2 | 2009 brand schutz - Bauhandwerk

bauhandwerk.de

2 | 2009 brand schutz - Bauhandwerk

BAURECHT

Holzbau der Zukunft

ENTRAUCHUNG

Treppenhäuser im Brandfall

2 | 2009

BRAND

SCHUTZ

In öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gebäuden

BRANDMELDER

Prüfverfahren für erhöhte Sicherheit


25 Jahre Sicherheit mit TROX

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millionenfach bewährt!

• Der Versuch:

Die aus einem Gebäude stammenden

25 Jahre alten FK-K90-Brandschutzklappen

wurden einem 90-minütigen Brandversuch

unterzogen.

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Erfüllung aller heute gültigen

brandschutztechnischen Anforderungen

in vollem Umfang.

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SIND SIE AUF DEM STAND DER DINGE?

Unternehmen sind keine starren

Konstrukte, sondern wandeln sich

ständig. Die sich damit verändernden

Anforderungen an Produktionsund

Betriebsabläufe werden in

der Regel ausreichend durchdacht

und geplant. Vergessen wird dabei

jedoch leider viel zu häufig,

dass bereits kleine Änderungen im

Betriebsablauf die Anforderungen

an den Brandschutz erheblich beeinflussen können. Es sollte

daher bei jeder Umstrukturierung daran gedacht werden,

auch den Brandschutz auf den Prüfstand zu stellen.

Ein paar Beispiele sollen dies verdeutlichen:

■ Es ist aus Sicht der Brandlast ein großer Unterschied, ob

in einem Hochregallager Metall- oder Kunststoffrohre

gelagert werden. Es muss daher geprüft werden, ob

die Sprinklertechnik im Lager dieser höheren Brandlast

gewachsen ist (Beitrag S. 42).

■ Werden Lagerräume zu Büroräumen umgenutzt, sollte

nicht vergessen werden, auch die Ausschilderung der

Flucht- und Rettungswege zu überprüfen.

■ Beim Einsatz neuer Geräte und Maschinen sollte untersucht

werden, ob diese nicht evtl. empfindlich

gegenüber bislang verwendeten Löschmitteln sind.

Jeder Betrieb sollte regelmäßig brandschutztechnisch auf

den neuesten Stand gebracht werden. In den vergangenen

Jahren wurden viele technische Lösungen entwickelt, die

den Betrieben beim Brandschutz mehr Sicherheit bieten.

Neue Objektlöscheinrichtungen dämmen entstehende

Brände zuverlässiger ein. Sensible Rauchmelder können

heute zwischen Rauch, Dunst und Dämpfen unterscheiden

und Fehlalarme vermeiden (Beitrag S. 40).

Nicht vergessen darf man auch, dass auch die gesetzlichen

Rahmenbedingungen einem ständigen Wandel unterzogen

sind. Oder wussten Sie, dass analoge Standleitungen zur

Alarmübertragung abgeschaltet werden (Beitrag S. 18),

dass sich bauordnungsrechtliche Schutzziele verändern

(Beitrag S. 12) oder dass Anforderungen an die Dichtheit

der Gebäudehülle, die sich aus der EnEV ergeben, mit der

geforderten Aufzugsschachtentrauchung im Widerspruch

stehen können (Beitrag S. 38).

Diese Ausgabe von BRANDSCHUTZ hilft, Unklarheiten zu

beseitigen, den Blick für den baulichen Brandschutz zu

schärfen und neue technische Lösungen aufzuzeigen.

Christoph Brauneis,

Brandschutz-Redakteur

EDITORIAL

1

2/2009

Mit unserer langjährigen Erfahrung bei der Entrauchung

und Be-/Entlüftung von Tunneln, Gebäuden und Tiefgaragen

unterstützen wir Sie bei der Erarbeitung eines optimalen

Anlagenkonzeptes.

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RUBRIKEN

2

2/2009

INHALT

Editorial 1

Aktuell 4

Produkte 44

BAURECHT

Bauordnungsrechtliche Schutzziele mit Blick auf die Entrauchung, Joseph Messerer 12

Gastkommentar – Treppenhäuser im Brandfall, Thomas Hegger 15

Analoge Standleitungen – Verbindung unterbrochen, Eckart Roeder 18

Holzbau der Zukunft, Gerd Brux 20

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Brandversuch – Mehr als heiße Luft, Rita Jacobs 22

Brandversuch mit Porenbeton und Polyurethan

Unter realistischen Bedingungen wurde bei einem Brandversuch das Brandverhalten

von zwei gleich großen Bauwerken aus Porenbeton bzw. aus

Metall-Polyurethan-Sandwich-Paneelen untersucht und ausgewertet. Dabei

zeigte sich: Während bei der Stahlblech-Konstruktion schon kurz nach der

Entzündung eine Zerstörung der Bausubstanz auftrat, blieb das Porenbeton-

Bauwerk während der gesamten Messung und auch nach den Löscharbeiten

vollständig intakt.

Beton – Effektiver baulicher Brandschutz, Ulrich Neck 25

Neue Messe Stuttgart – Brandschutz für 100000 m², Gerd Brux 28

Textile Rauch- und Brandabschottung, Michaela Altdorfer 30

Brandschutz bei Stahl-Leichtbaukonstruktionen, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Pfau 32

GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

Entrauchung – Keine dicke Luft im Brandfall, Renate Zillessen 38

Aufzugsschacht-Entrauchung im Süddeutschen Verlag

Schon von außen erregt die neue Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlages

in München Aufsehen. Aber nicht nur architektonisch, auch sicherheitstechnisch

und energetisch setzt der Neubau Maßstäbe: Alle zehn Aufzugsschächte

werden kontrolliert belüftet und im Brandfall sicher entraucht. Das aus

Rauchdetektoren und Rauchabzugsanlagen bestehende neue System sorgt

für eine EnEV-konforme, geschlossene Gebäudehülle und höchste Sicherheit

im Brandfall

Brandmeldeanlagen – Prüfverfahren für erhöhte Sicherheit, Philipp Honegger, Georg Walz 40

Sprinkler – Massenware oder maßgeschneidert?, Frank Drolsbach 42

BAURECHT

Holzbau der Zukunft

2 | 2009

BRAND

ENTRAUCHUNG

Treppenhäuser im Brandfall

SCHUTZ

In öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gebäuden

BRANDMELDER

Prüfverfahren für erhöhte Sicherheit

Titel

Im Falle eines Brandes von brennbaren

Flüssigkeiten oder Kunststoffen breitet

sich das Feuer sehr schnell aus und es

entwickeln sich zudem giftige Brandgase.

Einen wirksamen Brandschutz für diese

Risikobereiche bilden Schaumlöschanlagen.

Im Bild: Schaumsprinkler von

Minimax (www.minimax.de)

erscheint im

Bauverlag BV GmbH

Postfach 120

33311 Gütersloh

und ist Bestandteil der Zeitschriften:

DBZ Deutsche Bauzeitschrift,

Bauwelt, Bauhandwerk,

BundesBauBlatt, TAB Technik am Bau,

FACILITY MANAGEMENT.

Leserservice:

Tel.: 0 18 05/5 52 25 33

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Ihr Ansprechpartner

in der Redaktion:

Christoph Brauneis,

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christoph.brauneis@bauverlag.de,

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BRANDSCHUTZ IN DER GEBÄUDETECHNIK

Bernd Prümer

Brandschutz in der

Gebäudetechnik

� Brandfälle

� Brandursachen

� Gesetzliche Grundlagen

� Anforderungen des Brandschutzes

� Bautechnische Lösungen

3. vollständig überarbeitete Auflage

������� ������

„Brandschutz

inderGebäudetechnik“

liegt

jetzt in der

komplett überarbeiteten

Auflage vor.

Die Zielgruppe

sind Fachplaner, Installateure,

Bauaufsichtsführende, abnehmende

Feuerwehrbeamte,

Betreiber und Sachverständige.

Das Fachbuch informiert über

Grundlagen des vorbeugenden

Gebäudebrandschutzes, zentrale

Sicherheitsaspekte sowie

über Konflikte, gegensätzliche

Interessen und Schwierigkeiten

bei der Umsetzung. Es beantwor-

tet auch die Frage, warum die entscheidenden

Maßnahmen häufig nur eingeschränkt

umgesetzt werden können oder scheitern.

Ziel des Buches ist die kompetente Beratung

der in der Praxis oft alleingelassenen Anwender,

die hier Lösungen und Einblicke finden.

Das Werk ist systematisch gegliedert mit

Zugriff auf alle wichtigen Sachverhalte des

Brandschutzes. Sorgfältig ausgewählte Farbabbildungen

und tabellarische Übersichten visualisieren

die Sachverhalte. Den rechtlichen

Hintergrund bilden die aktuellen Gesetze und

Regelwerke, deren Quellen zitiert werden. Ein

Register erschließt den Gesamtinhalt.

Brandschutz in der Gebäudetechnik,

Bernd Prümer, 304 Seiten,

ISBN 978-3-87247-680-7, 48 €,

Gentner Verlag 2009.

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unhörbar und unsichtbar für die Bewohner.* Das nennen wir Innovation, die sich nützlich macht.

AKTUELL

KSB VERSTÄRKT AKTIVITÄTEN

Die KSB AG (www.ksb.com) hat Anfang

Juni die Kagema Industrieausrüstungen

GmbH (www.kagema.com) erworben. Das

Unternehmen aus Pattensen bei Hannover ist

im deutschen Markt ein führender Hersteller

von Diesel-Pumpen-Aggregaten für Brandschutzanlagen

mit 70 Mitarbeitern.

KSB verstärkt so sein Engagement im Markt

für Feuerlöschsysteme. Die von Kagema erworbene

Technologie will das Frankenthaler

Unternehmen nutzen, um seinen Kunden

ein komplettes Programm an elektrischen

und dieselbetriebenen Pumpen, Schaltschränken

sowie Notstromaggregaten für

die Brandschutztechnik bereitzustellen.

Zu diesem Angebot gehören Produkte aus

Deutschland, Italien und Spanien. In Europa

zählt KSB heute zu den größten Anbietern

von Pumpen für Brandschutzanlagen.

Ausstattungspflicht schon jetzt

in vielen Bundesländern.

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4

2/2009

AKTUELL

KÜCHENBRAND WÄRE VERMEIDBAR GEWESEN

Ein Küchenbrand zerstörte am

Pfingstsonntag fast das Insel-

Hotel in Heilbronn. Über den Abluftkanal

fraß sich ein Fettbrand

von einem Warmhaltegerät bis

ins Dachgeschoss durch. Sachschaden:

rund 300 000 €. Der

Brandfall unterstreicht, wie wichtig

moderne Fettabscheider sind,

die Fettemissionen in den Luftkanal

minimieren und obendrein

flammendurchschlagsfest sind.

Wie Lüftungsspezialist Reven

(www.reven.de) aus Sersheim

mitteilt, wissen viele Küchenbetreiber

und selbst Fachplaner

immer noch nicht, dass die Fettabscheider

oberhalb thermischer

Geräte auf Flammendurchschlag

geprüft sein müssen – nicht nur

über der Friteuse, sondern auch

im Garbereich und beim Frontcooking.

Das fordert die DIN

18 869-5 und unterscheidet zwei

Bauformen an Fettabscheidern:

Bauart A (auf Flammendurchschlag

geprüft) und Bauart B

(nicht geprüft). Letztere dürfen

nur noch in Nebenbereichen

10. ESSENER BRANDSCHUTZTAGE

Zum zehnten Mal richtet am

18. und 19. November 2009 das

Haus der Technik in Kooperation

mit namhaften Partnern und renommierten

Referenten die traditionellen

Brandschutztage in

Essen aus. Wieder auf zwei Tage

konzipiert, ist das Ziel dieser Wei

terbildungsveranstaltung, zu den

derzeit wichtigen Themen des

Brand- und Explosionsschutzes

umfassende Informationen und

Anregungen für Fachleute und

Interessenten anzubieten: Der

Kongress wird wieder von einer

umfassenden begleitenden

(z.B. Speisenausgabe und -lagerung) eingesetzt

werden.

Planer, Kücheneinrichter und -betreiber stehen

im Brandfall in der persönlichen Haftung,

betont Reven. Sie sollten daher unbedingt

auf das entsprechende DIN-Prüfzeichen

achten und sich das Prüfzeugnis von ihrem

Lieferanten aushändigen lassen. Denn die

Betriebshaftpflicht kommt bei Verstößen gegen

geforderte Sicherheitsregeln nicht auf.

Auch eine Feuerlöschautomatik hätte den

Brand in Heilbronn vermeiden können. Entsprechende

Systeme haben eine Schmelzlotsicherung,

die bei Feuerausbruch den

Löschvorgang selbsttätig auslöst. Solche

Einrichtungen sind nachrüstbar.

Fachausstellung untermalt, auf der Hersteller

und Dienstleister ihre neuesten Produkte

präsentieren.

Die Vorträge und die am Ende der beiden Tage

jeweils geplanten Roundtable-Gespräche sind

mit Diskussionen, vertiefenden Analysen und

Bearbeitungen von konkreten Beispielen

geplant und wollen praxisnahe und nachvollziehbare

Hilfen zur Umsetzung für Betriebe

geben.

Die ausführlichen Inhalte der Tagung sowie

der genaue zeitliche Ablauf stehen als

Broschüre zum Download unter www.hdtessen.de/htd/veranstaltungen/W-H050-11-

465-9.html bereit.


RAUCHWARNMELDER AUF TOUR

In Hamburg machte am 23. Juni 2009 die

Roadshow zum „Genius Hx“, dem fehlalarmsicheren

Rauchwarnmelder von Hekatron,

halt. Wir waren vor Ort und haben dabei die

Besucher nach ihren Eindrücken gefragt.

In sieben Bundesländern besteht eine Rauchwarnmelderpflicht.

In den meisten anderen

Bundesländern werden Gesetze zum Thema

vorbereitet oder diskutiert. Ein Grund mehr,

sich mit dem Thema Rauchwarnmelder auseinanderzusetzen.

Dass Aufklärungsbedarf

besteht, war bei der Roadshow deutlich zu

spüren: Etwa 100 interessierte Gäste aus

Wohnbauunternehmen waren erschienen.

Stimmen zur Veranstaltung: Matthias

Demuth, Adlershorst Baugenossenschaft EG,

Norderstedt: „Seit 2003 statten wir alle unsere

Neubau-Objekte mit Rauchwarnmeldern

aus. Die Qualität des Produkts und die

Zuverlässigkeit des Herstellers sind für uns

dabei die wichtigsten Kriterien. Wir haben

uns sehr bewusst entschieden, ausschließlich

hochwertige Qualitätsmelder zu verwenden.

Zur Roadshow bin ich gekommen, um noch

ausführlichere Informationen zum „Genius

Hx“ zu erhalten. Wir planen, diesen Melder in

unseren Objekten großflächig einzusetzen.

Petra Schmidtke, Neue Lübecker Norddeutsche

Baugenossenschaft eG, Lübeck: „Mir wurde

im Vortrag bewusst, wie wichtig es ist, einen

fehlalarmsicheren Melder zu verwenden. Wir

beschäftigen uns seit drei Jahren intensiv

mit dem Thema Rauchwarnmelder. Um

das optimale Produkt zu finden, hat unsere

technische Abteilung quasi jedes Gerät, das

sich für die Wohnungswirtschaft eignet, auseinander

genommen und geprüft. Überzeugt

hat uns der „Genius Hx“ , obwohl wir ihn

Neesbacher Straße 13

65597 Hünfelden

Telefon (0 64 38) 8 39-0

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AKTUELL

als einzigen Melder nicht untersuchen

konnten, weil er erst im

Herbst auf den Markt kommt.

Wir werden ihn in knapp 15000

Wohnungen installieren.“

Weitere Infos und Roadshow-

Termine: www.hekatron.de.

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5

2/2009


6

2/2009

AKTUELL

GUTE RESONANZ FÜR BRANDSCHUTZ-FOREN

Die hagebau Brandschutz-Allianz(www.hagebau-brandschutzallianz.de)

hat bereits zum dritten

Mal in ganz Deutschland

Brandschutz-Foren durchgeführt.

Rund 2000 Planer, Architekten,

Handwerker, Bauherren und

Betreiber waren der Einladung

zu den Veranstaltungen gefolgt,

die in Kinos in Essen,

Berlin, Augsburg, Hamburg und

Offenbach durchgeführt wurden.

Die Referenten gaben einen

umfassenden Überblick über

aktuelle Trends im baulichen

Brandschutz. Manfred Lippe beschrieb, wie

die Richtlinien in den Bereichen Leitung,

Lüftung und Systemböden in Alt- und

Neubauten umgesetzt werden können. Über

gewerkeübergreifendes brandschutztechnisches

Qualitätsmanagement und die Bauüberwachung

im Brandschutz sprach Karl-

Olaf Kaiser. Dr. Mingyi Wang erläuterte den

Brandschutz aus Sicht der Versicherer.

Regionale Referenten bereicherten die einzelnen

Veranstaltungen mit Vorträgen über

den Brandschutz in Sonderbauten sowie

die Grundlagen von Brandschutzkonzepten.

Auch Fachleute aus den Reihen der Feuerwehr

kamen bei den Brandschutz-Foren zu

Sie brachten die Teilnehmer der Brandschutz-Foren mit ihren Vorträgen auf den neuesten

Stand: von links Diplom-Ingenieur Karl-Olaf Kaiser, Diplom-Ingenieur Manfred Lippe und

Mingyi Wang, Doktor der Ingenieurwissenschaften. Andreas Charlet, Verkaufsleiter Trockenbau-Fachhandel,

moderierte die Veranstaltungen.

RWA: CHANCE FÜR FACILITY MANAGEMENT

Die Aufgabe von Rauch- und

Wärmeabzugsanlagen (RWA) ist

es, vor allem im Brandfall, zum

Beispiel im Treppenhaus, Fenster

und Kuppeln in Wänden oder

Decken zu öffnen, damit Hitze

sowie der hochgiftige und tödliche

Rauch entweichen können.

Aber auch für die Gebäudelüftung

werden sie wichtiger, so Dirk

Dingfelder, stellvertretender

Vorsitzender des ‚Fachkreises

elektromotorisch betriebener

Rauchabzug und natürliche

Lüftung’ im ZVEI. „Außenhüllen

sind immer besser abgedichtet, Rahmen werden

besser verbaut, und das Fensterglas erzielt

immer günstigere Wärmeleitwerte.“ Die

frühere natürliche Fugenlüftung tendiere so

gegen Null. Wenn Fenster nicht regelmäßig

geöffnet werden, nimmt die Qualität der

Luft ab und die Feuchtigkeit zu. „Das macht

müde und senkt die Arbeitsleistung. Wer

das Öffnen und Schließen dem Nutzer überlässt,

riskiert Energieverschwendung oder

Schimmelpilzbildung – im schlimmsten Fall

beides.“

Der ‚Fachverband RWA und natürliche Lüftung’

hat seine Informationsbroschüren ‚RWA heute’

überarbeitet und neu herausgebracht. Die

Wort. Die Qualität der Vorträge wird auch

durch die Anerkennung der Brandschutz-

Foren als Fortbildungsveranstaltung durch

die Architektenkammern unterstrichen.

Ein Anziehungspunkt war auch die begleitende

Fachausstellung der Allianz-

Industriepartner des hagebau Trockenbau-

Fachhandels. Dort konnten sich die Besucher

über neueste Brandschutzsysteme informieren.

Auf starke Nachfrage stieß auch der neue

Ausbildungslehrgang zum „Brandschutz-

Fachtechniker TÜV“. Nachdem die hagebau

Brandschutz-Allianz in den letzten Jahren

bereits rund 200 Personen zur „Brandschutz-

Fachkraft GBA“ bzw. „Brandschutz-Fachkraft

TÜV“ ausgebildet hat, bietet die Interessengemeinschaft

ihren Teilnehmern aus

Handwerk und Handel seit Dezember 2008

diese zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeit

im baulichen Brandschutz an. Die Teilnehmer

vertiefen in der Schulung zum „Brandschutz-

Fachtechniker TÜV“ ihre Kenntnisse und sind

anschließend in der Lage, Tätigkeiten eines

Bauleiters, zum Beispiel eine korrekte

Baustellendokumentation, auszuüben.

ZITAT

„Die Bedeutung des baulichen Brandschutzes

ist durch die hohen Besucherzahlen erneut

deutlich geworden“, zeigt sich Andreas

Charlet, Verkaufsleiter Trockenbau-Fachhandel,

zufrieden mit dem großen Interesse.

verschiedenen Ausgaben der ‚RWA aktuell’

befassen sich vertiefend mit Einzelaspekten

von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Die

aktuelle Gesetzeslage sowie nützliche Tipps

sind fester Bestandteil aller Ausgaben.

TIPP

Die verschiedenen Ausgaben der ‚RWA aktuell’

sowie die ‚RWA heute’ stehen kostenlos

auf der Homepage des Fachkreises

unter www.rwa-heute.de zum Download zur

Verfügung oder können beim ZVEI (www.

zvei.org) als gedruckte Version für 5€je

Exemplar zzgl. MwSt und Porto angefordert

werden.


MODERNE LÖSUNG FÜR GLÄSERNEN BRANDSCHUTZ

Anfang 2009 wurde der neue Laborbau

der Reichsuniversität Groningen (NL) in

Betrieb genommen. Bei der Konstruktion

des Gebäudes stand im Vordergrund, dass

Arbeits- und Laborräume so wenig natürliches

Licht wie möglich erreichen sollte. Dieser

Forderung folgten die Planer durch den

Entwurf eines fensterlosen Gebäudes. Um aber

in den Treppenhäusern die Nutzung elektrischer

Lichtquellen zu minimieren, wurden

beide Treppenhäuser mit großen Lichtkuppeln

ausgestattet.

Die Glaskonstruktion stellte an das ausführende

Unternehmen Hero-Glas (www.heroglas.de)

hohe Anforderungen: Die gebogenen

Verbundsicherheitsgläser der Fassadenetagen

sollten als Absturzsicherung fungieren und

dabei dem Nutzer den Blick auf alle sechs

Gebäudeetagen gestatten. Vorteilhaft er-

wies sich die holländische Gesetzgebung,

die auch für Absturz sichernde Verglasungen

eine Fertigung von Verbundsichergläsern aus

nicht vorgespanntem Floatglas ermöglicht.

So konnten alle Scheiben, mit max. Höhen

von 1300 und max. Breiten von 1250 mm

jeweils als gebogener Floatglas-VSG-Verbund

gemäß DIN 12600 ausgeführt werden. Man

entschied sich für einen 6-6-4-Verbund aus

Floatglas (6 mm Float – 1,52 mm PVB-Folie

– 6 mm Float). Aufwendiger gestaltete

sich die Fertigung der insgesamt 700 m²

Brandschutzglas, mit den die innen liegenden

Fassadenflächen ausgestattet werden sollten,

von denen die Labor- und Arbeitsräume zu

den Treppenhäusern hin abgegrenzt werden.

Insgesamt 474 Einzelscheiben mussten hier

nach Maß gefertigt werden. Hierfür wurden

mit „Hero-Fire“ transparente Schichten ent-

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nur um maximal 140 °K erwärmen.

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X Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten

6-tägiger Lehrgang (in zwei Teilen)

Teil 1: 9.-12.11.09, 1.-3.3.10, 23.-25.8.10

Teil 2: 7.-10.12.09, 8.-10.3.10, 30.8.-1.9.10

X Fortbildung für Brandschutzbeauftragte

2-tägiger Auffrischungslehrgang.

15.-16.12.09, 7.-8.6.10, 6.-7.12.10

X Erstellung von Brandschutzkonzepten

2-tägige Praxis-Schulung.

2.-3.9.09, 18.-19.2.10, 1.-2.9.10

X Sicherheitsleitsysteme

Pflichten bei der Rettungswegkennzeichnung.

1-tägige Schulung.

21.9.09, 24.3.10, 13.9.10

X Löschwasserrückhaltung

und -entsorgung. 1-tägiges Praxis-

Seminar. 23.9.09, 25.3.10, 14.9.10

X Brandschutzhelfer 1-tägige

Schulung. 16.9.09, 26.3.10, 15.9.10

X Brandschutz in Schulen

und Kindertagseinrichtungen

neu

Eintägiges Fortbildungsseminar.

15.09.09, 30.3.10, 16.9.10

X Brandschutz in Seniorenund

Pflegeheimen

1-tägiges Fortbildungsseminar

Weiterbildung

BRANDSCHUTZ

X SiGe-Koordinator

4-tägiger Lehrgang gem. RAB 30,

Anlage C. 28.9.-1.10.09,

14.-17.12.09, 15.-18.3.10

X Arbeitsschutzfachliche

Kenntnisse für SiGe-

Koordinatoren 4-tägiger Lehrgang

nach RAB 30, Anlage B.

16.-19.11.09, 3.-6.5.10, 15.-18.11.10

X Anforderungen an den

Explosionsschutz 1-tägige

Schulung. 5.11.09, 17.3.10, 7.7.10

X Gefahrstoffbeauftragter

3-tägiger Lehrgang. 28.-30.9.09,

14.-16.12.09, 8.-10.3.10, 14.-16.10.10

X Brandschutz im

Industriebau 2-tägiger Workshop.

26.-27.11.09, 19.-20.5.10, 25.-26.11.10

X Umgang mit wassergefährdenden

Stoffen 1-täg.

Seminar. 7.10.09, 5.5.10, 13.10.10

X Verwaltungsrecht für

Nicht-Juristen. 1-tägiger

Workshop. 19.10.09, 21.4.10, 15.10.10

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Rauch- und Feuerschutzvorhänge

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Feuerschutzvorhänge DIN EN 1634 / DIN EN 13501

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01139 Dresden, Schmidt RWA, +49 (0) 351 / 8 43 84 81

06722 Wetterzeube, ELSCH, +49 (0) 36693 /22702

12105 Berlin, Norbert Rüsch GmbH, +49 (0) 30 / 75 48 94 40

63825 Sommerkahl, Reif Brandschutz GmbH, +49 (0) 6024 / 63 89 36

77746 Schutterwald, GS Sicherheitstechnik GmbH, +49 (0) 781 / 5 99 30

81479 München, Mattausch & Kulik GmbH, +49 (0) 89 /7917011

82061 Neuried, Scheferling RWA GmbH, +49 (0) 89 / 74 50 86 0

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8

2/2009

AKTUELL

„HAUSTECHNIK UND BAUPHYSIK“

Die Seminarreihe von Kolektor Missel Schwab rund

um das Thema „Haustechnik und Bauphysik“ ist in

Fachkreisen inzwischen eine feste Größe. Als Spezialist

für Dämmsysteme und Brandschutz hilft das Fellbacher

Unternehmen die bestehenden Unsicherheiten bei Planung

und Ausführung zu beseitigen, z.B. wenn es darum geht,

den Brandschutz mit den Anforderungen an den Schall- und

Wärmeschutz zu verknüpfen.

Die ganztägigen Veranstaltungen vermitteln Grundlagenwissen

sowie Lösungsansätze zur Erfüllung der eingeführten

Technischen Baubestimmungen und der anerkannten Regeln

der Technik. Eine Diskussionsrunde nach Fallbeispielen bietet

den Seminarteilnehmern die Möglichkeit, Probleme und

Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag einzubringen.

Zusätzlich wird ein Vertreter der Kolektor Missel Schwab

GmbH die Dämmsysteme und Sanitärprodukte der Firma

präsentieren.

TERMINE

09. September 2009, Berlin,

23. September 2009, Leipzig,

13. Oktober 2009, Nürnberg,

24. November 2009, Stuttgart.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Weitere Infos:

www.missel.de/News/Seminare.

DEM ZÜNDFUNKEN KEINE CHANCE!

Viele Betriebe messen Brandschutzmaßnahmen

oft wenig Aufmerksamkeit

bei. Diese Einstellung

verändert sich oft erst, wenn es

zu spät ist. Durch einen gezielten

Abbau von Brandrisiken können

betriebliche Schadenfälle verhindert

werden. Die verantwortlichen

Personen sind dazu verpflichtet,

Brandrisiken zu erkennen, zu analysieren,

zu minimieren und zu beseitigen. Mit dem

Trainerguide (Broschüre + CD-ROM) können Risikofaktoren

rechtzeitig erkannt, analysiert, minimiert oder sogar beseitigt

werden. In der 82-seitigen Broschüre werden alle

z.Z. bekannten Risikofaktoren, die Brände auslösen können,

beschrieben und mit Hinweisen versehen. Um eine

gute Unterweisungsunterlage zu ermöglichen, enthält

die CD-ROM eine Musterpräsentation mit 50 Folien im

PowerPoint-Format sowie Checklisten und Merkblätter.

Brandrisiken, Ehrlich, 84 Seiten,

ISBN 978-3-609-69826-7, € 48, Hüthig 2009.


BRANDSCHUTZ-HANDBUCH

Mit dem Handbuch „Tangit Brandschutz

System“ bietet die Henkel-

Marke ein praxisnahes Nachschlagwerk

für Bauspezialisten. Dank

Hosentaschenformat und übersichtlicher

Gestaltung ist es ideal für die

Arbeit vor Ort. Unterstützend zum

Brandschutzsystem „Fire Protection“

hat Tangit ein Handbuch entwickelt,

das den Profi bei seiner Arbeit mit

allen wichtigen Informationen rund

um das „Tangit FP“-System zur Seite

steht.

Von Wand- und Deckenabschottungen

über Anschlussfugen bis hin zu Verankerungen

im Rohbau werden die

Arbeitsschritte bildlich dargestellt, erklärt und passende

Produktempfehlungen gegeben.

Erhältlich ist es online unter www.tangit-brandschutz.de.

Tunneldose WKE 54

Funktionserhalt bis E90

www.spelsberg.de

AKTUELL

TROX ERWEITERT SERVICEANGEBOT

Nachdem im Januar dieses Jahres der

„Easy Product Finder“ von Trox für

Luftdurchlässe veröffentlicht wurde,

steht das Auslegungsprogramm nun

auch für die nächste wichtige Produktgruppe,

die Brandschutzklappen, zur

Verfügung.

Über die einheitliche Bedienoberfläche

lassen sich alle Vorteile des

Programms auch für Brandschutzklappen

nutzen. Neu hinzugekommen sind Preisinformationen über

alle enthaltenen Produkte. Benötigt wird eine Verbindung ins

Internet und ein „Troxnet“-Zugang. Diesen erhält man auf der

Homepage www.trox.de. Dort finden sich die Informationen

dann unter dem Link „NEU“. Wer den „Easy Product Finder“

bereits installiert hat, kann im Menü „Hilfe/Nach Updates

suchen“ ab sofort ein Online-Update installieren. Noch in

diesem Jahr folgt das Auslegungsprogramm auch für Luft-

Wasser-Systeme.

Günther Spelsberg GmbH + Co. KG

Im Gewerbepark 1

D-58579 Schalksmühle

Telefon: 0 23 55 /892-0

Telefax: 0 23 55 /892-299

e-mail: info@spelsberg.de

9

2/2009


AKTUELL

NACHSCHLAGEWERK FÜR DEN BRANDSCHUTZ

Die Zahl der Normen, Richtlinien und Gesetze,

die beim Brandschutz beachtet werden

müssen, wächst ständig. Doyma bietet mit

seinem neuen Brandschutz-Praxishandbuch

die Möglichkeit, sich diesem Thema von der

Seite der einzelnen Gewerke aus zu nähern.

Statt umständlich von der jeweiligen Situation

ausgehend, Vorschriften und Lösungen herauszufiltern,

sucht man für das entsprechende

Gewerk die passenden Brandschutz-Produkte

aus. Die wesentlichen gesetzlichen Anforderungen des gebäudetechnischen

Brandschutzes werden in dem Handbuch zusammengefasst

und die für die unterschiedlichen Gewerke einzusetzenden

Rohrarten und Isolierungen und die dafür von Doyma entwickelten

Brandschutzprodukte in einer Tabelle aufgezeigt. Informationen über

die "Curaflam"-Produkte fehlen ebenfalls nicht.

Zu beziehen ist das Praxishandbuch bei der Doyma GmbH & Co,

Tel.: 04207/9166-300, E-Mail: info@doyma.de., www.doyma.de

Qualifikation schafft Zukunft!

Akademisches Europa-Seminar

Weiterbildung für die Promotion zum Dr. / PhD

Master-Studiengang

Vorbeugender Brandschutz

in Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz

4-semestriger Aufbau-Studiengang

mit 9 Präsenzkursen in Dresden

Abschluss:

Master of Engineering Vorbeugender Brandschutz

Zeitraum: 12. Oktober 2009 bis Oktober 2011

akkreditiert durch

Fachfortbildungen im Brandschutz

Fachplaner für

vorbeugenden Brandschutz

gebäudetechnischen Brandschutz

Sachverständiger für

vorbeugenden Brandschutz

brandschutztechnische Bau- und Objektüberwachung

gebäudetechnischen Brandschutz

Europäisches Institut für postgraduale Bildung an derTechnischen Universität Dresden e. V.,

Goetheallee 24, D-01309 Dresden

Telefon: +49 351 44072-10 | Fax: +49 351 44072-20 | E-Mail: brandschutz@eipos.de

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BRANDSCHUTZ GLASHANDBUCH 2009

Zum 10. Mal erscheint das Brandschutz-Glashandbuch

von Pilkington,

das neben den technischen

Basisinformationen sämtliche

Ergänzungen, Innovationen und

Anwendungserweiterungen aus

der Welt des transparenten

BrandschutzesmitPilkington„Pyrostop“

und “Pyrodur“ enthält.

Das Brandschutz-Glashandbuch ist

ein hilfreiches Arbeitsmittel, das

in kompakter und übersichtlicher

Form sämtliche technischen Möglichkeiten mit den

Brandschutzgläsern von Pilkington aufzeigt.

Die verhältnismäßig kurzfristige Aktualisierung im 12-

Monats-Rhythmus hat sich auch in dieser 10. Ausgabe

als sinnvoll erwiesen, wurden doch auf nahezu jeder

Seite des Handbuchs Änderungen und Neuheiten eingepflegt.

In diesem Jahr betreffen die Überarbeitungen vor

allem Erweiterungen der bauaufsichtlich zugelassenen

Brandschutzsysteme, Aktualisierung der systemabhängig

maximal zulässigen Scheibenabmessungen, Aktualisierung

der neuen monolithischen Brandschutzglas-

Typen mit erhöhten Sicherheitsglaseigenschaften sowie

die Integration der CE-konformen Produktdaten.

Das Handbuch kann per Fax unter 0209/1682056 oder

per E-Mail unter brandschutz@pilkington.de kostenlos

bestellt oder im Internet unter www.pilkington.de heruntergeladen

werden.

BERUFSBEGLEITENDES FERNSTUDIUM

Das Distance and International Studies Center (DISC)

der TU Kaiserslautern bietet im Wintersemester

2009/2010 ein berufsbegleitendes Fernstudium „Baulicher

Brandschutz und Sicherheitstechnik“ an. Das

viersemestrige Weiterbildungsangebot, das mit einem

benoteten Zertifikat „Fachplaner im Baulichen Brandschutz

und der Sicherheitstechnik“ abschließt, wendet

sich an Architekten und Bauingenieure mit Hochschulabschluss.

Das neu entwickelte Fernstudium vermittelt Kenntnisse

in den Themenbereichen „Brandentstehung und -bekämpfung“,

„Organisatorischer Brandschutz“, „Bauen im

Bestand“, „Sicherheitstechnik“ und andere mehr.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes

Bauingenieur- oder Architekturstudium an einer Universität

oder Fachhochschule sowie der Nachweis einer

mindestens einjährigen Berufstätigkeit nach dem

Erststudium (Anmeldungen unter www.zfuw.de).

10

2/2009


QUALITÄT MIT BRIEF UND SIEGEL

Die großen Sicherheitsreserven von bauaufsichtlich

zugelassenen Brandschutzprodukten

in der Elektroinstallation können im Ernstfall

Leben retten, denn nur solche Komponenten

gewährleisten, dass angeschlossene Sicherheitssysteme

bei einem Brand über den gesetzlich

geforderten Zeitraum hinweg funktionstüchtig

bleiben.

Die Zulässigkeit eines Produkts bescheinigen

die staatlichen Materialprüfämter (MPA) und

das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt)

mit Ausstellung eines Verwendbarkeitsnachweises

– einer Allgemeinen bauaufsichtlichen

Zulassung (AbZ) oder eines Allgemeinen bauaufsichtlichen

Prüfzeugnisses (AbP). Nur mit

diesen Verwendbarkeitsnachweisen dürfen

die Produkte eingesetzt werden. Alleinige

ZVEI KOMMENTIERT MLAR

Erstmals seit Neuerscheinung der Muster-

Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) im

Jahr 2005 steht ein praxisorientierter

Kommentar zur Verfügung. Der ZVEI hat in

einem Arbeitskreis unter Mitwirkung der VdS

Schadenverhütung GmbH eine ausführliche

Erläuterung zur MLAR und ihrer Umsetzung

erarbeitet. Die Experten des elektrotechni-

Verwenden Sie von vornherein wartungsfreie Brandschutz-

klappen von Wildeboer. Jedes Modell egal, ob rund

oder eckig, klein oder groß, ist universell zu verwenden.

� wartungsfrei

� gekapselte Auslöse- und Antriebseinheiten

� europäischer Stand der Technik EN1366-2

� langfristig sichere Zulassungen

FüralleWändeundDecken,einschließlichfürgleitende

Deckenanschlüsse zugelassen.

FK90 Brandschutzklappen FR90 Brandschutzklappen FK90K Brandschutzklappen

BRANDSCHUTZ � SCHALLSCHUTZ � LUFTVERTEILUNG

Prüfungen und Zertifizierungen nach DINoder

EN-Normen, Prüfberichte und CE-

Konformitätserklärungen der Hersteller haben

keine Aussagekraft über die Zulässigkeit

von Brandschutzkomponenten.

„Die Verantwortung für den sicheren Betrieb

von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln

tragen die Betreiber. Sie müssen sich auf

Brandschutzkomponenten verlassen können,

die den allgemein anerkannten Regeln der

Technik entsprechen und tadellos funktionieren“,

so Walter Wirth, Produktmanager bei

Spelsberg (www.spelsberg.de). „Da aber auch

nicht zugelassene, mangelhafte Produkte im

Umlauf sind, die im Brandfall ein frühzeitiges

Versagen der Elektroinstallation verursachen

oder einen Brand beschleunigen können,

schen Anlagenbaus geben in der 20-seitigen

Broschüre Hinweise zur Anwendung der

MLAR in der Praxis. Ebenso eingearbeitet

sind Anwendererfahrungen rund um die MLAR

seit ihrer Neuerscheinung. Zusätzlich zum

Kommentar hat der ZVEI ein auf Errichter

abgestimmtes kompaktes Merkblatt zur MLAR

erarbeitet. Dieses Merkblatt liegt dem aus-

"Dank der universell einsetzbaren

Brandschutzklappen ist die

Planung ein Kinderspiel!"

www.wildeboer.de

AKTUELL

sind im Ernstfall Menschenleben

gefährdet. Deshalb ist es unerlässlich,

nur zuverlässige

Brandschutzkomponenten einzusetzen,

die zugelassen sind.

Schon in der Planungsphase sollten

ausführende Unternehmen

Wert auf die schriftlichen

Nachweise legen.“

führlichen Kommentar bei und ist

kostenlos. Mitgliedern der ZVEI-

Arbeitsgemeinschaft „Errichter

und Planer“ steht es zusätzlich

zum Download zur Verfügung.

Die 20-seitige Broschüre kann

unter www.zvei.org/mlar bestellt

werden.

11

2/2009


Grundsatzpapier der Fachkommission Bauaufsicht

BAUORDNUNGSRECHTLICHE SCHUTZZIELE

MIT BLICK AUF DIE ENTRAUCHUNG

Im Zusammenhang mit der Erstellung von Brandschutzkonzepten für

komplexe Bauaufgaben stellt sich häufig die Frage nach den mit den

bauordnungsrechtlichen Vorschriften verfolgten Schutzzielen. Diskussionen

in der Fachwelt haben gezeigt, dass über diese Ziele in einigen Punkten

Unklarheit besteht. Zudem war zu beobachten, dass sich die Auffassungen

darüber, was öffentlich-rechtlich erforderlich ist, aus unterschiedlichen

Gründen auseinander entwickelt haben, wie z.B. hinsichtlich der Notwendigkeit

einer raucharmen Schicht für die Personenrettung, aber auch über

die Frage, was unter „wirksamen“ Löschmaßnahmen zu verstehen ist.

Die Fachkommission Bauaufsicht

der Bauministerkonferenz

– ARGEBAU, die für die Musterbauordnung

(MBO) als Muster

für die Landesbauordnungen

zuständig ist, hat sich der Frage

nach den mit den bauordnungsrechtlichen

Vorschriften verfolgten

Schutzzielen angenommen

und ihre Projektgruppe „Brandschutz

mit diesbezüglichen

Untersuchungen beauftragt. Dabei

wurden alle Regelungen der

Musterbauordnung und der zugehörigen

Sonderbauvorschriften

auf ihre Zielsetzung hinterfragt.

Das Ergebnis sind die nachfolgend

abgedruckten Grundsätze zu

Fragen der Personenrettung und

wirksamen Löschmaßnahmen.

Das Grundsatzpapier wurde im

Oktober 2008 sowohl von der

Fachkommission Bauaufsicht als

auch von den Gremien der ArbeitsgemeinschaftderLeiterderBerufsfeuerwehreninDeutschland-AGBF

(Arbeitskreis Grundsatzfragen und

Arbeitskreis Vorbeugender Brandund

Gefahrenschutz – AK VB/G)

einstimmig und ohne Änderungen

angenommen.

Zum Inhalt

Die Grundsätze beziehen sich nur

12

2/2009

BAURECHT

auf solche Gebäude, die die bauordnungsrechtlichen

Anforderungen einhalten, also

keine Abweichungen in Anspruch nehmen.

Es werden Standardbauten und Sonderbauten

unterschieden; Sonderbauten sind in der Musterbauordnung

konkret aufgezählt (z.B. Hochhäuser,

große Verkaufsstätten, Versammlungsstätten,

Krankenhäuser, Heime usw., s.§2Abs.

4 MBO), alle anderen Bauvorhaben werden als

Standardbautenbezeichnet.FürStandardbauten

befinden sich die Brandschutzanforderungen

abschließend in der MBO; für bestimmte

Sonderbauten (geregelte Sonderbauten)

sind weitere Regelungen zu beachten, wie

z.B. die Versammlungsstättenverordnung,

Verkaufsstättenverordnung, Beherbergungsstättenverordnung,

Hochhausrichtlinie, Schulbaurichtlinie,

Industriebaurichtlinie. Für

andere Sonderbauten sind ggf. im Einzelfall

Brandschutzanforderungen festzulegen.

Ergebnis

Es wurde klargestellt, dass das Bauordnungsrecht

nicht die Aufgaben der Feuerwehr regelt,

die Aufgaben der Feuerwehr ergeben

sich aus den Feuerwehrgesetzen der Länder.

Das Bauordnungsrecht erfasst nur die bauliche

und technische Beschaffenheit eines

Gebäudes. Diese muss so sein, dass die

Rettung von Personen und wirksame Löschmaßnahmen

möglich sind. Lediglich bei

Gebäuden, für die als zweiter Rettungsweg

eine „anleiterbare Stelle“ genügt, muss zur

tatsächlichen Herstellung dieses zweiten

Rettungswegs die Feuerwehr mit ihrer Leiter

mitwirken.

Die Feuerwehr kann im Brandfall nur eine

begrenzte Anzahl von Personen retten. Die

Anzahl der Personen, die von der Feuerwehr

gerettet werden können, lässt sich nicht

benennen, da die Umstände im Brandfall äußerst

unterschiedlich sein können (Hilfsfrist,

Zeit der Brandentdeckung und -meldung,

Brandentwicklung, Stärke der Feuerwehr,

Mobilität der zu rettenden Personen usw.)

Die Feuerwehr kann in Sonderbauten mit

vielen Menschen die Personenrettung nicht

sicherstellen; sie ist darauf angewiesen, dass

die Personen beim Eintreffen der Feuerwehr

das Gebäude bereits weitgehend verlassen

haben oder sich in sicheren Bereichen befinden.

Neben der ausreichenden Ausbildung

von Rettungswegen ist daher ebenso von Bedeutung,

dass die Menschen früh-/rechtzeitig

mit der Flucht beginnen. Für eine rechtzeitige

Räumung hat deshalb in Sonderbauten

(z.B. Versammlungs- und Verkaufsstätten,

Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) der

Betreiber zu sorgen.

Hinsichtlich der Ausbreitung von Feuer und

Rauch sehen alle Brandschutzvorschriften der

MBO und der zugehörigen Sonderbauregeln

Anforderungen an Baustoffe und raumabschließende

Bauteile vor, die direkt oder

indirekt dem Schutz der Rettungswege vor

Feuer und Rauch dienen. Eine Rauchableitung

aus Rettungswegen zur Sicherstellung der

Benutzbarkeit in der Phase der Personen-


ettung ist nicht vorgesehen, sie könnte

ohnehin nur bereits eingedrungenen Rauch

abführen. Für die Personenrettung muss

in diesem Fall der alternative (zweite)

Rettungsweg benutzt werden. Sind Rettungswege

besonders schutzbedürftig, wird

Rauchfreihaltung verlangt (wie z.B. in einem

Sicherheitstreppenraum).

Die bauordnungsrechtlich verlangten Öffnungen

zur Rauchableitung oder Rauchabzugsanlagen

dienen der Unterstützung der Feuerwehr

bei ihrer Arbeit – selbst wenn dafür

keine quantifizierte Entrauchungswirkung

vorgegeben ist.

Löschmaßnahmen sind auch dann wirksam,

wenn die Brandausbreitung erst an den klassischen

„Barrieren“ des bauordnungsrechtlichen

Brandschutzes, wie z.B. der Brandwand

gestoppt werden kann.

Ausblick

Es besteht Handlungsbedarf seitens der

ARGEBAU bezüglich der im Grundsatzpapier

genannten Formulierungen in Muster-Vorschriften,

die missverständlich sind. Erreicht

werden soll, dass im Regelfall die Gestaltung

der Rettungswege ohne ingenieurmäßige

Bemessungen auskommt und diese nur bei

Abweichungen heranzuziehen sind. Sonstige

Änderungen werden nicht für erforderlich gehalten,

da keine Erkenntnisse vorliegen, die

eine Verschärfung des Anforderungsniveaus

erfordern. Auch eine Absenkung ist nicht

veranlasst und auch nicht beabsichtigt.

Zu untersuchen wäre, ob es typische

Abweichungsfälle, wie übergroße Räume

oder mehrgeschossige Atrien, gibt, für die

sich häufig vorkommende Randbedingungen

feststellen lassen. Das für geregelte

Bauvorhaben zugrunde gelegte Schutzniveau

muss auch hier erreicht werden, was in einem

Brandschutzkonzept nachzuweisen

ist. Hierfür ist seitens Wissenschaft und

Forschung der Frage nachzugehen, was eine

qualifizierte Entrauchung als Teil eines Brandschutzkonzepts

leisten kann und welche

Bemessungsmethoden zu belastbaren, wiederholbaren

und zuverlässigen Ergebnissen

führen können.

Joseph Messerer,

Vorsitzender des AK VB/G der AGBF und Gabriele

Famers, Obfrau der Projektgruppe Brandschutz

der Fachkommission Bauaufsicht

BAURECHT

Grundsätze zur Auslegung des § 14 MBO der Fachkommission

Bauaufsicht der Bauministerkonferenz (ARGEBAU) abgestimmt

mit dem AK Grundsatzfragen und dem AK VB/G der AGBF

(16./17.10.2008)

Das Papier dient der Erläuterung und Klarstellung zweier in § 14 der

Musterbauordnung (MBO) aufgeführten Ziele des Brandschutzes – insbesondere

im Hinblick auf die Anforderungen zur Rauchableitung in den bauordnungsrechtlichen

Vorschriften.

Die Ziele werden hier getrennt betrachtet, um sie besser bewerten zu können.

Tatsächlich können bestimmte Maßnahmen aber auch beiden Zielen

dienen.

㤠14 Brandschutz

Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu

halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und

Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung

von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind."

I „Rettung von Menschen ermöglichen“:

1. Zu unterscheiden sind Sonderbauten, also Gebäude, die einen der

Tatbestände des § 2 Abs. 4 Nrn. 1 bis 18 MBO-2002 erfüllen, und sonstige

Gebäude (im Weiteren „Standardbauten“ genannt).

1.1 In beiden Fällen verlangt das Bauordnungsrecht für jede Nutzungseinheit

mit Aufenthaltsräumen zwei voneinander unabhängige Rettungswege je

Geschoss (§ 33 Abs. 1 MBO).

1.2 Bei Standardbauten darf der zweite Rettungsweg regelmäßig über

Rettungsgeräte der Feuerwehr führen. Dabei geht die MBO davon aus, dass

jede öffentliche Feuerwehr über Rettungsgeräte verfügt, mit denen

Brüstungen in einer Höhe von bis zu 8 m über der Geländeoberfläche

erreicht werden können. Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Geräte

der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum

Anleitern bestimmten Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche

liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die örtliche Feuerwehr über die

hierfür erforderlichen Rettungsgeräte (wie Hubrettungsfahrzeuge) verfügt.

1.3 Bei Sonderbauten (mit Aufenthaltsräumen), die in den Geltungsbereich

einer eigenen Muster-Verordnung oder Muster-Richtlinie fallen (Beherbergungsstätten,

Schulen, Verkaufsstätten, Versammlungsstätten) werden

i.d.R. zwingend bauliche Rettungswege verlangt.

1.4 Bei Sonderbauten darf der zweite Rettungsweg nur dann über Geräte der

Feuerwehrführen,wennkeineBedenkenwegenderPersonenrettungbestehen

(§ 33 Abs. 3 Satz 2 MBO).

2. Bei Sonderbauten mit ausschließlich baulichen Rettungswegen bedarf es

für die Personenrettung in aller Regel nicht der Mitwirkung der Feuerwehr.

Die Gebäude sind so zu planen, dass sich die Personen darin im Gefahrenfall

selbst in Sicherheit bringen können. Soweit es sich um Gebäude handelt,

die überwiegend von Personen genutzt werden, die sich nicht oder nur eingeschränktselbstrettenkönnen(z.B.PersonenmitMobilitätseinschränkung,

Kinder, alte Menschen oder Patienten), muss die Evakuierung (Räumung)

als Teil der Personenrettung im Brandfall Gegenstand geeigneter betrieblicher/organisatorischer

Maßnahmen sein (in aller Regel eingewiesenes

Personal/Verbringen in einen sicheren Bereich).

13

2/2009


BAURECHT

Aus Nr. 1. und 2. oben ergeben sich folgende Schlussfolgerungen für die Frage der Rauchableitung:

3. Grundlagen der bauordnungsrechtlichen Anforderungen zur Rettung von Personen sind

- die innere Abschottung von Gebäuden,

- die Führung, Bemessung und bauliche Ausbildung von Rettungswegen sowie

- betriebliche/organisatorische und ggf. anlagentechnische Maßnahmen einschließlich der Alarmierung.

4. Sind diese grundlegenden bauordnungsrechtlichen Anforderungen eingehalten (= im Normalfall), ist eine

Rauchableitung nur zur Unterstützung der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr vorgesehen.

Anmerkung:

Allerdings sind einzelne Regelungen über eine zulässige Verlängerung der Rettungswege jeweils in Abhängigkeit zur Raumhöhe

(M-IndBauR und M-VStättV) bzw. in Abhängigkeit zu vorhandenen Rauchabzugsanlagen (M-VStättV und M-VkV) in dieser

Hinsicht missverständlich. Diese Regelungen werden zurzeit überprüft und in der textlichen Aussage klargestellt.

5. Die MBO sieht für die Personenrettung keine Maßnahmen zur Rauchableitung vor. Solche Maßnahmen (bei denen

z. B. die rechtzeitige und sichere Funktion der Rauchabzugsanlagen Voraussetzung für die Benutzbarkeit der

Rettungswege ist) können allenfalls im Einzelfall zur Kompensation für eine Abweichung von bauordnungsrechtlichen

Anforderungen in Betracht kommen.

6. Wird bauordnungsrechtlich gefordert, dass in bestimmte Räume Rauch nicht eindringen darf (z. B. beim Sicherheitstreppenraum

– wenn also auf einen der beiden eigentlich verlangten Rettungswege verzichtet werden darf), werden

keine Maßnahmen zur Rauchableitung verlangt, sondern vielmehr zur Rauchfreihaltung (d.h.: Rauch darf in den

Rettungsweg erst gar nicht eindringen können).

7. Für die Evakuierung (Räumung) großer Gebäude mit vielen Menschen sind aus Sicht des Bauordnungsrechts insbesondere

die Faktoren „Zeit“ und „Vermeidung von Staus“ von Bedeutung. Beiden Faktoren wird bauordnungsrechtlich

in erster Linie durch die Anordnung (Lage, Anzahl) und Breite der Ausgänge (und ggf. auch der Gänge im Raum)

Rechnung getragen. Die Evakuierung (Räumung) großer Gebäude kann nicht nur aufgrund eines Brandes, sondern

auch aus anderen Gründen (Terrordrohung/-anschlag, Amoklauf, Wassereinbruch, Teileinsturz etc.) erforderlich

werden. Maßnahmen zur Rauchableitung können hierbei für eine schnelle Evakuierung keinen Beitrag leisten.

II „Wirksame Löscharbeiten ermöglichen“

1. Das Bauordnungsrecht ermöglicht wirksame Löscharbeiten grundsätzlich dadurch, dass die Feuerwehr eine bauliche

Anlage von der öffentlichen Verkehrsfläche aus ungehindert erreichen und die Rettungswege als Angriffswege nutzen

kann, durch die Standsicherheit im Brandfall für eine bestimmte Zeit, durch die Schaffung von Brandabschnitten und

dadurch, dass ggf. Löschanlagen zur Verfügung stehen.

2. Das Bauordnungsrecht stellt keine Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Feuerwehr, geht aber von

einer den örtlichen Verhältnissen entsprechend funktionsfähigen Feuerwehr aus.

3. Das Bauordnungsrecht lässt nur einen zeitlich eingeschränkten Feuerwehreinsatz innerhalb einer baulichen Anlage

zu, der durch die vorgegebene Standsicherheit der Anlage im Brandfall bestimmt wird.

4. Müssen aufgrund der Brandentwicklung beim Eintreffen der Feuerwehr einzelne, brandschutztechnisch abgetrennte

Räume, die Nutzungseinheit, der Brandabschnitt/Brandbekämpfungsabschnitt oder das Gebäude aufgegeben werden,

können aber die benachbarten Räume/Nutzungseinheiten/Brandabschnitte/Brandbekämpfungsabschnitte/Gebäude

durch den Feuerwehreinsatz geschützt werden, handelt es sich gleichwohl im bauordnungsrechtlichen Sinn um „wirksame

Löscharbeiten“.

5. Dass bauordnungsrechtlich in bestimmten Fällen Öffnungen zur Rauchableitung oder Rauchabzugsanlagen verlangt

werden, trägt der Erfahrung Rechnung, dass solche Öffnungen/Anlagen – selbst wenn dafür keine quantifizierte

Entrauchungswirkung vorgegeben ist – die Feuerwehr bei ihrer Arbeit unterstützen.

14

2/2009


Treppenhäuser im Brandfall

ENTRAUCHTER RETTUNGSWEG

ODER VERRAUCHTE TODESFALLE

Wenn in einem Einfamilienhaus ein Feuer ausbricht, können die Bewohner

schnell durch die Haustür oder auch – im Erdgeschoss – mit einem Sprung

durch das Fenster ins Freie flüchten. Etwas anders sieht es bei Bränden in

mehrgeschossigen Wohngebäuden aus. Hier ist der Treppenraum – zumindest

für die Bewohner ab dem ersten Obergeschoss – der wichtigste Fluchtweg,

um sich vor Feuer und Rauch in Sicherheit zu bringen.

Die jeweiligen Landesbauordnungen

(LBO) schreiben verpflichtend die

Ausrüstung von Treppenräumen mit Rauchabzugsvorrichtungen

vor. So müssen innenliegende

Treppenräume, die nicht unmittelbar

an einer Außenwand liegen, sondern

beispielsweise allseitig von Wohnungen

oder Büroräumen umgeben sind, grundsätzlich

und unabhängig von der Gebäudehöhe

oder der Geschossanzahl mit einer Rauchabzugsvorrichtung

ausgestattet werden.

Die einzubauende freie Rauchabzugsfläche

muss dabei in der Regel mindestens 5 %

der Treppenraumgrundfläche betragen und

darf eine Fläche von 1 m² nicht unterschreiten.

Der Rauchabzug muss manuell

vom Erdgeschoss und vom obersten Treppenabsatz

aus bedient werden können.

Dagegen müssen außenliegende Treppenräume,

die mit mindestens einer Seite an eine

Außenwand grenzen, in der zu öffnende Fenster

eingesetzt sind, erst ab einer bestimmten

Gebäudehöhe oder Geschossanzahl mit

einer Rauchabzugsvorrichtung ausgestattet

werden. Je nach Bundesland gibt es leicht

voneinander abweichende Angaben zu Gebäudehöhe

und Geschossanzahl, ab der eine

Rauchabzugsvorrichtung im außenliegenden

Treppenraum gesetzlich angeordnet ist. Sie

liegen zwischen einer vorhandenen Geschossbodenhöhe

von mehr als 13 m über dem Gelände

und mehr als fünf Geschossen oberhalb

der Geländeoberfläche.

Was würde passieren, wenn in einem größeren

Wohnhaus mit bis zu fünf Geschossen

oder einer Höhe von bis zu 13 m, dessen Treppenraum

über keine Rauchabzugsvorrichtung

verfügt, schwarzer undurchdringlicher Brand-

RWA retten Leben

Giftige Rauchgase können abziehen

Freie Sicht ermöglicht schnelle

Flucht aus dem Gebäude

rauch und heiße giftige Rauchgase diesen

Fluchtweg versperren? Dann bliebe noch die

Flucht durch die Außenfenster. Sportlichen,

jungen Menschen mit viel Mut ist vielleicht

noch zuzutrauen, einen Sprung aus dem

Fenster im ersten Stock aus einer Höhe von

rund 4 m unverletzt oder zumindest ohne

größeren Schaden zu überstehen. Von älteren,

gebrechlichen oder kranken Menschen

kann man dies nicht erwarten. Bei höheren

Geschossen ist die Selbstrettung aus dem

Fenster ausgeschlossen. Hier kann erst die

Feuerwehr helfen, die je nach Tageszeit und

Örtlichkeit etwa 10 bis 15 Minuten nach der

Alarmierung eintreffen kann. Bei einem verrauchten

Treppenraum ist ein Innenangriff

kaum möglich; selbst der Einsatz von

Innenangriff der

Feuerwehr wird erleichtert

Rauchfreie Treppenhäuser erleichtern die Flucht und den Löschangriff

BAURECHT

© FVLR

schwerem Atemschutzgerät

würde wegen der schlechten

Sichtverhältnisse wenig nützen.

Die Eingeschlossenen

müssten daher von außen evakuiert

werden. Die tragbaren

Feuerwehrleitern sind allerdings

nur 8m lang – sie reichen gerade

einmal bis zu den Fenstern

des dritten Geschosses. Was geschieht

dann mit den Bewohnern

im vierten und fünften Geschoss?

Die Löschfahrzeuge sind zwar

in der Regel mit Drehleitern

und Rettungskörben für die

Evakuierung aus größerer

Höhe ausgestattet. Bei deren

15

2/2009


Entrauchung von Treppenhäusern

Vorgabe LBO:

RWA ab 5

Geschossen

Forderung FVLR:

RWA ab 3

Geschossen

5

3

Der FVLR fordert die gesetzlich vorgschriebene Ausstattung von außenliegenden Treppenhäusern

mit Rauchabzugsvorrichtungen bereits ab drei Geschossen

Einsatz müssen sich die von

Rauchgasen und Hitze bedrohten

Eingeschlossenen jedoch

in Geduld üben. Denn mit

Drehleitern kann im Durchschnitt

nur eine Person pro Minute gerettet

werden. Das bedeutet einen

Wettlauf gegen die Zeit: Wer

ist schneller – Feuer und Rauch

oder die Rettungskräfte? Bei einer

größeren Zahl von Personen

besteht die Gefahr, dass die Hilfe

für sie nicht mehr rechtzeitig

kommt. Sie verlieren im giftigen

Brandrauch das Bewusstsein

oder springen in Panik aus dem

Fenster. Anders sähe die Situation

aus, wenn schon Gebäude ab drei

Vollgeschossen (Geschosse oberhalb

der Geländeoberfläche) mit

einer Rauchabzugsvorrichtung im

außenliegendenTreppenraumausgestattet

wären. Dann könnten

sich die Bewohner bei einem

Brand selbst treppab in Sicherheit

bringen, da Brandrauch

im Treppenraum verdünnt und

nach außen abgeführt werden

würde. Die Feuerwehr hätte

meist genügend Sicht im

Treppenraum, um die Geschosse

nach Vermissten abzusuchen und

einen gezielten Innenangriff

zum Löschen des Brandes durch-

16

2/2009

BAURECHT

zuführen. Deshalb fordert der Fachverband

Tageslicht und Rauchschutz e.V. (www.fvlr.

de), dass bereits für Wohngebäude ab drei

Vollgeschossen die Ausstattung von außenliegenden

Treppenhäusern mit Rauchabzugsvorrichtungen

gesetzlich vorgeschrieben

wird.

Vollbrand eines

Mehrfamilienhauses

Wie berechtigt die Forderung nach

Entrauchungseinrichtungen im Treppenraum

bereits ab drei Geschossen ist, zeigt das Beispiel

eines Wohnhausbrands in Ludwigshafen,

der neun Menschen das Leben kostete.

Bei dem Brandobjekt handelte es sich um

ein Mehrfamilienhaus mit Unterkellerung,

Erdgeschoss, drei Obergeschossen und einem

nicht ausgebauten Dachgeschoss. Es

wurde 1898 in Massivbauweise errichtet.

Im Erdgeschoss befand sich der türkische

Kulturverein, in den fünf Wohneinheiten

der drei Obergeschosse waren insgesamt 24

Personen gemeldet. Die einzelnen Geschosse

waren durch Holzbalkendecken abgetrennt.

Die Zwischenwände waren teilweise massiv

oder mit gefülltem Holzfachwerk ausgebildet,

die Decke zum Dachboden bestand aus

brennbarem Material. Die Dachkonstruktion

aus normalem Holzgebälk war mit einer

harten Ziegelbedachung gedeckt. Das Feuer

brach am Nachmittag des 3. Februar 2008

aus. Wie die Polizeiermittlungen ergaben,

war die Brandursache ein Schwelbrand im

© FVLR

Bereich des Treppenaufgangs vom Keller,

der brandschutztechnisch nicht vom übrigen

Treppenhaus abgetrennt war. Der Brand

verbreitete sich vom offenen Treppenraum im

Mittelpunkt des Hauses über eine Holztreppe

mit Holzwangen am Ende des notwendigen

Flurs in die oberen Geschosse. Dort abgestellte

brennbare Gegenstände wie Kinderwagen

oder Fernsehgeräte erhöhten die Brand- und

Rauchlast im Flur und Treppenraum.

Der erste Notruf eines Passanten über

Rauchbildung in dem Wohnhaus ging um

16:23 Uhr bei der Feuerwehrleitstelle ein.

Ein Pressefoto, das zu diesem Zeitpunkt

aufgenommen wurde, zeigt eine leichte

Rauchentwicklung sowie mehrere Menschen

auf den Balkonen und an den Fenstern des

Hauses. Die ersten Löschgruppenfahrzeuge

der Feuerwehr trafen bereits eine Minute

nach dem Notruf an der Einsatzstelle ein,

da wegen der Absicherung des am selben

Tag stattfindenden Fastnachtumzugs zahlreiche

Löschfahrzeuge und Einsatzkräfte der

Feuerwehr nur 400 m entfernt vom Brandort

positioniert waren. Unterstützt wurden die

Einsatzkräfte von Polizisten, die sich wegen

des Umzugs ebenfalls am Brandort befanden.

Bei Eintreffen der Feuerwehr war bereits

hinter allen Fenstern der Obergeschosse

dichter Brandrauch zu erkennen, der durch

geöffnete Fenster und auch die Dachziegel

herausgedrückt wurde. Ein Innenangriff des

ersten Löschzugs über den Hauseingang

und das Treppenhaus musste abgebrochen

werden, da die Treppe schon in Vollbrand

stand. Mehrere Innenangriffe in die Obergeschosse,

die über Steckleitern durch die

Balkontüren und Außenfenster gestartet

wurden, scheiterten ebenfalls, da viele

Räume schon brannten und die Holzdecken

keine Standfestigkeit mehr boten. Um

16:32 Uhr zündete der thermisch aufbereitete

Brandrauch in den Räumen des dritten

Obergeschosses, um 16:39 Uhr im gesamten

Dachstuhl durch. Weitere Innenangriffe

waren nicht mehr möglich. Wegen eines

Kindergeburtstags befanden sich zur

Brandzeit zwischen 40 und 70 Personen im

Brandobjekt. Glücklicherweise war das viergeschossige

Eckhaus von zwei Straßen aus für

die Rettungs- und Feuerwehrkräfte frei zugänglich.

So konnten über tragbare Leitern,

Sprungretter, Dreh- und Schiebleitern sowie

Rettungskörbe viele Menschen in Sicherheit


gebracht werden, die an den Fenstern standen oder sich

vor den heißen Brandgasen auf die Balkone und teilweise

auf die Fassadensimse geflüchtet hatten. Starker Rauch

und die Panik unter den Flüchtenden erschwerte jedoch

die Rettungsaktionen. Insgesamt forderte der Brand

außer den Todesopfern noch 60 Verletzte, darunter zwölf

Polizisten und Feuerwehrangehörige.

Der möglich Einwand, dass der Brand des Ludwigshafener

Wohnhauses aufgrund des Gebäudealters, der großen

Personenzahl und der hohen Brandlast als Sonderfall betrachtet

werden muss, ist zu entkräften. Die am Einsatz

maßgeblich beteiligte Berufsfeuerwehr Ludwigshafen

weist in ihrem Einsatzbericht darauf hin, das es viele

ähnliche Fälle mit den gleichen Ursachen gibt: Altbau,

Holztreppe, zugestellte Wege, zusätzliche Brandlast

im Treppenraum, große Anzahl von Personen, spätes

Erkennen des Brands und panisches Verhalten. Für die

Feuerwehr also keine ungewöhnliche, sondern vielmehr

eine häufige Einsatzlage.

Tödlicher Brandrauch

Der Verlauf der Ludwigshafener Brandkatastrophe und

die dabei durchgeführten Lösch- und Rettungsaktionen

zeigen deutlich, dass Rauch die größte Gefahr bei einem

Brand ist und die Zeit eine entscheidende Rolle spielt.

Die meisten Opfer starben an Rauchgasvergiftungen,

und ein Rauchgas-Inhalationstrauma war die häufigste

Ursache für die teils schwersten Verletzungen der

Überlebenden. Auch für die Feuerwehr ist Rauch eines der

größten Probleme bei der Brandbekämpfung. Er gefährdet

die Gesundheit der Feuerwehrleute und erschwert oder

verhindert das schnelle Vordringen zum Brandherd und

zu eingeschlossenen Personen.

Der Ausbruch des Feuers wurde zudem zu spät entdeckt:

Erst als sich der Rauch schon im Treppenhaus ausgebreitet

hatte und in die Wohnungen drang, bemerkten die

Bewohner die Gefahr. So konnten sie sich nicht mehr

durch das Treppenhaus in Sicherheit bringen, sondern

warteten in ihren Wohnungen auf Hilfe von außen.

Obwohl die Feuerwehr optimale Bedingungen für den

Einsatz hatte, weil genügend Einsatzkräfte praktisch

direkt vor Ort waren und Rettungs- und Löschangriffe an

zwei Hausfronten gleichzeitig durchgeführt werden konnten,

kam für viele die Hilfe zu spät. Auch die Evakuierung

durch die Außenfenster gestaltete sich schwierig: Manche

Bewohner gerieten in Panik und verzögerten die Rettung;

die Eingeschlossenen im dritten Obergeschoss mussten

am längsten auf ihre Rettung warten, da hier nur eine

relativ langsame Evakuierung einzelner Personen über

Drehleitern möglich war.

Entrauchung mit Rauchabzügen

Vermutlich hätte es keine oder zumindest weniger

Todesfälle und Verletzte gegeben, wenn die überraschend

schnelle Rauchausbreitung durch

Rauchmelder frühzeitig entdeckt

und durch Rauchabzüge im obersten

Treppenraumbereich behindert

worden wäre.

Der finanzielle Aufwand für

eine RWA ist im Verhältnis zu

den Baukosten oder zu den

Personenschäden und Renovierungskosten

nach einem

Brand gering. So betragen die

Gesamtkosten einer den Bauund

Brandschutzvorschriften

genügenden Lichtkuppel mit integrierter

RWA rund 2000€. Ein

Rauchmelder ist schon für weniger

als 20€ erhältlich. Diese

Summe kann Menschenleben

retten.

Dipl.-Ing. Thomas Hegger,

VFLR, Detmold

BAURECHT

ZITAT

„Aus Sicht der Feuerwehr

ist die Forderung des FVLR

nach Rauchabzügen in notwendigen

Treppenräumen

bereits ab drei Geschossen

nur allzu berechtigt. Wenn

starke Rauchentwicklung im

Treppenhaus das Auffinden

und Retten von Personen

sowie den Innenangriff unmöglich

macht, bleibt nur

die zeitaufwendigere Rettung

über die Fenster und der

Außenangriff.“

Günther Bock, Leiter der Abteilung

Vorbeugender Brandschutz

der Berufsfeuerwehr

Ludwigshafen

17

2/2009


Abschaltung analoger Standleitungen

VERBINDUNG UNTERBROCHEN

Die Einstellung des Betriebs der analogen Standardfestverbindungen der

Deutschen Telekom im Oktober 2009 bedeutet auch für die Alarmübertragung

tiefgreifende Veränderungen. Auf Errichter und Betreiber kommt

großer Handlungsbedarf zu, da alle bestehenden analogen Übertragungsgeräte

ersetzt werden müssen.

Intelligenter

Router mit fester

privater IP

VPN-Verbindung

mit Authentifikation

Öffentlicher

Provider

Bereits zum September 2008

haben die Deutsche Telekom

und deren Konzerntochter T-Systems

ihren Kunden die analogen

Standardfestverbindungen (aSFV)

gekündigt. Dabei gab es die Option

der Neubeauftragung mit einer

Laufzeit max. bis zum 30.09.2009.

aSFV werden seit vielen Jahren

bei Alarmübertragungsanlagen

eingesetzt. Sie verbinden u.a.

Gefahren-, Brand-, Einbruchund

Überfallmeldeanlagen mit

Feuerwehr, Polizei oder Wachdiensten.

Die Betriebseinstellung

der aSFV ist Teil einer Plattformkonsolidierung,

von der auch alle

digitalen Festverbindungen mit

Bandbreiten kleiner 2 Mbit/s betroffen

sind.

Errichter werden digital

Nach Ansicht des ZVEI können

Technische Lösung

World Wide Web

SiSeNet

SBT

Provider

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SiSeNet – Digitale Alarmübertragung über IP am Beispiel des neuen Siemens Security Network

18

2/2009

BAURECHT

sich Errichter in nächster Zeit auf erheblichen

Informations- und Umrüstbedarf der Betreiber

sicherheitstechnischer Anlagen einstellen: Die

Abschaltung der analogen Festverbindungen

beschleunigt die Entwicklung hin zu digitalen

Systemen in der Sicherheitstechnik. An IP in

der Sicherheitstechnik führt zukünftig kein Weg

mehr vorbei. Der Aufbau von Fachwissen zu digitalen

Netzen und IP-Übertragungstechnologien

sei für die Errichter schon jetzt von grundlegender

Bedeutung. So nutzen beispielsweise

Videosysteme digitale Technologien bereits

heute in großem Umfang.

Konsequenzen für Betreiber

Auch Betreiber von Sicherheits- und Übertragungsanlagen

stehen vor umfangreichen

Aufgaben: Sie müssen einen kompletten

Austausch der Übertragungsgeräte vornehmen,

die nach der Abschaltung der analogen

Festverbindungen nicht mehr nutzbar sind.

Darüber hinaus sind die Verträge mit den

Providern zu erneuern. Nach den aktuellen

Quelle: Siemens

Digitale Sicherheitssysteme sind im Kommen

Richtlinien muss ein Ersatzweg vorhanden sein,

der nicht auf IP-Netze aufsetzt. Die zukunftssicherste

Lösung ist somit ein DSL-Zugang

zum Internet und ein Funknetz (z.B. GSM)

als Ersatzweg. Aber auch die existierenden

Sprachnetze (analog und ISDN) können noch

einige Jahre als Ersatzweg eingesetzt werden,

bevor alle Carrier auch diese Netze auf das

Internetprotokoll umstellen.

Eckart Roeder,

Frankfurt am Main

INFO

Im ZVEI-Seminar Videoüberwachungstechnik

werden die Teilnehmer bereits

auf die digitale Zukunft vorbereitet. Ein

Seminar findet am 8. September 2009

in Frankfurt am Main statt. Weitere

Informationen können unter www.zvei.

org/?id=video heruntergeladen werden.

Quelle: Bosch Sicherheitssysteme GmbH


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Brandsicherheit im mehrgeschossigen Holzbau

HOLZBAU DER ZUKUNFT

In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen und dem steigenden

Bewusstsein für ein nachhaltiges Bauen gewinnt der Holzbau in all seinen

Ausführungen – insbesondere der mehrgeschossige Wohnungs-, Büro- und

Zweckbau – zunehmend an Bedeutung. Deshalb wurde das Verbundprojekt

„Holzbau der Zukunft“ im Rahmen der Hightech-Offensive Bayern unter

Leitung der TU München zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für

Holzforschung e.V. (DGfH) München durchgeführt.

Auch mehrgeschossige Hozbauten können brandschutztechnisch sicher sein – wie hier ein

mit dem Deutschen Brandschutzpreis 2006 ausgezeichnetes sechsgeschossiges Pflegeheim

(Quelle: Kerbl Architekten + Ingenieure, Berlin; Ingenierbüro Peter, Prenzlau)

ZieldesTeilprojektesTP02„Brandsicherheit

im mehrgeschossigen

Holzbau“ ist die Erarbeitung

von notwendigen, brandschutztechnischen

Maßnahmen für den

Einsatz brennbarer Baustoffe

bei Gebäuden bis zur Hochhausgrenze

– teilweise auch in sichtbarer

Anwendung. Das Ergebnis

ist ein umfassender Vorschlag zur

weiterführenden Novellierung der

derzeit geltenden Bauordnung.

Ein im Jahr 2001 in der Schweiz

gestartetes Großprojekt „Brandsicherheit

und Holzbau“ verfolgt

zeitlich vorauseilend im

Wesentlichen dieselben Ziele, und

20

2/2009

BAURECHT

zwareineveränderteBrandschutzgesetzgebung

für den Holzbau und Bereitstellung technischer

Lösungen. So wurden im Januar 2005 die

neuen Schweizerischen Brandvorschriften der

Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen

(VKF) in Kraft gesetzt. Ergänzend dazu gibt

es Dokumentationen, die ständig weitergeführt

und immer entsprechend dem „Stand

der Erkenntnisse bzw. der Technik“ angepasst

werden. Den Anfang bildeten im Juni

2005 die beiden Schriften „Bauen in Holz

– Brandschutzanforderungen“ und „Bauen

in Holz – Feuerwiderstandsdauer 30 und 60

Minuten“ von der Lignatec, Teil der Schweizer

Holzwirtschaft Lignum. Weiter gilt die

Schweizer Norm SN 18 „Brandrisikobewertung

– Berechnungsverfahren“ des Schweizerischen

Ingenieur- und Architekten-Vereins (SIA).

Aufgrund der umfangreichen Versuchsergebnisse

des Schweizerischen Forschungsvorhabens

wurden im bayerischen Teilprojekt

TP02 Vorschläge für eine Überführung der

bestehenden Muster-Richtlinie für hochfeuerhemmende

Bauteile in Holzbauweise

in eine den gesamten mehrgeschossigen

Hochhausbereich umfassende Muster-Holzbau-

Richtlinie (M-HolzR), der Muster-Richtlinie

über brandschutztechnische Anforderungen an

Bauteile und Konstruktionen in Holzbauweise

(Entwurf Juli 2008), erarbeitet.

Dazu wurden neben Brandversuchen an Baustoffen

und Bauteilen auch zahlreiche Brandversuche

an verschiedenen Fassadenarten

bis hin zu Nachbrandversuchen – an einem

fünfgeschossigen und mit Holzfassade bekleideten

(zum Abriss freigegebenen) Plattenbau

– durchgeführt. Es werden Konstruktionen

mit brennbaren Baustoffen und entsprechenden

Zusatzmaßnahmen vorgeschlagen,

welche die geforderten Schutzziele,

wie keine Gefährdung von Personen durch

Ausbreitung von Rauch und Brandgasen

sowie durch verdeckten Weiterbrand innerhalb

der Konstruktion, gewährleisten.

Die Muster-Richtlinie erhält Angaben über

brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen

der Bauteile, deren Kombinationen und erreichbare

Kapselzeiten (bis 90 Minuten;

K90) sowie Einzelheiten über Kapselungen,

Bauteilanschlüsse (Stützen, Träger, Wand-/

Deckenbauteile und Öffnungen in Bauteilen),

Installationsführung/Erschließung und

Ausbildung von Holz-Fassadenkonstruktionen

und Bekleidungssystemen (Fugenausbildung

und Befestigungen sowie Nachweis der


Literatur

BAURECHT

Verwendbarkeit von Fassadenkonstruktionen nach DIN

E 4102-20).

Einige Neuerungen in der M-HolzR (2p008) im TP 02

sind:

■ Ergänzung der bestehenden Bauteilklassen (hochfeuerhemmend,

feuerbeständig) im Hinblick auf die Verwendung

massiver brennbarer Bauteile (z.B. unbekleidete

Brettschichtholzstützen) und brennbarer Kapselungen

(brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen)

sowie der möglichen Erweiterung auf brennbare

Dämmstoffe.

■ AufnahmevonRauchmeldern,Brandmelde-undSprinkleranlagen

als standardmäßig geregelte Zusatzmaßnahmen;

sie sollen in Verbindung mit den unterschiedlichen Bauweisen

eine unveränderte Erfüllung der einzuhaltenden

Schutzziele sicherstellen.

■ Gegenüber der M-HolzR (2004) mit 60 Minuten Schutzzeit

(Kapselung) nun Einführung zusätzlicher Abstufungen

mit Schutzzeiten von 45, 30 und 15 Minuten (K45, K30

und 15) mit Auswirkungen wie vor; so können bei K30

und K15 in Verbindung mit Sprinklern auch brennbare

Baustoffe zum Kapseln verwendet werden.

■ Abstufung von Bauteilen mit Anforderungen von feuerbeständiger

Bauweise, wie z.B. einer Tragkonstruktion

mit 90 Minuten Feuerwiderstandsdauer (R90) mit brandschutztechnisch

wirksamer Bekleidung von ebenfalls 90

Minuten Schutzzeit (K90) auf eine Kapselklasse K45.

■ Aus den schweizerischen Prüfergebnissen von mehrgeschossigen

Fassaden mit brennbaren Bekleidungen wurden

brandschutztechnische Maßnahmen abgeleitet, mit

denen das gestellte Schutzziel analog zu den Bauweisen

mit schwer entflammbaren Baustoffen erreicht werden

kann. Dazu werden Einzelheiten der Konstruktionen

gebracht, wie z.B. Eckanschlüsse, Übergänge zu anderen

Fassadenarten und Öffnungen in den Außenwänden.

Mit dem Vorschlag zur neuen Muster-Holzbau-Richtlinie,

der M-HolzR (2008), sind neue Wege zum Nutzen des mit

Planung und Ausführung von mehrgeschossigen Bauten in

Holzbauweise befassten Ingenieurs in Europa beschritten

worden.

Die zahlreich angegebenen Quellen – auch über die schweizerischen

Forschungsvorhaben – ermöglichen weitere

Vertiefung.

Gerd Brux, Frankfurt/Main

[1] Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter; Dipl.-Ing. Michael Merk: Holzbau der

Zukunft – Brandsicherheit im mehrgeschossigen Holzbau, Aus der

Reihe Holzbauforschung: Teilprojekt TP02 2008: 116 Seiten (DIN A

4) mit 42 Abb./Tab. und 86 Quellen. ISBN 978-3-8167-7842-4. Geh.

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21

2/2009


Brandversuch mit Porenbeton und Polyurethan

MEHR ALS HEISSE LUFT

Unter realistischen Bedingungen wurde jetzt bei einem Brandversuch das

Brandverhalten von zwei gleich großen Bauwerken aus Porenbeton bzw.

aus Metall-Polyurethan-Sandwich-Paneelen untersucht und ausgewertet.

Dabei zeigte sich: Während bei der Stahlblech-Konstruktion schon kurz

nach der Entzündung eine Zerstörung der Bausubstanz auftrat, blieb das

Porenbeton-Bauwerk während der gesamten Messung und auch nach den

Löscharbeiten vollständig intakt.

Temperatur [°C]

1200

1000

800

600

400

200

0

ETK

Seitenwand oben (Kanal 1)

Seitenwand mitte (Kanal 2)

Seitenwand unten (Kanal 3)

innerhalb Decke (Tiefe: 5 cm) (Kanal 4)

Unterseite Decke (Kanal 5)

Das Risiko betrieblicher Schäden

durch Feuer wird häufig unterschätzt.

Meistens sind dabei

zahlreiche Menschenleben gefährdet

und fast immer stehen

hohe Sachwerte auf dem Spiel.

Hinzu kommen Folgeschäden

durch oftmals langfristigen

Produktions- und Lieferausfall.

Laut Statistik melden 70 %

aller Unternehmen, die durch

Brände zerstört werden, in den

folgenden zwei Jahren Insolvenz

an. Durch vorbeugende Brandschutzmaßnahmen

sowie durch

den Einsatz nicht brennbarer

Baustoffe bei der Konstruktion

von Gewerbebauten können

Schäden erheblich begrenzt

werden. Bei einem Brandversuch

auf dem Gelände des Ge-

Temperaturen im Xella�Porenbeton�Bauwerk

0 300 600 900 1200 1500 1800

Zeit [s]

Temperaturverlauf im Porenbeton-Bauwerk

22

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

fahrenabwehrzentrums in Gelnhausen, bei

dem das Brandverhalten von Bauteilen und

Bauelementen unter realistischen Bedingungen

gezeigt wurde, hat Xella Aircrete

Systems (www.xella.de) jetzt die Vorteile

von Konstruktionen mit Hebel-Porenbeton

gegenüber anderen im Industriebau gebräuchlichen

Bauweisen demonstriert.

Versuchsaufbau und Durchführung

Zwei gleich große Gebäude – das eine aus

Porenbeton und das andere aus Metall-Polyurethan-Sandwich-Paneelen

– wurden jeweils

mit einer Brandlast von 1000 kg (in Form

von Holzpaletten) gefüllt und entzündet.

Die Grundfläche der Gebäude betrug 18 m².

Auf den Dächern waren je drei Solarmodule

installiert.

In beiden Gebäuden wurden während der

gesamten Versuchsdauer an unterschiedlichen

Punkten Messungen durchgeführt.

Temperatur [°C]

1200

1000

800

600

400

200

0

ETK

Temperaturen im Haus aus Metall�Polyurethan�Sandwich�Panelen

Seitenwand oben (Kanal 1)

Seitenwand mitte (Kanal 2)

Seitenwand unten (Kanal 3)

Unterseite Decke (Kanal 5)

Oberseite Decke (Kanal 6)

0 300 600 900 1200 1500 1800

Zeit [s]

Temperaturverlauf im Metall-Polyurethan-Bauwerk

Dazu wurden beide Versuchsbauwerke jeweils

an den gleichen Stellen mit insgesamt

fünf Messpunkten ausgestattet. Drei

Messungen befanden sich auf der Rückseite in

1 m-, 1,5 m-, und 2,3 m-Höhe. Zwei weitere

Messpunkte waren in der Mitte des Deckenbauteils

sowie an der Unterseite der Decke

installiert. Die Auswertung erfolgte durch

das Sachverständigenbüro für Brandschutz

Endreß GbR, Frankfurt /Main.

Auswertung:

1. Metall-Polyurethan-Sandwich-Paneel-Konstruktion

Die Auswertung der Metall-Polyurethan-

Sandwich-Paneel-Konstruktion zeigte einen

schnellen Anstieg auf das Niveau der

Einheits-Temperatur-Zeit-Kurve (ETK), wobei

die Temperatur teilweise überschritten wurde.

Ein drastischer Temperaturabfall nach 5

bis 10 Minuten war eine Folge der Zerstörung


der Bausubstanz, bei der die Decke und teilweise

die Wände aufklafften. Dadurch konnten

heiße Brandgase abziehen, so dass sich

der Innenraum deutlich abkühlte.

Als Folge der zerstörten Bausubstanz und der

sich dadurch ergebenden Brandentwicklung

waren starke Temperaturschwankungen zu

beobachten. Im Zusammenhang mit der

Polyurethan-Isolierung wirkten sich diese

Temperaturschwankungen deutlich negativ

aus, da es zu einer unvollständigen Verbrennung

des Polyurethans mit einem hohen

Schadstoffanteil im Umfeld des Brandes kam.

Vollständig verbrannten außerdem die auf

dem Dach installierten Solarelemente.

2. Porenbeton-Konstruktion

Auch hier wurde im oberen Teil des Raumes

das Niveau der Einheits-Temperatur-Zeit-

Kurve (ETK) schon nach kurzer Zeit erreicht

und teilweise auch überschritten. Dennoch

blieb das Bauwerk während der gesamten

Messung und auch nach den Löscharbeiten

vollständig intakt, die Solarelemente auf

dem Dach blieben unversehrt. Das sehr

stabile Temperaturverhalten spiegelte die

Stabilität des Bauwerks wieder, es traten

keine Materialverwerfungen auf. Auch bei

großer Hitze entstanden keine Risse im

Material, Fugen und Anschlüsse blieben

sicher geschlossen und dementsprechend

gas- und rauchdicht. Konstruktionsbedingte

Rauchschäden konnten so ausgeschlossen

werden. Da Porenbeton ein rein mineralischer

Baustoff ist, entstanden unter Brandeinwirkung

auch keine giftigen Gase.

Sehr plastisch hat dieser Praxisversuch außerdem

den geringen Wärmedurchgang von

Porenbeton unter Beweis gestellt: Während

das Feuer im Inneren wütete, konnte die

Außenseite der Konstruktion mit der bloßen

Hand berührt werden. Der Temperaturanstieg

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BAULICHER BRANDSCHUTZ

Die zwei Versuchsgebäude vor dem

Beginn des Brandversuchs

auf der Außenwand war kaum

merklich. Dies entsprach, auch

wenn der Versuch im vorliegenden

Fall nach rund 30 Minuten

beendet wurde, den Auswertungen

anderer vergleichbarer

Wenn jede

Sekunde zählt.

23

2/2009


BAULICHER BRANDSCHUTZ

Die Holzpaletten im Inneren der

Versuchsgebäude werden entzündet

Die Außenwand des Porenbeton-

Baukörpers konnte angefasst werden

Tests. Dabei zeigte sich, dass

bei Konstruktionen aus Hebel-Porenbeton

selbst nach mehrstündiger

einseitiger Brandbelastung

auf der dem Feuer abgewandten

Seite die Temperatur von 60 °C

kaum überschritten wurde.

Fazit

Als massiver mineralischer Baustoff

bietet Porenbeton gerade

bei der Planung von Brandschutzmaßnahmen

für Gewerbeobjekten

zahlreiche Vorteile. Er

gilt gemäß der DIN EN 13501-1

(deutsche DIN 4102) als nicht

brennbarer Baustoff der Klasse

A1 und erfüllt die Anforderungen

aller Feuerwiderstandsklassen

von F30 bis F360 ohne funktionelle

Beeinträchtigungen. Hinzu

kommt ein geringer Wärmedurchgang,

der Lagergut vor

Selbstentflammung schützt.

24

2/2009

Während des Versuchs wurden an den Gebäuden

Temperaturmessungen durchgeführt

Blick in das Metall-Polyurethan-Gebäude nach dem

Brandversuch

Und auch bei einem Brandherd außerhalb

eines Gebäudes – Versicherer schätzen, dass

rund 30 % aller Brände von außen entstehen

– wirken Wände aus Porenbeton so als sichere

Abschottung. Zum Vergleich: Eine gleich

dicke Stahlbetonwand erwärmt sich bei Feuer

auf der brandabgewandten Seite schnell auf

100°C und mehr.

Funktionsbereiche abgrenzen

Die gleichen Vorteile können auch genutzt

werden, wenn es darum geht, einzelne Funktionsbereiche

innerhalb eines Gebäudes

durch Brandwände oder Komplex-Trennwände

abzugrenzen. So werden schon in einschaliger

Ausführung mit bewehrten Hebel-

Wandplatten bei einer Wanddicke von d =

175mm die Anforderungen von Brandwänden

erfüllt. Komplex-Trennwände sind in einschaliger

Ausführung bereits ab einer Mindestdicke

d= 240 mm (erreichte Feuerwiderstandsklasse

F180) möglich. Sowohl Brandwände als auch

Komplextrennwände können mit liegend oder

stehend angeordneten Wandplatten erstellt

Nach zehn Minuten war die Bausubstanz des

Metall-Polyurethan-Gebäudes zerstört

Blick in das Porenbeton-Gebäude nach dem

Brandversuch

werden. Beide Konstruktionen halten einer

Stoßbelastung von 3000 Nm (Brandwand)

bzw. 4000 Nm (Komplex-Trennwand) stand.

Sicherheit im Brandfall bietet außerdem

ein massives Dach mit Hebel-Porenbetonelementen.

Damit wird sowohl ein Ausbreiten

von Bränden innerhalb von Gebäuden als

auch ein Feuerüberschlag über das Dach

verhindert. Bei einer Brandentstehung im

Gebäudeinneren bleiben Installationen auf

dem Dach unversehrt. Im vorliegenden Fall

wurden trotz der hohen Temperaturen im

Innenraum des Porenbeton-Versuchsgebäudes

die Solarelemente niemals so stark erhitzt,

dass sie selbst Schaden nahmen. Auch die

Stabilität der gesamten Konstruktion blieb

uneingeschränkt erhalten.

Die gute Tragwirkung des Porenbetondaches

bleibt auch im umgekehrten Fall, bei Brandentstehung

durch die Solaranlage selbst,

erhalten. Wie im Wandbereich wirkt auch hier

der Porenbeton als sichere Abschottung.

Rita Jacobs, Düsseldorf


Einsatz von Beton als Baustoff

Sowohl die Anzahl als auch die Dimension von Brandschäden in Deutschland

steigen seit Jahren kontinuierlich an. Experten schätzen die durch

Feuer verursachte Schadensumme inzwischen auf über 3 Mrd. € pro Jahr,

was 0,2 bis 0,3 % des gesamten Bruttosozialprodukts ausmacht. Umfassende

Brandschutzvorkehrungen sind somit wichtiger denn je, um Menschenleben

zu schützen, wirtschaftliche Schäden zu reduzieren und umweltgefährdende

Folgen zu verhindern. Beton bietet sich in diesem

Zusammenhang als nicht brennbarer Baustoff an.

Ein sinnvoller und sicherer baulicher

Brandschutz sollte für Planer und Bauherren

eine hohe Priorität haben, weil damit schwere

Brandfolgen gemindert bzw. zuverlässig verhindert

werden können. Im Folgenden werden

die wichtigsten Forderungen an einen sicheren

Brandschutz in Gebäuden aufgezeigt.

Dazu wird herausgearbeitet, warum Beton

die gesetzlichen Brandschutzanforderungen

vorbildlich erfüllt und sich somit als idealer

Baustoff für Wohn- und Gewerbe-gebäude

sowie Industriebauten erweist.

Baulicher Brandschutz – drei

Schutzziele sind zu erfüllen

Die gesetzlichen baulichen Brandschutzanforderungen

in Deutschland werden im

Wesentlichen durch die Bauordnungen festgelegt.

Für die praktische Umsetzung dieser

Forderungen gelten überwiegend nationale

und in zunehmendem Maße europäische

Normen. Für die Anwendung und Ausführung

(Bemessung) von Betonbauteilen in brandschutztechnischer

Hinsicht hat derzeit

noch die nationale Norm DIN 4102 Teil 4,

der Katalog klassifizierter Baustoffe und

Bauteile, die größte Bedeutung. Langfristig

wird diese Norm durch den Eurocode 2 Teil

1-2 abgelöst, der zum Teil auf Teil 4 von

DIN 4102 basiert. Grundsätzlich sind auf

nationaler sowie auf europäischer Ebene drei

wesentliche Schutzziele im Hinblick auf den

baulichen Brandschutz zu erfüllen:

1. Personenschutz zur Sicherung von Leben

und Gesundheit,

2. Sachschutz zum Erhalt von Hab und Gut

Beton brennt nicht: Brandschutz mit dem Baustoff

Beton bietet zahlreiche Vorteile

im brennenden Gebäude sowie den angrenzenden

Nutzungseinheiten,

3. Umweltschutz zur Minierung von Umweltschäden

durch Rauch, toxische Gase und

kontaminiertes Löschwasser.

Dabei ist es wichtig zu bemerken, dass die

bauordnungsrechtlichen Brandschutzanforderungen

überwiegend nur noch die

Belange des Personenschutzes abdecken.

Der Sachschutz obliegt weitgehend der

Eigenverantwortung von Eigentümern oder

Betreibern der Gebäude. Dies gilt im Prinzip

auch für die Umweltschutzaspekte. Umso

dringlicher sollten die Verantwortlichen daher

auf die Verwirklichung eines umfassenden

Brandschutzes achten.

BAULICHER BRANDSCHUTZ

EFFEKTIVER BAULICHER BRANDSCHUTZ

Quelle: Rastra Corporation, USA

Für die Planung eines gegenüber

Feuer sicheren Gebäudes

bedeuten die oben definierten

Schutzziele, dass die Konstruktion:

■ die Entwicklung eines Brandes

eingrenzen soll,

■ die Standfestigkeit der tragenden

Bauteile über einen

bestimmten Zeitraum gewährleisten

soll,

■ die Entstehung und Ausbreitung

von Feuer und Rauch

begrenzen soll,

■ die Evakuierung der Bewohner

erleichtern und die Sicherheit

der Rettungskräfte gewährleisten

soll,

■ den Einsatz der Löschkräfte

erleichtern und sichern soll.

Beton gewährleistet

optimales Verhalten im

Brandfall

Sowohl hinsichtlich der übergeordnetenbrandschutztechnischen

Schutzziele als auch in

Bezug auf die Brandschutzkriterien

der Gebäudekonstruktion

bietet der Baustoff Beton im Vergleich

zu Holz oder Stahl tendenziell

wesentliche Vorzüge,

wie die nachfolgende Tabelle

veranschaulicht. Diese werden

hier beleuchtet.

25

2/2009


Ungeschützter

Baustoff

Beton brennt nicht

Die europäische Norm EN 13501-

01:2002 – hiernach werden alle

Baustoffe hinsichtlich ihres

Verhaltens im Falle eines Brandes

eingestuft – belegen die

günstigen brandschutztechnischen

Eigenschaften von Beton.

Anhand der Ergebnisse von genormten

Brandprüfungen teilt

diese Norm die Baustoffe in

sieben Stufen mit den Bezeichnungen

A1, A2, B, C, D, E und

F ein. Sowohl die unterschiedlichen

Betonsorten selbst als

auch die mineralischen Betonausgangsstoffe

werden hierbei

der Klasse A1 – nicht brennbar

– zugeordnet. Das heißt für den

Brandfall: Beton ist nicht entzündbar

und so auch beständig

gegen Schwelbrände, die sehr

hohe Temperaturen erreichen

oder Brände immer wieder neu

entfachen können. Auch Flammen

aus eventuell brennendem

Inventar können Beton nicht

entzünden und weder Rauch

noch toxische Gase werden freigesetzt.

Weiterhin bedeutet dies:

Im Brandfall tropfen aus Beton

– im Gegensatz beispielsweise

zu Kunststoff oder Metallen

– keine brennbaren Teilchen

ab, die etwas entzünden oder

Rettungskräfte verletzen können.

Beton ist somit der ideale

Baustoff für Wohn-, Büro- und

Industriegebäude, da er in keiner

Weise zum Ausbruch und

zur Ausbreitung eines Brandes

beiträgt oder die Brandlast erhöht.

Feuerwiderstand Brennbarkeit Brandlastbeitrag Temperatursteigerungsrateinnerhalb

des Querschnitts

Tendenzielles Verhalten ungeschützter Baustoffe im Brandfall (Quelle: Neck)

Beton ermöglicht einen hohen

Feuerwiderstand

Betonbauteile sind in hohem Maße feuerwiderstandsfähig

und können in der Regel

als beständig gegenüber Feuer bezeichnet

werden, sofern der Beton fachgerecht zusammengesetzt

und verarbeitet wurde. Somit besitzen

Beton als Baustoff bzw. Betonbauteile

eine hochwirksame Abschirmungskraft gegen

Feuer. Darüber hinaus verfügt die Betonmasse

über eine hohe Wärmespeicherkapazität. Auch

der Durchwärmungswiderstand von Beton

ist wegen seiner speziellen Gefügestruktur

hoch. Aufgrund dieser Eigenschaften ist

im Brandfall der Temperaturanstieg in einem

Bauteilquerschnitt gering. Beton kann

deshalb für wirkungsvolle Abschottungen

eingesetzt werden, die das Ausbreiten von

Bränden in andere Gebäudeabschnitte oder

auf benachbarte Gebäude verhindern.

Da die Temperatursteigerung in einem Betonbauteil

gering ist, werden in den inneren oder

nicht beflammten Bauteilbereichen keine so

hohen Temperaturen erreicht wie auf den

Flächen, die den Flammen zugewandt sind.

Wurde beispielsweise in der Normbrand-Prüfung

nach ISO 834 (Normbrand-Kurve) ein

Betonbalken von 160 mm Breite und 300 mm

Höhe an drei Seiten eine Stunde lang dem

Normbrand ausgesetzt, so wurde 16 mm von

der Oberfläche entfernt eine Temperatur von

600 °C erreicht. Dieser Wert halbierte sich

auf für das Festigkeitsverhalten von Beton

nicht kritische 300 °C in einem Abstand von

42 mm von der Oberfläche.

Das entspricht einem Temperaturgefälle von

300 °C in einer nur 26 mm dicken Betonschicht.

Dies zeigt deutlich, dass durch die

relativ geringe Temperatursteigerungsrate

bei Beton die inneren Querschnittsbereiche

zuverlässig vor hoher Erwärmung und damit

Festigkeitsverlust geschützt werden.

So erklärt sich auch die hohe Feuerwider-

„Eingebauter

Brandschutz

Instandsetzungsfähigkeit

nach einem Brand

Schutz für Flüchtende

und Löschkräfte

Holz Gering Hoch Hoch Sehr gering Sehr gering Sehr gering Gering

Stahl Sehr gering Null Null Sehr hoch Gering Gering Gering

Beton Hoch Null Null Gering Hoch Hoch Hoch

Rot = brandschutztechnisch ungünstig; grün = günstig

26

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

standsdauer, die Betonteile erreichen können.

Gemäß den Ergebnissen der Normbrand-

Prüfung zur Brandschutzdimensionierung

von Bauteilen werden die Bauteile in DIN

4102 in fünf Feuerwiderstandsklassen eingeteilt

– von F30, F60, F90, F120 und F180.

Dies bedeutet, dass das jeweils klassifizierte

Bauteil während einer Zeitspanne von

mehr als 30, 60, 90, 120 oder 180 Minuten

den Temperatur- und Festigkeitsbeanspruchungen

des Brandversuchs widersteht.

Mit Betonbauteilen lassen sich alle Feuerwiderstandsdauern

erreichen – und dies,

ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen wie zum

Beispiel Bekleidungen oder Schutzanstriche

zu verwenden. Schon bei der Dimensionierung

von Betonbauteilen für die üblichen erforderlichen

Gebrauchseigenschaften werden

im Allgemeinen die Bedingungen für eine

Feuerwiderstandsdauer bis zu 60 Minuten

erfüllt.

Beton bietet auch effizienten

Wärme- und Schallschutz

Neben einem erhöhten Feuerwiderstand

bieten Betonbauteile auch eine effiziente

Wärme- und Schalldämmung. Der Einbau einer

Betontrennwand zwischen benachbarten

Brandabschnitten sorgt für den erforderlichen

Brandschutz, trägt jedoch zusätzlich durch die

thermisch oder physisch wirksame Masse auch

zum Temperaturausgleich bei und schottet die

Räume akustisch voneinander ab. (siehe dazu

obenstehende Grafik). Für alle diese Wirkungen

benötigt man Bauteile aus nur einem Baustoff

und keine technischen und/oder betrieblichen

Schutzmaßnahmen sowie keine zusätzlichen

Isolierschichten oder Bekleidungen. So fallen

für Bauherren geringere Baukosten oder für

Betreiber keine turnusmäßigen Wartungsoder

Instandsetzungsarbeiten an. Prinzipiell

gelten diese Vorzüge auch für Decken aus

Beton.


Beton ermöglicht sichere Flucht

und sicheres Löschen

Durch die Nichtbrennbarkeit und den hohen

Feuerwiderstand wird die Standsicherheit

von Betonkonstruktionen im Brandfall erhalten

und die Evakuierung der Bewohner

wird erleichtert. Treppenhäuser, Böden,

Wände und Decken aus Beton verhindern

ein Ausbreiten der Flammen und bilden

standfeste Brandabschnitte, wodurch sichere

Fluchtmöglichkeiten und ein längerer

Zugang für die Rettungsteams geschaffen

werden. Auch die Löscharbeiten gestalten

sich in Beton-Gebäuden sicherer. Tragende

und raumabschließende Bauteile aus Beton

bieten den Löschkräften nämlich selbst dann

ausreichend Schutz, wenn sie sich innerhalb

des brennenden Gebäudes befinden.

Beton verhindert die Belastung

der Umwelt

Beton bildet – aufgrund der Nichtbrennbarkeit

– beim Brand keinen Rauch und keine toxischen

Gase. Der Baustoff kann zudem dazu beitragen,

die Ausbreitung von Bränden mit umweltschädlichen

Rauchgasen zu verhindern. Durch die

Anordnung von Brandabschnitten mittels sicher

abschottenden Wänden aus Beton kann

nur ein begrenztes Volumen an Gütern in Brand

geraten. Das trägt dazu bei, die Menge an

Verbrennungsprodukten wie Rauch und toxischen

Gasen sowie an schädlichen Rückständen

und Löschwasser zu verringern.

Fazit

Im Brandfall bleibt Beton weitgehend fest,

trägt nicht zur Brandlast bei, leitet den Brand

Kälte und Hitze

Lärm

Feuer

Last

Tragfähigkeit

Die Mehrwert-Vorteile von Beton: Wärme-, Schall- und Brandschutz in einem

nicht weiter, bildet keinen Rauch und setzt

keine toxischen Gase frei. Zur Verwirklichung

eines umfassenden baulichen Brandschutzes

bieten Bauteile aus Beton, Stahl- und Spannbeton,

Porenbeton oder Mauersteinen aus

Leichtbeton somit günstige technische

Voraussetzungen und überdies eine hohe

Wirtschaftlichkeit. Dabei erfüllen sie alle

wichtigen gesetzlichen Anforderungen

– national sowie auf europäischer Ebene.

Das günstige Verhalten im Brandfall wirkt

sich übrigens auch auf die Versicherung

von Gebäuden aus Beton aus. Aufgrund der

günstigen Brandschutzeigenschaften von

Betongebäuden können deren Versicherungsprämien

oftmals deutlich unter denen anderer

Baustoffe liegen.

Weitere Informationen zum Thema bietet die

aktuelle Broschüre „Umfassender Brandschutz

mit Beton“. Diese wurde von CEMBUREAU,

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Wärmedämmung

Wärmespeicherung

Schalldämmung

Lärmabsorption

Nichtbrennbarkeit

Feuerwiderstand

Brandabschottung

Wärmeschutz

Schallschutz

Brandschutz

BIBM und ERMCO für Planer,

Aufsichtsbehörden, Bauherren,

und Brandschutzbeauftragte erstellt

und zeigt auf, wie Beton

zur Schaffung eines umfassenden

Brandschutzes eingesetzt

werden kann. Zu bestellen ist

diese Broschüre online unter

www.betonshop.de.

Dipl.-Ing. Ulrich Neck,

ehem. Oberingenieur im

Forschungsinstitut des VDZ,

Düsseldorf

Quelle: Neck

27

2/2009


Bild 1: Blick in eine Ausstellungshalle der Neuen Messe in Stuttgart – mit Hängedach und

großen Spannweiten für wechselnde Nutzung

Dämmschichtbildner in der Neuen Messe in Stuttgart

BRANDSCHUTZ FÜR 100 000 m 2

Die neun Hallen der Neuen Messe in Stuttgart mit insgesamt über 100000 m²

Ausstellungsfläche haben weitgespannte Hängedächer und feuerbeständige

Stahlkonstruktionen (F90). Dabei bestehen Druck- und Zugstützen sowie

Riegel aus betongefüllten Rohren mit und ohne Stahlkern, sowie teilweise

mit Beschichtung mit Dämmschichtbildnern. Diese Mischform des baulichen

Bandschutzes erforderte besondere Voruntersuchungen.

Stahlkonstruktionen

Die Neue Messe in Stuttgart ist

unmittelbar an Flughafen, Autobahn

und Eisenbahn angeschlossen

und hat neun große Hallen

mit zusammen über 100000 m²

Ausstellungsfläche: eine große

Halle (26800 m²), sieben baugleiche

Standardhallen und eine kleine

Halle (4900 m²). So wurden für

die sieben Standardhallen 1000

t Stahlkonstruktion (Stahlgüte

S355) ausgeführt und dazu etwa

8000 vorgefertigte Baugruppen

und für die Hängedächer 600

Stahlseile mit über 4 km Gesamtlänge

eingebaut.

Die Standardhalle (Bild 1) ist

155 m lang und 56 m breit und

hat 8500 m² Nutzfläche. Ihr außergewöhnlich

schlankes stäh-

28

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

lernes Tragwerk besteht aus Stützböcken,

Randfachwerkträgern, Spannbändern und der

Dachscheibe einschließlich Dachhaut. Die

fünf gegenüberliegenden Stützenbockpaare

in rund 34 m Abstand bilden zusammen mit

den Randfachwerkträgern das Haupttragwerk.

Das ungleichseitige, als Hängekonstruktion

ausgebildete Dachtragwerk hat 14 m und 20 m

Traufenhöhe und rund 12 m Dachtiefpunkt.

Die Stützenböcke (Bild 2) bestehen aus paarweise

angeordneten Druck- und Zugstützen

und sorgen für die Standfestigkeit der Hallen

in Längs- und Querrichtung. Die Druckstützen

aus mit Beton (C 30/37 und C 50/60) gefüllten

Rohren mit Stahlkern haben beim hohen/

kleinen Stützenbock Ro 813/711x16 mm Querschnitt

und die geneigten Zugstützen in gleicher

Bauweise zur Aufnahme der Zugkräfte

aus den Spannseilen des Hängedaches Ro

610/559x20 mm Querschnitt bei Verankerung

im Untergeschoss.

Bild 2: Stützenbock mit Druck- und Zugstützen aus

betongefüllten Rohren mit Stahlkern (F90) zur

Aufnahme des Dachtragwerks

Baulicher Brandschutz

Für die Stahlverbund-Stützenböcke (Bilder

2/3) wurde F90-Feuerbeständigkeit gefordert.

Das wird durch die beschriebene Bauweise

der Druck- und Zugstützen erreicht. Wenn im

Brandfall das außen liegende Stahlrohr ausfällt,

trägt das betonummantelte Stahlprofil

innerhalb der Stütze.

Das zur Kraftübertragung mit Knotenblechen

(Bild 4) versehene Kopfende der Stützenböcke

hat die Forderung feuerhemmend F30 durch

die Bemessung (80 mm) erreicht; dagegen

erhielten die Querriegel mit betongefülltem

Rohrquerschnitt (Ro 508x20 mm) ohne

Stahlkern einen Brandschutzanstrich.

Dämmschichtbildner

Da es keinen Nachweis der Feuerbeständigkeit

betongefüllter Rohre bereichsweise versehen

mit reaktiven Dämmschichtbildern

gab, wurden Brandversuche durchgeführt.


Bild 3: Stützenböcke mit Randträgern während der

Montage – zu beschichten mit „Unitherm LSA“ und

Decklack RAL 9007

Daran haben sich zahlreiche Hersteller von

dämmschichtbildenden Systemen beteiligt.

Außer der F90-Feuerbeständigkeit wurde

noch die Verträglichkeit und Haftung auf

der Grundierung, sowieso Bewitterung und

Wärmeeintrag gefordert.

Das System „Sika Unitherm brillant“ hat

sowohl auf betongefüllten Stahlrohren als

auch auf ungefüllten Profilen bis U/A 50

(U = Umfang des Stahlprofils, A = seine

Querschnittsfläche) hervorragende Ergebnisse

erzielt und wesentlich später die kritische

Temperatur für Stahl von 500 °C erreicht.

Ausgeführt wurden die Brandschutzarbeiten

an der Stahlkonstruktion der neuen Messehallen

von der Firma MIB H.Wittig aus

Eisleben, einem erfahrenem Fachbetrieb

für Korrosions- und Brandschutzbeschichtungen;

ihrer Vorkalkulationen liegt die

Berechnung der Mindestschichtdicke unter

Berücksichtigung des vorhandenen

U/A-Wertes für geschlossene Profile nach

Bild 4: Knotenblech am Stützenkopf in der Feldwerkstatt

(MIB) – versehen mit Sika-Korrosionsschutz

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Fotos: Andreas Schmöger, Sika Unitherm

Angaben des Sika-Fachberaters

zugrunde.

Farbgebung

Nach der erforderlichen Reinigung

des Untergrundes

und Grundierung (Korrosionsschutzgrundierung

und Haftvermittler)

wurde die Brandschutzbeschichtung

unter

Berücksichtigung der Mindesttrockenzeit

zwischen den einzelnen

Arbeitsgängen in einer

Trockenschichtdicke von 1,9 mm

aufgetragen. Die Stützenböcke

haben als Decklack einen „Unitherm“-Überzuglack

im Wunschfarbton

des Bauherrn RAL 9007

erhalten: dieser Eisen-, Glimmer-

und aluminiumpigmentierte

Effektlack ‚Graualuminium’

wurde auf der ganzen Rohrkonstruktion

(20000 m²) aufgebracht,

um unterschiedliche

Oberflächenstrukturen zu vermeiden.

Bei der großen Halle

– hergestellt von Stahlbau Haslinger

aus Österreich – wurde

im Brandschutzkonzept ebenso

verfahren wie bei den sieben

Standardhallen.

Die Neue Landesmesse Stuttgart

zeigt, dass Brandschutzmaßnahmen

im Stahlbau die Architektur

nicht beeinträchtigen

müssen. Durch den frühzeitigen

Einsatz von Fachleuten bestehen

vielmehr mehr planerische

Freiheiten als je zuvor. Die Kunst

besteht darin, gemeinsam mit

einem vernünftigen Aufwand

richtige Lösungen im baulichen

Brandschutz zu erarbeiten.

In der BRANDSCHUTZ-Ausgabe

1/2010 wird der Brandschutz im

Parkhaus der Neuen Messe Stuttgart

vorgestellt.

G. Brux, Frankfurt/Main

Literatur

[1] Kiehn, D.; Santina, I.; Heiland, U: Die

Messehallen der Neuen Landesmesse

Stuttgart. Stahlbau 10/2006, S. 798-

806

29

2/2009

Euro-RWA

geprüft nach

DIN EN 12101-2


Schutz und Gestaltungsfreiheit

TEXTILE RAUCH- UND

BRANDABSCHOTTUNG

Wenn es um die räumliche Eingrenzung von Feuer und Rauch geht, denken

viele Architekten und Betreiber vor allem an Wände, Decken und Dächer.

Diese schränken aber mitunter den Gestaltungsspielraum ein. Eine mögliche

Lösung sind textile Vorhangsysteme zur Rauch- und Brandabschottung.

Im Brandfall fallen die Vorhangsysteme kontrolliert in ihre Alarmposition

Schon seit langem ist bekannt,

dass die räumliche Eingrenzung

vonFeuerundRauchdieeffektivste

Möglichkeit darstellt, Brandschäden

so gering wie möglich

zu halten. Bauliche Maßnahmen

in Form von entsprechend funktionellen

Wänden, Decken und

Dächern prägen daher den

Vorbeugenden Brandschutz in

Gebäuden.

Gestaltungsmöglichkeiten

Natürlich lässt die vorgesehene

Nutzung von Gebäuden diese

baulichen Maßnahmen nicht

immer zu. Wände werden durch

Türen und Fenster geschwächt,

Decken durch Installations- oder

Nutzungsschächte und Dächer

durch lichtdurchlässige und zu

öffnende Elemente.

Seit einigen Jahren erfreuen sich

deshalb auch textile Vorhang-

30

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

systeme zur Rauch- und Brandschottung

immer größerer Beliebtheit. Sie bieten gegenüber

den bekannten Schottsystemen eine

viel größere Gestaltungsmöglichkeit. Wände

können mit zu öffnenden Fenstern ausgerüstet

werden, obwohl sie Brandschutzaufgaben

übernehmen müssen, platzraubende Tore in

Tiefgaragen werden durch filigrane Vorhangsysteme

an der Decke ersetzt und denkmalgeschützter

Brandschutz ist enorm schonender

zu realisieren als bisher. Dazu verwendet

man ein Glasfasergewebe mit entsprechender

Beschichtung, das in einem Rollerkasten,

ähnlich einer Markise, aufgerollt wird, wenn

es nicht gebraucht wird und damit unsichtbar

für den Gebäudenutzer ist. Im Alarmfall fallen

diese Vorhänge kontrolliert, meist durch

Schwerkraft angetrieben und damit ausfallsicher,

automatisch in ihre Alarmposition.

Materialanforderungen und

Klassifizierung

Elemente, die der Rauch- und Brandschottung

dienen, müssen erhöhte Anforderungen

an die Materialwahl und die damit erreichte

Feuerwiderstandsdauer erfüllen.

Entsprechend den Schutzzielen müssen sie

Feuer und Rauch 30, 60 oder 90 Minuten an

ihrer zerstörerischen Ausbreitung hindern

können. Und genau an dieser Stelle wurden

in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte

in der Entwicklung von modernen Baustoffen

gemacht, die vor allem architektonisch völlig

neue Möglichkeiten eröffnen.

Aber auch die fortschreitende europäisch

geprägte Normung bietet hier mehr Chancen

als Risiken, wenngleich die nationale Baugesetzgebung

mit diesen Entwicklungen

nicht stand halten kann. Hierin liegt eines

der Kernprobleme beim Einsatz von textilen

Rauch- und Brandschottungssystemen.

Die Industrie liefert längst Vorhänge zur

Trennung von Brandabschnitten; diese

sind aber von der Bauaufsicht noch nicht

ausreichend als Bauprodukt geregelt. Die

Europäische Norm DIN EN 1634-1 sieht z.B.

einen Brandversuch ähnlich der DIN 4102

vor. Als Ergebnis kann ein Vorhangsystem die

Klassifizierung E30, E60, u.U. auch E90 und

höher nach DIN EN 13501-2 erreichen.

Das bedeutet, dass für die jeweils getestete

Zeit nach Einheitstemperaturkurve

ein Flammenüberschlag von einer Seite

des Vorhangs zur anderen verhindert wird

(Wahrung des Raumabschlusses). Diese

Klassifizierung jedoch findet sich in keiner

Bauordnung wieder, und es gibt bis

dato leider noch kein eingeführtes bauaufsichtlich

festgelegtes Prüfverfahren, das

eine Bauaufsichtliche Zulassung für Feuerschutzvorhänge

ermöglichen würde.

Somit gibt es zwei in Deutschland eingeführte

europäische Normen, ebenfalls die

dazugehörigen Bauprodukte, aber noch keine


abschließende Regelung für eine bauaufsichtliche

Verwendbarkeit.

Das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik)

hat für Ende 2009 nun endgültig eine Lösung

für dieses seit Jahren bekannte Problem in

Aussicht gestellt. Aber auch wenn die bauaufsichtliche

Zustimmung momentan oft nur

auf dem Wege einer Zustimmung im Einzelfall

zu erreichen ist, zahlt sich der Aufwand aus.

So können mit Vorhängen oft wesentlich

filigranere und bauphysikalisch einfachere

Lösungen zum Erreichen der geforderten

Schutzziele gewählt werden, als das mit

schweren Toren oder Festverglasungen der

Fall ist.

Rauchschutzvorhänge

Eine wesentlich klarere Regelung gibt es für

Rauchschutzvorhänge, vor allem wenn diese

als Rauchschürzen Anwendung finden. Hier

existiert ebenfalls eine eingeführte euro-

päische Norm (DIN EN 12101-1), die auch

in Deutschland zur Anwendung kommt. Die

Anforderungen, die an diese Schürzen gestellt

werden, sind wesentlich geringer. Zwar

ist auch hier eine Temperaturbeständigkeitsklasse

bis 120 Minuten möglich, allerdings auf

einem niedrigeren Niveau. 600 °C werden hier

als Prüftemperatur angesetzt.

Diese Art der Vorhänge kann gezielt zur

Kanalisierung von Brandrauch eingesetzt

werden und sowohl als Rauchschürze im

Deckenbereich ohne seitliche Anbindung an

das Gebäude als auch als dicht schließende

Konstruktion z. B. in Tiefgaragen ausgeführt

werden.

Zusätzlich zur CE-Kennzeichnung nach DIN EN

12101-1 müssen diese Vorhänge noch einen

weiteren Nachweis bezüglich der Brennbarkeit

erbringen, der vom DIBt in Form einer

„Allgemein bauaufsichtlichen Zulassung“ erteilt

wird.

BAULICHER BRANDSCHUTZ

RWA: Optimierte Lüftungsquerschnitte durch

exzellente Stahlstatik

Das System Janisol erfüllt zusammen mit der

Schüco RWA die Anforderungen der europäischen

Norm DIN EN 12101-2, nach der ausschliesslich

komplett geprüfte NRWG-Systemlösungen verbaut

werden dürfen. Die Antriebe und Riegelmotoren

der NRWGs können wahlweise komplett verdeckt

liegend realisiert werden. Die Systeme sind realisierbar

für nach innen öffnende Fensterelemente

in den Öffnungsarten Dreh, Kipp oder Klapp.

Telefon 0521/783 9252, Telefax 0521/783 252

Fazit

Textile Rauch- und Brandschottung

bietet dem Architekten

und Brandschutzplaner ein

hohes Maß an gestalterischen

Möglichkeiten bei gleichzeitiger

Einhaltung der behördlichen

Forderungen zur Erreichung der

Schutzziele. Sie bieten Vorteile

gegenüber starren Toren und

Schotts, da sie platzsparend

und unsichtbar untergebracht

werden können. Und nicht zuletzt

sind diese Lösungen meist

günstiger als herkömmliche

Konstruktionen.

Weitere Infos: www.simon-rwa.

de

Michaela Altdorfer, Simon RWA

Systeme GmbH, Passau

31

2/2009


Trockenbau

BRANDSCHUTZ BEI STAHL-

LEICHTBAUKONSTRUKTIONEN

Stahl-Leichtbaukonstruktionen werden in zahlreichen Gebäudearten und in

verschiedensten Varianten im Wohn- und Zweckbau eingesetzt. Auch, wenn

die meisten am Bau Beteiligten mit dieser Trockenbauweise technisch

vertraut sind, ergeben sich doch in diesem Zusammenhang immer wieder

Fragen in Bezug auf Anforderungen des baulichen Brandschutzes. Eine

detaillierte Beschreibung, was bei Stahl-Leichtbaukonstruktionen brandschutztechnisch

zu beachten ist, liefert dieser Beitrag.

Bauvorhaben ZSB Bottrop, Umbau der alten Pressenhalle, tragende Decken- und Wandsysteme

in Stahl-Leichtbauweise innerhalb einer alten Industriehalle, Brandschutz F30-A und F90-A,

nachgewiesen über Analogieschluss zu Knauf-Schachtwandsystemen, Gutachten VHT

Darmstadt (Protektorwerk, Florenz Maisch GmbH & Co. KG)

Aufbau, Anwendung und

Eigenschaften

Unter Stahl-Leichtbauweisen versteht

man klassische Trockenbauweisen

mit tragender Funktion.

Das Trag- und Konstruktionssystem

entspricht im Wesentlichen dem

anderer Ständerbauweisen (z.B.

Holzrahmenbau).

Als Unterkonstruktion der Wand-,

Vorsatzschalen- und Deckensysteme

kommen dünnwandige, kaltgeformte

C-, U- oder Z-Profile

mit Blechdicken von 1,5 bis 2,5

mm zum Einsatz. Der rechneri-

32

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

sche Nachweis der Kaltprofile erfolgt nach

DAST-Richtlinie 016 oder EC 3 1-3. Aufgrund

ihrer Dünnwandigkeit hat das örtliche Beulen

der Profile großen Einfluss auf das Tragverhalten.

Als Beplankung werden übliche Plattenwerkstoffe

des Holz- und Trockenbaus verwendet.

Die Art und Dicke der Beplankung

wird bestimmt durch die statischen, brandschutztechnischen

und bauakustischen

Anforderungen, die an das Bauteil oder das

gesamte Gebäude gestellt werden. Die Steifigkeit

der statisch wirksamen Beplankung

verhindert bei ausreichender Befestigung

im relevanten Lastbereich ein Knicken

oder Biegedrillknicken der Kaltprofile in

Bauteilebene.

Der Hohlraum zwischen der Metallunterkonstruktion

wird entsprechend der üblichen

TrockenbaukonstruktionmitFaserdämmstoffen

gedämmt. Dämmstoffart und Dämmstoffdicke

orientieren sich an den bauphysikalischen

Anforderungen des Bauteils.

In Stahl-Leichtbauweise werden tragende

Wand- und Zwischendeckensysteme in

Leichtbauweise bis hin zu Raum-in-Raum-

Systemen innerhalb der meist massiven

Tragstruktur eines Gebäudes geschaffen. Eine

weitere Anwendung sind nichttragende, aber

durch Wind belastete, Fassadensysteme. Nicht

zuletzt werden auch ganze Gebäude oder

Gebäudeteile (z.B. Aufstockungen, Anbauten)

in Stahl-Leichtbauweise erstellt.

Die Stahl-Leichtbauweise bietet eine Reihe

von Vorteilen, die sie besonders für die

Nachverdichtung, das Bauen im Bestand und

Aufstockungsmaßnahmen prädestinieren:

■ geringes Gewicht (10–15 % unter Holzrahmenbau),

■ abhängig vom Plattenwerkstoff nicht brennbar

(Baustoffklasse A),

■ sehr gutes Festigkeits-Eigengewichtsverhältnis,

■ Maßhaltigkeit und Formstabilität, auch bei

Feuchtebeanspruchung,

■ keine biotische Schädigung,

■ gute bauakustische Eigenschaften,

■ schnelle Bauweise, keine Trocknungszeiten,

■ Baustellenmontage und Vorfertigung möglich.


Ständerwand tragend Ständerwand nichttragend

beidseitige

Beplankung

F30-A 2x12,5mm

GKF, Knauf

10+12,5mm

GF, Fermacell

20 mm

Fireboard

F60-A 2x15mm

GF, Fermacell

2x15mm

Fireboard

F90-A 2x25mm

GKF, Knauf

2x20mm

Fireboard

3x12,5mm

GF, Fermacell

F 90-A

Brandwand

Brandschutztechnisches Verhalten

von Stahl-Leichtbauteilen

Durch den Konstruktionsaufbau aus nicht

brennbaren Metallständern, Plattenwerkstoffen

und entsprechenden Dämmstoffen

ist die Stahl-Leichtbauweise als reine A-Bauweise

klassifizierbar.

Beim Feuerwiderstand von Bauteilen unterscheidet

die europäische Brandschutz-Klassifizierungsnorm

DIN EN 13 501-1 folgende

grundlegenden Kriterien, auf die im Weiteren

Bezug genommen wird: Tragfähigkeit

(R), Raumabschluss (E), Wärmedämmung

(I) und Widerstand gegen mechanische

Beanspruchung (M).

EinnichttragendesBauteilmussnurdenRaumabschluss

über die Feuerwiderstandsdauer

gewährleisten (Kriterien E und I). Ein tra-

a < 62,5 cm a < 62,5 cm

25 mm GKF

Metallblech

25 mm GKF

Knauf

20 mm Fireboard

Metallblech

20 mm Fireboard

2x 12,5 mm GF

Metallblech

12,5 mm GF

Fermacell

Dämmung beidseitige

Dicke Dichte Beplankung

[mm] [kg/m3 ]

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

2x12,5mm

GKB, DIN 4102

12,5 mm

GKF

12,5 mm

GF, Fermacell

2x12,5mm

GKF,DIN4102

25 mm

GKF, Gyproc

2x12,5mm

GKF

2x12,5mm

GF

25 mm

GKF, Gyproc

a=31,25cm

20 mm

Fireboard

2x12,5mmGKF

Metallblech

12,5 mm GKF

2x12,5mmGF

Metallblech

12,5 mm GF

15 mm Fireboard

Metallblech

15 mm Fireboard

Dämmung

Dicke Dichte

[mm] [kg/m3 ]

40 30

nicht

erforderlich

40 20

40 40

40 40

40 100

50 50

60 50

100 40

gendes oder aussteifendes Bauteil muss zusätzlich

seine statische Funktion beibehalten

(Kriterien R, E und I). Das bedeutet, dass

alle tragenden Teile vor der Brandeinwirkung

zu schützen sind. Da die Tragfähigkeit von

Stahl bei Temperaturen über 500 °C stark

abnimmt, sind tragende Stahlelemente wie

Profile oder Stahlbänder über den Zeitraum

des Feuerwiderstands vor der Einwirkung

hoher Temperaturen durch brandschutztechnisch

wirksame Bekleidungen zu kapseln.

Der Feuerwiderstand eines nichttragenden

Trockenbausystems ist nicht auf tragende

Konstruktionen in Stahl-Leichtbauweise

übertragbar!

Maßgebend für die Feuerwiderstandsdauer

sind die Art und Dicke der Bekleidung und die

des Dämmstoffs im Wandhohlraum. Es kön-

BAULICHER BRANDSCHUTZ

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

nicht

erforderlich

Tabelle 1: Aufbau der Bekleidung von

tragenden und nichttragenden Wandkonstruktionen

mit der resultierenden

Feuerwiderstandsdauer

nen folgende Plattenwerkstoffe

eingesetzt werden:

■ Gipskartonfeuerschutzplatten

(DIN 18180 / DIN EN 520),

■ Gipsfaserplatten,

■ Spezialbrandschutzplatten auf

Gipsbasis (z.B. Fireboard),

■ Kalziumsilikatplatten.

Formal sind Konstruktionen in

Stahl-Leichtbauweise brandschutztechnisch

über allgemeine

bauaufsichtliche Prüfzeugnisse

zu klassifizieren. Da entsprechende

Nachweise in der Regel nicht

vorliegen, muss der Brandschutz

von tragenden Konstruktionen

33

2/2009


in Stahl-Leichbauweise zurzeit

häufig über Analogieschlüsse

abgeleitet werden.

In Frage kommen dafür nichttragende

Trockenbausysteme

mit brandschutztechnisch

selbstständiger Bekleidung wie

Schachtwandsysteme für Wände

und Vorsatzschalen und selbständige

Unterdecken sowie

Estrichsysteme für Dach- und

Deckensysteme. Bei diesen

Trockenbausystemen wird der

Raumabschluss (E) und die

Wärmedämmung (I) über die

gesamte Feuerwiderstandsdauer

von der Bekleidung alleine

erfüllt. Im Rahmen ihrer

Brandschutzprüfung haben diese

Systeme das Temperaturkriterium

nach DIN 4102 nachgewiesen,

d.h. die Rückseitentemperatur

der Bekleidung ist maximal um

180 K, im Mittel nicht über 140 K

angestiegen.

In der Planung zu berücksichtigende

Detailanschlüsse zur Verhinderung der

Rauchausbreitung und Brandweiterleitung

in Hohlraumkonstruktionen

34

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Wird das Verhalten der Bekleidung einer klassifizierten

Schachtwand oder Unterdecke

auf eine tragende Konstruktion in Stahl-

Leichtbauweise übertragen, so ist davon

auszugehen, dass bei den gleichen geometrischen

Randbedingungen die gleiche

kapselnde Wirkung erzielt wird. Die

Rückseitentemperatur der Bekleidung überschreitet

über die Feuerwiderstandsdauer

nicht die oben genannten Temperaturen, die

kritische Stahltemperatur von 500 °C wird

nicht erreicht.

Entsprechende Bekleidungsdicken für Wände

sind Tabelle 1 und für Decken Tabelle 2

zu entnehmen. Es ist zu empfehlen den

Trockenbausystemgeber zu involvieren,

da dieser als Prüfzeugnisinhaber die Abweichungen

zwischen der zu bewertenden

Stahl-Leichtbaukonstruktion und der zu

Grunde liegenden nichttragenden Trockenbaukonstruktion

als „nicht wesentlich“ freigeben

kann.

Denkbar wäre auch eine Argumentation auf

Grundlage des Kapselkriteriums im Holzrahmenbau

(BA-Bauweise). Hier beträgt das

Temperaturkriterium 300 K, insofern ergäben

sich geringere Bekleidungsdicken als bei der

Argumentation über brandschutztechnisch

selbständige Bekleidungen (z.B. 2x18mm

GKF anstatt 2x25mmGKFnachTabelle 1).

Die brandschutztechnische Nachweisführung

über Analogieschlüsse ist mit einem gewissen

Aufwand verbunden, bedarf der entsprechenden

Fachkompetenz des Nachweisführenden

und muss mit der zuständigen

Bauaufsichtsbehörde abgestimmt werden.

Zudem wird dadurch, dass den so bewerteten

Stahl-Leichtbaukonstruktionen als

Temperaturkriterium 140 K anstatt 500 K zu

Grunde liegt, die Konstruktion brandschutztechnisch

überdimensioniert und dadurch

unwirtschaftlicher.

Dies zeigt auch der Vergleich zu geprüften

Systemen. So kommt z.B. die tragende

„XPS“-Brandwand in Stahl-Leichtbauweise

(REI-M 90) der Systemgeber Xella, Protektor,

Rockwool, neben der üblichen Stahlblecheinlage

für den Stoßwiderstand, mit

drei Lagen 10 mm dicken Gipsfaserplatten

aus, also mit 20 mm weniger Plattenmaterial

je Seite gegenüber der F90-Konstruktion mit

GKF-Beplankung nach Tabelle 1.

Da die Stahl-Leichtbauweise bei vielen Anwendungen,

z.B. im Bestand, häufig als

Unterseitige Deckenbekleidung

F30-A 2x12,5mm,GKF,Knauf

2x10mm,GF*,Fermacell

20 mm, Fireboard*

F60-A 18+15mm,GKF,Knauf

2x15mm,GF*,Fermacell

2 x 15 mm, Fireboard*

F90-A 2x,20mm,GKF,Knauf

25+18mm,GKF,Knauf

2 x 20 mm, Fireboard*

4x10mm,GF*,Fermacell

1x15mm+2x12,5mm,

GF*, Fermacell

Unterkonstruktion der Deckenbekleidung nach Lastklassen

der DIN 18181

* Diese Konstruktionen können nach Zustimmung durch

dieBrandschutzbehördeauchdirektanderTragkonstruktion

angebracht werden, wenn der Abstand der

Deckenträger 40 cm nicht übersteigt.

Tabelle 2: Unterseitige Bekleidungen für Decken in

Stahl-Leichtbauweise als selbstständige Unterdecke

zur Erfüllung von Brandschutzanforderungen

einzige Bauweise überhaupt wirtschaftliche

Lösungen bieten kann, ist der Aufwand für

die Nachweisführung und die Überdimensionierung

allerdings meist zu rechtfertigen.

Bedeutung der Anschlussausbildung

Stahl-Leichtbausysteme sind Hohlraumkonstruktionen.

Brandschutztechnisch ist bei

der Ausbildung von Hohlraumkonstruktionen

durch baulich-konstruktive Maßnahmen im

Besonderen darauf zu achten, dass sich im

Brandfall kein Rauch und Feuer über die

Hohlräume hinweg ausbreiten kann und in

andere Nutzungseinheiten eindringt.

In erster Linie ist die Fugendichtheit von horizontalen

und vertikalen Bauteilanschlüssen

zu beachten. Das experimentell untersuchte

Verhalten von Hohlraumkonstruktionen in

Holzbauweise lässt sich von den Grundprin-


zipien auf die Stahl-Leichtbauweise übertragen.

Folgende Planungskriterien sind zu

beachten:

Hohlraumdämmung

Bei raumabschließenden Wänden in Stahl-

Leichtbauweise ist eine Volldämmung formschlüssig

im Hohlraum einzubauen. Bei

Decken muss der Dämmstoff „flankenformschlüssig“

eingebaut werden, d.h. er muss

dicht an die seitlichen Deckenträger herangeführt

werden. Als Dämmstoff ist Mineralwolle

(Baustoffklasse A1, Schmelzpunkt > 1000 °C)

zu verwenden. Andere Dämmstoffe dürfen

verwendet werden, sofern deren spezielle

Eignung nachgewiesen wurde.

Hohlwanddosen, Installationsführungen

Hohlwanddosen dürfen nur im Bereich zwischen

zwei Ständern eingebaut werden.

Dabei muss der Abstand zum nächsten

Metallständer mindesten 20 cm betragen.

Steckdosen und Hohlwanddosen müssen

gefachversetzt eingebaut werden, d.h. im

gleichen Gefach dürfen keine gegenüberliegenden

Steckdosen angeordnet werden.

Wandanschluss (stumpfer Stoß)

Der Anschluss von raumabschließenden

Wänden an durchlaufende raumabschließende

Wände weist eine ausreichende

Rauchdichtheit auf, wenn folgende

Konstruktionsregeln beachten werden:

■ Der Abstand der Verschraubung der Wände

untereinander ist < 50 cm (formschlüssige

Verschraubung) zu wählen.

■ Die Fuge muss mit nichtbrennbaren

Mineralwolle-Dichtstreifen (Baustoffklasse

A1, Schmelzpunkt >1000°C) oder Aufschäumdichtungen

abgedichtet werden.

Die abschließende Verspachtelung der Fuge

muss sorgfältig ausgeführt sein.

Anschluss Wand/Decke

Anschlussausbildungen raumabschließender

Wände an Decken sind prinzipiell nach folgenden

Konstruktionsregeln auszubilden:

■ Die Decke wird kraftschlüssig durch

ausreichend lange Schrauben mit der

Wand verbunden. Es wird jeweils eine

Verschraubung durch die Deckenprofile

und eine in der Mitte des oberen U-Profils

der Wand gesetzt, so dass der Abstand der

Verbindungsmittel ein halbes Rastermaß

(≤ 31,25 cm) beträgt.

■ In der Fuge muss ein ca. 2 cm dicker

Streifen aus Mineralwolle (Baustoffklasse

A1, Schmelzpunkt > 1000 °C) komprimiert

eingebaut werden.

■ Es ist sorgfältig auf die Ausführung des

Fugenversatzes zu achten. Der Versatz

muss mindestens 2 cm betragen.

Einbauten, Installationsdurchführung,

Feuerschutzabschlüsse

Grundsätzlich ist das Brandverhalten von

Einbauten (z.B. Fenster, Türen, Verteiler,

Lampenkästen), Installationsdurchführungen

und Feuerschutzabschlüssen in raumabschließenden

Wänden und Decken in Stahl-

Leichtbauweise über die entsprechenden

bauaufsichtlichen Nachweise (AbP, AbZ) zu

belegen.

Um die Einleitung höherer Temperaturen

an die dünnwandigen Stahlprofile zu verhindern,

müssen Öffnungen in der Regel

mit entsprechenden Laibungen aus brandschutztechnisch

wirksamen Bekleidungen

(in der Regel zweilagig mit Fugenversatz)

ausgeführt werden.

Anwendung von Stahl-Leichtbauweisen

im Brandschutz

Der große Vorteil von Stahl-Leichtbausystemen

ist, dass sie – im Vergleich zu herkömmli-

Fugenversatz

Steinwolledämmstreifen

Anschlussausbildung Wand/Decke bei

Brandschutzanforderungen

BAULICHER BRANDSCHUTZ

chen Trockenbausystemen

– unabhängiger von der Rohbaukonstruktion

eines Gebäudes

sind und auch tragende

Aufgaben übernehmen

können. Unter Beibehaltung

der bekannten Vorteile des

Trockenbaus benötigen Stahl-

Leichtbaukonstruktionen keine

Aussteifung durch den Rohbau

oder eine Befestigung an Rohbauteilen,

sie können eigenständig

Ausbaulasten und brandbedingte

Lasten (abstürzende

Bauteile) aufnehmen. Diese

Eigenschaften prädestinieren

Stahl-Leichtbauweisen besonders

für den Bestand – mit nicht

oder nur bedingt tragfähiger

Rohbaukonstruktion.

DieStahl-Leichtbauweisekannals

eigenständige Konstruktion oder

additiv, z.B. durch brandschutztechnisch

selbstständig wirkende

Vorsatzschalen (Schachtwände)

oder Unterdecken, zur brandschutztechnischen

Ertüchtigung

des Bestandes eingesetzt werden.

Es gilt das Prinzip:

Ist-Feuerwiderstand Bestand +

Feuerwiderstand Stahl-Leichtbauteil

= Gesamt-Feuerwiderstand

Eine Abstimmung mit der Bauaufsicht

und deren Zustimmung

ist bei dieser Vorgehensweise erforderlich.

Ein nicht klassifizierbares

Bestandsbauteil ist wie ein

Bauteil ohne Feuerwiderstand zu

behandeln (F0). In diesem Fall

ist der Brandschutz durch das

Bauteil in Stahl-Leichtbauweise

alleine zu gewährleisten.

Vorsatzschalen

Bei der brandschutztechnischen

Ertüchtigung von Bestandswänden

durch Vorsatzschalen

in Stahl-Leichtbauweise kann

die Befestigung an tragenden

Bauteilen deutlich reduziert und

bei Raum-in-Raum-Systemen

35

2/2009


Schutz des Deckenhohlraums und des

darüber liegenden Geschosses

vollständig vermieden werden,

was bauakustisch und energetisch

(Wärmebrücke) vorteilhaft

ist. Es können große Wandhöhen

realisiert werden, zudem kann

die Vorsatzschale die Lasten aus

Zwischendecken aufnehmen.

Deckensysteme

Unterdecken in Stahl-Leichtbauweise

können als Brandschutzelement

■ bei Brandbeanspruchung

von unten den Brandschutz

zwischen Geschossen in Verbindung

mit der Rohdecke

gewährleisten,

■ bei Brandbeanspruchung

von unten den Brandschutz

zum Zwischendeckenbereich

(und damit auch zwischen

Geschossen) selbstständig

gewährleisten,

■ bei Brandbeanspruchung von

oben(ausdemZwischendeckenbereich)

den Brandschutz zum

darunter liegenden Raum (z.B.

Fluchtweg) selbstständig gewährleisten.

Bei hohen Brandschutzanforderungen

an eine Trenndecke steigt

die Eigenlast von Unterdeckensystemen

aufgrund der großen

erforderlichen Bekleidungsdicke.

36

2/2009

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Schutz von darunter liegenden Räumen vor einem

Brand im Deckenhohlraum

Kann die Bestandsdecke diese zusätzlichen

Lasten nicht aufnehmen, werden Unterdecken

in Stahl-Leichtbauweise eingesetzt. Diese

können über große Spannweiten ihre Lasten

in ausreichend tragende Bauteile (z.B.

Unterzüge, Wände, tragende Vorsatzschalen)

ableiten.

Eine Unterdecke in Stahl-Leichtbauweise

kann auch dazu dienen, den Brandschutz

bei Brandbeanspruchungen aus dem darüber

liegenden Geschoss zu gewährleisten. Dabei

sind folgende Randbedingungen möglich:

■ Es werden keine bzw. nur geringe Brandschutzanforderungen

an die Rohdecke

gestellt, aber es handelt sich im darunter

Holzbalkendecke mit Unterdecke in Stahl-

Leichtbauweise, die für den Raumabschluss sorgt,

wenn die Bekleidung der Bestandsdecke bereits

versagt hat

liegenden Bereich um einen schützenswerten

Raum.

■ Es werden Brandschutzanforderungen an

die Rohdecke gestellt, aber es kann keine

Ertüchtigung von oben erfolgen (z.B. erhaltenswerter

Bodenbelag, unzureichende

Tragfähigkeit).

In beiden Fällen kann der Brandschutz

durch eine freitragende Unterdecke in Stahl-

Leichtbauweise erfüllt werden. Wenn die

Tragkonstruktion der Bestandsdecke ausreichenden

Feuerwiderstand besitzt, der

Raumabschluss der Decke dagegen unzureichend

ist (z. B. Holzdielen), dann übernimmt

die darunter liegende freitragende

Unterdecke den Raumabschluss zum schützenswerten

Bereich.

Bietet auch die Tragkonstruktion der Bestandsdecke

im Brandfall keine ausreichende

Standsicherheit, muss die Stahl-Leichtbaudecke

so dimensioniert werden, dass sie

die Lasten der Bestandsdecke im Brandfall

aufnehmen kann. Damit erfüllt die Gesamtkonstruktion

den erforderlichen Brandschutz.

Freitragende Decken in Stahl-Leichtbauweise

oberhalb der Bestandsdecke werden in der Regel

bei nicht ausreichend tragfähiger Bestandsdecke

eingesetzt. Die freitragende Decke kann dabei

durch eine oberseitige brandschutztechnische

Bekleidung (Nass- oder Trockenestrich) auch

zur brandschutztechnischen Ertüchtigung der

Bestandsdecke dienen.

Freitragende Unterdecke zur Brand- und Schallschutzertüchtigung

eine Holzbalkendecke

Bild unten: Wegfall der unterseitigen Bekleidung

der Bestandsdecke und versetzte Anordnung der

Profile für eine geringe Aufbauhöhe


Anschlussdetail eines Deckenauflagers mit L-

Wandanschlussprofil, Aufstockung Heerstraße

Frankfurt, TSB Ingenieursgesellschaft, Darmstadt

Nichttragende Außenwandsysteme

Ein weiterer Einsatzbereich von Stahl-

Leichtbausystemen sind nichttragende

Außenwände. Hierbei sind Wärme- und Feuchteschutzanforderungen

zu berücksichtigen.

Bei gleichzeitigen Brandschutzanforderungen

ergibt sich das Problem, dass für die erforderliche

Überdämmung der Stahlprofile

brennbare Wärmedämmverbundsysteme nur

begrenzt eingesetzt werden können sowie

die brandschutztechnisch zusätzlich zu bewertenden

Folienschichten.

In einem Neubauvorhaben hatte der Autor

eine Außenwand mit Brandwandaufgaben

(REI-M 90) in Stahl-Leichtbauweise (aus

Gewichtsgründen) brandschutztechnisch

zu entwickeln und per gutachterlicher

Stellungnahme nachzuweisen. Ein entsprechender

Nachweis konnte auch hier auf

Grundlage von Analogieschlüssen logisch geführt

werden. Ohne hier auf Details eingehen

zu können, waren bei diesem Fall vor allem

die geforderte reine A-Bauweise sowie die

bauphysikalisch ungünstigen Blecheinlagen

Schnitt einer Decke in Stahl-Leichtbauweise aus

2 C-Profilen Rücken-an-Rücken über einer

Bestandsdecke

Zwischendecke in Stahl-Leichtbauweise und Vorsatzschale (Paisley Church, Schottland) The

Steel Construction Institute (SCI), England

(Dampfsperren!) zu bewerten, um eine gesamtheitlich

funktionsfähige Lösung zu

entwickeln. Derartige Systeme werden auch

zukünftig nur für den Einzelfall betrachtet

werden können.

Fazit

Ob spezielle Lösungen im Einzelfall eine ingenieurmäßige

Bewertung durch den Fachmann

erfordern oder ob für Standardlösungen auf

nachgewiesene Systeme zurückgegriffen werden

kann (z.B. Stahl-Leichtbaudecken mit

Weitspannträgern der Fa. Protektor, Raumin-Raum-System

Knauf Cubp, Brandwand

XPR-System) – Stahl-Leichtbausysteme bieten

wirtschaftliche Lösungen für spezielle

Bauaufgaben, die ansonsten nicht oder nur

mit großem Aufwand umzusetzen wären.

Besonders vorteilhaft ist die Bauweise immer

dann, wenn die Vorgaben Leichtigkeit

und Schnelligkeit mit tragenden und bau-

BAULICHER BRANDSCHUTZ

Nichttragende Außenwand in Stahl-Leichtbauweise im Hochhausbereich mit entsprechenden

Brandschutzanforderungen, Skyline Plaza, London, The Steel Construction Institute (SCI),

England

physikalischen Anforderungen

verbunden sind.

Prof. Dr.-Ing. Jochen Pfau,

Versuchsanstalt für Holz- und

Trockenbau, Darmstadt

Literatur

[1] Becker, Pfau, Tichelmann: Trockenbau-Atlas,

Teil 2, 1. Auflage, Verlagsgesellschaft

Rudolf Müller, Köln

2006

[2] Dokumentation 560, Häuser in Stahl-

Leichtbauweise, Herausgeber Stahl-

Informations-Zentrum, Düsseldorf

[3] Dokumentation 591, Bauen im Bestand

– Lösungen in Stahl-Leichtbauweise,

Herausgeber Stahl-Informations-Zentrum,

Düsseldorf

37

2/2009


Aufzugsschacht-Entrauchung

KEINE DICKE LUFT IM BRANDFALL

Schon von außen erregt die neue Hauptverwaltung des Süddeutschen

Verlages in München Aufsehen. Aber nicht nur architektonisch, auch

sicherheitstechnisch und energetisch setzt der Neubau Maßstäbe: Alle zehn

Aufzugsschächte werden kontrolliert belüftet und im Brandfall sicher

entraucht. Das aus Rauchdetektoren und Rauchabzugsanlagen bestehende

neue System sorgt für eine EnEV-konforme, geschlossene Gebäudehülle und

höchste Sicherheit im Brandfall.

Der fast 100 m hohe Büroturm ist

nicht nur architektonisch ein Highlight,

sondern auch in Sachen Sicherheitstechnik

und Energieeffizienz

38

2/2009

GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

Die Mitarbeiter in Verwaltung und Druckerei

des Süddeutschen Verlages freuen sich

über neue Arbeitsplätze auf 78879 m²

Bruttogeschossfläche und einen prachtvollen

Blick ins Umland aus dem 28 Geschosse

umfassenden, genau 99,95 m hohen

Verwaltungsturm. Für kurze Wege sorgen

dabei unter anderem zehn Aufzüge, von denen

zwei mit ebenfalls 99,95 m alle Etagen

versorgen.

Nun gelten Aufzüge zwar als das sicherste

Massentransportmittel der Welt, können im

Brandfall aber zu gefährlichen Fallen werden.

Üblicherweise wurden die Aufzugsschächte

deshalb mit Permanentöffnungen versehen,

die im Brandfall aufgrund der steten Thermik

für Rauchabzug sorgen. Das Problem dabei:

durch diese Öffnungen entweicht auch laufend

Wärme. Da das neue Verwaltungsgebäude

die aktuelle Energie-Einsparverordnung

(EnEV) berücksichtigt, entschied man sich

Nur zwei Tage benötigte das Team von D+H pro

Aufzugsschacht zur Montage des „LSC“-Systems

beim Thema Schachtentrauchung für „LSC“,

das neue Lift Smoke Control-System der D+H

Mechatronic AG (www.dh-mechatronic.de).

Sichere Entrauchung

Mit „LSC“ hat das Hamburger Unternehmen

eine EnEV-konforme Komplettlösung für

die sichere Entrauchung ohne unnötige

Wärmeverluste entwickelt: Eine notstromversorgte

RWA-Zentrale mit integriertem

Rauchansaugsystem überwacht permanent

den Aufzugsschacht. „Sobald Rauchgas auftritt,

wird sofort Alarm ausgelöst und die

elektrisch betriebene Rauchabzugsöffnung

im Schachtkopf geöffnet. Im Normalfall bleibt

die Gebäudehülle also permanent geschlossen

und vor Wärmeverlusten geschützt“, erläutert

Michael Kleebauer, Geschäftsführer des ausführenden

Unternehmens D+H Falkenstein.

Für hohe Personensicherheit sorgen der

integrierte akustische Signalgeber sowie

Die RWA-Zentrale: Meldet das RAS-System

Rauchgas, werden die Entrauchungsklappen

automatisch geöffnet


ZLT Lüftungs- und Brandschutztechnik GmbH

P�ockenstraße 14 a ▪ 09376 Oelsnitz/Erzgeb.

die programmierte Evakuierungsfahrt. Kleebauer:

„Wenn die Detektoren Rauchgas in

den Aufzugsschächten melden, benachrichtigt

ein akustischer Alarm die Nutzer des

Gebäudes. Gleichzeitig geht ein Signal an die

Aufzugssteuerung, die auf Evakuierungskurs

geschaltet wird. Die Aufzüge fahren dann automatisch

in die erste Evakuierungsebene – in

diesem Fall das Erdgeschoss – oder, sollte auch

von dort Rauchgas gemeldet werden, in die

zweite programmierte Evakuierungsebene“.

Sparsame Lösung

Nicht nur der Sicherheitsaspekt steht bei

„LSC“ im Vordergrund, sondern auch die

Energie-Effizienz des Gebäudes. Durch

den elektromotorischen Verschluss der Permanentöffnungen

in den Aufzugsschächten

und dem Einsatz von „LSC“, bedeutet

dies beim süddeutschen Verlag ein Einsparpotential

von jährlich ca. 28000 € bzw. von

rund 550000 kWh Wärmeenergie. Durch diese

Einsparung hat sich das System innerhalb

kürzester Zeit amortisiert und entlastet zudem

die Umwelt.

Profitieren werden auch die Mitarbeiter der

neuen Hauptverwaltung, denn das „LSC“-

System verringert den Luftzug in den Treppenräumen

und sorgt zusätzlich für ein behagliches

Gebäudeklima.

Schnelle Montage

Für die gesamte Montage benötigte D+H

Falkenstein pro Aufzugsschacht lediglich

zwei Tage, nicht zuletzt aufgrund der guten

Kooperation mit der Firma ThyssenKrupp,

Tel.: 037298 3038-0 ▪ Fax: 037298 3038-28

Internet: www.zlt.de ▪ E-Mail: info@zlt.de

Blick in der fertigen Aufzugsschacht. Das Ansaugrohr verläuft entlang der rechten Seite

Die Entrauchungsklappen sind nur im Brandfall geöffnet

die die Aufzugsanlagen geliefert und eingebaut

haben . Das Herzstück der „LSC“-Anlage

wird komplett betriebsfertig vormontiert

und geprüft geliefert und ist mit wenigen

ENDLICH

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Handgriffen angeschlossen.

Renate Zillessen,

Königswinter

Lüftungs- und

Brandschutztechnik

39

2/2009


GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

Brandmeldeanlagen

PRÜFVERFAHREN FÜR ERHÖHTE

SICHERHEIT

Der Schutz von Menschen, Werten und Infrastruktur steht bei jedem

Betreiber von Brandmeldeanlagen an erster Stelle. Dazu muss er sich auf

den optimalen Betrieb der Anlage über den gesamten Lebenszyklus verlassen

können. Die Hersteller von Brandmeldeanlagen verwenden deshalb bei

der Wartung Prüfverfahren nach dem neuesten Stand der Technik.

Zuverlässigkeit und sichere

Alarmierung im Falle eines Brandes

sind wichtige Eigenschaften,

die jeder Betreiber von seiner

Brandmeldeanlage (BMA) erwartet.

Dies setzt u.a. voraus,

dass alle Komponenten der BMA

turnusmäßig gewartet und instandgehalten

werden. Darunter

fällt auch eine regelmäßige

Überprüfung der Brandmelder,

wie dies von den länder- und

regionenspezifischen Normen

und Richtlinien gefordert wird.

Für die schnelle und effiziente

Prüfung kommen in zunehmendem

Maße neue Techniken und

Raue Umgebungen,

etwa in der Industrie – mit vielen

täuschenden Umgebungsfaktoren wie

Staub und Dampf, Schweißrauch sowie

hoher Wertkonzentration

Verfahren zum Einsatz. Diese orientieren

sich an den heutigen Meldergenerationen

und erlauben den Servicetechnikern ein

effizientes und sicheres Arbeiten. Eine zuverlässige

Aussage über den Zustand des

einzelnen Melders ist somit gewährleistet.

Beeinträchtigungen und Fehlfunktionen werden

in einem frühen Stadium erkannt und

können beseitigt werden. Das verringert das

Risiko einer verzögerten, oder im schlimmsten

Fall einer nicht erfolgten Alarmierung.

Meldergeneration mit intelligenten

Algorithmen

Falschalarme führen zu Betriebsausfällen

und verursachen hohe Kosten. Heutige

Brandmelder der intelligenten Melder-

"Sinteso"-Brandmelder mit der ASAtechnology bieten individuell anpassbaren Schutz in jeder Umgebung:

Moderate Umgebungen,

z.B. in Bürogebäuden, Einkaufszentren

mit durchschnittlichem Risiko für

Menschen und teilweise auftretenden

Täuschungsgrößen

generation arbeiten mit Algorithmen, die

helfen Falschalarme zu vermeiden. Diese

Algorithmen werten die Umgebungssignale

optimal aus und reagieren entsprechend

einem vorgewählten Parametersatz. Mit diesem

Parametersatz sind die Melder optimal

an ihren jeweiligen Einsatzort angepasst.

Die Verwendung mehrerer Sensoren gleichzeitig

an einem Melderpunkt erlaubt es,

weitere wichtige Auswerteinformationen

für eine sichere Detektion zu gewinnen.

Zusätzlich wird der zeitliche Verlauf der

unterschiedlichen Signale analysiert und

für einen verlässlichen Alarmentscheid mit

herangezogen. Der Einsatz von Algorithmen

reduziert Falschalarme und verbessert das

Ansprechverhalten auf Brandphänomene.

Reine Umgebungen,

z.B. Serverräume oder Patientenzimmer,

wo frühestmöglicher Personenbzw.

Datenschutz an erster Stelle steht

Bild 1: Mit Hilfe von hochentwickelten Algorithmen versuchen moderne Melder wie der „Sintesco“ von Siemens Falschalarme zu vermeiden

40

2/2009


Verantwortung für neue Meldertestverfahren

Die wohl bekannteste Prüfmethode für automatische

Rauchmelder ist das Testen mit

Prüfgas. Dieses erzeugt einen Prüfgasnebel,

der von Meldern der neuesten Generation bewusst

nicht wie ein normales Brandphänomen

detektiert wird. Brandmelder, die mit Algorithmen

arbeiten, reagieren darauf nur deutlich

zeitverzögert. Das jeweilige Melderverhalten

ist dabei sehr stark vom Meldertyp und dem

jeweils eingestellten Parametersatz abhängig.

Bei Rauchmeldern älterer Bauart ist der

Einsatz von Prüfgas nach wie vor sinnvoll

und angemessen. Es ist wichtig, für diese

Prüfungen ein vom Melderhersteller vorgeschriebenes

Prüfgas zu verwenden. Auf diese

Weise ist sichergestellt, dass sein Einsatz

sich nicht negativ auf die Sensoreinheit des

Rauchmelders auswirkt. Der Melderhersteller

ist nicht nur für die Auswahl des geeigneten

Prüfgases verantwortlich, er trägt

auch die alleinige Verantwortung für die

Beschreibung der Prüfung der Melder und des

geeigneten Testverfahrens mit zugehörigem

Melderprüfgerät.

Die Vorschriften in Bezug auf die elektrische

Sicherheit und elektromagnetische

Abstrahlung sind dabei selbstverständlich

einzuhalten und nachzuweisen. Wichtig

ist außerdem, dass es eine Zulassung und

Anerkennung von Melderprüfgeräten, wie

dies irrtümlicherweise immer wieder behauptet

und angenommen wird, nicht gibt.

Funktion und Zuverlässigkeit

Innovative Meldertester überwachen zusätzlich

zu den melderinternen Selbsttests

von außen den Lichtpegel der Sendestrahlen

in der Messkammer bei optischen Rauchmeldern.

Damit wird auch überprüft, ob

die Brandkenngröße ungehindert in den

Brandmelder eindringen kann. Einschlägige

Normen und Vorschriften schreiben generell

GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

Bild 2 und 3: Moderne Meldertester überprüfen

ihre Funktionalität selbstständig – mit Empfangseinheit,

Sendeeinheit und Auswertung

eine Sichtprüfung der Melder zwingend vor.

Innovative Meldertester überprüfen auch die

Funktionalität von Empfangseinheit, Sendeeinheit

und Auswertung. Dabei ist es nicht

nötig, ein Verbrauchsmaterial von außen in

die Auswertekammer des Rauchmelders einzusprühen

und dieses damit zu belasten.

Bei neuronalen Rauchmeldern, die mit

vorwärts streuenden IRED für hellen und

rückwärts streuenden IRED

für dunklen Rauch arbeiten,

werden selbstverständlich

beide Erfassungswege in die

Überprüfung mit einbezogen.

Die Kommunikation zwischen

Melder und Meldertester erfolgt

dabei drahtlos. Dies unterstützt

den gleichzeitigen

Test der Funktion der digitalen

Steuerung. Nach Abschluss aller

externen und melderinternen

Prüfungen zeigt der Meldertester

das Gesamtresultat detailliert

und eindeutig an. Die wesentlich

umfangreicheren Analyse und

Prüfung mit dem Meldertester

erlauben sichere und eindeutige

Aussagen über den momentanen

Zustand des Rauchmelders und

zuverlässige Prognosen über den

zu erwartenden weiteren Verlauf.

Fehlbedienungen durch den

Servicetechniker sind nahezu

ausgeschlossen.

Ausblick

Technologisch hochentwickelte

Melder werden in Zukunft einen

immer größeren Marktanteil einnehmen

und heutige Techniken

zunehmend verdrängen. Alle

Melderhersteller sind somit gefordert,

ihre Melderprüfverfahren

der schnell voranschreitenden

Technik anzupassen und mit diesem

Schritt zu halten. Innovative

Meldertester ermöglichen bereits

heute eine deutlich bessere und

effizientere Prüfung moderner

Meldergenerationen.

Philipp Honegger & Georg Walz;

Fachverband Sicherheitssysteme

(ZVEI), Frankfurt/Main

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Sprinkleranlagen

MASSENWARE ODER MASSGESCHNEIDERT?

Aus Kostensicht gibt es bei der Installation von Sprinkleranlagen ein Ideal:

ein standardisiertes System, das überall für alle Anwendungsbereiche ohne

spezielle Anpassung eingerichtet werden kann. Leider gibt es den Sprinkler,

der für alle Situationen und Gebäudekonstellationen geeignet ist,

nicht. Es besteht jedoch Hoffnung, dass die Systematik einfacher wird!

Sprinklersysteme müssen in der

Regel unter Berücksichtigung

aller Details der zu schützenden

Anlage entworfen werden. Oft ist

das kein Entwurf für die Ewigkeit.

In regelmäßigen Abständen

muss überprüft werden, ob der

vorhandene Brandschutz noch

ausreicht oder ob er veränderten

Gegebenheiten angepasst werden

muss. Diese können durch neue

Produkte, veränderte Werkstoffe

oder eine andere Aufteilung der

Produktion oder des Lagers

entstehen. Wesentliche Einflussgrößen

für die Auslegung

einer Sprinkleranlage sind z.B.

die Lager- und Deckenhöhe des

Gebäudes, die Aufteilung des

Raumes, die Durchgangsbreite

zwischen Maschinen und Regalen

und die Brennbarkeit der ge-

42

2/2009

GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

lagerten oder produzierten Produkte. Was

bedeutet das konkret? Ein Beispiel:

Auf veränderte Anforderungen

reagieren

In einer neu errichteten Industriehalle wurden

vor einigen Jahren zunächst Metallmöbel

in Pappkartons verpackt. Vor allem durch

das Verpackungsmaterial entstand ein Brandrisiko,

auf das die Sprinkleranlage ausgerichtet

werden musste. Nach einigen Jahren

kam es zu Produktveränderungen. Die Möbel

hatten nun höhere Glasanteile und mussten

daher mit Polstern aus geschäumten

Kunststoffen verpackt werden. Diese haben

ein ganz anderes Brandverhalten als Kartons,

was bedeutet, dass die Brandlast erhöht

wurde. Als Konsequenz werden im Brandfall

mehr Wasser und ein erhöhter Wasserdruck

benötigt, um ein Feuer mit dieser größeren

Brandlast zu kontrollieren. Ebenfalls wurden

in der Industriehalle Regale errichtet, sodass

Regalsprinkler installiert werden mussten,

die unmittelbar am möglichen Brandgut zur

Wirkung kommen.

Wieder ein paar Jahre später: In der Halle

werden heute Metallkleinteile zur Montage

der Möbel gelagert. Aufbewahrt werden sie

in nach oben offenen Kunststoffkästen,

die jeder Heimwerker aus der eigenen

Kellerwerkstatt kennt. Die Kästen sind aus

einem Kunststoffgemisch, welches auf Grund

seines individuellen Brandverhaltens eine

weitere Anpassung des Sprinklersystems verlangt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die

offenen Behälter das Wasser der Sprinkleranlage

auffangen und so die Wirkung der

Anlage deutlich beeinträchtigen können.

Also sind erneut notwendige umfangreiche

Änderungen an dem bestehenden Brandschutz

wahrscheinlich.

Jede dieser Anpassungen und Modernisierungen

verursacht zunächst Kosten und

kann unter Umständen nur mit erhöhtem


GEBÄUDETECHNISCHER BRANDSCHUTZ

Aufwand während des laufenden Betriebs

realisiert werden – insgesamt keine angenehme

Situation für die Betreiber von Produktions-

und Logistikanlagen. Wäre es nicht

schön, wenn es einfacher, flexibler und kostengünstiger

ginge?

Flexible Sprinklertechnik

Glücklicherweise gibt es nicht nur Veränderungen

bei Verpackungstechnologien und

Lagerungsstandards. Auch Sprinkleranlagen

und ihre Technologie haben sich im Laufe

der Jahre technisch fortentwickelt. Während

in der Vergangenheit meistens Sprinkler mit

kleinen Düsenquerschnitten bei niedrigen

Wasserdrücken zum Einsatz kamen – die

durchaus den damaligen Anforderungen

gerecht wurden (siehe das Beispiel der in

Kartons verpackten Metallmöbel) – gibt es

heutzutage Sprinklertechnologien, die wesentlich

flexibler einsetzbar sind und zusätzlich

die Installationskosten bis zu 20 % reduzieren

können. Gleichzeitig werden höhere

Brandlasten beherrscht.

Die in den 1990er Jahren vom Industriesachversicherer

FM Global (www.fmglobal.de) eingeführten

„Early Suppression Fast Response

(ESFR)“-Sprinkler, brachten bereits damals

größere Flexibilität und Kostenersparnis in

den Brandschutz, bei gleich bleibendem oder

verbessertem Schutzniveau. Diese Sprinkler

(heute auch als „Suppresion Mode“-Sprinkler

bezeichnet) wurden im Laufe der Jahre wei-

terentwickelt und sind für nahezu

alle Brandklassen geeignet.

Für alle Situationen

gerüstet?

Weitere Kosteneinsparungen lassen

sich mit Sprinklern der jüngsten

Generation erzielen, die mit

deutlich niedrigerem Druck und

höherer Wasserbeaufschlagung

als ihre Vorgänger betrieben

werden können. Die zahlreichen

Umbauten der Sprinkleranlage

aus dem zuvor erwähnten Beispiel

sind mit der neuesten

Technologie in vielen Fällen

überflüssig. Ist damit nicht doch

der eingangs dieses Artikels erwähnte

Standardsprinkler für

alle Situationen gefunden?

Diese Frage ist mit einem eindeutigen„Nein“zubeantworten.Zwar

haben nachhaltige Forschung

und die daraus resultierende

technische Weiterentwicklung

der Sprinklertechnologie zu einer

gewissen Standardisierung

und zu wesentlichen Kostenreduzierungen

geführt. Es ist

jedoch nach wie vor unabdingbar,

Sprinkleranlagen für jedes

einzelne Gebäude maßgeschneidert

zu entwerfen und aus der

weitgehend standardisierten

Auswahl der Sprinklerköpfe das

am besten geeignete Model

auszusuchen. Moderne Sprinkleranlagen

können für 1 % der

Gesamtbaukosten installiert

werden. Die Folgekosten eines

Brandes durch Gebäudeschaden

und Produktions- und Lieferausfall

liegen um ein Vielfaches

höher.

Frank Drolsbach,

Direktor Operations und

Engineering Manager bei

FM Global, Franfurt

43

2/2009

569 NW

Leben und

leben lassen.

Brandschutzsysteme

für Ablaufstellen und

Rohrdurchführungen

Vorbeugender Brandschutz rettet Leben. Besser

also, man vertraut auf Qualität.

Zum Beispiel auf die geprüften und zugelassenen

Dallmer Brandschutz-Systeme. Die verhindern im

Bereich von Rohrdurchführungen und Ablaufstellen

eine Brandübertragung in andere Stockwerke.

Dallmer Brandschutz-Systeme gibt es für Dachund

Bodenabläufe aus Kunststoff, für DESIKA®-

Gussabläufe und Anschlüsse an SML-Rohre.

Fragen Sie nach den Brandschutz-Systemen

von Dallmer. Umfangreiche Unterlagen mit vielen

Installationsbeispielen gibt’s unter

0800-DALLMER (3255637)

Dallmer GmbH + Co KG

Sanitärtechnik

Wiebelsheidestrasse 25

59757 Arnsberg

Telefon +49 29 32 96 16 0

Telefax +49 29 32 96 16 222

www.dallmer.de

info@dallmer.de

Feuerwiderstandsklasse

R30 R120

Ein Quellstoff verschließt

im Brandfall

schnell und sicher die

Deckenöffnung

Damit’s gut abläuft!


PRODUKTE

TÜRSCHLIESSERSYSTEM MIT RAUCHERKENNUNG ÖFFNUNG MIT 24 V

Das „TS 5000 R-ISM“ TürschließersystemmitintegrierterRauchschalterzentrale

ist für die Montage

an Feuer- und Rauchschutztüren

zugelassen. Im Brandfall spricht

der Rauchschalter an und die

Tür schließt selbsttätig. Eine

Feststellung der Tür ist stufenlos

„Hensotherm 2 KS Aussen“ ist

ein Produkt für den Brandschutz

von Holzkonstruktionen im

Außenbereich. Es wurde bereits

im Jahr 2006 erfolgreich im SBI-

Test nach EN 13823 geprüft und

zwischen 80 und 130° möglich, die Feststellposition

ist hierbei weiter überfahrbar und gewährleistet

im Gefahrenfall die größtmögliche

Öffnung der Türflügel. Die Schließer bewältigen

dabei Türflügelbreiten bis 1400 mm. Durch die

integrierte Schließfolgeregelung ist sichergestellt,

dass beide Türflügel nach dem Begehen

wieder einwandfrei schließen und die Tür ihre

Funktion als Brandabschnittstür von Neuem

erfüllen kann.

Geze GmbH,

71229 Leonberg, Tel.: 07152/203-0,

E-Mail: vertrieb.services.de@geze.com,

www.geze.com

BRANDSCHUTZ FÜR HOLZ IM AUSSENBEREICH

der Euroklasse C-s2, d0 zugeordnet. Für die

anschließendenLangzeitbewitterungsprüfungen

wurden Prüfkörper im Materialprüfamt

Erwitte für die Dauer von zwei Jahren

ausgelagert und danach erneut dem SBI-

Test unterzogen. Die Ergebnisse bestätigten

die Klassifizierung in vollem Umfang.

„Hensotherm 2 KS Aussen“ wird wie eine normale

Farbe mit Pinsel, Rolle oder Spritzgerät

verarbeitet. Mit dem Überzugslack „Hensotop

84“ lassen sich farbige Akzente setzen.

Rudolf Hensel GmbH, 21039 Börnsen,

Tel.: 040/7210621-0,

E-Mail: info@rudolf-hensel.de,

www.rudolf-hensel.de

Seit 1. August 2009 bietet die Essmann GmbH

aus Bad Salzuflen ein 24 V-betriebenes, natürliches

Rauch- und Wärmeabzugssystem

(NRWG LK 24V 160) für Essmann-Lichtkuppeln

„classic“ an.

Der neue 24 V-Öffnerbeschlag kombiniert

den elektrischen Öffnungsmechanismus zur

täglichen Be- und Entlüftung (variabler

Lüftungshub bis 60°) mit dem CE-zertifizierten

Rauch- und Wärmeabzug nach DIN EN

12101-2 ohne zusätzlichen Lüftungsmotor.

Nach der Auslösung kann das NRWG einfach

und schnell elektrisch geschlossen werden,

was einen manuellen Schließvorgang nicht

mehr notwendig macht.

Im Gegensatz zu den pneumatischen RWA-

Systemen entfällt bei der jährlichen Wartung

der Austausch von CO 2 -Flaschen. Dies reduziert

spürbar die Wartungskosten. Das

NRWG 24V öffnet Lichtkuppeln bis zu einer

Nenngröße von 150/250 innerhalb von 60

Sekunden bis auf 160°.

Essmann GmbH,

32107 Bad Salzuflen,

Tel.: 05222/791-0,

E-Mail: info@essmann.de,

www.essmann.de


ZARGENHINTERFÜLLUNG MIT BRANDSCHUTZSCHAUM

Beim Einbau von Brandschutztüren aus

Stahlblech steht ein neues Montagesystem zur

Verfügung, bei dem zur Zargenhinterfüllung

ein Brandschutzschaum eingesetzt wird.

Die Vorteile des Systems liegen nicht nur

im Zeitgewinn und der unkomplizierten

Verarbeitung – im Gegensatz zum Vermörteln

kann auch auf den Einsatz speziell ausgebildeter

Fachkräfte und die für die Vergießarbeiten

notwendige Ausrüstung verzichtet werden.

Das System ist nach Kriterien der EN 1634-1

geprüft und nach DIN 4102 bauaufsichtlich

zugelassen. Diese Systemzulassung umfasst

neben dem Brandschutzschaum eine Eckzarge

in Kombination mit einer ein- oder zweiflügeligen

T30-Tür von Novoferm Riexinger.

STAHL-BRANDSCHUTZTÜR IN T60

Mit der „H6“ hat

Hörmann eine Stahl-

Brandschutztür im

Programm, die die

Anforderungen der

BrandschutzklasseT60

nach DIN 4102 erfüllt.

Hoch feuerhemmende

Bauelemente sind

in allen Landesbauordnungen vorgesehen.

Die gebäudespezifischen Verordnungen in

einigen Ländern schreiben T60-Türen vor,

wie z.B. das Land Brandenburg zur Fluchtwegabsicherung

in Tiefgaragen mit weni-

BRAND- UND FINGERSCHUTZ

Gemäß DIN 18 650

müssen Scherstellen

an den Nebenschließkantenabgesichert

sein, um

einen Fingereingriff

im Bandbereich der

Türe zu verhindern.

Die Variante „MBB

System 2000 FST“ bietet durch eine besondere

Rahmengeometrie (axial gelagert,

keine sichtbaren Bänder) diesen geforderten

Fingerschutz. Sie ist zugelassen für T0-,

T30(RS)- und RS-Türen. Aktuell kam sie

PRODUKTE

Novoferm Riexinger Türenwerke GmbH,

74336 Brackenheim, Tel.: 07135/89-103,

E-Mail: email@riexinger.com,

www.riexinger.com

ger als 250 Stellplätzen. Jetzt kann eine

derartigen Anforderungen entsprechende

Brandschutztür eingesetzt werden. Die

„H6“ ist sowohl als Dünnfalz- und Dickfalz-

Ausführung, als einflüglige und zweiflüglige

Variante sowie als Feuerschutzklappe erhältlich.

Zusätzlich ist die Multifunktionstür

mit Rauch- und Schallschutz sowie einer

Einbruchhemmung lieferbar.

Hörmann KG, 33803 Steinhagen,

Tel.: 05204/9150,

E-Mail: info@hoermann.de,

www.hoermann.de

bei der Sanierung des Luisengymnasiums

München zum Einsatz: Die Türkonstruktion

mit Rundprofil fügt sich unmerklich und

ohne durchlaufende Pfosten in das Umfeld

ein. Das System schützt ohne zusätzlich

auftragende Komponenten nicht nur vor dem

Einquetschen der Finger, sondern gleichzeitig

sehr wartungsarm auch vor Feuer und

Rauch.

MBB Systeme GmbH,

47877 Willich, Tel.: 02154/8104-0,

E-Mail: info@mbb-systeme.de,

www.mbb-systeme.de

45

2/2009

Curaflam ® Rollit IS0

Das flexible Brandschutzband

für isolierte Rohre

DOYMA GmbH & Co

Durchführungssysteme

Industriestr. 43-57

D-28876 Oyten

Fon: 04207 9166-300

Fax: 04207 9166-199

www.doyma.de

info@doyma.de

Führend durch Wand und Decke


REVEN ® Luftreiniger · Tel.: +49 (0) 7042 - 373 - 0

46

2/2009

PRODUKTE

JETZT AUCH FÜR SPRINKLERANLAGEN

In den Nennweiten 12 bis

108 mm wird das „Prestabo“-

System mit außen verzinkten

Rohren und Pressverbindern immer

dann eingesetzt, wenn außerhalb

von Trinkwasseranlagen

wirtschaftliche Installationen

LEISE UND ENERGIESPAREND

Colt hat

sich mit den

neuen energiewirtschaftlichenAnforderungen

des

Gesetzgebers an

Lüftungsanlagen

beschäftigt und mit dem „ACE“-

Brandlüfter eine Antwort auf die

gestiegenen Forderungen nach

energieeffizienten Systemen

entwickelt. Wie alle natürlichen

Lüftungssysteme nutzt

auch der „ACE“ die thermische

Belastung innerhalb eines Ge-

gefragt sind. Ein weiterer Einsatzbereich eröffnet

sich für das „Prestabo“-System durch

die neuen sendzimier-verzinkten Rohre. In

den Dimensionen 22 bis 108 mm eignen sie

sich besonders für die Installation ortsfester

Feuerlöschanlagen: Die rund 20 μ starke

Feuerverzinkung innen und außen garantiert

besonders guten Korrosionsschutz – eine

zentrale Anforderung bei Sprinkleranlagen.

Viega GmbH & Co. KG,

57428 Attendorn,

Tel.: 0180/3616062,

E-Mail: service-technik@viega.de,

www.viega.de

bäudes in Abhängigkeit von Druck- oder

Temperaturdifferenz sowohl zur natürlichen

Lüftung als auch zur Brandlüftung.

Der „ACE“ weist nach Herstellerangaben hervorragende

U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient)

auf, d.h., drohende Energieverluste

im Lüftungssystem durch Wärme- und

Luftleckage wurden maßgeblich reduziert.

Damit einher geht eine stark verbesserte

Schalldämmung.

Colt International GmbH,

47533 Kleve,

Tel.: 02821/9900,

E-Mail: colt-info@de.coltgroup.com,

www.colt-info.de

Huch!

Die Küche brennt.

Wer haftet?

Gehen Sie auf Nummer sicher:

www.reven.de/kuechenbrand

ROHRE SICHER ABSCHOTTEN

Mit der Brandschutzbandage „CP 646“ lassen

sich Stahl-, Edelstahl-, Guss- oder Kupferrohre

werkzeuglos abschotten. Bei Rohren

mit synthetischer Kautschuk-Isolierung bis zu

einem Durchmesser von 54 mm genügt eine

Umwicklung. Darüber hinaus können auch

Rohrdurchführungen für Klimasplitgeräte

abgeschottet werden.

Will man brennbare Rohre aus Kunststoff abschotten,

ist das elastische Brandschutzband

„CP 648“ eine Lösung. Das ungeschnittene

Rollband „CP 648-E“ (Endless) kann an

Rohrdurchmessern von 32 bis 160 mm montiert

werden und braucht durch die dünne

Streifenstärke nur wenig Platz. In der

Variante „CP 648-S“ ist das Brandschutzband

bereits einbaufertig vorgeschnitten und

durch ein integriertes Verschlussklebeband

leicht zu befestigen.

Hilti Deutschland GmbH,

86916 Kaufering, Tel.: 0800/8885522,

E-Mail: de.kundenservice@hilti.com,

www.hilti.de

BRANDSCHUTZ · RAUCHSCHUTZ · TÜRTECHNIK

www.mbb-systeme.de

Fingerschutztür im Objekt


IM BRANDFALL TRANSPARENTES GLAS

„Pyroclear“ ist ein monolithisches,

mechanisch und thermisch hochbelastbares

Glas, das im Brandfall

transparent bleibt und eine raumabschließende

Wirkung bietet. 30 Minuten

Schutz vor Feuer und Rauch qualifiziert

das neue Brandschutzglas für

Anwendungen, bei denen im Rahmen

des Brandschutzkonzepts eine G30-

Verglasung gefordert ist.

Das Glas erfüllt seine Brandschutzleistung

bei praxisgerechten Glaseinständen zwischen 10 und

15 mm. „Pyroclear“ kann in Verbindung mit bauaufsichtlich

zugelassenen Systemkonstruktionen führender Hersteller im

Innenausbau und in der Fassade eingesetzt werden.

Pilkington Deutschland AG,

45884 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/1680,

E-Mail: info@pilkington.de, www.pilkington.de

LIFTSCHACHT-ENTRAUCHUNG

PRODUKTE

Zusammen mit Hekatron entwickelte

STG-Beikirch eine Alternative zu bisher

üblichen Ansaugsystemen: „LiSE“.

Das System arbeitet mit punktförmigen

Rauchmeldern und einer geschlossenen

Rauchabzugsöffnung, die durch automatische

Melder oder manuelle Auslösung

geöffnet wird. So wird die Öffnung nur

im Bedarfsfall, entweder zur Lüftung

oder zum Rauchabzug, betätigt. Auf

diese Weise vermeidet man Energie- und

Wärmeverluste und erfüllt die Vorgaben

der EnEV. Die Schachtentrauchung geschieht durch eine

Lichtkuppel oder ein Lamellenfenster, deren Öffnungsvorgang

durch geeignete Antriebe sichergestellt wird.

STG-Beikirch GmbH & Co. KG,

32657 Lemgo, Tel.: 05261/96580,

E-Mail: info@stg-beikirch.de, www.sgt-beikirch.de


48

2/2009

PRODUKTE

ELEKTROLEITUNGEN IM AUSSENBEREICH

Mit der „Pyroment KVB 2000

Typ W“ lassen sich elektrische

Leitungen im Außenbereich

sicher schützen. Die schwarze

Kabelvollbandage eignet sich für

Die „Conlit-Muffenrohrschale“

wirkt schallentkoppelnd und

wärmedämmend und ermöglicht

die brandsichere Deckendurchführung

von Gussabwasserleitungen

in R30- bis R90-Qualität.

den Einsatz bei allen Kabeltypen und -anlagen.

Unter Hitzeeinwirkung schäumt die

Kabelvollbandage auf. Im Brandfall wird der

Ausfall elektrischer Leitungen verzögert und

die Brandausbreitung über die Kabeltrassen

verhindert. Die 1,2 bis 1,6 mm dünne Bandage

lässt sich flexibel um die Leitungen legen.

Zusätzliche Unterstützungen sind nicht

notwendig, da sich das Flächengewicht auf

lediglich 1200 bis 1600 g/m 2 beläuft.

G+H Isolierung GmbH,

67059 Ludwigshafen, Tel.: 0621/502-0,

E-Mail: info@guh-gruppe.de,

www.guh-gruppe.de

BRANDSCHUTZSCHALE ERLEICHTERT MONTAGE

MOBS, die mobile Brandmeldeanlage

überwacht vorübergehend

die betroffenen Bereiche

- bis die Mängel behoben sind.

Die mit einer farbig gekennzeichneten, gitternetzverstärkten

Aluminium-Sandwich-Folie

kaschierte Schale ist einseitig aufgeschlitzt

und auf der Innenwandung eingesägt, so

dass sie leicht auf der Rohrleitung montiert

werden kann. Um eine zuverlässige

Abschottung von Rohren im Brandfall zu

gewährleisten, mussten zu montierende

Brandschutzelemente in diesen Bereichen

bislang einzeln angepasst werden – ein Zeitund

Arbeitsaufwand, der mit der „Conlit-

Muffenrohrschale“ vermieden wird.

Deutsche Rockwool,

45966 Gladbeck, Tel.: 02043/408329,

E-mail: info@rockwool.de, www.rockwool.de

Mängel im Brandschutz!

Ihre Vorteile durch MOBS:

Einfacher und schneller Aufbau

Preiswerte Sicherheit

Kauf oder Miete möglich

18 Jahre Erfahrung

mit mobilen Brandmelde-

Bra

anlagen auf Baustellen

Erfahren Sie mehr unter Tel. 07054 9323-0

info@cmheim.de

C.M. Heim GmbH · 72218 Wildberg · www.cmheim.de

MOBS

kompensiert

SICHERE FÖRDERANLAGEN

Durchdringen FörderanlagenGebäudeabschlüsse,

die

aufgrund der brandschutztechnischen

Konzeption aus feuerwiderstandsfähigen

und rauchdichten

Wänden und Decken

bestehen, müssen die

Öffnungen im Brandoder

Störfall durch Förderanlagenabschlüsse

geschlossen werden. Bei den Jansen-Förderanlagenabschlüssen

wurde eine offene

Ganzstahlbauweise für die Rahmenkonstruktion

gewählt. Daraus ergeben sich folgende

Einsatzvorteile: eigenstabile Stahlkonstruktion,

permanente Funktionskontrolle

der Bauteile, schneller Austausch von Verschleißteilen,

geringe Wartungskosten.

Die Abmessungen der Abschlüsse für den

Wandeinbau betragen 200 x 200 mm bis

3500 x 3500 mm, für den Deckeneinbau

200 x 200 mm bis 1200 x 1200 mm. Weitere

Größen sind mit einer Zustimmung im Einzelfall

realisierbar.

Alle Förderanlagenabschlüsse sind mit einer

zugelassenen Feststellvorrichtung und

Endschaltern für die Sicherheitsverriegelung

mit der Förderanlage versehen. Alle Steuerungskomponenten

bestehen aus Modulen,

die direkt vor Ort montiert werden.

Jansen Brandschutz-Tore GmbH & Co. KG,

26903 Surwold,

Tel.: 04965/89880,

E-Mail: info@jansentore.com,

www.jansentore.com


IM MODERNEN GEHÄUSE

PRODUKTE

Die neue Generation der „RT“-Rauchabzugstaster

(„RT-45“) präsentiert

sich in einem optisch ansprechenden,

robusten und feuerfesten

Aluminiumdruckgussgehäuse

und wahlweise mit integrierbarem

Lüftungstaster. Durch

RWA-Auslösung und Lüftungsfunktion

in einem Produkt sind

keine separaten Lüftungstaster notwendig.

Bei der Montage und Tasterinstallation

entfällt damit das zusätzliche Verlegen von separaten

Leitungen bzw. Installieren zusätzlicher Lüftungstaster.

Die Kosten werden dadurch reduziert.

Der neue „RT“-Taster ist entsprechend der VdS-Norm

2592 entwickelt und erfüllt damit bereits jetzt die

Anforderungen der neuen pr EN 12101-9.

D+H Mechatronic AG,

22949 Ammersbeck, Tel.: 040/605650,

E-Mail: info@dh-partner.com,

www.dh-partner.com

EVAKUIERUNGSSYSTEM

Mit Version 3.3 der

Software für das digitaleBeschallungsundEvakuierungssystem

„Praesideo“

von Bosch ist nun

die vollständige Einhaltung

nach EN 54-

16 und ISO 7240-16 gewährleistet.

Zu den Funktionserweiterungen zählen Zonenstatusanzeigen,

die einen Fehler melden, wenn eine bestimmte

Zone aufgrund einer Störung nicht angesprochen werden

kann. Des Weiteren sind Notrufbeschallung, Ausgänge

für Brandmeldeanlagen und gelenkte Evakuierung neue

Funktionalitäten. Darüber hinaus wurde die elektromagnetische

Verträglichkeit (EMV) des Systems verbessert

und entspricht jetzt EN 50130-4 für Alarmanlagen. Das

System ist TÜV zertifiziert nach EN 54-16 und ISO 7240-

16. Bereits früher zertifizierte der TÜV „Praesideo“-

Geräte, Software und Fertigung nach EN 60849 und IEC

60849.

Bosch Sicherheitssysteme GmbH,

70049 Stuttgart, Tel.: 0800/7000-444,

E-Mail: info.service@de.bosch.com,

www.boschsecurity.de

49

2/2009

Kranhaus im Rheinauhafen, Köln

Höchste Qualität für

höchste Ansprüche:

Hörmann Brandschutz.

Die flächenbündigen

STS-Stahltüren

Hörmann bietet Ihnen Europas größtes

Brandschutz-Programm. Den kompletten

Feuer- und Rauchschutz, aus Stahl und

Alu, T30/60/90, im durchgängigen

Design mit ansichtsgleichen Türen.

Ideal für architektonisch hochwertige

Lösungen: die flächenbündigen, stumpf

einschlagenden STS-Stahltüren.

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Tel. 0 18 05 – 750 100 * • Fax 0 18 05 – 750 101 *

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Wir haben etwas gegen Rauch.

Unser gemeinsames Ziel ist die Verbesserung des vorbeugenden Brandschutzes.

Mit intelligenten Lösungen für anspruchsvolle Aufgaben.

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Leben rettet und Sachwerte schützt.

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