SPORTaktiv Magazin August 2017

Sportaktiv.Magazin

NACHGEFRAGT

BEI CHRISTIAN

GOLLER

Wie kommt man als Grazer dazu,

Ricky Martin oder Mickey

Rourke zu trainieren?

Ich war in Kalifornien auf

Weiterbildung. Ricky hab ich in

einem Fitnessstudio in Hollywood

gesehen und ihn einfach

angesprochen. Wir sind ins

Gespräch gekommen und weil

er sich gerade auf eine Show in

Las Vegas vorbereitet hat, hat

es perfekt gepasst. So sind wir

ins Geschäft gekommen. Bei

Mickey war es ähnlich.

Der Fokus liegt bei Ihnen auf

Schnellkraft und Körperspannung.

Warum?

Mit den Jahren werden die Muskelfasern

länger und langsamer.

Schnellkraft hilft, im Alter mobil

zu bleiben. Darum hab ich mich

darauf spezialisert. Und auch,

weil Schnellkraft und Körperspannung

in meinem Sport, dem

Kunst- und Turmspringen, die

großen Themen waren.

Wie intensiv beginnt

ein Training bei Ihnen?

Erst schaue ich, wie beweglich

ein Kunde ist. Danach geht es

BEI CAROLINE

FRECE

darum, den Kreislauf einmal die

Woche in Schwung zu bringen.

Bei Übergewicht ist das umso

wichtiger. Danach vorsichtiges

Krafttraining mit dem eigenen

Körpergewicht.

Wie schnell können Ihre Kunden

spürbare Fortschritte erwarten?

Sportliche Menschen gewöhnen

sich schnell an leichte Übungen,

die vor allem auch ein positives

Erlebnis schaffen sollen. Bei

unsportlichen dauert das schon

auch bis zu acht Wochen.

Was unterscheidet solche Stars

von „normalen“ Trainierenden?

Die Energie. Wenn die einen

Raum betreten, weißt du sofort,

warum sie so erfolgreich sind.

Da ist eine ganz andere Energie.

Mickey Rourke war ja Boxer

und verbringt ohnehin sehr

viel Zeit im Fitnessstudio. Sie

haben auch mehr Disziplin und

können härter arbeiten.

Bezahlen Ihnen die beiden

den Flug in die USA?

Das nicht – auch wenn es Stars

gibt, die das machen. Aber wir

sind weiterhin in Kontakt und

ich bin ja drei, vier Mal pro Jahr

in den USA. Arnold Schwarzenegger

ist dort mein großes

Vorbild mit seiner Einstellung,

dass du mit harter Arbeit alles

erreichen kannst.

Wie gehen Sie an ein Personal

Training heran?

Ich will immer herausfinden,

warum Menschen ein bestimmtes

Ziel erreichen wollen. Was

dahinter steckt, wenn sie zehn

Kilogramm abnehmen wollen.

Der mentale Anteil beim

Erreichen eines Ziels ist also

ebenfalls wichtig?

Genau. Es geht darum, Gewohnheiten

zu verändern und

konsequent zu sein. Nicht ein

bissl konsequent, sondern zu

100 Prozent. Viele brauchen den

BEI

MANFRED

SIMONITSCH

Tritt in den Hintern, weil der

innere Schweinehund so laut

bellt.

Andererseits gibt es sicher auch

Überehrgeizige?

Natürlich – die musst du

bremsen. Ihnen vermitteln, dass

es nicht nur okay ist, ein, zwei

Tage die Woche keinen Sport zu

machen, sondern sogar gut. Der

Körper muss den Reiz ja erst

einmal verarbeiten. Bei manchen

muss ich echt hart sein und

sogar Verbote aussprechen.

Fotos: Privat (3)

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