SPORTaktiv Magazin August 2017

Sportaktiv.Magazin

Wie intensiv war das Training?

Die vergangenen beiden Jahre habe ich

zwei Mal am Tag trainiert, insgesamt

vier bis fünf Stunden, zusätzlich noch

Konditionstraining. Das Ganze fünf Mal

in der Woche. Je nachdem, wie erledigt

ich war, habe ich auch am Samstag noch

ein bis zwei Stunden trainiert.

Was braucht ein erfolgreicher Tennisspieler,

außer eiserner Disziplin?

Schnelligkeit? Ein Gespür für das Spiel,

um Situationen antizipieren zu können?

Das wird schon helfen. Ich denke aber

wirklich, dass die Arbeit entscheidend

ist. Du kommst nur weiter, wenn du

voll fokussiert bist und andere Interessen

hintanstellst.

DER AUFSTEIGER

SEBASTIAN OFNER WURDE

AM 12. MAI 1996 IN BRUCK

AN DER MUR (ST) GEBOREN.

NACH DER MATURA 2015

STARTETE ER EINE LAUF-

Wie weit willst du kommen? Sehen

wir Sebastian Ofner mal im Finale

eines Grand Slam Turniers?

Träumen ist erlaubt. Das kann ja auch

die nötige Energie freisetzen. Jetzt heißt

es aber erst einmal, in die Top 100 zu

kommen und dann vielleicht in Richtung

Top 50. Ich werde mir einfach immer

wieder neue Ziele setzen. Der Rest

ergibt sich von selbst.

Du wirst von Wolfgang Thiem in der

Tennis-Akademie von Günter Bresnik

trainiert. Von hier hat es Dominic

Thiem bis in die Weltelite geschafft.

Ist das ein Vorteil für dich?

Definitiv. Das Umfeld in der Südstadt

ist perfekt. Dominic hat ja gezeigt, was

möglich ist. Ihn beim Trainieren zu

sehen, spornt mich an. Außerdem kann

ich mir auch ein paar Kleinigkeiten von

ihm abschauen ...

Wie unerwartet war der Erfolg in

Wimbledon für dich? Es heißt, du hattest

deutlich früher mit deiner Rückreise

gerechnet?

Geplant war, ein Match zu spielen und

wieder nach Hause zu fliegen. Am Ende

musste ich zwei Mal das Hotel wechseln,

weil ich mein Zimmer nicht verlängern

konnte. Es war ja alles ausgebucht.

BAHN ALS LEISTUNGS-

SPORTLER BEIM BUNDES-

HEER. IN WIMBLEDON

SICHERTE ER SICH MIT DREI

ÜBERSTANDENEN RUNDEN

IN DER QUALIFIKATION

EINEN STARTPLATZ IM

HAUPTFELD, WO ER IN DIE

DRITTE RUNDE EINZOG.

SEBASTIAN OFNER IST

LEDIG UND TRAINIERT ALS

ÖTV-SPIELER IM LEISTUNGS-

ZENTRUM VON GÜNTER

BRESNIK IN MARIA ENZERS-

DORF (NÖ).

Stimmt es, dass du vor Ort auch noch

Tennis-Kleidung nachkaufen musstest?

Das ist richtig. Beim offiziellen Wimbledon-Turnier

ist Spielkleidung nur in

Weiß erlaubt. Vom Veranstalter hatte ich

einen Gutschein über 250 Pfund erhalten.

Davon habe ich mir im Fan-Shop

eine weiße Weste gekauft. Die Garnitur

zum Spielen habe ich mir in einem anderen

Laden besorgt.

Nach drei Siegen in der Qualifikation

ging’s sprichwörtlich mit „weißer

Weste“ in die Hauptrunde. Dort hast

du den Brasilianer Thomas Belucci

glatt in drei Sätzen abserviert. Da hast

du aber selbst gestaunt, oder?

Erst einmal hatte ich mich auf eine

lange, harte Partie eingestellt. Belucci

ist immerhin die Nummer 55 der Welt.

Ende des ersten Satzes hatte ich aber

schon das Gefühl, dass ich das Match

auf meine Seite ziehen kann. Dass er

sich mit meinem Spiel schwertut. Und

ich einfach gut drauf bin.

Fotos: Imago (3)

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