SPORTaktiv Magazin August 2017

Sportaktiv.Magazin

II.

ES GIBT MÄCHTIGE PLATZHIRSCHE

In den letzten Jahren war Bosch die klare Nummer

eins. Die Deutschen beliefern mehr als 70

Fahrradmarken und sind mit der „Performance

Line CX“ die Benchmark, an der sich die

Konkurrenz orientiert. Doch die schläft nicht:

Der japanische Komponenten-Gigant Shimano

erobert Marktanteile mit dem Antriebskonzept

STEPS und nutzt geschickt die Systemintegration

mit den bestehenden Shimano-Kompo-

nenten bei Kurbel und Schaltung. Die Japaner

rüsten 16 Marken aus.

Weitere Big-Player sind Brose (z. B. Specialized

und weitere 28 Marken), Panasonic und

Yamaha, die seit 1993 an Lösungen für E-Bikes

tüfteln. Dazwischen tun sich Nischen für Kleinere

auf, die Kanadier der Kultschmiede Rocky

Mountain haben im Sommer gar ein eigenes

Konzept auf den Markt gebracht (Powerplay).

III.

INNOVATIONEN

TREIBEN AN

Stillstand ist nicht nur beim Radeln

unerwünscht; die Entwicklungsabteilungen

arbeiten auf Hochtouren an

ständigen Verbesserungen.

Bosch hat im Sommer ein Software-Update

lanciert, das den bestehenden Antrieben

einen neuen Modus spendiert:

Oberhalb des Eco-Modus tritt der neue

„E-MTB-Modus“ in Kraft, der automatisch,

unmerklich und je nach Pedaldruck

zwischen den Stufen Tour, Sport

und Turbo schaltet und damit ein „natürliches

Fahrgefühl“ erzeugen soll. Die

Technik ist aufwendig: Drei Sensoren

messen 1.000 Mal pro Sekunde (!) die

Trittfrequenz, den Pedaldruck und die

Geschwindigkeit. Die neuesten Displays

von Bosch haben Navi, SMS-Funktion,

Fitnessanalysen und Pulsmessung. Beim

Specialized Levo kann man sogar eine

Wunsch-Pulsfrequenz einstellen (z. B.

135 Schläge) und der Antrieb regelt die

Leistung danach.

Shimano kann bei seinem STEPS

8000 die Vorzüge der hauseigenen

Komponenten nutzen und etwa die

elektronische Schaltung Di2 mit dem

Antrieb kombinieren. Die Sensorik

profitiert und Experten können mittels

E-Tube-Software die Einstellungen per

Handy oder Tablet konfigurieren. Für

2018 kündigt Bosch das erste serienreife

E-Bike-ABS an (in Zusammenarbeit

mit Magura). Haibike verschickt via

eConnect Notfall-SMS und bietet eine

GPS-Diebstahl-Überwachung.

Die Schweizer E-Bike-Pioniere

Flyer schwören auf die „Flyer Intelligent

Technology“ (FIT). Dabei setzen

sie mit Panasonic auf ein internes

Zwei-Gang-Getriebe, das für eine größere

Übersetzungsbandbreite sorgt. Für

2018 hat Flyer auch Bikes mit einem

leichteren, stärkeren Panasonic-Motor

(aber ohne zweiten Gang) angekündigt.

Ebenfalls 2018 neu bei den Schweizern:

Navigation und Herzfrequenzmessung.

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