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15.07.17 Lindauer Bürgerzeitung

15.07.17 Lindauer

LINDAUER Bürgerzeitung mit Amtsblatt der Stadt Lindau (B) 15. Juli 2017 · Ausgabe KW 28/17 · an alle Haushalte ANSICHTEN Birgit Russ, Kinderfest- Koordinatorin Der letzte Mittwoch vor den bayerischen Sommerferien ist in jedem Jahr ein ganz besonderer Tag. Denn jedes Kind in Lindau weiß, dass wir an diesem Tag unsere Heimatstadt hochleben lassen. Doch nicht nur für die Jüngsten ist unser traditionelles Kinderfest ein bedeutungsvoller Tag. Auch für viele Erwachsene ist dieses Fest mit dem schönen Gefühl von Kindheitserinnerungen und Heimat verbunden. Böllerschüsse, Blumenschmuck, Fahnen, Butschellen, Schüblinge und Musikkapellen lassen das Herz der Lindauerinnen und Lindauer am Kinderfest höher schlagen. Es ist schön, dass diese nun mittlerweile über 360-jährige Tradition in unserer schnelllebigen und hektischen Zeit weitergelebt wird. Tragen auch Sie dazu bei, dass in den kommenden Jahrzehnten der letzte Mittwoch vor den bayerischen Sommerferien ein besonderer Tag für alle bleibt und unterstützen Sie das Lindauer Kinderfest, so dass es auch in Zukunft noch lange heißt: „Unser Lindau, es lebe hoch!“ Erscheinungstermine Ihre nächsten BZ erscheinen Samstag, 29.07.2017 Samstag, 26.08.2017 Leben und Wohnen: Maislabyrinth Spaß beim Umherirren am Hammerhof in Lindau S. 12 Essen und Trinken: Firmenjubiläum Seit 25 Jahren Experten für Fisch und Meeresfrüchte: Krustentiere Heinzelmann S. 15 BZ Insel-Special: Kunst und Genuss Am Freitag, 28. Juli 2017, wird zur langen Lindauer Kultur- und Einkaufsnacht eingeladen S. 29-30 „Lindau hoch! Lange Jahre noch…“ Das Lindauer Kinderfest ist das älteste und traditionsreichste Heimatfest in Schwaben Jeden Mittwoch vor Beginn der bayerischen Sommerferien gleicht die Lindauer Insel am Vormittag einem bunten Meer aus Blumen und Fahnen. Am 26. Juli ziehen dieses Jahr 1.565 Kinder und rund 170 Begleiter der Lindauer Schulen, unsere Freunde aus der französischen Partnerstadt Chelles und der Partnergemeinde Reitnau in der Schweiz, musikalisch begleitet von zahlreichen Musikkapellen, Trommler- und Fanfarenzügen durch Lindaus Straßen, um beim Festakt vor dem Alten Rathaus unsere schöne Inselstadt hochleben zu lassen. Wurzeln des Lindauer Kinderfestes Das Kinderfest geht auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück. Damals hat der Ratsherr Valentin Heider die Eltern ermahnt, ihre Kinder pflichtbewusst zu erziehen und den Schulbesuch ernst zu nehmen. Nach den Schrecken des Krieges mit Gewalt, Hunger und Not waren die Sitten roh, die Not groß. Darunter litten besonders die Kinder. Heider führte eine Schulpredigt ein, in der er die Kinder ermahnte, die guten Sitten einzuhalten, aber auch daran, ihrer Heimatstadt stets die Treue zu halten. Damals erhielten die Kinder ein besonderes, süßes Hefegebäck, das auch heute noch fester Bestandteil des Festes ist – die Butschelle. Böllerschüsse kündigen das Fest an Der Ablauf am Vormittag entspricht einer beständigen Tradition: bereits früh morgens um 6 Uhr heißt es „Lindau hoch!“. Böllerschüsse kündigen durch den Weckruf in den einzelnen Stadtteilen den Beginn des Festes lautstark an. Die Kinder versammeln sich in den Schulen und besuchen gemeinsam Gottesdienste in ihren Stadtteilen. Der Festzug, der alle fünf Stadtteile zusammenschließt, Beim Festakt vor dem Alten Rathaus ertönt das dreifache „Lindau hoch!“. führt dann zum Höhepunkt vor dem Alten Rathaus – dem Festakt. Um ca. 9.30 Uhr ertönt dort der Bläserruf der Jugendkapelle, danach singen alle Anwesenden das traditionsreiche Kinderfestlied „Lindau hoch!“. In seiner Festansprache, in der nach dem Ursprungsgedanken des Kinderfestes auch eine Ermahnung nicht fehlen darf, erinnert der Oberbürgermeister die Schulkinder an die Bedeutung und die Ursprünge des Festes. Mit dem Kinderfestgedicht, das dieses Mal zwei Grundschüler der Grundschule Insel vortragen, drücken die Kinder ihren Dank aus. Den Schluss des Festaktes bildet die Deutsche Nationalhymne. An den verschiedenen Ausgabestellen erhalten die Kinder und Begleiter die Leinentasche mit Butschelle und Lindauer Schübling. Wer seinen Schübling nicht mag, kann ihn dem Lindauer Tafelladen gerne als Spende überlassen. Wie jedes Jahr sind Butschellen wieder mit Rohrzucker und Rosinen aus fairem Handel hergestellt, eine Initiative der städtischen Agenda 21 und des Arbeitskreises Eine-Welt. ▶ BZ-Special Unternehmen Chance begeht 10. Jubiläum und sagt mit Geburtstagsfeier „Dankeschön“. S. 19-26 Festliche Kleidung, Blumenund Fahnenschmuck Das Kinderfest hat in Lindau zweifelsohne den Status eines Nationalfeiertages. Der Koordinatorin Birgit Russ und ihrer Geschäftsführerin Christiane Geiser ist es daher ein besonderes Anliegen, dass sich die Kleidung am Kinderfesttag von der alltäglichen Kleidung abhebt. „Es wäre schön, wenn die Mädchen in Rock und Bluse oder noch besser im hübschen Kleid – mit einem Blumenkränzchen im Haar – und die Jungen in Hose und Hemd mit einer geschmückten Fahne teilnehmen“, merkt Russ an. Geiser ergänzt „Das verleiht dem Festzug dieses unverwechselbare, festliche Flair und lässt nicht nur Kinderherzen höherschlagen“. Die Lindauer sollten zu einem farbenfrohen Stadtbild beitragen, indem sie – ganz dem alten Brauch entsprechend – ihre Häuser mit Fahnen schmücken, ganz besonders dann, wenn das Haus am Umzugsweg liegt. BZ Foto: Daniel Zöhler Keine Verschiebung des Kinderfestes Das Kinderfest verursacht einen immensen Organisationsaufwand, es wird deshalb auf keinen Fall verschoben. Deshalb auch heuer die Bitte an die Eltern: Denken Sie bei entsprechender Wetterlage daran, Ihren Kindern Regenbekleidung oder im Bedarfsfall eine wärmende Jacke mitzugeben. Bei besonderer Hitze ist es zudem empfehlenswert, die Kinder mit entsprechendem Sonnenschutz auszustatten. Auch ein kleines Getränk findet in jeder Tasche Platz. Eine Ausnahmesituation herrscht vor, wenn eine Unwetterwarnung vorliegt. In diesem Fall kann es aus Sicherheitsgründen zu Änderungen oder Teilabsagen kommen. Sofern dies bereits den Vormittagsteil betrifft, erfolgen frühestmöglich Informationen über die Radiosender Bayern 1, Bayern 3 und RSA-Radio. Am Nachmittag entscheiden die K inderfestausschüsse der Stadtteile in so einem Fall über den Abbruch des Festes, beispielsweise durch Durchsagen auf den Festplätzen. Stadtbus statt Auto Die Zufahrt auf die bzw. von der Insel ist zwischen 8.30 Uhr und 9.15 Uhr nicht möglich. Auch einige Stadtbus linien verkehren mit Einschränkungen. Allen Besuchern wird dringend empfohlen, am Kinderfesttag öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu benutzen oder zu Fuß zu gehen. Wer sein Auto nicht dringend braucht, lässt es am Besten zu Hause. BR ▶ Großes Oktoberfest- Gewinnspiel Schenkt uns ein Foto und räumt tolle Preise ab ab! S. 35