Nr. 18 (II-2017) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 18 (II-2017) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 18 · kostenlos · Ausgabe II / 2017

Juli · August · September

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

28

HINTER DEN KULISSEN

Wo entspannen Brötchen vor dem Frühstück?

32

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Seit wann wird Osnabrück elektrisch beleuchtet?

Drohnen über Osnabrück

Wird's im Luftraum zu eng?

Seite 4

41

ESSEN & TRINKEN

Wie macht man aus Erdbeeren Ketchup?

44

SPORT & GESUNDHEIT

Wie lernen Fußgänger fliegen?


IMPRESSUM

18

Nr.

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

EDITORIAL

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass GmbH

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Im Hamme 7

49205 Hasbergen

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Ebba Ehrnsberger

Yvonne Loggen

Tom Herter

Eike Eifler

Yörn Kreib

Carsten Neyer

Werner Beermann

Heiko Schulze

Dr. Jessica Stegemann

Sina-Christin Wilk

Redaktionsbeiträge

Gastbeiträge in dieser Ausgabe:

Margret Baumann

Museum Industriekultur Osnabrück

Jessica Löscher

Diözesanmuseum Osnabrück

Judith Franzen

Stadt- und Kreisarchäologie

Sabine Böhme

TERRA.vita

Svenja Vortmann

Zoo Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bick

Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Carina Sander

Schüler-Forschungs-Zentrum Osnabrück

Christiane Matz

Museum und Park Kalkriese

Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Leitung Vermarktung & Mediengestaltung

Stephan Buchholz

Mediengestaltung

Laura Fromm, Hannah Ruthemeyer

Projektmanagement & Vermarktung

Igor Hafner

Projektmanagement & Distribution

Sebastian Buchholz

BILDMATERIAL

Jana Lange · www.jana-fotografiert.de

Oliver Schratz · www.blendeneffekte.de

sowie siehe Bildnachweise.

Grundmotiv: Drohne mit Paket © Mopic; Drohne weiß ©

Oleksandr Delyk; Drohne unten Vordergrund © Jag_cz;

Hintergrund © OSNA-Copter - Collage Medienagentur

KreativKompass

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS:

Juli 2017

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass GmbH. Trotz sorgfältiger Prüfung keine

Gewähr für eventuelle Druckfehler. Unsere Redaktion ist

selbstverständlich bemüht, alle Ansprüche im Bereich der

Urheberrechte (insbesondere der Bildrechte) vor Drucklegung

zu klären und zu berücksichtigen. Sollte uns trotzdem einmal ein

unbeabsichtigter Fehler unterlaufen, wenden Sie sich bitte direkt

an: redaktion@osnabruecker-wissen.de, damit wir schnell eine

einvernehmliche Lösung finden.

TOPTHEMA

Was lassen Osnabrücker fliegen? 4

NATUR & UMWELT

Was ist ein Siegelbaum? 9

Was hat der Belmerbutterstein mit dem

Kölner Dom gemeinsam? 10

Wer wuselt durch Wasser und Büsche? 12

Wer lag in Sprockhoff 923? 13

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie wurde Roheisen & Stahl in Georgsmarienhütte erzeugt? 14

Sehen Sie jetzt besser oder schlechter? 16

Wie viele Spaghetti kann die Sonne kochen? 17

Wie vermarktet man gute Ideen? 18

AUSBILDUNG & KARRIERE

Wo findet Chemie im Alltag statt? 21

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was sind unsere Thesen heute? 22

Was hat Playmobil im Diözesanmuseum zu suchen? 23

Wie überwinde ich meinen inneren Schweinehund? 24

MOMENTAUFNAHMEN

Wie lange lädt ein E-Kart? 26

HINTER DEN KULISSEN

Wo entspannen Brötchen vor dem Frühstück? 28

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Was geschah im Riemsloher Wald? 30

Warum dauert restaurieren so lange? 31

Seit wann wird Osnabrück (nur noch) elektrisch beleuchtet? 32

Wie wurde ein Grundbesitzer aus Loxten

preußischer Minister? 34

Welches Schloss dient als Zeitstrahl? 35

Wie kommt der Stein ins Rollen? 36

Wieso gibt es einen "Gesellenweg" Teil 2 38

FAMILIE & SOZIALES

Urlaub gleich nebenan? 40

ESSEN & TRINKEN

Die besten Lebensmittel der Region:

Wie macht man aus Erdbeeren Ketchup? 41

SPORT & GESUNDHEIT

Wer mobilisiert Menschen mit Altersfrakturen? 42

Wie lernen Fußgänger fliegen? 44

KUNST & KULTUR

Welcher Häftling schrieb sich frei? 46

Wo laufen die Klassiker? 47

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s? 48

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 48

HANDGEZEICHNET

Wohin führt die Kreislaufwirtschaft? 49

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? Kreuzworträtsel 50

Was gibt es zu gewinnen? Preisübersicht 51

Foto © Paul Stegemann

seit Jahren bewegen sich über unseren Köpfen nicht nur Wolken, Flugzeuge

und Vögel. Auch Drohnen haben den Luftraum erobert. Über ihre

militärische Nutzung sprechen wir in dieser Ausgabe nur am Rande,

denn schon die zivile wirft eine Fülle technischer, rechtlicher, ja sogar

moralischer Fragen auf. Auch in unserer Region - lesen Sie dazu unser

aktuelles Topthema.

Daneben gibt es in der 18. Ausgabe von „Osnabrücker Wissen“ aber

noch viele andere verblüffende Antworten auf faszinierende Fragen.

Wie viele Spaghetti kann die Sonne kochen? Wie lauten, 500 Jahre nach

Martin Luthers mutmaßlichem „Anschlag“ auf die Schlosskirche von

Wittenberg, denn nun unsere Thesen zu Kirche und Gesellschaft? Was

ist ein Siegelbaum – und wer lag eigentlich in „Sprockhoff 923“?

Ab sofort können wir überdies einen neuen Kooperationspartner

begrüßen: Den Natur- und Geopark TERRA.vita. Zum Auftakt der

zukünftigen Zusammenarbeit wollten wir wissen, was der Belmer

Butterstein mit dem Kölner Dom gemeinsam hat.

Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und Entdecken, einen

sonnigen Sommer und erholsame Urlaubstage.

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

„Das einzig Gefährliche

am Fliegen ist die Erde.“

Wilbur Wright (1867-1912), amerikanischer Flugzeugbauer

Stephan Buchholz

Herausgeber

Jetzt auch online noch mehr Fragen zur Region entdecken!

Einfach „liken“ und regelmäßig weitere spannende Antworten finden:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook

Wer bringt Licht ins Dunkel?

Informieren Sie unterhaltsam & lehrreich über Ihre

Produkte & Dienstleistungen im smarten

Redaktionsumfeld von „Osnabrücker Wissen“!

Mögliche Werbeformen & -kanäle:

Klassiche

Print-Werbeanzeigen

Content-Marketing

(print / online)

Rubriken-Sponsoring

(print / online)

Umschlagwerbung

beim kostenlosen Zustellservice

Exklusive Beilagen

(Gesamtauflage oder Postzustellung)

[...]

Osnabrücker Wissen ist ein Magazin der

Medienagentur KreativKompass GmbH

Im Hamme 7 · 49205 Hasbergen

Ansprechpartner: Stephan Buchholz

Telefon: +49 5405 / 80 83 216

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

www.osnabruecker-wissen.de


TOPTHEMA

WISSEN KOMPAKT

WIE FUNKTIONIERT

EINE DROHNE?

Der notwendige Auf- und Vortrieb

wird durch mehrere unabhängig

steuerbare Motoren

ermöglicht. Da die manuelle

Kontrolle der einzelnen Motoren

über ein Steuergerät nicht ausreicht,

um einen stabilen Flug

zu gewährleisten, sind Drohnen

mit einer Art Bordcomputer, dem

„Flight-Controller“ ausgestattet.

GPS-Ausstattung zur Steuerung

ist weitestgehend Standard.

Für den nötigen Antrieb

der Motoren sorgen wiederaufladbare

Lithium-Polymer Akkus.

Nick-Achse

Roll-Achse

Gier-Achse

Bei einem Quadrocopter laufen die

sich jeweils gegenüberliegenden

Rotoren in die gleiche Richtung,

das eine Paar nach links, das andere

nach rechts. Die am Rumpf enstehenden

Giermomente heben sich

vollständig auf.

Mikromechanischer

Sensor

Tritt Wind auf, wird

die nun entstehende

Drehbewegung mit

mikromechanischen

Sensoren mit der

Genauigkeit vom

Durchmesser eines

Siliziumatomas erfasst.

Die Elektronik

sorgt dafür, dass die

Rotoren sich unterschiedlich

schnell

drehen und ein gezieltes

Drehmoment

am Drohnen-Rumpf

erzeugen.

Bild links © OSNA-Copter // Drohne links © sssheina; Chip © Wuttichai; Drohne Hochzeitspaar © Halfpoint; fotolia.de // Luftbild rechts © Fa. Hartman-Hilter Filmproduktion Osnabrück // Drohne mit Paket © Mopic; Drohne weiß © Oleksandr Delyk

Drohnen über Osnabrück

Wird's im Luftraum zu eng?

Rund 400.000 privat und gewerblich genutzte Drohnen gibt es in Deutschland, schätzt die DFS

Deutsche Flugsicherung GmbH. Diese Zahl wird sich bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich

verdreifachen. Bereits jetzt häufen sich Fälle, bei denen Drohnen der bemannten Luftfahrt

gefährlich nahekommen. Bald auch eine Plage am Himmel über Osnabrück?

Standbild aus dem Film „Der Kupferschatz von Osnabrück“, Fundstelle Lüstringen am Nordrand des Hasetals

Was ist eine Drohne?

Eine Drohne ist ein unbemanntes Luftfahrzeug.

Sie fliegt ohne einen Piloten an

Bord. Der Pilot befindet sich vielmehr am

Boden und steuert die Drohne mittels einer

Steuerungseinheit (Fernbedienung).

Eine Drohne kann aber auch autark über

einen Computer gesteuert werden. Angetrieben

werden die Drohnen über mehrere

Motoren bzw. Propeller (z.B. Quadrocopter

mit vier Motoren/Propellern).

Die Niedersächsische Landesbehörde für

Straßenbau und Verkehr versteht unter

einer Drohne „unbemannte Luftfahrtsysteme

und Flugmodelle.“ Unter ersteres

fallen alle „unbemannten Fluggeräte,

die nicht zu Zwecken des Sports oder der

Freizeitgestaltung betrieben werden.“

Gemeint sind der gewerbliche Einsatz,

in der Forschung, unentgeltliche Beauftragung

durch Dritte sowie sogenannte

Nachbarschafts- bzw. Freundschaftsdienste.

Bei Nutzung zu Zwecken des

Sports oder der Freizeitgestaltung handelt

es sich demnach um Flugmodelle.

Wer entwickelte Drohnen?

Sie dienten zunächst als Augen, dann als

Waffen, schreiben die Journalisten Kai

Biermann und Thomas Wiegold in ihrem

lesenswerten Standardwerk „Drohnen.

Chancen und Gefahren einer neuen Technik.“

Treibende Kraft bei der Entwicklung

von Drohnen war das Militär. Die ersten

Vorläufer der Drohne, unbemannte

Fesselballons mit einer Sprengladung,

wurden bereits 1849 beim Angriff der

Österreicher auf die Stadt Venedig eingesetzt.

Der Wind trieb sie allerdings

in die falsche Richtung. In der Folge

wurde nicht nur nach fliegenden Verbesserungen

gesucht, sondern auch

unter Wasser witterte das Militär

zahlreiche Einsatzmöglichkeiten.

Anfang des 20.Jahrhunderts sah man

sich allerdings mit einem riesigen Kommunikationsproblem

zwischen Drohne

und Steuermann konfrontiert. So waren

ferngelenkte Boote zunächst noch durch

einen 20 Kilometer langen Kupferdraht

mit der Steuerstation an Land verbunden.

Weitere Einsatzmöglichkeit einer Drohne: Fotoshootings

Können Drohnen sehen?

Die Entwicklung entsprechender Kameras

und Übertragungsmöglichkeiten ab den

60er Jahren brachte den Durchbruch. Aber

erst durch die Miniaturisierung, Digitalisierung

und Satellitennavigation avancierten

Drohnen zu selbstverständlichen

militärischen Aufklärungswerkzeugen.

Ausspähen und zielgenaues Schießen wird

dank hochkomplexer Programmierung

möglich, das Militär ist begeistert.

Doch „Drohnen sind fliegende, fahrende

oder schwimmende Computer in einer

windschnittigen Hülle. (..) und werden deshalb

von den gleichen Problemen geplagt

wie jeder Rechner. Daten können manipuliert,

Programme gehackt werden“, geben

Biermann und Wiegold zu bedenken.

Drohnenabstürze sind deshalb durchaus

keine Seltenheit.

5


Die neue Drohnen-Verordnung

Ratgeber zum Drohnen-Kauf

Wertvolle Hinweise & Tipps vom Experten

Darauf sollte beim Kauf semiprofessionell

genutzter (Foto- & Film-) Drohnen geachtet werden:

• Drohnengewicht: unter 5 kg

• Flugzeit: Mindestens 20 Minuten

• Quadro- (4), Hexa- (6) oder Octo-Copter (8)?

-> je mehr Rotoren, desto stabiler der Flug!

• Landegestell sollte möglichst verstellbar sein

• 4K-Kamera-Weitwinkel

• Separate Fernsteuerung mit Ruder (keine Tab-Steuerung)

• möglichst integrierte Coming-Home-Funktion

• Kamerapufferung

• an Ersatzakkus denken!

• Bildspeicher mindestens 4GB oder mehr

• Sendereichweite: ca. 200 - 300m reicht ... mehr wäre

schön, ist aber grenzwertig (Sichtflug in Deutschland)

• Direktbildübertragung auf Smartphone oder Tablet

Erweiterte, spezielle Ausstattungsmerkmale:

• Drohnen sollten mit Gyroscope-Sensoren und einem GPSgestützten

Flugsystem ausgestattet sein sowie die gesamten

Bilddaten (Höhe, Breite und Länge in Grad) speichern.

Wünschenswert ist ein Radarsystem (Sichtsystem) zur

Abstandskontrolle in alle Richtungen - auch nach unten!

Reichweite sollte am besten 15 - 30 Meter betragen.

• Der sogenannt Gimbal, der die Kamera in waagerechte

Ausrichtung niviliert, sollte als 3-Achsgimbal ausgelegt sein

• Geschwindigkeiten über 36 km/h mögen zwar schön sein,

sind aber auch sehr gefährlich und erfordern Erfahrung!

• Intelligente Flugzeitberechnung – Akkupower sollte der

Flugentfernung und dem Wind angepasst werden

• Infrarot-Hinderniserfassung im Kurzbereich

• FPV-Übertragung auf Brille

Stefan Schmidt

Inhaber Osna-Copter

Der 49-Jährige nutzt Drohnen mit

seinem Team bereits seit Jahren für professionelle

Film- & Fotoaufnahmen

aus der Luft. Einsatzgebiete sind u.a.

Landvermessungen, Werbeprojekte,

Baufortschrittsdokumentationen oder

auch technische Inspektionen.

Schmidt hat, neben seinem Know how

über Drohnen, auch einen Großteil des

Bildmaterials in diesem Artikel zur Verfügung

gestellt. Vielen Dank!

Droht Gefahr vom Osnabrücker Himmel?

Inzwischen entdecken auch immer mehr Privatleute das

Einsatzpotenzial von Drohnen. In den Onlineshops bekannter

Elektronikhändler gehören Drohnen nebst Zubehör

zu Preisen zwischen 50 und 2.000 Euro längst zum

Standardsortiment. Insbesondere die vorher nicht mögliche

Produktion von Fotos und Filmen aus großen Höhen fasziniert

auch die Osnabrücker. Augen über Osnabrück, ein Grund zur

Besorgnis?

„Bisher spielen Drohnen in der Osnabrücker Polizeiarbeit eine

marginale Rolle“, sagt Marco Ellermann, Pressesprecher der

Polizeidirektion Osnabrück. „Es gab im Jahr 2016 vier Polizeieinsätze

im Stadtgebiet von Osnabrück im Zusammenhang

mit Drohnen.“ Ab und an hätten beunruhigte Bürger der

Polizei gemeldet, dass eine Drohne über ihr Grundstück fliege

bzw. im Standflug verweile. Derartige Fälle hätte es 2016 auch

im Stadtgebiet von Osnabrück gegeben. Dahinter steht u.a. die

Befürchtung, dass Filmaufnahmen gemacht werden, beispielsweise

für Vorbereitungshandlungen zu Einbruchdiebstählen.

In Wallenhorst sei es zu einem gefährlichen Eingriff in den

Straßenverkehr gekommen, weil der „Pilot“ die Kontrolle

über seine Drohne verlor und diese über der Fahrbahn einer

Bundesstraße (B 68) schwebte, sodass Fahrzeugführer stark

abbremsen bzw. ausweichen mussten. Ellermann rechnet aber

damit, dass derartige Fälle angesichts des Drohnenbooms zukünftig

häufiger auftreten werden. So wurden nach Auskunft

der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und

Verkehr allein im Jahr 2016 in Niedersachsen 1.185 Anträge

auf eine Aufstiegserlaubnis genehmigt.

Gefährden Drohnen den

Flugverkehr am FMO?

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 registrierte die

DFS 61 Fälle, bei denen Drohnen den regulären Flugverkehr

behindert haben. In der gleichen Zeitspanne des Vorjahres

hatte es erst zwölf solcher Vorfälle gegeben. „Bislang gab es

solche Zwischenfälle an unserem Flughafen noch nicht“, betont

Detlef Dobberthien, Pressesprecher der FMO Flughafen

Münster/Osnabrück GmbH. Er verweist dazu auf die Vorgaben

der Behörden. Danach sei ein unkontrollierter Aufstieg

einer Drohne in der Kontrollzone eines Flughafens streng verboten.

Selbst professionelle Drohnenpiloten benötigten dafür

eine schriftliche Aufstiegsgenehmigung. Den Einsatz eigener

Drohnen am FMO, speziell im Hinblick auf die Überwachung

sensibler Bereiche, schließt er für die Zukunft jedoch nicht aus.

Tower am Flughafen Münster/Osnabrück

Drohne links, Luftaufnahme Windrad, Portrait © OSNA-Copter // Drohen Gewächshaus © Detlef Heese // Flughafentower © DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Welche Regeln müssen

beachtet werden?

Die Stadt Osnabrück hat angesichts des

Drohnentrends entsprechende Regeln und

Hinweise im Internet zusammengestellt.

Drohnenpiloten dürfen z.B. ihre Fluggeräte

danach in keinem Fall über Menschenansammlungen,

Unglücksorten, polizeilichen

Einsatzorten, militärischen Anlagen,

Kraftwerken und Luftsperrgebieten fliegen

lassen. Für Start und Landung sowie das

Überfliegen ist die Zustimmung der jeweiligen

Grundstückseigentümer zwingend

vorgeschrieben. Ab einem Gewicht von

0,25 kg gilt für Drohnen ab dem 1. Oktober

2017 eine Kennzeichnungspflicht mit

Name und Anschrift des Betreibers. Da

von Drohnen verursachte Unfälle in aller

Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung

abgedeckt sind, wird eine Halter-

Haftpflichtversicherung vorgeschrieben.

Eine vollständige Liste gibt's online unter

www.osnabrueck.de/drohnen.html

Was beobachten

Drohnen in Lüstringen?

Für unbemannte Luftfahrtgeräte ist eine

maximale Aufstiegshöhe von 100 Metern

vorgeschrieben. Für eine normale zivile

Nutzung aber ist diese Höhe vollkommen

TOPTHEMA

Maryam Fadami mit Drohne im Gewächshaus

ausreichend. So auch bei den Einsätzen für

die Archäologie. Bodo Zehm, bis Ende Mai

Leiter der Stadt- und Kreisarchäologie, ist

von den Vorzügen des Drohneneinsatzes

überzeugt: „Für die Archäologie bedeutet

die Möglichkeit des Drohneneinsatzes eine

erhebliche Verbesserung der Dokumentations-,

Darstellungs- und Rekonstruktionsmöglichkeiten.

Während früher mit

Fesselballons, Lenkdrachen und Feuerwehrleitern

verschiedene sehr aufwändige,

aber vom Ergebnis her nur halbwegs befriedigende

Möglichkeiten zur Erfassung

von größeren Grabungsflächen zur Verfügung

standen, kann jetzt mit der Drohne

wesentlich effektiver, wirkungsvoller und

vor allem flexibler gearbeitet werden.“

Bisher konnten bei drei sehr unterschiedlichen

Projekten erste Erfahrungen im

Drohneneinsatz gesammelt werden: Bei

der Ausgrabung am Carolinum, der Entdeckung

des Kupferschatzes in Lüstringen

und am Megalithgrab „Sloopsteine“ in

Westerkappeln. „Für die Zukunft dürfte

zumindest bei Großgrabungen der Einsatz

einer Drohne unverzichtbar sein,

insbesondere bei der Dokumentation von

dreidimensionalen Befundsituationen,

wenn es um Baubefunde, Geländestrukturen

u. ä. geht“, prognostiziert Zehm.

Die Behörde verfügt über keine eigenen

Drohnen. Sie beauftragt deshalb Fachfirmen,

die sich auf die filmische oder

fotografische Dokumentation von Landschafts-

oder Industrieanlagen spezialisiert

haben - in Lüstringen z.B. die Hartman-Hilter

Filmproduktion.

Was fliegt unter Glas?

Die Einsatzmöglichkeiten scheinen unendlich.

Neben der Fotografie, Filmwirtschaft

und Logistik experimentiert längst auch

die Landwirtschaft mit dem Einsatz von

Drohnen im Freiland. In einem Gewächshaus

der Hochschule Osnabrück lässt

Maryam Fadami, Doktorandin im Labor

für Biosystemtechnik (BLab), Drohnen

auch im Gewächshaus fliegen und betritt

damit echtes wissenschaftliches Neuland.

Maryam Fadami mit Drohne im Gewächshaus

Mit Drohnen können Betreiber ihre Windräder in

großer Höhe einfach für Wartungen voruntersuchen

Infos im Internet: www.osna-copter.de

7


TOPTHEMA

NATUR & UMWELT

Die neue Drohnen-Verordnung

1

ERLAUBNISPFLICHT

ab 0,25 kg

2

KENNZEICHNUNGS-

PFLICHT

KENNTNIS-

NACHWEIS

ab 2 kg

KENNTNISNACHWEIS

Ab 100 m Flughöhe

Unter 100 m gelten für Drohnen und Modellflugzeuge die gleichen Regeln

Generell dürfen

Flugobjekte nur

in Sichtweite

geflogen werden

1

3

2

4

gewichtsunabhängig

Auf ihrer Suche nach der optimalen Flughöhe

stellten sie und ihre Mitarbeiter u.a.

fest, dass sich die von fliegenden Drohnen

ausgelösten Luftturbulenzen auf das

Wachstum der Pflanzen auswirken. Wie

lässt sich deshalb das Gewicht der Drohnen

weiter reduzieren? Wie lassen sich Drohnen

an einem Ort, dem Gewächshaus,

steuern, an dem es keinen GPS-Empfang

gibt? Diese und andere Grundsatzfragen

müssen noch geklärt werden, bevor sich

der Drohneneinsatz in Gewächshäusern

in der Praxis durchsetzen wird. Mancher

1) Dokumentation mit einer

Drohne: Die Umrüstung der 65

Meter hohen Leuchtreklame von

IKEA an der A30 auf Backlight-Module.

2) Berg Schledehausen erwacht

aus dem Dornröschenschlaf

- immer mehr Immobilien

werden wegen der faszinierenden

Perspektiven mit Film- oder

Fotoaufnahmen per Drohne in

Szene gesetzt.

3) Panorama über den Dächern

von Osnabrück - gerade bei

solchen städtischen Aufnahmen

ist aus rechtlichen Gründen

zukünftig Vorsicht geboten!

ab 5 kg

3

ERLAUBNIS-

PFLICHT

Modellflugplatz

Mit Ausnahme der

Kennzeichnungspflicht

von den Neuregelungen

unberührt

Erdbeeranbauer aus der Region würde

sich bestimmt freuen, wenn er das zeitaufwendige

Ausbringen z.B. von Nutzinsekten

gegen Schädlingsbefall endlich einer

Drohne überlassen könnte. Noch viel zu

tun, aber Fadami ist von den Vorzügen des

Gewächshauseinsatzes der Drohnen überzeugt.

| Yörn Kreib

Drohnen-Infos

Stadt Osnabrück:

www.osnabrueck.de/drohnen.html

Infos zur Gesetzeslage und Download der

Genehmigungsanträge bei der Niedersächsischen

Landesbehörde für Straßenbau

und Verkehr in Hannover unter:

www.strassenbau.niedersachsen.de

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH:

www.dfs.de

Internetforen (kleine Auswahl):

www.kopterforum.de

www.drohnen-journal.de

Labor für Biosystemtechnik der Hochschule

Osnabrück: www.blab-osnabrueck.de

Buchtipp:

Kai Biermann / Thomas Wiegold,

Drohnen. Chancen und

Gefahren einer neuen

Technik.

Ch. Links Verlag,

ISBN 978-3-86153-818-18

Kontrollzonen von Flugplätzen

Wohngrundstücke

Menschenansammlungen

Verfassungsorgane, Bundesoder

Landesbehörden

Naturschutzgebiete

Industrieanlagen

Einsatzorte der Polizei

und Rettungskräfte

FLUGVERBOT

Drohnenverordnung © BMVI // Luftaufnahmen links © OSNA-Copter

Sigillaria-Rekonstruktion nach Stewart & Rothwell 1999 (unten) © Museum am Schölerberg // Bild oben © Museums am Schölerberg, Angelika Leipner

Geschichte(n) aus dem

Was ist ein Siegelbaum?

Vor etwa 300 Millionen Jahren – zur Zeit des Karbon – lag Deutschland in der Nähe des Äquators.

Die Gebiete der heutigen nördlichen Hemisphäre glichen weiten, sumpfigen Flächen, bedeckt von

großen Wäldern.

In diesen sogenannten Steinkohlewäldern

dominierten vor allem Baumfarne,

Schachtelhalme und Bärlappgewächse.

Allerdings waren sie keine klassischen

Tropenwälder im heutigen Sinne, da Blüten

und blütenbesuchende Insekten sowie

Früchte und früchtefressende Vögel noch

nicht existierten.

Ein Vertreter der Bärlappgewächse

ist der

sogenannte Siegelbaum

(wissenschaftlich:

Sigillaria). Er

sah zwar aus wie ein

Baum, aber in Wirklichkeit

handelte es

sich hierbei um eine

krautige Pflanze.

Begünstigt durch

das vorherrschende

tropisch-warme Klima

konnte er eine

Höhe von bis zu 20

Metern erreichen.

Sein Stamm war allerdings nur wenig verholzt,

sodass das Dickenwachstum lediglich

durch seine mächtige Rinde erfolgte.

Wie ein Schopf saßen die etwa ein Meter

langen und sehr schmalen Blätter am Ende

des Stammes. Beim Abfallen hinterließen

sie ein charakteristisches Narbenmuster

auf der Rinde, das den Siegelbäumen ihren

Namen verleiht.

Wurzeln wie man sie von heutigen Bäumen

kennt, besaßen Sigillarien nicht.

Stattdessen bildeten sie am unteren Teil

ihres Stammes sogenannte Wurzelträger

aus, die flach nach allen Seiten wuchsen

und sich verzweigten. Für den weichen

Sumpfboden, auf dem die Siegelbäume

wuchsen, war dies eine ideale Anpassung.

Starben die Pflanzen der Karbonwälder

ab, bildeten sie die Grundlage für die

Entstehung von Steinkohle. Über mehrere

Millionen Jahre entstand so über Torf

zunächst Braunkohle und schließlich

Steinkohle. Heute kann man fragmentarische

Überreste dieser Pflanzen finden. So

wurde 1886 während des Kohleabbaus im

Piesberg der Wurzelstock eines 300 Millionen

Jahre alten versteinerten Siegelbaumes

entdeckt. Heute ist es möglich, diesen

Zeitzeugen der Erdgeschichte im Eingang

des Museums am Schölerberg näher zu betrachten.

| Lisa Mammitzsch

Museum am Schölerberg

Natur & Umwelt - Planetarium -

Umweltbildungszentrum

Klaus-Strick-Weg 10

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:

Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

« Rekonstruktion nach Stewart und Rothwell 1999

9

Quelle: BMVI


NATUR & UMWELT

Weitblick in den Natur- und Geopark

von der Steinegge in Dissen

Klare Sache: Sie sind Sehenswürdigkeiten; auch wenn der Butterstein und das Naturschutzgebiet

Steinernes Meer keine 20.000 Besucher pro Tag verkraften müssen wie die berühmte

Kathedrale. Beide zählen jedoch für die UNESCO zu herausragenden Orten; wobei der Kölner

Dom seit 1996 als Weltkulturerbe gilt und der Butterstein nur ein vergleichsweise kleiner Teil

einer ganzen Landschaft ist, die 2015 als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet wurde: Der

Natur- und Geopark TERRA.vita!

Damit hatte der Teufel nicht gerechnet, als er sich verkleidet

auf den Weg machte, um noch schnell Butter für sein Festmahl

zu besorgen: Er geriet an eine resolute Bauersfrau, die ihn mit

dem Knüppel traktierte, statt über den Preis

für ihre goldgelbe Butter zu feilschen. Der

Teufel in seiner Not und Wut verfluchte

die arme Frau. Nun liegt

sie mit ihrer Butter seit ewigen

Zeiten zu Stein erstarrt und ist

eine der Sehenswürdigkeiten

im Natur- und Geopark

TERRA.vita. So erklärt eine

alte Volkssage den 70 Tonnen

schweren Butterstein nahe

Belm. Andere sehen darin

einen besonders großen

Findling, den

die letzte

Eiszeit vor 200.000 Jahren aus Skandinavien hierher verfrachtet

hat. Solche Findlinge sind nur ein jüngerer Teil der Erdgeschichte,

die überall lebendig wird. Hier treten 300 Millionen Jahre

Geschichte in Gesteinsarchiven fast lückenlos an die Oberfläche.

Wer sich auf die Suche begibt, kann in Steinbrüchen und

Sandgruben, auf Felsformationen, in Wäldern oder Mooren die

spannenden Spuren längst vergangener Zeiten entdecken.

Bereits seit 2004 ist TERRA.vita nicht mehr „nur“ Naturpark,

sondern auch Geopark und schon länger aktives Mitglied im

Globalen Geopark Netzwerk, das von der UNESCO unterstützt

wurde. Eine gute Dekade später, am 17. November 2015,

beschlossen die 195 Mitgliedsstaaten der UNESCO auf ihrer

Vollversammlung in Paris eine neue weltweite Auszeichnung für

Regionen, die ein außergewöhnliches erdgeschichtliches Erbe

von internationaler Bedeutung aufweisen: Die UNESCO Global

Geoparks. Dabei wurde TERRA.vita als einer von nur sechs

deutschen Geoparks ausgezeichnet. Erstmals seit mehr als 40

Jahren hat die UNESCO neben den Welterbestätten und den

UNESCO Biosphärenreservaten eine neue Flächenkategorie ins

Leben gerufen; eine Einmaligkeit, die sich so kaum wiederholen

wird. Eine große Auszeichung für unsere Region, denn

UNESCO Global Geoparks sind kommunal getragen

und aus regionalen Initiativen entstanden. Anders

Bilder © TERRA.vita

als UNESCO Welterbestätten, die eine

universelle Einmaligkeit aufweisen oder

UNESCO Biosphärenreservate, die eine

eigene gesetzliche Schutzkategorie darstellen,

sind Geoparks Vorbildlandschaften

in denen Menschen arbeiten,

leben, lernen, sich erholen und ihr

besonderes geologisches Erbe schützen

und wertschätzen.

Dabei ist die UNESCO-Anerkennung

nicht nur eine Auszeichnung, sondern

auch Verpflichtung. Alle vier Jahre werden

UNESCO Geoparks einem Revalidierungsverfahren

unterzogen. Auch für

TERRA.vita bedeutet das, in Bereichen

des Managements und in der Konzeption

von Bildung, Schutz und nachhaltiger

(wirtschaftlicher) Entwicklung stets

qualitätssteigernd zu agieren.

Direkt vor der Haustür! Es ist die 1.500km²

große Fläche des Wiehengebirges, des

nördlichen Teutoburger Waldes und des

Osnabrücker Landes und erstreckt sich

über die Bundesländer Niedersachsen

und Nordrhein-Westfalen. Mit weit über

100 Naturdenkmalen und geologischen

Phänomenen, zahlreichen Naturschutzgebieten

und 28 NATURA 2000 Gebieten,

die zu den europäischen Premiumschutzgebieten

gehören, bietet TERRA.vita

intensive Naturerlebnisse von still bis spektakulär.

TERRA.vita hat keinen Zaun, nur

natürliche Grenzen, kostet keinen Eintritt

und bietet unzählige Freizeit,- Ausflugsund

Erholungsmöglichkeiten. Also dann:

Ausprobieren, mitmachen, staunen und

genießen und weitersagen! | Sabine Böhme

WISSEN KOMPAKT

ERDGESCHICHTLICHE HIGH-

LIGHTS DIREKT VOR DER

HAUSTÜR

· der Piesberg in Osnabrück

· die Hexenküche in

Tecklenburg

· die Saurierfährten

von Barkhausen

· der Weserdurchbruch

an der Porta Westfalica

· die Dörenther Klippen

bei Ibbenbüren

· die Riesenammoniten

bei Borgholzhausen

· die Haifischzähne aus

Bippen

· die Kalksinterterrassen

bei Dissen

· die Erdfallseen bei Recke

· die Vehrter Schwarzkreidegrube

· das Besucherbergwerk

Kleinenbremen

· der Silberseestollen am

Hüggel in Hasbergen

· die Eiszeitlandschaft am

Wacholderhain in

Plaggenschale

· das Museum Industriekultur

in Osnabrück sowie

· das Museum am

Schölerberg in Osnabrück

mit der versteinerten Sigilaria

Riesenwurzel und der

zentralen Ausstellung

TERRA.vision

Das Jura vor 150 Mio. Jahren ist das Zeitalter

der Dinosaurier. So kann es damals in Bad

Essen-Barkhausen ausgesehen haben

11


NATUR & UMWELT

NATUR & UMWELT

Wer wuselt durch Wasser und Büsche?

Flink und elegant toben die asiatischen Zwergotter durch den Osnabrücker Zoo. Wer die possierlichen

Tiere beobachten will, muss gut aufpassen, denn bei den sechs Ottern geht es mitunter

recht wuselig zu. Im Gegensatz zu anderen Otterarten sind die asiatischen Zwergotter

nämlich besonders gesellig.

Großsteingrab

Wer lag in Sprockhoff 923?

Opferstein

Wie der Name schon erahnen lässt, sind

asiatische Zwergotter mit rund 70 bis

90 Zentimetern von der Nase bis zur

Schwanzspitze die kleinste Otterart weltweit.

In der Wildbahn leben die Otter in

Südostasien, das Verbreitungsgebiet erstreckt

sich dort von Indien bis Südchina.

Sie halten sich besonders gerne in der Nähe

von Wasser auf, zum Beispiel in Flüssen

und Flussmündungen. Dort können sie in

der dichten Vegetation am Ufer verschwinden,

wenn Gefahr droht.

Was ist an den Pfoten der

Zwergotter so besonders?

Die Pfoten der asiatischen Zwergotter ähneln

ein bisschen den Händen von Menschen.

Sie haben erkennbare Finger mit

kleinen, kurzen Krallen, die aber nicht

über die Fingerkuppe hinaus ragen – deshalb

werden sie auch Kurzkrallen-Otter

genannt. Auch die Schwimmhäute zwischen

den einzelnen Fingern sind deutlich

weniger ausgeprägt als bei anderen

Ottern. So sind die einzelnen Finger

beweglicher und ermöglichen dem

Zwergotter, seine Beute mit den Pfoten

festzuhalten. Das kann der Besucher

im Zoo gut bei den Fütterungen beobachten,

wenn die Tiere ihre Nahrung

zwischen den Pfoten halten, um davon

abzubeißen.

Niedlich und ungefährlich?

Auch wenn die Zwergotter niedlich

aussehen, sie sind nicht ungefährlich –

schließlich sind sie Raubtiere. Wer bei

der Fütterung genau hinschaut, sieht die

kleinen, sehr spitzen Zähne, mit denen

sie ihre Nahrung zerkleinern. Zwergotter

ernähren sich von Muscheln,

Krebsen und Fischen, aber auch von

Würmern und anderen Weichtieren.

Otter sind also waschechte Fleischfresser.

Ambu, Haima und ihre Jungtiere

mögen besonders gerne Rinder- und

Hackfleisch. Auch wenn die Otter gerne

fressen: Auf die Waage bringen sie dennoch

nur ein bis fünf Kilogramm.

Wo fühlen sich die

Zwergotter besonders wohl?

Am liebsten toben die kleinen Tiere im

Wasser. Deshalb ist das Fell der Otter mit

rund 1.000 Haaren pro Quadratmillimeter

extrem dicht und schützt die Tiere nicht

nur vor Kälte, sondern auch vor Wasser.

Auf ihren Tauchgängen können sie bis zu

fünf Minuten die Luft anhalten. Mit etwas

Glück können die Besucher im Osnabrücker

Zoo auch beobachten, wie sich Ambu,

Haima und ihre vier Jungtiere im und unter

Wasser bewegen, wenn sie nicht gerade

über die Anlage wuseln. | Svenja Vortmann

Otter oben © Zoo Osnabrück // Otter unten © Yuval Helfman , fotolia.de

Bilder © Thorsten Stegemann

Megalithgräber gehören zu den ältesten baulichen Zeugnissen in Europa. Ein ebenso sehenswertes wie schwer

zu findendes und weitgehend unbekanntes findet sich bei Grambergen und Deitinghausen, zwei kleinen Bauerschaften

in der Gemeinde Bissendorf.

Vor rund 5.500 Jahren wurden unsere Vorfahren

sesshaft. Die Jäger und Sammler bauten

Pflanzen an, züchteten Vieh und gründeten

die ersten Siedlungen in der Region.

Im Zuge dieser „Neolithischen Revolution“

änderte sich auch das Verhältnis zum Ende

des menschlichen Lebens. Die steinzeitlichen

Bauern errichteten für ihre Toten monumentale

Gräber aus Findlingen (s. auch

Seite 30/31 in dieser Ausgabe). Rund 400 sind

in Niedersachsen wenigstens teilweise erhalten

– ihre Gesamtzahl wird auf etwa 4.000

geschätzt.

Das Großsteingrab bei Grambergen und

Deitinghausen wurde von dem Archäologen

Ernst Sprockhoff (1892-1967) unter der

Nummer 923 in den „Atlas der Megalithgräber

Deutschlands“ aufgenommen. Er schätzte

die Ausmaße der Grabkammer auf eine

Länge von 8,7 m und eine Breite von 1,1 m.

Laut einer „Statistik der im Königreiche

Hannover vorhandenen heidnischen Denkmäler“

aus dem Jahr 1841 sollen hier noch

drei weitere Hünengräber gestanden haben.

Heute sind in der Umgebung nur noch einzelne

Findlinge zu sehen, zwei von ihnen haben

allerdings imposante Ausmaße.

Das gilt auch für den sogenannten „Opferstein“,

der einige hundert Meter in nordwestlicher

Richtung unter hohen Tannen

versteckt ist. Der vier Meter lange Findling

aus Granit hat allerlei unheimliche Geschichten

inspiriert. Die Hobby-Historikerin

Annette Panhorst geht in ihrem Buch „Wo

war Varus?“ davon aus, dass hier Römer von

Germanen getötet und den Göttern geopfert

wurden. Schließlich habe man in dem Waldstück

schon im 19. Jahrhundert Knochenreste

und Beile sowie Kohle und Keramiken

gefunden. Auch Sicht der Wissenschaft ist

das freilich Spekulation. Archäologen konzentrieren

sich bei den Untersuchungen der

uralten Stätten darauf, Aussagen über die

Lebensweise der Menschen, ihre Bau- und

Handwerkstechniken, Ernährungsgewohnheiten

oder Totenrituale zu rekonstruieren.

Summa summarum sind Dichtung

und Wahrheit heute kaum mehr zu trennen.

Und auch auf unsere Eingangsfrage

fehlt eine verlässliche Antwort. Doch das

hat auch einen Vorteil: Der Phantasie der

Nachwelt sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

| Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

DER WEG

Vom Deitinghauser Weg (Bissendorf)

biegt man links in den Roten

Teichweg ein. Nach gut 300 Metern

befindet sich eine kleine Brücke,

dahinter führt linkerhand ein

Weg in den Wald. Nach weiteren

300 Metern hat der Besucher die

Wahl: Links geht es zum Megalithgrab,

rechts zum Opferstein. Beide

Objekte sind ausgeschildert.

Der „Opferstein“

13


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Dritter und letzter Teil unserer Reihe über den Hüggel, der eine zentrale Rolle in der Bergbaugeschichte

des Osnabrücker Landes spielte. Carsten Neyer und Werner Beermann, Autoren

des Bildbandes „Vom Hüggelerz zum Hüttenstahl“, klären diesmal die Frage, durch welche

technischen Schritte Roheisen und Stahl in Georgsmarienhütte erzeugt wurden.

Die vom Hüggel zum Hüttenwerk transportierten

Eisenerze und erzhaltigen

Kalksteine sowie die vom Ruhrgebiet und

Borgloh-Wellendorf kommende Kohle

wurden auf den östlich der Hochofenanlage

gelegenen Lagerplätzen abgeladen.

Den größten Teil der angelieferten Kohle

verwendete man zur Herstellung von Koks.

Die von verschiedenen Kohlengruben

kommende Kohle wurde gemischt und

teilweise gewaschen. Große Mengen

wurden aber auch zur Beheizung der zahlreichen

Dampfkessel benötigt, welche die

Antriebsenergie für die im Hüttenwerk

aufgestellten Dampfmaschinen lieferten.

Wie funktionierte der Hochofen?

Die möglichst etwa faustgroßen Eisenerzbrocken,

der Kalkstein und der zum

Beheizen nötige Koks wurden schichtweise

von oben in den Hochofen eingefüllt.

Ein Hochofen älterer Bauart

bestand, einfach beschrieben, aus einem

etwa 15 Meter hohen runden Schacht, der

innen mit feuerfesten Steinen ausgemauert

war. Im unteren Bereich waren mehrere

Wie wurde Roheisen und Stahl

in Georgsmarienhutte erzeugt?

düsenförmige Rohre angebracht, durch

die zuvor auf etwa 500 Grad erhitzte Luft

in den Hochofen eingeblasen wurde. Der

verbrannte Koks brachte Erz und Kalkstein

zum Schmelzen. Bei dem dadurch

ausgelösten chemischen Prozess verband

sich der Sauerstoff im Eisenerz mit

dem Kohlenstoff des Kokses zu Kohlenmonoxid.

Die mineralischen Anteile und

weitere nicht eisenhaltige Stoffe bildeten

mit dem eingebrachten Kalkstein die

Schlacke. Das so gewonnene, etwa 1.450

Grad Celsius heiße Roheisen sammelte

sich am Boden des Hochofens, während

die leichtere Schlacke auf der Eisenschmelze

schwamm und von Zeit zu Zeit

durch ein höher angebrachtes „Schlackenloch“

abgezogen wurde. Der Roheisenabstich

erfolgte etwa alle vier Stunden.

Das mit einem Lehmpfropfen verschlossene

Abstichloch wurde mit einem Pressluftmeißel

durchstoßen und das glühende

Roheisen floß in vorbereitete Sandbetten,

wo es in Barrenformen erstarrte,

oder es wurde in großen Pfannen aufgefangen

und zur Weiterverarbeitung

ab 1908 ins Stahlwerk I transportiert.

Die in großen Mengen

anfallende Hochofenschlacke wurde

entweder auf der Schlackenhalde abgekippt

oder in Wasserbecken granuliert

und zur Herstellung von Hüttenschlackensteinen

und Zement verwendet.

Wozu wurde das im Huttenwerk

erzeugte Roheisen verwendet?

Von 1860 bis 1875 wurde ein Großteil des

Roheisens an die Firma Krupp in Essen

verkauft, die es nach dem sogenannten

Bessemer-Verfahren zu Stahl verarbeitete.

Das sehr phosphor- und schwefelarme

Roheisen des Werkes eignete sich besonders

gut für das Stahlerzeugungsverfahren

und war deshalb heiß begehrt.

Es erzielte sehr hohe Verkaufspreise, da

es kaum andere Hüttenwerke gab, die

größere Mengen derart hochwertigen

Roheisens anbieten konnten. Besonders

in den Jahren einer Hochkonjunktur

in Deutschland um 1870 erzielte der

Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-

Verein, kurz GMBHV genannt, aus

dem Verkauf seines Qualitätsroheisens

sagenhaft hohe Gewinne, die nie wieder

erreicht wurden. Später war das

Bilder © Archiv Carsten Neyer; Werner Beermann

1870 in Betrieb genommene Stahlwerk Osnabrück, das ebenfalls

nach dem Bessemer-Verfahren Stahl produzierte und

daraus Eisenbahnschienen und –räder sowie alle Arten von

Schmiede- und Gussteilen für den Maschinenbau herstellte,

der Hauptabnehmer. Nach 50 Jahren der reinen Roheisenproduktion

in Georgsmarienhütte erbaute man von 1906 bis

1908 das Siemens-Martin-Stahlwerk I und ein Walzwerk, um

selbst die lukrative Weiterverarbeitung des Roheisens zu Stahl

aufzunehmen. Das Stahlwerk Osnabrück, das 1885 mit dem

Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein, fusionierte,

wurde aber weiter mit Roheisen von der Hütte beliefert.

Der nach dem Siemens-Martin-Stahlerzeugungsverfahren

in den gleichnamigen fünf 60-Tonnen-Öfen aus Schrott und

Roheisen erschmolzene Stahl wurde nach rund sechs Stunden

Schmelzzeit zu vier Tonnen schweren Blöcken in Kokillen

abgegossen und nach teilweisem Erstarren in Tieföfen gleichmäßig

auf ca. 1.200 Grad erwärmt. Drei unterschiedlich große

Walzstraßen verformten den Stahl zu Quadrat-, Rund- und

Flachstahl-Formaten. Ab 1923 kam noch die Produktion von

Eisenbahn-Oberbau-Material dazu, das vordem im Stahlwerk

Osnabrück hergestellt worden war.

Wie wird heute Stahl erzeugt?

Nach 136 Jahren Hochofengeschichte endete am 25. Mai

1994 die Produktion von Roheisen in Georgsmarienhütte.

Der Hochofen und sämtliche für den Hochofenbetrieb vorhandenen

Anlagen wurden im Laufe der folgenden sechs

Jahre abgerissen, was für einige spektakuläre Sprengungen

sorgte. Dabei verschwanden auch der 85 Meter hohe Gasometer

und die 60 Meter hohe Hochofenbegichtungsbrücke,

die jahrzehntelang das Erscheinungsbild des Hüttenwerkes

prägten. Am 7. September 1994 ging der hochmoderne Gleichstrom-

Lichtbogenofen in Betrieb, mit dem ohne den Einsatz

von Roheisen aus Stahlschrott hochwertiger Edelstahl produziert

wird. Für eine Tagesproduktion von rund 3.300 Tonnen

werden etwa 3.500 Tonnen Schrott benötigt, der zu 90 Prozent

vom Osnabrücker Kanalhafen kommend mit der Deutschen

Bahn zum Bahnhof Hasbergen transportiert und von dort

auf der Hütten-Eisenbahn zur Georgsmarienhütte gebracht

wird. Die Hütten-Eisenbahn ist somit 147 Jahre nach ihrer

Erbauung noch immer eine „Lebensader“ des Hüttenwerkes.

| Carsten Neyer / Werner Beermann

Postadresse: Bierstraße 17/18 49074 Osnabrück

Tel.

0541-750 23 40 Fax 0541-20 20 622

zeitseeing@osnanet.de

www.osnabrueck-stadtfuehrungen.d e

Inh. Renate Frankenberg

WISSEN KOMPAKT

WORIN BESTEHT DER UNTER-

SCHIED ZWISCHEN ROHEISEN

UND STAHL?

Roheisen lässt sich weder kalt noch

glühend verformen. Grund ist der

Gehalt an Kohlenstoff von ca.

fünf Prozent. Als Stahl bezeichnet

man kurz ausgedrückt: schmiedbares

Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt

von bis zu zwei Prozent.

Hochofenanlage um 1960

14

15


WIRTSCHAFT & TECHNIK

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Sehen Sie jetzt

besser oder schlechter ?

Optikerkasten

Ein neues Exponat aus dem Depot des Museums Industriekultur: Mit den unterschiedlichen Brillengläsern aus

diesem „Probiergläserkasten“ (frz. "coffret de réfraction") führte der Optiker oder Augenarzt eine subjektive

Refraktionsbestimmung durch, um den Grad der Fehlsichtigkeit festzustellen.

Wie viele Spaghetti

Die meisten Menschen kennen diese

Untersuchung. Man schaut auf eine

Tafel mit Buchstaben und Zahlen verschiedener

Größen. Dabei werden einem

systematisch verschiedene Brillengläser

vor die Augen gehalten und nach einer

Verbesserung oder Verschlechterung des

Sehempfindens gefragt: “Ist der Seheindruck

jetzt besser oder schlechter?”, lautete

auch schon früher die

Frage des Augenoptikers

oder Augenarztes.

Die Untersuchung

wird so lange

durchgeführt, bis

keine weitere subjektive

Verbesserung der Sehschärfe

festzustellen ist. Dieser Refraktionskasten

stammt aus der „Stiftung Handwerksmuseum

Wielens“ im Museum Industriekultur

Osnabrück. Prof. Dr. Hans Wielens

sammelte Handwerkszeug aus den

unterschiedlichsten Gewerken. Die an

das Museum gestiftete Sammlung enthält

über 2.000 Exponate, darunter auch diesen

Optikerkasten. Er

besteht aus

einer Sammlung verschiedenster Linsen

zur Feststellung der Fehlsichtigkeit.

Es gibt konvex und konkav geschliffene

Gläser, die nach außen oder nach innen

gewölbt sind, für Weit- bzw. Kurzsichtige.

Tönungsgläser zur Kontraststeigerung

und als Sonnenschutz und eine Messbrille.

Der Kasten stammt aus der Zeit um 1900.

Der römische Philosoph Seneca erwähnte

in Aufzeichnungen

aus dem

ersten Jahrhundert,

dass

kleine und undeutliche

Schriftzeichen

schärfer und

größer erscheinen, wenn man sie durch

eine mit Wasser gefüllte Kugel betrachtet.

Und die vergrößernde Wirkung

einer halben Kugel aus Glas beschrieb

Alhazen, ein arabischer Gelehrter in

seinem Werk „Schatz der Optik“ im

11. Jahrhundert. Das Buch wurde etwas

später ins Lateinische übersetzt und die

Idee der vergrößernden Linse von italienischen

Mönchen aufgegriffen. Sie

schliffen aus dem Halbedelstein Beryll,

einen Lesestein, den man "Brill" nannte.

Daraus entwickelte sich unser heutiges

Wort "Brille". Für die weitere Entwicklung

und qualitative Verbesserung der

Brille spielten die heute noch bekannten

Glashütten von Murano in Venedig eine

wichtige Rolle. Die dortigen Glasbläser

waren im 13. Jahrhundert die einzigen,

die das bessere weiße Glas herstellen

und schleifen konnten. Die Brille hat ihr

Aussehen immer wieder verändert. Die

ersten Fassungen waren noch aus Rinderknochen,

Holz oder Leder gefertigt,

später verwendete man auch kostbare

Materialien wie Gold, Silber oder Schildpatt.

Es gab Nietbrillen, Bügelbrillen, das

Monokel und den Zwicker oder Kneifer,

der einfach auf der Nase festgekniffen

wurde. Handwerker nutzten die Fadenbrille,

ein Gestell, das mit Hilfe von

Fäden hinter den Ohren befestigt wurde.

So hatte man beide Hände für die Arbeit

frei. Die erste Ohrenbrille mit beweglichen

seitlichen Bügeln – so wie wir sie

heute kennen - entstand erst Anfang des

18. Jahrhunderts. | Margret Baumann

Bilder © Museum Industriekultur Osnabrück

Bilder © Stadt Osnabrück // Spaghetti © magdal3na // Solar oben © electriceye // Solar unten © wichientep; fotolai.de

kann die Sonne kochen?

Hausbesitzer = Energieproduzent. Diese Rechnung geht für immer mehr Osnabrücker auf - zumal

sich die Kraft der Sonne nun auch noch flexibel speichern lässt. Öffentliche Einrichtungen setzen

ebenfalls verstärkt auf Solarenergie. So produziert die Städtische Kindertagesstätte Lüstringen

fast die Hälfte ihres Strombedarfs durch die hauseigene Photovoltaikanlage.

Wer auf Solarenergie setzt, kann die technischen

Details getrost den Fachleuten

überlassen. Denn die Stadtwerke Osnabrück

übernehmen gegen eine konstante

Monatsgebühr nicht nur den Einbau,

sondern auch die Betriebsführung und

Wartung der Anlagen. Das gleiche Komplettangebot

gilt für die Speichergeräte, die

seit kurzem auf dem Markt sind. Sie sorgen

dafür, dass Strom, der gerade nicht gebraucht

wird und sonst in das allgemeine

Netz eingespeist würde, zu einem späteren

Zeitpunkt genutzt werden kann. „Durch

die EEG-Umlage war es vor einigen Jahren

noch lukrativ, Strom, der nicht selbst gebraucht

wurde, weiterzuleiten. Für neuere

Anlagen lohnt sich das nicht mehr, weil die

Vergütung dafür sehr gering ist“, erklärt

Sven Kiesow, Energiedienstleistungs-Experte

bei den Stadtwerken. Außerdem

hätten Haushalte nun die Möglichkeit, bis

zu 80% ihres Strombedarfs selbst zu produzieren.

Das Beispiel der Kita in Lüstringen, die in

zwei Gebäuden rund 120 Kinder betreut,

zeigt, wie Photovoltaikanlage und Stromspeicher

an einem schönen Sommertag

zusammenarbeiten:

Energie-Tagesprotokoll Kita Lüstringen

07.00 Uhr: Für heißes Wasser wird erstmals

Energie verbraucht, kurze Zeit später

scheint die Sonne.

09.30 Uhr: Die Anlage produziert exakt so

viel Strom wie gerade benötigt wird.

10.00 Uhr: Es wird sonnig, der Speicher lädt.

12.00 Uhr: Mittagessen. Es gibt Spaghetti.

Um 500 Gramm zu kochen, wird eine Kilowattstunde

gebraucht.

13.00 Uhr: Hände waschen! Auch der

Elektro-Durchlauferhitzer benötigt Strom.

14.00 Uhr: Die Kinder schlafen, die Sonne

scheint weiter. Der Speicher lädt wieder.

16.30 Uhr: Der Speicher ist voll.

17.00 Uhr: Die Reinigung steht an. Für

das heiße Wasser wird noch einmal Energie

benötigt.

18.00 Uhr: Feierabend! Der Speicher sorgt

fast die gesamte Nacht dafür, dass Kühlschrank,

Lüftung, EDV und Außenbeleuchtung

nicht der Strom ausgeht.

Die beiden Kita-Gebäude in Lüstringen

verbrauchen rund 15.000 Kilowattstunden

im Jahr, 48% werden durch die selbst

erzeugte Solarenergie gedeckt. Mit einer

einzigen Kilowattstunde könnten die Mitarbeiter

500 Gramm Spaghetti kochen. Im

Jahr käme man so (7.200 x 500 Gramm)

auf stattliche 3.600 Kilo. Mit der erzeugten

Strommenge könnte man aber auch

957.600 Scheiben Brot toasten oder 7.200

Hefekuchen backen. | Redaktion

WISSEN KOMPAKT

WER WIRD SEIN EIGENER

ENERGIEPRODUZENT?

Für wen lohnt sich eine Photovoltaikanlage

und/oder Stromspeicher

und wie viel kostet es

am Ende? Antworten gibt es

nach wenigen Klicks auf den

Internetseiten

www.swo.de/solarkomplett

oder

www.swo.de/solarspeicher

16

Photovoltaikanlage auf dem Dach

der Kita in Osnabrück-Lüstringen

17


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie vermarktet man gute Ideen?

„VIELES HABEN GRÜNDERPERSÖNLICHKEITEN IM KOPF, OFTMALS SIND ABER DIE GEDANKEN UNSORTIERT UND MANCH-

MAL SOGAR WIDERSPRÜCHLICH“, SAGT REINHARD HOFFMANN VOM GRÜNDUNGSSERVICE DER OSNABRÜCKER HOCH-

SCHULEN. EINE HERVORRAGENDE MÖGLICHKEIT, SEINEN GRÜNDUNGSGEDANKEN EINE STRUKTUR ZU GEBEN UND SICH

AUF DIE SCHLÜSSELFAKTOREN ZU KONZENTRIEREN, BIETET DIE METHODE BUSINESS MODEL CANVAS (BMC).

Der BMC fordert die Gründer auf, marktund

nicht nur produktorientiert zu denken.

Gleichzeitig öffnet dieser Ansatz

den Blick auf Einnahmequellen und die

Kostenstrukturen. Im Mittelpunkt dieses

Ansatzes steht die Geschäftslogik,

deshalb werden zunächs die folgenden

neun Schlüsselfaktoren dargestellt:

Wertangebote, Kundensegmente, Kanäle,

Kundenbeziehungen, Einnahmequellen,

Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten,

Schlüsselpartner und Kostenstruktur.

Für eine

übersichtliche Gestaltung

des Geschäftsmodells

benötigt man

ein weiteres Blatt Papier

und zeichnet darauf die Felder mit den

Schlüsselfaktoren ein. Anschließend notiert

man auf Klebezetteln, die später eventuell

getauscht werden können, die wichtigsten

Kernaussagen in Stichworten und

klebt sie in das entsprechende Feld. In Diskussionen,

am besten in einem interdisziplinären

Team, werden die Inhalte immer

wieder reflektiert. Die neuen Erkenntnisse

führen dazu, dass andere oder ergänzende

Kerninhalte das Geschäftsmodell optimieren.

Bei der Erarbeitung eines Geschäftsmodells

wird die Gründungsidee

auf Marktakzeptanz überprüft. Hierbei

geht es um die Beantwortung der Frage,

ob ein Kundenproblem gelöst oder ein

Kundenbedürfnis erfüllt werden kann.

18

Was ist innovativ, welche zusätzlichen

Merkmale und Eigenschaften kann das

Produkt / die Dienstleistung dem Markt

bieten? Gibt es Möglichkeiten, sich bei

vergleichbaren Angeboten im Service vom

Wettbewerb abzuheben? Wer genau gehört

zur Zielgruppe oder ist Anwender?

Gleichzeitig wendet das Geschäftsmodell

auch den Blick ins Unternehmen. Welche

Aktivitäten bringen dem Unternehmen

Erfolg und welche Ressourcen sind an Zeit,

Geld, Wissen und Ausstattung notwendig,

damit die Schlüsselaktivitäten durchgeführt

werden können? Durch die visuelle

Darstellung erkennt man, ob Schlüsselpartner

benötigt werden, wenn Zeit, Geld

oder Wissen fehlt.

Kontakt

Anforderungen oder Probleme von

Kunden müssen am Ende so lange diskutiert

werden, bis eine wettbewerbsüberlegene

und kundenorientierte Lösung

gefunden ist, die auch vermarktet werden

kann. | Redaktion

Mehr Infos unter:

www.wtt-os.de/gruendungsservice

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH

Albert-Einstein-Straße 1

49076 Osnabrück

fon +49 541 202 80 - 0

info@innovationscentrum-osnabrueck.de

www.innovationscentrum-osnabrueck.de

Bilder © Gründungsservice der Osnabrücker Hochschulen //

Glühlampe oben © Delux, fotolia.de

Das Karrieremagazin für Osnabrück Stadt & Land | Juni bis August 2017 | N o 01 www.job-insider.de

Titelfoto © Carolin Stangenberg

Gute Aussichten:

Job-Boom

in Osnabrück!

Im Fokus:

Coworking

in Osnabrück

Gehalts-Check:

Maschinenbauer

und Müllwerker

Soft Skills:

Fachwissen alleine

reicht nicht aus

neu &

gratis!

#YEAH

Wir sind bester Arbeitgeber Deutschlands

* In der Größenkateg

Wieso, weshalb, warum erfährst Du unter www.dein-job-ist-top.d


AUSBILDUNG & KARRIERE

Das selbst hergestellte Papier

der Schülerinnen und Schüler

Für kleine Entdecker

Im Stadtwerke Wimmelbuch streifen Amelie, Paul und ihre

Freunde durch Osnabrück. Das Buch ist erhältlich im

Servicezentrum am Nikolaiort 3/4 und im Mobilitätszentrum

am Neumarkt 10. Kaufpreis: 12 Euro. Davon gehen 2 Euro

Spende an soziale Projekte für Kinder in Osnabrück.

www.stadtwerke-osnabrueck.de/wimmelbuch

Bilder © Carina Sander, SFZ Osnabrück // Kolben © sirastock; fotolia.de

Wo findet Chemie im Alltag statt?

Mit dieser und anderen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler im Angebot „Lust

auf Chemie“ des Schüler-Forschungs-Zentrums (SFZ) Osnabrück im Chemieraum des Gymnasiums

Oesede. Durch den Kurs des SFZ hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit

praxisnah zu forschen, zu experimentieren und selbstständig zu arbeiten. Dabei beschäftigten

sie sich mit einem breiten Themenspektrum und forschten unter anderem an Lebensmitteln,

Hygieneartikeln und Energien.

Wie wird Papier hergestellt?

Auch in der heutigen digitalen Welt lässt

sich Papier nicht wegdenken. Doch wie

wird es überhaupt hergestellt? Um dies zu

erfahren, stellten die Schülerinnen und

Schüler aus Altpapier eigenes Papier her.

Die Papiermasse wurde aus kleinen Stückchen

Zeitungspapier, Wasser und farbigen

Servietten zusammengemischt und solange

püriert bis eine geeignete Suspension

entstand. Aus dieser sogenannten Pulpe

schöpften die Schülerinnen und Schüler

mit einem Schöpfsieb Papier- das erforderte

etwas Geschick und Übung.

Das selbst hergestellte Papier

untersuchten die Schüler anschließend

in verschiedenen

chemischen Experimenten.

So wurden die Brennbarkeit

und der Aschegehalt von verschiedenen

Papieren analysiert

und Versuche zum

Deinking durchgeführt,

also zum Entfernen der

Druckfarben. Bei einer

Exkursion zur Felix

Schoeller Group in

Osnabrück lernten die Schülerinnen und

Schüler die industrielle Papierherstellung

kennen. Die Schritte der Papierherstellung

laufen grundsätzlich genauso ab: Zunächst

wird in großen Tanks der Zellstoffbrei

angemischt, dieser wird dann aber nicht

wie im manuellen Verfahren in einzelnen

Bögen geschöpft, sondern in einer sehr

großen Papiermaschine mit verschiedenen

Walzen in eine endlose Papierbahn

verarbeitet.

Wie baut man eine Grätzelzelle?

Erneuerbare Energien sind ein wichtiges

Thema mit dem sich auch die Schülerinnen

und Schüler des Kurses „Lust auf

Chemie“ beschäftigten. Dazu bauten sie

eine eigene Solarzelle, die sogenannte

Grätzelzelle. Mit dieser wird nicht wie bei

normalen Solarzellen mithilfe von Silizium

Strom erzeugt, sondern auf der Basis

von Farbstoffen. Somit orientiert sich die

Funktionsweise der Grätzelzelle an der

Photosynthese: Der Farbstoff absorbiert

das Licht, es werden Elektronen freigesetzt,

die über einen Elektrolyten zur

Anode geleitet werden. Die Grätzelzel-

len lassen sich zwar vergleichsweise einfach

herstellen – die Schüler arbeiteten

mit Anthocyanen aus Hibiskustee - und

sind preiswerter als Siliziumzellen, allerdings

ist ihr Wirkungsgrad noch geringer

und sie sind nicht auf lange Zeit stabil.

| Carina Sander

21


LEBEN & GESELLSCHAFT

LEBEN & GESELLSCHAFT

Was sind unsere Thesen heute?

Vor 500 Jahren waren Martin Luthers 95 Thesen der Auftakt für

eine fundamentale Veränderung von Kirche und Gesellschaft.

Doch welche Erneuerung brauchen wir heute? „Osnabrücker

Wissen“ hat einen Blick auf die Thesen geworfen, die Bürgerinnen

und Bürger unter www.2017osnabrueck.de formuliert haben.

THESEN

„Wir müssen in der globalisierten Welt

auf den solidarischen Zusammenhalt der

Gesellschaft und die Würde des Einzelnen

achten. Dies prägt auch unser Miteinander

in der Friedensstadt.“ (Wolfgang Griesert,

Oberbürgermeister Osnabrück)

„Leben ist kompliziert. Viele folgen simp-

Wer hat mitgemacht?

Unter den Autoren dieser neuen Thesen

waren sowohl Einzelpersonen als auch

Schulklassen und ein Seniorenkreis.

Insgesamt sind 92 Thesen entstanden,

von denen der Großteil von Lehrern, Professoren

und Wissenschaftlern (24,4%)

sowie Pastoren, Priestern und sonstigen

Angestellten der Kirche (19,8%) verfasst

wurden. Außerdem beteiligten sich 12

SchülerInnen und Studierende an der

Umfrage. Die höchste Beteiligungsrate

war unter den 50-59-Jährigen (32,9% der

Teilnehmer) und Menschen im Rentenalter

(20,7% der Teilnehmer) zu finden.

Repräsentativ für die

Osnabrücker Gesellschaft

sind die Thesen

damit nicht. Trotzdem

geben sie einen

Eindruck davon, was

Menschen heute von

Kirche erwarten.

Was sind die

Hauptthemen?

Auffällig oft ist die

Rede von Liebe,

Nächstenliebe, Offenheit

und Toleranz. Dass diese Forderung

nicht völlig neu ist, verdeutlicht

die These von Tosho Todorovic, dem

bekannten Osnabrücker Musiker: „Meine

These ist alt, uralt sogar. Aber sie gilt

immer noch: Liebe deinenNächsten wie

dich selbst!“ Ähnlich drückt es eine junge

Studentin aus: „Eine Zukunft, in der wir

Hand in Hand gehen, … das wünsche ich

mir.” In den Thesen wird allerdings auch

deutlich, dass die Kirchen selbst in ihren

eigenen Institutionen Vorreiter in Sachen

Offenheit, Toleranz und Nächstenliebe

sein sollen. Außerdem fordern die Einsender,

dass sich die Kirchen ihrem eigenen

Profil und ihrer Grundlage bewusst

sein und diese in den gesellschaftlichen

Dialog einbringen sollen. So heißt es zum

Beispiel: „Die Kirche hat Zukunft, weil

ihr Zentrum Jesus Christus ist. Dieses

Zentrum hat sie in zeitgemäßer Sprache

und Form zu verkündigen und in Taten

der Liebe zu leben.“

Welche konkreten Veränderungsvorschläge

gibt es?

Neben den o.g. Hauptthemen werden

auch politische Forderungen laut, wie

etwa die nach einem Grundrecht auf

sauberes Trinkwasser oder nach Rahmenbedingungen,

die dafür sorgen, dass

alle Menschen Kirche und Gesellschaft

aktiv mitgestalten können. Auch die Abschaffung

der Kirchensteuer wird vereinzelt

gefordert - zugunsten einer Kultursteuer

für soziale und kulturelle

Einrichtungen. | Eike Eifler / Tom Herter

len Antworten, auch wenn diese sachlich

falsch sind. Wir haben aber die Pflicht,

uns der komplexen Welt zu stellen, egal

wie schwer es ist.“ (Urs von Wulfen, Social

Media Redakteur)

„Nach 500 Jahren einer leidvollen Spaltung

und eines neuen Miteinanders gehen wir gemeinsam

dem Glauben auf den Grund, der

Jesus Christus ist. Wir sind in der Wurzel

geeint!“ (Bischof Dr. Franz-Josef Bode)

„Um Gottes Willen den Menschen achten.

Um des Menschen Willen Gott achten.”

(Dr. Birgit Klostermeier, Landessuperintendentin

im Sprengel Osnabrück)

WISSEN KOMPAKT

FOTO-WETTBEWERB:

FOTOSINDTHESEN

Auf www.2017osnabrueck.de

wurden Thesen gesucht, nun

kommen Fotos hinzu. Bei dem

Wettbewerb geht es um Motive

zu ausgewählten Thesen, die in

einerOnline-Galerie erscheinen.

Die 12 beliebtesten gibt es später

als Kartenset. Informationen

und Teilnahmebedingungen ab

Anfang Juni auf:

www.2017osnabruck.de/

Thesen/Fotowettbewerb

Einsendeschluss ist der

30.09.2017.

Bilder © Brigitte Neuhaus // Pergamentrolle © cookamoto, fotolia.de

Bilder © Angela von Brill

Was hat PLAYMOBIL im

Diözesanmuseum zu suchen?

Dass man durch Spielen lernt, ist keine neue Weisheit, erst recht nicht im Museum. Als außerschulische Lernorte

sind Museen gefordert, auf ungewöhnliche Methoden zurückzugreifen und Dinge anschaulich zu machen. Das

Diözesanmuseum Osnabrück unternimmt derzeit einen spannenden Versuch mit 7,5 cm großen Plastikfiguren,

die schon so manche Kindheit versüßt haben.

Mit „Mit Karl dem Großen durch die

Zeit. PLAYMOBIL erzählt Geschichte(n)“

ist im Haus am Dom erstmals

eine Ausstellung zu sehen, die

sich explizit an junge Besucher

richtet. Mit Hilfe der

kleinen Figuren, die

direkt in den Vitrinen

den hauseigenen

Exponaten

zugeordnet

werden,

wird Geschichte anschaulich

– und macht auch noch

richtig Spaß. PLAYMO-

BIL liefert wegen des hohen

Realitätsbezugs der Figuren

und Objekte die besten Voraussetzungen.

Zum Sortiment gehören eine

Kirche (samt Brautpaar), Noahs Arche

und die Weihnachtskrippe. Im Diözesanmuseum

begrüßt gleich zu Beginn ein

König die Besucher und führt sie

ein in das Geschehen rund um die

Bistumsgründung durch Karl den

Großen. Ein Nonnenkonvent zeigt

Klosterkultur im Osnabrücker Raum

und der Heilige Martin begleitet die

Skulpturen des Osnabrücker Meisters und

zeigt, dass Heiligenverehrung gar nicht so

gestrig ist wie angenommen.

Wie gefällt

PLAYMOBIL die Idee?

Das Konzept stammt aus dem Domschatz

Essen, wo schon zwei Mal rund um Weihnachten

eine PLAYMOBIL-Ausstellung

gezeigt wurde. Das Diözesanmuseum

Osnabrück griff die Idee auf und übersetzte

sie für das eigene Haus. Entstanden

ist eine Zeitreise durch 12 Jahrhunderte,

die augenzwinkernd die Geschichte

des Bistums und religiöses Grundwissen

vermittelt. Natürlich muss PLAYMOBIL

sein Einverständnis für eine solche Ausstellung

geben. Besonders wichtig ist den

Zirndorfern, dass die Figuren aus dem

Bestand nicht verändert werden, denn

Kinder sollen diese wiedererkennen können.

Das ist den Osnabrückern gelungen

und mehr noch: Für das Begleitheft, das

zur Ausstellung erschienen ist (4 €), gab es

sogar ein besonderes Kompliment: Man

habe richtig viel über Osnabrück gelernt!

| Jessica Löscher

WISSEN KOMPAKT

AUSSTELLUNG

Die Ausstellung „Mit Karl dem

Großen durch die Zeit. PLAY-

MOBIL erzählt Geschichte(n)“ ist

noch bis zum 6. August 2017

zu sehen.

22


LEBEN & GESELLSCHAFT

Persönlichkeits-Ratgeber | Teil 3

Wie überwinde ich meinen

inneren Schweinehund?

Oder: Gibt es vielleicht einen leichteren Weg zur Veränderung?

Leider NEIN! Das will Ihnen die Werbung zwar gerne vermitteln, aber um auf Dauer etwas zu

verändern, braucht es gutes Training über einen längeren Zeitraum. Wenn das Training aber zur

neuen Gewohnheit geworden ist, geht es fast von allein.

· Eröffnung

September 2017

· Jetzt Mitglied

werden!

Also, was können wir tun?

Haben Sie schon einmal ein Kind beim

Laufen lernen beobachtet? Aufstehen, hinfallen,

aufstehen, hinfallen, aufstehen, erster

Schritt mit Hilfe, mehrere Schritte mit

Hilfe, erste Schritte alleine usw.

Was lernen wir daraus?

1. Loslegen. 2. Hilfe in Anspruch nehmen.

3. Regelmäßig üben. 4. Nicht aufgeben!

Wenn wir etwas wirklich wollen, sind wir

bereit für das Ergebnis zu kämpfen und

wagen den ersten Schritt. Allerdings gibt

es ein Problem - wir haben immer weniger

Zeit - deshalb ist es gut zu wissen, wie wir

effektiv trainieren, um in kurzer Zeit einen

möglichst großen Effekt zu erzielen.

Wie sieht effektives

Training aus?

Beim Sport spüren wir es, wenn der Muskel

anfängt weh zu tun. In Ihrem Leben

ist das genauso. Wenn es unbequem wird,

fängt das Training an.

Beispiel: Sie sitzen im Auto und vor Ihnen

staut sich der Verkehr, der Fahrer hinter

Ihnen fährt fast auf und drängelt, obwohl

Sie nirgends hinkönnen. Sie fluchen! Für

Sie ist es bequem den Anderen für Ihre

schlechte Laune die Schuld zu geben. Aber

ist das so? Zwingt Sie jemand dazu? Nein!

Also aus Ihrer Komfortzone zu gehen bedeutet

VERÄNDERUNG.

Eine Alternative wäre: „Ich bin dankbar,

dass ich früh genug bremsen konnte.

24

Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert.

Der Fahrer hinter mir scheint es sehr eilig

zu haben, gut das ich nicht so gestresst

bin.“

Wichtig ist - der unbedingte Wille zur

Veränderung. Mit der Priorität steigt auch

Ihre Einsatzbereitschaft.

Wenn Sie schon einen Schlaganfall oder

Herzinfarkt hatten, werden Sie sich viel

stärker anstrengen ruhig zu bleiben, bei

Bluthochdruck vielleicht etwas und wenn

Sie sonst gechillt sind, dann ist das für Sie

unwichtig.

Deshalb: Erst wenn der Wille groß genug

ist, werden Sie etwas ändern!

Wie starte ich richtig?

- Legen Sie Ihr Ziel fest!

- Kommen Sie aus Ihrer Komfortzone!

- Trainieren Sie regelmäßig!

- Überfordern Sie sich nicht!

Wir wachsen nicht während des Trainings,

sondern in der Erholungsphase über uns

hinaus.

Aber, wie vieles im Leben ist das leichter

gesagt als getan und wie beim Laufen lernen,

ist es oft gerade am Anfang wichtig,

sich Unterstützung zu suchen. Das kann

ein Freund sein, ein Trainer, ein Vorbild,

ein Arzt, je nachdem was Sie verändern

möchten. Deshalb suchen Sie sich die richtige

Unterstützung. Ihre Intuition wird Sie

leiten, da bin ich mir sicher.

Wenn Sie Lust haben, tiefer in diese

Thematik einzusteigen, besuchen Sie

meinen Vortrag auf der „Redner-Nacht“

am 17. Oktober 2017 in Osnabrück

(Scharfe Hegge 35). Preis: 49,- Euro pro

Person, Anmeldung einfach unter:

www.facebook.com/y.loggen.

Herzlichst, Ihre

Yvonne Loggen

Quid agis* GmbH

Scharfe Hegge 35 · 49086 Osnabrück

E-Mail: info@quid-agis.de

Telefon: 05 41 / 58 05 78-10

www.danielabensaid.com

Schweinehund Grafik © obbecomics.de, fotolia.de // Bilder Loggen © Yvonne Loggem

Wir verlosen

3x 1 Ticket

im Wert von je

49,- € für die

Redner-Nacht

am 13. Oktober 2017.

Mehr beim Gewinnspiel

auf Seite 51.

Quid agis* Akademie

Der Beitrag von Yvonne Loggen setzt unsere

Kooperation mit der Quid agis-Akademie fort.

Loggen ist Expertin für Motivation, Teamentwicklung,

Verkauf und Selbstfindung. Als

ehemalige Tänzerin und Fitnessclubbesitzerin

zeigt sie Wege auf, wie Sie mit Hilfe des

richtigen Trainings durch Ihr Leben tanzen.

25

Vorverkauf

läuft!

Unschlagbar günstig ab:

18,99 €

im Monat (Gültig bis: 30.08.2017)

Berghoffstraße 7 • 49090 Osnabrück

Telefon: 05 41.7500 7600

www.the-gym-os.de


MOMENTAUFNAHMEN

Wie lange lädt

ein E-Kart?

Keine Abgase, kein Benzingeruch,

kein Motorenlärm: Im Nettedrom,

das unser Fotograf Oliver Schratz hier

in Szene gesetzt hat, sind Autorennen

grün. Dabei entspricht die Ladezeit

der Elektro-Karts exakt der Fahrtdauer.

War ein Wagen zehn Minuten

unterwegs, wird er in zehn Minuten

wieder aufgeladen. Und auch dieser

Prozess ist umweltfreundlich, denn 70

% des benötigten Stroms wird durch

die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach

der Halle produziert.

Im Nettedrom gibt es insgesamt 30

E-Karts (+ 1 TwinKart). 15 können auf

der Strecke gleichzeitig genutzt werden,

sodass immer ein kompletter Fahrzug

zur Verfügung steht. | Redaktion

Foto © Blendeneffekte.de,

Oliver Schratz

27


HINTER DEN KULISSEN

Handarbeit in der Snackproduktion

Wo entspannen Brötchen

vor dem Frühstück?

Frisches Brot und Brötchen von früh morgens bis spät abends sind für uns zur Selbstverständlichkeit

geworden. Knusprig und lecker müssen sie sein – egal ob zum Frühstück, zum

mittäglichen Snack oder zum Feierabend. Welche Arbeit und Logistik jedoch notwendig ist, um

die Wünsche der hungrigen Kunden zu erfüllen, ist den meisten nicht bewusst. „Osnabrücker

Wissen“ durfte jetzt hinter die Kulissen der Bäckerei Brinkhege blicken.

Wohin führt Heikes Powerrutsche?

Um 21.00 Uhr ist Beginn der Nachtschicht bei Brinkhege in Bissendorf.

Wer mit hektischem Treiben in der Backstube des 1929

von Theodor Brinkhege in einem Keller in Borgloh gegründeten

Familienbetriebs gerechnet hat, sieht sich getäuscht. In aller

Ruhe gehen die etwa 40 Mitarbeiter ihren Tätigkeiten

nach. Sie lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen,

als wir über „Heikes Powerrutsche“ aus dem

ersten Stock in die Backstube gelangen. Eine Idee

der Geschäftsführerin

Heike

Brinkhege. Auch

für Kinder, die

zu Führungen

in die Bäckerei

kommen, ist sie

ein absolutes

Highlight.

Team eines Brinkege Fachgeschäftes

Wie wird das Brot in Form gebracht?

Mit dem Hebekipper wird der Brotteig in den Trichter der

Brotanlage transportiert. Der Portionierer teilt den Brotteig in

die gewünschte Stückgröße. Diese Teigstücke werden über das

Förderband in den Kegelrundwirker verbracht. Durch die Schneckenform

wird der Brotteig rundgewirkt und fällt anschließend

in die gewünschten Saaten bzw. Mehl oder direkt auf ein bemehltes

Blech. Ein Mitarbeiter legt die Teigstücke in Brotformen oder

Brotkästen. Bevor die Brote ihren Weg in den Backofen antreten

entspannen sie im Garschrank.

Welcher Klaus hat 12 Etagen?

„Klaus“ heißt der haushohe Etagen-Backofen mit 12 völlig

unabhängig voneinander zu beheizenden Backetagen. Über

einen Lader wird das Backgut zur gewünschten Etage hochgefahren,

hinein geschoben und nach dem Backen auch wieder

heraus- und runtergeholt. Fast alle Maschinen und Räumlichkeiten

sind mit Namen versehen und erinnern an Mitglieder

und Mitarbeiter der Familie Brinkhege. So übernahm Klaus die

Team Foto; Schweineohren; Brötchen; Portrait Heike Brinkhege © Brinkhege // Backofen, Kuchen herstellung © Stephn Buchholz,

Tafel Hintergrund © Stillfx // Mehl © dule964 // Kürbiskerne © womue, fotolia.de

Bäckerei 1968 in zweiter Generation und

baute sie mit seiner Frau Marianne bis zu

seinem plötzlichen Tod 1993 kontinuierlich

aus.

Was wird nachts produziert?

Neben einer umfangreichen Palette unterschiedlichster

Brot- und Brötchensorten

wie Brinkis, Kürbiskernbrötchen, Gartenzwergen,

Bauernstuten, Kornkanten,

Mühlenbrote etc. werden hier auch Torten,

Kuchen und Snacks produziert. Sowohl

Konditorei als auch Snackabteilung verfügen

über jeweils eigene Lager- und Kühlräume

und wickeln ihre Rohstoffbestellung

und Abrechnung separat ab. Die

unterschiedlichen Abläufe in den

verschiedenen Abteilungen

erfordern es,

diese räumlich und

auch organisatorisch

zu trennen.

Was geht

nicht von Hand?

Wenn auch viele Arbeitsschritte immer

noch per Hand erfolgen, ist eine Bäckerei

dieser Größenordnung ohne den Einsatz

von Technik gar nicht denkbar. Die technischen

Hilfen reichen von Förderbändern,

Knetbehältern, Kühlräumen bis hin zu einer

Computersoftware, die beispielsweise

die jeweiligen Rohstoff- und Teigmengen

berechnet. Besonderer Hingucker ist eine

Schokoraspelmaschine, die einen großen

Kuvertüreblock zu hauchdünnen Raspeln

verarbeitet. Per Hand sei das sehr anstrengende

Arbeit, erklärt Kreke. Stolz weist er

zudem auf die elektronische Waage unter

den drei Mehlsilos hin. Damit kann der

jeweilige Inhalt bis aufs Gramm genau

Im Etagen-Backofen „Klaus“ landen nicht nur Brote ...

angezeigt werden. Kreke kann sich noch

an die frü-

here Arbeit im

eige-

nen Familienbetrieb

erinnern: „Da bin ich mit einem

Gummihammer außen am Silo hoch,

habe dagegen geschlagen und so versucht,

anhand der Klopfgeräusche, die Mehlmenge

im Inneren zu schätzen“.

Was machen Brinkis nachts?

Sie ruhen – und das ist für ihre Qualität

ganz entscheidend. „Wir praktizieren Slow

Baking“, betont Kreke. Etwa 24 Stunden

vor ihrem Auftritt in einer der 42 Brinkhege-Fachgeschäfte

entstehen bereits

die Teiglinge. Nach dem Aufenthalt

in einem warmen Gärschrank

können sie sich in Gesellschaft

vieler anderer

Brötchen im

Kühlraum bei etwa

12 Grad entspannen.

Vor dem Transport

werden sie weiter

herunter gekühlt, damit sie den Transport

in die einzelnen Geschäfte unbeschadet

überstehen. Mit Hilfe einer Schablone können

die Mitarbeiter in den Fachgeschäften

erkennen, wann ein Brötchenteigling reif

für den Backofen ist.

Wann wird in

der Bäckerei gearbeitet?

„Es wird 22 Stunden pro Tag produziert –

und das an 7 Tagen in der Woche“, stellt

Kreke klar. Um 3.30 Uhr verlässt die erste

Auslieferungstour den Firmensitz und um

ca. 5.30 Uhr startet die zweite Tour, um die

Geschäfte mit Backwaren zu bestücken.

In der Produktion haben die Mitarbeiter

die Wahl zwischen Tag- und

Nachtschicht.

... sondern auch Kuchen wird hier gebacken.

Osnabrücker Wissen ist ab sofort Ausgabe

für Ausgabe nun auch in vielen Brinkhege-

Fachgeschäften kostenlos zu haben!

Wechselschichten gibt es aber aus gesundheitlichen

Gründen nicht. So haben

Brinkheges Mitarbeiter die Möglickeit,

Beruf und Familien zu vereinbaren.

Viele Mitarbeiter blicken auf eine lange

Betriebszugehörigkeit zurück, erzählt uns

Kreke. Er selber kann sich andere Arbeitszeiten

überhaupt nicht vorstellen.

| Yörn Kreib

Weiter geht´s in der nächsten Ausgabe!

Auch zukünftig werfen wir spannende

Blicke hinter die Kulissen der Bäckerei

Brinkhege. Freuen Sie sich auf den nächsten

Teil (erscheint ab Oktober 2017) in dem es

um das Thema Nachhaltigkeit gehen wird.

Bäckerei Brinkhege GmbH & Co. KG

Mindener Straße 8 | 49143 Bissendorf

Tel.: 05402 - 608090 | Fax: -18

E-Mail: info@brinki.de | www.brinki.de

Namenspatronin der „Powerröhre“ am Eingang der Backstube ist

auf Wunsch der Mitarbeiter/innen Geschäftsführerin Heike Brinkhege

29


STADT- & LANDGESCHICHTEN

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Orte in Stadt und Land (11)

Was geschah im Riemsloher Wald?

Einen Drachen erschlug der Held Dietrich bei Riemsloh. So steht es in einer altnordischen Sage.

Ein Ort namens Rimeslo wurde 1160 erstmals urkundlich erwähnt. Wie mag er zu seinem Namen

gekommen sein?

Bereits Ende der letzten Eiszeit sollen die

ersten Menschen auf dem heutigen Gebiet

von Riemsloh gelebt und gejagt haben. Archäologische

Grabungen legen nahe, dass

es sich um die Ahrensburger Rentierjäger

handelte. Sie lebten in kleinen Gruppen

und hatten noch keine festen Siedlungen.

Nordöstlich des heutigen Dorfes zeugen

mächtige Erdwälle noch immer davon,

dass Menschen eine natürliche Anhöhe

befestigt haben. Dort soll im Mittelalter

die Hünenburg ihren Platz gehabt haben.

Sie lag an der „via regia“, der Handelsstraße

von Herford nach Osnabrück. Heute

steht der Name Hünenburg für eine Kinder-

und Jugendhilfeeinrichtung, deren

Gebäude nur hundert Meter von der Anhöhe

entfernt stehen.

Wer nach Riemsloh kommt, dem fällt als

erstes die katholische Johanniskirche ins

Auge, die mit der Geschichte des Ortes eng

verbunden ist. Riemsloh war ursprünglich

keine Gemeinde mit eigenem Grund und

Boden. Die beiden Ursiedlungen Döhren

und Krukum grenzten aneinander. In der

Mitte lag Rimeslo mit einer Eigenkirche.

Die Menschen dort wussten oft nicht, ob

sie nun zu Krukum oder Döhren gehörten.

Bis heute gibt es verschiedene Sagen und

Erzählungen rund um den Riemsloher

Wald. In der anfangs erwähnten nordischen

Islandsaga wird „rimi-loh“ mit dem

Riemsloher Wald gleichgesetzt. Mit Blick

auf die heidnische Vergangenheit sei „rimi-loh“

ein den Göttern geweihter Hain

gewesen. So schrieb es der Meller Heimatschriftsteller

Wilhelm Fredemann. Nach

Meinung der Sprachwissenschaftlerin

Kirsten Casemir lässt sich dieser Zusammenhang

jedoch nicht belegen.

In der Meller Chronik gibt der Historiker

Ernst Förstemann den Hinweis auf „rim

des Elsetales“, was soviel wie der Rand

oder die Grenze zum Elsefluss bedeutet.

Da Melle im Elsetal liegt, wäre hier immerhin

ein Bezug festzustellen.

Günther Wrede, der ehemalige Staatsarchivdirektor

von Osnabrück, liefert eine

weitere Theorie für die Entstehung des

Ortsnamens: „Rimeslo“ wird bereits 1160

genannt. 1277 taucht die Bezeichnung

„Sutrimeslo“ auf. Wobei „sut“ anzeigt,

dass es sich hierbei um eine südliche Lage

handelt. 1312 wird die Ortsbezeichnung

„Westrimeslo“ verwendet. Auch hierbei ist

die Angabe der Himmelsrichtung offensichtlich.

Beide Namen verwendet Wrede

später gleichbedeutend für Döhren und

Westendorf im heutigen Stadtgebiet

von Melle. Da Döhren südlich vom

jetzigen Riemsloh und Westendorf westlich

davon liegt, besteht hier ein realistischer

Bezug.

Der endgültige Name entstand aber erst

nahezu 500 Jahre später. Aus „Rymesloe“

(1442), „Rimeßlo“ (1593) und „Rimschloh“

(1718) wurde schließlich „Riemsloh“

(1808)

Sicher ist, dass das Grundwort „loh“ auf

eine Hecke oder einen Wald hindeutet.

Noch heute liegt Riemsloh in einem zusammenhängenden

Waldgebiet. Das „s“

am Ende der ersten Silbe weist auf eine

Genitivform hin. Daher kann man für

das Bestimmungswort „riem“ von einem

Personennamen ausgehen. In den Besitzbüchern

des Klosters Corvey taucht tatsächlich

ein Mann mit dem Namen Rim

auf. Es spricht daher einiges dafür, dass

die noch heute gebräuchliche Schreibweise

Riemsloh auf ihn oder einen Namensvetter

zurückgeht. Leider wissen

wir nicht, mit welcher segensreichen Tat

er sich um den Ort verdient gemacht hat.

| Ebba Ehrnsberger

Bilder © Ebba Ehrnsberger

Warum dauert Restaurieren so lange?

Seit Beginn der Archäologischen Forschungen in Kalkriese werden bei Feldbegehungen und

Ausgrabungen immer wieder neue Funde geborgen. Erst im März wurden bei einer Prospektion

219 römische Silbermünzen entdeckt.

Im Laufe der Jahrhunderte gelangte

alles Mögliche in den Boden. Da sind zum

einen die bekannten Hinterlassenschaften

der Varusschlacht, wie die Maske eines

Reiterhelmes, aber auch eine große Anzahl

neuzeitlicher Münzen, Schnallen, Knöpfe

und nicht zuletzt Schrott. In dem um Kalkriese

vorkommenden sandigen Boden

erhalten sich vor allem Metalle wie Eisen,

Kupferlegierungen, Silber und Gold. Aber

auch Glas und Keramikscherben überdauern

die Jahrhunderte.

Was passiert nach der

Bergung mit den Objekten?

Restauratoren für Archäologisches Kulturgut

kümmern sich um sämtliche Objekte,

die im Boden gelegen haben. Das

umfasst alle jemals von Menschenhand

hergestellten Dinge. Und es umfasst sämtliche

Werkstoffgruppen aus denen Werkzeuge,

Waffen, Schmuck und

30

31

Bilder © Varusschlacht im Osnabrücker Land

Alltagsgegenstände hergestellt wurden.

Die Lagerung im Boden hat den Objekten

stark zugesetzt: Sie sind zerbrochen,

korrodiert und mit Schmutzschichten

umhüllt. Oft ist auf den ersten Blick nicht

zu erkennen, was unter diesen Schichten

steckt. So erwartet einen manchmal eine

Überraschung wie bei der Restaurierung

der Gesichtsmaske eines römischen Reiterhelms.

Bei Ausgrabungen auf dem Varus-Schlachtfeld

gefunden, glich diese vor

der Freilegung eher einem Fußball aus

Rost. Die Aufgabe der Restauratoren ist

es, Schicht um Schicht die Auflagerungen

abzutragen und die originale Oberfläche

freizulegen. Je nach Erhaltungszustand

nimmt das unterschiedlich viel

Zeit in Anspruch. Die Restaurierung

einer Münze kann beispielsweise einen

Tag oder aber auch bis zu vier Tage dauern

– jedes Objekt braucht seine ganz eigene

Zeit. Die restaurierten Gegenstände

sollen aber nicht aussehen wie

neu, sondern ihre Patina behalten

und uns damit ihre

ganze Geschichte erzählen –

und die Lagerung im Boden

ist Teil dieser Geschichte. Die

« Der Rostklumpen zeigt die Maske

vor der Restaurierung

Restaurierungsarbeit geschieht manuell,

immer mit größter Sorgfalt, um alle Informationen

zu sichern, die das Objekt freigibt.

Dabei kann es sich z. B. um Bearbeitungsspuren

handeln oder um anhaftende

Textilfasern.

Diese Sorgfalt ist nötig, und die Restauratoren

sind sich ihrer Verantwortung

bewusst. Deshalb widmen sie sich, mit

Ruhe und vor allem ganz viel Geduld, den

manchmal tausende Jahre alten Objekten,

um sie und die Informationen, die sie uns

über unsere Vergangenheit liefern, für die

Zukunft zu bewahren. Das dauert eben

manchmal etwas länger... | Christiane Matz

Museum und Park Kalkriese

Venner Str. 69 | 49565 Bramsche

Telefon: 05468 / 92 040

www.kalkriese-varusschlacht.de


«

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Schlagzeilen

des Jahres 1969

9. Mai

Der Deutsche Bundestag verabschiedet zentrale

Bestandteile einer umfassenden Strafrechtsreform.

Ehebruch und Homosexualität sind ab dem

1. September 1969 straffrei, zum 1. April 1970

wird die Zuchthausstrafe abgeschafft.

präsentiert: Osnabrück in den 50er und 60er Jahren

Seit wann wird Osnabrück (nur noch) elektrisch beleuchtet?

Selbst als das Licht ausging, stand das Wirtschaftswunder nicht im Dunkeln. Denn Ersatz für die

letzte Gaslaterne, die am 28. November 1969 gelöscht wurde, gab es längst. Fortan erhellten

8.409 elektrische Leuchten die Straßen Osnabrücks.

Die Monteure der Stadtwerke hatten ihre

Schutzhelme mit einem Trauerflor dekoriert,

um den Abschied von der Gasbeleuchtung

am Liszthof standesgemäß zu

begehen. Tatsächlich endete an diesem

Abend eine Ära, die über 100 Jahre früher

begonnen hatte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die

Osnabrücker der Tran- und Petroleumlampen

überdrüssig und beschlossen den

Bau einer städtischen Gasanstalt. Sie nahm

am 10. Januar 1858 ihren Betrieb auf und

konnte pro Tag bis zu 1.250 m3 produzieren.

Die für die Gaserzeugung benötigte

Kohle sollte ursprünglich vom Piesberg

und aus dem Osnabrücker Land kommen.

Doch die einheimische Kohle war nicht

sehr ergiebig, sodass nach kurzer Zeit

nur noch Kohle aus dem Ruhrgebiet Verwendung

fand. Die nagelneue Straßenbeleuchtung

erfreute sich großer Beliebtheit,

bekam jedoch schnell Konkurrenz. Schon

zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgten

auch elektrische Leuchten für gute Lichtverhältnisse.

Die Gaslaterne konnte sich

trotzdem lange behaupten, auch nachdem

die Versorgung gegen Ende des Zweiten

Weltkriegs vorübergehend zusammengebrochen

war. 1960 gab es in Osnabrück

noch gut 2.600 Gaslaternen, erst dann

begann sich die elektrische Variante, die

mehr Wirtschaftlichkeit und einen höheren

technischen Komfort versprach, immer

mehr durchzusetzen.

Das Ende der Gas-Beleuchtung erzeugte,

trotz des Trauerflors am Helm der Mon-

Bilder Gaslaternen rechts © Stadtwerke Osnabrück // Wohnzimmer © arcona LIVING // Bild Gaslaterne links © pureshot, fotola.de

teure, denn auch bei vielen Zeitgenossen

eher Aufbruchsstimmung

als Abschiedsschmerz. Der Berichterstatter

der „Neuen Osnabrücker

Zeitung“, die zwei Jahre zuvor aus

einer Fusion des „Osnabrücker Tageblatts“

und der „Neuen Tagespost“ entstanden

war, stellte das Ereignis am Liszthof

gar in einen universalen Kontext. „Im

gleichen Jahr, in dem mit der Eroberung des

Mondes ein neues Zeitalter begann, nahm

Osnabrück Abschied von der über 100jährigen

Geschichte seiner Gasleuchten“,

schrieb Hans Wolfgang Kindervater

damals.

Wie leuchtet Osnabrück heute?

Die Stadtwerke- Netztochter SWO Netz

GmbH betreibt im Stadtgebiet mehr als

23.000 Leuchten. 2016 verbrauchten sie

insgesamt 5,2 Mio. Kilowattstunden

Strom. Im Vergleich zu 2010 konnte der

Energieverbrauch um ca. 27 Prozent gesenkt

werden. Die Kosten für den Betrieb

der gesamten Straßenbeleuchtung belaufen

sich pro Jahr auf etwa 3 Millionen

Euro. Gemäß dem städtischen „Masterplan

Beleuchtung“ werden die Anlagen

kontinuierlich modernisiert, neu installierte

Leuchten müssen energieeffizient,

wartungsarm und möglichst langlebig

sein. | Thorsten Stegemann

Gaslaterne vor der Marienkirche

WISSEN KOMPAKT

DAS DURCHSCHNITTSENTGELT

STEIGT

Das Wirtschaftswunder machte

sich vor allem auch im Geldbeutel

der Bürgerinnen und Bürger

bemerkbar. Ihre finanziellen Möglichkeiten

verbesserten sich im

Laufe der 1960er Jahre spürbar

und kontinuierlich. Das offizielle

Durchschnittsentgelt belief sich

1969 auf 11.839 Deutsche Mark

pro Jahr und lag damit fast doppelt

so hoch wie 1960 (6.101 DM).

21. Juli

Um 3.56 Uhr MEZ betritt Neil Armstrong als erster

Mensch den Mond.

15.-17. August

Zum „Woodstock Music and Art Festival“ pilgern

rund 400.00 Besucher, um „3 Days of Peace and

Music” zu feiern. Mit dabei sind Super-Stars wie

Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Who, Joan Baez

oder Joe Cocker.

September

In der Stahlbranche kommt es zum bis dato größten

Arbeitskampf der Bundesrepublik. Auch die

Beschäftigten der Klöckner-Werke in Osnabrück

treten zu Tausenden in den Streik. Am Ende bekommen

die deutschen Kumpel deutliche Lohnerhöhungen.

1. Oktober

Das französische Flugzeug „Concorde“ überschreitet

„Mach 1“ und durchbricht die Schallmauer.

21. Oktober

Mit den Stimmen von SPD und FDP wird Willy

Brandt zum neuen Bundeskanzler gewählt.

Gaslaternen in der Katharinenstraße

Gaslaterne am Marktplatz

32

Das "Wohnzimmer" im Osnabrücker acrona LIVING,

eingerichtet im original Stil der Wirtschaftswunderzeit.


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wie wurde ein Grundbesitzer

aus Loxten preußischer Minister?

Als Preußen 1866 das Königreich Hannover besetzte und zur

Provinz degradierte, hing seine politische Karriere am seidenen

Faden. Doch Ernst Georg Freiherr von Hammerstein-Loxten

überwand die Abneigung gegen das neue Machtzentrum und

bekleidete schließlich selbst eine bedeutende Position in der

preußischen Regierung.

Die Apfelsorte „Minister von Hammerstein“

Der Freiherr wurde 1827 in Loxten im Artland

geboren, studierte Rechtswissenschaften

in Göttingen und wurde schließlich

Referent im Innenministerium des Königreichs

Hannover. Nach der Flucht seines

Monarchen blieb Hammerstein-Loxten

der alten Ordnung treu, kümmerte sich

nun aber vor allem um die Bewirtschaftung

seiner Güter. Doch im Laufe der Jahre

passte sich der Landwirtschaftsexperte den

EssEn wiE bEi

gutEn FrEundEn

Genießen Sie den Sommer auf unserer Terrasse.

Die kulinarische Vielfalt und entspannte Atmosphäre

laden zum Verweilen ein. Wir begrüßen Sie täglich!

Reservierung unter Tel. +49 541 6096-628

im Steigenberger Hotel Remarque

Natruper-Tor-Wall 1 . 49076 Osnabrück

Tel. +49 541 6096-628

Öffnungszeiten: tägl. 6.30 bis 23.00 Uhr

www.osnabrueck.steigenberger.de

veränderten Verhältnissen an. Er wurde

Mitglied des Preußischen Staats- und des

Preußischen Volkswirtschaftsrats sowie

1. Vorsitzender des Deutschen Landwirtschaftsrates.

Mitte der 1880er Jahre nahm

seine politische Laufbahn wieder Fahrt

auf. Vom Landratsamt des Kreises Bersenbrück

führte sein Weg an die Spitze der

Landesdirektion der Provinz Hannover.

Als Hammerstein-Loxten sich schließlich

sogar bereitfand,

zwischen Kaiser

Wilhelm II. und

den entmachteten

Welfen zu vermitteln,

kamen

höhere Aufgaben

in Betracht. Unter

Reichskanzler

Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst

wurde er

1894 preußischer

Landwirtschaftsminister.

Als erzkonservativer

Vertreter der

Großgrundbesitzer

setzte er alles

daran, die heimischen

Märkte zu

schützen, kämpfte

energisch gegen

die aufstrebende

Sozialdemokratie,

brachte aber auch

wegweisende

Entscheidungen

im

Bereich Seuchenschutz

und Lebensmittelschutz

auf den

Weg. So fiel in seine

Amtszeit unter anderem die Verabschiedung

des Fleischbeschaugesetzes vom 3.

Juni 1900.

Als es den „Kanalrebellen“ 1901 gelang,

den Bau des Mittellandkanals (vorerst)

zu stoppen, trat Ernst Georg Freiherr von

Hammerstein-Loxten zurück. Er starb

1914 in seinem Heimatort.

Wie schmeckt der

„Minister von Hammerstein“?

1889 wurde Ernst Georg Freiherr von

Hammerstein-Loxten zum Ehrenbürger

von Quakenbrück ernannt, doch auf den

blaublütigen Grundbesitzer wartete noch

eine viel passendere Ehrung. Ein saftiger,

aromatischer Winterapfel, der in den

1880er Jahren in Geisenheim am Rhein

gezüchtet wurde, ging als „Minister von

Hammerstein“ in die Obstgeschichte ein.

Er fungierte wiederum als Namensgeber

einer Kreativagentur für Design und Markenführung,

die in Stuttgart zuhause ist.

| Thorsten Stegemann

Portrait © wikipedia.org // Äpfel © commons.wikimedia.org

Bilder © Marlen Rasche ; www.mara-fotografie.jimdo.com // Hintergrund © foxysgraphic, fotolia.de

Welches Schloss dient als Zeitstrahl?

Vom erstmals 1362 urkundlich erwähnten Hof nahe Ankum ist nichts geblieben. Das ursprüngliche

Anwesen, das 1583 zum Rittersitz erhoben wurde, ist einer barocken Schlossanlage

gewichen, die im Laufe der Zeit vergrößert und durch Gebäude anderer Epochen ergänzt wurde.

Diese Kombination authentischer Zeitzeugnisse ist es, die Schloss Eggermühlen heute zu einem

authentischen Zeitstrahl mit dokumentarischem Mehrwert macht.

Eng verbunden hiermit ist auch die Geschichte

der Freiherren von Boeselager,

die bereits seit dem 16. Jahrhundert im Besitz

von Schloss Eggermühlen sind und

seitdem für Forst- und Landwirtschaft

(Felder und Milchvieh) zuständig sind.

Unter ihrer Aufsicht wurde 1869 die neugotische

Familienkapelle errichtet, die einen

Rokoko-Altar von 1755 beherbergt.

Heute zählen auch die Verwaltung von Ferienwohnungen

und das angebotene Kulturprogramm

zu den Aufgaben der Familie.

Wer sorgt für die

Restaurierung des Schlosses?

Die bewegte (Familien-)Geschichte hat

ihre Spuren hinterlassen, weshalb die

Restaurierungspläne verstärkt vorangetrieben

werden. Der Zweite Weltkrieg, in

dem das Herrenhaus als Lazarett genutzt

wurde, hat besonders an der Bausubstanz der

Gebäude genagt. Der erste Antrag auf Fördermittel

gegen Ende der 80er Jahre wurde kurzfristig

durch die überraschende Wende

der deutsch-deutschen Geschichte und die

damit entstandenen Kosten auf Eis gelegt.

Doch dank des für 2016 vom Bund verabschiedeten

Förderplans für den Denkmalschutz

ist auch Schloss Eggermühlen für

einen Zuschuss fokussiert. Wenngleich noch

nichts Konkretes entschieden ist, rückt die

Instandsetzung nach und nach in greifbare

Nähe. „Der Antrag ist gestellt und die ersten

Gutachten sind eingeholt. Wir sind also optimistisch“,

versichert Freiherr von Boeselager,

während er über das weitläufige Gelände

führt. Die Restaurierung des Herrenhauses

und vorrangig des Festsaals sollen den

historischen Dokumentationswert erhalten

und die Erinnerungskultur wiederbeleben.

| Sina-Christin Wilk

WISSEN KOMPAKT

KULTUR IM SCHLOSS

Zeitgenössischer Kultur ist

Schloss Eggermühlen ebenso

aufgeschlossen. Bis vor

kurzem diente die 1754 vom

Barockarchitekten Johann

Conrad Schlaun errichtete

Orangerie als Galerie. Diesen

Juli heißen die Freiherren von

Boeselager zahlreiche Besucher

willkommen:

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe

„Sommerflimmern

– Kino auf dem Lande“,

organisiert vom Landschaftsverband

Osnabrücker Land,

wird der Schlossgarten erstmalig

zum Open Air Kino umfunktioniert.

Sommerflimmern auf dem

Schloss Eggermühlen:

29.07.2017

www.sommerflimmern.de

34 35


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wie kommt der Stein ins Rollen?

Im Osnabrücker Land sind sie zahlreich zu finden: Großsteingräber wie die Karlsteine am Piesberg

oder das alte „Hünengrab“ in Jeggen sind beeindruckende Zeugnisse der Megalithkultur.

Der Begriff Megalith leitet sich aus dem griechischen mega = groß und lithos = Stein ab. Die

über 5.000 Jahre alten Grabanlagen sind Monumente aus der Jungsteinzeit und damit älter als

die Pyramiden in Ägypten! Doch wie waren die Menschen damals in der Lage, tonnenschwere

Findlinge über weite Strecken zu transportieren? Ein Rätsel, das uns bis heute fasziniert.

Die Findlinge wurden während der Saale-Eiszeit

vor etwa 200.000 Jahren von

Skandinavien ins Osnabrücker Land befördert.

Als die Gletscher abschmolzen,

blieben die Steine liegen und wurden zum

Bau der Grabanlagen in der Jungsteinzeit

genutzt. Über die Erbauer ist wenig

bekannt. In Norddeutschland, den Niederlanden,

Dänemark und Schweden

gehörten sie zur sogenannten Trichterbecherkultur.

Der Name verweist auf eine

besondere Keramikform, eine für diese

Region und Zeit typische Grabbeigabe.

Wer hat’s erfunden?

Die Existenz der Bauwerke blieb lange Zeit

unerklärlich. Alte Sagen und Legenden

machen oft magische Wesen oder sogar

den Teufel verantwortlich. Die volkstümliche

Bezeichnung "Hünengräber" verweist

auf die früher weit verbreitete Vorstellung,

Riesen hätten diese Grabanlagen erbaut.

Man konnte sich einfach nicht vorstellen,

dass Menschen von durchschnittlicher

Größe diese Steine transportieren und aufrichten

konnten. Über die Jahrhunderte

Schüler der Oberschule am Sonnensee ziehen einen Findling

beim archäologischen Experiment am 30. April in Jeggen

suchten Forscher nach Erklärungen. Der

Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus

(*1150-†1220) vertrat die Hünentheorie,

dagegen war der Mediziner Ole Worm

(*1588-†1654) überzeugt, die Gräber seien

von Menschenhand errichtet. Er deutete

diese allerdings als Opferaltäre der Götter

oder Thingplätze, an denen Recht gesprochen

wurde. Der Theologe Johan Picardt

(*1600 - †1670) war überzeugt die „Steindenkmäler

[wurden] nicht vom Menschen

unserer Gestalt (…) errichtet. Diese besaßen

nicht die Kraft und die Handfertig-

Schüler ziehen Stein © Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück // Bild oben rechts © Johan Picardt, Korte beschryvinge van eenige vergetene en verborgene Antiquiteten der

Provintien en Landen, fol. 33, 1660

keit,

solche

Prachtbauten zu errichten, auch hatten sie

keine Maschinen oder Instrumente, um

solche schweren Steine von weither durch

unwegsames Gelände zu transportieren

und schließlich übereinander zu stapeln.

(…) Es ist somit eine unumstößliche Tatsache,

dass (…) unsere Steindenkmäler

ein Werk der Riesen sind (…).“ Erst mit

Entwicklung der modernen Wissenschaft

verschwinden diese phantasievollen Hypothesen

allmählich.

Wie errichtet man

ein Großsteingrab?

Auch dazu gibt es teils sehr eigenwillige

Vermutungen. Mitte des 19. Jahrhunderts

besichtigte der Reiseschriftsteller Johann

Georg Kohl die Steindenkmäler im Giers-

feld bei Westerholte (Osnabrücker Nordkreis).

Dort traf er den Bauern Grumfeld,

der überzeugt war, dass unsere in der

Mechanik so unkundigen Vorfahren die

Steine im Winter über eine Schnee- und

Eisbahn befördert hätten. Ebenso bietet

die Errichtung der berühmten Anlage Stonehenge

in England stets Anlass für Spekulationen.

Eine humorvolle Anleitung,

im Stile eines uns wohlbekannten schwedischen

Einrichtungshauses (http://www.

thepoke.co.uk/2011/03/23/ikea-instructions-for-stonehenge),

zeigt Merlin als Erbauer

des UNESCO Weltkulturerbes. Angesichts

des komplizierten Aufbaus wird

der Zauberer zu Hilfe gerufen, unterstützt

von zwei Riesen, die beim Aufrichten der

Steine helfen. Welche Methoden genau

angewandt wurden, bleibt ungewiss. Versuche

aus der experimentellen Archäologie

zeigen, dass es weniger eine Frage der Kraft

ist, sondern vielmehr auf die richtige Zugund

Hebeltechnik ankommt. Heute geht

man davon aus, dass die bis zu 50 Tonnen

schweren Steine mit einfachen Mitteln wie

hölzernen Rollen, Hebeln, Tauwerk und

Zugtieren bewegt werden konnten. Hochrechnungen

ergaben, dass 100 Arbeiter bei

einem 10-Stunden-Tag ein Megalithgrab

in ca. 3 ½ Monaten errichteten. Eine beachtliche

Arbeitsleistung, vergleicht man

die Werkzeuge des Neolithikums mit den

schweren Maschinen von heute.

Wie viele Tonnen bewegten

Osnabrücker im Frühjahr 2017?

Dem Transporträtsel auf der Spur wagten

die Osnabrücker Archäologen in diesem

Frühjahr ein Experiment. Gemeinsam mit

Schülern ist es erstmals im Osnabrücker

Land gelungen einen ca. 2,5 t schweren

Findling nach steinzeitlichen Methoden,

nur mittels Zug- und Hebelkraft, zu bewegen.

Dennoch sind noch längst nicht

alle Geheimnisse zum Bau der beeindruckenden

Monumente entschlüsselt.

| Judith Franzen

Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr

Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner

für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für

Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen ·

Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für

Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten

· Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten ·

Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr

Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner

für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für

Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen ·

Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für

Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten

· Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten ·

Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr

Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner

für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für

Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten Ihr Partner · Ihr für Drucksachen · Spezialist & Spezialist für Etiketten · Ihr für Partner Etiketten für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen

· Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen ·

Spezialist für Etiketten · Eduard-Pestel-Straße Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist 16 · für 49080 Etiketten Osnabrück · Ihr Partner für · Drucksachen Tel. 0541 · 95929 Spezialist - für 0 · Etiketten Fax 0541 · Ihr Partner 95929-22 für Drucksachen · info@levien.de · Spezialist für · Etiketten www.levien.de

· Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist

für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für

Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiketten · Ihr Partner für Drucksachen · Spezialist für Etiket-

36 37


STADT- & LANDGESCHICHTEN

üblich, die Verzehrkosten den Meistern

aufzuerlegen. Die Osnabrücker Wandergesellen

wussten, dass dies bei erfolgreichen

Streiks klappte. Erlitten sie eine

Niederlage, mussten sie die Verzehrkosten

selbst aus der gemeinsamen Kasse

begleichen.

"den Schimpf" über Osnabrück zu verhängen.

Alle Wanderbrüder, die sie fortan

trafen, sollten wissen, dass Osnabrück ein

übles gesellenfeindliches "Kaff" sei, das man

lieber nicht betreten sollte. Dadurch

drohte, so die Angst der Oberen, Unheil

für die gesamte städtische Wirtschaft.

Am Standort Haster Weg in Richtung Dodesheide,

Höhe ehemaliges Forsthaus, steht die Tafel

Wieso gibt es einen „Gesellenweg“?

Bilder Tafel, Straßenschild © Thorsten Stegemann // Hintergrund © releon8211, fotolia.de

Was trieben

Bürgermeister, Rat und Militär?

Arbeitsverweigerung, später "Streik"

genannt, galt für Herrschende als unerhört

und ungebührlich. Handwerksmeister

klagten über leere Werkstätten

und wegfallende Aufträge. Besonders erbost

waren die Stadtoberen, dass die Gesellen

in der Gartlage ihnen damit drohten,

Kompromissvorschläge des damaligen

Bürgermeisters Heinrich David Stüve

schlugen fehl. Er suchte deshalb Stadtkommandeur

General von Issendorff im

hiesigen Schloss auf. Stüve bat um militärische

Hilfe, damit die Arbeitsverweigerer

unverzüglich wieder in ihre

Betriebe zurückkehrten.

Heinrich David Stüve

Warum gab es Schulterklopfen?

Schnell bekamen die Schuhmachergesellen solidarische Unterstützung

von Handwerksbrüdern anderer Gewerke. Als Gesellen

aller Handwerke durch die Straßen der Stadt zogen, ernteten sie

auch dort jede Menge Schulterklopfen. Einfache Menschen jener Zeit

besaßen kaum Rechte auf Mitsprache im politischen Geschehen -

und Ratsherren galten vielfach nur als Vertreter der Oberschicht.

In der Tat waren die sozialen Unterschiede gewaltig: Ein

Bürgermeister brauchte wie andere Stadtobere keine Steuern

zu zahlen und verdiente beinahe das Zwanzigfache eines einfachen

Gesellen. Es war deswegen für viele Osnabrücker keine

Frage, sich zeitgleich mit den Soldaten ebenfalls in die Gartlage

zu begeben, um Solidarität mit den Streikenden auszudrücken.

| Heiko Schulze

In der letzten Ausgabe kündigten wir es bereits an: Im Juni wurde in der Gartlage, jenem Waldabschnitt

zwischen Schinkel und Dodesheide, direkt am Haster Weg eine Informationstafel aufgestellt.

Sie erinnert an den blutig verlaufenen "Osnabrücker Gesellenaufstand" von 1801. Heiko

Schulze, Autor des all dies darstellenden Romans "Geplatzte Kragen", geht im 2. Teil seiner

Abhandlung der Frage nach, was bei diesem Aufstand konkret geschah, weshalb der Streik

entstand und was die Beweggründe der einzelnen Konfliktparteien ausmachte.

Lesen Sie im 3. Teil, wie sich das blutige Kampfgeschehen in der Gartlage

entwickelte und weshalb das Ereignis bis heute einen wichtigen Platz in der

Stadtgeschichte besitzt.

Was schürte die Unzufriedenheit?

Am 24. Juni 1801 grummelte es im Versammlungsraum

in der Herberge der

Schuhmachergesellen. Anlässlich der feierlichen

"Morgensprache", in deren Verlauf

neue Wandergesellen begrüßt und Fortziehende

verabschiedet werden sollten,

hatte sich Streit entwickelt. Anlass des

Disputs bildete die Weigerung von "Aufrührern",

am offenkundig heißen Junitag

ihren obersten Rockkragen zu schließen.

Es folgte das Gerangel mit einem Mit-

gesellen, der seine Brüder danach bei den

Gildemeistern "verpetzte". Diese stürmten

in die Herberge und verhängten

wutschnaubend Entlassungen wie hohe

Bußgelder. Die Strafen betrafen offenkundig

sogar solche, die gar nicht an der Rangelei

beteiligt gewesen waren.

Was steigerte die Gesellen-Wut?

Das Unerhörte am Geschehen war aus

Sicht der Gesellen die Tatsache, dass sich

Meister in interne Angelegenheit der Gesellenbrüder

eingemischt hatten. Zumal

sich die jungen Handwerker schon lange

Zeit zuvor mühsam die eigene "Gerechtsame"

erkämpft hatten, war es Meistern

landauf, landab strikt verboten, sich in interne

Gesellenstreitigkeiten einzumischen.

Wie sah ein Streik anno 1801 aus?

Wie auch andernorts üblich, machten die

Gesellen ihre Herberge zum Streiklokal.

Weil sie für die Dauer des Arbeitskampfes

keinen Lohn bekamen, war es damals

39


Der Buchtipp für

Ausflugsziele wird

präsentiert vom

FAMILIE & SOZIALES

LIEBLINGSPLÄTZE

zum Entdecken

XYZ Am et lacepratiati occabor erorposse

maxim que velesero veruptas

soluptatus. Aquiam facest apiciet

voluptate nosande liquiae. Percitatem

LIEBLINGSPLÄTZE

zum Entdecken

Emsland und die

Grafschaft Bentheim

CHRISTOPH BEYER

Die besten

lebensmittel

der

region

ESSEN & TRINKEN

Titel Ortschaft

Titel Ortschaft

labor autempe riatiis as veraturem

Bemerkungen:

Motiv vom Autor

remolecatem sini ut amenem est, officae

eatquo quis sitam volorpo rehendantem

Urlaub gleich

quianim usciuntis Hüvener consequas Mühle etur, samus,

te explabo. Ita pelenimos quae ne optata

Die Hüvener Mühle ist volupicaes eine der letzten dunt komplett pel in parum erhaltenen adipis kombinierten Wind- und

Wassermühlen Europas

dit

und

eum

liegt

reprem

im Landkreis

doluptaque

Emsland

coribuscius

eum voluptatiis sa volorerum

im westlichen Niedersachsen

(Deutschland).

fugit,

sunti debit facestrum et pa nimagnimus

AUTOR

custist, conest rere explitatus es exerciis

AUTOR

imporum dit libus sit omnis consequi

nebenan?

nus poribus excepud itaqui conseca

borite nonsequae nonsedis

ISBN 978-3-8392-XXXX-X € 14,99 / 15,50 [A]

Warum in die Ferne schweifen, wenn direkt vor der Haustür eine Region voller faszinierender

Überraschungen wartet? Der in Osnabrück lebende Christoph Beyer hat im Emsland und in

der Grafschaft Bentheim viele lohnende Ausflugsziele entdeckt.

präsentiert von

Vor allem auch für Familien bietet sich ein

wahres Füllhorn an überaus lohnenswerten

Ausflugszielen und Aktivitäten. Liebhaber

von Kunst und Kultur kommen hier

ebenso auf ihre Kosten wie Naturfans oder

kulinarische Genießer. Höhepunkte wie

die Papenburger Kreuzfahrtriesen, barocke

Sternenpracht im Hümmling oder ein

Mammut im Moor lassen Langeweile gar

nicht erst aufkommen. Ob Wanderer, Radfahrer

oder Freizeitkapitän – hier kommt

jeder auf seine Kosten und entdeckt seine

ganz persönlichen Lieblingsplätze.

Hier eine Auswahl der besonders familienfreundlichen

Ausflugsziele in der

Grafschaft Bentheim aus „Lieblingsplätze

Emsland“:

· Das große Nordhorner Textilmuseum

als Bestandteil des Stadtmuseums im

denkmalgeschützten Nino-Hochbau (u. a.

mit eigener Boutique früherer Mode zum

anprobieren).

· Fahrt mit den solarbetriebenen Vechtebooten

durch das Nordhorner Wasserstraßennetz

in der Innenstadt.

· Tierpark Nordhorn, sehr familienfreundlich

und mit vielen Freigehegen.

· Bronzezeithof bei Uelsen, (20 Kilometer

nordwestlich von Nordhorn), viele Programmpunkte

in der Saison.

· Eine Besichtigung der Burg Bentheim

ist ein echtes Highlight, vor allem für Familien

(es werden auch versch. Führungen

angeboten).

Und das Ausland ist ganz nah: Drei Tipps

zu grenzüberschreitenden Ausflügen ins

Nachbarland (im Buch finden sich insgesamt

11 Ausflugsziele in den Niederlanden):

· Das sehr schöne Naturgebiet "Lutterzand"

mit seinen eiszeitlichen Sandklippen

und den Bademöglichkeiten im Fluss.

· Das Arboretum "Poort Bulten", eine der

größten Baum- und Sträuchersammlungen

der Niederlande, die als wunderschöne

Parkanlage mit neuem, großem Café

gestaltet ist.

· Das Landgut Singraven bei Denekamp,

mit zugänglichem Park und einem idyllischen

Restaurant direkt an der historischen

Wassermühle.

Von den zahlreichen Ausflugstipps, die

das Buch zum Emsland empfiehlt, seien

hier als Appetitmacher das Kulturnetzwerk

Koppelschleuse in Meppen mit dem

Emsland Archäologie Museum sowie

das Emsland-Moormuseum in Geeste

erwähnt.

Aber schmökern Sie ganz in Ruhe, genießen

Sie die Vorfreude und lassen Sie sich

inspirieren zu erlebnisreichen Touren,

bei denen Sie ein einzigartiges Paradies

direkt vor der Haustür entdecken.

| Beatrice le Coutre-Bick

WISSEN KOMPAKT

DER AUTOR

Christoph Beyer, geboren

1976 in Rheine, lebt seit dem

Studium der Politik- und Erziehungswissenschaften

in Osnabrück.

Seit seiner Kindheit

ist der Politikwissenschaftler,

Journalist, Krimiautor und Musiker

immer wieder begeistert

auf Entdeckungstouren im

Emsland und der Grafschaft

Bentheim, die ihn zu seinem

lebendigen kulturhistorischen

Reiseführer inspirierten. Das

Buch erschien am 5. Juli 2017.

Osnabrücker Wissen verlost 3x 1 Buch.

Mehr zum Gewinnspiel auf Seite 51.

Portrait © Christoph Beyer // Hintergrund © lily, fotolia.de

Erdbeeren oben © Böckmann // Zubereitung © Sina-Christin Wilk // Chilli © Rynio Productions, fotolia.de

www.dransmann.com

Wie macht man aus Erdbeeren Ketchup?

Obwohl in Europa beheimatet und kultiviert, hat erst Ende des 17. Jahrhunderts eine holländische

Kreuzung zweier Arten aus Amerika die Herzen aller Europäer erobert: Die Ananas-Erdbeere ist

seitdem nicht mehr vom Speiseplan wegzudenken. Bereits in der Antike stand die Erdbeere symbolisch

für Sinnlichkeit und Verführung. Eine kleine Sünde, die tatsächlich gar keine ist.

Die Früchtchen zählen zur Gattung der Rosengewächse

und sind daher kein klassisches Obst.

Ein geringer Kaloriengehalt von 40 kcal auf 100

g, viel Kalium, Kalzium und Magnesium und

ein höherer Vitamin C-Gehalt als Orangen

und Zitronen zeichnen Erdbeeren als gesunde

Alleskönner aus. Geschmacklich überzeugen

sie genauso wie durch ihre Inhaltsstoffe. Von

Juni bis September zählen Erdbeeren auch im

Osnabrücker Land sowohl im Supermarkt als

auch über den Direktvertrieb zu den beliebtesten

saisonalen Lebensmitteln. Böckmann,

der größte Betreiber heimischer Erdbeerfelder,

feiert gerade 40jähriges Jubiläum - und sorgt

im Landkreis mit inzwischen 26 Ständen für

Erdbeernachschub. Der Trend der letzten

Jahre zeigt, dass die Nachfrage kontinuierlich

steigt. Ca. 270.000 Tonnen Erdbeeren werden

in Deutschland jährlich verspeist. Interesse

besteht vor allem an regionalem Anbau

mit täglicher Ernte und Lieferung. Kurze

Transportwege sind auch für den Genuss

von Vorteil. Denn die empfindlichen Beeren

bestehen zu 90 % aus Wasser und neigen

nach kurzer Zeit zu Druckstellen, die nicht

nur das saftige Aroma beeinträchtigen – die

Erdbeeren verderben dann auch schneller.

Die Selbstpflückfelder, auf denen man nach

Lust und Laune naschen und zum vergünstigten

Preis ernten darf, erfreuen sich ebenfalls

großer Beliebtheit. Nicht nur pur oder in

Form von Süßspeisen lässt sich die Erdbeere

genießen. Herzhaft kombiniert sorgt sie für

kulinarische Überraschungen und bereichert

– mit unserem Rezept - auch so manchen

Grillabend. | Sina-Christin Wilk

Einkaufsliste

3 Schalotten

750 g Erdbeeren

1 Chilischote

2 EL Öl

3 EL Zucker

1 TL Currypulver

1 Sternanis

3 Gewürznelken

2 Lorbeerblätter

Salz, Pfeffer

Zubereitung

„Ketchup aus Erdbeeren“

1)Schalotten und Erdbeeren kleinschneiden.

Chili entkernen und kleinhacken.

2)Schalotten in 2 EL Öl andünsten, Erd

beeren und Chili dazugeben. Mit Zucker

bestreuen und karamellisieren lassen.

3)Die Gewürze hinzufügen und alles bei

mittlerer Hitze unter Rühren 40 Min. einkochen

lassen.

4)Nelken, Anis und Lorbeer entfernen

und den Ketchup fein pürieren. In

40 Min. dickflüssig einkochen lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Noch

heiß in eine sauber ausgekochte

Flasche füllen.

Wir wünschen Guten Appetit!

40

41


SPORT & GESUNDHEIT

- Anzeigensonderseite -

Wer mobilisiert

Menschen mit Altersfrakturen?

Im Mai 2015 eröffnete das Klinikum Osnabrück eine Abteilung, die es in

der Region bislang nicht gab. Patienten, die nach "Altersfrakturen" wie

Oberschenkelhals-, Handgelenks- oder Wirbelbrüchen schnell wieder

in ihr normales Leben zurückkehren wollen, kann im "Zentrum

für Alterstraumatologie" individuell geholfen werden.

Die Lebenserwartung stieg allein in

den letzten 50 Jahren weltweit um

20 Lebensjahre. Das ist höchst erfreulich,

stellt die moderne Medizin aber

auch vor völlig neue Herausforderungen.

Denn mit den Lebensjahren steigt die Zahl

der altersbedingten Erkrankungen. Vor allem

Knochenbrüche nach eigentlich einfachen Stürzen

oder Unfällen machen vielen älteren Patienten zu

schaffen, weil der Heilungsprozess oft lange Zeit in

Anspruch nimmt.

Im "Zentrum für Alterstraumatologie" arbeitet ein

interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegern und

Teambild © Klinikum Osnabrück // Titelbild © Robert Kneschke // Mann auf Medizinball © Africa Studio; Bertungsgespräch Frau und Arzt © Rido; Arzt und Mann im Gespräch © Wavebreak-

MediaMicro; Fraktur © TANABOON; fotolia.de

Therapeuten daran, die Betroffenen möglichst

schnell zu mobilisieren und ihnen

die Rückkehr in die gewohnte häusliche

Umgebung zu erleichtern. "Wir erzielen

mit unserem Behandlungskonzept wirklich

gute Erfolge, indem wir beispielsweise

eine Bettlägrigkeit der Patienten vermeiden

können", berichtet Bettina Gilhaus,

die das Zentrum als Fachärztin für Innere

Medizin und Geriatrie leitet. "In Einzelfällen

gelingt es sogar, den Zustand der Patienten

zu verbessern."

Wie das funktioniert, erklärt der Unfallchirurg

Philipp Steinke: "Bei uns wird

nach Möglichkeit schon am ersten Tag

nach einer Bruchoperation mit der Mobilisierung

begonnen. Anders als es im regulären

Krankenhausbetrieb möglich ist,

setzen wir alle geeigneten Therapieformen

ein und behandeln parallel auch Begleiterkrankungen."

Wie arbeiten Patienten

und Personal zusammen?

Der Erfolg der Behandlung hängt entscheidend

von der Mitwirkung der Patienten

ab. Deshalb erstellen die Mediziner

mit jedem einen individuellen Behandlungsplan.

Darin sind Zielvereinbarungen

enthalten, auf die in

der Krankengymnastik

und bei allen

anderen Therapien

hingearbeitet wird. "Die Zielvereinbarungen

überprüfen wir jede Woche im Gespräch

mit den Patienten und legen dabei

auch 'kleinere' Etappen fest: Etwa beim

Üben des Laufens erst einmal den Weg

aus dem Zimmer bis in den Gruppenraum

zu schaffen", erläutert Steinke.

In diesem Raum können die Patienten

ihre Mahlzeiten einnehmen und diverse

Freizeitangebote nutzen. Er hat aber auch

noch eine andere Funktion. "Die Patienten

sollen möglichst viel Zeit in Gruppen

verbringen, da wir sie auch 'geistig mobilisieren'

wollen", so Steinke.

Pfleger und Therapeuten nehmen ebenfalls

aktiv an diesem Prozess teil. "Es geht

uns darum, eine sehr persönliche Behandlung

und Betreuung durchzuführen

- fast schon wie bei einem Personal Trainer",

sagen Martina Otte und Jan-Oliver

Kutza vom Pflegeteam des Zentrums für

Alterstraumatologie. | Redaktion

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

WISSEN KOMPAKT

EIN SELTENES ERFOLGSMODELL

Das "Zentrum für Alterstraumatologie"

wurde 2015 mit vier

Betten eröffnet, mittlerweile beherbergt

die Abteilung 22. Trotz

des erkennbar großen Bedarfs ist

die Einrichtung bundesweit eine

Rarität. Seit dem Start der Initiative

im Jahr 2014 sind 59 Zentren

als AltersTraumaZentrum DGU

in Deutschland und der Schweiz

zertifiziert. 20 weitere Zentren

befinden sich in Vorbereitung

auf die Zertifizierung.

42 43


SPORT & GESUNDHEIT

Wi e lernen

Fußgänger fliegen?

Das 4er RW-Team "Fantastic Funnel Four"

verlässt gelinkt das Flugzeug, um anschließend

verschiedene Formationen zu fliegen.

Ein Videospringer begleitet das Team.

Während der Schirmfahrt kann man

die Welt von oben betrachten

In der AFF-Ausbildung wird man von zwei

erfahrenen Sprunglehrern begleitet und öffnet

selbstständig seinen Fallschirm

Tandemsprung: Der freie Fall dauert ca. 40 sek.

bis der Tandemmaster den Schirm öffnet

Der Traum vom Fliegen – für den Menschen ist er längst Realität

geworden. Im Flugzeug kann es jeder, doch manch einer

setzt noch individuellere Maßstäbe. Fallschirmspringer erobern

tatsächlich die Lüfte und erfahren am eigenen Leib, wie grenzenlos

Freiheit sein kann.

Bereits seit 40 Jahren bietet der Fallschirmsportclub

Rheine e.V. die notwendige Infrastruktur

für Springer in der Region

und bildet den Nachwuchs aus. Zudem

sind auch Tandemsprünge buchbar. Sie

werden durch einen erfahrenen Springer,

den Tandempiloten, begleitet und können

per Kamera als Erinnerung festgehalten

werden. Während bei Tandems standardisiertes

„Leihgerät“ zum Einsatz kommt,

kann Ausrüstung für den Eigenbedarf

(Schirm, Gurtzeug, Anzug) ab 3.000 Euro

gebraucht oder maßgefertigt um die 8.000

Euro erworben werden.

Häufig ist ein Tandemsprung der Einstieg

in den Sport: „Wer sich einmal überwunden

hat das Flugzeug zu verlassen, will den

Adrenalinkick und die Aussicht immer

wieder erleben“, versichern die Springer

Laura Fromm und Christian Kielhorn.

Neben dem Vereinsbeitrag zahlen die

Sportspringer die Flüge je nach Höhe

zusätzlich. Sprünge aus 3.500–4.000 m

liegen bei etwa 30 Euro pro Lift für Vereinsmitglieder.

Ein Tandemsprung kann

für 195 Euro gebucht werden.

Wie kommt es

z um Höhenflug?

Für Tandemsprünge gibt es kein Mindestalter.

Allerdings darf eine Lizenzprüfung

erst mit 16 Jahren abgelegt werden.

Voraussetzung für den Erwerb einer

unbefristet gültigen Lizenz durch den

Deutschen Fallschirmverband (DFV)

sind weiterhin ein Gesundheitszeugnis

und eine Ausbildung – die konventionelle

Ausbildung oder die sog. AFF Methode

(Accelerated Freefall: beschleunigte Freifallausbildung).

Einsteigen kann man jederzeit, denn

pro Jahr werden sechs Grundkurse

beim FSC Rheine angeboten. In verschiedenen

Ausbildungsstufen (hier

als Beispiel die AFF-Methode) sind 21

Sprünge als Pflichtstunden vorgesehen,

um die Erlaubnis für die Ablegung der

beiden Prüfungssprünge zu erhalten.

Der erste erfolgt aus einer Höhe von

3.500-4.000 m, der zweite aus 1.500 m.

In beiden Fällen muss der Prüfling im vereinbarten

Zielradius von etwa 50 m landen.

Zudem gibt es noch eine Theorieprüfung

die bestanden werden muss. Die so

genannten Absetzhöhen werden mittels

der vereinseigenen Cessna 182 erreicht, in

der neben dem Piloten vier Springer Platz

finden.

Was prüft der Rigger?

Fallschirmspringen zählt zu den Extremsportarten,

birgt aber weniger Verletzungsrisiko

als manch „gewöhnlichere“

Sportart. Sicherheit ist ein entscheidender

Faktor, weshalb auch in

Rheine größter Wert

auf gründliche

Vorbereitung

gelegt wird.

Teil jeder Ausbildung

sind

Trockenübungen

wie die korrekte

Freifallhaltung, Erken-

Bidler links © Archiv FSC Rheine / Bild 4er RW Team © Georg Kotzolt // Fallschirmspringer weiß © Arrows, fotolia.de

nen und Vermeiden von Risiken sowie der

korrekte Umgang mit dem Höhenmesser,

den jeder Springer am Handgelenk trägt,

sowie dem Fallschirmsystem. Materialkunde

ist ebenfalls verpflichtend, da Materialeigenschaften

erheblichen Einfluss auf

das Flugverhalten der Ausrüstung haben.

Zudem erfolgt an jedem Sprungtag eine

Orts- und Wettereinweisung und es gilt

striktes Alkoholverbot. Da jeder Springer

die Verantwortung für die eigene Ausrüstung

trägt, ist die Prüfung des ganzen

Systems (Gurtzeug, Haupt- und Reserveschirm)

und das korrekte Packen lebenswichtig.

Die gesamte Ausrüstung wird

jährlich einer Art "TÜV Prüfung" durch

einen Fallschirmwart („Rigger“) unterzogen:

Neben möglichen Beschädigungen

wird die Einhaltung der Altersbeschränkung

durch den Hersteller geprüft.

Gibt es Sportspringer

mit Höhenangst?

Tatsächlich gibt es Springer mit Höhenangst.

Erst einmal in der Luft, verliert sich

der Höhenbezug, berichtet ein betroffener

Springer. Nach dem Absprung aus dem

Lift kommt es für ca. 10 Sek. zur Beschleunigung,

bis sich die Endgeschwindigkeit

nach 200-300 m stabilisiert und die

Springer für 40-50 Sek. in den konstanten

Freifall wechseln. Bei ca. 1.000-1.500

m Höhe wird der Fallschirm geöffnet.

Während der 5-8minütigen Schirmfahrt

kann die Aussicht genossen werden, bis

der Gleitflug in einer Landung am Boden

endet. Sportspringer springen häufig

Formationen als Team und zeichnen

ihre Sprünge für Trainingsanalysen und

Jurybewertungen bei Wettbewerben mit

der Kamera auf. Der Kappenflug gilt als

eine der Königsdisziplinen: Hier werden

die Schirmkappen bewusst für Figuren

eingesetzt – eine riskante Herausforderung

selbst für erfahrenste Springer. |

Sina-Christin Wilk

Fallschirmsportclub Rheine e.V.

Tel.: 05971 / 991234 · www.fscrheine.de

Luftsportverein Eschendorf e. V.

Tel.: 05971 / 70530 · www.edxe.de

WISSEN KOMPAKT

DER FLUGPLATZ

Der Flugplatz Rheine-Eschendorf

(EDXE) wird von Motorund

Segelfliegern des Luftsportvereins

Eschendorf und

den Fallschirmspringern des

Fallschirmsportclubs Rheine

e.V. genutzt. EDXE ist ein

beliebtes Ausflugsziel mit Anbindung

an Fahrradrouten

und Wanderwege. Während

der Saison (April bis Okt.)

können

Tandemsprünge

gebucht werden. Für Tandemgäste

gilt eine Grenze

von 90 kg / 190 cm. Die Vereinsspringer

sind ganzjährig

am Platz, um nach Absprache

zu trainieren und zu springen.

Osnabrücker Wissen verlost einen

Tandemfallschirmsprung für eine Person!

Mehr zum Gewinnspiel auf Seite 51.

« Nach der Ausbildung können größere Formationen

gesprungen und verschiedene Disziplinen wie Freefly oder

das RW-Springen erlernt werden

45


KUNST & KULTUR

KUNST & KULTUR

Vergessene Bücher (6): Henry Jaegers Roman „Die Festung“

Welcher Häftling schrieb sich frei?

Seine Helden kamen von ganz unten: Henry Jaeger machte sich zum Anwalt der Menschen, die das

Wirtschaftswunder vergessen und die Wohlstandsgesellschaft ausgestoßen hatte. Der Sohn eines Kupferschmieds

wusste, von wem er schrieb.

Mitte der 1950er

Jahre hatte Henry

Jaeger das Vorhaben,

Medizin zu

studieren endgültig

aufgegeben und

als Anführer der

„Jaeger-Bande“

eine Reihe Aufsehen

erregender

Raubüberfälle begangen.

Er wurde

zu zwölf Jahren

Zuchthaus verurteilt

und ausgerechnet

hier

erwachten Jaegers fast schon vergessene literarischen

Ambitionen wieder zum Leben.

Auf Zetteln und Toilettenpapier begann er zu

schreiben – der Anstaltspfarrer schmuggelte

die Texte nach draußen und ließ sie dem Verleger

Kurt Dresch zukommen. So entstand

Jaegers erster Roman „Die Festung“, der 1962

erschien und zum internationalen Bestseller

avancierte.

Das Buch erzählt die Geschichte des

Kriegs-Heimkehrers Hugo Starosta, der mit

seiner Familie aus Ostpreußen geflohen ist.

In einem Auffanglager versucht er, sein Le-

ben wieder zu ordnen. Doch

mit Bauernschläue ist im

aufstrebenden Nachkriegsdeutschland

nichts mehr zu

gewinnen. Hugos „Transportunternehmen“

trudelt schon

bald einem traurigen Ende

entgegen und die knallbunten Lebensträume

seiner Kinder enden zwischen Erziehungsheim,

Saisonarbeit und Straßenstrich.

Ein halbes Jahrhundert später diskutiert

Deutschland noch immer über Parallelgesellschaften

und soziale Ausgrenzung.

Trotzdem scheiterten bislang alle Versuche,

wieder ein größeres Publikum für „Die Festung“

zu begeistern. Dabei liefern Jaegers

plastische Charaktere und Beschreibungen

spannende Antworten auf die Frage, wie die

Spaltung einer Gesellschaft entstehen und

sich immer weiter verfestigen kann.

Für den Autor selbst markierte der Roman

jedoch eine der vielen Kehrtwenden seines

ereignisreichen Lebens. Schon 1964 wurde

„Die Festung“ unter dem reißerischen Titel

„Verdammt zur Sünde“ mit Hildegard

Knef und Martin Held

verfilmt. Inzwischen hatte sich

sogar der baden-württembergische

Ministerpräsident und spätere

Bundeskanzler Kurt Georg

Kiesinger für die vorzeitige Entlassung

des Inhaftierten eingesetzt. Er „hoffe

und wünsche, daß dieser Gnadenerweis

dem Menschen und dem Autor Karl-Heinz

Jaeger zum Glück gerät“, gab Kiesinger

zu Protokoll. Tatsächlich ging es nun

steil bergauf.

Der „Festung“ folgten zahlreiche

Kurzgeschichten und eine Reihe weiterer

erfolgreicher Romane, so etwa

Der Autor: Henry Jaeger

„Rebellion der Verlorenen“ (1963), „Die bestrafte

Zeit“ (1964) oder „Das Freudenhaus“

(1966).

Jaeger kam auf legalem Weg zu Reichtum, zog

in die Schweiz und befreundete sich hier unter

anderem mit dem Schriftsteller-Kollegen

Erich Maria Remarque. Doch den Mechanismen

des Literaturgeschäfts entkam er nicht.

Die Kritiker, die einst seinen sozialkritischen

Ansatz und den lakonischen Stil gefeiert hatten,

tauschten ihre hymnischen Besprechungen

immer häufiger gegen das Etikett „Trivialliteratur“.

1995 erschien Jaegers letzter Roman

„Schnee“, private Probleme, Alkohol und

Spielsucht zehrten den Rest seines Vermögens

auf. Am 4. Februar 2000 starb Henry Jaeger

völlig verarmt in Ascona. | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

JAEGER LESEN

2012 erschien „Die Festung“, in

einer schön gestalteten Neuauflage

im B3-Verlag. Diese Fassung

ist weiterhin lieferbar, außerdem

gibt es bei B3 noch Restexemplare

des Romans „Das Freudenhaus“.

Alle anderen Werke von Henry

Jaeger sind nur noch antiquarisch

lieferbar – in der Unibibliothek

Osnabrück können allerdings

zahlreiche Titel, u.a. auch „Die

Festung“ ausgeliehen werden.

Bidler © B3-Verlag

-Anzeigensonderseite-

Plakate © Filmpassage Osnabrück // Kamera © fergregory // Kinosessel © peych_p; fotolia.de

Wo laufen

die Klassiker?

An jedem letzten Donnerstag im Monat lässt die Filmpassage die Meisterwerke großer Filmregisseure wieder

lebendig werden. So auch im Juli und August, wenn „Forrest Gump“ und „Scarface“ auf dem Programm stehen.

Dazu gibt es die 3D-Premiere eines runderneuerten Kultfilms von James Cameron.

27.07.

Wann wurde das Narbengesicht

in Deutschland salonfähig?

Brian de Palmas Klassiker „Scarface“ war seit

seinem Start am 9. März 1984 in Deutschland

nur in einer um 15 Minuten gekürzten

Version zu sehen. Die Szenen des amerikanischen

Originals galten als zu brutal, dem Film

haftete außerdem der Ruf an, das Gangstertum

zu glorifizieren. Düster, krude und

gewaltbesessen, urteilte auch das „Lexikon

des internationalen Films“ – sehr zum Unwillen

der „Scarface“-Fans in aller Welt.Erst

2011 wurde der Film vom Index gestrichen

und durfte seitdem in der Originalfassung

(mit Freigabe ab 18 Jahren) ausgestrahlt und

vertrieben werden.

Filmpassage

Osnabrück

Malte Gertje

(Betriebsleitungsassistent)

Johannisstraße 112-113

49074 Osnabrück

Hotline: 03871 – 211 40 40

www.filmpassage.de

31.08.

Wie ging es mit

Forrest Gump weiter?

Für den amerikanischen Schriftsteller Winston

Groom war die Verfilmung seines 1986

erschienenen Romans „Forrest Gump“ eine

der viel zitierten Schachteln Pralinen, bei

denen niemand weiß, was drinsteckt. Zwar

katapultierte der erfolgreiche Film das Buch

- acht Jahre nach seinem Erscheinen - in die

Bestseller-Liste der „New York Times“. Allerdings

bekam der Autor von den Einspielergebnissen

des Films wegen ungünstiger Verträge

nicht allzu viel ab. 1995 schrieb Groom

den Roman „Gump & Co.“, der die Lebensgeschichte

von Forrest fortsetzt. Paramount

kaufte die Rechte, Drehbuchautor Eric Roth

und Regisseur Robert Zemecki saßen schon

über dem Drehbuch und doch wurde aus Teil

II nichts – bisher …

Jeden letzten

Donnerstag im

Monat | 20.30 Uhr

Eintritt:

6 €

Special: Dienstag,

29.08.

Wo kämpft T-800 in 3D?

Das Original spielte 1991 mehr als 500

Millionen Dollar ein und wurde mit vier

Oscars ausgezeichnet. Doch Perfektionist

James Cameron wollte mehr und ging ein

Vierteljahrhundert später daran, „Terminator

2“ in die vielleicht beste 3D-Konvertierung

aller Zeiten zu verwandeln.

Cameron hatte in dem 13-minütigen Terminator-Ableger

“T2 3-D: Battle Across Time”

(1996) erstmals mit der neuen Technik

experimentiert. Nun verspricht der Kult-

Regisseur allen Fans „ein komplett neues,

aufregendes und intensives Seherlebnis!“

| Jessica Stegemann

Vorverkaufsstart ab

01.08.17

Kinoerlebnis in

3D

47


SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s?“

"

GRÜSSE AUS DER REGION!

Wohin führt die

Kreislaufwirtschaft?

HANDGEZEICHNET

Ein Diplom-Chemiker aus Münster bekam im Mai 1961 diese Postkarte aus Bad

Rothenfelde. Sie beginnt mit der Anrede „Mein lieber Junge!“, aber ob hier tatsächlich

die Frau Mama schrieb, lässt sich leider nicht mehr entziffern. Dass es

den Absendern im Osnabrücker Land gefiel, ist allerdings offensichtlich. Man

habe sogar schon zugenommen, heißt es im eng geschriebenen Kartentext. Auf

der Vorderseite ist das „idyllische Cafe-Restaurant zum Forstgarten“ zu sehen.

Das 1910 erbaute, zunächst von Heinrich Noltmann betriebene Haus war über

mehrere Jahrzehnte ein beliebtes und häufig gebrauchtes Postkartenmotiv. Auf

dieser Variante sehen wir, in zeittypischem Schwarz-Weiß, das Café und Gesellschaftszimmer

(oben) sowie das Weinzimmer. Wie sich das heutige „Cafe Hotel

Garni Forstgarten“ darstellt, erfährt man vor Ort – oder auch auch im Internet:

www.forstgarten.jimdo.com | Thorsten Stegemann

Bild Kohl © commons.wikimedia.org // Unterschrift © Thorsten Stegemann | Postkarte: Privatarchiv

Karikatur © Marcus Wolf, www.Fritz-Wolf.de

Seit Anfang der 1990er Jahre wird über ihn gestritten: Leistet der Grüne

Punkt einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz? Oder ist diese Art der

Mülltrennung einfach nur umständlich, teuer und obendrein noch ökologisch

überholt? Das Unternehmen selbst sieht sich gern als „Vordenker der

Kreislaufwirtschaft“. Fritz Wolf hatte auf den ersten Blick etwas Ähnliches –

auf den zweiten aber doch wieder etwas ganz Anderes im Sinn, als er 1993 seine

Version von gesicherter Entsorgung zu Papier brachte. | Thorsten Stegemann

WISSEN KOMPAKT

KARIKATURIST FRITZ WOLF

Fritz Wolf wurde 1918 in Mülheim

an der Ruhr geboren.

Er starb am 23. Dezember 2001

in Bad Rothenfelde. Im Vorfeld

seines 100. Geburtstages erinnert

Osnabrücker Wissen“ in

jeder Ausgabe an den großen

Karikaturisten.

Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 18: Helmut Kohl

6.500 hörten – 500 störten, notierte der Berichterstatter der „Neuen Osnabrücker

Zeitung“, dessen Sympathien im Juni 1984 erkennbar nicht

auf Seiten der „jugendlichen Störenfriede“ lagen. Helmut Kohl hatte im

Vorfeld der Europawahl eine Rede auf dem Marktplatz gehalten und

war von den lautstarken Gegendemonstranten ebenfalls wenig begeistert.

„Was uns ins Haus steht, wenn dieser Pöbel die Macht in unserem

Staat erringt, das wird uns hier vor Augen geführt“, schimpfte der konfrontationsbereite

Bundeskanzler.

Gleichwohl fand Kohl, der am 16. Juli 2017 im Alter von 87 Jahren verstarb,

auch versöhnliche Worte. Man habe aus der Geschichte gelernt,

dass es nie wieder einen Krieg in Europa geben dürfe. Anlässlich dieses

Besuches trug sich der der spätere „Kanzler der Einheit“ ins Goldene

Buch der Stadt ein. Im Laufe der Jahre absolvierte er insgesamt sechs

Helmut Kohl

© TRÄGERGEMEINSCHAFT „500 JAHRE REFORMATION – OSNABRÜCK“

2017

?

WAS IST

2016 2017

Wahlkampfauftritte in Osnabrück. | Thorsten Stegemann

500 JAHRE REFORMATION | REGION OSNABRÜCK

www.2017osnabrueck.de

48

49


Bemerkungen:

Motiv vom Autor

Hüvener Mühle

(Deutschland).

AUTOR

ISBN 978-3-8392- XXX-X € 14,99 / 15,50 [A]

AUTOR

Wie viel Wissen

steckt in Ihnen?

Mit dem Flugzeug

reisen

Ein Ereignis, dass

unbeabsichtigt

geschieht

& Schaden

anrichtet

Erste

Mahlzeit des

Tages

Was wurde in

Georgsmarienhütte

erzeugt?

Personen

die in

einem Betrieb

beschäftigt

sind

13

Lösungswort:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Bitte Kontaktdaten nicht vergessen ...

Auch dieses Mal können Sie mit dem

regionalen Kreuzworträtsel Ihr (vielleicht

gerade erst neu gelerntes?) Wissen testen und

unter Beweis stellen. Mit etwas Glück gewinnen

Sie sogar einen der attraktiven Preise, die

wir mit freundlicher Unterstützung einiger

unserer Partner verlosen (siehe rechte Seite).

50

Transport von

Personen oder

Gütern durch

die Erdatmosphäre

"Spielzeug" im

Diözesanmuseum

Fallschirmsprung

zu

zweit

12

der gepolsterte

Sitz,

auf dem ein

Reiter sitzt

Anderes

Wort für

Freund

10

11

2

den inneren …

überwinden

Teil des

Mittelmeeres

zwischen

Balkan und

Italien

3

Sehnlichster

Wunsch, etwas

zu besitzen

6

Zu

beweisende

Behauptungen

Was wird

Praxisnah im

Gymnasiums

Oesede

unterrichtet

Bezeichnung

für

verschiedene

Schnittkäse

Wir haben etwas

gegen Schmerzen!

Was verursacht

das Pochen des

Blutes an den

Gefäßwänden

Einsendeschluss: 28. September 2017

Die Gewinner werden benachrichtigt. Sollten

mehr richtige Antworten eingehen als Preise

zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

Das Redaktionsteam wünscht viel Erfolg!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Auszahlung der Preise in bar.

Mitarbeiter und Angehörige der teilnehmenden Unternehmen sind

von der Verlosung ausgeschlossen.

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

14

15 1

PRIVATPRAXIS

Dr. med. Wilhelm Kurz

Ärztehaus am Marienhospital

Bischofsstr. 30 · 49074 Osnabrück

Tel.: 05 41 / 99 89 777

Alternative Schmerztherapie · Traditionelle

Chinesische Medizin · Ganzheitliche Orthopädie

www.alternative-schmerz-therapie.de

8

5

Körper eines

Menschen

- Anzeige -

12 13

Gefrorenes

Wasser zum

verzehr

Ferngesteuertes

Flugobjekt

7

Sprengstoff

wenn man

vorsäztlich

angelogen

wurde, wurde

man...

Was wurde

bei der Varusschlacht

bei einer

Prospektion

gefunden?

Dem Menschen

nahe

verwandtes

Säugetier

Anderes Wort

für Geburt

Schicken Sie uns einfach das Lösungswort

sowie Ihre Kontaktdaten per E-Mail an:

gewinnspiel@osnabruecker-wissen.de

Alternativ auch gerne per Post:

Medienagentur KreativKompass GmbH

Stichwort OsWi-Gewinnspiel

Im Hamme 7, 49205 Hasbergen

9

14 15

4

LIEBLINGSPLÄTZE

zum Entdecken

LIEBLINGSPLÄTZE

zum Entdecken

XYZ Am et lacepratiati occabor erorpo

se maxim que velesero verupta

soluptatus. Aquiam facest apiciet

voluptate nosande liquiae. Percitatem

labor autempe riat is as veraturem

Bemerkungen:

remolecatem

Motiv

sini ut

vom

amenem

Autor

est, officae

eatquo qui sitam volorpo rehendantem

quianim usciuntis Hüvener consequas Mühle etur, samus,

te explabo. Ita pelenimos quae ne optata

Die Hüvener Mühle ist volupicaes eine der letzten dunt komplett pel in parum erhaltenen adipis kombinierten Wind- und

Wassermühlen Europas

dit

und

eum

liegt

reprem

im Landkreis

doluptaque

Emsland

coribuscius

eum voluptat i sa volorerum fugit,

im westlichen Niedersachsen

(Deutschland).

sunti debit facestrum et pa nimagnimus

custist, conest rere explitatus es exerc is

imporum dit libus sit omnis consequi

nus poribus excepud itaqui conseca

borite nonsequae nonsedis

XYZ Am et lacepratiati occabor erorpo

se maxim que velesero verupta

soluptatus. Aquiam facest apiciet

voluptate nosande liquiae. Percitatem

labor autempe riat is as veraturem

remolecatem sini ut amenem est, officae

eatquo qui sitam volorpo rehendantem

quianim usciuntis consequas etur, samus,

te explabo. Ita pelenimos quae ne optata

Die Hüvener Mühle ist volupicaes eine der letzten dunt komple pel in parum t erhaltenen adipis kombinierten Wind- und

Wassermühlen Europas

dit

und

eum

liegt

reprem

im Landkreis

doluptaque

Emsland

coribuscius

eum voluptat is sa volorerum fugit,

im westlichen Niedersachsen

sunti debit facestrum et pa nimagnimus

custist, conest rere explitatus es exerc is

imporum dit libu sit omnis consequi

nus poribus excepud itaqui conseca

borite nonsequae nonsedis

Titel Ortschaft

Preise

Titel Ortschaft

ISBN 978-3-8392- X-X € 14, 9 / 15,50 [A]

Titel Ortschaft

AUTOR

LIEBLINGSPLÄTZE

Emsland und die

zum Entdecken

Grafschaft Bentheim

Titel Ortschaft

CHRISTOPH BEYER

AUTOR

LIEBLINGSPLÄTZE

zum Entdecken

Emsland und die

Grafschaft Bentheim

CHRISTOPH BEYER

EssEn wiE bEi

gutEn FrEundEn

Genießen Sie den Sommer auf unserer Terrasse.

Die kulinarische Vielfalt und entspannte Atmosphäre

laden zum Verweilen ein. Wir begrüßen Sie täglich!

Reservierung unter Tel. +49 541 6096-628

im Steigenberger Hotel Remarque

Natruper-Tor-Wall 1 . 49076 Osnabrück

Tel. +49 541 6096-628

Öffnungszeiten: tägl. 6.30 bis 23.00 Uhr

www.osnabrueck.steigenberger.de

Filmpassage

Osnabrück

2x 1 Exemplar des

Buches

"Emsland und

die Grafschaft

Bentheim" vom

Autor Christoph

Beyer

1x ein Gutschein

für die

Weinwirtschaft im

Hotel Remarque zum

Brunch für

2 Personen

(Wert: 58 €)

1x 2 Tickets

für eine

Vorstellung der

„Kultklassiker“

nach Wahl! Immer

jeden letzten

Donnerstag im

Monat (20.30 Uhr)

3x 1 Ticket für die

Rednernacht am

13.10.2017 in

Osnabrück

Frische Themen -

Neue Gesichter!

www.

danielabensaid.com

RÄTSELN & GEWINNEN

Osnabrücker Wissen

schickt Sie zusammen mit

„Natours Reisen“ in den

Abenteuer-Urlaub

Wert:

7-tägige Kanutour

Dordogne Frankreich

Für eine Person im Sommer 2018

mit Eigenanreise (wählbar aus

Terminen von Juli - September, preiswerte

Bahnfahrkarten auf Anfrage).

449,- Euro

Kanu-Urlaub inklusive:

• 7 Nächte auf Campingplätzen

• Benutzung Wanderkanadier mit

kompletter Kanuausrüstung

• Einführung in die Paddeltechnik

• 5 geführte Kanutouren

• Natours-Reiseleitung

• Benutzung Kochausrüstung,

Tische,Bänke

• Transfer Cenac/ Beaulieu

www.natours.de/kanureisen/frankreich/kanutour-dordogne-frankreich

2x zwei Tickets

Sommerflimmern

Freie Filmwahl vom

08.07. - 27.8.2017

Filmtitel, Orte &

Termine unter:

www.

sommerflimmern.de

Einsendeschluss / Verlosung

bereits am 08. August 2017!

1x ein Gutschein

für einen

Fallschirm-

Tandemsprung

bei SkydiveRheine

(Wert 195 €)

www.fscrheine.de

3x 1 Freikarte

für je eine

Einzelfahrt (10

min.) für einen

Erwachsenen im

Nettedrom - der

E-Kartbahn am

Nettebad

3x 3 Monate

gratis trainieren

(02.10. - 31.12.2017)

im neuen

the GYM

Osnabrück

(inkl. 1x Turnbeutel,

1x Einkaufstasche

& 1x Trinkflasche)

Suchen Sie sich Ihren Wunschpreis selbst aus!

Tipp zur Gewinnspiel-Teilnahme: Geben Sie beim Lösungswort auch gerne mit an,

welche(n) der Preis(e) Sie am liebsten gewinnen möchten. Bei der Auslosung versuchen

wir daraufhin, die Preise den Gewinnern möglichst passend zuzuordnen.

51

Ohne Unebenheiten

Umgangssprachliche

Eine Speise in

sprudelndem

Bezeichnung

heißem Wasser

für Westernboots

garen

Gratis-

Zustellservice!

Die nächste Ausgabe von

Osnabrücker Wissen“ erscheint

im Oktober 2017.

Um zukünftig keine Ausgabe mehr zu verpassen,

einfach für unseren kostenlosen Zustellservice

unverbindlich online anmelden unter:

www.os-wissen.de

Redaktions- und Anzeigenschluss:

08. September 2017

redaktion@osnabruecker-wissen.de

Telefon: 0 54 05 / 80 83 216


PER RAD • IM WASSER • IN DEN BERGEN

ZU FUSS • IM SCHNEE • AM MEER • ZUSAMMEN

ERHOLUNG AUF DEM WASSER • ALLEINE • IM KANU

BEI REGEN • ACTION • IM SONNENSCHEIN [...]

„ ... weil ich beim Reisen die

Natur & Abwechslung liebe!“

Im Urlaub die Reinheit der Natur entdecken

und anschließend gemütlich entspannen: So

sehen perfekte Ferientage mit Natours Reisen

aus - von Tagestouren in der Osnabrücker

Region bis hin zu europaweiten Abenteuer-

Reisen.

Ob geführte Gruppenreisen mit unseren

kompetenten Reiseleitern oder unbegleitete

Individualreisen: Wir wollen genießen und in

der Regel keine sportlichen Höchstleistungen

vollbringen. Die Übernachtungen auf unseren

Natur- und Aktivreisen erfolgt in kleinen,

familiären Hotels und Pensionen, die großen

Wert auf eine gesunde Ernährung sowie Bio-

produkte legen.

© 2017 www.kreativkompass.de

Kontakt, Infos

und Buchungen

Natours Reisen GmbH

Potsdamer Straße 51

49088 Osnabrück

E-Mail: info@natours.de

Telefon: +49 541 34751894

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine