Motocross Enduro Ausgabe 09/2017

mce71

Technik und Rennaction
Auch in dieser Ausgabe möchten wir euch in puncto Modellpflege 2018 auf dem Laufenden halten. Marko Barthel reiste nach Bitche/Frankreich, um dort bei der Präsentation der neuen Suzuki RM-Z 450 dabei zu sein. Natürlich nutzte er dort sogleich die Gelegenheit, ein paar Runden auf dem „generalüberholten“ Bike zu drehen. Mehr dazu ab Seite 18.
Alexander Stephan testete für euch die SWM RS 300 R und betitelte seinen Bericht spontan mit „The Revenant“ (der Rückkehrer), weil ihn das Bike stark an Husqvarnas 2010er TE 310 erinnert. Lest ab Seite 26, ob ihr zu dem gleichen Schluss gelangt...

SÜDWESTCUP Walldorf

Heiße Phase

Mit Walldorf geht der Südwestcup in die heiße Phase. Nach der Absage von Moseltal

verbleiben nach Walldorf nur noch zwei Rennen, um die Meister zu ermitteln.

Heiß war es auch am gesamten Wochenende mit Temperaturen über 30 Grad.

Dank der gut funktionierenden Bewässerungsanlage und dem sandigen Untergrund

war Staub aber kein Thema. Am Samstag starteten die Kinder- und Jugendklassen,

die MX2 und die Senioren, am Sonntag die Cup und Prestige.

50 ccm: Lag Paul Müller im Zeittraining noch zwei Sekunden vor Jeremias Ramus,

so sah es in den Rennen anders aus. Im ersten Lauf erwischte Ramus den besseren

Start, Müller direkt dahinter. Auf der Startgeraden schien Müller etwas

schneller, im Infield stellte Ramus den Abstand wieder her. Müller war zwar immer

dran, hatte aber keine Chance auf einen Angriff. Weit abgeschlagen konnte Gastfahrer

Leo Diss in der vorletzten Runde noch Aleksandr Griaznov auf Rang 4 verdrängen.

Im zweiten Rennen schien es für Müller besser zu laufen, er holte sich

den Holeshot und lag zwei Runden in Führung. Bei einer Überrundung crashte er

und fiel auf 4 zurück. Am Ende reichte es zwar zu Platz 2, Ramus war aber weg.

Rang 3 ging jetzt an Griaznov, ganz knapp vor Diss. Mit dem Tagessieg rückte Ramus

in der Tabelle nun wieder bis auf 2 Punkte an Müller ran.

65 ccm: Das Trainingsergebnis lautete Lennox Dessloch vor Marlon Dietrich, Leon

Müller und Max-Werner Breuer. Im ersten Lauf rasselten Müller und Breuer gleich

in der Startkurve aneinander, Müller war jedoch wieder flott auf dem Bike und

nach Ablauf der ersten Runde schon wieder auf 3 vorgefahren. Breuer benötigte

deutlich länger und kam als Letzter aus Runde 1. Derweil hatten sich Dessloch und

Dietrich an der Spitze schon abgesetzt. Dessloch setzte sich leicht ab, gegen Mitte

kam Dietrich aber wieder ran und ging in der letzten Runde an Dessloch vorbei.

Müller blieb mit klarem Abstand auf 3, für Breuer reichte es nur noch zu Platz 9.

Auch Lauf 2 war nach gleichem Muster gestrickt: Dessloch immer knapp vor Dietrich,

Müller mit Abstand auf 3. Wieder konnte Dietrich bei einem Überrundungsvorgang

in der vorletzten Runde clever zuschlagen und sich somit beide Laufsiege

holen. Breuer beendete den Lauf diesmal entsprechend seiner Trainingsplatzierung

auf 4.

85 ccm: Marlon Schmidt, Lukas Hofstetter und Fabian Kling, dieses Jahr nicht in

den SWC eingeschrieben und auf seiner Heimstrecke, lagen im Zeittraining innerhalb

fünf Zehntel und versprachen Spannung bei den Läufen. Jamie Heinen belegte

mit drei Sekunden Rückstand den 4. Platz. Dies spiegelte sich auch in den Läufen

wider. Kling, in Lauf 1 mit bestem Start vor Schmidt und Hofstetter, nutzte den

Heimvorteil und konnte sich sogar ein klein wenig von diesen beiden absetzen.

Heinen war nicht so gut weggekommen und belegte Rang 5, war aber schon überrundet.

Lediglich Luca Schmidthäusler auf 4 mit fast einer Runde Abstand blieb

dies erspart. Hofstetter war zwar immer nah dran an Schmidt, hoffte aber vergeblich

auf einen kleinen Fehler oder Ausrutscher. Im zweiten Durchgang das gleiche

Bild, die Karten jedoch neu gemischt. Diesmal setzte sich Hofstetter von Kling und

Schmidt ab, und Schmidt wartete vergeblich auf eine kleine Unachtsamkeit von

Kling. Heinen mit fast einer Runde Rückstand auf 4 vor dem überrundeten Jason

Alles. Der Tagessieg ging mit 1/2 an Kling vor Hofstetter (3/1) und Schmidt (2/3).

Prestige: Natürlich ging die schnellste Trainingsrunde an Mike Luxembourger,

aber Localhero Damon Goldschmidt lag auf 2 gar nicht so weit abgeschlagen vor

Tom Oster und einem weiteren Walldorfer, Nils Hagen. Beim Start zu Lauf 1 kam

Ludwig Säger wie häufig am besten weg, gefolgt von Hagen, Goldschmidt und Luxembourger.

Nach Runde 1 war Hagen an Säger vorbei, nach Runde 4 hatte Luxembourger

sowohl Säger als auch Goldschmidt einkassiert und machte sich auf die

Nils Hagen und Mike Luxembourger

im Zweikampf

Verfolgung von Hagen. Zur Mitte des Laufes war er an Hagen dran und auch bald

vorbei, musste das Spielchen nach einem Crash aber wieder von vorn beginnen.

Am Ende lag er dann doch deutlich vorne, und Hagen, mit nachlassender Kondition,

musste in der letzten Runde auch noch Oster vorbeiziehen lassen. Säger hielt

Platz 4, Goldschmidt fiel nach einem Sturz noch enttäuscht auf 8 zurück. Im zweiten

Lauf war Luxembourger schlecht gestartet, aus der relativ kurzen Startrunde

kamen Hagen, Oster, Andreas Rolinger und Goldschmidt als Führende. Hagen und

Oster setzten sich ab. Luxembourger fuhr am Limit, lag nach Runde 5 auf 3, kam in

Runde 7 an beide ran und überholte beide innerhalb einer halben Runde. Er

pushte weiterhin und der irgendwann unvermeidliche Fehler kam im Infield in einer

spurrilligen Spitzkehre, in der er einfach umkippte. Bis die Maschine wieder

lief, war er wieder auf 3. Beim darauffolgenden Angriff auf Hagen, Oster war zwischenzeitlich

an ihm vorbei, crashte Luxembourger erneut, hatte noch einen weiteren

Steher und brachte am Schluss den 3. Platz vor Goldschmidt nach Hause.

MX2: David Cherkasov fuhr erwartungsgemäß die schnellste Runde im Training,

lag aber nur sechs Zehntel vor dem Walldorfer Lucca Zimmermann. Tim Scholtes

war verletzungsbedingt nicht am Start, ebenso Marco Stumpf. Zimmermann gelang

der Holeshot, aber es gab einen Massencrash in der Startkurve, an dem das

restliche Feld wegen der kurzen Walldorfer Startrunde nach etwa 15 Sekunden

wieder vorbeikam. In einer etwas unübersichtlichen Gelb-Situation gab Cherkasov

auf Höhe der Crashpiloten etwas früher Gas als Zimmermann, zog an ihm vorbei

und holte sich mit klarem Vorsprung den Laufsieg. Dies blieb aber nicht so: Die

Sportkommissare sahen hier eine Missachtung der Flaggensignale und setzten

Cherkasov drei Plätze zurück. Laufsieger damit Zimmermann vor Lukas Kunz und

Gast Pascal Jungmann, der an dem Massencrash beteiligt war und eine famose

Aufholjagd zeigte. Im zweiten Lauf dann der erwartete Start-Ziel-Sieg für Cherkasov

mit klarem Abstand vor Zimmermann und Jungmann, Platz 4 für Kunz.

Cup: Trotz der begrenzten Streckenkapazität in Walldorf war kein Hoffnungslauf

erforderlich, die Klasse war aber bis auf den letzten Platz besetzt. Das Zeittraining

dominierten die üblichen Verdächtigen mit Martin Werz, Jessy Luxembourger und

Alexander Breininger. Diese drei hatten auch den besten Start, jedoch in der Reihenfolge

Breininger, Werz, Luxembourger. Werz machte Druck und schob sich in

Runde 4 an Breininger vorbei. Das war auch die letzte Chance für ihn, da in der darauffolgenden

Runde das Rennen wegen Arzteinsatz auf der Strecke abgebrochen

wurde. Luxembourger belegte Rang 3. Der relativ kurze Lauf wurde nicht wiederholt,

jedoch nur halbe Punktzahl vergeben. Breininger holte sich auch in Lauf

2 den Holeshot, diesmal aber folgten der Sandhausener Timo Lang und dann Luxembourger,

Werz auf 5. Wie zu erwarten, pushte Werz erneut, war auch schon am

führenden Breininger dran, stürzte und fiel auf 4 zurück. Auch Lang hatte sich zwischenzeitlich

verabschiedet und Luxembourger war auf 1 vorgerückt. Er sollte diesen

Lauf aber auch nicht gewinnen, auch er crashte und verlor einige Plätze. Am

Ende reichte es dann doch für Werz und der Zieleinlauf war wie im Lauf zuvor Werz,

Breininger, Luxembourger.

Senioren: Der Tabellenerste Christian Lehner zeigte die schnellste Trainingsrunde.

Zweiter wurde Alex Karg, der aber in der Prestige eingeschrieben ist und daher

keine SWC-Punkte erhielt. Da die Senioren am Samstag dran waren, hatte er so

Zeit, sich am Sonntag seinen Teamfahrern in der Prestige und im Cup zu widmen.

Gast Thomas Weinehl kam als Erster

aus der Startrunde zu Lauf 1, gefolgt

von Karg, Thomas Gros und Lehner.

Lehner marschierte nach vorn und

war ab Runde 5 vorne zu finden. Er

konnte sich etwas von Karg, der an

Weinehl vorbeigezogen war, absetzen,

am Ende kam Karg aber wieder

dicht auf. In der letzten Kurve vor dem

Ziel wurde Lehner von einem Überrundeten

aufgehalten, Karg schlüpfte

durch und holte sich so hauchdünn

den Laufsieg. Für einen kurzen Moment

brannten bei Lehner alle Sicherungen

durch, er warf seine Brille wutentbrannt

ins Gebüsch und wollte den

Überrundeten zur Rede stellen. Er beruhigte

sich zwar schnell wieder und

entschuldigte sich auch bei dem Betroffenen,

da aber die ganze Aktion

direkt vor den Augen der Sportkommissare

ablief, wurde er wegen unsportlichem

Verhalten fünf Plätze

nach hinten versetzt. Im zweiten Lauf

war er etwas cleverer, sparte Kräfte

und ließ Karg und Gast Uwe Filsinger

davonziehen, da diese ja ohnehin

keine Punkte in der SWC-Senioren-

Wertung erhielten.

• Text: Andreas Wack; Foto: Stefan Abel

Walldorf - 8./9.7.2017

Gesamtergebnisse:

50 ccm: 1. Jeremias Ramus; 2. Paul Müller; 3. Aleksandr Griaznov;

4. Leo Diss-Fenard; 5. Marc Castor.

65 ccm: 1. Marlon Dietrich; 2. Lennox Dessloch; 3. Leon Müller;

4. Frederik Metz; 5. Max-Werner Breuer.

85 ccm: 1. Fabian Kling; 2. Lukas Hofstetter; 3. Marlon Schmidt;

4. Jamie Heinen; 5. Luca Schidthäusler.

Prestige: 1. Tom Oster; 2. Mike Luxembourger; 3. Nils Hagen;

4. Björn Frank; 5. Ludwig Säger.

MX2: 1. Lucca Zimmermann; 2. David Cherkasov; 3. Pascal

Jungmann; 4. Lukas Kunz; 4. Yann Spaniol.

Cup: 1. Martin Werz; 2. Alexander Breininger; 3. Jessy Luxembourger;

4. Damien Portha; 5. Patrick Geiger.

Senioren: 1. Alexander Karg; 2. Uwe Filsinger; 3. Armin Schoffit;

4. Christian Lehner; 5. Matthias Lang.

Stand (nach 6 von 8 Veranstaltungen) - 50 ccm: 1. Müller,

235 Punkte; 2. Ramus, 233; 3. Griaznov, 200; 4. Lars Dönig,

146; 5. Castor, 98.

65 ccm: 1. Dietrich, 216 Punkte; 2. Müller, 204; 3. Dessloch,

184; 4. Breuer, 173; 5. Louis Kirchen, 156.

85 ccm: 1. Hofstetter, 279 Punkte; 2. Schmidt, 241; 3. Heinen,

224; 4. Jason Alles, 180; 5. Luca Höltenschmidt, 171.

Prestige: 1. Oster, 242 Punkte; 2. Luxembourger, 214; 3. Lutz

Beste, 162; 4. Andreas Rolinger, 138; 5. Eric Tabouraing, 133.

MX2: 1. Zimmermann, 207 Punkte; 2. Cherkasov, 192; 3. Kunz,

164; 4. Marco Stumpf, 137; 5. Tim Scholtes, 136.

Cup: 1. Werz, 245,5 Punkte; 2. Breininger, 163; 3. Luxembourger,

162; 4. Niklas Pleyer, 158; 5. Vitor Manuel Dos Santos Alves,

157,5.

Senioren: 1. Lehner, 245 Punkte; 2. Thomas Gros, 200; 3. Michael

Trojahn, 198; 4. Christian Lehmann, 161; 5. Manfred Heider,

159.

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September '17

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