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Wirtschaftszeitung_21082017

Branchen &Betriebe: Omas Rezept gab den Anstoß Seite 8/9 Geld &Geschäft: Zertifikate – die Chance auf mehr Seite 17 Wissen &Leben: Touristen unter Tage? Seite 28/29 DIEWIRTSCHAFT Münster |Münsterland Mit Sonderbeilage ABFALLWIRTSCHAFT & FACILITYMANAGEMENT www.agravis.de Aschendorf f Verlag GmbH &Co. KG Soester Straße 13, 48155 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 5/17 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro Wo bleibt die Mobilität? Industrie, Handel und Handwerk machen sich angesichts der aufgeheizten Debatte umDieselmotoren und mögliche Fahrverbote in Innenstädten Sorgen um die Erreichbarkeit und die Fuhrparkkosten. Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe, wegen ihrer Abmahnpraxis und Klagewut selbst massiv in derKritik, wollen nichtlockerlassen. Sie gehennachauch demersten Diesel-Gipfel davon aus, dass sie größere Städte dazu bringen werden, ab dem Herbst Fahrverbote für Fahrzeuge mit Dieselmotor zu erlassen. Nicht nur eine Horrorvorstellung für all jene, die als Privatperson auf die Nutzung ihres Kfz angewiesen sind. Auch Industrie, Handel und Handwerk laufen Sturm gegen solche massiven Einschnitte. Sie machen sich große Sorgen um die Erreichbarkeit und fürchten unter anderem hohe Kosten für den Fuhrpark. ImHandwerk, daraufwies kürzlich Hans Hund als Präsident der Handwerkskammer Münster hin, bestehe der Fuhrpark aktuell zu rund 80 Prozent aus Dieselfahrzeugen. Verschiedene Nutzfahrzeuge hätten sogar fastausschließlich einen solchen Antrieb,darunterauch Spezialfahrzeuge, die kaum Kilometer auf den Tacho bekommen, aber für die Leistungen des Handwerks unbedingt erforderlich sind. „Es ergibt wirtschaftlich und ökologisch keinen Sinn, Dieselfahrzeuge von heute auf morgen zuersetzen“, erklärt Hans Hund, dessen Monteure im familiären Fachbetrieb für Gebäudetechnik mit 35 Fahrzeugen unterwegs sind –natürlich auch in vielen Stadtkernen. „Auf keinen Fall darf eszuFahrverboten kommen. Unsere Handwerksbetriebe sind darauf angewiesen, mit ihren Fahrzeugen die Innenstädtezuerreichen“, betont der Kammerpräsident. ► Fortsetzung Seite 2 Foto: imago OFFEN GESAGT Viel dicke Luft Der Diesel wird gejagt, als hinge vom ihm unsere Luftqualität ab. Eine schon an Faktengrenzen stoßende Debatte über diesen Antriebstyp hat die Republik erfasst –wesentlich ausgelöst von den Tricksereien vieler Fahrzeughersteller, die meinten, sich mit technischen Schummeleien vor strengen Abgastests schützen zu können. Aus dem Gemauschel inklusive krimineller Verbraucher-Irreführung und der Debatte über ungesunde Stadtluft ist eine explosive Mischung entstanden. Am Ende stehen in jedem Fall Milliardenkosten, garantiert ein gewaltiger Imageverlust und womöglich empfindliche Einschränkungen bei der Nutzung vieler Innenstädte mit dem Dieselantrieb. Münster und das Münsterland sind nicht ausgenommen. Viele Unternehmen und zahllose Pendler sind weit über die Grenzen der Region hinaus unterwegs und stoßen dort morgen eventuell schon auf erste Sperrzonen. Diesel müssen sauberer werden, aber sie dürfen nicht vom Markt verschwinden. Denn der Ruf nach E-Mobilität lässt oft einen Punkt außer Acht: Woher kommt eigentlich der Strom? Wirklich sauber ist so ein Antrieb nur, wenn die Versorgung allein mit Ökostrom sichergestellt wird. Zurzeit werden Millionen Tonnen Kohle in Kraftwerken verstromt. Der Kohleanteil an der Stromversorgung liegt noch bei über 47 Prozent. Also auch viel dicke Luft. Oder? wk Finanzierung fällt leicht Analyse des DIHK: Betriebe sind seltener als früher auf Kredite angewiesen. Unternehmen in Deutschland kommen im Moment besonders leicht an Investitionskredite oder andere Finanzierungen. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor, indie Einschätzungen von rund 20 000 Betrieben eingefl ossen sind. 4 198869 003501 2 0 0 3 4 Danach bewerten deutlich mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Unternehmen ihre Finanzierungsbedingungen als gut, während nur noch elf Prozent fehlende oder schwierige Kreditvergaben als Risiko für ihr Geschäft betrachten. Hier mangelte esbesonders häufig an den notwendigen Sicherheiten. Fast nur für Großunternehmen seien Schuldschein- und Unternehmensanleihen eine echte Finanzierungsalternative. Ein knappes Drittel aller Unternehmen sei der Umfrage zufolge überhaupt nicht auf Fremdkapital angewiesen und könne seine Investitionen aus eigener Kraft stemmen. Die größten Probleme bei der Finanzierung haben erwartungsgemäß kleine Unternehmen, heißt es. Sie seien in aller Regel auf Kredite ihrer Hausbanken angewiesen. DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier spricht sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die Intensität der Aufsicht und Regulierung bei den kleineren Instituten nicht zu übertreiben. Die Prüfungen müssten sich an den eingegangenen Risiken orientieren. Die Finanzmarktregulierung sollte nach Einschätzung des DIHK so ausgestaltet sein, dass das bewährte Modell auch dann leistungsfähig sei, wenn sich die Konjunktur abschwächen sollte. Das „insgesamt eher entspannte Finanzierungsumfeld zeigt, dass höhere Zinsen der EZB möglich sind, zumal auch Preise und Löhne wieder steigen“, erläuterte Treier. Die insgesamt relativ positiv eingeschätzten Finanzierungsbedingungen seien aber auch Ausdruck einer noch immer nicht richtig in Schwung gekommenen Investitionstätigkeit, gab der Expertezubedenken. Zudem seien viele Betriebe dank ihrer gestiegenen Selbstfinanzierungskraft nicht mehr in dem Maße auf Kredite angewiesen wie früher. dpa/pd Mitten im Grünen DAS TAGUNGSHOTEL IM MÜNSTERLAND Das ***-Sterne- Hotel-Restaurant Münnich Heeremansweg 13 ·48167 Münster Telefon (02 51) 61 87-0 Telefax (02 51) 61 87-199 E-Mail: info@hotelmuennich.de www.hotelmuennich.de