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KulturFenster Nr. 06/2016 - Dezember 2016

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-70% – NE BOLZANO – 68. Jahrgang<br />

<strong>Nr</strong>. 6 | DEZEMBER | <strong>2016</strong><br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />

Verbindung Langtaufers Kaunertal<br />

Gesamttiroler Wertungssingen in Innsbruck<br />

Gehört die Musik (nicht) allen?


• Geleitwort •<br />

• Inhalt •<br />

• Heimatpflege<br />

„Himmelsstürmer“<br />

• Chorwesen<br />

Citius, altius, fortius – schneller, höher,<br />

weiter. Diese Aufforderung zum Superlativ<br />

stammt aus der Antike und wurde zum Motto<br />

der modernen olympischen Spiele. Die Teilnahme<br />

an den Spielen wurde in den Hintergrund<br />

gedrängt, im Vordergrund stand das<br />

Streben nach immer mehr.<br />

Dieser Trend zur Höchstleistung, zum<br />

Himmelssturm, kennzeichnet auch unsere<br />

Zeit. Wer nicht schneller, kräftiger als der<br />

Nachbar – der Gegner – ist, hat das Nachsehen.<br />

Der kommt auf die Schattenseite des<br />

Lebens und wird dort nicht oder kaum beachtet.Himmelsstürmer<br />

gibt es auch hierzulande<br />

zuhauf. Von einem derartigen „Sturm“<br />

ist ausführlich in dieser Ausgabe des Kultur-<br />

Fensters die Rede. Es geht um die geplante<br />

Verbindung des Langtauferertales im oberen<br />

Vinschgau mit dem Kaunertal auf Nordtiroler<br />

Seite. Die Obleute und Vorstgandsmitglieder<br />

der Nord-, Ost-, Süd- und Welschtiroler Heimatpfleger<br />

haben sich am 12. November in<br />

Langtaufers zur 30. Generalversammlung getroffen<br />

und im Zentrum der Beratungen stand<br />

nur ein Punkt: der schitechnische Zusammenschluss<br />

von Langtaufers mit dem Kaunertal.<br />

Dabei wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet<br />

(vgl. S. 4/5), die an Deutlichkeit<br />

nichts zu wünschen übrig lässt.<br />

Die Verbindung, sollte sie denn Wirklichkeit<br />

werden, hätte einen nicht mehr gutzumachenden<br />

gewaltigen Eingriff in eine weitgehend<br />

noch intakte Naturlandschaft zur Folge.<br />

Das Tal würde zu einem Rummelplatz verkommen<br />

mit all den Folgen, den der Massentourismus<br />

mit sich bringt. Die Heimatpfleger<br />

wollen ihre Ablehnung jedoch nicht als Fundamentalopposition<br />

gegenüber Tourismusprojekten<br />

verstanden wissen, sondern als Signal,<br />

Projekte der Nachhaltigkeit zu entwickeln, die<br />

Langtaufers im Besonderen und Südtirol im<br />

Allgemeinen zum Vorteil gereichen. So wird<br />

auch die Landesregierung aufgefordert, Langtaufers<br />

mit „zukunftweisenden, nachhaltigen<br />

und naturerhaltenden Konzepten“ zu unterstützen.<br />

Statt Himmelssturm also ein klares<br />

Plädoyer für den sanften Tourismus.<br />

Alfons Gruber<br />

• Blasmusik<br />

Generalversammlung der<br />

Gesamttiroler Heimatpfleger 3<br />

Skitechnischer Zusammenschluss<br />

Langtaufers-Kaunertal<br />

– Abschlusserklärung 5<br />

Herbsttagung derSachbearbeiter<br />

im Heimatpflegeverband 7<br />

Zwanzig Jahre Heimatpflegeverein<br />

Naturns-Plaus 8<br />

Internationale Bergbautagung<br />

in Nals: Baurelikte als Zeitzeugen 10<br />

Bußkreuz-Restaurierung<br />

bei St. Zeno in Naturns 11<br />

„Kathrein stellt den Tanz ein“:<br />

57. Landeskathrein-Tanzfest in Meran 12<br />

Deutsche Sprachinsel Fersental 13<br />

Agnes Andergassen erhält<br />

Verdienstkreuz des Landes Tirol 14<br />

Büchertisch 15<br />

Mit Leistung zur Freude 16<br />

Sechstes Gesamttiroler<br />

Wertungssingen in Innsbruck 17<br />

Ein kleines Weihnachtslied<br />

von Armin Thomaser 20<br />

Jänner-Seminar des<br />

Vereins „cantare et sonare“ 22<br />

Fortbildung mit Veronica Bertsch:<br />

Kindergerechte Tonlage<br />

ist das Wichtigste 23<br />

Chorleiterseminar in Schloss Goldrain 24<br />

Neuer Präsident des<br />

Österreichischen Chorverbandes<br />

stellt 5-Punkte-Programm vor 25<br />

Herbsttagung der AGACH<br />

in Zell am See 25<br />

Stimmgabel 26<br />

Ein neues Vorweg 28<br />

Grundlagen der professionellen<br />

Vereinsführung in Theorie und Praxis 29<br />

Vereinssitzungen professionell leiten 31<br />

Dritte Auflage der Südtiroler Dirigentenwerkstatt 33<br />

Musik in Bewegung als<br />

Herausforderung und Chance 34<br />

Programmvorschau 36<br />

Fünf Südtiroler Ensemble in Graz 37<br />

Medienprofis unter sich 38<br />

Hochkarätiges Musikantentreffen in Taisten 39<br />

Marcel Peeters und seine Suite „Car“ 40<br />

Sigismund Seidl und die Militärmusik Kärnten 44<br />

15. Internationales Brassfestival in Meran 45<br />

Musikpanorama 46<br />

2<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Vorweg<br />

Heimatpflege<br />

30. Generalversammlung der<br />

Gesamttiroler Heimatpfleger<br />

Einstimmig gegen die skitechnische Verbindung der Skizonen<br />

Langtaufers und Kaunertal<br />

Die Gesamttiroler Heimatpfleger ließen sich über die zweifelhafte Entstehung des Reschen Stausees ausführlich informieren.<br />

(Fotos: Sylvia Rottensteiner)<br />

Am Samstag, 12.11.<strong>2016</strong>, trafen sich<br />

die Vorstandsmitglieder der Gesamttiroler<br />

Heimatpfleger in Langtaufers zur 30. Generalversammlung,<br />

um sich ein Bild von<br />

der Schönheit und Unversehrtheit dieses<br />

einzigartigen Tales zu machen und über<br />

den geplanten skitechnischen Zusammenschluss<br />

von Langtaufers mit dem Kaunertal<br />

zu beraten und diskutieren. Ergebnis der<br />

Versammlung war eine Abschlusserklärung<br />

gegen das geplante Bauvorhaben, welches<br />

bereits an die Verantwortungsträger übermittelt<br />

wurde.<br />

Früh morgens trafen sich die Vertreter<br />

Gesamttirols in Bozen, um gemeinsam den<br />

Weg nach Langtaufers anzutreten. Ein bezeichnendes<br />

Ziel im Jahre <strong>2016</strong>, zumal das<br />

Kulturfenster schon ausführlich über die<br />

vehemente Ablehnung des skitechnischen<br />

Zusammenschlusses Langtaufers-Kaunertal<br />

berichtet hat. Die Führungsriege der<br />

Heimatpfleger wollte sich auf diese Weise<br />

anschaulich über die Auswirkungen einer<br />

Durchführung des Vorhabens informieren.<br />

Kultur und Natur im Zentrum<br />

In Graun, direkt am internationalen<br />

Mahnmal, erwartete Richard Fliri die bunt<br />

gemischte Gruppe. Richard Fliri fungierte<br />

in diesem Jahr als Gastgeber und Ansprechpartner<br />

für die Belange des Langtauferertales.<br />

Der Künstler und Experte für<br />

biologisches Bauen informierte bei frostigen<br />

Das einzigartige Strohhaus von Richard<br />

Fliri<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 3


Vorweg<br />

Stellen Sie sich Folgendes vor: Träger,<br />

Seile und Gondeln sind die Protagonisten<br />

dieses Bildes! Nicht denkbar, oder?<br />

Windböen über die Hintergründe der Flutung<br />

des Reschensees, über die Übervorteilung<br />

der Einwohner und über die Nachtund<br />

Nebelaktionen der Verantwortlichen.<br />

Das einzige Zeugnis dieses Frevels – heute<br />

bestens dokumentiert am Ufer des Sees –<br />

gemahnt den Besucher an die Ereignisse<br />

der Nachkriegszeit.<br />

Beispiel biologischer Baukultur<br />

Als Gastgeber führte Richard Fliri die geballte<br />

Elite der Heimatpfleger zu sich nach<br />

Hause. Dieses Zuhause macht schon seit<br />

geraumer Zeit von sich reden. Als dreistöckiges<br />

Strohhaus ist es weltweit nämlich<br />

einzigartig.<br />

Zwei Dinge blieben den erstaunten Betrachtern<br />

einträglich in Erinnerung: Wände<br />

und Decken sind ausschließlich aus gepresstem<br />

Stroh und als solche statisch<br />

tragend. Noch beeindruckender die Tatsache,<br />

dass das Haus auf 1850 Metern<br />

Meereshöhe ohne Heizung auskommt.<br />

Zwischen 19 und 21 Grad Raumtemperatur<br />

werden durch die Klimahaus-Standards<br />

nämlich erreicht.<br />

Höhepunkt des Tages<br />

Neben kulinarischen Besonderheiten,<br />

die ob ihrer hervorragenden Organisation<br />

sicherlich nicht unerwähnt bleiben dürfen,<br />

stand die Generalversammlung als Höhepunkt<br />

auf der Tagesordnung. Der eigentliche<br />

offizielle Akt beschränkte sich dann<br />

allerdings auf Formalitäten, denn vom frühen<br />

Morgen bis zum Abschied beschäftigte<br />

die Ausflügler vorwiegend das eine Thema:<br />

die skitechnische Verbindung der Skizonen<br />

Langtaufers und Kaunertal. Besiegelt wurden<br />

die Verhandlungen mit einer Resolution,<br />

die auf den folgenden Seiten wortgetreu<br />

wiedergegeben ist. In dieser sprechen<br />

sich die anwesenden Heimatpfleger einstimmig<br />

gegen die Realisierung dieses Vorhabens<br />

aus. Im Januar soll das endgültige<br />

Schlusswort gesprochen werden; die Heimatpfleger<br />

rechnen mit einer positiven Entscheidung<br />

für das Juwel Langtaufers. SR<br />

67. Vollversammlung des<br />

Heimatpflegeverbandes<br />

Samstag, 8. April 2017<br />

Pastoralzentrum, Domplatz 2, Bozen<br />

Beginn um 14:00 Uhr<br />

Diesjähriger Schwerpunkt der Tagesordnung sind die Neuwahlen<br />

der einzelnen Gremien. Zum ersten Mal wird hierbei aufgrund<br />

der Statutenänderung nach dem neuen System gewählt. Demnach<br />

sind nur mehr die Mitgliedsvereine, welche die Säulen des<br />

Verbandes darstellen, stimmberechtigt.<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Ihre Beiträge für die Heimatpflege senden Sie bitte an: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />

Für etwaige Vorschläge und Fragen erreichen Sie mich unter folgender Nummer: 347 0325027 (Sylvia Rottensteiner)<br />

4<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Das Thema<br />

Heimatpflege<br />

Skitechnischer Zusammenschluss<br />

Langtaufers-Kaunertal<br />

Abschlusserklärung<br />

(v.l.n.r.) Richard Fliri, Sylvia Rottensteiner, Agnes Andergassen, Walter Eccli (Obmann der Welschtiroler Heimatpfleger), Margareth<br />

Zöggeler, Claudia Plaikner (Landesobmann-Stellvertreterin), Franz Fliri (Bezirksobmann der Vinschger Heimatpfleger), Peter<br />

Ortner (Landesobmann), Konrad Roider (Obmann der Tiroler Heimatpfleger), Oscar Dibiasi (Vorstand HV-Südtirol), Barbara<br />

Knoflach (Vorstand HV-Nordtirol), Siegfried Patscheider, Monika Zoller (Vorstand HV-Nordtirol), Oswald Fliri, Josef Vieider,<br />

Toni Puner (Vorstand HV-Südtirol) und Walter Nicoletti (Vorstandsmitglied Welschtiroler Heimatpfleger); vorne: Sabine Comploj<br />

(Geschäftsführerin HV-Nordtirol), Gabriele Neumann (Vorstand HV-Nordtirol) und Josef Oberhofer (Geschäftsführer HV-Südtirol)<br />

(Foto: Josef Oberhofer)<br />

Die Obleute und Vorstandsmitglieder<br />

der Nord-, Ost-, Süd- und Welschtiroler<br />

Heimatpfleger haben sich am Samstag,<br />

12.11.<strong>2016</strong>, in Langtaufers zur 30. Generalversammlung<br />

getroffen, die heuer<br />

ganz im Zeichen des umstrittenen skitechnischen<br />

Zusammenschlusses Langtaufers-Kaunertal<br />

stand. Die Heimatpflegerinnen<br />

und Heimatpfleger Gesamttirols<br />

haben bereits vorab die Projektunterlagen<br />

der Oberländer Gletscherbahnen AG eingehend<br />

studiert, die verschiedenen Stellungnahmen<br />

von namhaften Vereinen und<br />

Verbänden dazu analysiert und sich nun<br />

am Ort des Geschehens noch ein Bild von<br />

den geplanten Eingriffen in die Natur- und<br />

Kulturlandschaft gemacht.<br />

Sie sind zu folgendem Ergebnis gekommen:<br />

• Seit mehr als einem Jahrzehnt wird<br />

über die skitechnische Verbindung<br />

vom Langtauferertal zum Kaunertaler<br />

Gletscherskigebiet gesprochen,<br />

ohne dass ein klares Konzept dafür<br />

bestanden hätte, welches das Vorhaben<br />

schlüssig in langfristige und wirtschaftliche<br />

Überlegungen eingebunden<br />

hätte.<br />

• Das Projekt in der vorgelegten Form ist<br />

ein massiver Eingriff in eine der wenigen<br />

verbliebenen intakten Landschaften<br />

Südtirols mit einer Beeinträchtigung<br />

des sensiblen Ökosystems, die in<br />

überschaubaren Zeiträumen nicht wird<br />

rückgängig gemacht werden können.<br />

• Es ist die einseitige Präjudizierung<br />

einer Ausrichtung auf Massentourismus,<br />

der keinen nachhaltigen Trend<br />

für die Region darstellt.<br />

Die Gesamttiroler Heimatpfleger sind<br />

beunruhigt, zumal das Vorhaben keinerlei<br />

Aspekte enthält, die auf die Besonderheiten<br />

des Langtauferertales eingehen,<br />

sondern einer phantasielosen Fortschreibung<br />

bestehender und abgenützter Konzepte<br />

nach dem Motto „Mehr vom Gleichen“<br />

entspricht. Völlig unberücksichtigt<br />

bleibt, dass nach anerkannten Progno-<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 5


Das Thema<br />

Blick ins Langtauferertal<br />

sen der klassische „Aufstiegshilfen-Alpinskitourismus“<br />

international sinkende<br />

Tendenz aufweist. Damit ist eine Verdrängungswettbewerbssituation<br />

mit einer die<br />

Existenz bedrohenden Preisspirale nach<br />

unten vorprogrammiert. Für den Tourenskisektor,<br />

der nach Einschätzung der EU-<br />

RAC Bozen mittelfristig eine erstaunliche<br />

Wachstumsrate von 5 Prozent pro Jahr<br />

aufweist, ist im vorgelegten Konzept hingegen<br />

kein Platz.<br />

Andere Gebiete Südtirols, wie z.B. das<br />

Gemeindegebiet von Wengen im Gadertal,<br />

haben gezeigt, dass auf der kleinteiligen<br />

Ebene von Talschaften oder Gemeinden<br />

alternative Konzepte sehr wohl erfolgreich<br />

umgesetzt werden können.<br />

Langtaufers könnte sich mit (auch familientauglichen)<br />

Angeboten wie Wandern,<br />

Skitourengehen, Naturbeobachtung, Erlebnis-<br />

und Bildungsprogrammen als„wahre<br />

Wellness-Oase − fernab von Jacuzzi und<br />

Turkish Bath“ profilieren. Es mag stimmen,<br />

dass mit solchen Konzepten keine Massen<br />

angezogen werden. Wenn Langtaufers mit<br />

Eigeninitiative und dem Wohlwollen der Landesverwaltung<br />

mit „Können“, „Authentizität“<br />

und „Nachhaltigkeit“ in einen zukunftsträchtigen<br />

Tourismus investiert, muss das<br />

Tal nicht in Investorenhände abdriften. Massentourismus<br />

ist das Letzte, was das Langtauferertal<br />

braucht oder verkraften kann!<br />

Wenn in Beherbergungsbetrieben, welche<br />

ohne Rücksicht auf die lokalen Gegebenheiten<br />

Erweiterungsinvestitionen getätigt<br />

haben, Überkapazitäten entstanden<br />

sind, so müssen diese betriebswirtschaftlich<br />

bereinigt werden. Solche Fehlentscheidungen<br />

sind das Risiko des Unternehmers.<br />

Sie mit einer nicht tragfähigen Großinvestition<br />

abfedern zu wollen, würde die Situation<br />

nicht verbessern, sondern lediglich<br />

das wirtschaftliche Gefüge einer gesamten<br />

Talschaft aufs Spiel setzen.<br />

Die einzige erkennbare betriebswirtschaftliche<br />

Sinnhaftigkeit des Projektes<br />

liegt darin, dass damit die lange Zufahrt<br />

zur Talstation der Karlesjochbahn im Nordtiroler<br />

Kaunertal, die derzeit nur über eine<br />

nicht wintersichere Mautstraße umgangen<br />

werden kann, erreichbar ist. Das Langtauferertal<br />

würde also mit deutlich vermehrtem<br />

Verkehrsaufkommen zur Erhöhung<br />

der Attraktivität des Kaunertaler<br />

Gletscherskigebietes beitragen, dabei aber<br />

seine Identität und seine Alleinstellungspotenziale<br />

aufgeben, ohne selbst davon<br />

zu profitieren. Dass der Handlungsspielraum<br />

der lokalen Bevölkerung angesichts<br />

der Übermacht eines ausländischen Investors<br />

ziemlich eingeschränkt sein wird,<br />

dürfte elementar einsichtig sein. Die Eigenbestimmung<br />

wird durch dominante<br />

Fremdbestimmung ersetzt.<br />

Die Haltung der Gesamttiroler Heimatpfleger<br />

darf nicht als "Fundamentalopposition"<br />

gegenüber Tourismusprojekten<br />

verstanden werden. Im gegenständlichen<br />

Fall gründet sich die Haltung auf Bedenken<br />

gegenüber mikro- und makroökonomisch<br />

fragwürdigen Vorhaben, die möglicherweise<br />

Interessen einiger Weniger<br />

dienlich sein mögen, aber Überlegungen<br />

zur Nachhaltigkeit und zur regionalen Entwicklung<br />

gänzlich vermissen lassen, und<br />

somit im Interesse Südtirols im Allgemeinen<br />

und des Langtauferertals im Besonderen<br />

abzulehnen sind.<br />

Die Gesamttiroler Heimatpfleger fordern<br />

daher die verantwortlichen Entscheidungsträger<br />

in Nord- und Südtirol<br />

auf, dieses Vorhaben entschieden abzulehnen!<br />

Im Gegenzug soll das Langtauferertal<br />

in zukunftsweisenden, nachhaltigen<br />

und naturerhaltenden Konzepten<br />

unterstützt werden.<br />

Für die Gesamttiroler Heimatpfleger<br />

Peter Ortner<br />

Vorsitzender<br />

Konrad Roider<br />

Obmann der Tiroler Heimatpflege<br />

Eccli Walter<br />

Welschtiroler Heimatpfleger<br />

6<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Informiert & Reflktiert<br />

Heimatpflege<br />

Erhalt der Kulturlandschaft<br />

und der Kulturgüter<br />

Herbsttagung der Sachbearbeiter im Heimatpflegeverband<br />

(v.l.n.r.) Verbandssekretärin Margareth Zöggeler, Dietmar Oberthaler, Paul Alber, (dahinter) Margareth Rottensteiner, Toni Puner,<br />

Ernst Pohl, Othmar Malaier, Josef Bernhard, Hubert Hofer, Paul Prader, Peter Holzmann, Franz Fliri, (vorne) Hans Raich, Martin<br />

Weissteiner, Landesobmann Peter Ortner und Albert Premstaller (Foto: Josef Oberhofer)<br />

609 betreute Beitragsansuchen, über<br />

10.000 zurückgelegte Kilometer, mehr als<br />

8.000 ehrenamtliche Beratungsstunden und<br />

rund 1,5 Millionen Euro vermittelte Landesbeiträge.<br />

Dies waren nur einige der Zahlen<br />

und Fakten, die Verbandsgeschäftsführer<br />

Josef Oberhofer beim diesjährigen Herbsttreffen<br />

der Sachbearbeiter in Schenna präsentieren<br />

konnte.<br />

Die Südtiroler Kulturlandschaft stellt ein<br />

einzigartiges Ensemble von traditioneller<br />

Baukultur und vom Menschen über die<br />

Jahrhunderte gestalteter Landschaft dar.<br />

Die Erhaltung der Kulturlandschaft und<br />

der Kulturgüter ist ein gemeinsames Ziel<br />

des Heimatpflegeverbandes Südtirol und<br />

der Landesabteilung Natur, Landschaft und<br />

Raumentwicklung. 16 Sachbearbeiter kümmern<br />

sich Jahr für Jahr um die bäuerlichen<br />

Klein- und Flurdenkmäler, beraten die Gesuchsteller<br />

und nehmen die erforderlichen<br />

Lokalaugenscheine vor. Am 21.Oktober<br />

legten die Sachbearbeiter aus dem ganzen<br />

Land beim Jahrestreffen in Schenna eine<br />

positive Bilanz ihrer Tätigkeit vor.<br />

Traditionelles Gesicht gewahrt<br />

Die Vielfalt landschaftsprägender Bestandteile<br />

der Tiroler Kulturlandschaft<br />

konnte auf diese Weise erhalten und Jahrhunderte<br />

altes bäuerlich-handwerkliches<br />

Können weitergegeben werden. „Durch<br />

diese Maßnahmen wird ein Stück Volkskul-<br />

tur erhalten und das traditionelle Gesicht<br />

unserer einmaligen, von Bauernhand geschaffenen<br />

Kulturlandschaft gerettet“, sagte<br />

Landesobmann Peter Ortner. Verbandsgeschäftsführer<br />

Josef Oberhofer äußerte sich<br />

erfreut über die positive Bewusstseinserweiterung<br />

in der Bevölkerung zu Umweltschutz<br />

und Landschaftspflege und dankte<br />

für die wertvolle Arbeit der Sachbearbeiter<br />

und für die gute Zusammenarbeit mit<br />

der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung.<br />

Ein Besuch in den Gärten von Schloss<br />

Trauttmansdorff und ein gemeinsames<br />

Mittagessen im Wirtshaus Thurnerhof in<br />

Schenna mit anschließendem Gedankenaustausch<br />

rundeten den Tag ab.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 7


Aus Verband und Bezirken<br />

Ein rundes Jubiläum<br />

20 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />

Ausstellung: 20 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />

Am Freitag, 11.11.<strong>2016</strong>, "Martinitag",<br />

konnte der Heimatpflegeverein Naturns-<br />

Plaus im Bürger- und Rathaus sein zwanzigjähriges<br />

Bestandsjubiläum feiern. Die Gründungsurkunde<br />

war am 12. Februar 1996<br />

von 40 Personen unterschrieben worden.<br />

Heute weist der Verein 164 Mitglieder auf.<br />

Rückblick<br />

Ohne die Initiative und den tatkräftigen<br />

Einsatz von Hermann Wenter wäre es wahrscheinlich<br />

nie soweit gekommen. Am Fronleichnamstag<br />

1995 beteiligte er sich an<br />

der Prozession in Bayrischzell und war tief<br />

beeindruckt von der Festlichkeit und der<br />

Vielfalt an Trachten. In der Folge gab es<br />

Gespräche mit Anita Egger vom dortigen<br />

Trachtenverein und deren Mann Toni Egger,<br />

welcher aus Hafling stammt. Der älteste<br />

Trachtenerhaltungsverein Deutschlands<br />

übernahm daraufhin die Patenschaft für<br />

den neu zu gründenden Verein in Naturns.<br />

Für unseren Verein stand von vornherein<br />

fest, dass es nicht ein reiner Trachtenverein<br />

werden sollte, sondern dass die vielfältigen<br />

Anliegen, die im Begriff Heimat vereint<br />

sind, Platz haben sollten.<br />

Nach 20 erfolgreichen Jahren…<br />

Seither sind zwanzig Jahre wie im Flug<br />

vergangen. Zum "Huamatfeschtl" konnte<br />

der Obmann Sepp Pircher den Dekan von<br />

Naturns, Rudolf Hilpold, Bürgermeister Andreas<br />

Heidegger mit Gemeindereferenten<br />

und Gemeinderäten, Franz Fliri in Vertretung<br />

des Landesobmannes Peter Ortner<br />

und Landesrat Arnold Schuler begrüßen.<br />

Im Rahmen des Festes wurde Rückschau<br />

auf die vielfältigen Tätigkeiten gehalten.<br />

In 12 Bildern oder Schaukästen wurden<br />

die wichtigsten Themen- und Tätigkeitsbereiche<br />

des Heimatpflegevereins dargestellt.<br />

Das Konzept dafür stammt von Karl<br />

Heinz Steiner. Josef Pircher, der Obmann<br />

des Heimatpflegevereins, erklärte kurz die<br />

einzelnen Inhalte: Wie alles begann − die<br />

Gründung des Vereins, Kennenlernen −<br />

Kulturfahrten und Wanderungen, Trocht −<br />

Kleider machen Leute, Feste feiern − Patrozinien,<br />

Musik und Gesang, Publikationen<br />

– Bücher, welche vom Heimatpflegeverein<br />

mit verschiedenen Autoren herausgegeben<br />

wurden, Kostbarkeiten − Restaurierungen<br />

liturgischer Gegenstände,Restaurierungen<br />

− Bildstöcke, Kapellen, Mühlen, "Lorenzi"<br />

− die Arbeiten rund um die Ruinen, vor<br />

allem rund um den Acker, Ausstellungen<br />

− Alexander Lanpacher, Sterbebildchen,<br />

8<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

"Winkler Wascht" u.a., Singen und Spielen<br />

− Singspiele und Theater, Bauen – Wertvolles<br />

erhalten und Neues zulassen, Zukunftsmusik<br />

– Projekte, die angegangen<br />

werden sollen oder bereits in Arbeit sind.<br />

„Heimat ist ein warmes Nest“<br />

Sepp Pircher sagte, dass Heimat ein<br />

Urbedürfnis des Menschen sei. Wir verbinden<br />

damit Geborgenheit, Sicherheit,<br />

Schutz und Verständnis. Heimat ist ein<br />

warmes Nest. Man kann die Menschen<br />

aus der Heimat vertreiben, aber die Heimat<br />

nicht aus den Menschen. Heimatpflege<br />

ist im weitesten Sinn Schutz unseres<br />

Lebensraumes, die Erhaltung der Naturund<br />

Kulturlandschaft, Schutz der geistigen<br />

Werte, die Erhaltung des Friedens in<br />

der Familie, im Dorf, im Land und unter<br />

den Völkern. Heimatpflege ist daher nicht<br />

eine Sache von gestern, sondern eine Sache<br />

von heute für morgen. Wer für die Heimatpflege<br />

eine Lanze bricht, bricht eine<br />

Lanze für die Zukunft unserer Kinder und<br />

Kindeskinder.<br />

Musikalische Umrahmung durch die Böhmische der Musikkapelle Naturns −<br />

Präsentation des Kurzfilms „Heimatpflege im Gespräch"<br />

Einer der aktivsten Vereine<br />

Bürgermeister Heidegger gratulierte<br />

dem Verein für die geleistete Arbeit und<br />

spannte den Gedanken der Heimatpflege<br />

weiter auf die aktuellen Gegebenheiten. Er<br />

sagte, dass wir irgendwann daran gemessen<br />

würden, ob wir auch im Stande sind,<br />

für andere Menschen, die zu uns kommen,<br />

Heimat zu sein.<br />

Franz Fliri überbrachte die Grüße des<br />

Landesobmannes Peter Ortner, welcher verhindert<br />

war. Letzterer gratulierte dem Verein<br />

zu seiner regen Tätigkeit und erklärte,<br />

dass der Heimatpflegeverein Naturns-Plaus<br />

einer der aktivsten im Lande sei.<br />

Der Höhepunkt des Abends war die<br />

Vorführung des Films von Fritz Götsch. Er<br />

und Maria Gapp hatten an einem Samstag<br />

im Dorf Passanten Fragen nach dem Heimatpflegeverein<br />

gestellt und teils überraschende<br />

Antworten bekommen. Im 2.Teil<br />

des Films geben Heimatpfleger Einblick<br />

in die Tätigkeiten.<br />

Der Abend wurde musikalisch von der<br />

"Böhmischen" der Musikkapelle Naturns<br />

und der Tanzlmusig "Kondln und Töpf" umrahmt.<br />

Zur Stärkung gab es traditionelle<br />

Speisen mit Produkten, die teilweise aus<br />

dem "Lorenziacker" stammten.<br />

Johanna Weithaler Gapp<br />

Ein großer Dank geht an die Naturnser Bauernjugend, die Schützenkompanie<br />

Naturns und die Pfadfinder Naturns für die tatkräftige Mitgestaltung des Abends.<br />

Dies stellt ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit der Vereine in Naturns<br />

dar.<br />

Die Festredner des Abends: Bürgermeister Andreas Heidegger, Obmann des<br />

Heimatpflegevereins Naturns-Plaus, Josef Pircher, Landesrat Arnold Schuler, der<br />

Vertreter des Heimatpflegeverbandes Südtirol Franz Fliri, der Organisator des Abends<br />

Hermann Wenter und Obmann des Heimatpflegevereins Meran, Georg Hörwarter<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 9


Aus Verband und Bezirken<br />

Bergbaurelikte als Zeitzeugen<br />

Internationale Bergbautagung in Nals war voller Erfolg<br />

Die Bürgermeister Ludwig Busetti und<br />

Klaus Runer bei der Eröffnung der<br />

internationalen Bergbautagung in der<br />

Lichtenburg in Nals (Foto: D. Götte)<br />

Manfred Windegger, Hauptorganisator<br />

der Tagung, bei seinem Vortrag über<br />

dem knienden Bergmann von Vilpian<br />

(Foto: D. Götte)<br />

Albert Haberer vom „Knappenverein<br />

Terlan“ vermittelt den Exkursionsteilnehmern<br />

Wissenswertes über den Terlaner<br />

Bergbau (Foto: D. Götte)<br />

Vom 13.-15. Mai fand in der Lichtenburg<br />

in Nals ein internationales Bergbausymposium<br />

statt. Dabei trafen sich Wissenschaftler<br />

und Hobbyforscher der Bereiche Montanarchäologie<br />

und Montangeschichte, um neueste<br />

Forschungsergebnisse zu präsentieren<br />

und sich über laufende Projekte auszutauschen.<br />

Neben Kurzvorträgen zu den unterschiedlichsten<br />

Bergbauthemen wurden Exkursionen<br />

nach Vilpian und Terlan sowie<br />

ein bergbautechnischer Workshop angeboten.<br />

Auch ein hochwertiger, gut 180 Seiten<br />

starker Tagungsband wurde beim Symposium<br />

präsentiert.<br />

Organisiert wurde die Tagung in vorbildlicher<br />

Weise vom „Verein für Kultur und<br />

Heimatpflege Etschtal“ in Zusammenarbeit<br />

mit dem „Institute Europa Subterranea<br />

(IES)“ mit Sitz in Valkenburg bei Maastricht<br />

(NL). Das erklärte Ziel der internationalen<br />

Arbeitsgemeinschaft IES ist es, historische<br />

Bergbaurelikte wie Stollen, Tagebaue und<br />

Steinbrüche als wichtige Zeitzeugen zu dokumentieren<br />

und für kommende Generationen<br />

zu erhalten. Als Sponsoren für die<br />

Bergbautagung konnten die Raiffeisenkassen<br />

und Gemeindeverwaltungen von Terlan<br />

und Nals gewonnen werden. Der Erfolg<br />

hat bekanntlich viele Väter bzw. Mütter,<br />

alle zu nennen würde den Rahmen dieses<br />

Artikels bei weitem sprengen. Für das<br />

gute Gelingen der Veranstaltung gebührt<br />

den Organisatoren ein großes Lob und ein<br />

herzliches Dankeschön, allen voran Frau<br />

Helene Huber vom „Verein für Kultur und<br />

Heimatpflege Etschtal“, Herrn Albert Haberer<br />

vom „Knappenverein Terlan“ und<br />

Herrn Manfred Windegger vom IES.<br />

Nals – einst Zentrum<br />

des Bergbaus<br />

Nals wurde nicht von ungefähr als Veranstaltungsort<br />

für das Bergbausymposium<br />

gewählt, war das Dorf doch um das Jahr<br />

1500 ein Zentrum des Bergbaus im südlichen<br />

Tirol und für drei Jahrzehnte sogar<br />

Sitz eines Berggerichtes. In mehreren Gruben<br />

wurde im Grissianer Graben oberhalb<br />

von Nals silberhaltiger Bleiglanz abgebaut.<br />

Die Anfänge des Nalser und des benachbarten<br />

Terlaner Silberbergbaus finden<br />

sich im 13. Jahrhundert. Besser dokumentiert<br />

ist die knapp hundert Jahre<br />

währende Blütezeit des Bergbaus im 16.<br />

Jahrhundert. Zunächst konzentrierte sich<br />

der Abbau auf die Umgebung von Nals.<br />

Bald aber gewannen die Terlaner Bergwerke<br />

mehr und mehr an Bedeutung und<br />

1533 wurde das Bergrichteramt schließlich<br />

von Nals nach Terlan verlegt. Nachdem<br />

die bergbaulichen Aktivitäten im Laufe des<br />

17. Jahrhunderts immer weiter zurückgegangen<br />

waren, wurde das Terlaner Berggericht<br />

im Jahr 1690 dem Berggericht Klausen<br />

einverleibt.<br />

Wiederbelebung des Bergbaus<br />

in Terlan<br />

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat<br />

man versucht, den alten Silberminen in<br />

Terlan und Nals neues Leben einzuhauchen.<br />

Dies gelang aber nur in Terlan, wo zwischen<br />

1907 und 1958 neben Bleiglanz vor<br />

allem Zinkblende abgebaut wurde. Mit der<br />

Sanierung der alten Bergwerkshalden von<br />

Rauhenbühel und Silberleiten verschwanden<br />

im Jahr 1995 die letzten weithin sichtbaren<br />

Zeugnisse der jüngeren Bergbaugeschichte<br />

des mittleren Etschtales.<br />

Christian Aspmair<br />

Stollenmundloch des Schaustollen am<br />

Nussbachl oberhalb Terlan (Foto: Ch.<br />

Aspmair)<br />

10<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Zum 20jährigen Jubiläum<br />

Restaurierung Bußkreuz bei der St. Zeno-Kirche<br />

Vor der Restaurierung (Foto: Franz Fliri)<br />

Nach der Restaurierung (Foto: Franz Fliri)<br />

Zum 20jährigen Bestehen des Heimatpflegevereines<br />

Naturns-Plaus hat der Vorstand<br />

auf Anregung von Obmann Josef Pircher und<br />

Vorstandsmitglied Franz Fliri beschlossen,<br />

als Dank für die fruchtbringende Zusammenarbeit<br />

mit allen Institutionen und der wohlgesinnten<br />

Bevölkerung ein Zeichen nach<br />

außen zu setzen. Der Heimatpflegeverein<br />

hat sich mit seiner vielfältigen Tätigkeit einen<br />

großen Stellenwert im kulturellen Gemeindeleben<br />

und darüber hinaus erarbeitet.<br />

Eine der Zielsetzungen und Aufgaben<br />

eines jeden Heimatpflegevereines ist es,<br />

sich für die Erhaltung von Flur- und Kleindenkmälern<br />

einzusetzen. Daher war es naheliegend,<br />

das große Wegkreuz, auch „Bußkreuz“<br />

genannt, neben der Pfarrkirche St.<br />

Zeno zu restaurieren.<br />

Die relativ große Christusfigur von ca.<br />

170 cm Höhe war in einem sehr schlechten<br />

Zustand, der u.a. auf Witterungseinflüsse<br />

über all die Jahre zurückzuführen<br />

ist. Großteils kamen diese Schäden erst<br />

nach dem Entfernen der Fassung zum<br />

Vorschein. Einer Schätzung von Experten<br />

zufolge dürfte diese Christusfigur wohl<br />

über 200 Jahre alt sein.<br />

Kein einfaches<br />

Unterfangen<br />

Mit den Restaurierungsarbeiten betraute<br />

der Vorstand die Atelier- und Holzschnitzerei<br />

Gerstgrasser Roman aus Naturns,<br />

die eine fachgerechte Ausführung<br />

ablieferte. Beim Kreuz selbst waren u.a.<br />

verschiedene Ausbesserungsarbeiten<br />

wie das Anbringen eines neuen Schindeldaches<br />

notwendig, die von der Tischlerei<br />

Kaserer Johann aus Plaus fachmännisch<br />

durchgeführt wurden. Aufgrund der<br />

Größe und des Gewichtes war es gar kein<br />

leichtes Unterfangen, das Kreuz aus der<br />

Verankerung zu nehmen bzw. das Aufstellen<br />

zu bewerkstelligen. Mittels Einsatz<br />

eines Lkw-Kranes und tatkräftiger Helfer<br />

konnten die Arbeiten kurz vor dem „Naturnser-Kirchti“<br />

zum 4. September abgeschlossen<br />

werden.<br />

Abschließend ein großes Vergelt`s Gott<br />

an alle, die sich tatkräftig einbracht haben.<br />

Die Restaurierung ist zur Zufriedenheit<br />

aller und voll des Lobes ausgefallen.<br />

Franz Fliri<br />

Christus vor der Restaurierung (Foto: Roman Gerstgrasser)<br />

Christus nach der Restaurierung (Foto: Roman Gerstgrasser)<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 11


Arge Volkstanz<br />

„Kathrein stellt den Tanz ein!“<br />

51. Landeskathrein-Tanzfest in Meran<br />

Die Tanzfläche war stets gut gefüllt.<br />

Am Samstag, 12. November <strong>2016</strong>, ging<br />

im Kursaal von Meran das traditionelle Landeskathrein-Tanzfest<br />

der Arbeitsgemeinschaft<br />

Volkstanz in Südtirol über die Bühne.<br />

Tänzer und Tänzerinnen aus ganz Südtirol,<br />

Österreich, Bayern und der Schweiz<br />

waren gekommen, um im festlichen Rahmen<br />

das Tanzbein zu schwingen.<br />

Mit dem Auftanz, den die Erste Vorsitzende<br />

Monika Rottensteiner mit ihrem<br />

Mann Hubert anführte, wurde das<br />

Tanzfest eröffnet. In ihren Grußworten<br />

zeigte sich Rottensteiner erfreut, dass<br />

wiederum so viele Tanzbegeisterte den<br />

Weg in den Meraner Kursaal gefunden<br />

hatten. Sie bedankte sich bei den Volkstanzgruppen<br />

des Bezirks Burggrafenamt<br />

unter Markus Seppi für die hervorragende<br />

Organisation und erwähnte, dass<br />

die Tischdekoration dieses Jahr aus dem<br />

Pustertal stamme.<br />

Besuch aus dem Fersental<br />

Zum Tanz spielte die bekannte „Südtiroler<br />

6er Musig“ auf. Die Musikanten spielten<br />

neben den traditionellen Volkstanzweisen<br />

auch flotte Polkas, Walzer und Boarische<br />

auf, sodass die Tanzfläche stets mit Tänzern<br />

in verschiedensten Trachten gefüllt<br />

war. Ein Höhepunkt des Abends war der<br />

Auftritt einer Volkstanzgruppe aus dem Fersental<br />

im Trentino, welche fünf charakteristische<br />

Tänze aus dem Fersental zeigte<br />

und dafür viel Applaus erhielt.<br />

Für das leibliche Wohl sorgte, wie bereits<br />

in den vergangenen Jahren, das Kastelruther<br />

Bauernbuffet.<br />

„Kathrein stellt den Tanz ein!“ − Auch<br />

dieses Jahr wurde am Samstag noch einmal<br />

ausgiebig getanzt, bevor nun mit dem<br />

Advent die ruhige, tanzfreie Zeit beginnt.<br />

Monika Burger-Wenter<br />

Die Volkstänzer beim Auftanz<br />

12<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Exkurs<br />

Deutsche Sprachinsel Fersental<br />

Das Fersental liegt im Trentino und<br />

zweigt in nördlicher Richtung von Pergine<br />

ab. Es hat eine Länge von 17 Kilometern,<br />

wobei die Talsohle eng und<br />

schluchtartig ist und die Ortschaften Kanetsch<br />

(Canezza), Mala, der Hauptort<br />

Eichberg, Palai, Gereut (Frassilongo)<br />

und Floruz (Fierozzo) an den Bergflanken<br />

liegen.<br />

Im äußeren Teil des Tales gedeiht<br />

noch etwas Obst und Wein, über 1000<br />

Metern Meereshöhe gibt es nur mehr<br />

Kartoffeläcker und steile Wiesen für<br />

die Viehhaltung. Die Dörfer mit Ausnahme<br />

von Eichberg haben Einwohnerzahlen<br />

von einigen hundert Menschen.<br />

Die Zahlen sind rückläufig, da<br />

es keine Verdienstmöglichkeiten im Tal<br />

gibt und viele Menschen bis nach Trient<br />

pendeln. Leider gibt es auch Abwanderung<br />

für immer.<br />

Die Uranfänge der Besiedelung des<br />

Fersentales reichen bis ins 4. Jahrhundert<br />

zurück. Schon damals war Trient ein<br />

Bischofssitz. Die Bischöfe erhielten von<br />

den Landesfürsten dann vor allem im 12.<br />

und 13. Jahrhundert große Gebiete zum<br />

Zweck der Urbarmachung und Kolonisierung.<br />

Man wusste schon damals, dass im<br />

Fersental mehrere Erzvorkommen waren.<br />

Die Bischöfe, die in jener Zeit zum großen<br />

Teil deutsche Südtiroler waren, ließen nun<br />

deutsche Bergknappen rufen, um diese<br />

Erze abzubauen. So gab es im Tal eine rege<br />

Bergbautätigkeit deutscher Knappen. Als<br />

die Erzvorkommen zur Neige gingen, blieben<br />

die Knappen im Tal, das ihnen seit<br />

Generationen Heimat geworden war,<br />

und widmeten sich der kargen Landwirtschaft.<br />

Da sie sozusagen von der<br />

großen Welt abgeschlossen waren, behielten<br />

sie ihr im Jahrhundert der Einwanderung<br />

übliches Deutsch bei. Sie<br />

waren ja rings von italienischer Bevölkerung<br />

umgeben und hatten auch<br />

mit Südtirol keine Verbindung. Trotzdem<br />

haben die Fersentaler ihre uralten<br />

Bräuche und Sitten − so auch ihre<br />

Volkstänze − über Jahrhunderte bis auf<br />

den heutigen Tag bewahrt.<br />

Die heutige Anzahl der Deutschfersentaler<br />

beträgt wahrscheinlich kaum<br />

tausend Menschen.<br />

Arge Mundart<br />

Mundart und Jodler in der LibriKA<br />

Eine literarisch-musikalische Begegnung<br />

mit Maria Sulzer<br />

Maria Sulzer aus Lana – bestens bekannt<br />

als Jodlerin und Mundart-Schreibende −<br />

war kürzlich in der Stadtbibliothek LibriKA<br />

in Bruneck zu Gast.<br />

Gemeinsam mit Maria Mutschlechner<br />

aus Stegen − Chronistin und Bezirks-Vorsitzende<br />

der ArGe MundART im Südtiroler<br />

Heimatpflegeverband Bezirk Pustertal<br />

− gestaltete sie einen unterhaltsamen<br />

Abend mit Mundartgedichten und Jodlergesang,<br />

wobei auch das Publikum mit einbezogen<br />

wurde.<br />

„Greimp, gsungen und gjodlt“<br />

Unter dem Motto „Greimp, gsungen und<br />

gjodlt“ gab es ein heiteres Wechselspiel mit Gedichten<br />

und Geschichten im Burggräfler und<br />

Pusterer Dialekt, dazu Volkslieder und Jodler.<br />

Die Zuhörer waren vollauf begeistert und<br />

applaudierten für weitere Zugaben. Unter<br />

den Gästen weilten auch die Pusterer<br />

Mundart-Autoren Antonia Steger Brunner,<br />

Monika Engl und Bernhard Brugger, welche<br />

ebenso Kostproben ihrer Schreibtätigkeit<br />

zum Besten gaben.<br />

Im Anschluss dankte Bibliotheksleiterin<br />

Sonja Hartner allen Mitwirkenden, die<br />

zu diesem musikalisch-literarischen Stelldichein<br />

beigetragen haben.<br />

Chronistin und Bezirksvorsitzende der<br />

ArGe MundART im Pustertal Maria<br />

Mutschlechner und Maria Sulzer (v.l.)<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 13


Arge Lebendige Tracht<br />

Geteilte Freude ist<br />

doppelte Freude<br />

Agnes Andergassen erhält das Verdienstkreuz<br />

des Landes Tirol<br />

die große Glocke zu hängen sind sie jahrein<br />

jahraus unterwegs, beraten, forschen,<br />

betreiben Bewusstseinsbildung, helfen weiter,<br />

wo immer man sie braucht.<br />

Den Trachtenfreunden<br />

gewidmet<br />

Viele Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft<br />

würden sich genauso eine Auszeichnung<br />

verdienen. Auch sie haben neben Arbeit<br />

und Familie viel Zeit und Energie in dieses<br />

Ehrenamt investiert. Gerade die Neueinkleidung<br />

der Tracht tragenden Vereine<br />

erforderte nicht nur Fachkenntnisse und<br />

handwerkliche Erfahrung, sondern vor<br />

allem zeitaufwändige Beratungen und Begleitung<br />

der Vereine bis hin zur fertigen<br />

Tracht. Nur gemeinsam konnten wir so<br />

viel auf den Weg bringen. Wir sind eben<br />

eine Arbeitsgemeinschaft und es ist schön,<br />

deren Vorsitzende sein zu dürfen. Daher<br />

möchte ich dieses Verdienstkreuz all meinen<br />

Trachtenfreunden in der Arbeitsgemeinschaft<br />

widmen.<br />

Ein Wort des Dankes<br />

Agnes Andergassen mit den Landeshauptleuten Arno Kompatscher und Günther<br />

Platter (Foto: Die Fotografen, Innsbruck)<br />

Den 18. September <strong>2016</strong> werde ich so<br />

schnell nicht vergessen. An diesem Tag erhielt<br />

ich auf Schloss Tirol aus den Händen<br />

der Landeshauptleute von Nord- und Südtirol,<br />

Günther Platter und Arno Kompatscher,<br />

das Verdienstkreuz des Landes Tirol. Dafür<br />

möchte ich mich ganz herzlich bedanken.<br />

Diese Ehrung kam für mich völlig überraschend.<br />

Umso größer war die Freude!<br />

Jahrzehntelange gute<br />

Zusammenarbeit<br />

Es war das gute Zusammenspiel vieler<br />

gleichgesinnter Menschen, das es ermöglicht<br />

hat, in Südtirol auf dem Gebiet des<br />

Trachtenwesens nachhaltige Spuren zu hinterlassen.<br />

Spätestens beim Festumzug in<br />

Innsbruck 2009 konnte jeder sehen, dass<br />

sich die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Lebendige<br />

Tracht gelohnt hatte. Südtirol präsentierte<br />

sich von seiner schönsten Trachtenseite.<br />

Seit der Gründung im Jahr 1980<br />

setzen sich die trachtenkundigen Mitglieder<br />

der Arbeitsgemeinschaft − mit Unterstützung<br />

von Fachberatern − für die Pflege<br />

und den Erhalt der Tracht ein. Ohne es an<br />

Es braucht das richtige Umfeld, damit<br />

jemand ehrenamtlich tätig sein kann.<br />

Deshalb danke ich in erster Linie meiner<br />

Familie, die immer Verständnis für meine<br />

Leidenschaft gehabt hat. Danken möchte<br />

ich auch der Geschäftsstelle des Heimatpflegeverbandes<br />

Südtirol für die unkomplizierte,<br />

gute Zusammenarbeit. Nicht vergessen<br />

möchte ich die vielen ehrlichen<br />

Handwerker, mit denen ich in all den Jahren<br />

zu tun hatte. Und nicht zuletzt gilt mein<br />

Dank den Trachten tragenden Verbänden<br />

für das Vertrauen in unsere Arbeitsgemeinschaft.<br />

Sie alle haben dazu beigetragen,<br />

dass zum Schluss dieses „mein“ Verdienstkreuz<br />

herausgekommen ist.<br />

Agnes Andergassen<br />

Andreas Leiter,<br />

Burgl Kiem-<br />

Stickler, Helga<br />

Trenkwalder und<br />

Christine Rier<br />

gratulieren Agnes<br />

Andergassen<br />

im Namen der<br />

Arge Lebendige<br />

Tracht.<br />

14<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

•Büchertisch•<br />

Hans Rieder<br />

Lebensbilder – Schicksale einer<br />

Südtiroler Generation vorgestellt<br />

Wie die Zeit vergeht – ein düster-melancholisch<br />

anmutender Schatten lag über<br />

der Buchvorstellung in Weitental, als das<br />

neueste Werk von Hans Rieder „Lebensbilder<br />

– Schicksale einer Südtiroler Generation“<br />

präsentiert wurde. Es sind Schicksale<br />

einer Südtiroler Generation, die der<br />

Autor in ganz Südtirol erkundet hat und<br />

die er in dem 270 Seiten umfassenden<br />

reich bebilderten Buch veröffentlicht hat.<br />

Da ist vom Pfunderer Bui Isidor Unterkircher<br />

die Rede, der mit neunzehn Jahren<br />

die volle Härte der italienischen Justiz<br />

zu spüren bekam, als er im August<br />

1956 in Verbindung mit dem Tod des Finanzers<br />

Falqui festgenommen, in Ketten<br />

gelegt und − genauso wie sechs weitere<br />

Pfunderer Buibn − zu langjährigen Gefängnisstrafen<br />

verurteilt wurde. Da ist vom<br />

Südtirolaktivisten Heinrich Oberlechner<br />

die Rede, der erst mit seinem Tode wieder<br />

in die Heimat zurückkehren konnte,<br />

dann von der Einsamkeit des Finailhofes<br />

im Schnalstal, von der Hofmannbäuerin<br />

im Sarntal, vom Schuster „aus Leidenschaft“<br />

in St. Pauls, vom Psaira Schafhirten<br />

auf der Gurgler<br />

Alm, von der<br />

Bäuerin beim<br />

Unterschaller<br />

in Völs, vom<br />

weißen Tod im<br />

Pfunderer Tal.<br />

Zwanzig Geschichten<br />

erzählt<br />

Hans<br />

Rieder von<br />

Zeitzeugen,<br />

von denen einige auch bei der Buchvorstellung<br />

anwesend waren. Sie alle haben<br />

die Herausforderungen ihrer Zeit gemeistert<br />

– mit Zähigkeit und Ausdauer, meistens<br />

auch mit der notwendigen Gelassenheit.<br />

„Manchmal helfen das Schweigen und<br />

das leise Gebet, wenn das Schicksal unerbittlich<br />

zuschlägt“, schreibt der Autor<br />

in seinem Vorwort. Was bleibt, sei die<br />

Verwurzelung mit der Heimat, mit der<br />

Familie und mit dem, was sie mit ihren<br />

Händen an Arbeit geschaffen hätten.<br />

„Zuletzt legen sie dann ihr Schicksal in<br />

die Hände des Schöpfers.“ Solange der<br />

Herrgott will, sagen sie, und gehen ihr<br />

gewohntes Leben weiter.<br />

Es sind berührende, streckenweise von<br />

Wehmut und Tragik getragene Lebensbilder,<br />

von denen es sich lohnt, dass sie<br />

den Nachkommen erhalten bleiben, wie<br />

Landesrat Philipp Achammer in Weitental<br />

betonte. Auch der Bürgermeister von<br />

Vintl, Hans Huber, lobte bei der Buchvorstellung<br />

die Initiative von Hans Rieder,<br />

und Stephan Leitner vom Athesia Tappeiner<br />

Verlag nannte das Buch ein wertvolles<br />

Dokument unserer Zeitgeschichte. AG<br />

Hans Rieder: „Lebensbilder – Schicksale<br />

einer Südtiroler Generation“. 270 Seiten<br />

mit vielen bisher unveröffentlichten<br />

Bildern; Athesia Tappeiner Verlag Bozen<br />

<strong>2016</strong>; Preis Euro 29,90; erhältlich in allen<br />

Buchhandlungen.<br />

Susanne Gurschler/Hans Knapp/Hansjörg Penz<br />

Weihnachtskrippen bauen<br />

B. Einkaufstipps<br />

für die richtigen<br />

Materialien und<br />

Werkzeuge, genaue<br />

und bebilderte<br />

Schrittfür-Schritt-Anleitungen<br />

für<br />

den Bau von der<br />

Krippe selbst,<br />

aber auch für die<br />

Anfertigung der Botanik sowie der Dekoration.<br />

Dabei werden sowohl Heimatkrippen<br />

als auch orientalische Krippen und sogar<br />

die relativ seltenen Winterkrippen ausführlich<br />

besprochen. Ein umfangreiches Kapitel<br />

widmet sich schließlich der Hintergrundmalerei,<br />

was dieses Buch von vielen anderen<br />

Krippenbaubüchern erfolgreich abhebt.<br />

Dank zahlreicher Tipps und Kniffe der<br />

erfahrenen Autoren bleiben bei Anfängern<br />

frustrierende Erlebnisse aus, und Krippenbauprofis<br />

können sich durch zahlreiche<br />

Beispiele und Skizzen zu neuen Entwürfen<br />

inspirieren lassen.<br />

Mit ausführlicher Anleitung zum Hintergrundmalen.<br />

Weihnachtskrippen selbst zu bauen liegt<br />

voll im Trend und es gibt immer mehr<br />

Menschen aller Altersstufen, die sich (wieder)<br />

für den Krippenbau interessieren.<br />

Es ist ein Stück alte Tradition, ein liebeund<br />

anspruchsvolles Hobby − das sich<br />

zu einer echten Kunst entwickeln kann −<br />

und zugleich ist es eine wunderbare Art<br />

der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.<br />

In diesem umfassenden Werkbuch<br />

finden sowohl Anfänger wie auch ausgefuchste<br />

Kenner alles Wissenswerte<br />

rund um das Krippenbauen. Nach einer<br />

kurzen allgemeinen Einführung<br />

in das Thema liefern zwei langjährige<br />

Krippenprofis gutes und differenzierte<br />

Fachwissen für die verschiedenen Bereiche,<br />

die das Krippenbauen zu einer<br />

so vielseitigen Tätigkeit machen: z.<br />

Die Autoren:<br />

Susanne Gurschler ist freie Journalistin<br />

und Autorin mit den Schwerpunkten<br />

Kunst und Kultur, Architektur, Regionalgeschichte<br />

und Tourismus. Sie lebt<br />

in Innsbruck.<br />

Hans Knapp aus Weerberg zählt zu den<br />

bekanntesten Krippenbauern und Hintergrundmalern<br />

Tirols. Er leitet seit Jahrzehnten<br />

Kurse für Krippenbau und Hintergrundmalerei<br />

sowie Schnitzkurse.<br />

Hansjörg Penz aus Gnadenwald ist Krippenbaumeister<br />

und Mitglied des Krippenvereins<br />

Terfens. Er bietet regelmäßig<br />

Krippenbaukurse an.<br />

Susanne Gurschler/Hans Knapp/Hansjörg<br />

Penz: Weihnachtskrippen bauen. Mit ausführlicher<br />

Anleitung zum Hintergrundmalen.<br />

184 Seiten, 531 farb. Abb., 48 sw.<br />

Zeichnungen; Tyrolia-Verlag Innsbruck-<br />

Wien <strong>2016</strong>; 27,95 Euro.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 15


Vorweg<br />

Mit Leistung zur Freude<br />

Singen ist mehr als Unterhaltung<br />

„Tradition ist die Weitergabe des Feuers<br />

und nicht die Anbetung der Asche." Mit diesem<br />

Zitat von Gustav Mahler forderte beim 6.Gesamttiroler<br />

Wertungssingen am 13. November<br />

in Innsbruck der Juror Jürgen Faßbender<br />

die Chöre auf, mutig zu sein und auch neuere<br />

Werke zu singen. Dieses Zitat kann auch<br />

uns, nun da dieses Jahr dem Ende zugeht,<br />

als Motto dienen, um Rückschau zu halten<br />

und für die Zukunft zu planen.<br />

Der Südtiroler Chorverband kann auf<br />

ein Jahr mit einigen Höhepunkten zurückblicken.<br />

Tradition als „Feuer“, das weitergegeben<br />

wird, haben wir heuer vor allem<br />

in den vielen Fortbildungsveranstaltungen<br />

des Südtiroler Chorverbandes erfahren:<br />

Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten<br />

vielfältige Gelegenheit, sich in der Gemeinschaft<br />

für das Lied zu begeistern und<br />

so das „Feuer“ neuer Motivation zu entfachen.<br />

Besonders gilt dies für die Veranstaltungen<br />

für Kinder und Jugendliche. So war<br />

der 2. Chorjugend-Treff im Vinzentinum ein<br />

schöner Anlass, dem jugendlichen Chorgesang<br />

ein Forum zu geben, für das Singen<br />

zu werben, um das „Feuer weiterzugeben“,<br />

wie Gustav Mahler sagte. Wie der Landesjugendchor<br />

sind auch solche Veranstaltungen<br />

wichtig, um die Attraktivität des Chorgesangs<br />

– gerade bei Jugendlichen - aufzuzeigen.<br />

Dabei setzte sich der Chorverband auch<br />

heuer nachhaltig und systematisch für die<br />

Zukunft des Singens ein: Neben den vielen<br />

beliebten Sommerkursen für Kinder und<br />

Jugendliche wurden auch mehrere Seminare<br />

für Kinderchorleiter angeboten. Denn<br />

es muss uns bewusst sein, dass das Chorwesen<br />

nichts Selbstverständliches ist. Ein<br />

Chor fällt nicht vom Himmel. Er braucht<br />

Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren<br />

und er braucht einen guten Chorleiter<br />

oder eine gute Chorleiterin. Dann werden<br />

immer wieder auch junge Menschen die<br />

Freude an der Gemeinschaft, die Freude<br />

am Singen, auch die Freude an Weiterentwicklung<br />

und an anspruchsvollen Werken<br />

für sich entdecken.<br />

Engagierte Leute<br />

Leute, die sich engagieren: Das wird auch<br />

in Zukunft von größter Bedeutung sein. Ich<br />

möchte daher auf diesem Wege allen danken,<br />

die sich für ihren Chor oder für den<br />

Südtiroler Chorverband auf Bezirks- und<br />

Landesebene zur Verfügung stellen. Ich<br />

erinnere daher an die Neuwahlen der verschiedenen<br />

Gremien des Chorverbandes,<br />

die heuer auf Landes- und Bezirksebene<br />

stattfanden. Sie haben gezeigt, dass es immer<br />

noch Leute gibt, die sich in ihrer Freizeit<br />

für die Kultur ihrer Heimat einsetzen<br />

wollen. Ich bin überzeugt, dass die Menschen<br />

in diesem Land und hier vor allem<br />

die Sängerinnen und Sänger es auch in<br />

Zukunft zu schätzen wissen, dass es eine<br />

großzügig geförderte kulturelle Institution<br />

wie den Südtiroler Chorverband gibt, die<br />

einen entscheidenden Beitrag dazu leistet,<br />

dass die Chorkultur in unserem Land auf<br />

so hohem Niveau ist. Ohne Verbandsorganisation<br />

und ohne Menschen, die sich darin<br />

engagieren, wäre der Chorgesang nicht<br />

so stark in der Bevölkerung verankert und<br />

nicht als Teil der Kultur öffentlich präsent.<br />

Impulse ernst nehmen<br />

Und damit komme ich wieder zum Ausgangspunkt<br />

zurück: zum 6. Gesamttiroler<br />

Wertungssingen. Die Jury hat dafür geworben,<br />

dass die Chöre auch neuere Werke einlernen.<br />

Nehmen wir solche Impulse ernst.<br />

Erkennen wir, dass der Chor eine Chance<br />

zu künstlerischer und damit persönlicher<br />

Weiterentwicklung ist, arbeiten wir als Sänger<br />

mit dem Chorleiter zusammen, unterstützen<br />

wir auch neue Wege, die uns angeboten<br />

werden. Als Chorleiter wiederum<br />

achten wir darauf, dass wir unseren Chor<br />

richtig einschätzen, angemessene Werke<br />

auswählen und den Weg des Forderns und<br />

Förderns gehen. Heute bietet das Internet<br />

eine Fülle an Möglichkeiten, neue Werke<br />

zu finden und „zu probieren“. Die Jury hat<br />

auch betont, dass auf regelmäßige Stimmbildung<br />

nicht verzichtet werden kann, dass<br />

Singen mehr als Unterhaltung ist – und dass<br />

das Wertungssingen ein Genuss war, dass<br />

die Chöre gute Leistungen erbrachten, auch<br />

aufgrund der jahrelangen Arbeit der Chorverbände.<br />

So wollen wir auch diesen Aspekt<br />

für die zukünftige Arbeit beachten: Leistung<br />

und hoher Anspruch richten sich nicht gegen<br />

die Gemeinschaft oder gegen den Chor<br />

als Freizeitbeschäftigung und Ausgleich,<br />

sondern vielmehr fördern Leistungsbereitschaft<br />

und hoher Anspruch die Freude am<br />

Singen, geben Motivation, neue Horizonte,<br />

neuen „Genuss“ am Gesang. In diesem<br />

Sinne ist das Gesamttiroler Wertungssingen<br />

ein schöner Abschluss der vielfältigen Tätigkeit<br />

des abgelaufenen Jahres. Das Wertungssingen<br />

war ein großer Erfolg für die<br />

Weiterentwicklung der gemeinsamen Tiroler<br />

Kultur, aber vor allem aber auch für die<br />

Sängerinnen und Sänger und ihre Chorleiterinnen<br />

und Chorleiter. Es war ein beeindruckendes<br />

Erlebnis zu sehen, welch<br />

breite Palette an Chorliteratur in verschiedensten<br />

Stilen und Vortragsweisen vorgetragen<br />

wurde. Dass sich dabei zeigte, dass<br />

die Chöre auf einem guten Niveau sind, war<br />

erfreulich. Ich bedanke mich noch einmal<br />

beim Tiroler Sängerbund für die Organisation<br />

vor Ort, ebenso danke ich der kompetenten<br />

Jury für ihre hervorragende Arbeit.<br />

Wir können mit Zuversicht in die Zukunft<br />

blicken. Denn wie Jury-Vorsitzender<br />

Johann van der Sandt sagte, sind die<br />

Tiroler ein gesundes Volk, weil sie ein singendes<br />

Volk sind.<br />

Ich wünsche allen Sängern und Sängerinnen,<br />

allen im Ehrenamt Tätigen ein besinnliches<br />

Weihnachtsfest und alles Gute<br />

für das neue Jahr!<br />

Erich Deltedesco<br />

16<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Das Thema<br />

Chorwesen<br />

„Ein singendes Volk ist ein<br />

gesundes Volk“<br />

Südtiroler Chorverband/Tiroler Sängerbund: 6. Gesamttiroler Wertungssingen<br />

„Wir wollen den Chören das Bewusstsein<br />

mitgeben, dass Singen mehr ist als<br />

reine Unterhaltung, sondern eine Fertigkeit,<br />

die trainiert werden muss!“ So fasste<br />

Jury-Vorsitzender Johann van der Sandt den<br />

Sinn des Wertungssingens zusammen, an<br />

dem am 12. und 13. November <strong>2016</strong> 37<br />

Chöre aus Nord-, Ost- und Südtirol teilgenommen<br />

haben.<br />

In der Städtischen Musikschule Innsbruck<br />

trugen die Chöre, darunter vierzehn<br />

aus Südtirol, ein fünfzehnminütiges Programm<br />

vor. Dabei sangen sie ein Pflichtlied<br />

sowie einige selbst gewählte Lieder. „Der<br />

Wettbewerbsgedanke steht dabei nicht im<br />

Vordergrund. Vielmehr soll das Wertungssingen<br />

Impulse für die eigene Weiterentwicklung<br />

geben“, betonte der Obmann<br />

des Südtiroler Chorverbandes Erich Deltedesco.<br />

Die teilnehmenden Chöre nutzten<br />

die Chance, sich intensiv mit einem Werk<br />

auseinanderzusetzen. Und Anstrengung<br />

und Aufregung haben sich ausgezahlt!<br />

Das zeigten die überzeugenden Leistungen,<br />

wie Obmann Erich Deltecesco und<br />

der Obmann des Tiroler Sängerbundes<br />

Manfred Duringer beim abschließenden<br />

Festakt im Congress Innsbruck betonten.<br />

Die Obleute bedankten sich bei den Chören<br />

für ihre Teilnahme, der Musikschule<br />

Innsbruck sowie bei den Chören, welche die<br />

Gottesdienste musikalisch umrahmt hatten.<br />

Sehr gute Leistungen<br />

Johann van der Sandt, der Vorsitzende<br />

der sechsköpfigen, international besetzten<br />

Jury und Professor an der Universität Bozen<br />

bestätigte, dass das Leistungsniveau<br />

hoch war: „Es war ein großer Genuss, euch<br />

zuzuhören!“ Mehr als ein Urteil solle die<br />

Bewertung der Jury als wohlwollendes und<br />

kritisches Feedback gesehen werden.<br />

„Guter Chorgesang ist die Erfüllung von<br />

mehreren Kriterien wie Intonation, Chorklang,<br />

Textverständlichkeit und Programmwahl.<br />

Es heißt, dass ein singendes Volk ein<br />

gesundes Volk ist. Die Tiroler sind ein gesundes<br />

Volk!“, schloss der aus Südafrika<br />

stammende Chorexperte sein Resümee.<br />

Sein Dank galt den Chorverbänden für ihren<br />

Einsatz für das Chorwesen.<br />

Jury: Singt auch<br />

zeitgenössische Werke!<br />

Die Jury gab den Chören mit, konsequent<br />

Stimmbildung zu betreiben – dies<br />

sei für alle Teilnehmer die „Hauptaufgabe“<br />

- und auch neuere Werke zu singen, wie<br />

Juror Jürgen Faßbender betonte: „Das 21.<br />

Jahrhundert ist schon 16 Jahre alt.<br />

Wie auch viele andere Chöre beeindruckte der Cor di Jeuni Gherdeina unter der Leitung von Samuel Runggaldier die Jury mit<br />

seinem Gesang.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 17


Das Thema<br />

Auch der Frauenchor Cor Kérygma aus Abtei unter der Leitung von Agnes Irsara überzeugte die Jury beim Gesamttiroler<br />

Wertungssingen.<br />

Das Wertungssingen ist ein Forum, das<br />

uns zeigt, was die anderen so machen. Wir<br />

hätten ein Anliegen: Seien Sie mutig, es gibt<br />

viele neuere Chormusik, die man entdecken<br />

kann, viele junge talentierte Komponisten,<br />

die machbare Werke schaffen. Wir<br />

alle sind Fans von Volksliedern, Alter Musik<br />

usw. - aber halten wir uns an Mahler,<br />

der sagte: Die Tradition ist nicht das Aufbewahren<br />

der Asche, sondern das Weitertragen<br />

der Glut! Danke für die Stücke, die<br />

wir noch nicht kannten!“<br />

Es braucht Mut zum Singen<br />

„Wer sich net Singen traut, der hot koan<br />

Schneid...“ Diese Zeilen zitierte die Nordtiroler<br />

Landtagsabgeordnete Bettina Ellinger<br />

und lobte das Wertungssingen als<br />

„großartige Veranstaltung“. Die Sänger<br />

und Sängerinnen hätten „Schneid“ bewiesen,<br />

weil sie sich einem Publikum und<br />

sogar einer Jury gestellt haben: „Hut ab<br />

vor so viel Mut“, sagte die Landtagsabgeordnete,<br />

die in Vertretung der Kulturlandesrätin<br />

des Bundeslandes Tirol gekommen<br />

war. „Ihr bekommt aber auch etwas<br />

zurück: eine tolle Gemeinschaft“, sagte<br />

Ellinger und wünschte den Chören, dass<br />

sie sich auch in Zukunft in ihren Leistungen<br />

weiterentwickeln. Auch Landesrat<br />

Philipp Achammer zeigte sich erfreut<br />

über die „Höchstleistungen“ der Chöre.<br />

„Was wir an sängerischer Leistung aufbringen,<br />

ist beeindruckend. Das ist sicher<br />

der ständigen Weiterbildung zu verdanken,<br />

die von der Musikschule und den<br />

Chorverbänden getragen wird. Ein großes<br />

Kompliment!“, sagte der Landesrat. „Vor<br />

allem aber pflegt ihr Gemeinschaft und dafür<br />

danke ich euch! Die Landesteile können<br />

nur dann zusammenwachsen, wenn<br />

sich Menschen treffen. Das hilft mehr als<br />

alle Sonntagsreden, die die Europaregion<br />

beschwören!“<br />

Die Vertreter der Chöre, Obleute und<br />

Chorleiter/innen erhielten aus den Händen<br />

der Ehrengäste und Verbandsobleute<br />

die Urkunden mit den Prädikaten. Zusätzlich<br />

erhalten sie von der Jury eine schriftliche<br />

Rückmeldung.<br />

Juroren singen mit<br />

Dass die Chöre jenseits aller Bewertungen<br />

eine große singende Gemeinschaft<br />

sind, machten vor allem die vielen von den<br />

Juroren geleiteten gemeinsam gesungenen<br />

Kanone und Lieder deutlich, die den Festakt<br />

auflockerten. Auch hier vermittelten die<br />

Juroren, die jeweils einen Teil übernahmen,<br />

wichtige Tipps, etwa dass Einsingen<br />

Johann van der Sandt<br />

als „Warm Up“ sehr wichtig sei und beim<br />

Singen vor allem die „Weite“ zähle. So betonte<br />

Juror Karl Zepnik, dass er den Kanon<br />

„jeden Morgen seit 45 Jahren“ singe. Als<br />

Abschluss des gelungenen Festakts sang<br />

der ganze Saal gemeinsam mit der Jury.<br />

Ein Höhepunkt war auch, als die Sänger<br />

und Sängerinnen, die „Cantate domino“ in<br />

ihrem Wahlprogramm hatten, dieses am<br />

öftesten gewählte Lied des Wettbewerbs<br />

unter der Leitung des Komponisten selbst,<br />

des Jurors Vytautas Miskins aus Litauen,<br />

singen durften.<br />

18<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Die Chorleiter und Obleute freuen<br />

sich über die Urkunden:<br />

6. Gesamttiroler<br />

Wertungssingen –<br />

die Südtiroler Chöre<br />

Kategorie<br />

„anspruchsvolle Chorliteratur“<br />

ausgezeichnet:<br />

„Brumm net“, Bruneck<br />

Cor di Jeuni Gherdeina<br />

Kategorie<br />

„mittelschwere Chorliteratur“<br />

gut:<br />

Vinschger Chor, Glurns<br />

Männerchor Schluderns<br />

Männerchor Mals<br />

sehr gut:<br />

Ensemble Vox Jubilans, Meran<br />

Singgemeinschaft Runggaditsch<br />

ausgezeichnet:<br />

Vokalensemble Gaudium, Gröden<br />

Cor Kérygma, Abtei<br />

Kategorie „leichte Chorliteratur“<br />

gut:<br />

Kirchenchor St. Jakob/Pfitsch<br />

Freizeitchor Radein<br />

Kirchenchor Radein<br />

sehr gut:<br />

Kirchenchor Langtaufers<br />

Kirchenchor Völser Aicha<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 19


Aus Verband und Bezirken<br />

Ein kleines Weihnachtslied<br />

Als Chorleiter ist man immer wieder auf<br />

der Suche nach geeigneter Chorliteratur<br />

für die Weihnachtszeit. Da diese Stücke<br />

nur in dieser Zeit gesungen werden können,<br />

ist es vorteilhaft, wenn die musikalischen<br />

Schwierigkeiten gering sind. Natürlich<br />

sollten auch die Texte zeitgemäß sein.<br />

S<br />

A<br />

T<br />

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Sopran<br />

Alt<br />

Tenor<br />

Bass<br />

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die Nacht, arm und stumm das Kind in der Krip -pe, doch<br />

hei-lig<br />

die Nacht, ge - bo - ren für<br />

hei lig die Nacht, Ma ri a an<br />

hei lig die Nacht, Hir ten zur der<br />

uns das himmm-<br />

li -sche<br />

Kind,<br />

-<br />

- -- Krip - pe sitzt und wacht,<br />

-<br />

Krip - pe ei - len her-bei,<br />

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Dauer: ca.05:20<br />

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Nacht, arm und stumm das Kind in der Krip -pe, doch<br />

Nacht, ge - bo - ren für<br />

Nacht, Ma ri a an<br />

Nacht, Hir ten zur der<br />

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- -- Krip - pe sitzt und wacht,<br />

Krip - pe ei - len her-bei,<br />

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Nacht, arm und stumm das Kind in der Krip -pe, doch<br />

Nacht, ge - bo - ren für<br />

Nacht, Ma ri a an<br />

Nacht, Hir ten zur der<br />

uns das himmm-<br />

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Krip - pe ei - len her-bei,<br />

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die Nacht, arm und stumm das Kind in der Krip -pe, doch<br />

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hei lig die Nacht, Ma ri a an<br />

hei lig die Nacht, Hir ten zur der<br />

uns das himmm-<br />

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- -- Krip - pe sitzt und wacht,<br />

-<br />

Krip - pe ei - len her-bei,<br />

Licht sich er - hebt aus sei - nen Au - gen, strah -<br />

Licht vom Licht, Gott<br />

En gel dar rü ber sin<br />

de muts voll beu gen sich Frau gen<br />

von Gott, wie<br />

- -<br />

ganz lei se, Christ ist<br />

- - - - - -<br />

-en<br />

und Män - ner, tief<br />

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Still ist die Nacht<br />

...in weihnachtlicher Stimmung<br />

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SATB acap.<br />

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Licht sich er - hebt aus sei - nen Au - gen, strah -<br />

Licht vom Licht, Gott<br />

En gel dar rü ber sin<br />

de muts voll beu gen sich<br />

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von Gott, wie<br />

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ganz lei se, Christ ist<br />

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und Män - ner, tief<br />

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Licht sich er - hebt aus sei - nen Au - gen, strah -<br />

Licht vom Licht, Gott<br />

En gel dar rü ber sin<br />

de muts voll beu gen sich Frau gen<br />

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ganz lei se, Christ ist<br />

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und Män - ner, tief<br />

Licht sich er - hebt aus sei - nen Au - gen, strah -<br />

Licht vom Licht, Gott<br />

En gel dar rü ber sin<br />

de muts voll beu gen sich Frau gen<br />

von Gott, wie<br />

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ganz lei se, Christ ist<br />

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und Män - ner, tief<br />

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-<br />

Armin Thomaser, der als Leiter des<br />

"novAntiqua"- Chores Brixen immer wieder<br />

mit musikalisch und oft auch szenisch<br />

gut und interessant gestalteten Programmen<br />

auf sich aufmerksam macht, ist auch<br />

kompositorisch tätig. Mit diesem kleinen<br />

Lied nach einem eigenen Text, das in Konzert<br />

und auch in der kirchlichen Liturgie<br />

verwendbar ist, hat er einen sehr ansprechenden<br />

Beitrag zur weihnachtlichen Literatur<br />

geschaffen.<br />

Text und Text Musik: und Musik: Armin Armin Thomaser Thomaser<br />

neu - es<br />

war<br />

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Mor - gen -rot.<br />

im - mer wird<br />

Frie de auf<br />

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sein.<br />

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August<strong>2016</strong> August<strong>2016</strong><br />

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Mor - gen -rot.<br />

im - mer wird sein.<br />

Frie -- de auf Er -<br />

- fass en - der Freu den.<br />

- de.<br />

20<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Aus Verband und Bezirken<br />

Zurück zu den Wurzeln<br />

Jänner-Seminar des Vereins „cantare et sonare“<br />

Fünf europäische Regionen vereint in einem Teil-Chor (Foto: Walter Knapp)<br />

Den Verein „Cantare et sonare“ gibt es<br />

nun seit 50 Jahren. „Das Wissen, dass<br />

dieses unser ureigenstes Kulturgut überall<br />

auf der Welt gepflegt wird, dass den<br />

Sängern/Bläsern eine ungeheure Fülle an<br />

wertvollsten Kompositionen angeboten wird<br />

und die offensichtliche Freude der Musiker<br />

und Sänger in unseren Seminaren ist<br />

dem Verein Auftrieb, diese Arbeit auch<br />

nach 50 Jahren fortzuführen“, betont Obmann<br />

Georg Schmid.<br />

Mit dem sehr gut verlaufenen September-Seminar<br />

<strong>2016</strong> und einem außergewöhnlich<br />

schönen Abschlusskonzert in der<br />

Innsbrucker Jesuitenkirche machte sich<br />

der Verein selber das schönste Geschenk<br />

zum 50-Jahr-Jubiläum. Damit schloss der<br />

mehrjährige Zyklus „Musik am Innsbru-<br />

cker Hof“, in dem Johann Stadlmayr im<br />

Zentrum stand.<br />

Neue Wege beschreiten<br />

Das Jubiläum ist dem Verein Anlass,<br />

neue Wege zu beschreiten. Im Jänner<br />

2017 richtet sich der Fokus vornehmlich<br />

auf das Zusammenführen von Chor und<br />

Blechbläsern. Der Schwerpunkt im Bläser-Bereich<br />

liegt im Ensemble-Spiel in<br />

der Hochblüte der Bläsermusik (Canzonen<br />

und Sonaten von Giovanni Gabrieli<br />

und Zeitgenossen) sowie der Spielweise<br />

im Zusammenspiel mit Sängern.<br />

Trompeter und Posaunisten bringen ihr<br />

gewohntes Instrumentarium mit. Sie finden<br />

aber auch die Möglichkeit vor, auf Instrumenten<br />

aus dem Bestand des „Bläserkreis<br />

Innsbruck“ (C-Trompeten und<br />

Kopien historischer Posaunen) zu spielen.<br />

Ein Großteil der erarbeiteten Werke wird<br />

am Samstag, 20. Mai 2017, in einem eintägigen<br />

„Workshop“ Chor- und Ensemble-<br />

Leiter/innen aus dem ganzen Lande vorgestellt<br />

als beispielhafte Zusammenarbeit<br />

einer Gemeinschaft zwischen Bläsern und<br />

Sängern. In diesem Projekt sind eingebunden<br />

Tiroler Sängerbund, Blasmusikverband<br />

und Musikschulwerk. Es wäre schön, neben<br />

Sänger/innen auch Südtiroler Bläser<br />

in Stams begrüßen zu können. Alle Details<br />

bezüglich Anmeldung, Kosten, Beginn<br />

etc. sind zu finden auf www.cantareetsonare.at.<br />

Anmeldungen sind möglich<br />

bis 12. Jänner 2017.<br />

22<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Singen mit Kindern – und<br />

zwar richtig!<br />

Fortbildungen mit Veronica Bertsch<br />

Veronica Bertsch<br />

„Singen mit Kindern – und zwar richtig“<br />

hieß die eintägige Fortbildung, die am<br />

22. Oktober <strong>2016</strong> im Kolpinghaus in Meran<br />

stattfand. 43 Chorleiter/innen nahmen<br />

an diesem Kurs mit Veronica Bertsch teil.<br />

Bereits am 30. September und 1. Oktober<br />

hatte die beliebte Gesangspädagogin<br />

aus Regensburg im Kolpinghaus Bozen<br />

einen Kurs zum Thema „populäre Chormusik<br />

für Frauen“ abgehalten, an dem<br />

Frauen aller Altersstufen teilnahmen. Erarbeitet<br />

wurden Arrangements aus den<br />

unterschiedlichsten Stilrichtungen - von<br />

der Gospelballade bis zum Popsong, vom<br />

Jazzstandard bis zum Schlager.<br />

Im Mittelpunkt stand die Freude am gemeinsamen<br />

Musizieren. Bereits im Vorjahr<br />

hatte Veronica Bertsch ein Chorwochenende<br />

für Frauen angeboten und war damit<br />

auf große Nachfrage gestoßen.<br />

Das Seminar für Kinderchorleiter/innen<br />

in Meran bot den Teilnehmer/innen<br />

die Möglichkeit, Grundkenntnisse im Bereich<br />

Stimmbildung, Kinderstimme und<br />

Kinderchorleitung zu erwerben bzw. bereits<br />

vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.<br />

Die Teilnehmer/innen sollten lernen, eine<br />

nachhaltig wirkende Arbeit mit Kinderstimmen<br />

zu entwickeln, auf die besonderen<br />

Bedingungen von Kinderchören einzugehen,<br />

die Proben abwechslungsreich<br />

und zielorientiert zu gestalten. Neben einer<br />

theoretischen Einführung zum Thema<br />

„Kinderstimmbildung bzw. Kinderstimme“<br />

lernten die Teilnehmer/innen praktische<br />

Stimmbildungsübungen kennen, probierten<br />

aus und sprachen gemeinsam über ihre<br />

Erfahrungen. Vor allem flossen aber auch<br />

didaktische Hinweise zur Probenmethodik<br />

und Lied-Erarbeitung ein, ebenso wie<br />

Hilfestellungen zum Dirigat im Kinderchor<br />

und Literaturtipps.<br />

Referentin Veronica Bertsch hat an der<br />

Universität Regensburg einen Lehrauftrag<br />

für Gesang und unterrichtet an der Akademie<br />

für darstellende Kunst Bayern. Seit<br />

Januar 2010 ist sie bei den “Regensburger<br />

Domspatzen” als Stimmbildnerin engagiert<br />

und betreut die „Vorchorspätzchen<br />

und die 1. Klasse Vorchor. Im Rahmen der<br />

Öffentlichkeitsarbeit der Regensburger<br />

Domspatzen besucht sie Kindergärten in<br />

Regensburg und Umgebung, um bereits<br />

mit den ganz Kleinen zu singen.<br />

„Kindgerechte Tonlage ist das Wichtigste“<br />

Veronica Bertsch über „richtiges Singen“ mit Kindern<br />

Kinderchorleitung ist eine besondere<br />

Herausforderung. Veronica Bertsch betont,<br />

dass der Kinderchorleiter/die Kinderchorleiterin<br />

den Ausgleich zwischen Spaß und<br />

ernsthafter Arbeit finden muss und mutig<br />

sein sollte.<br />

Kulturfenster: Was macht Ihrer Meinung<br />

nach einen guten Kinderchorleiter aus -<br />

oder: wie singt man „richtig“ mit Kindern?<br />

Veronica Bertsch: Ein guter Kinderchorleiter<br />

ist meiner Meinung nach jemand,<br />

der sich für keinen Quatsch zu schade ist,<br />

aber trotzdem die gute Mischung zwischen<br />

Spaß haben und machen und ernsthafter<br />

Chorarbeit findet. Viele musikalische und<br />

vor allem stimmbildnerische Parameter<br />

kann man bei Kindern auf spielerische Art<br />

und Weise vermitteln, so dass sie gar nicht<br />

merken, dass sie jetzt "an etwas arbeiten".<br />

Aber man darf auf der anderen Seite auch,<br />

wenn es angebracht erscheint, durchaus<br />

etwas Disziplin und Ergebnisse einfordern,<br />

denn auch Kinder wollen gefordert werden<br />

und haben noch mehr Freude, wenn sie<br />

merken, dass sie etwas erreicht und dazu<br />

gelernt haben.<br />

"Richtig" singt man mit Kindern vor allen<br />

Dingen in einer kindgerechten Tonlage<br />

- das ist am allerwichtigsten, denn nur<br />

dann kann sich die Kinderstimme auch in<br />

ihrer ganzen Vielfalt zeigen und entfalten.<br />

KF: Haben sie noch weitere konkrete<br />

Tipps für angehende Kinderchorleiter/innen?<br />

V. Bertsch: Mein Tipp ist: mutig sein,<br />

selbst etwas riskieren und auch die Kinder<br />

fragen, ob sie etwas wollen, wie sich<br />

bestimmte Dinge anfühlen usw. - und:<br />

Quatsch machen!<br />

KF: Welche persönlichen Eindrücke haben<br />

Sie vom Kurs in Meran mitgenommen?<br />

V. Bertsch: Ich habe die Kursteilnehmer<br />

als sehr offen und motiviert empfunden.<br />

Alle haben sehr gut mitgemacht und<br />

die Stimmung war locker und gelöst. Ich<br />

denke, dass sicherlich jeder irgendetwas<br />

mitgenommen hat - da bin ich mir eigentlich<br />

sicher - und wenn es nur die Bestätigung<br />

dafür war, dass man ohnehin schon<br />

gut mit den Kindern arbeitet.<br />

Interview: Paul Bertagnolli<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 23


Aus Verband und Bezirken<br />

"Vom Anfangston bis zum<br />

Schlussakkord"<br />

Chorleiterseminar in Schloss Goldrain<br />

Der Bezirk Burggrafenamt/Vinschgau im<br />

Südtiroler Chorverband veranstaltet in Zusammenarbeit<br />

mit dem Verband der Kirchenchöre<br />

Südtirols in Schloss Goldrain<br />

ein Wochenendseminar für Chorleiter/innen<br />

sowie Sänger und Sängerinnen, und<br />

zwar vom Samstag, 14. Jänner <strong>2016</strong>, mit<br />

Beginn um 9 Uhr, bis Sonntag, 15. Jänner<br />

um 12.30 Uhr.<br />

Dabei wird unter dem Motto „Vom Anfangston<br />

bis zum Schlussakkord“ für „jeden<br />

etwas dabei sein“, wie Bezirksobmann<br />

Karl Werner betont. Referent Manuel<br />

Schuen ist im Gadertal aufgewachsen und<br />

absolvierte seine Studien an der Universität<br />

für Musik und darstellende Kunst in<br />

Wien.Das Kirchenmusikstudium mit den<br />

Schwerpunkten Chorleitung (bei Erwin<br />

Ortner und Ingrun Fußenegger) und Gesang<br />

(bei Margit Klaushofer) sowie das<br />

Instrumentalstudium Orgel (bei Roman<br />

Summereder) schloss er mit Auszeichnung<br />

ab. Als Organist konzertiert er im Inund<br />

Ausland und ist Preisträger mehrerer<br />

internationaler Orgelwettbewerbe. Seit<br />

20<strong>06</strong> ist er künstlerischer Leiter des Uni-<br />

sono-Chores Wien. Während seines Studiums<br />

war er Mitglied des Arnold Schönberg<br />

Chores unter Erwin Ortner. Seit 2008<br />

wirkt er als Organist an der historischen<br />

Sieber-Orgel von 1714 und als Leiter der<br />

Kirchenmusik in der Wiener Michaelerkirche.<br />

Er ist Gründer und Leiter des „Ensemble<br />

Vox Archangeli“. Seit Oktober<br />

2013 ist er als Gesangskorrepetitor und<br />

Dozent für frühe Ensemblemusik am Institut<br />

für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik<br />

der Universität für Musik und<br />

darstellende Kunst Wien tätig.<br />

Chorleiter/in gesucht!<br />

Wir, die Frauensinggruppe St. Michael/Eppan, sind 22 Frauen,<br />

die gerne singen und suchen ab Jänner 2017 eine/n Chorleiter/in.<br />

Wer interessiert ist, meldet sich bitte bei Obfrau Luise Pircher Meraner.<br />

Tel. 334 8956740 oder<br />

E-Mail: info.ansitzkuensegg@gmail.com<br />

24<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Chorverband Österreich in Bewegung<br />

Neuer Präsident stellt 5-Punkte-Programm vor<br />

Der Chorverband Österreich (ChVÖ), der<br />

Dachverband der Chorverbände und Chöre<br />

in Österreich, wählte am 29.Oktober ein<br />

neues Präsidium mit DDr. Karl-Gerhard Straßl<br />

MAS als neuem Präsidenten an der Spitze.<br />

Als langjähriger Vizepräsident ist der<br />

neue Präsident ein ausgewiesener Kenner<br />

der österreichischen Chorszene und weiß<br />

um die Wünsche, Sorgen und Probleme<br />

der Chöre. Zudem ist ihm aufgrund seiner<br />

beruflichen Erfahrungen im Bund und derzeit<br />

an einer der führenden Musik-Ausbildungsstätten<br />

Österreichs das poltisch-kulturelle<br />

Umfeld vertraut.<br />

Der neue Präsident betonte die Größe<br />

des österreichischen Chorwesens – „Dem<br />

ChVÖ gehören derzeit etwa 3.500 Chöre<br />

an und somit um rund 50 Prozent mehr,<br />

als es in Österreich Fußballvereine gibt!“<br />

– und die sozio-kulturelle Bedeutung chorischen<br />

Singens. Angesichts der aktuellen<br />

Lage hat er bei der Generalversammlung<br />

ein innovatives 5-Punkte-Programm vorgestellt:<br />

Dazu gehören die Etablierung des<br />

ChVÖ als Impulsgeber für chorische Themen<br />

wie z.B. Singen in der Schule, die<br />

Weiterentwicklung zum professionellen<br />

Dienstleistungsverband mit starker Lobbying-Funktion,<br />

die Erweiterung des Mitgliederkreises<br />

zur Plattform für Einzelpersonen<br />

und Institutionen aus dem Bereich Chor<br />

bzw. Chormusik, die Schaffung einer innovativen<br />

und interaktiven „ChorleiterInnenplattform“<br />

und die Kreierung aktueller musikalischer<br />

Impulse für die österreichische<br />

Chorlandschaft durch verstärkte Einbindung<br />

der Top-Experten und Expertinnen.<br />

Mit diesen ersten Schwerpunkten des<br />

neuen Präsidiums will der ChVÖ in zeitgemäßer<br />

Form aktiv sein und merkbare Initiativen<br />

setzen: „Das chorische Singen ist<br />

von besonderer Bedeutung für Geist und<br />

Körper der Menschen, wie zahlreiche Studien<br />

immer wieder nachweisen. Gesundheitsfördernde<br />

Effekte und sozio-kulturell<br />

äußerst positive Wirkungen wie Inklusion<br />

und Integration sind immanente Bestandteile<br />

des Singens im Chor. Aktuell weisen<br />

Der Präsident des Chorverbandes<br />

Österreich Karl-Gerhard Straßl<br />

sogar ORF-Sendungen die hohe Aktualität<br />

von Chören nach. Das neue Präsidium des<br />

ChVÖ und ich möchten daher die äußerst<br />

positiven Einflüsse der Chöre auf die Gesellschaft<br />

betonen und unsere Aktivitäten<br />

zum Wohl Österreichs einsetzen,“ erläutert<br />

der neue Präsident Straßl.<br />

Der Südtiroler Chorverband mit Verbandsobmann<br />

Erich Deltedesco gratuliert dem<br />

neuen Präsidium und insbesondere Präsident<br />

Karl-Gerhard Straßl MAS zur Wahl<br />

und wünscht ihnen und dem Chorwesen<br />

in Österreich alles Gute und viel Erfolg!<br />

Herbsttagung der AGACH in Zell am See<br />

Die Vertreter der AGACH bei der Herbsttagung in Zell am See.<br />

Am 22. Oktober trafen sich die Vertreter<br />

der 16 Mitgliedsverbände der AGACH (Arbeitsgemeinschaft<br />

Alpenländischer Chorverbände)<br />

zur traditionellen Herbsttagung<br />

in Zell am See.<br />

Präsident Erich Deltedesco blickte auf das<br />

vergangene Arbeitsjahr zurück. Wie die Chorweihnacht<br />

ist nun auch der Tag der Chöre<br />

in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff<br />

bereits Tradition. Die Chorverbände hatten<br />

Gelegenheit, bei der Tagung von ihren Aktivitäten<br />

zu berichten, sich auszutauschen<br />

und gemeinsame Projekte zu planen. Das<br />

Territorium, das die AGACH abdeckt, umfasst<br />

den gesamten Bogen der Alpen. Sie ist<br />

in Aosta genauso präsent wie in Graubünden<br />

und im Fürstentum Liechtenstein, in<br />

Vorarlberg wie in Bayern, in Tirol wie Salzburg,<br />

in Oberösterreich wie in Kärnten und<br />

in Südtirol wie im Trentino mit Ausläufern<br />

bis nach Friaul. Höhepunkt des heurigen<br />

Arbeitsjahres war das Adventskonzert der<br />

AGACH am 3. <strong>Dezember</strong> in der Kirche St.<br />

Rupert in Bischofshofen in Salzburg. Fünf<br />

Chöre aus den Mitgliedsverbänden wirkten<br />

bei der AGACH- Chorweihnacht mit: der<br />

Oberstufenchor des MPG St. Rupert aus<br />

Bischofshofen, das Mendelssohn Vocalensemble<br />

aus Bayern, der Männergesangsverein<br />

Kaning aus Radenthein (Kärnten), der<br />

Coro Natissa di Aquileia aus Udine sowie<br />

das Vocalensemble Cantamabile (Kanton<br />

Wallis). Auf dem Programm standen traditionelle<br />

Volksweisen und weihnachtliche<br />

Lieder, die auf ganz unvergessliche Weise<br />

auf die Weihnachtszeit einstimmten.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 25


Konzert des Kirchenchors Lappach in<br />

der Kirche von St.Peter/Villnöss<br />

•Stimmgabel<br />

Für die Kinderkrebshilfe „Regenbogen“<br />

Kirchenchor Lappach<br />

Am 8. Oktober führte der Kirchenchor<br />

Lappach im Rahmen des Abendgottesdienstes<br />

in der Pfarrkirche von Sand in<br />

Taufers die „Missa Pro Vita Ascendente“<br />

von Josef Nejez auf, zusammen mit befreundeten<br />

Sängerinnen und Sängern sowie<br />

einem Saxophon–Quintett, einer Tuba<br />

und der Sopran-Solistin Manuela Demetz<br />

Trebinger. Die musikalische Leitung hatte<br />

Christian Unterhofer inne.<br />

Unter den Zuhörern in der voll besetzten<br />

Pfarrkirche von Sand in Taufers war auch<br />

der Vereinsobmann der Kinderkrebshilfe<br />

„Regenbogen“ Josef Larcher. Am Ende der<br />

Messe bedankte er sich bei den Initiatoren<br />

sowie bei allen Mitwirkenden. Ein besonderes<br />

Dankeschön richtete er auch an die<br />

Zuhörer für die freiwilligen Spenden zugunsten<br />

der Kinderkrebshilfe „Regenbogen“.<br />

Eine Woche später wurde die Messe im<br />

Rahmen eines Konzertes in der Pfarrkirche<br />

von St. Peter/Villnöss zum zweiten<br />

Mal aufgeführt. Ergänzt wurde das musikalische<br />

Programm unter anderem durch<br />

die Marienlieder „Maria, Himmelskönigin“,<br />

„O Maria, sei gegrüßet“, und „Ave<br />

maris stella“.<br />

Für alle Sängerinnen und Sänger war der<br />

Applaus im Anschluss an die Messe bzw.<br />

an das Konzert der Beweis, dass sich die<br />

Proben und der Fleiß ausgezahlt haben.<br />

St.Peter/Villnöss<br />

26<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Eine musikalische Nachtreise<br />

Konzert des Singkreises Runkelstein und des Chores Wien-Neubau<br />

Unter dem Motto der „Nachtreise“ stand das Konzert des Singkreises Runkelstein<br />

und des mit diesem befreundeten Chores Wien-Neubau in Schloss Maretsch.<br />

Ein besonderes Hörerlebnis war das Konzert<br />

des Singkreises Runkelstein und des<br />

mit diesem befreundeten Chores Wien-Neubau<br />

in Schloss Maretsch, das ganz unter<br />

dem Motto der „Nachtreise“ stand.<br />

Der Singkreis Runkelstein machte den<br />

Auftakt mit den „Sechs Notturni“ von<br />

W.A.Mozart, begleitet vom Klarinettenensemble<br />

„Trio Clari-nocte“. Dann erfreute<br />

der Chor Wien-Neubau unter der Leitung<br />

von Prof. Walter Zeh das Publikum<br />

u.a. mit G. Puccinis „Nessun dorma“ aus<br />

der Oper Turandot, „Des Abends“ von J.<br />

Brahms, dem mit sehr viel innerer Spannung<br />

vorgetragenen „Moon River“ aus<br />

dem Film „Frühstück bei Tiffany“ von H.<br />

Mancini und dem Mondchor aus „Die<br />

lustigen Weiber von Windsor“ von O. Nicolai.<br />

Natürlich durfte der Wiener Klang<br />

nicht fehlen: Der romantische Walzer „An<br />

der schönen blauen Donau“ und die spritzig<br />

und flott vorgetragene Polka „Eljen a<br />

Magyar“ von Johann Strauß jun., begleitet<br />

am Klavier von Robert Vetter, gefiel<br />

dem Publikum besonders.<br />

Das „Divertimento für drei Bassetthörner“<br />

von W.A.Mozart, vorgetragen vom<br />

Klarinettenensemble (Alexandra Pedrotti,<br />

Uta Praxmarer und Thomas Piazza) bereitete<br />

dem Singkreis Runkelstein den Weg<br />

zur musikalischen Nachtreise mit dem<br />

Lied „Nun ruhen alle Wälder“ von J. S.<br />

Bach. Die sehr weiche und harmonische<br />

Klangfarbe des Singkreises Runkelstein<br />

kam dem Wiegenlied „Schloof inn, kluanr<br />

Korrnr“ von Herbert Paulmichl sehr<br />

entgegen. Der Komponist selbst lobte die<br />

gelungene Interpretation seiner Komposition.<br />

Die Lieder „Biabele, liabele Du“ von<br />

H. Giegle, „Ade, zur guten Nacht“, von<br />

H.Barbe und „Kimmt schian hoamli die<br />

Nacht“ von W. Fanderl waren und sind eine<br />

Liebeserklärung an das Volkslied. Beide<br />

Chöre sangen zum Abschluss des Konzertes<br />

das Lied „Die Nacht’’“ von Ch. Dreo.<br />

Das Publikum bedankte sich mit einem<br />

lang anhaltenden Applaus. Mit kleinen Geschenken<br />

und einer Abschiedsrede unter<br />

Hervorhebung der fünf sehr guten Arbeitsjahre,<br />

die er für den Singkreis Runkelstein<br />

geleistet hatte, wurde Elmar Grasser mit<br />

vielen guten Wünschen für seine weitere<br />

Zukunft verabschiedet. Großes Lob und<br />

Dankesworte gab es auch für den Chor<br />

Wien-Neubau.<br />

Mit 1. November übernahm Bezirkschorleiter<br />

Armin Mitterer, studierter Kirchenmusiker<br />

und Mathematiker, den<br />

Singkreis Runkelstein, und bereits am 3.<br />

<strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> gab es das traditionelle<br />

Adventskonzert in der Franziskanerkirche<br />

in Bozen.<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Ihre Beiträge für das Chorwesen senden Sie bitte an: bertagnolli.paul@rolmail.net (Paul Bertagnolli)<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 27


Vorweg<br />

Verbandsobmann<br />

Pepi Fauster<br />

Ein neues Vorweg<br />

Liebe Leserinnen und Leser!<br />

Auf der Suche, das „<strong>KulturFenster</strong>“ immer wieder lebendig und attraktiv zu gestalten, haben wir im VSM<br />

beschlossen, einige Rubriken bzw. Einträge etwas zu verändern. Als erstes kommt das VORWEG an die<br />

Reihe. War dieser Artikel bisher der Vorspann bzw. die Hinführung zum THEMA, wird es in Zukunft eine<br />

Plattform für Kurzmitteilungen der vier Fachgruppen Organisation, Kapellmeister, Jugend und Stabführer<br />

sein und von deren Leitern auf Verbandsebene gestaltet. Wichtige Informationen, markante Sätze, Hinweise<br />

auf besondere Veranstaltungen und dgl. mehr werden diese Rubrik füllen.<br />

„Vorweg“ weise ich auch auf drei Großveranstaltungen im neuen Tätigkeitsjahr 2017 hin: Die Jahreshauptversammlung des Verbandes<br />

Südtiroler Musikkapellen findet am Samstagnachmittag des 11.März 2017 im Waltherhaus in Bozen statt. Das Bezirksmusikfest<br />

des Bezirkes Bruneck wird vom 4. bis 6.August 2017 in Toblach und jenes des Bezirkes Brixen vom 15. bis 17.September<br />

2017 in Brixen abgehalten.<br />

Verbandskapellmeister<br />

Sigisbert Mutschlechner<br />

Miteinander und voneinander lernen<br />

Der Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit über das abgelaufene Jahr Bilanz zu ziehen und vorauszuschauen.<br />

Die kurze Ära von Thomas Doss am Bozner Konservatorium ist vorüber. Walter Ratzek wird in seine<br />

Fußstapfen getreten und der Ausbildung neue Impulse geben. Die Kapellmeisterausbildung an den verschiedenen<br />

Musikschulen in ganz Südtirol geht bereits in ihr drittes Jahr. Anfangsschwierigkeiten werden nach und<br />

nach gelöst, Situationen stetig verbessert. Rund 45 Schüler, darunter auch viele Frauen, machen dieses neue<br />

Modell bereits jetzt zu einem erfolgreichen Modell.<br />

Kapellmeister, die bereits eine Kapelle leiten und Unterstützung brauchen, können auch heuer wieder das Coaching<br />

in Anspruch nehmen. Ein Lehrerteam mit Philipp Kufner und der Fachgruppe Kapellmeister gibt individuelle Hilfestellungen in<br />

den verschiedenen musikalischen und pädagogischen Bereichen. Herzlichen Dank allen Musikkapellen, die sich bisher als Übungskapellen<br />

zur Verfügung gestellt haben. Ich würde mich sehr auf einige neue freuen. Wir lernen alle miteinander und voneinander!<br />

Verbandsjugendleiter<br />

Meinhard Windisch<br />

2017 – Wie geht es weiter?<br />

Das heurige Jahr war geprägt von vielen tollen und spannenden Veranstaltungen im Bereich der Jugend.<br />

Eine unserer wichtigen Aufgaben ist es, immer wieder Anreize und Rahmenbedingungen zu schaffen,<br />

wie z.B. beim Jugendleiterseminar bei unseren Sommerwochen, bei Wettbewerben bis hin zum SJBO.<br />

Die Jugend war wohl noch nie so aktiv wie zurzeit. Es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht von<br />

Konzerten und Projekten lesen kann, sei es vor Ort bei in den Musikkapellen, in den Bezirken oder auf<br />

Verbandsebene. Für das Jahr 2017 stehen wieder spannende Veranstaltungen und Projekte an. Daher<br />

ersuche ich die Verantwortlichen, die Jugendlichen rechtzeitig anzusprechen und über die Angebote zu<br />

informieren. „JETZT IST DER RICHTIGE MOMENT ES ANZUGEHEN“. Eines noch vorweg: Da es bei den Anmeldungen immer<br />

wieder zu falschen Anmeldungen kommt, bitte ich euch diese mit großer Sorgfalt vorzunehmen. Bei Fragen oder Unklarheiten<br />

helfen wir euch immer gerne weiter.<br />

Verbandsstabführer<br />

Klaus Fischnaller<br />

Fest der Musik in Bewegung<br />

Zu den Marschmusikbewertungen 2017, am 6. August in Toblach und am 16. September in Brixen, laden<br />

wir alle Musikkapellen des Landes ganz herzlich ein. Wir möchten euch bei dieser Gelegenheit neben<br />

dem reinen Wettbewerbsgedanken auch die Sichtweise eines Festes der Musik in Bewegung nahelegen:<br />

Nicht die Angst vor Fehlern und einer nicht erwartungsgemäßen Bewertung soll überwiegen, sondern<br />

die Vorfreude auf ein Fest, an dem wir uns als Kapellen einem großen, interessierten Publikum präsentieren<br />

können. Es soll eine Gelegenheit werden, uns anzuschauen, was andere Kapellen machen, ein Motivationsschub,<br />

Musik in Bewegung auch in unseren Dörfern und Städten weiterhin stolz zu präsentieren.<br />

Anmeldungen sind bis zum 31. Jänner möglich (Anmeldeformular auf www.vsm.bz.it). Für weitere Informationen stehen ich<br />

und die beiden Bezirksstabführer Hansjörg Algrang und Oskar Zingerle gerne zur Verfügung.<br />

28<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Das Thema<br />

Blasmusik<br />

Grundlagen der professionellen<br />

Vereinsführung in Theorie und Praxis<br />

VSM bietet zwei Tagungen für Obleute an<br />

Männer und Frauen stehen den einzelnen<br />

Musikkapellen als Obleute vor. Ihre Aufgaben<br />

in der Vereinsführung sind vielfältig und<br />

verantwortungsvoll. Deshalb ist es notwendig,<br />

dass sie sich immer wieder über wichtige<br />

Themen informieren und dabei ein umfassendes<br />

Wissen aneignen.<br />

Dieses hilft, den Mitgliedern die notwendige<br />

Sicherheit zu vermitteln und Arbeitsschritte<br />

effizient und zeitsparend abzuwickeln.<br />

Am 5. und 12.November fand je<br />

eine Obleute-Tagung in der „Lichtenburg“<br />

in Nals bzw. im „Graf-Meinhard-Haus“ in<br />

Mühlbach statt, an denen unter der Leitung<br />

von Verbandsobmann Pepi Fauster ca. 60<br />

Öbmänner und Obfrauen bzw. Vorstandsmitglieder<br />

aus den Musikkapellen teilnahmen.<br />

Der Rechtsanwalt Arno Kornprobst<br />

aus Brixen referierte über das Thema „Vereinshaftung<br />

und Versicherungsschutz, Urheberrecht<br />

und Datenschutz“. Der Kommunikationstrainer<br />

Bernhard Noriller erklärte<br />

in Theorie und Praxis klassische Moderationsmethoden<br />

zum „Leiten von Sitzungen<br />

und Versammlungen“.<br />

Hier nun zwei Auszüge aus den beiden<br />

Referaten:…<br />

I. Gehört die Musik (nicht) allen?<br />

Urheberrechtsschutz mit besonderem Augenmerk auf das Notenmaterial<br />

Rechtsanwalt Arno Kornprobst<br />

„Musik gehört allen. Nur die Plattenfirmen<br />

denken, dass man sie besitzen kann.“<br />

John Lennon, von dem dieses Zitat stammt,<br />

mag damit (s)ein Idealbild zum Ausdruck<br />

gebracht haben, mit der Realität hat dies<br />

aber wenig zu schaffen. Einen Einblick in<br />

die Welt des Musikrechtes sollen die nun<br />

folgenden Zeilen bieten.<br />

Das italienische Urheberrechtsgesetz<br />

(Gesetz <strong>Nr</strong>. 633 vom 22. April 1941) schützt<br />

persönliche geistige Schöpfungen, welche<br />

sich durch Kreativität hervortun. Diese<br />

Schöpfungen können verschiedener Art<br />

sein, wobei das Gesetz etwa Filme, Fotos,<br />

Literatur, Musik, Choreographien oder<br />

Computerprogramme erwähnt.<br />

Obwohl der italienische Gesetzgeber die<br />

Frage, wann eine Komposition als kreative<br />

Schöpfung zu gelten hat, nicht weiter vertieft<br />

hat, gilt Musik im Allgemeinen dann<br />

als kreatives, und somit durch das Urheberrechtsgesetz<br />

geschütztes Werk, wenn<br />

sie sich durch eine rhythmische Melodie<br />

und Harmonie auszeichnet. Liegen diese<br />

Voraussetzungen vor, sind Melodien ohne<br />

weiteres schutzfähig. Ebensolches gilt auch<br />

für Harmonien, wobei allerdings nicht jeder<br />

Akkord für sich allein genommen geschützt<br />

wird, sondern bloß in ihrer schöpferischen<br />

Zusammenstellung. Der alleinige<br />

Rhythmus ist hingegen noch nicht urheberrechtlich<br />

geschützt.<br />

Das Urheberrecht entsteht automatisch<br />

mit Vollendung des Werkes, ohne dass dafür<br />

eine Registrierung oder sonstige Formalitäten<br />

notwendig wären. Trotzdem kann<br />

eine Registrierung (möglich beim Ministerratspräsidium<br />

sowie bei der SIAE, dort allerdings<br />

bloß für Filmaufnahmen) sinnvoll<br />

und notwendig sein, wenn man Gewissheit<br />

zur Urheberschaft eines Werkes haben will.<br />

Das Urheberrecht ist, wenn man so will, ein<br />

zweifaches Recht:<br />

- Zum einen hat der Urheber Anspruch<br />

darauf, als Autor des Werkes genannt zu<br />

werden, er kann sich gegen verfälschende<br />

Ausschnitte wehren und er kann verhindern,<br />

dass das Werk für Produktwerbung<br />

genutzt wird (sog. moralisches Recht).<br />

Dieser Anspruch kennt keine zeitliche<br />

Beschränkung und kann nicht an Dritte<br />

veräußert werden.<br />

- Zum anderen hat der Urheber aber<br />

auch ein Recht zur wirtschaftlichen Verwertung<br />

seines Werkes (also etwa zum<br />

Verkauf, zum Verleih, zur Vervielfältigung<br />

oder zur Vorführung), und hier<br />

kennt das Gesetz sehr wohl eine zeitliche<br />

Beschränkung: In aller Regel erlischt<br />

dieses Recht zum 31.12. des 70.<br />

Jahres nach dem Tod des Urhebers.<br />

Diese wirtschaftlichen Verwertungsrechte<br />

können frei erworben, veräußert oder übertragen<br />

werden, weshalb es etwa auch den<br />

Musikkapellen möglich ist, die Rechte für<br />

die öffentliche Wiedergabe von Kompositionen<br />

zu kaufen. Ein schriftlicher Vertrag ist<br />

dafür zwar nicht zwingend notwendig, doch<br />

ist ein Schriftstück jedenfalls ratsam, denn<br />

nur so kann im Bedarfsfall der Nachweis<br />

für den Erwerb erbracht werden.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 29


Das Thema<br />

Die Teilnehmer der Obleutetagung des VSM setzten sich unter anderem mit dem heiklen Thema des Urheberrechtes<br />

auseinander.<br />

Da es bei einzelnen Aufführungen oder<br />

Wiedergaben von Werken viel zu schwierig<br />

wäre, jeden Urheber direkt zu bezahlen,<br />

wird diese Aufgabe in Italien in der Regel<br />

von einer öffentlichen Körperschaft,<br />

der SIAE (Società Italiana degli Autori ed<br />

Editori) übernommen, welche das Geld<br />

dann an die Künstler verteilt.<br />

Urheber ist diejenige Person aus Fleisch<br />

und Blut, die das geschützte Werk durch<br />

einen eigenen schöpferischen Beitrag geschaffen<br />

hat. Juristische Personen (also<br />

etwa Unternehmen) können somit niemals<br />

Urheber sein. Falls mehrere Personen<br />

gemeinsam ein Werk geschaffen haben,<br />

so sind alle Beteiligten zu gleichen Teilen<br />

(Mit)Urheber und können in der Regel bloß<br />

einstimmig Entscheidungen zu Weitergabe<br />

und/oder Verwertung des Werkes treffen.<br />

Im Falle von zusammengesetzten Werken<br />

(etwa musikalische Kompositionen<br />

mit Text), an deren Schöpfung mehrere<br />

Urheber beteiligt waren, steht das wirtschaftliche<br />

Verwertungsrecht in der Regel<br />

dem Komponisten zu, außer die Beteiligten<br />

haben Gegenteiliges vereinbart.<br />

Neben dem Urheber schützt das Gesetz<br />

aber auch die ausübenden Künstler, also<br />

diejenigen Personen oder Gruppen (wie<br />

etwa Musikkapellen), die ein Werk aufführen,<br />

singen, spielen oder auf eine andere<br />

Weise darbieten.<br />

Das Recht der ausübenden Künstler ist<br />

zwar nicht so umfangreich, wie jenes der<br />

Urheber, doch ebenso wie diese haben<br />

auch die ausübenden Künstler ein moralisches<br />

Recht darauf, als solche anerkannt<br />

zu werden und sich gegen die Entstellung<br />

ihrer Darbietung zu wehren.<br />

Daneben haben sie aber auch ein ökonomisches<br />

Verwertungsrecht und können<br />

also ihre Darbietung auf Bild- oder Tonträger<br />

aufnehmen, diese vervielfältigen und<br />

veräußern. Ähnlich wie dies die SIAE für<br />

Urheber tut, nimmt die IMAIE (Istituto Mutualistico<br />

per i diritti degli Artisti Interpreti<br />

ed Esecutori) dieses Verwertungsrecht für<br />

die ausübenden Künstler wahr.<br />

Mit wenigen Ausnahmen ist die Reproduktion<br />

eines urheberrechtlich geschützten<br />

Werkes ohne Zustimmung des Rechtsinhabers<br />

nicht erlaubt, außer es handelt<br />

sich um Zitate von Artikeln zu Tagesfragen,<br />

um wissenschaftliche Zitate oder, im Falle<br />

von Tonträgern (CD, CD-Rom oder DVD),<br />

um Kopien zum eigenen, ausschließlich<br />

privaten Gebrauch. Ebenfalls ohne Zustimmung<br />

des Rechtsinhabers ist es erlaubt,<br />

zum persönlichen Gebrauch Fotokopien<br />

von Büchern bis höchstens 15%<br />

des Schriftstückes anzufertigen.<br />

Gleiches gilt allerdings nicht für urheberechtlich<br />

geschütztes Notenmaterial: Hier<br />

sieht das Gesetz ein absolutes Kopierverbot<br />

vor. Hinzu kommt, dass es Bibliotheken<br />

untersagt ist, urheberrechtlich geschütztes<br />

Notenmaterial zu verleihen, wodurch sich<br />

für (übungswillige) Musikanten doch einige<br />

bedeutsame Einschränkungen ergeben.<br />

Die Verletzung des Urheberrechtes begründet<br />

nicht bloß einen Anspruch auf<br />

Schadenersatz, sondern kann darüber<br />

hinaus auch noch strafrechtliche Folgen<br />

haben. Über die Einhaltung der Bestimmungen<br />

zum Urheberrecht wacht u.a.<br />

die SIAE.<br />

Dr. Arno Kornprobst<br />

30<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

II. Vereinssitzungen professionell leiten<br />

Verbandsobmann Pepi Fauster im Gespräch mit Mag. Bernhard Noriller<br />

Mag. Bernhard Noriller (Innsbruck,<br />

Jahrgang 1959) ist seit über 30 Jahren<br />

als Trainer in der Erwachsenenbildung<br />

und in der Fortbildung von<br />

Führungskräften tätig und als externer<br />

Lehrbeauftragter an der LFU Innsbruck.<br />

U. a. arbeitet er seit 1990 auch als<br />

Moderationstrainer.<br />

Pepi Fauster: Woran sollte ein Obmann/eine<br />

Obfrau bei der Leitung einer Ausschusssitzung<br />

in erster Linie denken?<br />

Bernhard Noriller: Das entscheidende<br />

Stichwort lautet „Funktionale Teamarbeit“<br />

(eine Idee des Schweizer Pädagogen/Beraters/Autors<br />

Anton Strittmatter –<br />

Mitte der 1990er-Jahre). Es bedeutet, in<br />

der Vorbereitung einer Teamsitzungen o.<br />

Ä. für jeden Tagungsordnungspunkt abzuklären,<br />

welcher Art die Aufgabe ist (siehe<br />

im folgenden Überblick die 7 Aufgabenfelder/„Geschäfte“).<br />

Erst wenn einem<br />

bei jedem Tagungsordnungspunkt in der<br />

Vorbereitung bewusst ist, welcher Art das<br />

jeweilige „Geschäft“ ist, kann sinnvoll und<br />

zielführend überlegt werden, wie man dabei<br />

methodisch-strategisch am besten vorgeht.<br />

In diesem Zusammenhang ist auch<br />

zu klären, ob es z. B. eher Präsentationstechniken<br />

(wenn nur über ein Thema informiert<br />

werden soll) oder Moderationstechniken<br />

(wenn gemeinsam im Team etwas<br />

erarbeitet oder geklärt werden soll) braucht.<br />

Ich habe zusammen mit Anton Strittmatter<br />

und Bianca Ender 2013 ein Fachbuch<br />

veröffentlicht, in dem diese 7 Aufgabenfelder<br />

und die dazu passende Methode<br />

ausführlich erklärt und beschrieben sind.<br />

Dieses Buch richtet sich zwar an die Zielgruppe<br />

„Schulleite und Schulleiterinnen“,<br />

ist aber vom methodischen Gesichtspunkt<br />

her - mit vielleicht wenigen Abstrichen -<br />

auf jede andere „Branche“ übertragbar.<br />

PF: Was versteht man unter IDEA?<br />

BN: Wir haben das „Konzept der 7 Aufgabenfelder“<br />

auf die knackige Kurzformel<br />

„IDEA“ gebracht. I steht für „Informationen<br />

bereitstellen“ (Orientierungen, Mitteilungen,<br />

Grundlagen für später zu treffende<br />

Entscheidungen), D für „in Dialog<br />

treten“ (Meinungsbildung, Abtasten der<br />

Stimmung, Probleme sehen), E für „Entscheidung<br />

treffen“ (Beschlussfassung,<br />

über Anträge befinden, Maßnahmen festlegen,<br />

Geschäft verabschieden, beurteilen)<br />

und A für „Alternativen suchen“, also gemeinsam<br />

Ideen und Vorschläge entwickeln<br />

(Problemlösungen vorbereiten, Entscheidungsalternativen<br />

erarbeiten und transparent<br />

machen). Es geht also in einer verkürzten<br />

Form um die Zuordnung einzelner<br />

Tagungsordnungspunkte zu den „7 Geschäften“<br />

[vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />

(2013), a. a. O., S. 89].<br />

Abb. aus: ENDER, Bianca/NORILLER, Bernhard/STRITTMATTER, Anton: Teamarbeit<br />

zielgerichtet führen. Grundsätze, Methoden, Praxistipps. Bern: Schulverlag plus,<br />

2013, S. 5<br />

PF: Wie kann ein Obmann/eine Obfrau mit<br />

der Doppelrolle der Leitung und Moderation<br />

am besten umgehen?<br />

BN: Wer moderiert (aber nur, wenn diese<br />

Arbeitsform notwendig ist), muss zunächst<br />

einmal die Rolle eines Moderators bzw. einer<br />

Moderatorin erfüllen, d. h. also, man<br />

muss inhaltlich neutral bleiben (eine Art<br />

„Hebamme“ oder „Geburtshelfer“ spielen).<br />

Methodisch gesehen ist man natürlich<br />

nicht neutral, sondern bestimmt, wie<br />

vorzugehen ist.<br />

Wer zusätzlich noch in einer Leitungsrolle<br />

steht und somit auch die Leitungsverantwortung<br />

trägt, kann niemals „inhaltlich<br />

neutral“ sein, „weil Leitung immer ein Ziel<br />

verfolgen muss und das gleichermaßen in<br />

einer Führungs- und Personalverantwortung<br />

geschieht“ [vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />

(2013), a. a. O., S. 4].<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 31


Das Thema<br />

Meist ist es sinnvoll, eine gute Ausgewogenheit<br />

zwischen Mitbeteiligung, Mitverantwortung,<br />

Effektivität und Effizienz zu<br />

finden, „denn Entscheidungsprozesse benötigen<br />

Fingerspitzengefühl, Wissen um<br />

systemische Zusammenhänge und eine<br />

Methodenbreite“ [vgl. Ender/Noriller/Strittmatter<br />

(2013), a. a. O., S. 55].<br />

Auch die Leitung muss mitentscheiden<br />

oder sich selbst mit Vorschlägen einbringen<br />

und sich daher überlegen, wie und<br />

wann sie das tut, ohne das Ergebnis der<br />

Teammitglieder zu manipulieren. Das wird<br />

je nach gewählter Methode unterschiedlich<br />

erfolgen und kann am besten im Rahmen<br />

eines Moderationsworkshops vermittelt<br />

werden.<br />

Wie Sitzungen erfolgreich durchgeführt und geleitet werden können, vermittelte<br />

Mag. Bernhard Noriller in anschaulicher Weise.<br />

In der Doppelrolle als ModeratorIn UND<br />

LeiterIn ist im Vorfeld gut zu überlegen,<br />

ob es vom Thema her, bei dem es z. B.<br />

um eine Entscheidung geht, notwendig<br />

ist, den Letztentscheid zu treffen (dann<br />

hat das Team nur ein Vorschlagsrecht),<br />

oder ob es sinnvoll ist, die Entscheidung<br />

voll und ganz dem Team zu überlassen<br />

und dessen Entscheidung zu akzeptieren.<br />

Das ist unbedingt vor Beginn des<br />

Entscheidungsprozesses transparent<br />

zu machen.<br />

Beispiel für eine visualisierte Ein-Punkt-Abfrage bei der Obleute-Tagung in Nals<br />

PF: Wie wichtig ist eine Visualisierung?<br />

BN: Unter Visualisierung versteht man in<br />

diesem Zusammenhang das für alle sichtbare<br />

schriftliche Festhalten von Kommentaren,<br />

Ideen oder Meinungen der SitzungsteilnehmerInnen,<br />

aber auch von wichtigen<br />

Statements oder Informationen seitens der<br />

Sitzungsleitung. Visualisiert werden also<br />

Aussagen (meist stichwortartig) in Form<br />

von Worten, manchmal ergänzt durch Symbole,<br />

Zeichnungen oder auch Karikaturen.<br />

Wenn Moderationstechniken zum Einsatz<br />

kommen, wird ohnehin immer mit Plakaten<br />

gearbeitet, sodass z. B. auch die Ergebnisse<br />

von Ein- oder Mehr-Punkt-Abfragen<br />

darunterfallen.<br />

Visualisierung ist deshalb wichtig, weil so<br />

die Inhalte eines Arbeitsprozessen möglichst<br />

unverfälscht festgehalten werden<br />

können. Jede bloße Erinnerung hinterher<br />

an das Gesagte bedeutet auch immer<br />

eine Veränderung der Inhalte (so eine Erkenntnis<br />

aus der Gedächtnisforschung).<br />

Visualisierung schafft also Transparenz<br />

und verhindert dadurch die Manipulierbarkeit<br />

von Ergebnissen, d. h. sie trägt<br />

auch zur Demokratisierung von Arbeitsprozessen<br />

bei. Zudem bildet sie die Grundlage<br />

für ein nachfolgendes Fotoprotokoll.<br />

Dadurch entfällt auch die Notwendigkeit<br />

eines/einer Protokollführers/-in. Außer vielleicht<br />

bei Gerichtsverhandlungen ist ja kein<br />

Wort-für-Wort-Protokoll notwendig. Es genügt<br />

das Festhalten essenzieller Aussagen<br />

oder Ergebnisse. Der Fokus sollte im Wesentlichen<br />

auf der Sache oder dem jeweiligen<br />

Thema liegen und weniger darauf,<br />

wer was gesagt hat.<br />

PF: Ich bedanke mich für das Gespräch<br />

32<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Aus Verband und Bezirken<br />

Blasmusik<br />

Das Prinzip der „grünen“ Orgel<br />

3. Auflage der Südtiroler Dirigentenwerkstatt mit Alex Schillings<br />

Der Gastreferent Alex Schillings aus<br />

den Niederlanden bei der 3. Südtiroler<br />

Dirigentenwerkstatt in Naturns<br />

Bei den Unterrichtseinheiten untertags standen Theorie und Dirigieren auf dem<br />

Stundenplan.<br />

Zum 3. Mal hat der Verband Südtiroler Musikkapellen<br />

(VSM) zur Dirigentenwerkstatt<br />

mit einem renommierten Dirigenten eingeladen.<br />

Nach Miguel Etchegoncelay (Argentinien)<br />

und Isabelle Ruf-Weber (Schweiz)<br />

begleitete diesmal Alex Schillings aus den<br />

Niederlanden die 6 aktiven Kursteilnehmer.<br />

Zudem haben 14 Kapellmeister als passive<br />

Teilnehmer das Seminar besucht.<br />

Klangbalance, Intonation, Dirigiertechniken,<br />

Probenmethodik, Literaturauswahl<br />

und die Sitzordnung im Blasorchester waren<br />

die Schwerpunkte dieser 3 Tage. Der<br />

Dirigent müsse in Klangfarben denken, betonte<br />

Alex Schillings – oder wie er es nennt:<br />

das Prinzip der grünen Orgel: „Der Dirigent<br />

muss wissen, was er hören will und mit<br />

dem Taktstock die Musik schreiben!“ Das<br />

setze ein detailliertes Studium der Partitur<br />

sowie die genaue Kenntnis über die Funktion<br />

und Charaktere der einzelnen Instrumente<br />

voraus, unterstrich er. Schillings ist<br />

einer der führenden Dirigenten und Fachleute<br />

in der Blasmusikszene. Er leitet derzeit<br />

weltweit 9 ständige Blasmusikseminare<br />

und ist Autor des Lehrbuches „Metafoor –<br />

die Sprache des Dirigierens“.<br />

Untertags standen in den einzelnen Unterrichtseinheiten<br />

Musiktheorie und Dirigieren<br />

auf dem Programm. Am Abend wurden<br />

diese Grundkenntnisse in der Probe<br />

mit der Musikkapelle Naturns anhand entsprechend<br />

ausgewählter Werke in unterschiedlichen<br />

Schwierigkeitsstufen in der<br />

Praxis erarbeitet. Zum ersten Mal wurde<br />

die Dirigentenwerkstatt auch mit einem öffentlichen<br />

Konzert abgeschlossen. Im örtlichen<br />

Bürger- und Rathaussaal dirigierten<br />

die aktiven Teilnehmer die Musikkapelle<br />

Naturns. VSM-Verbandskapellmeister Sigisbert<br />

Mutschlechner bedankte sich im<br />

Namen des Verbandes und der Kursteilnehmer<br />

beim Referenten für seine fachmännische<br />

und begeisternde Art, mit der<br />

er die Dirigentenwerkstatt geleitet und<br />

die Teilnehmer in seinen Bann gezogen<br />

hat. Einen besonderen Dank richtete<br />

Mutschlechner auch an die Musikantinnen<br />

und Musikanten, die sich mit Fleiß, Engagement<br />

und Geduld als Übungsorchester<br />

zur Verfügung gestellt haben. Schillings<br />

seinerseits lobte die Blasmusikszene<br />

in Südtirol im Allgemeinen und die „hervorragenden<br />

Leistungen“ der Kursteilnehmer<br />

in Naturns.<br />

Stephan Niederegger<br />

Der Gastreferent Alex Schillings (Bildmitte in zivil) beim Abschlusskonzert der 3.<br />

Südtiroler Dirigentenwerkstatt mit der Musikkapelle Naturns und den Dirigenten<br />

(vorne von links) Hans Peter Rinner (Musikkapelle Mals), Dietmar Rainer<br />

(Musikkapelle Naturns), Patrick Gruber (Bürgerkapelle St. Michael/Eppan), Sigisbert<br />

Mutschlechner (Musikkapelle Toblach), Arnold Leimgruber (Musikkapelle Auer) und<br />

Markus Müller (Bürgerkapelle Untermais)<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 33


Aus Verband und Bezirken<br />

Musik in Bewegung als<br />

Herausforderung und Chance<br />

Die Teilnahme an Marschmusik-<br />

Bewertungen lohnt sich<br />

Der Einsatz hat sich gelohnt: Der 3. Platz beim 5. Bundeswettbewerb „Musik in Bewegung“ löste bei der Bürgerkapelle und ganz<br />

besonders auch beim Stabführer Roland Fidler und bei Verbandsobmann Pepi Fauster sowie bei Bürgermeister Fritz Karl Messner<br />

(alle Bildmitte) totale Begeisterung aus.<br />

Im kommenden Jahr fi nden in Toblach und in Brixen Marschmusikbewertungen statt. Um<br />

den Wert der „Musik in Bewegung“ einmal mehr herauszustreichen, hat der Verbandsstabführer<br />

im VSM, Klaus Fischnaller, ein Interview mit Roland Fidler, dem Stabführer der<br />

Bürgerkapelle Sterzing, geführt. Wie bereits berichtet, hat die BK Sterzing heuer beim 5.<br />

Bundeswettbewerb „Musik in Bewegung“ den ausgezeichneten 3. Platz erreicht.<br />

Klaus Fischnaller: Ich gratuliere zum hervorragenden<br />

3. Platz beim 5. Bundeswettbewerb<br />

„Musik in Bewegung“ (MIB). Wie<br />

kam es dazu?<br />

Roland Fidler: Danke für die Glückwünsche.<br />

Es kam unvorhergesehen, überraschend.<br />

Es kam zu diesem Erfolg mit überaus motivierten<br />

Musikantinnen und Musikanten.<br />

Ich bin stolz, dass ich der Stabführer von<br />

der BK-Sterzing sein durfte, und bedanke<br />

mich bei jeder Musikantin, jedem Musikanten,<br />

sowie Marketenderinnen und Fähnrich,<br />

die dazu beigetragen haben.<br />

K. F.: War der Wettbewerb eine große Herausforderung<br />

für euch?<br />

Fidler: Ja, es war nicht nur eine große Herausforderung,<br />

sondern wohl die größte mit<br />

der BK Sterzing.<br />

K. F.: Wie intensiv war die Probenzeit?<br />

Fidler: Sie war nicht lang und somit erst im<br />

letzten Monat intensiv. Eine gute Planung<br />

bzw. ein gezieltes Training ermöglichten es,<br />

dass nicht sinnlos Zeit investiert wurde. Somit<br />

war eine kurze, intensive Probearbeit<br />

mit einer motivierten Musikkapelle gegeben.<br />

K. F.: Du hast mit deiner Kapelle vorab an<br />

zwei Marschmusikbewertungen (Völs am<br />

Schlern und Terfens in Tirol) teilgenommen.<br />

Was treibt dich / eure Kapelle an,<br />

zusätzlich bei noch einem Wettbewerb<br />

teilzunehmen?<br />

Fidler: Als wir die Zusage vom VSM erhielten<br />

- also die Teilnahme am Bundeswettbewerb,<br />

hat sich die BK Sterzing ein<br />

Ziel und den Schwerpunkt „Marschmusik<br />

in Bewegung“ für das Jahr <strong>2016</strong> gesetzt.<br />

Somit wurde nach dem traditionellen Osterkonzert<br />

mit den Marschproben begonnen.<br />

Die zwei Wettbewerbe wurden in der Planung<br />

als Zwischenziele bzw. Trainingsziele<br />

genau zeitlich gestaffelt. Völs am Schlern<br />

war somit Zwischenziel für die Leistungsstufe<br />

D. Das Training für die Rasenshow<br />

begann erst nach dem 21.5.<strong>2016</strong>.<br />

34<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

K. F.: Welche Erfahrungen nehmen du und<br />

deine Kapelle durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb<br />

mit?<br />

Fidler: Dass unser Trainingsplan zeitlich<br />

wie auch inhaltlich genau abgestimmt war.<br />

K. F.: Was haben die Gewinner besser gemacht<br />

als deine Kapelle?<br />

Fidler: Die Gewinner waren ausgezeichnet<br />

im Exerzierbereich und auch im musikalischen<br />

Bereich. Sie hatten eine hervorragende<br />

und interessante Choreographie. Es<br />

sind würdige Bundessieger.<br />

K. F.: Welcher Moment, welcher Augenblick<br />

wird dir sicherlich noch lange in Erinnerung<br />

bleiben?<br />

Fidler: Der schönste Moment/ Augenblick<br />

war die Siegerehrung, wo wir dann merkten,<br />

dass wir bei den Kapellen auf den<br />

Plätzen 1, 2 oder 3 dabei sind. Dann waren<br />

nur noch Freude, Begeisterung, Tränen.<br />

Eine Begeisterung, die nicht nur mir<br />

lange in Erinnerung bleibt, sondern auch<br />

jeder Musikantin und jedem Musikanten.<br />

K. F.: Der VSM hat für das Jahr 2017 zur<br />

Teilnahme an der Marschmusikbewertung in<br />

Toblach (6. August) und in Brixen (16. September)<br />

eingeladen. Sind Marschmusikbewertungen<br />

aus deiner Sicht noch zeitgemäß?<br />

Fidler: Aus meiner Sicht ist MIB zeitgemäß.<br />

Sie sollte gut geplant und als Schwerpunkt<br />

eines Musikjahres aufgenommen werden.<br />

Ich finde, dass eine jährliche Teilnahme einer<br />

Kapelle nicht sinnvoll ist, da die Musikanten<br />

dies nicht mehr als Höhepunkt<br />

empfinden. Daher sehe ich es als sinnvoller,<br />

wenn dies in einem 2-oder 3-jährigen<br />

Rhythmus gezielt und als Schwerpunkt<br />

gesetzt wird.<br />

K. F.: Welchen Stellenwert, glaubst du, wird<br />

die MIB bei dir und deinen Musikkollegen<br />

in Zukunft haben?<br />

Fidler: Ja, es ist noch immer zeitgemäß.<br />

ABER, man könnte was anderes bzw. Neues<br />

probieren. Ein Vorschlag meinerseits wäre,<br />

dass bis zur Leistungsstufe D die Reihenfolge<br />

und Wegstrecke nicht bekannt ist und<br />

„sozusagen“ mit gemischten Karten (Tafeln)<br />

in unterschiedlicher Reihenfolge die jeweils<br />

geforderten Aktionen dem Stabführer angezeigt<br />

werden, und er in kürzester Zeit die<br />

Aktion umsetzt und durchführt. Somit wäre<br />

ein schnelles Handeln (kein automatisierter<br />

Ablauf) vom Stabführer und den Musikanten<br />

als neue Herausforderung gegeben.<br />

Roland Fidler<br />

K. F.: Was, glaubst du, welche Einstellung<br />

unser Publikum / die Allgemeinheit zur<br />

MIB hat?<br />

Fidler: Die Einstellung zur MIB ist aus der<br />

Sicht des Publikums nach wie vor sehr gut.<br />

Wichtig ist, dass das Publikum eine tolle<br />

Präsentation und Einsicht zu allen Aktionen<br />

sowie eine gute Moderation und Erklärung<br />

bekommt.<br />

K. F.: Was wünschst du dir in Zukunft für<br />

die Musik in Bewegung?<br />

Fidler: Ich wünsche mir, dass sich mehr<br />

Stabführer trauen, eine kleine Rasenshow<br />

vorzubereiten und zu präsentieren.<br />

K. F.: Wie lautet dein Geheimrezept für eine<br />

gelungene Marschmusikbewertung?<br />

Zur Person:<br />

Roland Fidler (44), verheiratet<br />

und Vater von zwei Kindern,<br />

war Soldat beim österreichischen<br />

Bundesheer.<br />

Er hat seine Stabführerausbildungen<br />

bei der Gardemusik<br />

Wien absolviert und war<br />

17 Jahre lang Waldhorn-Registerführer<br />

bei der Militärmusik<br />

Tirol. Wichtige Erfahrungen<br />

im Bereich der Musik<br />

in Bewegung hat er anlässlich<br />

der Teilnahme an zahlreichen<br />

„Military-Tattoos“, etwa in<br />

Tschechien, Polen, Deutschland,<br />

Schweden, Frankreich,<br />

Schweiz, Italien, Libyen, gewonnen.<br />

Fidler: Dass die Ziele nicht zu hoch gesteckt<br />

sind und die Musikkapelle trotz „mehr Proben“<br />

die Freude nicht verliert. Es ist zu wenig,<br />

wenn nur der Stabführer die Freude<br />

und Euphorie besitzt.<br />

K. F.: Wie wichtig ist die Show bei der MIB?<br />

Fidler: Für das Publikum ist sie immer wieder<br />

ein besonderes Erlebnis und somit auch<br />

wichtig bei der MIB. Für die Kapellen, die<br />

öfters in der Stufe D angetreten sind, ist<br />

die MIB eine Herausforderung wie auch für<br />

die Stabführer, eine Show zu planen und<br />

zu proben. Es liegt VIELES am Stabführer.<br />

Viele trauen sich nicht oder wissen es auch<br />

nicht, wie man eine Rasenshow plant oder<br />

wie man effizient probt (z.B. Einteilen in<br />

Probenphasen).<br />

„Zum Abschluss möchte ich noch sagen,<br />

dass jeder Musikant einmal in seiner<br />

musikalischen Laufbahn eine Rasenshow<br />

einstudiert und aufgeführt<br />

haben sollte, sonst fehlt was in seinem<br />

musikalischen Lebensweg.<br />

Ich wünsche jeder Kapelle, solche Momente,<br />

Augenblicke, wie sie die BK<br />

Sterzing erleben durfte.<br />

Ich wünsche jedem Stabführer, eine<br />

Kapelle zu führen, leiten, begleiten,<br />

wie es die Bürgerkapelle Sterzing ist. “<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 35


Aus Verband und Bezirken<br />

verband<br />

südtiroler<br />

musikkapellen<br />

Programmvorschau<br />

Zweimonatskalender<br />

Datum Veranstalter Veranstaltung Ort Haus Beginn<br />

Mo-Do,<br />

02.-05. Jänner<br />

VSM Bläsertage Auer Musikschule, Aula 09.00<br />

Mo. 09. Jänner Bezirk Schlanders Stabführer Grundkurs (bestehend aus 4 Einheiten) Tschengls Kulturhaus 19.30<br />

Mo. 09. Jänner Bezirk Brixen Stammtisch Kapellmeister Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />

Mo. 09. Jänner Bezirk Schlanders EDV-Fortbildung VSM-Office Schlanders Gemeinde 19.30<br />

JÄNNER<br />

Sa. 14. Jänner Bezirk Sterzing Jahreshauptversammlung Pfitsch/St. Jakob Schulhaus 18.00<br />

Mo. 16. Jänner Bezirk Brixen Stammtisch Obfrauen/Obmänner Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />

Fr. 20. Jänner Bezirk Bozen Stabführer - Stammtisch Girlan Probelokal 20.00<br />

Sa. 21. Jänner Bezirk Meran Jahreshauptversammlung Lana FF-Halle 17.00<br />

FEBRUAR<br />

So. 22. Jänner Bezirk Schlanders Jahreshauptversammlung Tarsch Kulturhaus 09.30<br />

Fr. 28 Jänner Bezirk Brixen Workshop für Schlagzeuger-Bereich MIB Raum Brixen<br />

So. 29. Jänner Bezirk Bozen Wintersporttag Seiseralm<br />

Mo. 30. Jänner Bezirk Bozen Stabführer - Schnupperkurs Kaltern Probelokal 19.30<br />

Sa. 04. Februar Bezirk Bruneck Jahreshauptversammlung Percha Vereinshaus 14.00<br />

Sa. 04. Februar Bezirk Schlanders Fortbildung Trachtenpflege Schlanders Gemeinde 09.00<br />

Sa. 04 Februar Bezirk Brixen Wintersporttag (Ski-Snowboard-Rodelrennen) Villnöß Sportanlagen<br />

Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Meran Fortbildung für Obfrauen und Obmänner, Rhetorik Meran/Obermais Altes Rathaus 20.00<br />

Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Brixen Stammtisch Jugendleiter Klausen Hotel Rierhof 20.00<br />

Mo. <strong>06</strong>. Februar Bezirk Bozen Stabführer Grundkurs (bestehend aus 3 Einheiten) Kaltern Probelokal 19.30<br />

Do. 09. Februar Bezirk Meran Stabführer Grundkurs (bestehend aus 3 Einheiten) Meran/Obermais Altes Rathaus 19.15<br />

Sa. 11. Februar Bezirk Sterzing Schnupperkurs für Kapellmeister Sterzing<br />

Sa.–So.<br />

11./12. Februar<br />

VSM<br />

Coaching für aktive Kapellmeister<br />

Probelokal der<br />

BK Sterzing<br />

So 12. Februar Bezirk Bruneck 9. Bezirkseisstockturnier Pichl/Gsies Unterplanken 9.00<br />

Mo. 13. Februar Bezirk Sterzing Stabführer Grundkurs (bestehend 3 Einheiten) Raum Sterzing 19:00<br />

Sa. 18. Februar Bezirk Bruneck Schnupperkurs für Leiter von Jugendkapellen St. Johann/Ahrntal Musikprobelokal 09.00<br />

Sa. 18. Februar Bezirk Bruneck Schnupperkurs für Leiter von Jugendkapellen Wengen/Gadertal Musikprobelokal 14.00<br />

Sa, 18. Februar Bezirk Brixen Jahreshauptversammlung Latzfons Vereinshaus 20.00<br />

Sa. 18. Februar Bezirk Bozen Jahreshauptversammlung St. Michael/Eppan Lanserhaus 15.00<br />

Mo. 20. Februar Bezirk Meran Jugendleitertreffen Meran/Obermais Altes Rathaus 20.00<br />

17.00<br />

Sa.-So.<br />

25./26. Februar<br />

VSM Jugendleiter-Seminar, Modul 5 (mit Abschluss) Nals Lichtenburg 09.00<br />

Sa. 25 Februar VSM Intern Bewerterschulung 1. Einheit – FG-Stabführer Intern<br />

36<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik International<br />

Blasmusik<br />

Fünf Südtiroler<br />

Ensembles in Graz<br />

21. Österreichischer Bundeswettbewerb „Musik in kleinen Gruppen“<br />

Am 22. und 23. Oktober fand in der steirischen<br />

Landeshauptstadt Graz der österreichische<br />

Bundeswettbewerb „Musik in<br />

kleinen Gruppen“ statt. Insgesamt 51 Ensembles<br />

aus Österreich, Liechtenstein und<br />

Südtirol begeisterten die Juroren und das<br />

Publikum mit musikalisch-dynamischen<br />

Auftritten.<br />

Dieser Wettbewerb wird im Zweijahresrhythmus<br />

vom Österreichischen Blasmusikverband<br />

(ÖBV) ausgerichtet, heuer<br />

bereits zum 21. Mal. In den Vorausscheidungen<br />

qualifizierten sich die Ensembles<br />

in den 9 Bundesländern und den beiden<br />

Partnerverbänden (Liechtenstein und Süd-<br />

tirol) für das Bundesfinale. Beim Südtiroler<br />

Landeswettbewerb im vergangenen Februar<br />

haben 5 Ensembles das Ticket nach<br />

Graz „gelöst“, 2 von ihnen schafften nach<br />

den Vorspielen am Samstag auch den Einzug<br />

ins große Finale am Sonntag: das klassische<br />

Bläserquintett „Pentákis“ (Altersstufe<br />

A) unter der Leitung von Riccarda<br />

Janissen wurde mit 100 von 100 Punkten<br />

belohnt. Das Holzbläserquartett „Denner<br />

Quartett“ (Stufe C) unter der Leitung<br />

von Werner Mayr platzierte sich mit 95,5<br />

Punkten als Gruppensieger.<br />

Das vereinseigene Holzbläsertrio „Blechfrei“<br />

der Jungbürgerkapelle Brixen unter<br />

der Leitung von Ewald Stampfl erreichte<br />

92,8 Punkte in der Stufe A. In der Stufe B<br />

trat das Posaunenquartett „Zug4er“ unter<br />

der Leitung von Charlotte Rainer an (87,5<br />

Punkte). Der Auftritt des Schlagzeugduos<br />

„MattEliastix“ (Stufe C) unter der Leitung<br />

von Martin Knoll und Hannes Reiterer<br />

wurde mit 93,7 Punkten bewertet.<br />

Sieger des heurigen Bundeswettbewerbes<br />

ist das Holzbläserensemble<br />

„4wood“. Das Klarinettenquartett aus der<br />

Steiermark hat damit die Wandertrophäe<br />

und den Instrumentengutschein von 1000<br />

Euro gewonnen.<br />

Stephan Niederegger<br />

„Blechfrei“, das Holzbläsertrio der Jungbürgerkapelle<br />

Brixen mit Ewald Stampfl<br />

Das Bläserquintett „Pentákis“<br />

mit Riccarda Janissen<br />

Die Holzbläser vom „Denner Quartett“<br />

unter der Leitung von Werner Mayr<br />

Das Posaunenquartett „Zug4er“ unter der<br />

Leitung von Charlotte Rainer<br />

„MattEliastix“ , das Schlagzeugduo<br />

mit Martin Knoll<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 37


Blasmusik International<br />

Medienprofis unter sich<br />

6. ÖBV-Konferenz der Landesmedienreferenten<br />

Die Landesmedienreferenten am Ossiacher See (v.l.): Raphalea Dünser (Vorarlberg),<br />

Oskar Bernhard (ÖBV-Bundesschriftführer-Stellvertreter), Pia Sacherer (Kärnten),<br />

Rainer Schabereiter (Steiermark), Alexandra Sulyok (Tuba-Verlag), Stephan<br />

Niederegger (Südtirol), Ursula Schumacher (Salzburg), Renè Schwaiger (Tirol,<br />

Landesjugendreferent-Stellvertreter), Alois Loidl (Burgenland, Landesobmann) und<br />

Johanna Reiter (Wien)<br />

Die „Blasmusik“ (ehemals „ÖBZ – Österreichische<br />

Blasmusikzeitung“) ist das<br />

Fachmagazin des Österreichischen Blasmusikverbandes,<br />

das 10 Mal im Jahr im<br />

Tuba Musikverlag (Oberwart/Burgenland)<br />

erscheint - Doppelnummer: Jänner/Februar<br />

und Juli/August.<br />

Als Partnerverband im ÖBV arbeitet der<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) in<br />

der Redaktion mit und gestaltet u.a. auch<br />

eine Länderteilseite pro Ausgabe. Dies ist<br />

für die Blasmusik in Südtirol ein wichtiges<br />

Fenster über die Grenze hinaus, um den<br />

Freunden in Österreich monatlich einen kleinen<br />

Einblick in die VSM-Arbeit zu geben.<br />

Die Blasmusikzeitung war auch eines der<br />

Hauptthemen bei der ÖBV-Konferenz der<br />

Landesmedienreferenten, die Mitte Septem-<br />

ber in der Carintischen Musikakademie in<br />

Ossiach (Kärnten) stattgefunden hat. Unter<br />

der Leitung der im Mai beim ÖBV-Kongress<br />

in Bruneck neu gewählten Bundesmedienreferentin<br />

Raphaela Dünser stand für die<br />

Presse- und Medienreferenten der Bundesund<br />

Partnerverbände ein intensives und arbeitsreiches<br />

Wochenende an. Nach einem<br />

Impulsreferat von Joachim Kurz über das<br />

WARUM der Medienarbeit wurden in verschiedenen<br />

Workshops und offenen Diskussionsrunden<br />

die Funktionen und Aufgaben<br />

des Landesmedienreferenten, die neue<br />

ÖBV-Webseite (www.blasmusik.at) und die<br />

Blasmusikzeitung analysiert, auf Herz und<br />

Nieren geprüft und auseinandergenommen.<br />

Positives wie Negatives, aber auch Gelungenes<br />

und Nichtgelungenes wurden dabei<br />

besprochen. Zum Abschluss der Konferenz<br />

stand, wie schon in den vergangenen Jahren,<br />

auch ein Treffen mit dem Tuba-Verlag<br />

auf dem Programm. Dabei wurde mit<br />

Alexandra und Gerhard Sulyok allgemeine<br />

Themen, die Jahresplanung 2017 und die<br />

Zukunft der BLASMUSIK-Zeitung im Besonderen<br />

besprochen.<br />

Stephan Niederegger<br />

Im Jahre 2011 wurde am Konservatorium<br />

„Claudio Monteverdi“ in Bozen ein<br />

eigener Studiengang für Blasorchesterdirigenten<br />

eingerichtet. Der oberösterreichische<br />

Musikpädagoge, Komponist und<br />

Dirigent Thomas Doss hat maßgeblich<br />

am Aufbau dieses Studiengangs mitgearbeitet<br />

und diesen 5 Jahre lang geleitet.<br />

Nach dem Ausstieg von Doss wurde<br />

der Auftrag neu ausgeschrieben. Aus<br />

rund 50 Bewerberinnen und Bewerbern<br />

wurde nun der Lehrauftrag an den Pianisten<br />

und Diplom-Kapellmeister Walter<br />

Ratzek (Jahrgang 1960), dem ehemaligen<br />

Dirigenten des Musikkorps der<br />

deutschen Bundeswehr, übergeben.<br />

Stephan Niederegger<br />

Lehrstuhl für Walter Ratzek<br />

„Dirigieren beinhaltet für mich<br />

Leiten, Führen, Überzeugen -<br />

und das immer mit ausgeprägtem<br />

kreativen Gestaltungswillen und<br />

pädagogischem Geschick. Das<br />

reine Dirigierhandwerk ist schnell<br />

erlernt. Das Eigentliche der Musik<br />

steht aber zwischen den Zeilen. Mit<br />

einer verständlichen Schlagtechnik<br />

alleine ist es nicht getan. Die Vielfalt<br />

und Breite an Informationen soll<br />

dem Dirigenten die Wege zur<br />

Musik ebnen und ihm neue Welten<br />

erschließen.“ (Walter Ratzek)<br />

38<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Hochkarätiges<br />

Musikantentreffen in Taisten<br />

Kärntner „edelBlech“ holt sich Sieg beim 1. Südtiroler Blasmusik Contest<br />

Beim 1. Südtiroler Blasmusik Contest in Taisten ging die sprichwörtliche „Post“ ab;<br />

die teilnehmenden Gruppen legten sich mächtig ins Zeug, um bei der Jury und dem<br />

Publikum zu punkten.<br />

Als Premiere kann die von der Musikkapelle<br />

Taisten am vergangenen 8. Oktober<br />

organisierte Veranstaltung unter dem<br />

Motto „SPIELT WOS GSCHEITS“ bezeichnet<br />

werden, galt es doch erstmals in Südtirol<br />

die mitreißendsten Blasmusiker zu küren.<br />

Ein brechend voller Saal begeisterter Zuhörer,<br />

motivierte Musikerinnen und Musiker,<br />

eine kompetente Jury und Moderatorin<br />

Claudia Bachmann, die dem Ganzen das<br />

gewisse Etwas gaben, machten die Veranstaltung<br />

zu einem vollen Erfolg.<br />

Die Spannung war groß, als am<br />

Samstagnachmittag die ersten Gruppen<br />

auf die Bühne kamen und musikalisch<br />

um die Gunst der Jury und des Publikums<br />

kämpften.<br />

Die kleinen und großen Blasmusikgruppen<br />

aus Südtirol, Österreich und<br />

Deutschland übertrafen bei Weitem alle<br />

Erwartungen. Es war unglaublich, was<br />

die Musikanten aus ihren Instrumenten<br />

herausholten: Eine Top-Tonqualität, tolle<br />

Arrangements und Solostellen, die bei<br />

den Zuhörern für Gänsehaut sorgten. Die<br />

Stückauswahl ging quer durch alle blasmusikalischen<br />

Genres: von der „Vogelwiese“<br />

oder dem „Astronautenmarsch“<br />

über jazzige Arrangements bis hin zu<br />

Popsongs wie Robbie Williams‘s „Let me<br />

entertain you“. Überhaupt war es toll, die<br />

Stimmung im Saal mitzuverfolgen: Einmal<br />

war es mucksmäuschenstill, dann wieder<br />

begeisternd laut mit stehenden Ovationen.<br />

Die Jury, bestehend aus Landeskapellmeister<br />

Sigisbert Mutschlechner, Schauspieler<br />

und Arrangeur Toni Taschler sowie<br />

Musikproduzent Erich Feichter und<br />

auch das Publikum waren sich in der Bewertung<br />

einig: Sieger wurde die Kärntner<br />

Gruppe „edelBlech“ mit 92,04 Punkten.<br />

Somit waren ihnen der Siegerscheck in<br />

Höhe von 1.500 Euro und ein Liveauftritt<br />

bei Norbert Rabansers RAI Südtirol -<br />

Frühschoppen sicher. Sie boten eine musikalisch<br />

erstklassige Aufführung und die<br />

Bühnenshow wurde extra für diese Veranstaltung<br />

einstudiert.<br />

Den zweiten Preis in Höhe von 600 Euro<br />

gewann die junge Eisacktaler Bläsergruppe<br />

„Sunnseit Brass“ mit 88,10 Punkten. Für<br />

die blutjungen Musiker aus der Gegend<br />

um Brixen war es erst der zweite Auftritt<br />

seit ihrer Gründung vor zwei Monaten!<br />

Dritte wurde, die aus ganz Südtirol zusammengewürfelte<br />

Gruppe „Southbrass“<br />

mit 85,71 Punkten. Sie kassierten immerhin<br />

noch 400 Euro als Preisgeld.<br />

Alle teilnehmenden Musiker, ob Gewinner<br />

oder nicht, waren von der Veranstaltung<br />

begeistert und so steht dem<br />

Blasmusik Contest Taisten 2.0 im Oktober<br />

2017 nichts mehr im Wege.<br />

Musikkapelle Taisten<br />

Wertungsergebnis<br />

Den höchste<br />

Punktezahl und<br />

die Siegespremie<br />

„kassierte“ die<br />

Kärntner Gruppe<br />

„edelBlech“,<br />

deren Musik und<br />

Showprogramm<br />

am meisten<br />

begeisterten.<br />

edelBlech, Kärnten 92,04<br />

Sunnseit Brass, Eisacktal 88,10<br />

Southbrass, Südtirol 85,71<br />

Böhmische der<br />

Pater Haspinger Kapelle 80,60<br />

St. Martin/ Gsies<br />

Blechzinnen, Toblach 79,22<br />

Jägerberg-Brass,<br />

Baden Württemberg<br />

78,56<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 39


Schätze des Blasmusik-Repertoires<br />

Ein 90-jähriger Autofreak<br />

Marcel Peeters und seine Suite „Car“ (Molenaar-Verlag)<br />

Der in Antwerpen geborene Komponist Marcel Peeters begibt sich mit seinem Werk<br />

„Car“ auf eine musikalisch-motorisierte Zeitreise durch das 20. Jahrhundert.<br />

Wenn Blasmusiker den Namen Marcel<br />

Peeters lesen, denken sie in erster Linie<br />

an seine großen Medleys wie „Dschungelbuch“<br />

oder „Jesus Christ Superstar“. Erste<br />

musikalische Erfolge hat der 1926 in Antwerpen<br />

geborene Musiker allerdings in anderen<br />

Sparten gefeiert.<br />

Nach zahlreichen Auftritten in Jazzclubs<br />

landete er in den späten fünfziger Jahren<br />

in der Schweiz, wo ihn Hans Moeckel für<br />

das Unterhaltungsorchester des Schweizer<br />

Senders Radio Beromünster engagierte.<br />

Kurz darauf wurde er Musiker und Arrangeur<br />

beim berühmten Hazy-Osterwald Sextett,<br />

dessen größter Hit „Kriminal Tango“ zu<br />

einem Evergreen wurde und auch heute<br />

noch in der Version für Blasorchester verfügbar<br />

ist. Bei mindestens einer weiteren<br />

Osterwald-Nummer („Der Fahrstuhl nach<br />

oben ist besetzt“) zeichnete Peeters darüber<br />

hinaus als Autor. Die Liste der Interpreten,<br />

für die Peeters seither geschrieben hat,<br />

liest sich wie ein „Who is who“ der Unterhaltungsmusik:<br />

Peter Alexander, Caterina<br />

Valente, Gitte Haenning, Udo Jürgens, Bill<br />

Ramsey, Peggy March sowie die Orchester<br />

von Kurt Edelhagen und Max Greger.<br />

Seit den frühen achtziger Jahren zog<br />

es Peeters wieder etwas näher in Richtung<br />

Heimat und er arbeitete fast 20 Jahre<br />

als Arrangeur für das Metropool-Orkest in<br />

Amsterdam.<br />

Über Pierre Kuijpers, damals Chefdirigent<br />

der Königlichen Militärkapelle Den<br />

Haag, gelangte er in Kontakt mit dem Molenaar-Verlag,<br />

für den er u.a. die eingangs<br />

erwähnten Arrangements schrieb. Aber<br />

auch Originalwerke wie „Abstractions“ oder<br />

„Car“ zieren seither sein Werkverzeichnis.<br />

Mit der kurz nach der Jahrtausendwende<br />

entstandenen fünfsätzigen Suite<br />

„Car“ hat Peeters eine besondere Form<br />

von Geschichtsreise unternommen: Anhand<br />

von charakteristischen Automodellen<br />

führt der Autofreak Peeters den<br />

Hörer quer durch das 20. Jahrhundert.<br />

Begonnen wird mit dem „Ford `26“ und<br />

es ist naheliegend, dass der Stil hier an<br />

die Tanzmusik aus den zwanziger Jahren<br />

erinnert. Nach einem kurzen Intro übernimmt<br />

das Trompetenregister die Melo-<br />

Notenbeispiel 1: Der Ford ’26 aus den zwanziger Jahren<br />

Notenbeispiel 2: Der VW Käfer als der Deutschen liebste Familienkutsche im beginnenden Aufschwung der Nachkriegsjahre<br />

40<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

die, begleitet von Haltetönen in den Klarinetten<br />

und einer prägnanten Bassfigur<br />

(Notenbeispiel 1).<br />

Der zweite Satz ist dem VW Käfer gewidmet.<br />

Die Melodie, die von den Klarinetten<br />

nach dem Intro gespielt wird (Notenbeispiel<br />

2), erinnert an Filme aus den fünfziger<br />

Jahren, wo deutsche Familien mit voll<br />

bepacktem Auto über die alte Brennerstraße<br />

Richtung Italien in den Urlaub gefahren<br />

sind. Im dritten Satz „Chevy `52“ ist<br />

der beschriebene Wagen um einiges größer.<br />

Nach einer etwas längeren Einleitung nimmt<br />

die Musik ab Takt 315 im wahrsten Sinne<br />

des Wortes „Fahrt auf“ (Notenbeispiel 3).<br />

Im vierten Satz geht es um einen Sportwagen<br />

des britischen Herstellers MG aus<br />

dem Jahr 1963. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung<br />

von „Car“ (2004) war die Firma<br />

noch in britischem Besitz. Sie wurde jedoch<br />

im Jahr darauf an einen chinesischen Investor<br />

verkauft. Marcel Peeters beschreibt<br />

die Fahrt mit diesem Wagen in Form eines<br />

schwungvollen Walzers (Notenbeispiel 4).<br />

Die Tempo-Angabe bei den meisten Sätzen<br />

liegt bei 120. Bei entsprechenden spieltechnischen<br />

Fähigkeiten im Orchester kann<br />

man im Finale, dass dem Ferrari 2000 gewidmet<br />

ist, durchaus noch „ein wenig Gas<br />

geben“. Auch hier wieder eine längere Einleitung,<br />

an deren Ende die Trompeten im<br />

Abstand einer kleinen Sekund eine Art Hupe<br />

imitieren, ganz nach dem Motto: „Platz da,<br />

jetzt komme ich.“ Vier Takte später setzt im<br />

Tutti eine swingende Melodie ein (verkürzt<br />

wiedergegeben in Notenbeispiel 5 durch<br />

die Bigband-Instrumente und den Bass.).<br />

Das Stück endet mit einer Wiederholung der<br />

„Hupe“ und sechs Tonwiederholungen im<br />

Unisono, die signalisieren, dass der Wagen<br />

nun zum Stehen gekommen ist.<br />

Joachim Buch<br />

Notenbeispiel 3: Der Chevy `52, ein wahres Prachtstück und Symbol der „großen Welt“<br />

Notenbeispiel 4: Schwungvoll unterwegs war man in den 60ern mit dem Sportwagen des britischen Herstellers MG<br />

Notenbeispiel 5: Der 5. Satz der Suite „Car“ ist dem italienischen Flitzer Ferrari 2000 gewidmet<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Ihre Beiträge (Texte und Bilder) für die Blasmusikseiten senden Sie bitte an: kulturfenster@vsm.bz.it<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 41


Im Gedenken<br />

Musik, Gesang und Geselligkeit bestimmten sein Leben<br />

In memoriam Eduard Platzer 1935 – <strong>2016</strong><br />

Eduard Platzer verstarb im vergangenen<br />

August an den Folgen eines Unfalls.<br />

Am 04. August wurde in Burgeis unter<br />

großer Anteilnahme Eduard Platzer zu<br />

Grabe getragen. Eduard ist mit 81 Jahren<br />

nach einem tragischen Unfall ganz unerwartet<br />

verstorben.<br />

Er kam als junger Lehrer nach Burgeis<br />

in die Grundschule und wurde bald zum<br />

Schulleiter ernannt. Mit viel Herz und Charisma<br />

hat Eduard bis zur Pensionierung allen<br />

Burgeiser Kindern neben dem Lesen<br />

und Schreiben auch das Singen im Schulchor<br />

beigebracht.<br />

Eduard übernahm bald die Musikkapelle<br />

Burgeis und dirigierte diese über 36<br />

Jahre lang. In Anerkennung seiner Verdienste<br />

wurde er zum Ehrenkapellmeister<br />

ernannt. Gleichzeitig übernahm er<br />

die ehrenvolle Aufgabe als Organist, welche<br />

er bis zu seinem Tode über 50 Jahre<br />

lang in Freud und Leid gewissenhaft und<br />

verlässlich ausführte. Die Singgemeinschaft<br />

Burgeis wurde als Klosterchor Marienberg<br />

1986 gegründet und Eduard war Mitglied<br />

der ersten Stunde. Im Jahre 1998 über-<br />

nahm er als Chorleiter die Singgemeinschaft<br />

Burgeis bis zu seinem tödlichen<br />

Unfall. Ehrenamtlich war Eduard in verschiedenen<br />

Vereinen in Burgeis sehr aktiv<br />

und er hat sich immer für das Allgemeinwohl<br />

eingesetzt, wobei man besonders auf<br />

seine fröhliche Art und Geselligkeit zählen<br />

konnte. Auch beim Aufbau des Tourismus<br />

in Burgeis leistete er Pionierarbeit. In Anerkennung<br />

all seiner Verdienste hat die Dorfgemeinschaft<br />

Burgeis Eduard Platzer im<br />

Jahre 2015 die Ehrenbürgerschaft verliehen.<br />

Er war zudem Träger der Verdienstmedaille<br />

des Landes Tirol.<br />

Trotz seiner Ehrungen und Auszeichnungen<br />

ist Eduard immer Mensch geblieben<br />

und wir alle haben durch seinen unvorhersehbaren<br />

Unfall ein großes Vorbild,<br />

einen treuen Freund und einen guten Kameraden<br />

verloren.<br />

Lieber Eduard, wir werden Dich in<br />

ehrender Erinnerung behalten.<br />

Peppi Moriggl<br />

Ehrenkapellmeister der MK Unser Frau in Schnals<br />

Zur Erinnerung an Karl Gamper (1942 – <strong>2016</strong>)<br />

Karl Gamper, langjähriger Kapellmeister<br />

und Ehrenkapellmeister der MK Unser<br />

Frau in Schnals, ist im vergangenen Juni<br />

84-jährig verstorben.<br />

Am 15. Juni <strong>2016</strong> ist unser Ehrenkapellmeister<br />

Karl Gamper plötzlich und unerwartet<br />

von Gott, dem Herrn, zu sich gerufen<br />

worden. Die Musikkapelle hat mit<br />

ihm einen Kameraden verloren, der durch<br />

sein unermüdliches ehrenamtliches Wirken<br />

den Verein über viele Jahre geprägt<br />

und vorangebracht hat.<br />

Karl Gamper hat 1956 bei der Musikkapelle<br />

Unser Frau angefangen und war<br />

bis 1962 mit viel Leidenschaft als Klarinettist<br />

im Verein tätig. 1963 tauschte er<br />

die Klarinette mit dem Taktstock und war<br />

bis 1997 35 Jahre lang Kapellmeister der<br />

Musikkapelle. Karl hat in dieser Zeit einen<br />

Kapellmeisterlehrgang in St. Pauls<br />

und Dirigentenlehrgänge in Schlanders<br />

und in Innsbruck absolviert. Unterstützt<br />

von seiner Gattin Elisabeth führte er die<br />

Kapelle mit viel Fleiß, Geduld und Beharrlichkeit.<br />

Er erkannte rasch, wie wichtig<br />

die Jugendarbeit im Verein ist und<br />

setzte sich für die Ausbildung junger Musikanten<br />

ein. Seine Verdienste blieben<br />

nicht unbemerkt; Karl wurde mit dem<br />

Verdienstzeichen des VSM in Gold und<br />

der Verdienstmedaille des Landes Tirol<br />

ausgezeichnet. 1997 wurde er zum Ehrenkapellmeister<br />

der Musikkapelle Unser<br />

Frau ernannt.<br />

Lieber Karl, wir werden dein Wirken<br />

immer in guter Erinnerung bewahren.<br />

Musikkapelle Unser Frau – Schnals<br />

42<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Neues<br />

Blasmusik<br />

KONZERTMEISTER – die freie App<br />

für Musikverein und Chor<br />

Eine gut strukturierte und verständliche Terminplanung<br />

Eine Terminplanung ist für die erfolgreiche<br />

Arbeit in den Musikkapellen und Chören unumgänglich.<br />

Trotzdem müssen wegen innerer<br />

oder (meist) äußerer Umstände Proben oder<br />

Auftritte kurzfristig verschoben oder umgeplant<br />

werden.<br />

Internet und Handy machen es heutzutage<br />

möglich, dass die Informationen umgehend<br />

an alle Vereinsmitglieder weitergeleitet<br />

werden können. Eine Mischung aus Rund-<br />

Mail, Sammel-SMS, WhatsApp, Facebook<br />

und Telefonanrufen sind die gängigen Lösungen.<br />

Mancher Verein behilft sich auch<br />

mit einem Online-Kalender, der über ein Internetportal<br />

oder in einem Internetspeicher,<br />

einer sogenannten „Cloud“ (Dropbox o.ä.),<br />

abgelegt ist. Diese Vielfalt an Kommunikationswegen<br />

gestaltet es für alle Beteiligten aber<br />

oft schwierig den Überblick zu bewahren.<br />

Logo der Konzertmeister-APP<br />

Seit kurzem gibt es die App „Konzertmeister“<br />

fürs Smartphone. Diese will Musikvereine<br />

und Chöre genau bei dieser Herausforderung<br />

unterstützen.<br />

Konzertmeister bietet den Mitgliedern auf<br />

einfachem und direktem Weg eine klar strukturierte<br />

Terminübersicht mit direkter Möglichkeit<br />

zur Zu- oder Absage mit nur einem Klick.<br />

Diese Informationen sind sofort für den musikalischen<br />

Leiter ersichtlich, welcher jederzeit<br />

den Besucherstatus zu seinen erstellten<br />

Terminen beobachten kann. Somit weiß der<br />

Leiter jederzeit, welche Probe oder welcher<br />

Auftritt wie gut besucht sein wird und kann<br />

die Planung dementsprechend anpassen.<br />

Für eine detailliertere Strukturierung können<br />

die Mitglieder in Register eingeteilt werden<br />

und so auch Teil- oder Registerproben einfach<br />

festgelegt werden. Zudem gibt es auch<br />

die Möglichkeit, die Konzertmeister-Termine<br />

in einem privaten Kalender zu importieren<br />

und somit auch außerhalb der App jederzeit<br />

zur Verfügung zu haben.<br />

Stephan Niederegger<br />

Konzertmeister steht seit einigen Monaten<br />

für die Android und iOS Plattform<br />

kostenfrei zur Verfügung und<br />

ist seit kurzem auch für Italien freigeschaltet:<br />

www.konzertmeister.rocks<br />

Neue Noten von Gottfried Veit<br />

Sinfonischer Marsch <strong>Nr</strong>. II<br />

Bereits 1987 hat Gottfried Veit einen<br />

„Sinfonischen Marsch“ im italienischen<br />

Stil des Belcanto geschrieben, in Anlehnung<br />

an die „Marcia Sinfonica“ eines<br />

Mariano Bertolucci, Giovanni Orsomando<br />

oder Pietro Vidale. Dieser wurde schon<br />

bald von Lásló Marosi mit dem „Blasorchester<br />

der Franz Liszt Akademie Budapest“<br />

auf CD eingespielt. Wohl auch<br />

deshalb wurde diese Marschkomposition<br />

alsbald bekannt und genießt heute noch<br />

große Beliebtheit.<br />

Sowohl formal als auch stilistisch ist<br />

der neue „Sinfonische Marsch“ dem erfolgreichen<br />

Vorgänger angelehnt. Auch<br />

die Nummer II besitzt einen festlichen<br />

Charakter, ist im Viervierteltakt notiert<br />

und setzt vor allem das Klarinetten- und<br />

Tenorhorn-Register in Szene. Nach der<br />

feierlichen Einleitung stellen die Flöten<br />

und Klarinetten ein 8-taktiges Thema<br />

vor - eine einfache Melodie. Diese liegt<br />

auf einer ruhigen Basslinie auf, wobei<br />

der Nachstreich im Horn in den Posaunen<br />

verdoppelt wird. Nach einer wortwörtlichen<br />

Wiederholung der Einleitung<br />

übernimmt das Tenorhorn-Register mit<br />

Hinzunahme von 3. Klarinette, Bassklarinette<br />

und Fagott im Trio die Hauptmelodie,<br />

eine Variation des ursprünglichen<br />

Themas - diesmal in 16 Takten. Nach einer<br />

kurzen Überleitung folgt die Reprise<br />

des Themas im Tutti, das zum Finale<br />

nochmals das Einleitungsthema zitiert.<br />

Die Komposition ist in einer einfachen<br />

Tonsprache gehalten und mit einer ausgewogenen<br />

Besetzung leicht spielbar. Der<br />

Notendruck ist vollständig durch eventuell<br />

erforderliche Alternativstimmen ergänzt<br />

und beim Tirol Musikverlag in Zirl<br />

(www.tirolmusikverlag.at) erschienen.<br />

Stephan Niederegger<br />

Titelbild „Sinfonischer Marsch <strong>Nr</strong>. II“ von<br />

Gottfried Veit<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 43


Neues<br />

Sigismund Seidl und die Militärmusik Kärnten<br />

Zeitdokument eines sinfonischen Blasorchesters<br />

Titelbild der CD „Adieu … mein kleiner<br />

Gardeoffizier“<br />

1980 hat Sigismund Seidl als Nachfolger<br />

des damaligen Militärkapellmeisters Anton<br />

Othmar Sollfelner die Leitung der Militärmusik<br />

Kärnten in Klagenfurt übernommen.<br />

35 Jahre lang war er Dirigent und Chef<br />

dieses Klangkörpers - ein Rekord, denn er<br />

ist damit der längstdienende österreichische<br />

Militärkapellmeister seit Beginn der Donaumonarchie.<br />

Er war 12 Jahre lang Landeskapellmeister<br />

im Kärtner Blasmusikverband,<br />

von 2001 bis 2004 Bundeskapellmeister<br />

des Österreichischen Blasmusikverbandes,<br />

6 Jahre lang Präsident der gemeinsamen<br />

Sektion Österreich/Deutschland im Weltverband<br />

WASBE (World Association for Symphonic<br />

Bands and Ensembles) und Lehrer<br />

am Kärntner Landeskonservatorium in<br />

Klagenfurt. Seidl hat die Entwicklung der<br />

Militärmusik und der Blasmusik über die<br />

Grenzen Österreichs hinaus maßgeblich<br />

beeinflusst. Am 30. November 2015 ist<br />

er in den wohlverdienten Ruhestand gegangen,<br />

wohl auch mit etwas Wehmut im<br />

Herzen ob der leidvollen Diskussionen und<br />

ministeriellen Vorgaben zur Kürzung der<br />

Militärkapellen in Österreich. Auch wenn<br />

dieses Damoklesschwert mittlerweile abgewendet<br />

werden konnte und die Politik<br />

eingelenkt hat, sieht Seidl einen steinigen<br />

Weg: „Angesichts der Sparmaßnahmen,<br />

aber auch des Gegenwindes innerhalb der<br />

Reihen der Bundeswehr, wird es ein langer<br />

und schwieriger Weg, bis die Militärmusik<br />

in Österreich wiederum den Stellenwert<br />

erreicht, den sie bisher hatte", betonte<br />

er u.a. beim ÖBV-Kongress in Bruneck im<br />

vergangenen Mai.<br />

Sein musikalisches Vermächtnis ist nun<br />

auf der Doppel-CD "Adieu ... mein kleiner<br />

Gardeoffizier" dokumentiert – ein Zeitdokument<br />

eines großen sinfonischen Blasorchesters.<br />

Die insgesamt 40 eingespielten<br />

Werke widerspiegeln die jahrzehntelange<br />

Arbeit von Oberst Professor Sigismund<br />

Seidl. In diesem mit Sorgfalt zusammengestellten<br />

Rückblick steht die viel diskutierte<br />

und auch viel kritisierte avantgardistische<br />

Blasmusik etwas im Hintergrund.<br />

Der „Dienstmusik" wird dafür ein breiter<br />

Raum gewidmet. Natürlich dürfen die Trauermusik,<br />

Operettenmusik und die Wiener<br />

Musik ebenso wenig fehlen wie die Musik<br />

Kärntens und seiner Komponisten, typische<br />

Werke, die von der Militärmusik Kärnten in<br />

ihren Konzerten immer wieder aufgeführt<br />

wurden. Aber auch die populäre Unterhaltungsmusik<br />

ist vertreten. Daher wird der<br />

Schlusspunkt mit dem Evergreen "Time to<br />

Say Goodbye" von Francesco Sartori und<br />

dem unverwüstlichen "Adieu, mein kleiner<br />

Gardeoffizier" von Robert Stolz gesetzt.<br />

Der ehemalige Militärkommandant von<br />

Kärnten, Gunter Spath, bringt es im Booklet<br />

zur CD auf den Punkt: „Die Leistungen<br />

von Oberst Professor Sigismund Seidl<br />

reichten weit über das Militär hinaus, denken<br />

wir alleine an den Wert der intensiven<br />

Schulung hunderter Jungmusiker für die<br />

zivillen Blaskapellen. Wer diese CD hört,<br />

genießt ein besonderes Stück österreichischer<br />

Musikgeschichte, eine wertvolle Erinnerung<br />

an eine wegrationalisierte kulturelle<br />

Institution."<br />

Stephan Niederegger<br />

Drei Große der Österreichischen Blasmusik (v.l.): Sigismund Seidl, Anton Othmar<br />

Sollfelner und ÖBV-Bundeskapellmeister Walter Rescheneder<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe des <strong>KulturFenster</strong>s ist<br />

Freitag, 13. Jänner 2017. Bitte Termin genau beachten!<br />

44<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Kritisch hingehört<br />

Blasmusik<br />

„Kino im Kopf“ mit Vienna<br />

Brass Connection<br />

15. Internationales Brassfestival in Meran<br />

„Vienna Brass Connection“ bei ihrem ersten Auftritt in Südtirol im Rahmen des heurigen 15. Internationalen Brassfestivals in Meran<br />

Anfang Oktober ging in Meran die 15.<br />

Auflage des Internationalen Brassfestivals<br />

über die Bühne. Mit „Czech Brass“ waren<br />

die besten Blechbläser der Tschechischen<br />

Blechbläser-Szene in der Kurstadt zu Gast.<br />

Eine Woche später begeisterte der international<br />

bekannte Trompeter Jens Lindemann<br />

mit dem führenden amerikanischen Blechbläserensemble<br />

„All Star“ das Publikum im<br />

Kursaal. Zum krönenden Abschluss am 15.<br />

Oktober war das junge Blechbläserensemble<br />

„Vienna Brass Connection“ unter der<br />

Leitung von Johannes Kafka eingeladen.<br />

„Vienna Brass Connection“, das sind 17<br />

Blechbläser und 3 Schlagzeuger – sie haben<br />

ihre musikalischen Wurzeln in Wien<br />

mit all den multikulturellen, historischen<br />

und künstlerischen Einflüssen dieser musikgeladenen<br />

Metropole … und sie haben<br />

eines gemeinsam: die Liebe zur Musik in<br />

all ihren Facetten. Pünktlich zu ihrem ersten<br />

Gastauftritt in Südtirol wurde auch<br />

die neue CD veröffentlicht: „Open Minded!“<br />

Das musikalische Programm lädt<br />

den Zuhörer ein, aufgeschlossen zu sein<br />

und sich vorurteilslos auf viele musikalische<br />

Eindrücke einzulassen - auf dem<br />

Tonträger ebenso wie beim Live-Auftritt:<br />

Kino im Kopf!<br />

Der fulminante Auftakt mit Stephen Melillos<br />

„Godspeed!“ nimmt vorweg, was den<br />

Zuhörer erwartet: eine warme Tonfarbe,<br />

imposante Klänge und technische Virtuosität<br />

verzaubern vom ersten Akkord an.<br />

Der musikalische Trailer „mission@turan.<br />

imp“ aus der Feder von Leonhard Paul<br />

(Mnozil Brass) zitiert die cineastische Dramaturgie<br />

dieses Hollywood-Erfolges und<br />

verschmelzt gekonnt Jazz- und Opernmusik.<br />

Die atemberaubende Bändigung<br />

eines Drachens („How To Train Your Dragon“<br />

von John Powell) aus dem gleichnamigen<br />

Animationsfilm („Drachenzähmen<br />

leicht gemacht“), der Choral „O Magnum<br />

Mysterium“ von Morten Lauridsen und<br />

John Williams‘ Marsch aus „Superman“<br />

ergänzen die musikalische Achterbahnfahrt.<br />

Für das Publikum im Meraner Kursaal<br />

gibt es aber mehr als „nur“ Ausschnitte<br />

aus dem Tonträger: die Filmmusik („Geboren<br />

am 4. Juli“), ein beeindruckendes<br />

Arrangement des 2. Satzes aus Antonin<br />

Dvoraks „Neuer Welt“, John Williams „Liberty<br />

Fanfare“ und der immer noch faszinierende<br />

„MacArthur Park“ von Jimmy<br />

Webb bieten Spannung bis zum Schlussakkord<br />

und fesseln den begeisterten Zuhörer,<br />

der ab und an zögert zu applaudie-<br />

ren, da er die ausklingende Musik bis zur<br />

letzten Nuance aufsaugen will.<br />

Als Zugabe gibt es noch eine Nummer<br />

aus der neuen CD - die geschmeidige Ballade<br />

des faszinierenden Arrangements von<br />

„Don‘t Let The Sun Go Down“ (Elton John).<br />

Mit „Brass Machine“ von Mark Taylor, einer<br />

wahren Blechbläser-Orgie mit pulsierendem<br />

Rhythmus, verabschieden sich<br />

die 20 Musiker: „Auf Wiedersehen – hoffentlich<br />

bald wieder in Südtirol!“<br />

Stephan Niederegger<br />

Cover der CD „Open Minded“ - Vienna<br />

Brass Connection<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 45


Musikpanorama<br />

Bläserfreundschaft Bayern-Südtirol<br />

Stadtmusikkapelle Meran und Jugendchor Prisma zu Gast in Pocking<br />

Am 22. Oktober fuhr die Stadtmusikkapelle<br />

Meran und der Jugendchor Prisma nach<br />

Pocking, einer Kleinstadt in Bayern, um<br />

im Zuge der bestehenden Bläserfreundschaft<br />

ein Gemeinschaftskonzert mit dem<br />

dort ansässigen Orchester zu gestalten.<br />

Nach diversen Zwischenstopps, bei denen<br />

alle Studenten „einzusammeln“ waren,<br />

und der Ankunft am Zielort, fand in<br />

der Stadthalle eine Probe statt, wobei die<br />

ersten Kontakte mit dem Sinfonischen Blasorchester<br />

des Landkreises Passau geknüpft<br />

wurden. Um 19 Uhr war es dann<br />

soweit: Das Heimorchester eröffnete unter<br />

der Leitung von Hans Killingseder das<br />

Konzert. Nach einem gelungenen ersten<br />

Teil des Sinfonischen Blasorchesters ließ<br />

die Stadtmusikkapelle Meran gemeinsam<br />

mit dem Jugendchor Prisma unter<br />

der Leitung von Martin Graber den zweiten<br />

Teil folgen. Am Ende spielten beide<br />

Kapellen drei Stücke gemeinsam, was<br />

vom begeisterten Publikum mit großem<br />

Applaus belohnt wurde. Auch die mitgebrachten<br />

Gastgeschenke wie Äpfel und<br />

Wein aus Meran sowie die Geschenkskörbe<br />

mit Südtiroler Spezialitäten fanden<br />

großen Anklang. Der Abend endete<br />

mit einem gemeinsamen Essen und dem<br />

gemütlichen Beisammensein.<br />

Am darauffolgenden Tag ging es nach dem<br />

Frühstück weiter nach Passau. Nach einer<br />

Stadtführung von Hans Killingseder<br />

und dem Mittagessen wurde schließlich<br />

die Rückreise nach Meran angetreten.<br />

Elfriede Egger<br />

Gelungene Premiere mit dem „Musig Project“<br />

Jugendliches Gemeinschaftskonzert der Kapellen Villnöss, Teis und Peter Mayr Pfeffersberg<br />

In den meisten Musikkapellen gibt es Jugendkapellen<br />

und Ensembles, in denen der<br />

musikalische Nachwuchs die Gelegenheit<br />

bekommt, bis zum Eintritt in die Musikapelle<br />

zu musizieren. Um auch für die aktive<br />

Jugend in der Kapelle eine Möglichkeit zu<br />

bieten, in solch einer lockeren Atmosphäre<br />

zu spielen, haben der Jugendausschuss von<br />

Villnöss und die Jugendleiter von Teis und<br />

Pfeffersberg ein Gemeinschaftsprojekt organisiert,<br />

bei welchem dies ermöglicht werden<br />

sollte. Zielgruppe waren alle Musikantinnen<br />

und Musikanten der drei Kapellen<br />

bis 30 Jahren. Das „Musig Project“ fand im<br />

vergangenen Herbst zum ersten Mal statt.<br />

Bernhard Reifer, Kapellmeister der Musikkapelle<br />

Peter Mayr Pfeffersberg, wurde als<br />

musikalischer Leiter gewonnen. Er leitete mit<br />

viel Können die Proben, motivierte die Jugendlichen<br />

und traf eine interessante Programmauswahl.<br />

Beim Abschlusskonzert am<br />

13. November im vollbesetzten Kulturhaus<br />

Die Jungmusikanten der Musikapellen Villnöss, Teis und Peter Mayr Pfeffersberg fanden<br />

im „Musig Projekt“ eine gute Möglichkeit, gemeinsam zu musizieren.<br />

von St. Peter Villnöss präsentierte das Orchester<br />

moderne Stücke wie „Jesus Christ<br />

Superstar“, „Highway to Hell“ und „The Po-<br />

wer of Love“. Das Publikum jedenfalls ließ<br />

sich von der Musik mitreißen.<br />

Hanna Messner<br />

46<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Frohe Weihnachten und ein<br />

gutes neues Jahr<br />

Der Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM),<br />

der Heimatpflegeverband Südtirol (HPV),<br />

der Südtiroler Chorverband (SCV)<br />

sowie die Schriftleitung mit den Redaktionen<br />

der Zeitschrift KULTURFENSTER<br />

wünschen allen frohe, gesegnete Weihnachten<br />

und viel Glück und Segen im neuen Jahr 2017.<br />

<strong>Nr</strong>. 05 | <strong>Dezember</strong> <strong>2016</strong> 47


Impressum<br />

Mitteilungsblatt des Verbandes Südtiroler<br />

Musikkapellen, des Südtiroler Chorverbandes<br />

und des Heimapflegeverbandes Südtirol<br />

Eigentümer und Herausgeber:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen<br />

Ermächtigung Landesgericht Bozen<br />

<strong>Nr</strong>. 27/1948<br />

Schriftleiter und im Sinne des Pressegesetzes<br />

verantwortlich:<br />

Dr. Alfons Gruber<br />

Als Pressereferenten für die Darstellung der<br />

entsprechenden Verbandsarbeit zuständig:<br />

VSM: Stephan Niederegger,<br />

E-Mail: kulturfenster@vsm.bz.it<br />

SCV: Paul Bertagnolli,<br />

E-Mail: bertagnolli.paul@rolmail.net<br />

HPV: Sylvia Rottensteiner,<br />

E-Mail: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />

Unverlangt eingesandte Bilder und Texte<br />

werden nicht zurückerstattet.<br />

Redaktion und Verwaltung:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen,<br />

I-39100 Bozen, Schlernstraße 1, Waltherhaus<br />

Tel. 0471 976387 - Fax 0471 976347<br />

E-Mail: info@vsm.bz.it<br />

Einzahlungen sind zu richten an:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen,<br />

Waltherhaus<br />

Raiffeisen-Landesbank, BZ<br />

IBAN: IT 60S03493 11600 0003000 11771<br />

SWIFT-BIC: RZSBIT2B<br />

Jahresbezugspreis: Euro 20<br />

Gefördert von der Kulturabteilung<br />

der Südtiroler Landesregierung.<br />

Druck: Ferrari-Auer, Bozen<br />

Das Blatt erscheint als Zweimonatszeitschrift,<br />

und zwar jeweils am 15. Februar, April, Juni,<br />

August, Oktober und <strong>Dezember</strong>.<br />

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen<br />

Vormonats.<br />

48<br />

<strong>KulturFenster</strong>

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