KulturFenster Nr. 06/2016 - Dezember 2016
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Poste Italiane SpA – Sped. in a.p.<br />
-70% – NE BOLZANO – 68. Jahrgang<br />
<strong>Nr</strong>. 6 | DEZEMBER | <strong>2016</strong><br />
<strong>KulturFenster</strong><br />
Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />
Verbindung Langtaufers Kaunertal<br />
Gesamttiroler Wertungssingen in Innsbruck<br />
Gehört die Musik (nicht) allen?
• Geleitwort •<br />
• Inhalt •<br />
• Heimatpflege<br />
„Himmelsstürmer“<br />
• Chorwesen<br />
Citius, altius, fortius – schneller, höher,<br />
weiter. Diese Aufforderung zum Superlativ<br />
stammt aus der Antike und wurde zum Motto<br />
der modernen olympischen Spiele. Die Teilnahme<br />
an den Spielen wurde in den Hintergrund<br />
gedrängt, im Vordergrund stand das<br />
Streben nach immer mehr.<br />
Dieser Trend zur Höchstleistung, zum<br />
Himmelssturm, kennzeichnet auch unsere<br />
Zeit. Wer nicht schneller, kräftiger als der<br />
Nachbar – der Gegner – ist, hat das Nachsehen.<br />
Der kommt auf die Schattenseite des<br />
Lebens und wird dort nicht oder kaum beachtet.Himmelsstürmer<br />
gibt es auch hierzulande<br />
zuhauf. Von einem derartigen „Sturm“<br />
ist ausführlich in dieser Ausgabe des Kultur-<br />
Fensters die Rede. Es geht um die geplante<br />
Verbindung des Langtauferertales im oberen<br />
Vinschgau mit dem Kaunertal auf Nordtiroler<br />
Seite. Die Obleute und Vorstgandsmitglieder<br />
der Nord-, Ost-, Süd- und Welschtiroler Heimatpfleger<br />
haben sich am 12. November in<br />
Langtaufers zur 30. Generalversammlung getroffen<br />
und im Zentrum der Beratungen stand<br />
nur ein Punkt: der schitechnische Zusammenschluss<br />
von Langtaufers mit dem Kaunertal.<br />
Dabei wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet<br />
(vgl. S. 4/5), die an Deutlichkeit<br />
nichts zu wünschen übrig lässt.<br />
Die Verbindung, sollte sie denn Wirklichkeit<br />
werden, hätte einen nicht mehr gutzumachenden<br />
gewaltigen Eingriff in eine weitgehend<br />
noch intakte Naturlandschaft zur Folge.<br />
Das Tal würde zu einem Rummelplatz verkommen<br />
mit all den Folgen, den der Massentourismus<br />
mit sich bringt. Die Heimatpfleger<br />
wollen ihre Ablehnung jedoch nicht als Fundamentalopposition<br />
gegenüber Tourismusprojekten<br />
verstanden wissen, sondern als Signal,<br />
Projekte der Nachhaltigkeit zu entwickeln, die<br />
Langtaufers im Besonderen und Südtirol im<br />
Allgemeinen zum Vorteil gereichen. So wird<br />
auch die Landesregierung aufgefordert, Langtaufers<br />
mit „zukunftweisenden, nachhaltigen<br />
und naturerhaltenden Konzepten“ zu unterstützen.<br />
Statt Himmelssturm also ein klares<br />
Plädoyer für den sanften Tourismus.<br />
Alfons Gruber<br />
• Blasmusik<br />
Generalversammlung der<br />
Gesamttiroler Heimatpfleger 3<br />
Skitechnischer Zusammenschluss<br />
Langtaufers-Kaunertal<br />
– Abschlusserklärung 5<br />
Herbsttagung derSachbearbeiter<br />
im Heimatpflegeverband 7<br />
Zwanzig Jahre Heimatpflegeverein<br />
Naturns-Plaus 8<br />
Internationale Bergbautagung<br />
in Nals: Baurelikte als Zeitzeugen 10<br />
Bußkreuz-Restaurierung<br />
bei St. Zeno in Naturns 11<br />
„Kathrein stellt den Tanz ein“:<br />
57. Landeskathrein-Tanzfest in Meran 12<br />
Deutsche Sprachinsel Fersental 13<br />
Agnes Andergassen erhält<br />
Verdienstkreuz des Landes Tirol 14<br />
Büchertisch 15<br />
Mit Leistung zur Freude 16<br />
Sechstes Gesamttiroler<br />
Wertungssingen in Innsbruck 17<br />
Ein kleines Weihnachtslied<br />
von Armin Thomaser 20<br />
Jänner-Seminar des<br />
Vereins „cantare et sonare“ 22<br />
Fortbildung mit Veronica Bertsch:<br />
Kindergerechte Tonlage<br />
ist das Wichtigste 23<br />
Chorleiterseminar in Schloss Goldrain 24<br />
Neuer Präsident des<br />
Österreichischen Chorverbandes<br />
stellt 5-Punkte-Programm vor 25<br />
Herbsttagung der AGACH<br />
in Zell am See 25<br />
Stimmgabel 26<br />
Ein neues Vorweg 28<br />
Grundlagen der professionellen<br />
Vereinsführung in Theorie und Praxis 29<br />
Vereinssitzungen professionell leiten 31<br />
Dritte Auflage der Südtiroler Dirigentenwerkstatt 33<br />
Musik in Bewegung als<br />
Herausforderung und Chance 34<br />
Programmvorschau 36<br />
Fünf Südtiroler Ensemble in Graz 37<br />
Medienprofis unter sich 38<br />
Hochkarätiges Musikantentreffen in Taisten 39<br />
Marcel Peeters und seine Suite „Car“ 40<br />
Sigismund Seidl und die Militärmusik Kärnten 44<br />
15. Internationales Brassfestival in Meran 45<br />
Musikpanorama 46<br />
2<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Vorweg<br />
Heimatpflege<br />
30. Generalversammlung der<br />
Gesamttiroler Heimatpfleger<br />
Einstimmig gegen die skitechnische Verbindung der Skizonen<br />
Langtaufers und Kaunertal<br />
Die Gesamttiroler Heimatpfleger ließen sich über die zweifelhafte Entstehung des Reschen Stausees ausführlich informieren.<br />
(Fotos: Sylvia Rottensteiner)<br />
Am Samstag, 12.11.<strong>2016</strong>, trafen sich<br />
die Vorstandsmitglieder der Gesamttiroler<br />
Heimatpfleger in Langtaufers zur 30. Generalversammlung,<br />
um sich ein Bild von<br />
der Schönheit und Unversehrtheit dieses<br />
einzigartigen Tales zu machen und über<br />
den geplanten skitechnischen Zusammenschluss<br />
von Langtaufers mit dem Kaunertal<br />
zu beraten und diskutieren. Ergebnis der<br />
Versammlung war eine Abschlusserklärung<br />
gegen das geplante Bauvorhaben, welches<br />
bereits an die Verantwortungsträger übermittelt<br />
wurde.<br />
Früh morgens trafen sich die Vertreter<br />
Gesamttirols in Bozen, um gemeinsam den<br />
Weg nach Langtaufers anzutreten. Ein bezeichnendes<br />
Ziel im Jahre <strong>2016</strong>, zumal das<br />
Kulturfenster schon ausführlich über die<br />
vehemente Ablehnung des skitechnischen<br />
Zusammenschlusses Langtaufers-Kaunertal<br />
berichtet hat. Die Führungsriege der<br />
Heimatpfleger wollte sich auf diese Weise<br />
anschaulich über die Auswirkungen einer<br />
Durchführung des Vorhabens informieren.<br />
Kultur und Natur im Zentrum<br />
In Graun, direkt am internationalen<br />
Mahnmal, erwartete Richard Fliri die bunt<br />
gemischte Gruppe. Richard Fliri fungierte<br />
in diesem Jahr als Gastgeber und Ansprechpartner<br />
für die Belange des Langtauferertales.<br />
Der Künstler und Experte für<br />
biologisches Bauen informierte bei frostigen<br />
Das einzigartige Strohhaus von Richard<br />
Fliri<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 3
Vorweg<br />
Stellen Sie sich Folgendes vor: Träger,<br />
Seile und Gondeln sind die Protagonisten<br />
dieses Bildes! Nicht denkbar, oder?<br />
Windböen über die Hintergründe der Flutung<br />
des Reschensees, über die Übervorteilung<br />
der Einwohner und über die Nachtund<br />
Nebelaktionen der Verantwortlichen.<br />
Das einzige Zeugnis dieses Frevels – heute<br />
bestens dokumentiert am Ufer des Sees –<br />
gemahnt den Besucher an die Ereignisse<br />
der Nachkriegszeit.<br />
Beispiel biologischer Baukultur<br />
Als Gastgeber führte Richard Fliri die geballte<br />
Elite der Heimatpfleger zu sich nach<br />
Hause. Dieses Zuhause macht schon seit<br />
geraumer Zeit von sich reden. Als dreistöckiges<br />
Strohhaus ist es weltweit nämlich<br />
einzigartig.<br />
Zwei Dinge blieben den erstaunten Betrachtern<br />
einträglich in Erinnerung: Wände<br />
und Decken sind ausschließlich aus gepresstem<br />
Stroh und als solche statisch<br />
tragend. Noch beeindruckender die Tatsache,<br />
dass das Haus auf 1850 Metern<br />
Meereshöhe ohne Heizung auskommt.<br />
Zwischen 19 und 21 Grad Raumtemperatur<br />
werden durch die Klimahaus-Standards<br />
nämlich erreicht.<br />
Höhepunkt des Tages<br />
Neben kulinarischen Besonderheiten,<br />
die ob ihrer hervorragenden Organisation<br />
sicherlich nicht unerwähnt bleiben dürfen,<br />
stand die Generalversammlung als Höhepunkt<br />
auf der Tagesordnung. Der eigentliche<br />
offizielle Akt beschränkte sich dann<br />
allerdings auf Formalitäten, denn vom frühen<br />
Morgen bis zum Abschied beschäftigte<br />
die Ausflügler vorwiegend das eine Thema:<br />
die skitechnische Verbindung der Skizonen<br />
Langtaufers und Kaunertal. Besiegelt wurden<br />
die Verhandlungen mit einer Resolution,<br />
die auf den folgenden Seiten wortgetreu<br />
wiedergegeben ist. In dieser sprechen<br />
sich die anwesenden Heimatpfleger einstimmig<br />
gegen die Realisierung dieses Vorhabens<br />
aus. Im Januar soll das endgültige<br />
Schlusswort gesprochen werden; die Heimatpfleger<br />
rechnen mit einer positiven Entscheidung<br />
für das Juwel Langtaufers. SR<br />
67. Vollversammlung des<br />
Heimatpflegeverbandes<br />
Samstag, 8. April 2017<br />
Pastoralzentrum, Domplatz 2, Bozen<br />
Beginn um 14:00 Uhr<br />
Diesjähriger Schwerpunkt der Tagesordnung sind die Neuwahlen<br />
der einzelnen Gremien. Zum ersten Mal wird hierbei aufgrund<br />
der Statutenänderung nach dem neuen System gewählt. Demnach<br />
sind nur mehr die Mitgliedsvereine, welche die Säulen des<br />
Verbandes darstellen, stimmberechtigt.<br />
<strong>KulturFenster</strong><br />
Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />
Ihre Beiträge für die Heimatpflege senden Sie bitte an: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />
Für etwaige Vorschläge und Fragen erreichen Sie mich unter folgender Nummer: 347 0325027 (Sylvia Rottensteiner)<br />
4<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Das Thema<br />
Heimatpflege<br />
Skitechnischer Zusammenschluss<br />
Langtaufers-Kaunertal<br />
Abschlusserklärung<br />
(v.l.n.r.) Richard Fliri, Sylvia Rottensteiner, Agnes Andergassen, Walter Eccli (Obmann der Welschtiroler Heimatpfleger), Margareth<br />
Zöggeler, Claudia Plaikner (Landesobmann-Stellvertreterin), Franz Fliri (Bezirksobmann der Vinschger Heimatpfleger), Peter<br />
Ortner (Landesobmann), Konrad Roider (Obmann der Tiroler Heimatpfleger), Oscar Dibiasi (Vorstand HV-Südtirol), Barbara<br />
Knoflach (Vorstand HV-Nordtirol), Siegfried Patscheider, Monika Zoller (Vorstand HV-Nordtirol), Oswald Fliri, Josef Vieider,<br />
Toni Puner (Vorstand HV-Südtirol) und Walter Nicoletti (Vorstandsmitglied Welschtiroler Heimatpfleger); vorne: Sabine Comploj<br />
(Geschäftsführerin HV-Nordtirol), Gabriele Neumann (Vorstand HV-Nordtirol) und Josef Oberhofer (Geschäftsführer HV-Südtirol)<br />
(Foto: Josef Oberhofer)<br />
Die Obleute und Vorstandsmitglieder<br />
der Nord-, Ost-, Süd- und Welschtiroler<br />
Heimatpfleger haben sich am Samstag,<br />
12.11.<strong>2016</strong>, in Langtaufers zur 30. Generalversammlung<br />
getroffen, die heuer<br />
ganz im Zeichen des umstrittenen skitechnischen<br />
Zusammenschlusses Langtaufers-Kaunertal<br />
stand. Die Heimatpflegerinnen<br />
und Heimatpfleger Gesamttirols<br />
haben bereits vorab die Projektunterlagen<br />
der Oberländer Gletscherbahnen AG eingehend<br />
studiert, die verschiedenen Stellungnahmen<br />
von namhaften Vereinen und<br />
Verbänden dazu analysiert und sich nun<br />
am Ort des Geschehens noch ein Bild von<br />
den geplanten Eingriffen in die Natur- und<br />
Kulturlandschaft gemacht.<br />
Sie sind zu folgendem Ergebnis gekommen:<br />
• Seit mehr als einem Jahrzehnt wird<br />
über die skitechnische Verbindung<br />
vom Langtauferertal zum Kaunertaler<br />
Gletscherskigebiet gesprochen,<br />
ohne dass ein klares Konzept dafür<br />
bestanden hätte, welches das Vorhaben<br />
schlüssig in langfristige und wirtschaftliche<br />
Überlegungen eingebunden<br />
hätte.<br />
• Das Projekt in der vorgelegten Form ist<br />
ein massiver Eingriff in eine der wenigen<br />
verbliebenen intakten Landschaften<br />
Südtirols mit einer Beeinträchtigung<br />
des sensiblen Ökosystems, die in<br />
überschaubaren Zeiträumen nicht wird<br />
rückgängig gemacht werden können.<br />
• Es ist die einseitige Präjudizierung<br />
einer Ausrichtung auf Massentourismus,<br />
der keinen nachhaltigen Trend<br />
für die Region darstellt.<br />
Die Gesamttiroler Heimatpfleger sind<br />
beunruhigt, zumal das Vorhaben keinerlei<br />
Aspekte enthält, die auf die Besonderheiten<br />
des Langtauferertales eingehen,<br />
sondern einer phantasielosen Fortschreibung<br />
bestehender und abgenützter Konzepte<br />
nach dem Motto „Mehr vom Gleichen“<br />
entspricht. Völlig unberücksichtigt<br />
bleibt, dass nach anerkannten Progno-<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 5
Das Thema<br />
Blick ins Langtauferertal<br />
sen der klassische „Aufstiegshilfen-Alpinskitourismus“<br />
international sinkende<br />
Tendenz aufweist. Damit ist eine Verdrängungswettbewerbssituation<br />
mit einer die<br />
Existenz bedrohenden Preisspirale nach<br />
unten vorprogrammiert. Für den Tourenskisektor,<br />
der nach Einschätzung der EU-<br />
RAC Bozen mittelfristig eine erstaunliche<br />
Wachstumsrate von 5 Prozent pro Jahr<br />
aufweist, ist im vorgelegten Konzept hingegen<br />
kein Platz.<br />
Andere Gebiete Südtirols, wie z.B. das<br />
Gemeindegebiet von Wengen im Gadertal,<br />
haben gezeigt, dass auf der kleinteiligen<br />
Ebene von Talschaften oder Gemeinden<br />
alternative Konzepte sehr wohl erfolgreich<br />
umgesetzt werden können.<br />
Langtaufers könnte sich mit (auch familientauglichen)<br />
Angeboten wie Wandern,<br />
Skitourengehen, Naturbeobachtung, Erlebnis-<br />
und Bildungsprogrammen als„wahre<br />
Wellness-Oase − fernab von Jacuzzi und<br />
Turkish Bath“ profilieren. Es mag stimmen,<br />
dass mit solchen Konzepten keine Massen<br />
angezogen werden. Wenn Langtaufers mit<br />
Eigeninitiative und dem Wohlwollen der Landesverwaltung<br />
mit „Können“, „Authentizität“<br />
und „Nachhaltigkeit“ in einen zukunftsträchtigen<br />
Tourismus investiert, muss das<br />
Tal nicht in Investorenhände abdriften. Massentourismus<br />
ist das Letzte, was das Langtauferertal<br />
braucht oder verkraften kann!<br />
Wenn in Beherbergungsbetrieben, welche<br />
ohne Rücksicht auf die lokalen Gegebenheiten<br />
Erweiterungsinvestitionen getätigt<br />
haben, Überkapazitäten entstanden<br />
sind, so müssen diese betriebswirtschaftlich<br />
bereinigt werden. Solche Fehlentscheidungen<br />
sind das Risiko des Unternehmers.<br />
Sie mit einer nicht tragfähigen Großinvestition<br />
abfedern zu wollen, würde die Situation<br />
nicht verbessern, sondern lediglich<br />
das wirtschaftliche Gefüge einer gesamten<br />
Talschaft aufs Spiel setzen.<br />
Die einzige erkennbare betriebswirtschaftliche<br />
Sinnhaftigkeit des Projektes<br />
liegt darin, dass damit die lange Zufahrt<br />
zur Talstation der Karlesjochbahn im Nordtiroler<br />
Kaunertal, die derzeit nur über eine<br />
nicht wintersichere Mautstraße umgangen<br />
werden kann, erreichbar ist. Das Langtauferertal<br />
würde also mit deutlich vermehrtem<br />
Verkehrsaufkommen zur Erhöhung<br />
der Attraktivität des Kaunertaler<br />
Gletscherskigebietes beitragen, dabei aber<br />
seine Identität und seine Alleinstellungspotenziale<br />
aufgeben, ohne selbst davon<br />
zu profitieren. Dass der Handlungsspielraum<br />
der lokalen Bevölkerung angesichts<br />
der Übermacht eines ausländischen Investors<br />
ziemlich eingeschränkt sein wird,<br />
dürfte elementar einsichtig sein. Die Eigenbestimmung<br />
wird durch dominante<br />
Fremdbestimmung ersetzt.<br />
Die Haltung der Gesamttiroler Heimatpfleger<br />
darf nicht als "Fundamentalopposition"<br />
gegenüber Tourismusprojekten<br />
verstanden werden. Im gegenständlichen<br />
Fall gründet sich die Haltung auf Bedenken<br />
gegenüber mikro- und makroökonomisch<br />
fragwürdigen Vorhaben, die möglicherweise<br />
Interessen einiger Weniger<br />
dienlich sein mögen, aber Überlegungen<br />
zur Nachhaltigkeit und zur regionalen Entwicklung<br />
gänzlich vermissen lassen, und<br />
somit im Interesse Südtirols im Allgemeinen<br />
und des Langtauferertals im Besonderen<br />
abzulehnen sind.<br />
Die Gesamttiroler Heimatpfleger fordern<br />
daher die verantwortlichen Entscheidungsträger<br />
in Nord- und Südtirol<br />
auf, dieses Vorhaben entschieden abzulehnen!<br />
Im Gegenzug soll das Langtauferertal<br />
in zukunftsweisenden, nachhaltigen<br />
und naturerhaltenden Konzepten<br />
unterstützt werden.<br />
Für die Gesamttiroler Heimatpfleger<br />
Peter Ortner<br />
Vorsitzender<br />
Konrad Roider<br />
Obmann der Tiroler Heimatpflege<br />
Eccli Walter<br />
Welschtiroler Heimatpfleger<br />
6<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Informiert & Reflktiert<br />
Heimatpflege<br />
Erhalt der Kulturlandschaft<br />
und der Kulturgüter<br />
Herbsttagung der Sachbearbeiter im Heimatpflegeverband<br />
(v.l.n.r.) Verbandssekretärin Margareth Zöggeler, Dietmar Oberthaler, Paul Alber, (dahinter) Margareth Rottensteiner, Toni Puner,<br />
Ernst Pohl, Othmar Malaier, Josef Bernhard, Hubert Hofer, Paul Prader, Peter Holzmann, Franz Fliri, (vorne) Hans Raich, Martin<br />
Weissteiner, Landesobmann Peter Ortner und Albert Premstaller (Foto: Josef Oberhofer)<br />
609 betreute Beitragsansuchen, über<br />
10.000 zurückgelegte Kilometer, mehr als<br />
8.000 ehrenamtliche Beratungsstunden und<br />
rund 1,5 Millionen Euro vermittelte Landesbeiträge.<br />
Dies waren nur einige der Zahlen<br />
und Fakten, die Verbandsgeschäftsführer<br />
Josef Oberhofer beim diesjährigen Herbsttreffen<br />
der Sachbearbeiter in Schenna präsentieren<br />
konnte.<br />
Die Südtiroler Kulturlandschaft stellt ein<br />
einzigartiges Ensemble von traditioneller<br />
Baukultur und vom Menschen über die<br />
Jahrhunderte gestalteter Landschaft dar.<br />
Die Erhaltung der Kulturlandschaft und<br />
der Kulturgüter ist ein gemeinsames Ziel<br />
des Heimatpflegeverbandes Südtirol und<br />
der Landesabteilung Natur, Landschaft und<br />
Raumentwicklung. 16 Sachbearbeiter kümmern<br />
sich Jahr für Jahr um die bäuerlichen<br />
Klein- und Flurdenkmäler, beraten die Gesuchsteller<br />
und nehmen die erforderlichen<br />
Lokalaugenscheine vor. Am 21.Oktober<br />
legten die Sachbearbeiter aus dem ganzen<br />
Land beim Jahrestreffen in Schenna eine<br />
positive Bilanz ihrer Tätigkeit vor.<br />
Traditionelles Gesicht gewahrt<br />
Die Vielfalt landschaftsprägender Bestandteile<br />
der Tiroler Kulturlandschaft<br />
konnte auf diese Weise erhalten und Jahrhunderte<br />
altes bäuerlich-handwerkliches<br />
Können weitergegeben werden. „Durch<br />
diese Maßnahmen wird ein Stück Volkskul-<br />
tur erhalten und das traditionelle Gesicht<br />
unserer einmaligen, von Bauernhand geschaffenen<br />
Kulturlandschaft gerettet“, sagte<br />
Landesobmann Peter Ortner. Verbandsgeschäftsführer<br />
Josef Oberhofer äußerte sich<br />
erfreut über die positive Bewusstseinserweiterung<br />
in der Bevölkerung zu Umweltschutz<br />
und Landschaftspflege und dankte<br />
für die wertvolle Arbeit der Sachbearbeiter<br />
und für die gute Zusammenarbeit mit<br />
der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung.<br />
Ein Besuch in den Gärten von Schloss<br />
Trauttmansdorff und ein gemeinsames<br />
Mittagessen im Wirtshaus Thurnerhof in<br />
Schenna mit anschließendem Gedankenaustausch<br />
rundeten den Tag ab.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 7
Aus Verband und Bezirken<br />
Ein rundes Jubiläum<br />
20 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />
Ausstellung: 20 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />
Am Freitag, 11.11.<strong>2016</strong>, "Martinitag",<br />
konnte der Heimatpflegeverein Naturns-<br />
Plaus im Bürger- und Rathaus sein zwanzigjähriges<br />
Bestandsjubiläum feiern. Die Gründungsurkunde<br />
war am 12. Februar 1996<br />
von 40 Personen unterschrieben worden.<br />
Heute weist der Verein 164 Mitglieder auf.<br />
Rückblick<br />
Ohne die Initiative und den tatkräftigen<br />
Einsatz von Hermann Wenter wäre es wahrscheinlich<br />
nie soweit gekommen. Am Fronleichnamstag<br />
1995 beteiligte er sich an<br />
der Prozession in Bayrischzell und war tief<br />
beeindruckt von der Festlichkeit und der<br />
Vielfalt an Trachten. In der Folge gab es<br />
Gespräche mit Anita Egger vom dortigen<br />
Trachtenverein und deren Mann Toni Egger,<br />
welcher aus Hafling stammt. Der älteste<br />
Trachtenerhaltungsverein Deutschlands<br />
übernahm daraufhin die Patenschaft für<br />
den neu zu gründenden Verein in Naturns.<br />
Für unseren Verein stand von vornherein<br />
fest, dass es nicht ein reiner Trachtenverein<br />
werden sollte, sondern dass die vielfältigen<br />
Anliegen, die im Begriff Heimat vereint<br />
sind, Platz haben sollten.<br />
Nach 20 erfolgreichen Jahren…<br />
Seither sind zwanzig Jahre wie im Flug<br />
vergangen. Zum "Huamatfeschtl" konnte<br />
der Obmann Sepp Pircher den Dekan von<br />
Naturns, Rudolf Hilpold, Bürgermeister Andreas<br />
Heidegger mit Gemeindereferenten<br />
und Gemeinderäten, Franz Fliri in Vertretung<br />
des Landesobmannes Peter Ortner<br />
und Landesrat Arnold Schuler begrüßen.<br />
Im Rahmen des Festes wurde Rückschau<br />
auf die vielfältigen Tätigkeiten gehalten.<br />
In 12 Bildern oder Schaukästen wurden<br />
die wichtigsten Themen- und Tätigkeitsbereiche<br />
des Heimatpflegevereins dargestellt.<br />
Das Konzept dafür stammt von Karl<br />
Heinz Steiner. Josef Pircher, der Obmann<br />
des Heimatpflegevereins, erklärte kurz die<br />
einzelnen Inhalte: Wie alles begann − die<br />
Gründung des Vereins, Kennenlernen −<br />
Kulturfahrten und Wanderungen, Trocht −<br />
Kleider machen Leute, Feste feiern − Patrozinien,<br />
Musik und Gesang, Publikationen<br />
– Bücher, welche vom Heimatpflegeverein<br />
mit verschiedenen Autoren herausgegeben<br />
wurden, Kostbarkeiten − Restaurierungen<br />
liturgischer Gegenstände,Restaurierungen<br />
− Bildstöcke, Kapellen, Mühlen, "Lorenzi"<br />
− die Arbeiten rund um die Ruinen, vor<br />
allem rund um den Acker, Ausstellungen<br />
− Alexander Lanpacher, Sterbebildchen,<br />
8<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Heimatpflege<br />
"Winkler Wascht" u.a., Singen und Spielen<br />
− Singspiele und Theater, Bauen – Wertvolles<br />
erhalten und Neues zulassen, Zukunftsmusik<br />
– Projekte, die angegangen<br />
werden sollen oder bereits in Arbeit sind.<br />
„Heimat ist ein warmes Nest“<br />
Sepp Pircher sagte, dass Heimat ein<br />
Urbedürfnis des Menschen sei. Wir verbinden<br />
damit Geborgenheit, Sicherheit,<br />
Schutz und Verständnis. Heimat ist ein<br />
warmes Nest. Man kann die Menschen<br />
aus der Heimat vertreiben, aber die Heimat<br />
nicht aus den Menschen. Heimatpflege<br />
ist im weitesten Sinn Schutz unseres<br />
Lebensraumes, die Erhaltung der Naturund<br />
Kulturlandschaft, Schutz der geistigen<br />
Werte, die Erhaltung des Friedens in<br />
der Familie, im Dorf, im Land und unter<br />
den Völkern. Heimatpflege ist daher nicht<br />
eine Sache von gestern, sondern eine Sache<br />
von heute für morgen. Wer für die Heimatpflege<br />
eine Lanze bricht, bricht eine<br />
Lanze für die Zukunft unserer Kinder und<br />
Kindeskinder.<br />
Musikalische Umrahmung durch die Böhmische der Musikkapelle Naturns −<br />
Präsentation des Kurzfilms „Heimatpflege im Gespräch"<br />
Einer der aktivsten Vereine<br />
Bürgermeister Heidegger gratulierte<br />
dem Verein für die geleistete Arbeit und<br />
spannte den Gedanken der Heimatpflege<br />
weiter auf die aktuellen Gegebenheiten. Er<br />
sagte, dass wir irgendwann daran gemessen<br />
würden, ob wir auch im Stande sind,<br />
für andere Menschen, die zu uns kommen,<br />
Heimat zu sein.<br />
Franz Fliri überbrachte die Grüße des<br />
Landesobmannes Peter Ortner, welcher verhindert<br />
war. Letzterer gratulierte dem Verein<br />
zu seiner regen Tätigkeit und erklärte,<br />
dass der Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />
einer der aktivsten im Lande sei.<br />
Der Höhepunkt des Abends war die<br />
Vorführung des Films von Fritz Götsch. Er<br />
und Maria Gapp hatten an einem Samstag<br />
im Dorf Passanten Fragen nach dem Heimatpflegeverein<br />
gestellt und teils überraschende<br />
Antworten bekommen. Im 2.Teil<br />
des Films geben Heimatpfleger Einblick<br />
in die Tätigkeiten.<br />
Der Abend wurde musikalisch von der<br />
"Böhmischen" der Musikkapelle Naturns<br />
und der Tanzlmusig "Kondln und Töpf" umrahmt.<br />
Zur Stärkung gab es traditionelle<br />
Speisen mit Produkten, die teilweise aus<br />
dem "Lorenziacker" stammten.<br />
Johanna Weithaler Gapp<br />
Ein großer Dank geht an die Naturnser Bauernjugend, die Schützenkompanie<br />
Naturns und die Pfadfinder Naturns für die tatkräftige Mitgestaltung des Abends.<br />
Dies stellt ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit der Vereine in Naturns<br />
dar.<br />
Die Festredner des Abends: Bürgermeister Andreas Heidegger, Obmann des<br />
Heimatpflegevereins Naturns-Plaus, Josef Pircher, Landesrat Arnold Schuler, der<br />
Vertreter des Heimatpflegeverbandes Südtirol Franz Fliri, der Organisator des Abends<br />
Hermann Wenter und Obmann des Heimatpflegevereins Meran, Georg Hörwarter<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 9
Aus Verband und Bezirken<br />
Bergbaurelikte als Zeitzeugen<br />
Internationale Bergbautagung in Nals war voller Erfolg<br />
Die Bürgermeister Ludwig Busetti und<br />
Klaus Runer bei der Eröffnung der<br />
internationalen Bergbautagung in der<br />
Lichtenburg in Nals (Foto: D. Götte)<br />
Manfred Windegger, Hauptorganisator<br />
der Tagung, bei seinem Vortrag über<br />
dem knienden Bergmann von Vilpian<br />
(Foto: D. Götte)<br />
Albert Haberer vom „Knappenverein<br />
Terlan“ vermittelt den Exkursionsteilnehmern<br />
Wissenswertes über den Terlaner<br />
Bergbau (Foto: D. Götte)<br />
Vom 13.-15. Mai fand in der Lichtenburg<br />
in Nals ein internationales Bergbausymposium<br />
statt. Dabei trafen sich Wissenschaftler<br />
und Hobbyforscher der Bereiche Montanarchäologie<br />
und Montangeschichte, um neueste<br />
Forschungsergebnisse zu präsentieren<br />
und sich über laufende Projekte auszutauschen.<br />
Neben Kurzvorträgen zu den unterschiedlichsten<br />
Bergbauthemen wurden Exkursionen<br />
nach Vilpian und Terlan sowie<br />
ein bergbautechnischer Workshop angeboten.<br />
Auch ein hochwertiger, gut 180 Seiten<br />
starker Tagungsband wurde beim Symposium<br />
präsentiert.<br />
Organisiert wurde die Tagung in vorbildlicher<br />
Weise vom „Verein für Kultur und<br />
Heimatpflege Etschtal“ in Zusammenarbeit<br />
mit dem „Institute Europa Subterranea<br />
(IES)“ mit Sitz in Valkenburg bei Maastricht<br />
(NL). Das erklärte Ziel der internationalen<br />
Arbeitsgemeinschaft IES ist es, historische<br />
Bergbaurelikte wie Stollen, Tagebaue und<br />
Steinbrüche als wichtige Zeitzeugen zu dokumentieren<br />
und für kommende Generationen<br />
zu erhalten. Als Sponsoren für die<br />
Bergbautagung konnten die Raiffeisenkassen<br />
und Gemeindeverwaltungen von Terlan<br />
und Nals gewonnen werden. Der Erfolg<br />
hat bekanntlich viele Väter bzw. Mütter,<br />
alle zu nennen würde den Rahmen dieses<br />
Artikels bei weitem sprengen. Für das<br />
gute Gelingen der Veranstaltung gebührt<br />
den Organisatoren ein großes Lob und ein<br />
herzliches Dankeschön, allen voran Frau<br />
Helene Huber vom „Verein für Kultur und<br />
Heimatpflege Etschtal“, Herrn Albert Haberer<br />
vom „Knappenverein Terlan“ und<br />
Herrn Manfred Windegger vom IES.<br />
Nals – einst Zentrum<br />
des Bergbaus<br />
Nals wurde nicht von ungefähr als Veranstaltungsort<br />
für das Bergbausymposium<br />
gewählt, war das Dorf doch um das Jahr<br />
1500 ein Zentrum des Bergbaus im südlichen<br />
Tirol und für drei Jahrzehnte sogar<br />
Sitz eines Berggerichtes. In mehreren Gruben<br />
wurde im Grissianer Graben oberhalb<br />
von Nals silberhaltiger Bleiglanz abgebaut.<br />
Die Anfänge des Nalser und des benachbarten<br />
Terlaner Silberbergbaus finden<br />
sich im 13. Jahrhundert. Besser dokumentiert<br />
ist die knapp hundert Jahre<br />
währende Blütezeit des Bergbaus im 16.<br />
Jahrhundert. Zunächst konzentrierte sich<br />
der Abbau auf die Umgebung von Nals.<br />
Bald aber gewannen die Terlaner Bergwerke<br />
mehr und mehr an Bedeutung und<br />
1533 wurde das Bergrichteramt schließlich<br />
von Nals nach Terlan verlegt. Nachdem<br />
die bergbaulichen Aktivitäten im Laufe des<br />
17. Jahrhunderts immer weiter zurückgegangen<br />
waren, wurde das Terlaner Berggericht<br />
im Jahr 1690 dem Berggericht Klausen<br />
einverleibt.<br />
Wiederbelebung des Bergbaus<br />
in Terlan<br />
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat<br />
man versucht, den alten Silberminen in<br />
Terlan und Nals neues Leben einzuhauchen.<br />
Dies gelang aber nur in Terlan, wo zwischen<br />
1907 und 1958 neben Bleiglanz vor<br />
allem Zinkblende abgebaut wurde. Mit der<br />
Sanierung der alten Bergwerkshalden von<br />
Rauhenbühel und Silberleiten verschwanden<br />
im Jahr 1995 die letzten weithin sichtbaren<br />
Zeugnisse der jüngeren Bergbaugeschichte<br />
des mittleren Etschtales.<br />
Christian Aspmair<br />
Stollenmundloch des Schaustollen am<br />
Nussbachl oberhalb Terlan (Foto: Ch.<br />
Aspmair)<br />
10<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Heimatpflege<br />
Zum 20jährigen Jubiläum<br />
Restaurierung Bußkreuz bei der St. Zeno-Kirche<br />
Vor der Restaurierung (Foto: Franz Fliri)<br />
Nach der Restaurierung (Foto: Franz Fliri)<br />
Zum 20jährigen Bestehen des Heimatpflegevereines<br />
Naturns-Plaus hat der Vorstand<br />
auf Anregung von Obmann Josef Pircher und<br />
Vorstandsmitglied Franz Fliri beschlossen,<br />
als Dank für die fruchtbringende Zusammenarbeit<br />
mit allen Institutionen und der wohlgesinnten<br />
Bevölkerung ein Zeichen nach<br />
außen zu setzen. Der Heimatpflegeverein<br />
hat sich mit seiner vielfältigen Tätigkeit einen<br />
großen Stellenwert im kulturellen Gemeindeleben<br />
und darüber hinaus erarbeitet.<br />
Eine der Zielsetzungen und Aufgaben<br />
eines jeden Heimatpflegevereines ist es,<br />
sich für die Erhaltung von Flur- und Kleindenkmälern<br />
einzusetzen. Daher war es naheliegend,<br />
das große Wegkreuz, auch „Bußkreuz“<br />
genannt, neben der Pfarrkirche St.<br />
Zeno zu restaurieren.<br />
Die relativ große Christusfigur von ca.<br />
170 cm Höhe war in einem sehr schlechten<br />
Zustand, der u.a. auf Witterungseinflüsse<br />
über all die Jahre zurückzuführen<br />
ist. Großteils kamen diese Schäden erst<br />
nach dem Entfernen der Fassung zum<br />
Vorschein. Einer Schätzung von Experten<br />
zufolge dürfte diese Christusfigur wohl<br />
über 200 Jahre alt sein.<br />
Kein einfaches<br />
Unterfangen<br />
Mit den Restaurierungsarbeiten betraute<br />
der Vorstand die Atelier- und Holzschnitzerei<br />
Gerstgrasser Roman aus Naturns,<br />
die eine fachgerechte Ausführung<br />
ablieferte. Beim Kreuz selbst waren u.a.<br />
verschiedene Ausbesserungsarbeiten<br />
wie das Anbringen eines neuen Schindeldaches<br />
notwendig, die von der Tischlerei<br />
Kaserer Johann aus Plaus fachmännisch<br />
durchgeführt wurden. Aufgrund der<br />
Größe und des Gewichtes war es gar kein<br />
leichtes Unterfangen, das Kreuz aus der<br />
Verankerung zu nehmen bzw. das Aufstellen<br />
zu bewerkstelligen. Mittels Einsatz<br />
eines Lkw-Kranes und tatkräftiger Helfer<br />
konnten die Arbeiten kurz vor dem „Naturnser-Kirchti“<br />
zum 4. September abgeschlossen<br />
werden.<br />
Abschließend ein großes Vergelt`s Gott<br />
an alle, die sich tatkräftig einbracht haben.<br />
Die Restaurierung ist zur Zufriedenheit<br />
aller und voll des Lobes ausgefallen.<br />
Franz Fliri<br />
Christus vor der Restaurierung (Foto: Roman Gerstgrasser)<br />
Christus nach der Restaurierung (Foto: Roman Gerstgrasser)<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 11
Arge Volkstanz<br />
„Kathrein stellt den Tanz ein!“<br />
51. Landeskathrein-Tanzfest in Meran<br />
Die Tanzfläche war stets gut gefüllt.<br />
Am Samstag, 12. November <strong>2016</strong>, ging<br />
im Kursaal von Meran das traditionelle Landeskathrein-Tanzfest<br />
der Arbeitsgemeinschaft<br />
Volkstanz in Südtirol über die Bühne.<br />
Tänzer und Tänzerinnen aus ganz Südtirol,<br />
Österreich, Bayern und der Schweiz<br />
waren gekommen, um im festlichen Rahmen<br />
das Tanzbein zu schwingen.<br />
Mit dem Auftanz, den die Erste Vorsitzende<br />
Monika Rottensteiner mit ihrem<br />
Mann Hubert anführte, wurde das<br />
Tanzfest eröffnet. In ihren Grußworten<br />
zeigte sich Rottensteiner erfreut, dass<br />
wiederum so viele Tanzbegeisterte den<br />
Weg in den Meraner Kursaal gefunden<br />
hatten. Sie bedankte sich bei den Volkstanzgruppen<br />
des Bezirks Burggrafenamt<br />
unter Markus Seppi für die hervorragende<br />
Organisation und erwähnte, dass<br />
die Tischdekoration dieses Jahr aus dem<br />
Pustertal stamme.<br />
Besuch aus dem Fersental<br />
Zum Tanz spielte die bekannte „Südtiroler<br />
6er Musig“ auf. Die Musikanten spielten<br />
neben den traditionellen Volkstanzweisen<br />
auch flotte Polkas, Walzer und Boarische<br />
auf, sodass die Tanzfläche stets mit Tänzern<br />
in verschiedensten Trachten gefüllt<br />
war. Ein Höhepunkt des Abends war der<br />
Auftritt einer Volkstanzgruppe aus dem Fersental<br />
im Trentino, welche fünf charakteristische<br />
Tänze aus dem Fersental zeigte<br />
und dafür viel Applaus erhielt.<br />
Für das leibliche Wohl sorgte, wie bereits<br />
in den vergangenen Jahren, das Kastelruther<br />
Bauernbuffet.<br />
„Kathrein stellt den Tanz ein!“ − Auch<br />
dieses Jahr wurde am Samstag noch einmal<br />
ausgiebig getanzt, bevor nun mit dem<br />
Advent die ruhige, tanzfreie Zeit beginnt.<br />
Monika Burger-Wenter<br />
Die Volkstänzer beim Auftanz<br />
12<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Heimatpflege<br />
Exkurs<br />
Deutsche Sprachinsel Fersental<br />
Das Fersental liegt im Trentino und<br />
zweigt in nördlicher Richtung von Pergine<br />
ab. Es hat eine Länge von 17 Kilometern,<br />
wobei die Talsohle eng und<br />
schluchtartig ist und die Ortschaften Kanetsch<br />
(Canezza), Mala, der Hauptort<br />
Eichberg, Palai, Gereut (Frassilongo)<br />
und Floruz (Fierozzo) an den Bergflanken<br />
liegen.<br />
Im äußeren Teil des Tales gedeiht<br />
noch etwas Obst und Wein, über 1000<br />
Metern Meereshöhe gibt es nur mehr<br />
Kartoffeläcker und steile Wiesen für<br />
die Viehhaltung. Die Dörfer mit Ausnahme<br />
von Eichberg haben Einwohnerzahlen<br />
von einigen hundert Menschen.<br />
Die Zahlen sind rückläufig, da<br />
es keine Verdienstmöglichkeiten im Tal<br />
gibt und viele Menschen bis nach Trient<br />
pendeln. Leider gibt es auch Abwanderung<br />
für immer.<br />
Die Uranfänge der Besiedelung des<br />
Fersentales reichen bis ins 4. Jahrhundert<br />
zurück. Schon damals war Trient ein<br />
Bischofssitz. Die Bischöfe erhielten von<br />
den Landesfürsten dann vor allem im 12.<br />
und 13. Jahrhundert große Gebiete zum<br />
Zweck der Urbarmachung und Kolonisierung.<br />
Man wusste schon damals, dass im<br />
Fersental mehrere Erzvorkommen waren.<br />
Die Bischöfe, die in jener Zeit zum großen<br />
Teil deutsche Südtiroler waren, ließen nun<br />
deutsche Bergknappen rufen, um diese<br />
Erze abzubauen. So gab es im Tal eine rege<br />
Bergbautätigkeit deutscher Knappen. Als<br />
die Erzvorkommen zur Neige gingen, blieben<br />
die Knappen im Tal, das ihnen seit<br />
Generationen Heimat geworden war,<br />
und widmeten sich der kargen Landwirtschaft.<br />
Da sie sozusagen von der<br />
großen Welt abgeschlossen waren, behielten<br />
sie ihr im Jahrhundert der Einwanderung<br />
übliches Deutsch bei. Sie<br />
waren ja rings von italienischer Bevölkerung<br />
umgeben und hatten auch<br />
mit Südtirol keine Verbindung. Trotzdem<br />
haben die Fersentaler ihre uralten<br />
Bräuche und Sitten − so auch ihre<br />
Volkstänze − über Jahrhunderte bis auf<br />
den heutigen Tag bewahrt.<br />
Die heutige Anzahl der Deutschfersentaler<br />
beträgt wahrscheinlich kaum<br />
tausend Menschen.<br />
Arge Mundart<br />
Mundart und Jodler in der LibriKA<br />
Eine literarisch-musikalische Begegnung<br />
mit Maria Sulzer<br />
Maria Sulzer aus Lana – bestens bekannt<br />
als Jodlerin und Mundart-Schreibende −<br />
war kürzlich in der Stadtbibliothek LibriKA<br />
in Bruneck zu Gast.<br />
Gemeinsam mit Maria Mutschlechner<br />
aus Stegen − Chronistin und Bezirks-Vorsitzende<br />
der ArGe MundART im Südtiroler<br />
Heimatpflegeverband Bezirk Pustertal<br />
− gestaltete sie einen unterhaltsamen<br />
Abend mit Mundartgedichten und Jodlergesang,<br />
wobei auch das Publikum mit einbezogen<br />
wurde.<br />
„Greimp, gsungen und gjodlt“<br />
Unter dem Motto „Greimp, gsungen und<br />
gjodlt“ gab es ein heiteres Wechselspiel mit Gedichten<br />
und Geschichten im Burggräfler und<br />
Pusterer Dialekt, dazu Volkslieder und Jodler.<br />
Die Zuhörer waren vollauf begeistert und<br />
applaudierten für weitere Zugaben. Unter<br />
den Gästen weilten auch die Pusterer<br />
Mundart-Autoren Antonia Steger Brunner,<br />
Monika Engl und Bernhard Brugger, welche<br />
ebenso Kostproben ihrer Schreibtätigkeit<br />
zum Besten gaben.<br />
Im Anschluss dankte Bibliotheksleiterin<br />
Sonja Hartner allen Mitwirkenden, die<br />
zu diesem musikalisch-literarischen Stelldichein<br />
beigetragen haben.<br />
Chronistin und Bezirksvorsitzende der<br />
ArGe MundART im Pustertal Maria<br />
Mutschlechner und Maria Sulzer (v.l.)<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 13
Arge Lebendige Tracht<br />
Geteilte Freude ist<br />
doppelte Freude<br />
Agnes Andergassen erhält das Verdienstkreuz<br />
des Landes Tirol<br />
die große Glocke zu hängen sind sie jahrein<br />
jahraus unterwegs, beraten, forschen,<br />
betreiben Bewusstseinsbildung, helfen weiter,<br />
wo immer man sie braucht.<br />
Den Trachtenfreunden<br />
gewidmet<br />
Viele Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft<br />
würden sich genauso eine Auszeichnung<br />
verdienen. Auch sie haben neben Arbeit<br />
und Familie viel Zeit und Energie in dieses<br />
Ehrenamt investiert. Gerade die Neueinkleidung<br />
der Tracht tragenden Vereine<br />
erforderte nicht nur Fachkenntnisse und<br />
handwerkliche Erfahrung, sondern vor<br />
allem zeitaufwändige Beratungen und Begleitung<br />
der Vereine bis hin zur fertigen<br />
Tracht. Nur gemeinsam konnten wir so<br />
viel auf den Weg bringen. Wir sind eben<br />
eine Arbeitsgemeinschaft und es ist schön,<br />
deren Vorsitzende sein zu dürfen. Daher<br />
möchte ich dieses Verdienstkreuz all meinen<br />
Trachtenfreunden in der Arbeitsgemeinschaft<br />
widmen.<br />
Ein Wort des Dankes<br />
Agnes Andergassen mit den Landeshauptleuten Arno Kompatscher und Günther<br />
Platter (Foto: Die Fotografen, Innsbruck)<br />
Den 18. September <strong>2016</strong> werde ich so<br />
schnell nicht vergessen. An diesem Tag erhielt<br />
ich auf Schloss Tirol aus den Händen<br />
der Landeshauptleute von Nord- und Südtirol,<br />
Günther Platter und Arno Kompatscher,<br />
das Verdienstkreuz des Landes Tirol. Dafür<br />
möchte ich mich ganz herzlich bedanken.<br />
Diese Ehrung kam für mich völlig überraschend.<br />
Umso größer war die Freude!<br />
Jahrzehntelange gute<br />
Zusammenarbeit<br />
Es war das gute Zusammenspiel vieler<br />
gleichgesinnter Menschen, das es ermöglicht<br />
hat, in Südtirol auf dem Gebiet des<br />
Trachtenwesens nachhaltige Spuren zu hinterlassen.<br />
Spätestens beim Festumzug in<br />
Innsbruck 2009 konnte jeder sehen, dass<br />
sich die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Lebendige<br />
Tracht gelohnt hatte. Südtirol präsentierte<br />
sich von seiner schönsten Trachtenseite.<br />
Seit der Gründung im Jahr 1980<br />
setzen sich die trachtenkundigen Mitglieder<br />
der Arbeitsgemeinschaft − mit Unterstützung<br />
von Fachberatern − für die Pflege<br />
und den Erhalt der Tracht ein. Ohne es an<br />
Es braucht das richtige Umfeld, damit<br />
jemand ehrenamtlich tätig sein kann.<br />
Deshalb danke ich in erster Linie meiner<br />
Familie, die immer Verständnis für meine<br />
Leidenschaft gehabt hat. Danken möchte<br />
ich auch der Geschäftsstelle des Heimatpflegeverbandes<br />
Südtirol für die unkomplizierte,<br />
gute Zusammenarbeit. Nicht vergessen<br />
möchte ich die vielen ehrlichen<br />
Handwerker, mit denen ich in all den Jahren<br />
zu tun hatte. Und nicht zuletzt gilt mein<br />
Dank den Trachten tragenden Verbänden<br />
für das Vertrauen in unsere Arbeitsgemeinschaft.<br />
Sie alle haben dazu beigetragen,<br />
dass zum Schluss dieses „mein“ Verdienstkreuz<br />
herausgekommen ist.<br />
Agnes Andergassen<br />
Andreas Leiter,<br />
Burgl Kiem-<br />
Stickler, Helga<br />
Trenkwalder und<br />
Christine Rier<br />
gratulieren Agnes<br />
Andergassen<br />
im Namen der<br />
Arge Lebendige<br />
Tracht.<br />
14<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Heimatpflege<br />
•Büchertisch•<br />
Hans Rieder<br />
Lebensbilder – Schicksale einer<br />
Südtiroler Generation vorgestellt<br />
Wie die Zeit vergeht – ein düster-melancholisch<br />
anmutender Schatten lag über<br />
der Buchvorstellung in Weitental, als das<br />
neueste Werk von Hans Rieder „Lebensbilder<br />
– Schicksale einer Südtiroler Generation“<br />
präsentiert wurde. Es sind Schicksale<br />
einer Südtiroler Generation, die der<br />
Autor in ganz Südtirol erkundet hat und<br />
die er in dem 270 Seiten umfassenden<br />
reich bebilderten Buch veröffentlicht hat.<br />
Da ist vom Pfunderer Bui Isidor Unterkircher<br />
die Rede, der mit neunzehn Jahren<br />
die volle Härte der italienischen Justiz<br />
zu spüren bekam, als er im August<br />
1956 in Verbindung mit dem Tod des Finanzers<br />
Falqui festgenommen, in Ketten<br />
gelegt und − genauso wie sechs weitere<br />
Pfunderer Buibn − zu langjährigen Gefängnisstrafen<br />
verurteilt wurde. Da ist vom<br />
Südtirolaktivisten Heinrich Oberlechner<br />
die Rede, der erst mit seinem Tode wieder<br />
in die Heimat zurückkehren konnte,<br />
dann von der Einsamkeit des Finailhofes<br />
im Schnalstal, von der Hofmannbäuerin<br />
im Sarntal, vom Schuster „aus Leidenschaft“<br />
in St. Pauls, vom Psaira Schafhirten<br />
auf der Gurgler<br />
Alm, von der<br />
Bäuerin beim<br />
Unterschaller<br />
in Völs, vom<br />
weißen Tod im<br />
Pfunderer Tal.<br />
Zwanzig Geschichten<br />
erzählt<br />
Hans<br />
Rieder von<br />
Zeitzeugen,<br />
von denen einige auch bei der Buchvorstellung<br />
anwesend waren. Sie alle haben<br />
die Herausforderungen ihrer Zeit gemeistert<br />
– mit Zähigkeit und Ausdauer, meistens<br />
auch mit der notwendigen Gelassenheit.<br />
„Manchmal helfen das Schweigen und<br />
das leise Gebet, wenn das Schicksal unerbittlich<br />
zuschlägt“, schreibt der Autor<br />
in seinem Vorwort. Was bleibt, sei die<br />
Verwurzelung mit der Heimat, mit der<br />
Familie und mit dem, was sie mit ihren<br />
Händen an Arbeit geschaffen hätten.<br />
„Zuletzt legen sie dann ihr Schicksal in<br />
die Hände des Schöpfers.“ Solange der<br />
Herrgott will, sagen sie, und gehen ihr<br />
gewohntes Leben weiter.<br />
Es sind berührende, streckenweise von<br />
Wehmut und Tragik getragene Lebensbilder,<br />
von denen es sich lohnt, dass sie<br />
den Nachkommen erhalten bleiben, wie<br />
Landesrat Philipp Achammer in Weitental<br />
betonte. Auch der Bürgermeister von<br />
Vintl, Hans Huber, lobte bei der Buchvorstellung<br />
die Initiative von Hans Rieder,<br />
und Stephan Leitner vom Athesia Tappeiner<br />
Verlag nannte das Buch ein wertvolles<br />
Dokument unserer Zeitgeschichte. AG<br />
Hans Rieder: „Lebensbilder – Schicksale<br />
einer Südtiroler Generation“. 270 Seiten<br />
mit vielen bisher unveröffentlichten<br />
Bildern; Athesia Tappeiner Verlag Bozen<br />
<strong>2016</strong>; Preis Euro 29,90; erhältlich in allen<br />
Buchhandlungen.<br />
Susanne Gurschler/Hans Knapp/Hansjörg Penz<br />
Weihnachtskrippen bauen<br />
B. Einkaufstipps<br />
für die richtigen<br />
Materialien und<br />
Werkzeuge, genaue<br />
und bebilderte<br />
Schrittfür-Schritt-Anleitungen<br />
für<br />
den Bau von der<br />
Krippe selbst,<br />
aber auch für die<br />
Anfertigung der Botanik sowie der Dekoration.<br />
Dabei werden sowohl Heimatkrippen<br />
als auch orientalische Krippen und sogar<br />
die relativ seltenen Winterkrippen ausführlich<br />
besprochen. Ein umfangreiches Kapitel<br />
widmet sich schließlich der Hintergrundmalerei,<br />
was dieses Buch von vielen anderen<br />
Krippenbaubüchern erfolgreich abhebt.<br />
Dank zahlreicher Tipps und Kniffe der<br />
erfahrenen Autoren bleiben bei Anfängern<br />
frustrierende Erlebnisse aus, und Krippenbauprofis<br />
können sich durch zahlreiche<br />
Beispiele und Skizzen zu neuen Entwürfen<br />
inspirieren lassen.<br />
Mit ausführlicher Anleitung zum Hintergrundmalen.<br />
Weihnachtskrippen selbst zu bauen liegt<br />
voll im Trend und es gibt immer mehr<br />
Menschen aller Altersstufen, die sich (wieder)<br />
für den Krippenbau interessieren.<br />
Es ist ein Stück alte Tradition, ein liebeund<br />
anspruchsvolles Hobby − das sich<br />
zu einer echten Kunst entwickeln kann −<br />
und zugleich ist es eine wunderbare Art<br />
der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.<br />
In diesem umfassenden Werkbuch<br />
finden sowohl Anfänger wie auch ausgefuchste<br />
Kenner alles Wissenswerte<br />
rund um das Krippenbauen. Nach einer<br />
kurzen allgemeinen Einführung<br />
in das Thema liefern zwei langjährige<br />
Krippenprofis gutes und differenzierte<br />
Fachwissen für die verschiedenen Bereiche,<br />
die das Krippenbauen zu einer<br />
so vielseitigen Tätigkeit machen: z.<br />
Die Autoren:<br />
Susanne Gurschler ist freie Journalistin<br />
und Autorin mit den Schwerpunkten<br />
Kunst und Kultur, Architektur, Regionalgeschichte<br />
und Tourismus. Sie lebt<br />
in Innsbruck.<br />
Hans Knapp aus Weerberg zählt zu den<br />
bekanntesten Krippenbauern und Hintergrundmalern<br />
Tirols. Er leitet seit Jahrzehnten<br />
Kurse für Krippenbau und Hintergrundmalerei<br />
sowie Schnitzkurse.<br />
Hansjörg Penz aus Gnadenwald ist Krippenbaumeister<br />
und Mitglied des Krippenvereins<br />
Terfens. Er bietet regelmäßig<br />
Krippenbaukurse an.<br />
Susanne Gurschler/Hans Knapp/Hansjörg<br />
Penz: Weihnachtskrippen bauen. Mit ausführlicher<br />
Anleitung zum Hintergrundmalen.<br />
184 Seiten, 531 farb. Abb., 48 sw.<br />
Zeichnungen; Tyrolia-Verlag Innsbruck-<br />
Wien <strong>2016</strong>; 27,95 Euro.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 15
Vorweg<br />
Mit Leistung zur Freude<br />
Singen ist mehr als Unterhaltung<br />
„Tradition ist die Weitergabe des Feuers<br />
und nicht die Anbetung der Asche." Mit diesem<br />
Zitat von Gustav Mahler forderte beim 6.Gesamttiroler<br />
Wertungssingen am 13. November<br />
in Innsbruck der Juror Jürgen Faßbender<br />
die Chöre auf, mutig zu sein und auch neuere<br />
Werke zu singen. Dieses Zitat kann auch<br />
uns, nun da dieses Jahr dem Ende zugeht,<br />
als Motto dienen, um Rückschau zu halten<br />
und für die Zukunft zu planen.<br />
Der Südtiroler Chorverband kann auf<br />
ein Jahr mit einigen Höhepunkten zurückblicken.<br />
Tradition als „Feuer“, das weitergegeben<br />
wird, haben wir heuer vor allem<br />
in den vielen Fortbildungsveranstaltungen<br />
des Südtiroler Chorverbandes erfahren:<br />
Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten<br />
vielfältige Gelegenheit, sich in der Gemeinschaft<br />
für das Lied zu begeistern und<br />
so das „Feuer“ neuer Motivation zu entfachen.<br />
Besonders gilt dies für die Veranstaltungen<br />
für Kinder und Jugendliche. So war<br />
der 2. Chorjugend-Treff im Vinzentinum ein<br />
schöner Anlass, dem jugendlichen Chorgesang<br />
ein Forum zu geben, für das Singen<br />
zu werben, um das „Feuer weiterzugeben“,<br />
wie Gustav Mahler sagte. Wie der Landesjugendchor<br />
sind auch solche Veranstaltungen<br />
wichtig, um die Attraktivität des Chorgesangs<br />
– gerade bei Jugendlichen - aufzuzeigen.<br />
Dabei setzte sich der Chorverband auch<br />
heuer nachhaltig und systematisch für die<br />
Zukunft des Singens ein: Neben den vielen<br />
beliebten Sommerkursen für Kinder und<br />
Jugendliche wurden auch mehrere Seminare<br />
für Kinderchorleiter angeboten. Denn<br />
es muss uns bewusst sein, dass das Chorwesen<br />
nichts Selbstverständliches ist. Ein<br />
Chor fällt nicht vom Himmel. Er braucht<br />
Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren<br />
und er braucht einen guten Chorleiter<br />
oder eine gute Chorleiterin. Dann werden<br />
immer wieder auch junge Menschen die<br />
Freude an der Gemeinschaft, die Freude<br />
am Singen, auch die Freude an Weiterentwicklung<br />
und an anspruchsvollen Werken<br />
für sich entdecken.<br />
Engagierte Leute<br />
Leute, die sich engagieren: Das wird auch<br />
in Zukunft von größter Bedeutung sein. Ich<br />
möchte daher auf diesem Wege allen danken,<br />
die sich für ihren Chor oder für den<br />
Südtiroler Chorverband auf Bezirks- und<br />
Landesebene zur Verfügung stellen. Ich<br />
erinnere daher an die Neuwahlen der verschiedenen<br />
Gremien des Chorverbandes,<br />
die heuer auf Landes- und Bezirksebene<br />
stattfanden. Sie haben gezeigt, dass es immer<br />
noch Leute gibt, die sich in ihrer Freizeit<br />
für die Kultur ihrer Heimat einsetzen<br />
wollen. Ich bin überzeugt, dass die Menschen<br />
in diesem Land und hier vor allem<br />
die Sängerinnen und Sänger es auch in<br />
Zukunft zu schätzen wissen, dass es eine<br />
großzügig geförderte kulturelle Institution<br />
wie den Südtiroler Chorverband gibt, die<br />
einen entscheidenden Beitrag dazu leistet,<br />
dass die Chorkultur in unserem Land auf<br />
so hohem Niveau ist. Ohne Verbandsorganisation<br />
und ohne Menschen, die sich darin<br />
engagieren, wäre der Chorgesang nicht<br />
so stark in der Bevölkerung verankert und<br />
nicht als Teil der Kultur öffentlich präsent.<br />
Impulse ernst nehmen<br />
Und damit komme ich wieder zum Ausgangspunkt<br />
zurück: zum 6. Gesamttiroler<br />
Wertungssingen. Die Jury hat dafür geworben,<br />
dass die Chöre auch neuere Werke einlernen.<br />
Nehmen wir solche Impulse ernst.<br />
Erkennen wir, dass der Chor eine Chance<br />
zu künstlerischer und damit persönlicher<br />
Weiterentwicklung ist, arbeiten wir als Sänger<br />
mit dem Chorleiter zusammen, unterstützen<br />
wir auch neue Wege, die uns angeboten<br />
werden. Als Chorleiter wiederum<br />
achten wir darauf, dass wir unseren Chor<br />
richtig einschätzen, angemessene Werke<br />
auswählen und den Weg des Forderns und<br />
Förderns gehen. Heute bietet das Internet<br />
eine Fülle an Möglichkeiten, neue Werke<br />
zu finden und „zu probieren“. Die Jury hat<br />
auch betont, dass auf regelmäßige Stimmbildung<br />
nicht verzichtet werden kann, dass<br />
Singen mehr als Unterhaltung ist – und dass<br />
das Wertungssingen ein Genuss war, dass<br />
die Chöre gute Leistungen erbrachten, auch<br />
aufgrund der jahrelangen Arbeit der Chorverbände.<br />
So wollen wir auch diesen Aspekt<br />
für die zukünftige Arbeit beachten: Leistung<br />
und hoher Anspruch richten sich nicht gegen<br />
die Gemeinschaft oder gegen den Chor<br />
als Freizeitbeschäftigung und Ausgleich,<br />
sondern vielmehr fördern Leistungsbereitschaft<br />
und hoher Anspruch die Freude am<br />
Singen, geben Motivation, neue Horizonte,<br />
neuen „Genuss“ am Gesang. In diesem<br />
Sinne ist das Gesamttiroler Wertungssingen<br />
ein schöner Abschluss der vielfältigen Tätigkeit<br />
des abgelaufenen Jahres. Das Wertungssingen<br />
war ein großer Erfolg für die<br />
Weiterentwicklung der gemeinsamen Tiroler<br />
Kultur, aber vor allem aber auch für die<br />
Sängerinnen und Sänger und ihre Chorleiterinnen<br />
und Chorleiter. Es war ein beeindruckendes<br />
Erlebnis zu sehen, welch<br />
breite Palette an Chorliteratur in verschiedensten<br />
Stilen und Vortragsweisen vorgetragen<br />
wurde. Dass sich dabei zeigte, dass<br />
die Chöre auf einem guten Niveau sind, war<br />
erfreulich. Ich bedanke mich noch einmal<br />
beim Tiroler Sängerbund für die Organisation<br />
vor Ort, ebenso danke ich der kompetenten<br />
Jury für ihre hervorragende Arbeit.<br />
Wir können mit Zuversicht in die Zukunft<br />
blicken. Denn wie Jury-Vorsitzender<br />
Johann van der Sandt sagte, sind die<br />
Tiroler ein gesundes Volk, weil sie ein singendes<br />
Volk sind.<br />
Ich wünsche allen Sängern und Sängerinnen,<br />
allen im Ehrenamt Tätigen ein besinnliches<br />
Weihnachtsfest und alles Gute<br />
für das neue Jahr!<br />
Erich Deltedesco<br />
16<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Das Thema<br />
Chorwesen<br />
„Ein singendes Volk ist ein<br />
gesundes Volk“<br />
Südtiroler Chorverband/Tiroler Sängerbund: 6. Gesamttiroler Wertungssingen<br />
„Wir wollen den Chören das Bewusstsein<br />
mitgeben, dass Singen mehr ist als<br />
reine Unterhaltung, sondern eine Fertigkeit,<br />
die trainiert werden muss!“ So fasste<br />
Jury-Vorsitzender Johann van der Sandt den<br />
Sinn des Wertungssingens zusammen, an<br />
dem am 12. und 13. November <strong>2016</strong> 37<br />
Chöre aus Nord-, Ost- und Südtirol teilgenommen<br />
haben.<br />
In der Städtischen Musikschule Innsbruck<br />
trugen die Chöre, darunter vierzehn<br />
aus Südtirol, ein fünfzehnminütiges Programm<br />
vor. Dabei sangen sie ein Pflichtlied<br />
sowie einige selbst gewählte Lieder. „Der<br />
Wettbewerbsgedanke steht dabei nicht im<br />
Vordergrund. Vielmehr soll das Wertungssingen<br />
Impulse für die eigene Weiterentwicklung<br />
geben“, betonte der Obmann<br />
des Südtiroler Chorverbandes Erich Deltedesco.<br />
Die teilnehmenden Chöre nutzten<br />
die Chance, sich intensiv mit einem Werk<br />
auseinanderzusetzen. Und Anstrengung<br />
und Aufregung haben sich ausgezahlt!<br />
Das zeigten die überzeugenden Leistungen,<br />
wie Obmann Erich Deltecesco und<br />
der Obmann des Tiroler Sängerbundes<br />
Manfred Duringer beim abschließenden<br />
Festakt im Congress Innsbruck betonten.<br />
Die Obleute bedankten sich bei den Chören<br />
für ihre Teilnahme, der Musikschule<br />
Innsbruck sowie bei den Chören, welche die<br />
Gottesdienste musikalisch umrahmt hatten.<br />
Sehr gute Leistungen<br />
Johann van der Sandt, der Vorsitzende<br />
der sechsköpfigen, international besetzten<br />
Jury und Professor an der Universität Bozen<br />
bestätigte, dass das Leistungsniveau<br />
hoch war: „Es war ein großer Genuss, euch<br />
zuzuhören!“ Mehr als ein Urteil solle die<br />
Bewertung der Jury als wohlwollendes und<br />
kritisches Feedback gesehen werden.<br />
„Guter Chorgesang ist die Erfüllung von<br />
mehreren Kriterien wie Intonation, Chorklang,<br />
Textverständlichkeit und Programmwahl.<br />
Es heißt, dass ein singendes Volk ein<br />
gesundes Volk ist. Die Tiroler sind ein gesundes<br />
Volk!“, schloss der aus Südafrika<br />
stammende Chorexperte sein Resümee.<br />
Sein Dank galt den Chorverbänden für ihren<br />
Einsatz für das Chorwesen.<br />
Jury: Singt auch<br />
zeitgenössische Werke!<br />
Die Jury gab den Chören mit, konsequent<br />
Stimmbildung zu betreiben – dies<br />
sei für alle Teilnehmer die „Hauptaufgabe“<br />
- und auch neuere Werke zu singen, wie<br />
Juror Jürgen Faßbender betonte: „Das 21.<br />
Jahrhundert ist schon 16 Jahre alt.<br />
Wie auch viele andere Chöre beeindruckte der Cor di Jeuni Gherdeina unter der Leitung von Samuel Runggaldier die Jury mit<br />
seinem Gesang.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 17
Das Thema<br />
Auch der Frauenchor Cor Kérygma aus Abtei unter der Leitung von Agnes Irsara überzeugte die Jury beim Gesamttiroler<br />
Wertungssingen.<br />
Das Wertungssingen ist ein Forum, das<br />
uns zeigt, was die anderen so machen. Wir<br />
hätten ein Anliegen: Seien Sie mutig, es gibt<br />
viele neuere Chormusik, die man entdecken<br />
kann, viele junge talentierte Komponisten,<br />
die machbare Werke schaffen. Wir<br />
alle sind Fans von Volksliedern, Alter Musik<br />
usw. - aber halten wir uns an Mahler,<br />
der sagte: Die Tradition ist nicht das Aufbewahren<br />
der Asche, sondern das Weitertragen<br />
der Glut! Danke für die Stücke, die<br />
wir noch nicht kannten!“<br />
Es braucht Mut zum Singen<br />
„Wer sich net Singen traut, der hot koan<br />
Schneid...“ Diese Zeilen zitierte die Nordtiroler<br />
Landtagsabgeordnete Bettina Ellinger<br />
und lobte das Wertungssingen als<br />
„großartige Veranstaltung“. Die Sänger<br />
und Sängerinnen hätten „Schneid“ bewiesen,<br />
weil sie sich einem Publikum und<br />
sogar einer Jury gestellt haben: „Hut ab<br />
vor so viel Mut“, sagte die Landtagsabgeordnete,<br />
die in Vertretung der Kulturlandesrätin<br />
des Bundeslandes Tirol gekommen<br />
war. „Ihr bekommt aber auch etwas<br />
zurück: eine tolle Gemeinschaft“, sagte<br />
Ellinger und wünschte den Chören, dass<br />
sie sich auch in Zukunft in ihren Leistungen<br />
weiterentwickeln. Auch Landesrat<br />
Philipp Achammer zeigte sich erfreut<br />
über die „Höchstleistungen“ der Chöre.<br />
„Was wir an sängerischer Leistung aufbringen,<br />
ist beeindruckend. Das ist sicher<br />
der ständigen Weiterbildung zu verdanken,<br />
die von der Musikschule und den<br />
Chorverbänden getragen wird. Ein großes<br />
Kompliment!“, sagte der Landesrat. „Vor<br />
allem aber pflegt ihr Gemeinschaft und dafür<br />
danke ich euch! Die Landesteile können<br />
nur dann zusammenwachsen, wenn<br />
sich Menschen treffen. Das hilft mehr als<br />
alle Sonntagsreden, die die Europaregion<br />
beschwören!“<br />
Die Vertreter der Chöre, Obleute und<br />
Chorleiter/innen erhielten aus den Händen<br />
der Ehrengäste und Verbandsobleute<br />
die Urkunden mit den Prädikaten. Zusätzlich<br />
erhalten sie von der Jury eine schriftliche<br />
Rückmeldung.<br />
Juroren singen mit<br />
Dass die Chöre jenseits aller Bewertungen<br />
eine große singende Gemeinschaft<br />
sind, machten vor allem die vielen von den<br />
Juroren geleiteten gemeinsam gesungenen<br />
Kanone und Lieder deutlich, die den Festakt<br />
auflockerten. Auch hier vermittelten die<br />
Juroren, die jeweils einen Teil übernahmen,<br />
wichtige Tipps, etwa dass Einsingen<br />
Johann van der Sandt<br />
als „Warm Up“ sehr wichtig sei und beim<br />
Singen vor allem die „Weite“ zähle. So betonte<br />
Juror Karl Zepnik, dass er den Kanon<br />
„jeden Morgen seit 45 Jahren“ singe. Als<br />
Abschluss des gelungenen Festakts sang<br />
der ganze Saal gemeinsam mit der Jury.<br />
Ein Höhepunkt war auch, als die Sänger<br />
und Sängerinnen, die „Cantate domino“ in<br />
ihrem Wahlprogramm hatten, dieses am<br />
öftesten gewählte Lied des Wettbewerbs<br />
unter der Leitung des Komponisten selbst,<br />
des Jurors Vytautas Miskins aus Litauen,<br />
singen durften.<br />
18<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Chorwesen<br />
Die Chorleiter und Obleute freuen<br />
sich über die Urkunden:<br />
6. Gesamttiroler<br />
Wertungssingen –<br />
die Südtiroler Chöre<br />
Kategorie<br />
„anspruchsvolle Chorliteratur“<br />
ausgezeichnet:<br />
„Brumm net“, Bruneck<br />
Cor di Jeuni Gherdeina<br />
Kategorie<br />
„mittelschwere Chorliteratur“<br />
gut:<br />
Vinschger Chor, Glurns<br />
Männerchor Schluderns<br />
Männerchor Mals<br />
sehr gut:<br />
Ensemble Vox Jubilans, Meran<br />
Singgemeinschaft Runggaditsch<br />
ausgezeichnet:<br />
Vokalensemble Gaudium, Gröden<br />
Cor Kérygma, Abtei<br />
Kategorie „leichte Chorliteratur“<br />
gut:<br />
Kirchenchor St. Jakob/Pfitsch<br />
Freizeitchor Radein<br />
Kirchenchor Radein<br />
sehr gut:<br />
Kirchenchor Langtaufers<br />
Kirchenchor Völser Aicha<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 19
Aus Verband und Bezirken<br />
Ein kleines Weihnachtslied<br />
Als Chorleiter ist man immer wieder auf<br />
der Suche nach geeigneter Chorliteratur<br />
für die Weihnachtszeit. Da diese Stücke<br />
nur in dieser Zeit gesungen werden können,<br />
ist es vorteilhaft, wenn die musikalischen<br />
Schwierigkeiten gering sind. Natürlich<br />
sollten auch die Texte zeitgemäß sein.<br />
S<br />
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Alt<br />
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hei lig die Nacht, Hir ten zur der<br />
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Licht sich er - hebt aus sei - nen Au - gen, strah -<br />
Licht vom Licht, Gott<br />
En gel dar rü ber sin<br />
de muts voll beu gen sich Frau gen<br />
von Gott, wie<br />
- -<br />
ganz lei se, Christ ist<br />
- - - - - -<br />
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und Män - ner, tief<br />
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...in weihnachtlicher Stimmung<br />
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de muts voll beu gen sich Frau gen<br />
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Licht vom Licht, Gott<br />
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Armin Thomaser, der als Leiter des<br />
"novAntiqua"- Chores Brixen immer wieder<br />
mit musikalisch und oft auch szenisch<br />
gut und interessant gestalteten Programmen<br />
auf sich aufmerksam macht, ist auch<br />
kompositorisch tätig. Mit diesem kleinen<br />
Lied nach einem eigenen Text, das in Konzert<br />
und auch in der kirchlichen Liturgie<br />
verwendbar ist, hat er einen sehr ansprechenden<br />
Beitrag zur weihnachtlichen Literatur<br />
geschaffen.<br />
Text und Text Musik: und Musik: Armin Armin Thomaser Thomaser<br />
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August<strong>2016</strong> August<strong>2016</strong><br />
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20<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Aus Verband und Bezirken<br />
Zurück zu den Wurzeln<br />
Jänner-Seminar des Vereins „cantare et sonare“<br />
Fünf europäische Regionen vereint in einem Teil-Chor (Foto: Walter Knapp)<br />
Den Verein „Cantare et sonare“ gibt es<br />
nun seit 50 Jahren. „Das Wissen, dass<br />
dieses unser ureigenstes Kulturgut überall<br />
auf der Welt gepflegt wird, dass den<br />
Sängern/Bläsern eine ungeheure Fülle an<br />
wertvollsten Kompositionen angeboten wird<br />
und die offensichtliche Freude der Musiker<br />
und Sänger in unseren Seminaren ist<br />
dem Verein Auftrieb, diese Arbeit auch<br />
nach 50 Jahren fortzuführen“, betont Obmann<br />
Georg Schmid.<br />
Mit dem sehr gut verlaufenen September-Seminar<br />
<strong>2016</strong> und einem außergewöhnlich<br />
schönen Abschlusskonzert in der<br />
Innsbrucker Jesuitenkirche machte sich<br />
der Verein selber das schönste Geschenk<br />
zum 50-Jahr-Jubiläum. Damit schloss der<br />
mehrjährige Zyklus „Musik am Innsbru-<br />
cker Hof“, in dem Johann Stadlmayr im<br />
Zentrum stand.<br />
Neue Wege beschreiten<br />
Das Jubiläum ist dem Verein Anlass,<br />
neue Wege zu beschreiten. Im Jänner<br />
2017 richtet sich der Fokus vornehmlich<br />
auf das Zusammenführen von Chor und<br />
Blechbläsern. Der Schwerpunkt im Bläser-Bereich<br />
liegt im Ensemble-Spiel in<br />
der Hochblüte der Bläsermusik (Canzonen<br />
und Sonaten von Giovanni Gabrieli<br />
und Zeitgenossen) sowie der Spielweise<br />
im Zusammenspiel mit Sängern.<br />
Trompeter und Posaunisten bringen ihr<br />
gewohntes Instrumentarium mit. Sie finden<br />
aber auch die Möglichkeit vor, auf Instrumenten<br />
aus dem Bestand des „Bläserkreis<br />
Innsbruck“ (C-Trompeten und<br />
Kopien historischer Posaunen) zu spielen.<br />
Ein Großteil der erarbeiteten Werke wird<br />
am Samstag, 20. Mai 2017, in einem eintägigen<br />
„Workshop“ Chor- und Ensemble-<br />
Leiter/innen aus dem ganzen Lande vorgestellt<br />
als beispielhafte Zusammenarbeit<br />
einer Gemeinschaft zwischen Bläsern und<br />
Sängern. In diesem Projekt sind eingebunden<br />
Tiroler Sängerbund, Blasmusikverband<br />
und Musikschulwerk. Es wäre schön, neben<br />
Sänger/innen auch Südtiroler Bläser<br />
in Stams begrüßen zu können. Alle Details<br />
bezüglich Anmeldung, Kosten, Beginn<br />
etc. sind zu finden auf www.cantareetsonare.at.<br />
Anmeldungen sind möglich<br />
bis 12. Jänner 2017.<br />
22<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Chorwesen<br />
Singen mit Kindern – und<br />
zwar richtig!<br />
Fortbildungen mit Veronica Bertsch<br />
Veronica Bertsch<br />
„Singen mit Kindern – und zwar richtig“<br />
hieß die eintägige Fortbildung, die am<br />
22. Oktober <strong>2016</strong> im Kolpinghaus in Meran<br />
stattfand. 43 Chorleiter/innen nahmen<br />
an diesem Kurs mit Veronica Bertsch teil.<br />
Bereits am 30. September und 1. Oktober<br />
hatte die beliebte Gesangspädagogin<br />
aus Regensburg im Kolpinghaus Bozen<br />
einen Kurs zum Thema „populäre Chormusik<br />
für Frauen“ abgehalten, an dem<br />
Frauen aller Altersstufen teilnahmen. Erarbeitet<br />
wurden Arrangements aus den<br />
unterschiedlichsten Stilrichtungen - von<br />
der Gospelballade bis zum Popsong, vom<br />
Jazzstandard bis zum Schlager.<br />
Im Mittelpunkt stand die Freude am gemeinsamen<br />
Musizieren. Bereits im Vorjahr<br />
hatte Veronica Bertsch ein Chorwochenende<br />
für Frauen angeboten und war damit<br />
auf große Nachfrage gestoßen.<br />
Das Seminar für Kinderchorleiter/innen<br />
in Meran bot den Teilnehmer/innen<br />
die Möglichkeit, Grundkenntnisse im Bereich<br />
Stimmbildung, Kinderstimme und<br />
Kinderchorleitung zu erwerben bzw. bereits<br />
vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.<br />
Die Teilnehmer/innen sollten lernen, eine<br />
nachhaltig wirkende Arbeit mit Kinderstimmen<br />
zu entwickeln, auf die besonderen<br />
Bedingungen von Kinderchören einzugehen,<br />
die Proben abwechslungsreich<br />
und zielorientiert zu gestalten. Neben einer<br />
theoretischen Einführung zum Thema<br />
„Kinderstimmbildung bzw. Kinderstimme“<br />
lernten die Teilnehmer/innen praktische<br />
Stimmbildungsübungen kennen, probierten<br />
aus und sprachen gemeinsam über ihre<br />
Erfahrungen. Vor allem flossen aber auch<br />
didaktische Hinweise zur Probenmethodik<br />
und Lied-Erarbeitung ein, ebenso wie<br />
Hilfestellungen zum Dirigat im Kinderchor<br />
und Literaturtipps.<br />
Referentin Veronica Bertsch hat an der<br />
Universität Regensburg einen Lehrauftrag<br />
für Gesang und unterrichtet an der Akademie<br />
für darstellende Kunst Bayern. Seit<br />
Januar 2010 ist sie bei den “Regensburger<br />
Domspatzen” als Stimmbildnerin engagiert<br />
und betreut die „Vorchorspätzchen<br />
und die 1. Klasse Vorchor. Im Rahmen der<br />
Öffentlichkeitsarbeit der Regensburger<br />
Domspatzen besucht sie Kindergärten in<br />
Regensburg und Umgebung, um bereits<br />
mit den ganz Kleinen zu singen.<br />
„Kindgerechte Tonlage ist das Wichtigste“<br />
Veronica Bertsch über „richtiges Singen“ mit Kindern<br />
Kinderchorleitung ist eine besondere<br />
Herausforderung. Veronica Bertsch betont,<br />
dass der Kinderchorleiter/die Kinderchorleiterin<br />
den Ausgleich zwischen Spaß und<br />
ernsthafter Arbeit finden muss und mutig<br />
sein sollte.<br />
Kulturfenster: Was macht Ihrer Meinung<br />
nach einen guten Kinderchorleiter aus -<br />
oder: wie singt man „richtig“ mit Kindern?<br />
Veronica Bertsch: Ein guter Kinderchorleiter<br />
ist meiner Meinung nach jemand,<br />
der sich für keinen Quatsch zu schade ist,<br />
aber trotzdem die gute Mischung zwischen<br />
Spaß haben und machen und ernsthafter<br />
Chorarbeit findet. Viele musikalische und<br />
vor allem stimmbildnerische Parameter<br />
kann man bei Kindern auf spielerische Art<br />
und Weise vermitteln, so dass sie gar nicht<br />
merken, dass sie jetzt "an etwas arbeiten".<br />
Aber man darf auf der anderen Seite auch,<br />
wenn es angebracht erscheint, durchaus<br />
etwas Disziplin und Ergebnisse einfordern,<br />
denn auch Kinder wollen gefordert werden<br />
und haben noch mehr Freude, wenn sie<br />
merken, dass sie etwas erreicht und dazu<br />
gelernt haben.<br />
"Richtig" singt man mit Kindern vor allen<br />
Dingen in einer kindgerechten Tonlage<br />
- das ist am allerwichtigsten, denn nur<br />
dann kann sich die Kinderstimme auch in<br />
ihrer ganzen Vielfalt zeigen und entfalten.<br />
KF: Haben sie noch weitere konkrete<br />
Tipps für angehende Kinderchorleiter/innen?<br />
V. Bertsch: Mein Tipp ist: mutig sein,<br />
selbst etwas riskieren und auch die Kinder<br />
fragen, ob sie etwas wollen, wie sich<br />
bestimmte Dinge anfühlen usw. - und:<br />
Quatsch machen!<br />
KF: Welche persönlichen Eindrücke haben<br />
Sie vom Kurs in Meran mitgenommen?<br />
V. Bertsch: Ich habe die Kursteilnehmer<br />
als sehr offen und motiviert empfunden.<br />
Alle haben sehr gut mitgemacht und<br />
die Stimmung war locker und gelöst. Ich<br />
denke, dass sicherlich jeder irgendetwas<br />
mitgenommen hat - da bin ich mir eigentlich<br />
sicher - und wenn es nur die Bestätigung<br />
dafür war, dass man ohnehin schon<br />
gut mit den Kindern arbeitet.<br />
Interview: Paul Bertagnolli<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 23
Aus Verband und Bezirken<br />
"Vom Anfangston bis zum<br />
Schlussakkord"<br />
Chorleiterseminar in Schloss Goldrain<br />
Der Bezirk Burggrafenamt/Vinschgau im<br />
Südtiroler Chorverband veranstaltet in Zusammenarbeit<br />
mit dem Verband der Kirchenchöre<br />
Südtirols in Schloss Goldrain<br />
ein Wochenendseminar für Chorleiter/innen<br />
sowie Sänger und Sängerinnen, und<br />
zwar vom Samstag, 14. Jänner <strong>2016</strong>, mit<br />
Beginn um 9 Uhr, bis Sonntag, 15. Jänner<br />
um 12.30 Uhr.<br />
Dabei wird unter dem Motto „Vom Anfangston<br />
bis zum Schlussakkord“ für „jeden<br />
etwas dabei sein“, wie Bezirksobmann<br />
Karl Werner betont. Referent Manuel<br />
Schuen ist im Gadertal aufgewachsen und<br />
absolvierte seine Studien an der Universität<br />
für Musik und darstellende Kunst in<br />
Wien.Das Kirchenmusikstudium mit den<br />
Schwerpunkten Chorleitung (bei Erwin<br />
Ortner und Ingrun Fußenegger) und Gesang<br />
(bei Margit Klaushofer) sowie das<br />
Instrumentalstudium Orgel (bei Roman<br />
Summereder) schloss er mit Auszeichnung<br />
ab. Als Organist konzertiert er im Inund<br />
Ausland und ist Preisträger mehrerer<br />
internationaler Orgelwettbewerbe. Seit<br />
20<strong>06</strong> ist er künstlerischer Leiter des Uni-<br />
sono-Chores Wien. Während seines Studiums<br />
war er Mitglied des Arnold Schönberg<br />
Chores unter Erwin Ortner. Seit 2008<br />
wirkt er als Organist an der historischen<br />
Sieber-Orgel von 1714 und als Leiter der<br />
Kirchenmusik in der Wiener Michaelerkirche.<br />
Er ist Gründer und Leiter des „Ensemble<br />
Vox Archangeli“. Seit Oktober<br />
2013 ist er als Gesangskorrepetitor und<br />
Dozent für frühe Ensemblemusik am Institut<br />
für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik<br />
der Universität für Musik und<br />
darstellende Kunst Wien tätig.<br />
Chorleiter/in gesucht!<br />
Wir, die Frauensinggruppe St. Michael/Eppan, sind 22 Frauen,<br />
die gerne singen und suchen ab Jänner 2017 eine/n Chorleiter/in.<br />
Wer interessiert ist, meldet sich bitte bei Obfrau Luise Pircher Meraner.<br />
Tel. 334 8956740 oder<br />
E-Mail: info.ansitzkuensegg@gmail.com<br />
24<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Chorwesen<br />
Chorverband Österreich in Bewegung<br />
Neuer Präsident stellt 5-Punkte-Programm vor<br />
Der Chorverband Österreich (ChVÖ), der<br />
Dachverband der Chorverbände und Chöre<br />
in Österreich, wählte am 29.Oktober ein<br />
neues Präsidium mit DDr. Karl-Gerhard Straßl<br />
MAS als neuem Präsidenten an der Spitze.<br />
Als langjähriger Vizepräsident ist der<br />
neue Präsident ein ausgewiesener Kenner<br />
der österreichischen Chorszene und weiß<br />
um die Wünsche, Sorgen und Probleme<br />
der Chöre. Zudem ist ihm aufgrund seiner<br />
beruflichen Erfahrungen im Bund und derzeit<br />
an einer der führenden Musik-Ausbildungsstätten<br />
Österreichs das poltisch-kulturelle<br />
Umfeld vertraut.<br />
Der neue Präsident betonte die Größe<br />
des österreichischen Chorwesens – „Dem<br />
ChVÖ gehören derzeit etwa 3.500 Chöre<br />
an und somit um rund 50 Prozent mehr,<br />
als es in Österreich Fußballvereine gibt!“<br />
– und die sozio-kulturelle Bedeutung chorischen<br />
Singens. Angesichts der aktuellen<br />
Lage hat er bei der Generalversammlung<br />
ein innovatives 5-Punkte-Programm vorgestellt:<br />
Dazu gehören die Etablierung des<br />
ChVÖ als Impulsgeber für chorische Themen<br />
wie z.B. Singen in der Schule, die<br />
Weiterentwicklung zum professionellen<br />
Dienstleistungsverband mit starker Lobbying-Funktion,<br />
die Erweiterung des Mitgliederkreises<br />
zur Plattform für Einzelpersonen<br />
und Institutionen aus dem Bereich Chor<br />
bzw. Chormusik, die Schaffung einer innovativen<br />
und interaktiven „ChorleiterInnenplattform“<br />
und die Kreierung aktueller musikalischer<br />
Impulse für die österreichische<br />
Chorlandschaft durch verstärkte Einbindung<br />
der Top-Experten und Expertinnen.<br />
Mit diesen ersten Schwerpunkten des<br />
neuen Präsidiums will der ChVÖ in zeitgemäßer<br />
Form aktiv sein und merkbare Initiativen<br />
setzen: „Das chorische Singen ist<br />
von besonderer Bedeutung für Geist und<br />
Körper der Menschen, wie zahlreiche Studien<br />
immer wieder nachweisen. Gesundheitsfördernde<br />
Effekte und sozio-kulturell<br />
äußerst positive Wirkungen wie Inklusion<br />
und Integration sind immanente Bestandteile<br />
des Singens im Chor. Aktuell weisen<br />
Der Präsident des Chorverbandes<br />
Österreich Karl-Gerhard Straßl<br />
sogar ORF-Sendungen die hohe Aktualität<br />
von Chören nach. Das neue Präsidium des<br />
ChVÖ und ich möchten daher die äußerst<br />
positiven Einflüsse der Chöre auf die Gesellschaft<br />
betonen und unsere Aktivitäten<br />
zum Wohl Österreichs einsetzen,“ erläutert<br />
der neue Präsident Straßl.<br />
Der Südtiroler Chorverband mit Verbandsobmann<br />
Erich Deltedesco gratuliert dem<br />
neuen Präsidium und insbesondere Präsident<br />
Karl-Gerhard Straßl MAS zur Wahl<br />
und wünscht ihnen und dem Chorwesen<br />
in Österreich alles Gute und viel Erfolg!<br />
Herbsttagung der AGACH in Zell am See<br />
Die Vertreter der AGACH bei der Herbsttagung in Zell am See.<br />
Am 22. Oktober trafen sich die Vertreter<br />
der 16 Mitgliedsverbände der AGACH (Arbeitsgemeinschaft<br />
Alpenländischer Chorverbände)<br />
zur traditionellen Herbsttagung<br />
in Zell am See.<br />
Präsident Erich Deltedesco blickte auf das<br />
vergangene Arbeitsjahr zurück. Wie die Chorweihnacht<br />
ist nun auch der Tag der Chöre<br />
in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff<br />
bereits Tradition. Die Chorverbände hatten<br />
Gelegenheit, bei der Tagung von ihren Aktivitäten<br />
zu berichten, sich auszutauschen<br />
und gemeinsame Projekte zu planen. Das<br />
Territorium, das die AGACH abdeckt, umfasst<br />
den gesamten Bogen der Alpen. Sie ist<br />
in Aosta genauso präsent wie in Graubünden<br />
und im Fürstentum Liechtenstein, in<br />
Vorarlberg wie in Bayern, in Tirol wie Salzburg,<br />
in Oberösterreich wie in Kärnten und<br />
in Südtirol wie im Trentino mit Ausläufern<br />
bis nach Friaul. Höhepunkt des heurigen<br />
Arbeitsjahres war das Adventskonzert der<br />
AGACH am 3. <strong>Dezember</strong> in der Kirche St.<br />
Rupert in Bischofshofen in Salzburg. Fünf<br />
Chöre aus den Mitgliedsverbänden wirkten<br />
bei der AGACH- Chorweihnacht mit: der<br />
Oberstufenchor des MPG St. Rupert aus<br />
Bischofshofen, das Mendelssohn Vocalensemble<br />
aus Bayern, der Männergesangsverein<br />
Kaning aus Radenthein (Kärnten), der<br />
Coro Natissa di Aquileia aus Udine sowie<br />
das Vocalensemble Cantamabile (Kanton<br />
Wallis). Auf dem Programm standen traditionelle<br />
Volksweisen und weihnachtliche<br />
Lieder, die auf ganz unvergessliche Weise<br />
auf die Weihnachtszeit einstimmten.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 25
Konzert des Kirchenchors Lappach in<br />
der Kirche von St.Peter/Villnöss<br />
•Stimmgabel<br />
Für die Kinderkrebshilfe „Regenbogen“<br />
Kirchenchor Lappach<br />
Am 8. Oktober führte der Kirchenchor<br />
Lappach im Rahmen des Abendgottesdienstes<br />
in der Pfarrkirche von Sand in<br />
Taufers die „Missa Pro Vita Ascendente“<br />
von Josef Nejez auf, zusammen mit befreundeten<br />
Sängerinnen und Sängern sowie<br />
einem Saxophon–Quintett, einer Tuba<br />
und der Sopran-Solistin Manuela Demetz<br />
Trebinger. Die musikalische Leitung hatte<br />
Christian Unterhofer inne.<br />
Unter den Zuhörern in der voll besetzten<br />
Pfarrkirche von Sand in Taufers war auch<br />
der Vereinsobmann der Kinderkrebshilfe<br />
„Regenbogen“ Josef Larcher. Am Ende der<br />
Messe bedankte er sich bei den Initiatoren<br />
sowie bei allen Mitwirkenden. Ein besonderes<br />
Dankeschön richtete er auch an die<br />
Zuhörer für die freiwilligen Spenden zugunsten<br />
der Kinderkrebshilfe „Regenbogen“.<br />
Eine Woche später wurde die Messe im<br />
Rahmen eines Konzertes in der Pfarrkirche<br />
von St. Peter/Villnöss zum zweiten<br />
Mal aufgeführt. Ergänzt wurde das musikalische<br />
Programm unter anderem durch<br />
die Marienlieder „Maria, Himmelskönigin“,<br />
„O Maria, sei gegrüßet“, und „Ave<br />
maris stella“.<br />
Für alle Sängerinnen und Sänger war der<br />
Applaus im Anschluss an die Messe bzw.<br />
an das Konzert der Beweis, dass sich die<br />
Proben und der Fleiß ausgezahlt haben.<br />
St.Peter/Villnöss<br />
26<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Chorwesen<br />
Eine musikalische Nachtreise<br />
Konzert des Singkreises Runkelstein und des Chores Wien-Neubau<br />
Unter dem Motto der „Nachtreise“ stand das Konzert des Singkreises Runkelstein<br />
und des mit diesem befreundeten Chores Wien-Neubau in Schloss Maretsch.<br />
Ein besonderes Hörerlebnis war das Konzert<br />
des Singkreises Runkelstein und des<br />
mit diesem befreundeten Chores Wien-Neubau<br />
in Schloss Maretsch, das ganz unter<br />
dem Motto der „Nachtreise“ stand.<br />
Der Singkreis Runkelstein machte den<br />
Auftakt mit den „Sechs Notturni“ von<br />
W.A.Mozart, begleitet vom Klarinettenensemble<br />
„Trio Clari-nocte“. Dann erfreute<br />
der Chor Wien-Neubau unter der Leitung<br />
von Prof. Walter Zeh das Publikum<br />
u.a. mit G. Puccinis „Nessun dorma“ aus<br />
der Oper Turandot, „Des Abends“ von J.<br />
Brahms, dem mit sehr viel innerer Spannung<br />
vorgetragenen „Moon River“ aus<br />
dem Film „Frühstück bei Tiffany“ von H.<br />
Mancini und dem Mondchor aus „Die<br />
lustigen Weiber von Windsor“ von O. Nicolai.<br />
Natürlich durfte der Wiener Klang<br />
nicht fehlen: Der romantische Walzer „An<br />
der schönen blauen Donau“ und die spritzig<br />
und flott vorgetragene Polka „Eljen a<br />
Magyar“ von Johann Strauß jun., begleitet<br />
am Klavier von Robert Vetter, gefiel<br />
dem Publikum besonders.<br />
Das „Divertimento für drei Bassetthörner“<br />
von W.A.Mozart, vorgetragen vom<br />
Klarinettenensemble (Alexandra Pedrotti,<br />
Uta Praxmarer und Thomas Piazza) bereitete<br />
dem Singkreis Runkelstein den Weg<br />
zur musikalischen Nachtreise mit dem<br />
Lied „Nun ruhen alle Wälder“ von J. S.<br />
Bach. Die sehr weiche und harmonische<br />
Klangfarbe des Singkreises Runkelstein<br />
kam dem Wiegenlied „Schloof inn, kluanr<br />
Korrnr“ von Herbert Paulmichl sehr<br />
entgegen. Der Komponist selbst lobte die<br />
gelungene Interpretation seiner Komposition.<br />
Die Lieder „Biabele, liabele Du“ von<br />
H. Giegle, „Ade, zur guten Nacht“, von<br />
H.Barbe und „Kimmt schian hoamli die<br />
Nacht“ von W. Fanderl waren und sind eine<br />
Liebeserklärung an das Volkslied. Beide<br />
Chöre sangen zum Abschluss des Konzertes<br />
das Lied „Die Nacht’’“ von Ch. Dreo.<br />
Das Publikum bedankte sich mit einem<br />
lang anhaltenden Applaus. Mit kleinen Geschenken<br />
und einer Abschiedsrede unter<br />
Hervorhebung der fünf sehr guten Arbeitsjahre,<br />
die er für den Singkreis Runkelstein<br />
geleistet hatte, wurde Elmar Grasser mit<br />
vielen guten Wünschen für seine weitere<br />
Zukunft verabschiedet. Großes Lob und<br />
Dankesworte gab es auch für den Chor<br />
Wien-Neubau.<br />
Mit 1. November übernahm Bezirkschorleiter<br />
Armin Mitterer, studierter Kirchenmusiker<br />
und Mathematiker, den<br />
Singkreis Runkelstein, und bereits am 3.<br />
<strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> gab es das traditionelle<br />
Adventskonzert in der Franziskanerkirche<br />
in Bozen.<br />
<strong>KulturFenster</strong><br />
Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />
Ihre Beiträge für das Chorwesen senden Sie bitte an: bertagnolli.paul@rolmail.net (Paul Bertagnolli)<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 27
Vorweg<br />
Verbandsobmann<br />
Pepi Fauster<br />
Ein neues Vorweg<br />
Liebe Leserinnen und Leser!<br />
Auf der Suche, das „<strong>KulturFenster</strong>“ immer wieder lebendig und attraktiv zu gestalten, haben wir im VSM<br />
beschlossen, einige Rubriken bzw. Einträge etwas zu verändern. Als erstes kommt das VORWEG an die<br />
Reihe. War dieser Artikel bisher der Vorspann bzw. die Hinführung zum THEMA, wird es in Zukunft eine<br />
Plattform für Kurzmitteilungen der vier Fachgruppen Organisation, Kapellmeister, Jugend und Stabführer<br />
sein und von deren Leitern auf Verbandsebene gestaltet. Wichtige Informationen, markante Sätze, Hinweise<br />
auf besondere Veranstaltungen und dgl. mehr werden diese Rubrik füllen.<br />
„Vorweg“ weise ich auch auf drei Großveranstaltungen im neuen Tätigkeitsjahr 2017 hin: Die Jahreshauptversammlung des Verbandes<br />
Südtiroler Musikkapellen findet am Samstagnachmittag des 11.März 2017 im Waltherhaus in Bozen statt. Das Bezirksmusikfest<br />
des Bezirkes Bruneck wird vom 4. bis 6.August 2017 in Toblach und jenes des Bezirkes Brixen vom 15. bis 17.September<br />
2017 in Brixen abgehalten.<br />
Verbandskapellmeister<br />
Sigisbert Mutschlechner<br />
Miteinander und voneinander lernen<br />
Der Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit über das abgelaufene Jahr Bilanz zu ziehen und vorauszuschauen.<br />
Die kurze Ära von Thomas Doss am Bozner Konservatorium ist vorüber. Walter Ratzek wird in seine<br />
Fußstapfen getreten und der Ausbildung neue Impulse geben. Die Kapellmeisterausbildung an den verschiedenen<br />
Musikschulen in ganz Südtirol geht bereits in ihr drittes Jahr. Anfangsschwierigkeiten werden nach und<br />
nach gelöst, Situationen stetig verbessert. Rund 45 Schüler, darunter auch viele Frauen, machen dieses neue<br />
Modell bereits jetzt zu einem erfolgreichen Modell.<br />
Kapellmeister, die bereits eine Kapelle leiten und Unterstützung brauchen, können auch heuer wieder das Coaching<br />
in Anspruch nehmen. Ein Lehrerteam mit Philipp Kufner und der Fachgruppe Kapellmeister gibt individuelle Hilfestellungen in<br />
den verschiedenen musikalischen und pädagogischen Bereichen. Herzlichen Dank allen Musikkapellen, die sich bisher als Übungskapellen<br />
zur Verfügung gestellt haben. Ich würde mich sehr auf einige neue freuen. Wir lernen alle miteinander und voneinander!<br />
Verbandsjugendleiter<br />
Meinhard Windisch<br />
2017 – Wie geht es weiter?<br />
Das heurige Jahr war geprägt von vielen tollen und spannenden Veranstaltungen im Bereich der Jugend.<br />
Eine unserer wichtigen Aufgaben ist es, immer wieder Anreize und Rahmenbedingungen zu schaffen,<br />
wie z.B. beim Jugendleiterseminar bei unseren Sommerwochen, bei Wettbewerben bis hin zum SJBO.<br />
Die Jugend war wohl noch nie so aktiv wie zurzeit. Es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht von<br />
Konzerten und Projekten lesen kann, sei es vor Ort bei in den Musikkapellen, in den Bezirken oder auf<br />
Verbandsebene. Für das Jahr 2017 stehen wieder spannende Veranstaltungen und Projekte an. Daher<br />
ersuche ich die Verantwortlichen, die Jugendlichen rechtzeitig anzusprechen und über die Angebote zu<br />
informieren. „JETZT IST DER RICHTIGE MOMENT ES ANZUGEHEN“. Eines noch vorweg: Da es bei den Anmeldungen immer<br />
wieder zu falschen Anmeldungen kommt, bitte ich euch diese mit großer Sorgfalt vorzunehmen. Bei Fragen oder Unklarheiten<br />
helfen wir euch immer gerne weiter.<br />
Verbandsstabführer<br />
Klaus Fischnaller<br />
Fest der Musik in Bewegung<br />
Zu den Marschmusikbewertungen 2017, am 6. August in Toblach und am 16. September in Brixen, laden<br />
wir alle Musikkapellen des Landes ganz herzlich ein. Wir möchten euch bei dieser Gelegenheit neben<br />
dem reinen Wettbewerbsgedanken auch die Sichtweise eines Festes der Musik in Bewegung nahelegen:<br />
Nicht die Angst vor Fehlern und einer nicht erwartungsgemäßen Bewertung soll überwiegen, sondern<br />
die Vorfreude auf ein Fest, an dem wir uns als Kapellen einem großen, interessierten Publikum präsentieren<br />
können. Es soll eine Gelegenheit werden, uns anzuschauen, was andere Kapellen machen, ein Motivationsschub,<br />
Musik in Bewegung auch in unseren Dörfern und Städten weiterhin stolz zu präsentieren.<br />
Anmeldungen sind bis zum 31. Jänner möglich (Anmeldeformular auf www.vsm.bz.it). Für weitere Informationen stehen ich<br />
und die beiden Bezirksstabführer Hansjörg Algrang und Oskar Zingerle gerne zur Verfügung.<br />
28<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Das Thema<br />
Blasmusik<br />
Grundlagen der professionellen<br />
Vereinsführung in Theorie und Praxis<br />
VSM bietet zwei Tagungen für Obleute an<br />
Männer und Frauen stehen den einzelnen<br />
Musikkapellen als Obleute vor. Ihre Aufgaben<br />
in der Vereinsführung sind vielfältig und<br />
verantwortungsvoll. Deshalb ist es notwendig,<br />
dass sie sich immer wieder über wichtige<br />
Themen informieren und dabei ein umfassendes<br />
Wissen aneignen.<br />
Dieses hilft, den Mitgliedern die notwendige<br />
Sicherheit zu vermitteln und Arbeitsschritte<br />
effizient und zeitsparend abzuwickeln.<br />
Am 5. und 12.November fand je<br />
eine Obleute-Tagung in der „Lichtenburg“<br />
in Nals bzw. im „Graf-Meinhard-Haus“ in<br />
Mühlbach statt, an denen unter der Leitung<br />
von Verbandsobmann Pepi Fauster ca. 60<br />
Öbmänner und Obfrauen bzw. Vorstandsmitglieder<br />
aus den Musikkapellen teilnahmen.<br />
Der Rechtsanwalt Arno Kornprobst<br />
aus Brixen referierte über das Thema „Vereinshaftung<br />
und Versicherungsschutz, Urheberrecht<br />
und Datenschutz“. Der Kommunikationstrainer<br />
Bernhard Noriller erklärte<br />
in Theorie und Praxis klassische Moderationsmethoden<br />
zum „Leiten von Sitzungen<br />
und Versammlungen“.<br />
Hier nun zwei Auszüge aus den beiden<br />
Referaten:…<br />
I. Gehört die Musik (nicht) allen?<br />
Urheberrechtsschutz mit besonderem Augenmerk auf das Notenmaterial<br />
Rechtsanwalt Arno Kornprobst<br />
„Musik gehört allen. Nur die Plattenfirmen<br />
denken, dass man sie besitzen kann.“<br />
John Lennon, von dem dieses Zitat stammt,<br />
mag damit (s)ein Idealbild zum Ausdruck<br />
gebracht haben, mit der Realität hat dies<br />
aber wenig zu schaffen. Einen Einblick in<br />
die Welt des Musikrechtes sollen die nun<br />
folgenden Zeilen bieten.<br />
Das italienische Urheberrechtsgesetz<br />
(Gesetz <strong>Nr</strong>. 633 vom 22. April 1941) schützt<br />
persönliche geistige Schöpfungen, welche<br />
sich durch Kreativität hervortun. Diese<br />
Schöpfungen können verschiedener Art<br />
sein, wobei das Gesetz etwa Filme, Fotos,<br />
Literatur, Musik, Choreographien oder<br />
Computerprogramme erwähnt.<br />
Obwohl der italienische Gesetzgeber die<br />
Frage, wann eine Komposition als kreative<br />
Schöpfung zu gelten hat, nicht weiter vertieft<br />
hat, gilt Musik im Allgemeinen dann<br />
als kreatives, und somit durch das Urheberrechtsgesetz<br />
geschütztes Werk, wenn<br />
sie sich durch eine rhythmische Melodie<br />
und Harmonie auszeichnet. Liegen diese<br />
Voraussetzungen vor, sind Melodien ohne<br />
weiteres schutzfähig. Ebensolches gilt auch<br />
für Harmonien, wobei allerdings nicht jeder<br />
Akkord für sich allein genommen geschützt<br />
wird, sondern bloß in ihrer schöpferischen<br />
Zusammenstellung. Der alleinige<br />
Rhythmus ist hingegen noch nicht urheberrechtlich<br />
geschützt.<br />
Das Urheberrecht entsteht automatisch<br />
mit Vollendung des Werkes, ohne dass dafür<br />
eine Registrierung oder sonstige Formalitäten<br />
notwendig wären. Trotzdem kann<br />
eine Registrierung (möglich beim Ministerratspräsidium<br />
sowie bei der SIAE, dort allerdings<br />
bloß für Filmaufnahmen) sinnvoll<br />
und notwendig sein, wenn man Gewissheit<br />
zur Urheberschaft eines Werkes haben will.<br />
Das Urheberrecht ist, wenn man so will, ein<br />
zweifaches Recht:<br />
- Zum einen hat der Urheber Anspruch<br />
darauf, als Autor des Werkes genannt zu<br />
werden, er kann sich gegen verfälschende<br />
Ausschnitte wehren und er kann verhindern,<br />
dass das Werk für Produktwerbung<br />
genutzt wird (sog. moralisches Recht).<br />
Dieser Anspruch kennt keine zeitliche<br />
Beschränkung und kann nicht an Dritte<br />
veräußert werden.<br />
- Zum anderen hat der Urheber aber<br />
auch ein Recht zur wirtschaftlichen Verwertung<br />
seines Werkes (also etwa zum<br />
Verkauf, zum Verleih, zur Vervielfältigung<br />
oder zur Vorführung), und hier<br />
kennt das Gesetz sehr wohl eine zeitliche<br />
Beschränkung: In aller Regel erlischt<br />
dieses Recht zum 31.12. des 70.<br />
Jahres nach dem Tod des Urhebers.<br />
Diese wirtschaftlichen Verwertungsrechte<br />
können frei erworben, veräußert oder übertragen<br />
werden, weshalb es etwa auch den<br />
Musikkapellen möglich ist, die Rechte für<br />
die öffentliche Wiedergabe von Kompositionen<br />
zu kaufen. Ein schriftlicher Vertrag ist<br />
dafür zwar nicht zwingend notwendig, doch<br />
ist ein Schriftstück jedenfalls ratsam, denn<br />
nur so kann im Bedarfsfall der Nachweis<br />
für den Erwerb erbracht werden.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 29
Das Thema<br />
Die Teilnehmer der Obleutetagung des VSM setzten sich unter anderem mit dem heiklen Thema des Urheberrechtes<br />
auseinander.<br />
Da es bei einzelnen Aufführungen oder<br />
Wiedergaben von Werken viel zu schwierig<br />
wäre, jeden Urheber direkt zu bezahlen,<br />
wird diese Aufgabe in Italien in der Regel<br />
von einer öffentlichen Körperschaft,<br />
der SIAE (Società Italiana degli Autori ed<br />
Editori) übernommen, welche das Geld<br />
dann an die Künstler verteilt.<br />
Urheber ist diejenige Person aus Fleisch<br />
und Blut, die das geschützte Werk durch<br />
einen eigenen schöpferischen Beitrag geschaffen<br />
hat. Juristische Personen (also<br />
etwa Unternehmen) können somit niemals<br />
Urheber sein. Falls mehrere Personen<br />
gemeinsam ein Werk geschaffen haben,<br />
so sind alle Beteiligten zu gleichen Teilen<br />
(Mit)Urheber und können in der Regel bloß<br />
einstimmig Entscheidungen zu Weitergabe<br />
und/oder Verwertung des Werkes treffen.<br />
Im Falle von zusammengesetzten Werken<br />
(etwa musikalische Kompositionen<br />
mit Text), an deren Schöpfung mehrere<br />
Urheber beteiligt waren, steht das wirtschaftliche<br />
Verwertungsrecht in der Regel<br />
dem Komponisten zu, außer die Beteiligten<br />
haben Gegenteiliges vereinbart.<br />
Neben dem Urheber schützt das Gesetz<br />
aber auch die ausübenden Künstler, also<br />
diejenigen Personen oder Gruppen (wie<br />
etwa Musikkapellen), die ein Werk aufführen,<br />
singen, spielen oder auf eine andere<br />
Weise darbieten.<br />
Das Recht der ausübenden Künstler ist<br />
zwar nicht so umfangreich, wie jenes der<br />
Urheber, doch ebenso wie diese haben<br />
auch die ausübenden Künstler ein moralisches<br />
Recht darauf, als solche anerkannt<br />
zu werden und sich gegen die Entstellung<br />
ihrer Darbietung zu wehren.<br />
Daneben haben sie aber auch ein ökonomisches<br />
Verwertungsrecht und können<br />
also ihre Darbietung auf Bild- oder Tonträger<br />
aufnehmen, diese vervielfältigen und<br />
veräußern. Ähnlich wie dies die SIAE für<br />
Urheber tut, nimmt die IMAIE (Istituto Mutualistico<br />
per i diritti degli Artisti Interpreti<br />
ed Esecutori) dieses Verwertungsrecht für<br />
die ausübenden Künstler wahr.<br />
Mit wenigen Ausnahmen ist die Reproduktion<br />
eines urheberrechtlich geschützten<br />
Werkes ohne Zustimmung des Rechtsinhabers<br />
nicht erlaubt, außer es handelt<br />
sich um Zitate von Artikeln zu Tagesfragen,<br />
um wissenschaftliche Zitate oder, im Falle<br />
von Tonträgern (CD, CD-Rom oder DVD),<br />
um Kopien zum eigenen, ausschließlich<br />
privaten Gebrauch. Ebenfalls ohne Zustimmung<br />
des Rechtsinhabers ist es erlaubt,<br />
zum persönlichen Gebrauch Fotokopien<br />
von Büchern bis höchstens 15%<br />
des Schriftstückes anzufertigen.<br />
Gleiches gilt allerdings nicht für urheberechtlich<br />
geschütztes Notenmaterial: Hier<br />
sieht das Gesetz ein absolutes Kopierverbot<br />
vor. Hinzu kommt, dass es Bibliotheken<br />
untersagt ist, urheberrechtlich geschütztes<br />
Notenmaterial zu verleihen, wodurch sich<br />
für (übungswillige) Musikanten doch einige<br />
bedeutsame Einschränkungen ergeben.<br />
Die Verletzung des Urheberrechtes begründet<br />
nicht bloß einen Anspruch auf<br />
Schadenersatz, sondern kann darüber<br />
hinaus auch noch strafrechtliche Folgen<br />
haben. Über die Einhaltung der Bestimmungen<br />
zum Urheberrecht wacht u.a.<br />
die SIAE.<br />
Dr. Arno Kornprobst<br />
30<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik<br />
II. Vereinssitzungen professionell leiten<br />
Verbandsobmann Pepi Fauster im Gespräch mit Mag. Bernhard Noriller<br />
Mag. Bernhard Noriller (Innsbruck,<br />
Jahrgang 1959) ist seit über 30 Jahren<br />
als Trainer in der Erwachsenenbildung<br />
und in der Fortbildung von<br />
Führungskräften tätig und als externer<br />
Lehrbeauftragter an der LFU Innsbruck.<br />
U. a. arbeitet er seit 1990 auch als<br />
Moderationstrainer.<br />
Pepi Fauster: Woran sollte ein Obmann/eine<br />
Obfrau bei der Leitung einer Ausschusssitzung<br />
in erster Linie denken?<br />
Bernhard Noriller: Das entscheidende<br />
Stichwort lautet „Funktionale Teamarbeit“<br />
(eine Idee des Schweizer Pädagogen/Beraters/Autors<br />
Anton Strittmatter –<br />
Mitte der 1990er-Jahre). Es bedeutet, in<br />
der Vorbereitung einer Teamsitzungen o.<br />
Ä. für jeden Tagungsordnungspunkt abzuklären,<br />
welcher Art die Aufgabe ist (siehe<br />
im folgenden Überblick die 7 Aufgabenfelder/„Geschäfte“).<br />
Erst wenn einem<br />
bei jedem Tagungsordnungspunkt in der<br />
Vorbereitung bewusst ist, welcher Art das<br />
jeweilige „Geschäft“ ist, kann sinnvoll und<br />
zielführend überlegt werden, wie man dabei<br />
methodisch-strategisch am besten vorgeht.<br />
In diesem Zusammenhang ist auch<br />
zu klären, ob es z. B. eher Präsentationstechniken<br />
(wenn nur über ein Thema informiert<br />
werden soll) oder Moderationstechniken<br />
(wenn gemeinsam im Team etwas<br />
erarbeitet oder geklärt werden soll) braucht.<br />
Ich habe zusammen mit Anton Strittmatter<br />
und Bianca Ender 2013 ein Fachbuch<br />
veröffentlicht, in dem diese 7 Aufgabenfelder<br />
und die dazu passende Methode<br />
ausführlich erklärt und beschrieben sind.<br />
Dieses Buch richtet sich zwar an die Zielgruppe<br />
„Schulleite und Schulleiterinnen“,<br />
ist aber vom methodischen Gesichtspunkt<br />
her - mit vielleicht wenigen Abstrichen -<br />
auf jede andere „Branche“ übertragbar.<br />
PF: Was versteht man unter IDEA?<br />
BN: Wir haben das „Konzept der 7 Aufgabenfelder“<br />
auf die knackige Kurzformel<br />
„IDEA“ gebracht. I steht für „Informationen<br />
bereitstellen“ (Orientierungen, Mitteilungen,<br />
Grundlagen für später zu treffende<br />
Entscheidungen), D für „in Dialog<br />
treten“ (Meinungsbildung, Abtasten der<br />
Stimmung, Probleme sehen), E für „Entscheidung<br />
treffen“ (Beschlussfassung,<br />
über Anträge befinden, Maßnahmen festlegen,<br />
Geschäft verabschieden, beurteilen)<br />
und A für „Alternativen suchen“, also gemeinsam<br />
Ideen und Vorschläge entwickeln<br />
(Problemlösungen vorbereiten, Entscheidungsalternativen<br />
erarbeiten und transparent<br />
machen). Es geht also in einer verkürzten<br />
Form um die Zuordnung einzelner<br />
Tagungsordnungspunkte zu den „7 Geschäften“<br />
[vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />
(2013), a. a. O., S. 89].<br />
Abb. aus: ENDER, Bianca/NORILLER, Bernhard/STRITTMATTER, Anton: Teamarbeit<br />
zielgerichtet führen. Grundsätze, Methoden, Praxistipps. Bern: Schulverlag plus,<br />
2013, S. 5<br />
PF: Wie kann ein Obmann/eine Obfrau mit<br />
der Doppelrolle der Leitung und Moderation<br />
am besten umgehen?<br />
BN: Wer moderiert (aber nur, wenn diese<br />
Arbeitsform notwendig ist), muss zunächst<br />
einmal die Rolle eines Moderators bzw. einer<br />
Moderatorin erfüllen, d. h. also, man<br />
muss inhaltlich neutral bleiben (eine Art<br />
„Hebamme“ oder „Geburtshelfer“ spielen).<br />
Methodisch gesehen ist man natürlich<br />
nicht neutral, sondern bestimmt, wie<br />
vorzugehen ist.<br />
Wer zusätzlich noch in einer Leitungsrolle<br />
steht und somit auch die Leitungsverantwortung<br />
trägt, kann niemals „inhaltlich<br />
neutral“ sein, „weil Leitung immer ein Ziel<br />
verfolgen muss und das gleichermaßen in<br />
einer Führungs- und Personalverantwortung<br />
geschieht“ [vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />
(2013), a. a. O., S. 4].<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 31
Das Thema<br />
Meist ist es sinnvoll, eine gute Ausgewogenheit<br />
zwischen Mitbeteiligung, Mitverantwortung,<br />
Effektivität und Effizienz zu<br />
finden, „denn Entscheidungsprozesse benötigen<br />
Fingerspitzengefühl, Wissen um<br />
systemische Zusammenhänge und eine<br />
Methodenbreite“ [vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />
(2013), a. a. O., S. 55].<br />
Auch die Leitung muss mitentscheiden<br />
oder sich selbst mit Vorschlägen einbringen<br />
und sich daher überlegen, wie und<br />
wann sie das tut, ohne das Ergebnis der<br />
Teammitglieder zu manipulieren. Das wird<br />
je nach gewählter Methode unterschiedlich<br />
erfolgen und kann am besten im Rahmen<br />
eines Moderationsworkshops vermittelt<br />
werden.<br />
Wie Sitzungen erfolgreich durchgeführt und geleitet werden können, vermittelte<br />
Mag. Bernhard Noriller in anschaulicher Weise.<br />
In der Doppelrolle als ModeratorIn UND<br />
LeiterIn ist im Vorfeld gut zu überlegen,<br />
ob es vom Thema her, bei dem es z. B.<br />
um eine Entscheidung geht, notwendig<br />
ist, den Letztentscheid zu treffen (dann<br />
hat das Team nur ein Vorschlagsrecht),<br />
oder ob es sinnvoll ist, die Entscheidung<br />
voll und ganz dem Team zu überlassen<br />
und dessen Entscheidung zu akzeptieren.<br />
Das ist unbedingt vor Beginn des<br />
Entscheidungsprozesses transparent<br />
zu machen.<br />
Beispiel für eine visualisierte Ein-Punkt-Abfrage bei der Obleute-Tagung in Nals<br />
PF: Wie wichtig ist eine Visualisierung?<br />
BN: Unter Visualisierung versteht man in<br />
diesem Zusammenhang das für alle sichtbare<br />
schriftliche Festhalten von Kommentaren,<br />
Ideen oder Meinungen der SitzungsteilnehmerInnen,<br />
aber auch von wichtigen<br />
Statements oder Informationen seitens der<br />
Sitzungsleitung. Visualisiert werden also<br />
Aussagen (meist stichwortartig) in Form<br />
von Worten, manchmal ergänzt durch Symbole,<br />
Zeichnungen oder auch Karikaturen.<br />
Wenn Moderationstechniken zum Einsatz<br />
kommen, wird ohnehin immer mit Plakaten<br />
gearbeitet, sodass z. B. auch die Ergebnisse<br />
von Ein- oder Mehr-Punkt-Abfragen<br />
darunterfallen.<br />
Visualisierung ist deshalb wichtig, weil so<br />
die Inhalte eines Arbeitsprozessen möglichst<br />
unverfälscht festgehalten werden<br />
können. Jede bloße Erinnerung hinterher<br />
an das Gesagte bedeutet auch immer<br />
eine Veränderung der Inhalte (so eine Erkenntnis<br />
aus der Gedächtnisforschung).<br />
Visualisierung schafft also Transparenz<br />
und verhindert dadurch die Manipulierbarkeit<br />
von Ergebnissen, d. h. sie trägt<br />
auch zur Demokratisierung von Arbeitsprozessen<br />
bei. Zudem bildet sie die Grundlage<br />
für ein nachfolgendes Fotoprotokoll.<br />
Dadurch entfällt auch die Notwendigkeit<br />
eines/einer Protokollführers/-in. Außer vielleicht<br />
bei Gerichtsverhandlungen ist ja kein<br />
Wort-für-Wort-Protokoll notwendig. Es genügt<br />
das Festhalten essenzieller Aussagen<br />
oder Ergebnisse. Der Fokus sollte im Wesentlichen<br />
auf der Sache oder dem jeweiligen<br />
Thema liegen und weniger darauf,<br />
wer was gesagt hat.<br />
PF: Ich bedanke mich für das Gespräch<br />
32<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Aus Verband und Bezirken<br />
Blasmusik<br />
Das Prinzip der „grünen“ Orgel<br />
3. Auflage der Südtiroler Dirigentenwerkstatt mit Alex Schillings<br />
Der Gastreferent Alex Schillings aus<br />
den Niederlanden bei der 3. Südtiroler<br />
Dirigentenwerkstatt in Naturns<br />
Bei den Unterrichtseinheiten untertags standen Theorie und Dirigieren auf dem<br />
Stundenplan.<br />
Zum 3. Mal hat der Verband Südtiroler Musikkapellen<br />
(VSM) zur Dirigentenwerkstatt<br />
mit einem renommierten Dirigenten eingeladen.<br />
Nach Miguel Etchegoncelay (Argentinien)<br />
und Isabelle Ruf-Weber (Schweiz)<br />
begleitete diesmal Alex Schillings aus den<br />
Niederlanden die 6 aktiven Kursteilnehmer.<br />
Zudem haben 14 Kapellmeister als passive<br />
Teilnehmer das Seminar besucht.<br />
Klangbalance, Intonation, Dirigiertechniken,<br />
Probenmethodik, Literaturauswahl<br />
und die Sitzordnung im Blasorchester waren<br />
die Schwerpunkte dieser 3 Tage. Der<br />
Dirigent müsse in Klangfarben denken, betonte<br />
Alex Schillings – oder wie er es nennt:<br />
das Prinzip der grünen Orgel: „Der Dirigent<br />
muss wissen, was er hören will und mit<br />
dem Taktstock die Musik schreiben!“ Das<br />
setze ein detailliertes Studium der Partitur<br />
sowie die genaue Kenntnis über die Funktion<br />
und Charaktere der einzelnen Instrumente<br />
voraus, unterstrich er. Schillings ist<br />
einer der führenden Dirigenten und Fachleute<br />
in der Blasmusikszene. Er leitet derzeit<br />
weltweit 9 ständige Blasmusikseminare<br />
und ist Autor des Lehrbuches „Metafoor –<br />
die Sprache des Dirigierens“.<br />
Untertags standen in den einzelnen Unterrichtseinheiten<br />
Musiktheorie und Dirigieren<br />
auf dem Programm. Am Abend wurden<br />
diese Grundkenntnisse in der Probe<br />
mit der Musikkapelle Naturns anhand entsprechend<br />
ausgewählter Werke in unterschiedlichen<br />
Schwierigkeitsstufen in der<br />
Praxis erarbeitet. Zum ersten Mal wurde<br />
die Dirigentenwerkstatt auch mit einem öffentlichen<br />
Konzert abgeschlossen. Im örtlichen<br />
Bürger- und Rathaussaal dirigierten<br />
die aktiven Teilnehmer die Musikkapelle<br />
Naturns. VSM-Verbandskapellmeister Sigisbert<br />
Mutschlechner bedankte sich im<br />
Namen des Verbandes und der Kursteilnehmer<br />
beim Referenten für seine fachmännische<br />
und begeisternde Art, mit der<br />
er die Dirigentenwerkstatt geleitet und<br />
die Teilnehmer in seinen Bann gezogen<br />
hat. Einen besonderen Dank richtete<br />
Mutschlechner auch an die Musikantinnen<br />
und Musikanten, die sich mit Fleiß, Engagement<br />
und Geduld als Übungsorchester<br />
zur Verfügung gestellt haben. Schillings<br />
seinerseits lobte die Blasmusikszene<br />
in Südtirol im Allgemeinen und die „hervorragenden<br />
Leistungen“ der Kursteilnehmer<br />
in Naturns.<br />
Stephan Niederegger<br />
Der Gastreferent Alex Schillings (Bildmitte in zivil) beim Abschlusskonzert der 3.<br />
Südtiroler Dirigentenwerkstatt mit der Musikkapelle Naturns und den Dirigenten<br />
(vorne von links) Hans Peter Rinner (Musikkapelle Mals), Dietmar Rainer<br />
(Musikkapelle Naturns), Patrick Gruber (Bürgerkapelle St. Michael/Eppan), Sigisbert<br />
Mutschlechner (Musikkapelle Toblach), Arnold Leimgruber (Musikkapelle Auer) und<br />
Markus Müller (Bürgerkapelle Untermais)<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 33
Aus Verband und Bezirken<br />
Musik in Bewegung als<br />
Herausforderung und Chance<br />
Die Teilnahme an Marschmusik-<br />
Bewertungen lohnt sich<br />
Der Einsatz hat sich gelohnt: Der 3. Platz beim 5. Bundeswettbewerb „Musik in Bewegung“ löste bei der Bürgerkapelle und ganz<br />
besonders auch beim Stabführer Roland Fidler und bei Verbandsobmann Pepi Fauster sowie bei Bürgermeister Fritz Karl Messner<br />
(alle Bildmitte) totale Begeisterung aus.<br />
Im kommenden Jahr fi nden in Toblach und in Brixen Marschmusikbewertungen statt. Um<br />
den Wert der „Musik in Bewegung“ einmal mehr herauszustreichen, hat der Verbandsstabführer<br />
im VSM, Klaus Fischnaller, ein Interview mit Roland Fidler, dem Stabführer der<br />
Bürgerkapelle Sterzing, geführt. Wie bereits berichtet, hat die BK Sterzing heuer beim 5.<br />
Bundeswettbewerb „Musik in Bewegung“ den ausgezeichneten 3. Platz erreicht.<br />
Klaus Fischnaller: Ich gratuliere zum hervorragenden<br />
3. Platz beim 5. Bundeswettbewerb<br />
„Musik in Bewegung“ (MIB). Wie<br />
kam es dazu?<br />
Roland Fidler: Danke für die Glückwünsche.<br />
Es kam unvorhergesehen, überraschend.<br />
Es kam zu diesem Erfolg mit überaus motivierten<br />
Musikantinnen und Musikanten.<br />
Ich bin stolz, dass ich der Stabführer von<br />
der BK-Sterzing sein durfte, und bedanke<br />
mich bei jeder Musikantin, jedem Musikanten,<br />
sowie Marketenderinnen und Fähnrich,<br />
die dazu beigetragen haben.<br />
K. F.: War der Wettbewerb eine große Herausforderung<br />
für euch?<br />
Fidler: Ja, es war nicht nur eine große Herausforderung,<br />
sondern wohl die größte mit<br />
der BK Sterzing.<br />
K. F.: Wie intensiv war die Probenzeit?<br />
Fidler: Sie war nicht lang und somit erst im<br />
letzten Monat intensiv. Eine gute Planung<br />
bzw. ein gezieltes Training ermöglichten es,<br />
dass nicht sinnlos Zeit investiert wurde. Somit<br />
war eine kurze, intensive Probearbeit<br />
mit einer motivierten Musikkapelle gegeben.<br />
K. F.: Du hast mit deiner Kapelle vorab an<br />
zwei Marschmusikbewertungen (Völs am<br />
Schlern und Terfens in Tirol) teilgenommen.<br />
Was treibt dich / eure Kapelle an,<br />
zusätzlich bei noch einem Wettbewerb<br />
teilzunehmen?<br />
Fidler: Als wir die Zusage vom VSM erhielten<br />
- also die Teilnahme am Bundeswettbewerb,<br />
hat sich die BK Sterzing ein<br />
Ziel und den Schwerpunkt „Marschmusik<br />
in Bewegung“ für das Jahr <strong>2016</strong> gesetzt.<br />
Somit wurde nach dem traditionellen Osterkonzert<br />
mit den Marschproben begonnen.<br />
Die zwei Wettbewerbe wurden in der Planung<br />
als Zwischenziele bzw. Trainingsziele<br />
genau zeitlich gestaffelt. Völs am Schlern<br />
war somit Zwischenziel für die Leistungsstufe<br />
D. Das Training für die Rasenshow<br />
begann erst nach dem 21.5.<strong>2016</strong>.<br />
34<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik<br />
K. F.: Welche Erfahrungen nehmen du und<br />
deine Kapelle durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb<br />
mit?<br />
Fidler: Dass unser Trainingsplan zeitlich<br />
wie auch inhaltlich genau abgestimmt war.<br />
K. F.: Was haben die Gewinner besser gemacht<br />
als deine Kapelle?<br />
Fidler: Die Gewinner waren ausgezeichnet<br />
im Exerzierbereich und auch im musikalischen<br />
Bereich. Sie hatten eine hervorragende<br />
und interessante Choreographie. Es<br />
sind würdige Bundessieger.<br />
K. F.: Welcher Moment, welcher Augenblick<br />
wird dir sicherlich noch lange in Erinnerung<br />
bleiben?<br />
Fidler: Der schönste Moment/ Augenblick<br />
war die Siegerehrung, wo wir dann merkten,<br />
dass wir bei den Kapellen auf den<br />
Plätzen 1, 2 oder 3 dabei sind. Dann waren<br />
nur noch Freude, Begeisterung, Tränen.<br />
Eine Begeisterung, die nicht nur mir<br />
lange in Erinnerung bleibt, sondern auch<br />
jeder Musikantin und jedem Musikanten.<br />
K. F.: Der VSM hat für das Jahr 2017 zur<br />
Teilnahme an der Marschmusikbewertung in<br />
Toblach (6. August) und in Brixen (16. September)<br />
eingeladen. Sind Marschmusikbewertungen<br />
aus deiner Sicht noch zeitgemäß?<br />
Fidler: Aus meiner Sicht ist MIB zeitgemäß.<br />
Sie sollte gut geplant und als Schwerpunkt<br />
eines Musikjahres aufgenommen werden.<br />
Ich finde, dass eine jährliche Teilnahme einer<br />
Kapelle nicht sinnvoll ist, da die Musikanten<br />
dies nicht mehr als Höhepunkt<br />
empfinden. Daher sehe ich es als sinnvoller,<br />
wenn dies in einem 2-oder 3-jährigen<br />
Rhythmus gezielt und als Schwerpunkt<br />
gesetzt wird.<br />
K. F.: Welchen Stellenwert, glaubst du, wird<br />
die MIB bei dir und deinen Musikkollegen<br />
in Zukunft haben?<br />
Fidler: Ja, es ist noch immer zeitgemäß.<br />
ABER, man könnte was anderes bzw. Neues<br />
probieren. Ein Vorschlag meinerseits wäre,<br />
dass bis zur Leistungsstufe D die Reihenfolge<br />
und Wegstrecke nicht bekannt ist und<br />
„sozusagen“ mit gemischten Karten (Tafeln)<br />
in unterschiedlicher Reihenfolge die jeweils<br />
geforderten Aktionen dem Stabführer angezeigt<br />
werden, und er in kürzester Zeit die<br />
Aktion umsetzt und durchführt. Somit wäre<br />
ein schnelles Handeln (kein automatisierter<br />
Ablauf) vom Stabführer und den Musikanten<br />
als neue Herausforderung gegeben.<br />
Roland Fidler<br />
K. F.: Was, glaubst du, welche Einstellung<br />
unser Publikum / die Allgemeinheit zur<br />
MIB hat?<br />
Fidler: Die Einstellung zur MIB ist aus der<br />
Sicht des Publikums nach wie vor sehr gut.<br />
Wichtig ist, dass das Publikum eine tolle<br />
Präsentation und Einsicht zu allen Aktionen<br />
sowie eine gute Moderation und Erklärung<br />
bekommt.<br />
K. F.: Was wünschst du dir in Zukunft für<br />
die Musik in Bewegung?<br />
Fidler: Ich wünsche mir, dass sich mehr<br />
Stabführer trauen, eine kleine Rasenshow<br />
vorzubereiten und zu präsentieren.<br />
K. F.: Wie lautet dein Geheimrezept für eine<br />
gelungene Marschmusikbewertung?<br />
Zur Person:<br />
Roland Fidler (44), verheiratet<br />
und Vater von zwei Kindern,<br />
war Soldat beim österreichischen<br />
Bundesheer.<br />
Er hat seine Stabführerausbildungen<br />
bei der Gardemusik<br />
Wien absolviert und war<br />
17 Jahre lang Waldhorn-Registerführer<br />
bei der Militärmusik<br />
Tirol. Wichtige Erfahrungen<br />
im Bereich der Musik<br />
in Bewegung hat er anlässlich<br />
der Teilnahme an zahlreichen<br />
„Military-Tattoos“, etwa in<br />
Tschechien, Polen, Deutschland,<br />
Schweden, Frankreich,<br />
Schweiz, Italien, Libyen, gewonnen.<br />
Fidler: Dass die Ziele nicht zu hoch gesteckt<br />
sind und die Musikkapelle trotz „mehr Proben“<br />
die Freude nicht verliert. Es ist zu wenig,<br />
wenn nur der Stabführer die Freude<br />
und Euphorie besitzt.<br />
K. F.: Wie wichtig ist die Show bei der MIB?<br />
Fidler: Für das Publikum ist sie immer wieder<br />
ein besonderes Erlebnis und somit auch<br />
wichtig bei der MIB. Für die Kapellen, die<br />
öfters in der Stufe D angetreten sind, ist<br />
die MIB eine Herausforderung wie auch für<br />
die Stabführer, eine Show zu planen und<br />
zu proben. Es liegt VIELES am Stabführer.<br />
Viele trauen sich nicht oder wissen es auch<br />
nicht, wie man eine Rasenshow plant oder<br />
wie man effizient probt (z.B. Einteilen in<br />
Probenphasen).<br />
„Zum Abschluss möchte ich noch sagen,<br />
dass jeder Musikant einmal in seiner<br />
musikalischen Laufbahn eine Rasenshow<br />
einstudiert und aufgeführt<br />
haben sollte, sonst fehlt was in seinem<br />
musikalischen Lebensweg.<br />
Ich wünsche jeder Kapelle, solche Momente,<br />
Augenblicke, wie sie die BK<br />
Sterzing erleben durfte.<br />
Ich wünsche jedem Stabführer, eine<br />
Kapelle zu führen, leiten, begleiten,<br />
wie es die Bürgerkapelle Sterzing ist. “<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 35
Aus Verband und Bezirken<br />
verband<br />
südtiroler<br />
musikkapellen<br />
Programmvorschau<br />
Zweimonatskalender<br />
Datum Veranstalter Veranstaltung Ort Haus Beginn<br />
Mo-Do,<br />
02.-05. Jänner<br />
VSM Bläsertage Auer Musikschule, Aula 09.00<br />
Mo. 09. Jänner Bezirk Schlanders Stabführer Grundkurs (bestehend aus 4 Einheiten) Tschengls Kulturhaus 19.30<br />
Mo. 09. Jänner Bezirk Brixen Stammtisch Kapellmeister Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />
Mo. 09. Jänner Bezirk Schlanders EDV-Fortbildung VSM-Office Schlanders Gemeinde 19.30<br />
JÄNNER<br />
Sa. 14. Jänner Bezirk Sterzing Jahreshauptversammlung Pfitsch/St. Jakob Schulhaus 18.00<br />
Mo. 16. Jänner Bezirk Brixen Stammtisch Obfrauen/Obmänner Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />
Fr. 20. Jänner Bezirk Bozen Stabführer - Stammtisch Girlan Probelokal 20.00<br />
Sa. 21. Jänner Bezirk Meran Jahreshauptversammlung Lana FF-Halle 17.00<br />
FEBRUAR<br />
So. 22. Jänner Bezirk Schlanders Jahreshauptversammlung Tarsch Kulturhaus 09.30<br />
Fr. 28 Jänner Bezirk Brixen Workshop für Schlagzeuger-Bereich MIB Raum Brixen<br />
So. 29. Jänner Bezirk Bozen Wintersporttag Seiseralm<br />
Mo. 30. Jänner Bezirk Bozen Stabführer - Schnupperkurs Kaltern Probelokal 19.30<br />
Sa. 04. Februar Bezirk Bruneck Jahreshauptversammlung Percha Vereinshaus 14.00<br />
Sa. 04. Februar Bezirk Schlanders Fortbildung Trachtenpflege Schlanders Gemeinde 09.00<br />
Sa. 04 Februar Bezirk Brixen Wintersporttag (Ski-Snowboard-Rodelrennen) Villnöß Sportanlagen<br />
Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Meran Fortbildung für Obfrauen und Obmänner, Rhetorik Meran/Obermais Altes Rathaus 20.00<br />
Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Brixen Stammtisch Jugendleiter Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />
Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Bozen Stabführer Grundkurs (bestehend aus 3 Einheiten) Kaltern Probelokal 19.30<br />
Do. 09. Februar Bezirk Meran Stabführer Grundkurs (bestehend aus 3 Einheiten) Meran/Obermais Altes Rathaus 19.15<br />
Sa. 11. Februar Bezirk Sterzing Schnupperkurs für Kapellmeister Sterzing<br />
Sa.–So.<br />
11./12. Februar<br />
VSM<br />
Coaching für aktive Kapellmeister<br />
Probelokal der<br />
BK Sterzing<br />
So 12. Februar Bezirk Bruneck 9. Bezirkseisstockturnier Pichl/Gsies Unterplanken 9.00<br />
Mo. 13. Februar Bezirk Sterzing Stabführer Grundkurs (bestehend 3 Einheiten) Raum Sterzing 19:00<br />
Sa. 18. Februar Bezirk Bruneck Schnupperkurs für Leiter von Jugendkapellen St. Johann/Ahrntal Musikprobelokal 09.00<br />
Sa. 18. Februar Bezirk Bruneck Schnupperkurs für Leiter von Jugendkapellen Wengen/Gadertal Musikprobelokal 14.00<br />
Sa, 18. Februar Bezirk Brixen Jahreshauptversammlung Latzfons Vereinshaus 20.00<br />
Sa. 18. Februar Bezirk Bozen Jahreshauptversammlung St. Michael/Eppan Lanserhaus 15.00<br />
Mo. 20. Februar Bezirk Meran Jugendleitertreffen Meran/Obermais Altes Rathaus 20.00<br />
17.00<br />
Sa.-So.<br />
25./26. Februar<br />
VSM Jugendleiter-Seminar, Modul 5 (mit Abschluss) Nals Lichtenburg 09.00<br />
Sa. 25 Februar VSM Intern Bewerterschulung 1. Einheit – FG-Stabführer Intern<br />
36<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik International<br />
Blasmusik<br />
Fünf Südtiroler<br />
Ensembles in Graz<br />
21. Österreichischer Bundeswettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“<br />
Am 22. und 23. Oktober fand in der steirischen<br />
Landeshauptstadt Graz der österreichische<br />
Bundeswettbewerb „Musik in<br />
kleinen Gruppen“ statt. Insgesamt 51 Ensembles<br />
aus Österreich, Liechtenstein und<br />
Südtirol begeisterten die Juroren und das<br />
Publikum mit musikalisch-dynamischen<br />
Auftritten.<br />
Dieser Wettbewerb wird im Zweijahresrhythmus<br />
vom Österreichischen Blasmusikverband<br />
(ÖBV) ausgerichtet, heuer<br />
bereits zum 21. Mal. In den Vorausscheidungen<br />
qualifizierten sich die Ensembles<br />
in den 9 Bundesländern und den beiden<br />
Partnerverbänden (Liechtenstein und Süd-<br />
tirol) für das Bundesfinale. Beim Südtiroler<br />
Landeswettbewerb im vergangenen Februar<br />
haben 5 Ensembles das Ticket nach<br />
Graz „gelöst“, 2 von ihnen schafften nach<br />
den Vorspielen am Samstag auch den Einzug<br />
ins große Finale am Sonntag: das klassische<br />
Bläserquintett „Pentákis“ (Altersstufe<br />
A) unter der Leitung von Riccarda<br />
Janissen wurde mit 100 von 100 Punkten<br />
belohnt. Das Holzbläserquartett „Denner<br />
Quartett“ (Stufe C) unter der Leitung<br />
von Werner Mayr platzierte sich mit 95,5<br />
Punkten als Gruppensieger.<br />
Das vereinseigene Holzbläsertrio „Blechfrei“<br />
der Jungbürgerkapelle Brixen unter<br />
der Leitung von Ewald Stampfl erreichte<br />
92,8 Punkte in der Stufe A. In der Stufe B<br />
trat das Posaunenquartett „Zug4er“ unter<br />
der Leitung von Charlotte Rainer an (87,5<br />
Punkte). Der Auftritt des Schlagzeugduos<br />
„MattEliastix“ (Stufe C) unter der Leitung<br />
von Martin Knoll und Hannes Reiterer<br />
wurde mit 93,7 Punkten bewertet.<br />
Sieger des heurigen Bundeswettbewerbes<br />
ist das Holzbläserensemble<br />
„4wood“. Das Klarinettenquartett aus der<br />
Steiermark hat damit die Wandertrophäe<br />
und den Instrumentengutschein von 1000<br />
Euro gewonnen.<br />
Stephan Niederegger<br />
„Blechfrei“, das Holzbläsertrio der Jungbürgerkapelle<br />
Brixen mit Ewald Stampfl<br />
Das Bläserquintett „Pentákis“<br />
mit Riccarda Janissen<br />
Die Holzbläser vom „Denner Quartett“<br />
unter der Leitung von Werner Mayr<br />
Das Posaunenquartett „Zug4er“ unter der<br />
Leitung von Charlotte Rainer<br />
„MattEliastix“ , das Schlagzeugduo<br />
mit Martin Knoll<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 37
Blasmusik International<br />
Medienprofis unter sich<br />
6. ÖBV-Konferenz der Landesmedienreferenten<br />
Die Landesmedienreferenten am Ossiacher See (v.l.): Raphalea Dünser (Vorarlberg),<br />
Oskar Bernhard (ÖBV-Bundesschriftführer-Stellvertreter), Pia Sacherer (Kärnten),<br />
Rainer Schabereiter (Steiermark), Alexandra Sulyok (Tuba-Verlag), Stephan<br />
Niederegger (Südtirol), Ursula Schumacher (Salzburg), Renè Schwaiger (Tirol,<br />
Landesjugendreferent-Stellvertreter), Alois Loidl (Burgenland, Landesobmann) und<br />
Johanna Reiter (Wien)<br />
Die „Blasmusik“ (ehemals „ÖBZ – Österreichische<br />
Blasmusikzeitung“) ist das<br />
Fachmagazin des Österreichischen Blasmusikverbandes,<br />
das 10 Mal im Jahr im<br />
Tuba Musikverlag (Oberwart/Burgenland)<br />
erscheint - Doppelnummer: Jänner/Februar<br />
und Juli/August.<br />
Als Partnerverband im ÖBV arbeitet der<br />
Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) in<br />
der Redaktion mit und gestaltet u.a. auch<br />
eine Länderteilseite pro Ausgabe. Dies ist<br />
für die Blasmusik in Südtirol ein wichtiges<br />
Fenster über die Grenze hinaus, um den<br />
Freunden in Österreich monatlich einen kleinen<br />
Einblick in die VSM-Arbeit zu geben.<br />
Die Blasmusikzeitung war auch eines der<br />
Hauptthemen bei der ÖBV-Konferenz der<br />
Landesmedienreferenten, die Mitte Septem-<br />
ber in der Carintischen Musikakademie in<br />
Ossiach (Kärnten) stattgefunden hat. Unter<br />
der Leitung der im Mai beim ÖBV-Kongress<br />
in Bruneck neu gewählten Bundesmedienreferentin<br />
Raphaela Dünser stand für die<br />
Presse- und Medienreferenten der Bundesund<br />
Partnerverbände ein intensives und arbeitsreiches<br />
Wochenende an. Nach einem<br />
Impulsreferat von Joachim Kurz über das<br />
WARUM der Medienarbeit wurden in verschiedenen<br />
Workshops und offenen Diskussionsrunden<br />
die Funktionen und Aufgaben<br />
des Landesmedienreferenten, die neue<br />
ÖBV-Webseite (www.blasmusik.at) und die<br />
Blasmusikzeitung analysiert, auf Herz und<br />
Nieren geprüft und auseinandergenommen.<br />
Positives wie Negatives, aber auch Gelungenes<br />
und Nichtgelungenes wurden dabei<br />
besprochen. Zum Abschluss der Konferenz<br />
stand, wie schon in den vergangenen Jahren,<br />
auch ein Treffen mit dem Tuba-Verlag<br />
auf dem Programm. Dabei wurde mit<br />
Alexandra und Gerhard Sulyok allgemeine<br />
Themen, die Jahresplanung 2017 und die<br />
Zukunft der BLASMUSIK-Zeitung im Besonderen<br />
besprochen.<br />
Stephan Niederegger<br />
Im Jahre 2011 wurde am Konservatorium<br />
„Claudio Monteverdi“ in Bozen ein<br />
eigener Studiengang für Blasorchesterdirigenten<br />
eingerichtet. Der oberösterreichische<br />
Musikpädagoge, Komponist und<br />
Dirigent Thomas Doss hat maßgeblich<br />
am Aufbau dieses Studiengangs mitgearbeitet<br />
und diesen 5 Jahre lang geleitet.<br />
Nach dem Ausstieg von Doss wurde<br />
der Auftrag neu ausgeschrieben. Aus<br />
rund 50 Bewerberinnen und Bewerbern<br />
wurde nun der Lehrauftrag an den Pianisten<br />
und Diplom-Kapellmeister Walter<br />
Ratzek (Jahrgang 1960), dem ehemaligen<br />
Dirigenten des Musikkorps der<br />
deutschen Bundeswehr, übergeben.<br />
Stephan Niederegger<br />
Lehrstuhl für Walter Ratzek<br />
„Dirigieren beinhaltet für mich<br />
Leiten, Führen, Überzeugen -<br />
und das immer mit ausgeprägtem<br />
kreativen Gestaltungswillen und<br />
pädagogischem Geschick. Das<br />
reine Dirigierhandwerk ist schnell<br />
erlernt. Das Eigentliche der Musik<br />
steht aber zwischen den Zeilen. Mit<br />
einer verständlichen Schlagtechnik<br />
alleine ist es nicht getan. Die Vielfalt<br />
und Breite an Informationen soll<br />
dem Dirigenten die Wege zur<br />
Musik ebnen und ihm neue Welten<br />
erschließen.“ (Walter Ratzek)<br />
38<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik<br />
Hochkarätiges<br />
Musikantentreffen in Taisten<br />
Kärntner „edelBlech“ holt sich Sieg beim 1. Südtiroler Blasmusik Contest<br />
Beim 1. Südtiroler Blasmusik Contest in Taisten ging die sprichwörtliche „Post“ ab;<br />
die teilnehmenden Gruppen legten sich mächtig ins Zeug, um bei der Jury und dem<br />
Publikum zu punkten.<br />
Als Premiere kann die von der Musikkapelle<br />
Taisten am vergangenen 8. Oktober<br />
organisierte Veranstaltung unter dem<br />
Motto „SPIELT WOS GSCHEITS“ bezeichnet<br />
werden, galt es doch erstmals in Südtirol<br />
die mitreißendsten Blasmusiker zu küren.<br />
Ein brechend voller Saal begeisterter Zuhörer,<br />
motivierte Musikerinnen und Musiker,<br />
eine kompetente Jury und Moderatorin<br />
Claudia Bachmann, die dem Ganzen das<br />
gewisse Etwas gaben, machten die Veranstaltung<br />
zu einem vollen Erfolg.<br />
Die Spannung war groß, als am<br />
Samstagnachmittag die ersten Gruppen<br />
auf die Bühne kamen und musikalisch<br />
um die Gunst der Jury und des Publikums<br />
kämpften.<br />
Die kleinen und großen Blasmusikgruppen<br />
aus Südtirol, Österreich und<br />
Deutschland übertrafen bei Weitem alle<br />
Erwartungen. Es war unglaublich, was<br />
die Musikanten aus ihren Instrumenten<br />
herausholten: Eine Top-Tonqualität, tolle<br />
Arrangements und Solostellen, die bei<br />
den Zuhörern für Gänsehaut sorgten. Die<br />
Stückauswahl ging quer durch alle blasmusikalischen<br />
Genres: von der „Vogelwiese“<br />
oder dem „Astronautenmarsch“<br />
über jazzige Arrangements bis hin zu<br />
Popsongs wie Robbie Williams‘s „Let me<br />
entertain you“. Überhaupt war es toll, die<br />
Stimmung im Saal mitzuverfolgen: Einmal<br />
war es mucksmäuschenstill, dann wieder<br />
begeisternd laut mit stehenden Ovationen.<br />
Die Jury, bestehend aus Landeskapellmeister<br />
Sigisbert Mutschlechner, Schauspieler<br />
und Arrangeur Toni Taschler sowie<br />
Musikproduzent Erich Feichter und<br />
auch das Publikum waren sich in der Bewertung<br />
einig: Sieger wurde die Kärntner<br />
Gruppe „edelBlech“ mit 92,04 Punkten.<br />
Somit waren ihnen der Siegerscheck in<br />
Höhe von 1.500 Euro und ein Liveauftritt<br />
bei Norbert Rabansers RAI Südtirol -<br />
Frühschoppen sicher. Sie boten eine musikalisch<br />
erstklassige Aufführung und die<br />
Bühnenshow wurde extra für diese Veranstaltung<br />
einstudiert.<br />
Den zweiten Preis in Höhe von 600 Euro<br />
gewann die junge Eisacktaler Bläsergruppe<br />
„Sunnseit Brass“ mit 88,10 Punkten. Für<br />
die blutjungen Musiker aus der Gegend<br />
um Brixen war es erst der zweite Auftritt<br />
seit ihrer Gründung vor zwei Monaten!<br />
Dritte wurde, die aus ganz Südtirol zusammengewürfelte<br />
Gruppe „Southbrass“<br />
mit 85,71 Punkten. Sie kassierten immerhin<br />
noch 400 Euro als Preisgeld.<br />
Alle teilnehmenden Musiker, ob Gewinner<br />
oder nicht, waren von der Veranstaltung<br />
begeistert und so steht dem<br />
Blasmusik Contest Taisten 2.0 im Oktober<br />
2017 nichts mehr im Wege.<br />
Musikkapelle Taisten<br />
Wertungsergebnis<br />
Den höchste<br />
Punktezahl und<br />
die Siegespremie<br />
„kassierte“ die<br />
Kärntner Gruppe<br />
„edelBlech“,<br />
deren Musik und<br />
Showprogramm<br />
am meisten<br />
begeisterten.<br />
edelBlech, Kärnten 92,04<br />
Sunnseit Brass, Eisacktal 88,10<br />
Southbrass, Südtirol 85,71<br />
Böhmische der<br />
Pater Haspinger Kapelle 80,60<br />
St. Martin/ Gsies<br />
Blechzinnen, Toblach 79,22<br />
Jägerberg-Brass,<br />
Baden Württemberg<br />
78,56<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 39
Schätze des Blasmusik-Repertoires<br />
Ein 90-jähriger Autofreak<br />
Marcel Peeters und seine Suite „Car“ (Molenaar-Verlag)<br />
Der in Antwerpen geborene Komponist Marcel Peeters begibt sich mit seinem Werk<br />
„Car“ auf eine musikalisch-motorisierte Zeitreise durch das 20. Jahrhundert.<br />
Wenn Blasmusiker den Namen Marcel<br />
Peeters lesen, denken sie in erster Linie<br />
an seine großen Medleys wie „Dschungelbuch“<br />
oder „Jesus Christ Superstar“. Erste<br />
musikalische Erfolge hat der 1926 in Antwerpen<br />
geborene Musiker allerdings in anderen<br />
Sparten gefeiert.<br />
Nach zahlreichen Auftritten in Jazzclubs<br />
landete er in den späten fünfziger Jahren<br />
in der Schweiz, wo ihn Hans Moeckel für<br />
das Unterhaltungsorchester des Schweizer<br />
Senders Radio Beromünster engagierte.<br />
Kurz darauf wurde er Musiker und Arrangeur<br />
beim berühmten Hazy-Osterwald Sextett,<br />
dessen größter Hit „Kriminal Tango“ zu<br />
einem Evergreen wurde und auch heute<br />
noch in der Version für Blasorchester verfügbar<br />
ist. Bei mindestens einer weiteren<br />
Osterwald-Nummer („Der Fahrstuhl nach<br />
oben ist besetzt“) zeichnete Peeters darüber<br />
hinaus als Autor. Die Liste der Interpreten,<br />
für die Peeters seither geschrieben hat,<br />
liest sich wie ein „Who is who“ der Unterhaltungsmusik:<br />
Peter Alexander, Caterina<br />
Valente, Gitte Haenning, Udo Jürgens, Bill<br />
Ramsey, Peggy March sowie die Orchester<br />
von Kurt Edelhagen und Max Greger.<br />
Seit den frühen achtziger Jahren zog<br />
es Peeters wieder etwas näher in Richtung<br />
Heimat und er arbeitete fast 20 Jahre<br />
als Arrangeur für das Metropool-Orkest in<br />
Amsterdam.<br />
Über Pierre Kuijpers, damals Chefdirigent<br />
der Königlichen Militärkapelle Den<br />
Haag, gelangte er in Kontakt mit dem Molenaar-Verlag,<br />
für den er u.a. die eingangs<br />
erwähnten Arrangements schrieb. Aber<br />
auch Originalwerke wie „Abstractions“ oder<br />
„Car“ zieren seither sein Werkverzeichnis.<br />
Mit der kurz nach der Jahrtausendwende<br />
entstandenen fünfsätzigen Suite<br />
„Car“ hat Peeters eine besondere Form<br />
von Geschichtsreise unternommen: Anhand<br />
von charakteristischen Automodellen<br />
führt der Autofreak Peeters den<br />
Hörer quer durch das 20. Jahrhundert.<br />
Begonnen wird mit dem „Ford `26“ und<br />
es ist naheliegend, dass der Stil hier an<br />
die Tanzmusik aus den zwanziger Jahren<br />
erinnert. Nach einem kurzen Intro übernimmt<br />
das Trompetenregister die Melo-<br />
Notenbeispiel 1: Der Ford ’26 aus den zwanziger Jahren<br />
Notenbeispiel 2: Der VW Käfer als der Deutschen liebste Familienkutsche im beginnenden Aufschwung der Nachkriegsjahre<br />
40<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik<br />
die, begleitet von Haltetönen in den Klarinetten<br />
und einer prägnanten Bassfigur<br />
(Notenbeispiel 1).<br />
Der zweite Satz ist dem VW Käfer gewidmet.<br />
Die Melodie, die von den Klarinetten<br />
nach dem Intro gespielt wird (Notenbeispiel<br />
2), erinnert an Filme aus den fünfziger<br />
Jahren, wo deutsche Familien mit voll<br />
bepacktem Auto über die alte Brennerstraße<br />
Richtung Italien in den Urlaub gefahren<br />
sind. Im dritten Satz „Chevy `52“ ist<br />
der beschriebene Wagen um einiges größer.<br />
Nach einer etwas längeren Einleitung nimmt<br />
die Musik ab Takt 315 im wahrsten Sinne<br />
des Wortes „Fahrt auf“ (Notenbeispiel 3).<br />
Im vierten Satz geht es um einen Sportwagen<br />
des britischen Herstellers MG aus<br />
dem Jahr 1963. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung<br />
von „Car“ (2004) war die Firma<br />
noch in britischem Besitz. Sie wurde jedoch<br />
im Jahr darauf an einen chinesischen Investor<br />
verkauft. Marcel Peeters beschreibt<br />
die Fahrt mit diesem Wagen in Form eines<br />
schwungvollen Walzers (Notenbeispiel 4).<br />
Die Tempo-Angabe bei den meisten Sätzen<br />
liegt bei 120. Bei entsprechenden spieltechnischen<br />
Fähigkeiten im Orchester kann<br />
man im Finale, dass dem Ferrari 2000 gewidmet<br />
ist, durchaus noch „ein wenig Gas<br />
geben“. Auch hier wieder eine längere Einleitung,<br />
an deren Ende die Trompeten im<br />
Abstand einer kleinen Sekund eine Art Hupe<br />
imitieren, ganz nach dem Motto: „Platz da,<br />
jetzt komme ich.“ Vier Takte später setzt im<br />
Tutti eine swingende Melodie ein (verkürzt<br />
wiedergegeben in Notenbeispiel 5 durch<br />
die Bigband-Instrumente und den Bass.).<br />
Das Stück endet mit einer Wiederholung der<br />
„Hupe“ und sechs Tonwiederholungen im<br />
Unisono, die signalisieren, dass der Wagen<br />
nun zum Stehen gekommen ist.<br />
Joachim Buch<br />
Notenbeispiel 3: Der Chevy `52, ein wahres Prachtstück und Symbol der „großen Welt“<br />
Notenbeispiel 4: Schwungvoll unterwegs war man in den 60ern mit dem Sportwagen des britischen Herstellers MG<br />
Notenbeispiel 5: Der 5. Satz der Suite „Car“ ist dem italienischen Flitzer Ferrari 2000 gewidmet<br />
<strong>KulturFenster</strong><br />
Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />
Ihre Beiträge (Texte und Bilder) für die Blasmusikseiten senden Sie bitte an: kulturfenster@vsm.bz.it<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 41
Im Gedenken<br />
Musik, Gesang und Geselligkeit bestimmten sein Leben<br />
In memoriam Eduard Platzer 1935 – <strong>2016</strong><br />
Eduard Platzer verstarb im vergangenen<br />
August an den Folgen eines Unfalls.<br />
Am 04. August wurde in Burgeis unter<br />
großer Anteilnahme Eduard Platzer zu<br />
Grabe getragen. Eduard ist mit 81 Jahren<br />
nach einem tragischen Unfall ganz unerwartet<br />
verstorben.<br />
Er kam als junger Lehrer nach Burgeis<br />
in die Grundschule und wurde bald zum<br />
Schulleiter ernannt. Mit viel Herz und Charisma<br />
hat Eduard bis zur Pensionierung allen<br />
Burgeiser Kindern neben dem Lesen<br />
und Schreiben auch das Singen im Schulchor<br />
beigebracht.<br />
Eduard übernahm bald die Musikkapelle<br />
Burgeis und dirigierte diese über 36<br />
Jahre lang. In Anerkennung seiner Verdienste<br />
wurde er zum Ehrenkapellmeister<br />
ernannt. Gleichzeitig übernahm er<br />
die ehrenvolle Aufgabe als Organist, welche<br />
er bis zu seinem Tode über 50 Jahre<br />
lang in Freud und Leid gewissenhaft und<br />
verlässlich ausführte. Die Singgemeinschaft<br />
Burgeis wurde als Klosterchor Marienberg<br />
1986 gegründet und Eduard war Mitglied<br />
der ersten Stunde. Im Jahre 1998 über-<br />
nahm er als Chorleiter die Singgemeinschaft<br />
Burgeis bis zu seinem tödlichen<br />
Unfall. Ehrenamtlich war Eduard in verschiedenen<br />
Vereinen in Burgeis sehr aktiv<br />
und er hat sich immer für das Allgemeinwohl<br />
eingesetzt, wobei man besonders auf<br />
seine fröhliche Art und Geselligkeit zählen<br />
konnte. Auch beim Aufbau des Tourismus<br />
in Burgeis leistete er Pionierarbeit. In Anerkennung<br />
all seiner Verdienste hat die Dorfgemeinschaft<br />
Burgeis Eduard Platzer im<br />
Jahre 2015 die Ehrenbürgerschaft verliehen.<br />
Er war zudem Träger der Verdienstmedaille<br />
des Landes Tirol.<br />
Trotz seiner Ehrungen und Auszeichnungen<br />
ist Eduard immer Mensch geblieben<br />
und wir alle haben durch seinen unvorhersehbaren<br />
Unfall ein großes Vorbild,<br />
einen treuen Freund und einen guten Kameraden<br />
verloren.<br />
Lieber Eduard, wir werden Dich in<br />
ehrender Erinnerung behalten.<br />
Peppi Moriggl<br />
Ehrenkapellmeister der MK Unser Frau in Schnals<br />
Zur Erinnerung an Karl Gamper (1942 – <strong>2016</strong>)<br />
Karl Gamper, langjähriger Kapellmeister<br />
und Ehrenkapellmeister der MK Unser<br />
Frau in Schnals, ist im vergangenen Juni<br />
84-jährig verstorben.<br />
Am 15. Juni <strong>2016</strong> ist unser Ehrenkapellmeister<br />
Karl Gamper plötzlich und unerwartet<br />
von Gott, dem Herrn, zu sich gerufen<br />
worden. Die Musikkapelle hat mit<br />
ihm einen Kameraden verloren, der durch<br />
sein unermüdliches ehrenamtliches Wirken<br />
den Verein über viele Jahre geprägt<br />
und vorangebracht hat.<br />
Karl Gamper hat 1956 bei der Musikkapelle<br />
Unser Frau angefangen und war<br />
bis 1962 mit viel Leidenschaft als Klarinettist<br />
im Verein tätig. 1963 tauschte er<br />
die Klarinette mit dem Taktstock und war<br />
bis 1997 35 Jahre lang Kapellmeister der<br />
Musikkapelle. Karl hat in dieser Zeit einen<br />
Kapellmeisterlehrgang in St. Pauls<br />
und Dirigentenlehrgänge in Schlanders<br />
und in Innsbruck absolviert. Unterstützt<br />
von seiner Gattin Elisabeth führte er die<br />
Kapelle mit viel Fleiß, Geduld und Beharrlichkeit.<br />
Er erkannte rasch, wie wichtig<br />
die Jugendarbeit im Verein ist und<br />
setzte sich für die Ausbildung junger Musikanten<br />
ein. Seine Verdienste blieben<br />
nicht unbemerkt; Karl wurde mit dem<br />
Verdienstzeichen des VSM in Gold und<br />
der Verdienstmedaille des Landes Tirol<br />
ausgezeichnet. 1997 wurde er zum Ehrenkapellmeister<br />
der Musikkapelle Unser<br />
Frau ernannt.<br />
Lieber Karl, wir werden dein Wirken<br />
immer in guter Erinnerung bewahren.<br />
Musikkapelle Unser Frau – Schnals<br />
42<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Neues<br />
Blasmusik<br />
KONZERTMEISTER – die freie App<br />
für Musikverein und Chor<br />
Eine gut strukturierte und verständliche Terminplanung<br />
Eine Terminplanung ist für die erfolgreiche<br />
Arbeit in den Musikkapellen und Chören unumgänglich.<br />
Trotzdem müssen wegen innerer<br />
oder (meist) äußerer Umstände Proben oder<br />
Auftritte kurzfristig verschoben oder umgeplant<br />
werden.<br />
Internet und Handy machen es heutzutage<br />
möglich, dass die Informationen umgehend<br />
an alle Vereinsmitglieder weitergeleitet<br />
werden können. Eine Mischung aus Rund-<br />
Mail, Sammel-SMS, WhatsApp, Facebook<br />
und Telefonanrufen sind die gängigen Lösungen.<br />
Mancher Verein behilft sich auch<br />
mit einem Online-Kalender, der über ein Internetportal<br />
oder in einem Internetspeicher,<br />
einer sogenannten „Cloud“ (Dropbox o.ä.),<br />
abgelegt ist. Diese Vielfalt an Kommunikationswegen<br />
gestaltet es für alle Beteiligten aber<br />
oft schwierig den Überblick zu bewahren.<br />
Logo der Konzertmeister-APP<br />
Seit kurzem gibt es die App „Konzertmeister“<br />
fürs Smartphone. Diese will Musikvereine<br />
und Chöre genau bei dieser Herausforderung<br />
unterstützen.<br />
Konzertmeister bietet den Mitgliedern auf<br />
einfachem und direktem Weg eine klar strukturierte<br />
Terminübersicht mit direkter Möglichkeit<br />
zur Zu- oder Absage mit nur einem Klick.<br />
Diese Informationen sind sofort für den musikalischen<br />
Leiter ersichtlich, welcher jederzeit<br />
den Besucherstatus zu seinen erstellten<br />
Terminen beobachten kann. Somit weiß der<br />
Leiter jederzeit, welche Probe oder welcher<br />
Auftritt wie gut besucht sein wird und kann<br />
die Planung dementsprechend anpassen.<br />
Für eine detailliertere Strukturierung können<br />
die Mitglieder in Register eingeteilt werden<br />
und so auch Teil- oder Registerproben einfach<br />
festgelegt werden. Zudem gibt es auch<br />
die Möglichkeit, die Konzertmeister-Termine<br />
in einem privaten Kalender zu importieren<br />
und somit auch außerhalb der App jederzeit<br />
zur Verfügung zu haben.<br />
Stephan Niederegger<br />
Konzertmeister steht seit einigen Monaten<br />
für die Android und iOS Plattform<br />
kostenfrei zur Verfügung und<br />
ist seit kurzem auch für Italien freigeschaltet:<br />
www.konzertmeister.rocks<br />
Neue Noten von Gottfried Veit<br />
Sinfonischer Marsch <strong>Nr</strong>. II<br />
Bereits 1987 hat Gottfried Veit einen<br />
„Sinfonischen Marsch“ im italienischen<br />
Stil des Belcanto geschrieben, in Anlehnung<br />
an die „Marcia Sinfonica“ eines<br />
Mariano Bertolucci, Giovanni Orsomando<br />
oder Pietro Vidale. Dieser wurde schon<br />
bald von Lásló Marosi mit dem „Blasorchester<br />
der Franz Liszt Akademie Budapest“<br />
auf CD eingespielt. Wohl auch<br />
deshalb wurde diese Marschkomposition<br />
alsbald bekannt und genießt heute noch<br />
große Beliebtheit.<br />
Sowohl formal als auch stilistisch ist<br />
der neue „Sinfonische Marsch“ dem erfolgreichen<br />
Vorgänger angelehnt. Auch<br />
die Nummer II besitzt einen festlichen<br />
Charakter, ist im Viervierteltakt notiert<br />
und setzt vor allem das Klarinetten- und<br />
Tenorhorn-Register in Szene. Nach der<br />
feierlichen Einleitung stellen die Flöten<br />
und Klarinetten ein 8-taktiges Thema<br />
vor - eine einfache Melodie. Diese liegt<br />
auf einer ruhigen Basslinie auf, wobei<br />
der Nachstreich im Horn in den Posaunen<br />
verdoppelt wird. Nach einer wortwörtlichen<br />
Wiederholung der Einleitung<br />
übernimmt das Tenorhorn-Register mit<br />
Hinzunahme von 3. Klarinette, Bassklarinette<br />
und Fagott im Trio die Hauptmelodie,<br />
eine Variation des ursprünglichen<br />
Themas - diesmal in 16 Takten. Nach einer<br />
kurzen Überleitung folgt die Reprise<br />
des Themas im Tutti, das zum Finale<br />
nochmals das Einleitungsthema zitiert.<br />
Die Komposition ist in einer einfachen<br />
Tonsprache gehalten und mit einer ausgewogenen<br />
Besetzung leicht spielbar. Der<br />
Notendruck ist vollständig durch eventuell<br />
erforderliche Alternativstimmen ergänzt<br />
und beim Tirol Musikverlag in Zirl<br />
(www.tirolmusikverlag.at) erschienen.<br />
Stephan Niederegger<br />
Titelbild „Sinfonischer Marsch <strong>Nr</strong>. II“ von<br />
Gottfried Veit<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 43
Neues<br />
Sigismund Seidl und die Militärmusik Kärnten<br />
Zeitdokument eines sinfonischen Blasorchesters<br />
Titelbild der CD „Adieu … mein kleiner<br />
Gardeoffizier“<br />
1980 hat Sigismund Seidl als Nachfolger<br />
des damaligen Militärkapellmeisters Anton<br />
Othmar Sollfelner die Leitung der Militärmusik<br />
Kärnten in Klagenfurt übernommen.<br />
35 Jahre lang war er Dirigent und Chef<br />
dieses Klangkörpers - ein Rekord, denn er<br />
ist damit der längstdienende österreichische<br />
Militärkapellmeister seit Beginn der Donaumonarchie.<br />
Er war 12 Jahre lang Landeskapellmeister<br />
im Kärtner Blasmusikverband,<br />
von 2001 bis 2004 Bundeskapellmeister<br />
des Österreichischen Blasmusikverbandes,<br />
6 Jahre lang Präsident der gemeinsamen<br />
Sektion Österreich/Deutschland im Weltverband<br />
WASBE (World Association for Symphonic<br />
Bands and Ensembles) und Lehrer<br />
am Kärntner Landeskonservatorium in<br />
Klagenfurt. Seidl hat die Entwicklung der<br />
Militärmusik und der Blasmusik über die<br />
Grenzen Österreichs hinaus maßgeblich<br />
beeinflusst. Am 30. November 2015 ist<br />
er in den wohlverdienten Ruhestand gegangen,<br />
wohl auch mit etwas Wehmut im<br />
Herzen ob der leidvollen Diskussionen und<br />
ministeriellen Vorgaben zur Kürzung der<br />
Militärkapellen in Österreich. Auch wenn<br />
dieses Damoklesschwert mittlerweile abgewendet<br />
werden konnte und die Politik<br />
eingelenkt hat, sieht Seidl einen steinigen<br />
Weg: „Angesichts der Sparmaßnahmen,<br />
aber auch des Gegenwindes innerhalb der<br />
Reihen der Bundeswehr, wird es ein langer<br />
und schwieriger Weg, bis die Militärmusik<br />
in Österreich wiederum den Stellenwert<br />
erreicht, den sie bisher hatte", betonte<br />
er u.a. beim ÖBV-Kongress in Bruneck im<br />
vergangenen Mai.<br />
Sein musikalisches Vermächtnis ist nun<br />
auf der Doppel-CD "Adieu ... mein kleiner<br />
Gardeoffizier" dokumentiert – ein Zeitdokument<br />
eines großen sinfonischen Blasorchesters.<br />
Die insgesamt 40 eingespielten<br />
Werke widerspiegeln die jahrzehntelange<br />
Arbeit von Oberst Professor Sigismund<br />
Seidl. In diesem mit Sorgfalt zusammengestellten<br />
Rückblick steht die viel diskutierte<br />
und auch viel kritisierte avantgardistische<br />
Blasmusik etwas im Hintergrund.<br />
Der „Dienstmusik" wird dafür ein breiter<br />
Raum gewidmet. Natürlich dürfen die Trauermusik,<br />
Operettenmusik und die Wiener<br />
Musik ebenso wenig fehlen wie die Musik<br />
Kärntens und seiner Komponisten, typische<br />
Werke, die von der Militärmusik Kärnten in<br />
ihren Konzerten immer wieder aufgeführt<br />
wurden. Aber auch die populäre Unterhaltungsmusik<br />
ist vertreten. Daher wird der<br />
Schlusspunkt mit dem Evergreen "Time to<br />
Say Goodbye" von Francesco Sartori und<br />
dem unverwüstlichen "Adieu, mein kleiner<br />
Gardeoffizier" von Robert Stolz gesetzt.<br />
Der ehemalige Militärkommandant von<br />
Kärnten, Gunter Spath, bringt es im Booklet<br />
zur CD auf den Punkt: „Die Leistungen<br />
von Oberst Professor Sigismund Seidl<br />
reichten weit über das Militär hinaus, denken<br />
wir alleine an den Wert der intensiven<br />
Schulung hunderter Jungmusiker für die<br />
zivillen Blaskapellen. Wer diese CD hört,<br />
genießt ein besonderes Stück österreichischer<br />
Musikgeschichte, eine wertvolle Erinnerung<br />
an eine wegrationalisierte kulturelle<br />
Institution."<br />
Stephan Niederegger<br />
Drei Große der Österreichischen Blasmusik (v.l.): Sigismund Seidl, Anton Othmar<br />
Sollfelner und ÖBV-Bundeskapellmeister Walter Rescheneder<br />
<strong>KulturFenster</strong><br />
Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />
Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />
Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe des <strong>KulturFenster</strong>s ist<br />
Freitag, 13. Jänner 2017. Bitte Termin genau beachten!<br />
44<br />
<strong>KulturFenster</strong>
Kritisch hingehört<br />
Blasmusik<br />
„Kino im Kopf“ mit Vienna<br />
Brass Connection<br />
15. Internationales Brassfestival in Meran<br />
„Vienna Brass Connection“ bei ihrem ersten Auftritt in Südtirol im Rahmen des heurigen 15. Internationalen Brassfestivals in Meran<br />
Anfang Oktober ging in Meran die 15.<br />
Auflage des Internationalen Brassfestivals<br />
über die Bühne. Mit „Czech Brass“ waren<br />
die besten Blechbläser der Tschechischen<br />
Blechbläser-Szene in der Kurstadt zu Gast.<br />
Eine Woche später begeisterte der international<br />
bekannte Trompeter Jens Lindemann<br />
mit dem führenden amerikanischen Blechbläserensemble<br />
„All Star“ das Publikum im<br />
Kursaal. Zum krönenden Abschluss am 15.<br />
Oktober war das junge Blechbläserensemble<br />
„Vienna Brass Connection“ unter der<br />
Leitung von Johannes Kafka eingeladen.<br />
„Vienna Brass Connection“, das sind 17<br />
Blechbläser und 3 Schlagzeuger – sie haben<br />
ihre musikalischen Wurzeln in Wien<br />
mit all den multikulturellen, historischen<br />
und künstlerischen Einflüssen dieser musikgeladenen<br />
Metropole … und sie haben<br />
eines gemeinsam: die Liebe zur Musik in<br />
all ihren Facetten. Pünktlich zu ihrem ersten<br />
Gastauftritt in Südtirol wurde auch<br />
die neue CD veröffentlicht: „Open Minded!“<br />
Das musikalische Programm lädt<br />
den Zuhörer ein, aufgeschlossen zu sein<br />
und sich vorurteilslos auf viele musikalische<br />
Eindrücke einzulassen - auf dem<br />
Tonträger ebenso wie beim Live-Auftritt:<br />
Kino im Kopf!<br />
Der fulminante Auftakt mit Stephen Melillos<br />
„Godspeed!“ nimmt vorweg, was den<br />
Zuhörer erwartet: eine warme Tonfarbe,<br />
imposante Klänge und technische Virtuosität<br />
verzaubern vom ersten Akkord an.<br />
Der musikalische Trailer „mission@turan.<br />
imp“ aus der Feder von Leonhard Paul<br />
(Mnozil Brass) zitiert die cineastische Dramaturgie<br />
dieses Hollywood-Erfolges und<br />
verschmelzt gekonnt Jazz- und Opernmusik.<br />
Die atemberaubende Bändigung<br />
eines Drachens („How To Train Your Dragon“<br />
von John Powell) aus dem gleichnamigen<br />
Animationsfilm („Drachenzähmen<br />
leicht gemacht“), der Choral „O Magnum<br />
Mysterium“ von Morten Lauridsen und<br />
John Williams‘ Marsch aus „Superman“<br />
ergänzen die musikalische Achterbahnfahrt.<br />
Für das Publikum im Meraner Kursaal<br />
gibt es aber mehr als „nur“ Ausschnitte<br />
aus dem Tonträger: die Filmmusik („Geboren<br />
am 4. Juli“), ein beeindruckendes<br />
Arrangement des 2. Satzes aus Antonin<br />
Dvoraks „Neuer Welt“, John Williams „Liberty<br />
Fanfare“ und der immer noch faszinierende<br />
„MacArthur Park“ von Jimmy<br />
Webb bieten Spannung bis zum Schlussakkord<br />
und fesseln den begeisterten Zuhörer,<br />
der ab und an zögert zu applaudie-<br />
ren, da er die ausklingende Musik bis zur<br />
letzten Nuance aufsaugen will.<br />
Als Zugabe gibt es noch eine Nummer<br />
aus der neuen CD - die geschmeidige Ballade<br />
des faszinierenden Arrangements von<br />
„Don‘t Let The Sun Go Down“ (Elton John).<br />
Mit „Brass Machine“ von Mark Taylor, einer<br />
wahren Blechbläser-Orgie mit pulsierendem<br />
Rhythmus, verabschieden sich<br />
die 20 Musiker: „Auf Wiedersehen – hoffentlich<br />
bald wieder in Südtirol!“<br />
Stephan Niederegger<br />
Cover der CD „Open Minded“ - Vienna<br />
Brass Connection<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 45
Musikpanorama<br />
Bläserfreundschaft Bayern-Südtirol<br />
Stadtmusikkapelle Meran und Jugendchor Prisma zu Gast in Pocking<br />
Am 22. Oktober fuhr die Stadtmusikkapelle<br />
Meran und der Jugendchor Prisma nach<br />
Pocking, einer Kleinstadt in Bayern, um<br />
im Zuge der bestehenden Bläserfreundschaft<br />
ein Gemeinschaftskonzert mit dem<br />
dort ansässigen Orchester zu gestalten.<br />
Nach diversen Zwischenstopps, bei denen<br />
alle Studenten „einzusammeln“ waren,<br />
und der Ankunft am Zielort, fand in<br />
der Stadthalle eine Probe statt, wobei die<br />
ersten Kontakte mit dem Sinfonischen Blasorchester<br />
des Landkreises Passau geknüpft<br />
wurden. Um 19 Uhr war es dann<br />
soweit: Das Heimorchester eröffnete unter<br />
der Leitung von Hans Killingseder das<br />
Konzert. Nach einem gelungenen ersten<br />
Teil des Sinfonischen Blasorchesters ließ<br />
die Stadtmusikkapelle Meran gemeinsam<br />
mit dem Jugendchor Prisma unter<br />
der Leitung von Martin Graber den zweiten<br />
Teil folgen. Am Ende spielten beide<br />
Kapellen drei Stücke gemeinsam, was<br />
vom begeisterten Publikum mit großem<br />
Applaus belohnt wurde. Auch die mitgebrachten<br />
Gastgeschenke wie Äpfel und<br />
Wein aus Meran sowie die Geschenkskörbe<br />
mit Südtiroler Spezialitäten fanden<br />
großen Anklang. Der Abend endete<br />
mit einem gemeinsamen Essen und dem<br />
gemütlichen Beisammensein.<br />
Am darauffolgenden Tag ging es nach dem<br />
Frühstück weiter nach Passau. Nach einer<br />
Stadtführung von Hans Killingseder<br />
und dem Mittagessen wurde schließlich<br />
die Rückreise nach Meran angetreten.<br />
Elfriede Egger<br />
Gelungene Premiere mit dem „Musig Project“<br />
Jugendliches Gemeinschaftskonzert der Kapellen Villnöss, Teis und Peter Mayr Pfeffersberg<br />
In den meisten Musikkapellen gibt es Jugendkapellen<br />
und Ensembles, in denen der<br />
musikalische Nachwuchs die Gelegenheit<br />
bekommt, bis zum Eintritt in die Musikapelle<br />
zu musizieren. Um auch für die aktive<br />
Jugend in der Kapelle eine Möglichkeit zu<br />
bieten, in solch einer lockeren Atmosphäre<br />
zu spielen, haben der Jugendausschuss von<br />
Villnöss und die Jugendleiter von Teis und<br />
Pfeffersberg ein Gemeinschaftsprojekt organisiert,<br />
bei welchem dies ermöglicht werden<br />
sollte. Zielgruppe waren alle Musikantinnen<br />
und Musikanten der drei Kapellen<br />
bis 30 Jahren. Das „Musig Project“ fand im<br />
vergangenen Herbst zum ersten Mal statt.<br />
Bernhard Reifer, Kapellmeister der Musikkapelle<br />
Peter Mayr Pfeffersberg, wurde als<br />
musikalischer Leiter gewonnen. Er leitete mit<br />
viel Können die Proben, motivierte die Jugendlichen<br />
und traf eine interessante Programmauswahl.<br />
Beim Abschlusskonzert am<br />
13. November im vollbesetzten Kulturhaus<br />
Die Jungmusikanten der Musikapellen Villnöss, Teis und Peter Mayr Pfeffersberg fanden<br />
im „Musig Projekt“ eine gute Möglichkeit, gemeinsam zu musizieren.<br />
von St. Peter Villnöss präsentierte das Orchester<br />
moderne Stücke wie „Jesus Christ<br />
Superstar“, „Highway to Hell“ und „The Po-<br />
wer of Love“. Das Publikum jedenfalls ließ<br />
sich von der Musik mitreißen.<br />
Hanna Messner<br />
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<strong>KulturFenster</strong>
Blasmusik<br />
Frohe Weihnachten und ein<br />
gutes neues Jahr<br />
Der Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM),<br />
der Heimatpflegeverband Südtirol (HPV),<br />
der Südtiroler Chorverband (SCV)<br />
sowie die Schriftleitung mit den Redaktionen<br />
der Zeitschrift KULTURFENSTER<br />
wünschen allen frohe, gesegnete Weihnachten<br />
und viel Glück und Segen im neuen Jahr 2017.<br />
<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 47
Impressum<br />
Mitteilungsblatt des Verbandes Südtiroler<br />
Musikkapellen, des Südtiroler Chorverbandes<br />
und des Heimapflegeverbandes Südtirol<br />
Eigentümer und Herausgeber:<br />
Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen<br />
Ermächtigung Landesgericht Bozen<br />
<strong>Nr</strong>. 27/1948<br />
Schriftleiter und im Sinne des Pressegesetzes<br />
verantwortlich:<br />
Dr. Alfons Gruber<br />
Als Pressereferenten für die Darstellung der<br />
entsprechenden Verbandsarbeit zuständig:<br />
VSM: Stephan Niederegger,<br />
E-Mail: kulturfenster@vsm.bz.it<br />
SCV: Paul Bertagnolli,<br />
E-Mail: bertagnolli.paul@rolmail.net<br />
HPV: Sylvia Rottensteiner,<br />
E-Mail: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />
Unverlangt eingesandte Bilder und Texte<br />
werden nicht zurückerstattet.<br />
Redaktion und Verwaltung:<br />
Verband Südtiroler Musikkapellen,<br />
I-39100 Bozen, Schlernstraße 1, Waltherhaus<br />
Tel. 0471 976387 - Fax 0471 976347<br />
E-Mail: info@vsm.bz.it<br />
Einzahlungen sind zu richten an:<br />
Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen,<br />
Waltherhaus<br />
Raiffeisen-Landesbank, BZ<br />
IBAN: IT 60S03493 11600 0003000 11771<br />
SWIFT-BIC: RZSBIT2B<br />
Jahresbezugspreis: Euro 20<br />
Gefördert von der Kulturabteilung<br />
der Südtiroler Landesregierung.<br />
Druck: Ferrari-Auer, Bozen<br />
Das Blatt erscheint als Zweimonatszeitschrift,<br />
und zwar jeweils am 15. Februar, April, Juni,<br />
August, Oktober und <strong>Dezember</strong>.<br />
Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen<br />
Vormonats.<br />
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<strong>KulturFenster</strong>