Tätigkeitsbericht Pflegeanwaltschaft Kärnten (2016)

werbereich

2016: Idee, grafische Gestaltung, Lektorat.

TÄTIGKEITSBERICHT

DER PFLEGEANWALTSCHAFT KÄRNTEN

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und F orstwirtschaft

JUNI 2014 - APRIL 2016

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


IMPRESSUM

Herausgeber und Medieninhaber:

Pflegeanwaltschaft Kärnten

Völkermarkter Ring 31

9020 Klagenfurt am Wörthersee

T: 050 536 57122 od. 0800 201319

F: 050 536 57120

E: pflegeanwaltschaft@ktn.gv.at

W: www.pflegeanwaltschaft.ktn.gv.at

Quellen der Statistiken, Tabellen und Grafiken:

Pflegeanwaltschaft

Bilder: fotolia, privat

Grafische Gestaltung:

Werbereich OG

Palais Fugger, Theaterplatz 5

9020 Klagenfurt am Wörthersee

T: 0664 7393 4272

E: office@werbe-reich.at

W: www.werbe-reich.at

2

Druck:

Steffan Druck KG

Hans-Wiegele-Str. 9

9100 Völkermarkt

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E: office@steffan-druck.at

W: www.steffan-druck.at

PFLEGEANWALTSCHAFT


INHALT

1 Die Pflegeanwaltschaft Kärnten............................................................................................... 6

1.1 Entstehungsgeschichte der Pflegeanwaltschaft Kärnten.......................................................................... 6

1.2 Gesetzliche Grundlage der Pflegeanwaltschaft Kärnten........................................................................ 7

1.3 Organisationsstruktur der Pflegeanwaltschaft....................................................................................... 9

1.3.1 Team der Pflegeanwaltschaft................................................................................................. 9

1.3.2 Räumlichkeiten der Pflegeanwaltschaft................................................................................... 9

1.3.3 Tätigkeitsstruktur der Pflegeanwaltschaft................................................................................ 10

2 KlientInnen der Pflegeanwaltschaft.......................................................................................... 12

2.1 KlientInnen aus dem häuslichen Pflege- und Betreuungsbereich............................................................ 12

2.2 KlientInnen aus dem stationären bzw. teilstationären Pflege- und Betreuungsbereich............................. 13

3 Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft.......................................................................................... 14

3.1 Gesamtübersicht der Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft im Zeitraum 1. Juni 2014 bis 1. April 2016...... 14

3.2 Information und Beratung................................................................................................................... 15

3.2.1 Beratungen im Zuge des häuslichen Versorgungsbereiches..................................................... 15

3.2.2 Beratungen im Zuge des stationären Versorgungsbereiches..................................................... 15

3.2.3 Beratungen allgemein........................................................................................................... 16

3.3 Mitteilungen ohne Intervention............................................................................................................ 16

3.4 Mitteilungen mit Interventionen............................................................................................................ 16

3.4.1 Beschwerdefälle aus dem stationären, teilstationären Bereich.................................................. 17

3.4.2 Beschwerdefälle aus dem häuslichen Bereich.......................................................................... 17

3.4.3 Allgemeine Beschwerdefälle.................................................................................................. 18

3.5 Stellungnahmen................................................................................................................................. 18

3.6 Anfragen........................................................................................................................................... 18

3.7 Öffentlichkeitsarbeit........................................................................................................................... 19

3.7.1 Vorträge der Pflegeanwaltschaft............................................................................................. 19

3.7.2 Sprechtage........................................................................................................................... 20

3.7.3 Medien................................................................................................................................. 20

3.7.4 Gestaltung bzw. Herstellung von Informationsmaterial............................................................ 20

3.7.5 Veranstaltungen der Pflegeanwaltschaft.................................................................................. 20

4 Mitteilungen mit Interventionen (Beschwerdefälle) als Fallbeispiele........................................... 24

4.1 Beschwerdefälle aus dem Bereich der stationären Langzeitpflege.......................................................... 25

4.2 Beschwerdefall aus dem Bereich der häuslichen Versorgung................................................................. 27

4.3 Beschwerdefall im Zuge eines Sprechtages........................................................................................... 28

3

5 Ausblick.................................................................................................................................. 29

6 Anhang................................................................................................................................... 30

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


VORWORT

DER PFLEGEANWÄLTIN

ALS PFLEGEANWÄLTIN DES LANDES KÄRNTEN

FREUE ICH MICH NUN DEN ERSTEN TÄTIG-

KEITSBERICHT DER PFLEGEANWALTSCHAFT PRÄ-

SENTIEREN ZU KÖNNEN. DIE PFLEGEANWALT-

SCHAFT KÄRNTEN BLICKT, OBWOHL SIE NOCH

SEHR JUNG IST, AUF EINE LÄNGERE ENTSTE-

HUNGSGESCHICHTE ZURÜCK.

Bereits 1999 gab es amtsintern die ersten Diskussionen,

die im Land bestehenden Anwaltschaften

um eine weitere Anwaltschaft für pflege- und

betreuungsbedürftige Menschen zu erweitern. Im

Dezember 2008 wurde der Gesetzesantrag zur Installierung

einer Pflegeanwaltschaft von der Landesregierung

an den Landtag weitergeleitet. Im

Februar 2009 trat das Kärntner Patienten- und

Pflegeanwaltschaftsgesetz in Kraft, wobei es im

März 2010 zu einer geringen und im April 2014

zu einer wesentlichen Gesetzesänderung kam.

Am 01.06.2014 war es so weit, es kam

zur Installierung der ersten Pflegeanwaltschaft

in Kärnten. Mit

diesem Schritt ist das kleine

Bundesland Kärnten österreichweit

einen einmaligen

Weg im Bereich der Pflege

und Betreuung von vorwiegend

alten pflege- und

betreuungsbedürftigen Menschen

gegangen.

Pflege ist:

Arbeit mit

den Händen,

dem Herzen und

dem Verstand.

(unbekannt)

4

In den übrigen Bundesländern

sind Pflege- und Patientenanwaltschaft

entweder in einem vereint oder aber

lediglich für BewohnerInnen von Altenwohn- und

Pflegeheimen zuständig. Kärnten geht mit der Teilung

dieser beiden Bereiche einen anderen Weg.

Durch die Trennung von Patienten- und Pflegean-

PFLEGEANWALTSCHAFT


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Land- und F orstwirtschaft

waltschaft ist es möglich besser und bedürfnisorientierter

auf vorwiegend ältere, pflegebedürftige Menschen einzugehen.

Durch die Pflegeanwaltschaft kann die Qualität

der Versorgung von SeniorInnen, sei es in Altenwohnund

Pflegeheimen, im Zuge der mobilen Pflege und Betreuung

durch mobile Dienste oder die Betreuung durch

sogenannte 24-h Betreuungskräfte besser gewährleistet

und letztlich, bezogen auf den Einzelfall, auch kontrolliert

werden.

Die Aufgaben der Patientenanwaltschaft unterscheiden

sich ganz wesentlich von den Aufgaben der Pflegeanwaltschaft.

Ist die Patientenanwaltschaft für den Bereich der

Krankenanstalten und der niedergelassenen Ärzte zuständig,

also fast ausschließlich für Behandlungsfehler im medizinischen

Bereich, kümmert sich die Pflegeanwaltschaft

um den gesamten extramuralen Bereich – also die Pflege

und Betreuung von vorwiegend älteren Menschen außerhalb

der Krankenanstalten.

Am Beginn der Tätigkeit musste, neben den täglich mehr

werdenden Anfragen und Beschwerdefällen, der gesamte

Aufgabenbereich der Pflegeanwaltschaft strukturiert werden.

Dazu wurden die Tätigkeitsfelder in unterschiedliche

Kategorien aufgeteilt, die Homepage wurde entwickelt

und aufgebaut. Um von Anfang an, den sonst üblichen

Aktenberg erst gar nicht entstehen zu lassen, entschied

ich mich, zur Gänze mit dem in der Landesverwaltung

verwendeten Dokumentationssystem Domea zu arbeiten.

Diese Entscheidung hat sich nach beinahe zwei Jahren

als eine äußerst gute herauskristallisiert. Einen großen

Teil der Arbeit nahm auch die Vorbereitung und Abhaltung

des mit großem Erfolg durchgeführten Kongresses

„Pflege.anwalt.schaf(f)t“ in Villach ein.

In den beinahe zwei Jahren wurden knapp 700 Fälle von

der Pflegeanwaltschaft bearbeitet. Dabei blicke ich auf

berührende, traurige, aber auch lustige Begegnungen zurück.

In den allermeisten Fällen gab es für die KlientInnen

einen zufriedenstellenden Abschluss. Es waren aber auch

enttäuschende Ergebnisse, sowohl für die KlientInnen als

auch für mich als Pflegeanwältin dabei. In manchen Fällen

konnte ich die Enttäuschung jener Menschen, die sich

etwas anderes von der Pflegeanwaltschaft erwartet haben,

gut verstehen. In einigen wenigen Fällen war das Ergebnis

aufgrund der Sachlage wirklich nicht besser bzw.

anders zu erwarten.

Eine freudige Begebenheit, unabhängig von der Arbeit

mit und für KlientInnen, war der Umzug der Pflegeanwaltschaft

bzw. aller Anwaltschaften in das neue Haus der

Anwaltschaften am Völkermarkterring 31 in Klagenfurt

am Wörthersee. Das Gebäude, in dem ursprünglich ein

Teil der Sozialabteilung untergebracht war und welches

in weiterer Folge von der Landesimmobiliengesellschaft

- kurz LIG - mit einem Zubau versehen und einige Jahre

von dieser als Büroräumlichkeit genutzt wurde, wurde

für die fünf Anwaltschaften des Landes adaptiert. Die

Pflegeanwaltschaft teilt sich das gesamte Obergeschoss

des Neubaus mit der Patientenanwaltschaft. Die neuen

Büroräumlichkeiten sind hell und kundInnenfreundlich

– alles in allem ein sehr gelungenes „Haus der Anwaltschaften“.

Am Schluss dieses Vorwortes möchte ich einen besonderen

Dank meiner persönlichen Assistentin Bettina aussprechen.

Sie inspiriert mich mit ihrem Fachwissen, ihrer

kritischen Art und ihrem Wesen immer wieder, noch einmal

etwas zu überdenken. Aber auch der erst seit Jänner

2016 als Mitarbeiterin für den administrativen Bereich

der Pflegeanwaltschaft tätigen Michaela wünsche ich

alles Gute für ihre Einarbeitungszeit.

Dr. in Christine Fercher-Remler

5

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


1 Die Pflegeanwaltschaft Kärnten

DIE PFLEGEANWALTSCHAFT KÄRNTEN BESTEHT SEIT JUNI 2014. DIE ERSTE PFLEGEAN-

WÄLTIN, DR. IN CHRISTINE FERCHER-REMLER, GING IM JÄNNER 2014 BEI EINEM OB-

JEKTIVIERUNGSVERFAHREN VON 22 MITBEWERBERINNEN ALS ERSTGEREIHTE HERVOR

UND TRAT IHREN DIENST ALS PFLEGEANWÄLTIN AM 01. JUNI 2014 AN.

Auf die Frage, was die Pflegeanwaltschaft nun eigentlich ist, können mehrere Begriffe,

wie „Servicestelle“, „Beratungsstelle“ oder „Beschwerdestelle“ genannt werden. Das Besondere

an ihr ist aber die Einzigartigkeit nicht nur österreich- sondern europaweit. In den

anderen Bundesländern Österreichs gibt es keine weitere autonome Pflegeanwaltschaft,

die auch von einer Pflegeanwältin oder einem Pflegeanwalt geleitet wird. Häufig sind die

länderspezifischen Pflegeanwaltschaften ebenfalls für Fragestellungen bzw. Beschwerdemeldungen

aus dem Langzeitpflegebereich, sowie zum Teil auch für Beschwerdemeldungen

aus dem häuslichen Versorgungsbereich, beispielsweise im Fall einer pflegerischen

Betreuung durch soziale, mobile Dienste zuständig. Das Bundesland Tirol etwa, hat eine

„Heimanwaltschaft“. Ihre Zuständigkeit ergibt sich bereits aus dem Namen und erstreckt

sich ausschließlich über die Angelegenheiten von Personen, die in einem Altenwohn- und

Pflegeheim leben (z.B. Bearbeitung von Beschwerden betreffend HeimbewohnerInnen,

Beratungstätigkeiten im Zusammenhang mit Altenwohn- und Pflegeheimen etc.).

Der erste Abschnitt des nunmehr vorliegenden ersten Tätigkeitsberichtes der Pflegeanwaltschaft

stellt eine breite Übersicht über die Pflegeanwaltschaft im Allgemeinen, ihrer

Entstehung, ihrer Aufgabenstellung, ihrer internen Organisation usw. dar.

1.1 Entstehungsgeschichte der Pflegeanwaltschaft Kärnten

2001

1999

Erste Diskussionen

amtsintern & mit Regierungsmitgliedern

über die Ausweitung

der Anwaltschaften,

auch im Bereich

PFLEGE

SPÖ-Antrag zur

Errichtung einer

Pflegeanwaltschaft

inkl. Gesetzesentwurf.

Gesetzesperiode des

Landtages lief ab und

alle Anträge wurden

hinfällig

DEZ 2008

Gesetzesbeschluss zur

Installierung einer Pflegeanwaltschaft

durch

die Regierung - Weiterleitung

an den Landtag

MÄRZ 2010

Änderung

K-PPAG

JUNI 2014

Bestellung der

Pflegeanwältin

6

2000

Landtagsbeschluss -

die Landesregierung

müsse eine Pflegeanwaltschaft

einrichten

2005

Neuerliche Anträge von

Landesparteien zur Einrichtung

einer Pflegeanwaltschaft

- es blieb bei einer

bloßen Antragstellung

FEB 2009

K-PPAG trat

in Kraft

APRIL 2014

Wesentliche

Änderung K-PPAG

PFLEGEANWALTSCHAFT


Bereits im Jahr 1999 wurden erste Diskussionen,

sowohl amtsintern als auch unter den

Regierungsmitgliedern über die Ausweitung

der bis dato bestehenden Anwaltschaften des

Landes Kärnten um eine Anwaltschaft im Bereich

der Pflege geführt.

Schließlich erfolgte im Jahr 2000 ein Landtagsbeschluss

zur Errichtung einer Pflegeanwaltschaft.

Die SPÖ brachte im darauffolgenden

Jahr (2001) einen Antrag an den Landtag zur

„Errichtung einer Pflegeanwaltschaft“ inklusive

Gesetzesentwurf ein. Die Gesetzesperiode

des Landtages lief jedoch kurz darauf ab, alle

bis dato eingebrachten Anträge wurden hinfällig.

Schließlich erfolgten neuerliche Anträge

zur Installierung einer Pflegeanwaltschaft von

Landesparteien im Jahr 2005. Zu dieser Zeit

blieb es bei der bloßen Antragstellung.

Letztendlich erfolgte im Jahr 2008 der Gesetzesbeschluss

zur Einrichtung einer Pflegeanwaltschaft.

Die Kundmachung des geänderten,

bisher ausschließlichen Gesetzes über

die Patientenanwaltschaft, erfolgte im Februar

2009. Das Gesetz lautet nunmehr Kärntner

Patienten- und Pflegeanwaltschaftsgesetz

(K-PPAG). Bei der Novellierung im Jahr 2009

belief sich der wichtigste Inhalt auf die Installierung

eines Pflegeanwaltes bzw. einer Pflegeanwältin.

Zu einer tatsächlichen Besetzung

dieser Position kam es jedoch zu diesem Zeitpunkt

nicht.

Im April 2014 erfolgten nochmals wesentliche

inhaltliche Anpassungen des K-PPAG. Diese

beruhten vor allem auf der noch exakteren

Definition der Zuständigkeiten, einer Umformulierung

des Aufgabenbereiches und einer

Erweiterung der Befugnisse, indem beispielsweise

die Möglichkeit zur personenbezogenen

Dokumentationseinsicht im Beschwerdefall

und die Möglichkeit zur Durchführung von

Sprechtagen vorgesehen wurden. Nach dieser

nochmaligen Gesetzesänderung wurde die

erste Pflegeanwältin Kärntens bestellt. Frau

Dr. in Christine Fercher-Remler übt diese Funktion

nunmehr seit Juni 2014 aus.

1.2 Gesetzliche Grundlage der

Pflegeanwaltschaft Kärnten

Die gesetzliche Grundlage für die Pflegeanwaltschaft

Kärnten ist das Kärntner Patientenund

Pflegeanwaltschaftsgesetz (K-PPAG). Der

gesamte Gesetzestext des K-PPAG ist in seiner

aktuellen Fassung dem Anhang dieses Tätigkeitsberichtes

zu entnehmen.

Der zweite Abschnitt des K-PPAG widmet sich

dem „Pflegeanwalt“, wobei zur Wahrung der

Interessen von pflegebedürftigen Personen

beim Amt der Kärntner Landesregierung eine

Pflegeanwaltschaft eingerichtet und ein Pflegeanwalt/eine

Pflegeanwältin bestellt wird.

Der Pflegeanwalt/die Pflegeanwältin wird

von der Landesregierung auf die Dauer von

fünf Jahren bestellt. Eine Wiederbestellung

ist möglich, wobei in diesem Fall keine öffentliche

Ausschreibung zu erfolgen hat. Die

Pflegeanwältin/der Pflegeanwalt hat als Voraussetzung

die Qualifikation zum gehobenen

Dienst in der Gesundheits- und Krankenpflege

mitzubringen.

Der Pflegeanwalt bzw. die Pflegeanwältin ist

weisungsfrei. Die weiteren MitarbeiterInnen der

Pflegeanwaltschaft unterstehen in fachlichen

Belangen ausschließlich dem Pflegeanwalt

bzw. der Pflegeanwältin. Der Landesregierung

kommt gegenüber der Pflegeanwaltschaft ein

Kontrollrecht bezüglich geschäftlicher Belange

bei Nachfrage zu.

Explizit ausgenommen von der Zuständigkeit

der Pflegeanwältin/des Pflegeanwaltes

sind gemäß § 4 Abs 2 K-PPAG:

• die Pflege von Personen in Einrichtungen gemäß

der Kärntner Krankenanstaltenordnung

1999

• die Pflege von Menschen mit Behinderung

des Kärntner Chancengleichheitsgesetzes und

• die Pflege bei Personen oder in Einrichtungen

nach dem Kärntner Jugendwohlfahrtsgesetz

7

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

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Aufgaben der Pflegeanwaltschaft:

• Beratung von pflegebedürftigen Personen,

deren Angehörigen und gesetzlichen VertreterInnen

bzw. InteressensvertreterInnen in

Fragen die Pflege betreffend

• Entgegennahme von Beschwerden von

pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen

in Angelegenheiten der Pflege,

insbesondere bei bestehenden Pflege- bzw.

Betreuungssituationen in Einrichtungen, durch

soziale, mobile Pflege- und Betreuungsdienste

oder durch 24-h-Betreuungspersonen. Unter

Einrichtungen werden insbesondere Altenwohn-

und Pflegeheime, Zentren für psychosoziale

Rehabilitation und alternative Lebensräume

verstanden, die nach dem Kärntner

Heimgesetz bewilligt sind

• Vermittlung bei Konflikten und Meinungsverschiedenheiten

zwischen pflegebedürftigen

Personen, deren Angehörigen oder gesetzlichen

VertreterInnen gegenüber Pflege- und Betreuungseinrichtungen,

mobilen Diensten oder

diversen in der Pflege tätigen Personen

• Information der Öffentlichkeit, insbesondere

des von Pflegebedürftigkeit betroffenen Personenkreises

über Angelegenheiten, die für

pflegebedürftige Personen von Bedeutung sind

und über die Aufgaben und Tätigkeit der Pflegeanwaltschaft

• Begutachtung von Landesgesetzen und Verordnungen

der Landesregierung in Angelegenheiten

der Pflege

• Abgabe von Stellungnahmen in grundlegenden,

die Interessen von pflegebedürftigen Personen

betreffenden Fragen (z.B. bei Errichtung

oder Auflassung und Verbesserung stationärer

oder mobiler Versorgungsstrukturen, für die öffentliche

Mittel eingesetzt werden)

(§ 6 K-PPAG)

Zur Wahrung ihrer Aufgaben hat die Pflegeanwaltschaft

Befugnisse. Zu diesen Befugnissen,

die ebenfalls als „Werkzeuge“ der

Pflegeanwaltschaft bezeichnet werden können,

zählen unter anderem:

• Auskunftseinholung, Einholung von Berichten

und Stellungnahmen von zuständigen Landes-

und Gemeindeorganen, von Pflege- und

Betreuungseinrichtungen, mobilen, sozialen

Diensten und 24-h-Betreuungspersonen bzw.

-agenturen

• Akteneinsicht bei zuständigen Landes- und

Gemeindeorganen

• Zusammenarbeit mit weiteren Informationsund

Beschwerdestellen und entsprechenden

gesetzlichen beruflichen Vertretungen

• Zugang zu Pflege- und Betreuungseinrichtungen

und bei bestehender Zustimmung der

betroffenen pflegebedürftigen Personen bzw.

dessen VertreterInnen Einsicht in die Pflegeund

Betreuungsdokumentation

Unter der Nutzung dieser Befugnisse sollen

die Aufgaben der Pflegeanwaltschaft erfüllt

werden. Die Tätigkeiten im Sinne eines ablaufenden

Prozesses, die den MitarbeiterInnen

der Pflegeanwaltschaft und die Pflegeanwältin

selbst hierbei durchlaufen, können als Informations-

und Beratungsgespräche, Beschwerdenbearbeitung

im Sinne von Recherchetätigkeiten,

Konflikt- bzw. Vermittlungsgespräche,

Abhaltung von Sprechtagen, Öffentlichkeitsarbeit,

Verfassung von Stellungnahmen usw.

beschrieben werden.

8

PFLEGEANWALTSCHAFT


1.3 Organisationsstruktur

der Pflegeanwaltschaft

1.3.1 Team der

Pflegeanwaltschaft

Die Pflegeanwaltschaft wird durch

die Pflegeanwältin Frau Dr. in

Christine

geleitet.

Fercher-Remler

Seit September 2014 ist

Frau Mag. a (FH) Bettina

Irrasch als persönliche

Assistenz der Pflegeanwältin

in der Pflegeanwaltschaft

beschäftigt. Die

Ausweitung zu einem „Pflegeanwaltschaftsteam“

gestaltete sich

nicht ohne Hürden und wurde

schließlich mit der Anstellung

von Frau Michaela

Kreimer, MAS im Jänner

2016 ermöglicht.

1.3.2 Räumlichkeiten der

Pflegeanwaltschaft

Zu Beginn der Pflegeanwaltschaft Kärnten im Juni

2014 wurden zwei Räume im Verwaltungszentrum

des Amtes der Kärntner Landesregierung

(Mießtaler Straße 1, Klagenfurt) zur Verfügung

gestellt. Für die Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft

stellten diese, anfänglich zur Verfügung

gestellten Räume, eine Hürde dar. Im Hinblick

darauf, dass die Räume sich direkt im Verwaltungszentrum

des Amtes der Kärntner Landesregierung

befanden, war für die KlientInnen kaum

Anonymität zu gewährleisten. Mit Ende des Jahres

2015 übersiedelte die Pflegeanwaltschaft

Kärnten, sowie alle weiteren Anwaltschaften des

Landes in das „Haus der Anwaltschaften“ am

Völkermarkter Ring 31. Die Büroräumlichkeiten

der Pflegeanwaltschaft befinden sich im Obergeschoss

des Neubaues, welches sich die Pflegeanwaltschaft

mit der Patientenanwaltschaft teilt.

Die Räume sind großzügig angelegt, durchwegs

hell, lichtdurchflutet und freundlich, lassen aber

auch für häufig sensible Gespräche die notwendige

Atmosphäre zu.

9

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Land- und Forstwirtschaft


1.3.3 Tätigkeitsstruktur der Pflegeanwaltschaft

Beschwerdefall

• stationär

• häuslich

• allgemein

MITTEILUNGEN MIT

INTERVENTION

(BESCHWERDEFÄLLE)

Information & Beratung

Bei Fällen die in die Kategorie „Information

und Beratung“ fallen, werden Einzelsituationen

von pflege- und betreuungsbedürftigen

Personen geschildert bzw. gezielte Fragen gestellt.

Die Bearbeitung erfolgt im Zuge einfacher

Informationen bis hin zu ausführlichen,

mehrere Themenbereiche betreffende Beratungsgespräche.

ÖFFENTLICHKEITS-

ARBEIT

• Vorträge

• Sprechtage

• Presse

• Veranstaltungen

• Informationsmaterial

• Sonstiges

INTERNE

ORGANISATION

INFORMATION

&

BERATUNG

• Häuslicher Bereich

• Stationärer Bereich

• Allgemein

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STELLUNG-

NAHMEN

ANFRAGEN

MITTEILUNGEN

OHNE

INTERVENTION

Anfragen

• von Einrichtungen

• einzelner Personen

• der Pflegeanwaltschaft

10

Um die Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft

strukturiert zu erfassen und sie in weiterer Folge

auch in diversen Berichten, Vorträgen etc.

darstellen zu können, wurden sie analog dem

gesetzlich definierten Aufgabengebiet (vgl.

K-PPAG) gegliedert.

Die Gliederung der Tätigkeiten erfolgte bereits

im Gründungsjahr der Pflegeanwaltschaft. Jedoch

wurde diese Gliederung aufgrund der

gewonnenen praktischen Erfahrung, den tatsächlichen

Fragestellungen, Anfragen und

Beschwerdeinhalten etc. angepasst und im

Dezember 2015 geändert. Aktuell werden

die Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft gemäß

Abb. 6 gegliedert. Diese Gliederung bildet

auch die Grundlage des vorliegenden Tätigkeitsberichtes

der Pflegeanwaltschaft für den

Zeitraum 1. Juni 2014 bis 1. April 2016.

Zum besseren Verständnis werden in der Folge

die einzelnen Kategorien und bei Sinnhaftigkeit

bzw. Notwendigkeit die Unterkategorien

kurz erläutert.

PFLEGEANWALTSCHAFT


Diese personenbezogenen Informationen

und/oder Beratungsgespräche erfolgen je

nach Notwendigkeit telefonisch, schriftlich,

aber auch im Rahmen von direkten, zumeist

terminisierten Gesprächen. Die Beratungsgespräche

werden, wenn möglich im Büro der

Pflegeanwaltschaft durchgeführt, können bei

Notwendigkeit und Bedarf aber auch im häuslichen

Bereich, der zu beratenden oder informierenden

meist pflege- oder betreuungsbedürftigen

Personen stattfinden.

der Pflegeanwaltschaft getätigt. Häufig berichten

hier Angehörige oder Bezugspersonen von

pflegebedürftigen Personen in Einrichtungen

über Probleme bzw. Beschwerden, jedoch wird

zu diesem Zeitpunkt (noch) kein Einschreiten

der Pflegeanwaltschaft gewünscht.

Mitteilungen mit Interventionen

(Beschwerdefälle)

Diese Kategorie beinhaltet Beschwerdefälle

die in weitere Kategorien unterteilt werden:

Die Kategorie „Beratung und Information“

wird weiter untergliedert:

• Häuslicher Bereich

• Stationärer Bereich

• Allgemeines

Beratungen und Informationen, welche in die

Unterkategorie „häuslicher Bereich“ fallen,

beziehen sich zumeist auf Fragestellungen

zur „24-h-Betreuung“, zu sozialen, mobilen

Diensten (Hauskrankenpflege/-hilfe) oder

aber auch auf eventuelle Pflegemissstände

bzw. Verwahrlosungsfälle in einzelnen Haushalten.

• stationäre Versorgungsformen

• Versorgungsformen im häuslichen Bereich

• allgemeine Versorgungsformen, die nicht

zwingend dem stationären oder dem häuslichen

Bereich zugeordnet werden können

Wenn sich Beschwerden auf „stationäre Versorgungsformen“

beziehen, fallen hierunter

personenbezogene Beschwerdefälle aus dem

Bereich der Altenwohn- und Pflegeheime, der

alternativen Lebensräume, der Zentren für

psychosoziale Rehabilitation, der Tagesstätten

für SeniorInnen oder sonstigen Versorgungsformen

(z.B. bisher nicht bekannte Pflegestellen

etc.).

Die Unterkategorie „stationärer Bereich“ beinhaltet

Fragestellungen und Informationsweitergaben

zu Pflegesituationen von Personen,

die beispielsweise in Altenwohn- und Pflegeheimen

oder anderen Langzeitpflege- und Betreuungseinrichtungen,

wie auch in Tagesstätten

für SeniorInnen betreut und oder gepflegt

werden.

Die Unterkategorie „allgemeines“ bezieht sich

auf Beratungsgespräche, die ein breites Themenspektrum

bedienen. Beispielsweise können

Situationen pflegebedürftiger Menschen

mit mehreren Betreuungsmöglichkeiten besprochen

werden, wie auch Möglichkeiten zu

finanziellen Unterstützungen, aber auch die

Versorgungsituation durch Hilfsmittel und vieles

andere mehr.

Mitteilungen ohne Intervention

Diese Kategorie beinhaltet Informationen oder

Mitteilungen an die Pflegeanwaltschaft bzw.

die Pflegeanwältin, die zur Kenntnis genommen

werden sollen. Jedoch werden auf diese

Informationen hin keine Interventionen seitens

Beschwerdefälle aus dem „häuslichen Bereich“

betreffen Versorgungssituationen durch

soziale, mobile Dienste oder 24-Stunden-Betreuungspersonen.

Beschwerdefälle, die unter „allgemein“ kategorisiert

werden, können z.B. Meldungen

über eventuelle Vernachlässigungen oder

Beschwerden bezüglich des Schnittstellenmanagements

zwischen Krankenhaus- und dem

Langzeitpflegebereich sein. In jedem Fall sind

diese Beschwerdefälle nicht zwingend dem

stationären Langzeitpflege- oder dem häuslichen

Versorgungsbereich zuzuordnen.

Stellungnahmen der

Pflegeanwaltschaft

Stellungnahmen sind „Meinungsäußerungen“

der Pflegeanwaltschaft und können zu

pflegerelevanten Fragestellungen abgegeben

werden. In der Regel sind hiermit Stellungnahmen

zu diversen pflegerelevanten Projekten

oder Vorhaben gemeint, wie zum Beispiel

der Neuerrichtung oder der Umstrukturierung

stationärer, teilstationärer oder mobiler Ver-

11

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


sorgungsformen, für welche öffentliche Mittel

eingesetzt werden. Die Pflegeanwaltschaft ist

auch befugt Landesgesetze und Verordnungen

der Landesregierung in Angelegenheiten der

Pflege zu begutachten.

2 KlientInnen der

Pflegeanwaltschaft

Anfragen

In dieser Tätigkeitskategorie wird unterschieden

zwischen Anfragen, die an die Pflegeanwaltschaft

gerichtet werden und Anfragen,

die die Pflegeanwaltschaft selbst an weitere

Einrichtungen oder einzelne Personen stellt.

Anfragen an die Pflegeanwaltschaft sind Fragestellungen,

die nicht einzelne pflege- oder

betreuungsbedürftige Personen betreffen,

sondern zumeist allgemein gültige Auskünfte

bezüglich pflegerelevanter Themen bedürfen.

Die Anfragen können jedoch ebenfalls ausschließlich

die Pflegeanwaltschaft betreffen,

indem beispielsweise nach Informationsmaterial

usw. gefragt wird.

Öffentlichkeitsarbeit

In dieser Kategorie werden sämtliche Informationen

der Pflegeanwaltschaft dargestellt,

welche sich der Aufgabenstellung „Information

der Öffentlichkeit“ widmen. Zum Beispiel

Vorträge, Abhaltung von Sprechtagen außerhalb

der Büroräumlichkeiten der Pflegeanwaltschaft,

Informationen an die Presse bzw.

Berichte in Medien, Durchführung von Veranstaltungen,

sowie die Erstellung und Vorstellung

von diversen Informationsmaterialien.

IM KÄRNTNER PATIENTEN- UND PFLEGEANWALTSCHAFTS-

GESETZ WIRD ALS HAUPTAUFGABE DER PFLEGEANWALT-

SCHAFT „DIE WAHRUNG DER INTERESSEN VON PFLEGE-

BEDÜRFTIGEN PERSONEN“ ANGEGEBEN.

Im weiterführenden Aufgabenbereich wird die Beratung von

pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen oder

Bezugspersonen im Allgemeinen angeführt. Ein Gefühl, wie

viele Personen sich an die Pflegeanwaltschaft Kärnten wenden

könnten, gibt die aktuelle Anzahl an PflegegeldbezieherInnen

in Kärnten von 34.637 Personen. Dies entspricht

einem Prozentanteil von 6,21 der Bevölkerung Kärntens

(Gesamtbevölkerung Kärntens mit 1.1.2015 – 451.753 Personen)

(vgl. Statistik Austria, www.statistik.at, 14.04.2016).

Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich der Pflegeanwaltschaft

ist die Vermittlung bei Konflikten und Meinungsverschiedenheiten

und die Entgegennahme von Beschwerden,

wenn zur jeweiligen individuellen Pflege- und/oder

Betreuungssituation dritte Personen herangezogen werden

(vgl. § 6 Abs 1 K-PPAG).

Prinzipiell wird aus Sicht der Pflegeanwaltschaft hier innerhalb

zweier Kategorien von Pflege- und Betreuungssituationen

unterschieden:

• die Pflege- und Betreuungssituation im häuslichen Bereich,

sowie

• die Pflege- und Betreuungssituation im stationären, sowie

teilstationären Pflegebereich

2.1 KlientInnen aus dem häuslichen Pflegeund

Betreuungsbereich

12

Wenn nunmehr dritte Personen zur Pflege bzw. Betreuung im

häuslichen Bereich herangezogen werden, handelt es sich

hierbei in der Regel um

• mobile, soziale Dienste (Hauskrankenhilfe/-pflege) oder

• im Rahmen der so bezeichneten „24-Stunden-Betreuung“

um PersonenbetreuerInnen, die „rund-um-die-Uhr“

PFLEGEANWALTSCHAFT


zur Unterstützung im Haushalt, sowie zur Betreuung

anwesend sind und zumeist auch im

Haushalt der betreuungsbedürftigen Person

wohnen.

In diesem Sinne sind sämtliche KlientInnen, sowie

deren Angehörige, Bezugspersonen oder

gesetzliche Vertretungen von sozialen, mobilen

Diensten, wie auch von 24-Stundenbetreuungspersonen

in Kärnten potenzielle Personen,

die sich bezüglich eventueller Beschwerden

oder Konflikte bezogen auf die Pflege- und

Betreuungssituation an die Pflegeanwaltschaft

wenden können.

Die Pflegeanwaltschaft führte im Februar des

heurigen Jahres eine statistische Abfrage durch

und stellte fest, dass in ganz Kärnten 6.195

pflege- und betreuungsbedürftige Personen

KundInnen sozialer, mobiler Dienste sind. Wobei

das individuelle Zeitausmaß der Nutzung

der Dienstleistung natürlich stark variieren

kann.

Zu Beginn des Jahres 2016 bezogen in Kärnten

1.590 betreuungs- und pflegebedürftige Personen

eine monatliche Förderung zur 24-Stunden-Betreuung

(Angabe Sozialministeriumsservice).

2.2 KlientInnen aus dem stationären

bzw. teilstationären

Pflege- und Betreuungsbereich

Der „stationäre, sowie teilstationäre Pflegebereich“

umfasst, im Sinne der Möglichkeit sich

an die Pflegeanwaltschaft zu wenden, alle

KlientInnen, sowie deren Bezugs- oder Vertretungspersonen

von Kärntner Einrichtungen bewilligt

nach dem Kärntner Heimgesetz:

• Altenwohn- und Pflegeheime

• Zentren für psychosoziale Rehabilitation (ZPSR)

• Alternative Lebensräume

• Tageszentren für SeniorInnen

Altenwohn- und Pflegeheime sind Einrichtungen,

die betreuungs- und pflegebedürftigen

Personen Wohnraum bieten und die HeimbewohnerInnen

gemäß ihrem individuellen

Bedarf betreuen und pflegerisch versorgen.

Pflegeheime setzen hierbei den Schwerpunkt

auf höher pflegebedürftige Menschen, wobei

in ausschließlichen Altenwohnheimen der

Wohnzweck, sowie Betreuungsleistungen im

Vordergrund stehen.

Aktuell werden in Kärnten insgesamt 76 Altenwohn-

und/oder Pflegeheime betrieben, in denen

mit Stand Februar 2016 insgesamt 5.094

HeimbewohnerInnen versorgt werden.

Zentren für psychosoziale Rehabilitation übernehmen

die Betreuung von chronisch psychisch

kranken Menschen, die vorübergehende oder

auch dauerhafte Betreuung benötigen. In der

Regel werden in den ZPSR psychisch kranke

Menschen bis zur Pflegestufe 3 betreut.

Gemäß aktuell erhobener Zahlen der Pflegeanwaltschaft

Kärnten (Stand Februar 2016)

werden in Kärnten 29 ZPSR betrieben, in denen

insgesamt 664 KlientInnen betreut werden.

„Alternative Lebensräume“ sind private Einrichtungen

(Familien), in denen maximal sechs familienfremde

Personen betreut werden können.

Im Vordergrund steht hierbei das Wohnen im

Familienverband. Eine Unterbringung in einem

„Alternativen Lebensraum“ ist nur möglich,

wenn die betreuungsbedürftige Person keinen

höheren Pflegebedarf (maximal Pflegestufe 3)

hat und über die jeweils erforderliche Mobilität

verfügt (Homepage Land Kärnten, www.ktn.

gv.at, Themen – Pflege – Pflege und Betreuung

in Einrichtungen, 14.04.2016).

Mit Stand Februar 2016 werden 21 Alternative

Lebensräume betrieben, in denen 94 Personen

wohnen und betreut werden. Tageszentren sind

Einrichtungen für pflege- und betreuungsbedürftige

Menschen, die tagsüber einen strukturierten

Aufenthalt, sowie Pflege und Betreuung

anbieten (vgl. § 28 Kärntner Heimgesetz).

Gemäß den aktuell erhobenen Daten (Stand

Februar 2016) werden in Kärnten 12 Tageszentren

betrieben, in denen bis zu 144 SeniorInnen

betreut werden können.

13

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


3 Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft

3.1 Gesamtübersicht der Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft

im Zeitraum 1. Juni 2014 bis 1. April 2016

4

1%

106

15%

41

6%

258

37%

Information&Beratung

Mitteilung o. Intervention

Mitteilung m. Intervention

Stellungnahmen

Anfragen

Öffentlichkeitsarbeit

249

36%

32

5%

SEIT BESTEHEN DER PFLEGEANWALTSCHAFT

WURDEN VON 1. JUNI 2014 BIS 1. APRIL

2016 INSGESAMT 690 „FÄLLE“ BEARBEITET.

14

Ein so genannter „Fall“ bedeutet eine Gesamtabhandlung

einer, an die Pflegeanwaltschaft

herangetragenen, personenbezogenen Pflege-

und Betreuungssituation. Somit beinhaltet

ein Fall auf sehr unterschiedliche Art und Weise

eine durchwegs divergierende Anzahl an

Einzelinterventionen. Dies trifft für die Kategorien

„Information und Beratung“, sowie „Mitteilung

ohne Intervention“ oder „Mitteilung mit

Intervention“ (Beschwerdefälle) zu.

Im Falle der Kategorien „Stellungnahmen“,

„Anfragen“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ werden

spezifische Themen zum Beispiel in Form

einer Meinungsabgabe der Pflegeanwaltschaft

(Stellungnahme oder Beantwortung einer Anfrage

etc.) bearbeitet. Unter Öffentlichkeitsarbeit

werden die Gestaltung von Informationsmaterialien,

Abhaltung von Vorträgen und

Sprechtagen etc. verstanden. Somit bezieht

sich ein Fall der letzteren drei Kategorien nicht

auf eine bestimmte, individuelle Pflege- und

Betreuungssituation eines Menschen, sondern

auf allgemeine Fragestellungen.

Ein Fall kann in seiner Bearbeitung sehr unterschiedliche

Zeitressourcen in Anspruch nehmen

und daher entsprechend des Ressourceneinsatzes

kaum miteinander verglichen

werden.

In Abbildung 6 wird die Unterteilung der 690

bearbeiteten oder in Bearbeitung befindlichen

Fällen dargestellt:

• 258 Informationen bzw. Beratungen

• 32 Mitteilungen ohne Intervention

• 249 Mitteilungen mit nachfolgender

Intervention

• 4 Stellungnahmen der Pflegeanwaltschaft

• 106 Anfragen an bzw. von der

Pflegeanwaltschaft

• 41 Tätigkeiten im Rahmen der

Öffentlichkeitsarbeit.

Im Folgenden wird auf die Fallzahlen je Kategorie

näher eingegangen.

PFLEGEANWALTSCHAFT


3.2 Information und Beratung

Die bisher insgesamt 258 Informations- und

Beratungsgespräche können einer weiteren

Gliederung unterzogen werden:

3.2.2 Beratungen im Zuge des stationären/

teilstationären Versorgungsbereiches

0 5 10 15 20 25 30 35 40

• 71 personenbezogene Beratungs- und Informationsgespräche

im Rahmen einer bestehenden

häuslichen Versorgungsform

• 46 personenbezogene Beratungs- und Informationsgespräche

im Rahmen einer stationären

bzw. teilstationären Versorgungsform

• 141 allgemeine Beratungen, die anhand der

Inhalte nicht zwingend einer Versorgungsform

(häuslich, teilstationär oder stationär) zuzuordnen

sind (z.B. Themen, wie Pflegegeld, Sozialoder

Förderleistungen etc.).

3.2.1 Beratungen im Zuge des häuslichen

Versorgungsbereiches

24-h-Betreuung

soziale, mobile Dienste

ev. stationäre

Versorgungsform…

Vernachlässigungen im

häuslichen Bereich

Sonstiges

0 10 20 30 40

Altenwohn- und Pflegeheime

alternative Lebensräume

Zentren für psychosoziale

Rehabilitation

Tagesstätten für SeniorInnen

Sonstiges

Die Unterkategorie „Beratungen“ stationärer/

teilstationärer Versorgungsbereiche lässt deutlich

erkennen, dass die meisten personenbezogenen

Anfragen aus dem stationären Langzeitpflegebereich

Altenwohn- und Pflegeheime

kommen, gefolgt von Fragestellungen im Zuge

von Unterbringungen in Zentren für psychosoziale

Rehabilitation. Zur teilstationären Versorgungsform

„Tageszentrum“ wurden bis dato

noch keine Anfragen, die ein Informationsgespräch

bedurften, gestellt.

Im Bereich dieser Kategorie wurden die meisten

Fragen bezüglich eines eventuell bevorstehenden

Heimeinzuges gestellt (36 Fälle), gefolgt

von 17 Informations- und Beratungsgesprächen

zum Thema „24-Stunden Betreuung“.

15

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


3.2.3 Beratungen allgemein

Die übrigen Beratungs- und Informationsgespräche

bezogen sich auf einzelne Sozialbzw.

Förderleistungen, wie z.B. Kurzzeit- oder

Übergangspflege, der möglichen Verordnung

von diversen Hilfsmitteln (z.B. Inkontinenzhilfsmittel,

Rollstühle…) aber auch gezielten Fragestellungen

zu Sachwalterschaften, Vorsorgevollmachten

oder der Vertretung nächster

Angehöriger.

allg. Beratungsgespräche

Pflegegeld

Sozialleistungen/Förderleistungen

Hilfsmittel

Vertretungsverhältnisse

Familiäre Konflikte

keine Zuständigkeit

Sonstiges

0 5 10 15 20 25 30 35 40 45

Wenn spezielle Fragen gestellt werden, worin

seitens der Pflegeanwaltschaft keine Zuständigkeit

besteht, z.B. bei Behandlung und Pflege

von Personen in Krankenhäusern, werden

die Anfragenden an die zuständigen Anlaufstellen

verwiesen.

3.3 Mitteilungen ohne Intervention

In 32 Fällen handelte es sich lediglich um

Berichte über diverse Problemsituationen, in

deren Fall auf Wunsch der/des Beschwerdeführerin/Beschwerdeführers

kein Einschreiten

erfolgte.

16

Gut erkennbar ist, dass die meisten Fragestellungen

zum Thema Pflegegeld gestellt wurden.

Wobei sich die Fragestellungen zumeist

auf die Problematik der nicht gerechtfertigt

wahrgenommenen Einstufung des Pflegegeldes

bzw. der Möglichkeit zur „Klage“ des

Pflegegeldbescheides beziehen. Weitere Fragen

betreffen die Möglichkeiten Pflegegeld zu

beantragen oder zu erhöhen. Es werden aber

auch Fragen zum Einstufungsverfahren selbst

gestellt.

Unter „Beratungsgespräche allgemein“ werden

Beratungsgespräche verstanden, die sowohl

im häuslichen, wie auch im stationären

Bereich stattfinden und in deren Ablauf zahlreiche

Themen bzw. verschiedenste Fragestellungen

besprochen werden können (z.B.

Gespräch über sämtliche Möglichkeiten der

Versorgung von der Hinzuziehung sozialer,

mobiler Dienste, 24-h-Betreuungspersonen

bis hin zum eventuellen Pflegeheimeinzug;

sämtliche Fördermöglichkeiten bezüglich der

häuslichen Versorgung von der Weiterversicherung

für pflegende Angehörige, die Möglichkeit

zur Pflegekarenz bis hin zur Kurzzeitpflege

etc.).

Sehr häufig handelt es sich hierbei um Erzählungen

über personenbezogene Pflege- und

Betreuungssituationen in diversen Einrichtungen.

Sie geben der Pflegeanwaltschaft in ihren

Namen keine, oder häufig „noch“ keine Vollmacht

um tätig werden zu können. Aus manchen

dieser Mitteilungen wurde in späterer

Folge eine Mitteilung mit Intervention, somit

ein Beschwerdefall.

3.4 Mitteilungen mit Interventionen

Wie bereits dargestellt bearbeitete die Pflegeanwaltschaft

seit ihrem Bestehen insgesamt

249 Mitteilungen mit Interventionen bzw. Beschwerdefälle.

Die Interventionen, die seitens

der Pflegeanwaltschaft in den diversen Beschwerdefällen

getätigt wurden sind äußerst

unterschiedlich.

Jeder Beschwerdefall wird individuell bearbeitet

und geht mit verschiedensten Interventionen

einher. Beispielhaft können als

Interventionen angeführt werden:

• Einholung von Stellungnahmen bzw. Auskünften

bei diversen anderen in der Pflegeund

Betreuungssituation beteiligten Personen,

Dienstleistern oder Behörden etc.

• Einsicht in Akten der betroffenen pflege- und

betreuungsbedürftigen Personen bei anderen

Behörden

• direkte Gesprächsführung mit der betroffenen

pflege- und betreuungsbedürftigen Person

PFLEGEANWALTSCHAFT


• Einsicht in die individuelle Pflege- und Betreuungsdokumentation

• Gesprächsführungen mit den beteiligten Personen

in Form von Vermittlungen bei bestehenden

Konflikten

• Anzeige an die Staatsanwaltschaft bei Annahme

bzw. Verdacht von Handlungen gegen strafgesetzliche

Normen

Das Ausmaß der Bearbeitung ist ebenfalls verschieden

und reicht von der Durchführung einer

einzelnen notwendigen Maßnahme, z.B. eines

Telefonates, bis hin zu zahlreichen unterschiedlichen

Interventionen.

Im folgenden vierten Abschnitt dieses Tätigkeitsberichts

werden Fallbeispiele zu Beschwerden

dargestellt.

3.4.2 Beschwerdefälle aus dem

häuslichen Bereich

sozialer, mobiler Dienst

24-h-Betreuung

0 5 10 15 20 25

Die 249 Fälle werden zwischen dem stationären

bzw. teilstationären, dem häuslichen Versorgungsbereich

und einem allgemeinen Bereich

aufgeteilt, wobei 76 % dem stationären Bereich

zugerechnet werden können.

sonstige häusliche Versorgungsformen

3.4.1 Beschwerdefälle aus dem

stationären, teilstationären Bereich

Altenwohn- und Pflegeheim

Alternativer Lebensraum

ZPSR

0 20 40 60 80 100 120 140 160 180

Bezogen auf den häuslichen Versorgungsbereich

beliefen sich von den insgesamt 29

Beschwerdefällen:

• 21 auf eine personenbezogene Versorgungsituation

mittels 24-Stunden-Betreuungspersonen

• 4 auf Versorgungssituationen mittels sozialer,

mobiler Dienste

• 4 weitere auf sonstige Dienstleister

Tagesstätte für SeniorInnen

sonstige stationäre Versorgungsformen

170 der insgesamt 190 Beschwerdefälle aus

dem Bereich der stationären bzw. teilstationären

Versorgung bezogen sich auf personenbezogene

Pflegesituationen in Altenwohn- und Pflegeheimen.

Dieser hohe Anteil entspricht auch der

Anzahl der KlientInnen in Altenwohn- und Pflegeheimen

von aktuell circa 5.100 Personen.

Weiters wurden bis dato 14 Beschwerdefälle

aus dem Bereich der Zentren für psychosoziale

Rehabilitation, sowie zwei Fälle betreffend Alternativer

Lebensräume und ausschließlich ein Fall

bezogen auf ein Tageszentrum für SeniorInnen

bearbeitet.

17

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


3.4.3 Allgemeine Beschwerdefälle

3.5 Stellungnahmen

Vertretungsverhältnisse

Vernachlässigung

Schnittstellenmanagement

Vermittlung von Versorgungsformen

Sozialleistungen/Förderleistungen

sonstiges

0 1 2 3 4 5 6 7

Zwei gesetzlich definierte Aufgaben der Pflegeanwaltschaft

sind die Abgabe von Stellungnahmen,

sowie die Begutachtung von

Landesgesetzen und Verordnungen in Angelegenheiten

der Pflege.

Die Pflegeanwaltschaft kann sowohl auf Anfrage,

wie auch in Eigeninitiative Stellungnahmen

zu oben angegebenen Themen abgeben.

Bis dato wurden zwei Stellungnahmen zu

pflegerelevanten Fragestellungen auf Anfrage

erstellt, sowie zwei Stellungnahmen zu

Gesetzesentwürfen.

Die 30 Fälle der Kategorie „allgemeine Beschwerdefälle“

beziehen sich, zu jeweils

sechs Fällen auf Meldungen über häusliche

Vernachlässigungen oder Fälle die konkrete

Empfehlungen zur Nutzung professioneller

Dienstleistungen beinhalteten. Ebenfalls

werden in dieser Kategorie beispielsweise

Meldungen über Sachwalterschaften oder

Schnittstellenmanagement zwischen intraund

extramuralen Institutionen bearbeitet.

Die beiden Stellungnahmen zu möglichen

Gesetzes- bzw. Verordnungsänderungen

werden im Folgenden angeführt, stehen

aber auch zum Download auf der Homepage

der Pflegeanwaltschaft zur Verfügung

(www.pflegeanwaltschaft.ktn.gv.at):

• Stellungnahme zum Entwurf der Kärntner

Heimverordnung, April 2015

• Stellungnahme zur GuKG-Novelle, September

2015

3.6 Anfragen

Unter Anfragen werden sämtliche Fragestellungen

an, oder von der Pflegeanwaltschaft

zu pflegerelevanten Themen verstanden, die

völlig losgelöst von Personen sind.

Die 106 bearbeiteten Anfragen werden folgend

unterschieden:

• 57 Anfragen wurden an die Pflegeanwaltschaft

von Einrichtungen bzw. DienstleisterInnen

oder anderen Behörden etc. gestellt

• 38 Anfragen erfolgten an die Pflegeanwaltschaft

von einzelnen Privatpersonen

• 11 Anfragen wurden bisher von der Pflegeanwaltschaft

an andere Einrichtungen gestellt

18

PFLEGEANWALTSCHAFT


Die Anfragen, die an die Pflegeanwaltschaft

bisher gestellt wurden, sind in deren Inhalt

sehr vielfältig. Aus diesem Grund wurde noch

keine weitere Untergliederung der Anfragen

vorgenommen. Die Anfragen an die Pflegeanwaltschaft

von anderen Einrichtungen oder

DienstleisterInnen betreffen häufig gezielte

Fragestellungen zu bestehenden Richtlinien

oder gesetzlichen Vorschriften bezogen auf

das Kärntner Heimgesetz, die Kärntner Heimverordnung.

Weitere Anfragen kommen zu

Möglichkeiten von diversen Sozialförderungen,

wie auch das Ersuchen um Handlungsempfehlungen

zu bestimmten Vorgehensweisen.

Einzelpersonen bzw. Privatpersonen

fragen nach allgemeinen Dienstleistungen

von Einrichtungen. Häufig werden auch Fragen

bezüglich der Finanzierung von Langzeitpflegeaufenthalten

und zur Tätigkeit der Pflegeanwaltschaft

selbst gestellt.

Anfragen der Pflegeanwaltschaft wurden beispielweise

an die Kärntner Gebietskrankenkasse,

an Ausbildungsstätten im Bereich der

Gesundheits- und Krankenpflege- und der

Sozialbetreuungsberufe und an Bezirkshauptmannschaften

usw. gestellt.

3.7 Öffentlichkeitsarbeit

Die 41 Tätigkeiten in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit

lassen sich nochmals unterteilen in:

• 12 Vorträge

• 11 Sprechtage

• 8 Einschaltungen bzw. Beiträgen in Medien

• 8 Gestaltungen bzw. Herstellung von

Informationsmaterial

• 2 Veranstaltungen

3.7.1 Vorträge der Pflegeanwaltschaft

Die meisten der bisherigen Vorträge der Pflegeanwältin

hatten zum Ziel die Pflegeanwaltschaft

selbst vorzustellen. Diese wurden zum

Beispiel im Rahmen von Meetings der Sozialund

Gesundheitssprengel der einzelnen Bezirke

Kärntens, sowie im Rahmen von Tagungen

von SozialarbeiterInnen beispielsweise am

Klinikum Klagenfurt, wie auch im Rahmen

der ReCare Messe 2015 am Messegelände

in Klagenfurt durchgeführt. Die Pflegeanwaltschaft

Kärnten konnte sich auch im Rahmen

des „Pflegekongresses 2015“ im Austria Center

Vienna im November präsentieren, indem

Frau Dr. in Christine Fercher-Remler einen Vortrag

über die Pflegeanwaltschaft Kärnten gehalten

hat, wie auch an der abschließenden

Podiumsdiskussion teilnahm.

Ein Vortrag der Pflegeanwältin im Rahmen eines

Fortbildungstages Ende Jänner 2016 am

Landeskrankenhaus Villach war inhaltlich am

Tagungsthema „Einflussfaktoren im Zusammenhang

mit Qualitätssicherung in Pflege- &

Altenheimen“ ausgerichtet.

Vorträge Pflegeanwaltschaft

2014:

23.10.: SGS St. Veit/Glan

30.11.: SGS Hermagor

05.12.: ARGE Pflegedienstleitungen

der Kärntner Krankenanstalten

2015:

21.01.: Besuch der unabhängigen

Expertin für Menschenrechte,

Frau Rosa Kornfeld-Matte

19.02.: SGS Klagenfurt, Sozial- und

Gesundheitstage

08.05.: ReCare Messe

09.06.: Sozialarbeiter der Kärntner

Krankenanstalten

29.09.: Tagung: Pflege.anwalt.schaf(f)t

30.11.: Pflegekongress Wien

2016:

27.01.: Fortbildungsveranstaltung LKH Villach

17.03.: Stammtisch für pflegende Angehörige,

Gemeinde Frauenstein

21.03.: Bildungszentrum KABEG,

Klinikum Klagenfurt

19

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


3.7.2 Sprechtage

Gemäß den gesetzlichen Richtlinien kann die

Pflegeanwältin zur Erfüllung ihrer Aufgaben

außerhalb ihrer Büroräumlichkeiten Sprechstunden

abhalten (vgl. § 6 Abs 5 K-PPAG). Vorerst

wurde bewusst die Entscheidung getroffen

Sprechtage in Altenwohn- und Pflegheimen

abzuhalten, damit HeimbewohnerInnen die

Möglichkeit haben mit der Pflegeanwältin in

Kontakt zu treten.

3.7.3 Medien

Seit Juni 2014 wurde wiederholt in wiederkehrenden

Medien über die Pflegeanwaltschaft

berichtet.

Beispielhaft wird angeführt:

• Polizeijournal zum Themenbereich „Sicherheit

für SeniorInnen im Alter“ (August 2014)

• Informationsblatt der Selbsthilfegruppen

(Jänner 2015)

• Interviewthemen in der Kleinen Zeitung „Sich

doch ein wenig zu Hause fühlen“ (März 2015);

„Alternative Lebensräume und Heimeinzug“

(März 2016)

• Besuch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser

und Landeshauptmannstellvertreterin Dr. in

Beate Prettner mit dem Landespressedienst

im Haus der Anwaltschaften (Februar 2016)

Das Ziel der Aussendung des Pressedienstes

anlässlich des Besuches des Landeshauptmannes

war in erster Linie die Information der

Öffentlichkeit über das neu formierte „Haus

der Anwaltschaften“ und dessen Standort am

Völkermarkter Ring 31 in Klagenfurt.

Die Pflegeanwältin hat bisher

folgende Sprechtage durchgeführt:

3.7.4 Gestaltung bzw. Herstellung

von Informationsmaterial

20

11.03.2015: SeneCura Pflegezentrum Arnoldstein

20.05.2015: Sozialzentrum Bad St. Leonhard

12.06.2015: Seniorenzentrum Völkermarkt

08.07.2015: SeneCura Pflegezentrum Villach

22.07.2015: Pflegeheim Haus „St. Laurentius“,

Winklern

08.09.2015: Laetitia Pflegeheim Haus Straßburg

01.02.2016: AVS Haus Norwegen,

Steindorf am Ossiachersee

03.02.2016: Diakonie de la Tour, Haus Harbach,

Klagenfurt

11.02.2016: AHA „Haus Valentina“,

Feistritz im Rosental

17.02.2016: AHA Seniorenzentrum Grafendorf

16.03.2016: DDr. Wagner Pflegeheim Kreuzbergl

Um die „junge“ Pflegeanwaltschaft mit ihren

Aufgaben, ihrem Tätigkeitsbereich und ihrer

Zuständigkeit der Öffentlichkeit vorzustellen

war es notwendig, verschiedene Informationsinstrumente

zu entwickeln. Dazu zählten:

- Logoentwicklung

- Folderentwicklung

- Entwicklung, Programmierung und Onlinestellung

der Homepage der Pflegeanwaltschaft

- Schreiben themenbezogener Newsletter etc.

Besuchen Sie zur weiteren Information unsere

Homepage:

www.pflegeanwaltschaft.ktn.gv.at

PFLEGEANWALTSCHAFT


3.7.5 Veranstaltungen der

Pflegeanwaltschaft

Die Pflegeanwaltschaft führte zwei Veranstaltungen

durch. Wobei eine Veranstaltung als

ein Informations- und Meinungsaustausch

zwischen der Pflegeanwaltschaft und den „Gesundheits-,

Pflege- und Sozialdiensten (GPS)“,

welche an den Bezirkshauptmannschaften angesiedelt

sind, zu verstehen war. Im Sinne des

Organisationsaufwandes sowie in Hinblick

auf die Teilnehmeranzahl, war die zweite Veranstaltung

wesentlich umfangreicher. Dabei

handelte es sich um die Tagung:

„Pflege.anwalt.schaf(f)t.“

Tagung: Pflege.anwalt.schaf(f)t

AM 29. SEPTEMBER 2015 VER-

ANSTALTETE DIE PFLEGEAN-

WALTSCHAFT KÄRNTEN IN KO-

OPERATION MIT „PFLEGENETZ“

IHRE ERSTE TAGUNG: PFLEGE.

ANWALT.SCHAF(F)T. DER TA-

GUNGSORT WAR DAS CON-

GRESS-CENTER VILLACH. DIE

TEILNEHMERINNENZAHL BELIEF

SICH AUF CA. 420 PERSONEN.

SOMIT WURDE DAS ZIEL, DIE

PFLEGEANWALTSCHAFT EINEM

GRÖSSEREN PERSONENKREIS

ZU PRÄSENTIEREN, ERREICHT.

Die Pflegeanwältin stellte am Beginn dieser

Tagung die Pflegeanwaltschaft ausführlich vor

und erklärte dem Publikum was es eigentlich

ist, was die „Pflege.anwalt.schaf(f)t“ so schafft.

Daran knüpfte Dr. Peter Kampits, Leiter des

Zentrums für Ethik in der Medizin an der Donau-Universität

Krems, an und spannte den

Bogen des ethischen Spannungsfeldes von

Pflegenden und zu Pflegenden. Anschließend

stellte Frau Annemarie Gigl, eine diplomierte

Gesundheits- und Krankenschwester aus

der Steiermark als Repräsentantin der Interessensgemeinschaft

Pflegende Angehörige

unter dem Thema: „Nicht hören, nicht sehen,

nicht sprechen“ die wesentlichsten Anliegen

im Sinne pflegender Angehöriger vor. Peter

und Tekal, zwei Kabarettisten aus Wien sorgten

für einen humorvollen Einstieg in das

Nachmittagsprogramm. Dr. Tom Schmid,

Institutsleiter der Sozialökonomischen Forschungsstelle

mit Sitz in Wien, nutzte danach

die volle Aufmerksamkeit des Publikums, um

andere europäische Versorgungsmodelle älterer,

betreuungsbedürftiger Menschen in Europa

zu beleuchten. Vor allem Frankreich und

Finnland dienten hierbei einem vertiefenden

Vergleich und als Basis für nachfolgende Diskussionen.

Als engagierter Moderator führte

Dr. Mike Diwald vom ORF Kärnten durch die

Tagung „Pflege.anwalt.schaf(f)t“.

21

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


Pflege.anwalt.schaf(f)t

22

PFLEGEANWALTSCHAFT



420 Teilnehmer besuchten

die Tagung. Wir konnten die

Pflegeanwaltschaft einem


größeren Personenkreis

präsentieren.

23

Bilder der Tagung: Pflege.anwalt.schaf(f)t

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


4 Mitteilungen mit Interventionen

(Beschwerdefälle) als Fallbeispiele

Wie bereits im Kapitel 3 „Tätigkeiten der Pflegeanwaltschaft

in Zahlen“ dargestellt, bearbeitete

die Pflegeanwaltschaft bisher insgesamt

249 sogenannten „Mitteilungen mit

Interventionen“ (Beschwerdefälle), wobei der

Großteil der Fälle in den Bereich der stationären

Langzeitpflege, betreffend Altenwohnund

Pflegeheime fällt.

Um ein Gefühl für die Inhalte dieser Beschwerden

zu vermitteln, werden hier im Folgenden

einzelne Fälle als Beispiele dargestellt.

Nicht selten sind Inhalte der Beschwerden von

Missverständnissen zwischen den beteiligten

Personen geprägt. Durch eine aufklärende,

offene und informative Kommunikation der

Pflegeanwaltschaft kann häufig schon im

Vorfeld eine Eskalation verhindert, zumindest

aber abgeschwächt werden. Beteiligt sind verschiedene

Personen und DienstleisterInnen

wie z.B. Pflege- und Betreuungspersonen der

verschiedensten Einrichtungen, auch im Sinne

des Schnittstellenmanagements, SachwalterInnen,

KlientInnen, Angehörige und Bezugspersonen,

Hausärzte, Fachärzte, SozialarbeiterInnen,

Behörden, Vermittlungsagenturen

für die 24-h-Betreuung, einzelne Betreuungspersonen.

Während der Bearbeitung eines

Beschwerdefalles werden für die MitarbeiterInnen

der Pflegeanwaltschaft häufig auch

andere Ursachen für die Äußerung von Beschwerden

sichtbar.

Einige Beispiele dafür sind:

• Fehlende Professionalität und Ausrichtung

der Dienstleistungen von Pflege- und Betreuungspersonen

an aktuellen, wissenschaftlich

anerkannten Erkenntnissen

• Personalmangel in diversen Pflege- und Betreuungseinrichtungen

• Mangelhafte Ausstattung von Pflegeheimen

vor allem im Bereich der Freiheitsbeschränkungen

• Schuldgefühle von Angehörigen gegenüber

der zu pflegenden Person

• Fehlender Einsatz von geeigneten Konzepten

Die zahlreichen Ursachen für Beschwerden

bzw. Problemen in Pflege- und Betreuungssituationen

sind, aus Sicht der Pflegeanwaltschaft

in jedem Fall stets vernetzt und sich gegenseitig

beeinflussend wahrzunehmen. Selten ist

die Problemlage bzw. die „Wahrheit“ hinter

einer Beschwerdemeldung auf eine einzelne

Ursache zurückzuführen.

24

FALLBEISPIELE

PFLEGEANWALTSCHAFT


4.1 Beschwerdefälle aus dem Bereich der stationären Langzeitpflege

Fallbeispiele

Der Sohn eines erst kürzlich in ein Pflegeheim eingezogenen Heimbewohners wandte sich mit

folgendem Sachverhalt an die Pflegeanwaltschaft:

Sein Vater ist seit circa sechs Tagen im Rahmen einer Übergangspflege im Pflegeheim X. Er hatte im

Vorfeld einen schweren Schlaganfall und befand sich lange Zeit im Krankenhaus. Vor diesem Schlaganfall

lebte er alleine und war weder pflege- noch betreuungsbedürftig. Kaum aus dem Krankenhaus

entlassen und im Pflegeheim angekommen, entfernte sich der betagte Mann ständig den transurethralen

Dauerkatheter und fügte sich dabei immer wieder Verletzungen zu. Das Pflegeheim verständigte

jedes Mal die Rettung und lies den Verletzten ins Krankenhaus bringen wobei in einem Fall sogar

eine Weitertransferierung auf die urologische Abteilung des Klinikum Klagenfurt notwendig wurde.

Auf Nachfragen des Sohnes beim Personal im Pflegeheim ob es denn nicht möglich wäre durch ein

Hilfsmittel den Vater am Entfernen des Katheters zu hindern, gab das Pflegepersonal an, dass sie

diesbezüglich keine Handlungen setzen könnten. Dies wäre „Freiheitsberaubung“ und man bräuchte

hierfür zumindest eine Bestätigung des Hausarztes. Daraufhin ging der Sohn zum Hausarzt um mit

diesem selbst über das Problem zu sprechen. Vereinbart wurde das Tragen eines speziellen Handschuhs,

der das „Zugreifen„ verhindern sollte, wofür der Arzt auch eine Bestätigung für das Pflegepersonal

des Heimes ausstellte.

Weiters gab der Sohn gegenüber der Pflegeanwaltschaft an, dass sein Vater im Heim aus dem Bett

gestürzt wäre. Wie lange er dann am Boden hätte liegen müssen und warum er nicht zur Abklärung

bzw. zur Ausschließung einer Verletzung zur Kontrolle ins Krankenhaus geschickt wurde, sei dem

Sohn unklar. Der Sohn selbst veranlasste sowohl die Kontrolle im Krankenhaus nach dem Sturz aus

dem Bett und besorgte auch den Handschuh, der seinen Vater am Entfernen des Dauerkatheters

hindern sollte.

FALLBEISPIEL 1 / MITTEILUNG – BEREICH STATIONÄRE LANGZEITPFLEGE

Der Sohn vermutet, dass das Pflege- und Betreuungspersonal nicht professionell vorgehe. Er versteht

nicht warum er den „Handschuh“, sowie eine Kontrolle auf der Unfallambulanz im Krankenhaus

nach dem Sturz des Vaters selbst organisieren musste. Er fragt daher in der Pflegeanwaltschaft an,

ob es ihm möglich sei, seinen Vater auch im Zeitrahmen der geförderten Übergangspflege durch des

Land Kärnten in ein anderes und wie er hoffte in ein besseres Pflegeheim zu „übersiedeln “.

Lösung:

Eine Mitarbeiterin der Pflegeanwaltschaft besuchte den betroffenen Heimbewohner im Pflegeheim X

und führte im Zuge dieses Besuches auch ein Gespräch mit der zuständigen Pflegeperson. Schon bei

diesem Besuch konnte festgestellt werden, dass vorwiegend kommunikative Missverständnisse in der

aktuellen Versorgungssituation des betroffenen Klienten, zwischen den verantwortlichen Pflegepersonen

und dem Sohn des Heimbewohners bestanden.

Von Seiten der Pflegeanwaltschaft wurde dem Sohn mitgeteilt, dass eine Überprüfung der pflegerischen

Versorgungssituation beim Vater durch die Mitarbeiterin der Pflegeanwaltschaft keine Mängel

ergeben haben. Des Weiteren wurde er über mögliche Sturzpräventionsmaßnahmen und das

Heimaufenthaltsgesetz mit den darin geregelten freiheitsbeschränkenden Maßnahmen aufgeklärt.

In diesem Gespräch wurde der Sohn auch für die schwierige Situation des Vaters, der sozusagen

direkt aus dem selbstständigen Leben in die Pflegebedürftigkeit „wechselte“ sensibilisiert. Nach der

Besprechung in der Pflegeanwaltschaft bemühte sich auch die Pflegedienstleitung ein informatives

Gespräch mit dem Sohn zu führen was letztlich doch zu einer zufriedenstellenden Pflege- und Betreuungssituation

für alle Beteiligten führte.

25

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


Fallbeispiele

FALLBEISPIEL 2 / BEREICH STATIONÄRE LANGZEITPFLEGE

Der Ehemann einer ehemaligen Klientin des Pflegeheimes Z – sie war zur Kurzzeitpflege in

diesem Haus - gibt gegenüber der Pflegeanwaltschaft folgenden Sachverhalt an:

Der Ehemann erzählte, dass seine Frau schon längere Zeit eine Halbseitenlähmung hätte und lediglich

mit dem Rollstuhl mobil sei, zusätzlich sei eine verbale Kommunikation kaum möglich. Grundsätzlich

pflegt er seine Frau schon lange Zeit zu Hause, nutzte aber aus verschiedenen Gründen für

knapp ein Monat das Kurzzeitpflegeangebot des Landes Kärnten.

Nach Beendigung der Kurzzeitpflege holte der Ehemann seine Frau, dieses Mal mit Hilfe einer

24-Stunden-Betreuung, wieder nach Hause. Erst zu Hause bemerkte der Ehemann tiefe Wunden,

sowohl am Steißbein, als auch an einer der beiden Fersen.

Lösung:

Nach genauer Beurteilung der Pflege- und Betreuungsdokumentation und der Einholung pflegerischer

Stellungnahmen durch die Pflegeanwaltschaft konnte festgestellt werden, dass die Klientin

bereits mit bestehenden Hautschäden zur Kurzzeitpflege ins Heim eingezogen ist.

Bei einem Gespräch in der Pflegeanwaltschaft bei dem sowohl Beschwerdeführer als auch Heimund

Pflegedienstleitung des betroffenen Altenwohn- und Pflegeheimes anwesend waren, konnten

Meinungsverschiedenheiten aufgeklärt werden.

FALLBEISPIEL 3 / BEREICH STATIONÄRE LANGZEITPFLEGE

Die Tochter eines Heimbewohners des Pflegeheimes Y wandte sich mit folgendem Ersuchen an

die Pflegeanwaltschaft:

Ihren Vater vom Pflegeheim Y ohne Einhaltung der vereinbarten einmonatigen Kündigungsfrist in

ein anderes Pflegeheim bringen zu wollen. Als Begründung für ihre Entscheidung gab sie an, dass

die Pflege ihres Vaters im Heim Y immer schlechter werde. Es gäbe viel zu wenig Personal, ihr Vater

würde häufig lange Zeit durchnässt mit Urin im Bett liegen. Das ganze Zimmer rieche unangenehm

nach Harn. Außerdem verschwinden ständig Kleidungsstücke, die meist nach Suchen im ganzen

Haus auch nicht mehr aufgefunden werden. Immer wiederkehrende Gespräche mit der Pflegedienstleitung

blieben erfolglos.

Lösung:

Der Bewohner wurde von einer Mitarbeiterin der Pflegeanwaltschaft im Heim besucht. Bei der Durchsicht

der Pflege- und Betreuungsdokumentation konnten deutliche Ungereimtheiten festgestellt werden.

Die aktuellen Bedürfnisse des betagten Herrn waren nicht adäquat erfasst, erkannt und berücksichtigt.

Gespräche wurden mit Verantwortlichen der betroffenen Institution geführt. Der gewünschte

Heimwechsel konnte ohne Einhaltung der Kündigungsfrist erfolgen. Kosten für verschwundene oder

verwaschene Wäsche wurden vom Heimträger ersetzt. Bezüglich des angesprochenen Personalmangels

wurde die Heimaufsicht des Landes Kärnten informiert.

26

PFLEGEANWALTSCHAFT


4.2 Beschwerdefall aus dem Bereich der häuslichen Versorgung

Fallbeispiele

Die Tochter einer pflegebedürftigen Person wandte sich mit folgendem Sachverhalt an die

Pflegeanwaltschaft:

Eine Vermittlungsagentur für eine 24-h-Betreuung sicherte zu, für die Mutter eine „deutschsprachige“

Betreuerin mit Fachkenntnissen zu vermitteln. Gekommen ist dann aber eine Betreuungsperson ohne

jegliche Deutschkenntnisse. Zusätzlich zu diesem Problem konnte die Dame bei der Betreuung ihrer

Mutter aufgrund eigener Gesundheitsprobleme nicht wirklich helfen, beispielsweise konnte sie nicht

heben. Die Tochter wollte daher den Vertrag mit der Agentur kündigen. Sie wandte sich mit diesem

Sachverhalt zuerst an die Vermittlungsagentur. Diese bestand darauf, alle Kosten, wie die einmalige

Vermittlungsgebühr von 400,- und die monatlich anfallende, somit laufende Gebühr für die Agentur

von 80,- zu zahlen seien. Daraufhin kam die betroffene Angehörige mit ihrem Anliegen in die

Pflegeanwaltschaft.

Lösung:

Alle schriftlichen Unterlagen bezüglich der Vermittlung wurden sowohl von der Agentur als auch

von der Beschwerdeführerin angefordert. In diesem Fall waren alle Verträge vorhanden und korrekt

ausgeführt. Bei einem Gespräch, sowohl mit dem Betreiber der Agentur, als auch mit der beschwerdeführenden

Tochter wurde deutlich, dass die Erwartungen der Tochter an die ausländische

Personenbetreuungskraft viel zu hoch waren. Die zu betreuende Person war nicht nur betreuungssondern

schwer pflegebedürftig. Der Tätigkeitsbereich in diesem Fall entsprach keinesfalls dem einer

Personenbetreuungskraft. Der Betreiber der Agentur bot eine Kulanzlösung an mit der die Tochter

zufrieden war.

FALLBEISPIEL 4 / BEREICH HÄUSLICHE VERSORGUNG

27

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


4.3 Beschwerdefall im Zuge

eines Sprechtages

Während eines Sprechtages der Pflegeanwältin

in einem Altenwohn- und Pflegeheim

sprach ein jüngerer Heimbewohner vor.

Er gab an nach einem Schlaganfall nur mehr

mit dem Rollstuhl mobil zu sein und deshalb

könne er selbständig sehr schwer das Heim

verlassen. Seinen Wunsch nach einem elektrisch

betriebenen Rollstuhl, der ihm etwas

mehr Selbständigkeit bringen würde, kann er

sich in seiner finanziellen Situation nicht erfüllen.

Der Antrag bei der Sozialversicherung für

Kostenübernahme wurde abgelehnt.

Lösung:

Nach längeren Interventionsversuchen der

Pflegeanwaltschaft bei verschiedenen Institutionen

konnte nach ca. sechs Monaten ein

E-Stuhl für diesen Klienten und eine Finanzierungsmöglichkeit

gefunden werden.

Die Kosten für den Rollstuhl teilten sich:

• die Pensionsversicherungsanstalt im Zuge einer

einmaligen Unterstützung

• die Abteilung für Soziales und Gesellschaft

im Amt der Kärntner Landesregierung im Zuge

der Individualförderung für orthopädische Versorgung

• und einem zumutbaren Betrag als Selbstbehalt

vom Bewohner

An dieser Stelle ein DANKE an die Abteilung

Soziales und Gesellschaft und die Pensionsversicherungsanstalt

für ihre Mithilfe.

28

PFLEGEANWALTSCHAFT


5 Ausblick

Die Pflegeanwaltschaft „feiert“ am 01. Juni

2016 ihren zweiten Geburtstag. Die Pflegeanwältin

schaut mit ihrem Team somit auf die

ersten zwei Jahre ihrer Tätigkeit zurück. Abzuschätzen

mit welchen Themen sich Menschen

an die Pflegeanwaltschaft wenden werden, war

anfänglich aufgrund fehlender Erfahrung nicht

möglich.


Wir kämpfen für den

besten Weg hilfs- und


pflegebedürftiger

Menschen.

Nun kann anhand der Fragestellungen und

Problemlagen, die an die Pflegeanwaltschaft

herangetragen wurden, abgeleitet werden

welche Informationsmängel bezogen auf pflegerelevante

Themen bestehen. Zukünftig ist

angedacht Wissenslücken zu schließen bzw.

zu verringern. Es ist geplant zu den wichtigsten

Fragestellungen Informationsbroschüren zu

verfassen. Erste Themen könnten sein: Einzug

in ein Altenwohn- und/oder Pflegeheim, Dienstleistungen

sozialer, mobiler Dienste und ihre Finanzierung

usw.

Ziel der Öffentlichkeitsarbeit, ist es die Gesellschaft

mit dem Thema Pflege zu konfrontieren.

Weitere Tagungen, die an die erste Tagung

„Pflege.anwalt.schaf(f)t“ anknüpfen, sind zu aktuellen,

gesellschaftsrelevanten Pflegethemen

geplant.

wertschätzung

l e b e n s q u a lität

s p rachrohr

beratung

Der Grundsatz der Pflegeanwaltschaft, für den

besten Weg hilfs- und pflegebedürftiger Menschen

zu kämpfen, ist Ziel der täglichen Arbeit.

Sehr oft treffen die Worte von Konfuzius „DER

WEG IST DAS ZIEL“ auf die Arbeit der Pflegeanwaltschaft

zu.

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f

gesells c haft

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i

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b e dürfnis

individualität

krankheit

se

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pflege

menschen

a nwaltschaft

kommunikation

respekt

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alter

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würde

leben

m e n s c h enr e c h t e

privat- & intimsphäre

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und F orstwirtschaft

qualifizierte pflege

dürfen

selbstbestimmung

gesundheit

sterb e n

information

29

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


ANHANG

K-PPAG

RIS – Rechtsinformationssystem

Gesamte Rechtsvorschrift für Kärntner

Patienten- und Pflegeanwaltschaftsgesetz,

Fassung vom 08.03.2016

Langtitel

Kärntner Patienten- und Pflegeanwaltschaftsgesetz

- K-PPAG

StF: LGBl Nr 53/1990

Änderung

LGBl Nr 29/1994

LGBl Nr 108/1997

LGBl Nr 57/2002

LGBl Nr 8/2009

LGBl Nr 11/2010

LGBl Nr 19/2014

Sonstige Textteile

Inhaltsverzeichnis

1. Abschnitt Patientenanwaltschaft

§ 1 Patientenanwaltschaft

§ 2 Bestellung

§ 2a Abberufung

§ 2b Aufgaben und Befugnisse

§ 3 Tätigkeitsbericht

2. Abschnitt Pflegeanwalt

§ 4 Pflegeanwalt

§ 5 Bestellung und Abberufung

§ 6 Aufgaben und Befugnisse

§ 7 Tätigkeitsbericht

3. Abschnitt Gemeinsame Bestimmungen

§ 8 Kosten- und Abgabenbefreiung

§ 9 Verweisungen

Text

30

PFLEGEANWALTSCHAFT


1. Abschnitt

Patientenanwaltschaft

§ 1

Patientenanwaltschaft

(1) Zur Wahrung von Patienteninteressen in Krankenanstalten im Sinne der Kärntner Krankenanstaltenordnung 1999, LGBl. Nr. 26, und bei

Ärzten, die der Ärztekammer für Kärnten, oder Zahnärzten, die der Landeszahnärztekammer für Kärnten angehören, wird beim Amt der Kärntner

Landesregierung eine Patientenanwaltschaft eingerichtet und ein Patientenanwalt oder eine Patientenanwältin bestellt.

(2) Der (Die) Patientenanwalt (-anwältin) hat die Patienten, die sich an ihn (sie) wenden, zu beraten und ihnen alle

Informationen weiterzugeben, soweit nicht gesetzliche Verschwiegenheitspflichten dagegen stehen.

(3) Der (Die) Patientenanwalt (-anwältin) ist weisungsfrei.

(4) Die Landesregierung hat das Recht, sich über alle Gegenstände der Geschäftsführung der Patientenanwaltschaft zu unterrichten.

Die Patientenanwaltschaft ist verpflichtet, die von der Landesregierung im Einzelfall verlangten Auskünfte unter Wahrung

des Grundrechtes auf Datenschutz zu erteilen.

(5) Die in der Patientenanwaltschaft tätigen Bediensteten unterstehen fachlich nur den Weisungen des (der) Patientenanwalts (-anwältin).

(6) Die Landesregierung hat der Patientenanwaltschaft das zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderliche fachlich und persönlich geeignete Personal

und die erforderlichen Räumlichkeiten sowie die zweckentsprechenden Büro- und sonstigen Sach- und Geldmittel zur Verfügung zu stellen.

(7) Der Patientenanwalt (Die Patientenanwältin) und die Bediensteten der Patientenanwaltschaft sind verpflichtet,

die Amtsverschwiegenheit gemäß Art. 20 Abs. 3 B-VG zu wahren.

§ 2

Bestellung

(1) Der (Die) Patientenanwalt (-anwältin) wird von der Landesregierung auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. Eine Wiederbestellung ist möglich.

Dabei finden die Abs. 2 und 3 keine Anwendung.

(2) Die Stelle des (der) Patientenanwaltes (-anwältin) ist von der Landesregierung öffentlich auszuschreiben.

(3) Die Landesregierung hat bei der Bestellung auf das Ergebnis eines, die Chancengleichheit aller Bewerber und

Bewerberinnen gewährleistenden Auswahlverfahrens (Objektivierungsverfahrens) Bedacht zu nehmen.

§ 2a

Abberufung

Die Landesregierung hat den Patientenanwalt (die Patientenanwältin) mit Bescheid von seiner (ihrer) Funktion abzuberufen, wenn die

fachliche Befähigung oder die geistige oder körperliche Eignung nicht mehr gegeben ist oder wenn der Patientenanwalt

(die Patientenanwältin) seine (ihre) Pflichten grob verletzt oder vernachlässigt.

§ 2b

Aufgaben und Befugnisse

31

(1) Aufgaben der Patientenanwaltschaft sind:

1. die Entgegennahme von Beschwerden von Patienten und deren Angehörigen über die Behandlung oder die Betreuung

in Krankenanstalten oder bei Ärzten oder Zahnärzten sowie die Entgegennahme von Anregungen aus diesem Bereich;

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


2. die Vermittlung bei Meinungsverschiedenheiten und Streitfällen sowie

die Unterstützung bei der außergerichtlichen Schadensregulierung;

3. die Mitwirkung im Verfahren zur Entschädigung in Härtefällen gemäß § 15 des Kärntner Gesundheitsfondsgesetzes;

4. die Begutachtung von Rechtsvorschriften im Bereich des Gesundheitswesens;

5. die Information der Öffentlichkeit und von Patienten und deren Angehörigen über Angelegenheiten,

die für Patienten von Bedeutung sind, sowie über die Aufgaben und die Tätigkeit der Patientenanwaltschaft;

6. die Abgabe von Stellungnahmen in grundlegenden, die Patienteninteressen betreffenden Fragen, wie insbesondere bei der Errichtung oder

Auflassung sowie der Verbesserung stationärer oder ambulanter Versorgungsstrukturen, für die öffentliche Mittel eingesetzt werden;

7. die Errichtung von Patientenverfügungen gemäß § 6 des Patientenverfügungs-Gesetzes.

(2) Die zuständigen Landes- und Gemeindeorgane haben die Patientenanwaltschaft bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Sie sind

verpflichtet, auf Verlangen Berichte oder Stellungnahmen zu übermitteln, Akteneinsicht zu gewähren und Auskünfte zu erteilen.

(3) Bezieht sich die Wahrnehmung der Aufgaben der Patientenanwaltschaft auf die Tätigkeit von Ärzten oder Zahnärzten, sind die betroffenen

Personen oder Einrichtungen zur Abgabe einer Stellungnahme einzuladen. Die Patientenanwaltschaft hat erforderlichenfalls mit anderen Informations-

und Beschwerdestellen oder den entsprechenden gesetzlichen beruflichen Vertretungen zusammenzuarbeiten.

(4) Die Patientenanwaltschaft hat mit sonstigen Einrichtungen, deren Tätigkeit sich auf das Gesundheitswesen bezieht

oder die Patienteninteressen wahrnehmen (wie z. B. Patientenselbsthilfegruppen), die Zusammenarbeit zu suchen.

(5) Die Patientenanwaltschaft ist berechtigt, auch andere als in Abs. 2 bis 4 genannte Personen oder Einrichtungen einzuladen,

zu einem konkreten Vorbringen Stellung zu nehmen.

(6) Zur Wahrnehmung der Aufgaben nach Abs. 1 sind der Patientenanwalt (die Patientenanwältin) und die Mitarbeiter

der Patientenanwaltschaft berechtigt, jene Räume einer Krankenanstalt zu betreten, in denen Patienten untergebracht, behandelt,

versorgt, gepflegt, betreut oder begleitet werden.

(7) Der Patientenanwalt (Die Patientenanwältin) kann zur Erfüllung seiner (ihrer) Aufgaben außerhalb seiner (ihrer)

Büroräumlichkeiten Sprechstunden abhalten.

(8) Die Inanspruchnahme der Patientenanwaltschaft kann auch anonym erfolgen.

§ 3

Tätigkeitsbericht

Der (Die) Patientenanwalt (-anwältin) hat jährlich einen Bericht über seine (ihre) Tätigkeit und die hiebei gesammelten Erfahrungen zu verfassen

und der Landesregierung vorzulegen. Die Landesregierung hat den Bericht dem Landtag zur Kenntnis zu bringen.

32

PFLEGEANWALTSCHAFT


2. Abschnitt

Pflegeanwalt

§ 4

Pflegeanwalt

(1) Zur Wahrung der Interessen von pflegebedürftigen Personen wird beim Amt der Kärntner Landesregierung eine Pflegeanwaltschaft

eingerichtet und ein Pflegeanwalt oder eine Pflegeanwältin bestellt.

(2) Von der Zuständigkeit des Pflegeanwaltes (der Pflegeanwältin) ausgenommen ist die Pflege von Personen in Einrichtungen gemäß § 1 Abs.

1 und gemäß § 1 Abs. 2 der Kärntner Krankenanstaltenordnung 1999, von Menschen mit Behinderung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 des Kärntner

Chancengleichheitsgesetzes sowie die Pflege bei Personen oder in Einrichtungen nach dem Kärntner Jugendwohlfahrtsgesetz.

(3) Der Pflegeanwalt (Die Pflegeanwältin) ist weisungsfrei.

(4) Die in der Pflegeanwaltschaft tätigen Bediensteten unterstehen fachlich nur den Weisungen des Pflegeanwaltes (der Pflegeanwältin).

(5) Die Landesregierung hat das Recht, sich über alle Gegenstände der Geschäftsführung der Pflegeanwaltschaft zu unterrichten.

Die Pflegeanwaltschaft ist verpflichtet, die von der Landesregierung im Einzelfall verlangten Auskünfte unter Wahrung des

Grundrechtes auf Datenschutz zu erteilen.

(6) Die Landesregierung hat der Pflegeanwaltschaft das zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderliche, fachlich und persönlich geeignete Personal

und die erforderlichen Räumlichkeiten sowie die zweckentsprechenden Büro- und sonstigen Sach- und Geldmittel zur Verfügung zu stellen.

(7) Der Pflegeanwalt (Die Pflegeanwältin) und die Bediensteten der Pflegeanwaltschaft sind verpflichtet,

die Amtsverschwiegenheit gemäß Art. 20 Abs. 3 B-VG zu wahren.

§ 5

Bestellung und Abberufung

(1) Der Pflegeanwalt (die Pflegeanwältin) wird von der Landesregierung auf die Dauer von fünf Jahren bestellt.

Eine Wiederbestellung ist zulässig. Dabei findet der Abs. 3 keine Anwendung.

(2) Zum Pflegeanwalt (zur Pflegeanwältin) kann nur eine Person bestellt werden, die die fachlichen Voraussetzungen

für die Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erfüllt.

(3) Die Stelle des Pflegeanwaltes (der Pflegeanwältin) ist von der Landesregierung öffentlich auszuschreiben.

Die Landesregierung hat bei der Bestellung nach Abs. 1 auf das Ergebnis eines die Chancengleichheit aller Bewerber und

Bewerberinnen gewährleistenden Auswahlverfahrens (Objektivierungsverfahren) Bedacht zu nehmen.

(4) Die Bestellung nach Abs. 1 endet

a) mit Ablauf der Bestellungsdauer,

b) mit der Abberufung,

c) mit Ablauf jenes Jahres, in dem der (die) Pflegeanwalt (-anwältin) das 65. Lebensjahr vollendet oder

d) durch Verzicht oder Tod.

(5) Die Landesregierung hat den Pflegeanwalt (die Pflegeanwältin) mit Bescheid von seiner Funktion abzuberufen, wenn die fachliche Befähigung

oder die geistige oder körperliche Eignung nicht mehr gegeben ist oder er seine Pflichten grob verletzt oder vernachlässigt.

33

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


§ 6

Aufgaben und Befugnisse

(1) Aufgaben der Pflegeanwaltschaft sind:

1. die Beratung von pflegebedürftigen Personen, deren Angehörigen und gesetzlichen Vertreter

sowie von Interessensvertretern für pflegebedürftige Personen in Fragen die Pflege betreffend;

2. die Entgegennahme von Beschwerden von pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen in Angelegenheiten der Pflege,

insbesondere über die Behandlung, die Betreuung oder Pflege in Einrichtungen gemäß § 1 Abs. 1 des Kärntner Heimgesetzes,

durch mobile Pflege- und Betreuungsdienste, insbesondere solche nach § 15 Abs. 2 des Kärntner Mindestsicherungsgesetzes,

sowie durch Betreuungskräfte nach den Bestimmungen des Hausbetreuungsgesetzes oder durch zur Ausübung des Gewerbes

der Personenbetreuung nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung 1994 befugte Personen;

3. die Vermittlung bei Konflikten und Meinungsverschiedenheiten zwischen pflegebedürftigen Personen und deren

Angehörigen oder gesetzlichen Vertretern und Einrichtungen nach dem Kärntner Heimgesetz,

mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten oder in der Pflege tätigen Personen;

4. die Information der Öffentlichkeit und insbesondere des von Pflegebedürftigkeit betroffenen Personenkreises über Angelegenheiten,

die für pflegebedürftige Personen von Bedeutung sind, und über die Aufgaben und die Tätigkeit der Pflegeanwaltschaft;

5. die Begutachtung von Landesgesetzen und Verordnungen der Landesregierung in Angelegenheiten der Pflege;

6. die Abgabe von Stellungnahmen in grundlegenden, die Interessen von pflegebedürftigen Personen betreffenden Fragen,

wie insbesondere bei der Errichtung oder Auflassung sowie der Verbesserung stationärer oder mobiler Versorgungsstrukturen,

für die öffentliche Mittel eingesetzt werden.

(2) Die zuständigen Landes- und Gemeindeorgane sowie die Einrichtungen gemäß § 1 Abs. 1 des Kärntner Heimgesetzes und die mobilen Pflege-

und Betreuungsdienste, insbesondere solche nach § 15 Abs. 2 des Kärntner Mindestsicherungsgesetzes, haben die Pflegeanwaltschaft bei der Erfüllung

ihrer Aufgaben zu unterstützen. Sie sind verpflichtet, auf Verlangen Berichte und Stellungnahmen zu übermitteln und Auskünfte zu erteilen.

(3) Die zuständigen Landes- und Gemeindeorgane haben der Pflegeanwaltschaft auf Ersuchen Akteneinsicht zu gewähren.

(4) Bezieht sich die Wahrnehmung der Aufgaben auf Betreuungskräfte nach den Bestimmungen des Hausbetreuungsgesetzes oder durch zur

Ausübung des Gewerbes der Personenbetreuung nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung 1994 befugte Personen,

sind diese zur Abgabe einer Stellungnahme einzuladen. Die Pflegeanwaltschaft hat erforderlichenfalls mit anderen Informations- und

Beschwerdestellen oder den entsprechenden gesetzlichen beruflichen Vertretungen zusammenzuarbeiten.

(5) Zur Wahrnehmung der Aufgaben nach Abs. 1 ist der Pflegeanwalt (die Pflegeanwältin) berechtigt, Einrichtungen

gemäß § 1 Abs. 1 des Kärntner Heimgesetzes zu betreten und erforderlichenfalls bei Vorliegen der Zustimmung der

pflegebedürftigen Person oder von deren gesetzlichen Vertreter Einsicht in die diese Person betreffenden Unterlagen zu nehmen.

(6) Der Pflegeanwalt (Die Pflegeanwältin) kann zur Erfüllung seiner (ihrer) Aufgaben außerhalb seiner (ihrer)

Büroräumlichkeiten Sprechstunden abhalten.

(7) Die Inanspruchnahme der Pflegeanwaltschaft kann auch anonym erfolgen.

§ 7

Tätigkeitsbericht

34

(1) Der Pflegeanwalt (Die Pflegeanwältin) hat bei Bedarf, mindestens jedoch alle zwei Jahre, einen Bericht über die Tätigkeit der

Pflegeanwaltschaft und die dabei gesammelten Erfahrungen zu verfassen und der Landesregierung vorzulegen.

Die Landesregierung hat den Bericht dem Landtag zur Kenntnis zu bringen. Der Tätigkeitsbericht ist nach der

Kenntnisnahme durch den Landtag vom Pflegeanwalt (von der Pflegeanwältin) in geeigneter Weise zu veröffentlichen.

PFLEGEANWALTSCHAFT


3. Abschnitt

Gemeinsame Bestimmungen

§ 8

Kosten- und Abgabenbefreiung

(1) Die Inanspruchnahme der Patientenanwaltschaft und der Pflegeanwaltschaft ist kostenlos.

Den Aufwand der Patientenanwaltschaft und der Pflegeanwaltschaft hat das Land zu tragen.

(2) Für die Inanspruchnahme der Tätigkeiten der Patientenanwaltschaft oder der Pflegeanwaltschaft

sind keine Landesverwaltungsabgaben zu entrichten.

§ 9

Verweisungen

(1) Verweisungen in diesem Gesetz auf andere Landesgesetze sind als Verweisungen auf die jeweils gültige Fassung zu verstehen.

(2) Verweisungen in diesem Gesetz auf Bundesgesetze sind als Verweisungen in folgender Fassung zu verstehen:

1. Hausbetreuungsgesetz – HBG, BGBl. I Nr. 33/2007, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2008;

2. Gewerbeordnung 1994 – GewO 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 125/2013;

3. Patientenverfügungs-Gesetz – PatVG, BGBl. I Nr. 55/2006.

35

Abt. 10 – Kompetenzzentrum

Land- und Forstwirtschaft


36

PFLEGEANWALTSCHAFT KÄRNTEN

VÖLKERMARKTER RING 31

9020 KLAGENFURT AM WÖRTHERSEE

T: 050 536 57122 OD. 0800 201319

F: 050 536 57120

E: PFLEGEANWALTSCHAFT@KTN.GV.AT

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