1892-Sparbrief - Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von ...
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aktuell<br />
Ausgabe Nr. 1/2002 · April 2002<br />
Neues Produkt: Der »<strong>1892</strong>-<strong>Sparbrief</strong>« Seite 3<br />
Erste gemeinsame Mitgliederzeitschrift Seite I<br />
Wohntag 2002 am 29. Juni: Viele Überraschungen! Seite VI
Auf ein Wort/Thema<br />
Auf ein Wort<br />
Liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser,<br />
im Jahr 2002 wird die Genossenschaft<br />
wiederum ein umfangreiches Instandsetzungs-<br />
<strong>und</strong> Modernisierungsprogramm<br />
umzusetzen haben. Knapp<br />
10 Mio. Euro werden voraussichtlich<br />
für geplante Maßnahmen ausgegeben.<br />
Aus der Erfahrung heraus kommen<br />
außerdem noch Kleinstreparaturen im<br />
Umfang <strong>von</strong> ca. 2 Mio. Euro hinzu. Hinter<br />
diesen Zahlen verbirgt sich ein<br />
enormer technischer <strong>und</strong> verwaltungsmäßiger<br />
Aufwand. Größere Maßnahmen<br />
werden durch einen <strong>Bau</strong>leiter<br />
der Genossenschaft überwacht <strong>und</strong><br />
kontrolliert. Bei der unendlichen Vielzahl<br />
der kleinen <strong>und</strong> Kleinstaufträge ist<br />
eine permanente Kontrolle nicht<br />
immer möglich. Hier sind wir auf die<br />
Mithilfe unserer Bewohner angewiesen.<br />
Sollten Sie mit einer Handwerkerleistung<br />
in Ihrer Wohnung nicht einverstanden<br />
sein, so verweigern Sie<br />
bitte die Unterschrift des vorgelegten<br />
Arbeitszettels. Wir können dann erkennen,<br />
dass die Leistung nicht einwandfrei<br />
erbracht wurde <strong>und</strong> wir uns<br />
mit der beauftragten Firma weiter auseinandersetzen.<br />
Um unseren Service<br />
im Bereich der Reparaturen zu verbessern,<br />
ist Ihre Mitwirkung unverzichtbar.<br />
Ihr<br />
Hans-Jürgen Hermann<br />
2<br />
aktuell Thema:<br />
Die »<strong>1892</strong>« ist 110 Jahre alt<br />
Die „<strong>1892</strong>˝ ist wieder ein Jahr älter<br />
geworden. Genau am 9. März 2002 feierte<br />
unsere Genossenschaft ihren 110. Geburtstag.<br />
Ein stolzes Alter wie wir finden.<br />
Als <strong>Berliner</strong> Spar- <strong>und</strong> <strong>Bau</strong>verein ohne<br />
Wohnungsbestände gegründet, blicken<br />
wir auf eine lange Tradition zurück. Heute<br />
wohnen unsere Mitglieder fast in ganz<br />
Berlin. Und noch immer engagieren sich<br />
aktuell Service:<br />
Schon gewusst? Das TAGES-Café wurde<br />
am 30. November 2001 eröffnet. Zur kleinen<br />
Feierst<strong>und</strong>e konnten viele Neugierige<br />
<strong>und</strong> Gäste der „BVG Heimstättenbaugesellschaft“<br />
<strong>und</strong> der „<strong>1892</strong>˝ begrüßt<br />
werden. Bei Kaffee, Kuchen <strong>und</strong> Musik<br />
beschnupperten die zukünftigen Café-<br />
Besucher ihren neuen Treffpunkt.<br />
Das TAGES-Café bietet Frühstück, kleine<br />
Mittagsgerichte, selbstgebackene Kuchen<br />
<strong>und</strong> natürlich ein angenehmes Am-<br />
viele Genossenschaftler für ein aktives<br />
Gemeinschaftsleben, organisieren Sommerfeste,<br />
treffen sich regelmäßig zu Skatr<strong>und</strong>en<br />
<strong>und</strong> vieles mehr.<br />
Dafür möchten wir an dieser Stelle ein<br />
herzliches Dankeschön sagen; denn bei<br />
der „<strong>1892</strong>˝ geht es nicht nur um Häuser<br />
allein; sondern vor allem die Menschen,<br />
die darin wohnen, machen sie aus! ■<br />
Das TAGES-Café in Charlottenburg –<br />
Ein voller Erfolg!<br />
Eröffnungsfeier des TAGES-Café<br />
»<strong>1892</strong>« online!<br />
www.bbwo<strong>1892</strong>.de<br />
biente <strong>und</strong> anregende Kommunikation.<br />
Außerdem können sich Jung <strong>und</strong> Alt zu<br />
sportlichen Aktivitäten <strong>und</strong> Gesellschaftsspielen<br />
treffen, gemeinsam Musik<br />
hören oder malen <strong>und</strong> basteln. Also der<br />
Phantasie Ihrer Freizeitgestaltung werden<br />
kaum Grenzen gesetzt. Neugierig<br />
geworden? Dann besuchen Sie einfach<br />
das TAGES-Café in der Haeselerstraße<br />
22 f in Charlottenburg. Frau Lorenz (Tel.:<br />
30 10 01 45, www.tages-cafe.de) freut<br />
sich auf Sie! ■
aktuell Spareinrichtung:<br />
Neue Produkte bei der »<strong>1892</strong>«<br />
Die Riester-Rente <strong>und</strong> der »<strong>1892</strong>-<strong>Sparbrief</strong>«<br />
Es hat geklappt – <strong>und</strong> zwar zweimal! Die<br />
Spareinrichtung der „<strong>1892</strong>˝ hat ab sofort<br />
die Möglichkeit zwei neue, <strong>von</strong> der zuständigen<br />
Aufsichtsbehörde, dem B<strong>und</strong>esaufsichtsamt<br />
für das Kreditwesen<br />
(BAKred), genehmigungspflichtige Produkte<br />
anzubieten.<br />
Wir hatten bereits darüber informiert,<br />
dass die „<strong>1892</strong>˝ , wie einige andere Wohnungsbaugenossenschaften<br />
mit Spareinrichtung,<br />
über den GdW, B<strong>und</strong>esverband<br />
deutscher Wohnungsunternehmen e.V.,<br />
ein Genehmigungsverfahren zur Zertifizierung<br />
<strong>von</strong> Altersvorsorgeverträgen, der<br />
sog. Riester-Rente, beim B<strong>und</strong>esaufsichtsamt<br />
für das Versicherungswesen beantragt<br />
hatte. Dem vorausgegangen war<br />
eine Zustimmung unserer diesbezüglichen<br />
Aufsichtsbehörde (BAKred). Im Dezember<br />
war es soweit: Unter der Zertifizierungsnummer<br />
003556 wurde uns die Erlaubnis<br />
erteilt, eine Riester-Rente in Form eines<br />
Banksparplanes anzubieten. Unsere Mitglieder<br />
haben insofern die Möglichkeit,<br />
ihre aufgr<strong>und</strong> der Gesetzesveränderungen<br />
im letzten Jahr verschlechterten Rentenzusagen<br />
bei ihrer „<strong>1892</strong>˝ mit staatlicher<br />
Förderung aufzubessern. Da die <strong>Berliner</strong><br />
Volksbank e.G. einen Banksparplan, also<br />
ein Produkt mit sehr geringem Risiko,<br />
nicht anbietet, ist die „<strong>1892</strong>˝ unseres Wissens<br />
nach die einzige Genossenschaft in<br />
Berlin, die plant, ein entsprechendes Angebot<br />
zu unterbreiten. Derzeit berechnen<br />
wir die Alternativen, die sog. Szenarien, ob<br />
es sich für uns auf diesem Gebiet lohnt<br />
als David gegen Goliath anzutreten. Bitte<br />
warten Sie die nächste Ausgabe der<br />
„<strong>1892</strong> aktuell” ab, individuell werden unsere<br />
bisherigen Sparer vorab informiert.<br />
Eile zum Abschluss <strong>von</strong> Riester-Verträgen<br />
besteht nach wie vor nicht: Es ist für<br />
die Förderung nicht notwendig, bereits<br />
jetzt einen Vertrag zu unterzeichnen, da<br />
alle Vertragsabschlüsse bis Dezember<br />
2002 noch für dieses Jahr gefördert werden<br />
– die Förderung wird gr<strong>und</strong>sätzlich<br />
rückwirkend gezahlt.<br />
Eine weitere gute Nachricht <strong>und</strong> gleichzeitig<br />
ein neues Produkt: Unser Antrag<br />
vom 28. März 2001, gegen Ausgabe <strong>von</strong><br />
Namensschuldverschreibungen, sog.<br />
<strong>Sparbrief</strong>en, fremde Gelder anzunehmen,<br />
wurde Mitte Februar 2002 positiv beschieden.<br />
Konkret bedeutet dies, dass wir<br />
in Kürze unseren Sparern dieses Produkt<br />
mit fester Laufzeit <strong>und</strong> einem gewissen<br />
Zinsplus gegenüber den bisher schon<br />
guten Konditionen der „normalen˝ Spareinlagen<br />
anbieten können. Sobald die<br />
Urk<strong>und</strong>en gedruckt sind, werden wir die<br />
konkreten <strong>Sparbrief</strong>e anbieten. Sollten Sie<br />
bereits heute Fragen zu den neuen Angeboten<br />
der „<strong>1892</strong>˝ haben, sprechen Sie<br />
uns bitte an. Sowohl die Mitarbeiter der<br />
Spareinrichtung als auch die Vorstandsmitglieder<br />
Hans-Jürgen Hermann <strong>und</strong><br />
Dirk Lönnecker stehen Ihnen mit Rat <strong>und</strong><br />
Tat gern zur Verfügung. ■<br />
Neue Freistellungsgrenzen<br />
für<br />
Kapitalerträge<br />
Seit dem 1. Januar 2002 gelten neue Freistellungsgrenzen<br />
für Kapitalerträge. Die<br />
Freibeträge für Einzelpersonen bzw. zusammenveranlagten<br />
Verheirateten wurden<br />
geringfügig auf 1.601 bzw. 3.202 <br />
erhöht. Die noch in DM gestellten Freistellungsaufträge<br />
wurden automatisch<br />
auf volle Eurobeträge ger<strong>und</strong>et. Gerne beraten<br />
wir Sie persönlich zu Ihrem Freistellungsauftrag<br />
in der Spareinrichtung. ■<br />
... <strong>und</strong> die Euro-Silber-Münze<br />
Wir bieten unseren K<strong>und</strong>en die ersten<br />
deutschen Euro-Silber-Münzen mit einem<br />
Nennwert <strong>von</strong> 10,– Euro an (nur solange<br />
der Vorrat reicht). Diese Zehn-Euro-Gedenkmünzen<br />
sind gesetzliches Zahlungsmittel<br />
in der B<strong>und</strong>esrepublik Deutschland<br />
<strong>und</strong> können ohne Gebühren bar in der<br />
Spareinrichtung erworben werden. ■<br />
aktuell Spareinrichtung:<br />
Die derzeit gültigen Konditionen lauten<br />
wie folgt: ab 1. Januar 2002<br />
1. Spareinlagen mit dreimonatiger<br />
Kündigungsfrist 3,25 % p. a.:<br />
Bis zu 2.000,– Euro sind innerhalb<br />
eines Kalendermonats zur freien Verfügung.<br />
2. Spareinlagen mit sechsmonatiger<br />
Kündigungsfrist 4,00 % p. a.:<br />
Mindesteinlage 10.000,– Euro. Variabler<br />
Zins. Bis zu 2.000,– Euro sind<br />
innerhalb eines Kalendermonats zur<br />
freien Verfügung.<br />
3. Festzinssparen ab einer<br />
Mindesteinlage <strong>von</strong> 5.000,– Euro<br />
Laufzeit 1 Jahr 4,05 % p. a.<br />
Laufzeit 2 Jahre 4,35 % p. a.<br />
Laufzeit 3 Jahre 4,45 % p. a.<br />
Laufzeit 4 Jahre 4,50 % p. a.<br />
Laufzeit 5 Jahre 4,55 % p. a.<br />
Laufzeit 8 Jahre 4,65 % p. a.<br />
Laufzeit 12 Jahre 4,75 % p. a.<br />
4. Bonus-Raten-Sparen mit variablem<br />
Zins <strong>von</strong> z. Zt. 3,50 % p. a.:<br />
Fester Bonus (jeweils am Ende der<br />
Laufzeit) für verschiedene Laufzeiten<br />
<strong>von</strong> 3 bis 25 Jahren:<br />
3 – 5 Jahre mit 5 % Bonus<br />
6 – 10 Jahre mit 10 % Bonus<br />
11 – 15 Jahre mit 15 % Bonus<br />
16 – 20 Jahre mit 20 % Bonus<br />
21 – 25 Jahre mit 30 % Bonus<br />
5. <strong>1892</strong>-Rendite-Sparen mit variablem<br />
Zins <strong>von</strong> z. Zt. 4,25 % p. a.:<br />
Monatliches Raten-Sparen mit festen<br />
Prämien <strong>von</strong> 3 bis 50 % am Ende<br />
eines Kalenderjahres<br />
6. VL-Sparen monatlich 26,59 bis<br />
40,– Euro ohne Prämie:<br />
Laufzeit 7 Jahre zu 4,00 % p. a.<br />
Das Angebot gilt freibleibend. Es entstehen<br />
keine Kosten oder Gebühren<br />
bei Vertragserfüllung.<br />
Öffnungszeiten<br />
Montag 9.00 – 13.00 Uhr<br />
Dienstag 9.00 – 18.30 Uhr<br />
Mittwoch – Freitag 9.00 – 13.00 Uhr<br />
Spareinrichtung<br />
3
Meinung/Forum/Aus den Siedlungen<br />
aktuell Meinung:<br />
iIch wohne gern bei der »<strong>1892</strong>«i<br />
Andreas Baer aus der Siedlung Nordufer.<br />
Es ist wohl die Eigenverantwortung der<br />
Bewohner, die das Wohnumfeld in der<br />
Genossenschaft prägt. In der Achtung<br />
der Substanz <strong>und</strong> der Einrichtungen der<br />
Wohnanlage unterscheidet sich die Nutzung<br />
innerhalb einer Genossenschaft<br />
häufig <strong>von</strong> anderen Wohnanlagen. Aber<br />
die Veränderung der Qualität des sozialen<br />
Umfeldes scheint mir hervorhebenswert.<br />
In den letzten Jahrzehnten fand ein<br />
Wandel der Gesellschaft statt – im Hinblick<br />
auf die Entwicklung der Familiengröße<br />
<strong>und</strong> das Streben nach Individualität<br />
verb<strong>und</strong>en mit den heute sehr hohen<br />
Anforderungen im Beruf. Das hatte<br />
auch Auswirkungen auf das genossenschaftliche<br />
Zusammenleben.<br />
In den erst 15 Jahren meiner Zugehörigkeit<br />
zur „<strong>1892</strong>˝ konnte ich diese Entwick-<br />
aktuell Aus den Siedlungen:<br />
Neujahrsempfang des Siedlungsausschusses Marienhöhe-Attilahöhe<br />
Am 4. Januar 2002 lud der Siedlungsausschuss<br />
zum Neujahrsempfang ein. Wir<br />
wollten in gemütlicher R<strong>und</strong>e das alte<br />
Jahr beschließen <strong>und</strong> über zukünftige<br />
Aufgaben <strong>und</strong> Herausforderungen sprechen.<br />
Rück- <strong>und</strong> Ausblick aus Sicht des<br />
Vorstandes der „<strong>1892</strong>˝ gab Herr<br />
Lönnecker – aus Sicht des Siedlungsaus-<br />
4<br />
lung zwar nicht selbst beobachten,<br />
jedoch berichteten Mitglieder im Block<br />
Nordufer, die das Kriegsende hier erlebt<br />
hatten, <strong>von</strong> dem Kinderreichtum seinerzeit<br />
<strong>und</strong> <strong>von</strong> der Fülle an Aktivitäten, die<br />
mit starkem gemeinnützigen Antrieb <strong>von</strong><br />
den Bewohnern organisiert wurden. Viele<br />
Formen der Freizeitgestaltung, die Kinder-<br />
<strong>und</strong> Jugendarbeit <strong>und</strong> natürlich die<br />
traditionellen Hoffeste waren fester Bestandteil<br />
des Alltags.<br />
Was ist heute da<strong>von</strong> noch übrig geblieben?<br />
Während nach Kriegsende in der<br />
Vielzahl der Einraumwohnungen im<br />
Block Nordufer (heute kaum vorstellbar)<br />
ganze Familien mit häufig vier Personen<br />
lebten, dienen diese kleinen Wohnungen<br />
heute überwiegend nur noch als Durchgangsstation<br />
für Singles. Entsprechend<br />
groß ist die Fluktuation. Wie können da<br />
soziale Strukturen wachsen? Mit Bedauern<br />
hatte ich das kaum vorhandene<br />
Interesse an den bis vor wenigen Jahren<br />
noch abgehaltenen Hoffesten registriert.<br />
Das Bedürfnis nach individueller Freizeitgestaltung<br />
ist den Menschen wohl wichtiger<br />
heute … Da w<strong>und</strong>ert es nicht, wenn<br />
gerade Genossen der älteren Generation<br />
diese Veränderung bedauern.<br />
Angenehm fällt in meiner Wahrnehmung<br />
auf, dass der Vorstand in den letzten Jahren<br />
den Gedanken dieser Tradition der<br />
Genossenschaft wiederentdeckt hat. So<br />
lassen sich in der Geschäftspolitik wie-<br />
schusses der Vorsitzende Thomas Jahn.<br />
Wir haben uns gefreut, dass der Einladung<br />
viele Menschen aus dem Vorstand<br />
<strong>und</strong> der Verwaltung gefolgt sind. Auch<br />
die „Ehrenamtlichen˝ der Siedlung haben<br />
die Einladung gerne angenommen. Es<br />
wurde bis in die späte Nacht hinein bei<br />
Speis <strong>und</strong> Trank zusammengesessen. In<br />
der Unterschiede zu freien Wohnungsbaugesellschaften<br />
finden. Der Wohnungsleerstand<br />
ist beseitigt – ein hausgemachtes<br />
Problem, wie ich fand. (Mein<br />
Verständnis gilt noch heute denen, die<br />
weggezogen sind. Aber wer bleibt, ist<br />
auch nicht nachtragend).<br />
Da entsteht die berechtigte Hoffnung,<br />
dass die Genossen, die diese gute Veränderung<br />
längst bemerkt haben, länger <strong>und</strong><br />
gerne bei uns wohnen bleiben <strong>und</strong> wir<br />
„Der guten alten Zeit˝ wieder etwas näher<br />
rücken. Die Zeiten ändern sich eben …<br />
Andreas Baer, Siedlung Nordufer ■<br />
aktuell Forum<br />
Gewinner des<br />
Preisrätsels der<br />
Ausgabe 4/2001<br />
„<strong>1892</strong> aktuell˝ hatte eine Verlosung für<br />
eine nächtliche Stadtr<strong>und</strong>fahrt zu geheimnisvollen<br />
<strong>und</strong> gruseligen Schauplätzen in<br />
Berlin ausgeschrieben.<br />
Die richtige Antwort der Preisfrage, in<br />
welcher Straße Berlins das Galgenhaus<br />
stand, war c) Brüderstraße. Unter den<br />
richtigen Einsendungen wurden ausgelost:<br />
Frau Renate Josten aus der Soorstraße<br />
sowie Frau Ursula Habermann<br />
vom Ibisweg. Herzlichen Glückwunsch! ■<br />
dieser angenehmen Atmosphäre wurden<br />
fachliche aber auch persönliche Gespräche<br />
geführt. Der Neujahrsempfang<br />
trug zur Verbesserung der Kommunikation<br />
zwischen Vorstand, Verwaltung <strong>und</strong><br />
Siedlungsausschuss bei.<br />
Renate Tonnes, Siedlungsausschuss<br />
Marienhöhe – Attilahöhe ■
Viel gemeinsam!<br />
Eine gemeinsame Mitgliederzeitschrift<br />
Die Ziele, die Inhalte, die Initiatoren<br />
Sehr geehrte Damen <strong>und</strong> Herren,<br />
liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser,<br />
Mitgliederzeitschriften haben in vielen Genossenschaften<br />
eine lange Tradition. Trotz der rasanten Verbreitung der<br />
neuen Medien stellen sie unverändert eine wichtige Kommunikationsplattform<br />
dar – <strong>und</strong> zwar an der Nahtstelle<br />
zwischen der Geschäftsstelle <strong>und</strong> den Mitgliedern einer Genossenschaft.<br />
Dabei soll Kommunikation nicht als Einbahnstraße<br />
verstanden werden. Im Gegenteil – Kommunikation<br />
lebt <strong>von</strong> der Interaktion. Deshalb der Appell an Sie: Nehmen<br />
Sie den Gesprächsfaden auf – Ihre Meinung ist gefragt!<br />
Doch jetzt <strong>von</strong> Anfang an: Wie kam es zu diesem Projekt?<br />
Nun, im Rahmen der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit<br />
der <strong>Berliner</strong> Wohnungsbaugenossenschaften (lesen Sie dazu<br />
auch Seite VI) entstand die Idee einer gemeinsamen Mitgliederzeitschrift.<br />
Dies in Anbetracht der Tatsache, dass<br />
neben unternehmensspezifischen Informationen stets übergreifende<br />
Themen in den individuellen Mitgliederzeitschriften<br />
enthalten waren, die sich kaum unterschieden. Bei näherem<br />
Hinsehen durfte dieser Umstand nicht weiter verw<strong>und</strong>ern,<br />
da bei allen unternehmensspezifischen Besonderheiten<br />
die Gr<strong>und</strong>prinzipien der genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft<br />
immer die gleichen sind.<br />
Aus diesem Ansatz heraus haben sich fünf <strong>Berliner</strong> Wohnungsbaugenossenschaften<br />
zusammengetan <strong>und</strong> bringen<br />
nun ihre erste »neue« Mitgliederzeitschrift heraus. Über die<br />
Bündelung entstehen natürlich Synergieeffekte, die sich<br />
quantitativ <strong>und</strong> qualitativ auswirken, d. h. eine ansprechende<br />
Zeitschrift zu vernünftigen Preisen. Die Klammer bildet<br />
der gemeinsame Mittelteil, den Sie gerade in den Händen<br />
halten. Gleichzeitig bleibt die bisherige Zeitschrift mit ihrem<br />
April 2002<br />
� Fünf Kurzporträts � II–III<br />
� Stadtspaziergang Prenzlauer Berg � IV–V<br />
� Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit � VI<br />
� Familienförderung � VII<br />
� Versichert in den Urlaub � VII<br />
� Zweckentfremdung: Abzocke? � VIII<br />
Erscheinungsbild erhalten. Denn sicherlich möchten Sie<br />
auch künftig wissen, was gerade in Ihrer Genossenschaft<br />
passiert. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, geänderte Telefonnummern<br />
oder letzte Neuigkeiten aus Ihrem Wohngebiet<br />
– das alles finden Sie wie gewohnt im Außenteil.<br />
In der ersten Ausgabe warten interessante Themen auf Sie:<br />
■ Lesen Sie auf Seite VI, was sich die Genossenschaften<br />
anlässlich des Wohntages am 29. Juni 2002 wieder für Sie<br />
einfallen lassen werden.<br />
■ Möchten Sie interessante Ecken Berlins näher erk<strong>und</strong>en?<br />
In unserer künftigen Serie »Stadtspaziergänge« stellen<br />
wir Ihnen dieses Mal eine Tour durch den nördlichen Prenzlauer<br />
Berg vor. Fortsetzungen werden folgen – Sie dürfen<br />
gespannt sein.<br />
■ Tipps, Tricks <strong>und</strong> Informationen zu den unterschiedlichsten<br />
Themen finden Sie auf den Seiten VII bis VIII: Ob<br />
die neue Familienförderung, die Auslandsreisekrankenversicherung<br />
für Ihren nächsten Urlaub oder die Zweckentfremdungsverbotsverordnung,<br />
mit der fast alle Genossenschaften<br />
zu kämpfen haben – schnuppern Sie einfach mal rein!<br />
■ Und last not least fragen Sie sich vielleicht beim Lesen<br />
dieser Zeilen, welche Unternehmen sich denn nun hinter<br />
dem WIR verstecken? Auf den folgenden zwei Seiten stellen<br />
wir Ihnen die fünf <strong>Berliner</strong> Wohnungsbaugenossenschaften<br />
genauer vor.<br />
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!<br />
I
II<br />
Kurzportraits der Initiatoren<br />
Wohnen im Herzen der Stadt –<br />
die »Berolina«<br />
Der Schlossplatz <strong>und</strong> Gendarmenmarkt, die Straße Unter<br />
den Linden mit ihrer historischen Bebauung – bei der Wohnungsbaugenossenschaft<br />
»Berolina« e.G. können die Mitglieder<br />
nahe dem pulsierenden Herzen der Stadt Berlin<br />
wohnen. Mit mitgliederorientierten Neubauprojekten, darunter<br />
speziell auch für Senioren, hat die »Berolina« zusätzliche<br />
Angebote für ihre Bewohner geschaffen.<br />
Mit über 5.000 Mitgliedern <strong>und</strong> einem Wohnungsbestand<br />
<strong>von</strong> fast 4.000 Wohnungen, da<strong>von</strong> 2.800 im Stadtteil Mitte,<br />
ist die »Berolina« eine der bedeutenden Wohnungsbaugenossenschaften<br />
im neuen Regierungsbezirk. Doch befinden<br />
sich ihre Wohnungen nicht nur nahe dem historischen<br />
Zentrum <strong>von</strong> Berlin sondern auch in attraktiven Wohnanlagen<br />
in den Stadtteilen Adlershof, Niederschöneweide,<br />
<strong>Bau</strong>mschulenweg, Weißensee, Lichtenberg <strong>und</strong> Prenzlauer<br />
Berg.<br />
Ob mitten in der Stadt oder »jwd« (janz weit draußen) – die<br />
Häuser der »Berolina« bieten einen hohen Wohnstandard<br />
<strong>und</strong> gelten auch wegen ihrer großen gewachsenen Grünflächen<br />
<strong>und</strong> der geringen Verdichtung der Wohnhäuser,<br />
nicht nur unter den Bewohnern, als Wohnorte mit hoher<br />
Lebensqualität.<br />
»Mein Zuhause« – <strong>und</strong> das <strong>von</strong> Anfang an, bei der »Berolina«<br />
ist das möglich.<br />
Über 90 Jahre Tradition –<br />
der »BWV zu Köpenick«<br />
Der Beamten Wohnungsverein zu Köpenick eG hat sich –<br />
als einem wichtigen Schwerpunkt – der Reaktivierung der<br />
genossenschaftlichen Idee unter ihren Bewohnern ver-<br />
pflichtet. Selbsthilfeinitiativen, Siedlungsfeste sowie eine<br />
Vielfalt an Gemeinschaftseinrichtungen, darunter ein Hallenbad,<br />
Tennisplätze <strong>und</strong> Gästewohnungen, tragen dazu bei.<br />
Die Genossenschaft wurde 1908 als Selbsthilfeeinrichtung<br />
<strong>von</strong> Beamten in Zeiten großer Wohnungsnot in Köpenick<br />
gegründet. Heute ist die Mitgliedschaft in der Genossenschaft<br />
keiner bestimmten Berufsgruppe mehr vorbehalten.<br />
Mit einem Wohnungsbestand <strong>von</strong> ca. 5.200 Wohnungen,<br />
die über das gesamte <strong>Berliner</strong> Stadtgebiet (Köpenick,<br />
Schmargendorf, Tempelhof, Steglitz <strong>und</strong> kleinere Bestände<br />
in anderen Ortsteilen) sowie Schöneiche bei Berlin verteilt<br />
sind, bietet der »BWV« heute ein breites Angebot an Wohn<strong>und</strong><br />
Siedlungsformen.<br />
Durch aufwendige Modernisierung des oft denkmalgeschützten<br />
Altbaubestandes, Errichtung attraktiver Neubauprojekte<br />
im grünen Umfeld <strong>von</strong> Berlin <strong>und</strong> zukünftige<br />
Eigentumsmaßnahmen bietet die Genossenschaft ihren Mitgliedern<br />
eine zeitgemäße hohe Wohn- <strong>und</strong> Lebensqualität.<br />
Wohnen <strong>von</strong> Pankow bis Köpenick <strong>und</strong><br />
wechselvolle Architektur – die »DPF«<br />
Genau vor 45 Jahren – am 28. Mai 1957 – wurde die heutige<br />
Wohnungsbaugenossenschaft DPF e.G. als Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft<br />
Deutsche Post gegründet. Nach<br />
Fusionen mit anderen Genossenschaften ist die »DPF« heute<br />
eine offene Genossenschaft – die Mitgliedschaft ist an keine<br />
Berufsgruppe mehr geb<strong>und</strong>en. Aktuell verfügt die »DPF«<br />
über 5.000 Mitglieder <strong>und</strong> r<strong>und</strong> 4.000 oft aufwendig sanierte<br />
Wohnungen an vielfältigen attraktiven Standorten in<br />
Mitte, Pankow, Weißensee, Prenzlauer Berg, Treptow,<br />
Köpenick, Lichtenberg <strong>und</strong> Marzahn.<br />
Das Angebot der »DPF« umfaßt neben der Bereitstellung<br />
attraktiven <strong>und</strong> zeitgemäßen Wohnraums zusätzlich auch<br />
»Berolina«: Ein Herz für Kinder »BWV zu Köpenick«: Blickfang – sanierter Altbau »DPF«: Innovative Energiegewinnung über Solaranlagen
spezielle Serviceleistungen, mit denen sie ihren Mitgliedern<br />
hilft, ihre aktuelle Lebenssituation zu bewältigen. So bietet<br />
die Genossenschaft ein breites Spektrum an Wohnungen für<br />
nahezu jede Lebenslage. Von preisgünstigen Studentenoder<br />
Single-Appartements über Fünf-Zimmer-Familien-<br />
Wohnungen bis zu altengerecht umgebauten Wohnungen.<br />
Für Besucher ihrer Mitglieder stellt die »DPF« Gästewohnungen<br />
zur Verfügung. Kurz: Bei der »DPF« ist jeder in<br />
guten Händen.<br />
Aktuell bereitet die Genossenschaft ein Neubauvorhaben in<br />
Karlshorst vor, mit dem sie entsprechend ihrem Unternehmenskonzept<br />
attraktive Wohnungen an einem herausragenden<br />
Standort bietet.<br />
Das Motto der »DPF«: »Wir geben Raum zum Leben.«<br />
Wohnen im Grünen –<br />
die »Köpenick Nord«<br />
Die fast 4.000 Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft<br />
»Köpenick Nord« e.G. wissen um die Vorteile des genossenschaftlichen<br />
Wohnens in ihrem Kiez. Ihre Wohnungen befinden<br />
sich in den zentralen <strong>und</strong> grünen Wohnanlagen des<br />
Ortsteils Köpenick, der neben Naturschutzgebieten, Seen<br />
<strong>und</strong> vielen Ausflugszielen auch eine gute Verkehrsanbindung<br />
<strong>und</strong> moderne Einkaufspassagen bietet.<br />
Die »Köpenick Nord« vermietet <strong>und</strong> bewirtschaftet hier ca.<br />
3.300 Wohnungen, die nahezu alle nach 1990 modernisiert<br />
wurden. So verfügen die Wohnungen über gefließte Bäder<br />
<strong>und</strong> eine moderne Gasetagen- bzw. Zentralheizung <strong>und</strong><br />
bieten somit den Genossenschaftsmitgliedern nicht nur ein<br />
gutes Wohnumfeld mit gepflegten Außenanlagen, Innenhöfen<br />
<strong>und</strong> Spielplätzen sondern auch einen hohen Wohnkomfort.<br />
Wohnungsbaugenossenschaften Berlin: Viel gemeinsam!<br />
Übrigens: die »Köpenick Nord« e.G. gilt als erste, 1954 in<br />
Berlin gegründete Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft –<br />
<strong>und</strong> so wurde auch der überwiegende Teil der Wohnungen<br />
in den 50-er <strong>und</strong> 60-er Jahren erstellt.<br />
»<strong>1892</strong>« – genossenschaftlicher Partner<br />
für Sparen, <strong>Bau</strong>en, Wohnen<br />
Die <strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong> <strong>Wohnungsgenossenschaft</strong> <strong>von</strong> <strong>1892</strong><br />
eG hat eine lange Tradition, ihre Gründung geht auf den<br />
9. März <strong>1892</strong> zurück. So hat sich hier in den Jahren eine<br />
breitgefächerte Mitgliederbeteiligung <strong>und</strong> ein aktives Gemeinschaftsleben<br />
herausgebildet. R<strong>und</strong> 11.000 Mitglieder<br />
gehören zur »<strong>1892</strong>«, dem ehemaligen <strong>Berliner</strong> Spar- <strong>und</strong><br />
<strong>Bau</strong>verein. Den Geschäftsbetrieb der Spareinrichtung hat<br />
die »<strong>1892</strong>« seit 1995 wieder aufgenommen. Mitglieder <strong>und</strong><br />
deren Angehörige können diesen besonderen Service nutzen.<br />
Die Spareinlagen der Mitglieder betragen bereits r<strong>und</strong><br />
46 Mio. Euro.<br />
Interessant ist auch der Wohnungsbestand, da viele der<br />
Gebäude <strong>und</strong> Siedlungen <strong>von</strong> renommierten Architekten<br />
geplant <strong>und</strong> realisiert wurden. Wichtige Vertreter wie Bruno<br />
Taut, Alfred Messel, Otto Rudolf Salvisberg <strong>und</strong> Hans Hoffmann<br />
brachten Beispiele klassisch zu nennender Genossenschaftsarchitektur<br />
hervor <strong>und</strong> haben für die damalige Zeit<br />
wegweisende Wohnbauten verwirklicht. Es spricht für sich,<br />
dass 12 Siedlungen heute unter Denkmalschutz stehen.<br />
Darüber hinaus hat die »<strong>1892</strong>« in den letzten Jahren<br />
genossenschaftliche Wohnideen neu interpretiert <strong>und</strong> verschiedene<br />
Sonderprojekte wie »Kommunikatives Wohnen«<br />
<strong>und</strong> »Offensives Altern« initiiert.<br />
Die »<strong>1892</strong>« verwaltet r<strong>und</strong> 6.200 Wohnungen in 17 Siedlungen<br />
<strong>und</strong> zehn <strong>Berliner</strong> Bezirken; in Brandenburg befinden<br />
sich die Siedlungen in Wandlitz <strong>und</strong> Klosterfelde.<br />
»Köpenick Nord«: Grünes Wohnen in der Kaulsdorfer Straße »<strong>1892</strong>«: Die »Tuschkastensiedlung« <strong>von</strong> Bruno Taut<br />
III
IV<br />
Einladung zum Stadtspaziergang nach Prenzlauer Berg<br />
Runter vom Sofa, rein in die Stadt<br />
Wer am Wochenende nicht nur Beine <strong>und</strong> Seele baumeln<br />
lassen möchte, sondern mal Lust auf Berlin hat, neugierig<br />
auf Architektur, Atmosphäre <strong>und</strong> andere Menschen ist, dem<br />
empfehlen wir einen ausgiebigen Stadtspaziergang – im<br />
eigenen Kiez, im Nachbarbezirk oder auch mal am anderen<br />
Ende der Stadt. Heute wollen wir Sie durch den nördlichen<br />
Prenzlauer Berg führen.<br />
■ Beginnen wir in der Stargarder Straße mit einer ganz<br />
besonderen Kirche – der Gethsemane-Kirche, deren spitz<br />
zulaufender Kupferturm weit sichtbar empor ragt. Sie<br />
wurde auf einem Gr<strong>und</strong>stück, das die Gutsbesitzerwitwe<br />
Caroline <strong>von</strong> Griebenow der Kirche als Geschenk überließ,<br />
als Klinkerbau im neugotischen Stil errichtet <strong>und</strong> als erste<br />
protestantische Kirche im Ortsteil Prenzlauer Berg 1893<br />
eingeweiht. Zu DDR-Zeiten gaben hier viele Menschen<br />
ihrem Wunsch nach politischer Veränderung Ausdruck. Die<br />
Kirche war Tag <strong>und</strong> Nacht geöffnet. Das Vorgehen der<br />
Staatssicherheit gegen Gottesdienstbesucher, Demonstranten<br />
<strong>und</strong> Passanten am 7./8. Oktober 1989 mobilisierte eine<br />
bis dahin nicht für möglich gehaltene Öffentlichkeit … Zur<br />
Erinnerung an diese bewegenden Tage steht im Kirchgarten<br />
das Relief »Widerstand« des Bildhauers Karl Biedermann<br />
<strong>und</strong> der Nachguss des »Geistkämpfers« <strong>von</strong> Ernst Barlach.<br />
■ Einige Schritte auf die andere Straßenseite, über die<br />
Greifshagener Straße, <strong>und</strong> Sie stehen vor einem der schönsten<br />
<strong>und</strong> frühesten Reformwohnungsbauten, 1900 erbaut<br />
<strong>von</strong> der <strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong> <strong>Wohnungsgenossenschaft</strong> <strong>von</strong><br />
<strong>1892</strong> eG. Das Ensemble Stargarder Straße 3–5 wurde vom<br />
Architekten Alfred Messel gebaut, einem Pionier des<br />
sozialen Wohnungsbaus. Statt Hinterhöfen errichtete er ein<br />
Gartenhaus <strong>und</strong> verzichtete so auf das »<strong>Berliner</strong> Zimmer«.<br />
Geradezu revolutionär war die Ausstattung jeder Wohnung<br />
mit einer Innentoilette, Bäder <strong>und</strong> Waschküchen lagen auf<br />
den Dachböden. Um die Bewohner auch eng an »ihr« Haus<br />
zu binden, legte er großen Wert auf die Fassade, die er<br />
vielseitig mit Balkonen, Erkern, Türmchen <strong>und</strong> Giebeln<br />
gestaltete. Heute erneut so schön wie damals. Die Wohnanlage<br />
wurde nach der Wende <strong>von</strong> der <strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong><br />
<strong>Wohnungsgenossenschaft</strong> <strong>von</strong> <strong>1892</strong> eG wieder übernommen<br />
<strong>und</strong> saniert. Der Eingang Nr. 3 A ist meist geöffnet <strong>und</strong><br />
erlaubt einen Blick auf den Innenhof. Die Stargarder Straße<br />
bietet den Bewohnern des Kiezes heute übrigens alles für<br />
den täglichen Bedarf. So was gibt es nur noch ganz selten<br />
in Berlin, etwa in der Oranienstraße in Kreuzberg <strong>und</strong> der<br />
Akazienstraße in Schöneberg.<br />
■ Die umliegenden Häuser an der Greifenhagener Straße<br />
stehen unter Denkmalschutz. Sie sind besondere Beispiele<br />
für die Bebauung im »Gründerzeit-Protz« zum Ende des<br />
letzten Jahrh<strong>und</strong>erts. Weil eine <strong>Bau</strong>ordnung <strong>von</strong> 1887<br />
Kellerwohnungen verbat, traten an ihre Stelle Erdgeschossläden.<br />
■ Eine Straßenecke weiter in westlicher Richtung fließt die<br />
Hauptschlagader des Stadtbezirks, die Schönhauser Allee.<br />
Hier reiht sich Geschäft an Geschäft, leider haben seit der<br />
Eröffnung der Allee-Arkaden im Frühling 1999 direkt am S-<br />
Bahnhof viele Traditionsläden geschlossen. Aber jedes Jahr<br />
im September wird die Allee zur Kunstmeile <strong>und</strong> Künstler<br />
aller Genre stellen ihre Werke in den Schaufenstern der<br />
Geschäfte aus.<br />
■ Gegenüber hebt sich aus den umliegenden Fassaden<br />
deutlich das heutige »CinemaxX Colosseum« ab. Das erste<br />
Multiplex-Kino des Bezirks war ursprünglich ein Pferdedepot<br />
mit Wagenabstellhalle der Großen <strong>Berliner</strong> Pferde-<br />
Eisenbahn AG. Reste dieser Nutzung sind geschickt in die<br />
Kino-Architektur eingearbeitet.<br />
■ Wenn Sie jetzt in Richtung Süden laufen, Richtung U-<br />
Bahnstation Eberswalder Straße, wo Konnopkes berühmte<br />
Currywurst-Bude steht (leider am Wochenende geschlossen)<br />
<strong>und</strong> vorher links in die Gneiststraße abbiegen,<br />
kommen Sie hinter der Pappelallee in das <strong>von</strong> den Anwohnern<br />
LSD-Viertel genannte Gebiet um den Helmholtzplatz –<br />
Stadtspaziergang in Prenzlauer Berg: Stargarder Straße
Lychener, Schliemann- <strong>und</strong> Dunckerstraße. Hier wohnte<br />
schon zu DDR-Zeiten eine »Aussteiger«-Klientel <strong>und</strong> nicht<br />
zufällig sind in dieser Gegend einige Häuser <strong>von</strong> ihren<br />
Bewohnern selbst modernisiert, was man an den oft originellen,<br />
auffallenden Fassaden erkennt.<br />
■ Wer jetzt noch keine müden Füße hat, geht die Raumerstraße<br />
entlang Richtung Osten zum Ernst Thälmann-Park.<br />
Man kommt dabei an einem lang gestreckten Ensemble in<br />
gelbem Klinker entlang der Prenzlauer Allee vorbei. Der<br />
Komplex wurde 1885–87 als Städtische Siechenanstalt <strong>und</strong><br />
städtisches Hospital erbaut. Am Ausgang zur Fröbelstraße<br />
steht auch die Skulptur zur Erinnerung an Käthe Kollwitz<br />
(bis 1996 stand sie am Kollwitz-Platz). Vor der Greifswalder<br />
Straße erreichen Sie dann den Thälmann-Park, mit dem die<br />
DDR zeigen wollte, dass sie auch anspruchsvolle Platte mit<br />
parkähnlichen Grünanlagen bauen konnte. Er wurde zum<br />
100. Geburtstag des langjährigen KPD-Vorsitzenden Ernst<br />
Thälmann 1986 fertig gestellt <strong>und</strong> dort steht auch die gigantische,<br />
13 Meter hohe Skulptur des Bildhauers Lew Kerbel,<br />
die Thälmann in Kampfhaltung mit geballter Faust zeigt.<br />
■ Hungrig? Bei all den indischen, chinesischen <strong>und</strong><br />
italienischen Restaurants im Prenzl’berg ist sicher für jeden<br />
Geschmack was dabei. Dazwischen wirken die »Thüringer<br />
Gethsemanekirche Wasserturm<br />
Wohnungsbaugenossenschaften Berlin: Viel gemeinsam!<br />
Stuben« (Mo–Fr 16–1 Uhr, Sa+So 12–1 Uhr) an der Stargarder<br />
Straße 28 fast wie ein Exot oder wissen Sie, was ein<br />
Röhn-Schäfer-Essen ist? Kurz gebratene Lammfilets mit<br />
Stampfkartoffeln <strong>und</strong> Roter Beete <strong>und</strong> zum Nachtisch<br />
Quarkkeulchen mit Apfelmus. Ein lohnendes Ziel für Weinfre<strong>und</strong>e<br />
ist das »Weinstein« (Mo–Sa 17–2 Uhr, So ab 18<br />
Uhr) in der Lychener Straße 33. Dort kann man an dunklen<br />
Holztischen edle Tropfen genießen <strong>und</strong> das Essen steht den<br />
Weinen nicht nach.<br />
■ Lust auf mehr in Prenzlauer Berg? Dann machen Sie<br />
doch auf Ihrem Stadtspaziergang auch einen Abstecher zum<br />
»Dicken Hermann«, wie die Prenzelberger den Wasserturm<br />
an der Knaakstraße liebevoll nennen. Um ihn reihen sich<br />
auch gemütliche Cafés, Restaurants <strong>und</strong> Fallafel- <strong>und</strong><br />
Dönerstände. Oder sie besuchen eine der größten alternativen<br />
Kultureinrichtungen Berlins: die Kulturbrauerei<br />
zwischen Knaackstraße <strong>und</strong> Schönhauser Allee. Bis 1967<br />
wurde hier unter dem Namen VEB Schultheiss Bier gebraut,<br />
heute wird in den alten Gemäuern Kultur »gebraut«: R<strong>und</strong><br />
60 Programmangebote im Monat – <strong>von</strong> Ausstellungen über<br />
Theater bis Diskothek. Hier können Sie Ihren Tag entweder<br />
in Ruhe oder mit viel Musik ausklingen lassen – bei<br />
schönem Wetter können Sie hier im Sommer sogar unter<br />
freiem Himmel das Tanzbein schwingen.<br />
Kulturbrauerei<br />
V
VI<br />
Die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit <strong>Berliner</strong><br />
Wohnungsbaugenossenschaften geht weiter!<br />
Es begann im Oktober 2000: 25 <strong>Berliner</strong> Wohnungsbaugenossenschaften<br />
sind mit ihrer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit<br />
gestartet. Dies mit dem Ziel, die genossenschaftliche<br />
Idee wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein<br />
zu rücken. Unter dem Logo Wohnungsbaugenossenschaften<br />
Berlin treten sie seitdem auf. Jetzt steht fest, dass die<br />
Imagekampagne, die zunächst bis Ende 2001 angelegt war,<br />
ihre Fortsetzung finden wird – nun sogar mit 29 Genossenschaften,<br />
110.000 Wohnungen <strong>und</strong> 165.000 Mitgliedern.<br />
Im Rahmen der Kampagne wurden bis Ende 2001 in den<br />
Verkehrsmitteln Bus, Straßen-, U- <strong>und</strong> S-Bahn insgesamt<br />
4.305 Aufkleber angebracht. In den Printmedien <strong>Berliner</strong><br />
Zeitung, <strong>Berliner</strong> Morgenpost, Tagesspiegel, <strong>Berliner</strong> Kurier<br />
<strong>und</strong> B.Z. wurden 73 Imageanzeigen <strong>und</strong> 610 Kleinanzeigen<br />
geschaltet. Bestimmt sind Ihnen die Motive im <strong>Berliner</strong><br />
Stadtbild oder beim Lesen Ihrer Wochenendzeitung das eine<br />
oder andere Mal aufgefallen: der kleine Teddy, die lustige<br />
grüne Tasse oder die bunten Schuhe.<br />
Zusätzlich wurden im Vorfeld des Wohntages, der im letzten<br />
Jahr erstmalig anlässlich des Internationalen Genossenschaftstages<br />
am 7. Juli stattfand, in den Printmedien 28<br />
Anzeigen geschaltet – die Genossenschaften präsentierten<br />
hier eine Woche lang das Wetter. Gleichzeitig liefen in den<br />
Funkmedien rs2 <strong>und</strong> <strong>Berliner</strong> R<strong>und</strong>funk 82 Radiospots über<br />
den Äther.<br />
Werbung wirkt:<br />
forsa-Umfragen belegen den Erfolg der Kampagne<br />
Die Ergebnisse sind beeindruckend! Drei Umfragen, die vom<br />
Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurden,<br />
zeigen, dass sich die ursprünglichen Zielsetzungen erfüllt<br />
haben:<br />
� Ende Januar 2002 haben 69 % der <strong>Berliner</strong> schon<br />
einmal etwas <strong>von</strong> der genossenschaftlichen Wohnform<br />
gehört – damit hat die Bekanntheit weiter zugenommen<br />
(März 01: 66 %, Sept. 00: 61 %)<br />
� Deutlich zugenommen hat die Bekanntheit unter den<br />
30- bis 44 Jährigen sowie den 45- bis 59 Jährigen – <strong>und</strong><br />
zwar <strong>von</strong> 70 bzw. 72 % auf jeweils 77 %.<br />
� 64 % derjenigen, die schon einmal etwas <strong>von</strong> der<br />
genossenschaftlichen Wohnform gehört haben, sehen darin<br />
eine »echte« Alternative zu Eigentum <strong>und</strong> Miete – damit<br />
wird genossenschaftliches Wohnen wie in den Vorjahren<br />
anerkannt (März 01: 62 %, Sept. 00: 59 %)<br />
� Die Einschätzung <strong>von</strong> genossenschaftlichem Wohnen<br />
als »eine heute überholte Art des Wohnens« ist zum wiederholten<br />
Mal bei den jungen Menschen deutlich zurückgegangen<br />
– <strong>von</strong> 25 über 19 auf jetzt 14 %<br />
Doch neben der Imageförderung waren mit der Kampagne<br />
auch große Erfolge in der Vermarktung verb<strong>und</strong>en: Auf den<br />
gemeinsamen Internetauftritt unter www.berlinerwohnline.de<br />
haben im Zeitraum Oktober 2000 bis Dezember 2001<br />
insgesamt 76.505 Interessierte zugegriffen. Da<strong>von</strong> haben<br />
28.817 eine konkrete Wohnungsanfrage gestellt, was zu<br />
178.440 Emails bei den Genossenschaften führte. Im Call<br />
Center der <strong>Berliner</strong>WohnLine, das unter der Telefonnummer<br />
01801/ 44 11 44 zu allen Fragen r<strong>und</strong> um das genossenschaftliche<br />
Wohnen berät, haben im gleichen Zeitraum<br />
12.294 Interessierte angerufen.<br />
Diese Resonanz ist ein Gr<strong>und</strong> mehr für die Genossenschaften<br />
die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit fortzusetzen.<br />
Denn sich auf dem Erreichten auszuruhen, genügt angesichts<br />
des Überangebotes an Wohnungen auf dem <strong>Berliner</strong><br />
Markt nicht. Sie werden weiterhin <strong>von</strong> uns hören <strong>und</strong> lesen –<br />
darauf dürfen Sie gespannt sein!<br />
Der Wohntag am 29. Juni 2002 – selbst die Bären feiern mit<br />
Zum zweiten Mal wird in Berlin der Wohntag der <strong>Berliner</strong><br />
Wohnungsbaugenossenschaften gefeiert: am 29. Juni 2002.<br />
Bevor Sie also in die wohlverdienten Ferien starten, nutzen<br />
Sie die Gelegenheit <strong>und</strong> feiern Sie mit! Die Genossenschaften<br />
haben sich wieder eine Menge für Sie einfallen lassen.<br />
Sowohl im <strong>Berliner</strong> Zoo als auch im Tierpark finden dann<br />
tolle Aktionen statt. R<strong>und</strong> um die Informationsstände, wo<br />
Sie sich <strong>von</strong> der genossenschaftlichen Vielfalt <strong>und</strong> den<br />
Angeboten überzeugen können, erwarten Sie viele Überraschungen<br />
für Groß <strong>und</strong> Klein. Also unbedingt vorbeikommen!<br />
Und der Bonus: Sie erhalten an diesem Tag<br />
ermäßigten Eintritt! Gleichzeitig finden auch wieder<br />
dezentrale Aktionen wie z. B. im Allende-Center in<br />
Köpenick statt. Wo genau was stattfindet, wird derzeit<br />
organisiert – Sie werden auf alle Fälle rechtzeitig informiert.<br />
Achten Sie also auf die Nachrichten, die bald in Ihren<br />
Briefkasten flattern oder klicken Sie auf www.wohntag.de.
Kinder sind unsere Zukunft. Aber die Unterstützung <strong>von</strong><br />
Familien mit Kindern durch den Staat war in den<br />
vergangenen Jahrzehnten eigentlich nicht so richtig der<br />
Rede wert. In den letzten zwei Jahren hat sich das geändert.<br />
Die wichtigsten Leistungen, die Familien finanziell unterstützen,<br />
wurden verbessert: Das Kindergeld, das Erziehungsgeld,<br />
BAföG <strong>und</strong> Steuerfreibeträge.<br />
Durch die zweite Stufe der Familienförderung werden Eltern<br />
<strong>und</strong> Kinder ab diesem Jahr noch besser unterstützt:<br />
� Ab 1. 1. 2002 wurde das Kindergeld für das erste <strong>und</strong><br />
zweite Kind auf jeweils 154 Euro angehoben. Das ist ein<br />
Plus <strong>von</strong> 40 Euro gegenüber 1998.<br />
� Kinder-Betreuungskosten können berücksichtigt werden,<br />
wenn die Eltern berufstätig, noch in der Ausbildung, länger<br />
Versichern kann man sich gegen fast Alles <strong>und</strong> Nichts.<br />
Besonders für die kostbare Urlaubszeit gibt es viele<br />
unsinnige »Reisepakete«. Dabei ist eine der wichtigsten die<br />
private Auslandsreisekrankenversicherung, so der B<strong>und</strong> der<br />
Versicherten.<br />
Falls Sie auf Ihrer Reise krank werden oder sich verletzen,<br />
übernimmt sie die Kosten für eine Heilbehandlung, die die<br />
gesetzliche Krankenkasse nicht deckt. Diese Versicherung<br />
ist selbst dann für gesetzlich Krankenversicherte empfehlenswert,<br />
wenn zwischen Deutschland <strong>und</strong> dem Reiseland<br />
ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen<br />
besteht. Denn viele Ärzte im Ausland akzeptieren diese<br />
sogenannten Berechtigungsscheine nicht <strong>und</strong> wollen für<br />
ihre Behandlung gleich bar bezahlt werden. Ein weiterer<br />
wichtiger Aspekt dieser Versicherung ist der Rücktransport.<br />
Kann ein Kranker oder Verletzter am Urlaubsort nicht<br />
Wohnungsbaugenossenschaften Berlin: Viel gemeinsam!<br />
Die neue Familienförderung – ein großes Plus für alle<br />
Über 48 Milliarden Euro investiert der Staat jährlich in die Familienförderung.<br />
Die Auslandsreisekrankenversicherung<br />
Sicher in den wohlverdienten Urlaub<br />
als drei Monate krank oder behindert <strong>und</strong> ihre Kinder unter<br />
14 Jahre alt oder behindert sind. Kosten über 1.548 Euro<br />
können bis zu einer Höhe <strong>von</strong> 1.500 Euro als außergewöhnliche<br />
Belastung geltend gemacht werden.<br />
� Ab 1. 1. 2002 wurde auch der Kinderfreibetrag angehoben,<br />
<strong>von</strong> 3.564 Euro auf 3.648 Euro pro Kind. Das Finanzamt<br />
prüft dabei automatisch, was für den Steuerzahler<br />
günstiger ist – Kindergeld oder Freibetrag.<br />
� Eltern mit wenig Einkommen bekommen mehr<br />
Zuschlag: Ab 1. 2. 2002 erhöht sich der Kinderzuschlag für<br />
jedes weitere Kind (beim ersten gibt es Erziehungsgeld) <strong>von</strong><br />
2.454 Euro auf 2.797 Euro. Die Einkommensgrenzen für<br />
Erziehungsgeld <strong>und</strong> Zuschlag liegen jetzt bei Verheirateten<br />
mit einem Kind bei 16.470 Euro <strong>und</strong> bei Alleinerziehenden<br />
bei 13.498 Euro.<br />
ausreichend versorgt werden, zahlt die private Versicherung<br />
auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport oder<br />
einen Transport in das nächste Krankenhaus.<br />
Auch für diejenigen, die in einer privaten Krankenversicherung<br />
versichert sind oder über staatliche Beihilfe<br />
Krankenkosten erstattet bekommen, kann eine Auslandsversicherung<br />
sinnvoll sein, weil im Ausland anfallende<br />
Kosten oft nur teilweise oder bedingt übernommen werden.<br />
Das gleiche gilt für Urlauber, die bereits mit einer Erkrankung<br />
in den Urlaub fahren <strong>und</strong> Behandlung im Ausland<br />
rechnen müssen. Unbedingt vorher mit dem Versicherer<br />
klären, welche anfallenden Kosten übernommen werden.<br />
Eine Auslandsreisekrankenversicherung kostet bei Jahresverträgen<br />
zwischen sechs <strong>und</strong> acht Euro pro Person <strong>und</strong><br />
Jahr.<br />
Anzeige<br />
VII
VIII<br />
Zweckentfremdungsverbotsverordnung<br />
Sinnvolle Verordnung oder Abzocke?<br />
Zweifellos hat sie einmal Sinn gemacht – die Zweckentfremdungsverbotsverordnung:<br />
Wird in einer Wohnung<br />
nicht mehr gewohnt, sondern zum Beispiel ein Büro<br />
eingerichtet, muss der Eigentümer diese Nutzungsänderung<br />
bei dem Bezirksamt genehmigen lassen, andernfalls droht<br />
ihm ein Bußgeld. 1972, als die Verordnung erlassen wurde,<br />
waren Wohnungen knapp <strong>und</strong> mit den schönen großen<br />
mietpreisgeb<strong>und</strong>enen Altbauwohnungen am KuDamm<br />
liebäugelten Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer <strong>und</strong><br />
Ärzte: Diese waren bereit, für gute Adressen auch höhere<br />
Mieten zu zahlen als für die Nutzung als Wohnung zu<br />
erzielen war. Die Verordnung sollte Wohnraum schützen<br />
<strong>und</strong> verhindern, dass Eigentümer aus Renditegesichtspunkten<br />
Wohnungen gewerblich nutzten. Gut <strong>und</strong> richtig.<br />
Das war auch 20 Jahre später noch sinnvoll, diesmal besonders<br />
im Osten der Stadt. Denn nach der Wende drängten<br />
wieder Büros in die schönsten Wohnungen <strong>und</strong> begehrtesten<br />
Straßen <strong>und</strong> Wohnraum war in ganz Berlin immer<br />
noch knapp.<br />
Heute hat sich die Situation gr<strong>und</strong>legend geändert. Es gibt<br />
keine Altbaupreisbindung, der Wohnungsmarkt hat sich<br />
mehr als entspannt: 130 000 Wohnungen stehen in Berlin<br />
leer <strong>und</strong> dazu gibt es auch ein deutliches Überangebot an<br />
Büro- <strong>und</strong> Gewerbeflächen. Der Trend große Altbauwohnungen<br />
in zentraler Lage als Büros für Rechtsanwälte, Notare,<br />
Steuerberater oder Arztpraxen zu nutzen, kehrt sich um.<br />
Diese Wohnungen entsprechen nicht mehr modernen bürotechnischen<br />
Anforderungen <strong>und</strong> stehen dem Wohnungsmarkt<br />
wieder zur Verfügung. Viele andere Wohnungen hingegen<br />
lassen sich gar nicht mehr vermieten, weil sie nicht<br />
die Anforderungen an modernen Wohnraum erfüllen – zum<br />
Beispiel schattiges Erdgeschoss mit fensterlosem Bad. Da ist<br />
jeder Vermieter froh, wenn ein kleines Geschäft oder ein<br />
Büro dort einziehen möchte.<br />
Theoretisch ist das auch möglich. Man beantragt bei dem<br />
zuständigen Bezirksamt einfach eine Nutzungsänderung<br />
<strong>und</strong> die Fußpflegerin kann ihre Dienstleistung künftig in der<br />
kleinen Erdgeschosswohnung ausüben. Theoretisch. Denn<br />
praktisch sieht das für den Vermieter so aus: Weil die Wohnung<br />
nicht mehr als Wohnraum genutzt wird, muss der Vermieter<br />
eine Ausgleichszahlung an das Bezirksamt leisten.<br />
Bei unserem Beispiel der Erdgeschosswohnung wären das<br />
fünf Euro pro Quadratmeter <strong>und</strong> Monat. Um mit der Wohnung<br />
keinen Verlust zu machen, müsste man diesen Betrag<br />
in Summe noch auf die Miete schlagen – <strong>und</strong> dann ist die<br />
Wohnung für die Fußpflegerin schon nicht mehr interessant.<br />
Anderer Fall: Sicher hat sich der eine oder andere Genossenschaftler<br />
schon einmal gew<strong>und</strong>ert, dass es mit der Einrichtung<br />
einer Gästewohnung nur schleppend oder gar nicht<br />
vorangeht. Die Wohnungsbaugenossenschaft DPF e.G. hat<br />
zum Beispiel in Marzahn eine leerstehende Wohnung, für<br />
die es relativ wenig Interessenten gibt. Geradezu ideal für<br />
die Einrichtung einer <strong>von</strong> den Genossenschaftsmitgliedern<br />
gewünschten weiteren Gästewohnung in der aufwendig sanierten<br />
Wohnanlage, für die das Bezirksamt auch ein öffentliches<br />
Interesse bescheinigt. Aber allein dafür müssen monatlich<br />
1,50 Euro/m 2 Ausgleichszahlungen an das Bezirksamt<br />
geleistet werden, deren Zulässigkeit die Genossenschaft<br />
jetzt gerichtlich überprüfen lässt. Und die Erträge, die die<br />
Genossenschaft mit der Gästewohnung erzielen kann, sind<br />
schließlich abhängig <strong>von</strong> dem Ausnutzungsgrad der Gästewohnung<br />
– anders als bei Wohnungen mit regelmäßiger<br />
monatlicher Mietzahlung. Das ist schon ärgerlich. Aber noch<br />
ärgerlicher ist es, der Frage nachzugehen, welchen Sinn denn<br />
diese Ausgleichszahlungen überhaupt haben: Laut Gesetz<br />
sollen sie einen Beitrag zu »neu zu erschaffendem Wohnraum«<br />
sein. Aber bei so großem Wohnungsleerstand sieht<br />
die neue Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien<br />
eine Aussetzung der Wohnungsbauförderung für neu<br />
geschaffenen Wohnraum in Berlin vor.<br />
Wo also bleiben die Ausgleichszahlungen?<br />
Fragwürdig ist das Festhalten des Senats an der Verordnung<br />
auch schon deshalb, weil gleichzeitig eine städtische Wohnungsbaugesellschaft<br />
die Genehmigung bekommt zwei größere<br />
Wohnhäuser in Marzahn abzureißen – also Wohnraum<br />
zu vernichten, »um den Markt zu regulieren«. Und das geschieht<br />
kurioserweise auch noch in unmittelbarer Nähe zu<br />
der Gästewohnung, für die eine monatliche Ausgleichszahlung<br />
durch den Senat verlangt wird.<br />
Sollen diese Gelder vielleicht einfach nur in die leeren <strong>Berliner</strong><br />
Haushaltskassen fließen? Hätten die Wohnungsämter<br />
dieser Stadt sonst nichts mehr zu tun? Oder warum hält die<br />
Verwaltung so hartnäckig an dem alten Zopf der Zweckentfremdung<br />
fest. Es wurde zwar in den vergangenen Jahren<br />
daran herumgeflochten <strong>und</strong> es gab die eine oder andere<br />
Änderungsverordnung, aber kein Beteiligter in der Wohnungsbranche<br />
kann in dieser Verordnung noch einen aktuellen<br />
Sinn sehen oder noch ernsthaft behaupten, dass in<br />
Berlin die gesetzlichen Voraussetzungen für eine »besondere<br />
Gefährdung der Versorgung der Bevölkerung mit ausreichendem<br />
Wohnraum zu angemessenen Bedingungen«<br />
vorliegen. Eben doch Abzocke <strong>und</strong> Verhinderung <strong>von</strong> genossenschaftlicher<br />
Gemeinschaftseinrichtung, statt sinnvoller<br />
Verordnung.<br />
Impressum:<br />
»Viel gemeinsam« – Beilage zu den Mitgliederzeitungen der Genossenschaften:<br />
Berolina, BWV zu Köpenick, DPF, Köpenick Nord , BBWO <strong>1892</strong><br />
Redaktion: »Gilde« Heimbau, Monika Neugebauer<br />
Gestaltung: Elo Hüskes<br />
Druck: Medialis Offsetdruck GmbH<br />
Auflage: 31.200<br />
Berlin, April 2002
aktuell: Service<br />
Erste Ergebnisse der Mitgliederbefragung<br />
Gewinnerin freut sich über Wochenende in Warnemünde<br />
Die „<strong>1892</strong>˝ hat ihr Serviceangebot in<br />
jüngster Zeit kontinuierlich weiterentwickelt<br />
<strong>und</strong> ausgeweitet. Ziel dieser<br />
Anstrengungen ist es, den Bedürfnissen<br />
unserer Genossenschaftsmitglieder weiter<br />
gerecht zu werden. Zu diesem Zweck<br />
Die Gewinnerin Marina Kießling<br />
haben wir uns entschlossen, kontinuierlich<br />
qualifizierte Befragungen bei einem<br />
Teil der bei uns wohnenden Mitglieder<br />
(sog. Panelbefragung) durchzuführen. Seit<br />
kurzem liegen nun die Ergebnisse der<br />
ersten Befragung, die Ende Dezember<br />
2001 durchgeführt wurde, vor. Mit Blick<br />
auf das Angebot traditioneller Dienstleistungen<br />
wurden folgende Ergebnisse<br />
ermittelt:<br />
Fast die Hälfte der Befragten ist der Auffassung,<br />
dass Dienstleistungen wie „Sauberkeit<br />
<strong>und</strong> Wartung˝ (47 % der Befragten),<br />
„Telefonische Erreichbarkeit˝ (45 %)<br />
<strong>und</strong> „24-St<strong>und</strong>en-Mängelhotline˝ (44 %)<br />
eine hohe Wichtigkeit besitzen. Die Spareinrichtung<br />
der „<strong>1892</strong>˝ halten 21 % der<br />
Befragten für wichtig. Demgegenüber<br />
sind die Dienstleistungen „Handy-Rahmenvertrag˝<br />
<strong>und</strong> „Internet-Auftritt˝ nur für<br />
eine kleine Minderheit der Befragten <strong>von</strong><br />
Bedeutung (4 % bzw. 3 % der Befragten).<br />
Insgesamt ist der Großteil der Befragten<br />
(80 %) sehr zufrieden mit dem traditionellen<br />
Dienstleistungsangebot der „<strong>1892</strong>˝.<br />
Mit Blick auf eine mögliche Erweiterung<br />
des bisherigen Dienstleistungsangebotes<br />
sind mehr als die Hälfte der Befragten<br />
(54 %) der Meinung, dass ein Handwerkerservice<br />
z. B. für Wohnungsrenovierungen<br />
erforderlich ist. Über 40 % der Befragten<br />
hält eine Pflegebetreuung bzw.<br />
eine Kooperation mit Alters- <strong>und</strong> Pflegeheimen<br />
für wichtig.<br />
Die „<strong>1892</strong>˝ dankt auf diesem Wege allen,<br />
die sich die Zeit <strong>und</strong> Mühe gemacht<br />
haben, an der Befragung teilzunehmen.<br />
Da die Qualität der Auswertungsergebnisse<br />
vor allem <strong>von</strong> der Menge vollständig<br />
ausgefüllter Fragebogen abhängt,<br />
sind wir auch weiterhin auf Ihre Mithilfe<br />
angewiesen. Wie bereits in der letzten<br />
Ausgabe der „<strong>1892</strong> aktuell˝ erläutert, ist<br />
die Qualität bei dieser zumindest dreimalig<br />
angelegten Befragungsaktion<br />
ebenfalls ganz stark abhängig <strong>von</strong> einem<br />
möglichst konstanten Befragungspanel.<br />
Daher unsere Bitte: beteiligen Sie sich<br />
auch bei zukünftigen Befragungen mit<br />
diesem hohen Engagement. Nach der<br />
zweiten Befragungsr<strong>und</strong>e werden wir<br />
Sie ausführlich über die Auswertungen<br />
informieren, die dann erstmals auch<br />
einen Zeitvergleich ermöglichen.<br />
Last but not least, wie in dem Anschreiben<br />
zum Versand der Fragebögen versprochen,<br />
gibt es einen Gewinner für ein<br />
Wochenende im Hotel Hübner in Warnemünde,<br />
der per Zufall ausgelost wurde.<br />
Frau Marina Kießling, Auszubildende,<br />
wohnhaft seit September 2000 in unserer<br />
Siedlung in der Proskauer Straße<br />
erhielt Anfang März den Gutschein für<br />
ein Wochenende zu zweit. Wir bedanken<br />
uns nochmals <strong>und</strong> wünschen einen<br />
schönen Aufenthalt an der Ostsee. ■<br />
aktuell Leserbriefe<br />
Wussten Sie schon …<br />
…dass Sie für 2,50 …<br />
■ ca. 17 Zigaretten bekommen?<br />
■ ca. 2 St<strong>und</strong>en mit der BVG fahren<br />
können?<br />
■ ca. 5 Flaschen Bier bekommen?<br />
■ ca. 12 Schrippen bekommen?<br />
■ ca. 4 Briefe versenden können?<br />
Natürlich haben Sie das alles gewusst!<br />
Service/Leserbriefe<br />
Aber, wussten Sie auch, …<br />
… dass Sie mit 2,50 im Monat einem<br />
Mitbewohner Ihrer Genossenschaft einen<br />
Aufenthalt in unserer Wohngemeinschaft<br />
Schillerpark ermöglichen können?<br />
Weitere Vorhaben in Charlottenburg <strong>und</strong><br />
Tempelhof befinden sich zur Zeit in der<br />
Planung. Im letzten Jahr wurde das<br />
„Tages-Cafe˝ in Charlottenburg eröffnet.<br />
Eine Gemeinschaftsstätte für „Jung <strong>und</strong><br />
Alt˝. Das sind Projekte, die der „Verein<br />
Die kostenlose Servicenummer der<br />
»<strong>1892</strong>« für Schadensmeldungen:<br />
0800/<strong>1892</strong> 333.<br />
zur Förderung des lebenslangen genossenschaftlichen<br />
Wohnens e.V.˝ möglich<br />
gemacht hat. Natürlich immer mit Unterstützung<br />
der „<strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong> <strong>Wohnungsgenossenschaft</strong><br />
<strong>von</strong> <strong>1892</strong>˝.<br />
2,50 – das ist der Mindestmitgliedsbeitrag<br />
pro Monat im Verein zur Förderung<br />
des lebenslangen genossenschaftlichen<br />
Wohnens e.V. Helfen Sie uns, weitere<br />
Projekte innerhalb der Genossenschaft<br />
zu realisieren. Werden Sie Mitglied. Denken<br />
Sie nicht, für mich kommen diese<br />
Einrichtungen zur Zeit oder gar nicht in<br />
Frage. Denken Sie als Bewohner einer<br />
Genossenschaft: mit meinem kleinen<br />
Beitrag <strong>und</strong> auch kleinen Spenden kann<br />
ich anderen helfen. Als gemeinnütziger<br />
Verein sind wir befugt, Beitragsbestätigungen<br />
<strong>und</strong> auch Spendenbescheinigungen<br />
auszustellen. – Und wir stellen sie<br />
gerne aus.<br />
Karl-Heinz Zimmer, Vorstandsmitglied im<br />
Verein zur Förderung des lebenslangen<br />
genossenschaftlichen Wohnens e. V. ■<br />
5
Serie/Aus den Siedlungen<br />
aktuell Serie:<br />
1933–1945: Ende <strong>von</strong> Vielfalt <strong>und</strong> Wohnreform<br />
Die »gleichgeschaltete« Genossenschaft<br />
Siedlung Alt-Tempelhof, Luftschutzkeller.<br />
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten<br />
begann eine Serie <strong>von</strong> Eingriffen,<br />
die in aller Offenheit „Gleichschaltung˝<br />
genannt wurde: Der Austausch aller freigewählten<br />
Kräfte durch Parteimitglieder.<br />
Auch für den <strong>Berliner</strong> Spar- <strong>und</strong> <strong>Bau</strong>verein<br />
hatte dieser Prozess erhebliche Konsequenzen.<br />
Im April 1933 musste der<br />
Vorstand auf Veranlassung des „Kampfb<strong>und</strong>es<br />
der nationalen Regierung” seine<br />
Ämter niederlegen. Unter massivem politischen<br />
Druck erfolgte die Neubesetzung<br />
<strong>von</strong> Vorstand <strong>und</strong> Aufsichtsrat. Ab 1940<br />
waren beide Genossenschaftsgremien<br />
ausschließlich mit Parteimitgliedern besetzt.<br />
Trotz gegenteiliger Versprechungen baute<br />
die „gleichgeschaltete˝ Genossenschaft<br />
wenig. Im Gegenteil: Durch Neuaufnahme<br />
bereits getilgter Hypotheken<br />
<strong>und</strong> unterlassener Instandhaltung wurden<br />
liquide Mittel aus der Genossenschaft<br />
abgezogen <strong>und</strong> in Reichsschatzanweisungen<br />
<strong>und</strong> Festgeldern angelegt.<br />
Die genossenschaftliche Unternehmens-<br />
6<br />
politik hatte sich kriegswirtschaftlichen<br />
Erfordernissen unterzuordnen.<br />
Die Eingriffe der Nationalsozialisten gipfelten<br />
1942 in der Auflösung der Spareinrichtung.<br />
Ein weiteres Stück genossenschaftlicher<br />
Identität, das auch eine<br />
wichtige Finanzierungsquelle dargestellt<br />
hatte, ging vorläufig verloren. Weitere<br />
Konsequenz daraus: Im Jahr seines fünfzigjährigen<br />
Bestehens musste der <strong>Berliner</strong><br />
Spar- <strong>und</strong> <strong>Bau</strong>verein seinen Namen<br />
ändern. Er firmierte <strong>von</strong> nun an als „<strong>Berliner</strong><br />
<strong>Bau</strong>- <strong>und</strong> <strong>Wohnungsgenossenschaft</strong><br />
<strong>von</strong> <strong>1892</strong>, Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen<br />
e.G.m.b.H.˝. Während offiziell<br />
noch vom künftigen Wohnungsbauprogramm<br />
gesprochen wurde, fiel Berlin allmählich<br />
in Schutt <strong>und</strong> Asche.<br />
Für die Bewohner besiegelte der Beginn<br />
des Faschismus das Ende der offenen<br />
demokratischen Gemeinschaften in den<br />
Genossenschaftssiedlungen. Weltanschauliche<br />
Differenzen, bisher in der kulturellen<br />
Vielfalt des Zusammenlebens<br />
eingeb<strong>und</strong>en, wurden nun zu Barrika-<br />
den, trennten sogar Familien <strong>und</strong> Generationen.<br />
Von den politischen Terrormaßnahmen,<br />
die die neuen Machthaber zur<br />
Sicherung ihres Herrschaftsanspruches<br />
veranlassten, waren auch viele Genossen<br />
betroffen. In nahezu allen Siedlungen kam<br />
es zu Denunziation, Verhaftungen <strong>und</strong><br />
Verfolgung. Dennoch existierte auch<br />
Unterstützung <strong>und</strong> Solidarität unter den<br />
Mitgliedern; sei es als echte Anteilnahme<br />
oder in den Versuchen die alte Gemeinschaft<br />
zu bewahren. Das Kriegsende im<br />
Mai 1945 bedeutete für viele das langersehnte<br />
Ende durchlittener Schreckenszeit.<br />
In der Genossenschaft waren nicht<br />
nur Wohnungen <strong>und</strong> Häuser zerstört<br />
worden, sondern auch große Teile genossenschaftlicher<br />
<strong>und</strong> wohnreformerischer<br />
Traditionen. ■<br />
»<strong>1892</strong>« online!<br />
www.bbwo<strong>1892</strong>.de<br />
aktuell Aus den Siedlungen<br />
Einjähriges Bestehen des<br />
Concierge in der Siedlung<br />
Charlottenburg<br />
Über 1.500 Pakete wurden in Empfang<br />
genommen, über 700 Kopien gefertigt<br />
<strong>und</strong> Faxe gesendet, über 200 Fahrten<br />
erledigt. Selbst die Pflanzenpflege während<br />
der Urlaubszeit wurde über 80-mal<br />
übernommen.<br />
Insgesamt haben die Bewohner das Angebot<br />
unseres Concierge-Dienstes schon<br />
über 5.000 Mal genutzt. Das ist die Resonanz<br />
zum ersten Geburtstag unseres<br />
Concierge in Charlottenburg, der am 24.<br />
Januar 2002 <strong>von</strong> den Bewohnern gefeiert<br />
wurde. Viele kommen einfach vorbei, um<br />
ein Pläuschchen zu halten oder einen<br />
Cappuccino zu trinken. Nicole Paul <strong>und</strong><br />
Torsten Hansen sind die Heinzelmännchen<br />
für alle Fälle, sie haben immer ein<br />
offenes Ohr <strong>und</strong> somit ein sehr gutes<br />
Verhältnis zu unseren Mitgliedern. ■
aktuell Aus den Siedlungen<br />
Neubauprojekt Wandlitz<br />
Der 4. <strong>Bau</strong>abschnitt ist fast fertig gestellt<br />
Unsere Siedlung in Wandlitz umfasste<br />
bisher 62 Wohnungen in zehn Gebäuden.<br />
Ende April bzw. Anfang Mai wird nun voraussichtlich<br />
der letzte <strong>Bau</strong>abschnitt mit<br />
18 freifinanzierten Wohnungen fertig<br />
gestellt. Nahe den Drei Heiligen Pfühlen<br />
<strong>und</strong> dem Liebnitzsee mitten im Kiefern<strong>und</strong><br />
Birkenwald werden dann hier drei<br />
neue Gebäude entstanden sein, welche<br />
die Farbenfreude der ersten drei <strong>Bau</strong>abschnitte<br />
in Anlehnung an den „Meister<br />
des farbigen <strong>Bau</strong>ens˝, Bruno Taut, fortführen.<br />
Die Architektur der Häuser fügt<br />
sich in die bestehende Landhausbebauung<br />
ein <strong>und</strong> benutzt Holz bewusst als<br />
natürlich gestalterisches Element. In den<br />
Wohnräumen der Zwei- <strong>und</strong> Dreizimmerwohnungen<br />
(ca. 70 bzw. 85 m2 ) verbindet<br />
weiches Gelb die hellen Farben des Holzes<br />
zum Außenraum mit seinen kräftigen<br />
Mitgliedsjubiläen<br />
«<strong>1892</strong>« bedankt sich für die Treue. Im Jahr 2001 gehörten der Genossenschaft an:<br />
■ 60 Jahre (Mitglieds-Nr.)<br />
Helmut Lins, Karlsruhe 22577<br />
Herbert Retusch,<br />
Siedlung Spandau 22622<br />
■ 50 Jahre<br />
Otto Koch,<br />
Siedlung Attilahöhe 24630<br />
Horst Petersohn,<br />
Siedlung Alt-Tempelhof 24653<br />
Gerhard Ehlert,<br />
Siedlung Charlottenburg 24659<br />
Margarete Treder,<br />
Siedlung Sickingenstraße 24666<br />
Kurt Krone,<br />
Siedlung Attilahöhe 24676<br />
Fassadenfarben. Zu jeder Wohnung gehört<br />
ein PkW-Stellplatz auf dem Gr<strong>und</strong>stück.<br />
Die Balkone <strong>und</strong> Terrassen, die<br />
nach Süden ausgerichtet sind, eröffnen<br />
den zukünftigen Bewohnern einen großzügigen<br />
Blick auf die Außenanlagen. Und<br />
auch die Kinder kommen hier nicht zu<br />
kurz: sie können sich auf dem großen<br />
Spielplatz so richtig austoben.<br />
Interesse? Dann hilft Ihnen Frau Wilke<br />
vom Verwalterbüro Nord gerne weiter.<br />
Rufen Sie einfach an: Tel. 457 980 10. ■<br />
Egon Hubert,<br />
Siedlung Schillerpark 24697<br />
Horst Renner,<br />
Siedlung Schillerpark 24717<br />
Herta Böttcher,<br />
Berlin-Mitte (Wedding) 24726<br />
Käthe Flöter,<br />
Siedlung Schillerpark 24729<br />
Horst-Günter Ritrich,<br />
Siedlung Attilahöhe 24733<br />
Heinz Lehmann,<br />
Siedlung Charlottenburg 24748<br />
Konrad Rösner,<br />
Berlin-Mitte (Wedding) 24753<br />
Ilse Allendorf,<br />
Berlin-Tempelhof 24754<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für die vielen Jahre, die sie der Genossenschaft die<br />
Treue gehalten haben.<br />
Auf geht’s!<br />
Aus den Siedlungen/Auf geht’s<br />
Liebe Leserinnen,<br />
liebe Leser,<br />
Genossenschaftliche Traditionen <strong>und</strong> die<br />
darauf basierenden Organisationsstrukturen<br />
<strong>und</strong> Arbeitsweisen sind häufig langjährig<br />
praktizierte Vorgehensweisen, sie<br />
müssen aber nicht notwendigerweise<br />
aktuelle Veränderungen des wirtschaftlichen<br />
<strong>und</strong> gesellschaftlichen Umfelds<br />
ignorieren. Wir haben uns einer Überprüfung<br />
<strong>von</strong> außen unterzogen, um eine<br />
neutrale Momentaufnahme unserer Genossenschaft<br />
<strong>und</strong> der Qualität unserer<br />
Arbeit zu bekommen. Das Ergebnis dieser<br />
vergleichenden Analyse soll uns weitere<br />
Anregungen für eine Modernisierung<br />
unseres Qualitätsverständnisses ermöglichen<br />
<strong>und</strong> die „<strong>1892</strong>˝ auf Kurs halten.<br />
Im Frühjahr des Jahres 2001 haben wir ein<br />
Qualitätsmanagementsystem entwickelt<br />
<strong>und</strong> eingeführt sowie ein Qualitätsmanagement-Handbuch<br />
mit allen <strong>von</strong> der<br />
ISO 9001:2000 geforderten Prozesse nach<br />
außen <strong>und</strong> innen mit dem Ziel der K<strong>und</strong>enzufriedenheit<br />
festgelegt. Im November<br />
haben wir uns dann der Zertifizierung<br />
unterzogen, innerhalb <strong>von</strong> zwei Tagen<br />
wurden unsere Abläufe <strong>von</strong> drei erfahrenen<br />
Auditoren unter „die Lupe˝ genommen.<br />
Aufgr<strong>und</strong> des Prüfberichtes, der keine<br />
Beanstandungen enthielt, haben wir im<br />
Dezember die Zertifizierungsurk<strong>und</strong>e entsprechend<br />
der ISO 9001:2000 erhalten<br />
(siehe Abb.). Mit den Darstellungen im<br />
Handbuch <strong>von</strong> den in der „<strong>1892</strong>˝ stattfindenden<br />
Prozessen wird eine gute Übersicht<br />
über alle Aktivitäten der „<strong>1892</strong>˝ präsentiert.<br />
Darüber hinaus wird dargestellt,<br />
welche Ziele mit der Organisation, Planung<br />
<strong>und</strong> Realisierung einer ständigen Verbesserung<br />
aller Prozesse <strong>und</strong> Aktivitäten verfolgt<br />
werden <strong>und</strong> wie dies in der Genossenschaft<br />
geschieht.<br />
Auf geht’s, sagen Sie uns Ihre Meinung,<br />
bestellen Sie Ihr Exemplar des Qualitätsmanagement-Handbuches.<br />
Per Telefon: 30<br />
30 20, per Fax: 30 30 265, per Brief oder<br />
per e-mail: Vorstand@bbwo<strong>1892</strong>.de<br />
Ihr<br />
Dirk Lönnecker<br />
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Impressum<br />
Mitgliederzeitung der <strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong><br />
<strong>Wohnungsgenossenschaft</strong> <strong>von</strong> <strong>1892</strong> eG,<br />
Knobelsdorffstraße 96, 14050 Berlin,<br />
www.bbwo<strong>1892</strong>.de<br />
Titelfoto: Rosestraße<br />
Redaktion: „Gilde“ Heimbau GmbH<br />
Gestaltung: Elo Hüskes<br />
Druck: Medialis Offsetdruck GmbH, Berlin<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Bau</strong>- <strong>und</strong> <strong>Wohnungsgenossenschaft</strong> <strong>von</strong> <strong>1892</strong> eG · Knobelsdorffstr. 96 · 14050 Berlin<br />
Pressesendung · Entgelt bezahlt · A31344