Wandern und Genießen 2017

editionallgaeu

wandern

& genießen

W W W. E D i T i o N - A l l g A E u . DE

A l l E S R u N D u M D E N Allg ä u E R S o M M E R 2 0 1 7

Auf Touren

kommen

Tipps für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Spitzenköche servieren

Besondere Restaurants für Feinschmecker

Modern Camping

Wohnen, Wandern und Wohlfühlen

Stadtverführungen

Von Festen, Festungen und Freundlichkeit

Über sieben Berge...

Spektakulärer Nagelfluh-Tripp

Hüttenzauber

Die besten Plätze zum Entschleunigen

4 , – Euro

MiT ÜBER

150

FREizEiT

TiPPS

Heimatmuseen ◆ Vegan genießen ◆ Adler und Co. ◆ Westallgäuer Wege

Ballon-Ausfahrt ◆ Neuschwanstein bei Nacht ◆ Allgäu-Krimis ◆ Ausrüstungstipps


Aktive allgäuer erzählen

Wohin

wir wollen

Sie wohnen im Allgäu, und sie sind so beschäigt,

dass zum Reisen kaum Zeit bleibt. Also schauen sie

sich in der Region um. Ganz nebenbei stoßen die

Leser dieses Hees noch beim Weiterblättern auf die

Profession dieser außergewöhnlichen Menschen

Alex Kulmus,

Kräuterkönig

(Stiefenhofen)

Ludger »Luggi« Fetz,

Vierfach-Gastronom mit

Sternekoch (Oberstdorf)

Nicht nur, um fit zu bleiben, läu der

Koch, Wirt und Hotelier des »Rössle« oder

fährt Mountainbike. Er ist einfach ein begeisterter

Sportler, dem tatsächlich die besten

Ideen kommen, wenn er mit Ausdauer unterwegs ist. Sein

Lieblingsort zum »Sporteln« ist auch sein Lieblingsberg – und

der stellt eine echte Herausforderung dar: Der 1.834 Meter hohe

Hochgrat im Naturpark Nagelfluhkette.

Alex Kulmus in Wandern & Genießen: Seite 98

Erih Gößler, Wanderin auf den Spuren

des mondsüchtigen Königs (Füssen)

Sie liebt nicht nur Neuschwanstein und die Bauten des bayrischen

Herrschergeschlechts. Bei ihren Führungen durch Füssen

ist Erih Gößler besonders vom Hohen Schloss begeistert. »Es ist

eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen in

Bayern und perfekt gelegen«, so Gößler. Denn vom Hügel, dem

»Schlossberg«, aus hat man einen herrlichen Ausblick auf das

Bergpanorama. Außerdem rät die passionierte Führerin, sich für

die Illusionsmalereien im Innenhof Zeit zu nehmen.

Erih Gößler in Wandern & Genießen: Seite 76

Er kam vom Rhein ins Allgäu

– der Liebe wegen. Aber schon

lange ist Ludger Fetz, den alle

hier nur »Luggi« nennen, in der

Region fest verankert. Der Fan

von Borussia Mönchengladbach

schaut Skispringen, auch, weil

sein Schwiegervater als erster

Sportler aus der Bundesrepublik

die Vierschanzentournee gewann. Wenn

er mit seiner Frau, der Oberstdorferin

Margret im Allgäu unterwegs ist, dann

auch, um lecker zu speisen. Das Ehepaar

genießt es, sich in die malerische »Traube«

nach alkirchdorf zurückzuziehen – und

zu genießen.

Ludger Fetz in Wandern & Genießen:

Seite 38

Fotos: Gasthof Rössle, Erih Gößler, Familie Fetz, Marcus Baumann, Gabi Walter

Guido Ritzinger, Dorfwirt mit

musikalischen Vorlieben (Blaichach)

Essen geht der Chef des »Dorfwirt« in Blaichach eher selten –

es schmeckt ihm ja zuhause, in seinem Restaurant, auch gut. Natürlich

probiert er, was die Kollegen alles so »zaubern«, aber

richtig abschalten kann er bei guter Musik.

Deshalb ist er o auch außerhalb des Allgäus

unterwegs – oder besucht die »Big

Box« in Kempten. »Der Musentempel hat

eine gute Akustik und regelmäßig Highlights

im Programm«, so Ritzinger. Er hört

vieles, von Rock bis Oberkrainer. Aber er

liebt den Jazz, speziell den des Briten Jamie

Cullum, den der Dorfwirt einen »beseelten

Multiinstrumentalisten« nennt.

Guido Ritzinger in Wandern & Genießen: Seite 39

Gabi Walter, die mit dem

Uhu tanzt (Oberstdorf)

Einer von Gabi Walters absoluten Lieblingsplätzen

im Allgäu ist die Seealpe, die,

auf 1.764 Metern über dem Meeresspiegel

im Nebelhorngebiet liegt. Sie ist ab der Station

»Höfatsblick« in einer Stunde zu Fuß

zu erreichen. Für die Falknerin ist schon der Blick, der sich ab

dem Aussichtspunkt Zeigersattel bietet, »schlicht atemberaubend«:

Man sieht den Seealpsee unter sich und im Hintergrund die Höfats

und »vergisst den Rest der Welt dabei«, so Gabi Walter.

Gabi Walter in Wandern & Genießen: Seite 86

wandern & genießen 3


Inhalt

32

Wer sich gerne navigieren lassen

möchte findet alle Touren

aus diesem He unter

www.komoot.de/

user/27118376051

Titel

14 Das Höchste der Gefühle

Bergwandern im Allgäu

22 Mit Sack und Pack von Platz zu Platz

Camping-Lust statt Camping-Frust

32 Wo man gut speist, da kommt man immer wieder

Von Oberstdorf bis Dietmannsried – stilvoll Genießen

46 Gemütlich oder anspruchsvoll?

Die legendäre Nagelfluh-Gratwanderung

72 Stadtverführungen – überraschend vielfältig

Romantik erleben – in Wangen, Isny und Memmingen

80 Die Hütte ist das Ziel

Besondere Plätze und der Weg dahin

Buntes Allgäu

6 Von Meckatz bis Oberstdorf

Allgäuer Festwoche, Mächlar und Recycler, Gunzesrieder

Käse-Kräuter-Sommer, Glasmacherdorf Schmidsfelden,

Bogenschießen in Bolsterlang, KunstNachtKempten, Bauernhaus-Museum

Wolfegg, Bierklassiker »neu interpretiert«

14

46

Wandern

40 Weile ohne Eile

Gesundwandern im Unterallgäu

50 Soweit die Füße tragen

24h-Wandertrophy rund um Oberstaufen

68 Wasser, Wege, Wildnis

Westallgäuer Wanderwochen 2017

76 Nachts vorm Museum

Neuschwanstein bei Vollmond

Genießen

80

92 Der Veggie-Trend im Land der Kühe und Kässpatzen

Alternative Ernährung im Allgäu

96 Nachhaltig Naschen

(Fast) alles aus dem Allgäu direkt auf den Tisch

Fotos: Tourismus Oberstdorf, Klaus-Peter Kappest, Alpsee Camping, Dominik Ultes, Maximilians, Ramona Klein, Titelbild: Klaus-Peter Kappest

4

wandern & genießen


Editorial

76

Familie

108 Kinderseiten

Eine ungewöhnliche Zugfahrt, auf Zeitreise gehen, Stadtplan

für Kinder, Naturwerkstatt am Alpsee, Freizeittipps

114 Kinder, Kühe, Käsekuchen

Der Erlebnisbauernhof Krötz in Sonthofen

Reportage

86 Die mit den Vögeln jagt

Zu Besuch bei der Falknerin Gabi Walter

102 Vom Winde verweht

Im Ballon über dem Allgäu

Kultur

116 Lebendige Allgäuer Vergangenheit

Heimatmuseen von Buxheim bis Wald

120 Sommerzeit – Krimizeit

So spannend ist es im Allgäu

122 Lesen wie Gott im Allgäu

Buchtipps zum Wandern & Genießen

22

Liebe Leserinnen

und Leser,

je mehr ich das Allgäu für mich entdecke,

desto stärker verblü mich diese

Region. Sicher, ihre Naturschönheit, die

lieblichen Hügel, malerischen Seen und

mächtigen Berge beeindrucken sofort.

Aber es sind die Menschen, ihre spezifische

Gastfreundlichkeit, ihre kantige

Herzlichkeit und ihr ausgewiesener Ideenreichtum,

die diese Gegend wirklich

prägen. Man tri sie überall, als Bergführer

bei der Wandertrophy, als Wirt

in einem edlen, auf Nachhaltigkeit setzenden

Lokal oder auch als Betreiber

einer Berghütte. Und o sind diese

Menschen gar nicht im Allgäu geboren,

sondern haben – wie ich selber auch –

längst ihre Wurzeln hier geschlagen. Einige

Beispiele finden Sie im vorliegenden

He – etwa den Rheinländer Ludger

Fetz, der in Oberstdorf gleich vier

unterschiedliche Lokale betreibt, die

Falknerin Gabi Walter, die ursprünglich

aus Franken kommt – oder auch den

Steirer Koch und Gastronom Guido Ritzinger.

Sie alle passen perfekt hierher.

Natürlich steht auch die Allgäuer Natur

im Mittelpunkt dieses Magazins: Wir

schlagen Bergwanderrouten für jeden

Wandertyp vor, führen Sie ins Unterallgäu,

wo man sich »gesund läu« oder

zeigen, wie vielseitig das Westallgäu

zum Outdoor-Vergnügen lockt. Hier

kann man zum Beispiel auf herrliche

Art und Weise »erlaufen«, wie Mensch

und Natur jahrhundertelang in Einklang

lebten.

Immer beliebter wird der Urlaub in

der eigenen, rollenden Wohnung. Wir

tragen dem Rechnung, in dem wir die

besten Camping-Plätze in der Region

vorstellen. Ans Herz legen will ich Ihnen

aber auch unsere »Hütten«-Geschichte,

denn wir haben gezielt nach Plätzen gesucht,

bei denen man in schönster Natur

entschleunigen kann – vielleicht bei einem

von uns empfohlen Allgäu-Krimi...

Manfred Prescher,

Chefredakteur und

leidenschaftlicher

Wahl-Allgäuer

Ihr Manfred Prescher

wandern & genießen

5


Buntes allgäu

Von Meckatz

bis Oberstdorf

Ländliche Geschichte erhalten

Foto: BauernhausMuseum Wolfegg

Eigentlich ist das Bauernhaus-Museum Allgäu-

Oberschwaben in Wolfegg ein echtes, »altes«

Dorf, nur dass die Gebäude aus verschiedenen

Ecken des Allgäus und aus Oberschwaben zu-

sammengetragen wurden. Das ganze Ensemble

ist im Originalzustand wiederaufgebaut worden

und bringt so die Geschichte des ländlichen

Raums näher. In 30 Objekten, vom alten

Hühnerstall über das Windrad aus Waltershofen

und die »klassische« Trafostation bis zum

kompletten, in Danketsweiler 1780 errichteten

Bauernhof – das liebevoll gepflegte Freilandmuseum

erklärt, wie Landleute früher lebten

und arbeiteten. Man kann sich hier den ganzen

Tag aualten, Kinder können Tiere streicheln

oder füttern und auch ganz vorsichtig lernen,

wie ein Bienenstaat lebt. In den Sommerferien

gibt es ein umfangreiches Ferienprogramm für

die ganze Familie, die Feste werden in Wolfegg

ohnehin familiennah gefeiert: Lohnenswert

sind unter anderem das »Eseltreffen«, das am

16. und 17. September zum siebten Mal stattfindet,

oder das fast schon traditionelle »Museumsfest«

(2. und 3. September).

www.bauernhausmuseum-wolfegg.de

Man muss die Festwoche feiern…

Der Plakatwettbewerb war schon ein Event

für sich. Gewonnen hat diesen Franziska

Binzer mit ihrer »Patchwork«-Kuh. Das

sympathische Tier passt auch sehr gut zur

»Allgäuer Festwoche«, denn auch dort werden

sehr viele unterschiedliche Dinge gezeigt

– eben ein »Patchwork« für alle Sinne und

jeden Geschmack. Obwohl die eigentliche

Festwoche »nur« vom 12. bis zum 20. August

stattfindet, ist schon im Vorfeld einiges geboten:

Ab dem 4. August geht es mit Konzerten

los, ein Vorab-Highlight ist das Doppelkonzert

von Nova Brass und Quattro Poly

am 5. August im Residenzhof. Weitere musikalische

Leckerbissen bei »dem« Volksfest

der Allgäuer sind die Bayern 3 Band unter

anderem mit Katja Wunderlich und Dirk

Rohrbach (12. August), die in Kempten als

Susanne Jerkovits geborene Country- und

Folk-Ikone Suzie Candell (14. August) oder

die wild-virtuose, aus dem Libanon stammende

Formation Who Killed Bruce Lee (20.

August). Und beim traditionellen Lichterfest

(15. August) strahlen die Augen von Groß

und Klein, wenn der Stadtpark illuminiert

wird. Beendet wird die Festwoche einen Tag

nach dem »offiziellen« Schluss, denn am 21.

August spielt die Schweizer Punkband Notausgang

auf der großen Bühne.

www.festwoche.com

Foto: Stadt Kempten

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wandern & genießen


Auf den Spuren von Sir Robin Hood

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefal-

dabei mit dem Bogenschießen verbunden.

len – und keiner traf mit den ersten Pfeilen

Wichtig ist, dass man den vom Wandern an-

schon ins Schwarze. Wer treffsicher werden

gestrengten Puls beim Schießen wieder »he-

Foto: Gästeinformation Bolsterlang

und dabei viel Spaß mit dem edlen Bogenschießen

haben will, findet in Bolsterlang die

Möglichkeit dazu. Während des Grundkurses

lernt man die wichtigen Details zum Sportgerät

und zur Handhabung. Danach kann

man auf dem Talparcours auf die Pirsch

gehen und versuchen, die Pfeile ins Ziel zu

bringen: Zehn lebensgroße 3D-Figuren aus

Schaumstoff sollen getroffen werden. Hat

man dann Feuer gefangen, lockt der 1. Allgäuer

Alpenparcours an der Hörnerbahn.

Die Bergtour durch herrliche Natur wird

runterdimmt« – sonst tri garantiert nicht.

www.bogendorf.info

Foto: Stadt Sonthofen

Mächlar und Recycler

Wanderung zwischen den Welten

Vom Oberallgäu ins Unterallgäu – oder umgekehrt.

Vom Oberallgäuer Ort Dietmannsried,

an der Grenze der beiden Landkreise gelegen,

ist das auf beeindruckende Art und Weise

möglich, denn die Aussicht auf das Alpenpanorama

ist überwältigend. Die Berge sind zum

Greifen nah, und man muss doch nicht hoch

hinaus: Während der Wanderung geht es den

lieblichen Wiesenweg und dann durch einen

dichten Wald. Hier war früher der Illergletscher,

aber der ist verschwunden. Dafür sieht

man im Westen den knapp 1100 Meter hohen

Blender. Schön ist auch der malerische Mühlbach,

der noch immer in seinem angestammten

Bett fließt. Die Ehwiesmühle ist allerdings

stillgelegt, das Mühlrad dreht sich nicht mehr.

Die Mühle kann man während der Sommermonate

auch besichtigen, bevor man auf sanftem

Weg bergauf und an Weihern vorbei weiterläu.

Ein Tipp: Auch ein Abstecher zur romantischen

Mariengrotte lohnt sich.

www.dietmannsried.de

Mit »Mächlar« bezeichnet der Allgäuer jemanden,

der handwerklich geschickt ist und selber

gern etwas herstellt – also ein Macher, Erfinder,

Bastler oder Tüler. Und um genau diesen

Menschenschlag geht es in der Sonderausstellung

»Selbsterdacht & Selbstgemacht – Von

Mächlarn und Recycling-Künstlern«, die bis

zum 15. Oktober im Heimathaus Sonthofen

stattfindet. Es muss nicht immer die Not sein,

die erfinderisch macht, aber o ist sie der Antrieb,

der zum Wiederverwenden animiert.

Mancher Gegenstand wird seinem ursprünglichen

Zweck enthoben und entkommt dabei

der Mülltonne. Früher war es im Allgäu üblich,

dass jedes Anwesen eine kleine Werkstatt

hatte – und dort ein mehr oder minder begabter

Mächlar flickte, lötete, schraubte, leimte

oder kittete. Die Exponate der Ausstellung

spannen den Bogen zwischen Sparsamkeit

und Umweltbewusstsein, was mancher Allgäuer

bequem unter einen Hut zu bringen weiß.

www.stadt-sonthofen.de

Foto: Marktgemeinde Dietmannried

wandern & genießen 7


Buntes allgäu

Spiritualität und Kunst vereinen sich…

Foto: Maierhöfen Tourismus

Die herrliche Rundwanderung führt von Maierhöfen

aus rund 1,5 Stunden – beziehungsweise

über eine Strecke von 4,7 Kilometern –

auf dem Skulpturenweg entlang. Der Wanderer

wird, während es über Feld- und Wiesenwege

geht, von zeitgenössischen Werken aus Holz,

Glas oder Metall begleitet, tri auf Lyrik und

Bildhauerkunst. Hier vereinen sich die Poesie

und der Ideenreichtum der Künstler mit der

schöpferischen Naturgewalt. Der komplette

Weg bietet wunderbare Aus- oder Einblicke

und lädt immer wieder zum Verweilen und Besinnen

ein. Ein Höhepunkt für die Sinne ist das

Labyrinth, das sich nahe der alten Kapelle auf

einer Anhöhe findet. Bereits nach 15 Gehminuten

kann man lernen, den Sinnen und der

eigenen Orientierung zu vertrauen. Dazu gibt’s

dann einen einmaligen Blick auf den Bodensee

und die mächtigen Schweizer Alpen.

www.tourismus-maierhoefen.de

Glück und Glas – hier entsteht das

Wer im Westallgäu unterwegs ist, sollte das

historische Glasmacherdorf Schmidsfelden,

im Leutkircher Ortsteil Winterstetten gelegen,

besuchen. Die Region lebte bis zum

Ende des 19. Jahrhunderts erst von diesem

Handwerk, dann von der fast schon industriellen

Fertigung – man verkaue die kunstvollen

Produkte nahezu überall hin. Heute

zeugen die Glashütte, etliche Nebengebäude

und die Arbeiterhäuschen von der reichen

Geschichte genauso, wie von der harten Arbeit

der Handwerker. Die Häuser werden

nun von der Dorfgemeinscha um den Glasmacher

Stefan Michaelis bewohnt und auch

erhalten. Michaelis zeigt in der Glashütte,

wie nah sich Tradition, Profession und Professionalität

bei ihm sind. Im Glasladen kann

man viele der zerbrechlichen Produkte kaufen.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist das

Glashüttenfest, das in diesem Jahr am Sonntag,

dem 1. Oktober, gefeiert wird.

www.schmidsfelden.net

Foto: Glasmacherdorf Schmidsfelden

Von Käse, Kräutern und Kneipp

Der Gunzesrieder Käse-Kräuter-Sommer hat

Tradition und lockt Menschen von nah und

fern an. In diesem Jahr findet er vom 1. Juli bis

30. September statt – und natürlich dreht sich

alles um Käse und Kräuter, um Natur. So werden

wieder erfahrene Kräuterfrauen in die

Berge führen, hin zu den Sennalpen, hinauf zur

an Wildpflanzen überaus reichen Nagelfluhkette

oder hinein in den dorfeigenen Kräutergarten.

In Workshops geht es unter anderem ums

Räuchern, um die kosmetische Vielseitigkeit

der Rose oder um die heilsame Wirkung von

Harzen, Hölzern und Kräutern. Auch kulinarisch

ist der Gunzesrieder Sommer verlockend,

speziell bei den Käseabenden. Auf der Alpe

Gerstenbrändle zeigt der bekannte Sommelier

Christoph Blees, wie harmonisch die Verbindung

von Wein und Käse sein kann. Diesen lukullischen

Hochgenuss sollte man sich nicht

entgehen lassen. Wellness steht ebenfalls auf

dem Programm: Massagen, Armbäder, Wassertreten

– in Gunzesried sorgt man sich

immer, ganz im Sinne von Pfarrer Kneipp, um

das Wohl von Leib und Seele.

www.alpsee-gruenten.de

Foto: Alpsee-Grünten Tourismus

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wandern & genießen


Den Berg von unten sehen

Foto: Oberstdorf Tourismus Foto: Erzgruben

Wie das Allgäu über der Erdoberfläche aussieht,

ist bekannt: Mal schroff, mal lieblich, o

überwältigend. In Burgberg bietet sich den Besuchern

aber ein Bergerlebnis, der etwas anderen

Art, denn dort, in der »Erzgruben – Erlebniswelt

am Grünten« lockt auch ein malerisches

Museumsdorf, das zunächst einmal auf

spannende Weise viel über die Geologie des

Allgäus im Allgemeinen und den Eisenerz-

Bergbau im Speziellen zu berichten weiß. Über

Jahrhunderte hinweg wurde hier in Burgberg

Erz abgebaut und das Metall anschießend auch

weiterverarbeitet. Deshalb kann man zum Bei-

Bergbahnen inklusive

Wer bis zum 5. November in der Region um

Oberstdorf und auch im Kleinwalsertal unterwegs

ist, findet nicht nur ein umfangreiches

Wandernetz mit unterschiedlichen

Schwierigkeitsgraden in Höhen von 815 bis

2224 Metern vor – er kann auch etliche Bergbahnen

nutzen. Und das geht jetzt sogar besonders

preiswert, denn die Fahrten mit den

Bahnen ist bei über 400 Gastgebern bis in

den Herbst hinein im Übernachtungspreis

enthalten. So kann man sich auch den einen

oder anderen kräeraubenden Höhenmeter

sparen und kommt sehr bequem beispielsweise

auf das Nebelhorn mit seinem einmaligen

400-Gipfel-Ausblick.

www.oberstdorf.de

spiel einem echten Schmied bei seinem

schweißtreibenden Handwerk zuschauen.

Spektakulär ist der Rundwanderweg unter der

Erde: Das Eintauchen in den Berg lässt einen

hautnah den Bergmannalltag nachempfinden.

Nur die harte Arbeit des Tagebaus bleibt dem

modernen Menschen erspart – er staunt daher

besonders über das, was die Knappen geleistet

haben. Ein Extra-Tipp speziell für Familien:

Kinder werden die Fahrt mit dem »Erzgrubenbähnle«

lieben, das die Besucher vom Parkplatz

»Steinbruch« ins Museumsdorf bringt.

www.erzgruben.de

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Buntes allgäu

Wo das älteste Allgäuer Bauernhaus steht

Eigentlich ist das Gebäude ziemlich unscheinbar,

aber Teile davon stammen tatsächlich aus

der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Kleinbauernhof,

der ursprünglich in Stölzlings bei

Kempten stand und über Jahrhunderte genutzt

wurde, ermöglicht nun den Blick auf das mittelalterliche

Leben auf dem Land. Denn das

Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren

hat dieses spannende Stück Allgäuer Geschichte

der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist

aber nur einer von vielen Höhepunkten des

Museums, dessen eigene Historie auch schon

bis ins Jahr 1955 zurückreicht. Neben dem

alten Bauerndorf mit seinen Stadeln, dem

Kornspeicher Volkratshofen, dem Austragshaus

vom Neubauerhof oder der Kapelle sollte

man sich das »Schwäbische Schützenmuseum«

und die Ausstellungsstücke in der »Baugruppe

Technik und Land« nicht entgehen lassen. Dort

warten unter anderem die vollständig erhaltene

Maschinenwerkstatt Aichstetten oder das Wasserpumphaus

Reicholzried auf die staunenden

Besucher. Der Veranstaltungskalender ist wieder

sehr umfangreich, er umfasst das »Kinderfest«

(6. August), den »Tag der Volksmusik« (9.

Juli) oder die romantisch-schöne »Museumsnacht«,

die am 29. Juli stattfindet.

www.bauernhofmuseum.de

Foto: Tanja Kutter/Bauernhofmuseum

Schlechtwetter-Tipp: Die Me(e)hr-Oase

Zeit mitbringen ist angesagt, denn die

Oberstdorf erme bietet mehr als »nur«

Wasser und Saunahitze: Im großzügig angelegten

Saunadorf mit Hütten im alpenländischen

Stil kann man sich von vitalisierenden

Aufgüssen verwöhnen lassen. Ein türkisches

Bad lädt alle ein, denen eine Sauna zu heiß

ist. Hier wird die Haut abgerubbelt, auf dass

jede Pore sich öffnen möge. Die Masseure

haben »magische Hände« und sorgen dafür,

dass die Alltagsverspannung verschwindet.

Schön ist es auch, die Seele im Heilsolewasser

baumeln zu lassen. Ebenfalls Entspannung

pur für den gestressten Menschen bieten

die verschiedenen Aquakurse. Wenn es

im Allgäu mal regnen sollte – was natürlich

selten vorkommt – dann scha es die

Oberstdorf erme, dass man die Wetterkapriolen

einen Tag lang völlig vergisst.

www.oberstdorf-therme.de

Foto: Photographie Monschau

Ein Park nicht nur für Kids

Der Skyline Park ist mit 60 Attraktionen ein

Erlebnis für die ganze Familie – »schwindelerregend«

ist zum Beispiel die höchste Überkopf-

Achterbahn Europas. In diesem Jahr warten,

neben der »Kids Farm«, sieben weitere Neuheiten

auf die Besucher, etwa der spektakuläre

Motorrad-Coaster »Sky Dragster«, der im

Laufe der Saison eröffnet wird. Auch die Events

des Freizeitparks sind legendär – so lockt am 8.

Juli das »Allgäu Open Air« auf das Areal in der

Nähe von Bad Wörishofen: Rockige Klänge

von Auto di takt, spritzige bayerische Töne von

DeSchoWieda und der Gruppe Voxxclub treffen

auf Alphornbläser, Jodler, Kuhglockenspielerin

und Blaskapelle. Voxxclub, mit Mitgliedern

aus Bayern, Österreich und der Schweiz,

sind im Festivalprogramm die Headliner: Ihre

letzten beiden Alben »Ziwui« und »Geiles

Himmelblau« standen hoch in den deutschen

und österreichischen Charts. Zum Entspannen

zwischen den Konzerten geht’s zünig ins Bierzelt,

die Damen können sich – passend zum

Dirndl – Flechtfrisuren stecken lassen.

www.skylinepark.de

Fotos: Skyline Park, Voxxclub

10

wandern & genießen


Isny macht blau

Wenn Isny »blau« macht, dann aber gleich

richtig. Das malerische Städtchen im Westallgäu

lädt dann drei Tage – besser Nächte –

auf besondere Weise ein: Während der »Langen

Einkaufsnacht« haben die Geschäe

nicht nur offen, sondern halten auch so

manche »blaue« Überraschung parat. Modeschauen,

Tanzvorführungen und ein natürlich

blaues Feuerwerk gehören ebenso zum

Programm. Während der »Kultur- und Museumsnacht«

präsentieren sich die Galerien

und Museen des Ortes mit vielfältigen Ausstellungen

und Performances. Und: Das

ganze Wochenende über findet der »Leinenund

Kunsthandwerkermarkt« im Kurpark

statt. Die Stände sind tagsüber geöffnet, und

manch blaues Meisterwerk wird sicher auch

den Besitzer wechseln.

www.isny.de

Foto: Meckatzer Löwenbräu

Bier mit Stammbaum

Foto: Stadt Isny

Foto: Alpenwildpark Obermaiselstein

Sich den wilden Tieren nähern...

Der Wildpark Berghof Schwarzenberg in termaßen sehr scheuen heimischen Wildtiere

Obermaiselstein ist nicht nur sehr schön gelegen,

er bietet auch ein Naturerlebnis der beson-

Gämse, aber auch beeindruckende Greifvögel

sehr nahe. Steinböcke, Hirsche, Dachse,

deren Art. Denn hier kommt man den bekann- können nicht nur fotografiert und angeschaut

werden, man erfährt auch viel über ihre Lebensweise

und ihr Verhalten. Bei den »Erlebnisführungen«,

die an vier Tagen der Woche

stattfinden, darf man die Tiere sogar selbst füttern.

Das gilt auch für den handzahmen

Dachs – einem besonderen Liebling kleiner wie

großer Besucher. Zu den »Erlebnisführungen«

sollte man sich aber vorher anmelden.

www.alpenwildpark.de

Die Familienbrauerei Meckatzer ist bekannt

für ihre hervorragende Braukunst –

und das schon seit 1738. Und bereits von

den 20er- bis 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts

braute man ein süffiges »Helles«.

An dieses Bier erinnern sich Allgäuer und

Gäste gern, weshalb sie immer wieder

nachfragten, warum es nicht mehr hergestellt

wird. Brauereichef Michael Weiß erhörte

die Bitten und hat sich entschieden,

das »gute Alte« mit »klassischem Etikett«

wieder aufleben zu lassen. »Tradition ist

für uns Meckatzer etwas Lebendiges: Mit

dem Neuen wollen wir stets das Alte

ehren«, so Weiß. Genau das ist – nach

Monaten des Probierens und Komponierens

allerbester Rohstoffe – gelungen.

www.meckatzer.de

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wandern & genießen 11


Buntes allgäu

Radler, naturtrüb

Erfrischend fruchtig und völlig natürlich: Das neue

Radler der Brauerei Zötler ist speziell im Sommer

ein Hochgenuss. Das liegt auch daran, dass die Mischung

passt. Denn zu 50 Prozent besteht das leckere

Getränk aus naturtrüben, nach altem

Rezept gebrauten Bier. Und die Zitronenlimonade,

welche die andere Häle des Radlers

ausmacht, kommt völlig ohne Aromastoffe

aus. Aus Tradition ist man im Hause

Zötler der Nachhaltigkeit verpflichtet. Das Familienunternehmen

setzt auch bei allen Bieren

und Erfrischungsgetränken auf natürlicherlesene

Ingredienzen.

www.zoetler.de

Foto: Zötler Bier

Wasser, Wärme, Wohlbefinden

Gesundheit pur: Die Waldseetherme in Bad Waldsee hat die »heißeste

Quelle Oberschwabens«: Fluorid- und schwefelhaltiges, 65 Grad warmes

Wasser kommt aus einer Tiefe von fast 2000 Metern.

www.waldsee-therme.de

Foto: Waldseetherme

Kempten kann Kunst – sogar nachts

Foto: Stadt Leutkirch

1250 Jahre alt und

immer noch jung

Leutkirch im Westallgäu feiert Geburtstag –

und das eigentlich den ganzen Sommer über.

Schließlich sind 1250 Jahre Geschichte kein

Pappenstil. Man ist also zu recht stolz. Den Besuchern

zeigt man das mit viel Gastfreundscha,

speziell beim ebenfalls schon traditionellen

Sommerfestival »A Hot Summer in

L.A.«, das vom 3. bis 12. August stattfindet.

Höhepunkte sind in diesem Jubiläumsjahr

unter anderem die Auritte von Vivid Curls (9.

August), die ihr brandneues Album vorstellen,

von SixRockets, die hinter dem »Club Havanna«

für Schwung sorgen werden – und der

sportlich herausfordernde Duathlon in der Innenstadt

(12. August), den man dann in einer

»MegaDanceNight« auf schwungvolle Weise

ausklingen lassen kann.

www.also-leutkirch.de

Foto: Stadt Kempten

Die Kulturszene Kempten ist immer sehr aktiv.

Aber alle zwei Jahre zeigen Künstler, Museen

und Galerien in einem besonderen Rahmen,

woran gerade kreativ gearbeitet wird: Während

der »KunstNachtKempten« strahlen – bereits

Wandern mit Bier

zum vierten Mal – die Gassen und Gebäuder

der Altstadt in bunten Farben, werden in Werkstätten

und Ausstellungsräumen Kunstwerke

»zum Greifen nah« präsentiert. Mancher Hinterhof

verwandelt sich in einen Ort der Kunst.

Insgesamt werden an über 30 »KunstNachtOrten«,

vom Stadtpark, über den Hildegardplatz

bis zum Sankt-Mang-Platz, Gemälde, Fotografien,

Inszenierungen oder auch Skulpturen gezeigt.

Kids können beim »KinderKunstFest«

unter dem Motto »Alles dreht sich – alles bewegt

sich« coole Erfahrungen sammeln und

sich der Kunst nähern.

www.museen-kempten.de

Drei Biermanufakturen auf einem herrlichen

Weg – wo gibt es denn so etwas sonst?

Man könnte diese Rundwanderung auch als

»Bierathlon« bezeichnen, denn sie ist

durchaus anspruchsvoll: Die Tour beginnt

auf dem Parkplatz des Rettenberger Freibades

noch recht »harmlos«, führt über Wiesenpfad

und Fichtenwäldchen –und dann

geht es eine Stunde lang stramm bergauf, bis

zur ersten Einkehr auf der Alpe Kammeregg.

Hier genießt man den ersten Hopfensa

und auch den Ausblick auf den Grünten.

Danach geht es zum Jägerdenkmal und

der Grüntenhütte. Zum Abschluss folgen

die Brauereien BernardiBräu, die Privatbrauerei

Zötler und Engelbräu.

www.alpsee-gruenten.de

Foto: Alpsee-Grünten Tourismus

12

wandern & genießen


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Allgäus beste Radioshow

Sie heißt »3 nach 8« und ist über die Grenzen der Region hinaus Kult.

Die Sendung wurde sogar von einem BR-Kollegen »als eine der besten

Radio-Shows Deutschlands« bezeichnet. Wer abends auf der Terrasse gute

Musik hören will, ist hier richtig. Der Mix aus Neuheiten, Trends, seltenen

Stücken und Hörerwünschen – gepaart mit launiger Moderation – lädt

dazu ein, es sich bequem zu machen. Nach einer anstrengenden Wanderung

oder einem kernigen Wellnesstag ist »3 nach 8« genau das Richtige.

Das Programm von AllgäuHIT hört man generell am besten über das Internet,

das geht auch, ohne viel Datenvolumen zu verbrauchen, via Tablet

oder Smartphone. Man kann sogar dem Moderator bei der Arbeit zuschauen.

Aktuelle News und Wetter bietet die Webseite des Senders.

www.allgaeuhit.de

Naturgenuss pur

Vom 23. September bis 29. Oktober kann man in Oberstdorf den

Herbst lieben lernen – schon das Farbenspiel in den Laubwäldern

oder die klare, erfrischende Morgenlu betören. Aber nicht nur das,

man sollte auch die Veranstaltungen der Reihe »Oberstdorfer Naturgenuss

– mit allen Sinnen erleben« zelebrieren: Das Wochenprogramm

basiert auf den Säulen »Wissen & Entdecken«, »Kulinarik &

Genuss« und »Bewegung & Gesundheit« und bietet von der Käsereiführung

über Vorträge von Naturexperten bis hin zu Wanderungen

mit ausgebildeten Führern viel Abwechslung. Ein absoluter Höhepunkt

ist die »Genussfahrt« mit dem Marktbähnle: Die Teilnehmer

werden von Restaurant zu Restaurant gefahren – und probieren

die Spezialitäten der jeweiligen Küchenchefs.

www.oberstdorf.de

Foto: Oberstdorf Tourismus

Fotos: AllgäuHIT, Dominik Ultes

wandern & genießen 13


Titelstory

Das Höchste der Gefühle

ergwandern

im Allgäu

14

wandern & genießen


Die Auswahl an Wegen im Allgäu ist grenzenlos. Während der

Wandersmann in der Ebene auf sicherem Pfad wandelt, hockt ein

schlecht vorbereiteter Gipfelstürmer womöglich auf ausgesetztem

Pfad und blickt dunklen Wolken entgegen. Doch seit wann zieht

es den Menschen überhaupt »nach oben«?

wandern & genießen 15


Titelstory

Ja, die letzte Eiszeit hat es gut gemeint

mit dem Allgäu. Sane Hügel

schwangen sich auf zu moderaten

Höhen bis hin zu den ganz großen, den

Allgäuer Hochalpen. Gebirgsbäche stürzen

rauschend ins Tal. Verträumte Pfade

schlängeln sich durch Hochmoore zu

Naturschätzen. Insbesondere das Ostallgäu

ist bestückt mit Burgen und Schlössern –

königliche Gipfelsicht inklusive. Panoramen

wie gemalt unterm Gipfelkreuz, Wolkenspiel

und Sonnenstrahlen hoch über

Neuschwanstein – bei all dem erkennt man

als Reisender, warum König Ludwig II.

dieser Region sein Herz geschenkt hat.

Zahlreiche Bauernhöfe, Alpen und

Berghütten liegen verstreut in der Landscha.

Auf gut markierten Wegen ist ein

Naturerlebnis mit grandiosen Ausblicken,

die im Gedächtnis oder zumindest auf der

Festplatte bleiben, gewiss. Dabei eignet

sich die Allgäuer Bergwelt sowohl für Familien,

die einfache Pfade mit Unterhaltung

für die jüngsten Fußgänger suchen,

als auch für sportliche Bergsteiger, die es

auf Höchstlagen von Gipfel zu Gipfel zieht.

16

Unter 1000 Meter

heißt hier »Hügel«

Nebelhorn, Kanzelwand, Hoher Ifen,

Höfats, Hochgrat, Mädelegabel, Hochvogel

und natürlich der »Wächter des Allgäus«,

der Grünten, sind nur einige der bekannten

Allgäuer Berge. Der Schwarze Grat mit

immerhin 1118 Höhenmetern im Westallgäu

bei Isny gehört noch zu den »kleinsten«.

Nicht einmal 40 Kilometer Lulinie

entfernt reckt sich die Hochfrottspitze bei

Oberstdorf 2649 Meter in den Himmel

und ist damit tatsächlich der höchste Berg

im deutschen Allgäu.

Wer die Ebene schätzt oder sogar unter

Höhenangst leidet, fragt sich sicher, was

um Himmels willen die Menschheit je

dazu erwogen hat, den Kontakt zu ausgesetzten

Pfaden, schroffen Felsen und Blick

in die Tiefe zu suchen. Zugegeben, sogar

im Allgäu gab und gibt es »Bergmuffel«.

Noch im 19. Jahrhundert soll der Oberstdorfer

Pfarrer Johann Nepomuk Stützle

gesagt haben: »Kein Sterblicher, der nicht

in einer grausigen Eisklu sein Leben lassen

will, wagt über die Schneefelder zur

Mädelegabel hinanzusteigen.«

Und heute? Da wandern die Leute in

Scharen den hochalpinen Heilbronner

Weg entlang und nehmen die Mädelegabel

»im Vorbeigehen mit«.

Damit’s unten nicht zwickt, ist das richtige Schuhwerk

unerlässlich. Tipps dazu gibt es beim DAV

wandern & genießen


Fotos: Michael Schott, Alpinschule Oberstdorf, DasHöchste, Oberstdorf Tourismus, Ramona Klein, Archiv EDITION ALLGÄU

Wer zum ersten Mal

Höhenluft schnuppert,

der kann sich einer

geführten Tour

anschließen, zum Beispiel

bei der Alpinschule

Oberstdorf

Der erste Bergsteiger:

ein Dichter

Die Geschichte des Alpinismus geht wesentlich

weiter zurück, als sich der Oberstdorfer

Gottesmann hätte erträumen können,

nämlich bis ins Jahr 1336 in die französische

Provence. An diesem Tag stiefelte

der italienische Dichter Francesco Petrarca

auf den 1912 Meter hohen Mont Ventoux

hinauf. Nicht etwa, weil er einen wichtigen

Job zu erledigen hatte, wie die zehn Gebote

empfangen oder eine ausgebüxte Kuh einzusammeln.

Der Poet bestieg den Gipfel

einfach so, aus einer Laune heraus und um

sich von der Höhe inspirieren zu lassen.

Der Bericht seiner Tour gilt als die erste

überlieferte Darstellung der freiwilligen

Besteigung eines Berggipfels. Da Petrarca

während des Aufstiegs – man bedenke,

ohne befestigte Wege und sicherlich ohne

geeignetes Schuhwerk – Naturerlebnis,

Zufriedenheit und »Erregungen des Herzens«

beschreibt, gilt er heute als »Vater

der Bergsteiger« und der 26. April 1336 als

»Geburtsstunde des Alpinismus«. ä

Tipps vom Bergführer

Mit Michael Schott von der Alpinschule

Oberstdorf wandert man sicher auf den

Allgäuer Bergpfaden. Der Profi kennt die

Kniffe beim Planen der Tour und der

Suche nach der passenden Ausrüstung

Welches Gehtempo ist beim Bergwandern

richtig?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, das

Tempo individuell anzupassen. Sobald

man zu zweit oder in einer Gruppe unterwegs

ist, sollte sich das Gehtempo

nach dem schwächsten Mitwanderer

richten – und zwar so, dass dieser bequem

unterwegs sein kann. Ein wichtiges

Kriterium bei der Auswahl der Tour

ist die Ausdauer. Wir empfehlen, nicht

an die persönlichen Grenzen zu gehen,

um stets Reserven zu haben. Dann wird

die Tour ein Genuss und keine Tortur.

Was ist beim Wandern mit Kindern

besonders zu beachten?

Nur eines: Abwechslung! Das Durchhaltevermögen

der Kleinen ist, wenn das

Programm stimmt, in der Regel kein

Problem. Im Gegenteil: Die Eltern sollten

eigene Reserven mitbringen – Ausdauer,

Technik, Gefahrenbewusstsein –,

um sich ganz auf den Nachwuchs konzentrieren

zu können. Deshalb empfehle

ich, die Touren mit den Kindern zusammen

aussuchen, genügend Puffer einplanen

– am besten doppelte Gehzeiten,

Optionen für Umplanung und genügend

Verpflegung mitnehmen.

Was ist mit den Wanderstöcken?

Braucht man die denn überhaupt?

Stöcke sind ein Hilfsmittel für Auf- und

Abstiege beim Wandern. Gerade wenn

man mit vollem Rucksack oder viel Gepäck

unterwegs ist, helfen Stöcke sehr.

Daneben unterstützen sie die Trittsicherheit

und sind quasi zusätzliche Standbeine.

Ich empfehle aber grundsätzlich,

nicht ausschließlich mit Stöcken zu gehen,

sondern diese selektiv einzusetzen.

Also nur da, wo man sie braucht und an

Gefahrenstellen. Gerade im Frühjahr

oder im Herbst sind Stöcke hilfreich,

speziell beim Queren von Schneefeldern

Michael Schott ist

leidenschaftlicher

Wanderführer

und Bergkenner

oder bei feuchter Witterung und schlammigen

Wegen. Ständiger Gebrauch führt

allerdings zu Einschränkungen der natürlichen

Trittsicherheit. Wer Stöcke

beim Wandern einsetzt, sollte nie die

Schlaufen benutzen! Das kann Auslöser

für Stürze sein und in einem solchen Fall

zudem das Verletzungsrisiko erhöhen.

Wie kann man einem Muskelkater

nach dem Wandern vorbeugen?

Nach meinen Beobachtungen ist der

Muskelkater meist eine Folge des Abstiegs.

Die harten Schläge, die beim Abstieg

auf die Muskulatur wirken, führen

zu Mikroverletzungen im Muskel. Vermeiden

lässt sich das durch einen kontrollierten

Abstieg mit angepasster Geschwindigkeit

– eben nur so schnell, dass

noch ein abgefedertes, kontrolliertes Gehen

möglich ist. Zu Beginn der Saison,

wenn die gerade beim Abstieg beanspruchten

Muskelgruppen noch untrainiert

sind, sollte eher langsam gegangen

werden. Im Laufe des Sommers kann

man dann immer mehr »Gas« geben.

Was ist Ihnen persönlich wichtig, wenn

Sie für sich eine Tour planen?

Zum Wandern suche ich mir gerne Ziele,

von denen ich glaube, dass ich fast alleine

unterwegs bin. Davon gibt es im Allgäu

zum Glück viele.

Berge richtig erleben

Die Alpinschule in Oberstdorf zählt zu

den renommierten Bergsteigerschulen im

Alpenraum. Alle alpinen Sportarten sind

vertreten und immer ist sowohl für Einsteiger

wie Fortgeschrittene die richtige

Bergtour mit dabei. (www.alpinschuleoberstdorf.de

)

wandern & genießen


Titelstory

Ausgesetzte Pfade sind

nicht jedermanns

Sache. Dafür wird man

mit weiten Blicken ins

Tal belohnt

An der Kondition

hapert es selten

bei den jüngsten

Fußgängern. Dafür

muss der Pfad

Abwechslung bieten

Steil gehen: Spielarten

des Bergwanderns

Währenddessen herrschen insbesondere

in Internetforen rege Diskussionen

darüber, was denn nun eigentlich unter

Bergwandern und Bergsteigen zu verstehen

ist. So sieht sich mancher schon als

Bergsteiger, wenn er die Hände aus den

Hosentaschen nimmt und gemütlich über

das Teersträßchen zur Mittelstation auf

den Mittagberg spaziert und der andere

erst dann, wenn er das Kletterseil in den

Rucksack packt. Der Nächste definiert alles

über völlig andere Maßstäbe wie Höhenmeter

und Kalorienverbrauch, also eher

sportlich. Den wohl schönsten Gedanken

jedoch zu diesem ema formulierte die

junge Tochter einer Beitragsschreiberin

auf dem Forum des »outdoor«-Magazins:

»Wenn ich auf einen Berg steige, dann bin

ich doch eine Bergsteigerin.«

Selbstverständlich hat sich auch der

Deutsche Alpenverein (DAV) mit den vielfältigen

Begrifflichkeiten rund um die Tätigkeiten

ab gewissen Höhenlagen beschäftigt.

So gilt das Bergsteigen per Definition

als »Gehen oder Klettern im Gebirgs -

gelände zur Befriedigung persönlicher Interessen

in der Freizeit.« Es schließt als

Sammelbegriff auch das Bergwandern mit

ein, welches wiederrum als »Wandern in

Gebirgsgegenden, auf Wegen, Steigen und

Trittspuren, sowie im weglosem Gelände

ohne Zuhilfenahme der Hände« beschrieben

wird. Ferner gehen die Profis noch

sehr ausführlich auf die Unterschiede zwischen

Hochtourismus, Klettern, Klettersteiggehen,

Expeditionsbergsteigen, Trekking,

Weitwandern, Skibergsteigen und

Skihochtouren ein.

Himmel oder Hölle

Wie auch immer man nun die Fortbewegung

im alpinen Gelände nennen mag,

in einem sind sich die Bergfreunde wohl

einig: Die Berge sind ein Geschenk der

Das sind die Höchsten

Bergpanorama am Grünten – zu sehen sind die höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen: unter anderem

der Große Krottenkopf, die Mädelegabel, die Hochfrottspitze und der Biberkopf

Die höchsten Berge und Gipfel des Allgäus

befinden sich fast alle in Österreich oder

auf der deutsch-österreichischen Grenze.

Die zehn höchsten Berge der Allgäuer

Alpen sind:

Großer Krottenkopf (A): 2657 Meter

Hohes Licht (A): 2652 Meter

Hochfrottspitze (D/A): 2649 Meter

Mädelegabel (D/A): 2644 Meter

Urbeleskarspitze (A): 2632 Meter

Steinschartenkopf (A):

Marchspitze (A):

Bretterspitze (A):

Bockkarkopf (D/A):

Biberkopf (D/A):

2615 Meter

2610 Meter

2609 Meter

2609 Meter

2599 Meter

18

wandern & genießen


Wichtige Infoquellen

Notfall

Allgemeine Notrufnummer europaweit 112

Österreich Bergrettung/Alpin-Notruf 140

Bergwacht-Rettungsleitstelle Kempten

0831/19222

Wetter

www.wetter-allgaeu.de

(allgemeine, regionale Wetterausküne)

www.alpenverein.de/DAV-Services/Bergwetter

(auch telefonisch)

www.niederschlagsradar.de

(aktuelle Niederschlagstendenzen)

Tourenberatung Oberstdorf

Telefon 08322/700-200

E-Mail alpinberatung@oberstdorf.de

Deutscher Alpenverein (DAV)

Telefon 089/14003-0

E-Mail: huetten.wege@alpenverein.de

Wandertipps

www.outdooractive.com

www.wanderportal-allgaeu.de

www.allgaeu-ausfluege.de

www.deine-berge.de

Natur – aber ein ziemlich launisches. Der

Grat zwischen Himmel und Hölle ist hier,

ohne passende Ausrüstung oder mit falscher

Vorbereitung, fließend.

Da gibt es einmal das tückische Bergwetter.

Eine echte Gefahrensituation entsteht

dann, wenn das Wetter plötzlich umschlägt

und es zu Regen, Schneefall, Gewitter

und Temperatursturz kommt.

Schon allein, weil infolgedessen die Anforderungen

an Kondition, Trittsicherheit,

Orientierungsfähigkeit und Zeitbedarf

steigen. Speziell mit Gewittern ist an ausgesetzten

Stellen nicht zu spaßen. Aber

auch hohe Temperaturen sollten in der

Planung berücksichtigt werden. Wer nicht

spontan klitschnass oder dehydriert an

der Tür der nächsten Alphütte kratzen

will, sollte sich vorab – idealerweise nochmal

einen Tag vorher – über das Wetter

erkundigen.

ä

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Titelstory

Zum Gipfelglück schweben

Wozu sind Bergbahnen da? Richtig: Sie

verhindern quengelnde Kinder beim

langwierigen Aufstieg. Sie erschließen

Älteren und Bergfreaks mit Handicap

die Faszination des Gebirges, und nicht

zuletzt befördern sie Fußfaule in alpine

Höhen. Wem der Aufstieg zu anstrengend

ist, setzt sich einfach in die Bergbahn

und schwebt so dem geplanten

Startpunkt der Tour entgegen.

Bergbahnen im Allgäu

Nesselwang: Alpspitzbahn

(www.alpspitzbahn.de),

Pfronten: Breitenbergbahn

(www.breitenbergbahn.de),

Schwangau: Tegelbergbahn

(www.tegelbergbahn.de),

Oberstaufen:

Hochgrat (www.hochgrat.de),

Imberg* (www.imbergbahn.de),

Hündle (www.huendle.de).

Immenstadt: Alpsee Bergwelt

(www.alpsee-bergwelt.de),

Mittag (www.mittagbahn.de).

Bolsterlang/Oerschwang:

Hörner-Bahn* (www.hoernerbahn.de),

Gunzesried-Oerschwang

(www.go-oerschwang.de).

Bad Hindelang: Bergbahnen Oberjoch,

Hornbahn Hindelang*

(www.hornbahn-hindelang.de).

Oberstdorf und Kleinwalsertal:

Nebelhorn*, Fellhorn*,

Söllereck: Hoher Ifen, Kanzelwand,

Walmendinger Horn

(www.dashoechste.de).

* behindertengerecht und barrierefrei

20

Zuverlässige Auskun zum Bergwetter

gibt der DAV im Internet und telefonisch

(siehe unter »Infoquellen«).

Vorsicht vor

blutrünstigen Tieren

Ebenfalls nicht außer Acht lassen darf

man die Steinschlaggefahr, die durch mangelnde

Trittsicherheit, Tiere oder auch

starke Winde ausgelöst wird. Überraschenderweise

sind gerade die majestätischen

und jenseits der Paarungszeit friedfertigen

Steinböcke dafür bekannt, dass sie hin und

wieder »Mordanschläge« auf Wanderer

mit Hund verüben. Um den vermeintlichen

Fressfeind auf Abstand zu halten, treten

die intelligenten Huiere Steine los.

Bedeutsam ist auch die Schwindelfreiheit

von jedem, der seinen hoffentlich ordnungsgemäß

verpackten Fuß in die Bergwelt

setzt: Auch die entscheidet, ob es weiterhin

aufwärts oder spontan abwärts geht.

Und ob man eventuell doch unter Höhenangst

leidet, sollte man in gesicherter Umgebung

vor der Bergtour herausfinden.

Untersuchungsmethoden wie der Besuch

im Kletterwald bis zur Besteigung des Kölner

Doms sind hier möglich.

Farbenspiel

am Wanderweg

Die Schwierigkeit ausgeschilderter

Wanderungen kann man an der Farbmarkierung

ablesen. Gelb-Weiß bedeutet:

leicht begehbarer Spazier- und Wanderweg,

Weiß-Rot-Weiß: alpine Wege und

Pfade mit steileren Wegabschnitten. Weiß-

Blau-Weiß dagegen steht für Wege mit

sehr steilen, teilweise ausgesetzten Stellen,

im Extremfall Kletterpassagen.

Auch berücksichtigen und vor allem

großzügig auslegen sollte man seine Gehzeit:

In Wanderführern, Tourenvorschlägen

und auf Wegweisern angegebene Zeitangaben

sind nur Orientierungswerte –

nicht selten hat man beim Nachwandern

das Gefühl, dass der Autor, der die Zeitangaben

verfasst hat, entweder eine schier

unerschöpfliche Kondition oder Flügel

hatte. Die tatsächlich benötigte Zeit ist abhängig

von der eigenen Kondition, Schrittempo,

eingelegten Pausen und witterungsbedingten

Verhältnissen. Als grobe

Faustregel kann man mit 300

Höhenmetern oder drei Kilometern

Strecke pro Stunde

rechnen. Wird man von der

Dunkelheit überrascht,

Wie schwierig der

Weg wird, zeigen die

farbigen Spitzen der

Wegweiser


Königin im wilden

Klettergarten: Um ihr

naturgegebenes Profi-

Schuhwerk kann man

die Steingeiß in den

Alpen nur beneiden...

Rechts: Alpenrosen in

voller Blüte kann man

am Berg bewundern

Produkt-Tipp:

Sicher in den Bergen unterwegs: Der

neue Multifunktionsschuh AEROX

GTX® von Lowa verbindet Wasserdichtheit

mit hoher Atmungsaktivität.

Die dämpfende Sohle sowie die stabile

Form für den Seitenhalt werden den

Ansprüchen moderner Bergsportler im

Gelände gerecht.

www.laufsport-saukel.de

www.lowa.de

Foto: Laufsport Saukel

kann man sich über eine Taschen- oder

Stirnlampe im Gepäck freuen – nicht immer

erleuchtet der Mond den Weg (außer

natürlich, Sie schließen sich der schönen

Vollmondwanderung zum Schloss Neuschwanstein

auf Seite 74 an)! Zu guter

Letzt das A und O: Den Routenverlauf

seiner Wanderung sollte man unbedingt

vor der Tour kennen. Hierzu wiederum

ist das vorherige Kartenstudieren unerlässlich.

Bei starkem Nebel können Kompass

und GPS das Weiterkommen sichern

– vorausgesetzt man kann damit umgehen.

Während der Tour sollte man immer sicher

sein, auf welchem Punkt der Route

man sich gerade befindet. Größere Orientierungsschwierigkeiten

sollten allerdings

auf dem gut beschilderten Wegenetz im

Allgäu bei gutem Wetter kaum aureten.

Wie es so schön heißt: »Runter kommen

sie schließlich alle.« Viola Elgaß

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wandern & genießen 21


Titelstory

22

wandern & genießen


Campinglust statt Campingfrust

Fotos: Alpsee Camping GmbH & Co.KG, eye5.at / Daniel Zangerl

Mit Sack und Pack

von Platz zu Platz

Ob klassisch im Zelt, etwas gehobener im Wohnwagen oder fast

schon luxuriös im Wohnmobil – Camping wird immer beliebter.

Darauf reagieren auch die Platzbetreiber und rüsten ordentlich auf.

Wir zeigen Ihnen vier Campingplätze im Allgäu, die Lust auf eine

Rundreise im mobilen Zuhause machen.

wandern & genießen 23


Titelstory

Auf dem naturnahen Kur und Vital

Camping können sich die Gäste zuerst eine

Kneippkur gönnen und danach erfrischt die

Stadt Bad Wörishofen erkunden

24

Camping ist was für Spießer!« Dieses Vorurteil sollten wir

alle ganz schnell vergessen, denn heutzutage muss es

eher heißen: »Camping ist was für Genießer!« Wer sich

früher schon über halbwegs saubere Sanitäranlagen gefreut hat,

dem wird der Mund offen stehen bleiben, wenn er sieht, welche

»Campingperlen« unsere Region zu bieten hat.

Start ist die Kneippstadt Bad Wörishofen im Unterallgäu. Am

Stadtrand, fernab vom Trubel, befindet sich das Kur und Vital

Camping. Auf dem familiengeführten Platz ist der Name Programm

– dafür sorgen die zahlreichen Angebote vor Ort. Wer

nach langer Anreise erschöp den Campingplatz

erreicht, der kann sich gleich

eine Kneipptherapie gönnen. Die belebt

nicht nur Körper und Geist, sondern härtet

auch ab und steigert die Leistung. Auch

bei Wirbelsäulenerkrankungen, Venenleiden,

Beschwerden mit den Atemwegen

und vielen anderen Wehwehchen kann

eine Kneippkur kleine Wunder bewirken.

Wem das nicht so zusagt, der kann sich

beim Kur und Vital Camping auch auf andere

Weise etwas Gutes tun. Wie wäre es

mit einer entspannenden Massage? Im

Angebot finden sich neben der Ganzkörpermassage

auch Gesichts-, Rücken- und Fußreflexzonenmassagen

für all diejenigen, die sich nicht komplett durchkneten lassen

wollen. Für wen auch das nichts ist, der sollte vielleicht eine der

zahlreichen Kuranwendungen ausprobieren. Im Ziegenmilchbad

etwa fühlt man sich fast wie Cleopatra, ganz ohne Esel. Ob´s

schön macht, das wissen natürlich wir nicht – gut für die Haut

und Seele ist es allemal.

Strotzt der Camper dann vor Vitalität, kann er die Umgebung

erkunden. Diese ist mit ihrem 300 Kilometer Wegenetz eine

wahre Freude für alle Radler. Doch auch für Wanderer und Spa-

Wer seinen Urlaub

nicht nur auf dem

Platz verbringen

möchte, der kann per

Rad oder zu Fuß die

schöne Umgebung

entdecken

wandern & genießen


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Fotos: Kneipp-Original Bad Wörishofen, Kur und Vital Camping, Kurverwaltung Bad Wörishofen

ziergänger hat das Unterallgäu etwas zu bieten: Wie wäre es mit

einer geführten Wanderung oder einem historischen Stadtrundgang

durch Bad Wörishofen – nebst Informationen über den großen

»Heilpfarrer«? Wer ein bisschen mehr Action sucht, der ist

im zwei Kilometer entfernten Skyline Park gut aufgehoben. Und

vermiest einem schlechtes Wetter den Tag, so warten zahlreiche

Museen, wie das nahegelegene Kartausenmuseum in Buxheim

oder das Fliegermuseum in der Kneippstadt, auf wissbegierige

Entdecker. So schön es im Unterallgäu auch ist – nun heißt es

Sachen packen und weiter zum nächsten Campingplatz.

ä

wandern & genießen 25


Titelstory

Das weitläufige

Gelände des Gitzenweiler

Hofes bietet vor

allem für die kleinen

Gäste Abwechslung

pur. Und die Großen

können sich währenddessen

entspannen

Fotos: Gitzenweiler Hof

Auf zu neuen Ufern

26

Im Westallgäu, nicht weit vom Bodensee und der Stadt Lindau

entfernt, liegt der Gitzenweiler Hof. Hier kommen nun die

Kleinen voll auf ihre Kosten: Nachtwanderungen und Wald -

erkundungstouren, Handwerker- oder Zauberer-Workshops, Bastelstunden,

ein Besuch beim Streichelzoo – all das und viel mehr

sorgt dafür, dass die Kinder abends todmüde ins Campingbett

fallen. Sind sie morgens wieder frisch und munter, können sich

die Ballsportfreunde unter den kleinen Campern auf dem Bolzplatz,

dem Beachvolleyballfeld oder an den Tischtennisplatten

austoben. Wasserratten sind im beheizten Freibad oder auch am

Kanuweiher gut aufgehoben. Am Abend können Kleinen noch

in die Kinderdisco, oder aber die ganze Familie kommt zur Gitz-

Bühne. Dort kann gemeinsam bei einem Grillfest mit Live-Musik

gefeiert werden und die Eltern können die Showeinlagen ihrer

Kinder »auf der Bühne, die die Welt bedeutet« bewundern. Apropos

Eltern – auch für sie hält der Gitzenweiler Hof einiges parat.

Wenn das Knie oder der Rücken zwickt, weil man versucht hat

mit den Kindern Schritt zu halten, ist man im Physio-Point gut

aufgehoben. Dort wartet ein Masseur, der die Schmerzen wegknetet

und für pure Entspannung sorgt. Keine Lust auf Körperkontakt?

Kein Problem! In der Leihbücherei findet bestimmt

jeder einen guten Lesestoff, mit dem er sich gemütlich in den

Campingstuhl zurückziehen kann, um ein paar ruhige Minuten

oder Stunden zu verbringen.

Wer jedoch weiterhin nach Action sucht, der sollte sich auch

außerhalb des Campingplatzes einmal umsehen – dort gibt es

viel zu entdecken. Nur ein paar Kilometer entfernt liegt der Bodensee

und ist vor allem für Wassersportfans ein attraktives Ziel.

Wer sich nicht gerne nass macht und ein bisschen Kultur sucht,

kann die Städte rund um den See erkunden. Für alle die lieber

hoch hinaus wollen: Der Pfänder im angrenzenden Österreich

oder auch der Säntis in der Schweiz warten nur auf ihre Besteigung.

Und was im Allgäu-Urlaub natürlich nicht fehlen darf: eine

Wanderung. Die herrliche Landscha lädt bewegungsfreudige

Camper zu einer Entdeckungstour ein – empfehlenswert sind

die vielfältigen Westallgäuer Wasserwege, die auch im Rahmen

einer geführten Wanderung erkundet werden können. So kann

sich keiner verlaufen und das ist auch gut, denn wieder wartet

nächste Campingplatz auf uns.

ä

wandern & genießen


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Ein kleiner Knigge

Camping ist für viele der Inbegriff eines freien und ungezwungenen

Urlaubs. Jedoch kann man nicht tun und lassen, was man will. Wir

haben für Sie ein paar unausgesprochene Regeln des Campens zusammengestellt

– so klappt´s auch garantiert mit dem Nachbarn.

Bleib mir weg

Wenn Sie ihre Parzelle beziehen und sich häuslich einrichten wollen,

sollten Sie ihrem Nachbarn dabei nicht zu dicht auf die Pelle rücken. Ein

bisschen Abstand und ein wenig Privatsphäre hat noch keinem geschadet.

Wer hat schon gerne einen Fremden im Vorgarten sitzen?

Eine Begrüßung gehört zum guten Ton

Ist das Zuhause auf Zeit aufgebaut, sollten Sie sich bei den Nachbarn vorstellen.

Es ist nie verkehrt zu wissen, wer quasi neben einem wohnt.

Gerne kann die neue Bekanntscha mit einem Bier besiegelt werden –

auf dem Fundament ist schon manche Freundscha erwachsen.

Nicht quatschen! Machen!

Die Camper sind eine eingeschworene Gemeinscha – Helfen ist Ehrenkodex.

Hat man beim Packen was vergessen, so hil der Nachbar bestimmt

gerne aus (umso mehr, wenn man sich vorher vorgestellt hat).

Und wenn es vielleicht schon beim Zeltauau hakt, so eilen die Mitcamper

meist fix herbei und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Daran

sollten auch Sie sich halten – auf dem Platz herrscht das Prinzip »Geben

und Nehmen«.

Dreckspatzen sind unerwünscht

Wir freuen uns doch alle, wenn die sanitären Anlagen auf dem Platz hygienisch

einwandfrei und ordentlich sind. Damit aus den Bädern keine

Bakterienmutterschiffe werden, sollten alle bei der Benutzung auf Sauberkeit

achten – das ist zu Hause schließlich auch selbstverständlich.

Oder verteilen Sie dort Klopapier dekorativ auf dem Boden?

Gegenseitige Rücksicht und Vorsicht

»Mein Nachbar hört gute Musik. Ob er nun will oder nicht.« Dieser

Spruch hat auf dem Campingplatz nichts verloren. Niemand hat etwas

gegen Radio hören, aber die Lautstärke muss stimmen. Besonders nachts

gelten die Ruhezeiten und man sollte nicht laut bis in die Puppen feiern

(außer alle machen mit). Beim Grillen heißt es ebenfalls Obacht: Ist es

heiß und trocken, darf o nicht gegrillt werden, da sonst vielleicht nur

die Wurst anbrennt, sondern auch der netteste Nachbar. Ist Grillen erlaubt,

sollte aber aufgepasst werden, dass die Mitcamper nicht den ganzen

Rauch abkriegen: Geräuchertes Fleisch ist vielleicht lecker, ein geräucherter

Nachbar ist definitiv sauer.

Das Großreinemachen

Am Tag der Abreise müssen Sie nicht nur ihre Siebensachen packen, sondern

auch ihre Parzelle aufräumen. Der ganze Müll gehört in die Tonne

und nicht in den Busch nebenan. Hinterlassen Sie den Platz so, wie Sie

ihn vorgefunden haben. So zollen Sie den folgenden Campern Respekt.

wandern & genießen 27


Titelstory

Berge und mehr

Knapp 50 Kilometer östlich vom Gitzenweiler Hof liegt der

Große Alpsee. An seinem Ufer, vor der malerischen Bergkulisse

des Oberallgäus, befindet sich das Alpsee Camping. Der Vier-

Sterne Platz ist eine wahre Wellnessoase und lässt das Camperherz

höher schlagen. Die Saunalandscha auf dem Gelände lockt nach

einem aktiven Tag mit drei verschiedenen Saunen. Da hat man

die Qual der Wahl. Für die ganz Heißen empfiehlt sich die Finnische

Sauna mit Temperaturen zwischen 60 und 90 Grad Celsius.

Ein wenig milder ist die Bio-Klima Sauna, die mit 50 bis 65 Grad

und ätherischen Ölen Erholung garantiert. Die Warmduscher,

ähm Kaltsaunagänger, sind in der Infrarotkabine gut aufgehoben.

Bei niedrigen Temperaturen wird der Körper durch die Strahlungswärme

entschlackt – man kann sich also nicht nur entspannen,

sondern wird dabei auch noch schlank. Die Zeit zwischen

den einzelnen Saunagängen können die Wellnessenthusiasten im

Ruheraum oder auf einer kleinen Terrasse mit herrlichem Alpenpanorama

verbringen. Wem das an Entspannung nicht reicht,

der kann sich auch noch eine Massage gönnen. Dann ist aber genug

mit Faulenzen, denn draußen warten noch mehr Attraktionen

28

Fotos: Alpsee Camping GmbH & Co.KG, eye5.at / Daniel Zangerl

Direkt am Ufer des Großen Alpsees liegt das Areal von

Alpsee Camping. Allein die Aussicht ist einen Besuch wert,

das Angebot umso mehr

auf die Camper. Für die Kleinen gibt es einen Spielplatz, auf dem

sie sich so richtig austoben können. Wenn ihnen dort vom Toben

richtig warm geworden ist, können sie sich zusammen mit ihren

Eltern im Alpsee abkühlen.

Wem eine simple Schwimmrunde zu langweilig ist, kann sich

unweit des Campingplatzes am Wind- oder Kitesurfen ausprobieren.

Und wenn der Wind mal Flaute hat, auch kein Problem.

Nur wenige hundert Meter vom Alpsee Camping entfernt befindet

sich der Alpsee Skytrail. Auf ihm kann man in drei, sieben oder

elf Metern Höhe seine ersten Kletterversuche wagen. Wer lieber

nicht die Bodenhaung verlieren möchte, für den ist vielleicht

ein Städtebummel das Richtige. Ob Immenstadt, Oberstaufen,

Kempten oder Oberstdorf – an sehenswerten Städten mangelt es

nicht. Vor allem Letztere ist für Wohnmobilfahrer attraktiv: In

zentraler Lage befindet sich der Wohnmobilstellplatz von Christoph

Kleiner. Gegen einen geringen Obolus kann der Camper

dort sein »Schätzchen« parken und sich per pedes auf Erkundungstour

begeben. Die sollte allerdings nicht allzu lange dauern,

denn unsere letzte Station wartet.

Saunieren auf dem Campingplatz – kein Problem in Immenstadt.

Bei herrlicher Aussicht lässt es sich gleich viel besser schwitzen

wandern & genießen


Camping-Checkliste zum Raustrennen

Ich packe meinen Koffer…

und nehme mit:

Technische

Geräte:

☐ Navigationsgerät

☐ Handy

☐ Ladegerät, Akkus

☐ Radio

☐ Kamera, zusätzliche Speicherkarte

☐ Portabler Fernseher

Zeltzubehör:

☐ Zelt

☐ Heringe

☐ Plane

☐ Vorzelt

☐ Befestigungsseile

☐ Abspannleinen

Strandzubehör:

☐ Sonnenschirm /

Strandmuschel

☐ Strandmatte oder Decke

☐ Badebekleidung

☐ Handtücher

☐ Schwimmring, Lumatratze

☐ Strandspielzeug für Kinder

☐ Evt. Wasserball oder Volleyball

Allgemeines Zubehör:

☐ Kleidung (angepasst ans Urlaubsziel)

☐ Ausreichend Wechselsachen

☐ Kosmetiktasche/ Kulturbeutel

☐ Hygieneartikel – Desinfektionsmittel

☐ Reiseapotheke: Pflaster, Mullbinden,

Schmerztabletten, usw.

☐ Isomatte

☐ Schlafsack oder Decke

☐ Kissen

Campingküche:

☐ Gas- oder Spirituskocher

☐ Evt. zusätzl. Gaskartuschen

☐ Grill und Grillkohle/ Elektrogrill

☐ Lebensmittel

☐ Wasserkanister

☐ Geschirr und Besteck

☐ Kochutensilien

☐ Gewürze wie Salz & Pfeffer

☐ Dosenöffner, Korkenzieher,

Flaschenöffner

☐ ermoskanne

Werkzeug

und sonstiges:

☐ Klappspaten

☐ Hammer

☐ Taschenmesser, Multifunktionsmesser

☐ Gewebe-Klebeband

☐ Taschenlampe

☐ Ersatzbatterien

☐ Campingmöbel

☐ Wäscheleine zum Aufspannen

☐ Kleines Schloss zum Zeltabschließen

☐ Kabeltrommel

☐ Reisespiele für Kinder

Ihre Ergänzungen:

Anzeigen

wandern & genießen 29


Titelstory

Entspannung pur ist

auf dem Campingplatz

am Elbsee angesagt.

Doch auch für Abwechslung

ist gesorgt

Fotos: Campingplatz Elbsee

Ein königlicher Abschluss

Am Ende so einer Rundreise ist der Ein oder Andere sicherlich

ein wenig erschöp, doch der vierte Campingplatz lässt einen

das ganz schnell vergessen. Im schönen Ostallgäu, wo schon Ludwig

II. seine Zelte, oh pardon sein Schloss, aufschlug, befindet

sich am Elbsee ein Fünf-Sterne Campingplatz. Und spätestens

hier wird deutlich, dass Camping mittlerweile was für Genießer

ist. Auf die Urlauber wartet nicht nur ein großer Wellnessbereich

mit Sauna, Dampad, Salzgrotte und Moorbad, sondern auch

Massagen, Yoga, Qi-Gong und ein Fitnessraum gehören zum

Verwöhnprogramm. Doch anscheinend denken sich die Betreiber:

Mehr ist einfach mehr! Im Angebot finden sich noch Kosmetikbehandlungen,

ein Kneippbecken, ein Barfußpfad und Fußpflege.

Ist der Camper dann richtig entspannt und aufgehübscht,

kann er die zahlreichen anderen Attraktionen des Campingplatzes

ausprobieren. Auf dem Kinderspielplatz oder bei der Animation

in den Ferienzeiten können die Kleinen überschüssige Energie

loswerden. Die Großen verausgaben sich auf dem Beachvolleyballfeld,

dem Bolzplatz oder aber beim Basketball. Wer es lieber

etwas ruhiger angehen lassen möchte, der kann Billard, Dart,

Boccia oder Schach spielen – das macht Laune, ohne dass man

ins Schwitzen gerät. Fließt doch einmal ein Tropfen Schweiß,

kann sich der Camper am Strand des Elbsees in die kühlen Fluten

werfen und sich erfrischen.

30

Der Campingplatz ist so schön, dass man ihn eigentlich nicht

verlassen möchte. Doch ein Ausflug ins Ostallgäu lohnt sich. Wie

bereits erwähnt, wohnte hier schon Ludwig II. – wie wäre es also

mit einem Besuch bei ihm zu Hause? In unter einer Stunde kann

man Schloss Neuschwanstein erreichen und wenn man schon

einmal in dieser schönen Gegend ist: Von Juni bis Oktober werden

auf dem nahegelegenen Forggensee romantische Schifffahrten

angeboten, die einen einzigartigen Blick auf das Märchenschloss

gewähren. Ebenfalls nicht weit vom Campingplatz entfernt befindet

sich der Schongauer Märchenwald und der Tierpark –

über so einen Ausflug freuen sich vor allem die kleinen Camper.

Wer nach mehr Bewegung sucht, der kann sich sein Rad oder

seine Wanderschuhe schnappen und so die Region erkunden

und das herrliche Ostallgäu unsicher machen.

Doch wie heißt es so schön?

Alles hat ein Ende…

Irgendwann sind die Urlaubstage gezählt und der Camper

muss seine Zelte abbrechen und die Heimreise antreten. Aber

wir sind uns sicher – nächstes Jahr, gleiche Zeit, gleicher Ort.

Denn bei diesen schönen Campingplätzen unserer Region reicht

ein Urlaub nicht aus. Immerhin bietet das Allgäu eine gigantische

Vielfalt an Natur- und Kulturerlebnissen. Claudia Schöwe

wandern & genießen


Advertorial

Damit geht Outdoor-Fans ein Licht auf

Naturliebhaber sind gerne draußen – bei

Wind und Wetter, Tag und Nacht. Damit sie

abends nicht im Dunkeln sitzen müssen, hat

die Unternehmensgesellschaft RIKOLMA mit

ihrer Marke Schwabenfire etwas Revolutionäres

erfunden.

Ihre besonderen Outdoor-Kerzen spenden

heimeliges Licht bei Wind und Regen und

sogar Schneefall kann der Kerze nichts anhaben.

Somit sind die Kerzen ein echtes

Ganzjahres-Produkt und erfreuen den Besitzer

bei allen Witterungsverhältnissen mit

einem angenehm warmen und romantischen

Licht. Hinzu kommt, dass ein spezieller

Docht verwendet wird, der sich nicht aufbraucht

– so brennen die Kerzen im Prinzip

Geschäftsführer der RIKOLMA UG: Die

Zwillingsbrüder Oliver und Markus Riek

ewig. Lediglich Wachs muss von Zeit zu Zeit

nachgefüllt werden. Dafür können entweder

Reste aus dem eigenen Haushalt verwendet

werden oder aber die praktischen Nachfüll-

Pads von Schwabenfire aus reinstem Paraffin-Wachs.

Wer sich für eine Outdoor-Kerze entscheidet,

hat die Qual der Wahl, denn das Unternehmen

bietet eine Vielzahl an dekorativen Gefäßen

– das Angebot reicht von Terrakottaschalen

über Edelstahlbehältnisse bis zu

Echtholzständern mit einer Kerzenschale

und mehr. Hat man ein eigenes feuerfestes

Gefäß, kann Schwabenfire dieses mit dem

Befüll-Service in eine individuelle Kerze ver-

Mehr Informationen

und Impressionen unter

www.schwabenfire.com

wandeln. So kann

sich jeder ein Unikat für

den Garten, Balkon, Eingangsbereich oder

die Terrasse herstellen lassen.

Auch auf Reisen muss niemand auf sein

„Schwabenfire“ verzichten. Das Unternehmen

hat für den Trekking- und Campingbereich

eine einfache aber geschickte Lösung

entwickelt: eine Outdoor-Kerze in der Dose.

Diese ist mit einem Aufrissdeckel und Kunststoffverschluss

versehen. Der Deckel wird je

nach Kundenwunsch mit einem Label oder

einer Grafik versehen und gibt der Kerze

einen klaren Wiedererkennungswert.

Gewinnspiel:

Möchten auch Sie eine in liebevoller Handarbeit

gefertigte Outdoor-Kerze mit außergewöhnlichen

Eigenschaften? Dann haben

wir eine gute Nachricht. Wir verlosen insgesamt

25 Kerzen, die uns freundlicherweise

von Schwabenfire zur Verfügung gestellt

wurden.

Schicken Sie dazu eine Postkarte (Stichwort:

KERZE) mit ihren Kontaktdaten an die EDI-

TION ALLGÄU, Lachener Weg 2, 87509 Immenstadt-Werdenstein.

Teilnahmeschluss

ist der 6. Oktober 2017.

1. Preis: ein Altholzständer aus Eiche

mit Kerzenschale in Hammerschlag -

optik, inkl. Dochtlöscher und Nachfüllpack

2. Preis: eine Kerze in einer Edelstahl -

schale mit Hammerschlagoptik,

inkl. Dochtlöscher und Nachfüllpack

3. Preis: eine Kerze in einer

Terrakotta schale, anthrazitfarben,

inkl. Docht löscher und Nachfüllpack

4. - 25. Preis: jeweils eine Camping-Kerze

in der praktischen Dose


Titelstory

Unsere Restaurant-Tipps

o man gut eist,

da kommt man immer wieder

Im Allgäu kann man wandern, gesund werden, in wunderbarer Natur

entschleunigen – und in besonderen Restaurants die Sinne verwöhnen

lassen. Wir stellen drei Lokale vor, die neben dem Anspruch an die Qualität,

eines gemeinsam haben: Der Wirt ist kein Allgäuer, aber er liebt die Region

32

wandern & genießen


wandern & genießen 33


Titelstory

Oberstdorf – Das Maximilians und mehr

Das Maximilians –

ein Stern der nicht seinen Namen trägt

Warum heißt das »Maximilians« denn eigentlich »Maximilians«?

Am Wirt und Besitzer, dem Herrn Fetz, kann es nicht

liegen, denn der heißt Ludwig oder »Luggi« mit Vornamen. Aber

der Mann, der eigentlich in der Nähe der Lorelei geboren wurde

und Fan von Borussia Mönchengladbach ist, erklärt es: »Meine

Frau Margret und ich, wir wollen einfach das Maximale für den

Gast – und deshalb sind wir auf den Namen gekommen«. Der

Rheinländer und »seine« Oberstdorferin waren sich einig, schließlich

passt der Name zu dem über 100 Jahre alten Gebäude in denen

sich das Lokal mit dem Stern befindet. »Ja, der Stern im

Guide Michelin«, schmunzelt Ludwig Fetz und erzählt, dass er

selber ein guter Koch ist. »Für den Stern aber reichte es bei mir

nicht. Mir kam ein Zufall zu Hilfe«. Die Geschichte geht ungefähr

so: Tobias Eisele arbeitete als Cheoch in »Schreieggs Post« in

annhausen. Das Ziel war, einen der begehrten Sterne zu erkochen

und das schae Eisele. Nachdem diese Mission erfüllt

war, wurde das Lokal einfach geschlossen. Eisele wechselte nach

Oberstdorf, wo er seit 2009 kantig und angeblich »mit dem

Charme eines Holzklotzes« zum Chef de Cuisine und Mann mit

Stern wurde. Sein Boss – immerhin verantwortlich für 48 Mitarbeiter

– erkennt neidlos an, dass Eisele als Koch einfach besser

ist und stattet ihn mit allen Freiheiten aus. Das Ergebnis ist ein

Restaurant der Spitzenklasse, aber eines, in dem es weniger förmlich

als üblich zugeht. Hier kann man edel genießen und doch in

einem sympathischen, fast schon privaten Rahmen die Steieit,

die in Gourmettempeln meist vorgegeben ist, draußen lassen.

34

Der Sternekoch Tobias Eisele erschafft Kunstwerke, die sehr lecker schmecken.

Die Pasta in Orange, dazu grünes Pesto und ein pinkfarbener Tupfer

Man sitzt gemütlich, lässt Eiseles Kreationen auf die Sinne wirken

und unterhält sich dabei prima. Man vergisst die Zeit. Beim

Redak tionsbesuch im »Maximilians« wurde auch die Frage, ob

Tobias Eisele Charme hat, geklärt: Er hat. Wie er zwei ältere Damen

durch Küche und Lokal führte, das war wirklich liebevoll

und locker. Wenn man im »Maximilians« etwas ändern müsste,

dann wohl am ehesten die Webseite. Denn da steht der Charme-

Vergleich zwischen Holzklotz und Sternekoch.

www.das-maximilians.de

wandern & genießen

Fotos: Familie Fetz


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Das königliche Jagdhaus –

Gemütlichkeit für alle

Dass sich die Wittelsbacher, speziell Prinzregent Luitpold und

sein Neffe Ludwig II., gern im Allgäu auielten und hier viel

Zeit verbrachten, ist allgemein bekannt. Nicht nur viele Bauwerke

aus dem 19. Jahrhundert zeugen davon und locken Touristen in

Scharen an. Auch die Prinzegumpe, ein sehr natürliches Bad in

Bad Hindelang, ist ein wahrha fürstlicher Ort. Das gilt auch für

das königliche Jagdhaus, das seit jeher ein Platz der Gastlichkeit

ist – aber eines mit einer langen und wechselhaen Geschichte.

Die mündet dann in aufwändige Restaurationsarbeiten und einen

Neuanfang mit der Familie Fetz. Immer noch ist, wie zur Zeit

von Luitpold, auch eine Jagd angeschlossen. Von dort beziehen –

nicht nur, weil es vertraglich so festgelegt ist – die Fetzens ihr

Wild. »Es ist einfach auch besonders gutes Fleisch«, erklärt

»Luggi« Fetz. Das Jagdhaus, das die Wirtsfamilie vor fünf Jahren

übernommen hat, lag fast dreieinhalb Jahrzehnte lang im Dornröschenschlaf.

Und auch die Oberallgäuer haben es wieder ins

Herz geschlossen, sie sind stolz auf das historische Erbe.

Im Jagdhaus kann man aber nicht nur ganz exquisit speisen,

zum Beispiel den fast schon legendären Zwiebelrostbraten. Auch

der lauschige Biergarten ist ein herrliches Fleckchen Erde. Hier

stehen uralte Bäume und spenden Schatten, hier werden beim

»König Ludwig Dunkel« Ruhe und innere Einkehr zelebriert. Die

vom Kabarettisten Gerhard Polt festgestellte »allgemeine Instant-

Gemütlichkeit« gibt es hier nicht. Und der Biergarten ist zumindest

für das Oberallgäu ein echtes Unikat. Laut Landrat Anton

Klotz ist es überhaupt der Einzige in seinem Verantwortungsbereich.

Hier darf man auch, wie in bayrischen Biergärten üblich,

seine eigene Brotzeit mitbringen. Wie sang schon der Bär Balu

im »Dschungelbuch«? Genau: »Probier’s mal mit Gemütlichkeit«.

Wer stilvoll heiraten will, kann das im Jagdschloss ebenfalls

tun. Praktischerweise ist das Standesamt von Oberstdorf sehr

nah und hat in Luitpolds ehemaligem Anwesen eine Dependance

eingerichtet. Man gibt also seiner »Prinzessin« oder seinem »Prinzen«

in einem würdigen Rahmen das »Ja«-Wort – der Ort ist

dann das gute Omen in puncto Dauer der Ehe. Denn das Jagschloss

hat Gezeiten, Kriege und Tragödien überlebt und feiert

gerade seinen zigsten Frühling in neuem, gediegenem Glanz.

www.das-jagdhaus.de

ä

wandern & genießen 35


Titelstory

Durchaus kommunikativ: Was auf den Tisch

kommt, überrascht und regt alle Sinne an

Das Fetzwerk –

der kulinarische Überflieger

36

Das Design des innovativen Lokals erinnert auf den ersten

Blick an die Seventies und das Prilblumen-Zeitalter. Es soll aber

junge und moderne Menschen ansprechen – und die Flower-

Power-Designs wirken tatsächlich wieder sehr aktuell. Wer kulinarisch

mal andere Wege gehen will, ist hier richtig.

Über den Gästen schwebt ein menschlicher Adler in Lebensgröße:

»Luggis« Schwiegervater Max Bolkart war in der Saison

1959/60 der erste bundesdeutsche Skispringer, der nach einem

dritten Platz 1955/56, die Vierschanzentournee gewann. Der mutige

Oberstdorfer war übrigens bis zum Sieg von Dieter oma

30 Jahre später auch der Einzige, der den Wettbewerb gewann.

Bolkart passt hierher, denn wie seine Ahnen probierte er immer

wieder Neues aus. Im Fetzwerk, von dem »Luggi« sagt, dass er

zuerst gar nicht froh war, dass das Lokal seinen Namen tragen

sollte, sich aber der Mehrheitsentscheidung der Angestellten beugen

musste. Aber nomen est omen – das Restaurant »fetzt« wirklich.

Die leckeren Gerichte werden in Einweckgläsern serviert.

Von denen kann man haben, so viel man will. Wer drei Hauptspeisen

essen will, bekommt diese in drei Glasbehältern auf einem

passenden Brett serviert, bei weniger Weckgläsern wird natürlich

auch das Servierholz kürzer. Die Speisekarte enthält verschiedene

Gerichte für Vegetarier, natürlich gibt es Fisch und Fleisch – und

es werden zwei Desserts angeboten. Die Auswahl wechselt täglich,

aber es schmeckt praktisch immer. Natürlich lassen sich die Glasgerichte

auch individuell zusammenstellen. Eine Suppe mit Fleisch

und ein vegetarisches Hauptgericht? Und davon dann eine Extraportion?

Kein Problem. Ungewöhnlich ist das Lokal und die

Philosophie dahinter. Aber wer wagt, gewinnt – mindestens ein

paar geniale, lukullische Sinneseindrücke. Dieses, nicht nur in

der Region einmalige Restaurant, richtet sich an Menschen, die

sich immer wieder positiv überraschen lassen wollen.

www.das-fetzwerk.de

wandern & genießen


Das Freiberg – ein Hotel, das man

»zum Fressen gern haben« kann

Im selben, altehrwürdigen Gebäude wie das »Maximilians« ist

auch das »Freiberg« samt Hotel angesiedelt. Es ist luxuriös und

gediegen – und sehr romantisch. Natürlich können die Gäste in

allen vier Lokalen der Familie Fetz speisen, es gibt die Möglichkeit,

einen Viertagesaufenthalt mit dem Besuch des Gourmet-Quartetts

zu buchen. Das lohnt sich. Wer aber in einem der 27 herrlichen

Zimmer wohnt, sollte unbedingt die »Stube« besuchen. Das gemütliche

Lokal im Inneren des Gebäudes war früher tatsächlich

das Domizil des jungverliebten Paares Margret und »Luggi«. Man

speist praktisch in der ehemaligen Wohnküche. Es ist heimelig,

hier könnte man ewig verweilen – und das auch schon direkt

nach dem Aufwachen. Denn besonders empfehlenswert ist das

Frühstück, das die Hotelgäste auch in der »Stube« einnehmen:

Es gibt kein Buffet – Brötchen, Müsli, Joghurt, frisch gepressten

Sa, Eierspeisen, Wurst, Lachs oder Obstsalate stehen für den

Gast an dessen Tisch bereit. Man spart sich den lästigen Gang an

den aufgereihten Speisen vorbei, was besonders überforderte

Morgenmuffel zu schätzen wissen. In der »Stube« findet man

keinen angelaufenen Käse und übrigens auch kein Joghurt aus

dem Supermarkt. Hier ist alles frisch – und es wird so gut wie

kein Lebensmittel weggeworfen. Man zelebriert das Frühstück.

www.das-freiberg.de

ä

Die Oberstdorferin

Margret Fetz und ihr

»Luggi«, ein echter

Rheinländer. Das Ehepaar

ist immer für

Überraschungen gut.

So speist man im

»Freiberg« in der ehemaligen

Wohnküche

des Ehepaares

Anzeige

wandern & genießen 37


Titelstory

Dietmannsried – das Landhaus Weller

Hier kocht der Chef mit Leidenschaft,

Lust und ganz viel Liebe zum Detail

Jürgen Weller und seine Frau Monika Kosche kommen aus

Hessen und sind über Aachen und Franken im Allgäu gelandet,

einem Landstrich, den sie als Gäste selber schon lange schätzten.

Das Lokal, das sie fanden, war im nördlichen Oberallgäu bereits

gut eingeführt, es gefiel dem Ehepaar sofort – und sie übernahmen

es. Natürlich brachten sie ihre eigenen Ideen mit, schließlich ist

Jürgen Weller ein sehr versierter Koch, der in besten Häusern

seine Profession ausgebildet hat. Er ist außerdem sehr gut vernetzt,

was man an den »Wein-Schmankerln« sehen kann. Sein Credo

»das Produkt ist bei mir König« mag erst einmal seltsam anmuten,

weil doch sonst immer der Gast im Mittelpunkt steht. Aber keine

Angst, das ist im Landhaus Weller auch so: Denn »nur, wer nach

der besten Qualität der Lebensmittel sucht, wird dem Gast gerecht«,

erklärt Jürgen Weller. Deshalb kann er auch nicht alles,

was er für seine internationale Küche braucht, in der Region finden.

Aus dem Allgäu kommt auf jeden Fall fast alles, was mit

Milch zu tun hat – die Butter und nahezu jeder Käse, der von

Weller verarbeitet oder serviert wird. Nur der Blauschimmelkäse

kommt aus Baden-Württemberg. In Verbindung mit eingelegten

Pfirsichen ist er allerdings ein absoluter Genuss.

Abgesehen davon, dass der Chef de Cuisine keinerlei Fertigprodukte

einsetzt, ist alles stets frisch. Die Küche des Landhaus

Weller ist leicht, so fettarm wie möglich und sehr lecker. Wer

etwas Besonderes möchte, sollte sich zum Beispiel das »Heumus

mit Zwetschgen« nicht entgehen lassen. Die Süßspeise könnte

aus dem Allgäu stammen, aber tatsächlich hat sie Jürgen Weller

38

Oben: Man speist gediegen

im Kaminzimmer

des Landhauses.

Sehr empfehlenswert

ist zum Beispiel das

Lamm mit dem Bohnenallerlei

und dem

phantastischen Kartoffelstampf

(rechts)

hier eingebürgert. Auch sein selbstgebackenes Olivenbrot ist eine

Sünde wert. Und: Seine Crêpes mit Spargel und Bachsaibling

muss man einfach probiert haben.

Das Landhaus Weller ist auch auf Urlauber und Menschen auf

der Durchreise ausgelegt: Neun gemütliche Hotelzimmer stehen

zur Verfügung. Dieses wird man allerdings nur zum Schlafen

aufsuchen. Weil es im »Landhaus« richtig gut schmeckt, bleibt

man gerne länger sitzen. Das hat sich auch herumgesprochen:

»Wir haben immer wieder Gäste, die auf dem Weg in den Süden

hier Station machen«, so Jürgen Weller.

www.landhaus-weller.de

wandern & genießen

Fotos: Landhaus Weller


Blaichach – der Dorfwirt ist ein Mann aus Eisenerz

Wo man die Alpenküche in allerbester

Qualität serviert bekommt

Guido Ritzinger ist ein Mann wie ein Baum. Er wirkt, als könne

ihn wenig aus der Ruhe bringen. Der Jazz-Liebhaber hat auch

schon viel erlebt und weiß daher ziemlich genau, was er will. Er

stammt aus der Steiermark, genauer aus dem 4500-Seelen-Ort

Eisenerz, und Ortsname ist auch fern der Heimat Programm:

Man sieht ihm an, dass bei ihm die Funken sprühen, dass er

Energie ohne Ende hat. Sich beweisen muss Ritzinger allerdings

nichts mehr, was er aber nach 20 Jahren Chef und Gourmetkoch

im überregional bekannten »Kitzebichl« in Bolsterlang dann doch

macht: Denn das Gasthaus »Zum Dorfwirt« hat er nicht gepachtet,

es gehört ihm – mit allem, was das bedeutet. Das Risiko ist

letztlich klein, denn das gemütliche Lokal mit seinen insgesamt

120 Plätzen ist jeden Abend proppenvoll.

Der Erfolg des »Dorfwirts« liegt natürlich auch an der Küche,

die Guido Ritzinger kurz und bündig so beschreibt: »Wir kochen

alpin. Punkt.« Was das bedeutet? Die Gerichte kommen aus der

ganzen Alpenregion, aus Südtirol genauso, wie aus seiner österreichischen

Heimat oder aus der Schweiz. »Ich fasse den Begriff

‚alpine Küche‘ sogar noch weiter«, schmunzelt er – und meint

damit die Cote d’azur zwischen Nizza und Monaco, also den

Landstrich, wo sich Gebirge und Meer treffen. Ritzinger versucht

stets, möglichst nah an die jeweilige Region »hinzukochen«, was

nicht immer hundertprozentig gelingen kann. So ist sein »Steirisches

Backhendl mit Kartoffelsalat« ein absoluter Hochgenuss,

aber es wäre gar nicht bezahlbar, die berühmten Sulmtaler Hühner

dafür zu verwenden. Auf jeden Fall werden die Hendl traditionell

»steirisch« ohne Haut gebacken. Dadurch sind sie weniger fett

und das Fleisch schmeckt sehr fein.

Damit ist also schon mal geklärt, dass der Begriff »regionale

Küche« von Guido Ritzinger und seinem Team sehr weit gefasst

wird. Er wollte aber, nach Jahrzehnten im Gourmettempel, tatsächlich

volkstümlicher Kochen – und dabei die beste Qualität

bieten. Das schließt für ihn aus, dass alle Lebensmittel, die in

seine Speisekarte einfließen, aus dem Allgäu kommen. »Ich kann

das Gerede von der regionalen Küche nicht mehr hören. Das

kann man, wenn man beste Qualität will, doch gar nicht hinbekommen.«

Das Allgäu, so der erfahrene Wirt, ist gar nicht in der

Lage, alles zu liefern. Die Viehzucht ist auf Milchwirtscha ausgelegt,

stellt Ritzinger klar. »Wenn ich 50 Kilo Bürgermeisterstück

oder Tafelspitz brauche, bekomme ich sie einfach nicht in gleich

guter Qualität«. Also sucht er in Bayern nach den besten Quellen

und hat sie natürlich gefunden. Ein erfahrener Spitzenkoch

wie Guido Ritzinger weiß, wo Fleisch und Gemüse am besten

sind. »Im Allgäu gibt es kaum Geflügel, keine Schweine und

wenig Gemüse…«, schiebt er nach. Die Gäste vertrauen dem

Chef des »Dorfwirts« und rennen ihm, nach fünf arbeitsreichen

Jahren in Blaichach, immer noch sprichwörtlich die Bude ein.

Und das völlig zurecht, denn hier wird man nicht nur satt, sondern

verlässt das Lokal zufrieden und glücklich.

www.dorfwirt-blaichach.de

Manfred Prescher

Fotos: Guido Ritzinger, Marcus Baumann

Der »Dorfwirt« Guido

Ritzinger weiß, wie

bestes Fleisch aussehen

muss. Was er in

seiner Küche zaubert,

ist Alpenküche vom

Feinsten. Das gilt auch

für seine Fischgerichte.

Alles immer frisch

und perfekt zubereitet

wandern & genießen 39


Wandern

Gesundwandern im Unterallgäu

Weile

ohne Eile

Wandern kann wirklich jeder. Es stärkt schließlich das Herzkreislaufsystem

und die Muskulatur, erfrischt Seele und Geist – erst recht, wenn man auf den

Spuren des berühmten Pfarrer Kneipp lustwandelt. Denn dann steht nicht die

nur Sportlichkeit im Vordergrund, sondern ein ganzheitlicher Wellness-Ansatz

Das Unterallgäu ist lieblich, seine

Voralpenhügel lassen sich auch

von Wanderanfängern leicht bewältigen.

Die Region bietet Oasen der

Ruhe, reichlich Naturschönheit und viele

Möglichkeiten, den vom Alltag gestressten

Menschen wieder aufzurichten. Dass sich

die Besuche von Heilbädern, Kneipp-Anlagen

und die Nutzung vielfältiger Wellness-Angebote

mit den Touren kombinieren

lassen, macht den besonderen Reiz

dieses »flachen« Teils des Allgäus aus. Hier

finden schließlich alle Sinne zusammen.

Man kann einen Wohlfühl- und Heilurlaub

planen, der alles umfasst, was man

zum Abschalten, Gesundwerden und Entschleunigen

braucht. Im Unterallgäu lernt

man, sich und seinen Körper wieder zu

spüren und seine Zeichen zu erkennen.

Da geht’s lang: Der Kneipp Waldweg lockt mit

Groß und Klein mit Natur- und Fitnessangeboten

40


Der Kneipp-Waldweg bei Bad Wörishofen

Der Kneipp Wald weg

von Bad Wörishofen

zeigt sich immer

wieder einmal von

seiner wilden und

verwunschenen Seite

Fotos: Bad Wörishofen Tourismus, Christian Praager, Bad Grönenbach, Myriam Schell, Markt Rettenbach

Hier wirkte der berühmte Pfarrer Sebastian

Kneipp im 19. Jahrhundert – und

von hier aus verbreitete er seine ganzheitliche

Gesundheitslehre, die auf sehr einfache

und natürliche Elemente setzt. Er

war zwar nicht der erste Weise, der auf die

Heilkra speziell des Wassers baute, aber

er erreichte die Menschen, weil er Körper

und Seele als Einheit sah, die gemeinsam

gesund sein müssen. In der 15.000-Einwohner-Stadt

Bad Wörishofen stößt man

praktisch überall auf die Spuren des klugen

Geistlichen – erst recht natürlich auf dem

nach ihm benannten Waldweg. Der rund

zehn Kilometer lange Rundweg bietet daher

auch die Möglichkeit, sich in bestem

Kneipp-Sinne gesund zu laufen. Anfangsund

Schlusspunkt der Tour ist daher auch

der Trimm-Dich-Pfad, bei dem man gezielt

Übungen für alle Bereiche des Körpers

machen kann.

Der eigentliche Waldweg, der auch rollstuhlgeeignet

ist, umfasst 41 Stationen, die

zum Verweilen, Besinnen, Genießen und

Mitmachen einladen. Besonders schön ist

die zauberhae »Allee der Jahresbäume«.

Hier stehen und wachsen die vom Kuratorium

zum »Baum des Jahres« gewählten

Bäume – und jedes Jahr wird die Allee um

eine neue Art erweitert.

Das Wort »Fitnessstudio« kannte Pfarrer

Kneipp natürlich nicht, aber der Waldweg

ist tatsächlich eines, und zwar eines,

das in herrlicher Natur den Körper gezielt

stärkt. Und: Eine Trainingsstunde in diesem

Studio kostet noch nicht einmal Geld.

Auf sechs Tafeln werden Übungen gezeigt,

die den Bewegungsapparat und die Muskulatur

stärken – und Menschen jeden Alters

Freude machen. Der »Ort der Waldund

Naturwesen« ist nicht nur für Märchen-

und Sagen-Fans aller Generationen

gedacht: Der im letzten Jahr eröffnete Bereich

lockt unter anderem mit fabelhaen

Gestalten wie Nymphen oder Sylphen.

Überhaupt ist der Waldwanderweg prachtvoll:

So wird das alte Dorf Hinterhartenthal

gezeigt, dessen Reste freigelegt wurden.

Schön ist, dass die Dorflinde die Jahrhunderte

und die Umtriebe der Geschichte

einfach überdauert hat. Tipp: Von Bad

Wörishofen aus kann man in knapp zwei

Stunden zum Waldsee wandern – und sich

an schönen Bäumen erfreuen. ä

Bad Wörishofen

Tourdaten

Länge: 10,1 Kilometer

Wanderdauer:

3:30 Stunden

Maximale Höhe:

690 Meter

Maximaler Aufstieg:

100 Meter

Gesundheitsfaktor: Sehr gut

Die »Allee des Waldes« zeigt die Bäume des Jahres

wandern & genießen 41


Wandern

Die Berge zum Greifen nah

Idylle pur: Herbisried liegt in der Nähe von

Bad Grönenbach und bietet viele Oasen der Ruhe

Eigentlich ist das Hochgebirge noch ein

ganzes Stück entfernt, denn Bad Grönenbach

liegt am flachen Nordrand des Allgäus.

Dennoch beeindruckt das Alpenpanorama,

bei günstigem Wetter ist der Blick

auf das Gebirge einfach unbeschreiblich.

Aber keine Angst: Man muss weder klettern,

noch viele Höhenmeter überwinden,

dazu sind die Riesen doch zu weit weg.

Vom Wanderparkplatz aus startet man,

dem Wegweiser folgend, in Richtung

»Waldcafé« – und von dort aus liegt einem

die Alpen-Nordkette praktisch zu Füßen.

Man erkennt die Zugspitze und die Allgäuer

Bergwelt. Der Weg führt in Richtung

Herbisried und Kornhofen, dabei gilt es

einige eher leichte Anstiege zu überwinden.

Die mittellange Wanderung ist für

Anfänger bestens geeignet, unterschiedliche

Böden laden auch zum Barfußgehen

ein. Von Kornhofen aus geht es, an lieblichen

Wiesen vorbei, weiter in Richtung

Bad Grönenbach – und man blickt wieder

auf die Zugspitze und den Gebirgszug.

Den besten Ausblick über die vielfältige

Landscha hat man übrigens vom »Kornhofer

Bänkle« aus. Im »Waldcafé« lässt es

sich gut bei einem leckeren Stück Kuchen

verweilen, bevor es dann über den

»Nordic-Walking Pfad 2« vorangeht. Es

lohnt sich, die Stöcke mitzunehmen, denn

der Parcours ist speziell auf die Belange

dieser Sportart ausgelegt.

Tourdaten

Länge:

7 Kilometer

Wanderdauer:

1:30 Stunden

Maximale Höhe:

765 Meter

Maximaler Aufstieg:

80 Meter

Gesundheits -

faktor: Gut

Bad Grönenbach

Waldcafe

42

Der Weg zurück nach Bad Wörishofen ist auch für ungeübte Wanderer

bestens geeignet. Die Landschaft ist lieblich, die Aussicht oft grandios


Markt Rettenbach

Finster ist der Weg zu den uralten Steinfelsen

Tourdaten

Länge: 6 Kilometer

Wanderdauer:

1:30 Stunden

Maximale Höhe:

740 Meter

Maximaler Aufstieg:

85 Meter

Gesundheitsfaktor:

Gut

Rundweg zu den pittoresken Steinfelsen

Diese Voralpenwanderung ist wirklich

abwechslungsreich. Man beginnt sie am

besten am Marktplatz der Gemeinde

Markt Rettenbach und läu auf dem Gehweg

in Richtung Kempten. Vorbei geht es

an einer neu angelegten Kneipp-Tretanlage,

die man am Schluss der Wanderung

nutzen sollte, um abzukühlen und die

Seele baumeln zu lassen. Am Wiesenbach

entlang führt ein Pfad in Richtung Engetried,

dort überquert man die Günz und

muss kurz auf der Straße entlang – bis zu

einem Feldweg, der dann in einen herrlichen

Mischwald führt. Der Waldpfad

bringt den Wanderer in kurzer Zeit zu den

Steinfelsen, die man dann über eine Holztreppe

»besteigt«. Es geht weiter über den

Weiler Unterburg und über den Ort Ober-

burg mit seinem lieblichen Wiesenhügeln

zurück nach Markt Rettenbach. Die Wanderung

ist ideal für Einsteiger, Familien

und Langsamgeher. Aufpassen sollte man

nur auf die vielen Wurzeln im Wald. Speziell

bei den Steinfelsen kann man länger

verweilen, Kinder werden es lieben, die

Höhlen zu »erforschen«. Angst vor Bären

muss man nicht mehr haben. ä

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wandern & genießen 43


Wandern

Das Schachenbad ist ein künstlich

angelegter Weiher, der längst Teil

der Landschaft ist

Von St. Afra nach Schachen

In Lachen, unweit von Ottobeuren gelegen,

steht im Ortsteil einselberg die

Kirche der heiligen Afra, die zu weiten Teilen

im 18. Jahrhundert erbaut worden. Von

dort aus wandert man ein Stück auf der

Straße entlang, den einselberg hoch. Auf

einem überwachsenen Pfad geht es bis

zum Waldrand und von da aus über die

Wiese nach Schachen. Man läu weiter

zum Schachenbad, einem idyllisch-malerischen

Weiher, der schon zum Ortsgebiet

von Ottobeuren gehört. Hier lohnt sich

die Rast, inklusive eines erfrischenden Bades

im kühlen Nass. Das Gewässer wirkt

wohltuend natürlich, es ist aber – kaum

zu glauben – künstlich angelegt. Eigentlich

könnte man inmitten der grünen Oase

auch einen Sonnentag verbringen, aber

man wandert weiter – zurück nach einselberg.

Die Kirche St. Afra sieht man

schon von weitem, ihr Anblick begleitet

uns beim Weg am Waldrand entlang und

den Hügel hinunter, vorbei an Koppeln

und Stallungen. Manfred Prescher

Lachen

Theiselsberg

44

Tourdaten

Länge: 6,3 Kilometer

Wanderdauer: 2 Stunden

Maximale Höhe: 650 Meter

Maximaler Aufstieg: 200 Meter

Gesundheitsfaktor: Gut

wandern & genießen


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wandern & genießen 45


Titelstory

Die legendäre Nagelfluh-Gratwanderung

emütlich oder

anruchsvoll?

Der Gebirgszug Nagelfluh-Kette bietet für jeden Naturliebhaber

die idealen Voraussetzungen. Egal, ob man ambitioniert auch

größere Höhenunterschiede überwindet oder doch eher geruhsame

Etappen wählt – man ist immer in allerschönster Umgebung.

Besonders malerisch, aber auch aufreibend: Die Gratwanderung

46

Um sich auf die Gratwanderung

zu begeben und sie »durchzustehen«,

sind drei Dinge nötig –

Zeit, Ausdauer und Erfahrung im Bergwandern.

Man muss tatsächlich in der

Lage sein, seine Kräe zu kennen und sich

nicht zu überfordern. Ist der Wanderer fit

genug, erwarten ihn zwischen dem durchaus

tückischen Hochgrat bei Oberstaufen

und dem Mittag bei Immenstadt herrliche

Ausblicke und eine reichhaltige Flora.

Sinnvoll ist es auch, in einer Gruppe zu

gehen und an den Endpunkten jeweils ein

Auto abzustellen, denn zweimal scha

man den Weg auch beim besten Willen

und der optimalen Konstitution nicht.

In Oberstaufen geht’s los

Am Startpunkt kau man zunächst ein

Ticket für die Hochgratbahn. Die Kombikarte

gilt auch für die Mittagbahn, die man

zum Schluss der Tour braucht. Man fährt

zunächst bis zur Bergstation und genießt

den phänomenalen Rundblick. Wenn das

wandern & genießen


Fotos: Tourismus Oberstaufen, Alpee-Grünten Tourismus, Volker Wille

Das Gipfelkreuz des Hochgrat: Hat man es erreicht,

liegt das steilste Wegstück der Tour hinter

dem Wanderer. Unten: Nicht nur am Hochgrat

zeigt sich das schroffe, aus Kies und Geröll

bestehende Felsmassiv der Nagelfluhkette

Wetter mitspielt, kann man nicht nur die

nächsten Bergketten bestaunen, sondern

auch den Bodensee. Sogar die Zugspitze

ist von hier aus zu erkennen. Richtig los

geht es dann über einen ziemlich steinigen

und steilen Weg über den Bergrücken bis

auf den Hochgrat. Man wandert auf oder

teilweise neben dem sich sehr lang hinziehenden

Ostgrat in die Brunnenauscharte.

Etwas lockerer geht es dann weiter

zum Westgipfel des Rindalphorns. Zum

Hauptgipfel kommt man dann über eine

Senke auf dem Zwischenkopf und über

den sehr steil ansteigenden, überaus anspruchsvollen

Grat. Man steigt steil hinauf

bis auf 1834 Meter und befindet sich auf

dem höchsten Punkt der Nagelfluhkette.

Wo der Graskamm wartet

Man darf sich nichts vormachen, die Abstiege

sind ebenfalls ziemlich anstrengend.

Es ist wirklich nötig, Schuhwerk zu tragen,

das auch bei steilen Bergab-Märschen weich

und nachgiebig ist. Denn man bekommt

leicht Blasen. Auf jeden Fall wandert man

erst einmal zurück zu den Wegweisern, und

folgt dann einer engen Geröll- und Grasfurte

bis hinunter zur Gründlesscharte. Unmittelbar

neben dem Graskamm steigt man

dann wieder mächtig bergauf. Auf einem

schmalen Grat, der auch verlangt, dass der

Wanderer schwindelfrei ist, geht es nach

links hoch zum Gründleskopf – und von

da weiter auf den beeindruckenden, knapp

wandern & genießen 47


Titelstory

Schwindelfrei muss man sein, denn immer

wieder geht es nur an Führungsseilen entlang

weiter. Wer aber trittfest und bergsicher ist,

wird mit wunderschönen Ausblicken belohnt

über 1770 Meter hohen Buralkopf. Den erreicht

man aber nur, wenn man berg- und

trittsicher ist.

Ein wahrer Drahtseilakt

Nur mit Hilfe eines Drahtseiles kommt

man dann weiter über den Ostgrat. Vor

allem gen Norden geht es dort dann sehr

steil bergab – und im Anschluss sofort

wieder mächtig bergauf. Der Anstieg führt

auf den ebenfalls über 1700 Meter hohen

Sedererstuiben. Wesentlich »gemütlicher«

ist dann die nächste Etappe hinüber auf

den Stuiben. Der Berg mit seinem malerischen

Plateau verwöhnt wieder mit einem

himmlisch schönen Ausblick. Genau genommen

ist der zwar auf der ganzen Strecke

wirklich einmalig, aber o ist man ein-

fach mit steilen Auf- und Abstiegen beschäigt.

Man reguliert die eigene Atmung

und hat kaum Puste, sich von der Umgebung

den Atem rauben zu lassen. Aber tatsächlich

entschädigt das Panorama im Verbund

mit der himmlischen, unberührten

Natur all die Mühen der Wanderung.

Weiter geht’s: Der Weg bleibt vergleichsweise

moderat, man folgt der Beschilderung

zum Steineberg. Aber eine knifflige

Stelle liegt noch vor den Wanderern, denn

Die Gratwanderung in Kürze

Mittagbahn

Mittag

*

Hochgratbahn

Hochgrat

*

Gehzeit: ca. 7 Stunden

Gehstrecke: ca. 14 Kilometer

Höhendifferenz:

800 Höhenmeter aufwärts,

1100 Höhenmeter abwärts

Rindalphorn

*

*

Buralpkopf

*

Gündleskopf

Bergbahn: Die letzte Bahn am Hochgrat

wie am Mittag fährt um 17 Uhr,

das Verbundticket kostet 14 Euro

Einkehrmöglichkeiten:

Nur am Hochgrat und am Mittag

*

*

Stuiben

Sederer Stuiben

Alpe Gund

*

*

Steineberg

Wer sich gerne navigieren lassen

möchte findet diese und weitere

Touren unter www.komoot.de/

user/27118376051

*

Bärenköpfle

Fotos: Volker Wille, Thomas Gretler; Karte: © OpenStreetMap (and) contributors, CC-BY-SA

48

wandern & genießen


wieder geht es nur mit Hilfe von Stahlseilen

voran, hinüber zum Gipfel des Steinebergs.

Obwohl das nicht ganz stimmt:

Denn das eigentliche Gipfelkreuz erreicht

man nur über eine zirka 15 Meter lange

Leiter. Auch hier muss man schwindelfrei

sein und seine Grenzen kennen.

Auf zum Mittag

Über eine 15 Meter hohe Leiter geht es zum

Gipfel des Steinebergs. Kreislauf: Wer auch den

Stuiben erklimmt, weiß genau, wo er ist

Weiter folgt man dem Wegweiser in

Richtung »Mittag Gipfelstation«, wobei

noch einmal ein Übergang via Seil auf den

Wanderer wartet. Danach muss man über

einen malerischen, gepflegten Waldweg

weiter – und zwar bergab. An einer Weggabelung

muss man geradeaus, überwindet

den schwachen Anstieg zum Bärenkopf

und wandert links über den Schotterweg

bis zur Bergstation des Mittag. Hier

kann man auch einkehren und eine zünftige

Brotzeit genießen. Empfehlenswert ist

auch der Kaiserschmarrn. Von der Bergstation

aus nimmt man die Seilbahn hinab

nach Immenstadt. Und wer kein Auto im

Ort geparkt hat, läu »die paar Meter«

vom Fuß des Grünten hinab bis zum

Bahnhof. Von dort fahren die Züge der

Deutschen Bahn im Wechsel mit dem

»Alex« im Stundentakt zurück nach Oberstaufen.

Natürlich kann man die Tour auch

in umgekehrter Reihenfolge wagen, aber

diese Variante ist noch anstrengender,

denn dann hat man mit dem Hochgrat

den steilsten »Koloss« erst auf der finalen

Etappe zu bewältigen. Kräeschonender

ist es, sich zum Mittag vorzuarbeiten. Geübte

Wanderer sollten mit gut sieben Stunden

Marsch rechnen. Manfred Prescher

Wer es etwas weniger kernig

haben will...

Allen, denen die Gratwanderung zu

anstrengend ist, bietet sich die Möglichkeit,

am Sedererstuiben zur Gund-Alpe

abzusteigen. Von da geht´s zur Alpe

Mittelberg, wo man sich ein Mountainbike

leihen (Voranmeldung erforderlich)

und damit zur Talstation des

Hochgrat fahren kann.

Weitere Infos: www.nagelfluhkette.info

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wandern & genießen 49


Wandern

24h-Wandertrophy rund um Oberstaufen

Soweit die

Füße

tragen

Im Juli ist es wieder soweit, dann können passionierte Wanderer rund

um Oberstaufen die Berge entdecken: Bei der 24-Stunden-Trophy muss

man 58 Kilometer und 3.033 Höhenmeter bewältigen. Es geht auch »einfacher«:

Bei der 12-Stunden-Tour sind es »nur« 29 Kilometer Wegstrecke

und 1.243 Höhenmeter – und die wollen erst mal gescha werden

Wer nach Herausforderung und gemeinsame Wandererlebnisse

sucht, der kommt an den 24-Stunden-

Trophies nicht vorbei. In diesem Jahr sind noch Etappen

dazu gekommen, das heißt, dass man an einem halben Dutzend

unterschiedlichen Orten ausgiebig und »schweißtreibend«

wandern kann. Stets dabei sind immer auch die Guides, und

zwar egal, ob man im Berchtesgadener Land, in der Alpenwelt

Karwendel, im Harz bei Wernigerode, in Maishofen/Saalbach-

Hinterglemm oder rund um Schliersee/Tegernsee wandert. Oder

eben beim Wander-Event in der Gegend von Oberstaufen im

50

Allgäu. Beim diesjährigen 24-Stunden-Abenteuer sind die Wanderer

wieder gefordert, denn erneut laufen sie auf einem Teilstück

der legendären »Himmelsstürmer-Route«, die auch ein wesentliches

Element der »Wandertrilogie Allgäu« ist. Außerdem ist

man auf Abschnitten der drei Premium-Wanderwege »Wildes

Wasser«, »Alpenfreiheit« und »Luiger Grat« unterwegs, schöner

kann man sich tatsächlich nicht anstrengen. Die Touren sind auf

jeden Fall – egal, ob man über 12 oder gar 24 Stunden geht –

sehr anspruchsvoll und wirklich nur für sportliche, bergsichere

und schwindelfreie Zeitgenossen geeignet.

ä

wandern & genießen


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Fotos: grassl event & promotion services gmbh J.M. Waffenschmidt, Oberstaufen Tourismus

Wer die sportliche

Herausforderung sucht

und die Natur liebt,

wird sich dem Hochgrat

gern stellen. Er

ist Teil der Trophy

und belohnt mit atemberaubender

Aussicht

Man lernt laufend: Für

ambitionierte Familien

sind die geführten

Wanderungen optimal

51


Wandern

Der Wegweiser mit Zielgarantie – aber erst nach schweißtreibender Tour

Die höchste Destillerie: Die auf 1.300 Metern gelegene Kräuteralp Hörmoos

Die Nagelfluhkette bietet

spektakuläre Natur

Über den Hündle und an den gewaltigen Buchenegger Wasserfällen

vorbei wandert man am Vormittag zu Talstation am

Hochgrat. Von da aus geht es anschließend an der Südseite hinauf

zum Prodel und zum Denneberg. Durch das Wildschutzgebiet

läu man zurück ins Tal. Aber dann muss man wieder gewaltig

bergauf, denn es geht hoch zum höchsten Gipfel der Nagelfluhkette,

also hinauf zum Hochgrat. Auf 1834 Meter Höhe hat man

einen atemberaubenden Ausblick auf die Gipfel der Region, aber

auch auf Zugspitze oder »das Deutsche Meer«, den Bodensee.

Naturschönheit in seiner reinsten Form

Weiter geht es entlang des Grates Richtung Westen bis zur Falkenhütte,

in der die Wanderer ein ausgiebiges Abendessen erwartet.

Der weitere Weg ist wirklich atemberaubend – und das

in doppelter Hinsicht. Denn natürlich geht es zügig und anspruchsvoll

voran, aber auch der Ausblick ist einfach gewaltig,

vor allem bei Dämmerung. Durch das Moorgebiet auf dem Hochplateau

des Hörmoos geht die Wanderung dann bei anbrechender

Dunkelheit weiter bis zum Hochhäderich. Auf 1565 Metern Höhe

befindet man sich dann an der Grenze zwischen Allgäu und Vorarlberg.

Auf einer malerischen, großen Schleife läu man dann

zum Imberghaus und von da an wieder talwärts bis Schindelberg

und im Anschluss hoch nach Hagspiel.

Morgenstundund Frühstückspause

Im Talgrund in Aach wird gefrühstückt, bevor man weiter zu

den Eibele Wasserfällen wandert. Ein letzter, steiler Anstieg steht

dann noch bevor – hinauf zum auf rund 1000 Metern gelegenen

Gipfel des Kapf. Nach einer Morgenandacht am »Paradies«, das

seinen Namen wegen des herrlichen Ausblicks und der himmlischen

Ruhe zu recht trägt, hat man es praktisch gescha: ä

Start- und Zielpunkt

ist das malerisch gelegene

Obererstaufen

52

wandern & genießen


Wandern

Mehr Aussicht geht

nicht. Auf dem Plateau

des Hochgrat erchließt

sich ein Großteil der

Alpenregion

Nach 24 wunderschönen, aufreibenden, naturverbundenen Stunden

Wanderung läu man, erschöp aber zufrieden, wieder im

Kurpark von Oberstaufen ein.

Die 12h-Wanderung

Für Langstrecken-Einsteiger und Wanderer, die sich auf eine

Tagesetappe beschränken möchten, ist die 12h-Panorama-Wanderung

gedacht. Los geht’s um 7.45 Uhr im Kurpark und dann

über Buflings, das Schwarzenbachtal, sowie die Kalzhofer Höhe

zur Salmaser Höhe auf 1254 Metern. Danach wandert man bergab

über die Michelsalpe und genießt den Blick auf den größten Natursee

des Allgäus, stärkt sich in alkirchdorf, bevor es zum

Schwändle und zum Hündlegipfel hoch geht.

Danach steigt man wieder hinab und gelangt bald in einen

der letzten Urwälder Deutschlands, lässt sich von den Buchenegger

Wasserfällen bezaubern und wandert am Nachmittag über

Buchenegg und Ifen ins Weißachtal. Von dort aus wandert man

am Wildgehege vorbei bis zum »Oberen Panoramaweg« und wieder

zurück zum Kurpark.

Manfred Prescher

Die Buchenegger

Wasserfälle: Ein Bad in

der Weißach entspannt

54

Info: Wann geht’s los? Am 22. Juli 2017 um 8 Uhr/7.45 Uhr

Wo geht’s los? Im Kurpark von Oberstaufen

Die Logistik: Erfahrene Guides sind immer dabei und erklären

auch, was es zu sehen gibt. Getränke und Essen werden gestellt

Ticketpreise: 119 Euro (24h)/79 Euro (12h)

Anmeldung und weitere Infos: www.24h-trophy.de

wandern & genießen


Verlagsverzeichnis

2017/2018

Vom Bildband bis zum Wörterbüchle

Das Beste aus der Allgäuer Verlagswelt


Magazine

Vielen Dank für Ihr Interesse

an der Verlagsreihe EDITION ALLGÄU,

die seit 2007 erfolgreich im Verlag HEPHAISTOS erscheint.

Bekannt wurde die EDITION ALLGÄU in den letzten Jahren vor allem durch die

historischen Allgäu-Bildbände der Lala Aufsberg sowie dem jährlich erscheinenden

Kuh-Kalender. Zahlreiche Neuveröffentlichungen wie verschiedenste Allgäu-

Kalender, historische Romane, Kinderbücher bis hin zu großformatigen

Bildbänden folgten seitdem.

Dank einem sehr gut strukturierten Vertriebsnetz im Allgäu, kompetenten Ansprechpartnern

für Lektorat sowie Grafik und umfangreichen Presse- und Marketingmöglichkeiten,

kann auch Ihr Buchprojekt erfolgreich in unserem Verlag

realisiert werden.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendung bzw. Ihre unverbindliche Anfrage und beraten

Sie gerne persönlich über die Möglichkeiten zu Ihrem Buch- oder Kalenderprojekt.

Ihr Team der EDITION ALLGÄU

HEIMAT ALLGÄU

Magazin des Heimatbund Allgäu. Viermal jährlich

werden die Mitglieder sowie Abonnenten über Themen

zu Kultur, Brauchtum, Natur und Freizeit informiert.

HEIMAT ALLGÄU schaut hinter die Kulissen

und berichtet über Menschen aus der Region und

die vielfältige Arbeit der Vereine.

60 Seiten, erscheint 4 x jährlich,

Format 21 x 29,7 cm,

Gratis-Probeheft, Best.-Nr. 200

Komplette Jahrgänge nachbestellen:

Alle noch verfügbaren Ausgaben der Jahrgänge

2016, Best.-Nr. 489 8,50 €

2015, Best.-Nr. 490 8,50 €

2014, Best.-Nr. 491 8,50 €

2013, Best.-Nr. 492 7,00 €

2012, Best.-Nr. 493

2011, Best.-Nr. 494

2010, Best.-Nr. 495

2009, Best.-Nr. 496

2008, Best.-Nr. 497

2007, Best.-Nr. 498

2006, Best.-Nr. 499 je 9,95 €

Bildbände - Allgäu-Kalender - Romane und Krimis - Berg- & Wanderbücher

Humor & Mundart - CDs & Hörbücher...


Magazine

Alpsommer & Viehscheid

Das umfangreiche Sonderheft beeinhaltet zahlreiche

Hintergrundinformationen zum Alpsommer

und dem Viehscheid im Allgäu, dem Tannheimer

Tal, in Reutte und Außerfern. Außerdem erwarten

Sie zahlreiche Veranstaltungs- und Freizeittipps.

84 Seiten, erscheint 1 x jährlich

Format 21 x 29,7 cm, Best.-Nr. 002

Preis 4,00 €

NAGELFLUH

Das Naturpark-

Magazin, mit

Neuig keiten und

viel Wissenswertem aus der Naturparkregion

Nagelfluhkette. Per Haushaltszustellung werden

zweimal im Jahr alle Einwohner der 15 Gemeinden

in der Naturpark Region erreicht.

Format 21 x 29,7 cm, mindestens 32 Seiten,

2 x jährlich, Best.-Nr. 003, Preis 2,00 €

wandern & genießen

»wandern & genießen« erschien erstmals anlässlich

des 113. Deutschen Wandertags in Oberstdorf.

Aufgrund des großen Interesses aus dem touristischen

Bereich wird das Magazin weiterhin veröffentlicht.

Denn das Wandern zieht immer mehr

Menschen in seinen Bann. Es erwarten Sie außerdem

zahlreiche Veranstaltungs- und Freizeittipps.

76 Seiten, erscheint 1 x jährlich

Format 21 x 29,7 cm, Best.-Nr. 005

Preis 4,00 €

allgäuALTERNATIV

Regionale Berichte zu Energiezukunft und

Klimaschutz. Lesen Sie die aktuelle Ausgabe

ganz einfach und kostenlos zur Probe.

Format 21 x 29,7 cm, 76 Seiten,

3 x jährlich, Best.-Nr. 201, Preis 4,00 €

Vereinszeitschriften,

Mitarbeiterzeitungen, Kundenmagazine

Trotz digitaler Medien ist die Unternehmens broschüre noch immer das Basis-Informationsmittel.

Unser erfahrenes Team aus Redak teuren, Mediaberatern

und Grafikern unterstützt Sie bei der Erstellung dieser wichtigen Kommunika -

tionsinstrumente – vom Konzept bis zur fertigen Produktion. Wir setzen Ihre Wünsche

gerne für Sie um und zeigen Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten.

Sprechen Sie uns jetzt an!

EDITION ALLGÄU; Tel. 08379/728616,

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Kalender & Aufkleber

TIPP

Kuh-Kalender

Die schönsten »Braunviecher« auf Allgäuer

Weiden und Wiesen.Bereits das achte Jahr in

Folge gibt es den Kuh-Kalender der EDITION

ALLGÄU. Die Begeisterung für diesen Kalender

ist weiterhin riesengroß.

14 Seiten, Format 42 x 30 cm, Spiralbindung,

Best-Nr. 076, Preis 15,80 €

Panorama-Kalender Allgäuer Ansichten

Der hochwertige Panorama-Kalender »Allgäuer Ansichten« zeigt alljährlich einzigartige Panorama-Motive

des Allgäuer Fotografen Siegfried Bruckmeier im XXL-Format. Sie werden Ansichten des Allgäus kennen -

lernen, welche selbst Allgäu-Kenner ins Staunen bringen. Der Kalender verfügt über einen extra verstärkten

Kalenderrücken und eine doppelte Spiralaufhängung zur perfekten Anbringung an der Wand.

14 Seiten, XXL-Format 100 x 39 cm, Spiralbindung,

Best-Nr. 078, Preis 29,80 €

Allgäu Kalender

Für Allgäu-Liebhaber gibt es den klassischen

Bild-Kalender. Landschaften, Orte und Berge

in eindrucksvollen Großaufnahmen aus allen

Bereichen des Allgäus.

14 Seiten, Format 42 x 30 cm, Spiralbindung,

Best-Nr. 077, Preis 15,80 €

Hopfen und Malz - Gott erhalt's

Ein zeitloser Bier-Kalender, der 13 historische

Stiche zum Thema Bier und Wirtshaus zeigt.

14 Seiten, Format 42 x 30 cm, Spiralbindung,

Best-Nr. 070, Preis 14,80 €

Wir gestalten Ihren Firmen-Kalender

Bereits zahlreiche international tätige Firmen mit Hauptsitz im Allgäu nutzen

die von uns produzierten Kalender als ansprechendes Firmenpräsent für ihre

Mitarbeiter, Kunden und Partner. Gerne zeigen wir auch Ihnen die vielfältigen

Möglichkeiten für Ihren individuellen Firmen-Kalender.

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Bildbände - Allgäu-Kalender - Romane und Krimis - Berg- & Wanderbücher

Humor & Mundart - CDs & Hörbücher...


Bücher | Allgäu Bildbände

Dorfleben

im Allgäu

In den 1930erund

1940er-Jahren

war die Fotografie

noch aufwändig

und teuer. Neben

den professionellen

Fotografen mit eigenem

Atelier, übernahmen talentierte Menschen auf

dem Lande die Dokumentation des Lebens in ihren

Orten und Gemeinden. Josef Weixler sen. war so ein

»Dorffotograf« in der Allgäuer Gemeinde Sulzberg.

Josef Weixler, 146 Seiten, Softcover-Umschlag,

Format 21 x 24 cm, 200 Schwarzweiß-Fotos

Best.-Nr. 084, 24,80 €

NEU

Allgäuer Bergsommer

und Leben im Tal

Als junger Mann kam

der Fotograf Leo Schnellbach

(† 1998) in die

Kreisstadt Sonthofen.

Die Bergmotive von ihm

fanden Abnehmer bei

Zeitschriften und Zeitungen.

Aber auch viele

Sonthofener Persönlichkeiten finden sich im Archiv

des Fotografen.

Rudolf Schnellbach, Leos Sohn hob gemeinsam

mit seiner Familie den »Archiv-Schatz« seines Vaters.

In Zusammenarbeit mit der EDITION ALLGÄU

entstand daraus ein kulturhistorischer Bildband.

Leo Schnellbach, 144 Seiten, Format 24 x 30 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 034, 24,80 €

Allgäuer Eiswelten

Im Bildband werden 16 Naturschauplätze im

Allgäu und angrenzenden Bregenzerwald vorgestellt.

Je nach persönlichem Geschmack bleiben

keine Wünsche offen, ob für Winterwanderer oder

anspruchsvolle Tourengeher. Kartenskizzen,

Touren steckbriefe und Tipps geben dazu wertvolle

Hilfestellung.

Tom Bendl, 112 Seiten, Format 24 x 17 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 075, Preis 24,80 €

Lala Aufsberg –

Historische Bilder

aus dem Allgäu

Nach dem mittlerweile

restlos vergriffenen Buch

»Lala Aufsberg – Landschaften,

Menschen,

Momente«, ist dies der

zweite Bildband zur

wahrscheinlich begnadetsten

Allgäu-Fotografin ihrer Zeit.

Auf 160 Seiten zeigt der hochwertige Bildband

rund 350 bisher unveröffentlichte Fotos. Duplex-

Druck und aufwändige Bildbearbeitung garantieren

beste Bildqualität und besonderen Lesegenuss.

160 Seiten, Format 24 x 30 cm, Hardcover,

Best.-Nr. 029, 24,80 €

TIPP

EINFACH OBEN –

Das Allgäu aus der Vogelperspektive

Dieser Bildband wird Sie begeistern. Schon am

Boden beeindruckt unsere wunderschöne Landschaft

seinen Betrachter. Doch erst der Blick von

oben zeigt die Schönheit unserer Natur, die manchmal

im Verborgenen liegt. »Das Ziel, das ich mit

meinen Bildern verfolge, ist es, den Menschen zu

zeigen, wie schön und vielfältig unsere Natur sein

kann. Nur wenn es uns gelingt, die Erde zu erhalten

und zu respektieren, dann haben auch die

nächsten Generationen eine Zukunft.«

Fotografien von Adi Geisegger, 144 Seiten,

Hardcover, Format 30 x 25 cm,

Best.-Nr. 081, Preis 29,80 €

Naturpark

Nagelfluhkette

Der Naturpark ist

einer der jüngsten

in Deutschland, jedoch

der erste, der

15 Gemeinden aus

zwei Ländern,

Österreich und

Deutschland, verbindet.

Der Bildband

bringt den

Lesern Fauna und Flora des Naturparks näher, und

auch die Menschen, ihr Brauchtum und ihre Kultur

im Allgäu und in Vorarlberg werden mit eindrucksvollen

Fotos präsentiert.

Barbara Frey, 224 Seiten, Format 24 x 30 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 026, 24,80 €

Naturpark-Magazin

Zweimal jährlich produziert die EDITION ALLGÄU das

offizielle Magazin für den Naturparkverein Nagelfluhkette

e.V. »Nagelfluh«. Hierbei bekommen alle Haushalte

der 15 Naturpark-Gemeinden das Heft

kostenlos zugesendet. Außerdem ist NAGELFLUH

ganzjährig an den Tourist-Infos erhältlich.

...und viele tolle Geschenk-Ideen finden Sie auf www.edition-allgaeu.de

Ihrem großen Online-Shop der EDITION ALLGÄU


Bücher | Allgäu Romane & Erzählungen

TIPP

Madeleine

1927 – Madeleine ist

16 Jahre alt, als sie mit

ihrer Familie vom Ruhrgebiet

an den Bodensee

umzieht, wo ihr Vater

hofft sein Lungenleiden,

unter dem er durch die

Arbeit im Kohlebergwerk

erkrankt ist, zu kurieren.

Zusammen mit ihrer älteren

Schwester Maria durchlebt sie dort die ersten

Arbeitsjahre, die ersten Schwärmereien und folgt

dem Unternehmen Nestlé nach Hegge ins Allgäu.

Carola Härle, 174 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 079, Preis 12,80 €

Verlorene Jahre

Plötzlich ist Gustav

Meller allein im Haus.

Er und seine Frau Gertrud,

seit vierzig Jahren

verheiratet, lebten die

letzten dreißig Jahre

neben einander her,

ohne Gespräche, jeder

in seiner Welt. Dann

erleidet Gertrud einen

Herzinfarkt und kämpft

im Krankenhaus ums Überleben und Gustav spürt

die Leere nun mit aller Macht.

Carola Härle, 128 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 073, Preis 12,80 €

Bergsommer –

Mein Jahr als Hirt, Wirt und Senn

auf einer Oberallgäuer Sennalpe

»Nun ist es tatsächlich so weit, mein erster

Alpsommer beginnt und ich beziehe bei herrlichstem

Frühlingswetter meine Heimat die

nächsten etwa acht Monate, in der ich arbeiten

und leben werde, bis dass der Winter uns

scheidet.«

Mit dem Auftrieb der Geißen beginnt Anfang

April die Saison auf der Alpe Sonnhalde. Ein

harter und entbehrungsreicher Sommer steht

bevor. Er wird mir meine Grenzen zeigen, mir

aber auch vieles zurückgeben. Und es wird der

Sommer sein, der mein Leben vielleicht für

immer verändert...

Florian Maucher, 176 Seiten,

Format 14,8 x 21 cm, Softcover,

Best.-Nr. 044, 12,80 €

Auguste Städele

Bäuerin und

Fotografin

Die Bauerntochter

Auguste Städele (1879-

1966) erhielt als junge

Frau vom Dorfpfarrer ein

un gewöhnliches Geschenk:

eine Kamera.

Bereits in der Zeit vor

dem Ersten Weltkrieg

wurde sie damit zur bildlichen Chronistin ihrer Familie

und ihres Heimatortes. Zwischen 1900 und

1920 entstanden etwa 530 Glasplatten-Negative.

Sie zeigen Häuser in Missen, die Menschen des

Dorfes im Porträt sowie ihre Arbeit und »Freizeit«.

Jürgen Schmid M.A., 80 Seiten, Format 16 x 21

cm, Softcover, Best.-Nr. 024, 9,80 €

Das Puzzle des Lebens

»Das Puzzle des Lebens«

besteht aus Erzählungen,

die durch die

vielen Begegnungen und

Berührungen der Autorin

mit Menschen und die

dadurch erlebten Episoden,

aber auch durch

die Familientradition des

Geschichten Erzählens

und Schreibens von Frau zu Frau weitergegeben,

entstanden sind. Von heiter bis wolkig, zwischen

Historie und Imagination – das macht die biografischen

und anderen Erzählungen aus, die zu einem

fantastischen Geschichtenpuzzle zusammengefügt

wurden.

Gisela Angenend, 182 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 082, Preis 12,80 €

Sie sind Autor?

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit haben

und uns ein Buchprojekt zukommen lassen wollen,

senden Sie uns bitte Ihr Manuskript in ausgedruckter

Form an die EDITION ALLGÄU, z. Hd. Herrn

Peter Elgaß, Lachener Weg 2, 87509 Immenstadt-

Werdenstein oder per E-Mail an peter.elgass@heimat-

allgaeu.info

Weitere Informationen finden Sie unter

www.edition-allgaeu.de

Bildbände - Allgäu-Kalender - Romane und Krimis - Berg- & Wanderbücher

Humor & Mundart - CDs & Hörbücher...


Faszination BERG

Das Ehepaar Hermine

und Heinz Sommer

waren ein fester Bestandteil

der Allgäuer

Kletterszene und gehört

zu deren Urgesteinen. In

»Faszination BERG« hat

Heinz Sommer († 2016)

zahlreiche Klettergeschichten

und alpine

Anekdoten aus seinem großen Erfahrungs- und

Erinnerungsschatz gesammelt und gibt wieder,

was ihn am Bergsteigen so bezaubert und dem

Ehepaar unvergessliche Erlebnisse beschert hat.

Heinz Sommer, 253 Seiten, Format 21 x 29,7 cm,

Softcover, Best.-Nr. 065, Preis 19,80 €

Gegengleich

Der Zimmermann Bertl

und die Künstlerin Sarah

bewirtschaften im Sommer

eine Alpe in den Allgäuer

Bergen. Doch für

den Rest des Jahres

haben sie noch kein eigenes

Zuhause. Darum ziehen

sie im Herbst hinaus,

um das Leben zu entdecken.

Zu Fuß mit Rucksack

und Zelt geht es über die Alpen Richtung Süden.

Die Reise hält jedoch nicht nur viele Höhenmeter,

sondern auch eine Reihe Stolpersteine für sie bereit.

Sarah Fehr, 136 Seiten, Format 12 x 19 cm, Softcover,

Best.-Nr. 056, 9,80 €

NEU

Der Liebesapfel

Wen beschäftigt sie

nicht, die Liebe? Wer

sucht ihn nicht, den Weg

zum Glück? Hier ein ungewöhnliches

Märchen

über dieses große

Thema, das Thema

schlechthin. Markus

Noichl lässt die Sau

raus. Genauer gesagt

den Eber. Also den Schweinemann, den Schweinerich.

Den rosigen Rudi Rundlich aus dem Stall und

seinen wilden, dunklen Bruder, den borstigen Bertram

aus dem Wald.

Markus Noichl, 72 Seiten mit Illustrationen von

Wolfgang Steinmeyer, Format 17 x 24 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 074, Preis 14,80 €

Jenseits von Jedem

Von Obergünzburg aus durchs Ostallgäu und weiter

Stefan Voecks sieht seine Zeilen und Fotos

nicht in der Tradition der Wanderführer, wie es

sie bereits zahlreich gibt, sondern viel eher als

Stichwortgeber, der mit Wort und Bild neugierig

machen, Interesse wecken und damit den Impuls

zu vertiefender Recherche geben will. Nicht mehr,

aber auch nicht weniger.

Stefan Voecks, 142 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 086, 12,80 €

Gut zu wissen…

Nicht erst seit 2007 ist der Verlag HEPHAISTOS kompetenter Ansprechpartner

für Bücher, Kalender, Bildbände und Zeitschriften.

Seit über 20 Jahren bereits erscheint die gleich namige Fachzeitschrift für

Schmiede und Metall gestalter – in Anlehnung an Hephaistos, laut griechischer

Mythologie der Gott des Feuers und der Schmiede. Mit einem angeschlossenen

Buchvertrieb sind wir der weltweit führende Fachverlag für Schmiede und Metallgestalter

und versenden unsere Veröffentlichungen in über 40 Länder weltweit.

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Bücher | Allgäu Romane & Erzählungen

NEU

Die unbekannten

Seiten des Allgäus

Im dritten Band seiner Allgäu-Trilogie besucht er

Stätten, bei denen vor langer Zeit noch der

Scharfrichter herrschte und Scheiterhaufen loderten.

Als an Kreuzwegen noch Spukgestalten

umhergingen und in den Spinnstuben die alten

Sagen weitergegeben wurden.

Peter Würl, 1946 in Tachau in Tschechien geboren,

wuchs in Geretsried südlich von München

auf. Seit über 30 Jahren lebt er im

Allgäu in Obergünzburg. Bekannt wurde Peter

Würl durch ungezählte Lesungen in ganz

Deutschland.

Peter Würl, 96 Seiten, Softcover-Umschlag,

Format 14,8 x 21 cm, Best.-Nr. 085, 9,80 €

Geheimnisvolles

Allgäu – Ausflüge

zu sagenhaften und

versteckten Plätzen

Mit seinem Buch »Geheimnisvolles

Allgäu« verführt

Peter Würl zu

Wanderungen an manch

bekannte, jedoch immer

noch von Geheimnissen

umwitterte Orte, wie andererseits

zu Plätzen, die noch vom Tages tourismus

völlig unberührt sind. Der Autor hat diese Orte

nicht nur besucht, er ist auch deren Historie und

sagenhaften Hintergründen nachgegangen.

Peter Würl, 86 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 064, 9,80 €

TIPP

Königlich Bayerisches

Blut gericht

Schwaben und das Allgäu

in den Jahren 1803

bis 1837. Schwaben war

gerade erst bayerisch geworden.

Hansjörg Straßer

hat alte Gerichtsakten gewälzt

und Fälle entdeckt,

die unser Land geprägt

haben. Das Blutgericht ist

ein dunkles Kapitel der Zeitgeschichte.

Hansjörg Straßer, 184 Seiten,

Format 148 x 210 mm, Softcover,

Best.-Nr. 052, 12,80 €

Wunderliches Allgäu

Bei Würls Spurensuche

geht es um alte Burgen,

um mittelalterliche Bäder

aber auch Aberglauben

und – wie der Titel verrät

– »Wunder liches«. Er

regt mit seinen Erzählungen

zu Wanderungen an

geheimnisvolle Orte an –

von der Teufelsküche bis

Schloss Liebenthann.

Peter Würl, 86 Seiten, Format 18,8 x 12 cm,

Softcover, Best.-Nr. 213, 9,80 €

Staatsschutzsache:

Verschwörung

Alpenbund

Dieses Buch soll als Versuch

verstanden werden,

dem Leser politische Geschichte

plastisch und

greifbar nahe zu bringen

– eine Geschichte, die

sich 2011/2012/2013

zum zweihundertsten

Male jährt. Es handelt sich mehr um ein Sachbuch,

wenn auch ungewöhnlicherweise um ein solches,

das als Klammer den Zeitbogen zwischen Zukunft

und Vergangenheit spannt.

Hansjörg Straßer, 180 Seiten,

Format 14,8 x 21 cm, Softcover,

Best.-Nr. 045, 12,80 €

Meuchelmord im

Kemptener Wald

Der Mord am Görisrieder

Söldner und Kemptener

Boten Anton Maurus

vom 9. Oktober 1872

kommt im Frühling 1928

wieder ins Gespräch.

Der Grund dafür ist ein

Vorfall in Görisried und

eine darauf bezogene,

vollkommen neue Mutmaßung. Der Kemptener

Kriminal beamte Xaver Gschwend setzt sich mit

diesem Verbrechen auseinander.

Anton Maurus, 202 Seiten,

Format 14,8 x 21 cm, Softcover,

Best.-Nr. 059, 12,80 €

Liebe Furcht

Vergänglichkeit

Dem bekannten Arzt

Walter von Rechlin

gelingt es zusammen

mit seinen osmanischen

Kollegen die Pest in

Istanbul zu bekämpfen.

Vom Sultan reich

belohnt will er nach

Konstanz zurückkehren,

um seine Tochter

Sophia, die er viele Jahre nicht mehr gesehen hat,

wieder in seine Arme zu schließen. Doch das

Schicksal verschlägt ihn nach Venedig.

Werner Köhnlein, 222 Seiten,

Format 148 x 210 mm, Softcover,

Best.-Nr. 043, 12,80 €

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Humor & Mundart - CDs & Hörbücher...


Bücher | Gedichte, Dialekt & Humor

Sammlung Dieter Höss

Taschenbücher mit Texten, Geschichten,

Gedichten und Limericks von Dieter Höss,

ab 100 Seiten, Format 14,8 x 21 cm, Softcover

Wo die wilden Männle hausten Best.-Nr. 072, Preis 12,80 €

Allgäuer Limericks, Best.-Nr. 025, Preis 9,80 €

Allgäuer Lesebuch, Best.-Nr. 035, Preis 12,80 €

Neuschnee im Juni, Best.-Nr. 041, Preis 9,80 €

Lebensfries –

Gedichtband

2009 fand Hermann

Seber (*1936 in Immenstadt,

† 2015) den

Kontakt zu einer Schreib -

gruppe, wo er erstmals

seine Gedichte vortrug

und mit den außergewöhnlichen

Texten die

Zuhörer in Staunen

versetzte.

Gedichtband eines verkannten, bisher

unbekannten Lyrikgenies, herausgegeben

von Brigitte Günther und Kay Wolfinger.

Hermann Seber, 230 Seiten, Format 12 x 19 cm,

Softcover, Best.-Nr. 047, Preis: 12,80 €

Allgäu heiter

bis sonnig

Ein Reise- und

Sprachführer, nach

dessen Lektüre jeder

Gast im Allgäu ein

Essen bestellen und

die üblichen Umgangsformen

einhalten

kann. Ein

quasi-lexikalisches Werk, das zahlreiche Phänomene

erklärt und landesübliche Vokabeln in der

speziellen Sichtweise der Allgäuer humorvoll betrachtet.

Für alle, die im Allgäu zu Hause sind und

für die jenigen, die dort Erholung suchen.

Peter Elgaß, Format 21 x 21 cm, 96 Seiten,

Softcover, Best.-Nr. 020, 9,80 €

Nicht alles aus

dem Allgäu ist Käse

Angefangen von der

Kindheit, über die

Schulzeit, die Ministrantenkarriere,

die

Studienjahre bis hin zu

Partnerschaft und Berufsleben,

Erlebnissen

mit Verwandten und

Bekannten – alle Anekdoten

und Geschichten

beschreiben wahre Begebenheiten aus dem Leben

von Helmut Schneider. Es sind zumeist kuriose Geschichten,

aber eben Geschichten, die ein Leben

halt so schreibt.

Helmut Schneider, 300 Seiten, Softcover im

Format 12 x 19 cm, Best.-Nr. 048, 12,80 €

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Bücher | Allgäuer Geschichte

TIPP

Fidel Schlund

Allgäuer zwischen

den Welten

In der Zeit der Deutschen

Revolution von

1848/1849, als sich im

Allgäu mutige Männer

für Demokratie und Freiheit

einsetzten, spielte

der Geschäftsmann und

Landtagsabgeordnete

Fidel Schlund eine wichtige Rolle. Für seine Ansichten

verfolgt, baute sich der Immenstädter als Auswanderer

in Amerika ein zweites Leben auf.

Hansjörg Straßer, 217 Seiten,

Format 14,8 x 21 cm, Softcover,

Best.-Nr. 057, 12,80 €

200 Jahre

Immenstädter

Post geschichte

Als vor 200 Jahren die

Post in Immenstadt Einzug

hielt, waren bereits

viele Regionen besser

versorgt als das Allgäu.

Das Oberallgäu stellte jedoch

besondere Anforderungen

an das Personal,

die Beförderungsmittel und die Ausrüstung. Helmut

Ott hat als Vollblut-Postler jahrelang Unterlagen

gesammelt und Archive besucht. In diesem

Büchlein hat er die Ergebnisse seiner Geschichtsforschung

zusammengefasst.

Helmut Ott, 136 Seiten, Format 21 x 29,7 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 027, Preis 9,80 €

Carl Hirnbein –

Der Allgäu-Pionier

Was als lose Zusammenstellung von Erkenntnissen

über Carl Hirnbein begonnen hatte,

wuchs zu einer veritablen Biografie heran. Der

Autor und bekannte Film- und Fernseh regisseur

Leo Hiemer fühlt einer Reihe von Hirnbein-Legenden

auf den Zahn und rückt nebenbei auch

manches Klischee zurecht: So das geflügelte

Wort vom »blauen Allgäu«, das Hirnbein zum

»grünen« gemacht habe.

Leo Hiemer, 136 Seiten, Format 21 x 29,7 cm,

Hardcover, Best.-Nr. 046, 19,80 €

Auftragsproduktionen für Gemeinden,

Vereine und Institutionen

Ihre Gemeinde, Fima oder Ihr Verein feiert ein Jubiläum? Sie möchten passend

dazu Ihre Geschichte der Öffentlichkeit in einem ansprechenden Buch präsentieren?

Gerne unterstützen wir Sie professionell und unkompliziert bei Ihrer

Publikation, von der Idee bis zum fertigen Buch. Lektorat bedeutet für uns mehr

als Korrekturlesen. Wir stehen Ihnen bei der Entstehung bereits mit Rat und Tat

zur Seite. Redaktion, Layout und Druck werden bei uns von kompetenten Fachleuten

betreut. Das garantiert attraktive Bücher, die Leser und den Buchhandel

ansprechen. Unsere langjährige Erfahrung in Marketing und Vertrieb sorgen dafür,

dass die Bücher in der Presse, vor Ort und im Buchhandel präsent sind.

Für alle Fragen und Wünsche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen Sie

uns jetzt an!

EDITION ALLGÄU, Tel. 08379/728016

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Bücher | Kinderbücher

Pirmin – Der kleine

Kelte aus dem Allgäu

Dieses Kinderbuch führt

den Leser in eine

andere Zeit zurück und

bringt Kindern das

Leben der Kelten im frühen

Allgäu näher.

Autor Hansjörg Straßer

lebt seit seinem 10.

Lebens jahr in Kempten,

wo er Vorsitzender Richter am Landgericht war. Mit

»Pirmin, der kleine Kelte aus dem Allgäu« veröffentlicht

er sein erstes Kinderbuch.

Hansjörg Straßer, 60 Seiten mit zahlreichen

Illustrationen von Felicitas Straßer, Format 14,8 x

21 cm, Softcover, Best.-Nr. 083, Preis 9,80 €

NEU

Maria hat mich

angebaggert!

Kindermund tut Wahrheit

kund! Das weiß jeder von

uns. Und manchmal

kommt nicht nur die

Wahrheit aus ihren Mündern,

sondern auch so

manche Wortneuschöpfung

oder frecher

Spruch, die einen zum

Schmunzeln bringen. Claudia Meier, Erzieherin aus

Oberstaufen, sammelt seit vielen Jahren Kindersprüche.

Ermutigt durch ihre Kollegen hat sie die

besten Sprüche in der EDITION ALLGÄU veröffentlicht,

um auch Andere zum Lachen zu bringen.

Claudia Meier, 48 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 071, Preis 9,80 €

TIPP

Laniablond

Als Max aufwacht, ist

seine Mutter verschwunden.

Auch Papa scheint

nichts zu wissen, und so

muss Max die Dinge

selbst in die Hand nehmen.

Gut, dass Lania ihn

auf seiner abenteuerlichen

Suche begleitet,

doch selbst zu zweit

können sie das Geheimnis nur langsam ergründen:

Wo ist Mama? Wer ist dieser geheimnisvolle Typ im

Anzug, der wie aus dem Nichts auftaucht und

immer schon alles zu wissen scheint? Und wie

hängt das alles mit der verwunschenen Schlucht

zusammen?

Bernhard Lingg, 262 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 051, 12,80 €

Böllis zauberhafte

Verwandlung

Eines Tages verliert

Schaf Bölli seine Herde.

Obwohl er Mädchen total

uncool findet, folgt er

dem Eichhornmädchen

Piri zu einer alten

Scheune. Dort versteckt

der merkwürdige Herr

Grantig seinen letzten

Heißluftballon vor der Baronin von Greuel und

Breuel.

Vivien Horesch, 68 Seiten, Format 148 x 210 mm,

Softcover, Best.-Nr. 053, 7,80 €

Wie die Kuh das Allgäu suchte

Die in Kempten geborene Autorin Iris Dollansky hat

sich in »Wie die Kuh das Allgäu suchte« ihrer Allgäuer

Heimat gewidmet und entfacht das kindliche

Interesse am beliebten Braunvieh. Sie lässt ihre

Kuh eine Weltreise auf der Suche nach der richtigen

Heimat unternehmen. Nach vielen Begegnungen

findet die Kuh eine Gegend, in der alles so ist,

wie sie es sich erträumt hat: das Allgäu. Das mit

vielen Zeichnungen der Autorin versehene Buch ist

auch für kleinere Kinder gut zu verstehen und eignet

sich gut zum gemeinsamen Lesen oder Vorlesen.

So kann die Liebe zum Allgäu jungen Lesern

spielerisch vermittelt werden.

Iris Dollansky, 56 Seiten, Format 14,8 x 21 cm,

Softcover, Best.-Nr. 054, 9,80 €

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Die schönsten Seiten des Allgäus

wandern & genießen 67


Wandern

Westallgäuer Wanderwochen 2017

Wasser,

Wege, Wildnis

Oben: Die Scheidegger

Wasserfälle zeigen auf

beeindruckende

Weise, mit welchen

Kräften das kühle Nass

arbeitet. Die Würfel

der Allgäuer Wandertrilogie

erklären Naturwunder

und

menschliche Kunst

68


Mittlerweile haben die Wanderwochen,

die zwischen Scheidegg, Lindenberg,

Oberreute und Weiler stattfinden, schon

Tradition. Denn zum bereits dritten Mal

wurden geführte Routen durch sehr vielfältige

und wunderschöne Natur ausgesucht

Der Hausbach und

seine Klamm: Hier

scheint nicht nur die

Zeit komplett still zu

stehen, hier kommt

auch der gestresste

Mensch zur Ruhe

Fotos: Scheidegg-Tourismus (Fotograf Wolfgang B. Kleiner)

Der Herbst ist die ideale Zeit zum Wandern – nicht nur,

weil längere Märsche nicht so schweißtreibend sind.

Nein, auch die Farbenpracht ist einmalig, speziell im

Westallgäu mit seiner vielfältigen Flora. Schließlich gilt die Region

als die »Wasserreiche« und das Wasser sorgt dafür, dass die Gegend

überaus fruchtbar ist: Streuobstwiesen, dunkle Märchenwälder

und uralter Baumbestand schaffen unterschiedlichste,

sehr natürliche Stimmungen. Ganz nebenbei demonstriert das

kühle Nass auch seine schöpferische Kra, was sich zum Beispiel

in den schroffen Klammen zeigt. Dass die Fluten über Jahrtausende

die Steine mit sanem Druck »bearbeitet« haben, führt zu

beeindruckenden Naturkunstwerken.

Zum Wasser – marsch!

Moorseen, mäandernde Bachläufe und tosenden Wasserfälle

sorgen für Abwechslung. Aber auch die weitere Umgebung zeigt

sich mit wunderbaren Ausblicken, denn das Westallgäu liegt zum

einen in der Nähe zur Nagelfluhkette, weshalb man bei einigen

Touren nicht nur den Hochgrat, den Hohen Hädrich oder sogar

den Grünten sehen, sondern sie auch mit Bergführer »erwandern«

kann. Auf der einen Seite locken die schroffen Felsen dieser Gebirgskette,

auf der anderen die lieblichen Hügel des Voralpenlandes.

Und dann ist da auch noch der Bodensee, den man bei

einigen Touren häufiger zu Gesicht bekommt. Das »deutsche

Meer« liegt so nahe, dass es sich immer wieder in seiner Schönheit

zeigt. Aber auch die Seen, die man auf den Wanderungen direkt

ansteuert, lohnen sich – etwa der Waldsee oberhalb von Lindenberg.

Er ist der höchstgelegene Moorbadesee Deutschlands und

ziemlich wohltuend. Seine Heilkra ist über die Region hinaus

bekannt. Während der Wanderwochen im Herbst könnte der See

aber schon zu kalt zum Baden sein.

Überhaupt sind die »Westallgäuer Wasserwege« ein wesentlicher

Bestandteil der Wanderwochen, denn idyllische Weiher, malerische

Bachläufe und tiefe Brunnen sind Zeugen, wie Mensch

und Natur hier in der Region in jahrhundertelanger Eintracht

zusammenarbeiteten. Wie das Wasser »werkelt«, kann man zum

Beispiel in der Oberen Hausbachklamm bei Oberreute, im Eistobel

bei Maierhöfen oder bei den gewaltigen Scheidegger ä

69


Wandern

Infos zur Westallgäuer

Wanderwoche:

Anmeldung: Zu allen Wanderungen

muss man sich bis spätestens 12.00 Uhr

des Vortages eintragen

Ausrüstung: Empfohlen sind – besonders

bei den Bergwanderungen – knöchelhohe

Wanderschuhe sowie Teleskopstöcke

zur Entlastung der Gelenke.

Mitnehmen sollte man Wind-, sowie

Regen- und Sonnenschutz, außerdem

einen Tagesrucksack mit Ersatzkleidung

und ausreichend Verpflegung

Teilnehmerzahl: Bei schweren Bergwanderungen

ist die Teilnehmerzahl

auf maximal acht Personen begrenzt.

Bei allen anderen Wanderungen liegt

die maximale Teilnehmerzahl bei 25

Weitere Infos: www.scheidegg.de,

www.weiler-simmerberg.de,

www.oberreute.de,

www.lindenberg.de

Im und um den Waldsee

nahe Lindenberg

sind viele seltene Tiere

und Pflanzen heimisch.

Das wunderbare

Biotop ist ein sehr

sensibler Lebensraum

70

Wasserfällen bestaunen. Dort stürzt das Wasser tosend bis zu 18

Meter in die Tiefe. Auf diese Naturschönheit sind die Scheidegger

zu Recht stolz, denn die Wasserfälle gehören ganz offiziell zu

»Bayerns schönsten Geotopen«.

Auf einsamen Wegen gehen, zur Ruhe kommen, den Wasserlauf

von der Quelle hinab bis zum steilen Tobel verfolgen, dazu

dunkle Wälder, buntes Herbstlaub und offenes Grün der Wiesen

– all das bieten die Touren der Westallgäuer Wanderwochen.

Wer sich auf die Pracht der Natur einlässt, entschleunigt und findet

wieder zu sich. Die erfahrenen Wanderführer helfen nicht

nur dabei, sie erzählen auch die alten Sagen, etwa die von der

Schatzhüterin, die auf der Altenburg nahe Weiler-Simmerberg

angeblich ihr Unwesen trieb. Sie war mit einem habgierigen Ritter

verheiratet, den sie in diesem Punkt aber noch übertraf. Von der

Altenburg selbst zeugt nur noch eine Ruine, aber dort soll die

Schatzhüterin heute noch herumspuken.

Die erfahrenen Begleiter zeigen auch die Kraplätze, von denen

es im Westallgäu viele gibt, und sie erklären, welch seltene Kulturpflanzen

hier wachsen. Ein absolutes Highlight sind die Tageswanderungen

in die nahen Schweizer Alpen, zum Säntis und

zum stolze 3146 Meter hohen Flüela Schwarzhorn. Dieser spektakuläre

Steinriese ist dann auch der höchste Berg, den man im

Rahmen der Westallgäuer Wanderwochen bezwingen kann. Natürlich

wird diese extreme Tour von einem erfahrenen Profi und

Kenner der alpinen Bergwelt begleitet.

Vier Orte und ihre Umgebung

Die vier malerischen Orte Weiler, Oberreute, Scheidegg und

Lindenberg werden – wie in den vorangegangen Jahren – auch

bei der Neuauflage der Wanderwochen wieder ihre »lokalen Klassiker«

anbieten. So erwartet den Wanderer in Oberreute der

Grenzpfad, der über das wunderschöne Wildrosenmoos nach

Sulzberg im Bregenzer Wald führt. In Scheidegg lockt die romantische

Fackelwanderung, bei der man das Städtchen umrundet.

Der Kneipp-Kurort liegt am Hang eines Bergrückens auf 800

bis 1000 Metern Höhe, weshalb man auch des Nächtens einen

schönen Ausblick hat: So schaut man bei der Wanderung zum

Beispiel auf die im 18. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche St. Gallus

und das beleuchtete Zentrum von Scheidegg. Auf dem Höhenweg

kommt man auch an einigen kleinen Gotteshäusern vorbei, etwa

der Annakapelle, die um das Jahr 1500 entstand. In Lindenberg

wandern & genießen


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Wandern & Genießen:

Zwischendrin probiert

man ein Stück

Allgäuer Bergkäse

steht der Waldsee im Mittelpunkt: Auf knapp 770 Metern Höhe

gelegen, ist das Gewässer nicht nur zugleich Naturbad und Heilquelle,

es ist einfach auch ein besonders lieblicher Ort. Man sollte

zum Beispiel im Moos ruhig mal die Schuhe und Socken ausziehen,

also eine Zeit lang barfuss wandern.

Einkehr und Erholung

Natürlich kann man in allen vier Orten hervorragend speisen.

Die Westallgäuer Restaurants sind bekannt für ihre bodenständige

und nachhaltige Küche – und die bietet mehr als »nur« leckere

Kässpatzen. So finden in Scheidegg gleichzeitig die »Wildwochen«

statt. Weil man die Vielfalt der Region – weder kulinarisch noch

in puncto Natur – während einer Tour erfassen kann, lohnt es

sich, viel Zeit einzuplanen und im Westallgäu Ferien zu machen,

Privatunterküne, Pensionen und gute Hotels warten auf den

Wanderer. Urlauber können über die Gästekarte, die Allgäu-Walser-Karte,

umsonst an den geführten Touren teilnehmen. Ansonsten

beträgt die Teilnahmegebühr 5 Euro. Etwaige Transfers

mit dem Bus muss man aber aus eigener Tasche bezahlen.

Manfred Prescher

wandern & genießen 71


Titelstory

Drei besondere Schönheiten

Stadtverführungen

überraschend vielfältig

Wer »Allgäu« sagt, meint welliges Voralpenland, schroffe Berge –

also ganz viel pure Natur. Aber auch die Städte

im äußersten Süden Deutschlands sind einen Besuch wert

72

wandern & genießen


Memmingen – Das schöne Tor zum Allgäu

42.850 Einwohner

Fotos: Klaus-Peter Kappest, Stadt Isny, Gästeamt Wangen, Stadt Memmingen Marketing

Für die Oberallgäuer ist die kreisfreie

Stadt Memmingen »kein Allgäu« mehr.

Weil die Metropole halt auch »nur« auf

601 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Wer aber von Norden in Richtung Berge

fährt, sollte tatsächlich in Memmingen

Halt machen – und wer den Alltagsstress

abschütteln und sich erholen will, kann in

der Umgebung die für ihn passende Wellnessoase

finden. Memmingen selbst ist

eine erfrischend junge, quirlige Stadt, in

der es, vor allem an den Wochenenden,

durchaus »heiß« hergeht. So hat »Quentin’s

Bar« freitags und samstags bis 5 Uhr morgens

offen. Auch zwei sehr stilechte Irish

Pubs findet man – das »Kelly’s« in der Ulmer

Straße ist dabei nicht nur wegen Guinness

und Cider ein echtes Highlight, auch

die Küche ist sehr empfehlenswert. Ist man

in Memmingens erstaunlichem Nachtleben

»versump«, empfiehlt sich tags darauf

ein ausgedehntes Frühstück im

»Hamptons« auf dem Marktplatz. Das Lokal

befindet sich an der Frontseite des imposanten

Steuerhauses aus dem späten 15.

Jahrhundert. Damals war Memmingen

eine freie und wohl auch sehr vermögende

Reichstadt. Im »Hamptons«, das man

durch den Laubengang erreicht, wird diese

Geschichte spürbar: Bei schönem Wetter

sitzt man draußen und blickt auf die fein

herausgeputzten Bürgerhäuser ringsum.

Vom Steuerhaus aus kann man den

Stadtrundgang bestens beginnen, denn

man ist bereits mittendrin, in der Altstadt.

Vielleicht tri man einen Einheimischen,

der einem erklärt, warum Memmingen im

Volksmund auch »Maustadt« heißt: Der

Legende nach pichelten ein paar Männer

vor langer Zeit recht ordentlich im »Goldenen

Löwen«. Beim Nachhausewanken

sahen sie, wie sich der Mond – den die

Memminger »Mau« nennen – in einem

Zuber spiegelte. Man holte den Stadt -

fischer, auf dass dieser doch den Mond mit

seinem Netz aus dem Wasser holen möge.

Im Gedächtnis geblieben ist das aber nur,

weil es dabei so laut zuging, dass aus den

umliegenden Gassen die schlarunkenen

Bürger herbeieilten, um das seltsame Spektakel

zu bestaunen.

Das gewaltige Steuerhaus lockt mit kulinarischem Hochgenuss: Das Hamptons ist der ideale Ort für ein

ausgedehntes Frühstück. Von hier aus startet man gestärkt in den Tag und beginnt die City-Tour

Auf jeden Fall ist der Marktplatz wirklich

das einladende Zentrum der altehrwürdigen

Stadt. Hier befinden sich das Renaissance-Rathaus

und der Marktbrunnen.

Angeblich gab es auf dem Platz bereits vor

der Stadtgründung eine Wasserstelle. Die

Fußgängerzone, speziell die Kramerstraße,

lädt zum Einkaufsbummel. Man mag es

kaum glauben, dass dieses Kleinod einmal

Teil einer Bundesstraße, nämlich der B19,

war. Heute ist es selbst im größten Shoppingtrubel

noch ruhig, denn die Memminger

sind meist recht entspannte Zeitgenossen.

Der Weinmarkt lockt das ganze

Jahr, besonders aber am 9. September.

Denn an diesem Spätsommersamstag findet

das Memminger Weinfest zum neunten

Mal statt. An diesem Abend kann man

– bei hoffentlich gutem Wetter – Traubenspezialitäten

probieren und genießen.

Weil die Unterallgäu-Metropole seit jeher

weltoffen ist und für Menschen aus

unterschiedlichsten Ländern eine lebenswerte

Heimat bildet, veranstaltet man gemeinsam

und zum bereits 40. Mal – das

»Fest der Kulturen«. Was da an Musik und

Lukullischem geboten wird, ist einzigartig.

Wer es ruhiger mag, besichtigt den zu weiten

Teilen noch erhaltenen Mauergürtel

mit dem Pulverturm oder dem Lindauer

Tor. Der erste Befestigungsring wurde bereits

vor dem Jahr 1200 um den ältesten

Teil der Altstadt, die Welfenstadt, gezogen.

Auch aus dieser frühen Epoche der Stadthistorie

sind noch Mauerteile erhalten. Die

wechselhae Geschichte Memmingens

wird im Stadtmuseum im Hermannsbau

sichtbar. Das vierflügelige Barockensemble

ist aber auch schon ohne die Ausstellungsstücke

einen Besuch wert. Genauso übrigens,

wie die 2005 eröffnete MEWO

Kunsthalle am Bahnhof. Nach Kultur und

lebendiger Stadtgeschichte kann man den

Tag in einem der sehr guten Restaurants,

etwa beim »Weber am Bach« in der Unteren

Bachgasse stilvoll ausklingen lassen.

Empfehlenswert sind zum Beispiel das

»Lammfilet in der Kräuterkruste« oder die

saisonalen Highlights mit Fleisch, Fisch

und Gemüse aus der Region. ä

Das herrliche Rathaus der Unterallgäuer Metro -

pole stammt aus der Rennaissance. In dieser Zeit

stand die Stadt wirtschaftlich in ihrer vollen Blüte

wandern & genießen 73


Titelstory

Wangen – Altstadt voller junger Leute

27.100 Einwohner

Wangen ist reich an Geschichte – und

zeigt diese auch stolz. Verfallen ist hier nur

die Ruine Neuravensburg, von der noch

der Burgfried steht. Dieser thront allerdings

immer noch über der Stadt. Vom

Turm aus blickt man auf das malerische

Wangen herunter – auf den Turm der

Pfarrkirche St. Martin zum Beispiel. Das

Gotteshaus vereint die Jahrhunderte, denn

einige Elemente sind romanisch, einige

spätgotisch und auch die späteren Epochen

und Jahrhunderte haben – via Umbaumaßnahmen

– ihre Spuren am Bauwerk

hinterlassen. Das alles lässt sich von der

Ruine aus gut erkennen. Hier oben, auf

rund 530 Meter Höhe, ist es zudem ruhig.

Das Leben pulsiert in der Oberstadt,

zwischen Ravensburger und Lindauer Tor,

die früher Frauentor und Martinstor hießen.

Die alten Gemäuer sind durch die

Wangener jung geblieben, es ist die Verbindung

aus Moderne und Geschichte, die

die Stadt so anziehend macht. Deshalb

kehrt man am besten beim »Fidelisbäck«

ein. Das über 500 Jahre alte Gebäude fällt

schon durch die aufwändigen Fassadenmalerei

von Toni Schönecker auf, der auch

das Ravensburger Tor verzierte. Die Geschichte

des »Bäck« reicht wirklich bis

1506 zurück, aber ob man die Tradition

schmeckt? Kuchen und Speisen sind auf

jeden Fall äußerst lecker, genauso, wie das

selbstgemachte Eis, das man zum Stadtbummel

mitnehmen kann.

In Acht nehmen muss man sich höchstens

vor den Wasserspritzern aus dem

Spuckbrunnen. Es locken unter anderem

das Kornhaus, das im Barock »modernisierte«

Rathaus oder das gotische Haus Sigerist.

Es steht mitten in einer der schönsten

Straßen der gesamten Region – in der

Herrenstraße. Die Bürgerhäuser entfalten

Das Rathaus der Stadt

Wangen – im Kern

stammt es bereits aus

dem 14. Jahrhundert,

wurde aber über die

Stilepochen hinweg

immer wieder erweitert.

Rechts daneben

lugt die Kirche St.

Martin vor. Auch das

Gotteshaus wurde sukzessiv

erneuert. Aber

schon im 9. Jahrhundert

trafen sich hier

die Gläubigen

Das Lindauer Tor hieß früher Martinstor. Jedes

Kind versteht noch heute, warum das so war. Ein

Blick auf das farbenfrohe Wandgemälde genügt

auch heute noch ihre spätgotische Pracht,

und das, obwohl die meisten Gebäude

nach dem Brand von 1539 neu aufgebaut

wurden. Hier verweilt man gern, etwa im

»Flügler cafe-brot-wein«, wo man sich eine

lecker belegte, frisch gebackene Brotkreation

und ein Glas Rebensa gönnen sollte.

Wangen möchte und muss man sich

»erlaufen«, man bleibt vor jedem Haus

staunend stehen. Die Museumslandscha

ist einen Besuch wert, das gilt für das

»Deutsche Eichendorff Museum und Gustav-Freytag-Museum«,

das Stadtmuseum

in der Eselsmühle oder das »Museum für

mechanische Musikinstrumente«. Nach einem

langen Tag in Wangen nehmen wir

im Gewölbe des »Moritz« am Eselsberg

im stilvollen Mix aus Moderne und Tradition

das Abendessen ein.

Drei-Städte-Highlights

Memmingen

Die gastfreundlichen Memminger feiern

gern – so findet am 22. Juli der traditionelle

»Fischertag« statt. Erwartet werden rund

1000 Stadtbachfischer, die ihre Holzgabelnetze,

die sogenannten »Bären«, einsetzen

um die schwerste Forelle zu fangen.

www.memmingen.de

Isny

Ein Muss für Kulturliebhaber ist das Isnyer

eaterfestival, das von 28. Juli bis zum 5.

August mit besonderen Stücken ins große

Zirkuszelt lockt. Der Begriff »eater« ist

dabei immens weit gefasst: Nicht nur

Schauspiele werden geboten, sondern auch

hochkarätiges Kabarett und Musik aus

praktisch aller Herren Länder.

www.isny.de

Wangen

Zum Beginn der Sommerferien, in diesem

Jahr vom 20. bis 27. Juli, findet das »Kinder-

und Heimatfest« statt, es hat wirklich

Tradition, wurde es doch bereits 1832 urkundlich

erwähnt. Mittlerweile sorgen

unter anderem das »Kinderfesttheater«

und der Umzug mit über 4000 Mitwirkenden

für starken Besucherandrang.

www.wangen.de

74

wandern & genießen


Isny – die muntere Perle

13.600 Einwohner

Nicht nur unweit des Diebsturms

erklären die »Wissensdurstwürfel«

der Allgäuer Wandertrilogie, was

man in Isny alles entdecken sollte

Das Westallgäu, egal ob bayerischer

oder württemberger Teil, hat auf jeden Fall

seinen Reiz. Da wäre das Binnenmeer, das

nicht nur Österreich, Deutschland und

Schweiz miteinander verbindet, sondern

auch den Rand der Allgäu-Region sichtbar

macht, da sind Tobel, Hügel und Seen –

aber auch liebliche Städte. Eine davon ist

Isny. Der Ort liegt auf rund 700 Metern

über dem Meeresspiegel und zeichnet sich

durch sein Heilklima aus. »Schuld« daran

trägt auch der Regen, denn Isny gehört zu

den niederschlagsreichsten Gemeinden

Deutschlands. Das hört sich zwar abschreckend

an, aber man muss keine Angst haben.

Isny ist nämlich gleichzeitig eine der

Historisch entschleunigen: Der romantische Blick

auf die Gotteshäuser St. Georg und St. Nikolai –

hier scheint die Zeit wirklich still zu stehen

sonnenreichsten Ortschaen im ganzen

Land – und die Gegend gehört zu den

schönsten Wanderlandschaen überhaupt.

Aber auch die altehrwürdige Kleinstadt

selbst ist eine Entdeckungsreise wert.

Die malerische Wassertorstraße wartet

mit Gaumenfreuden auf – und das gleich

mehrfach. Denn egal, ob das Café »Schuhmacher«,

das »Eiscafé Soravia« oder die

»Espresso Bar« – auf wenigen hundert Metern

Länge schmeckt es praktisch überall.

Und das Beste: Man ist mitten im Zentrum

von Isny. Von dort aus kann man die Nikolaikirche

und ihre ins 13. Jahrhundert

zurückreichende Geschichte besuchen und

im Turm die Prädikantenbibliothek mit

ihren Folianten, Druckwerken oder handgeschriebenen

Büchern bestaunen. Anfassen

lassen sich Werke, zum Beispiel die

im wahrsten Sinn Wortes einmalige »Isnyer

Graduale« von 1200, natürlich nicht.

Auch das ehemalige Tuchhaus mit dem

Blaserturm ist ein Tipp, genauso wie die

Stadtmauer mit ihren Türmen, etwa den

1402 erbauten Diebsturm. Die Altstadt

zeugt vom früheren Reichtum Isnys. Wer

mehr wissen will, sollte das Stadtmuseum

am Mühlturm besuchen. Weil Geschichte

hungrig macht, verlässt man die Altstadt,

schaut vorher kurz am von Leo Wirth gestalteten

»Steuerzahler-Brunnen« vorbei,

und begibt sich dann zum oberhalb von

Isny gelegenen Berggasthof Haldenhof.

Dort wird die traditionelle Westallgäuer

Küche gepflegt. Manfred Prescher

wandern & genießen 75


Wandern

Neuschwanstein bei Vollmond

Nachts

vorm Museum

Wenn Erih Gößler erzählt, steht die Zeit still. Und der Nebel

um eine sagenumwobene Gestalt lichtet sich, wenn die Führerin

die kleine Gruppe bei Nacht zum Märchenschloss führt

76

wandern & genießen


Ist es eine Burg oder ein Schloss?

Schon bei Baubeginn war das nicht

klar. Denn der Mann, aus dessen

reicher Phantasie das pittoresk-schöne Gebäude

entstammt, war ein Romantiker, der

sowohl von den Rittern als auch von den

absolutistischen Monarchen begeistert war.

Er war ein »Fan« des französischen Herrschers

Ludwig XIV. und er verehrte, beziehungsweise

verklärte auch die hohe Moral

der Ritter, ihren Codex, die Minne und

ihr »ritterliches« Leben. Die Führerin Erih

Gößler erzählt, während wir den Aufstieg

wagen, von der Romantik, der Ludwig II.

verhaet war. Der Monarch war ein Kind

seiner Epoche. Und er litt, so die Frau, die

die »Kultfigur« auf unserem Weg in seinen

verschiedenen Facetten beschreiben wird:

Auch darunter, dass es ihm, im Gegensatz

zum Sonnenkönig und den Absolutisten,

einfach an Machtfülle mangelte.

Die Tour beginnt an den Parkplätzen in

Hohenschwangau, genauer an der Kreuzung

Parkstraße, Colomanstraße und Alpseestraße.

Wir laufen in Richtung Pöllatschlucht.

Nach einem kurzen Stück, auf

dem macht uns Frau Gößler darauf aufmerksam,

dass wir vorsichtig laufen und

ihr vertrauen sollen. Das macht auch Sinn,

denn Taschenlampen haben auf der Führung

nichts zu suchen. »Sie zerstören das

Besondere des Moments«, betont die Führerin.

Wir kommen an eine Gabelung und

gehen in Richtung Marienbrücke und

Schloss Neuschwanstein, während der

Mond in voller Größe auf uns herabscheint.

Erih Gößler erzählt dabei in ruhigem

Ton und klaren Worten von einem

Menschen, der mindestens genauso zerrissen

war wie seine Epoche, wie die Zeitgenossen,

die zwischen Moderne und dem

Sehnen nach der angeblich glorreichen

wandern & genießen 77


Wandern

König Ludwig war

mondsüchtig, aber

auch dem modernen

Menschen erschließt

sich sofort, warum der

Monarch den nächtlichen

Flair des Schlosses

so sehr genoss

Vergangenheit ihren Stand suchten: »Ludwig

war fortschrittsgläubig und zugleich

rückwärtsgewandt«, sagt die erfahrene

Führerin. »Auch menschlich war er tief

gespalten, er schwankte zwischen kunstsinnig,

warmherzig und despotisch, war

tyrannisch und kreativ, ängstlich und mutig

zugleich. Alles in allem war Ludwig

eine multiple Persönlichkeit.« Nach dem

wir über etliche Serpentinen bergauf gegangen

sind, stehen wir auf der Marienbrücke.

Tief unter uns befindet sich die

Pöllatschlucht, vor uns die nicht beleuchtete

Rückseite von Neuschwanstein. Man

hört die Wasserfälle, von denen es hier einige

gibt. Die Brücke selbst ist ebenfalls

beeindruckend, denn sie ist ein filigranes

Meisterwerk aus Metall, eines, das beim

Bau in den 1860er-Jahren einzigartig war.

Tagsüber ist

einfach zu viel los

Erih Gößler weiß, wovon sie spricht. Sie

erklärt der kleinen Gruppe, was jeder

schon ahnt: »Erst nachts kann man Ludwig

wirklich kennenlernen, auf der Vollmondwanderung

findet man ihn.« Frau Gößler

verweist auf die täglichen Führungen

78

durch das Schloss, sie hat jahrelang Menschenmassen

durch das riesige Anwesen

geschleust. »Ludwig hatte die Absicht, auf

dem Platz der alten Ruine aus dem späten

elen Jahrhundert eine Ritterburg zu errichten.«

Aus »Castrum Swangowe« wurde

Neuschwanstein. Aber heute könne man

selbst solche Details kaum noch erzählen:

»Viel zu viele Besucher müssen bei den

Führungen ‚bewältigt‘ werden«, erklärt

Gößler, während wir langsam weiterlaufen.

1,5 Millionen Menschen besuchen das

Märchenschloss, »da bleibt einfach keine

Zeit mehr für Fragen und geschichtliche

Hintergründe.« Deshalb ist die mittlerweile

65 Jahre junge Frau ausgestiegen und

führt jetzt kleine Gruppen durch Füssen,

durch das Hohe Schloss – oder eben bei

Vollmond hoch zu Neuschwanstein.

»Tagsüber ist hier oben einfach zu viel los«,

bringt sie das Manko auf den Punkt. Ludwig

selbst wollte übrigens nicht, dass das

Schloss nach seinem Tod der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht wird. »Aber die

tragischen und bis heute ungeklärten Umstände

seines Ablebens sorgten rasch für

Neuschwanstein-Tourismus«, sagt Erih

Gößler. Sie findet das auch nicht generell

schlecht, denn das viele Geld nutzt die

Bayerische Schlösserverwaltung für den

Erhalt nicht nur von Neuschwanstein.

Die Geschichte

vom Mondkönig

Drei Stunden dauert die Führung ungefähr.

Die tatsächliche Länge hängt von

den Fragen ab, die gestellt werden – und

von der Größe der Gruppe. Maximal

nimmt Erih Gößler 12 bis »höchstens« 15

Personen mit hinauf, der Preis beträgt 96

Euro, was dann einen Einzelpreis von nur

6,40 oder 8 Euro ergibt. Das Geld ist gut

angelegt, auch, wenn man alleine mit der

Führerin hochlaufen will. Dann zahlt man

die knapp 100 Euro und erfährt eine noch

größere Menge an Details, und erahnt sicher

noch mehr, was Ludwig auf der Suche

nach Einsamkeit und Ruhe wirklich umtrieb.

Als wir die Brücke verlassen und uns

dem Schloss nähern, muss ich an ein Gedicht

des romantischen Lyrikers Novalis

denken: »So wird sie auch fliehen die edle

Seele / Aus dem Erdenstaube entlastet dort

zu / Jenen höhern, bessern Gefilden reich

an / Seliger Ruhe und Freiheit« heißt es in

»An den Tod« – und genauso muss sich

Ludwig gefühlt haben, wenn er selbst hier

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Fotos: Immanuel Rapp, Dario Maglica, Ramona Klein

Info: Die Nachtwanderungen finden

in der warmen Jahreszeit und nur bei

gutem Wetter statt. In Frage kommen

nur die Vollmondnacht und die Nacht

davor oder danach. Man bucht am besten

direkt bei der Führerin unter

www.guide-service.de

Auf der Webseite von Erih Gößler sind

auch ihre weiteren Angebote zu finden,

etwa eine Stadtführung durch Füssen

oder Wanderungen durch den Schwangau.

Weitere Informationen bietet auch

die Stadt Füssen auf ihrer Webseite

www.fuessen.de

nachtwanderte. »Das stimmt wohl«, meint

Erih Gößler und erzählt, dass der Monarch

sich regelrecht nach Einsamkeit sehnte

und das Lustwandeln bei Mondlicht besonders

mochte. »Denn schon damals war

es hier in der Nacht viel ruhiger. Ludwig

liebte die Einsamkeit und er schätzte den

Erdtrabanten als Begleiter. Er war tatsächlich

mondsüchtig.«

Der Erdtrabant verschwindet manchmal

in den Wolken und erzeugt ein unwirtliches,

aber magisches Bild. Jetzt wirkt Neuschwanstein

wie das Schloss aus Dornröschen,

verwunschen und doch anziehend.

Man kann sich vorstellen, dass hier, hinter

Rosenranken, die Prinzessin aus dem

Grimm-Märchen schlä und dabei auf den

Prinzen wartet, der sie wachküsst. Gewohnt

hat hier aber ein Monarch, der vielleicht

manchmal öer in der Landeshauptstadt

nach dem Rechten schauen hätte sollen.

Es ist aber gut möglich, dass er auch

gern wachgeküsst worden wäre. Auf jeden

Fall war er, wie die Gebrüder Grimm, die

das Märchen in einem alten, französischen

Buch entdeckten, nun mal auch ein Romantiker.

Das merkt man, wenn man mitten

in der Nacht vor Neuschwanstein steht.

Manfred Prescher

wandern & genießen 79


Titelstory

Besondere Plätze und der Weg dahin

Die Hütte

ist das Ziel

In unserer schnelllebigen Zeit muss man auch mal runterkommen

und entschleunigen. Dafür muss man aber erst einmal rauommen und

zwar auf den Berg. Dort laden zahlreiche Hütten zum Entspannen ein:

Wir stellen Ihnen vier davon vor und gewähren nicht nur einen Blick

auf die Hütte, sondern auch von der Hütte

80

wandern & genießen


wandern & genießen 81


Titelstory

Steibis

Imbergbahn

Kurhotel

Hirsch

Fotos: Viola Elgaß, Claudius Janner/Büro Alpenbogen

Alpe Sonnhalde: 900 Meter

• geöffnet vom 1. April bis zum 31. Oktober

• anerkannter Demeterbetrieb; die Alpflächen werden seit 1989

nach Demeter-Richtlinien bewirtschaet

• die guten Seelen der Alpe sind Jakl Köhler und seine Frau

Andrea – sie zaubern unvergessliche Gerichte

• auf der Speisekarte steht zwar nicht viel, dafür schmeckt es

umso besser: Spezialität ist der gebackene Ziegenkäse mit

Röstkartoffeln – der ist so lecker, dass selbst Johann Lafer

das Rezept wollte

Talstation

Mittagbahn

Fußweg

Seilbahn

Sennalpe Oberberg: 1305 Meter

• geöffnet vom 1. Mai bis Anfang November

• wurde bereits 1875 erbaut

• die Alpe wird in füner Generation von Familie Beck bewirtschaet

• erst zwei Jahre vor der Jahrtausendwende wurde die Alpe

durch einen Zufahrtsweg von Immenstadt her erschlossen –

seitdem kommen die Wanderer gerne zur Einkehr

• dort »droben am Berg« wird Bergkäse nach traditioneller

Art hergestellt und davon nicht wenig: etwa 30 Kühe liefern

die Milch, aus der pro Alpsommer an die sieben Tonnen

Käse und andere Milchprodukte produziert werden

• die Alpe bietet Besichtigungen der Sennerei, Käseproben,

Brotzeiten sowie Kässpatzenessen ab 17 Uhr auf Vorbestellung

an

Weitere Informationen unter www.alpe-oberberg.de

Bergstation

Mittagbahn

Alpe Oberberg

Startpunkt:

Gipfel des Mittag – erreichbar über die Mittagbahn,

Mittagstraße 30, 87509 Immenstadt

Länge & Dauer:

1,11 Kilometer ab Gipfel, ca. 20 Minuten

(inkl. Fahrt mit der Bahn ca. 1 Stunde)

Schwierigkeitsgrad:

leicht

ä

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wandern & genießen


Buchenegger

Wasserfälle

Alpe Sonnhalde

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Startpunkt:

Kurhotel Hirsch, Am Giebel 7, 87534

Steibis/Oberstaufen

Länge & Dauer:

3,13 Kilometer, ca. 1 Stunde

Schwierigkeitsgrad:

leicht bis mittel – ein kurzer, steiler Anstieg

• der Käse vom gelernten Chemiker und heutigen Senn Jakl

Köhler hat es schon in den Gault Millau – neben dem Guide

Michelin der einflussreichste Restaurantführer französischen

Ursprungs – gescha

Weitere Informationen unter www.alpe-sonnhalde.de

Fotos: Dominik Ultes, Alpe Oberberg

wandern & genießen 83


Titelstory

Fotos: Volker Wille

Willersalpe

Hinterstein

Startpunkt:

Parkplatz Auf der Höh, Rauhornweg 11,

87541 Hinterstein

Länge & Dauer:

3, 27 Kilometer, ca. 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

mittelschwer

Willersalpe: 1456 Meter

• geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober

• musste 1947 neu aufgebaut werden, nachdem sie Endes des

Zweiten Weltkrieges in Brand geschossen wurde

• es führt kein Fahrweg hinauf – die Versorgung erfolgt noch

ganz traditionell mit Haflingern und Eseln

• Ausgangspunkt vieler Touren, deswegen gern genutzter Stützpunkt

für Bergsteiger

• Matratzenlager mit 30 Schlafplätzen

• eine der ursprünglichsten Allgäuer Sennalpen

• der Hüttenwirt ist eine ganz eigene Marke – den muss man

getroffen haben

Weitere Informationen unter www.hinterstein.de/partner/willersalpe

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wandern & genießen


Mindelheimer Hütte: 2013 Meter

Fellhornbahn

Talstation

• geöffnet von Anfang Juni bis Mitte Oktober

• existiert seit fast 100 Jahren

• wird vom vielleicht dienstältesten Hüttenwirt im Allgäu betrieben

– Jochen Krupinski

• ist ein beliebtes Ziel für Bergsteiger und Kletterer – in direkter

Nähe zur Hütte befinden sich mehr als 60 Kletterrouten

• Matratzenlager mit 120 Schlafplätzen, fast 10.000 Übernachtungen

pro Jahr (Übernachtungen sollten vorher in der Hütte

angemeldet werden)

• Versorgung mit regionalen Produkten, die per Materialseilbahn

zur Hütte kommen

• Nudeln und Kuchen werden per Hand auf der Hütte gemacht

Weitere Informationen unter www.mindelheimer-huette.de

Kanzelwand

Fellhorn

Gipfel

Birgsau

Einödsbach

Anatswald

Startpunkt:

Parkplatz Fellhornbahn, Faistenoy 10, 87561

Oberstdorf

Länge & Dauer:

13,7 Kilometer, ca. 5-6 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

schwer

Mindelheimer

Hütte

Rappenalptal

Breitengehrenalpe

Fotos: Archiv

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wandern & genießen 85


Reportage

Zu Besuch bei Falknerin Gabi Walter

Die mit den

Vögeln jagt

Gabi Walter machte ihr Hobby zu ihrem Beruf: Wie sie

mit den wilden Herrschern der Lüe umzugehen weiß, ist beeindruckend

und allemal einen Besuch auf der Seealpe wert

Oberhalb von Oberstdorf, an der Mittelstation der Nebelhornbahn,

liegt die Seealpe. Dort wohnt Gabi Walter

mit ihrem gefiederten Anhang. Zumindest jetzt noch.

Denn die gebürtige Würzburgerin, die der Liebe wegen ins Allgäu

gezogen ist, sucht nach einem neuen Domizil für sich und ihre

Vögel. Aber erst mal von Anfang an: Wie kommt ein Stadtkind

zu Adler, Falke und Uhu? »Ich war schon immer von der Anmut

und den Fähigkeiten dieser Tiere begeistert und habe dann beschlossen,

dass ich das Leben mit ihnen lernen will«, so die mittlerweile

57-jährige Falknerin. Sie erklärt, dass es nicht einfach

ist, die nötigen Voraussetzungen zu erfüllen: »Man muss zuerst

den Jagdschein machen, denn große Raubvögel sind tatsächlich

Waffen, und diese muss man beherrschen. Als zweiten Schritt

86

macht man dann den ‚Falknerschein‘, denn man muss wissen,

wie man eine Bindung zu den Raubtieren auaut.« Beides hat

Falknerin Gabi Walter in der Tasche. Sie kann tatsächlich nicht

»nur« mit den Vögeln umgehen, sondern auch mit der Flinte. Sie

ist Naturschützerin, und ihre drei gefiederten Mitbewohner zeigen

ihr Tag für Tag, wie wichtig der Erhalt von Ökosystemen ist.

Harris-Hawk, Steppenadler

und Uhu folgen ihr

Es ist eigentlich unglaublich, aber die freiheitsliebenden Raubvögel

hängen an Gabi Walter. »Sie haben eine persönliche Bindung

zu mir«, sagt die Falknerin und weiß, dass es natürlich sein ä

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Gabi Walter hält spannende

Vorträge und

der Uhu wacht darüber.

Wichtig ist der

Handschuh, denn der

Vogel hat richtig Kraft

wandern & genießen 87


Reportage

Fotos: Gabi Walter

Nein, der Raubvogel

oben ist nicht ausgestopft,

der Wüstenbussard

hört nur auf die

Falknerin. Rechts

lauscht die Eule Pattex

Das Angebot der Falknerin

Gabi Walter

Der »Falknertag« kostet 139 Euro.

Der Preis für das »Falknerwochenende«

liegt bei 259 Euro. Gruppen können

Sonderpreise vereinbaren.

Der schnellste Weg zur Buchung geht

über das Handy: 0175/5357744

kann, dass die Jäger tatsächlich das Weite suchen. »Aber bis jetzt

sind sie immer wieder gekommen«, Mit »sie« sind drei unterschiedliche

Vögel gemeint, von denen zwei in der Region eigentlich

nicht heimisch sind. Gezüchtet werden sie allerdings in Babenhausen

im Unterallgäu – und auch da seien die Bestimmungen

zu Recht ziemlich hart, weiß die Kennerin. Eines haben übrigens

alle drei Tiere der Gabi Walter gemeinsam: Sie dürfen, wie alle

Raubvögel, selbst nicht gejagt werden. Die Falknerin schwärmt

von ihrem Trio, besonders vom Harris-Hawk, der hierzulande

auch »Wüstenbussard« genannt wird, dessen Lebensraum aber

eigentlich nicht seinem deutschen Namen entspricht. »Die letzten

Bestände sind praktisch überall heimisch«, erklärt die Fachfrau

und erzählt, dass sich ihr »Harris« einfach nicht aus der Ruhe

bringen lässt. Wenn das rund ein Kilo schwere Weibchen, das

»Leni« gerufen wird, seine Kreise zieht, sieht das majestätisch

aus. Das gilt erst recht auch für den gewaltigen Steppenadler

»Paco«, der zwar nicht ganz die Größe des heimischen Steinadlers

erreicht, aber mit einer Flügelspannweite von rund 1,80 Meter

schon eine besondere Erscheinung am Himmel ist. Gabi Walter

hat auch noch einen Uhu in der Voliere. Der Eulenvogel hört auf

den Namen »Pattex« und ist – wie seine Artgenossen – bekanntermaßen

eher nachtaktiv, weshalb er bei den lohnenswerten Besuchen

auf der Seealpe und bei Gabi Walter zwar zu sehen, aber

kaum in Aktion zu erleben ist. Aber die Falknerin zeigt auch anschaulich,

wie »Pattex« in der Dunkelheit lebt und jagt.

88

Fernsehstars und Burg-Flair

Wenn Gabi Walter einen ihrer Vögel auf der Hand hat, weiß

sie, wie sie mit ihm umzugehen hat. Mutigen Besuchern gibt sie

dieses Wissen weiter. Wer sich den direkten Kontakt mit den Jägern

zutraut, kann sie nämlich ebenfalls auf die Hand nehmen.

Dazu muss man sich natürlich an die Anweisungen der erfahrenen

Trainerin halten, denn Gabi Walter unterhält keinen Streichelzoo.

Diese Art von Berührung mögen die Tiere nicht – und das kann

im Zweifelsfall für den Menschen unangenehm werden. Die Falknerin

erklärt, dass ein Steinadler beispielsweise mit einer Kra

zupackt, die 65 Kilo Gewicht entspricht. Wie viel Kilogramm weniger

es bei ihrem Steppenadler sind, sollte man also besser nicht

ausprobieren. »Aber Angst muss man nicht haben, die Tiere sind

es gewohnt, bei Menschen auf der Hand zu verweilen«, so Gabi

Walter – zumindest, wenn ihr »Frauchen« in der Nähe ist. Schließlich

ist das Quartett im Alltag eng miteinander verbunden. Davon

zeugen zum Beispiel die Transportvorrichtungen, die die Falknerin

ins Auto einbauen hat lassen – Holzplatten und Sitzstangen

mit Lederbezug. Mit den »Vogelsitzen« lassen sich die Tiere zum

Beispiel zu Burgfesten in der Region, zu den »Vogel-Shootings«

– oder zu Filmaufnahmen transportieren: »Zuletzt waren wir in

Marc Rothemunds ‚Dieses bescheuerte Herz‘ dabei«, führt Gabi

Walter an. Die Literaturverfilmung kommt allerdings erst im Dezember

in die Kinos. »Paco«, »Pattex«, »Leni« und die Falknerin

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kann – und sollte – man aber sowieso eher im Sommer»live« erleben.

Wer sich auf das Erlebnis mit den wilden Tieren einlässt,

bekommt von Gabi Walter auch die Natur erklärt.

Von Managern und Schamanen

Denn man kann Zeit mit der Falknerin und ihren Vögeln buchen

– sie bietet verschiedene »Pakete« an, von der Stunde, in

der man naturgemäß nur einen sehr groben Einblick in den spannenden

Alltag mit den Raubvögeln bekommt, bis hin zu Tagesund

Wochenendaktionen. Die führen dann wirklich hinaus in

die Natur. Man kommt zur Ruhe, kann die Tiere kennen- und

schätzen lernen, lässt sich auf ihre majestätische Lebensweise ein.

»Speziell gestresste Manager nutzen diese Angebote, aber auch

Familien und Schamanen«, sagt Gabi Walter und erklärt, dass

im Allgäu viele Schamanen wohnen, für die die Vögel etwas Besonderes

sind. Gemeinsam stellt man dann Traumfänger her und

eine schöne Feder bekommt sowieso jeder Besucher mit. »Davon

haben wir genug«, lacht Gabi Walter. Das wird sich auch nicht

ändern, wenn sie und ihr Anhang eine neue Bleibe gefunden haben.

Sie sucht ein Haus mit einem nicht zu kleinen Garten, so

dass die Volieren Platz finden, ihr belgischer Schäferhund herrumtoben

und sie Gäste auch mal übernachten lassen kann. Das

würde das ohnehin schon spannende Programm um mehr als

eine Prise Geselligkeit und um interessante Geschichten aus der

besonderen Welt der Gabi Walter ergänzen. Manfred Prescher

wandern & genießen 89


Advertorial

Auf Entdeckungstour

im Tannheimer Tal

Beim Genusswandern im Tiroler Hochtal traumhafte

Aussichten und alpine Sehenswürdigkeiten genießen

Im Tannheimer Tal hat das Genusswandern

eine lange Tradition. Wer mit einheimischen

Bergwanderführern wie Bertram

Eberle unterwegs ist, findet nicht nur die

besten Aussichten und die schönsten Hütten,

sondern entdeckt auch einige alpine

Sehenswürdigkeiten, verborgene Kunstwerke

und spannende Geschichten.

„Unser Tal ist wie geschaffen für Genusswanderungen“,

sagt Bertram Eberle,

„es ist einerseits offen und breit, hat

dazu gute Höhenlagen und verläuft in

Ost-West-Richtung, also mit dem Lauf

der Sonne.“ Bertram Eberle kennt jeden

Hügel und jeden Weg in seiner Heimat.

„Die Gäste erwarten, dass du sie

nicht nur führst, sondern auch was zu

erzählen hast“, sagt er. Deshalb beginnt

seine Arbeit schon am Vortag mit wichtigen

Vorbereitungen. „Ich studiere die

Wetterlage, überlege, wann wo Sonne

sein könnte und stelle so die Route zusammen.

Am Morgen wird die Wetter -

info aktualisiert und dann geht‘s los.“

Schließlich gibt es einiges zu erkunden:

Im Tannheimer Tal warten zahlreiche

Wanderwege und eindrucksvolle Attraktionen

mit wunderbaren Aussichten.

Das größte Gipfelbuch der Alpen

auf dem Neunerköpfle ist dabei nur eines

von vielen Beispielen. Bertram

Eberle kennt sie alle und weiß aus Erfahrung:

„Im Tannheimer Tal findet jeder

seine persönliche Lieblingswanderroute.“

Kunst, Natur und Geschichte –

die Themenwege im Tannheimer Tal

Das Angebot an Themenwegen im Tiroler

Hochtal ist ebenso vielseitig wie das

Tal selbst. Ganz neu ist der Buchstabenweg

rund um Jungholz. Dabei handelt

es sich um eine 7,4 Kilometer lange

Rundtour um das idyllische Kräuterdorf

auf 1.058 Meter Seehöhe, bei der die

acht Buchstaben des Ortsnamens je

eine Station bilden. Die übergroßen

Buchstaben wurden von verschiedenen

Künstlern aus unterschiedlichsten Materialien

gestaltet. Die Wanderung eignet

sich nicht nur für Kunstliebhaber,

sondern vor allem auch für Familien.

„Die Rundtour ist vom Schwierigkeitsgrad

her auch ideal mit Kindern zu

meis tern und es gibt jede Menge zu

ent decken“, erklärt Eberle. Eine schöne

Alternative ist die Wanderung oberhalb

von Grän am Füssener Jöchle von der

Bergstation Richtung Gamskopf, wo

der neue Sonnenpanoramahut als herr -

licher Aussichtspunkt wartet. Der 880

Kilogramm schwere Hut hat einen

Durchmesser von 3,70 Metern und bietet

auf der Hutkrempe Platz für 18 Personen.

„Der Sonnenpanoramahut dreht

sich wie ein Karussell. So hat man einen

perfekten 360-Grad-Blick über das gesamte

Tannheimer Tal und das angren-


zende Allgäu. Das kommt bei unseren

Urlaubern sehr gut an“, erzählt der erfahrene

Bergwanderführer.

Beim Genusswandern

die Seele baumeln lassen

Jeder Ort im Tannheimer Tal hat seine

ganz eigenen Genusswanderwege. In

Tannheim gehört dazu die Tour hinauf

zum Einstein, wo man unterwegs zahlreichen

Wegkreuzen, Tirolerisch auch

„Marterl“ genannt, begegnet und oben

auf dem 1.866 Meter hohen Gipfel eine

herrliche Rundumsicht genießen kann.

In Nesselwängle zählt der Alpenrosenweg

zu den schönsten Touren. „Diese

Tour ist vor allem im Frühsommer ein besonderes

Erlebnis, wenn der Weg vom

Ort hinauf zur Krinnenspitze von unzähligen

blühenden Almrosen gesäumt ist“,

schwärmt der Bergwanderführer aus

Grän. Zu den besonders aussichtsreichen

Wegen gehört auch die mittelschwere

Tagestour von Zöblen auf den

1.998 Meter hohen Bscheißer. Tipp von

Eberle: „Die Wanderung lässt sich ideal

mit einer Einkehr auf der Stuiben-Sennalpe,

zu der sogar eine eigene Käserei

gehört, verbinden. Schließlich ist ein üppiger

Brotzeitteller doch die schönste

Belohnung nach einer ausgedehnten

Tour.“

Kostenlos und bequem

zu den schönsten Höhenwegen

Das Tannheimer Tal ist bekannt für seine

herrlichen Höhenwege. Damit die Gäste

das vielseitige Angebot auch vollkommen

auskosten können, gibt es das Tikket

„Sommerbergbahnen inklusive“, das

die Urlauber bei teilnehmenden Gastbetrieben

erhalten. Es ermöglicht einmal

pro Tag eine Berg- und/oder Talfahrt mit

einer der vier Sommerbergbahnen.

Dazu bietet es täglich unbegrenzten Zugang

zur Wasserwelt am Haldensee.

Fotos: TVB Tannheimer Tal/Marco Felgenhauer, TVB Tannheimer Tal/Achim Meurer

Highlight: Rad-Marathon 2017

Als fester Bestandteil in jedem Rad-Jahr hat

sich der Rad-Marathon Tannheimer Tal etabliert.

Am Sonntag, 9. Juli, findet die Breitensportveranstaltung

wieder statt. Die Kombination

aus abwechslungsreichen Strecken

und eindrucksvoller Kulisse macht ihn zu

einer der schönsten Rennradtouren in den

Alpen. Messen Sie sich über 85 km, 130 km

und in der Königsdisziplin mit 230 km und

3.500 Höhenmetern. Ein besonderes Vorbereitungsprogramm

bietet die Rennrad-

Woche von 3. bis 7. Juli. Teilnehmer können

im Rahmen der Workshops und Ausfahrten

mit dem Tour de France-Etappensieger Marcel

Wüst trainieren.

Tourismusverband Tannheimer Tal

Vilsalpseestr.1

6675 Tannheim

Tel. +43 5675/6220-0

info@tannheimertal.com

www.tannheimertal.com


Geniessen

Alternative Ernährung im Allgäu

Dereggie-rend

im Land der Kühe

und Kässpatzen

Ob aus moralischen oder gesundheitlichen Beweggründen –

immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder

sogar vegan. Die pflanzliche Lebensweise ist gerade in aller

Munde und zu Recht, denn sie schmeckt. Das beweist etwa

das Berghotel Ifenblick in Balderschwang.

92

wandern & genießen


wandern & genießen 93


Geniessen

Fotos: Berghotel Ifenblick

Bereits seit drei Generationen befindet

sich das Hotel in Familienbesitz

– angestaubt ist es dennoch

nicht, sondern am Puls der Zeit. Dafür

sorgt vor allem Bianca Meyer, die das Geschä

2014 von ihren Eltern übernommen

hat. Unter ihrer Führung wurde das Hotel

nicht nur zum Bio-Hotel, auch das kulinarische

Angebot wurde mit veganen Speisen

ergänzt. Verantwortlich hierfür ist jedoch

nicht Bianca, sondern Nina Meyer –

ihre Schwester. Die Köchin ernährte sich

lange vegetarisch und beschäigte sich viel

mit der Materie. »So sind wir dann irgendwann

auch auf den veganen Zweig gekommen,

haben uns das angeschaut und gemerkt

‚Hey, so schwer ist das ja eigentlich

nicht‘. Und da wir unsere Speisen als Buffet

anbieten, dachten wir, das müsste funktionieren«,

sagt Bianca Meyer. Ihren Worten

ließ die Geschäsführerin schnell Taten

folgen: Die Köche des Hotels besuchten

einen Workshop bei Surdham Göp, einem

bekannten veganen Koch, und so gibt es

seit Dezember 2014 auch leckere vegane

Speisen im Angebot.

Fleischlos lecker

Doch die Nicht-Veganer unter den Hotelgästen

müssen keine Angst um ihr Essen

haben, denn bekehrt werden soll niemand.

»Meine Intention dahinter ist, dass ich

sage, ich möchte es einfach regulär auf der

Karte haben. Nicht nur für die Veganer,

sondern auch für die Fleischesser, die es

dann einmal probieren und vielleicht sagen:

‚Wusste ich ja gar nicht, dass es vegan

ist. Schmeckt ja doch ganz gut, kann man

94

auch mal essen‘», so Bianca Meyer. Denn

nach wie vor hat die vegane und auch vegetarische

Ernährungsweise mit Vorurteilen

zu kämpfen: »Da gibt´s nur Körner zu

essen«, »Davon wird man eh nicht satt«

und »Das schmeckt doch nach Pappe«

sind nur einige. Das dem nicht so ist, zeigt

das Berghotel Ifenblick, denn dort freuen

sich nicht nur Veganer und Vegetarier über

das Angebot, auch der ein oder andere

Fleischliebhaber lässt sich drauf ein und

ist positiv überrascht. Vor allem Frauen

finden das total super, wohingegen die

Männer sich noch o schwer tun. Aber es

gibt auch immer mal wieder Vertreter des

Lust auf vegan?

Das Berghotel Ifenblick hat für Sie ein

besonderes Rezept rausgesucht, das sich

zuhause einfach nachmachen lässt.

Veganer Grießbrei

mit gebratener Banane

starken Geschlechts, die dem Team um

Bianca Meyer sagen, dass das vegane Essen

doch nicht so schlimm war wie erwartet.

Vegan für Alle

Und das verwundert nicht, denn die

Vielfalt ist groß. »Wir machen Gemüseaufstriche

für die Frühstücksvariante oder

es gibt veganen Getreidebrei, es gibt gegrilltes

Gemüse, veganes Kompott, Milchersatzprodukte

in mehreren Varianten.

Aber wir machen keine Sojabratwürste

oder vegane Schnitzel. Wir haben eine

pflanzenbasierte Kost«, sagt die Geschäs-

Benötigte Zutaten:

200 ml Sojamilch, 20 g Dinkelvollkorngrieß,

1 Prise Salz, 1 TL Zimt, etwas Öl,

1 reife Banane, 2 EL Kokosflocken, 1 TL Kokosöl

Und so wird´s gemacht:

Bringen Sie die Sojamilch zum Kochen und geben dann eine Prise Salz dazu. Anschließend

wird der Grieß und Zimt hinzugefügt und unter ständigem Rühren muss alles

etwa zwei Minuten lang köcheln. Den Grießbrei können Sie nun erst einmal zur Seite

stellen, denn nun hat die Banane ihren großen Auritt. Diese wird geschält und dann

in etwas Öl bei mittlerer Hitze angebraten. Parallel dazu werden die Kokosflocken in

einer trockenen Pfanne angeröstet. Zum Schluss geben Sie das Kokosöl zu der Banane

und lassen das Ganze etwas bräunen.

Nun kann der Grießbrei mit der Banane und den Kokosflocken angerichtet werden.

wandern & genießen


Das Bio-Berghotel

Ifenblick liegt idyllisch

im Grünen und im

Hotelrestaurant ist

nicht nur das Essen

ein Genuss, sondern

auch der Ausblick auf

die Allgäuer Alpen

Anzeigen

führerin. Vegane Desserts und Kuchen finden

sich ebenfalls auf dem reichhaltigen

Buffet. Und wenn es am Sonntagabend im

Hotelrestaurant ein Menu gibt, wird selbst

davon eine vegane Version angeboten.

Auch auswärtige Gäste können sich das

Menu schmecken lassen oder an den anderen

Tagen das volle Buffet bestaunen. Wem

das nicht reicht – wie wäre es mit einem veganen

Kochkurs im Berghotel? Da zeigt

Nina Meyer, wie einfach es sein kann leckere

vegane Gerichte zu Hause zu kochen.

Mehr Informationen finden Sie unter:

www.berghotel-ifenblick.de

Claudia Schöwe

Vegane Ziele im Allgäu:

Bio-Hotel Berghüs Schratt in Oberstaufen:

veganes, vegetarisches Hotel,

auswärtige Gäste sind im Restaurant

nach voriger Reservierung herzlich will -

kommen, www.biohotel-schratt.de

Vegetarische und Vegane ZAUBEREI

in Schongau: jede Woche ein neuer

Speiseplan, www.guatglaunt.de

Barfood in Kaueuren: vegane Cocktailbar

mit leckerem selbstgemachten

Essen, Speisekarte wechselt wöchentlich,

www.barfood-kf.de

Valentin in Lindau: Das Biorestaurant

bietet ein veganes 5-Gänge-Menü an,

daneben weitere vegane und vegetarische

Leckereien, www.bio-logisch.bayern

wandern & genießen 95


Geniessen

(Fast) alles aus dem Allgäu

Nachhaltig

Naschen

Wo kommt das Essen her, das die Köche kredenzen? In vielen

Lokalen der Region ist die Frage einfach zu beantworten –

und doch recht kompliziert. Denn man baut selber an und ist

vernetzt mit einer Vielzahl lokal aktiver Erzeuger

96

wandern & genießen


Was versteht man eigentlich unter

»nachhaltiger Küche«?

Fragt man das Internet, fällt

das Suchergebnis ziemlich klar aus: »Wertschätzung

von Lebensmitteln, regionale

und saisonale Küche, Klimaschutz, soziales

Engagement und vieles mehr«, fasst es die

Plattform Greentable.de zusammen – und

findet im Allgäu unter anderem das

»Green Deli« in Kempten. Hier, in der Königstraße

1, kann man speziell zu Mittag

preiswert, nachhaltig und »Bio« essen.

Aber wie steht es um die Edel-Restaurants

aus? Auch hier ist Nachhaltigkeit Pflicht.

Das Naturlandhaus Krone in Maierhöfen –

der Koch pflegt Kontakte

Es ist schon lange her, dass das Anwesen

ein Bauernhof war, denn bereits seit 1769

wird es erfolgreich als Gaststätte genutzt.

Die Landwirtscha gab man vor rund viereinhalb

Jahrzehnten auf und widmet sich

nun nur noch der Gastronomie und dem

Hotelbetrieb. Seit der Koch Frank Übelhör

den Familienbetrieb übernahm, hat er

nicht nur die Küche mit Einflüssen seiner

überall auf der Welt gewonnenen beruflichen

Erkenntnisse erweitert – er hat sich

außerdem verpflichtet, nach dem »Slow

Food«-Modell zu kochen. Er verwendet

dazu weitestgehend Produkte aus der Region.

Gemüse und Kräuter kommen zu

100 Prozent aus dem eigenen Garten. Das

geht auch gar nicht anders, denn das Allgäu

ist einfach keine Gemüseanbauregion.

Seine Öle, Gewürze und Essenzen macht

Übelhör, der als Skilangläufer und Biathlet

sogar in der Nationalmannscha aktiv war,

weitgehend selbst. Das Fleisch, der Käse

und die anderen Milchprodukte kommen

von Erzeugern aus dem Umfeld. Zu denen

Teigtaschen auf besondere Art: Allgäuer Schlutzkrapfen,

lecker und von den Zutaten her »Bio«

Meisterkoch Frank Übelhör weiß immer genau,

woher die Lebensmittel kommen, die er veredelt

pflegt der Westallgäuer Koch seit langem

intensive Kontakte. Er weiß einfach, wo er

die optimale Qualität findet und wie er sicherstellt,

dass die verwöhnten Gäste nur

das Beste serviert bekommen. Im Landgasthaus

»Krone« bietet er leckeres »Basenfasten«

an, kocht für Vegetarier und

Veganer abseits der üblichen »lieblosen«

Allerweltsrezepte. In seiner Küche verzichtet

Übelhör fast schon logischerweise auf

Zusatzstoffe. Auch beim Fleisch, das er

verwendet, achtet er auf Nachhaltigkeit.

www.landgasthaus-krone.de ä

Fotos: Naturlandhaus Krone

wandern & genießen 97


Geniessen

Der Landgasthof Rössle in Stiefenhofen –

der Kräuterkenner

Das Gasthaus wird bereits 1521 erstmals

urkundlich erwähnt. Die aktuelle Besitzerfamilie

Kulmus führt Lokal und Hotel

bereits in der dritten Generation. Heute

»regiert« Axel Kulmus im »Rössle« auf unnachahmliche

Weise. Der Koch und Wirt

pflegt selbst einen riesigen Kräutergarten,

in dem fast alles wächst, was er in der Küche

an Zutaten braucht. Darüber hinaus

ist der Ort auch ideal, um sich zurückzuziehen

und in der Natur zu verweilen, was

Gäste wie Koch auch gerne tun. Doch zurück

in die Küche: Dort verwendet Kulmus

tatsächlich nicht nur ymian und andere

bekannte Pflanzen, die in seinem Garten

wachsen, sondern zum Beispiel auch Vo-

Axel Kulmus ist der Allgäuer Kräuterkönig. Was

bei ihm wächst, wird auch in der Küche veredelt

Fotos: Gasthof Rössle

gelbeere oder Lavendel. Nachhaltigkeit ist

Trumpf im »Rössle« – das Fleisch und

Fisch kommen von regionalen Erzeugern,

die Kulmus persönlich kennt. Hier weiß

er, dass die Qualität absolut stimmt und

die Tiere ein artgerechtes Leben führten.

Das schmeckt man auch.

www.roessle.net

Das Dorfhaus in Thalkirchdorf –

hier macht man Käse selbst

Fotos: Dorfhaus Thalkirchdorf

Wirtin Imelda Erd

sieht das »Dorfhaus«

als Teil der Allgäuer

Tradition. Rechts: Das

ist keine Nachspeise,

sondern ein leckeres

Hauptgereicht – Käseknödel

98

Das »Doraus« besteht aus einer Käserei,

einem reizenden Tante-Emma-Laden,

der die eigenen Produkte vertreibt,

einem Hotel und einem Restaurant. Die

beiden letztgenannten Elemente des Dorfhauses

werden von Imelda Erd geführt -

und die setzt auf Nachhaltigkeit. Denn die

Käserei liefert vieles von dem, was auf den

Tisch kommt. Schon die Speisekarte ist

anders – sie wird als Zeitung zum Mitnehmen

herausgegeben. Drei Mal im Jahr

erscheint das »Dorfgespräch« mit nützlichen

und witzigen Infos und mit dem kulinarischen

Angebot. Schließlich ist das

»Doraus« auch so etwas wie der Info-

Mittelpunkt für alle, die wissen wollen,

was in dem alkirchdorfer Ensemble so

alles geboten wird. Speziell Käseliebhaber

werden logischerweise bestens bedient –

dass der Käse aus der »Doraus«-Sennerei

stammt, versteht sich dabei von selbst. Sehr

lecker sind unter anderem das Käsefondue,

die Käseknödel oder das Bergkäseschnitzel

mit seiner extravaganten Haselnusskruste.

Das Fleisch kommt aus der Region, es wird

bei Biobauern erworben, die für beste

Qualität bekannt sind. Außerdem kann

man in der Käseschule selber lernen, wie

man Käse macht – und das leckere Ergebnis

sogar mit nach Hause nehmen.

www.doraus.de

Manfred Prescher

wandern & genießen


S’handwerk in Sonthofen

In diesem Lokal, direkt vor dem Rathaus

der Kreisstadt Sonthofen gelegen, nehmen

sie ihre Aufgabe sehr ernst. Deshalb heißt

das Lokal, das Uli Brandl mit seinem

Team führt, zurecht »s’handwerk«. Die

Zutaten sind weitgehend regional und Bio,

Vegetarier und Veganer kommen hier mit

leckeren und frischen Gerichten auf ihre

Kosten. Wer hier an den massiven Tischen

sitzt und es sich auf Schaf-Fellen bequem

macht, sollte zum Beispiel mal das Risotto

mit Lauchzwiebeln , Nüssen und Tomatenpesto

oder die »Sackguat« genannte

Antipasti-Kreation probieren. Nicht nur

Kids lieben das »Dreckla Schoklaad«, die

heiße, italienische Schokolade.

http://shandwerk.de

Bei Uli Brandl (rechts)

und seiner Crew gibt

es auch besondere

Schmankerl wie den

»Straußenburger«. Das

Fleisch des Vogels

wird mit weichem

Camenbert kombiniert

Fotos: s’handwerk

Anzeigen

wandern & genießen 99


Wandern auf den Glückswegen

Tolle Aussichten, flach wandern und

dabei Ihre Gesundheit im Blick, das ist

Wandern im Kneippland ® Unterallgäu.

Dort, wo die Wiesengängerroute der

»Allgäuer Wandertrilogie« zum Wandern

auf ebenen bis hügeligen Pfaden

lockt.

Nicht nur der reine Landschafts- und

Naturgenuss steht bei der Wandertrilogie

im Vordergrund. Sie erzählt auch Geschichten,

die für das Allgäu von Bedeutung

sind und macht diese mit Helden

und Wahrzeichen für den Wanderer sicht-

bar. Hier im Kneippland® Unterallgäu und

dem Erlebnisraum Glückswege heißt der

Held Sebastian Kneipp. Es sind die Wege,

die einst von ihm geprägt wurden und mit

seinem Glauben und Wissen um die Kraft

der Natur vielen Menschen half.

Das Thema Wasser mit seiner heilenden

Kraft oder die vielen Pflanzen und

Kräuter, die man hier entdecken kann,

bestimmen aber nicht allein die Glückswege.

Vielmehr findet sich auf ihnen

auch eine Ruhe und Kraft, die in der

Weite des Kneipplands® Unterallgäu liegen

– wenn die Gedanken den Alltag loslassen,

sich der Geist öffnet für Neues

und die Seele frei wird. Und plötzlich ist

er wieder da, der Glaube an die Urkraft,

der Respekt vor der Natur und die Ehrfurcht

vor dem Wunder der Schöpfung.

Lange Spaziergänge durch das Grün der

Glückswege führen zurück zum Wesentlichen.

Wie wenig ist doch nötig, um glücklich

zu sein. Kein Geld ermöglicht dieses

Gefühl, allein das bloße Ruhen in sich

selbst ist seine Grundlage. Auch das hat

Aktiv Park Kneippland ® Unterallgäu –

Wo Gesundheit zum Erlebnis wird…

Sieben Erlebnisstationen und zahlreiche Kneippanlagen machen die

Themen »Kneipp« und »Gesundheit« im Kneippland® Unterallgäu zur

ganz besonderen Erfahrung. So werden die fünf Säulen des

Kneipp‘schen Naturheilverfahrens spannend erlebbar.

AKTIV

PARK

Kneippland ®

Unterallgäu

Die Kneipp-Erlebnisstationen

Wassererlebnis Bedernau

»Wasser« in unterschiedlichster Form erleben, spüren und nutzen

- diese Erlebnisstation macht es möglich: Heilendes Thermalwasser

in der Natur-Therme, kühles Nass zur Stärkung der Vitalität in der

Wassertretanlage und vielfältige Informationen zur Lebensgemeinschaft

Wasser-Pflanze-Mensch und Tier.

Naturerlebnis Benninger Ried

In dieser unter Naturschutz stehenden Moorlandschaft vereinen

sich Himmel und Erde und geben den Blick frei auf eine reichhaltige

und seltene Flora und Fauna sowie sakrale Kostbarkeiten.

Das Riedmuseum im alten Mesnerhaus neben der Riedkapelle

beherbergt das Informationszentrum Benninger Ried.


Advertorial

Foto: Agentur Fouad-Vollmer

Pfarrer Kneipp schon vor langer Zeit gewusst

und lehrte es seinen Patienten. Folgen

Sie der Anleitung zum Glücklichsein

und Sie werden vieles neu ent decken. Die

Glückswege führen durch Bad Wöris -

hofen, in einem Abstecher nach Mindelheim,

anschließend nach Otto beuren und

Bad Grönenbach.

Mit unseren vielfältigen Wander -

strecken, vom Walderlebnispfad bis hin

zum Pilgerweg, ist Ihre Gesundheit auf

dem besten Weg. Ein besonderer Tipp

für Wanderfreunde ist der Unterallgäuer

Wanderherbst. Bereits zum sechsten Mal

wartet vom 30. September bis 8. Oktober

ein buntes Wanderprogramm auf Sie.

Erfahren Sie Erstaunliches über die Geschichte,

Natur und Kultur im Kneippland®

Unterallgäu: von kunst- und kulturhistorischen

Führungen über Gesundheitswanderungen

bis hin zur Naturerlebnisführung

ist für alle Geschmäcker

etwas geboten. Und das Beste – die Touren

werden immer von einem Experten

geführt und geleitet.

Informationen und Auskünfte zum Unterallgäuer

Wanderherbst gibt es bei Tobias Klöck (E-Mail:

kloeck@unterallgaeu-aktiv.de, Telefon: 08247/

99890-11) oder im Wanderportal des Land -

kreises Unterallgäu unter

www.wanderportal-unterallgaeu.de

Einen ganz besonderen Service zum

Thema Wandern und Tourenplanung finden

Sie im Wanderportal vom Kneippland®

Unter allgäu unter

www.wanderportal-unterallgaeu.de

Mit Hilfe einer interaktiven Karte lassen

sich ganz einfach die schönsten Touren

und Wanderungen im Kneippland®

Unterallgäu planen. Es werden nach Eingabe

der gewünschten Route dann nicht

nur die Tourdaten wie Dauer, Streckenlänge

und ein Höhenprofil angezeigt, sondern

auch Einkehrmöglichkeiten entlang

der Strecke, besondere Naturerlebnisse am

Weg oder kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Die geplante Tour samt aller Daten inklusive

übersichtlicher Karte lässt sich bequem

für unterwegs ausdrucken oder als

.gpx-Datei für das GPS Gerät abspeichern.

Gesunder Dreiklang Bad Wörishofen

Stressfreie Erholung in einem harmonischen Umfeld mit einer

Kneippanlage für alle Generationen, dem Osteo-Walk-Fitnessgerät

für die zweite Lebensphase und dem Gradierwerk zum Atem holen,

Entspannen und Meditieren.

Schloss-Aktiv-Park Bad Grönenbach

Fitness und Vitalität werden auf dem weitläufigen Parcours mit

17 Outdoor-Geräten durch spezielle Bewegungsabläufe, Gleichgewichtsübungen

und gezielte Übungseinheiten für die Muskulatur

gefördert. Ein tolles Erlebnis für die ganze Familie.

Sinnen-Park auf dem »Alten Friedhof« Kirchheim

Ein besonderer Ort mitten im Grünen, der Lebenskräfte weckt und

das innere Gleichgewicht finden lässt. Der Sinnen-Park ist Natur

und Kultur sowie Begegnungsstätte verschiedener Generationen.

Kneipp-Aktiv-Park Ottobeuren

Im modern gestalteten Kurpark unweit der Basilika findet sich die

ganzheitliche Kneipp-Philosophie in all ihren Facetten samt einer

Erlebnistreppe, die im Ruhe- und Meditationsgarten mündet. Hier

können Sie getrost den Alltag hinter sich lassen.

Walderlebnis und innere Einkehr Buxheim

Die Sinne spielerisch schärfen und dabei die Umgebung neu entdecken

lässt es sich auf dem Walderlebnispfad, der durch eine abwechslungsreiche

Landschaft führt. Hier sowie in der ehemaligen

Reichskartause des Ortes finden Sie innere Ruhe und Besinnung.


Reportage

Im ballon über dem Allgäu

Vom

Winde

verweht

Das Allgäu zu Fuß oder per Rad zu erkunden, ist spannend und landschalich reizvoll.

Aus den Körben des Ballonteams Air & Fun aus Leutkirch eröffnet sich jedoch ein völlig

neuer Blickwinkel. Mit 40 Stundenkilometern schwebt man hier auf Wolke Sieben

und genießt den Panoramablick auf den Bodensee, das Allgäu und das Voralpenland

Mama, schau nur, da unten ist ein Flieger!« Aufgeregt

deutet Timo aus dem Ballonkorb. Tatsächlich: Etwa

100 Meter tiefer brummt ein Ultraleichtflugzeug dahin.

Sein Pilot, schemenha durch die Windschutzscheibe erkennbar,

winkt dem Ballon fröhlich zu. Timo winkt zurück. »Das

passiert dem bestimmt auch nicht o, dass er nach oben winken

102

muss«, vermutet der Zehnjährige. Vom Heißluballon aus eröffnen

sich eben völlig neue Blickwinkel.

Heute ist die Aussicht besonders eindrucksvoll. Nach der eher

wechselhaen Maiwoche ist dieser Tag ein Glücktreffer. Bereits

kurz nach dem Start in Neukirch bei Tettnang ist der Bodensee

sichtbar. »Bei dem klaren Wetter haben wir einen super Bergblick«,

wandern & genießen


»Bitte nicht raushüpfen.« Ballonpilot Danny

erklärt Janine, Timo und Stefan, was sie zu Start

und Landung wissen müssen. Der Ballonkorb ist

erstaunlich stabil und wackelt nicht in der Luft

Fotos: Manuel Diepolder, Bianca Elgaß, Viola Elgaß

Das Füllen der Hülle geht schnell. Erst wird sie

mittels einer Art Turbo-Ventilator mit kalter Luft

gefüllt, dann sorgt der Brenner für die richtige

Temperatur. Die Passagiere packen mit an

freut sich Pilot Danny Weimer. Gemeinsam mit seinem Freund

und Kollegen Peter Gerster hat er Ende 2012 in Leutkirch die Air

& Fun Ballonfahrten gegründet. Die beiden Jungunternehmer betreiben

neben ihrem Beruf ihre große Leidenscha Ballonfahren

und haben bereits unzählige Fahrstunden »auf dem Buckel«. Leben

könne man vom gewerblichen Ballonfahren alleine nicht, so

Danny. Dafür sei man zu sehr vom Wetter abhängig. »Außerdem

geht o der Spaß verloren, wenn man etwas beruflich macht.«

Völlig losgelöst

600 Meter über der Erde könnte man dennoch meinen, Danny

bewege sich täglich durch die Lu: Routiniert bedient er den

Gasbrenner, weist seine Passagiere auf landschaliche Besonderheiten

hin und hält Funkkontakt mit den verfolgenden Fahrzeugen

am Boden und seinem Kollegen Peter. Der schwebt im

anderen Ballon mit sechs Passagieren nur ein paar Dutzend Meter

weiter dahin. Danny fährt heute den »Kleinen«. Vier Passagiere

hat er im Korb. Die Mitfahrer können sich darin frei bewegen,

der Korbrand ist hoch genug. Timo reicht er bis zu den

Schultern. »Für uns drei ist es die erste Ballonfahrt«, erzählt

seine Mutter Janine. Nachdem sie und ihr Sohn von Kißlegg aus

öer die Heißluballone von Air & Fun am Himmel vorbeiziehen

sahen, kam ihnen die Idee, dem Vater eine Ballonfahrt zum Geburtstag

zu schenken. Als ganz besonderen Familienausflug.

Auch Fotografin Bianca fährt heute zum ersten Mal. Die ä

wandern & genießen 103


Reportage

Heißes Handwerk. Der Pilot steuert nur »rauf und

runter«. Den Rest bestimmt der Wind, der je nach

Höhe in verschiedene Richtungen weht

Zweiundzwanzigjährige hat sich mit der Ballonfahrt einen langgehegten

Traum erfüllt: »Die Aussicht ist unglaublich und man

merkt überhaupt nicht, dass man sich mit fast 40 Stundenkilometern

bewegt«, schwärmt sie. Tatsächlich hat das Dahingleiten

etwas Bedächtiges. Im Vorhinein vergleichen die Leute das Ballonfahren

o mit dem Fliegen im Flugzeug, doch da gibt es

kaum Ähnlichkeiten. Vor 20 Minuten fragte eine junge Zuschauerin

bei den Startvorbereitungen noch, ob einem »da oben

nicht auch mal schlecht werden könnte«. Verfolger Wolfgang

hat darauf nur freundlich gegrinst: »Ich sage immer, Fahrstuhl

fahren ist wesentlich dramatischer.«

Im Korb ist es windstill und warm

Der Ballon ist leichter als Lu und fährt mit dem Wind – im

Korb ist es daher nahezu windstill. Der Gasbrenner gibt fleißig

Wärme nicht nur an die Ballonhülle, sondern auch an die Passagiere

im Korb ab. San gleiten die riesigen Nylonkugeln durch

den blauen Himmel. Kein Rumpeln und Wackeln, nur stetes Steigen

und Sinken. Das gelegentliche Fauchen des Brenners ist das

einzige Geräusch, das die andächtige Stille unterbricht.

Und Timos folgende Frage: »Wie lenkst du eigentlich?« Verdutzt

schauen die übrigen Passagiere sich an. Diese Frage hat

sich vorher seltsamerweise keiner gestellt. Danny hat ja kein

Lenkrad, er bedient lediglich den Gasbrenner. Die Richtung des

Ballons bestimmt der Wind. Der Pilot kann den Kurs dennoch

beeinflussen: »In verschieden Höhen weht der Wind meist aus

unterschiedlicher Richtung.« Durch Steigen oder Sinken kann

der Pilot sich die verschiedenen Strömungen zu Nutze machen

und ans Ziel navigieren. Tatsächlich weiß aber kein Pilot ganz

genau, wo er später landen wird.

Von Berufs wegen »Stalker«

Aus genau diesem Grund gibt es keinen Piloten ohne »Verfolger«:

Während Danny und Peter am Himmel den Brenner anheizen,

werfen am Boden Hans und Wolfgang den Motor an.

Die zwei folgen den Ballonen mit Augen und Transporter, damit

Ballonkorb, Hülle und Zubehör gleich vor Ort wieder verladen

werden können. Schließlich landen die Ballone auf fremden

Grund. Zwar haben viele Allgäuer Verständnis und freuen sich

über den besonderen Anblick. »Trotzdem bemühen wir uns, zeit-

Hinabgeblickt: Ob

die Bewohner von

Ratzenried bei Argenbühl

wissen, dass ihr

Dorf aussieht wie ein

Schmetterling?

104


Kaum haben alle ihren Stehplatz eingenommen,

geht die Reise los. Im Nu haben die Luftfahrzeuge

300 bis 400 Meter Höhe erreicht

Oben faucht der Brenner, unten geben Hans und

Wolfgang Gas. Eine Ballonfahrt ohne verfolgende

Fahrzeuge am Boden gibt es nicht

nah vor Ort zu sein und vor allem keine Spuren im Boden zu

hinterlassen. Kein Landwirt freut sich über einen Ballonkorb auf

seiner ungemähten Wiese«, erklärt Wolfgang. »Die Piloten lotsen

uns von oben aus, wenn wir sie zwischendurch aus den Augen

verlieren.« Manchmal sind die Verfolger schon vorher am Ziel.

Heute ist es ein nahezu gleichzeitiges Aufsetzen von Ballo- ä

Anzeige

wandern & genießen 105


Reportage

nen und Eintreffen von Verfolgern. Von Neukirch ging es in

einem Bogen über Wangen bis zum Kißlegger Ortsteil Meggen,

wo Danny und Peter zielgenau neben einer kaum befahrenen

Teerstraße aufsetzen. Über eineinhalb Stunden waren die Ballone

in der Lu. Den Passagieren kam es wesentlich kürzer vor. Das

Sprichwort »Die Zeit vergeht wie im Flug« kommt eben nicht

von ungefähr. Die Landung und das routinierte Verstauen der

Ausrüstung, wobei vor allem Timo fleißig mithil, sind aber

noch nicht das Ende. Danny zückt ein Feuerzeug. »Alle Erstlingsfahrer

werden jetzt getau«, verkündet er.

Die Ballontaufe besteht aus zwei Teilen: Zunächst werden alle

Teilnehmer mit einer Urkunde »geadelt«. Wortwörtlich. Denn

jeder, der schon einmal Ballon gefahren ist, erhält einen Titel.

Eine Tradition aus den alten Zeiten, als Ballonfahren dem Adel

vorbehalten war. Die Titel denken sich die Piloten aus und sind

dabei recht kreativ. Nach der Verleihung wird den Fürstinnen

und Fürsten eine Haarlocke mit Feuer angesengt und mit Bier

oder Sekt gelöscht. Eine Erinnerung an das Feuer, ohne das Ballonfahren

nicht möglich wäre.

Adel verpflichtet

Wer prachtvolle Titel wie »Prinzessin Bianca, furchtlose Himmelsfee

im Weidenkorb über Wangen im Allgäu« tragen möchte,

der hat natürlich gewisse Pflichten zu achten. So weiß ein gestandener

Ballöner seinen Titel stets auswendig und kann diesen

ohne Stottern aufsagen – sogar unter dem Einfluss des gerade im

Allgäu so beliebten goldenen Gerstensaes. »Gelingt ihm dies

nicht, hat der Stotterer allen anwesenden Ballonfahrern eine

Runde Getränke zu spendieren«, fügt Peter grinsend hinzu.

Zweitens: »Der größte Fauxpas, den ihr vor einem Ballonpiloten

begehen könnt, ist vom ‚Ballonfliegen‘ zu sprechen – ein Ballon

fährt und fliegt nicht.« Doch warum eigentlich? »Einerseits bewegt

sich ein Ballon nach den Gesetzen der Aerostatik – er ist leichter

als Lu. Flugzeuge dagegen fliegen aerodynamisch. Physiker haben

definiert, dass alles, was leichter als Lu ist, fährt und was

schwerer ist, fliegt.« Neben der Physik gibt es auch einen historischen

Grund, so Peter: »Als der Heißluballon erfunden wurde,

gab es noch keine Flugzeuge, die durch den Himmel fliegen. Daher

orientierte man sich sprachlich an der Schifffahrt: Die Ballone

fuhren auf dem Himmelsmeer.« Selbstredend, so fährt der Ballonfahrer

fort, gilt auch bei dieser goldenen Ballonfahrerregel:

»Wer patzt, gibt einen aus!« Die letzte und wichtigste Regel jedoch

Info: Air & Fun GmbH, Niederhofen 62, 88299 Leutkirch,

Tel. 07561 9810885, info@air-and-fun.de, www.air-and-fun.de

Die heiße Luft gibt der Ballon ungern wieder

her. Nach einer gelungenen Landung bei

Meggen geht es ans »Abrüsten«

106

wandern & genießen


ist: »Wenn ihr zufällig auf einen Piloten tre, der eben zur Landung

angesetzt hat, geht doch einfach kurz mal rüber und bietet

eure Hilfe beim Abbau an. Der Pilot und der Grundbesitzer werden

es euch garantiert danken.«

Mit dem Landefest endet das Abenteuer mit dem Allgäuer

Ballonteam. Für heute. Nicht selten sehen Danny und Peter ihre

Passagiere wieder. »Gräfin« Janine jedenfalls hat das Ballonfieber

gepackt – diesen speziellen Höhenflug will sie widerholen: »Die

nächste Ballonfahrt schenke ich mir einfach selbst«, verkündet

sie lachend. »Und mir!«, mischt Junker Timo sich ein. Ballonfieber

ist eben doch ansteckend.

Viola Elgaß

Vom Ballonkorb aus

eröffnen sich atemberaubende

Blicke auf

den Bodensee, das

Voralpenland mit den

Alpen im Hintergrund

Ballontaufe: Hier wird

den Erstgefahrenen

eine Locke angezündet

und mit Bier oder Sekt

gelöscht

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wandern & genießen 107


Familie

Kinderkram

Ein kleines großes

benteuer

So ein Pech! Tom hat sich so auf den Urlaub im Allgäu gefreut.

Doch nun regnet es den ganzen Tag. Als er jedoch mit

seinen Eltern die Miniwelt in Oberstaufen besucht, um sich

die Modellbahnen anzuschauen, passiert etwas Seltsames…

Tuuut«, macht der kleine Zug. Tom sieht ihm fasziniert

hinterher, bis er in einem Tunnel verschwindet. Darauf

steht eine Burg, nicht größer als sein Kopf. »Das muss

Spaß gemacht haben, all das zu bauen«, überlegt er. Immerhin.

Der Abstecher in die Miniwelt bei Oberstaufen hat sich gelohnt.

Eigentlich wollten er und seine Eltern eine Wanderung auf dem

Hündleberg machen, aber es regnet schon den ganzen Tag.

Schade, Tom hatte sich so auf die Aussicht gefreut. Er schlendert

weiter zu einem Bahnhof in Miniaturausgabe. An den Gleisen

stehen viele winzige Figuren und warten auf ihren Zug. »Ihr habt

es gut«, meint er leise. »Ihr fahrt bestimmt in die Sonne…« »Fahr

doch mit«, antwortet ihm eine Stimme. Tom blickt sich überrascht

um. Seine Eltern und ein paar andere Besucher stehen weit weg.

»Hier unten!« Wieder diese Stimme! Es klingt, als käme sie aus

dem Bahnhof. Tom beugt sich vor … und staunt! Da steht ein

108

Junge neben dem Gleis und winkt. Tom reibt sich die Augen.

Der Junge ist nicht einmal einen Zentimeter groß! Er legt seinen

klitzekleinen Kopf schief. »Na, kommst du mit?« »Äh, wie…«,

stottert Tom. Der Winzling seufzt. »Ich sehe schon, mit dir spreche

ich besser auf Augenhöhe, wenn unsere Rundfahrt noch etwas

werden soll.« Er schnipst mit seinen winzigen Fingern. Plötzlich

hat Tom ein komisches Gefühl wie in der Achterbahn. Der Junge,

der Bahnhof und all die winzigen Züge drehen sich plötzlich.

PLUMPS macht es – und Tom sitzt auf dem Hosenboden.

»Geht es dir gut?«, erkundigt sich jemand halb besorgt, halb

amüsiert. Tom blickt verwirrt auf. Der winzige Junge steht vor

ihm. Nur, dass er plötzlich gar nicht mehr winzig ist, sondern so

groß wie Tom. Da ertönt ein lautes Quietschen neben ihnen.

Tom sieht nach links – es hält doch tatsächlich ein Zug auf dem

wandern & genießen


Zeichnung:Ramona Klein

Gleis! Haargenau wie in der Miniwelt! »Das ist unserer«, ru der

Junge und zieht Tom hoch. Ehe der etwas erwidern kann, hat er

ihn schon in einen Waggon und neben sich auf einen Sitzplatz

buxiert. Der Zug fährt los. Tom kann es gar nicht fassen. »Wie

hast du das gemacht? Wer? Meine Eltern…« »Nicht so schnell«,

hebt sein Sitznachbar die Hand. »Erst einmal sollte ich mich vorstellen:

Ich heiße Karl Knopf und habe dich in unsere Miniwelt

gezaubert. Keine Angst, nur für einen kurzen Ausflug. Und deine

Eltern sind da, wo sie eben waren. In der Riesenwelt vergeht die

Zeit viel langsamer. Sie werden gar nichts bemerken.« Tom überlegt.

So ganz überzeugt ist er noch nicht, da deutet Karl aus dem

Fenster. »Genieß lieber die Aussicht.«

Die Aussicht ist tatsächlich einmalig. Der Zug überquert gerade

eine alte Brücke. Tom bewundert eine dreieckig geformte Aussichtsplattform,

auf dem viele kleine Menschen herumlaufen und

Fotos machen. Drumherum glitzert das blaue Flusswasser. »Das

Deutsche Eck von Koblenz ist sehr berühmt«, erklärt Karl. Der

Zug fährt weiter in eine etwas ländlichere Gegend. Und ein Stück

weiter… »Ein Freizeitpark!«, jubelt er. Karl nickt. »Da vorne steigen

wir aus.« Er und Tom müssen ein Stück zu Fuß gehen, um

zu dem Rummel zu gelangen. Dabei gibt es allerhand zu sehen.

Karl erzählt viele spannende Geschichten und Tom hört ihm

neugierig zu. Vor vielen der Miniaturhäuser stehen Leute und

winken. Ein Stück weiter findet eine Hochzeit statt. Das glückliche

Brautpaar posiert gerade für die Fotografen, als die zwei vorbeischlendern.

Dann erreichen sie den Freizeitpark. Tom ist begeistert!

Hier gibt es Abenteuerschaukeln, Autoscooter und einen

Süßigkeitenstand. Die zwei Jungs müssen nicht lange überlegen

– ab auf ’s Kettenkarussell: Huii, das macht Spaß! Natürlich lassen

sie auch die anderen Fahrgeschäe nicht aus. Mit Zuckerwatte in

der Hand schlendern sie danach am Rheinufer entlang. »Wir

könnten mit der Fähre zum nächsten Bahnhof fahren«, schlägt

Karl vor. Gesagt, getan. Per Schiff geht die Reise weiter. Eine

Möwe fliegt über ihre Köpfe hinweg. An einem Campingplatz

mit Badestrand steigen sie aus. Und dann kommt Tom doch noch

zu seiner Wanderung: Sie steigen einen großen Hügel hinauf bis

zu einer Burg. Was für eine Aussicht! Am blauen Himmel über

ihnen gleitet ein Drachenflieger. Unten glänzen die Dächer der

Züge, während sie sich durch das Tal schlängeln. »Habt ihr immer

so tolles Wetter?«, will Tom wissen. Karl nickt. »Wir haben großes

Glück«, kichert er. »Unsere Sonne ist nur gemalt. Da kriegt man

nie einen Sonnenbrand.« Praktisch, findet Tom. Aber immer nur

Sonnenschein, das fände er dann doch langweilig. Da fallen ihm

seine Eltern wieder ein. Ob sie ihn inzwischen doch vermissen?

»Das war ein toller Ausflug!«, sagt er, nachdem sie zum Bahnhof

zurück gefahren sind. Inzwischen sind viele, viele Stunden

in der Miniwelt vergangen. »Wie werde ich denn nun wieder

groß?« »Ganz einfach«, kichert Karl Knopf. »Du musst nur aufwachen.«

Tom wundert sich. Er schlä doch gar ni…

»Tom! Aufwachen. Wir sind da.« Das ist doch die Stimme von

seiner Mama. Verschlafen öffnet Tom die Augen. »Na, schön geträumt?

Bist einfach beim Blättern in dem Urlaubsmagazin eingenickt«,

meint seine Mutter auf dem Beifahrersitz. »Schade, dass

das Wetter nicht auch so schön ist. Regen!«, schimp sein Papa

und stellt den Motor ab. »Wandern wird heute nichts. Am besten

tragen wir die Taschen in die Ferienwohnung und überlegen danach,

was wir stattdessen machen.« Tom blickt auf das Magazin

auf seinem Schoß. »Besuchen Sie die Miniwelt Oberstaufen«, steht

dort. Er grinst. »Ich hab da eine Idee!«

Viola Elgaß

wandern & genießen 109


Familie

Hier kannst du was erleben!

usflugsziele

für Familien

Das Allgäu ist wie geschaffen für Kinder: Lehrpfade, Spielplätze,

Ausflugsziele jeder Art sind hier geboten. Gleichzeitig hat

man auch die Qual der Wahl: Wohin soll der Ausflug gehen?

Kinder, die noch passende Ziele für sich und ihre Eltern suchen,

werden hier vielleicht fündig

Gewinne einen Tag im Skyline Park!

Der Allgäu Skyline Park ist das freizeit-touristische

Tor zum Allgäu. Der beliebte Familienund

Freizeitpark liegt direkt an der A96 zwischen

München und Lindau, Ausfahrt Bad

Wörishofen. Im Jahr 2017 wird der Park die

größte Erweiterung seit Bestehen verzeichnen

können. Gleich sieben neue Fahrattraktionen

werden den Park in dieser Saison schmücken.

Du möchtest gern mit deinen Eltern einer der

Ersten sein, der die neuen Fahrgeschäe ausprobiert?

Dann mach mit bei unserem Gewinnspiel!

Wir verlosen zwei mal drei Ehrenkarten

für einen Erlebnistag im Allgäu Skyline

Park. Sende dazu einfach eine Postkarte oder

eine E-Mail (Stichwort: »Wandern & Genießen

– Skyline Park«) mit deiner Adresse an

unsere Redaktion:

EDITION ALLGÄU, Lachener Weg 2,

87509 Immenstadt-Werdenstein. E-Mail:

info@heimat-allgaeu.info. Einsendeschluss

ist der 31. August 2017. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Glück!

Foto: Allgäu Skyline Park

Naturwerkstatt am Alpsee

Freizeittipps

für Kinder

Entdecken, erkunden, experimentieren – mit

dem Bund Naturschutz Naturerlebniszentrum

Allgäu wird es nicht langweilig. Den ganzen

Sommer über können Familien und Kinder

jeden Freitagnachmittag in der Naturwerkstatt

am AlpSeeHaus kreativ sein. Hier kann man in

die Steinzeit reisen, einen eigenen »Edelstein«

schleifen, ein Hotel für Wildbienen bauen, Erdund

Pflanzenfarben herstellen oder auf GPS-

Rallye gehen. Nebenbei erfahren Kinder und

Eltern Spannendes über die Allgäuer Natur,

Steine, Tiere und Pflanzen. Mit vielen Veranstaltungen

und Aktionstagen lockt das NEZ direkt

am Großen Alpsee in Bühl bei Immenstadt

mit Abenteuern rund um die Natur.

www.nez-allgaeu.de/veranstaltungen

Das Allgäu bietet die unterschiedlichsten Arten

von Ausflugszielen: Baumkronenpfade, Kletterwälder,

Lehr- und Erlebnispfade, liebevoll

gestaltete Spielplätze, interessante Wandertouren

und viele versteckte abenteuerliche Orte.

Für die Suche nach dem perfekten Ausflugsziel

empfehlen wir »Kinder im Allgäu«: Die gemeinnützige

Webseite hält eine große Sammlung

an Ausflugszielen, Unternehmungen und

Veranstaltungen für Familien mit Kindern im

Allgäu bereit. Die Seite bietet auch eine Umkreissuche

und aktuelle Veranstaltungen.

www.kinder-im-allgaeu.de

Foto: Viola Elgaß

110

wandern & genießen


Anzeigen

Karte: Stadt Kempten Foto: Harald Langer, www.xl-foto.de

Auf Zeitreise gehen

Der Sommer ist die Zeit der Kinder- und Heimatfeste. Allgäuer

Schulkinder schlüpfen dann in farbenprächtige Kostüme und stellen

ihre Heimat- und Stadtgeschichte nach. Umzüge, Ausstellungen

und Jahrmärkte begleiten viele der Festlichkeiten. Wer sich auf eine

spannende Zeitreise durch Stadt- und Heimatgeschichten im Allgäu

begeben will, sollte sich folgende Termine nicht entgehen lassen:

Kinder- und Heimatfest Isny, 7. bis 10. Juli, www.isny-kinderfest.de

Tänzelfest Kaueuren, 13. bis 24. Juli, www.taenzelfest.de

Kinderfest Leutkirch, 15. bis 18. Juli, www.kinderfest-leutkirch.de

Wangener Kinderfest, 21. bis 24. Juli, www.kinderfest-wangen.de

Kinderfest Memmingen, 20. Juli, www.memmingen.de

Fischertag Memmingen, 22. Juli, www.memmingen.de

Lindauer Kinderfest, 26. Juli, www.kinderfest-lindau.de

Stadtplan

für Kinder

Die Stadt Kempten möchte ihren

jungen Gästen mehr bieten als andere

Städte und hat einen neuen

Kinderstadtplan gestaltet. Ab sofort

können Kinder in Kempten

mit einem eigenen »Stadtplan für Kinder«

auf Entdeckungsreise gehen. Zusammengefaltet passt er in jede Hosentasche,

ausgebreitet zeigt er nicht nur Spielplätze, Kinos und Eisdielen

in der Stadt auf, sondern gibt auch einen interessanten Einblick

in die ereignisreiche Stadtgeschichte. Wer spielerisch noch einiges

mehr über Kempten erfahren möchte, kann an jedem dritten

Freitag von Mai bis Oktober an der kostenfreien Kinderstadtführung

»Blickfenster – Zurück in die Vergangenheit« teilnehmen (16 Uhr,

vor der Tourist-Info Kempten).

Der »Stadtplan für Kinder« ist bei der Tourist Information

Kempten, Rathausplatz 24, 87435 Kempten erhältlich. Er kann

auch unter Telefon 0831/960955-0 oder per Mail unter

info@kempten-tourismus.de angefordert werden.

wandern & genießen 111


Advertorial

Der Alpsee Skytrail in Immenstadt

Klettern und Balancieren ohne Angst

Der Große Alpsee ist einfach klasse – und mit dem Skytrail

um eine Attraktion reicher: eine, die spektakulär ist, die eine

Herausforderung darstellt und ungeheuren Spaß macht

Wer nicht schwindelfrei ist, kann hier

lernen, seine Höhenangst zu überwinden.

Einmal im Schienensystem eingehängt,

kann man sich vollkommen

frei auf der Anlage bewegen. So kann

sich jeder langsam an die Höhe herantasten

und findet seine Herausforderung.

Dort hat man dann, wenn die

Beklemmung erst mal überwunden ist,

eine tolle Aussicht auf die Nagelfluhkette

und den wunderschönen Alpsee.

Die Aussicht ist aber nur zweitrangig.

Grundsätzlich ist der Alpsee Skytrail

erstmal dazu da, die eigenen Körperfähigkeiten

zu testen – und dabei Spaß

zu haben. Der kommt tatsächlich nicht

zu kurz: 42 Kletterelemente warten

darauf, ausprobiert zu werden. Maximal

geht es auf elf Meter hinauf, aber

man kann es auch „erdnäher“ haben:

Auf sieben Metern oder auf drei Metern

Höhe lassen sich ebenfalls Erfahrungen

mit der Kletterei machen. Die

Anlage in Bühl ist für das Familien-

Erlebnis ausgelegt: Neben dem großen

Skytrail wurde ein Kinder-Trail eingerichtet.

Hier kann der Nachwuchs in

Bodennähe erste Erfahrungen sammeln.

Ab einer Körpergröße von 1,20

Metern können die Kinder dann in

den großen Skytrail wechseln.

Es geht um das Loslassen

Wer sich die Höhe von elf Metern zutraut,

überwindet und durchquert den

Parcours auf drei Stockwerken. Aber

im Ernst: Den Alpsee Skytrail sollte

sich jeder zutrauen, denn es kann

überhaupt nichts passieren. Man bekommt

genaue Anweisungen vom

klettergeschulten Personal und ist Teil

eines innovativen Sicherungssystems.

In den üblichen Klettergärten wird

man, wie der Hund samt doppelter

Leine, mit zwei Sicherungskarabinern

eingehängt, die man an jedem Knotenpunkt

umklippen muss. Beim Alpsee

Skytrail erhält man einen bequemen

Klettergurt, der einen mit einem

Seil mit der Sicherungsschiene verbindet.

„Über Weichen... neu einhaken.“

So ist man durchweg gesichert und es

ermöglicht maximale Bewegungsfreiheit

auf dem gesamten Parcours. So

gesichert, kann nichts passieren, auch

wenn man mal daneben tritt. Über

Weichen kann man die Richtung

wechseln und sich so den Skytrail-

Tripp selber zusammenstellen. Man

muss sich dazu noch nicht mal ausklinken

und in einer anderen Schiene

neu einhaken. Das System ist wirklich

einfach, sodass man sich ganz auf das


Der Alpsee Skytrail biete alles,

was der Kletterfan zum Üben

braucht. Kleine Kinder sammeln

in Bödennähe erste Erfahrungen

Fotos: AlpseeSkytrail, Faszinatour

Erleben konzentrieren kann. Außerdem

ist man so in der Lage, ganz unkonventionell

alles so oft auszuprobieren,

wie man daran Freude hat.

Dem Körper vertrauen

Im Skytrail kraxelt man nicht zwischen

Bäumen hin und her, wie bei einem

Kletterwald. Beim Alpsee Skytrail

ist alles auf Trittsicherheit, Erfahren

der eigenen Beweglichkeit, Testen der

Schwindelfreiheit bis hin zum Überwinden

der Angst ausgelegt. Stufen,

Netze, Balken und Seile sorgen für unterschiedliche

Haptik, sie fördern und

fordern den Kletterer. Der lernt, sich

und seinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Hin und wieder vergisst man im Skytrail,

dass man sicher geführt wird und

überhaupt nichts passieren kann.

Dann hat man das Gefühl, bei der Bewältigung

der verschiedenen Stationen

ganz allein auf sich gestellt zu sein.

Tatsächlich geht es im Skytrail auch

nur vorwärts, wenn man konzentriert

auf den Körper und die Bewegungsabläufe

achtet – und damit sind nicht

nur die eigenen gemeint. Denn auch

das Material, vom Balken, Nagelfluhsteinen

bis zum Seil bewegt sich mit.

Das erschwert das Vorwärtskommen,

man muss sich fokussieren. Und das

macht viel Spaß, zumindest, wenn

man die Blicke ignoriert, die von unten

– mal staunend, mal belustigt – auf

einem ruhen, wenn man zum Beispiel

mit dem Bürzel voran den Rückzug

antritt. Aber: Die Feiglinge unten sollen

es doch erst mal selber versuchen.

Da kommt doch noch was

Längerfristig soll der Skytrail Teil eines

auf 13 Stationen angelegten „Lernund

Erlebnisparcours“ am Alpsee sein.

Das Motto der Alpsee-Immenstadt-

Tourismus GmbH und der Alpsee-

Grünten-Destination lautet: „Berge für

Einsteiger“. Dabei wird es darum gehen,

Menschen, die das Bergsteigen

erlernen wollen, den Start zu erleichtern.

Schließlich kann Unterschätzung

der alpinen Besonderheiten zu gefährlichen

Situationen führen.

Eine Schlüsselrolle hat dabei der Skytrail

inne. Er bietet auf komprimiertem

Raum vieles, was an Kraxelerfahrung

möglich ist: Vom Balancieren

über dünne Seile, also über den Abgrund,

bis zum Überqueren schmaler

und wackeliger Balken – es geht immer

darum, die eigenen Grenzen auszuloten.

Das kann man hier in Bühl

am Alpsee – mit Sicherheit.

Manfred Prescher

Was man sonst noch über den

Alpsee Skytrail wissen muss

DIE PREISE: Großer Parcours 7,50€

Kiddy-Parcours (bis 1,20m) 4 €

Gruppen (ab 10 Personen) 7€

DIE ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis

Sonntag, 10 bis 18 Uhr, im Sommer –

je nach Witterung – auch länger

Gruppen können Sondertermine vereinbaren

INFO: Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH

Seestraße 10, 87509 Immenstadt

Telefon 08323/998877

info@immenstadt-tourist.de

AlPSeeSKyTrAIl.de


Familie

Der Erlebnisbauernhof Krötz in Sonthofen

Kinder, Kühe,

Käsekuchen

Das kleine Mädchen meint das überhaupt nicht despektierlich,

wenn sie »geh’n wir bitte mal wieder zum Bauernhof Rotzglocke?«

fragt. Sie spricht von der Erlebniswelt der Familie Krötz, deren Namen

sie liebevoll verballhornt. Warum sie das tut? Weil sie sich dort,

unweit der Kreisstadt Sonthofen, pudel- oder sauwohl fühlt.

Selbstbewusste Kinder wissen, was

ihnen gefällt. Beim kleinen Mädchen

kommt der Bauernhof von

Jutta und Bernhard Krötz einfach immer

an – sogar bei schlechtem Wetter. Denn

dann kann man in der Scheune spielen

oder unter dem Dach der gastlich-rustikalen

Terrasse auf die Tiere schauen. Und

leckere Sachen schmausen. Neben dem

liebevoll-gastfreundlichen Umgang mit

Kind und Kegel steht der Genuss bei

Familie Krötz im Mittelpunkt. Legendär

ist beispielsweise der Käsekuchen von Jutta

Krötz. Sie erklärt zwar lächelnd, sie habe

ihn mit dem ermomix gemacht, aber

das sagt nicht viel aus, außer, dass das

Kultgerät tatsächlich nützlich sein kann.

Viel wichtiger ist nämlich, dass die Köstlichkeit

erstens mit viel Liebe und zweitens

114

vor allem mit Produkten der angeschlossenen

Käserei so verfeinert wird, dass man

glatt süchtig danach werden könnte.

Das perfekte Idyll

Auch aktive Kinder bleiben bei den Kuchenkreationen

der Frau Krötz andächtig

sitzen. Die Erwachsenen sollten auch mal

den Bergkäse probieren. Im Krötz’schen

Hofladen kann man sich damit eindecken.

Das Konzept nennt sich »Direktvermarktung«

und macht ganz eindeutig Sinn.

Denn hier werden »Produkte« zu etwas

Besonderen – auch, weil man sofort merkt,

wie sehr Jutta Krötz ihre Lebensmittel selber

schätzt. Unser Tipp: Lieber etwas mehr

vom Käse kaufen, denn ein Großteil überlebt

normalerweise nicht mal eine Auto-

Die Milchprodukte vom Bauernhof Krötz sind

erste Sahne. Man genießt sie gleich vor Ort

fahrt in die nahen Orte Immenstadt oder

Bad Hindelang. Aber eigentlich will man

gar nicht weg aus Sonthofen-Tiefenbach,

und auch der Familie Krötz gefällt es da.

Seit 1965 lebt und arbeitet man in Tiefenbach,

hat Landwirtscha betrieben wie

wandern & genießen


Fotos: Familie Krötz

Was man über den Bauernhof

Krötz wissen muss

Wo muss man hin?

Tiefenbach 19, Sonthofen

Wann darf man hin?

Von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Wo erfährt man mehr?

www.bauernhof-kaeserei-kroetz.de

schon die Ahnen – mindestens seit 1740.

Aber den Kindern ist dieser Fakt egal,

denn sie können immer etwas entdecken.

Obwohl – der Streichelzoo ist auch was

für Erwachsene. Schäfchen und Ziege sind

einfach zu niedlich. Das Minipony natürlich

auch. Pferde und Kühe sind natürlich

nicht putzig, aber es macht Spaß, ihnen

zuzuschauen, so nah kommen vor allem

Stadtkids solchen Tieren normalerweise

nicht. Und ganz nebenbei schließt sich der

Kreis zum Käsekuchen: Denn der

schmeckt, weil der Quark und die Sahne

nicht über Molkerei und Supermarkt in

den ermomix wanderten. Genau wie

die Milch für den Kaffee – die glücklichen

Kühe sind für den Geschmack verantwortlich.

Es ist hier nicht so wie bei einer mittelständischen

Biokäse-Fabrik im Allgäu:

Von der weiß man, dass die Öko-Milch

unter anderem aus England angeliefert

wird. Was bei Familie Krötz auf den Tisch

kommt, hat kürzeste Laufwege hinter sich.

Schön war die Zeit –

und sie ist es noch

In dem innen liebevoll von Kindern bemalten

Spielhaus könnten Mädels und

Jungs sich auch dann beschäigen, wenn

es draußen junge Rinder regnen würde.

Das kommt zwar im Oberallgäu nur selten

vor, aber wenn es doch einmal gießt, dann

zieht man sich in die kuschlige Scheune

zurück. Natürlich ist es draußen genauso

herrlich: Manch Vater erinnert sich daran,

wie schön es war, als man selbst mit dem

Tret-Traktor die Gegend erkundete und

zum Nachwuchslandwirt wurde. Später

wurde man Bankangestellter, IT-Profi oder

eben Journalist, aber der grüne Trecker

mit der gelben Schaufel ru Kinderträume

wach. Heute sitzt der Nachwuchs drauf

und aktive Mädels beweisen, dass sie auch

mit Bulldog, Fendt und Co. umgehen können.

Auf den Karts, die mit Muskelkra

funktionieren, haben die Großen auch ihren

Spaß. Man(n) passt ganz gut hinter

das Lenkrad und nimmt rasch, Fahrt auf.

Aber man(n) darf sich keiner Illusion hingeben:

Beim »Großen Preis vom Bauernhof

Rotzglocke«, der über Wiese, Steinparcours

und durch den Pferdestall führt,

gewinnt das kleine Mädchen aufgrund der

»kürzeren Übersetzung« des Geh-triebes.

Manfred Prescher

Anzeige

Entspannt, unkompliziert, naturnah:

Urlaub auf dem Bauernhof

Sagrüne, san gewellte Hügel, glasklare Bergseen und ein atemberaubendes Alpenpanorama

Ob Jung oder Alt, leicht oder anspruchsvoll, für Familien mit Kindern, sportlich Ambionierte

oder Genusswanderer – im Allgäu kommt jeder auf seine Kosten. Wer das verbinden möchte

mit einem ländlichen Urlaubsdomizil, der ist auf einem unserer »Mir Allgäuer«‐Bauernhöfe/

Landhöfe spezialisiert auf Natur‐ und Akvurlauber goldrichg.

Graskatalog

www.mir‐allgaeuer.de

wandern & genießen 115


Kultur

Heimatmuseen von Buxheim bis Wald

Lebendige Allgäuer

Vergangenheit

»Was du ererbt hast von deinen Vätern, bewahre es, um es zu erhalten.«

Frei nach Goethes Faust sollte dieser Sinnspruch eigentlich über jedem

Heimatmuseum stehen – und die findet man in fast jedem Dorf. Wir

stellen ein paar besonders interessante Orte der Geschichtsbewahrung vor

116

wandern & genießen


Die Kartause Buxheim zeigt einmalige Kunstwerke.

Besonders beeindruckend ist das vom

Holzschnitzer Ignaz Waibl um 1690 erschaffene

Chorgestühl, das vollständig erhalten ist

Die Spanne der Besucher ist groß:

Kommen rund 17.000 Besucher

jährlich nach Buxheim in das

Kartausen-Museum, um hier Kunstwerke

von europäischem Rang zu besichtigen,

weilen weitaus weniger, aber nicht weniger

gern gesehene Gäste im Dorfmuseum der

1166-Seelen-Gemeinde Wald. Mit einer

Grundfläche von nur 63 Quadratmetern

ist es eines der kleinsten Heimatmuseen

im ganzen Allgäu. Dafür hat es auf drei

Etagen ungeheuer viel zu bieten – es hütet

als Schatz sogar einen tatsächlich vor Ort

gefundenen Mammutzahn.

Von Flößern, Ski

und Salzfahrern

So sehr sich die Heimatmuseen von

Größe, Anspruch und Anmutung her

deutlich unterscheiden, verfügen die meisten

über eine »solide Grundausstattung«

von Werkzeugen und Ausstattungen ehemaliger

Geschäe und Handwerksbetriebe

im Ort wie Schuster, Bäcker, Tante-Emma-

Laden, Schmied, Drechsler oder Wagner.

Besonders empfehlenswert sind Heimatmuseen,

die sich auf ein ema spezialisiert

haben, wie das Heimathaus »Beim

Fotos: Archiv EDITION ALLGÄU, Heimatdienst Oberstaufen, Fotografie Klein & Schneider, Schnellbach, Thomas Niehörster

Glaser« in Nesselwang. Das zeigt eindrucksvoll,

wie die Salzfahrer mit Pferdefuhrwerken

das Salz von Österreich an den

Bodensee brachten. Oder das Fischener

Heimatmuseum im »Gschwenderhaus:«

Es beherbergt eines von weltweit nur 15

Skimuseen des Weltverbandes FIS. Neben

der Geschichte der Abfahrt wartet dieser

Ort des historischen Wintersports mit einer

bedeutenden Sammlung auf, die bis

2000 vor Christus zurückreicht. Sie zeigt

die Entwicklung des Langlaufs anhand vieler

extrem seltener Exponate.

Mit einem wirklich nicht alltäglichen

ema beschäigt sich das Flößermuseum

in Lechbruck: In einem ebenfalls schon

sehenswerten Anwesen aus dem 17. Jahrhundert

wird ein hunderte Jahre altes

Handwerk wieder lebendig. Zahlreiche Exponate

und die liebevolle, detail getreue

Ausstattung des Museums mit dem Nachbau

eines Floßes gewähren einen interessanten

Einblick in das entbehrungsreiche

Leben der Lechbrucker Flößer familien.

Zwei Museen, denen man

Zeit gönnen sollte

Auch, wenn es mehr als ein Heimatmuseum

ist: Das komplett renovierte Museum

in Kaueuren ist jeden Besuch wert.

Nachdem es einige Jahre wegen Einsturzgefahr

geschlossen war, wurde es unter anderem

mit Hilfe eines rund 700-köpfigen

Förderkreises Kaueurer Bürger gerettet

und erhielt für die geglückte Sanierung

2013 den Bayerischen Museumspreis. Zu

seinen herausragenden Exponaten gehört

die Kruzifixsammlung. Sie ist mit rund

300 Kreuzen eine der bedeutendsten und

umfangreichsten ihrer Art in Süddeutschland.

Mit »spitzer Feder« haben sich die

heimischen Literaten Hans Magnus Enzensberger,

Ludwig Ganghofer, Sophie La

Roche und Christian Jakob Wagenseil ihren

Platz im Museum erschrieben.

Besonders spannend für Kinder ist das

»Südseemuseum« in Obergünzburg. Wie

bitte? Ein Südseemuseum im Allgäu? Kapitän

Nauer, der aus Obergünzburg ä

wandern & genießen 117


Kultur

Beim Strumpfar in

Oberstaufen – so wurden

früher warme Socken

hergestellt (oben)

Das Museum in Eglofs

zeigt eine riesige Instrumentensammlung

Im Skimuseum

Fischen wird deutlich,

unter welchen Bedingungen

man früher die

Berge bezwungen hat

stammt, wo er 1874 geboren wurde, befuhr

auf Dampfschiffen die Südsee. Der Seebär

aus dem Voralpenland hat seiner Heimat

eine faszinierende Sammlung hinterlassen.

Diese ist in einem extra gebauten Museum

zu sehen. Man bestaunt einen neben Nachbau

eines kompletten Südseehauses bewundert

Ritualmasken, Fischfanggeräte,

Muschelgeld und präparierte Vögel, so

dass sowohl die eigenen Südseefantasien

als auch die von Kapitän Nauer Realität

Der Eisbär und die

Museen im Allgäu

Der Eisbär im Allgäu: Ein, allerdings

künstliches Fell mit furchterregendem

Kopf findet sich im Stiegenhaus des Handwerkermuseums

in Scheidegg. Die Geschichte

dazu lautet wie folgt: Der »Isbär«

ist eine Einzelgestalt und seit 1932 der

Schirmherr der Scheidegger Fasnacht. Er

erinnert an eine alte Sage, die sich im

nahen Rohrach zugetragen haben soll.

Damals sollen die Scheidegger dort angeblich

einen Eisbären haben. Als Jäger ihn

geschossen hatten und ihn triumphierend

nach Scheidegg brachten, sagte ein Kind:

»Des isch jo an Hund

118

werden. Wie in den meisten Heimatmuseen

inzwischen Standard, locken auch in

Obergünzburg Hörstationen und andere

Medienbereiche die Besucher, sich interaktiv

zu beteiligen.

Mal beim Nachbarn

reinschauen

Es muss ja nicht gleich der »Ötzi« sein:

Reizvolle Heimatmuseen bekommt man

Eine Übersichtsseite mit den wichtigsten

Heimatmuseen und Links zu deren Webseiten

findet man hier:

www.dein-allgaeu.de/kultur/

kultur_museen.html

auch beim Nachbarn Österreich, im Kleinwalsertal,

zu sehen. In der »Bergschau

1122« – der Ort befindet sich genau 1122

Meter über dem Meeresspiegel – lässt sich

die Geschichte von der ersten Besiedlung

während der Steinzeit bis heute mit Originalen

und Rekonstruktionen nachempfinden.

In Vorarlberg lockt das Frauen -

museum in Hittisau mit wechselnden Ausstellungen.

Es ist natürlich auch für Männer

geeignet. Ein Tipp für die ganze Familie:

Im Reformhaus Fürpass gegenüber

dem Frauenmuseum sollte man sich unbedingt

die Ausstellung von Nagelfluh -

gestein und die Produkte daraus anschauen.

An Aktionstagen können Kinder

aus Nagelfluh eigenen Schmuck machen.

Das Heimathaus

beim Strumpfar

Wer sich über die Geschichte des Allgäus

umfassend informieren will, kommt

am Heimathaus »beim Strumpfar« in

Oberstaufen nicht vorbei. Das Bauernhaus

von 1788 erhielt seinen Namen, weil hier

bis 1923 Strumpfwirker ihren Beruf ausübten.

In der Strumpfwirkerstube zeigt

eine Ausstellung verschiedene Arbeits -

geräte aus jener Zeit. Das Grundstück und

das Haus stiete Maria Schädler, bekannt

wandern & genießen


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Das Südseemuseum in

Obergünzburg (oben)

präsentiert die »Mitbringsel«

von Kapitän

Nauer, während sich

das Frauenmuseum in

Hittisau (links) speziell

und liebevoll den

Biografien von Vorarlbergerinnen

und Allgäuerinnen

widmet

als »Strumpfars Marie«, dem Oberstaufener

Heimatdienst. Der hat das Museum

inzwischen um die Alpe Vögelsberg und

das »Kohlerhaus« erweitert – zwei herausragende

Beispiele Allgäuer Bauweise.

Beide Komplexe wurden zuerst abgerissen

und eingelagert, bevor man die notwendigen

Mittel, gut eine Million Euro, zum

Wiederauau zusammen hatte. Das Ensemble

wurde inzwischen um eine Streuobstwiese,

ein Alpinum mit bergtypischen

Pflanzen und ein dicht bevölkertes Bienenhaus

erweitert.

Zu viele der Guten?

noch mehr museen!

Leider können einfach aus Platzgründen

hier nicht alle Allgäuer Heimatmuseen

aufgeführt werden. Es sind zu viele der

Guten. Hervorzuheben sind sicherlich

noch die Museen unter anderem in

Oberstdorf, Scheidegg, Sonthofen, Leutkirch,

Weiler und Eglofs – mit der größten

Allgäuer Musikinstrumenten-Sammlung

– das Biermuseum in Isny oder das

Kneipp-Museum in Bad Wörishofen. Sie

alle sind mindestens einen ausgiebigen Besuch

wert und machen das »alte« Allgäu

auch für moderne Menschen sicht- und

nacherlebbar. omas Niehörster

wandern & genießen 119


Kultur

Sommerzeit – Krimizeit

So spannend

ist es im Allgäu

Regionalkrimis sind absolut in. Praktisch jede Stadt und jede Region hat ihre

eigenen Schmökerreihen. Insgesamt gesehen, gibt es zwischen den Buchdeckeln

mehr Fälle als in der Realität. Und auch die Qualitätsunterschiede sind enorm.

Wir haben uns mal im Allgäu auf Spurensuche begeben und sagen, welche der

vielen Bücher als Urlaubslektüre lohnen

Die absoluten Megastars –

Klüpfel & Kobr

Sie sind die Bestsellerautoren des Genres –

der Journalist Volker Klüpfel aus Altusried

und der Lehrer Michael Kobr aus Kempten.

Neun Bände, die man chronologisch gelesen

haben sollte, sind mittlerweile erschienen,

nach dem zehnten »Kluinger« soll, so Michael

Kobr aber auch Schluss sein. Mit Witz

und ziemlich gut herausgearbeiteten Charakteren

nähern sie sich dem Allgäu und seinen

wortkargen und sehr speziellen Menschen.

Und da man sich dem »Klui«, seinem

Sidkick Langhammer oder auch seiner

Familie tatsächlich selbst am besten vom

Band 1 aus nähert, empfiehlt sich der Einstieg

mit »Milchgeld«, das sich bislang über

750.000 Mal verkaue. Wie Autor Klüpfel,

stammt auch der Kommissar aus Altusried.

Dort spielt denn auch der erste Fall, der

damit beginnt, dass Kluinger beim Kässpatzenessen

gestört wird. Das mag der Allgäuer

gar nicht. Im aktuellen Fall werden auf

dem angeblich gefährlichsten Berg der Region,

dem titelgebenden »Himmelhorn«,

gleich drei Leichen auf einmal gefunden.

Die ersten acht Fälle sind als preiswertes

Taschenbuch erhältlich, »Himmelhorn«

ist bislang nur gebunden, für 19,99 €

zu haben. Es erscheint im Sommer als

Taschenbuch. Verlage: Piper und Knaur.

E-Book-Versionen sind verfügbar

Spannung:

Unterhaltung:

Plausibilität

Einfach tierisch –

Steffi Hege

Warum muss eigentlich im Allgäu so o ein

Tierarzt in schlimme Fälle verwickelt sein?

So viele Veterinäre gibt es doch hier auch

nicht. Glaubt man den Büchern, dann müsste

jeder »Viechdoktor« entweder einen

Mord begangen haben – oder zum Opfer

werden. So wie Johannes von Stegmann, den

es in Steffi Heges »Das Kuh-Kommissariat«

leider recht heimtückisch erwischt hat.

Hege, die mit ihrer Familie im Allgäu lebt,

geht bei Fallauau und Beschreibung von

Land und Leuten nicht in die Tiefe. Die Geschichte

wird relativ schlicht erzählt. Man

könnte meinen, die Autorin habe sich im

Krimi-Genre verirrt und wollte eigentlich

eine Tierfabel schreiben. Die Kuh-Elemente

sind dann auch das, was den besonderen

Reiz dieses Buches ausmacht.

Als Taschenbuch beim Emons Verlag

erschienen, auch als E-Book verfügbar

Spannung:

Unterhaltung:

Plausibilität:

120

wandern & genießen


Weit her geholt? –

Jürgen Seibold

Anton Maurus –

der echte Allgäu-Krimi

Dieser Fall ist wirklich passiert – und in

»Meuchelmord im Kemptener Wald« sehr

spannend erzählt: Am 9. Oktober 1872 wird

der Söldner Anton Maurus umgebracht. Es

war ein fast perfektes Verbrechen, fast perfekt,

weil die Bluttat in den 1920er-Jahren

vom Kemptener Kriminalbeamten Xaver

Gschwend noch einmal aufgerollt wird. Wie

Gschwend das macht, ist auch knapp 100

Jahre nach der Ermittlungsarbeit noch sehr

spannend und aktuell, was auch daran liegt,

dass Autor Maurus genau recherchiert, sich

um die Hintergrundinformationen bemüht

und sowohl Zeitgeist als auch das Allgäu

sehr gut beschreibt. Hier wird Kriminalgeschichte

wirklich lebendig. Maurus musste

halt einfach nicht etwas konstruieren, er

brauchte nur den Zufall. Denn er stieß auf

den Mord, weil das Opfer auf denselben

nicht sehr geläufigen Namen hörte. Dieses

sehr spezielle Buch ist nicht nur für Leser

der Zeitschri »stern crime« interessant.

Als Taschenbuch bei der Edition Allgäu

erschienen

Spannung:

Unterhaltung:

Plausibilität:

Eine Frau kriegt es

auf die Reihen – Nicola Förg

Nicola Förg wurde in Kempten geboren und

lebt in Oberstaufen. Deshalb würde es nicht

wundern, wenn die Autorin mit dem Hang

zu Krimis ihre Fälle im Allgäu ansiedeln

würde. Die meisten von Förgs Bücher, etwa

die Reihe um die Kommissarin Mangold

oder die um den Kommissar Weinzierl spielen

in Oberbayern. Der Herr Weinzierl begann

seine literarisch blutgetränkte Arbeit

aber tatsächlich im Allgäu – die ersten drei

Fälle »Schussfahrt«, »Funkensonntag« und

»Kuhhandel« spielen hier. In »Kuhhandel«

findet der Ermittler, der mit Vornamen Gerhard

heißt, eine Bekannte tot vor der Burgruine

Eisenberg bei Pfronten. Dass sich die

Tierärztin umgebracht hat, glaubt er nicht –

und der Leser weiß auch, dass das nicht sein

kann. Denn der arg konstruierte Fall wäre ja

an dieser Stelle schon zu Ende. Auch das

»Funkenfeuer« von Eckarts spielt bei Nicola

Förg eine Hauptrolle, weil dort eine Leiche

aus der Glut gezogen wird. Dass zufällig die

Presse dabei ist, verwundert nicht, die wollte

ja vom Funkenfeuer lokal berichten. Das Regionalkolorit

bekommt Nicola Förg wirklich

gut hin, das Allgäu »lebt« in ihren Büchern.

Auch die Dialoge von Weinzierl und seiner

Kollegin Kennerknecht sind witzig und inspiriert.

Aber beim Auau der Fälle merkt

man, dass Förg »am Fließband« schreibt.

Die drei Allgäu-Bände sind bei Goldmann

als Taschenbuch erschienen und

auch für E-Reader erhältlich

Spannung:

Unterhaltung:

Plausibilität:

Foto und Cover: Random House, Piper Verlag, Emons Verlag, Edition Allgäu

Zunächst einmal: Jürgen Seibold ist Stuttgarter

und lebt auch nicht im Allgäu. Das muss

nicht unbedingt ein Manko sein, aber es

düre die Recherche und das Einfühlen in

Land und Leute doch etwas erschwert

haben. Deshalb ist es auch kein Wunder,

dass der – wie Kluinger – von Kempten aus

agierende Kommissar Hansen heißt, aus

Niedersachsen stammt und in Füssen lebt.

Seibold, der mit Musikbüchern unter anderem

über Rod Stewart und Prince begann,

ist sehr routiniert, aber eben weit weg vom

Allgäu. Sprich: Seine Fälle könnten sonst wo

spielen. Bislang sind vier Romane um den

Ermittler Hansen erschienen. Diese heißen

»Rosskur«, »Gnadenhof«, »Landpartie« und

»Pferdefuß«. Die Crux der Fälle, wie etwa

dem um den nicht sehr authentisch beschriebenen

Ex-Bauern und Einzelgänger

Manfred Garzinger aus Obergassen ist nicht

nur, dass es das vom Autor in die Nähe von

Sulzberg in die Landscha gesetzte Örtchen

im Allgäu gar nicht gibt. Auch die Beschreibungen

der Charaktere bleiben sehr vage.

Die Menschen sind einfach austauschbar.

Wahrscheinlich hat der Piper Verlag nach

dem Verlust seiner Starautoren Klüpfel/Kobr

einfach Ersatz gesucht – aber bei der Fahndung

das Allgäu außen vorgelassen.

Alle vier Bände sind bei Piper als Taschenbuch

erschienen und auch für E-Reader

verfügbar

Spannung:

Unterhaltung:

Plausibilität:

wandern & genießen 121


Kultur

Lesen wie Gott im Allgäu

Buchtipps zum

Wandern und Genießen

Allgäuer sind

ein besonderer

Menschenschlag

Mit dem kleinen, aber feinen

»Griaß di Allgäu – 33

Menschen, bei denen Sie

etwas erleben können« stellt

Alexander Pohle auf immer

nur wenigen Seiten sehr unterschiedliche Leute

vor, die aber alle für das Allgäu und seine Vielfältigkeit

stehen. Näher kann man der Region

nicht kommen, manches ist kurios, vieles einmalig,

einiges spannend: Etwa die Geschichten

vom Ballonfahrer Helmut Seitz, dem Mühlenwirt

Max Endraß oder dem »Bio-Pionier« Joseph

Wilhelm, der das Unternehmen Rapunzel

mitgegründet hat. Der Starkoch Christian

Henze oder Dieter Schetz, der den kuriosesten

Zirkus Deutschlands besitzt, sind in einem

Buch vereint mit dem Gamsbartbinder Otto

Schall oder dem Schäfer Michael Schmidt.

Alexander Pohle: »Griaß di Allgäu –

33 Menschen, bei denen Sie was erleben können«,

144 Seiten, 13 Euro, J. Berg

Die Alpe zum

Selbermachen

Wenn es draußen regnet, können Kids das Allgäu

tatsächlich auch drinnen hautnah erleben.

Denn in ihrem putzigen Buch »Allgäu zum

Mitmachen und Entdecken«

präsentieren die

Autorin Susanne Scheffels

und die Illustratorin Amelie

Persson Wissenswertes

so, dass man ziemlich

lange und spielerisch »losziehen«

kann: So ist es

zum Beispiel möglich, sich eine eigene Alpe zu

basteln oder in einen Kuhstall hineinzuschauen

oder natürlich »allgäuerisch« zu kochen. Das

Kälbchenspiel ist einfach nur süß.

Susanne Scheffels: »Allgäu zum Mitmachen und Entdecken«,

124 Seiten, 14,95 Euro, Willegoos

122

Alles über

Beziehungen?

»Alles über Beziehungen« ist kein Ratgeber,

sondern ein sehr komischer und zugleich sehr

ernsthaer Roman, der sich zum Schmökern

im Urlaub bestens eignet. Die österreichische

Schristellerin und Kolumnistin Doris Knecht

rückt mit Viktor, einen weit über seinen Job hinaus

sehr kreativen Mann in

den Mittelpunkt. Denn Viktor

ist nicht nur sehr im Wiener

Kulturbetrieb engagiert,

er schlä auch noch mit

wirklich vielen Frauen – und

dass, obwohl er seine Verlobte

liebt. Wir lernen, ohne

Schuldzuschreibung, dass

die Menschen immer wieder an ihren Moralvorstellungen

scheitern, sich Geheimniskrämerei

nicht lohnt und jeder seinen Vorteil sucht.

Doris Knecht: »Alles über Beziehungen«, 288 Seiten,

22,95 Euro, Rowohlt

Wandern mit Genuss

Der Journalist und Wanderexperte Bernhard

Irlinger konzentriert sich in seinem immer

noch aktuellen Werk auf die

Landkreise Oberallgäu und

Ostallgäu, wagt aber auch

einen Abstecher ins nahe

Kleinwalsertal. Viele Tipps

und Streckenbeschreibungen

richten sich an den weniger

erfahrenen Wanderer,

doch auch der Geübte kommt auf seine Kosten.

Piktogramme zu Gehzeiten, zum Charakter

der jeweiligen Strecke, zu den Sehenswürdigkeiten

und dem Schwierigkeitsgrad erleichtern

die Tourenplanung. Infos zu Kultur und Einkehrmöglichkeiten

runden das Buch ab. Bei

den insgesamt 40 Vorschlägen ist garantiert für

jeden etwas dabei.

Bernhard Irlinger: »Genusswandern Allgäu«, 144

Seiten, 19,95 Euro, J. Berg

Impressum

Verlag und Herstellung:

Verlag HEPHAISTOS

EDITION ALLGÄU

Lachener Weg 2

87509 Immenstadt-Werdenstein

Tel. +49(0)8379/728616

Fax +49(0)8379/728018

E-Mail: info@heimat-allgaeu.info

www.wandermagazin-allgaeu.de

Redaktion: Manfred Prescher

(Objektleiter, v.i.S.d.P.), Viola Elgaß,

Thomas Niehörster, Claudia Schöwe

Tel. +49(0)8379/728616

E-Mail: info@heimat-allgaeu.info

Gekennzeichnete Beiträge

stellen die Meinung des Verfassers,

nicht aber des Verlages dar.

Layout:

Ramona Klein (Art Direction)

Bianca Elgaß

Titelbild:

Klaus-Peter Kappest

Anzeigen: Katharina Böttger,

Carolin Mathes

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