SPORTaktiv Magazin August 2017

Sportaktiv.Magazin

Grenzen und Unbehagen zu sprengen

lernt, kann in Folge freier durchs Leben

gehen. Man kann sich treiben und fallen

lassen, ohne Angst, dass etwas passiert.

Als Traceur weiß man, dass man weich

landet. Man hat es schließlich schon

dutzende Male geübt.

Jeder kann es!

Wer nun denkt: „Schön – aber bloß

einer Minderheit vorbehalten“, der irrt

sich. Parkour ist alltags- und laientauglich.

„Sehr sogar“, betont TOM. „Da

jeder nach seinem persönlichen Trainings-

und Leistungslevel trainiert, ist

der Sport für nahezu jeden geeignet.

Es gibt Eltern-Kind-Trainings ebenso

wie Pensionisten-Kurse. Wir trainieren

mit Personen, die ihr Leben noch nie

ernsthaft Sport ausgeübt haben, bis hin

zu professionellen Athleten.“

Mit kleinen Parkour-Einheiten kann

im Grunde jeder Hobbyläufer, dem

seine urbane Hausrunde zu fad wird,

Abwechslung in den Trainingsalltag

bringen, neue muskuläre Reize setzen,

Koordination und Beweglichkeit schulen

und Verletzungen vorbeugen. Und

ganz nebenbei selbstsicherer werden –

im Sport wie auch sonst im Leben.

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Miteinander statt gegeneinander

„Jeder von uns hat klein angefangen“,

betont TOM und ergänzt: „Im ersten

Trainingsjahr gilt: Nicht höher herunterspringen,

als man groß ist.“ Die Kräfte

die auftreten, dürften nicht unterschätzt

werden: „Sieht man einen Profi bei

vermeintlich waghalsigen Sprüngen,

darf man nicht vergessen, dass tausende

Trainingsstunden dahinter stecken. Die

Protagonisten wissen, was sie tun.“

Sich selbst richtig einzuschätzen, lernt

man auch beim Training. Übrigens ganz

ohne direkten Vergleich zu Mitsportlern.

Beim Parkour gibt es kein Gegeneinander,

Wettkämpfe finden keine statt.

Stattdessen tourt man mit Freunden

durch die Umgebung, lernt voneinander,

hilft sich und feiert einander, wenn

ein neuer Sprung oder Trick klappt.

In der Umwelt, für die Umwelt

Dass Traceure von Passanten argwöhnisch

angeschaut werden, kommt vor.

„Aber es stört uns nicht“, so TOM.

Für ihn und alle übrigen Traceure ist es

selbstverständlich, keine Privatgrundstücke

oder Autos als Trainingsspots zu

nutzen. Der respektvolle Umgang mit

der Umwelt zählt überhaupt zu den

Grundwerten des Trendsports.

Wo Spots zu finden sind, liegt ansonsten

in der Fantasie des Sportlers. Fürs

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Foto: Parcour Austria

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