Mauritiushof Naturmagazin Juli 2017

mauritiushof

Hier sehen Sie die Juli Ausgabe vom Mauritiushof Naturmagazin 2017

Mauritiushof

Das online

Naturmagazin

Ausgabe Juli/2017

Offizielle News

der Österreichischen

Gesellschaft

für Tiergestützte

Therapie ÖGTT


Inhaltsverzeichnis

in unserer Juliausgabe 2017 finden Sie folgende Beiträge

Bewusst Leben Teil 5 jausnwrap

Kräuter Wildkräutersaft selber herstellen

Tierarzt ab in den Urlaub !

Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT:

Kleintiere in der Tiergestützten

Intervention

Vorstandsmitglieder stellen sich

vor

Praxistipps

Praxis Kräutertee richtig zubereiten

Ausbildung Aktuelle Kurse 2017

Impressum -Offenlegung

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:

Mauritiushof - Dr.med. Dieter Schaufler , Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

www.zentrum-mauritiushof.at, Tel 0043287720059

Chefredaktion: Dr.med. Dieter Schaufler

Grundsätze und Ziele: Mauritiushof Naturmagazin dient der Information über Natur, Pflanzen

und Tiere, weiters sollen altes Erfahrungswissen und neue innovative Ideen dem Leser näher

gebracht werden. Ein Teil informiert über die Aktivitäten der Österreichischen Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT Kooperationspartner: Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT, www.oegtt.at Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die

persönliche und/oder wissenschaftliche Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen in den

persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Entgeltliche Einschaltungen fallen in den

Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers und müssen nicht die Meinung von

Herausgeber und Redaktion wiedergeben. Angaben über Dosierungen, Applikationsformen

und Einnahme angeführter Produkte, Lebensmittel und pharmazeutischer Spezialitäten

müssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit überprüft werden.Trotz sorgfältiger

Prüfung übernehmen Herausgeber und Medieninhaber keinerlei Haftung für drucktechnische

und inhaltliche Fehler. Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und

Verbreitung sowie der Übersetzung, beim Eigentümer und Herausgeber.

Bezug: Gratisausgabe


Editorial des Herausgebers

Bei uns am Mauritiushof herrscht reges Treiben. Wir haben dank befreundeter

Züchterkollegen zahlreiche Bruteier alter Landhuhnrassen und -schläge ausgebrütet und am

Hof tummeln sich mittlerweile etwa 12 verschiedene Hühnerrassen. Daneben Pommernenten,

österreichische Landgänse und zahlreiche Tauben und Wachteln.

Warum ist das so erwähnenswert ? Mittlerweile sorgt eine Gesetzesnovelle in den Kreisen der

Kleintierzüchter für große Aufregung: nur mehr gewerbliche Händler, Landwirte und

eingetragene Züchter dürfen ihre Tiere öffentlich verkaufen. Dies schließt auch das Internet

und seine diversen Tierportale mit ein. Privatleuten ist dies nun versagt.

Es wird zusehends schwieriger, die alten Rassen und Landschläge zu erhalten, immer mehr

werden sie durch die kommerzielle Hybdridzüchtung verdrängt. Deshalb entwickelt sich nun

so etwas wie Widerstand in Züchterkreisen, denn niemand möchte in die Illegalität gedrängt

werden, oder ganz die Zucht aufgeben. Nicht auszudenken ist der Schaden am züchterischen

Erbe unserer Vorfahren !

Deshalb tummeln sich am Mauritiushof, übrigens sind wir ein landwirtschaftlicher Betrieb und

somit vom Thema ausgenommen, viele neue Kleintiere, um unsere Freunde und ÖGTT

Mitgliedsbetriebe mit Bruteiern und Zuchttieren weiterhin bei Bedarf versorgen zu können.

Ihr Dr. Dieter Schaufler


Bewusst leben – Teil 5

Im fünften Teil meiner Serie geht es weiter mit Themen, die mich seit meiner Schwangerschaft

bzw. der Geburt meiner Tochter beschäftigen. Es geht mir dabei um eine Rückbesinnung auf

das Wesentliche. Ich möchte, dass unsere mittlerweile 9 Monate alte Emma mit der Natur

aufwächst und schätzen lernt, was es bedeutet, auf diesem wunderbaren Planeten mit all

seinen Bewohnern leben zu dürfen. Dazu gehört für mich u. A. der schonende Umgang mit

Ressourcen.

Ein Beitrag dazu ist meiner Meinung nach, Verpackung so weit als möglich zu reduzieren. Mit

Stoffsackerl einkaufen zu gehen statt Plastiksackerl zu nehmen – und auch Alternativen zu

Alufolie und Co. zu finden. Eine Alternative ist

jausnwrap

Interview mit Benedikt Wurth, Hersteller von jausnwrap


Redaktion:

Herr Wurth, was kann man sich unter jausnwrap vorstellen?

Benedikt Wurth:

Die Basis von jausnwrap ist ein Baumwolltuch hergestellt aus Biobaumwolle aus

Deutschland. Dieses Tuch ist mit Bienenwachs, Harz und Jojobaöl getränkt. Man nützt

diese Rohstoffe, die auch in der Natur zum Schützen verwendet werden. Einerseits das

Bienenwachs, das die Bienen verwenden um ihren Stock, ihre Brut zu schützen. Auch das

Harz ist ein Stoff, den ein Baum absondert, wenn er verletzt ist – er schottet sich damit ab.

Beides ist antibakteriell und zum Schutz da. Und das Jojobaöl ist eigentlich auch ein Wachs

– es hat den Vorteil, dass es nicht ranzig werden kann wie z. B. Öle, es ist sehr beständig.

Es lässt sich sehr lange lagern ohne dass es sich verändert. In dieser Mischung wird dann

das Baumwolltuch getränkt. Wir verwenden das Tuch, um z. B. Schüsseln abzudecken.

Redaktion:

Ist es auch geeignet um Lebensmittel einzupacken – als Alternative zu Plastik- und

Alufolie?

Benedikt Wurth:

Es gibt eine EU-Verordnung, die besagt, dass Stoffe, die mit Lebensmitteln in Kontakt

kommen, bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Beispielsweise wird Bienenwachs bei

Lebensmitteln als Schutz beigefügt – in der Form darf man es sogar essen. Sobald es sich

um eine Lebensmittelverpackung handelt, dürfen weder Geruch, Geschmack, etc. an das

Lebensmittel abgegeben werden – was aber bei Bienenwachs der Fall ist.


Natürlich hat die Verordnung Sinn, wenn man z. B. an Plastikverpackungen oder Aluminium

denkt. Wir finden aber, dass das Bienenwachs gut riecht, es ist hochwertig und in anderer

Form darf man es sogar essen. Daher verwenden meine Familie und ich jausnwrap auch

um Lebensmittel einzupacken und sie frisch zu halten. Die Entscheidung sei aber den

mündigen Konsumenten selbst überlassen.

Redaktion:

Wo wird jausnwrap hergestellt bzw. wo kommen die Rohstoffe her?

Benedikt Wurth:

Wir stellen jausnwrap im Waldviertel her. Im Moment ziehen wir um, weshalb es etwas

turbulent zugeht, aber dafür wurden die Räumlichkeiten gleich für die Produktion

entsprechend angepasst.

Für die Rohstoffe gilt für uns das Prinzip regional und biologisch.

Da es Baumwolle in Österreich nicht gibt, haben wir es auch mit Leinen versucht. Leinen ist

eine Waldviertler Tradition – es ist aber schwierig die richtige noch dazu biologische

Qualität zu bekommen. Es gibt ganz wenige Bauern, die das anbauen und verarbeiten –

die Rohware kommt sehr oft beispielsweise aus Frankreich. Wegen dieser Schwierigkeiten

haben wir beschlossen, Baumwolle aus nachhaltigem Anbau zu verwenden.


Wir beziehen unsere Baumwolle jetzt von einer ganz kleinen Weberei, die mit den Bauern

aus der Umgebung zusammen arbeitet – nach mittlerweile langjähriger Zusammenarbeit

können wir wirklich darauf vertrauen, dass die Baumwolle dort aus der Region stammt.

Beim Bienenwachs ist uns auch die biologische Qualität wichtig – hier haben wir

biologische Imker aus Niederösterreich als Partner. Das Wachs hole ich selbst ab und kann

sicher sein, dass kein Paraffin beigemischt wurde wie kürzlich beim Wachsskandal in

Deutschland.

Das Baumharz kommt aus dem Triestingtal – das ist ein UNESCO Weltkulturerbe:

Es hat eine große Pecherindustrie gegeben, wo es noch eine Handvoll Leute gibt, die

pechen. In den 50er/60er Jahren waren dort mehrere tausend Leute beschäftigt und heute

nur noch ganz wenige. Umso schöner ist es, dass wir Verwendung für dieses Produkt

haben.

Auch das Jojobaöl ist biologisch, ist aber bei uns nicht erhältlich. Ich habe auch nach

Alternativen gesucht, aber das Jojobaöl ist am besten geeignet. Der Jojobaöl-Strauch wird

in Israel angebaut, und von dort beziehen wir hochwertige Qualität.

Redaktion:

In welcher Größe ist das jausnwrap verfügbar?

Benedikt Wurth:

Auf unserer Homepage werden die verschiedenen Größen dargestellt, der XL ist der

größte, mit dem wir selbst sogar große Brotlaibe einpacken.


Da ist es sinnvoll zu schauen, ob das Brot noch recht feucht ist, dann lassen wir es noch in

der Brotdose im Stoffsackerl. Danach wird es in einen jausnwrap gepackt und bleibt so

viele Tage lang wie frisch ohne zu schimmeln.

Redaktion:

Wie lange ist jausnwrap verwendbar?

Benedikt Wurth:

Das kommt auf die Anwendung an – beim Abdecken von Schüsseln, wo jausnwrap nicht

direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, 1- maximal 2 Jahre. Wenn man es öfter

abwaschen muss, ev. auch mit Spülmittel, dann ist es ca. 1 Jahr haltbar, weil auch das

Jojobaöl herausgewaschen wird. Kommt natürlich auch darauf an, ob es täglich oder nur

1x/Woche in Verwendung ist.

Redaktion:

Beim Stöbern habe ich auf Ihrer Homepage entdeckt, es gibt auch einen Pilzgarten und

Bio-Ohrenkerzen. Wie hängt das denn zusammen?

Benedikt Wurth:

Beides ist eigentlich bei meinen Eltern entstanden. Ich habe mich schon während meines

Studiums mit Ohrenkerzen beschäftigt, das war auch ein Standbein von mir. Auch hier war

die Qualität der Rohstoffe sehr wichtig, dabei konnte ich ganz einfach schon Erfahrung für

die Verarbeitung von Stoff und Wachs sammeln.


Der Pilzgarten befindet sich in der Nähe von Weitra, seit ein paar Jahren hat ihn meine

Schwester übernommen. Man kann nach Anmeldung hinkommen und ihn auch anschauen

oder die Pilze bestellen. Es ist etwas Schönes, die Pilze im eigenen Garten zu züchten – in

Österreich gibt es wenige Pilzexperten, eine Handvoll, die das auch so praktizieren wie wir.

Im Vordergrund steht die Verbindung mit der Natur und der Genuss, etwas aus dem

eigenen Garten zu genießen.

Redaktion:

Es gibt also ein breites Spektrum, aber die Natur steht offenbar bei allem im Vordergrund.

Benedikt Wurth:

Ja, im Wesentlichen geht es um hochwertige Naturprodukte, das selbst machen, selbst

anwenden und nicht nur zu konsumieren. Wir beschäftigen uns auch mit den Dingen,

wodurch sie eine ganz andere Wertigkeit erhalten.

Selbst ausprobieren, wie schmeckt das, wie funktioniert das – in unserer heutigen Zeit, wo

wir alles fertig abgepackt kaufen und nur noch konsumieren brauchen, ist die

Verschwendung von Lebensmitteln ein ganz großes Thema. Wenn man sich selbst damit

auseinandersetzt, lernt man es einfach mehr zu schätzen.

Redaktion:

Wo sind Ihre Produkte erhältlich?

Benedikt Wurth:

Einerseits in unserem online-shop auf unsere website, andererseits in unverpackt-Läden


oder bei Wald und Wiese in Wien.

Redaktion:

Wie wird man denn jausnwrap-Vertriebspartner?

Benedikt Wurth:

Einfach uns kontaktieren, wir freuen uns immer über Anfragen – beispielsweise auch von

Bio-Hofläden bzw. generell Interessenten, die unser Produkt gut vertreten können. Es ist

auch gut, wenn unsere Kunden jausnwrap einfach einmal in Händen halten können und

sich selbst ein Bild machen. Über Lokale, wo jausnwrap vorgestellt wird, landen sie dann

meist ohnehin direkt bei uns.

Redaktion:

Dann danke ich für das interessante Gespräch!

Kontakt:

DI Benedikt Wurth

Therasburg 79

A-3742 Theras

Tel: 0043/(0)660/5136963

www.jausnwrap.at

office@jausnwrap.at

www.pilzgarten.at


Redaktion/Autorin

Mag. Christine Kluger

Dipl. Personal Coach im Tiergestützten Setting

Dipl. Natur Kinesiologin

Zertifizierte Trainerin der ÖGTT

Zertifizierter Wildkräuterguide der ÖGTT

Sektionsleiterin Tiergestützte Aktivitäten der ÖGTT

https://www.die-gluecksschmiede.at


Wildkräutersaft selber machen

Jetzt im Sommer dürstet es uns oft nach einer angenehmen Erfrischung. Doch wenn man

etwas gesundheitsbewusst ist, greift man wahrscheinlich nicht zu herkömmlichen Limonaden

und Sirupen aus dem Supermarkt. Dabei wäre ein süßlich-säuerliches Getränk doch eine

Wohltat!

Die Lösung: ein selbst gemachter Wildkräuter-Sirup. Solche Säfte wussten auch schon die

Mönche des Mittelalters zu schätzen. Kräutersäfte sind also keine Erfindung der Neuzeit.

Zum Herstellen von Sirup eignen sich wilde Kräuter genauso wie Garten- und Küchenkräuter.

Wichtig ist natürlich, dass man beim Sammeln von wilden Kräutern genießbare Kräuter

eindeutig bestimmen kann. Für die Herstellung von Säften eignen sich aromatische

Wildkräuter wie Holunder, Mädesüß, Schafgarbe, Giersch, Gundelrebe oder Brennnessel.

Beliebte Gartenkräuter für die Herstellung von Sirup sind beispielsweise Zitronenmelisse,

Lavendel, Rosmarin, Pfeffer- oder Apfelminze, Goldmelisse, Ysop oder Borretschblüten. Die

Vielfalt regt zum Experimentieren an.


Hier jeweils ein Grundrezept für einen haltbaren Sirup und eine schnelle Kräuterlimonade

zur Gänze aus regionalen Zutaten und ohne Zitronensäure.

1. Haltbarer Sirup

Viele Hausfrauen in meiner Umgebung halten sich beim Herstellen von Sirup nicht an ein

striktes Rezept. Es wird eher nach Gefühl gearbeitet. An dieser Stelle ein Tipp von meiner

Mutter: für 4 Liter Wasser braucht man ungefähr so viele Kräuter, wie man mit 2 Händen

gerade noch halten kann.

Wilder Blütensirup

Rezept für ca 5 Liter Sirup

Zutaten:

Blüten von Holunder, Schafgarbe, Mädesüß, Rotklee und Zitronenmelisse (in einer Menge,

die man mit 2 Händen noch halten kann)

4 Liter Wasser

3 kg Zucker

1/8l Apfelessig


Zubereitung:

Wildkräuter sauber an einem trockenen Tag sammeln, durch Schütteln von Insekten

befreien und in einen ausgekochten Kübel geben (ca. 10l). Mit 4 Liter kaltem Wasser

übergießen, mit einem Tuch zudecken und 2-3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Danach in einen Topf abseihen und mit dem Zucker kurz erwärmen, bis sich die Kristalle

aufgelöst haben. Den Essig zugeben und abschmecken. Je nach Geschmack kann noch

Zucker oder Essig hinzugefügt werden. Den Sirup heiß in ausgekochte Flaschen füllen und

verschließen. Vor Licht geschützt im Keller lagern.

2. Schneller Wildkräuter-Apfelsaft

Rezept für 2 Liter Limonade

Zutaten:

2 Liter Apfelsaft

4 Handvoll Giersch und Gundelrebe


Zubereitung:

Giersch und Gundelrebe sauber sammeln und leicht zwischen den Händen oder mit einem

Nudelholz walken, so dass die Blätter angebrochen werden. In eine Kanne geben und mit

dem Apfelsaft übergießen. Mit einem Tuch zudecken und ca. 8-12 Stunden bei

Zimmertemperatur ziehen lassen. Danach abseihen und kaltstellen (oder gleich genießen).

Die Kräuter verleihen dem Apfelsaft eine harmonische Würze, die ihn sehr bekömmlich

macht.

Tipp: Es ist Grillsaison. In der Ausgabe von Juli 2016 sind Tipps zum Grillen mit Schafgarbe

zu finden.


Mädesüß


Gerda Holzmann BSc

Dipl. Kinesiologin

Dipl. Wildkräuterguide

A-3920 Groß Gundholz 25

Tel.: +43 676 334 46 71

Mail:

praxis@gerdaholzmann.at

www.gruen-kraft.at


Schafgarbe


Ab in den Urlaub……..

Immer mehr Vierbeiner begleiten ihre Besitzer in den wohlverdienten Urlaub.

Damit dieser wirklich entspannend wird, sollte man doch Einiges beachten.

Formalitäten:

Für Reisen außerhalb Österreichs muss man sich im Vorfeld die gesetzlichen

Einreisebestimmungen anschauen. Im EU- Raum genügt meist für die Einreise ein EU-Pass

mit gültiger Tollwutimpfung , d.h. diese darf maximal 1 Jahr alt sein und muss mindestens

bereits vor 30 Tagen geimpft worden ein. Die Kennzeichnung des Hundes mittels Chip ist

auch in Österreich verpflichtend!

In anderen Ländern sind Entwurmungen vor der Einreise vorgeschrieben, evtl. auch

Titerbestimmungen von verschiedenen Impfungen oder amtstierärztliche Untersuchungen.

In extremen Fällen (wie z.B. Australien) ist eine gewisse Quarantänezeit vorgeschrieben.

Also informieren sie sich bitte unbedingt schon vier Monate vor der Abreise nach den

gesetzlichen Formalitäten , evtl. auf der ÖAMTC-Homepage oder direkt bei der

Veterinärverwaltung der Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierarzt).


Bitte beachten sie, dass auch Katzen und Frettchen (ebenso Fleischfresser wie der Hund) im

internationalen Reiseverkehr gechippt und einen EU-Pass mit gültiger Tollwutimpfung besitzen

müssen.

Katzen schätzen es nicht in den Urlaub zu fahren, unsere Stubentiger sind eigentlich

Gewohnheitstiere. Alleine zu Hause sind sie auch nicht gerne.

So kann es vorkommen, dass Katzen trotz zuverlässigem Tiersitter zu

Verhaltensauffälligkeiten tendieren:

Nahrungsverweigerung, ängstliches Verhalten, Unsauberkeit und Aggressionen können die

Folge sein. Am besten zieht für die Katze eine vertraute Person in den Haushalt. Evtl.

unterstützt man die Samtpfoten zusätzlich mit „Wohlfühlhormonsteckern“, oder Futtermittel auf

Milchbasis (mit dem entspannenden Kaseinhydrolysat), dies beruhigt auf natürliche Weise.

Trotzdem sind Katzen, die eine starke Bindung mit ihren Menschen haben, oft auch nach der

Heimkehr noch einige Zeit „beleidigt“.

Auf der nächsten Seite finden Sie eine kleine Reiseapotheke für Ihr Haustier:


Reiseapotheke:

An erster Stelle stehen die bereits vom Tierarzt verordneten Dauermedikamente, die im

Urlaubsland womöglich nicht erhältlich sind.

Verbandszeug mit Pinzette , Zeckenzange, Schere, Watte, Tupfer, selbstklebender Verband,

Tesa, Desinfektionsmittel, Wundsalbe etc., aber ebenso Beißkorb, denn Hunde können auch

ihre Besitzer beissen, wenn sie z.B Schmerzen beim Entfernen eines Glassplitters haben.

Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen.

Augenspüllösung-oder salbe

Ohrentropfen,-spülung

Entzündungshemmer gegen Verstauchungen, Prellungen, Schmerzen

Führen sie keine Futterumstellung im Urlaub durch, nehmen sie das gewohnte Fressen, evtl.

auch Wasser mit!

Dieses Basisset erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ihr Tierarzt berät sie sicher gerne!


Duschen sie auch ihren Hund nach dem Baden im Meerwasser täglich mit Süßwasser,

zum Urlaubende empfiehlt sich zusätzlich ein mildes Shampoo.

Vergessen sie auf keinen Fall auf einen geeigneten Schutz gegen Reisekrankheiten!

Bei Reisen in südliche Gefielde (Mittelmeer, Ungarn)…, aber auch an die

Schwarzmeerküste (Rumänien, Bulgarien) müssen unsere Hunde gezielt gegen die

Überträger der klassischen Reisekrankheiten, wie Ehrlichiose, Babesiose, Leishmaniose

und Dirofilariose (Herzwurmkrankheit) geschützt werden.

Gehen sie schon zwei Monate vor Reiseantritt zu ihrem Tierarzt, denn einige Präparate

müssen bereits einen Monat vor Abfahrt verabreicht werden. Gegen Leishmaniose steht

auch eine Impfung zur Verfügung.

Ehrlichiose:

Diese wird durch die Braune Hundezecke übertragen, die in unseren Breiten nicht

vorkommt. Die Erkrankung verläuft ohne Behandlung schwer mit Blutungsneigung bis zu

einem Totalausfall des Knochenmarks und damit meist tödlich.


Autorin:

Dr.med.vet Andrea Schaufler

Praktische Tierärztin

Jubiläumstr 42

31340 Herzogenburg

www.tierarzt-schaufler.jimdo.com


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Kleintiere in der Tiergestützten Intervention

Mittlerweile findet man in den Fachmagazinen der Internationalen Tiergetützten Verbände

längst keine Delfine mehr, selbst Hunde und Pferde sind in den Hintergrund getreten -

landwirtschaftliche Nutztiere und Kleintiere haben die Tiergestützte Welt erfolgreich erobert

und beleben bunt das Angebot !

Mit großer Freude sehe ich diese Entwicklung, denn schon seit den Tagen meiner Kindheit

begleiten diese Tiere mein Leben und schenken mir selbst bis heute täglich Freude und Sinn.

Schon als Bub bin ich mit der Ziege meines Großvaters auf den Feldwegen und den Rainen

gewandert, die Ziege am Strick gab mir den Mut zur Eroberung der umgebenden Wälder.

Manchmal sind wir dann beide in heilloser Flucht vor unbekannten Geräuschen oder einer

harmlosen Schlange aus dem Wald geflohen, um schwer atmend auf der Wiese neue Kraft

und Tatendrang zu tanken.

Wir Kinder haben Grassuppen für die Hühner gekocht und sorgsam Löwenzahnblätter einzeln


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

gepflückt, um sie dem dankbaren Federviel zu überbrigen. Ich habe Enten und Schafe

gehütet und liebevoll umsorgt. In besonderer Erinnerung sind mit zwei gefiederte Freunde aus

meiner Kindheit geblieben:

Meine Ente „Wullchen Quak“ und mein stolzer Goldfasan Hahn „Hansi“. Wullchen war eines

von drei Entenküken, die wir Kinder damals im Frühling zum Geschenk erhielten. Die

Entenküken waren Teil meines damaligen Lebens. Sofort nach der Schule musste ich zu

diesen kleinen Freunden, verbrachte Stunde um Stunde bei Ihnen, habe sie mit edelsten

Kräutern und Erdbeeren gefüttert und verwöhnt. Eine wunderbare Zeit der gegenseitigen

Freundschaft, des Verständnisses und der Zuwendung. Schlicht, Tiergestützte Therapie und

soziale Förderung vom Feinsten !

Dieser einzigartige Sommer fand ein furchtbares Ende im Spätherbst, als die „Erwachsenen“

die Zeit für gekommen sahen, diese wunderbaren Weggefährten zu verspeisen. Nie vergesse

ich dieses traumatische Ereignis, den Schmerz, die ohnmächtige Wut und die Verzweiflung,

deren wir Kinder damals ausgestzt war.en, als wir von dieser Schandtat erfuhren und unsere

Weggefährten blieben für immer verloren.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Auch dieses Erlebnis hat sich tief in meine Seele eingebrannt und ich erzähle ihnen diese

Geschichte deswegen, dass niemand heute auf die Idee kommen möge, die besten Freunde

seines Kindes, gleich ob gefieder, behaart und geschuppt, ähnlich zu opfern.

Der Goldfasasn Hahn „Hansi“ war mein zweiter großer Freund, der nur mich Buben heiß

liebte und beschützte, alle anderen aber in die Flucht trieb.

Kam ich in den Garten, schoß er freudig aus dem Büschen auf mich zu, ließ seine Hennen

links liegen und blieb so lange wie möglich an meiner Seite. Erklomm ich einen Obstbaum,

Hansi saß mit mir am Ast. Ich erzählte ihm Geschichten, denen er mit geschlossenen Augen

lauschte. Ich konnte ihn beruhigen, ich konnte ihn in Aufruhr versetzen - wir hatten eine

gemeinsame Sprache gefunden, indem ich so gut ich konnte seine pfeifenden Laute imitierte,

passend zur jeweiligen Situation.

So entstand eine wunderbare Beziehung zwischen uns beiden, die einige Jahre bestehen

blieb, bis Hansi eines schönen Tages verschwand ohne jemals wieder gesehen zu werden.

Wahrscheinlich hat ein Fuchs oder Marder seinem Leben ein Ende gesetzt.

Ich habe sehr um ihn geweint.


Goldfasan


natürlich

Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Ich könnte ihnen noch viele tierische Freunde meiner Kindheit vorstellen - sie alle waren

Vertreter der Kleintiere oder Nutztiere. Keines von ihnen war „zertifiziert“ für die Tiergestützte

Arbeit oder ähnliches, diese Sicht auf die Beziehung zu Tieren gab es damals noch gar nicht.

Außerdem, sie waren ohnedies perfekt, einzigartig und haben mich und mein weiteres Leben

tief geprägt. Sie haben mich Vertrauen, Mut und Eigenständigkeit gelehrt, aber auch Respekt

vor anderen Lebewesen und den Bedürfnissen anderer.

Verstehen sie mich bitte nicht falsch - natürlich hatte ich auch menschliche Kameraden und

Freunde. Vielleicht musste ich mich bei meinen tierischen Freunden mehr anstrengen, um sie

erst verstehen zu können, ich musste mir diese Freundschaften somit erst einmal verdienen.

Die bekam ich nicht einfach geschenkt.

Aber ich bekam auch ein ganz besonderes Geschenk zurück:

Ich wurde nur um meiner selbst willen geliebt, geachtet und geschützt, kein Leistungsdruck,

keine geforderten Freunschaftsbeweise, keine zeitlichen Begrenzungen. Freundschaft, ohne

Gegenleistung - getragen durch Vertrauen.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Während ich diese Zeilen über meine Kindheit und die Erinnerung an die vielen tierischen

Freunde schreibe, empfinde ich einerseits wieder Trauer um meine bereits verloschenen

Freunde, andererseits tiefe Dankbarkeit an diese Lebewesen und vor allem wird mir wieder

einmal klar, wieso ich heute so lebe und arbeite, für welche Werte ich eintrete und warum.

Für mich war und ist aufgrund meiner eigenen Lebensgeschichte immer klar gewesen, dass

wir Menschen die Natur, die Pflanzen und die Tiere brauchen, um ein erfülltes, zufriedenes

und gesundes Dasein zu erleben. Dass wir dazu nicht speziell „abgerichtete“ Tiere benötigen,

ausgenommen für spezielle Aufgabengebiete wie Besuchsdienste, Hippotherapie etc.

Ich wünsche vielen Kindern die Möglichkeit, mit Haustieren aufwachsen zu können, sie als

wertvolle Mitgeschöpfe empfinden zu können und durch und mit ihnen sozial, psychisch und

somatisch wachsen und reifen zu können. Wenn wir uns zu weit von unserem natürlichen

Habitat, der Natur, entfernen, werden wir letztlich krank und leiden körperlich wie seelisch und

sozial.

Mit großer Freude nehme ich daher die vielen wissenschaftlichen Studien der letzten wenigen

Jahre zur Kenntnis, die diese These eindrucksvoll untermauern:


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Der Wald und seine Bäume schützen uns vor Krebs und Zivilisationskrankheiten, Bäume in

der Stadt können unsere Lebenszeit um Jahre verlängern. Hundebesitzer überleben einen

Herzinfarkt mit Intensivpflege deutlich besser als andere Menschen. Soziale Fertigkeiten und

Adaptionsmechanismen des Menschen etwickeln sich unter tierischer Begleitung bei der

Therapie ( zum Bsp bei Schizophrenie) deutlich besser als bei der Kontrollgruppe.

Wundheilung und Rekonvaleszenz nach Operationen wird allein durch den Ausblick auf ein

Stück Natur im Garten verbessert, Blutdruck und Herzfrequenz normalisierren sich durch die

Anwesenheit von Tieren, Menschen am Lande zeigen weniger häufig

Herzkreislauferkrankungen und psychiatrische Krankheiten und vieles mehr.

Diese Liste lässt sich mittlerweile lange fortsetzen. Eigentlich wundert mich heute nur mehr,

dass wir trotz diesem Wissensstand noch immer so wenig die Natur als CoTherapeutin

einsetzen.

Aber noch einmal zurück zu meinen tierischen Freunden unter den Kleintieren und Nutztieren.

Gerade jetzt unterbindet eine neue Gesetzesnovelle Privatpersonen den Handel mit diesen

Tieren.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Nur Landwirte, gewerbliche Händler und eingetragene Züchter dürfen nun Tiere feilbieten und

verkaufen. Auch das Anbot von Kleintieren aus kleiner Privatzucht im Internet ist nunmehr per

Strafe untersagt. Viele private Halter und kleine Züchter strecken gerade in diesen Wochen

die Waffen und geben auf. Argumentiert wird dieses Gesetz mit dem Schutz vor illegalem

Welpenhandel von Züchtern aus dem Osten.

Da dieser Handel ohnedies bereits verboten ist, würde es doch eigentlich nur der klaren

Exekution eines bestehenden Gesetzes bedürfen. Illegaler Welpenhandel muss eingedämmt

werden !

Ich befürchte aber, dass diese neue Gesetzgebung der privaten Kleintierzucht und damit dem

Erhalt ursprünglicher Rassen einen schweren Schlag versetzen wird und der „kommerziellen

Produktion“ von Hybridtieren Vorschub leistet. Auch hat mich sehr überrascht, dass niemand

sein Wort erhoben hat, kein Zuchtverband, keine Interessensvertretung, keine Sportverband,

um diese Entwickeln zumindest noch einmal zu diskutieren.

Die meisten Menschen, die ich zu diesem Thema befrage, wissen außerdem gar nicht, dass

dieses Gesetz existiert.

Bei uns am Mauritiushof tummeln sich daher mittlerweile Vertreter von 12 Landhuhnrassen,


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

um unsere Mitglieder im kommenden Jahr mit ausreichend Bruteiern und Küken versorgen zu

können. Auch unsere Wachteln sind aufgestockt, Pommernenten und österreichische

Landgänse verschönern und beleben unseren Landschaftsteich. Jetzt erst recht !

Immer mehr meist kleinere landwirtschaftliche Betriebe wenden sich den alten Kleintier und

Nutztier - Rassen zu, sichern wertvolle Zuchttiere und züchten nicht auf kurzfristige

Leistungsmaximierung, sondern in Richtung zum Beispiel Lebensmilchleistung.

Auch wir in der Tiergestützten Intervention benötigen artgerecht gehaltene Tiere, mit guten

Futterverwertungseigenschaften um die Haltungskosten zu reduzieren und orientieren uns

genauso an der „Lebensleistung“ unserer tierischen Co-Therapeuten - bei uns eben aus

beziehungstechnischer Sicht.

Ich möchte gerade unsere Mitglieder aufrufen, sich am Erhalt eines alten Kulturgutes zu

beteiligen - unserer alten Haustier- und Nutztierrrassen ! Leisten auch wir alle gemeinsam

einen kleinen Beitrag für das züchterische Erbe unserer Vorfahren. Unsere Nachkommen

werden uns den Erhalt dieser Rassen sicherlich danken.


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Damit auch morgen Kinder so wunderbare Kindheitserlebnisse erfahren dürfen, wie der kleine

Bub, der ich einmal war. Ich habe Wullchen, Hansi, Mecki, Hasi, Ali und Co bis heute nicht

vergessen.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sommer !

PS: Heute habe ich viele neue tierische Freunde hier am Mauritiushof - Meine kleine Familie

und ich leben in einer riesigen tierischen Großfamilie - Langeweile oder gar Einsamkeit kommt

da Gott sei Dank wohl nie auf !

Dr.med. Dieter Schaufler

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Vorstandsmitglieder der ÖGTT

stellen sich vor


Gerda Holzmann Bsc

Sektionsleiterin

Wildkräuterguides

Natur-Kinesiologie


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Vorstandsmitglieder der ÖGTT

stellen sich vor


Mag (FH). Christine Kluger

Sektionsleiterin

Tiergestützte Aktivitäten


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Vorstandsmitglieder der ÖGTT

stellen sich vor


Dr.med.vet

Andrea Schaufler

Finanzreferentin


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Vorstandsmitglieder der ÖGTT

stellen sich vor


Dr.med. Dieter Schaufler

Präsident der ÖGTT


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Praxistipps


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Praxistipps


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Praxistipps


Österreichische Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT

Praxistipps


Wie bereitet man eigentlich einen Kräutertee am

besten zu ?

Um diese Frage ranken sich zum Teil sehr widersprechende Ansichten und Meinungen. Ich

möchte vorweg gleich anmerken, dass ich hier nur meine persönlichen Erfahrungen als

Kräuterarzt weitergebe und keinen Anspruch darauf erhebe, die Wahrheit der Teezubereitung

gepachtet zu haben.

Als erstes möchte ich eine Frage klären, die mir sehr häufig in Lehrgängen oder Workshops

zum Thema Heilkräuter gestellt wird:

Frischkräuter oder getrocknete Kräuter - was sollte man bevorzugen ?

Hier kann ich, so glaube ich, eine eindeutige Antwort geben. Jede Form der Konservierung

und damit auch die achtsame Trocknung von Wildkräutern schwächt die Wirkung ab, da allein

schon bei diesem Verabeitungsschritt wertvolle Inhaltsstofe wie ätherische Öle den

Pflanzenkörper verlassen können. Also, wer alle Inhaltsstffe unverfälscht genießen möchte,

dem rate ich zum Gebrauch frischer und achtsam gepflückter Kräuter. Die Kräuterernte sollte

natürlich auch zu jenem Zeitpunkt erfolgen, an dem die Inhaltsstoffe am stärksten im

geernteten Pflanzenteil vorhanden sind.


Damit meine ich, dass beispielsweise Blüten und letzte Triebe einer Pflanze nicht erst am

Ende einer Blüteperiode, sondern zur Maximalzeit der Blüte dieser Pflanze und hier an

einem sonnigen, trockenen Tag zu Mittag ihren optimalen Erntezeitpunkt haben.

Mit Wurzeln verhält es sich gerade umgekehrt:

Man erntet die Wurzeln einer Pflanze im zeitigen Frühjahr oder im Herbst, wenn die oberen

Triebe wie Stile, Blätter und Blüten entweder noch gar nicht vorhanden, oder schon wieder

abgestorben und verwelkt sind. Dann befinden sich die wertvollen Inhalsstoffe dieser

Pflanze in der Wurzel und diese entfaltet dann erst ihre stärkste Wirkung.

Übrigens: die Pruristen unter den Kräuterkundigen graben Wurzeln mit dem Endspross

eines Hirschgeweihs und nicht mit einem eisernen Grabewerkzeug ! Gemäß der uralten

Weisheit: sine ferre - ohne Eisen ! Denn eiserne Gegenstände, Aufbewahrungsgefäße und

Messer würden die Wirkung einer Pflanze schwächen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht ganz

was ich davon halten soll, aber aus alter Tradition schließe ich mich beim Wurzelgraben

dieser alten Tradition an und schwinge zu diesem Zweck mein Hirschgeweih ! Das hat

zumindest Stil !

Wie gesagt, auch Schneidewerkzeuge wie Messer sind hier inbegriffen und so ist es üblich,

Heilkräuter mit Kupfermessern oder heute mit Keramikmessern zu schneiden.

Doch nun zurück zur Teebereitung selbst:


Um eine Tasse Tee aus frischen Blättern und Blüten einer Pflanze zu bereiten, nimmt man

etwa eine handvoll Pflanzenteile, also doch deutlich mehr als im getrockneten Zustand.

Man darf den Wasseranteil von Pflanzen nicht außer Acht lassen - das erklärt das

umfangreichere Volumen.

Eine solche Tasse frischen Kräutertees wird auch deutlich kürzer einer Phase des Ziehens

ausgesetzt. Nur etwa 2 - 3 Minuten lässt man den Tee ziehen und seiht in anschließend ab.

Wie hoch die Temperatur des Wassers sein muss, also etwa zwischen 80° und 100°C,

entscheidet wohl am ehesten die Konsistenz der Pflanzenteile. Habe ich viele eher feste

Anteile wie Stile und harte Blätter wähle ich eher höhere Temperaturen, um die Inhaltssoffe

aus der Pflanze auszuziehen. Reine Blüten werden mit eher niedrigeren Temperaturen um

70°-80°C zubereitet, oder zumindest die Tasse mit einem Deckel versehen, damit die

wirksamen ätherischen Öle nicht zu sehr nur die Raumluft bereichern.

Für Wurzeln, gleich ob frisch oder getrocknet, gelten folgende Empfehlungen:

Entweder lässt man die Wurzeln in einer Tasse Wasser bei Zimmertemperatur über Nacht

ziehen und wärmt diesen Auszug vor dem Trinken etwas an, oder man gewinnt die

Inhaltsstoffe im Sinne eines Decoctums durch langsames Köcheln auf kleiner Flamme über

eine Zeitspanne von etwa 10-15 min.

Für mein Empfinden empfehle ich eher zweitere Vorgangsweise, da ich den Eindruck

gewonnen habe, dass ich hier mit einer stärkeren Wirkung rechnen kann. Allein

Eibischwurzel und anderes eher schleimhaltiges Wurzelwerk sollte man ohne Erhitzen

zubereiten.


Wieder zurück zu Blüten und Blättern und deren Zubereitung im getrockneten Zustand, der

ja die wohl häufigste Form der Anwendung von Wild- und Heilkräuter darstellt.

Hier gilt Ähnliches wie bei der Zubereitung von frischen Kräutern, zumindest was die

Temperatur anbelangt. Blüten bei etwas niedrigeren Temperaturen und Blätter und Stile bei

höheren Temperaturen überbrühen und ziehen lassen.

Als geeignete Dosis ganz allgemein für eine einzelne Tasse Tee, spezielle Darreichungsund

Dosierungsempfehlungen seien hier erst einmal ausgeklammert, gilt etwa ein Teelöffel

getrocknete Pflanzenteile pro Tasse. Wenn man sich verschiedene Kräutersorten nägher

betrachtet kann man unschwer erkennen, dass diese verschiedene Volumina im

getrockneten Zustand aufweisen. So sind beisielsweise Melissenblüten und -blättchen sehr

voluminös und ich muss fast 2 Teelöffel als Dosis für eine Tasse Melissentee wählen,

während Johanniskraut eher fest, kompakt und damit als gestrichener Teelöffel pro Tasse

sinnvoll seine Anwendung findet.

Wie hoch letztlich die Tagesdosis eines Heilkrautes sein muss, um eine medizinische

Wirkung zu entfalten, ist sehr unterschiedlich und sollte entsprechender ärztlicher

Empfehlung erfolgen.

Ein ganz wesentlicher Punkt ist für mich persönlich die Vermengung mehrerer Wild- und

Heilkräuter im getrockeneten Zustand in einem gemeinsamen Behältnis:


Ich bin nach all den Jahren dazu übergegangen, Kräuter nicht im Vorfeld zu vermengen,

sondern sie erst bei Teezubereitung im entsprechenden Verhältnis miteinander zu dosieren.

Warum ?

Ganz einfach: wenn sie Blüten, Wurzeln, Stile und Blätter verschiedener Pflanzen in eine

Tüte geben und anschließend vielleicht von der Apotheke nach Hause gehen, schütteln und

rütteln sie bei jedem Schritt die Kräuter etwas durcheinander. Wenn sie letztlich in ihrer

Küche stehen und die Packung aufmachen werden wahrscheinlich viele Blüten ganz oben

sein, die Stile und harte Blätter eher in der Mitte und die schwereren Wurzelstückchen den

Tütenboden bevölkern. Somit hat sich der Tee entmischt und die angestrebte Wirkung wird

nicht eintreten. Schlimmer noch, es kann zur Überdosierung einzelner Kräuter kommen, da

sie nun konzentriert in einer Schicht zur Lagerung kommen.

So habe ich mir nun schot seit langem angewohnt, die verodneten Kräuter einzeln verpackt

an meine PatientInnen abzugeben und die jeweilige Dosierung entsprechend

auszuformulieren.

Eine beispielhafte Dosierung für einen Entspannungstee könnte vielleicht so aussehen:

Melissenblüten

Kamillenblüten

Ehrenpreiskraut

Hopfenblüten

2 Teelöffel

1 Teelöffel

1 Teelöffel

2 Teelöffel


Diese angegebene Menge reicht für etwa 1 Liter Wasser, mit kochendem Wasser kurz

überbrühen, 3 Minuten ziehen lassen und anschließend schluckweise über den Tag verteilt

trinken.

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass ich nach fast 3 Jahrzehnten, die ich als Arzt nun

schon durchlebt habe, täglich immer wieder von der Heilkraft der Pflanzen fasziniert bin und

mir nicht mehr vorstellen kann, auf Ihre Dienste für meine PatientInnen verzichten zu

können.

Eins noch: Bitte verwenden sie Kräuter für Teezubereitung nur eine Saison lang. Also nur

bis ins nächste Jahr nach der Ernte, denn sonst erlischt ihre Heilkraft sichtbar. Achten sie

also vor allem auf das Verpackungsdatum und Herstellungsdatum. Übrigens, „alte" Kräuter

sind eine tolle Zusatzeinstreu für Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen. Aber achten

sie darauf, dass nicht zu viele Kräuter zur Verfügung stehen, sonst können auch hier

unerwünschte Wirkungen bis hin zu Vergiftungen auftreten.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht uns Dunkel der Zubereitung von Kräutertees bringen

und Ihnen mit meinen Erfahrungen dienen.

Dr. Dieter Schaufler


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Dieser Lehrgang ist zertifiziert durch die Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte

Therapie ÖGTT

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Therapie etc anstreben und soll Ihnen das dazu notwendige Know-how vermitteln.

Die Lehrgangsinhalte reichen von den theoretischen Grundlagen Tiergestützten und

Naturgestützten Arbeitens, über Themen der Tierhaltung, des Einsatzes und der Ethologie

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und Permakultur, Wald- und Wildkräuterkunde bis hin zum Aufbau der eigenen

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Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit im zwischenmenschlichen Bereich stärken,

denn nur so können Probleme im Zusammenleben von Mensch und Tier richtig erkannt und

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Haus- und Nutztiere vermitteln. Zusätzlich wollen wir die wichtigsten Aspekte zur eigenen

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Marketing, Werbung und Grundlagen des Arbeitens mit digitalen Medien eingehen.


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Department für Tiergestützte Medizin Mauritiushof,

Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

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Der Mauritiushof

Ein Film soll Ihnen unseren Mauritiushof und seine zweibeinigen und Vierbeinigen

Bewohner vorstellen :


Unsere nächste Ausgabe erscheint am 15. September 2017 Vielen

Dank für Ihr Interesse am Mauritiushof Naturmagazin !

Ihr Redaktionsteam

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