Mein/4 Juli-August 2017

meinviertel

Stadtteilmagazin Prenzlauer Berg

mein 4

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JULI/AUGUST 2017

STADTTEILMAGAZIN ∕ PRENZLAUER BERG

DIE PRENZLSCHWÄBIN

KÄTHE KOLLWITZ WIRD 150 JAHRE

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EDITORIAL

Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

das waren aufregende vier Wochen! Vielen Dank, dass

ihr uns so gut aufgenommen habt. Danke auch für

die zahlreichen Leserbriefe und Anregungen. Einige

werden wir sofort umsetzen, einige werden etwas Zeit

brauchen. Ab September möchten wir das mein/4

Magazin um einen Sportteil erweitern. Wir hoffen die

Sportvereine im Prenzlauer Berg werden uns dabei

unterstützen.

Leider hat unser geplantes Interview mit dem Regierenden

Bürgermeister Michael Müller nicht geklappt,

es gab zu große Terminschwierigkeiten, wir bleiben

aber auf jeden Fall dran und werden es so schnell wie

möglich nachholen.

Wir hatten die Möglichkeit uns lange mit Bärbel Stolz

(die Prenzlschwäbin) zu treffen. Es war eine sehr

lustige Zeit auf dem Helmholzplatz (siehe Seite 20)

und wir hatten viel Spaß. Leider haben wir vergessen

zu fragen, wohin die Prenzlschwäbin in den Urlaub

fährt. Dafür haben wir einige von euch befragt.

Ab Seite 50 könnt ihr Euch die Urlaubspläne eurer

Nachbarn anschauen, lasst euch inspirieren!

Wir wünschen euch viel Spaß mit dieser Ausgabe,

verbringt schöne Ferien oder genießt eure Zeit hier.

Wir sehen uns, wenn ihr mögt, Ende August genau

hier wieder.

Markus Beeth

3


Inhalt

Kinderreportage: Wie

unser Magazin entsteht 48

Wir sind dann mal segeln… 10

Bärbel und die Prenzlschwäbin 20

Coworking mit Kind 16

4


150 Jahre Käthe Kollwitz........ 6

Wir sind dann mal segeln.......10

Inhalt

Slow Travel – die neue

Philosophie des Reisens.........14

Coworking mit Kind...............16

Haste keins – leih Dir eins 42

Bärbel und

die Prenzlschwäbin.................20

Buchvorstellungen..................25

Wo geht’s hin?.......................26

Guten Tag, Genosse!..............30

Dies & Das.............................34

„Zum Dritten Mann“ –

österreichisch speisen............41

Haste keins – leih Dir eins......42

Guten Tag, Genosse! 30

Kinderseiten...........................46

Am Meer................................50

Klischee..................................57

Termine..................................58

Leserbriefe.............................64

Mensch des Monats...............65

„Zum Dritten Mann“ – österreichisch speisen 41

Vorschau / Impressum............66

5


Mein Viertel

DAS WOHNHAUS, DIE STADT

UND DER MENSCH

Vor 150 Jahren wurde Käthe Kollwitz geboren.

Mit einer Ausstellung, einem Buch sowie Führungen

und Begleitveranstaltungen legt die „Galerie

Parterre“ nun Spuren frei, die die weltberühmte

Künstlerin in ihrem Wohnort Prenzlauer Berg und

ihrer Wirkungsstätte Berlin hinterlassen hat – und

in den Menschen auch heute noch hinterlässt.

Text: Henry Steinhau

„Sehen Sie hier, das Motiv für unser Ausstellungsplakat:

die Szene, die Käthe Kollwitz hier gezeichnet hat,

wurde lange Zeit dem „Lehrter Bahnhof“ zugeordnet“,

sagt Kathleen Krenzlin. Die Kuratorin der Galerie

Parterre ist ganz in ihrem Element und deutet auf

architektonische Merkmale der Bahnhofspforte, aus

dem die Arbeiter strömen. „Es ist eindeutig, dass dies

nicht der Lehrter Bahnhof, sondern der Eingang zum

Bahnhof Prenzlauer Allee ist, das können Sie hier auf

einem neuzeitlichen Foto des S-Bahnhofs Prenzlauer

Allee gut erkennen.“

Krenzlin ist im benachbarten Weißensee aufgewachsen

und lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Prenzlauer

Berg, ihr sind örtliche Gebäude also bestens vertraut.

So fiel ihr diese Unstimmigkeit zwischen Motiv und

Bildbeschreibung irgendwann auf, als sie an der

Ausstellung arbeitete. Zugleich spiegele sich in ihrer

„Entdeckung“ auch gut ihr Anliegen mit der Ausstellung

wider: Sie will genau hinschauen und einen neuen oder

auch tieferen Blick darauf richten, dass und wie Käthe

Kollwitz den Großteil ihres Lebens genau hier verbrachte,

im heute als „Kollwitz-Viertel“ bekannten Kiez.

Wohnhaus Käthe Kollwitz in der Weißenberger

Str. 25( heute Kollwitzstr.56) Zerstört 1943

Käthe Kollwitz 1927

Foto Hugo Erfurth

Unbezweifelt ist der Name Kollwitz in Berlin eine feste

Größe, insbesondere auch für den Bezirk Prenzlauer

Berg. Kollwitzplatz und Kollwitzstraße liegen geografisch

zentral im Bezirk, sie stehen charakteristisch

für bestimmte Entwicklungen in diesen und angrenzenden

Stadtbezirken der vergangenen 25 Jahre, von

Hipstertum bis Gentrifzierung. In der Dunckerstraße

findet sich das Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Aber auch

viele berühmte Werke von Käthe Kollwitz, etwa das

ikonische „Nie wieder Krieg“-Plakat oder ihre Skulptur

in der berühmten Neuen Wache, sind im kollektiven

Gedächtnis der Stadt verankert. Ihr Strich, ihr markanter

Stil, ihre ausdrucksstarken Zeichnungen gehören

zum Kanon des Kunstunterrichts, bis heute lenken

immer wieder neue Ausstellungen die Aufmerksamkeit

auf sie, und in Büchern und Reflektionen machen sich

Kunsthistoriker, Sammlungen, Museen und Kuratoren

um das Gedenken an Kollwitz verdient.

Doch wo und wie Käthe Kollwitz hier vor Ort lebte,

was dieses städtische Leben mit ihren Motiven zu

6


tun hatte, darüber sei noch

manches unerforscht, so Kathleen

Krenzlin. Für sie, als langjährige

Leiterin der Galerie Parterre,

lag dieser Ansatz im doppelten

Sinne nahe. Ist dieses bezirkseigene

Ausstellungszentrum doch

mitten in Prenzlberg zu Hause,

in einem alten, wunderschönen

Backsteingebäude am südlichen

Rand des Thälmannparks. Einst

diente es als Direktorenvilla des

riesigen Gaswerks, das zu Kollwitz’

Lebzeiten ein großer Betrieb und

Arbeitgeber war und auf dessen

Fläche Mitte der Achtziger Jahre

eine der jüngsten Stadtgrünflächen

des Bezirks entstand.

Diese Villa liegt keine 15 Gehminuten

entfernt vom Wohnhaus

Weißenburger Straße 25 (heutige

Kollwitzstraße), Ecke Tresckowstraße

(heutige Knaackstraße),

mit Blick auf den Wörther Platz

(heutiger Kollwitzplatz). Dort

wohnte Käthe Kollwitz mit ihrer

Familie insgesamt 52 Jahre, dort

hatte sie viele Jahre auch ihr

Atelier. Aus Königsberg stammend

zog das Ehepaar Kollwitz 1891

nach Berlin, weil Karl sich dort

mit einer Arztpraxis niederließ. Zu

damaliger Zeit war das Viertel am

Wörther Platz ebenso Neubauviertel

wie Stadtrand, eher bürgerlich

und von dichter, Berlin-typischer

Bebauung geprägt, mit viergeschossigen

Komplexen inklusive

Seitenflügel, Quergebäude und

aneinanderstoßenden Hinterhöfen.

Mit Arztpraxis, zwei Kindern,

weiteren Verwandten und Künstleratelier

war der Platzbedarf etwas

größer, daher mietete die Familie

zwei Wohnungen mit jeweils vier

Zimmern, im zweiten und dritten

Stock. Mitunter wohnten auch

Kindermädchen in der Wohnung,

die zwei Söhne gingen in unmittelbare Nähe zur

Schule.

Kollwitz’ Atelier war dort zunächst bis 1912, also etwa

20 Jahre lang, und dann ab 1934 für weitere neun

Jahre. Das sind fast 30 Jahre leben und künstlerisch

arbeiten im Kiez, eine lange Zeit. Käthe Kollwitz beobachtete

die Menschen, guckte ihrem Alltag zu, nahm

Käthe Kollwitz „Arbeiter vom Bahnhof

kommend“ S-Bahnhof Prenzlauer Allee

Käthe Kollwitz „Revolution 1918/28“

ihre Lebenswirklichkeit wahr.

Ob in der Praxis ihres Mannes

oder in den damals schon vollen,

lauten Straßen und überfüllten

Straßenbahnen, ob in Wärmestuben

und Obdachheimen, die in

der Nähe waren, sie sah kranke,

arme, verelendete Menschen, sie

sah – insbesondere während und

nach dem 1. Weltkrieg – trauernde,

verzweifelte, von harter Arbeit

geschundene Menschen. „In ihren

Bildern ‚hört‘ man das Geräusch

des damaligen Berlin, das schlägt

sich in ihren Blättern nieder“, sagt

Kuratorin Krenzlin.

Käthe Kollwitz war auch verbunden

mit dem familien- und

stadtzentrierten Leben, Ihre

Biografie vermelde nur wenige Reisen,

sie suchte keine Ablenkung,

schreibt Alexander Haeder in

seinem Beitrag im Begleitbuch zur

Ausstellung. Und Michael Bienert

notiert in seinem Artikel, Kollwitz

habe viele Motive und Modelle in

der näheren Umgebung ihrer Wohnung

gefunden, „aber sie reiste

auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln

durch die Stadt, um mit

ihrem Mann an Demonstrationen

teilzunehmen oder Augenzeugin

von Arbeiterprotesten zu werden“.

Schon ihr berühmter Bilderzyklus

über die Weber, mit dem sie

schlagartig bekannt wurde, orientierte

sich an Ausbeutung und

Widerständigkeit, später hat sie

auch Revolutionäre vor dem Brandenburger

Tor gezeichnet (zugleich

das Titelbild des Begleitbuchs)

oder den Kohlenstreik in Moabit,

ebenfalls in der Ausstellung zu

sehen.

Sie nahm mit ihrer Kunst einen

Standpunkt ein, aber von anderen

vereinnahmen ließ sie sich wohl

nicht. Ihre Sicht war humanistisch,

am Menschen interessiert, eher liberal, wie es im Begleitbuch

auch heißt. Dieses Interesse setzte sie mit so

großer Empathie, mit so viel Mitgefühl um, wie kaum

ein Künstler vor ihr – und auch fast keiner nach ihr, wie

Kathleen Krenzlin betont, das sei die ganz große Stärke

von Kollwitz gewesen. Schon zu Lebzeiten sei Kollwitz

in beiden gesellschaftlichen Lagern populär gewesen,

7

Mein Viertel


Mein Viertel

Ausstellung

KÄTHE KOLLWITZ und BERLIN.

Eine Spurensuche zum 150. Geburtstag

Laufzeit: 5. Juli – 24. September 2017

Öffnungszeiten: Mi.–So. 13–21 Uhr, Do. 10–22 Uhr

Ort: Galerie Parterre, Danziger Straße 101/Haus 103,

10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Begleitbuch zur Ausstellung

KÄTHE KOLLWITZ und BERLIN.

Eine Spurensuche

Hrsg. Kathleen Krenzlin, Deutscher Kunstverlag

2017, 320 Seiten, 24,90 €.

Mehr Infos und Termine des Sonderprogramms hier:

http://www.galerieparterre.de/ausstellung.php?id=40

Kathleen Krenzlin am Kollwitzplatz

Buchpräsentation

Donnerstag, 13. Juli 2017, 20.00 Uhr, 8 €

Ort: Maschinenhaus der Kulturbrauerei,

Knaackstr. 97, 10435 Berlin

in Zusammenarbeit mit dem Georg Büchner Buchladen.

Moderation: Knut Elstermann. Mit Kathleen

Krenzlin sowie Michael Bienert, Thomas Flierl,

Annett Gröschner und Anke Matelowski.

bei den Bürgerlichen wie in der Arbeiterschaft. Durch

ihren schnellen Erfolg war sie zum einen bei Museen

und Kunstschulen akzeptiert und angesehen, zum

anderen war sie als Person schon früh politisch interessiert

und engagiert. Auch darauf gehen Ausstellung und

Buch ausführlich ein.

Ein Beitrag setzt sich damit auseinander, ob sie als

proletarische Künstlerin zu sehen ist, und wie sich die

Deutungen der Künstlerin im Laufe der Jahrzehnte

änderten; auch ihre durchaus differenzierte Haltung

zur Sowjetunion wird thematisiert. Kollwitz gründete

den alternativen Künstlerverbund Berliner Secession

mit und war auch die allererste Frau in dessen Vorstand.

Zudem wurde sie in die Akademie der Künste

berufen – aus der sie 1934 die Nazis herausscheuchten,

weil sie sich an Aufrufen gegen Nazis und Krieg beteiligte,

gemeinsam mit Albert Einstein und anderen.

(Daher auch die Rückkehr mit ihrem Atelier nach

Prenzlauer Berg, nachdem sie von 1921 bis 1934 erst in

einem Atelierhaus, dann in der Akademie (heute UdK

Hardenbergstraße) und schließlich in der Klosterstraße

arbeiten konnte, was ihr nach dem faktischen Berufsverbot

durch die Nazis nicht mehr möglich war).

Ihr Bruder Conrad Schmidt war aktiv für den Aufbau

der heutigen Volksbühne engagiert, ihr Mann Karl war

Mitglied im Sozialistischen Ärzte Verband – all das

brachte politisches Leben in die Familie, das prägte

und das hatte natürlich viel mit Berlin zu tun. Im Krieg

musste sie dann – ihr Mann war bereits verstorben –

das angestammte Wohnhaus verlassen, Käthe Kollwitz

starb 1945 in Moritzburg bei Dresden. Heute steht

ein Neubau, das alte Haus wurde ausgebombt und

wurde abgetragen, womit auch sehr viele ihrer Arbeiten

verloren gingen.

Und was gibt uns die Kunst von Käthe Kollwitz heute?

„Wir haben hier sehr lange keinen Krieg erlebt, aber

die Wellen der Flüchtenden führen uns das Elend,

das Krieg und Vertreibung auslösen, sehr deutlich vor

Augen, denn genau davor fliehen die Menschen, sagt

Krenzlin: „Ihre Themen sind sehr aktuell.“ Zudem

könne man an ihrer Arbeit sehen, was eigentlich

Kunst ausmache. „Käthe Kollwitz ging hart mit sich

ins Gericht, sie hat oft neu angesetzt, probiert, an der

Kunst regelrecht gearbeitet, denn man schafft es ja oft

nicht auf Anhieb. Das sieht man ihren finalen Werken

nicht immer gleich an, aber weil wir ja viele erhaltene

Skizzen und Vorarbeiten zeigen, erkennt man das.“

Auch an diesem Weg zur Kunst orientiert sich die

Ausstellung, die aber bewusst ohne didaktischen

Aufbau auskommen will. Auch das Begleitbuch – weit

mehr als ein Katalog der gezeigten Werke – hält sich

mit Belehrungen zurück, in seinen vielen Beiträgen

geht es vielmehr um die facettenreiche und umfassende

Betrachtung der Zusammenhänge von „Käthe Kollwitz

und Berlin“. Es bildet historische Fotos und Dokumen-

8


Rahmenprogramm:

Weitere Termine im Juli

Stadtspaziergang

Sonntag, 16.07.2017, 14.00 – 15.30 Uhr,

3 €/ermäßigt 1 €

Stadtspaziergang:

KÄTHE KOLLWITZ und BERLIN.

Eine Spurensuche zum 150. Geburtstag

Treffpunkt: Kollwitz-Denkmal von Gustav Seitz,

Kollwitzplatz.

Michael Bienert führt vom Kollwitzplatz zu Orten

und Bildmotiven im Lebensumfeld der Künstlerin.

Anschließend: Ausstellungsbesuch in der Galerie

Parterre Berlin.

Ohne Anmeldung.

Eine BVG-Kurzstreckenfahrkarte ist erforderlich.

Mein Viertel

Das erste Kollwitzdenkmal auf dem Kollwitzplatz

(1950–1960)

te ab, etwa Briefe, Aufrufe, Zeitungsartikel, die das Dasein

und auch das Selbstverständnis von Käthe Kollwitz

reflektieren. Und das aus mehreren Perspektiven, aber

stets profund, nie zu akademisch sondern verständlich,

und in allen Beiträgen ungemein aufschlussreich.

Zum Dreiklang der Ausstellung gehören insbesondere

auch die Führungen zu originalen Plätzen und Orten,

womit die damaligen Lebensräume von Käthe Kollwitz

noch besser erfahrbar werden. Im Programm finden

sich zahlreiche Veranstaltungen und viele dokumentarische

Filme, darunter ein ganz neuer, der gerade für

Arte entsteht.

Tatsächlich schaffen es Ausstellung und Begleitbuch

gut, die Künstlerin Käthe Kollwitz vor unseren Augen

sehen zu können, im damaligen Berlin, das so ganz

anders war – vielleicht aber auch ganz ähnlich zum

heutigen. Ihre Motive schlagen uns in ihren Bann,

ihr Handwerk, ihre Ausdrucksstärke, ihre Empathie,

ihre Solidarität mit den Menschen. Nun aber können

wir auch erahnen, woher dies alles kam. Es ist zu

wünschen, dass man in Zukunft bei „Kollwitzplatz“

weniger an gentrifzierte Kieze und die vielzitierte

Hipster-Bohème mit Latte Macciato, Kinderwagen und

Ho-Ho-Holzspielzeug denkt – sondern wieder zuallererst

an Käthe Kollwitz, die großartige Künstlerin; an

ihre faszinierende und hochaktuelle Kunst und an ihr

zutiefst humanistisches Anliegen.

Film #2: Käthe Kollwitz im Fernsehen

und Kino der DDR

Donnerstag, 20.07.2017, 19.00 Uhr,

3 € /ermäßigt 1 €

Ort: Galerie Parterre, Danziger Straße 101/Haus

103, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg

vvBegrüßung und Vorstellung der Referenten:

Sala Deinema, Filmkuratorin

vvEinführung: Dr. Thomas Beutelschmidt,

Medienhistoriker, Publizist,

Zentrum für historische Forschung Potsdam

vvDer Augenzeuge (D/SBZ 1946 und 1947)

vvKäthe Kollwitz in Moritzburg (DDR 1987,

Kurz-Dokumentarfilm, Regie: Ulrich Teschner,

Kamera: Erwin Anders)

vvSieh’ den Menschen – Eine Episode um Käthe

Kollwitz (DDR 1964, Fernsehfilm (Ausschnitt),

Regie/Drehbuch: Hans-Erich Korbschmitt,

Szenarium: Bodo Uhse nach Herbert Tucholskis

Aufsatz „Vom Werden eines Werkes“)

vvVersuche – Die Kollwitz und ihre Kinder (DDR

1971, Kurz-Dokumentarfilm, Regie: Christa

Mühl, Kamera: Christiane Kunow)

Führung und Gespräch:

Das Einsteinhaus in Caputh

Sonntag, 23.07.2017, ab 11 Uhr,

5 € /ermäßigt 2,50 €, freier Eintritt für Mitglieder

des Vereins Berliner Kabinett

Ort: Einsteinhaus, Am Waldrand 15–17,

14548 Schwielowsee

Führung und Gespräch mit Erika Britzke, Kunsthistorikerin

9


Mein Viertel

WIR SIND DANN MAL SEGELN…

Eine spontane Idee wird Realität

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Mein Viertel

Manchmal ist es einfach der Zufall oder ist Bestimmung?

Im Herbst 2016 saß sich ich mit drei Freunden

zusammen auf einer Geburtstagsfeier. Das

Gespräch kam zufällig auf das Segeln. Wie schön

es doch wäre die Freiheit des Meeres zu genießen,

was für ein Abenteuer Segeln sei und wieviel Freiheit

es dort draußen zu erleben gäbe. Die Idee einer

Segelreise war spontan geboren. Normalerweise

sterben solche Ideen noch in derselben Nacht.

Dass es hier nicht dazu kam, ist einem Freund zu

verdanken, der am nächsten Tag schon Rundmails

verschickte, mit der Frage: „War das gestern euer

Ernst?“ Beigefügt waren mehrere Charter-Firmen,

Flugverbindung und Kochrezepte.

Text+Fotos: Markus Beeth

Was sich einfach so ergeben kann, ganz plötzlich, als

Idee geboren und dann eine Lawine nach sich ziehend

– bis zur endgültigen Realität.

Nun gab es zahlreiche Treffen, in denen die Planung

immer weiter fortschritt, Ideen angenommen oder

verworfen wurden, aber ganz sicher: Kroatien sollte

es sein! Ab Split eine Reise durch die Inselwelt. Die

Angel auswerfen, frischen Fisch jeden Tag. Und ganz

sicher: Sorgenfrei sein, blauen Himmel und warmes

Wasser genießen – Männerfreundschaft. Das Klischee

vom Glück.

Ende Mai dann endlich: morgens um vier zum

Flughafen, um 8:00 Uhr Landung in Split. Weiter mit

dem Taxi zur Marina, Einkäufe erledigen, das Boot

übernehmen, Sachen verstauen. Sie hatten dort nicht

nur auf uns gewartet:

Die Marina völlig überfüllt. So viele Boote in einem

Hafen! Doch nun wirklich: Leinen los, raus aus dem

Hafen, weg von all den vielen Menschen! Am Anfang

noch viele Boote in unserer Nähe.

Doch nach 1 Stunde fast allein. Wir haben keinen

Plan. Richtung Nordwesten soll es gehen, mal sehen

wie weit wir kommen in einer Woche.

Wir segeln zwischen den Inseln. Fast alle unbewohnt.

Gegen 18 Uhr suchen wir uns einen Ankerplatz. Wir

finden ihn in einer kleinen Bucht, vor einer flachen

unbewohnten Insel. Der Anker hält, die Angel wird

ausgeworfen, wir sind gespannt, was wir zum Abendbrot

bekommen.

Wir bekommen nichts! Die Fische sind unsere Köder

anscheinend noch nicht gewöhnt. Kein Problem,

die Vorratsschränke sind voll. So gibt es Nudeln mit

Gemüse. Nach und nach krabbelt einer nach dem

anderen in die Koje. Ich sitze im Cockpit und schaue

wie der Mond eine lange, silberne Straße in unser

Boot zeichnet.

Am nächsten Morgen ausgiebiges Frühstück. Das

Beiboot wird klargemacht, und die kleine Insel, die

uns so gut beschützt hat, wird erkundet. Wir klettern

über die karstigen Felsen.

Die ersten Tage vergehen, wir lassen die Seele baumeln,

lassen uns treiben und genießen die Entdeckung

der Langsamkeit. Es wird gebadet und geschnorchelt

und immer wieder geangelt. Das Angeln entwickelt

sich langsam zum Grauen. Von Entspannung keine

Spur. Die kroatischen Fische haben auf uns einfach

keine Lust. Allmählich werden wir zu Vegetariern. Gekauft

haben wir nur Beilagen zum täglichen frischen

Fang, der Vorrat schrumpft zusehends.

Auf der Höhe von Zadar haben wir unseren Wendepunkt

erreicht. Ab jetzt geht es Richtung Süden. Wir

wollen die Küstenregion verlassen und über die offene

Adria durch die Nacht Richtung Norden segeln. Wir

11


Mein Viertel

teilen die Nachtwache ein. Jeweils zwei Leute sollen

die anderen gut durch die Dunkelheit bringen. Ich

habe die erste Wache. Der Wind frischt auf und bläst

uns mit 4–5 Beaufort durch die Nacht. Zweien von

uns wird mächtig übel. In pechschwarzer Nacht ist

man doch ziemlich orientierungslos, was für den

Gleichgewichtssinn nicht gerade förderlich ist. Verliere

einmal völlig die Orientierung. Die Segel schlagen

wie wild im Wind. Woher er kommt – ich kann nichts

erkennen. Ich starre auf die Instrumente und kann sie

doch kaum einordnen.

Es dauert 2–3 Minuten bis ich mich wieder orientieren

kann. Ich genieße diese unglaubliche Weite, der

Himmel so unglaublich hoch, kein Licht das ablenkt.

Der Wind legt sich allmählich.Meine Ablösung

kommt.

Gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wir die

Insel Bisevo, hier finden wir traumhafte Buchten und

fühlen uns ein wenig an die Karibik erinnert. Finden

einen Ankerplatz vor einem kleinen Strandlokal. Das

Beiboot wird klar gemacht. Zwei von uns gehen auf

Erkundungstour. Zahlreiche Höhlen wollen erforscht

werden. Leider verlieren wir dabei ein Paddel. Es sinkt

schnell auf den Grund der Bucht. So nah und doch so

fern! Am Abend dann ins Strandlokal, es gibt Fisch.

Endlich! Müde, aber glücklich, kehren wir aufs Boot

12


zurück und schmieden Pläne, wie wir das Paddel am

morgigen Tag bergen können.

Am nächsten Morgen starten wir zur Bergungsaktion.

Geschätzt liegt es in 2–3 m Tiefe. Als wir den Ort

erreichen und die Taucher ins Wasser lassen, stellen

wir schnell fest: Das Wasser ist so klar, es sind eher 10

Meter Tiefe. So lassen wir unser Paddel zurück und

segeln weiter.

Wir entschließen uns den Tag in einer einsamen Bucht

zu verbringen. Das ist nicht schwer, eine Bucht ist

schöner als die andere. So vergeht der Vormittag. Aber

dann: Als wir aufbrechen wollen, wird es aufregend!

Wir holen den Anker auf und wollen unter Motor die

Bucht verlassen. Da die Felsen recht nah sind, gibt

der Rudergänger volle Kraft zurück. Die Kraft, die

die Schraube dabei entwickelt, ist immens. Die Ruderblätter

werden direkt angeströmt, und wer darauf

nicht vorbereitet ist, kann das Ruder nicht halten. Es

gibt einen lauten Knall, und das Ruder ist kaum noch

zu benutzen. Kurze, ratlose Blicke, um die Geräusche

einzuordnen. Die Felsen kommen immer näher. Das

Ruder lässt sich nur noch eine Vierteldrehung bewegen.

Also: Anker fallen lassen, erst einmal das Boot

sichern. In der Hektik rauscht der Anker komplett

aus und ist nur noch durch einen kleinen Tampen

gesichert. Jetzt bricht Hektik aus. Nach vorne rennen

und versuchen die Ankerkette wieder an Bord zu

holen. Feststellen, Werkzeug ist notwendig, hektische

Ein Lieblingsplatz

Suche unter Deck. Immer die nahen Felsen im Blick.

Endlich, die Ankerkette ist fest! Zum Glück haben wir

eine handwerklich begabte Crew. Nach dem Freilegen

der Ruderanlage, wird das Problem analysiert, und

repariert. Ende gut, alles gut.

Die letzten Tage kehrt wieder Ruhe ein. Wir genießen

das Leben. Die Nacht vor der Abgabe, müssen wir im

Heimathafen verbringen. Das tun wir, wenn auch widerwillig.

Nach sechs Tagen Ruhe, wieder ungewohnter

Trubel. Wir genießen trotzdem den letzten Abend

an Bord, fangen an zu packen, die Bootsübergabe findet

statt. Wir verabschieden uns langsam von unserem

Boot, der Ruhe, der Freiheit, dem Meer und …

So geht eine Reise zu Ende, bis zum nächsten Jahr!

Mein Viertel

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Das Interview

SLOW TRAVEL – DIE NEUE

Wie Reisebüros sich heute neu erfinden

PHILOSOPHIE DES REISENS

Peter Ruh, Vollblut-Touristiker, jahrelange Erfahrung, Experte

für Fernreisen, Kreuzfahrten, Familienurlaub und

Städtereisen. Seit 01.07.2016 berät er mit seinem Team in

der Knaackstraße, direkt am Kollwitzplatz, seine Kunden

ausführlich über die unterschiedlichsten Reisemöglichkeiten.

Schön ist, dass er bei seiner Beratung alle namhaften Veranstalter

anbieten kann, und somit die „Eine“, auf den Wunsch

des Kunden abgestimmte Reise, anbieten kann.

Interview: Frank Durke • Fotos: TUI, Frank Durke

mein/4: Warum haben

Sie geraden diesen

Standort in Berlin ausgewählt?

Der Kollwitzplatz war

schon immer meine persönliche

Wohlfühloase.

Es war schon immer

ein Traum, hier ein

Reisebüro zu eröffnen,

denn unsere Branche

der Reisebüros erfindet

sich gerade neu. Es sind

außerdem der Samstagsmarkt,

die vielen Restaurants

und die Cafés in

der Nähe, durch die uns

größtenteils entspannte,

vielleicht sogar relaxte

Kunden aufsuchen.

mein/4: Warum sollten

reisewillige heutzutage

ins Reisebüro

gehen?

Wir sind der Meinung,

dass die Suche nach

touristischen Produkten

im Internet eine Qual

ist. Angebote soweit das

Auge reicht, aber keines

passt wirklich zu den

Ansprüchen der Kunden.

Nur in einem persönlichen

Gespräch kann man

Emotionen zur Reise erkennen

und herausfinden

welches maßgeschneiderte

Angebot wirklich

zum Kunden passt. Eine

ausführliche Beratung

spart Zeit. Sie macht die

Kunden glücklich und

zugleich entspannt.

mein/4: Was macht

also ein gutes Reisebüro

aus?

Wir ersparen unseren

Kunden einerseits das

stundenlange verbringen

mit den Suchmaschinen

im Internet, und anderseits

kann der Kunde bei

einer gemütlichen Tasse

Kaffee oder einem Glas

Sekt im Gespräch seinen

Traumurlaub finden.

Wenn wir unsere Kunden

auf die besonderen Arten

des Reisens aufmerksam

machen, inspiriert und

begeistert es sie zugleich.

Welche Suchmaschine

kann schon einen persönlichen

Reiseberater des

Vertrauens ersetzen?

mein/4: Was versteht

man unter dem Reisetrend

„Slow Travel“?

Die Philosophie des Slow

Travel steht für das Reisen

an Orte, die einem Zeit

geben. Zeit für sich selbst

und Zeit, sich auf die

wirklich wichtigen Dinge

im Leben zu besinnen,

aufzutanken und gestärkt

dem Alltag von Neuem

zu begegnen. Und sogar

ein Trend innerhalb des

Trends kristallisiert sich

bereits heraus: Menschen,

die so etwas einmal für

ein paar Tage ausprobiert

haben, kommen oft schon

bald wieder, bleiben

dann länger, um beim

zweiten Besuch intensiver

einzutauchen in die Welt

des Slow Travel und die

Natur und Kultur, die eng

mit den Hotels verbunden

sind: „Weil sie gelernt

haben, wieder mit allen

Sinnen zu genießen“.

14


Entwurf 4.1.pdf 1 08.05.17 11:22

mein/4: Wie können

sie sich diesen Trend

erklären?

Immer mehr Kunden entdecken

„Entschleunigung

im Urlaub“ als wichtiges

Entscheidungskriterium.

Sie setzen gezielt auf

ein Gegengewicht zum

hektischen Alltag.

Weniger Action und

mehr Entspannung an

den schönsten Orten

der Welt, auf einsamen

Inseln mit Fünf-Sterne-Service.

Viele unserer

Kunden sehnen sich nach

der ultimativen Auszeit

vom Stress und suchen

traumhafte Hotels in aller

Abgeschiedenheit, die

den Alltag aussperren.

Das trifft nicht nur auf

Ärzte, Rechtsanwälte,

Unternehmer, Menschen

in Führungsfunktionen

zu, sondern auch auf

viele Urlaubswillige.

mein/4: Gibt es bereits

Hotels und Resorts die

sich darauf spezialisiert

haben?

Ja, einige Resorts haben

die Entschleunigung bereits

in den Mittelpunkt

ihrer Philosophie gerückt

– beispielsweise Soneva

Hotels mit Häusern

auf den Malediven und

im Golf von Siam oder

das Six Senses Hotels

& Resorts in Thailand,

Vietnam, ebenfalls auf

den Malediven und in

Portugal. Alles dreht sich

dort um die ultimative

Entspannung – und fast

ist es so, als ob Uhren

abgeschafft wären.

Das TUI ReiseCenter Reisebüro

am Kollwitzplatz, Knaackstraße 45,

hat Montag bis Freitag von 11 bis 21 Uhr und

Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Interessenten finden unter

www.tui-reisecenter.de/berlin30 oder

unter www.facebook.com/trckollwitzplatzberlin

weitere Informationen.

Das Interview

Ihr persönliches Reisebüro in der

Knaackstraße 45

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- Individuelle Angebote - Persönlicher Ansprechpartner

- Zeitersparnis bei der Urlaubsfindung


Mein Viertel

COWORKING MIT KIND

Juggle Hub, ein Büro mit Spielzimmer

Coworkingspaces gibt es viele in Berlin. Hier

treffen sich die Digitalen Nomaden, junge und

nicht mehr ganz so junge, Was-mit-Medien-Menschen,

Hipster und Normalos, Architekten,

Übersetzer. Sie mieten sich für Stunden, Tage

und Monate einen Schreibtisch um nicht im Homeoffice

zu vereinsamen, um Menschen zu sehen

und um einen geregelten Tagesablauf zu leben.

Das funktioniert gut. Bis die Digitalen Nomaden

Kinder bekommen.

Text: Carola Dorner

Willkommen in der Realität

Wer sich daran gewöhnt hat mit leichtem Gepäck

zu reisen und sich schnell dort zuhause zu fühlen,

wo das Laptop W-Lan hat, erlebt mit Kind oft einen

kleinen Realitäts-Schock. Vor allem wenn es um die

Vereinbarkeit von Arbeit und Nachwuchs geht. Selbst

wenn sich alles ideal fügt, stehen Digitale Nomaden

mit Kleinkind bald vor der gleichen Erkenntnis wie

festangestellte Büroarbeiter mit Präsenzpflicht: Arbeit

und Kinder passen nicht zusammen. Eigentlich.

Betreuungsnotstand am Brückentag

Die Erkenntnis erwischte auch die Texterin Tanja

Thiede und die Architektin Silvia Steude als sie mit

Kind in Berlin standen und überlegten, wie sie das

alles managen. Selbst wenn für das Kind der ideale

Kitaplatz gefunden ist, entstehen Betreuungslücken,

die auch für den flexibelsten Freiberufler schwer zu

handeln sind. Es gibt Schließzeiten, Brückentage,

Schnupfentage, Pädagogische Tage – kurz eine ganze

Reihe Tage im Jahr, an denen die Kita eben nicht den

Betreuungsalltag übernimmt. Wer wie viele Mittedreißiger

in Berlin zugezogen ist und eben keine Groß-

Spielen, Arbeiten,

Kaffee trinken.

Foto: Meiko Herrmann

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Schuhe aus und los geht`s Foto: Meiko Herrmann

Mein Viertel

eltern in der Nähe hat, gerät immer wieder in einen

Betreuungsnotstand. Wenn die Kita einen Brückentag

nimmt und der Schreibtisch voll liegt, hat der Freiberufler

in der Regel zwei Möglichkeiten: freinehmen

und Auftraggeber vertrösten. Oder eine Babysitterin

bezahlen und versuchen im Nebenzimmer zu arbeiten.

Mit Kind und Job wird jeder Tag auf eine ganz

eigene Art spannend, auf einmal haben Mütter und

Väter den Eindruck, permanent zu viele Bälle in der

Luft zu haben. Das Leben wird zum Jonglage-Akt.

So kam das Juggle Hub zu seinem Namen. Mit Juggle

Hub gibt es seit einem Jahr eine dritte Möglichkeit

für den Fall, dass Arbeit und

Kind zuhause scharf konkurrieren:

Kind und Laptop einpacken

und ab ins Juggle Hub, ein

Coworking-Space mit

Kinderbetreuung.

Büro mit

Spielzimmer

Das Juggle Hub in

der Christburgerstraße

im Winzviertel

ist im Grunde erst

einmal ein ganz normales

Coworking Space:

leere Schreibtische,

große Räume, W-Lan für

alle und eine Kaffe-Bar.

Wer hier herkommt, klappt

sein Laptop auf und arbeitet

los. Gelegentlich gibt es Yogaoder

Jonglage-Workshops. Der einzige

markante Unterschied ist der Kinderbereich. Ein

Spielzimmer mit Rutsche, Spielküche, Bällen, Lego

und allen möglichen sonstigen Herrlichkeiten, ein eigenes

Bad mit Wickeltisch und ein Ruheraum für Mittagschlaf

und Rumbummeln. Die Kinderräume sind

nicht jeden Tag voll besetzt. Wer Betreuung wünscht,

soll am Tag zuvor sein Interesse anmelden, sonst sind

eventuell nicht genug Erzieherinnen vor Ort. „Wir sind

kein Kita-Ersatz“, erklärt Silvia Steude, „sondern das

Back-up für den Tag, an dem die normale Betreuung

nicht greift.“ Manche Eltern kommen an bestimmten

Tagen mit ihrem Nachwuchs, andere haben

noch keinen Kitaplatz und üben hier

stundenweise die Wiedereingliederung

ins Berufsleben, wieder andere

kommen wenn die Kita

aus irgendeinem Grund

nicht reicht. Manche

Stammkunden haben

überhaupt keine Kinder,

stören sich aber

nicht am gelegentlichen

Gewusel in den

Arbeitsräumen.

Hier ist das Kind

noch König

Foto: Meiko Herrmann

Kinder in der

Arbeitswelt

„Wer herkommt, der

weiß, dass Kinder hier

dazugehören. Die Kleinen

laufen auch mal durch die

Büroräume und suchen nach

Mama oder Papa um ihnen etwas

zu zeigen oder um nachzuschauen

17


Mein Viertel

Die beiden Gründerinnen

Kaja Thiede und Silvia Steude

Foto: Lisa Plesiutschnig

ob alles in Ordnung ist. Kinder sind Bestandteil der

Arbeitswelt. Das ist auch eine Botschaft, die wir in

die Arbeitswelt tragen wollen,“ erzählt Silvia Steude.

Wenn ein kleiner Knetkünstler immer wieder angelaufen

kommt, schlägt die Erzieherin ihm vor, wieder

ins Spielzimmer zu wechseln. Tatsächlich finden die

meisten Kinder die Situation ausgesprochen spannend.

Trotzdem sollte sich die vielbeschäftigte

Mama nicht darauf verlassen, dass sie

den Nachwuchs einfach abliefern

kann um dann ungestört zu

arbeiten. „Gerade Kinder

die zum ersten Mal zu

uns kommen brauchen

manchmal eine gewisse

Eingewöhnungsphase.

Einfach abliefern und

loslegen klappt nicht

unbedingt.“ Neulingen

empfehlen die Juggler

deshalb, mit etwas

Zeit und Gelassenheit

an die Sache heranzugehen.

Manche Kinder

fühlen sich nach 15 Minuten

wie zuhause, andere

verabschieden sich direkt an

der Spielzimmertür von ihren

Eltern. Ganz aus der Pflicht sind

die Eltern damit aber noch nicht.

18

Eltern auf Abruf

Kind abladen und auf einen externen Termin gehen?

Besser nicht. Eltern sollten im Juggle Hub immer in Rufnähe

von Kind und Erzieherin bleiben. Wenn die Kinder

nämlich hungrig, müde oder krank werden, gehören sie

nicht ins Spielzimmer, sondern zu Mama oder Papa. In

der Mittagspause können sich Eltern und Kinder

ins Café setzen und Mitgebrachtes essen,

danach steht der Schlafraum zur Verfügung.

Ins Bett gebracht werden

die Kinder auch von den eigenen

Erziehungsberechtigten.

Wenn die Kinder schlafen,

wechselt Mama wieder an

den Schreibtisch. Nach

dem Mittagsschlaf kann

es dann weitergehen.

Im Spielzimmer, im

Sandkasten auf dem

Hof oder auch im nahe

gelegenen Volkspark

Friedrichshain. Der Arbeitstag

ist ja für Eltern

und Kind auch irgendwann

zu Ende. Tatsächlich

kommen viele Kinder nicht

den ganzen Tag, sondern nur

zwei, drei Stunden in die Betreuung

und hängen noch den Mittagsschlaf

Ob alleine…

Foto: Meiko Herrmann


dran. So hat der arbeitswillige Elternteil immerhin

etwa vier Stunden zur Verfügung. Wie so oft, wenn die

Zeit drängt und der Aufenthalt kostet, sind die meisten

Eltern in der Zeit ausgesprochen produktiv. Produktiver

in jedem Fall als zuhause, wo Kinder, die sich sonst

sehr gut selbst beschäftigen können, ausgerechnet an

diesen Tagen alle fünf Minuten nach Aufmerksamkeit

verlangen.

täglich, andere regelmäßig und wieder andere schauen

gelegentlich rein, mit Kind, ohne Kind, wie es eben

passt. Auch deshalb ist das Juggle Hub ein gelungenes

Beispiel für einen Ort, an dem Arbeitswelt und Kinder

eben doch zusammenpassen. Mit ein wenig Flexibilität

und dem richtigen Angebot kann das klappen.

Auch an Brückentagen.

Mein Viertel

Kinder und Kollegen

Warum Arbeiten mit Kind zuhause so gut wie nie

funktioniert, gehört zu den großen Rätseln des

Elterndaseins. Im Juggle Hub funktioniert es. Vermutlich

besteht der Reiz im Zusammenspiel aus einem

neuen spannenden Ort, anderen Kindern und der Idee

ein wenig Einblick in die Arbeitswelt der Eltern zu

bekommen. Arbeiten und Kinderbetreuung kann eben

doch zusammenpassen. Dann ist die Arbeit keine Last

und kein Stress und das Kind nicht der kleine Störenfried,

der immer in die Telefonkonferenz quatscht. Das

Angebot endstresst beide Seiten und schließ eine Versorgungslücke,

die den Alltag der Digitalen Nomaden

immer wieder zum Eiertanz macht.

So geht’s:

Normalerweise werden für den Arbeitsplatz

Tages- und Halbtagestickets für 16 Euro beziehungsweise

9 Euro und Betreuungskosten in

Höhe von 10 Euro pro Stunde fällig. Wer – etwa

als Selbständiger – dauerhaft seinen Arbeitsplatz

bei Juggle Hub aufschlagen möchte, bucht am

besten eines der unterschiedlichen flexiblen Monatstickets.

Räume können für Veranstaltungen,

Meetings und Workshops gebucht werden, bei

Bedarf mit Kinderbespaßung. Kinder müssen

am Vortag bis 16 Uhr angemeldet werden, damit

genug Erzieherinnen da sind.

Mehr unter www.jugglehub.de

Firmen, Teams und Einzelkämpfer

Wer aber sind eigentlich die Kunden im Juggle Hub?

Zum größten Teil Freiberufler unterschiedlicher Richtung,

Startups, die noch kein eigenes Büro bespielen

und zum Teil Festangestellte, die an Betreuungsproblemtagen

im Homeoffice arbeiten würden. Manchmal

übernimmt dann der Arbeitgeber die Kosten für

den JuggleHub-Aufenthalt. Manche Kunden kommen

Finden

JuggleHub

Christburger Straße 23

10405 Berlin

Tel. 030 68 90 83 56

E-Mail: mail@jugglehub.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr

…oder im Team

Foto: Meiko Herrmann

19


Mein Viertel

BÄRBEL UND DIE

„Des isch mei Kiez“

PRENZLSCHWÄBIN

20


Mein Viertel

Die Prenzlschwäbin vereint ausnahmslos alle unangenehmen

Klischees des Neuberliners mit schwäbischem

Migrationshintergrund. Sie ist Yuppie, Biofanatiker,

Laktoseintoleranz-intolerant, Helikoptermutter, Besserwisser.

Und dabei ist ihre Schöpferin Bärbel Stolz so

eine Nette. Das widerspricht sich überhaupt nicht.

Text: Carola Dorner • Fotos: Jens Schünemann

21


Mein Viertel

„Des find i jetzt net so gut“, lautet einer der Lieblingssätze

der Querulantin, die es von der Schwäbischen

Alb mitten in den Biedermeierkiez Prenzlauer Berg

verschlagen hat. Wo der Berliner bestenfalls die

Schulter zucken würde, mischt sie sich lautstark ein,

sie findet nämlich sehr vieles „net so gut“. Dosen im

und neben dem Mülleimer, Kuhmilch im Cortado,

Kohlenhydrate, Mayo im Kartoffelsalat, Currywurst

ohne Bio-Siegel und sie findet jeden Tag einen neuen

Grund, sich aufzuregen und loszuschwäbeln. Die

Prenzlschwäbin läuft auf allen Kanälen: ihre Aufreger

gibt es inzwischen als Video-Clips, Radiosendung, in

Buchform – ein Kinofilm ist in Arbeit. Dabei hatte

alles so harmlos angefangen.

„Es war nach der Elternzeit mit meinem ersten

Kind. Eigentlich wollte ich nur einen Democlip auf

Schwäbisch für meine Agentur produzieren. Damit

die Caster sehen, dass ich auch wirklich Schwäbisch

kann“, erzählt Bärbel Stolz beim Cortado in einem

Café in der Dunckerstraße. „Weil ich nicht einfach

nur sagen wollte ,Hallo, i bin die Bärbel und i kann

au schwäbisch‘, habe ich eine kleine Geschichte dazu

erfunden.“ Das wurde dann der „Integrationskurs für

Schwaben in Berlin“. Entstanden ist die Episode, wie

eigentlich alle Folgen und Ideen rund um die Prenzlschwäbin,

im Familienkreis. Der enge Familienkreis,

das sind Bruder und Ehemann der Schauspielerin.

Sie schreiben zusammen die Drehbücher, filmen

produzieren und sie überlegen sich immer neue Folgen

der Mini-Serie. Hinzugezogen werden aber auch die

Großfamilienmitglieder im Schwäbischen, die Prenzlschwäbin

ist im Grunde eine Schwäbisch-Berlinerische

Familien-Co-Produktion. „Prenzlschwabe“ war schon

lange vor der Erfindung der Figur das liebevolle

Familien-Schimpfwort für diesen besserwisserischen

Typ Neuberliner, der irgendwann Ende der Neunziger

fleißig und selbstgerecht im traditionell linken, etwas

verlotterten Prenzlauer Berg auftauchte und bereit

war jeden Mietpreis zu zahlen, der unter dem Stuttgarter

Mietspiegel lag. Die Figur war erfunden, der

Casting-Clip entwickelte ein virales Eigenleben und

den drei Autoren fielen immer neue Episoden aus der

Spießer-Hölle der schwäbischen Besserwisserin ein.

22


Shit, Prenzlschwaben say

Manche Prenzlschwäbin-Folgen drehen sich um ein

Thema, andere sind eine wilde Mischung aus überdrehten

Klischees und kleinen, scharf beobachteten

Ticks, wie etwa „Shit, Prenzlschwaben say“. Mit dem

dreiminütigen Clip gelang der Prenzlschwäbin der

Sprung vom Geheimtipp unter Exilschwaben zum

viralen Phänomen. Mehr als 1,3 Millionen Mal wurde

der Zusammenschnitt schwäbisch-spießiger Peinlichkeiten

angeschaut. Seitdem sind unzählige Videos

entstanden. Die Mischung ist wild und den Machern

gehen die Ideen nicht aus. Manche Videos haben

einen aktuellen Bezug, andere passen immer. Es geht

um Kartoffelsalat, Fußball, Tupperparties, Käsespätzle,

immer wieder um Kinder und Eltern, Masernparties,

Bio-Himbeeren für 12 Euro, Selbstgemachtes.

Gedreht wird meist in Cafés und auf Spielplätzen

und an allen den Orten, an denen sie immer wieder

zuschlagen, die Besserwisser aus dem Südwesten.

Bärbel und die Prenzlschwäbin

Aber gibt es sie eigentlich wirklich die Prenzlschwäbin?

„Hoffentlich nicht. Die Prenzelschwäbin ist

Satire. In der Figur kommen diese ganzen grässlichen

Eigenschaften zusammen, die man am fiktiven Schwaben

so hasst.“ Dabei geht es nicht nur um die Schwaben

selbst, noch nicht einmal um die Schwaben in

Berlin, sondern um das Benehmen von Yuppies in den

Großstädten. Engstirnigkeit und Klugscheißerei lassen

sich nur so wunderbar mit dem schwäbischen Dialekt

verbinden. Und mit dem Prenzlauer Berg. Dabei hat

Bärbel Stolz überhaupt nichts gegen den Prenzlauer

Berg und auch nichts gegen Schwaben. Sonst wäre

sie weder hierher gezogen, noch hätte sie sich in aller

Social-Media-Öffentlichkeit als Schwäbin geoutet.

Die Schwäbin in uns allen

Als Bärbel Stolz vor 20 Jahren zum Studieren nach

Berlin kam, wollte sie unter keinen Umständen als

Schwäbin erkannt werden. Wenn irgendwo schwäbisch

gesprochen wurde, duckte sie sich weg, wenn jemand

fragte, erklärte sie, sie sei aus Kiel. Das Hochdeutsch

war dank Schauspielausbildung auf der Ernst-Busch-

Schule bald rein wie Wasser. Den Prenzlauer Berg

fand sie wild und verwegen, irgendwann störte sie sich

an den ganzen Kinderwägen und zog wieder weg. Als

erst ein Sohn und dann eine Tochter zur Welt kamen,

zog die Familie zurück in den Prenzlauer Berg. Und

Bärbel Stolz entdeckte auf einmal Eigenschaften an

sich, die sie nie vermutet hätte. „Eigentlich bin ich

eine total untypische Schwäbin. Ich koche ungerne,

putze nicht, bin eine wirklich schlechte Hausfrau und

bin hoffentlich auch keine Helikoptermutter. Trotzdem

merke ich, dass mir andere Dinge wichtig werden

seit ich Kinder habe. Da ertappe ich mich dann schon

dabei, dass ich öfter mal frage ob etwas bio ist.“

Ein bisschen bio, ein bisschen Erziehungsehrgeiz,

manchmal kann die Schauspielerin durchaus aus sich

selbst schöpfen, wenn sie nach prenzlschwäbischen

Eigenschaften sucht, über die sie sich ein wenig lustig

machen kann. Lustig machen ist nichts Schlimmes.

Sie macht niemanden lächerlich, sondern nimmt sich

selbst und andere ein wenig auf die Schippe. „Gerade

weil wir uns mit der Prenzlschwäbin über all diese

Eigenschaften lustig machen, nehmen wir ein wenig

die Schärfe raus. Wir bekommen einen liebevolleren

Blick auf all diese Eigenschaften.“ Außerdem, das

muss an dieser Stelle auch einmal gesagt werden, gibt

es ja nicht nur negative schwäbische Eigenschaften,

sondern auch ausgesprochen liebenswerte Eigenheiten.

„Ich sehe bei Schwaben schon eine besondere

Herzlichkeit und Verbindlichkeit. Diesen Drang sich

einzumischen, den man ihnen ja auch ankreidet,

das ist schon eine gewisse positive Neugierde und

ein Interesse sich zu unterhalten.“ Klassisch sei zum

Beispiel eine Situation auf dem Spielplatz wenn die

Kinder sich wieder einmal von oben bis unten mit Eis

beschmiert haben und sie selbst nicht einmal ein Taschentuch

dabei hat. „Wenn mir dann jemand einfach

ein Feuchttuch rüberreicht, ist das nicht selten eine

Schwäbin.“

Des isch mei Kiez

Einen liebevollen Blick hat Bärbel Stolz nicht nur

auf die eigene schwäbische Herkunft, sondern auch

auf den Prenzlauer Berg. Die vielen Kinderwagen

stören sie überhaupt nicht mehr, wenn sie mit dem

Kastenfahrrad voll mit Kindern und Einkäufen vom

Bio-Markt über das Kopfsteinpflaster radelt. „Wir sind

ganz bewusst zurückgezogen ins Kinderparadies und

ich genieße das total. Die Kinder treffen ihre Freunde

auf den Spielplätzen, wir treffen unsere Freunde auf

der Straße, im Sommer spielt sich überhaupt alles auf

der Straße ab, es ist ein wunderschönes Stadtbild mit

den breiten Straßen und den vielen Bäumen. Außerdem

kann man hier wahnsinnig gut essen gehen.“ Gibt

es auch etwas, was sie nervt am Prenzlauer Berg? „Die

Straßenbahnschienen, wenn man mit dem Fahrrad

reingerät und eben die vielen Zugezogenen,“ sagt sie.

Und lacht. Überhaupt kann Bärbel Stolz gut über sich

lachen, sonst wäre eine Figur wie die Prenzlschwäbin

auch gar nicht denkbar. Und auch der Zeitpunkt

scheint genau der richtige zu sein für die Prenzlschwäbin,

meint sie. Die Schwaben haben sich auf eine

gewisse Art emanzipiert, sie schämen sich nicht mehr

für ihren Dialekt und sie können viel besser über sich

Mein Viertel

23


Mein Viertel

selbst lachen. Inzwischen gibt es sogar schwäbische

Comedy, die außerhalb von Schwaben funktioniert.

Deshalb hat die Prenzlschwäbin im vergangenen Jahr

auch eine Art Comedy-Karriere hingelegt.

Tournee durch den Süden

Tatsächlich hat Bärbel Stolz gerade eine Süddeutschland-Tournee

hinter sich gebracht. Acht mal stand sie

mit ihrem Programm auf der Bühne, in Stuttgart, Tübingen

und anderswo. Jedes mal saßen zwischen 200

und 900 Menschen im Saal, die die Prenzlschwäbin

einmal nicht als Dreiminuten-Clip hören wollten, sondern

zwei Stunden im Live-Format. Die Tournee war

ein voller Erfolg, sowohl für die Besucher als auch für

die Schauspielerin. Bärbel Stolz jedenfalls hatte eine

Menge Spaß und sieht mit Spannung dem weiteren

Leben der Prenzlschwäbin entgegen. Wer weiß, was sie

noch alles erlebt in ihrem Leben zwischen Prenzlauer

Berg und Schwäbischer Alb. „Die Prenzlschwäbin

kann zu allem eine Meinung haben und zu jedem Thema

etwas sagen. Im Moment macht uns das alles noch

total viel Spaß: Uns die Geschichten auszudenken und

alles alleine zu drehen und zu organisieren. Wenn uns

irgendwann nichts mehr einfällt, dann machen wir

vielleicht etwas ganz anderes.“

24


BUCHVORSTELLUNG

Buchvorstellung

Der erste Horizont

meines Lebens

Die zwölfjährige Cristina kümmert

sich um alles: Sie kocht,

putzt, füttert die Hühner und

Schweine und ist Elternersatz

für ihre jüngeren Brüder. Die

Geschwister leben in einem

Dorf in Moldawien, während

die Mutter in Italien fremde

Kinder hüten muss und der

Vater in Sibirien arbeitet. Dabei

ist Cristina eigentlich in Cousin Lucian verliebt,

träumt vom ersten Kuss und einer besseren Zukunft.

„Das Warten ist wie ein kleines Tier, weder ein Haustier

noch ein wildes Tier, mal brav und schläfrig, mal

böse und entfesselt.“ Eine einprägsame Geschichte in

starken Bildern, geschildert aus der Sicht von Kindern,

die am Rande von Mitteleuropa alleine

zurückbleiben.

Die schützende Hand

Georg Dengler Bd.8

Die Sicherheitsbehörden

ermitteln nicht gegen die Täter,

sondern gegen das Umfeld der

Opfer der NSU-Mordserie,

Akten werden geschreddert,

der Verfassungsschutz hat

überall seine Finger im Spiel…

Was, wenn das kein bloßes

Behördenversagen ist? Wer hält

seine schützende Hand über

die Mörder? Dieser Kriminalroman ist ein Ereignis

und beschäftigt schon vor seinem Erscheinen Medien

und Politik. Wolfgang Schorlau, bekannt für seine

brisanten, exzellent recherchierten Krimis, greift den

Fall auf, der im gerade noch laufenden Prozess gegen

Beate Zschäpe und Mitangeklagte verhandelt wird,

und er stellt die entscheidenden Fragen. Die Ergebnisse

seiner Recherche sind spektakulär. „Wer erschoss

Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt?“, fragt ein

unbekannter Anrufer. Georg Dengler muss an einen

seiner ersten Fälle als Privatermittler denken, nachdem

Dr. Müller, sein Chef beim Bundeskriminalamt,

und Mike Nopper, sein Gegenspieler beim hessischen

Verfassungsschutz, ihn aus dem BKA gedrängt hatten.

Damals, 2004 nach dem Nagelbombenanschlag

in Köln. Der Buchhändler Tufan hatte ihn damals

beauftragt. Sein Laden war bei dem Attentat zerstört

worden, und trotzdem wollte ihm die Polizei die Tat

anhängen. Dengler konnte ihm nicht helfen. Als er

erfährt, dass Nopper nun stellvertretender Präsident

des Thüringer Verfassungsschutzes ist, taucht er tief

in den NSU-Komplex und das Netzwerk von Staatsschützern

und Neofaschisten ein. So tief, dass er nicht

bemerkt, dass die Drahtzieher ihn selbst ins Visier

genommen haben.

Baba Dunjas

letzte Liebe

Alina Bronsky lässt in ihrem

neuen Roman eine untergegangene

Welt wieder auferstehen.

Komisch, klug und herzzerreißend

erzählt sie die Geschichte

eines Dorfes, das es nicht mehr

geben soll – und einer außergewöhnlichen

Frau, die im hohen

Alter ihr selbstbestimmtes

Paradies findet.

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo

der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden

Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte

fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester

mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland

auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität

an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten.

Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen

weben verrückte Netze, und manchmal kommt

ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke

Petrov in der Hängematte Liebesgedichte

liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen

Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe

an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen

Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins

Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der

Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky

voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine

märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige

Geschichte.

25


Mein Viertel

OMMER

WO GEHT’S HIN?

Von Urlaub auf Balkonien bis weit weit weg…

Jana

Wir fahren für 3 Wochen

nach Schweden. Dort

haben wir in den Schärengärten

zwei Häuser

gemietet. Wir wollen

eine kleine Rundreise

machen. Den Rest der

Sommerferien müssen wir

leider arbeiten. Unsere drei

Kinder besuchen dann entweder

die Großmutter oder gehen in den Hort.

Jutta

Ich bleibe hier. Ich

genieße jeden Tag im

Prenzlauer Berg. Ich

wohne hier seit 76 Jahren

am Humann-Platz

und gehe jeden Tag 3–4

Stunden hier spazieren.

Ich freue mich, was alles

neu gepflanzt wird und genieße

jede Veränderung. Hier

ist es einfach schön.

Mona

Ich studiere Sport in

Berlin und habe Semesterferien.

Zusammen

mit meinem Freund und

unserem Hund segeln

wir von Stockholm nach

Göteborg. Dafür haben

wir uns vier Wochen Zeit

genommen. Den Rest der

Semesterferien muss ich arbeiten.

Wenn ich dann noch Zeit habe, geht es auf den

Fußballplatz.

Stephan

Unsere Reiseplanung ist

noch nicht weit fortgeschritten.

Wir 3 sind

da sehr spontan. Eine

Woche Griechenland –

vielleicht auf eine Insel.

Vielleicht ein paar Tage

in die Schweiz. Ansonsten

können wir es sehr gut

im Prenzlauer Berg aushalten.

Christoph

Davidè

Wir fahren zu dritt ins

Tessin (Schweiz). Freunde

von uns haben dort ein

Haus, das wir nutzen

können. Ich freue mich

auf viel Schlaf, gutes Essen

und ein wenig wandern.

Ich liebe Pilzesuchen und –

obwohl es nicht die ideale Zeit

ist – hoffe ich doch, erfolgreich zu sein.

Wir haben noch nichts

Festes geplant. Vielleicht

im Spätsommer

mit dem Auto nach

Spanien für drei Wochen.

Davor vielleicht

ein Kurzurlaub mit

Hund auf Rügen. Unsere

Hauptreisezeit ist Januar und

Februar, wenn die Stimmung hier

schlecht wird. Dann geht es in die Sonne. Viel nach

Asien oder Mexiko.

26


URLAUB

Mein Viertel

Tanja

Für uns sind diese

Ferien etwas ganz Besonderes:

wir heiraten

in einem Romantikhotel

in Brandenburg.

Die Feier wird recht

aufwendig. Deshalb

fahren wir nur noch für

fünf Tage zu dritt an die

polnische Ostsee. Hauptsache

Wasser!

Burky

Eventuell Rügen, Türkei

oder Ägypten. Ich mache

das mit meiner Tochter

immer sehr spontan –

meistens so für 10–14

Tage. Nach vier Schlaganfällen

darf die Temperatur

nicht über 30° sein.

Hauptsache Ruhe und vor

allem „all inclusive“. Vielleicht

noch etwas surfen, je nach Lust und Laune, wichtig

ist der tote Fisch auf meinem Teller!

Anne K.

Ich komme aus

Berlin und werde

diese Ferien auch

in Berlin bleiben.

Wir haben ein vier

Wochen altes Kind,

da brauchen wir uns

den Reisestress nicht

antun. Wir werden bei

gutem Wetter bestimmt

viele Spaziergänge in den

Parks unternehmen.

Katja

Es geht nach Rostock

zu den Eltern. Ansonsten

wollen wir von

Berlin aus Ausflüge

unternehmen, die Umgebung

erkunden. Auf

jeden Fall steht Potsdam

– und da besonders

das Schloss Sanssouci – auf

dem Programm. Mal sehen was

uns sonst noch einfällt.

Inge

Dieses Jahr haben wir

einen besonderen Höhepunkt.

Unsere Enkelin

ist aus Peking ganz alleine

für sieben Wochen zu

Besuch gekommen. Sie

ist völlig begeistert von

der frischen Luft und den

tollen Spielplätzen in Berlin.

Jennifer

Wir besuchen drei

Wochen England, erst

die Familie meines

Mannes in Leeds.

Dann brechen wir

alle zusammen nach

Cornwall auf und

werden dort noch zusammen

eine schöne Zeit

verbringen.

27


Mein Viertel

OMMER

Anika

Ich fliege dieses Jahr zehn

Tage nach Rumänien. Da

wollte ich schon lange

mal hin. Ich finde es

wahnsinnig spannend.

Ich werde alleine fliegen

und als Backpacker unterwegs

sein. Zum Schluss

geht es über Bukarest wieder

nach Hause.

Sandra

Ich fliege mit meinem

Mann zusammen für 10

Tage in die Mongolei.

Dort werden wir an einer

geführten Reise durch die

Wüste Gobi teilnehmen.

Dort besuchen wir ein

Sandheilungscamp und lassen

uns jeden Tag, zweimal täglich,

im Sand einbuddeln. Das reinigt unseren Geist und

Körper in schamanischer Tradition.

Freya

Dieses Jahr geht es nach

Schweden, genauer nach

Göteborg. Leider nur

sehr kurz. Ich bin nur

vier Tage unterwegs,

die ich aber intensiv

mit Sightseeing und

dem Besuch von Freunden

verbringen werde.

André und Monica

Wir fliegen dieses Jahr

für 4-6 Wochen nach

Ecuador in meine Heimatstadt

Guayaquil. Ich

werde meinem Mann dort

meine Freunde, meine

Familie, mein ganzes Leben

zeigen.

Christiane

Das ist nicht so einfach,

ich fliege mit meiner

Tochter (10 Jahre)

zu einem Kurztrip

nach Frankreich zu

ihrer Halbschwester (8

Jahre). Danach fliege ich

alleine zurück nach Berlin

und genieße eine Woche die

Ruhe zu Hause. Nach einer

Woche fliege ich wieder nach Frankreich und hole

meine Tochter und ihre Halbschwester nach Berlin.

So haben beide Mütter eine kurze Auszeit.

René

Ich bin dieses Jahr drei

Wochen in Frankreich

bei Bordeaux unterwegs.

Danach geht es

für zwei Wochen an die

Ostküste Mallorcas.

Ich freue mich aufs

Wandern, das Leben, im

Freien sein, die Natur genießen

und natürlich Kultur.

28


URLAUB

Mein Viertel

Mara

Ich fahre dieses Jahr für

zwei Wochen mit meiner

Zwillingsschwester

zu meinem Vater in

Thüringen. Was mir

dort am besten gefällt:

viel Natur, ruhige Stimmung,

einfach erholen.

Marlin

Für mich geht es in

diesen Sommerferien

für fünf Wochen nach

Thüringen. Meine

halbe Familie wohnt

dort und besitzt ein

Ferienhaus. Außerdem ist

Mara in der Nähe.

Leonie

Ich bin dieses Jahr mit

zwei Freundinnen

in Skandinavien

unterwegs. Wir haben

uns Interrail Pässe

gekauft und wollen

Schweden, Norwegen

und Finnland erkunden.

Wildcampen steht auf

dem Programm.

Nicholas

Noch steht bei mir nichts

fest. Ich entscheide

spontan. Ich halte nach

günstigen Flügen Ausschau,

mal sehen was

es wird. Osteuropa ist

oft am preiswertesten.

Oft treffe ich Freunde

vor Ort, die ich auf meine

Reisen kennengelernt habe.


Mein Viertel

GUTEN TAG, GENOSSE!

Auf dem Hinterhof der lebendigen Pappelallee

44 ist es erstaunlich leise. Die Ruhe aus Bienensummen

und Vogelgezwitscher wird nur durch

die S-Bahn unterbrochen, woran man sich aber

schnell gewöhne und es schließlich kaum mehr

hört, erzählt Anwohnerin Ayla Holthöfer. Ingrid

Vetter wohnt nebenan, in der Pappelallee 43,

und genießt im Sommer den Blick auf den blumenübersäten

Garten. Beide Frauen sind Genossenschaftlerinnen

und leben in generationsübergreifenden

Projekten, die ein sozialverträgliches

Miteinander im Kiez ermöglichen.

Text + Fotos: Christiane Kürschner

Ein beispielhafter Leuchtturm

Ingrid Vetter ist in Berlin angekommen. Mehr als 45

Jahre lebte sie in einem kleinen Ort in der Nähe von

Nürnberg, ein Leben ohne Auto erschien ihr damals

unmöglich. 2012 zieht es sie in die Hauptstadt, ihrer

Tochter wegen, die in Berlin ihren Lebensmittelpunkt

gefunden hat. Bereits in ihrer alten Heimat beschäftigte

Ingrid sich mit dem Thema generationsübergreifendes

Wohnen, besuchte Projekte. Die Atmosphäre

überzeugte sie aber nicht immer. Irgendwann breche

immer der Wettstreit aus, wer mehr Arztbesuche

und Krankheiten vorzuweisen hätte. Frau Vetter, das

ehemalige CSU-Mitglied, ist offen für Neues. Sie ist

auch in Berlin auf der Suche nach einer Wohnung, in

der sie gut und barrierefrei leben kann. Als Seniorin in

Berlin eine Wohnung zu finden, ist keine leichte Aufgabe,

im Prenzlberg ist es bei einer durchschnittlichen

Kaltmiete von 15 Euro eine sehr schwere Aufgabe.

Sie stößt im Internet auf die Leuchtturm eG, die ein

generationsübergreifendes Wohnprojekt ins Leben

gerufen hat. Im Jahr 2009 wurde das siebengeschossige

Wohnhaus in der hinteren Pappelallee von 27

Erwachsenen und 15 Kindern bezogen, nun ist noch

eine Wohneinheit frei. Ingrid Vetter wird zum Plenum

der Genossenschaft eingeladen, schließlich wohnt sie

ein Wochenende zur Probe und ist von der Stimmung

im Haus begeistert. „Die Bewohner kamen klopfen,

stellten sich vor und interessierten sich dafür, wer da

einziehen möchte“, so Vetter. Eine wichtige Sache, da

einstimmig darüber entschieden wird, wer einziehen

darf. Frau Vetter wird gemocht und bekommt die

Zustimmung. Die Bayerin sagt zu und wird zur

Genossenschaftlerin.

Wohnen entsprechend

der individuellen Bedürfnisse

Die bodentiefen Fenster ihrer kompakten Wohnung

lassen viel Licht hinein und geben den Blick auf den

Garten frei, der im Sommer ein blühender Teppich ist.

Sie hätte sich erst einmal auf die geringe Größe der

Wohnung einstellen müssen, aber im Sommer wohne

sie sowieso draußen, erzählt Ingrid. Die Größe der

Wohneinheiten ist Teil des Konzeptes. Alle individuell

genutzten Flächen sind zu Gunsten der gemeinschaft-

30


31

Mein Viertel


Mein Viertel

lich genutzten Flächen reduziert – jeder bekommt

soviel Wohnraum, wie er benötigt. Das zentrale Gästezimmer

kann gegen eine geringe Gebühr für Besuch

angemietet werden, es gibt eine Waschküche und einen

Gemeinschaftsraum, der zum Verweilen und zum

Austausch einlädt. Verändern sich die Bedürfnisse der

Bewohner, kann flexibel reagiert werden. Das Haus

ist nämlich auf 20 Säulen errichtet. Die Wände sind

so flexibel verschiebbar. Im dritten Stock wohnen zwei

Parteien, die sich die Küche teilen, den vierten Stock

teilen sich zwei Familien mit Kindern, die hier in einer

Wohngemeinschaft leben. Sollten die Konstellationen

sich einmal ändern, kann der benötigte Wohnraum

angepasst werden

Lebenslanges Wohnrecht

anstatt Eigentum

Möglich ist das generationsübergreifende Wohnen

durch die Struktur der Genossenschaft. Die Leuchtturm

eG gründete sich 2007, um den Traum vom

selbstverwalteten Leben im Herzen Berlins möglich

zu machen. Wer in die Pappelallee 43 einziehen

möchte, zahlt einen Eigenanteil ein, die Mietkosten

bewegen sich weit unter dem ortüblichen Preis.

Niemand kauft seine Wohnung, jeder hat jedoch ein

lebenslanges Wohnrecht. Zieht man aus, erhält man

seinen Genossenschaftsanteil zurück. Ähnlich ist es

in der Pappelallee 44. Hier zogen 2012 die ersten

Bewohner ein. Ein Zufall ist es nicht, dass zwei

Mehrgenerationenprojekte nebeneinander liegen. Die

Architektinnen Irene Mohr und Karin Winterer realisierten

das Leuchtturm-Projekt und erwarben kurze

Zeit später das leere Baugrundstück nebenan. Sie

gründeten 2009 die Genossenschaft „Innerstädtisch

Wohnen“ und suchten nach Mitstreitern, die hier ein

generationsübergreifendes Zuhause im Prenzlauer

Berg finden wollten. Sie fanden sich. Heute leben in

den 30 Wohneinheiten etwa 70 Personen, der jüngste

Bewohner ist ein paar Wochen alt und unterhält den

Hinterhof. Um in die Genossenschaft einzutreten sind

unter anderem ein genossenschaftlicher Pflichtanteil

und ein Eintrittsgeld zu zahlen. 12 Euro Warmmiete

zahlen die Bewohner, der eingezahlte Genossenschaftsanteil

beträgt 643 Euro pro Quadratmeter.

Die Prinzipien der gemeinsamen Waschküche, des

Gästezimmers und des Gemeinschaftsraumes haben

sich auch hier bewährt. „Eine Waschmaschine in

meiner kleinen Wohnung? Das will ich mir gar nicht

vorstellen“, sagt Ayla, die seit 2010 zum Projekt „Pappel44“

gehört. Auch die Dachterrasse, von der man

die S-Bahn vorbeirauschen sieht, sowie die Werkstatt

gehören allen. Gemeinsames Kochen, Filmabende

oder Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft

– Gemeinschaft ist in beiden Mehrgenerationshäusern

möglich, aber kein Muss. In der Pappelallee 44 trifft

32


sich die Sport-AG jeweils ein Mal pro Woche zur

Gymnastik und zum Yoga, dienstags wird gekocht.

Um die Eigenverwaltung der Genossenschaft zu erhalten

und im Austausch miteinander zu bleiben, finden

in regelmäßigen Abständen Workshops und Treffen

statt.

Ein Mehrgenerationenhaus

wird erwachsen

Beide Wohnhäuser wurden nach nachhaltigen und

ökologischen Prinzipien konzipiert und gebaut. In der

Pappelallee 43 ist man durch eine Erdwärmeinstallation,

Solarkollektoren und die Wärmerückgewinnung

nahezu unabhängig von externen Energiequellen. Das

„Pappel44“ ist unter anderem durch eine optimale

Dämmung, wärmebrückenfreie Konstruktionen,

hohe Winddichtigkeit und zugluftfreie Lüftung ein

Niedrigenergiehaus nach KfW-40-Standard. Die

Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein Gas-Blockheizkraftwerk

und eine Gas-Brennwerttherme

liefern Warmwasser und bei optimaler Ausnutzung

auch Strom. Zu den Wohnhäusern gehören auch die

gemeinschaftlich genutzten Gärten. Gepflegt werden

sie in Eigenleistung, Bewohner können sich in der

Garten-AG engagieren. Auch kleinere Reparaturen

werden von den Hausbewohnern durchgeführt, die

eigens dafür erstellte „Fahrradschuppen-AG“ baute

eine Überdachung für Fahrräder und Roller. Genauso

gibt es verschiedene Arbeitsgruppen für Bereiche

wie Finanzen und Verwaltung. Mit steigendem Alter

der Mehrgenerationshäuser verändern sich auch die

Strukturen. Eigenverwaltung ja, aber bitte professionell.

Erste Instandhaltungsmaßnahmen stehen an, die

die Bewohner nicht mehr allein bewältigen können.

Nun müsse man es zulassen, die Eigenverwaltung

für Externe zu öffnen und Aufgaben abzugeben,

erzählt Ingrid Vetter. Die Eigenleistung hat auch seine

Grenzen, das müsse man akzeptieren. Ein Mal im

Jahr treffen sich alle Leuchtturm-Bewohner im Brandenburgischen,

um Schwerpunktthemen an einem

Workshop-Wochenende miteinander zu diskutieren.

Dabei gehen die Meinungen unter den Genossenschaftlern

auch einmal auseinander. „Ein Konsens ist

nicht immer möglich“, weiß auch Ayla von nebenan.

Das sei dann bitter für die, die zurückstecken müssen,

aber es gehe manchmal nicht anders. „Das Leben in

einem solchen Wohnprojekt ist kein Zuckerschlecken“,

bestätigt auch Ingrid Vetter. Mit der Zeit kristallisiert

sich heraus, welche Bewohner besser miteinander

auskommen und welche unterschiedliche Ansprüche

an ein solches Wohnprojekt haben. Man müsse lernen

mit Brüchen umzugehen, resümiert sie, ohne das

ganze Projekt in Frage zu stellen.

„Trotzdem kann ich mich blind darauf verlassen, dass

immer jemand da ist und dass ich an jeder, wirklich

jeder Tür klopfen könnte“, so die Seniorin. „Toleranz“,

da sind Ayla und Ingrid sich einig, ist die Eigenschaft,

die Genossenschaftler haben müssen. Ihr Mehrgenerationenhaus

bezeichnen die Bewohner der Pappelallee

43 wie auch der Nummer 44 als „kleines Dorf“ – mit

all seinen Vorteile und Nachteilen.

Mein Viertel

33


Mein Viertel

DIES & DAS

Engagement

Steven Finn, Geschäftsführer der Wemod

GmbH, gebürtig im Prenzlauer Berg sieht es als

Pflicht an. Hier geboren und aufgewachsen, viel

gereist und doch immer hierher zurück gekehrt.

Vor 16 Jahren den Sprung in die Selbständigkeit

gewagt, immer den Prenzlauer Berg als Basis

begriffen. Er gründete Anfang 2017 einen

Sponsoring Pool und stiftet jedes Jahr 5000 € für

Projekte im Prenzlauer Berg. Diese Jahr wurden

schon der Werkraum der Wilhelm von Humboldt

Schule ausgestattet und zwei Jugendmannschaften

der SG Rotation erhalten neue Trikotsätze.

Ideen? Informiert euch auf www.wemod.de

Schade,

hier in der Knaackstraße gab es engagierte

Anwohner, die sich um die Baumscheibe vor

ihrer Haustür liebevoll gekümmert haben.

Leider wurden die Blumen und Pflanzen, durch

das Amt für Straßen und Grünflächen wieder

entfernt, obwohl alle Auflagen (Wurzeltiefe, Entfernung

zum Baum, usw.) erfüllt wurden. Den

Anwohnern reicht es jetzt und sie haben die Bemühungen

eingestellt. Nun gibt es ein weiteres

unansehnliches Hundeklo im Prenzlauer Berg.

Diese Vogelscheuche

bewacht das

Blumenbeet am

Sportplatz Duncker

Str. oder

den Sportplatz?

Oder beides? Wir

haben versucht

es heraus zu bekommen,

waren

aber erfolglos.

Vielleicht kann

uns einer unserer

Leser helfen?

34


Ende gut, alles gut

(Spielstraße in

der Gudvanger Str.)

Nach 2 Jahren der juristischen

Auseinandersetzungen, haben

klagende Anwohner und der

Bezirk sich auf einen Vergleich

geeinigt. Einmal im Monat darf

die Gudvanger Str. an einem

Dienstag gesperrt werden. Allerdings

nur in der Zeit von 14-18

Uhr in den Monaten Mai bis

Oktober. Hier und dort hört man

sogar Stimmen, die eine zukünftige

gemeinsame Veranstaltung

ins Auge fassen. So schön können

Gerichtstermine enden. Wir

freuen uns.

Mein Viertel

Ein Sofa geht auf Reisen

2003 zogen wir nach Berlin. Als sich 2005 Nachwuchs ankündigte,

suchten wir eine neue Wohnung. Ein neues Sofa gab es auch, und

so wurde in alter Tradition das alte Sofa samt Aufforderung zum

Mitnehmen vor die Haustür gestellt. Keine 30 Minuten später war

es verschwunden. Im Sommer 2006 trafen wir unser Sofa auf der

Kollwitzstraße wieder, ein Gastronom hatte es in seinem Lokal

untergebracht und nun zur Fußballweltmeisterschaft als Publik

Viewing Lounge wieder vor die Tür gestellt. Wieder nahmen wir

Abschied…. Im Juni 2017 traf ich unser Sofa in der Duncker Straße

auf der S-Bahnbrücke wieder, ohne Beine, dafür gut besetzt.

Inzwischen ist es zu einem Kunstprojekt einer Schülergruppe der

Käthe-Kollwitz-Oberschule geworden, die das Thema Recycling

bearbeiten. 12 Jahre hat es für die 800 Meter gebraucht. Mal

sehen, wo wir uns wieder treffen.

Choriner Straßenfest

am 15.07. ab 13.00 Uhr

So leer ist es nur noch kurz. In

2 Wochen startet wieder das

Choriner Straßenfest und wir

freuen uns schon gespannt darauf,

was die Anwohner wohl

wieder auf die Beine gestellt

haben. Auf Facebook kann

man die Anzahl der Treffen

verfolgen, die Aufrufe zum

Schmücken der Straße…

Das wird toll! Wir sehen uns.

35


DIES & DAS

Mein Viertel

MachMit Museum

Gojko Mitić, der Winnetou des Ostens, ist

Schirmherr der neuen Ausstellung im MachMit

Museum. „Der weite Horizont“ – in der Ausstellung

geht es um Freiheit und Gerechtigkeit.

Gemeinsam fragen wir uns: Wie leben Native

Americans gestern und heute? Kennen Indianer

wirklich keinen Schmerz und wohnen alle in

Tipis, wie Karl May uns erzählt?

Sanierung Schule

Das neue Gymnasium in der Pasteurstr. steht

kurz vor der Fertigstellung. Das ehemalige

Abendgymnasium wird seit 2015 renoviert und

soll der steigenden Zahl der Einschulungen und

der damit zukünftigen, höheren Zahl der Abiturienten

entgegentreten. Die Umbauarbeiten

waren umfangreich, so wurden neben modernen

energetischen Standards auch zeitgemäße

Medientechnik und Fahrstühle eingebaut.

Die Baukosten sollen insgesamt 30 Millionen

betragen, wobei davon 10 Millionen auf den Bau

einer neuen Sporthalle in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße

6–9 entfallen.

Gärtnerinitiative Arnswalder Platz

Am Samstag 15. Juli (13 Uhr) ist es wieder soweit,

die Gärtnerinitiative Arnswalder Platz ruft

dazu auf den Arnswalder Platz zu verschönern.

Gegründet wurde die Initiative 2012, als der

Bezirk die Erhaltungsmittel auf nahezu Null

kürzte. Am 15. September 2012 traten über 60

Bürger mit Besen und Gartengeräten in Aktion

und befreiten den Platz von einigem Wildwuchs

und Dreck. Danke für eure Mithilfe und bitte

unterstützt diese tolle Aktion auch weiterhin!

www.arnswalderplatz.de

Neubau Pasteur Str.

60 Familien haben ihr neues Zuhause in der

Pasteurstr. bezogen. Herzlich Willkommen!

Während der Bauphase empfanden wir die

Architektur, vor allem wenn die riesigen „Fensterläden“

geschlossen sind, als sehr eigenwillig.

Inzwischen sind die Balkone bewohnt und es

gefällt uns immer besser.

36


Mein Viertel

„Fête de la Musique“

Was für ein Spaß, tolles Wetter,

nette Leute, gute Musik. „Fête

de la Musique“

War auch in

diesem Jahr

wieder ein großes

Vergnügen. Unser

Dank an die

Initiatoren, die

zahlreichen Gewerbetreibenden

die ihre Flächen

zur Verfügung

stellen und natürlich

an die vielen

Musiker, die diese

Veranstaltung seit Jahren erst

möglich machen.

37


DIES & DAS

Mein Viertel

Krimidinner

im Dunkelrestaurant

„Mörderische Stille“ –

Krimi Dinner

Spannung pur im Dunkeln

Mordshungrige können sich

jeden Donnerstag auf Spurensuche

begeben. Im NOCTI

VAGUS öffnen sich hierfür

die Türen in die dunkle Berliner

Unterwelt.

www.noctivagus.com

Andreas Langholz

Das „Urgestein“ vom Prenzlauer Berg feiert

Jubiläum. Seit 17 Jahren betreibt er nun seinen

Laden „Colecomp“ am Kollwitzplatz, ein

Jahr später kam das „Strandbad“ dazu. Am

24.06.2017 feierten beide Läden zusammen mit

„Kunst-A-Bunt“ ihren großen Ehrentag-50 Jahre.

Bei Jazzmusik und leckeren Speisen gab es tolle

Stimmung und viel Spaß bis tief in die Nacht.

Herzlichen Glückwunsch

10 Jahre

Marienburg

Im ehemaligen

Umspannwerk in der

Marienburger Straße

wurde 10-jähriges

Jubiläum gefeiert und

wer die Philosophie

des offenen Hauses

kennt, der weiß was

die dortigen Druck-

,Media-Event- und

Komunikationsdienstleister

unter

feiern verstehen.

Eingeladen waren

Kunden, Nachbarn

und Freunde der

Marienburg. Alleine

5 Live-Bands spielten

auf, Kunstaktionen,-

Fassadenklettern,

Tombolas füllten

den Abend und man

munkelt, die letzten

Gäste sollen den

Keller erst um 6 Uhr

in der Früh verlassen

haben. Schade, das

die Marienburg nur

alle 10 Jahre feiert.

Na dann, bis 2027!

Tatort

Sonntag Abend alleine Tatort gucken? Muss nicht

sein, man kann die Spannung auch teilen, dann ist

sie leichter auszuhalten. Möglich ist das zum Beispiel

hier oder an vielen anderen Orten im Prenzlauer Berg

http://www.volksbar-berlin.de/

http://www.roberta-bar.de/

38


„Haus der Sinne“

Wer sind eigentlich unsere Nachbarn? Unter

diesem Motto veranstaltet das „Haus der

Sinne“ unter der Moderation von Rainer

Krüger (SPD Falkplatz-Arnimplatz) seit 2012

die „Talk im Kiez“-Reihe. Menschen aus der

Nachbarschaft erzählen aus ihrem Leben,

wie sie im Kiez

aufgewachsen oder

hierhergekommen

sind: Anwohner,

Gewerbetreibende,

Kulturschaffende. Es

sind unterhaltsame

und berührende Geschichten,

die immer

auch ein Spiegelbild

der Lebensweisen

und Ansichten der

jeweiligen Zeit sind.

Eingeladen sind

jedes Mal drei Gäste,

die zu einem Thema sprechen (z. B. „Starke

Frauen hat der Kiez!“). Die Reihe findet immer

an einem Dienstag um 20 Uhr statt (siehe

Aktuelle Termine). Der Eintritt ist frei.

www.hausdersinneberlin.de

Michael Bienert,

Stadtführer aus Leidenschaft.

Wir durften an einem Rundgang mit ihm, anlässlich

des 150 Geburtstages von Käthe Kollwitz, teilnehmen

und waren begeistert. Soviel lebendige Geschichte,

Hintergrundinformationen und Insidertips

hört man selten. Vielen Dank. (siehe Seite 6)

www.text-der-stadt.de

Mein Viertel

www.schreibwerk-berlin.com

Prof. Felix Müller

ist Maler, Zeichner und

Grafiker. In diesem

Frühjahr hatte er mit

zwei Freunden die Idee,

den Stadtbezirk in eine

Galerie zu verwandeln,

Ateliers wurden geöffnet und man konnte

den Künstlern bei

der Arbeit über die

Schultern schauen,

Fragen stellen,

usw. Mehr Kontakt

geht kaum. Die art.

spring 2017 Aktion

fand im Prenzlauer

Berg, Pankow und

Weißensee statt

und war ein voller

Erfolg. 2018 ist

daran gedacht die

Aktion auf Mitte

auszuweiten.

Schreiben

macht klug

Kreatives Schreiben im blauen Salon

– jeden letzten Mittwoch im Monat

in der Chocolaterie und Buchhandlung

„Fräulein Schneefeld und Herr Hund“

Die Schreibaufgaben und Theorieübungen zur Sprachfindung, Figuren- und

Plotentwicklung, und zum schreiben von Dialogen, wechseln jeden Abend.

Für das eigene Thema die richtige Form zu finden ist das Ziel des Kurses.

Mitgebrachte Texte können besprochen werden.

Ort Prenzlauer Allee 23 Kosten 40,– €

Uhrzeit 19 – 21:30 Uhr Kursleitung Franziska Hauser


mein

STADTTEILMAGAZIN | PRENZLAUER BERG

4

Ab 15. September 2017 im Briefkasten

Spezial

Gastronomieführer

Prenzlauer B erg

Freuen Sie sich auf unser mein/4-Spezial – „Der Gastronomieführer“

für Prenzlauer Berg. Themen u.a. „Die Qual der Wahl“, „Wenn es mal

schnell gehen muss …“, „Was finde ich wo?“ und vieles mehr.

Bewährtes finden! – Neues entdecken !

Auflage 50.000 Expl., ab 15. September 2017, Verteilung kostenlos in Briefkästen und an über 400

Auslagestellen im Prenzlauer Berg


EXQUISITE ÖSTERREICHISCHE KÜCHE

Geschmackserlebnisse der Wiener Küche bei uns im Kiez

IN GEDIEGENEM AMBIENTE GENIESSEN

Service

Überraschen, wie in Orson Welles „Der Dritte

Mann“, wird Sie die Küche im Restaurant „Zum

Dritten Mann“. Nicht nur die Speisen, sondern

auch eine erlesene Auswahl österreichischer

Weine sind eine Gaumenfreude. Qualität zu

angemessenen Preisen, die Liebe zum Kochen

und ein freundlicher und aufmerksamer Service

stehen für sie im Vordergrund.

Text: Frank Durke

Chefkoch Björn Nitz hat nach seiner Ausbildung im

Gourmetrestaurant „Gutshaus Stolpe“ (1 Michelin-

Stern) und weiteren renommierten Stationen im

„Zum Dritten Mann“ seine kulinarische Heimat

gefunden. Alle Gerichte werden von ihm mit Liebe,

Herzblut, Kreativität und einer persönlichen Note

gekocht.

Ob die leckere Frittatensuppe, der karamellisierte

Ziegenkäse (zur Zeit mit Wassermelone und Minze),

das über die Grenzen Berlins hinaus beliebte Original

Wiener Schnitzel mit Erdäpfel-Radieschensalat oder

der vegetarische Spinatknödel – diese Küche ist leicht

und frisch, einfach ein Erlebnis für jeden Gaumen.

Jeder Gast, der mit dieser Ausgabe „mein/4 Stadtteilmagazin

Prenzlauer Berg“ erscheint, erhält zur

Begrüßung ein Glas Prosecco serviert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12–23

Uhr, Samstag und Sonntag 10–23 Uhr

Zum Dritten Mann Betriebs GmbH,

Kollwitzstraße 87, 10435 Berlin

Telefon: 030 40504853

Fax: 030 40504853

Mobil: 0172 3252403

E-Mail: info@zumdrittenmann.de

www.zumdrittenmann.de

Prominente Gäste wie Pedro Almodovar und Penelope

Cruz verließen sogar für ein Schnitzel im „Zum

Dritten Mann“ die Berliner Premiere ihres Films

„Zerrissene Umarmungen“.

Das Restaurant verbindet das originelle Design

des modernen Berlin mit dem kreativen Traditionsbewusstsein

der Neuen Wiener Küche. Zu entdecken

gibt es viel, im Gastraum und auf der Speisekarte.

Original österreichische Käse- und Wurst-Spezialitäten

erwarten den Gast schon zum Frühstück am

Wochenende.

41


Mein Viertel

HASTE KEINS,

LEIH DIR EINS

Leihräder sind praktisch – und im Kommen. Seit

zwei neue Anbieter mit riesigen Flotten auf die

Straßen drängen, gehören mietbare Zweiräder

noch mehr zum Stadtbild in Prenzlberg zusätzlich

zu den allgegenwärtigen Radtouristengruppen.

Doch sie bringen auch neue Herausforderungen

für Verkehrsplanungen mit sich.

Text: Henry Steinhau • Fotos: Markus Beeth

Sie sind da. Und es sind viele. Sehr viele.

Aber was wollen sie? Sie lungern an jeder dritten

Ecke, oft in Rudeln, aber immer bereit, im nächsten

Moment … keine Angst, sie tun nichts, die wollen nur

… gefahren werden.

Die neueste Invasion der Leihfahrräder ist in Berlin

und natürlich auch in Prenzlberg angekommen:

bullige, silberne Boliden, die man vom Fleck weg

mieten kann. Das ist zwar nicht neu, aber zumindest

ein neuer Anlauf. Und siehe da: diesmal scheint es

etwas geschmeidiger zu funktionieren. Also sowohl

technisch – anrufen oder per Smartfon-App an- und

abmelden, um das Schloss des gewählten Rads öffnen

oder sperren zu lassen – als auch nachfragetechnisch:

die Cityräder im Einheitslook werden benutzt.

Zumindest den Pressemeldungen nach läuft das bei

den Lidl-Bikes, die eigentlich von der Deutschen Bahn

sind, und auch beim direkten Wettbewerber Nextbike.

Das Leipziger Startup gewann bei einer Ausschreibung

des Berliner Senats und bekommt nun für fünf

Jahre bis zu 1,5 Millionen Euro Zuschüsse für den

Betrieb seiner Leihradflotte. Einen Monat nach seinem

Start Anfang Mai zeigte sich Nextbike zufrieden,

vermeldete 23.000 Ausleihungen, 8.000 registrierte

Kunden und 1.000 tägliche Leihvorgänge. Die allermeisten

davon dürften sich im Gebiet innerhalb des

Berliner S-Bahn-Rings abspielen, denn hier gelten die

preiswertesten Konditionen, das ist bei den Lidl-Bikes

ähnlich. Lidl hat dafür spezielle Rückgabezonen definiert,

außerhalb denen freies Abstellen zwar erlaubt

ist, aber extra kostet. In Prenzlauer Berg sind das

etwa 40 Zonen und 10 Stationen. Nextbike erlaubt die

Rückgabe an festen Stationen – in Prenzlberg etwa 10

– oder innerhalb des S-Bahnrings an sämtlichen Straßenecken.

(Die genaue Lage der Stationen und weitere

Infos zu den Leihbikes siehe Übersicht auf Seite 44)

Zusammengerechnet stellen Nextbike und Lidl/Deutsche

Bahn in Berlin nach eigenen Angaben rund 5.500

Leihfahrräder auf die Straße, genauer gesagt auf Bürgersteige

und in spezielle Stationen – eine regelrechte

Armada, die bis 2018 auf rund 9.000 anschwellen soll.

Geschätzt ein Viertel steht davon in Prenzlauer Berg.

Und vermutlich kommen demnächst einige hundert

oder tausend chinesische Hightech-Gefährte der

Marken Ofo, Mobike oder Bluegogo dazu.

Die zentralisiert geführten Massenverleiher sind aber

nicht die einzigen, bei denen man sich Räder mieten

kann. Gerade im touristisch beliebten Prenzlauer

Berg finden sich Dienstleister, die auf Angebote für

Besucher*innen spezialisiert sind. Etwa Berlin By

Bike, mitten in der Kulturbrauerei beheimatet, oder

auch Lila Bike in der Schönhauser und Bike Rental

in der Kastanienalle – um stellvertretend nur ein paar

zu nennen. Die meisten bieten nicht nur zahlreiche

geführte City-Touren mit geschulten Guides, sondern

auch Vorschläge für individuelle Touren und Rad- und

Stadtkartenservices. Bei manchen bekommt man

auch die von Touristen gern gebuchten Rikschas und

Bierbikes, die viele Einheimische allerdings eher argwöhnisch

betrachten, weil sie den Verkehr auf Straßen

oder Radwegen mitunter ausbremsen und, sagen wir

mal „Ausschweifungen begünstigen“. (Siehe hierzu die

Übersicht auf den Seite 45)

Nicht zuletzt gibt es in Prenzlauer Berg eine große

Anzahl an Fahrradläden – angeblich liegt der Bezirk

damit berlinweit an der Spitze – von denen einige auch

Räder verleihen. Dort profitieren die Kunden meist von

fachlicher Beratung und einer angeschlossenen Werkstatt,

zudem finden sich hier auch besondere Zweiräder

zum Leihen, etwa Tandems oder Lastenbikes.

Die Möglichkeiten, ein Fahrrad zu leihen, sind also

vielfältig, liegen nah und die Kosten sind in der Regel

durchaus überschaubar.

Vollere Radwege und

überfüllte Stellplätze

Und die Angebote werden genutzt, das zeigt sich

generell von Frühling bis Herbst und insbesondere

an schönen Tagen im Stadtbild. Da bilden sich auf

Prenzlberger Radwegen fette Rückstaus, müssen sich

Horden von Radfahren einfädeln, verklumpen sich

42


Fahrradtouristen auf Gehwegen vor (vermeintlich)

Sehenswertem, da müssen sich dutzende einen

Abstellplatz suchen, müssen Fahrradfahrer auf Autos

genau so aufpassen wie auf Fußgänger, oft wird es

eng, brenzlig und gefährlich. Mehr Radverkehr bringt

auch neue Herausforderungen für die Verkehrswege

und deren Planer.

Nun müssen die Stadt beziehungsweise die Bezirksverwaltungen

ja nicht allein für die oder wegen der

Leihräder-Schwemme und radelnder Besuchergruppen

ihre Radverkehrsplanungen erneuern oder anpassen.

Radfahren boomt in Berlin schon länger, und so laufen

verkehrspolitische Diskussionen bereits seit einigen

Jahren. Der Druck wurde nicht zuletzt durch den breit

unterstützen „Volksentscheid Fahrrad“ erhöht. Und

die aktuelle Regierung aus SPD, Linken und Grünen

(R2G) hat sich in ihrem Koalitionsvertrag explizit zu

konkreten Maßnahmen verpflichtet, etwa die Infrastrukturen

für den Radverkehr zu verbessern. Ob das

häufig projizierte Vorbild Kopenhagen nun tatsächlich

erreichbar ist oder ob die gern orakelten Dystopien

mit Verkehrskollaps und noch mehr Fahrradtoten agitatorisch

übertrieben sind, sei mal dahingestellt. Doch

auch in Prenzlauer Berg ist noch einiges hinsichtlich

Radwegen, Radstraßen, Radtrassen, Radstellplätzen

oder Radservices zu verbessern.

Leihräder werden dabei immer mehr als Teil eines

neuen Mobilitätsverständnisses gesehen. Vielen ist

klar, dass man insbesondere den innerstädtischen

Verkehr von motorisierten Fahrzeugen entlasten und

Umweltbelastungen verringern muss, um letztlich die

Lebensqualität von allen zu verbessern. Dazu gehört

unter anderem, den Verbrauchern das kombinieren

von ÖPNV und Leihfahrzeugen zu vereinfachen,

etwa durch integrierte digitale Services. Selbst als

autofreundlich bekannte Behörden wie das Bundesverkehrsministerium

drängen auf „deutschlandweit

nutzbare Mobilitätsplattformen“ – etwa Services, mit

denen man aus einer einzigen App heraus Fern- und

Nahverkehrstickets ebenso buchen kann, wie Mietautos

und -fahrräder, quer über öffentliche Verkehrsverbünde

und privatwirtschaftliche Anbieter hinweg; der

One-Stop-Mobilitäts-Shop.

Leihräder als ein weiterer Service

von Mobiltätsdienstleistern

Fahrzeughersteller, etwa Daimler mit seiner Tochter

Moovel, sind in dieser Richtung schon als Aggregator

für Verkehrsverbünde aktiv. Sie verstehen sich mehr

und mehr – wie auch Personentransportunternehmen

– als Mobilitätsdienstleister, die ihre Kunden über

viele, auch digitale Services angeln und binden wollen.

Das haben scheinbar auch die bereits erwähnten

chinesischen Leihrad-Newcomer Ofo, Mobike oder

Bluegogo erkannt, die dank kapitalstarker Investoren

wohl bald auf den Berliner Markt expandieren. Deren

ungewöhnlich ausgestatteten Bikes – angeblich mit

wahrhaft unplattbaren Vollgummireifen – sind wohl

robuster und womöglich preiswerter zu mieten, bieten

aber auch navigations- und servicetechnisch mehr. Da

liegt die von amerikanischen Internetgiganten bekannte

Strategie nahe, dass sie die Nutzer über Preis-Leistungs-attraktive

Leihräder an sich binden, deren Daten

aber an „Partner“ veräußern. Die Deutsche Bahn

jedenfalls stellt sich nach eigenen Aussagen auf den

Verdrängungswettbewerb um Leihräder-/Kunden ein.

Doch mehr Wettbewerber heißt bei Leihrädern

zunächst einmal: mehr Räder. Sind Senat und Bezirksverwaltungen

auf die Leihradschwemme eigentlich

vorbereitet? In China sollen mehrere Millionen Räder

der genannten drei Anbieter bereits eine Plage in den

Ballungsräumen sein, weil sie öffentliche Räume über

Gebühr verstopfen. So etwas mag man sich für’s eh

schon enge, dichte Prenzlberg gar nicht vorstellen.

Wenn jetzt schon zu viele Autos die Wege für Fußgänger

eng machen, wo sollen die Leihräder denn

bitteschön noch stehen?

Für mehr Fahrradabstell- und parkplätze sind clevere

Konzepte gefragt. Hierbei sind auch Hausverwaltungen

und Eigentümer, Einzelhandel und Gastronomen,

öffentliche Einrichtungen und Unternehmen gefordert:

um öffentliche wie eingezäunte Räume mit Blick

auf die zunehmende Fahrradnutzung neu zu sehen,

neu zu verplanen.

Womöglich reguliert sich das Leihrad-Phänomen in

Berlin auch ein wenig von selbst: die Stadt scheint ja

eine Art Trainingslager für Diebstahl und Vandalismus

zu sein. Sowohl Lidl/Deutsche Bahn als auch Nextbike

berichten von zählbaren Schäden an ihren Rädern,

die auf blanke Zerstörungswut hindeuten, die Diebstahlquote

sei hingegen gering – noch. Die Anbieter

sehen es als vorübergehendes Phänomen und versuchen

gemeinsam mit der Polizei dagegen zu halten,

indem sie reparieren, registrieren und informieren.

Mein Viertel

43


Mein Viertel

FAHRRADVERLEIHSTATIONEN PRENZLAUER BERG

LIDL

https://www.lidl-bike.de/de

Lidl kooperiert hier mit der Deutschen Bahn, die ihr

Leihrad-Angebot (Call-a-Bike) mehrfach re-/startete und

ummodelte. Berlin gilt für Lidl als Testmarkt, startete

mit 3.500 Rädern, die insbesondere im Innenstadtbereich

platziert sind. Innerhalb des S-Bahn-Rings sind über 350

Rückgabezonen eingerichtet – wer sein Rad in einem

Radius von 25 Metern rund um eine der Zonen abstellt,

erhält einen 50 Cent-Bonus.

In Prenzlauer Berg sind etwa 40 Abstellzonen und dazu

knapp 10 Call-A-Bike-Stationen vorhanden:

Call-a-Bike-Stationen:

Standort-Nr.: 10103, Hussitenstraße/Scheringstraße

Standort-Nr.: 10104, Brunnenstraße/vor Lidl-Filiale

Standort-Nr.: 10200, Am Falkplatz/Gleimstraße

Standort-Nr.: 10208, S-Bhf. Greifswalder Straße/

Greifswalder Straße

Standort-Nr.: 10209, Prenzlauer Allee/Danziger Straße

Standort-Nr.: 10211, Winsstraße/Jablonskistraße

Standort-Nr.: 10215, Bötzowstraße/John-Schehr-Straße

Standort-Nr.: 10218, Greifswalder Straße/

Hufelandstraße

Standort-Nr.: 10224, Prenzlauer Allee/

Saarbrücker Straße

Basis-Tarif

Jährliche Nutzungsgebühr = 3 Euro

1. halbe Stunde: 1,50 Euro

jede weitere 1/2 Stunde: 1 Euro.

Längere Mietdauer maximaler Tagespreis: 15 €/Ermäßigt:

12 €

Für jede Rückgabe in einer Rückgabezone: 50 Cent Gutschrift

Komfort-Tarif (für Vielfahrer)

monatliche Nutzungsgebühr = 9 Euro/Ermäßigt 7 Euro

jährliche Nutzungsgebühr = 49 €/Ermäßigt: 39 €

1. halbe Stunde: 0,50 €

jede weitere 1/2 Stunde: 1 €.

24-Stunden-Preis: 12 €/Ermäßigt 9 €

Gleichzeitige Ausleihe: 1 Fahrrad

Partnerrad: 7 €/pro Monat oder 29 € pro Jahr

Ermäßigungen:

für BahnCard-Inhaber, S-Bahn-Abonnenten, Studenten

und Senioren ab 65 Jahren.

Zusatzkosten:

Bei Abstellen außerhalb des S-Bahn-Rings: 10 € Servicegebühr.

Weitere Preisinformationen: https://www.lidl-bike.de/pdf/

Preisverzeichnis%20LIDL%20BIKE.pdf

nextbike

https://www.nextbike.de/de/berlin/standorte/

Nextbike-Stationen:

Virchowstraße, Berlin, Stationsnummer: 1531

U Eberswalder Straße, Berlin, Stationsnummer: 1532

Helmholtzplatz, Berlin, Stationsnummer: 1533

Mauerpark, Berlin, Stationsnummer: 1534

Danziger Straße/Lychener Straße, Berlin, Stationsnummer:

1535

Hufelandstraße, Berlin, Stationsnummer: 1536

Prenzlauer Allee, Berlin, Stationsnummer: 1537

Danziger Straße/Prenzlauer Allee, Berlin, Stationsnummer:

1538

Am Wasserturm, Berlin, Stationsnummer: 1539

Greifswalder Straße, Berlin, Stationsnummer: 1540

Die Rückgabe ist entweder an festen Stationen innerhalb

ganz Berlins (Fix) oder überall innerhalb des S-Bahn-

Rings an jeder Adresse (Flex) möglich. Fahrräder dürfen

nur innerhalb Berlins zurückgegeben werden. Für Rückgaben

außerhalb Berlins, beispielsweise in Potsdam, wird

ein Service-Entgelt ab 20 € fällig.

Auf einen Account lassen sich bis zu vier Fahrräder gleichzeitig

ausleihen, ab 10 Fahrrädern gibt es Gruppentarife.

Man muss ein Konto einrichten, Zahlungsart hinterlegen,

von der dann abgebucht wird. Über eine App (iOS,

Android, Windows Mobile) oder die Webseite oder telefonisch

kann man suchen, buchen und sein Konto verwalten.

Ausleihe und Rückgabe erfolgt über Zugangscodes, die

der Anbieter vergibt (app, QR-Code scannen) beziehungsweise

mit einer Kundenkarte (mit NFC-Chip) und mit

denen man das Schloss öffnet.

Durch Partnerschaft mit dem Verkehrsverbund Berlin

Brandenburg lässt sich eine VBB-Karte (mit NFC-Chip)

für die Ausleihe einsetzen

Halbe Stunde

1 €/30min, Abrechnung pro Fahrt, jede weitere halbe Std.

1,50 € bis max. 15 € für 24h am Stück

Tagespass

3 €/24h, beliebig viele Fahrten bis 30 Minuten innerhalb

von 24 Stunden, jede weitere halbe Stunde 1 € (max. 12 €

je 24h am Stück)

Wochenpass

15 €/Woche, beliebig viele Fahrten bis 30 Minuten innerhalb

von 7 Tagen, jede weitere halbe Stunde 1 € (max. 12

€ je 24h am Stück)

Jahrespass

50 €/Jahr, beliebig viele Fahrten bis 30 Minuten innerhalb

eines Jahres, jede weitere halbe Stunde 1 € (max. 12 € je

24h am Stück)

Flex-Rückgabe

an beliebigen Orten innerhalb des S-Bahn-Rings: 0,50 €

Weitere Preisinformationen:

http://www.nextbike.de/media/Preisverzeichnis_2017.pdf

44


FAHRRADVERLEIHGESCHÄFTE PRENZLAUER BERG

Berlin On Bike

https://berlinonbike.de/fahrradverleih/

Knaackstraße 97, 10435 Berlin, (in der Kulturbrauerei)

täglich 08 bis 20 Uhr

Bötzow Rad

http://boetzowrad.de/#bike-rent

Pasteurstraße 31, 10407 Berlin, 030 77900940

Di - Fr: 12 - 19 Uhr · Sa: 11 - 16 Uhr

Mein Viertel

Holland- oder Trekking-Rad, Kettenschaltung oder

3-Gang mit tiefem Einstieg, verschiedene Rahmenhöhen

und Reifengrößen

Für Kinder und Jugendliche: 20-, 24- und 26-Zoll Fahrräder

sowie Mountainbikes. Kindersitze und Trailerbikes

(Kindersitze und Kinderräder vorher reservieren).

Alle Mieträder verfügen über einen Korb.

Regencapes und Handschuhe, Hosenklammern, Radtourenführer

„Berlin erfahren“ und weiteres.

Viele geführte Touren, für die auch E-Bikes zu leihen

sind.

1 Tag Ausleihe = 24 Stunden.

10 EUR pro Tag/24 Stunden je Fahrrad

7 Tage = 50 €

Helm: 1. Tag 2 €, jeder weitere Tag 1 €.

„Keine billigen Neuräder sondern gute gebrauchte Räder,

die sorgfältig gepflegt sind.“

Fahrrad für 24 Stunden: € 10,–

Fahrrad pro Woche: € 50,–

Andere Zeiträume, Extras wie Kindersitze etc.:

nach Absprache

Little John Bikes

https://www.littlejohnbikes.de/verleih.html

Prenzlauer Allee 177A, 10409 Berlin, 030 46796810

Mo bis Fr 10-19 Uhr · Sa: 10-18 Uhr

Trekkingräder, Stadträder, E-Bikes, Kinderräder, Helme

und Zubehör

Kinderrad: ab 7 € pro Tag

Stadt- und Trekkingräder: ab10 € pro Tag

E-Bikes: ab 25 € pro Tag

Helme/Zubehör: ab 2 € pro Tag

Lila Bike Verleih

http://www.berlin-citytours-by-bike.de

Schönhauser Allee 41, 10435 Berlin, 0176 995 79 089

Mo-Sa: 10-15 + 16-20 Uhr · So: 13-15 + 16-20 Uhr

Damen- und Herren-City-Räder mit 3- oder

7-Gang-Schaltung und Rücktritt; keine Tandems und

keine Fahrradanhänger.

Auch Rikschafahrten kann man buchen

1 Tag Ausleihe = 24 Stunden.

1. Tag: 8 €

jeder weitere Tag: 5 €

Kaution pro Fahrrad: 50 €

Bike rent Berlin

http://www.bike-rent-berlin.de

Greifenhagener Str. 17, 10437 Berlin, 0178 - 8371458

Mo - Sa 10 - 24 Uhr · So 12 - 24 Uhr

1/2 Tag (half a day) 6,00 €

1 Tag (one day) 10,00 €

Verlängerungstag (prolong.) 8,00 €

Fahrradhelm 1,00 €

Fahrradschloss & Fahrradkarte kostenlos

Kindersitz bis 22 Kg kostenlos

Kaution pro Fahrrad: 50,00 €

Bike Rental Berlin

http://bike-rental-berlin.de

Kastanienallee 55, 10435 Berlin, 030 71533020

täglich 10-17 Uhr

Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten möglich

Kinderräder, Kindersitze, Helme, Körbe

keine Kaution

1 Tag Ausleihe = 24 Stunden.

1. Tag: 10,– €, 2. Tag 8,– €, 3. Tag 6,– €

jeder weitere Tag: 6,– €

1 Woche: 42,– €

2 Wochen: 75,– €

3 Wheels

http://www.3wheels.de

Prenzlauer Allee 206, 10405 Berlin

Rikschas und die bei vielen Kiezbewohnern als „Bierbikes“

gefürchteten TeamBikes, jeweils als Touren zu

buchen.

Diverse Touren mit Rikschas, TeamBikes, Preise und

Konditionen auf Anfrage

45


Kinderseiten

Kinderseiten

2 37 2 3 1 5 91 5 9

6 3 23 2 8 8

8 1 1 2 2

7 67 5 46 5 24 2

Maria

(10 Jahre) hat

4 2 4 72 3 7 3

zwei ihrer

Favoriten für die

5Bücherecke

95 3 19 3 41 4

ausgewählt.

5 7 7 3 3

4 1 31 3 6 6

3 29 3 2 7 1 47 1 4

3

1 9 9

4 24 6 12 6 31 3

6 6 5 5 1 1

5 6 5 36 4 3 4

1 48 71 4 57 3 95 63 9 6

9 19 71 7

9 3 49 3 4

8 4 58 7 25 7 62 3 6 3

3 5 5

Die Auflösung des Sudokus findet Ihr auf Seite 66

Indianische Kulturen &

die Kunst des Kennenlernens

Freiheit und GerechtiGkeit − Werte, die viele mit indianischen

Kulturen verbinden. Wie leben Native Americans gestern

und heute? Was bedeutet die Entdeckung Nordamerikas

für die indianischen Kulturen? Kennen Indianer wirklich

keinen Schmerz? Was hat die Bücherwelt von Karl May

mit dem Leben eines Kindes vom Stamm der Lakota heute

zu tun? Wir machen uns stark für ein freies Denken!

Wie weit ist unser Horizont?

In fünf interaktiven Modulen gibt es neben Objekten und

Informationen zu indianischen Kulturen die Möglichkeit,

eigene Meinungen über sich, die anderen und die Welt zu

überprüfen. Die UN-Kinderrechte immer im Blick.

In den Museumswerkstätten

wird das Ausstellungsthema

künstlerisch und handwerklich

erfahren und vertieft.

Das MACHmit! Museum ist

ein Ort für Kinder und ihre

Erwachsenen. Mit Herz und

Hand Neues entdecken.

Interaktive Ausstellungen,

Ferienprogramm, Museumsdruckerei,

Kino, Theater und

Kindergeburtstage.

MACHmit! Museum

Senefelderstraße 5

10437 Berlin - Prenzlauer Berg

030 74778 - 200

info@machmitmuseum.de

Führungen für Gruppen

aus Schule, Kita und Hort

Telefonische Buchung:

Mo-Fr von 9-16 Uhr

www.machmitmuseum.de Schirmherr Gojko Mitić

Wann Di - So + Feiertage 10 -18 Uhr

montags immer geschlossen

Wo M10, M2 Prenzlauer Allee / Danziger Str.

U 2 Eberswalder Str., S Prenzlauer Allee

HILFE, mein Lehrer geht in die Luft!

Das Buch ist die Fortsetzung von „Hilfe, ich habe meine

Lehrerin geschrumpft“. Dieses Mal passieren auf dem

Willi-Gymnasium schreckliche Dinge, für die Felix Vorndran

beschuldigt wird. Irgendwann steigt Lehrer Doppelchen

auf den Schulturm und versucht zu fliegen. Ist es

wirklich Felix? Und schafft es Doppelchen zu fliegen?

Ich mag die Geschichte, weil sie spannend und lustig ist,

ich konnte sie in Gedanken gut miterleben. Außerdem ist

das Buch gut geschrieben.

7 1 57 1 95 9

9 4 39 4 3

5 5 2 12 3 1 3

6 5 6 45 24 9 2 9

4 3 4 3 8 8 5 7 5 7

9 7 9 37 13 4 1 4

7 6 7 26 2 5 5

9 6 29 6 2

3 43 5 64 5 6

ANIMOX

D∙A∙S H∙E∙U∙L∙E∙N D∙E∙R W∙Ö∙L∙F∙E

Ein Junge namens Simon, er ist 12 Jahre alt, lebt in

New York bei seinem Onkel. Denn seine Mutter ist oft

auf Reisen und sein Vater tot. Simon hat die Gabe mit

Tieren zu sprechen. Dafür wird er in der Schule gehänselt.

Doch eines Tages findet er etwas über sich und

seine Familie heraus, was sein Leben sofort verändert.

Jetzt warte ich gespannt auf den 2. Band, denn beim

Lesen hatte ich das Gefühl, in die Geschichte hineingezogen

und zu einer ihrer Figuren zu werden.

Gewinnt 10x 2 Freikarten im MachMit Museum

und beantworte folgende Frage: Wie nennt man

die nordamerikanische Büffelart?

Nenne „mein/4“ und die Lösung an der Kasse.

Die ersten 10 richtigen Antworten gewinnen.

4

4

Indianische Kulturen &

die Kunst des Kennenlernens

Freiheit und GerechtiGkeit − Werte, die viele mit indianischen

Kulturen verbinden. Wie leben Native Americans gestern

und heute? Was bedeutet die Entdeckung Nordamerikas

für die indianischen Kulturen? Kennen Indianer wirklich

keinen Schmerz? Was hat die Bücherwelt von Karl May

mit dem Leben eines Kindes vom Stamm der Lakota heute

zu tun? Wir machen uns stark für ein freies Denken!

Wie weit ist unser Horizont?

In fünf interaktiven Modulen gibt es neben Objekten und

Informationen zu indianischen Kulturen die Möglichkeit,

eigene Meinungen über sich, die anderen und die Welt zu

überprüfen. Die UN-Kinderrechte immer im Blick.

In den Museumswerkstätten

wird das Ausstellungsthema

künstlerisch und handwerklich

erfahren und vertieft.

Das MACHmit! Museum ist

ein Ort für Kinder und ihre

Erwachsenen. Mit Herz und

Hand Neues entdecken.

Interaktive Ausstellungen,

Ferienprogramm, Museumsdruckerei,

Kino, Theater und

Kindergeburtstage.

MACHmit! Museum

Senefelderstraße 5

10437 Berlin - Prenzlauer Berg

030 74778 - 200

info@machmitmuseum.de

Wann Di - So + Feiertage 10 -18 Uhr

montags immer geschlossen

Wo M10, M2 Prenzlauer Allee / Danziger Str.

U 2 Eberswalder Str., S Prenzlauer Allee

Führungen für Gruppen

aus Schule, Kita und Hort

Telefonische Buchung:

Mo-Fr von 9-16 Uhr

www.machmitmuseum.de Schirmherr Gojko Mitić

3 2 13 2 51 95 4 79 4 7

7 8 7 8 1 1 6 5 6 5

6 7 6 47 1 4 1

5 4 95 4 9 7 8 67 8 6

9 69 6

1 51 65 46 24 2

3 23 72 57 5

2 72 47 84 38 3

Hintergrundgrafik und Kinokarten

designed by freepik.com

46

5 6 6


Kinderseiten

Lisa

(12 Jahre)

verfasste die

zauberhafte

Geschichte.

Sende uns deine

Geschichten und gewinne

vier Kinokarten für dich und

deine Freunde.

47


Kinderseiten

Von der Idee bis zu Dir

Lea

(10 Jahre)

war dabei, als

Wie ein Magazin entsteht

in die

Produktion

ging

Am Anfang sammelt man viele

Ideen und Bilder, wenn man genug

zusammen hat, bekommt es

der Grafiker. Der Grafiker setzt

den Text und die Bilder und sorgt

dafür, das alles gut zusammen

passt und schön aussieht.

Danach geht es in die

Druckerei. Hier wird auf

zwei Maschinen gedruckt.

Auf dieser Maschine wird

der Einband gedruckt,

das passiert auf großen

Bögen, jeder Bogen hat

16 Seiten (2 mal 8)

Jetzt geht es

weiter in eine

riesige Halle,

dort wird auf

riesige Papierrollen

gedruckt.

Hier seht ihr

die gestapelten

Rollen.

Und hier

werden die

Rollen eingespannt,

das

Papier läuft

durch die

ganze Maschine.

48


Wo kommt aber die Farbe her?

Hier seht ihr die riesigen Farbcontainer.

Es gibt nur gelb, rot

grün und schwarz, aus diesen

Farben kann man alle Farben

mischen.

Kinderseiten

Doch woher weiß die

Maschine, wo welche

Farbe sein muss?

Das passiert hier, alle

Farben werden nacheinander

gedruckt. Jede

Farbe hat eine eigene

Druckplatte.

Das seht ihr hier sehr

gut, auf unserer Kinderseite

der letzten

Ausgabe.

schwarze Form

gelbe Form

rote Form

blaue Form

Hier saust das Papier durch die

Maschine, und schafft bis zu

28.000 Seiten pro Stunde…

..aber wehe das Papier reißt,

dann sieht es so aus.

Jetzt schneidet

die Maschine die

bedruckten Seiten,

alle 16 Seiten

von der Rolle.

Danach wird der

Bogen gefaltet

und kommt hier

wieder raus.

Jetzt geht

es weiter zu

einer Maschine

die alles

zusammen

fügt: erst den

Umschlag,

dann den

Kleber und

den gefalteten

Inhalt.

Am Ende wird das Magazin

an den Seiten

beschnitten, dadurch

sind die gefalteten

Bögen nicht mehr zusammen

und es darf

gelesen werden.

Viel Spaß wünscht Euch Lea

49


Mein Viertel

AM MEER

Eine Reise mit Problemen, die nicht zu Hause bleiben wollten

50


Mein Viertel

Wir fahren ans Meer. Marie und ich und vier Kinder. Eins zuviel

fürs Auto. Das älteste bringen wir zum Zug. Es regnet.

In den weichen, hellgrünen Weizenfeldern stehen Mohn und

Kornblumen. Am Horizont hinter den Feldern verschwimmen

die Baumreihen im Regen. Nur die Linie der Baumkronen

zeichnet sich leicht ab gegen den grauen Himmel. Der Regen

strömt von der Windschutzscheibe nach links und rechts

über die Seitenfenster.

Text+Fotos: Franziska Hauser

51


Mein Viertel

Wir hören Musik und die Kinder sind leise. Als wir

das letzte Mal zusammen verreist sind, war es Winter.

Marie war frisch getrennt vom Vater des jüngsten und

neu verliebt. Ich kann mich an den Anblick ihres Zeigefingers

erinnern, der aus dem kaputten Handschuh

herausragte. Sie hielt das Lenkrad genauso, wie sie

es jetzt ohne Handschuh hält. Den Zeigefinger nach

oben angelegt. Marie hat schöne ovale Hände und

einen schönen Zeigefinger mit ovalem Fingernagel.

Diesmal bin ich frisch getrennt und neu verliebt.

Vierzehn Jahre sind es gewesen und plötzlich war es

vorbei. Marie ist mit keinem ihrer vielen Männer so

lange zusammen geblieben wie ich mit dem Vater

meiner beiden Kinder. Ich kann nicht viel reden mit

ihr. Nicht vor den Kindern über die Männer. Aber an

etwas anderes denken kann ich nicht. An den Neuen

lieber als an den Verlassenen. Marie sagt „Scheiße“,

weil das Auto rasselt und stottert. Maries Autos sind

auf den meisten unserer Reisen kaputt gegangen. Das

gehört dazu und es macht nichts, weil Marie immer

ganz ruhig wird, je schwieriger die Situation ist. Sie

sagt „Scheiße“ und dann wird sie lebendig. Unruhig

wird sie nur, wenn alles glatt läuft. Dann fängt sie

an, sich zu betrinken, und will sich mit mir streiten.

Wahrscheinlich wird es wieder so werden.

Das Auto fährt.

Wir holen das große Kind vom Zug und fahren überladen

zur Fähre. Der Sturm reißt dem Kind die Autotür

aus der Hand und schlägt in das Auto neben uns

eine tiefe Delle. Erstaunlich tief. Den Rentnern aus

dem silbernen Auto ist es aber wichtig, wie ihr Auto

aussieht von außen und Marie gibt ihnen ihre Adresse.

„Das fängt ja gut an.“ Das fängt an, wie unsere

Reisen immer anfangen. Das muss so anfangen. Der

Schlüssel vom Ferienhaus liegt nicht unter demselben

Stein, unter dem er letztes Jahr gelegen hat. Die

Kinder durchsuchen den Garten. Ich werde nervös.

Marie nicht. Sie verschränkt die Arme, steht auf der

Terrasse und ich weiß, dass sie gleich irgendeine Idee

haben wird. Wir versuchen zu telefonieren, aber wir

haben keinen Empfang. Ich laufe den Schotterweg

hoch, Richtung Zivilisation. Es riecht nach Kamille.

Mein Telefon zeigt Empfang, aber der Hausbesitzer

ist nicht zu erreichen. Als ich zurückkomme, ist Marie

durchs Fenster eingestiegen. Die Kinder werfen die

Gepäckstücke rein. Es riecht nass, muffig und nach

Kalk. Es ist eins von den Häusern, das nicht gleich

gemütlich ist. Das dauert ein paar Tage. Wasser muss

mit Eimern aus einem Brunnen geholt werden. Ich

schürze meinen Rock, werfe mir das Seil über den

Nacken und gehe mit den Wassereimern die Dorfstraße

hinunter. So ist es vor hundert Jahren auch gewesen.

Ich komme mir gleich ganz verbunden vor mit

den Mühsalen der Vergangenheit. Der Brunnen ist auf

dem Hof zwei Häuser weiter. Vom letzten Jahr weiß

ich, dass es verboten ist, Kinder mitzunehmen zum

Wasserholen. Der Grundstückseigentümer verwehrt

sonst den Brunnenzugang. Als Stadtkind bin ich es

nicht gewohnt, mich an solche Regeln zu halten. Aber

hier ist man offenbar voneinander abhängig und ich

ahne, dass es ratsam ist, sich einzuordnen. Der

Eimer muss so fallen gelassen werden, dass er richtig

52


aufklatscht und untergeht. Er ist nicht wie vor hundert

Jahren aus Holz, sondern aus Plaste. Breitbeinig am

Brunnenrand stehend zieh ich ihn hoch, fülle das

Wasser in den Eimer, der kein Seil hat, und schmeiße

ihn wieder in die Tiefe. Ich weiß, dass die Leute vom

Hof es hören und vermutlich durch die Gardinen gucken,

um zu sehen, wer heut angekommen ist im alten

„Hexenhaus“, wie es die Dorfbewohner nennen. Aber

sehen lässt sich keiner.

Das Wasser ist schwer und schwappt mir über die

Füße. Auf dem Hexenhaus ist die graue Strohdecke

am dünnsten. Es ist bemoost und die Dachbodenfenster

hocken darin wie schief reingedrückt mit

großem Daumen. Vom Grundstück ist der größte Teil

überwuchert mit Brombeergestrüpp. „Man könnte

was draus machen“, sagen die Leute von der Insel.

Aber hier macht keiner was draus. Hierher kommen

die Großstädter ab und zu und lassen alles, wie’s ist.

Drinnen gibt es nur alte Möbel. Man wäscht sich am

Waschtisch in der großen Keramikschüssel, in die man

Wasser aus der großen Keramikkanne gießt. Hier ist

nichts sauber, glatt und abwaschbar. Hier ist es nicht

vorgegeben, wie man sich benehmen soll. Alles ist rau,

abgegriffen und voller Spuren der Benutzung, die man

ablesen kann von den Dingen. Die bemalte Truhe, das

geschwungene Sofa und die alte Stehlampe scheinen

mehr zu wissen vom Leben als wir. Die Dinge hier

sind älter als die Menschen.

Mein Viertel

53


Mein Viertel

„Ich hab den Schlüssel gefunden“, ruft eins der Kinder.

Er hing am Plumpsklo. Langsam wird es wohnlich.

Ich beziehe die Betten auf dem Dachboden und mein

Telefon empfängt eine Nachricht hier oben. Sie ist

vom Exmann. Er ist in der „Wutphase“, hat mir der

Neue erklärt. Davor hatte ich mich lange gefürchtet

und deshalb habe ich mich lange nicht getrennt. Jetzt

ist sie da, die Wut. Er will den Unterhalt halbieren

übrigens. Ab morgen. Mir wird heiß und kalt. „Ich

muß mal telefonieren“, sage ich und gehe den Schotterweg

hoch. Wieder der Geruch nach Kamille aus

der Kindheit. Endlich erscheint ein Balken auf dem

Display. Ich nehme mir vor, gelassen zu bleiben. Er

geht ran, aber er kann jetzt nicht. Ich soll in zehn

Minuten wieder anrufen. Ich setze mich an den Wegrand.

Der Wind fließt über das hohe Gras wie Wasser

und schüttelt es hin und her in weichen Wellen. Die

Landschaft findet es ganz unwichtig, wie viel Unterhalt

ich bekommen soll. Die Katze auch, die einen

Stamm hochklettert, senkrecht mit ihren Krallen. Sie

haut die Schnecken vom Stamm und guckt hinterher,

wie sie ins Gras fallen. Enttäuscht ein bisschen, dass

sie sich nicht wehren. Ich rufe wieder an. „Wir hatten

das anders ausgemacht. Das geht so nicht. Ich bin im

Urlaub.“ Er bleibt stur. „Dann kommen die Kinder

eben zu mir. Ich kann sie alleine ernähren.“ Ich weiß,

wie man mit ihm umgehen muss, wenn er so ist. Man

muss ihn ernst nehmen. Das nimmt ihm den Wind

aus den Segeln. Er ist wütend. Er ist ungerecht: „Ich

bin nicht dafür zuständig, dein Hobbygeschreibe zu

finanzieren“, sagt er.

Er ist eifersüchtig. „Warum bist du so bösartig? Es war

ausgemacht, das du noch zwei Monate voll zahlst.

Auf mich hast du dich immer verlassen können.“ Jetzt

wird er sauer. „Du hast dein Versprechen auch nicht

eingehalten. Das war eine Ehe! Ein Ewigkeitsversprechen,

eine Liebeserklärung, die du gekündigt hast! Da

hab’ ich mir das mit dem Unterhalt eben auch anders

überlegt!“ – „Du versuchst, eine Liebesverabredung

zu verrechnen mit einer Geldverabredung? Ich kann

nicht glauben, dass du’s ernst meinst.“ Solange ich es

schaffe ihn für einen anständigen Menschen zu halten

kann nichts passieren, denke ich. „Ich denke drüber

nach.“ Sagt er und legt auf. Ich gehe wieder zu den

Betten und erschrecke darüber, dass es mir egal ist,

was er von mir hält. Dabei ist mir vierzehn Jahre lang

nichts wichtiger gewesen als seine Annerkennung.

Ich mache Essen. Marie macht Ordnung. Die Kinder

streiten. Wieder kann ich nicht reden mit Marie. Wir

essen und dann wollen wir endlich das Meer sehen.

Auf den Strandparkplätzen sind die öffentlichen Mülleimer

ausgetauscht worden gegen Parkscheinautomaten.

Der Weg durch den Krüppelkiefernwald mit dem

hügeligen Moosboden kommt mir viel kürzer vor als

54


®

wirft ein seltsames Bild auf dich. Es tut mir leid.“ Zum

zweiten Mal wird mir heiß und kalt. „Ich muß telefonieren.“

Auf dem Schotterweg, da wo der tote Holunder

steht, ist mein Telefonplatz, an dem ich heute zum

zweiten Mal ein Problem habe. Diesmal bin ich mir

nicht so sicher, ob es zu lösen ist. Ich kenne ihn seit

einem halben Jahr. Er wollte keine heimliche Affäre.

Ich wollte auch nicht. Es kam mir unlösbar vor, bis er

mich rausgeschmissen hat. Ganz oder gar nicht hat er

gesagt, und ich war erleichtert, dass er es gesagt hat.

Ich muss mich nicht trennen. Ein Glück! Dann bin ich

aufgewacht am Morgen und wusste: Heute ist der Tag,

an dem ich meinen Mann verlassen muss. Am Abend

sagte ich: „Du musst dir eine Wohnung suchen. Ich

hab’ mich verliebt.“ Er zog sofort aus vor Schreck.

Was dann kam, war wie eine schwere Krankheit, mit

Fieber, Schweiß und echten Schmerzen. Alles raste in

mir. Ich hatte immer gedacht, dass ich ihn nie verlassen

würde, weil es keinen klügeren und interessanteren

Mann gibt als ihn. Dass man aber zum Leben nicht

zwingend einen klugen Mann braucht, darauf war ich

gar nicht gekommen.

Jetzt weht ein Fischgeruch vom Bodden herüber und

die Pappeln am Rand der Kuhweide rascheln im Wind.

Mein Viertel

damals. Ich war hier als Kind und weiß noch, wie

ich dem Himmel hinter den Dünen ansah, dass

darunter nur das Meer sein konnte. Das war nicht

derselbe Himmel wie über dem Wald. Das war der

Meereshimmel. Der erste Blick aufs große Wasser

beim Dünenübergang war überwältigend wie

Weihnachten. Ist es die Erinnerung an das große

Gefühl oder ist es nur ein anderes, abgeklärteres?

Ich kann es nicht unterscheiden. Ich kenne alles

hier, bin aber noch nicht angekommen. Der Strand

ist nass. Der Himmel wie Blei. Wir sitzen im

Nieselregen auf unseren Jacken. Die Kinder mit

den nackten Füßen am flachen Wellenrand. Die

Hosenbeine saugen Salzwasser auf. Marie raucht

und erinnert sich alleine an irgendetwas.

Ich fotografiere mit meinem Telefon von unten

in mein T-Shirt und schicke das mysteriöse Foto

an den Neuen. Jedes Mal, wenn ich so etwas tue,

habe ich Angst, es aus Gewohnheit versehentlich

an meinen Exmann zu schicken. Ich drücke die

Tasten langsam und sorgfältig deshalb. Mir fällt

ein, dass ich meinen neuen Freund gebeten hatte,

nach wichtigen E-Mails zu gucken, und frage mich

jetzt, ob es eine gute Idee gewesen ist.

Eine Stunde später stellt sich heraus, dass es keine

gute Idee war. Sie war noch schlechter, als ich

hätte befürchten können. Ich sitze mit Marie auf

der Terrasse vorm Haus. Das Telefon liegt auf dem

Fensterbrett und empfängt die Nachricht. „Warum

hast du mir dein Passwort gegeben? Der Zufall

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Mein Viertel

Ich lehne mich an den alten Strauch und rufe den

Neuen an. „Was ist den passiert?“ Er hat versehentlich

eine Mail geöffnet an einen alten Freund. Ich hatte

sie vergessen. Er liest sie mir vor. Es sollte eine

freundliche Absage werden, aber ich hatte sie flirtend

formuliert, abgebrüht, erotisch und nicht ehrlich. Das

war schmerzhaft für ihn, den ich mit dem Körper ganz

anders liebe, als ich den Vater der Kinder mit dem

Kopf geliebt habe. Ich erkläre, ich weine, ich bin verzweifelt.

Er bleibt erschüttert. Die Befreiung aus der

vergangenen Ehe hat mich neuartig leuchten lassen;

das hat mir gefallen und gefällt mir noch, erkläre ich.

Wir reden lange, aber zu klären ist es nicht.

Es ist fast dunkel jetzt. Ich setze mich in die Wiese,

höre die Pappeln und den Wind und die Wellen vom

Bodden. An meinem Po piekt alles. Disteln, Brennnesseln,

Brombeergestrüp. Aus meiner Brust steigt

ein tiefes Schluchzen. Der dunkelblaue Himmel mit

orangerotem Horizont, verschwommen durch die

Flüssigkeit auf meinen Augenliedern, ist entsetzlich

schön. Ich wische mit meinem Rock da, wo ich verlaufene

Wimperntusche vermute. Marie hat die Kinder

ins Bett gebracht und den Wein ausgetrunken. Es

ist zu spät, ihr das zu erzählen, was aus Berlin durch

die Luft bei mir angekommen ist und jetzt über mir

schwebt wie zwei unsichtbare Verbindungsstränge.

„Wir müssen jetzt mal zwei Sachen klären. Wir können

hier keinen Urlaub zusammen verbringen, wenn du

die ganze Zeit telefonierst.“ Wenn Marie streiten will,

sagt sie Henriette. Niemand nennt mich so, aber es

gefällt mir besser als Jette. Jette klingt nach einer Kinderpuppe.

„Henriette, es ist mir egal, ob das wichtig

war. Wir sind auch noch da! Aber du bist nicht hier.

Du bist irgendwo anders.“

Und dann wäre da noch die zweite Sache. Ich hätte

meine Kinder nicht im Griff, sagt Marie. Ich würde

ihnen zuviel durchgehen lassen. Der Sohn ist frech

und hilft nicht beim Auspacken, nicht beim Tischdecken

und nicht beim Abräumen. Da hat sie recht,

leider, und das ist wieder ein Problem.

Der Wein ist alle und Marie macht weiter mit Bier. Sie

will, dass ich mich wehre, aber ich hab’ keine Kraft.

Ich versuche es mit der alten Taktik, die mich Notfälle

wie diesen überleben lässt. Mit friedlich kraftlosem

Gleichmut lasse ich an mir abprallen, was ich jetzt

nicht lösen kann. Marie will nicht mehr auf mir

herumhacken, kann aber nicht anders und findet, ich

sollte schlafen gehen. Ich putze mir die Zähne in der

Keramikschüssel. Eine Spinne schwimmt im Waschwasser.

Ich will das Telefon unten lassen, aber ich

brauche es als Taschenlampe und habe es dann doch

unterm Kopfkissen im knarrenden Bauernbett auf

dem Dachboden. Die vier Kinder machen Schlafgeräusche.

Es stöhnt oder gluckst, schnauft und schnarcht

sanft in allen Ecken. Mein Telefon teilt mir brummend

mit, dass es eine Nachricht hat für mich. „Ich zahle

wie abgemacht. Du hast dein Leben gerettet auf Kosten

von meinem. Ich muss nun meins retten und will

nicht deins zerkloppen. Aber meine Wut, die dir alles

so leicht machen würde, kannst du dir vom Unterhalt

nicht kaufen.“ Ich lege das Telefon unters Kopfkissen

und gucke durchs Dachfenster in den schwarzen Himmel.

Dann brummt es wieder. Ich weiß jetzt, dass es

eine gute Nachricht sein wird. Sie ist vom Neuen: „Es

tut mir leid. Ich bin ein ungerechter Dummkopf! Ich

will ohne dich nicht sein. Komme, was wolle.“ Es fängt

wieder an zu regnen. Marie macht unten das Licht

aus und kommt die Treppe hoch. „Gute Nacht, Süße.

Schlaf gut, meine Kleene.“ Sie tastet nach meinem

Gesicht, hält es in beiden Händen, küsst mich auf

die Stirn und streicht mir über die Wangen mit ihren

ovalen Händen. Neben dem frischen Alkohol kann ich

ihren warmen Körper riechen. Der Marder raschelt im

Dach. Ich schiebe das Telefon zwischen die Matratzen

und drehe mich auf die Seite. Morgen mache ich

Frühstück zusammen mit meinen Sohn und dann

machen wir Urlaub.

56


DAS KLISCHEE

mit dem Klischee

Mein Viertel

Es dürfte wenige Stadtteile auf der Welt geben,

zu denen wirklich jeder glaubt, etwas zu sagen

zu haben. Eines nur ist sicher: Prenzlauer Berg

liegt in der Liste der klischeebeladenen Kieze

sehr weit vorne. Vermutlich können Menschen in

München, Paris und Peking aus dem Stand fröhlich

drei Klischees aufzählen die auf Prenzlauer

Berg zutreffen sollen. Klischees sind nicht unbedingt

etwas Schlechtes. Sie helfen uns, wie alle

anderen Vorurteile, die Dinge zu ordnen, bevor

wie sie uns genauer ansehen und die Klischees

vielleicht widerlegen, hinterfragen oder bestätigt

sehen. Genau darum soll es in dieser Serie

gehen: Prenzlauer Berg-Klischees und was wir

wirklich davon zu halten haben. Heute: Schwaben.

Schwaben – Alles so schön bunt hier:

Ulmer, Stuttgarter, Böblinger

Da war wieder einer. „Ade“ hat er gesagt, also eigentlich

„Adeee“ mit langem E. Immerhin nicht „Adele“.

Vermutlich ein ganz neu Zugezogener. Denn im

Ernst – unter uns Exilschwaben in Berlin – wer sagt

denn bitte nördlich von Stuttgart noch „Ade“ zum

Abschied? Eben. Keiner. Vor allem nicht ein Neuberliner,

der nicht erkannt werden will. Das ist vielleicht

das markanteste Merkmal aller Neuberliner aus dem

Süden der Republik: Sie wollen unter keinen Umständen

erkannt werden. Sobald jemand in einem Laden

„Ade“ sagt, ducken sie sich weg, peinlich berührt. Um

dann auf der Straße zu hören „du, des find i jetzt net

so gut,“ schön guttural hinten im Hals gesprochen. Im

Grunde gibt es zwei klassische Reaktionen wenn man

als Exilschwabe einen anderen erkannt hat: Augen

verdrehen und weitergehen, lächeln und weitergehen,

wissend lächelnd zunicken und weitergehen. Ich

versuche es, je nach Laune und Situation, mit der

dritten Variante. Ich mag Schwaben. Eine Zeit lang

habe ich dort gewohnt und fand die Leute alles in

allem furchtbar nett. Sie mischen sich ein, dafür sind

sie ehrlich. Sie halten Wort, sind verbindlich, fleißig

und manchmal ein wenig anstrengend. Und egal wo

sie sich aufhalten: meist sind sie in dem Moment zu

erkennen, in dem sie den Mund aufmachen.

Warum nerven sie uns trotzdem so, wenn sie im

Prenzlauer Berg rumhelikoptern, alles besser wissen,

jeden Mietpreis zahlen, die Bio-Läden leerkaufen und

dann auch noch „Ade“ sagen, als wären sie auf der

Alp? Vielleicht weil wir genau das nicht vor Augen

geführt haben möchten. Die meisten von uns kommen

aus irgendeinem Dorf. Aber man hört es nicht so.

Schwäbisch klingt einfach immer ein bisschen nach

Kuhstall. Nichts gegen Kuhställe. Aber wir sind im

Prenzlauer Berg doch so wunderbar urban und haben

unsere ländliche Vergangenheit längst meilenweit

hinter uns gelassen. Daran möchten wir nicht erinnert

werden.

Nun ist das Schwabenbashing im Prenzlberg in etwa

so alt wie die deutsche Einheit. Kaum war die Mauer

auf, kamen sie von der Alp runter und bevölkerten

das verrückte, wilde Berlin. Und weil Freunde und

Bekannte dazu kamen, wurden es immer mehr Neuberliner,

die morgens Weckle kaufen wollten und nicht

mittags eine Schrippe. Irgendwann wetterte Thierse

los, irgendwann erschienen die Schwaben-Raus-Graffitis,

die Schwaben gingen aber nicht. Das ist auch gar

nicht nötig. Berlin schafft das schon. Und irgendwie

sind sie ja auch wahnsinnig sympathisch mit ihrem

niedlichen Dialekt.

Aber eigentlich wurde dazu ja auch schon alles gesagt.

Und zwar von einer, die sich da auskennt: Bärbel

Stolz, die fast jeder Berliner mit schwäbischem Migrationshintergrund

als „Prenzlschwäbin“ kennt, bringt es

in ihren Videos immer wieder auf den Punkt. Deshalb

leite ich jetzt einfach weiter zur Prenzlschwäbin.

Foto: Flominator, commons.wikimedia.org

57


Termine

TERMINE

Juli 2017

Comedy, Theater, Konzerte

11

Werkschau Jugendtheater –

Volume No. 3

11.–15.07.,

Theater unterm Dach,

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

13

Sonderkonzert: AuktYon

13.07., 20 Uhr Wabe

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

wabe@ba-pankow.berlin.de

14

Konzert: Adam Wendler

14.07., 20 Uhr

Periplaneta Literaturcafe

Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin

www.periplaneta.com

14

Tanz Europe Express

14.07., 20.30 Uhr

Hexenkessel – Amphitheater Monbijoustraße

2, 10117 Berlin, monbijou-theater.de

15

Hexenberg Ensemble: Der Geizige

15.07., 19.30 Uhr

Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176,

10119 Berlin, http://pfefferberg-theater.de/

17

Hexenberg Ensemble:

Viel Lärm um Nichts

17.07., 19.30 Uhr

Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176,

10119 Berlin, http://pfefferberg-theater.de/

19

„Der Un-Sinn des Lebens“

Comedy-Mix-Show

19.07., 20 Uhr

Comedy Club Kookaburra

Schönhauser Allee 184, 10119 Berlin

21

Die Verstörten Wunschkinder,

ImproTheaterShow

21.07., 20 Uhr

Improvisationstheater Bühnenrausch

Erich-Weinert-Straße 27, 10439 Berlin

28

Improvisationstheater Schmetterlings –

Der Freitagskrimi

28.07., 20 Uhr

Improvisationstheater Bühnenrausch

Erich-Weinert-Straße 27, 10439 Berlin

58


Ausstellungen & Planetarium

1

1

1

1

1

Kein Mensch kennt dieses Versteck –

Die Flucht der Unternehmerfamilie

Schoening aus der DDR

01.07.–10.09., 10–18 Uhr,

Museum Pankow,

Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

Wechselseitige Rück- und Zuwanderung

in die DDR 1949 bis 1989

01.07.–31.08., 10–18 Uhr,

Museum Pankow,

Prenzlauer Allee 227/228 10405 Berlin

Schalom – Drei Fotografen sehen

Deutschland – 01.07.–03.09.,

Di–Mi + Fr–So 10–18 Uhr, Do. 10–20 Uhr

Museum in der Kulturbrauerei

Schönhauser Allee 36 10435 Berlin

Der weite Horizont Indianische Kulturen

& die Kunst des Kennenlernens,

Ausstellung und verschiedene Angebote

bis Juni 2018, Di–So + Feiertage 10–18 Uhr

Machmit Museum

Senefelderstr. 5, 10437 Berlin

Fotoausstellung – Armut ist kein

LIFESTYLE

ab 01.07.

Kiezladen Zusammenhalt

Dunkerstraße 14, 10437 Berlin

4

5

13

31

31

Vom Jüdischen Friedhof zur Fischerinsel

04.07.–28.08., Mo, Di, Do, Fr 13–19

Uhr, Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek,

Greifswalder Str. 87, 10409 Berlin

Käthe Kollwitz und Berlin – Eine

Spurensuche zum 150. Geburtstag

05.07.–24.09., Mi–So 13–21, Do 10–22 Uhr,

Galerie Parterre Berlin,

Danziger Str. 101, Haus 103, 10405 Berlin

Das Aufnahmeheim

Berlin-Blankenfelde – Vortrag

13.07. 19 Uhr,

Museum Pankow,

Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

The Silkscreen Prints – Siebdruckarbeiten,

31.07.–31.08., Mo, Di, Do, Fr 13–19 Uhr,

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek,

Greifswalder Str. 87, 10409 Berlin

Nachrichten aus dem „Wilden Westen“

31.07.–04.08.,

Machmit Museum

Senefelderstr. 5, 10437 Berlin

http://www.machmitmuseum.de/

Termine

Kinder

1

20

24

Klein, aber oho!

01.–31.07., Mo, Di, Do, Fr 13–19 Uhr,

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek,

Greifswalder Str. 87, 10409 Berlin

Im Meer schwimmen Krokodile

Ausstellung und Ferienworkshop 20.07.

bis 28.07., Mo, Di, Do, Fr 13–19 Uhr, Mi,

Fr, 13–17 Uhr, Bibliothek am Wasserturm,

Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

Sommer Spanisch Camp, 6–16 Jahre

24.07.–04.08., Mo–Fr 9.30–15.30 Uhr

Mi Escuela Berlin

Schwedter Str. 81, 10437 Berlin

www.mi-escuela-berlin.de

31

31

Hip Hop & Englisch Ferienkurs

31.07.–04.08., 16.30–17.30 Uhr

The Center

Mühlhauser Straße 6, 10405 Berlin

www.thecenter-berlin.de

Robotmania

31.07.–04.08.

KLAX Kreativwerkstatt

Schönhauser Allee 59 10437 Berlin

www.kreativwerkstatt.de

59


Termine

Auch Interesssant

12

12

13

15

15

15

Berlin Lacht!

Internationales Straßentheaterfestival

12.07.–20.08., 12–22 Uhr,

Washingtonplatz, 10557 Berlin

Künstler/Lebenskünstlertreff

12.07., 19.30 Uhr

Kunst-Cafe in a Bottle

Knaackstr. 76, 10435 Berlin

Energieberatung

der Verbraucherzentrale Berlin

13.07., 16 Uhr

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek

Bizetstraße 41, 13088 Berlin

Lesbisch-Schwules Stadtfest

15.+16.07., Sa 11–24 Uhr, So 11–22 Uhr,

rund um den Nollendorfplatz,

Nollendorfplatz 5, 10777 Berlin

Hafenfest im Historischen Hafen

15.+16.07., 11–20 Uhr,

Historischer Hafen

an der Mühlendammschleuse

Fischerinsel 3, 19179 Berlin

3. Zelterstraßenfest

15.07., 15–22 Uhr

Zelterstraße, 10439 Berlin

17

19

21

22

22

27

Kurt im Kiez,130 Jahre Kurt Schwitters,

101 Jahre DaDa, Straßenfest

17.07., 16–20 Uhr

Kurt-Schwitters-Schule

Bötzowstr. 11, 10407 Berlin

Shared Reading –

An Worten wachsen

19.07., 16 Uhr

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek

Bizetstraße 27 und 41, 13088 Berlin

Deutsch-Amerikanisches Volksfest

21.07.–13.08., Mo, Di 14–22 Uhr,

Mi, Do, So 14–23 Uhr, Fr, Sa 14–23.30 Uhr,

Festplatz Marienpark in Mariendorf,

Altes Gaswerk Mariendorf, 12107 Berlin

Botanische Nacht

22.07., 17–02 Uhr

Botanischer Garten in Dahlem

Königin-Luise Str. 6, 14195 Berlin

Holi Festival of Colours

Indisches Frühlingsfest

22.07., ab 12 Uhr Reiterstadion am Olympiapark

Jesse-Owens-Allee, 14053 Berlin

Das Versteck –

Ein Märchen vom Suchen und Finden

27.+28.07., 10.00 Uhr

Schaubude Berlin,

Theater PuppenFigurenObjekte

Greifswalder Str. 81–84, 10405 Berlin

www.schaubude.de

Floh- & Designmärkte

15

Hansa Markt

Flohmarkt

ab 15.07., jeden Sa+So 10–16 Uhr,

Weißensee, Hansastraße 188, 13088 Berlin

16

Kinder-Flohmarkt

16.07., 10–16 Uhr

Cafezinio

Bötzowstr.41, 10407 Berlin

15

Soloh Market Design- und Upcyclingproduckte

von Berliner Kreativen und Trödel

15.07., 12– 20 Uhr, Alfred-Scholz-Platz 2,

12043 Berlin

16

Trödelmarkt Arkonaplatz

ab 016.07. jeden So 10–16 Uhr

Flohmarkt am Arkonaplatz, Arkonaplatz 8,

10435 Berlin

15

Kunst und Trödelmarkt

ab 15.07., jeden Sa+So 10–16 Uhr

Fehrbelliner Platz 1, 10707 Berlin

16

Flohmarkt im Mauerpark

ab 16.07. jeden So 09–18 Uhr

Mauerpark

Bernauer Str. 63/64, 13355 Berlin

60


TERMINE

August 2017

Termine

Comedy, Theater, Konzerte

1

How to become

a Berliner in one hour!

01.08., 20 Uhr

Comedy Club Kookaburra

Schönhauser Allee 184, 10119 Berlin

www.comedyclub.de

2

Gorillas: Ick & Berlin

02.08., 20.30 Uhr

Ratibortheater

Cuvrystr. 20, 10997 Berlin

11

die Foxy Impro-Show

11.08., 20 Uhr

Alte Kantine der Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin

www.foxy-freestyle.de/shows

17

„Viel Lärm um nichts“,

Hexenberg Ensemble

17.08., 19.30 Uhr

Pfefferberg Theater

Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin

www.hexenberg-ensemble.de

18

die Foxy Impro-Show

18.08., 20 Uhr

Alte Kantine der Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin

www.foxy-freestyle.de/shows

18

27

Die Männerfalle – Open Air

18.08., 20 Uhr

Gali Theater

Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin

Clowns Ratatui – Open Air

27.08., 17 Uhr

Gali Theater

Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin

29

31

How to become

a Berliner in one hour!

29.08., 20 Uhr

Comedy Club Kookaburra

Schönhauser Allee 184, 10119 Berlin

www.comedyclub.de

Jochen Prang: Verantwortungsbewusstlos

31.08., 20 Uhr

Comedy Club Kookaburra

Schönhauser Allee 184, 10119 Berlin

www.comedyclub.de

61


Termine

Ausstellungen & Planetarium

4

Blick hinter die Kulissen, Die Technik

des Zeiss-Großplanetariums

24.08., 18 Uhr

Zeiss-Planetarium

Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin

www.planetarium.de

Auch Interesssant

7

Lesebühne: Vision & Wahn

07.08., 20 Uhr

Periplaneta Literaturcafe

Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin,

www.periplaneta.com

5

19

Lange Nacht der Astronomie

05.08., 17.–24 Uhr

Park am Gleisdreieck

Tempelhofer Ufer 26, 10963 Berlin

www.langenachtderastronomie.de

Lange Nacht der Museen

19.08.

Verschiedene Museen

www.lange-nacht-der-museen.de

Kinder

1

1

„Der weite Horizont“ Indianische Kulturen

& die Kunst des Kennenlernens,

Ausstellung und verschiedene Angebote

bis Juni 2018, Di-So + Feiertage 10–18 Uhr

Machmit Museum

Senefelderstr. 5, 10437 Berlin

www.machmitmuseum.de

Sommer Spanisch Camp, 6–16 Jahre

01.08.–04. 08., Mo–Fr 9.30–15.30 Uhr

Mi Escuela Berlin

Schwedter Str. 81, 10437 Berlin

www.mi-escuela-berlin.de

21

21

Die Kunstzeitreisenden, 5–10 Jahre

21.–25.08, Mo–Fr 10–15 Uhr

KinderKunstStation

Rykestr. 17, 10405 Berlin

www.katharina-grantner.de

Kunst-Ferien-Camp „Tiere: Zeichnen“

mit zwei Ausflügen in den Tierpark,

6–15 Jahre

21.–25. 08., Mo–Fr 9–17 Uhr

Mal- und Zeichenschule Wladimir Prib

Brunnenstraße 45, 10115 Berlin

www.kunstschule-prib.de

1

1

6

Hip Hop & Englisch Ferienkurs

01.08.–04.08., 16.30–17.30 Uhr

The Center

Mühlhauser Straße 6, 10405 Berlin

www.thecenter-berlin.de

Robotmania

01.08.–04.08.,

KLAX Kreativwerkstatt

Schönhauser Allee 59, 10437 Berlin

www.kreativwerkstatt.de

Raumschiff Erde

06.08., 14 Uhr

Zeiss-Planetarium

Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin

www.planetarium.de

28

28

Kunstcamp, 4 Tage

Kreativ-Ferienprogram für Kinder

28.8–31.08, 09–17 Uhr

Malsalon

Knaackstr. 80, 19435 Berlin

www.malsalon.de

Kinder Ferien Nähkurs, 7–16 Jahre

28.08.–01.09., Mo–Fr 10–14 Uhr

Limonade

Bänschstraße 59, 10247 Berlin

www.limomade.de

62


Floh- & Designmärkte

5

5

Hansa Markt Flohmarkt

ab 05.08., jeden Sa+So 10–16 Uhr

Weißensee

Hansastraße 188, 13088 Berlin

Kunst und Trödelmarkt

ab 05.08., jeden Sa+So 10–16 Uhr

Fehrbelliner Platz 1, 10707 Berlin

www.fehrbi.info

6

6

Flohmarkt im Mauerpark

06.08., jeden So 09–18 Uhr

Mauerpark

Bernauer Str. 63/64, 13355 Berlin

www.mauerparkmarkt.de

Flohmarkt am Boxhagener Platz

06.08., jeden So 10–18 Uhr

Boxhagener Platz, 10245 Berlin

Termine

6

6

Kinderflohmarkt

06.08., 09–16 Uhr

Cafe Kiezkind

Helmholtzplatz, 10437 Berlin

www.kinderflohmarkt-helmholtzplatz.de

Trödelmarkt/Flohmarkt Arkonaplatz

ab 06.08., jeden So 10–16 Uhr

Arkonaplatz 8, 10435 Berlin

www.troedelmarkt-arkonaplatz.de

6

White Pony-Sommermarkt Designer

Markt und Streetfood

06.08., 11–19 Uhr

Von Greifswald

Greifswalder Straße 80, 10405 Berlin

Bella Design

Wohnideen für den besonderen Geschmack

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Service

LESERBRIEFE

Bitte schickt uns eure

Meinungen und Intentionen

Bitte sendet uns

eure Leserbriefe an:

leserbriefe@meinviertel.berlin

oder per Post:

Mein/4

Schönhauser Allee 52

10437 Berlin

Spielplatzreport

Liebe Redaktion,

auf den ersten Eindruck

gefällt mir Euer Stadtteilmagazin.

Schön, dass

Ihr Euch mal die Mühe

gemacht habt und unsere

Spielplätze in Prenzlauer

Berg vorstellt. Die Vielfalt

ist groß und meine Kinder

freuen sich auf Abwechslung.

Weiter so …

Liebe Grüße Anja S.

Platznot

Sehr geehrte

Damen und Herren,

knapper Wohnraum –

bezahlbarer Wohnraum

in Prenzlauer Berg ist

mittlerweile kaum bzw.

gar nicht zu finden. Es ist

jedem, ob alteingesessen

oder neu hinzugezogen,

schon aufgefallen wie

schwer es ist, da ran

zu kommen. Vor allem

Familien mit mehr als

einem Kind haben bei

Umzugswunsch in eine

größere Wohnung Schwierigkeiten.

Gibt es da noch

Tipps?...

Mit freundlichen Grüßen

Uwe B.

Gelungen

Sehr geehrte

Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre

gelungene erste Ausgabe.

Ich wäre an Choraktivitäten

im Bezirk

interessiert, außerdem,

was es an sportlichen

Angeboten gibt, wo es

den besten Kaffee gibt,

wo es Bio-Straßenmärkte

gibt. Können Sie herausfinden,

wo man Räume

für Feierlichkeiten oder

andere Veranstaltungen

mieten kann?

Mit bestem Dank und

freundlichen Grüßen

Anja Grimmer

Geschichtsausflug

Sehr geehrte Redaktion,

der Prenzlauer Berg ist

seit alters her der Nordhang

des Urstromtals

so wie gegenüber der

Tempelhofer Berg. Somit

ist es richtig, dass der

Prenzlauer Berg schon

zur Kaiserzeit existierte.

Die Bezeichnung ist noch

älter und kam nicht erst

1871 (Beginn der Wilhelminischen

Kaiserzeit) auf.

Der Bezirk, jetzt Ortsteil

wurde 1920 unter dem

Namen Prenzlauer Tor

gebildet. Den jetzigen

Namen erhielt er 1921.

Jedoch Ortsteile, Bezirke,

Orte und zumeist auch

Staaten und Länder erhalten

keinen Artikel. Also

bitte einfach Prenzlauer

Berg und gar nicht im

Prenzlauer Berg! Dann

würde es sich um Höhlen

bzw. Höhlenmenschen

handeln.

Ansonsten erfahre ich

gerne Neuigkeiten aus

Berlin und aus dem Stadtteil,

in dem ich wohne.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Krause

Planverfahren Grünzug

Sehr geehrte Damen und Herren

der Redaktion „Mein Viertel“,

mit Interesse habe ich das neue Magazin für Prenzlauer

Berg zur Kenntnis genommen. Sehr informativ und

interessant fand ich den Beitrag „Berlins Stadtgrün“. Ich

bitte als Fortsetzung bzw. Ergänzung und auch Lesermeinung

zu diesem Artikel die nachfolgende E-Mail an

Frau Stadtentwicklungssenatorin Lompscher sowie den

im Anhang beigefügten Brief vom 16.05.17 der Anwohnerinitiative

Thälmannpark im nächsten Magazin zu

veröffentlichen. Der Einwohnerantrag „Planverfahren

Grünzug“ wird am 13.06. ab 19.30 Uhr im Ausschuss

für Stadtentwicklung und Grünanlagen abschließend

beraten und dann wohl am 28.06. auf der TO der BVV

Pankow stehen. Vielleicht kommt ein(e) Vertreter*in

Ihres Magazins zu diesen Tagungen?

Besten Dank und freundliche Grüße

Wolfram Langguth

Sehr geehrte Frau Senatorin Lompscher,

an Sie wendet sich auf diesem Weg Wolfram Langguth aus

dem Ortsteil Prenzlauer Berg (er saß in der Veranstaltung

am 16. Mai links von Ihnen) wegen des Geländes ehemaliger

Güterbahnhof Greifswalder Straße/Lilli-Henoch-Straße,

da hier Absichten für Wohnungsbau und damit für eine

Beeinträchtigung des Thälmann-Parks bestehen.

Im Namen der seit über 4 Jahren bestehenden Anwohnerinitiative

Thälmannpark haben wir uns mit dem im

Anhang beigefügten Schreiben vom 16.05.17 an den

Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn gewandt. Gegerwärtig

wird in den Bezirksgremien (BVV und fachlich

zuständiger BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung und

Grünanlagen) der Einwohnerantrag „Planverfahren Grünzug“

beraten. Von diesem Einwohnerantrag füge ich die

Textbegründung bei. Der Einwohnerantrag ist von 1.742

Pankower Einwohner*innen unterschrieben worden.

Da unsere Argumente sowie die Forderungen und Anträge

in diesen beiden Schriftstücken eindeutig aufgeführt sind

möchte ich keine weiteren Ausführungen machen.

Wir möchten Ihnen hiermit unser Anliegen nahebringen

und um ein Gespräch bei Ihnen bitten, da eine Bebauung

dieses Geländes nicht sinnvoll ist. Die Gründe dafür sind

in den anhängenden Dokumenten enthalten.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Langguth,

Mitglied der Anwohnerinitiative Thälmannpark

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MENSCH DES MONATS

Sascha Kummer, ehrenamtlicher Trainer

Mensch des Monats

Die Medien umgeben uns tagtäglich mit Menschen,

die Großartiges leisten. Alltagshelden,

Berühmheiten, fantastische Lebensläufe, all das

lässt sich leicht in der Informationsflut um uns

finden. Manchmal muss man aber gar nicht so

weit schauen. In der Rubrik „Mensch des Monats“

werden wir jeden Monat Menschen vorstellen,

die im Prenzlauer Berg leben und uns

beeindruckt haben.

Text: Jens Durke

Für diese Ausgabe haben wir uns ein wenig mit

Sascha Kummer unterhalten. Er ist 38 Jahre, Prenzlauer

Berger Bub und seit 9 Jahren ehrenamtlicher

Trainer der Fußballjugend für die SG Rotation Prenzlauer

Berg, 7 Jahre davon als Jugendleiter. Das bedeutet

neben seinem Vollzeitjob 250 Kinder in 13 Mannschaften,

3 mal die Woche Training, „Spielbetrieb“

am Wochenende (also Turnierfahrten und so),

Vereinsbürokratie, Öffentlichkeitsarbeit und

eine ganze Menge Wäsche waschen.

Wie es sich oft im Leben ergibt, kam er

zum Traditionsverein durch eine Mischung

aus Neigung und Zufall. Nach

seinem Abitur 1999 hatte er angefangen

sich ehrenamtlich als Reisebegleiter

bei Ferienlagern zu engagieren und

obwohl er nie der große Fußballer

gewesen ist, war er doch immer wieder

im Fußballlager gelandet. Dort hatte

man ihm nach ein paar Jahren den

Trainerschein angeboten und 2002

wurde er dann bei der Rotation vorstellig,

eigentlich mit dem Wunsch die

Kleinsten im Kiez zu trainieren.

Es kam anders, denn die einzige freie

Stelle war gleich das volle Programm: die

F2, also 7-jährige die schon zweimal die

Woche trainieren und ihre ersten Turniere

bestreiten. Man gab ihm eine Nacht Bedenkzeit

und der Rest ist Vereinsgeschichte.

Natürlich reden wir viel über seine Arbeit bei der Rotation,

über Förderprogramme, warum die Mädchen

mit den Jungs spielen, wie man Eltern motiviert oder

die Nachbarschaft mit ins Boot holt, über die Vereinskultur

im Allgemeinen und Besonderen, Gefahren,

Entwicklungen, Probleme … man bekommt leicht den

Eindruck, dass es irgendwann gar nicht mehr so viel

um Fußball geht. Und das stimmt auch, gibt er uns

recht. Aber nicht nur, weil es neben dem Platz viel

zu tun gibt, sondern eben vor Allem, weil es um die

Kinder gehen soll.

Er hat seine Spieler aufwachsen sehen, Höhen und

Tiefen mit ihnen erlebt. Genug erinnerungswürdige

Momente, wie er sagt, um ein ganzes Buch zu füllen.

Und das ist es letztlich, was ihn motiviert: Kindern

einen Raum zu bieten, in dem sie wachsen und sich

glücklich entfalten können.

Es braucht Menschen, die selbstlos in Ihrer Freizeit

helfen mit Anspruch Vereinskultur im Kiez zu pflegen

und zu erhalten, einfach damit der Nachwuchs eine

schöne Zeit hat. Sascha Kummer ist so ein Mensch,

hier im Prenzlauer Berg.

65


Service

VORSCHAU AB 25.08.

IMPRESSUM

Chefredaktion Markus Beeth

Herausgeberin / Geschäftsführerin

Beate Beeth

LFB Beratung & Service GmbH

Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

Hallo Mischkultur!

In den Prenzlberg Kleingärten findet ein Generationenwechsel

statt. Heute werden Zwiebeln und

Kartoffeln nicht mehr angebaut, um die Versorgung

der Familie zu sichern, sondern aus Spaß am Gärtnern

und Grubbern. Was für die einen Abwechslung vom

Bürojob ist, ist für die anderen ein lästiges Muss. Ein

Blick über den Gartenzaun.

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8 4 9 7 1 5 6 3 2 5 4 8 9 6 2 7 1 3

Das Radweg-Dilemma

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Verbote 1 9 4 helfen 2 8 7nicht. 3 6 Gerade 5 im 4dicht 3 2bebauten 6 8 9 1und

5 7

immer 2 5 6vollen 9 3 Prenzlauer 1 8 4 7 Berg ist 9 die 7 Verkehrswegeplanung

5 3 2 1 4 6 8

5 6 1

herausgefordert,

4 7 9 2 8 3

dem zunehmenden

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Anteil

3 8 9

an

5

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Radfahrerinnen mit konstruktiven Lösungen gerecht

9 3 2 5 6 8 7 1 4 2 9 3 8 4 5 6 7 1

zu werden. Wir berichten, wie das gelingt.Foto: Jon Worth

3

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SUDOKU LÖSUNG

von Seite 46

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Redaktionelle Mitarbeit

Dr. Carola Dorner, Christiane Kürschner,

Henry Steinhau, Jens Durke, Beate Beeth,

Frank Durke, Markus Beeth, Stefanie Kayser,

Carola Ehrlich-Cypra, Franziska Hauser

Verlag & Redaktion | Mein/4

LFB Beratung & Service GmbH

Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

redaktion@meinviertel.berlin

Tel.: 030 818 914 60

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Unter dieses Verbot fällt insbesonderedie gewerbliche Vervielfältigung

per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und

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Für unverlangt eingeschickte Manus kripte, Fotos und Illustrationen

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