. Dafür kann man auf die Straße gehen.

Aber erst, wenn alle anderen Optionen ausgereizt wurden. Und der

Protest muss sich dann gegen die Politik richten, die diese Zustände

zu verantworten hat, nicht gegen die Ordnungsbehörde.

Um wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu entwickeln und die

Zusammenarbeit von Berliner und brandenburgischen Behörden zu

verbessern, führen die Gewerbevertretungen Gespräche auf allen

Ebenen. Einige Politiker, auch aus den Reihen des rot-rot-grünen

Senats, haben den Gewerbevertretern bereits zugesichert, ihre

Kontakte im Umland für gemeinsame Lösungen nutzen zu wollen.

Solange dies nicht alles ergebnislos endet, muss das Taxigewerbe

die Füße still halten.

DAS ZIEL IST NUR GEMEINSAM ERREICHBAR

Nur aus diesem Grund – und das wurde im Vorfeld der Demo

kommuniziert – kam von den Verbänden keine Unterstützung. Die

Organisatoren ignorierten das, und ihren Verlautbarungen war zu

entnehmen, dass sie sich durch ihr Handeln als die „wahren“ Vertreter

des Taxigewerbes in Berlin beweisen wollten. Hat denn niemand

aus der Vergangenheit gelernt? Die noch junge Zusammenarbeit von

„Innung“, TD und TVB im „Taxi-Gremium“ zeigt doch, wie es geht.

Von denen, die alles besser wussten und jedes Miteinander verhindert

haben, gab es wahrlich genug. Sie säten untereinander Streit und

ernteten ein handlungsunfähiges Gewerbe. Dieser selbsterschaffenen

Machtlosigkeit hat das Taxigewerbe seine heutige Situation zu

verdanken. Soll sich das fortsetzen?

Um den Weg gemeinsam weiterzugehen, ist ein intensiver Austausch

der Organisatoren der Demo mit dem Taxi-Gremium von Nöten.

Sollten die Gespräche mit Politik und Verwaltungen keine Ergebnisse

bringen, wäre das weitere Vorgehen in gegenseitiger Absprache und

miteinander zu organisieren. Vorher sollten keine weiteren Aktionen

gestartet werden. Der 23. Mai war ein Eigentor, nicht nur weil es der

falsche Zeitpunkt war und der falsche Adressat, oder weil der Öffentlichkeit

die eigentlichen Anliegen nicht verständlich gemacht werden

konnten; in erster Linie, weil unkoordiniertes und unprofessionelles

Handeln nicht zu Verbesserungen oder Verständnis führt, sondern

zu Kopfschütteln und einer Schwächung des Gewerbes.

sb

ABLAUF DER UBERX-FAHRTVERGABE

Ein Eintrag unter „getmobility.de“ beschreibt die Vorgehensweise

des US-Unternehmens: „Um die Vermittlung der

Fahrten gesetzeskonform abzubilden, erhält der Unternehmer

eine E-Mail an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag

muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In

der E-Mail befindet sich ein Link, über den der Unternehmer

die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App

angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der

Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist. Der

Kunde bekommt das zu spüren, indem es länger dauert, bis

die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet,

die Fahrt via E-Mail angenommen und dem Fahrer per

SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf

den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der

Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App

abgemeldet, mit der Begründung, dass er erst wieder zu seinem

Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich

ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder

buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein

Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der E-Mail klickt,

um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das

Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein

Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.“

Quelle: getmobility.de/20160725-uberx-berlin

SEI-03M

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FOTO: Simi / Taxi Times

FOTO: Simi / Taxi Times

So wie hier der Kollege ärgern sich viele Taxifahrer über Uber-Fahrer,

die sich nicht an Gesetze halten.

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TAXI JUNI/ 2017

7


GEWERBE

GESCHÜTZT WIRD

DER FAHRGAST

Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) ist ein

Verbraucherschutzgesetz. Schon alleine deshalb

muss es erhalten werden.

Das Taxigewerbe darf nicht dabei

zusehen, wie „Global Player“ versuchen,

den Markt der Personenbeförderung

neu zu ordnen. Der Erhalt des

Ordnungsrahmens ist eine soziale Verpflichtung

im Sinne aller Bürger und damit eine

nationale Aufgabe.

Das PBefG steht „Uber & Co“ noch im Weg.

Doch die mächtige Lobby des Großkapitals

setzt alle Mittel ein, Politiker von grundlegenden

Reformen dieses Gesetzes zu überzeugen.

Unter dem Deckmäntelchen von

Modernität, Ökologie und der segensreichen

„sharing economy“ soll der „Dinosaurier“

Taxi, der als nicht mehr zeitgemäß verunglimpft

wird, geschlachtet werden. Tatsächlich

geht es ausschließlich um Profit und um

das Sammeln von Daten.

Protestzüge vor die Berliner Ordnungsbehörde

werden das nicht verhindern. Das kann

nirgendwo regional gelöst werden. Entscheidend

ist, die verantwortlichen Politiker im

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Bund davon zu überzeugen, dass das Beförderungsmittel

Taxi für unsere Gesellschaft

unverzichtbar ist und die vorliegenden Vorschläge

zur Reform des PBefG den bewährten

Ordnungsrahmen sprengen würden.

TAXI HAT AUCH SOZIALE FUNKTION

Das Taxi ohne seine Kernpflichten

Betriebs-, Beförderungs- und Tarifpflicht

wäre nicht länger ein für alle zugängliches

und rund um die Uhr verfügbares öffentliches

Verkehrsmittel. Die soziale Komponente

des Taxis als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs

würde geopfert, Kranke und

Senioren in einer zunehmend alternden

Gesellschaft spürten das als Erste.

Ohne Spielregeln würde aber auch auf

Anbieterseite der Mittelstand eliminiert und

mit ihm sozial abgesicherte Jobs verloren

gehen. Versuche, Betrügern im Taxigewerbe

das Handwerk zu legen, würden durch den

Einsatz von kaum kontrollierten Mietwagen

ad absurdum

geführt.

FUNK

Würfel

WBT

MyTaxi

Bärchen

ABLÖSE

Steglitz

Schöneberg

Tempelhof

Für diese Aufklärungsarbeit

ist der

Bundesverband

BZP verantwortlich.

Stellungnahmen

wurden abgegeben,

das „Gutachten des

wirtschaftswissenschaftlichen

Beirats

beim Bundesminister

für

Verkehr und digitale

In frastruktur“

wurde kompetent

„zerpflückt“,

zahlreiche Gespräche mit Verkehrspolitikern

geführt und nicht zuletzt die

Image-Kampagne „Verlässlich ist modern“

gestartet.

Erste Zeichen deuten darauf hin, dass den

Politikern langsam bewusst wird, welch

hohes Gut das Taxi im öffentlichen Personennahverkehr

für die Bürger darstellt.

POLITIKER AUFKLÄREN

Die siegreichen Parteien werden nach

der Bundestagswahl das PBefG auf der

Agenda haben. Deshalb ist es wichtig,

schon jetzt deren Vorstellungen zu kennen.

Alle politischen Lager haben vom

BZP einen Fragenkatalog erhalten. Diese

„Wahlprüfsteine“ beschäftigen sich mit den

drängendsten Fragen des Gewerbes, die

Politik muss Farbe bekennen.

Auch wenn es allen Taxifahrer/innen Tag

für Tag weh tut: Es braucht ein bisschen Zeit,

den politisch Verantwortlichen die Tragweite

einer Gesetzesänderung für unsere Gesellschaft

zu erklären. Auf die Straße zu rennen,

ohne dies versucht zu haben, hat keinen

Sinn.

Sollten Politiker aber nicht von dem hohen

Gut des PBefG überzeugt werden können

und werden Behörden nicht in die Lage versetzt,

das Taxigewerbe zu schützen, muss

Flagge gezeigt werden. Sollte versucht werden,

den sozialen Stützpfeiler „Taxi“ in der

Personenbeförderung einzureißen, hat das

Taxigewerbe, auch im Sinne einer gerechten

Gesellschaft, die Pflicht, auf die Straße zu

gehen. Dann aber bundesweit und mit dem

Tenor: „Zerstört ihr uns, vernichtet ihr ein

weiteres Stück soziale Gerechtigkeit in unserer

Gesellschaft.“

sb

FOTO: pixabay.com

8 JUNI / 2017 TAXI


GEWERBE

DARF MIETWAGEN

BALD JEDER?

Sofortiger Verzicht auf die Ortskundeprüfung

für Mietwagen, ausgerechnet in UberX-Städten –

München (hat schon) und Berlin (will schnell).

Zufall oder Strategie?

Taxi Times München bezeichnete die

Abschaffung als „blinden Gehorsam“

Die vom Bund-Länder-Fachausschuss „Fahrerlaubnis/Fahrlehrerrecht“

empfohlene Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung

ist noch gar nicht in Kraft getreten, da weist die

Bayerische Staatsregierung bereits an, bei angehenden Mietwagenfahrern

ab sofort auf die Ortskundeprüfung zu verzichten.

Während auf Anfrage der Taxi Times alle anderen Bundesländer

warten wollen, bis das Gesetz gilt, erklärt ausgerechnet Berlin: „Im

Land Berlin ist eine solche Vorgriffsregelung noch nicht verabschiedet

worden, es ist jedoch davon auszugehen, dass auch in Berlin schon

vor der Gesetzesänderung auf die Ortskundeprüfung bei Miet- und

Krankenwagenfahrern verzichtet werden wird.“

Seltsam: Sowohl in München als auch in Berlin arbeiten die

Partner von UberX mit Mietwagenunternehmen zusammen. Deren

größtes Problem war bisher, geeignete Fahrer zu finden, da die

anspruchsvolle Ortskundeprüfung von kaum einem Uber-Fahrer

gemeistert wurde. Das Taxigewerbe in den beiden Städten befürchtet

nun, mit Uber-Fahrern überschwemmt zu werden, während man

gleichzeitig selber noch schwerer als bisher neue Fahrer finden

würde. „Wer will schon noch einen Taxischein machen, auf den

er wegen der Ortskunde monatelang lernen muss, wenn er viel

schneller für Uber arbeiten kann?“, fragt sich Florian Bachmann

vom Taxiverband München.

Die Frage ist nicht, ob ein Mietwagenfahrer im Zeitalter von Navis

unbedingt die Ortskundeprüfung braucht. Vielmehr geht es darum,

ob mit der enormen Erleichterung des Zugangs zum Personenbeförderungsschein

für Mietwagen („kleiner P-Schein“) Uber Pop, das aus

gutem Grund verboten wurde, durch die Hintertür zurückkommt.

Das ist ein Schlag ins Gesicht des Taxigewerbes.

sb

FOTO: pixabay.com


WETTBEWERB

UBER BOXT

OHNE

REGELN

Es ist, als wäre man in einem

schlechten Boxkampf. Uber bekommt

einen Wirkungstreffer nach dem

anderen verpasst, doch den finalen

europäischen K. o. will keiner setzen.

Beispiele für diese seltsame Wendung

gibt es in den letzten Wochen genügend.

In Italien wurde der Mietwagen-Service

UberBlack vom Berufungsgericht

in Rom wieder zugelassen. Verboten

bleiben nur noch UberPOP und UberX. In

London wäre eigentlich die Genehmigung

für 30.000 Uber-Fahrer ausgelaufen. Das

Einkommen der Fahrer sei nur noch durch

ungesetzlich lange Arbeitszeiten zu erreichen.

Im Falle einer Verlängerung um weitere

fünf Jahre hatte die Gewerkschaft eine

gerichtliche Überprüfung der Zulassung

angedroht. Die zuständige Genehmigungsbehörde

hat die Konzessionen trotzdem verlängert,

zunächst einmal für vier Monate.

Auch in Deutschland lässt sich derzeit ein

juristisches Zögern beobachten. Über den

Berliner Bann von UberBlack sollte der Bundesgerichtshof

(BGH) am 18. Mai final entscheiden.

Doch anstatt für klare Verhältnisse

zu sorgen, leiteten die Richter das Verfahren

an den Europäischen Gerichtshof (EuGH)

weiter. Nun soll also in Luxemburg irgendwann

klargestellt werden, ob ein Verbot von

UberBlack in Deutschland gerechtfertigt

ist. Das wäre laut BGH der Fall, wenn das

US-Unternehmen als Verkehrsdienstleister

einzustufen ist.

Dabei hatte ein Generalanwalt des EuGH

nur eine Woche vor der BGH-Verhandlung

Uber bereits als Verkehrsunternehmen

eingestuft und damit eine klare Tendenz

erkennen lassen, wie die Europäischen Richter

zum Jahresende urteilen könnten. Doch

diese Einschätzung gilt für ein Uber-Verbot

in Spanien. Für Deutschland muss das europäische

Procedere nun von Neuem durchgespielt

werden.

Derweil ist Uber mit seinem Dienst UberX

in Berlin und München weiterhin aktiv. Die

Verhandlung einer im August 2016 von einer

Münchener Taxiunternehmerin eingereichten

Klage wurde von den Uber-Anwälten mit

(juristisch legalen) Verzögerungstaktiken

bis heute hinausgezögert.

Einer UberX-Expansion im großen Stil

stand bisher lediglich die Regelung im

Wege, dass jene Mietwagenbetriebe nur Fahrer

einsetzen durften, die ihre Ortskunde

nachweisen konnten. Diese zu erlangen, ist

in Berlin und München sehr mühsam und

zeitaufwendig. Wie passend für Uber, dass

demnächst ein Wegfall dieser Hürde durch

eine Mehrheitsentscheidung eines Fachgremiums

in Aussicht gestellt wurde (siehe

Seite 8). Und welch ein Zufall, dass von 16

Bundesländern nur Bayern noch vor einer

eventuellen Gesetzesänderung den Führerscheinstellen

empfiehlt, bereits jetzt auf die

Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer

zu verzichten. Das bayerische Verkehrsministerium

könnte mit seiner voreiligen Entscheidung

ebenso wie die Führerscheinstelle

München in Ihrem blinden Gehorsam eine

Wende eingeleitet haben, die im schlimmsten

Fall den K. o. des Münchner Taxigewerbes

bedeuten könnte.

Wenn beim Boxen dem eigentlich schon

ausgezählten Gegner erlaubt wird, außerhalb

der geltenden Regelungen zurückzuschlagen,

taucht automatisch die Frage auf, ob der

Ringrichter nicht etwa bestochen worden sei.

Das wäre dann kein schlechter Boxkampf

mehr, das wäre der mieseste Kampf aller

Zeiten.

jh

Manche Taxibetriebe fahren noch

immer Werbung für Ihren Konkurrenten.

EXPERTEN BEZWEIFELN, DASS UBER JEMALS GEWINN MACHT

Uber befindet sich besonders seit Beginn dieses Jahres in rauer See. Firmengründer

Kalanick ist von den Investoren ausgezählt worden. Mitarbeiter der Chefetage verlassen

das Unternehmen – Sexismus-Vorwürfe. Der Entwicklungschef für autonomes Fahren

wurde gefeuert – Spionageverdacht. In dutzenden US-Bundesstaaten laufen Ermittlungen

– Vorwurf „Greyballing“. Apple droht mit einem Rausschmiss der App aus dem

Google-Store – ungenehmigte Manipulationen der iPhone-Software.

Mittlerweile warnen selbst erfahrene Investmentbanker und Kommentatoren vor dem

Geschäftsmodell. Obwohl das Unternehmen an die 70 Mrd. Dollar wert sein soll und die

Umsätze steigen, verbrennt es jährlich hunderte von Millionen. In der englischsprachigen

Presse sind öffentlich die Begriffe „Betrug“ und „Geldvernichtung“ genannt worden.

FOTOS: pixabay.com, Taxi Times

10 JUNI / 2017 TAXI


ROCVIN(-NACHFOLGER)

TESTET PARTNERSCHAFT

MIT UBERX

WETTBEWERB

Ein geheimer Investor beim ehemaligen Limousinenservice RocVin Dienste

GmbH ermöglicht ein neues Konzept mit neuen Partnern.

Im August vergangenen Jahres rettete ein Investor, der nicht

genannt werden will, die RocVin Dienste GmbH aus der damaligen

Insolvenz. Das Unternehmen war dort hineingeraten, weil

mit dem Fahrauftrag für den Deutschen Bundestag sein wichtigster

Auftrag weggebrochen war, aber auch, weil sich das Geschäft mit

dem Wiederverkauf der Limousinen in einem zusammengebrochenen

Gebrauchtwagenmarkt nicht mehr rechnete.

Der Fahrauftrag für den Deutschen Bundestag wurde ab August

2017 an das Staatsunternehmen BwFuhrparkService GmbH vergeben.

Begründet wurde der Wechsel u. a. damit, dass RocVin seine

Beschäftigten angeblich schlecht bezahlt hätte und die Fahrzeugflotte

den Ansprüchen an umweltschonende Antriebe nicht mehr genügen

würde. Die gekündigten RocVin-Beschäftigten wollte die BwFuhrparkService,

der Fuhrpark-Dienstleister der Deutschen Bundeswehr,

übernehmen.

WAS BEZWECKT DER INVESTOR?

Die mussten sich allerdings neu bewerben, und es wurden bei Weitem

nicht alle übernommen. Wer das Glück hatte, erhielt einen nur

auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag. Von ehemaligen RocVin-Beschäftigten

ist außerdem zu hören, dass die Arbeitsverträge nur Teilzeitverträge

seien und die Bezahlung schlechter als bei RocVin wäre.

So würden beispielsweise an Wochenenden und Feiertagen keine

Zuschläge gezahlt. Bleibt noch abzuwarten, wie umweltfreundlich

der „BWFuhrpark“ sein wird.

Zurück zu RocVin: In einer Situation, in der ein Unternehmen in

die Insolvenz geht, gelingt es, einen neuen Investor zu finden. Der

Geldgeber will nicht in Erscheinung treten, soll durch den Verkauf

seines erfolgreichen deutschen Familienunternehmens aber finanziell

absolut unabhängig geworden sein. Es soll und muss ihm definitiv

nicht ums Geld gehen. Vielleicht ist es der Reiz, in einem sich radikal

Hico_04-2016.qxp_Layout 1 06.04.16 10:04 Seite 1

zu verändern scheinenden Personenbeförderungsmarkt eine neue

Marke zu etablieren.

RocVin hat die Firma MyChauffeur als Berliner UberX-Partner abgelöst.

„Über die Vermittlungsoption UberX angefragte Beförderungen“

sollen zunächst in einem „mehrmonatigen Testzeitraum“ ausgeführt

werden, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Nach einem

Bericht der Berliner Zeitung sei RocVin mit mehr als 160 Autos und

mehr als 200 Beschäftigten für Uber der bessere Partner. Uber-Sprecher

Ali Azimi: „Mit RocVin können wir die hohe Nachfrage, die wir

bei UberX in Berlin seit langem beobachten, besser abdecken.“

Dass RocVin die Firma MyChauffeur als Berliner UberX-Partner

ablöst, ist möglicherweise lediglich ein Zwischenschritt. Die Preise,

die bei RocVin für Aufträge von UberX angegeben werden, sind bei

einem gesetzeskonformen Einsatz von Mietwagen wohl eher nicht

auskömmlich. Denkbar ist, dass der unbekannte Sponsor die Beteiligung

am Unternehmen RocVin nutzen wird, um als weiterer Akteur

am Beförderungsmarkt Uber, Moovel, Lift und anderen Konkurrenz

zu machen.

Jüngsten Informationen zufolge wird es das Unternehmen schon

nicht mehr unter dem Namen RocVin geben, wenn Sie diesen Artikel

lesen. Dort wird gerade klar Schiff gemacht, u. a. werden Altlasten

beseitigt. Unter bewährter Führung und neuem Namen will

man sich mit dem Teil der Fahrer, die bei RocVin verblieben waren,

neu aufstellen. Das wird auch nötig sein. Zunächst übernimmt der

„BWFuhrpark“ nur die Fahrten vom Bundestag. Das Kanzleramt und

die Ministerien werden bei „SafeDriver ennoo GmbH“ bestellen, so

soll die neue Firma heißen. Es muss aber damit gerechnet werden,

dass auch diese Auftraggeber zur BWFuhrpark wechseln werden,

da „SafeDriver ennoo GmbH“ mit den Aufträgen von MyDriver und

HolidayTaxi schon ordentlich zu tun haben wird. Wir werden mit

Spannung verfolgen, was aus RocVin wird.

sb

– nur 1x in Berlin

FOTOS: pixabay.com, Taxi Times

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TAXI JUNI/ 2017

11


WETTBEWERB

AUSSER KONTROLLE, TEIL 2

Einen Nebensatz einer vierseitigen Geschichte verbieten zu lassen, ändert

nichts am Kern unseres Artikels: Ein Netzwerk steuert gezielt Taxikunden

in den Mietwagensektor.

Am 25. Mai war die Taxi-Times-Welt

nicht wie sonst: Im Morgengrauen

rückten in Berlin Lieferwagen aus,

um die April-Ausgabe 2017 wieder einzusammeln.

Wer die Taxi Times Berlin sonst an

die Adressen lieferte, wo sie für Interessierte

ausgelegt wird, der fuhr nun den umgekehrten

Weg, um sie dem Schredder zuzuführen.

Was war passiert?

Unsere treuen Leserinnen und Leser wissen,

dass wir in der Berliner April-Ausgabe

auf den Seiten 6 bis 8 unter dem Titel „Außer

Kontrolle“ ein Netzwerk beleuchteten, in

dem mit System Taxikunden in Mietwagen

gesteuert werden. Auf Seite 9 stellten wir dieses

Netzwerk nochmals auszugsweise bildlich

dar, wobei wir zeigten, welche Akteure

darin eine zentrale Rolle spielen. Die Beiträge

waren sorgsam recherchiert und bilden die

Realität ab.

Nur wenige Tage nach dem Erscheinen der

April-Ausgabe wurde der Taxi Times Verlag

mit drei nahezu wortgleichen Anwaltsschreiben

konfrontiert. Im Auftrag der im Beitrag

genannten Herren Mertyüz, Luksch und

Müller forderten die Anwälte umfangreiche

Gegendarstellungen und die Abgabe diverser

Unterlassungserklärungen. Interessant war,

dass im Beitrag eine enge Zusammenarbeit

dieser Herren gar nicht direkt angesprochen

worden war. Alle drei ließen sich vom selben

Anwalt vertreten, die Schriftstücke waren –

bis auf die Namen der Betroffenen – nahezu

identisch. Sitzen sie im selben Boot? Wenn

aus dieser Ecke jetzt behauptet wird, wir

würden lügen, wirkt das wie der Reflex eines

Ertappten. Die Reaktion der Sich-zur-Wehr-

Setzenden könnte als weiterer Beleg für die

Stichhaltigkeit unserer sonstigen Darstellungen

interpretiert werden.

Während Mertyüz seine Ansprüche nicht

mehr weiterverfolgte, reduzierten Luksch und

Müller ihre Ansprüche auf einen Nebensatz.

Am 24.05.17 erging der Beschluss des Landgerichts,

dass wir eine bestimmte in der

Regionalausgabe Taxi Times Berlin 02-2017

vom April 2017 veröffentlichte Behauptung

ab sofort so nicht mehr darstellen dürfen. Daraufhin

mussten sämtliche noch ausliegende

Exemplare der Ausgabe unverzüglich eingesammelt

und geschreddert werden.

Unser Anwalt schloss die Angelegenheit

mit folgendem Schreiben an die Gegenseite

ab: „Wir stellen fest, dass Ihr Mandant seine

zunächst weitreichenden Ansprüche nunmehr

auf die Unterlassung lediglich einer

einzigen Aussage im Nebensatz beschränkt

hat und allein diese zum Gegenstand seines

Antrags auf Erlass einer einstweiligen Verfügung

vor dem Landgericht Berlin gemacht

hat. Obgleich meine Mandantin davon ausgeht,

dass es sich hier nicht um eine unwahre

Tatsachenbehauptung handelt, erscheint es

rein pragmatisch gesehen nicht lohnenswert,

zu dieser einen im Nebensatz enthaltenen

Aussage einen Rechtsstreit zu führen.“

Wir werden selbstverständlich weiter

verfolgen, wie sich das von uns beschriebene

Netzwerk entwickelt. Die Reaktionen

der Betroffenen, aber auch der Leserinnen

und Leser, haben uns gezeigt, dass wir an

den richtigen, für unsere Leserschaft wichtigen

Themen dran sind.

tt

ERFOLGREICHE KONTAKTAUFNAHME

DURCH TAXI24

Im Herbst 2016 gründeten diverse Taxizentralen aus Europa

und Kanada in Paris die Initiative „Taxis4smartCities“. Zu den

Gründungsmitgliedern zählte auch Taxi Berlin (TZB). Bei der

Vertragsunterzeichnung ließ sich TZB-Geschäftsführer Hermann

Waldner von seinen damaligen Mitarbeitern Luksch und Müller

in Paris vertreten.

Im Frühjahr 2017 trafen sich nun Vertreter der Taxis4smart–

Cities-Initiative, unter anderem der Wiener Zentrale 31300

und der Genfer Taxizentrale zu weiteren Gesprächen in Berlin.

Gastgeber war nicht etwa die TZB, sondern Taxi24, die von der

Gruppe als neues Mitglied aufgenommen wurde. Auf den von

Taxi24 dazu veröffentlichten Fotos sind Luksch und Müller zu

sehen. Somit liegt der Verdacht nahe, dass beide auf diesen

Fotos das Unternehmen Taxi24 repräsentieren. Vielleicht waren

beide bei den Fototerminen aber auch rein zufällig anwesend

und durften einfach so mit auf das Foto …

FOTO: Facebook

FOTO: pixabay.com

12 JUNI / 2017 TAXI


RECHT

WER AUSSTEIGT, VERLIERT

Diese Weisheit trifft immer noch zu und bezieht sich auf unschöne

Vorkommnisse im Straßenverkehr.

FOTO: Facebook

FOTO: pixabay.com

Sie wollen eine Dame aufnehmen, die nach einer Taxe winkt.

Neben ihr steht ein großer Koffer. Da der Ladevorgang bei

Ihnen i mmer recht schnell geht, nehmen Sie in Kauf, dass Sie

kurz auf dem Radfahrschutzstreifen stehen. Gerade als Sie aussteigen

wollen, um der Dame das Gepäck abzunehmen, kommt von hinten

ein Radfahrer angebraust. Da Ihr Fahrzeug auf dem Schutzstreifen

steht, kann er nicht weiterfahren und muss einen Bogen um Ihr

Fahrzeug machen. Noch im Vorbeifahren haut der Radfahrer zwei

Mal mit der flachen Hand auf Ihre Kofferraumklappe. Sie ärgern sich,

laden schnell das Gepäck ein und geben Gas, damit Sie es mit Ihrem

Fahrgast pünktlich zum Flughafen schaffen.

BLOSS NICHT PROVOZIEREN LASSEN

Durch zügige Fahrweise gelingt es, Zeit gut zu machen. Wenig

später sehen Sie den Radfahrer an der Ampel stehen. Sie rufen ihm

zu, dass er nicht auf Ihrem Taxi herumzuprügeln habe. Der Radfahrer

grinst nur. Dieses Grinsen quittieren Sie mit dem „Scheibenwischer“,

um ihm mitzuteilen, was Sie von ihm halten. Einen „Stinkefinger“

schicken Sie hinterher. Dies bleibt nicht ohne Reaktion, denn der

Radfahrer spuckt auf die Windschutzscheibe des Taxis. Während

die Spucke langsam an der Scheibe herabläuft, reißen Sie die Tür auf

und stürmen in Richtung des Radfahrers, um diesen „zur Rede zu

stellen“. Es gibt ein kurzes Handgemenge, in dessen Verlauf Sie den

Radfahrer schubsen. Er stürzt zu Boden und verstaucht sich die Hand.

Währenddessen hat Ihr Fahrgast bereits die Polizei gerufen, die

dann auch wenig später eintrifft. Ihr Fahrgast stellt sich als Zeugin

zur Verfügung und sagt den Polizisten, dass Sie dem Radfahrer

„Scheibenwischer“ und „Stinkefinger“ gezeigt und ihn umgeschubst

haben. Der Radfahrer bestätigt das. Sie versuchen den Polizisten zu

erklären, dass Sie zum Laden kurz auf dem Schutzstreifen standen,

der Radfahrer vorbeigeradelt kam und dabei zwei Mal kräftig auf die

Kofferraumklappe Ihres Fahrzeugs haute. Sie berichten den Polizisten

auch, dass der Radfahrer Ihr Taxi angespuckt hat. Die Polizeibeamten

hören sich Ihre Version der Geschichte mit großem Interesse an.

Zuvor hatte man Sie darüber belehrt, dass Sie in Verdacht stehen,

mindestens zwei Straftaten begangen zu haben, und zwar einmal

eine Beleidigung und zum anderen eine Körperverletzung.

Zugegeben, mein Beispiel ist schon recht heftig, aber

Auseinandersetzungen mit Radfahrern nehmen zu, und wenn eine

solche Auseinandersetzung derart eskaliert, ist „Feuer unterm Dach“.

Die Polizeibeamten werden eine Anzeige schreiben – der Radfahrer

hat zuvor gegenüber den Polizeibeamten erklärt, dass er Strafanzeige

gegen Sie erstatten und auch Strafantrag stellen möchte. Dann

wird die Amtsanwaltschaft Berlin durch die Polizei von dem Vorfall

informiert. Eine Amtsanwältin oder ein Amtsanwalt schaut sich in

der Akte an, was die Polizeibeamten zu Papier gebracht haben, und

liest, was Ihr Fahrgast und der Radfahrer ausgesagt haben. Nach

dieser „Aktenlage“ wird die Amtsanwältin oder der Amtsanwalt in

der Regel einen Antrag an das zuständige Amtsgericht Tiergarten

stellen und beantragen, Ihnen die Fahrerlaubnis vorläufig zu entziehen

(111a StPO).

In 111a StPO steht: „Sind dringende Gründe für die Annahme

vorhanden, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden wird (§69 des

Strafgesetzbuches), so kann der Richter den Beschuldigten durch

Beschluss die Fahrerlaubnis vorläufig entziehen.“

SCHWEIGEN IST (GEGENÜBER DER POLIZEI) GOLD

Die Richterin oder der Richter wird – wie üblich – diesem Antrag

folgen und den Beschluss erlassen. Das Gericht wird dies mit Ihrer

charakterlichen Ungeeignetheit begründen, Fahrzeuge im Straßenverkehr

zu führen, da Sie ja beleidigt und geschubst haben. Ist ein

solcher „111 a-Beschluss“ erst einmal ergangen, wird er in aller Regel

bis zur Gerichtsverhandlung nicht mehr aufgehoben. Bis dahin stehen

Sie ohne Fahrerlaubnis da. Auch bei diesem „Super-GAU“ gibt es für

den Rechtsanwalt Ansätze, zumindest das Schlimmste – die vorläufige

Entziehung der Fahrerlaubnis – abzuwenden, wenn es gelingt,

die Amtsanwältin oder den Amtsanwalt davon zu überzeugen, den

Antrag auf vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis nicht zu stellen.

Hierzu sind Aktenkenntnis und Fingerspitzengefühl gefragt.

Äußerst hilfreich ist es, wenn Sie gegenüber der Polizei überhaupt

keine Angaben zur Sache gemacht haben, sondern die Angelegenheit

an den kundigen Anwalt geben.

dh

Einen kühlen Kopf, nicht nur in der heißen Sommerzeit, sondern auch in

sonst allen stressigen und brenzligen Situationen wünscht Ihnen

Ihr Rechtsanwalt Daniel Herbst

TAXI JUNI/ 2017

13


VW-A

RECHT

ERLAUBT SIND MAXIMAL

ZEHN STUNDEN

Eine wichtige Information über Arbeitszeiten und Pausenregelung für

Arbeitgeber(innen) im Taxigewerbe: So machen Sie alles richtig.

Die Aufzeichnung der Arbeits-, Pausen- und Ruhezeiten mittels

Fiskaltaxametern, die keinen Platz mehr für „Korrekturen“

lässt, hat viele verunsichert, wie ihre Beschäftigten

die Arbeitszeit praktikabel und rechtskonform zu gestalten haben.

GRUNDLAGE: ARBEITSZEITGESETZ (ARBZG)

Danach sollte die tägliche Arbeitszeit von angestellten Taxifahrer(inne)n

maximal acht Stunden betragen (§ 3 ArbZG). Eine Verlängerung

auf bis zu zehn Stunden ist möglich. Voraussetzung:

Die durchschnittliche werktägliche Arbeitszeit von acht und die

wöchentliche Arbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden werden

nicht überschritten. Diese werktägliche Mehrarbeit muss innerhalb

von 24 Wochen oder sechs Monaten wieder ausgeglichen werden. Für

Nachtarbeitnehmer(innen) beträgt diese Frist nur vier Wochen oder

einen Kalendermonat.

AB SOFORT: KONTROLLE DER ARBEITSZEITEN

IN TAXI-BETRIEBEN

Bei einem Treffen in der Senatsverwaltung für Soziales

wurden die Gewerbevertreter auf die Verpflichtung der

Unternehmer hingewiesen, ihre Beschäftigten über das

Arbeitszeitgesetz zu informieren und dies im Betrieb

durchzusetzen. Dazu hatte die Referentin für den sozialen

Arbeitsschutz, Frau Schley, ein Merkblatt erstellt, in dem sie

alles sehr kompetent zusammengefasst hat. Sie forderte die

Verbände auf, das ihren Unternehmern bekannt zu machen.

Die wichtigste Botschaft dieses Treffens, an dem auch

Vertreter des Zoll und des Arbeitsschutzes teilnahmen:

Referatsleiter Conrad kündigt Arbeitszeitkontrollen durch

den Arbeitsschutz in Taxibetrieben an. Das gab es bisher

noch nicht.

Herr Lange, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Hauptzollamt

Berlin, machte deutlich, dass handschriftliche Aufzeichnungen

der Fahrer zu Arbeitszeit und Pausen mit der Nutzung

von Fiskaltaxametern hinfällig geworden seien und nicht

mehr als Beleg akzeptiert würden. Dazu müsse das Fiskaltaxameter

genutzt werden. Arbeitszeit- und Pausen-Aufzeichnungen

aus Programmen wie TaxiWin seien ideal.

Da dem Gesetz nach eine Pause erst ab 15 Minuten als solche

gewertet wird, wollten die Gewerbevertreter wissen, wie

Betriebsunterbrechungen kürzerer Dauer zu bewerten seien.

Auch in Zigaretten-, Kaffee- oder Pinkel„pausen“ stünde

dem Unternehmer die Arbeitskraft des Beschäftigten nicht

zur Verfügung, das Taxi sei nicht betriebsbereit. Diese Zeiten

könnten nicht gezahlt werden, auch wenn sie nicht als Pause

zu werten seien. Dazu gab es von Seiten der Behörde ein

klares Nein, diese Zeiten müssten bezahlt werden.

PAUSEN SIND PFLICHT

Angestelltes Fahrpersonal hat ab sechs Stunden Arbeitszeit

Anspruch auf eine Pause von mindestens 30 Minuten. Die ununterbrochene

Lenkzeit darf maximal sechs Stunden betragen. 30 Minuten

Pause reichen aus bei einer Arbeitszeit von bis zu acht Stunden. Bei

bis zu neun Stunden Arbeitszeit müssen mindestens 45 Minuten

Pause gemacht werden, bei der Maximal-Arbeitszeit von zehn Stunden

mindestens eine Stunde.

Beim Aufteilen der Pausenzeit muss beachtet werden, dass jeder

Teil mindestens 15 Minuten beträgt (§ 4 ArbZG). Arbeitsunterbrechungen,

die kürzer als 15 Minuten sind, werden nicht als Pausen

gewertet (§ 4 ArbZG). Am Anfang oder am Ende der Schicht dürfen

keine Pausen genommen werden. Pausen sind nur Zeiten, über die

das Fahrpersonal frei verfügen kann. Zeiten des Bereithaltens sind

keine Pausen.

RUHEZEITEN KLAR VORGESCHRIEBEN

Zwischen zwei Schichten muss das Fahrpersonal eine ununterbrochene

Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben, die um höchstens

eine Stunde verkürzt werden darf. Auch hier wird ein Ausgleich

vorgeschrieben, indem innerhalb von vier Wochen oder innerhalb

eines Kalendermonats die Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden

verlängert werden muss (§ 5 ArbZG).

ARBEIT AN SONN- UND FEIERTAGEN

Fahrpersonal, das an Sonn- oder Feiertagen eingesetzt wird,

bekommt einen Ersatzruhetag. An mindestens 15 Sonntagen im Jahr

muss frei gemacht werden (§§ 9 bis 11 ArbZG).

sb

ARBEITSZEIT:

• im Durchschnitt werktäglich 8 Stunden (§ 3 ArbZG),

• Verlängerung auf bis zu 10 Stunden ist möglich,

• wöchentlich 48 Stunden (bis zu 60 Stunden),

• Ausgleich der Mehrarbeit in 24 Wochen oder 6 Monaten,

• Nachtarbeitnehmer: in nur vier Wochen oder einem Monat

Arbeitszeit

Pausen mindestens

6 bis 8 Stunden 30 min

8 bis 9 Stunden 45 min

9 bis 10 Stunden 60 min

Mindestdauer einer Pause: 15 min

Ununterbrochene Lenkzeit: maximal 6 Stunden

Ruhezeit zwischen 2 Schichten: 11 Stunden (Verkürzung auf

10 Stunden möglich, muss ausgeglichen werden mit einmal

12 Stunden)

14 JUNI / 2017 TAXI


VW-Automobile_06-2017.qxp_A4 20.06.17 09:40 Seite 1

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TAXI JUNI/ 2017

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GEZ

DAS BEZAHLTE RADIO

Mustafa Taximüller zahlt 5,83 Euro, sein Kollege Houssein-Taxireza

390,66 Euro. Wir zeigen, wie sich die staatlichen Rundfunkgebühren

berechnen und warum eine Klage dagegen völlig zwecklos ist.

D„Diese Zwangsgebühr gehört unbedingt

abgeschafft! Ich zahle doch

schon für meine Wohnung, warum

soll ich für meine Taxen nun auch noch

bezahlen?“ Taxi Times Leser Sascha F. ärgert

sich alle drei Monate, wenn der „ARD ZDF

DRadio Beitragsservice“ mal wieder 92,46

Euro von seinem Konto abgebucht hat. Der

Mehrwagenunternehmer hat vier Taxis in

Berlin und elf Angestellte. Er zahlt also

30,82 Euro pro Monat und finanziert damit

die so genannten „öffentlichen rechtlichen“

Fernsehsender sowie diverse (Berliner)

Radio-Stationen.

Der Beitragsservice, der bis Ende 2012

noch unter dem bis heute bekannten Begriff

„GEZ-Gebühren“ eingezogen wurde, ist in

der Tat eine „Zwangsgebühr“. Jeder private

Haushalt in Deutschland muss monatlich

17,50 Euro bezahlen. Dabei ist es egal, welche

oder wie viele Geräte im Haushalt genutzt

werden. Festgelegt wird diese Gebühr seit

dem Jahr 1968. Die KEF, eine Kommission

unabhängiger Sachverständiger, ermittelt als

ein Organ der Ministerpräsidentenkonferenz

mindestens alle zwei Jahre auf der gesetzlichen

Grundlage des „Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrags“

die Höhe des Beitrags.

Die Kommission regelt außerdem auch die

Verteilung der Mittel, die Landesparlamente

müssen zustimmen.

Selbstständige sind verpflichtet, zusätzlich

zu ihrer Gebühr für den privaten Haushalt

auch noch einen geräteunabhängigen Beitrag

für die Betriebsstätte und für die im Betrieb

eingesetzten Fahrzeuge - in unserem Fall

Taxis - zu entrichten. Die Höhe des Beitrages

richtet sich dabei zum einen nach der Anzahl

der gewerblich genutzten Fahrzeuge.

Zum anderen nach der Anzahl der

Betriebsstätten in Abhängigkeit von der

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter.

Je höher die Anzahl der Mitarbeiter pro

Betriebsstätte, umso höher ist auch der

Beitrag.

Für jede beitragspflichtige Betriebsstätte,

ist ein gewerblich genutztes Kraftfahrzeug

beitragsfrei. Für jedes weitere Kraftfahrzeug

werden 5,83 Euro pro Monat fällig –

unabhängig von der Staffel-Einstufung der

Betriebsstätte. Berechnungsbeispiele:

Staffel

Beschäftigte

pro Betriebsstätte

Beitragshöhe

pro Monat in Euro

1 0 bis 8 5,83

2 9 bis 19 17,50

3 20 bis 49 35,00

4 50 bis 249 87,50

5 250 bis 499 175,00

6 500 bis 999 350,00

7 1.000 bis 4.999 700,00

8 5.000 bis 9.999 1.400,00

9 10.000 bis 19.999 2.100,00

10 ab 20.000 3.150,00

- Mustafa Taximüller hat einen Betriebssitz

und einen Angestellten (Staffel 1) und ein

Taxi (beitragsfrei).

Er zahlt somit 5,83 Euro pro Monat

- Houssein Taxireza hat einen Betriebssitz,

133 Angestellte (Staffel 4) und 53 Taxen. Er

zahlt somit für den Betriebssitz 87,50 Euro

und für 52 Taxis à 5,83 €uro 303,16 Euro (ein

Fahrzeug ist auch hier wieder beitragsfrei).

- Sascha F. hat einen Betriebssitz mit 11

Angestellten (Staffel 2) und 5 Taxen: Er zahlt

somit für den Betriebssitz 17,50 Euro und für

4 Taxen à 5,83 Euro 23,32 Euro (ein Fahrzeug

ist auch hier wieder beitragsfrei).

MITARBEITER ZWEITEILEN

Bleibt noch die Frage, ob und wie man sich

gegen diese Doppelgebühr für Selbständige

wehren kann. Vor Verwaltungsgerichten

sind unzählige Klagen dagegen anhängig,

bei deren Beurteilung sich die Richter aber

alle auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

vom Dezember 2016 berufen dürften.

Dort waren der Sixt-Konzern und die Supermarktkette

Netto in letzter Instanz auf Verwaltungsebene

unterlegen. Die Gebühr ist

verfassungskonform. Sixt und Netto haben

angekündigt, dagegen vor das Bundesverfassungsgericht

zu ziehen.

Für Sascha F. gibt es derweil einen anderen

kleinen Trost: Seit Beginn dieses Jahres

können Teilzeit-Mitarbeiter anteilig gemeldet

werden: Fahrer bis zu 20 Wochenstunden gelten

dann nur als halbe Beschäftigte, Fahrer

zwischen 20 und 30 Wochenstunden als dreiviertel-Kräfte.

Da drei seiner elf Fahrer nur

20 Wochenstunden fahren, hat er somit nur

noch 9,5 Mitarbeiter und wird in die Staffel

1 eingestuft. Sein monatlicher Beitrag senkt

sich also um 11,67 Euro. Die 450 Euro-Kraft,

die ihm bei der Buchhaltung hilft, wird gar

nicht berechnet. Obwohl die bei Sascha F.

immer Radio hört.

hs/jh

FOTOS: Pixabay

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

16 JUNI / 2017 TAXI


TOURISTENTIPP

VANILLE-EIS UND

PANZER FAHREN

Auf dem ehemaligen Gaswerk-

Gelände in Mariendorf soll das

Deutsch-Amerikanische Volksfest

wieder sesshaft werden.

sind Geschichte. Das Volksfest ist wieder da. Auf 60.000 Quadratmetern

auf dem alten Gasag-Gelände werden nach alter Tradition

vom 21.7. bis 13.8. Fahrgeschäfte und Buden und auch wieder eine

amerikanische Kulissenstadt mit wechselndem Bühnenprogramm

aufgebaut sein. Gleich nebenan kann man sich in der riesigen Gaststätte

der Stone Brewing Brauerei entspannen. Von den umliegenden

U- und S-Bahn-Stationen ist ein kostenloser Bus-Shuttle zum weitläufigen

Marienpark geplant.

Das Ende des Deutsch-Amerikanischen Volksfests fällt wieder

auf den 13. August. Ein neuer Mauerbau ist diesmal wohl nicht zu

befürchten.

wh

DAV-Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger

FOTOS: Pixabay

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

Fast hat es so ausgesehen, als wäre der Berliner Traditionsrummel

am Ende. Im letzten Jahr konnte das Deutsch-Amerikanische

Volksfest nicht stattfinden, weil kein geeigneter Platz

gefunden werden konnte. Am 21. Juli 2017 geht es nun wieder los auf

einer großen Freifläche ohne direkte, lärmempfindliche Nachbarn im

Marienpark an der Lankwitzer Straße. Damit ist das DAV wieder da,

wo es hingehört – im ehemaligen amerikanischen Sektor von Berlin.

Angefangen hat alles im Sommer 1961. Damals wollte der Stadtkommandant

der US-Besatzungsmacht ein Fest für die Kinder in

seinem Sektor organisieren. Beim Schaustellerverband traf er auf

den Vater von Thilo-Harry Wollenschlaeger. Zusammen entwickelten

sie einen Rummel mit Fahrgeschäften, Losbuden und mit der

Mainstreet einer amerikanischen Westernstadt. Schauplatz war für

die kommenden Jahrzehnte die freie Fläche auf der Truman Plaza

neben dem PX-Supermarkt in Dahlem. Das DAV wurde zu einer festen

Größe im Berliner Veranstaltungskalender, nicht nur für die Kinder

im amerikanischen Sektor. Organisiert wird es bis heute von Thilo-Harry

Wollenschlaeger.

Vor 1961 gab es immer am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA,

auf dem 4. Ring (seit 1976 Platz des 4. Juli), an der McNair-Kaserne

in Lichterfelde eine Festveranstaltung, an der auch Berliner mit ihren

Kindern teilnehmen konnten. Dort ging es sehr militärisch zu mit

Parade, Schauexerzieren und Panzermitfahrten für Kinder. Es gab

Hamburger vom Grill und köstliches Vanille-Eis in kleinen grünen

Pappschachteln. In großen grünen Zelten wurden Lehrfilme der

US-Army über lautloses Töten gezeigt.

Heute würde man sagen: „Nichts für Kinder“. Damals waren alle

begeistert. Es herrschte Kalter Krieg. Der letzte Tag des ersten DAV

fiel auf den 13. August 1961, den Tag des Mauerbaus.

Was gibt es Schöneres als einen Rummel, um die Widrigkeiten des

Alltags zu vergessen? Berlin als Sektoren-Stadt und der Kalte Krieg

DIE WICHTIGSTEN

TAXITHEMEN

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TAXI JUNI/ 2017

17


TOURISTENTIPP

GRÜNES SUPER-SMOOTHIE

IN MARZAHN-HELLERSDORF

Die IGA Berlin 2017 ist nicht nur ein Festival der Gartenkunst aus aller Welt.

Der Kienbergpark ist auch eine wahre Oase in der Großsiedlung, eine

Ansammlung von Attraktionen und eine Bildungsstätte.

LAGE DER SEHENSWÜRDIGKEITEN

AUF DEM IGA-GELÄNDE

Gärten der Welt (nordwestlicher Bereich Blumberger

Damm/Eisenacher Str.): Blumenhalle, IGA-Arena

(Freilichtbühne für bis zu 5000 Gäste), Tropenhalle,

Englisches Cottage, Thailändisches Gartenkabinett „Garden

of the Mind“, Haus der Landschaft, Pflasterlabyrinth

und Heckenirrgarten, Wasserspielplatz, Wassergärten,

Ausstellung „Klettergärten der Welt“, Pavillon „Dialog

der Kulturen“, Blumentheater, Rinder- und Schafsweideflächen

Kienberg (zentraler Bereich): Wolkenhain (Aussichtsplattform),

Natur-Bobbahn, Kienberg-Terrassen mit Ausstellungsbereich,

Waldspielplatz, Naturerfahrungsraum,

Schaufläche Mischwald

Kienberg-Promenade (Verbindungsband südlich des

Kienbergs): Lernort IGA-Campus, Campus-Pavillon,

Lehrbaustelle, IGA-Startergarten

Wuhletal (östlicher Bereich Hellersdorfer Str.): Wuhlesteg,

Seeterrasse am Wuhleteich, Märkischer Garten,

Pferdewiesen, Belvedère, Umweltbildungszentrum

Alpinsportler kennen den beeindruckenden Ausblick aus

einer Gondel, wenn das Grün der Wiesen und Bäume in eine

weiße Schneelandschaft übergeht. In der einzigen Berliner

Seilbahn tut sich ein anderer, nicht minder schroffer Kontrast auf.

Anstelle verschneiter Berggipfel tauchen plötzlich die Hochhäuser von

Marzahn auf. Die Seilbahn überwindet mit knapp 70 Metern auch

keinen so großen Höhenunterschied und ist zudem nur anderthalb

Kilometer lang. Dafür fährt sie auf der anderen Seite des Berges wieder

hinunter, so dass die Bergstation (sie heißt Wolkenhain und bietet

eine sagenhafte Aussicht) in der Mitte der Strecke liegt. Die Tal- bzw.

Endstationen sind an der Hellersdorfer Straße und am Blumberger

Damm. Der Fahrschein ist im Eintrittspreis enthalten.

Die Planung war gut durchdacht: Einige Gondeln sind behindertengerecht

und bieten auch Platz für Kinderwagen. Gegen Pfand sind

Mobilitätshilfen wie Rollatoren, Rollstühle, E-Scooter sowie Bollerwagen

auszuleihen. Ein Großteil der Wege ist barrierefrei. Radfahren

ist aber ebenso verboten wie das Mitbringen von Tieren. Auch

bietet der Park Veranstaltungen aller Art und eine Menge Programm

„zum Staunen und Mitmachen“, wie es im Prospekt zurecht heißt,

für Berliner und Touristen aller Altersgruppen. Neben Konzerten

und Unterhaltungsaufführungen (im neuen Amphitheater traten

schon Keimzeit, Eckart von Hirschhausen, Die Prinzen und Daniel

Bahrenboim auf) gibt es unter anderem wöchentlich wechselnde

FOTO: Corinna Voß

FOTOS: Leitner AG; Corinna Voß

18 JUNI / 2017 TAXI


TOURISTENTIPP

IGA-VERANSTALTUNGSHIGHLIGHTS 2017:

16.7. radioBerlin-88,8-Tag

20.7. Silent night

22.-23.7. Highland Games (schottische Sport-

Aufführung mit sehr starken Männern)

12.8. Max Giesinger und Band*

16.8. Stars in Concert: Elvis – das Musical*

19.8. The Firebirds

20.8. Red Bull Flying Bach (Breakdance-Show)*

2.-3.9. popdeurope-Festival

9.9. Viva la Musica (Classic open air)*

16.-17.9. Carmina Burana (Carl Orff)

30.9. All Night Long (Soul-Varieté-Show)*

*mit Platzkarten; diese kosten extra

Mit der „Natur-Bobbahn“ geht es vom Kienberg in Windeseile ins Tal.

INTERNATIONALE GARTENAUSSTELLUNG

BERLIN – „EIN MEHR AUS FARBEN“

Die IGA läuft bis Sonntag, den 15. Oktober 2017.

Haupteingang Gärten der Welt: Blumberger Damm 44

(zwischen Kienbergstraße und Eisenacher Straße)

Haupteingang Kienbergpark: Hellersdorfer Str. 159

(ggü. Neue Grottkauer Straße)

Nebeneingang: Eisenacher Str. (der altbekannte Zugang)

Öffnungszeiten: Kasse 9 bis 19 Uhr, Einlass 9 bis 20 Uhr;

Park wird bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen

Eintrittspreise: Tageskarte 20,- / ermäßigt 18,- /

bis 17 Jahre 5,- / unter 7 Jahre gratis / mit „berlinpass“

10,- / Abendkarte ab 17 Uhr 10,- / Ermäßigung

für Dauerkarten, Kitas, Schulen / Eintrittspreis

Naturbobbahn 2,- bis 3,-

Info-Hotline: 01801-442 20 17 (0,04 €/min aus dem dt.

Festnetz, bis zu 0,42 €/min aus dem dt. Mobilnetz)

Internetauftritt: www.iga-berlin-2017.de

Info-E-Mail: service@iga-berlin-2017.de

FOTO: Corinna Voß

FOTOS: Leitner AG; Corinna Voß

Schauen in der großen Blumenhalle, Lesungen bekannter Autoren

(sonntags), das Haus der Landschaft, internationale Gartenkabinette,

einen Waldspielplatz, den „Naturerfahrungsraum“, das Blumentheater,

die Ausstellung „Klettergärten der Welt“, den „grünen Lernort

IGA-Campus“ mit Mitmachbeeten, Themengärten, internationalen

Schulgärten und dem „Wissenslabor“ im neuen Umweltbildungszentrum.

Für Schulklassen und Kita-Gruppen bietet das „IGA-Klassenzimmer“

Workshops. Sogar Tanzveranstaltungen (mittwochs) und

Sportkurse locken zur Teilnahme.

Wem die Gartenabteilung im Heimwerkermarkt zu klein ist, der

findet in den „Gärtnermärkten“ ein breites Kaufangebot von Pflanzen,

Zwiebeln, Samen und Gartenwerkzeugen. Ein besonderes Highlight

ist die sogenannte Natur-Bobbahn, wo man für drei Euro extra im

schienengebundenen Zwei-Personen-Flitzer auf 500 Metern vom

Kienberg talwärts Geschwindigkeit und Aussicht genießen kann.

SEIT 30 JAHREN IMMER GRÖSSER UND HÖHER

Der Kienberg war von Natur aus knapp 60 Meter hoch. In den

1960er Jahren wuchs er durch Aufschüttung von Trümmern und

Erdaushub vom Großsiedlungsbau auf gut 100 Meter. Zur 750-Jahr-

Feier Berlins 1987 wurde die Berliner Gartenschau eröffnet, auch um

dem zwei Jahre zuvor eröffneten Britzer Garten etwas entgegenzusetzen.

Heute umfasst die gut 100 Hektar große Marzahn-Hellersdorfer

Park- und Spazierlandschaft neben dem 60 Hektar großen Erholungspark

Marzahn und dem Kienberg die Kienberg-Promenade mit dem

IGA-Campus und die Gärten der Welt. Sie gibt es schon länger, den

Anfang machten 1987 der Karl-Foerster-Staudengarten und 2000 der

Chinesische Garten. Sie wurden für die IGA erweitert und verschönert.

Hinzu kamen unter anderem der Balinesische Garten in einer

Tropenhalle, der Chinesische, der Christliche, der Dahliengarten,

der Englische, der italienische Renaissancegarten, der Japanische

Zen-Garten, der Koreanische Garten mit Extra-Bühne, der Orientalische

Garten, der Rhododenronhain, der Rosengarten und die Wassergärten.

Das liest sich schnell weg, ist vor Ort aber, als tauche man

alle 20 Minuten in eine andere Urlaubswelt ab.

Auf dem Gelände gibt es nicht nur viele Imbisse, sondern auch

mehrere ansprechende, zu einzelnen Gärten passende Restaurants

mit teils exotischem Speisenangebot. Die Teeauswahl im Chinesischen

Garten übertrifft manche Teestube, und wer glaubt, englisches

Essen sei prinzipiell ungnießbar, dem sei der Englische Garten empfohlen,

wo sich eine Rast lohnt, um Tea Time zu zelebrieren oder

eine Mahlzeit zu genießen. Im authentischen Cottage-Ambiente bei

Stew (schmackhaftem Fleischeintopf) oder Pies (süß oder herzhaft

gefüllten Mürbeteigstückchen) wartet man geradezu darauf, einer

Figur aus Miss Marple oder Sherlock Holmes zu begegnen. Wie in

Berlin-Marzahn fühlt man sich hier jedenfalls nicht.

ar

TAXI JUNI/ 2017

19


TAXI BERLIN TZB GMBH

Geschäftsführer

Hermann Waldner

und Marketingchef

Jens Schmiljun

schätzen die gute

Dienstleistung unserer

15.000 Fahrerinnen

und Fahrer.

UNSERE 15.000 WICHTIGSTEN

AUSSENDIENSTMITARBEITER

In der Persiusstraße gehen immer mehr Aufträge und immer weniger

Beschwerden ein. Das zeigt, dass die Fahrerinnen und Fahrer sich als Teil

einer Community verstehen, die einen gemeinsamen Anspruch hat.

Keine Nachrichten sind oft gute Nachrichten.

Ein Kunde ruft an, der Auftrag

wird aufgenommen und vom

Computer an das richtige Taxi vermittelt,

der Kunde bekommt eine SMS – und wenn

wir danach nichts mehr von ihm hören, ist

höchstwahrscheinlich wieder alles glatt

gelaufen. Ein Fahrgast, der ganz besonders

zufrieden ist, bedankt sich herzlich beim

Fahrer und gibt ihm hoffentlich ein gutes

Trinkgeld. In der Zentrale ruft er deshalb

sicherlich selten an. Das tut er meist nur,

wenn er aus irgendeinem Grund unzufrieden

ist. Dann tritt die Kundenbetreuung in

Aktion.

In der Marketingabteilung bei Taxi Berlin

werden unter der Leitung von Jens

Schmiljun täglich neue Kunden akquiriert,

Bestandskunden betreut und auch

mal Beschwerden und Änderungswünsche

entgegengenommen.

Wir begleiten einen jungen Mitarbeiter

im Außendienst. Er ist häufig den halben

Tag mit dem Taxi-Berlin-Smart unterwegs

und besucht Hotels, Konzerne, Restaurants,

Verbände, Behörden, Parteien und viele weitere

Kunden. Mit „Neuen“ führt er Verhandlungen

und überzeugt sie von den Vorteilen,

bei einer großen Funkgesellschaft mit

6.500 angeschlossenen Taxen zu bestellen,

die ihre Kunden in der Regel innerhalb von

drei Minuten mit den gewünschten Fahrzeugen

bedienen kann. Um Bestandskunden

kümmert er sich, was deren Wünsche und

Anregungen betrifft. Mal möchte jemand

etwas über Auto-Booking wissen, mal gibt

es Fragen zum Rufautomaten, mit dem

„Eine Funkgesellschaft

wie Taxi Berlin kann

sich unzufriedene

Kunden nicht leisten.“

Hermann Waldner

Großkunden per Knopfdruck manchmal 30

Taxen pro Stunde bestellen.

Zur gleichen Zeit kümmert sich im Innendienst

ein Team um die vielen tausend Privatkunden.

Ein Geschäftsmann fragt am

Telefon, wie die CabCall-Card funktioniert.

Eine Familie ist umgezogen, hat ihr Taxi zum

Flughafen versehentlich an die alte Adresse

bestellt, konnte aber durch den schnellen

Service der Funkzentrale und die geistesgegenwärtige

Reaktion des Taxifahrers

ihren Flug dennoch erreichen. So entsteht

Kundenzufriedenheit.

Unterdessen sucht der Außendienstmitarbeiter

mit einem Hotelmanager in Mitte

nach einer Problemlösung. Mehrere Fahrer

haben sich über Fehlfahrten beschwert, einer

sei an der Rezeption ausfallend geworden.

Der Portier erklärt, er fordere die Gäste

bei Taxibestellungen stets auf, direkt vor

der Tür zu warten, doch habe die Stadtsilhouette

draußen anscheinend eine so magische

Anziehungskraft auf Touristen, dass

FOTO: Stanislav Statsenko / Taxi Times

FOTO: Axel Rühle / Taxi times

20 JUNI / 2017 TAXI


City Funk

Berlin

TAXI BERLIN TZB GMBH

FOTO: Stanislav Statsenko / Taxi Times

FOTO: Axel Rühle / Taxi times

die Aufforderung schnell vergessen und

die Gäste verschwunden seien. Man vereinbart,

dass Fahrgäste und Taxen künftig

auf den landschaftlich wenig reizvollen Hof

geschickt werden, wo diese Gefahr offenkundig

nicht droht. Problem gelöst, herzliches

Händeschütteln.

Im Innendienst herrscht derweil geschäftige

Routine. Das Team, ausnahmslos mit

P-Schein und entsprechender Erfahrung,

kümmert sich um jeden Kundenwunsch. Der

Einkaufschef eines Hotels bestellt einen größeren

Posten Taxi Berlin Cards. Man plaudert

freundlich, macht Witze über die Abkürzung

TBC und ist sich schnell einig. Der nächste

Anruf ist eine Beschwerde, kein Gespräch

zum Schmunzeln. Hier sind Diplomatie, Verständnis

und ernste Bemühungen gefragt,

das Problem aufzuklären. Geschäftsführer

Hermann Waldner: „Eine Funkgesellschaft

wie Taxi Berlin kann sich unzufriedene

Kunden nicht leisten.“ Auch der Fahrer wird

angerufen.

Wenn ein Kunde mit einer Beschwerde

über den besonders schlechten Service eines

„schwarzen Schafes“ unter den Taxifahrern

an die Presse geht, schlägt das manchmal

hohe Wellen. Dass etwas normal funktioniert

und alle Erwartungen der Kundschaft erfüllt

werden, ist für Journalisten selten interessant.

Man möchte den Lesern die spektakulären

Fälle verkaufen, in denen jemand

skandalös schlecht ist. Dann fühlt man sich

selbst besser und hat jemanden, auf den man

mit dem Finger zeigen kann.

WIE ERKENNT MAN, OB EINE

BESCHWERDE BEGRÜNDET IST?

Über 80 Prozent der Taxen in Berlin

sind der TZB GmbH in der Persiusstraße

angeschlossen, also etwa 6.500. Die Zahl

schwankt täglich durch neu abgeschlossene

und gekündigte Funkverträge und durch neu

erteilte oder zurückgegebene Konzessionen.

An die Taxen mit den Marken TaxiFunk,

Würfelfunk, Quality-Taxi, Cityfunk und

SpeedCab werden bis zu 30.000 Funkaufträge

täglich vermittelt. Im gesamten Jahr

2016 waren es über acht Millionen. Von den

Der Taxi-Berlin-Smart – meistens unterwegs

auf Kundenakquise

eingehenden Beschwerden, die in jedem Einzelfall

bearbeitet werden, wird ein kleiner

Teil als unbegründet eingestuft, wobei das

Team hier keinen leichten Job hat, denn oft

widersprechen die Aussagen des befragten

Taxifahrers und des unzufriedenen Kunden

einander. Das geschulte Personal hat jedoch

meist viel Erfahrung, einige Mitarbeiter seit

über 20 Jahren. Die kennen ihre „Pappenheimer”,

sowohl auf Kundenseite als auch unter

den Fahrern. Unter dem Strich bleiben etwa

fünf begründete Beschwerden pro zehntausend

Aufträge – eine Quote von 0,05 Prozent.

Das war nicht immer so: Im Jahr 2010

wurden gut sechs Millionen Aufträge vermittelt.

Damals gab es etwa doppelt so viele

Beschwerden pro zehntausend Aufträge. Wie

konnte die Quote so enorm verbessert werden?

Hermann Waldner: „Wir haben aus der

Vergangenheit gelernt und gehen in allen

Geschäftsbereichen mit der Zeit. Wir investieren

nicht nur viel Geld in technische Neuerungen

und in die Qualifikation der Fahrer.

Auch die Kundenbetreuung mit dem Außendienst

ist bei uns ein wichtiger Posten im

Etat. Taxiunternehmer, die Funkgebühren

bezahlen, haben auch einen Anspruch darauf,

dass wir ihnen viele Aufträge vermitteln,

also akquirieren wir mit sehr hohem

Aufwand Kunden. Die müssen dann aber

auch möglichst konstant zufrieden gehalten

werden, das ist manchmal noch schwieriger.

Deshalb sind natürlich die Fahrerinnen und

Fahrer faktisch die wichtigsten Außendienstmitarbeiter.

Die Erfahrung zeigt zum Glück,

dass die das viel besser machen als früher.”

Die Fahrerinnen und Fahrer arbeiten

laut Beschwerdenstatistik zu 99,95 Prozent

einwandfrei. Im Vergleich mit anderen

Verkehrsanbietern – in denen das Personal

meist komplett weisungsgebunden ist – ist

das eine Traumquote.

DANK AN DIE FAHRER(INNEN)

Jens Schmiljun zeigt sich entsprechend

zufrieden: „Fast alle unsere Fahrer sorgen

permanent dafür, dass die Kunden zufrieden

sind und auch beim nächsten Mal ihr Taxi

wieder bei uns bestellen. Dafür möchten wir

allen einmal herzlich danken: Liebe Fahrerinnen

und Fahrer, Ihr macht einen tollen

Job. Ihr sorgt dafür, dass die Kunden unsere

Dienstleistung schätzen. Ihr seid die beste

Werbung für uns alle, Ihr sprecht mit den

Kunden, von der Oma bis zum Promi, und

unsere gesamte Community, alle 15.000 Fahrer

und Unternehmer, profitieren von eurem

Knowhow und Engagement. Was die Konkurrenz

kann, können wir alle buchstäblich

schon lange. Vielen Dank dafür.” ar

FUB AUF

FACEBOOK

Mit FUB ist bei

uns nicht die

Freie Universität

Berlin gemeint,

sondern die Fahrer-

und Unternehmerbetreuung bei

Taxi Berlin. Die „Alles-Könner“ sind seit

Kurzem auf Facebook erreichbar. Unter

dem Namen „Taxi Berlin / Fahrer- und

Unternehmerbetreuung“ können ab

sofort Kritik, Anregungen, Lob usw.

gepostet werden. Willkommen sind

neben Tipps zu neuen Locations (die als

Taxifunk-Besteller in Betracht kommen)

auch Vorschläge zur Vermeidung von

Fehlfahrten bei einzelnen Kunden.

In der Zeit von etwa 10 Uhr bis 18 Uhr

versucht das FUB-Team, alles zeitnah

zu beantworten. „Natürlich darf das

Tageswerk (Verträge, Schulungen,

E-Mails etc.) nicht leiden“, erklärt Unternehmerbetreuer

Thomas Lorenz.

In der Fahrerschaft wird die neue

Kommunikationsmöglichkeit bereits

begrüßt und gut angenommen, wie

die freundlichen Kommentare mehrerer

Fahrerinnen und Fahrer zeigen. Das

besondere Plus: Facebook funktioniert

auch, wenn bei Vodafone Probleme mit

dem Funknetz bestehen.

TAXI BERLIN TZB GMBH

Persiusstraße 7, 10245 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 690 27 20

Telefax: +49 (0)30 / 690 27 19

E-Mail: info@taxi-berlin.de

www.taxi-berlin.de

Öffnungszeiten Kundencenter

Mo, Di, Do, Fr 10.00 bis 17.30 Uhr

Mi 10.00 bis 14.30 Uhr

Geschäftsführer

Hermann Waldner

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Hermann Waldner

Redaktion: Axel Rühle (ar)

Pressekontakt: presse@taxi-berlin.de

TAXI JUNI/ 2017

21


INNUNG DES BERLINER TAXIGEWERBES E. V.

Erste Einweisung beim Frühstück

So geht der Bremsschlag.

MIT WUCHT REINTRAMPELN

Haben Sie schon einmal vom Bremsschlag gehört? Die Teilnehmer eines

Fahrsicherheitstrainings haben darüber einiges erfahren.

In einer gemeinsamen Aktion von der

Innung des Berliner Taxigewerbes e.

V. und der Taxi Berlin TZB GmbH werden

alljährlich auf dem Gelände des TÜV

Rheinland in Oranienburg-Lehnitz Fahrsicherheitstrainings

angeboten. Rund zwei

Dutzend Taxi-Kolleginnen und -Kollegen

aus Berlin und Brandenburg haben am 13.

Mai teilgenommen. Zwei Drittel der Teilnahmegebühren

hat die Berufsgenossenschaft

übernommen.

Beim Frühstück wurden der Ablauf

INNUNG DES BERLINER

TAXIGEWERBES E. V.

Storkower Straße 101, 10407 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 23 62 72 01

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 23 62 72 04

Telefax: +49 (0)30 / 344 60 69

E-Mail: info@taxiinnung.org

www.taxiinnung.org

www.facebook.com/taxiinnung

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Leszek Nadolski

Redaktion: Wilfried Hochfeld (wh)

beschrieben und erste Instruktionen erteilt.

Es ging recht familiär zu. Die Veranstaltung

war diesmal zweigeteilt. Eine Gruppe machte

Fahrtraining. Die andere Gruppe befasste

sich mit Behindertenbeförderung (siehe Beitrag

auf Seite 27). Später wurde getauscht.

Worum geht es beim Fahrsicherheitstraining?

Um das richtige Sitzen, um das richtige

Bremsen, um das richtige Ausweichen und

um die Funktion der technischen Fahrassistenten.

Man sitzt so, dass man mit leicht

angewinkeltem Arm die entfernteste Stelle

des Lenkrads erreicht, ohne die Schulter von

der Sitzlehne zu lösen, und so, dass man mit

leicht angewinkeltem Bein die Bremse voll

durchtreten kann. Das sieht nicht besonders

cool aus, bewirkt aber, dass der Mensch das

Auto beherrscht und nicht umgekehrt.

Zur Gefahrenbremsung wird schlagartig

und mit voller Kraft das Bremspedal durchgetreten

und bis zum Stillstand gehalten. Nur

so geht kein Zentimeter Bremsweg verloren.

Nicht drücken, oder gar lupfen – mit Wucht

reintrampeln. Man nennt es Bremsschlag.

Bei der Kreisfahrt auf rutschiger Fahrbahn

bekommt man ein Gefühl für den Zusammenhang

von Geschwindigkeit und Lenkbarkeit.

Die technischen Fahrassistenten, über

die alle modernen Autos verfügen, regeln da

viel Gefahrenpotenzial weg. Genau so viel

Fingerspitzengefühl ist gefragt beim Ausweichen

auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen

bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

All dies sollte jeder Autofahrer einmal

ausprobiert und geübt haben, bevor es bei

einer wirklichen Gefahr benötigt wird. Das

Übungsgelände macht es möglich. Dort gibt

es unterschiedliche Fahrstrecken mit verschiedenen

Fahrbahnbelägen, von Holperpflaster

bis glatt lackiert, ohne jeden Grip.

Man muss sich auch erst mal trauen, ungebremst

auf ein Hindernis zuzufahren, um

dann bei entsprechender Geschwindigkeit

das Bremsen und Ausweichen zu üben. Alle

Teilnehmer hatten ihr fahrerisches Aha-Erlebnis

und wissen jetzt, wie man sich im

Notfall verhält.

wh

Schlangestehen am Übungsparcours

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

FOTOS: Taxi Deutschland (3), Wilfried Hochfeld / Taxi Times, IHK Berlin

22 JUNI / 2017 TAXI


TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V.

WIEDERWAHL MIT

GROSSER MEHRHEIT

Ertan Ucar will die Schwarzarbeit mit

Unterstützung der Politik weiter bekämpfen.

Auf der 12. Ordentlichen Mitgliederversammlung

von Taxi Deutschland ist Ertan Ucar

turnusgemäß als Vorstandsvorsitzender

bestätigt worden.

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

FOTOS: Taxi Deutschland (3), Wilfried Hochfeld / Taxi Times, IHK Berlin

PROMINENTE GÄSTE

BEI TAXI DEUTSCHLAND

Hermann Waldner

Harald Wolf

Kajo Wasserhövel

Dr. Lutz Kaden

Die Mitgliederversammlung von Taxi

Deutschland fand in diesem Jahr am

8.Mai in der Oberlandstraße bei VW

Automobile GmbH statt. Mit Unterstützung

von Mobile Garantie, FVO Versicherungen

sowie Expert Gutachten waren die zahlreich

erschienenen Mitglieder sowie die geladenen

Gäste zu einem warmen Buffet vor dem offiziellen

Teil der Versammlung eingeladen.

Ertan Ucar begrüßte die Gäste aus Wirtschaft

und Politik sowie die Fördermitglieder von

Taxi Deutschland.

Als Versammlungsleiter wurde Rechtsanwalt

Daniel Herbst gewählt. Den Bericht des

Vorstandes des vergangenen Geschäftsjahres

präsentierte Ertan Ucar: Von Jahresbeginn

an gab es diverse Informationsveranstaltungen

und erfolgreiche Schulungen rund

um den Fiskaltaxameter. Die Bekämpfung

der Schwarzarbeit im Taxigewerbe wird aufgrund

der vielen Gespräche mit der Politik

nun auch durch den neu gewählten Senat von

Berlin mit unterstützt. Seitdem haben sich

durch konsequente Kontrollen die Anzahl

der Konzessionen erheblich verringert.

Die Neugründung des Taxigremiums mit

den anerkannten Unternehmerverbänden

Taxi Deutschland, Innung und TVB verleiht

dem Taxigewerbe eine stärkere einheitliche

Durchsetzungskraft in der Politik. Diese

Einigkeit braucht das Gewerbe auch, um sich

dem aggressiven und zum Teil illegalen Auftreten

des milliardenschweren US-Unternehmens

Uber entgegenzustellen, das weiterhin

mit allen Mitteln versucht, die Personenbeförderung

zu seinen finanziellen Gunsten

zu manipulieren.

Diese Themen wurden auch durch die

Ansprachen des BZP-Vizepräsidenten und

TZB-Geschäftsführers Hermann Waldner

und des IHK-Branchenvertreters Dr. Lutz

Kaden deutlich gemacht. Die Stärken des

Taxigewerbes werden durch die Imagekampagne

„Verlässlich ist modern“, die der Initiator

Kajo Wasserhövel vorstellte, hervorgehoben.

Harald Wolf, Ex-Wirtschaftssenator und

Abgeordneter der Partei Die Linke, sicherte

seine Unterstützung und den Schutz für

das ehrliche und verlässliche Taxigewerbe

zu. Der Ehrengast Heinz Peter und unser

Ehrenvorstand Rainer Stäck blickten auf

die vergangenen Jahrzehnte des Taxigewerbes

zurück und betonten die Relevanz der

Gespräche mit der Politik.

Nach dem Bericht der Schatzmeisterin

und der Revisoren wurde der Vorstand für

das Geschäftsjahr 2016 entlastet. Bei der

Wahl des Ersten Vorsitzenden wurde Ertan

Ucar mit einer überwältigen Mehrheit wieder

gewählt. Die Wahl der Revisoren fiel

mehrheitlich auf Murat Kanoglu und Hakan

Türemen.

Wir bedanken uns für das große Interesse

und die aktive Teilnahme unserer Mitglieder

und Gäste, die zu unserer erfolgreichen Mitgliederversammlung

beigetragen haben. jx

TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V.

Persiusstraße 7

10245 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 202 02 13 10

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 202 02 13 11

E-Mail: berlin@taxideutschland.eu

www.taxideutschland.eu

www.facebook.com/taxi.deutschland.eu

Presserechtlich verantwortlich für diese

Seite: Ertan Ucar

Redaktion: Irene Jaxtheimer (jx)

TAXI JUNI/ 2017

23


BERLINER TAXIBUND E. V.

BLEIBENDE GESCHICHTEN

Ich fuhr mit dem Taxi am Lützowufer entlang, vor mir drei leere Taxen.

Die Dame an der Ecke landete trotzdem in meinem Auto.

Natürlich überholte ich die drei leer

vorausfahrenden Taxen nicht. Ich

hatte mich entschieden, links

in die Schöneberger Straße abzubiegen.

Meine Frau hatte mich angerufen und

gefragt, ob ich zum Frühstück kommen

würde.

Aus der Ferne konnte ich sehen,

wie eine wirklich schöne Frau, auffällig

gekleidet und nicht zu übersehen,

das erste leer fahrende Taxi

heranwinkte, dieses fuhr weiter.

Prompt winkte sie dem zweiten

Taxi zu, doch auch dieses hielt

nicht an. Merkwürdig, zwei Taxis

halten nicht an, sind die blind?

Kann nicht sein, blinde Taxifahrer

gibt es nicht. Ich ordnete mich in der

Zwischenzeit links ein, da winkte sie

mitten auf der Ecke dem dritten Taxi.

Ich war fast an der Ecke und sah, auch

dieses Taxi hatte sich dieser Verschwörung

angeschlossen und fuhr weiter. Die

bildhübsche Frau hüpfte wütend mit ihren

Stöckelschuhen herum. Mit blitzschnellem

Schulterblick packte ich die Kurve und hielt

neben ihr an. Mist, ich wollte doch zum

Frühstück nach Hause.

Na gut, ich hatte angehalten und wollte sie

auch befördern. Sie stieg ein, sagte nichts,

und mied den Blickkontakt im Spiegel. Dann

plötzlich sagte sie: „War ich zu übersehen?“

Ich verneinte die Frage. Sie sagte mir das

Fahrziel an: „Bitte zur Muskauer Straße 4“.

BERLINER TAXIBUND

BTB E. V.

Urbanstraße 171a

10961 Berlin

Telefon: +49 (0)163 / 364 62 99

Telefon: +49 (0)163 / 838 34 52

Telefax: +49 (0)30 / 62 90 80 31

E-Mail: btb@berlinertaxibund.de

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Ali Fekri

Redaktion: Fikret Arik (fa)

Ich war sprachlos, Jackpot. Fahrt nach Hause! Ich

ließ mir nichts anmerken, und sie schimpfte

weiter. Warum die anderen nicht anhielten

usw.

Am Ziel angekommen sagte sie: „Sie

müssen nicht wenden, ich kann hier

aussteigen und rüberlaufen“. Da

erlaubte ich mir einen Scherz: „Und

ich dachte, sie wollen mit mir frühstücken?“

„Nee nee“, erwiderte sie,

„mein Freund ist da“. Ich lächelte

und dachte, wenn dein Freund

nicht hier wäre, würdest du also

mit mir frühstücken.

Zwischenzeitlich hatte sie

gezahlt. Beim Aussteigen meinte

sie noch: „Scherzkeks!“ und

schlug die Tür zu. Vor dem Haus

war ein freier Parkplatz. Ich wendete,

parkte und stieg aus. Sie

schaute mich an und sagte: „Nein,

nein, das geht nicht, mein Freund ist

da“! Ich lachte und antwortete: „Wenn

Ihr Freund nicht da wäre, könnten wir

frühstücken, ja?“ Sie sagte erst mal

nichts und wartete ab, ich nahm

meine Jacke aus dem Kofferraum

und zog sie an. Die Tür hatte die

Frau schon einen Spalt geöffnet

und beobachtete, was ich machen

würde. Ich ging auf sie zu, sie bekam

riesige Augen und wurde etwas rot.

Da wollte ich die Situation nicht noch

weiter anspannen und sagte ihr die Wahrheit:

„Dein Freund hat dich zum Frühstück

eingeladen und meine Frau mich“. Sie fragte

verblüfft: „Wie?“ „Ganz einfach“, sagte ich, „ich

wohne hier in der Nr. 7 und war auf dem Weg nach

Hause, zum Frühstück mit meiner Frau“. Sie lachte

und lachte mir hinterher, bis ich im Haus war.

Diese Geschichte ist mittlerweile ca. 18 Jahre alt.

In den letzten 20 Jahren hat sich vieles geändert.

Konzessionszahlen, Verbände sind entstanden,

Geschäftsmodelle im Taxi- und Mietwagengewerbe,

abnehmende Stellen der Ortskundeprüfung, Funkzentralen,

Digitalfunk, Anzahl der Taxifahrer mit

Migrationshintergrund, und, und, und.

Wir wollen nicht, dass solche Geschichten der

Geschichte angehören. Wir wollen den weiteren

Erhalt des Taxis in diesem Gewerbe.

fa

SYMBOLFOTO: rixabay.com

FOTO: Taxi Times

24 JUNI / 2017 TAXI


TAXIVERBAND BERLIN, BRANDENBURG E. V.

GENEHMIGUNG NUR NOCH

MIT FISKALTAXAMETER

Das LABO zieht bezüglich Einbauterminen für Fiskaltaxameter die

Reißleine. Eine Terminbestätigung reicht nun nicht mehr aus.

Am 8. Juni erhielten die Verbände ein Schreiben von Frau von

Chamier, der Leiterin des Fachbereichs Taxi beim LABO und

Kollegin von Herrn Schötz, dem Leiter des Referats Fahrerlaubnisse,

Personen- und Güterbeförderung. Das Duo hat sich im

Taxigewerbe seit seinem Amtsantritt Respekt durch das konsequente

Vorgehen gegen Regelverstöße erworben, insbesondere, wenn es um

den Fiskaltaxameter geht.

Seit dem 1.1.2017 dürfen ausschließlich Taxameter eingesetzt

werden, die alle steuerlich relevanten Einzeldaten vollständig und

unveränderbar erfassen. Werden Daten nicht so erfasst und aufbewahrt,

zählt dies als schwerer Verstoß gegen die abgaberechtlichen

Pflichten und kann zum Entzug der Konzession führen. Allerdings

wurden vom LABO in bestimmten Fällen Ausnahmen geduldet. Das

aktuelle Schreiben des LABO stellt eindeutig klar, dass verspätete

Einbautermine nicht mehr als Begründung für einen fehlenden Fiskaltaxameter

gelten.

Frau von Chamier und Herr Schötz vom LABO

TAXIVERBAND BERLIN

BRANDENBURG E. V.

SYMBOLFOTO: rixabay.com

FOTO: Taxi Times

Franklinstraße 18

10587 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 24 33 54 08

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 86 09 07 70

E-Mail: taxiverband@t-online.de

www.taxiverband-berlin.de

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Detlev Freutel

Redaktion: Detlev Freutel (df)

TAXI JUNI/ 2017

25


KULTUR

Cloud-Mitspieler in Stockholm im September 2016

JEDE FAHRT

EINE NEUE WELT

Für die Kunstaktion „Unknown Cloud on its Way to Berlin“ wurden

Berliner Taxifahrer als Mitspieler gesucht. Wir waren dabei.

Wer Taxi fährt, begibt sich oft

von jetzt auf gleich in eine

neue Welt wie in eine Wolke.

„Unknown Cloud“ ist Kunst an der Grenze

zwischen Ausstellung und Aufführung.

Die neue Mode der Kommunikationswelt,

Daten und Wissen in „Clouds“ (Wolken) zu

speichern, ist abstrakt und virtuell. Ein

schwedisch-britisches Künstlerpaar macht

nun eine Wolke zum Anfassen – und Mitmachen.

Taxifahrer sind gute Mitspieler,

denn sie verkörpern das, was wir als mediales

Kunstwerk machen: Ganz oft in eine

kleine neue Welt eintauchen, die andere Welt

hinter sich lassen und etwas Neues erleben,

das man anschließend in seiner Erinnerung

trägt – wie eine Wolke, die sich um

den Erdball bewegt und überall Eindrücke,

Stimmungen und Wissen von Menschen mitnimmt.Fast

nirgends außer am Steuer eines

Taxis in einer Weltstadt erlebt man das in

einer solchen Häufigkeit und Intensität“,

erklärt mir der junge schwedische Aktionskünstler

Christer Lundahl an einem Dienstagvormittag

bei sengenden 30 Grad an der

Taxihalte Anhalter Bahnhof.

Da Kunstaktionen im Taxigewerbe nicht

für Masseninteresse sorgen und ich einer

der ganz wenigen anwesenden Taxifahrer

bin, werde ich sogleich zum ersten Teilnehmer.

Um mir das Abtauchen in eine andere

Welt, eine imaginäre, aber durchaus nicht

irreale, zu erleichtern, bekomme ich Kopfhörer

aufgesetzt, und wir stellen uns in den

Schatten eines Zeltdachs, das noch von den

Veranstaltungen des Kirchentags übrig ist.

Ich höre einen unaufdringlichen Klangteppich

aus elektronischen Tönen, Geräuschen

und Stimmen. Während ich eine Brille aufgesetzt

bekomme, durch die nur weiße Helligkeit

zu sehen ist, ertönen von schräg hinten

Schritte einer Frau, und die zugehörige

Stimme nimmt mich mit in ein Gebäude, das

in meiner Vorstellung entsteht. Sie nimmt

mich an die Hand (meine Hände greifen

echte Hände vor mir) und lenkt mich durch

die Museumsräume, die – unterstützt durch

die Akustik aus den Kopfhörern – immer

wirklicher zu werden scheinen. Als ich mich

etwas bücken muss, da wir angeblich einen

niedrigen Tunnel betreten, habe ich kurz

das Gefühl, es würde nach muffigem Gang

riechen.

Das Sonnenlicht, die Verkehrsgeräusche

und die Sommerluft lassen ein Stück Realität

übrig, doch tritt das in meiner bewussten

Wahrnehmung ziemlich weit in den Hintergrund.

Die Kunstwelt aus den Kopfhörern hat

mich erstaunlich weit vereinnahmt.

Zweieinhalb Tage später auf dem Tempelhofer

Feld dann die Fortsetzung, diesmal

mit mehr Teilnehmern. Das Künstlerpaar

hat in Kooperation mit den Berliner Festspielen

unter anderem eine Gruppe Studentinnen

und 9 Schüler der Rütli-Oberschule

für das Event ausgesucht. Diesmal geht es

nicht durch imaginäre Museumsräume, sondern

– mit der Smartphone-App „Caretaker“

in den Kopfhörern – durch das Weltall, wo

man bei tiefstehender Sonne und mit einem

noch hypnotischeren Teppich aus Stimmen

und Geräuschen scheinbar Planeten hören

und der Wolke begegnen kann.

Das Ganze ist Teil des Projekts „Limits of

Knowing“, das sich mit den Grenzen rationalen

Wissens befasst und zum „Gleiten zwischen

Vernunft und Vorstellung“ einlädt.

Als Ergebnis kann man im Martin-Gropius-Bau

den ganzen Juli über täglich außer

dienstags von 10 bis 19 Uhr Kunst erleben,

die nicht abgehoben, sondern undogmatisch,

spannend und verspielt ist und auch Kunstbanausen

Spaß macht. Informationen dazu:

www.facebook.com/nonlocalcentre/ ar

FOTO: Joakim Olsson

FOTO: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

26 JUNI / 2017 TAXI


INKLUSION

MIT DEM FAHRGAST SPRECHEN,

NICHT EINFACH HERUMFUMMELN

Der Umgang mit Rolli-Fahrern im Taxi war diesmal ein Schulungsthema

beim Fahrsicherheitstraining in Lehnitz – verbunden mit der Präsentation

des neuen Rolli-Taxis Ford Custom.

FOTO: Joakim Olsson

FOTO: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

Herr Marmulla von Ford Dinnebier und Herr Hocke von der

Umrüsterfirma Kirchhoff Mobility hatten den neuen Ford

Transit Custom Taxi Line mit Ausstattung zur Beförderung

von Menschen mit Behinderung mitgebracht.

Dabei handelt es sich um ein vollwertiges Großraumtaxi,

in dem man wahlweise bis zu acht

Fußgänger oder einen Rollstuhlfahrer und bis

zu sechs weitere Fahrgäste mitnehmen kann.

Hier soll es nicht so sehr um das Fahrzeug

gehen, sondern um die Handhabung der Rolli-Ausrüstung

und um den Umgang mit behinderten

Menschen bei der Beförderung im Taxi.

Ein ausführlicher Fahrbericht über den Ford

Transit Custom folgt später.

LEICHTE HANDHABUNG

Die rollstuhlgerechte Ausstattung des Fahrzeugs

ist vorbildlich. Wie man sie bedient,

demonstrierte Jens Hocke, der bei Kirchhoff

für solche Umbauten zuständig ist. Die zweiteilige

Rampe lässt sich mit dem Heckausschnitt

mit wenigen Handgriffen herausklappen. Die

Sicherheitsgurte, mit denen der Rollstuhl an seiner

Vorderseite gesichert wird, lassen sich weit

herausziehen und so schon außerhalb des Autos

am Rollstuhl einhaken. Beim Hineinschieben

des Rollstuhls werden sie automatisch aufgerollt

und elektrisch arretiert.

Der beleuchtete

Schalter dafür befindet

sich innen, neben

der Heckklappe. Wenn

der Rollstuhl auch

hinten mit Gurten

befestigt ist, werden

die Rücken- und Kopfstützen

für den Rollstuhlfahrer

in Position

geklappt und der

Fahrgast mit weiteren

Gurten angeschnallt.

Soweit der technische

Vorgang, der mit

etwas Übung nicht

mehr Zeit in Anspruch

nimmt als das Einsteigen

einer Gruppe von

Fahrgästen.

Bei der Rolli-Aus- Herr Maubach misst nach

stattung des Vorführwagens fehlen hier und da noch ein paar Zentimeter

zur Erfüllung der Norm. Martin Maubach, der für den Sozialverband

Deutschland am Projekt Inklusionstaxi mitarbeitet, hat

nachgemessen. Jens Hocke verspricht,

bei weiteren Umbauten alles normgerecht

zu bemessen. Der Einbau von

Kopf- und Rückenstützen hingegen

wird von keiner Norm vorgeschrieben,

obwohl er eigentlich für die Sicherheit

des Rolli-Fahrgasts unerlässlich ist.

EINFACH DEN FAHRGAST

FRAGEN

Die Beförderung von Rolli-Fahrern

erfordert einigen technischen Aufwand,

bleibt aber ein Segment der Personenbeförderung.

Rolli-Fahrer sind

Menschen wie du und ich, sie können

nur nicht laufen und haben manchmal

weitere Beeinträchtigungen. Der Rolli-Taxifahrer

behandelt sie am besten

so wie alle seine Fahrgäste: freundlich,

höflich, hilfsbereit. Natürlich brauchen

viele Rolli-Fahrer mehr Hilfe als

Jens Hocke vom Umrüster Kirchhoff am korrekt

gesicherten Rollstuhl

man mit ihnen besprechen und nicht

andere. Wie die auszusehen hat, soll

wortlos an ihnen herumfummeln. Die

Betroffenen wissen selbst am besten, welche Unterstützung sie

brauchen. Zu Lehrzwecken setzte Herr Hocke auch Fußgänger in

einen Rollstuhl und ließ sie den Transport aus dieser Sicht erleben.

Ungewohnt, aber sicher erhellend. Eine solche Schulung sollte für

alle angehenden Rolli-Taxifahrer obligatorisch werden. wh

VERKEHRSRECHT BERLIN

Rechtsanwalt Carsten Hendrych

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TAXI JUNI/ 2017

27


INKLUSION

WER ZAHLT DEN AUFPREIS BEI

BEHINDERTENBEFÖRDERUNG?

Trotz großen Interesses wird sich das Taxigewerbe erst bewegen,

sobald die Finanzierung geklärt ist.

Wie hoch wird die staatliche Förderung für Kauf bzw.

Umrüstung rollstuhltauglicher Taxis sein und wann

wird sie starten? Erhalten Unternehmer die Förderung

auch nachträglich, wenn sie das Projekt anschieben wollen und schon

jetzt investieren? Wird das Beförderungsentgelt auskömmlich sein,

um die Zusatzkosten zu refinanzieren? Bisher gibt es lediglich politische

Willensbekundungen des Berliner Senats – die endlich von

den zuständigen Senatsverwaltungen umgesetzt werden müssen.

Gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland, Landesverband

Berlin-Brandenburg (SoVD), hat die Taxilobby ihre Hausaufgaben

längst gemacht und dem Senat eine Vereinbarung vorgelegt, die als

Grundlage für ein gemeinsames Umsetzen und verlässliche Rahmenbedingungen

dienen könnte.

DEADLINE SEPTEMBER

Noch sind die Zuständigkeiten nicht klar: Die Senatsverwaltungen

für Verkehr (Fahrpreise) und Soziales (Abrechnen der Fahrten,

möglicherweise auch Investitionsförderung) sollen jetzt gemeinsam

ein „Gesamtkonzept für die Mobilitätssicherung von Menschen mit

Behinderung“ erstellen. Sollen die Mittel im Doppelhaushalt 2018/19

eingestellt werden, muss das jetzt schnellstens geregelt werden, denn

der wird bereits im September beschlossen. Anderenfalls liegt das

Projekt mindestens zwei weitere Jahre auf Eis.

INVESTIEREN – NICHT DISKRIMINIEREN

Allerdings wird auch der vom Senat festzulegende Fahrpreis für

die Beförderung im Rollstuhl sitzender Personen entscheidend dafür

sein, ob die – auch trotz Förderung erheblichen – Zusatzinvestitionen

getätigt werden. Offenbar wird ein Zuschlag auf den Fahrpreis

grundsätzlich als Diskriminierung gesehen, selbst fünf Euro, so der

Vorschlag aus dem Taxigewerbe, wie er auch in Großraumtaxis ab der

fünften Person erhoben wird. Unter dem Strich profitieren die Fahrgäste

von diesem Großraumzuschlag, da für die Fahrt anderenfalls

zwei „normale“ Taxis erforderlich wären, was deutlich teurer wäre.

Die Anschaffung und der Betrieb großer Autos kosten mehr, das soll

der Zuschlag ausgleichen. Hinzu kommt jetzt auch noch ein Umbau

zur Rollstuhlaufnahme. Doch wenn Zuschlag ein Tabuthema ist, wer

soll dann diese Investitionen tätigen? Die Beförderung im Rollstuhl

sitzender Personen im Taxi würde trotz Zuschlags deutlich billiger

als bei Sonderfahrdiensten. Der Wert der spontanen Verfügbarkeit

des Taxis ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. So wie fünf Fahrgäste

in keine Limousine passen, bekomme ich auch keinen Rollstuhl

hinein. Diskriminierung?

ZUSCHLÄGE ODER LÖSUNG

AUSSERHALB DES TAXITARIFS

Wir sehen allerdings, dass wir uns auch um alternative Abrechnungslösungen

Gedanken machen müssen, um Probleme, die in Bremen

auftraten, vorzubeugen. Dort wurde ein Zuschlag von 13,50 €

für Rollstuhltaxen zunächst generell erhoben und auch vom Amt für

Soziale Dienste abgerechnet. Da dies aber nur bei Krankenfahrten

zulässig ist, bei denen die Krankenkasse die Kosten übernimmt, dürfen

diese Zuschläge bei Privatfahrten nicht länger erhoben werden.

Höhere Kosten und höheren Zeitaufwand gleichen Unternehmer

normalerweise durch höhere Preise aus. Unseren Tarif setzt aber der

Senat fest. Sollte die Verpflichtung zur Gleichbehandlung Zuschläge

für Rollstuhlbeförderung ausschließen, so muss das staatlicherseits

ausgeglichen werden, da auch Taxibetriebe ihre Investitionen wieder

FOTO: SenIAS

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28 JUNI / 2017 TAXI


INKLUSION

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Elke Breitenbach, Senatorin für

Integration, Arbeit und Soziales,

verweist zwar auch auf die Zuständigkeit

der Verkehrsverwaltung,

lässt aber am grundsätzlichen

Willen, das System umzubauen,

keinen Zweifel.

erwirtschaften und ihr Fahrpersonal bezahlen müssen.

Im Sinne einer inklusiven Beförderung wird eine Beteiligung

des Landes Berlin an den Fahrtkosten gehbehinderter Menschen

selbstverständlich sein. Findet die Verwaltung im Zuge der ohnehin

notwendigen Umstrukturierung in der Finanzierung des Sonderfahrdienstes

und der Ausstattung des Taxikontos dafür eine Lösung

außerhalb des Taxitarifs, wird das Taxigewerbe mitziehen.

Obwohl die Arbeitsteilung zwischen SoVD und Taxigewerbe vorsieht,

dass der SoVD das Projekt bei Politik und Verwaltungen voranbringt,

sucht das Gewerbe jetzt verstärkt auch eigene Gespräche,

um den Vorgang eventuell beschleunigen zu können.

UNTERSTÜTZUNG SICHER

Auszüge aus dem Schreiben von Frau Breitenbach an den

SoVD vom 21.02.2017:

Die Einführung barrierefreier und multifunktionaler Taxen

(Inklusionstaxen) in Berlin ist Bestandteil eines Gesamtkonzepts

für die Mobilitätssicherung von Menschen mit

Behinderungen, das der Senat mit dem Ziel, die Verkehrsmittel

besser miteinander zu verzahnen, erarbeiten wird.

(…) liegt die Federführung für die Erarbeitung des Gesamtkonzepts

(...) bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr

und Klimaschutz.

Der Fachbereich „Allgemeine Behindertenpolitik“ meines

Hauses wird sich – auch aufgrund der Zuständigkeit für

den „Sonderfahrdienst‘ – aktiv an der Erarbeitung des o.

a. Gesamtkonzepts beteiligen. Wie Ihnen bekannt ist, hat

der Senat die qualitative Weiterentwicklung des „Sonderfahrdienstes“

vereinbart, die im Einzelnen die Prüfung der

Eigenbeteiligung für den Sonderfahrdienst auf Sozialverträglichkeit

und die Anpassung der Eigenbeteiligung

für das Taxikonto an das Niveau des Sonderfahrdienstes

betrifft.

Die Etablierung von Inklusionstaxen wird aus meiner Sicht

eine Ergänzung und langfristig eine Alternative für den

überwiegenden Anteil der Nutzer/Kunden des „Sonderfahrdienstes“

darstellen, weshalb Sie sich auch weiterhin

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Stand: September 2016

TAXI JUNI/ 2017

29


ANTRIEB

ZWISCHEN

CARPOOLING

UND ÖPNV

Der Große Saal im „roten Rathaus“ erstrahlte in Grün

Am 3. Mai fand im Berliner Rathaus zum fünften Mal die

Hauptstadtkonferenz Elektromobilität statt. Die vorgestellte Erfolgsbilanz

hat die allgemeine Ruhe um das elektrische Fahren kurz unterbrochen.

Es ist ruhig geworden um die Elektromobilität, wo selbst die

Bundeskanzlerin einräumen musste, dass es wohl nichts

wird mit der Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen

bis 2020. Da bietet die 5. Hauptstadtkonferenz Elektromobilität

der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) eine willkommene

Abwechslung.

Der Große Saal im „roten Rathaus“ war mit 500 Teilnehmern wie

üblich ausgebucht. Das Interesse am Thema ist noch da, und die

Erfolge können sich durchaus sehen lassen.

Die „Neue Mobilität aus und für Berlin“, so das Motto der Veranstaltung,

blüht und gedeiht, wenn auch mehr im Wirtschaftsteil der

Zeitungen als sichtbar auf den Straßen. Dutzende Projekte laufen,

gefördert durch Millionen Euro. Viele einschlägige Firmen mit noch

mehr Arbeitsplätzen haben sich in Berlin angesiedelt. Die ganze

wunderbare neue Mobilität befindet

sich offenbar weiterhin in der

Investitionsphase, und der Erfolg

der Start-Ups besteht vorwiegend

darin, von großen Playern gekauft

zu werden. So ist gerade die Berliner

Fahrzeug-Sharing-App free2move

vom französischen PSA-Konzern

(Peugeot/Citroën) übernommen

worden.

Zumindest monetär ist Bewegung

drin. Die Startlöcher werden

besetzt. Irgendwann wird es

wirklich losgehen. Immerhin ist Wirtschaftssenatorin Ramona Pop

die eMO-Agentur Bestandteil der

Wirtschaftsförderung in Berlin.

Das mag auch erklären, dass auf

der Hauptstadtkonferenz für Elektromobilität

immer die Wirtschaftssenatorin

eine Rede hält und nicht

die Senatorin für Umwelt, Verkehr

und Klimaschutz, die das Thema

der Konferenz von der Sache her

viel mehr betreffen müsste.

Dort, wo die Elektromobilität

in Berlin richtig gut funktioniert,

BVG-Chefin Dr. Sigrid Nikutta ist sie uralt. Der ÖPNV der BVG,

gegründet 1928, fährt heute zu 70%

elektrisch. Der interne Fuhrpark der BVG wurde, bis auf einen Benziner,

für die langen Strecken komplett auf E-Autos umgestellt.

Das bemerkte die BVG-Chefin Sigrid Nikutta, die auf diesem Gebiet

noch viel mehr geplant hat. Die völlige Elektrifizierung der S-Bahn,

des anderen großen ÖPNV-Anbieters, war bereit 1933 abgeschlossen.

Neue Mobilität in Berlin läuft wohl auf mehr ÖPNV hinaus. Das

ist allemal intelligenter als leere private PKW hin und her zu

fahren, die obendrein die meiste Zeit ungenutzt herumstehen und

wertvollen Platz wegnehmen. Aber mit all den leeren Sitzplätzen,

die in privaten PKW unterwegs sind, ließe sich mengenmäßig der

gesamte ÖPNV der Stadt ersetzen. Irgendwo zwischen geschicktem

Car-Pooling und intelligentem ÖPNV wird die Lösung der

Verkehrsprobleme liegen. Das Taxigewerbe als Bestandteil des

ÖPNV muss sich anstrengen, seine Rolle zu behaupten. wh

FOTOS: eMo, Wilfried Hochfeld / Taxi Times

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Taxiwelt. Wir versorgen Sie mit allem Wissenswerten und das topaktuell.

Die Nachrichten sind in Deutsch, Englisch und Türkisch abrufbar. Die

App gibt es zum kostenlosen Download für iOS und Android.

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

30 JUNI / 2017 TAXI


ANTRIEB

Taxiunternehmer im Gespräch mit tt-Redakteur Stephan Berndt (rechts)

Der Toyota Mirai fährt mit Wasserstoff.

DIESEL WAR GESTERN

Ende April traf sich das Berliner Taxigewerbe bei Toyota an der Stralauer

Allee zum Brunch und zum Fachsimpeln. Das Taxi-Angebot von Toyota

stößt auf immer größeres Interesse als Alternative zum Diesel.

FOTOS: eMo, Wilfried Hochfeld / Taxi Times

FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

Die Toyota-Taxi-Modelle haben sich in den vergangenen knapp

20 Jahren zu einer festen Größe nicht nur im Berliner Taxigewerbe

entwickelt. Anfangs hatte Toyota eigentlich gar

kein Auto, das wirklich als Taxi geeignet gewesen wäre. Der erste

Prius war zu klein und zu teuer. Der Avensis und der Picnic, mit

dem Toyota eine erste kleine Konjunktur erlebte, waren gegenüber

der Konkurrenz einfach nur zuverlässiger und preiswerter. Diesel

mit Automatikgetriebe gab es nicht. Das war das ewige Manko der

Toyota-Taxis. Trotzdem wurden sie gekauft.

Wie es dazu kam, gerät langsam in Vergessenheit. Unmengen

Eistee, Snacks und kleine Geschenke wurden an warmen Tagen an

Taxifahrer verteilt. Zahllose Veranstaltungen, eigene und gesponserte,

fanden in Toyota-Autohäusern und an anderen Orten statt. So

bekam die Marke Toyota einen guten Klang im Taxigewerbe.

Inzwischen hat sich der kleine Prius von damals über mehrere

Modell-Generationen ausgewachsen bis hin zum Prius+. Weitere

Hybridmodelle sind hinzugekommen. Nach Diesel mit Automatikgetriebe

fragt keiner mehr, obwohl es das auch längst gibt. Die

Hybridtechnik hat sich in vielen Taxis als zuverlässig, haltbar und

wirtschaftlich erwiesen.

Zum Taxi-Brunch hatte das Toyota-Autohaus an der Stralauer Allee

sein breites Angebot für das Gewerbe aufgebaut. Das sind der neue

Prius, der große Prius+, der Auris, der RAV 4 und von der Toyota-Edelmarke

Lexus der GS 300 – alle mit Hybridantrieb, also einer

Kombination aus Benzin- und Elektroantrieb. Einzig der neue Kleinbus

Proace fährt ausschließlich mit Diesel. Die anderen Toyota- Diesel-

Modelle Avensis und Verso spielen als Taxi keine große Rolle mehr.

Toyota hat die Entwicklung eigener Dieselmotoren eingestellt,

obwohl die Konstrukteure ein paar sehr fähige Aggregate

hervorgebracht hatten. Wohin sich Diesel-Land Deutschland insgesamt

entwickelt, weiß man nicht. Erste Fahrverbote für Diesel-Autos

in Innenstädten sind bereits gerichtlich erzwungen und politisch

beschlossen. Nicht nur das Taxigewerbe mit seinem überdurchschnittlich

hohen Diesel-Anteil ist verunsichert. Das wurde in vielen

Gesprächen beim Toyota-Taxi-Brunch deutlich.

Praktikable und wirtschaftlich tragfähige Alternativen zum Diesel

sind rar. Das Angebot an CNG-Autos für den Taxibereich ist schmal

geworden. Wirklich einsatzfähige Elektrolösungen lassen trotz

Werbeanzeige

Großes Interesse an Hybrid-Taxen

immenser politischer Anstrengungen weiter auf sich warten.

Die MCF Motor Company hat weder Kosten noch Mühen gescheut,

sogar ein Mirai-Taxi in den Show-Room zu schaffen. Mit diesem

Wasserstoff-Brennstoffzellen-Auto, das sich seinen Fahrstrom selbst

aus Wasserstoff erzeugt, ist Toyota wieder einmal Erster auf dem

Markt. Wer vorerst einfach nur Taxi fahren will, ohne Gedanken an

Reichweite, Tankstellendichte und Stecker-Normen zu verschwenden,

wird im breiten Hybridtaxi-Angebot der MCF Motor Company

sicher fündig.

wh

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Berlin akzeptiert technologieneutrale

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TAXI JUNI/ 2017

31


KOLUMNE

FÜNFUNDZWANZIG. DREISSIG.

FÜNFUNDVIERZIG.

Schon unser Ausbilder wusste: Wenn während der Nachtschicht irgendwann

die Mülleimer zu winken anfangen, ist es Zeit, Feierabend zu machen.

Fuck, ich stehe wirklich schon wieder eine Dreiviertelstunde,

dabei konnte ich die Augen schon vor der letzten

Fahrt aus Langeweile kaum mehr offen halten.

Position drei an der Halte, aber der erste Kombi, der erste

Großraumwagen mit hohem Einstieg. Die Frau mit Kinderwagen

scheint gar kein Taxi zu suchen, der jugendliche

Typ im Anzug scheint mir zu zögern. Will er

sich ein bestimmtes Auto aussuchen? Wenn ja,

was für eines? Nein, wohl eher gar keines. Als

der nun strammen Schrittes am Stand entlang

geht, sehe ich zwei Meter vor meinem Auto

eine geradezu comichafte Bananenschale

liegen, das internationale Warnsymbol

für Rutschgefahr, auch wenn ich nicht

einmal in meinem Leben einem Menschen

begegnet bin, der je wirklich

auf einer Bananenschale ausgerutscht

ist.

„Das wäre jetzt ja was ...“,

denke ich so bei mir und

sehe quasi zeitgleich den

wenig eleganten Ausfallschritt

des jungen

Herren, der darin

mündet, dass er

sich gerade noch

mit beiden Händen

auf meiner

Motorhaube

abstützen kann.

Er springt erzürnt

auf und tritt mit voller Wucht

gegen die Heckstoßstange des Kollegen

vor mir. Vermutlich glaubt

er, der hätte die Schale aus seinem

Fenster geworfen. Der Kollege,

ein bereits weitgehend ergrauter

Rentner, steigt behände und

fluchend aus, ganz offensichtlich

hat er sich vor Schreck den Kaffee

übers Hemd geschüttet und ist nun

den Umständen entsprechend leicht

gereizt. Ich kann ihn gut verstehen, er hatte meines Wissens

nach nun wirklich nix mit dem Bananenvorfall zu tun.

Ebenso gut verstehen kann ich aber auch die Gruppe aus

mehreren Jugendlichen, die eben erst aufgetaucht war und

nun nur noch einen pöbelnden Typen sieht, der einen jungen

Kerl im Anzug anfaucht und ihm Wunder weiß was für Ausdrücke

an den Kopf wirft. Der Größte von ihnen, ein braungebrannter

Typ im Muscle-Shirt droht dem Kollegen Prügel

an und zwei Frauen, über deren jeweilige Beziehung zu dem

Typen ich länger nachdenken müsste, versuchen ihn einerseits

zu beruhigen, andererseits aber auch zu bestätigen, er solle

„den Opa weghauen“. Natürlich denke ich so vor mich hin,

dass ich den Kollegen in Schutz nehmen sollte, aber

selbstverständlich ist die Polizei hier, direkt vor ihrer

Wache, auch schon längst vor Ort. „Hey, hey, hey!“,

ruft einer der Beamten aus sicherer Distanz dem

Cliquen-Führer warnend zu. Das missversteht

einer seiner Kumpel gründlichst und tritt mit

seiner Freundin zusammen einen überhektischen

Fluchtversuch an.

Ich persönlich tippe auf etwas Gras

im Gepäck, vermutlich leicht über der

Eigenbedarfsgrenze. Besagte überhektische

Flucht findet ihr Ende

aber bereits am voll belandenen

Einkaufswagen eines offensichtlich

obdachlosen Flaschensammlers,

dessen Hab

und Gut sich unter lautem

Klirren auf dem Asphalt

auflöst. Eine einzelne

Flasche rollt zielstrebig

auf die den

Vorfall eingeleitet

habende

Banane zu,

die ich nach

kurzem Hochschrecken

wegen des ganzen

Krachs nun auch als harmloses

gelbes Flugblatt identifiziere, die

Demo vorher, ich erinnere mich!

Die Jugendlichen, die Polizisten,

der Flaschensammler, der Kollege

... wo zur Hölle sind sie? „Na, haste

auch gedacht, dass der Typ im

Anzug bei Dir einsteigt?“ Kollege

Hassan grinst mich an. Der ganze

Scheiß gerade ... das war ... hab ich

das nur ...? Ich war schlagartig wieder

wirklich wach. „Der sah aus, als ob er bis irgendwo

außerhalb fahren würde. Gut, vielleicht ein Serienkiller,

aber es hätte eine gute Tour werden können!“,

meinte Hassan augenzwinkernd. Ey, wir Taxifahrer

haben doch alle zu viel Fantasie für die langen Wartezeiten

da draußen!

sash

Der Autor Sascha Bors betreibt als „Sash“ einen eigenen

Taxiblog.

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times

32 JUNI / 2017 TAXI


LESETIPP

SCHNITTSTELLE

DER VIER MÄCHTE

Berlin hatte nach dem Krieg mit seiner Lage an

der Schnittstelle zwischen den Machtblöcken

den Ruf einer Hauptstadt der Spione.

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times

Ausgedachte Geschichten über Spione

gibt es zuhauf. Ian Flemmings

James Bond war sicher einer der

berühmtesten. Der Leiter des Alliierten-Museums

Bernd von Kostka und der Journalist

Sven Felix Kellerhoff haben sich in ihrem

Buch „Hauptstadt der Spione“ mit echten

Spionen beschäftigt, die in Berlin tätig waren.

Geheimdienste und ihre Spione arbeiten

im Geheimen. An die Öffentlichkeit gelangen

sie oft erst, wenn es schiefgegangen ist. Die

Akten und Unterlagen über sie bleiben lange

gesperrt. Keine leichte Aufgabe für Autoren,

etwas darüber zu schreiben. Originalquellen

werden meist erst zugänglich, wenn 20, 30

Jahre vergangen sind. Trotzdem haben die

beiden Autoren einiges zu Tage gefördert.

Was die alliierten Militärverbindungsmissionen

eigentlich machen, ist den

Berlinern erst aufgegangen, als der

Missionsangehörige Arthur D. Nicholson auf

einer Erkundungsfahrt in der DDR von einem

sowjetischen Wachposten erschossen wurde.

Über Jeffrey M. Carney, den Stasi-Spion in

der Field Station auf dem Teufelsberg, ist

kürzlich sogar eine Fernseh-Dokumentation

gelaufen. Dass Karl-Heinz Kurras, der als

Zivilpolizist am 2. Juni 1967 den Studenten

Benno Ohnesorg erschoss, ein Stasi-Agent

war, drängt gerade jetzt, zum 50. Jahrestag

der Tat, wieder ins Bewusstsein. Einzelheiten

über diese und viele andere Fälle kann man

in der überarbeiteten und aktualisierten

Neuauflage des Buches nachlesen. wh

Sven Felix Kellerhoff, Bernd v. Kostka:

Hauptstadt der Spione –

Geheimdienst in Berlin im Kalten Krieg

Berlin Story Verlag

19,95 Euro

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times

Auf Wunsch auch

mit TIM Box

(999.00 € )

inkl. einbau

TAXI JUNI/ 2017

33


Anz_

GASTRONOMIE-TIPP

ZEIT FÜR EINE PAUSE

PRISMA-PAVILLION

Kottbusser Brücke

(Ecke Kohlfurter Str./Fraenkelufer)

Öffnungszeiten

So bis Do 10:00 bis 02 Uhr

Fr und Sa 10:00 bis 04:00 Uhr

barrierefrei

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times

Gute Abwechslung zu Fast-Food- Angeboten, wenn es schnell gehen, aber trotzdem gut

schmecken soll

IMPRESSUM

GUT ESSEN IN KREUZBERG:

PRISMA-PAVILLION

Man kennt den Pavillon an der Kottbusser

Brücke mindestens vom

Vorbeifahren. Er ist eine Imbiss-

Bude mit vielen Plätzen im Freien und

wenigen im Innenraum (der für dringende

Fälle auch Toiletten hat). Der Gag mit dem

falschen „i“ im Namen des Pavillons fiel

mir erst nach etlichen Besuchen auf, als

TAG UND NACHT ESSEN IN TEGEL:

MARIAN’S IMBISS

Der legendäre Ableger des Schollenkrugs am

Waidmannsluster Damm

Wenn es mich ins etwas tiefere

Reinickendorf oder gar noch

weiter nach Nordwesten verschlagen

hat und mein Magen auch nur

geringen Kohldampf meldet, freue ich mich

zu jeder Tages- und Nachtzeit auf einen

Imbiss am Waidmannsluster Damm. Von der

Autobahn gute 300 Meter in Richtung Oraniendamm,

schon leuchtet mir jene Bude entgegen,

in der Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis

leicht über dem Durchschnitt liegen,

wenngleich das Personal nicht so ist, dass

ich das Foto machte. Das Speisenangebot

ist außergewöhnlich. Es gibt unter anderem

Wok- Gerichte (sehr gut), Salate (sehr gut

und groß) sowie Pizza (einigermaßen) zu

günstigen Preisen. Das Personal ist freundlich

und flink. es ist eine sehr gute Abwechslung

zu anderen Fast-Food-Angeboten, wenn

es schnell gehen, aber trotzdem gut schmecken

soll. Die Öffnungszeiten werden je nach

Bedarf verlängert oder im Ausnahmefall

auch mal verkürzt.

ar

ich es als zuvorkommend bezeichnen würde,

eher kultig-rau. Aber alles klappt ruck-zuck

und zuverlässig. Es gibt mehr als das typische

Currybuden-Angebot, z. B. Gyrosteller,

Schnitzel, Hamburger, Fisch und weiteres. Es

gibt reichlich Sitzplätze im Freien und einige

weitere in der beheizten Winterhütte, wo es

für Nichtraucher nicht unbedingt paradiesisch

ist. Dafür wird man mit einem Dokumentationssender

auf Breitbild-TV unterhalten,

und das Essen wird sogar an den Tisch

gebracht. Die Portionen sind großzügig, so

dass man nicht drei Würste oder Spieße

bestellen muss, um satt zu werden. Zudem

sind die Fleischspieße recht zart und nicht,

wie an manchen Buden, aus Schuhsohlenhartgummi.

Die Preise sind normal und man

bekommt immer eine Parklücke. ar

MARIAN’S IMBISS

Waidmannsluster Damm 18

(Ecke Ziekowstr.)

Öffnungszeiten

täglich rund um die Uhr

barrierefrei

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

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Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

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HRB 209524

Redaktion (tt)

Stephan Berndt (sb), Jürgen Hartmann (jh), Wilfried

Hochfeld (wh), Axel Rühle (ar), Hayrettin Şimşek (hs)

E-Mail: tt-berlin@taxi-times.taxi

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Sascha Bors (sash), Daniel Herbst (dh)

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Anzeigenleitung und Vertrieb

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Druck

Chroma Druckerei, Przemysłowa 5,

68-200 Żary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 € (inkl. MwSt.)

ISSN-Nr.: 2367-3842

Weitere Verlagsmagazine:

Taxi Times DACH, Taxi Times München

Die Taxi Berlin TZB GmbH, Innung des Berliner

Taxigewerbes e. V., Taxi Deutschland Berlin e. V.,

Berliner Taxibund BTB e. V. und Taxiverband

Berlin Brandenburg e. V. bekommen in Taxi Times

Berlin eigens gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die Genannten im Sinne des

Presserechtes selbst verantwortlich sind.

34 JUNI / 2017 TAXI


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Wahlfreiheit in Gefahr

DAS EICHGESETZ

UND SEINE TÜCKEN

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