Wirtschaftszeitung_21082017

livingbox

Branchen &Betriebe: Omas

Rezept gab den Anstoß

Seite 8/9

Geld &Geschäft: Zertifikate –

die Chance auf mehr Seite 17

Wissen &Leben: Touristen

unter Tage? Seite 28/29

DIEWIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

Mit Sonderbeilage

ABFALLWIRTSCHAFT &

FACILITYMANAGEMENT

www.agravis.de

Aschendorf

f Verlag GmbH &Co. KG

Soester Straße 13, 48155 Münster

ZKZ 88690 PVST

Ausgabe 5/17

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Preis: 3,50 Euro

Wo bleibt die Mobilität?

Industrie, Handel und Handwerk machen sich angesichts der aufgeheizten Debatte umDieselmotoren

und mögliche Fahrverbote in Innenstädten Sorgen um die Erreichbarkeit und die Fuhrparkkosten.

Organisationen wie die Deutsche

Umwelthilfe, wegen ihrer Abmahnpraxis

und Klagewut selbst massiv in

derKritik, wollen nichtlockerlassen.

Sie gehennachauch demersten Diesel-Gipfel

davon aus, dass sie größere

Städte dazu bringen werden, ab

dem Herbst Fahrverbote für Fahrzeuge

mit Dieselmotor zu erlassen.

Nicht nur eine Horrorvorstellung für

all jene, die als Privatperson auf die

Nutzung ihres Kfz angewiesen sind.

Auch Industrie, Handel und Handwerk

laufen Sturm gegen solche

massiven Einschnitte. Sie machen

sich große Sorgen um die Erreichbarkeit

und fürchten unter anderem

hohe Kosten für den Fuhrpark.

ImHandwerk, daraufwies kürzlich

Hans Hund als Präsident der

Handwerkskammer Münster hin,

bestehe der Fuhrpark aktuell zu

rund 80 Prozent aus Dieselfahrzeugen.

Verschiedene Nutzfahrzeuge

hätten sogar fastausschließlich einen solchen

Antrieb,darunterauch Spezialfahrzeuge,

die kaum Kilometer auf den Tacho

bekommen, aber für die Leistungen des

Handwerks unbedingt erforderlich sind.

„Es ergibt wirtschaftlich und ökologisch

keinen Sinn, Dieselfahrzeuge von heute

auf morgen zuersetzen“, erklärt Hans

Hund, dessen Monteure im familiären

Fachbetrieb für Gebäudetechnik mit 35

Fahrzeugen unterwegs sind –natürlich

auch in vielen Stadtkernen. „Auf keinen

Fall darf eszuFahrverboten kommen.

Unsere Handwerksbetriebe sind darauf

angewiesen, mit ihren Fahrzeugen die Innenstädtezuerreichen“,

betont der Kammerpräsident.

► Fortsetzung Seite 2

Foto: imago

OFFEN GESAGT

Viel dicke Luft

Der Diesel wird gejagt, als

hinge vom ihm unsere

Luftqualität ab. Eine schon an

Faktengrenzen stoßende Debatte

über diesen Antriebstyp hat

die Republik erfasst –wesentlich

ausgelöst von den Tricksereien

vieler Fahrzeughersteller,

die meinten, sich mit technischen

Schummeleien vor strengen

Abgastests schützen zu

können. Aus dem Gemauschel

inklusive krimineller Verbraucher-Irreführung

und der Debatte

über ungesunde Stadtluft

ist eine explosive Mischung

entstanden. Am Ende stehen in

jedem Fall Milliardenkosten,

garantiert ein gewaltiger

Imageverlust und womöglich

empfindliche Einschränkungen

bei der Nutzung vieler Innenstädte

mit dem Dieselantrieb.

Münster und das Münsterland

sind nicht ausgenommen. Viele

Unternehmen und zahllose

Pendler sind weit über die

Grenzen der Region hinaus

unterwegs und stoßen dort

morgen eventuell schon auf

erste Sperrzonen.

Diesel müssen sauberer werden,

aber sie dürfen nicht vom

Markt verschwinden. Denn der

Ruf nach E-Mobilität lässt oft

einen Punkt außer Acht: Woher

kommt eigentlich der

Strom? Wirklich sauber ist so

ein Antrieb nur, wenn die Versorgung

allein mit Ökostrom

sichergestellt wird. Zurzeit

werden Millionen Tonnen Kohle

in Kraftwerken verstromt.

Der Kohleanteil an der Stromversorgung

liegt noch bei über

47 Prozent. Also auch viel dicke

Luft. Oder?

wk

Finanzierung fällt leicht

Analyse des DIHK: Betriebe sind seltener als früher auf Kredite angewiesen.

Unternehmen in Deutschland

kommen im Moment besonders

leicht an Investitionskredite oder

andere Finanzierungen. Das geht

aus einer Analyse des Deutschen

Industrie- und Handelskammertags

(DIHK) hervor, indie Einschätzungen

von rund 20 000 Betrieben

eingefl

ossen sind.

4 198869 003501

2 0 0 3 4

Danach bewerten deutlich

mehr als die Hälfte

(59 Prozent) der Unternehmen

ihre Finanzierungsbedingungen

als

gut, während nur noch elf Prozent

fehlende oder schwierige Kreditvergaben

als Risiko für ihr Geschäft betrachten.

Hier mangelte esbesonders

häufig an den notwendigen Sicherheiten.

Fast nur für Großunternehmen seien

Schuldschein- und Unternehmensanleihen

eine echte Finanzierungsalternative.

Ein knappes Drittel aller

Unternehmen sei der Umfrage zufolge

überhaupt nicht auf Fremdkapital

angewiesen und könne seine Investitionen

aus eigener Kraft stemmen.

Die größten Probleme bei der Finanzierung

haben erwartungsgemäß

kleine Unternehmen, heißt es. Sie seien

in aller Regel auf Kredite ihrer

Hausbanken angewiesen. DIHK-Chefvolkswirt

Volker Treier spricht sich in

diesem Zusammenhang dafür aus,

die Intensität der Aufsicht und Regulierung

bei den kleineren Instituten

nicht zu übertreiben. Die Prüfungen

müssten sich an den eingegangenen

Risiken orientieren.

Die Finanzmarktregulierung sollte

nach Einschätzung des DIHK so ausgestaltet

sein, dass das bewährte Modell

auch dann leistungsfähig sei,

wenn sich die Konjunktur abschwächen

sollte. Das „insgesamt eher entspannte

Finanzierungsumfeld zeigt,

dass höhere Zinsen der EZB möglich

sind, zumal auch Preise und Löhne

wieder steigen“, erläuterte Treier.

Die insgesamt relativ positiv eingeschätzten

Finanzierungsbedingungen

seien aber auch Ausdruck einer noch

immer nicht richtig in Schwung gekommenen

Investitionstätigkeit, gab

der Expertezubedenken. Zudem seien

viele Betriebe dank ihrer gestiegenen

Selbstfinanzierungskraft nicht

mehr in dem Maße auf Kredite angewiesen

wie früher. dpa/pd

Mitten im Grünen

DAS TAGUNGSHOTEL

IM MÜNSTERLAND

Das ***-Sterne-

Hotel-Restaurant Münnich

Heeremansweg 13 ·48167 Münster

Telefon (02 51) 61 87-0

Telefax (02 51) 61 87-199

E-Mail: info@hotelmuennich.de

www.hotelmuennich.de


2 MACHER &MÄRKTE

„Wir haft

en nicht für

die Versäumnisse“

Unternehmer fordern in einem Positionspapier Gegenmaßnahmen

Handwerker sind wegen der Dieseldebatte alarmiert, denn sie

müssen Baustellen inder Stadt erreichen können.

Bisher konnten Kommunen selbst darüber entscheiden, zu welchen

Zwecken sie bestimmte Fahrzeuge im Zentrum zulassen. Foto: dpa

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG, Geschäftsbereich:

Media &Sales, Soester Str. 13,

48155 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantw.)

Anzeigen

Anzeigenleitung: Herbert Eick,

E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann,

Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-804801

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1.

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215; Auflage:

17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Handwerkskammerpräsident

Hans Hund sieht in

der optimierten Motorsteuerung

und Nachrüstung

einen Beitrag zum

Verringern der Stickoxid-Emissionen:

„Bereits die Maßnahmen der laufenden

Rückrufaktionen der Automobilhersteller

dürften die Werte anden Messstationen

verbessern.“ Bei weitergehenden

Nachrüstaktionen vonFahrzeugen müssten

diese für Handwerksbetriebe kostenneutral

sein. „Wir haften nicht für Versäumnisse

der Automobilindustrie und

der Politik“, stellte Hund klar.

Die Hersteller seien in einem weiteren

Punkt in der Pfl

icht:„Im Nutzfahrzeugbereich

stehen bislang kaum Elektrofahrzeuge

zur Verfügung. Wir brauchen praxistaugliche

Modelle, die den Anforderungen

unserer Betriebe gerecht werden.“

Deren Entwicklung müsse stärker

vorangetrieben werden. Zugleich spricht

Hans Hund sich dafür aus, Betrieben den

Umstieg auf Elektrofahrzeugedurch verbesserte

Förderbedingungenzuerleichtern.

„Wir

„Die Kosten dürfen inkeinem

Fall den Millionen Fahrzeughaltern

aufgebürdet werden.“ einen stärke-

brauchen jetzt

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski

ren Schub für

die Elektromobilität,

weil

sie viele Vorteile

bringt. Ich halte aber nichts davon,

andere bewährte Antriebstechniken wie

den Diesel gleich abzuschaffen.“

Vor solchem Aktionismus warnen auch

Experten aus anderen Kammern: „In

Städten wie Köln könnte die Feuerwehr

nicht mehr ausrücken und der Müll würde

nicht mehr abgeholt.“

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs,

Anreize zum Kauf schadstoffarmer

Fahrzeuge und eine Optimierung

des Verkehrsfl

usses gehören aus

In Stuttgart kennt man das Thema Feinstaub-Alarm schon länger. Gemessen wird am

Bereich „Am Neckarto“, wo der Luftaustausch besonders schwach ist. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Sicht der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen zu den geeigneten

Maßnahmen, um zukünftig erhöhte

Stickstoffdioxid-Konzentrationen in Innenstädten

zu verhindern. Auf Fahrverbote

für Dieselfahrzeuge hingegen sollte

allerdings „soweit irgend möglich“ verzichtet

werden, heißt es in einem Positionspapier,

das die IHK-Vollversammlung

Anfang Juli in Münster verabschiedet

hat.

Nachdrücklich empfehlen darin die hiesigen

Unternehmerinnen und Unternehmer

der Fahrzeugindustrie, Diesel-Neufahrzeuge

„konsequenter als bisher mit

hocheffizienter AdBlue-Technologie auszustatten

und verstärkt an der Marktfähigkeit

alternativer Antriebe zu arbeiten“.

Für die Besitzer von Dieselfahrzeugen,

dieheutenoch nicht mit der aktuellen

AdBlue-Technologie ausgerüstet

sind, sollten nach IHK-Meinung finanzielle

Anreize zum Einbau entsprechender

Nachrüstsätze geschaffen werden.

Die IHK rechnetfür den Fall vonFahrverboten

mit starken Einschränkungen der

Mobilität von Mitarbeitern, Kunden und

Unternehmern. Lokale oder regionale

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, die

nicht die Euro-6-Norm erfüllen, würden

im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region

Besitzer von insgesamt rund

390 000 Pkw (85 Prozent aller Diesel-

Pkw) und rund 70 000 Nutzfahrzeugen

(93 Prozent aller zugelassenenNutzfahrzeuge)

treffen. „Pauschale oder streckenbezogene

Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge

haben erhebliche gesamtwirtschaftliche

Auswirkungen“, resümierte

IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer.

„Angesichts der oft geringen jährlichen

Laufl

eistung der im Stadtverkehr eingesetzten

Fahrzeuge sind kurzfristige Flottenerneuerungen

insbesondere für kleine

und mittelständische Betriebe wirtschaftlich

nur schwer verkraftbar“, heißt

es in dem IHK-Positionspapier. Auch

wenn die Gerichtsentscheidungen Fahrverbotegrundsätzlich

ermöglichten, sollten

sie daher von den Städten nur als

„letztes Mittel“ in Betracht gezogen werden,

fordert die Vollversammlung. Fahrverbote

und die hiermit erzielbare Minderung

der Stickoxidbelastung müssten

in einem angemessenen Verhältnis zu

den hiermit verbundenen Auswirkungen

für die jeweiligen Unternehmen stehen.

Soweit Fahrverboteunumgänglich seien,

müssten Ausnahmetatbestände für die

Ver- und Entsorgung definiert sowie ausreichende

Übergangsfristen für betroffene

Unternehmen eingeräumt werden.

In dem Positionspapier sind weitereMaßnahmen

aufgezählt, mit denen die

Schadstoffemissionen nachhaltig gesenkt

werden könnten, ohne die Mobilität

der Unternehmen, Beschäftigten und

Kunden durch Fahrverbotegrundsätzlich

einzuschränken. Dazu gehören auch eine

engere Taktung der erfolgreichen regionalen

Schnellbus-Linien sowie eine attraktive

Infrastruktur für Berufspendler,

um ihnen den Umstieg vom Pkw auf das

Rad oder E-Bike zuerleichtern.

Insgesamt beklagt wird die allgemeine

Verunsicherung, die bei diesem Thema

seit Monaten herrsche. Das Handwerk in

der von dem jüngsten Gerichtsentscheid

betroffenen Region Stuttgart sprach von

einer „unsäglichen Hängepartie“, denn

auch nach dem Urteil sei völlig unklar,

welche Fahrzeuge genau nach am 1. Januar

2018 noch in die baden-württembergische

Landeshauptstadt fahren können.

Vertreter des Kfz-Handwerks bewahren

nach außen derzeit noch Ruhe. Der Präsident

des Deutschen Kraftfahrzeugs-Gewerbe,

Jürgen Karpinski, warnte davor,

dieUmrüstungskosten auf die Autofahrer

abzuwälzen. „Die Kosten dürfen inkeinem

Fall den Millionen Fahrzeughaltern

aufgebürdet werden. Denn die haben im

besten Glauben ein modernes, verbrauchsarmes

Fahrzeug gekauft“ so Karpinski.

Der ZDK-Präsident hält den Einbau

von zusätzlichen Katalysatoren, wie

SCR-Anlagen, für notwendig um die vorgeschriebenen

Grenzwerte auch auf der

Straße einzuhalten: „Mit Software-Updates

alleine geht das sicherlich nicht.“

In einem Interview mit der Deutschen

Handwerkszeitung erklärteder ZDK-Präsident

unter anderem: „In jedem Fall ist

der Diesel eine echteOption. Es gibt nicht

die allein seligmachendeAntriebslösung.

Wirmüssen verschiedene Strategien fahren.

Wir brauchen Verbrennungsmotoren

mit möglichst wenig Abgasen, Elektromotoren

für die Innenstädte, wir brauchen

Hybrid für längere Strecken. Auch

Wasserstoff ist eine Option.“ wk

Unser guter Name und unser Konzept –für Ihren

Erfolg, denn Zeitarbeit ist Vertrauenssache.

Verfürth Zeitarbeit hat durch jahrzehntelange Erfahrung

bei Kunden und Mitarbeitern Vertrauen

geschaffen. Wir setzen auf unsere Mitarbeiter,

deren Qualifikation, Motivation und deren Fähigkeiten

im Interesse unserer Kunden.

Als Familienunternehmen mit langjährigen Angestellten

stehen wir für den persönlichen Kontakt

und garantieren effiziente und zuverlässige Personaldienstleistungen.

Verfürth Zeitarbeit GmbH &Co. KG

Hafenweg 13

48155 Münster

T: +49 251 68 66 15-0

F: +49 251 68 66 15-20

www.verfuerth-zeitarbeit.de

hallo@verfuerth-zeitarbeit.de

Die Identifikation aller unserer Mitarbeiter mit

unserem Unternehmen und für den jeweiligen

Kunden wird durch eine faire, vertrauensvolle Zusammenarbeit

erreicht und wirkt sich so unmittelbar

im Arbeitsalltag aus.


MACHER &MÄRKTE 3

(Weiter-)Bildung erhält

ein attraktives Zuhause

Die IHK Nord Westfalen stellt am7.September bei ihrem Jahresempfang der Öffentlichkeit das neue

zentrale Bildungszentrum vor. Das Haus soll auch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Das neue IHK-Bildungszentrum ist in direkter Nachbarschaft zur Zentrale der Industrie- und Handelskammer am Sentmaringer Weg entstanden.

Foto: IHK Nord Westfalen

Der Faktor Weiterbildung wird für

Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit

immer bedeutender.

Die Unternehmen in Deutschland haben

dies erkannt. Das zeigen unter

anderem Daten, die das Institut für

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

der Bundesagentur für Arbeit in

Nürnberg bei einer Befragung von

rund 16 000 Betrieben erhoben hat.

Demnach haben 53 Prozent der

Unternehmen im ersten Halbjahr

2016 die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter

unterstützt. Tendenz: steigend.

Die Industrie- und Handelskammer(IHK)

Nord Westfalen ist dafür

gerüstet. Am 7. September stellt

sie bei ihrem Jahresempfang ihr neues

IHK-Bildungszentrum am Standort

Münster vor.

Laut Konjunkturumfrage der

IHK Nord Westfalen aus dem

Spätsommer des vergangenen

Jahres wollen 55 Prozent der

Betriebe dem erwarteten

Fachkräftebedarf mit verstärkter Weiterbildung

begegnen –weil sie wissen, dass

die Qualifikation der Mitarbeiter darüber

mitentscheidet, wie die Wettbewerbsposition

der nord-westfälischen Wirtschaft

in einer alternden Gesellschaft

aussehen wird, und weil sieals Arbeitgeber

noch attraktiver werden wollen. In

Münster bekommt die (Weiter-)Bildung

nun das entsprechende Zuhause. In unmittelbarer

Nachbarschaft zur IHK-Zentrale

am Sentmaringer Weg ist ein optisch

ansprechender, vielseitig für die

verschiedenen Nutzungen ausgelegter

sowie technisch hochmoderner Gebäudekomplex

entstanden, der als neuer

Lern- und Lehrstandort zweifellos schnell

einen guten Ruf genießen wird.

„Die Art und Weise, zu lernen und zu lehren,

hat sich in den vergangenen Jahren

erheblich verändert.Und diesem Wandel

haben wir mit der Konzeption und Ausstattung

des Bildungszentrums Rechnung

getragen“, erklärt Norbert Steinig.

„Jetzt sind nicht nur unsereDozenten auf

dem neuesten Stand“, freut er sich. Als

Leiter der IHK-Weiterbildung zeichnete

er zugleich für den Bau des Bildungszentrums

verantwortlich.

Alle Facetten des modernen integrierten

Lernens, bei dem traditionelle Präsenzveranstaltungen

mit den Möglichkeiten

des E-Learnings verknüpft werden, wurden

bedacht. Die Raumakustik ist optimiert,

die Raumgröße mit wenigen

Handgriffen veränderbar. Die Teilnehmer

haben via WLAN freien Zugang zum

Internet. Moderne Haus- und Belüftungstechnik

machen den Aufenthalt angenehm.

Besondere Großzügigkeit strahlt

ein 20 Meter hohes Atrium aus. „Lernerfolg

ist eben auch davon abhängig, ob

ich mich wohlfühle“, sagt der Leiter der

IHK-Weiterbildung.

„Mehr Freude am Lernen heißt letztendlich

auch: MehrLeute,die sich weiterbilden“,

ist IHK-Präsident Dr.Benedikt Hüfferüberzeugt.

Weiterbildung sei eine der

wichtigsten Maßnahmen zur Fachkräftesicherung

und gehöre in jedem Betrieb

auf die Tagesordnung. Die Unternehmen

müssten zukünftig mit spürbar älteren

Belegschaften arbeiten und sich dennoch

im internationalen Wettbewerb behaupten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich

Schulte-Uebbing nennt den Neubau

„einen Stein gewordenen Beitrag zur

Fachkräftesicherung“. Für ihn ist das Bildungszentrum

zugleich „Ausdruck des

neuen Selbstbewusstseins der betrieblichen

Aus- und Weiterbildung“.

Dieser Ansatz wird auch beim Jahresempfangimneuen

IHK-Bildungszentrum

zur Sprache kommen. Die Bundesministerin

für Bildung und Forschung, Prof. Dr.

Johanna Wanka, stellt sich bei der Eröffnung

in einem Interviewden Fragen zum

wichtigen Themenfeld. Sie selbst hat

schon vorzweiJahren bei der Vorstellung

des Bundesbildungsberichts erklärt: „Wir

müssen die gesellschaftliche Wertschätzung

der dualen Ausbildung wieder erhöhen.

Die Gleichwertigkeit vonberufl

icher

und akademischer Bildung muss in den

Köpfen ankommen.“ Aussagen dazu werden

auch von Ministerpräsident Armin

Laschet erwartet, der anlässlich der Eröffnung

in Münster zu Gast ist und beim

Empfang sprechen wird.

Dasideale

Umfeld.

Unternehmer im ecopark wissen:

Wo Mitarbeiter sich wohlfühlen,da

leisten sie gute Arbeit. Investieren

auch Sie in ein gutes Umfeld–fürIhre

Mitarbeiter und fürIhr Unternehmen.

Im ecopark an der Hansalinie A1.

ecopark –der Qualitätsstandort.


4 MACHER &

„Wenn Sie nicht

Mehr als 300 Unternehmerinnen haben den Unternehme

für Gründung und Wachstum überzeugt –wie Nadine Vi

„Nur“ einhundert Prozent zu geben,

reicht im Modeatelier von Nadine

Vieker nicht:„Im Moment schlafe ich

vier Stunden pro Nacht“, gesteht die

Gründerin des Labels „Kleinkariert“.

Volle Leidenschaftfür die Schneiderkunst.

Sozialkontakte liegen dadurch

unfreiwillig auf Eis, noch beim

Einschlafen sprudeln der Wahl-Nottulnerin

die Ideen für neue Hüte und

Tellerröcke aus dem kreativen Geist.

„Auf dem Nachttisch liegt ganz oldschool-mäßig

ein Block, wo ich sofort

Notizen mache“, schildert Vieker,

wie sie ihr Schöpfertum in Bahnen

lenkt.

Nähen, Onlineshop, Hüte und Schmuck kreieren –selbst das Verpacken der Bestellungen übernimmt Nadine Vieker.

Foto: M.Harhues

ANGeBotNur für GewerBetreiBeNde

citroëN spAcetourer

MAkecoNNectioNs

Was sich fastnach baldigerDiagnose

Burnout

anhört, ist die Kreativzelle

frischer, farbenfroher

Lebenslust im

Vintage-Look.Gegründet auf einen Businessplan,

der im März die Jurydes Unternehmerinnenbriefes

NRW mehr als nur

überzeugt hat. „Wenn Sie keine Unternehmerin

sind, wer dann?“, wurde Viekervon

Bankern, Unternehmern der

Region, Experten der Kammern

und Vertreterinnen von Frauen

und Beruf Münster e.V.als motivierendes

Statement nach

ihrer Unternehmenspräsentation

mit auf den weiteren geschäftlichen

Weg gegeben.

Denn angefangen hat Viekers

Traum vom eigenen Modelabel

nicht erst in diesem Frühjahr, sondern

im Nebenerwerb vor sieben Jahren.

„Dass ich langsam wachsen konnte

und Schritt für Schritt zunächst auf

Märkten und Online-Plattformen verkauft

habe, finanziell

abgesichert

durch meinen

Hauptberuf, hat

mein unternehmerisches

Selbstvertrauen

stetig

wachsen lassen“,

Nadine Vieker

beschreibt die

Modemacherin

den langen Weg

zur Gründung. Jetzt entwirft und schneidert

Vieker fulltime im eigenen Atelier

und verkauft ihreRetro-Modeimeigenen

„Natürlich bin ich froh, dass es so

gut läuft. Und für die Festivals

und Messen am Wochenende habe

ich eine Aushilfe eingestellt.“

Im Atelier von „Kleinkariert“ näht N

Online-Shop sowie auf

Messen und Rock-and-Roll-

Festivals. Doch die Unternehmerin

will sich neue Vertriebswege erschließen:

„Ich möchte meine Mode im

Einzelhandel anbieten. Die Stoffe muss

man fühlen und

die Röcke anprobieren

können.

Dieses sinnliche

Einkaufserlebnis

ist online nicht

möglich“, gibt

Vieker zu bedenken.

Doch wie die

Gründerin sich

die Wege in den

Einzelhandel öffnet, weiß sie noch nicht

so genau. AufHilfestellung hofft die Nottulnerin

durch einen Patenaus der Textilbranch

und ei

Verleih

nenbri

attrakt

ist die

nen fü

Fragen

Branch

Pate

kreisen

jahr an

Die Pa

nale Pr

briefes

der M

Untern

eigene

Projek

view)

citroëN spAcetourer Business Lounge M

BLueHDi 150 s&s 110 kW

mtl. Leasingrate

netto

zzgl. 689,- €Überführungskosten

299,– € 1

0,– €ANzAHluNG

zzgl.

MwSt.

1

Ein Kilometer-Leasingangebot der PSA Bank Deutschland GmbH, Siemensstr. 10, 63263 Neu-Isenburg, für Gewerbetreibende für den cItroëN

SPAcEtourEr Business Lounge MBlueHDi 150 S&S 110kw, Laufzeit 48 Monate, 10.000 km/Jahr Laufleistung, gültig bis 31.08.2017 bzw. bis auf widerruf. Angebot zzgl. MwSt.,

zzgl. Überführungskosten von netto 689,- €. Abb. zeigt evtl. Sonderausstattung /höherwertige Ausstattung.

kraft

stoff

fverbrauch l/100 km innerortr s: 5,9; außerortr s: 4,9; kombiniert

:5,3; co 2

-emissionen kombiniert

:139g/

km; effi

zienzklasse A+ ((eG) Nr. 715/2007).

46325 Borken (H)

Königsberger Str. 1

tel. 02861/94 38-0

46395 Bocholt (H)

Industriestr. 40

tel. 02871/25 59-0

SIcHt-PAKEt (rEGENSENSor, LIcHtSENSor,

INNENSPIEGEL ABBLENDEN, XENoN-ScHEINwErfEr

BErGANfAHrHILfE

GEScHwINDIGKEItSrEGLEr- uND BEGrENzEr

HEAD-uP DISPLA

y

rÜcKfAHrKAK MErA

MIt EINPArKHILfE

cItroëN coNNEct NAVDAB

NAVIGAtIoNSSyStEM

BLuEtootH ®

AuSSENSPIEGEL ELEKt

rIScH VErStELL-, BEHEIz- uND ANKLA

PPBAr

KLIMAAutoMAtIK MIt SEPArA

tEr EINStELLuNG

48683 Ahaus (H) • BlekerAutoforum

Ahaus • Von-Braun-Str. 62-64

tel. 02561/93 52-0

48163 Münster-

Amelsbüren (V)

AutoforumMünster • Kölner Str.1

tel. 02501/97 38-100

48249 dülmen (H)

Münsterstr. 135

tel. 02594/7 82 08-0

Autohaus Bleker GmbH

www.citroen-bleker.de

info@bleker.org

OFFEN GESAGT

Patenschaft ungeheuer wichtig

Sie bekommen Brief und Siegel drauf: Die Gründerinnen, die mit dem Unternehmerinnenbrief

ausgezeichnet werden, haben eine Hürde überwunden.

Denn ihr Businessplan wurde auf Herz und Nieren geprüft und ihre Geschäftsidee

als tragfähig eingeschätzt. Dazu noch die Auszeichnung mit einem Label,

das sich als Marketinginstrument einsetzen lässt –für den Sprung in die Selbstständigkeit

ist das ein guter Start. Doch Papier ist geduldig. Ob damit aber auch

das Ziel erreicht wird, dauerhaft die eigene wirtschaftliche Existenz zu sichern,

zeigt sich erst später.

Zum nachhaltigen Erfolg tragen erst die Mentoren bei. Der eigentliche Wert des

Unternehmerinnenbriefs besteht deshalb darin, dass sich Paten ihre Mission zu

eigen machen: den gegenseitigen Austausch, von dem „Schülerin“ wie Trainer

profitieren. Doch offensichtlich ist die Bereitschaft, diese Rolle für den „Nachwuchs“

zu übernehmen, noch deutlich ausbaufähig.

Schade. Denn wer auf seinem Markt reüssiert hat, sollte andere anseinen Erfahrungen

teilhaben lassen –und neue Impulse für sein Metier womöglich gleich

mitgeliefert bekommen. Erst wenn dieses Modell trägt, entsteht eine Win-win-Situation.

Davon ist die Praxis aber oftmals noch entfernt, in der Paten dringend

gesucht, aber rar sind.

Maike Harhues


MÄRKTE 5

Unternehmerin sind, wer dann?“

rinnenbrief NRW bislang erhalten. Sie haben mit ihren Konzepten

eker aus Nottuln und Dr. Bettina Althaus aus Warendorf.

adine Vieker individuelle Röcke imRetro-Look.

e. Denn nicht nur die Urkunde

nen Blumenstrauß gibt esbei der

ung des Unternehmerinefes

NRW. Besonders

iv für Gründerinnen

ewerbung, weil ihr

viele konkrete

ein sich in der

e auskennender

aus Unternehmerim

ersten Firmendie

Seitegestellt wird.

tensuche ist für das regioojektbürodes

Unternehmerinnenin

Münster nicht immer einfach,

entorenjob ist ehrenamtlich, und

ehmer haben bekanntlich in der

nFirma auch genug zu tun. Doch

tleiterin Dorothée Klar (s. Interist

zuversichtlich: „Bisher haben

Foto: Rosanna Terberger

wir für jedemit demUnternehmerinnenbrief

ausgezeichneteGründerin einen Patenoder

eine Patin gefunden, wenn

auch nichtimmer kurz nach der

Verleihung der Urkunde.“

Obschon noch nicht durch

einen Paten zur Eruierung

neuerVertriebswegeunterstützt,

so ist das Arbeitsaufkommen

im Atelier allein

kaum mehr zu schultern. „Natürlich

bin ich froh, dass es so

gut läuft. Und für die Festivals und

Messen am Wochenende habe ich eine

Aushilfe eingestellt“, berichtet Vieker.

Auch mit Blick auf das gesamte Geschäftsmodell

ist die Unternehmerin an

einem Punkt, wo sie sich vorstellen könnte,

eine feste Mitarbeiterin einzustellen

und das Nähen der Kleinserien auszulagern.

„Dann wäreich nur noch für

die Entwürfe,Marketing und das

Onlinegeschäft zuständig“, erklärt

die studierte Soziologin.

Ihren Job als wissenschaftliche

Mitarbeiterin der Uni Osnabrück

hat sie an den Nagelgehängt. Vieker

macht sich die (Mode-)Welt,

wie sie ihr gefällt, und setzt in

ihrem Atelier „Kleinkariert“

großzügig

weibliche Akzente.„Zu

sehen, wie

eine Kundin

nach vielen

rocklosen Jahren

sich in einem

meiner Tellerröcke

vor dem

Spiegel dreht, sich

selbst gefällt und innerlich

wächst, ist mein schönster Lohn“, erklärt

die Modemacherin aus Nottuln.

Zwischen inspirierenden Flamingos, Zitronen,

Melonen und Hibiskusblüten auf

dem Stoff kreiert die 37-Jährige auch

Grundmotive selbst: Die fröhlichen Totenköpfeeines

der wichtigsten mexikanischen

Feiertagelächeln vomRock „Dia de

muertos“. Passend zu Ohrringen und

Kopfputz.Und schon ist das nächsteProjekt

geboren: selbst die Stoffe entwerfen

für noch mehr Exklusivität. Denn: „Meine

Röcke gibt es jeweils nur 20 Mal. Ich

beziehe meine Stoffe allerdings von drei

Großhändlern. Und ich will Teile meiner

Röckeeigentlich nicht irgendwoals Hose

sehen.“

Auf Einzigartigkeit ihrer Kundenwünsche

zielt auch Dr. Bettina Althaus mit

ihrem Onlineshop „Versandstoff.de“:

„Wir leben in einer Welt, in der alles

schon da ist,wir brauchen es nur zu kaufen.

Gleichzeitig empfinden wir unseren

Alltag oft als schnell und flüchtig. Beim

Nähen bleibt die Zeit stehen. Wirerschaffen

mit unserem Kopf und unseren Händen

ein einmaliges Werk –etwas, das

bleibt, das wir mit allen Sinnen erfassen

können.“ Die Gründerin arbeitete15Jahre

im E-Commerce des Online-Buchhandels,

bevor sie mit Anfang 50 mit ihrer

Do-it-yourself-Leidenschaft als Hobby-

Näherin den Schritt in die Selbstständigkeit

wagte: „Wer einmal ,an der Nadel

hängt‘, kommt nicht mehr los –Nähen

Kunden lieben Persönlichkeit: Durch ihren Blog und die Präsenz

in Social Media bleibt Dr. Bettina Althaus trotz Onlineshop „greifbar“.

Foto: Versandstoff

macht süchtig“, ist Althaus sich sicher.

Die Warendorferin vertreibt Kinder-, Designer-

und Biostoffe, aber auch Bündchen,

Schnittmuster und Nähzubehör.

Wichtig ist der Unternehmerin, trotz Onlineshop

eine Nähe zur Kundin zu erzeugen,

persönlich zu sein: „Gerade Frauen“,

weiß Althaus aus ihrer gut vernetzten

Community, „gefällt es

zudem, wenn der Shop

nicht so anonym ist. Deshalb

bin ich immer mit

meinen Kundinnen in

Kontakt und über den

Blog selbst als Person

greifb

ar.“

Mit ihrem Unternehmenskonzept

„Setze

Dein Nähprojekt mit nur

einer Bestellung um!“

wurde Althaus im Dezember

vergangenen

Jahres mit dem Unternehmerinnenbrief

NRW

ausgezeichnet. „Ohne

den Unternehmerinnenbrief

stände ich heute

nicht da, wo ich jetzt stehe“,

blickt die Gründerinauf dieAnforderungen

während der Bewerbungsphase

und bei der Präsentation des Businessplans

zurück. „Bei den Gesprächen mit

den Banken und als ich noch einmal

nachfinanzieren musste, hat mir die Auszeichnung

sehr geholfen.“

Maike Harhues

Mit einem auffälligen Messestand wirbt Nadine Vieker um Kunden.

Foto: Kleinkariert

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·Steuerberatungsgesellschaft

Mit derzeit 16 Berufsträgern (davon 4Wirtschaftsprüfer, 2Rechtsanwälte und

16 Steuerberater) und insgesamt 50 Mitarbeitern sind wir eine der führenden

Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien in Westfalen.

Unser Angebot umfasst eine breite Spanne von Dienstleistungen insbesondere

für mittelständische Unternehmen und deren Gesellschafter von der Einkommensteuererklärung

über die Abschlusserstellung bis zur Jahresabschluss- und

Konzernabschlussprüfung. Weiterhin beraten wir in Fragen des Steuerrechts

–insbesondere im Bereich des Umwandlungsteuerrechts, des internationalen

Steuerrechts und der Unternehmensnachfolge. Zu unserem Dienstleistungsspektrum

zählt auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Jeder Mandant hat

bei uns einen persönlichen Ansprechpartner, der das Unternehmen langjährig

betreut. Über unsere örtlichen Niederlassungen in Emsdetten und Rheine

hinaus kooperieren wir im Rahmen der CW &Smit anderen Praxen und sind

Mitglied des internationalen Verbundes von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern

„AGN“, um auch überregional und grenzüberschreitend unsere Mandanten

betreuen zu können.

CW&S

Cooperation von

Wirtschaftsprüfern &Steuerberatern

www.cw-s.de

Neubrückenstraße 4

48282 Emsdetten

Telefon (0 2572) 40 85

Telefax (0 2572) 85647

Stolze-Diers@stodibe.de

Timmermanufer 142

48429 Rheine

Telefon (0 59 71) 80822-6

Telefax (0 59 71) 80822-75

info@stodibe.de

Geschäftsführer:

Prof. Dr. Fritz-Ulrich Diers

Dr. Philipp Diers

Dr. Marie-Theres Stolze

Heinz Stolze

Wilfried Beermann

Johannes Fink

Mitglied im Verbund

der agn International


6 MACHER &MÄRKTE

„Frauen gründen vorsichtiger“

Dorothée Klar weiß, was vor sich geht, wenn Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Die gute Idee und

die Leidenschaft für ein Projekt sind genauso wichtig wie ein durchdachter Businessplan.

Erfahrene Unternehmer vernetzen

sich mit neuen Impulsgeberinnen

– darin besteht

eine zentrale Komponente

des Unternehmerinnenbriefs.

Gründerinnen, die diese Auszeichnung

eingeheimst haben, verbuchen

langfristig eine höhere Erfolgsquote,resümiert

Dorothée Klar,Projektleiterin

bei Frauen und Beruf Münster e.V., im

Gespräch mit unserer Autorin MaikeHarhues.

Frauen gründenwesentlich seltener

als Männer. Haben weibliche Gründerinnen

es schwererals ihre männlichen

Kollegen –und wenn ja, inwiefern?

Dorothée Klar: Frauen sind mit 28,7

Prozent an den Gründungen vongewerblichen

Einzelunternehmen beteiligt. Hinzu

kommen die Gründungen im Nebenerwerb,

in denen Frauen mit gut 42 Prozent

stark vertreten sind. So stellt es das

IfM

für das Jahr 2015 dar.Hinzu kommen

in diesem Zusammenhang die Frauen,

die in freien Berufen gründen. Das zeigt,

dass die Selbstständigkeit für Frauen ein

interessantes Erwerbsmodell ist. Wasden

Rückgang der Gründungen von Frauen

betrifft, so kann dies nur im Zusammenhang

mit dem Arbeitsmarkt insgesamt

gesehen werden, weil durchdessen positive

Entwicklung die Zahlen der Unternehmensgründungen

deutschlandweit

sinken. Allerdings ist es immer noch so,

dass Frauen vorsichtiger gründen, denn

sie möchten häufig kein großes finanzielles

Risiko eingehen. Außerdem verfügen

sie oft über ein geringeres Startkapital

und können dadurch eben nur kleinere

KrediteinAnspruchnehmen, wasdurchaus

zu großen finanziellen Engpässen

oder sogar zum Scheitern in der Gründungsphase

führen kann. Des Weiteren

ist der Kinderwunschein Thema, das die

Gründungsabsicht dann doch zum Teil

hintanstellt. Kinder sind schwer einzuplanen,

wenn man Selbstständigkeit als

selbst und ständig versteht, und die Männer

übernehmen ja selten die Kinderbetreuung,

wenn es darum geht, dass

Unternehmen der Frau zu unterstützen.

Dieses Thema erfordert eine gute Vorbereitung

und professionelles unternehmerisches

Planen, bereits im Vorfeld.

Wenn Frauen dann doch den Schritt

in die Selbstständigkeit wagen, wobei

kann der Unternehmerinnenbrief

NRW ihnen konkret helfen?

Klar: Der Unternehmerinnenbrief NRW

ist unter anderem ein Marketinginstrument

für die Gründerinnen. Durch den

Pressebericht und die Veröffentlichung

auf der Website bekommen die Frauen

Dorothée Klar, Projektleiterin bei Frauen und Beruf Münster e.V.

mit ihrem Unternehmen eine größereÖffentlichkeit.

Darüber hinaus können die

Frauen mit dem Logo als U-Brief-ausgezeichnete

Unternehmerin werben. Die

Rückmeldung des Expertenteams ist von

besonderer Bedeutung für die Frauen.

Der wohlwollende Blick kompetenter

Fachleute von außen auf das Unternehmen

hebt das Potenzial der jeweiligen

Gründung hervor und macht gegebenenfalls

aufmerksam auf eventuelle Risiken,

die frühzeitig überdacht werden sollten.

Die Gründerin wird also darin bestärkt,

selbstbewusst und gut refl

ektiert am

Markt aufzutreten und sich zu profilieren.

Was ist für ein erfolgreiches Startup

am wichtigsten: die gute Idee,

die Leidenschaft für sein Projekt

oder der Businessplan?

Klar: Diese drei Voraussetzungen für

eine Unternehmensgründung sind unmittelbar

miteinander verbunden. Die

guteIdee entsteht nicht ohne Inspiration

und Leidenschaft zueinem Thema, und

sie kann auch ohne einen Businessplan

nicht tragfähig umgesetzt werden. Alle

drei Aspekte sind also voneinander abhängig,

und nur im Zusammenspiel funktioniert

eine solide Gründung.

Foto: privat

Mit der Verleihung des Unternehmerinnenbriefes

geht eine einjährige

Patenschaft durch einen Firmengründer

mit langj

ähriger unternehmerischerErfahrung

einher.Inwelchem

Punkt profitieren dieGründerinnen

am meisten von dieser Mentorenschaft

und worin besteht die

Motivation der ehrenamtlichen Paten?

Klar: Erfolg trifft neue Ideen –diesbringt

es auf den Punkt, glaube ich. Die Patinnen

und Paten sind selbst erfahrene

Unternehmerinnen und Unternehmer

und wissen, wie schwer eine Gründung in

den ersten Jahren sein kann. Sie stehen

ehrenamtlich zur Verfügung und helfen

mit ihrer langjährigen Erfahrung, der

Gründerin den Wegindie Selbstständigkeit

zu ebnen. Gleichzeitig ist es eine sich

gegenseitig bereichernde Patenschaft,

denn oft treffen hier spezifische Fragestellungen

und neue Ideen auf erfolgreiche

Unternehmer und Unternehmerinnen,

was für beide Seiten inspirierend

wirken kann.Für die Patinnen undPaten

ist sicherlich die Öffentlichkeitsarbeit im

Hinblick auf die ehrenamtliche Unterstützung

von Neugründungen ein willkommener

Aspekt dieser Tätigkeit. Wie

nachhaltig die Auszeichnung mit dem

Unternehmerinnenbrief ist, zeigen einfach

die Zahlen. Von den 48 ausgezeichneten

Frauen der vergangenen zehn Jahre

sind noch 34 am Markt. Das ist überproportional

viel. Hinzu kommt, dass

sich inzwischen Unternehmerinnen mit

INFOS

Der Gründergeist schwindet: Frauen in den Münsterland-Kreisen

und der Stadt Münster gründeten in 2016

gegenüber dem Vorjahr um über zehn Prozent seltener,

trauriger Spitzenreiter ist der Kreis Borken mit minus

14 Prozent. Einzig der Kreis Warendorf schreibt Gründerinnen-Erfolgsgeschichte,

konnte die Zahl der Gründungen

durch Frauen zum Vorjahr um gut zwei Prozent

steigern. Dafür nahm allerdings die Zahl der Gründungen

durch Männer dort um16,8 Prozent gegenüber dem

Vorjahr ab, während die Veränderung bei den Gründungen

durch Männer ansonsten inder Region im Jahr

2016 zwischen minus einem Prozent (Kreis Borken) und

plus 5,3 Prozent (Kreis Steinfurt) pendelt.

Förderung tut not angesichts der Tatsache, dass Frauen

im Vergleich zu Männern im Münsterland um bis zu

zwei Drittel (Kreis Steinfurt, Kreis Borken, Stadt Münster)

seltener den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit

wagen. Im Kreis Coesfeld (Neugründungen 2016:

404 Frauen zu 924 Männern) und im Kreis Warendorf

(Neugründungen 2016: 530 Frauen zu 1022 Männern)

waren die Zahlen im vergangenen Jahr relativ ausgeglichen.

Dies ergibt ein Blick in die Statistik der Gewerbeanmeldungen,

die von IT-NRW geführt wird. Dahinter

verbergen sich ebenso Ich-AGs, bei denen das Hobby

zum Beruf gemacht wird, wie konzertierte Start-ups, an

denen Frauen beteiligt sein können. Um den Gründergeist

beim weiblichen Entrepreneur anzufachen, wurde

auf Initiative der Landesregierung der Unternehmerinnenbrief

ins Leben gerufen. Um diesen Titel kann sich

jede Gründerin bewerben, deren Planungsphase bereits

abgeschlossen ist. Beteiligen können sich auch Unternehmerinnen,

die bereits einen Wachstumskurs einschlagen

und dafür Unterstützung erhalten wollen. Die

Auszeichnung umfasst Beratung durch Experten aus

Kammern oder Banken und einjährige Begleitung durch

einen Mentor aus einer ähnlichen Branche. Das Land

NRW ist in acht Regionen unterteilt worden, in denen

jeweils Unternehmerinnenbriefe vergeben werden. Wer

seinen Hut in den Ring werfen will: Die Bewerbungsfristen

imMünsterland enden am 6. September beziehungsweise

15. November.

einem Wachstumswunschbewerben, die

bereits in der Gründungsphase den

Unternehmerinnenbrief erhalten haben.

Was steuert ein Gründerinnen-

Netzwerk für diejenigen bei, die sich

ihre eigene berufl

iche Existenz aufbauen

wollen?

Klar: So ein Netzwerk, wie es zum Beispiel

die Wirtschaftsförderung des Kreises

Steinfurt zur Verfügung stellt, dient

natürlich dem Austausch über Themen

wie Finanzierung, Kundenakquise, Marketing,

Unternehmensprofil, Zeitmanagement

und so weiter. Zwei U-Brief-

Empfängerinnen, Nina Eckhardt und Mareike

Knue, haben sogar selbst ein Netzwerk

gegründet, weil sie neben den bestehenden

Netzwerken eines suchten,

das optimal ihren Vorstellungen entspricht.

So entstand beispielsweise das

Netzwerk Ui! Rheine.

KHOffice-Service


MACHER &MÄRKTE 7

„Weit mehr als das

Flip-Chart imPausenraum“

Im Wirtschaftsleben reicht es nicht, Ideen nur zu entwickeln, sie müssen auch umgesetzt werden.

Zum Beispiel im„IdeenNetz“ von Hans-Rüdiger Munzke –und dort gemeinsam mit Partnern.

Auf der weltgrößten Industriemesse

in Hannover kamen im April etwa

120 Unternehmer und leitende Mitarbeiter

von Konzernen und mittelständischen

Betrieben zusammen,

um beim „Tag der Ideen- und Innovationsmanager“

branchenübergreifend

Erfahrungen auszutauschen.

Hans-Rüdiger Munzke aus Lengerich

hatte diesen Tag vor 6Jahren initiiert

–und war zunächst auf Skepsis

gestoßen. Inzwischen hat sich die

Veranstaltung etabliert und ist stets

ausgebucht. Für 2018 gibt es bereits

Voranmeldungen.

Wie kommt man auf die

Idee für einensolchen

Tag? „Aus den Erfahrungen

meiner beruflichen

Tätigkeit“, sagt

Munzke. Der Diplom-Ingenieur ist gelernter

Schlosser, hat auf dem 2. Bildungsweg

das Abitur gemacht und Maschinenbau

studiert. Sein berufl

icher

Wegführteinzunächst bei einem großen

Unternehmen in die Konstruktion, anschließend

in das betriebliche Vorschlagswesen

und 2002 in die Selbstständigkeit.

Sein Anspruch: „Ich wollte das

Ideenmanagement, wie es in großen

Unternehmen praktiziert wird, für mittelständische

Betriebe alltagstauglich

machen.“ Anders formuliert: Weniger

Bürokratie, mehr machen.

Der Weg begann mit einer Idee, nämlich

mit dem Namen: „IdeenNetz“. Und dieses

Netz bewährte sich bereits beim erstenAuftrag.

Ein aus Mitteln der Europäischen

Union (EU) gefördertes Verbundprojekt,

das zwei Handwerksbetriebe

und einen Industriebetrieb bei der Einführung

von Ideen-Managementsystemen

unterstützt. Dabei ging es eigentlich

„Ideen-Management ist mehr als das Flip-Chart imPausenraum“,

sagt Hans-Rüdiger Munzke –aber einsetzen darf man den Tafelschreibblock

immer noch.

Im Meisterteam sind auch Handwerksbetriebe aus dem Münsterland aktiv. Die Verbundgruppe beteiligte sich zum ersten Mal am„Tagder Ideen- und Innovationsmanager“

auf der Hannover Messe Industrie.

Hubertus Kost

„um ganz einfache Dinge“, die aber erst

einmal bewusst gemacht werden mussten.

Zum Beispiel um die Beteiligung von

Mitarbeitern bei der Lösung von Problemen.

Munzke nennt ein einfaches Beispiel: In

einem Betrieb gab esProbleme bei Montage-Einsätzen.

Manchmal fehlten vor

Ortdie notwendigen Werkzeuge, manchmal

gab esLeerfahrten, für die sich aber

keiner verantwortlich zeigte. Ein Gespräch

mit allen Mitarbeitern führte dazu,

dass ein Logistik-System erarbeitet

wurde und vorjedem Einsatz eine Checkliste

darüber erstellt und auch überprüft

wird, was bei der Ausführung des Auftrags

notwendig ist. „Gespräche sind

ganz wichtig,“ sagt Munzke. Das hört sich

einfach an, aber „der Chef muss bereit

sein, solche Gespräche zu führen, mit den

Mitarbeitern zu diskutieren und Ideen,

die sich dabei entwickeln, auch umzusetzen.“

Ein Ideen-Management sei nicht

nur das, was der Chef sich vorstelle, und

mehr als „das Flip-Chart im Pausenraum“.

GuteUnternehmensentwicklung ist nach

Munzkes Erfahrung immer auch Personalentwicklung.

Und daran fehle es vielen

Firmen, denn: „Nur etwa 50Prozent

der Unternehmen machensystematische

Personalentwicklung.“ Gerade angesichts

der demografischen Entwicklung

und dem auch damit verbundenen Fachkräftemangel

werde der Personalentwicklung

zu wenigBeachtung geschenkt,

betont Hans-Rüdiger Munzke, der sich

auch zum Demografie-Berater qualifizierte

und entsprechende Dienstleistungen

anbietet.

Im „IdeenNetz“ arbeitet der Diplom-Ingenieur

mit etwa einem Dutzend Partnern

aus unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen

zusammen. Juristen gehören

zum Beispiel dazu, auch Steuerberater.Das

macht ein Netzwerk aus: Jeder

bringt Kenntnisse und Erfahrungen ein –

und berichtet auch darüber.

Hier lässt sich der Bogen zum „Tag der

Ideen- und Innovationsmanager“ auf der

Industriemesse in Hannover schlagen.

Diese Informationsveranstaltung rege

branchenübergreifend die Diskussion

über Strategien, Prozesse und Methoden

im Ideen- und Innovationsmanagement

an, heißt es in der Beschreibung für diesen

Tag, der vonder Industrie- und Handelskammer

Hannover in Kooperation

mit der Deutschen Messe, der NBank,

dem Zentrum Ideenmanagement und

dem IdeenNetz aus Lengerich durchgeführt

wird. An Thementischen wird

außerdem der Informations- und Erfahrungsaustausch

mit Fach- und Führungskräften

gefördert. Dabei sind nicht nur

große Industrie-Unternehmen anwesend,auchmittelständische

Betriebe und

Verbundgruppen machen inzwischen

mit. So war zum Beispiel das Meisterteam

zum ersten Mal dabei. Zu der Verbundgruppe

gehören Handwerksbetriebe

aus den Branchen Holz, Metall und

Glas, darunter Betriebe aus dem Münsterland,

die Interessenten aus der Industrie

die Leistungen des Meisterteams(darunter

Einkauf, Marketing und Leistungen

aus einer Hand) vorstellten.

„Miteinander ins Gespräch kommen,

Ideen entwickeln und umsetzen“, das ist

für Hans-Rüdiger Munzke ein wesentlicher

Teil seiner Beratungsarbeit –auf der

„großen Ebene“ in Hannover ebenso wie

in den Arbeitskreisen mit Unternehmen

im Münsterland. Hubertus Kost

VOLL AUFSENDUNG.

Direktwerbung? Mailings?Fulfillment? Adressmanagement?

Rechnungsdruck und -versand? Newsletter? Digitaldruck?

Wirmachen’s. Mehr erfahren? www.westermann-lettershop.de


8 MACHER &MÄRKTE

In die Schulen gehören

mehr Wirtschaftsthemen

Der Präsident der nordrhein-westfälischen Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, knüpft viele Erwartungen an

die neue Landesregierung –und wünscht sich für die Unternehmen mehr Planungssicherheit.

FürArndt Kirchhoffist in Nordrhein-

Westfalen nicht alles schlecht. Im

Gegenteil: Der Präsident von UnternehmerNRW

sieht „viele Pfunde, mit

denen wir wuchern können“. Hidden

Champions gebe es zuhauf, eine

ausgezeichnete Hochschullandschaft

und selbst die Infrastruktur

sei grundsätzlich gut ausgebaut,

wenn auch dringend reparaturbedürftig.

Arndt Kirchhoff, Präsident von Unternehmer

NRW

Foto: Gunnar A. Pier

Nach dem Regierungswechsel

in Düsseldorf fordert

Kirchhoff eine Aufb

ruchstimmung.

„Die Bürger in

NRW haben die Sehnsucht,

dass das Land endlich besser

wird“, glaubt Kirchhoff. Dabei gebe es vor

allem zwei große Herausforderungen:

Neben dem Ausbau des Straßennetzes

und der digitalen Infrastruktur müsse in

Sachen Bildung mehr getanwerden. Der

vorherigen Landesregierung habe ein

Masterplan gefehlt, um ihre in Teilen

richtigen Ansätze umzusetzen.

Schwarz-Gelb bekommt von Kirchhoff

hingegen schon ersteguteNoten: Die Pläne

der neuen schwarz-gelben Koalition,

bis 2025 fl

ächendeckend Gigabit-Netze

mit Datenraten von 1000 Megabyte pro

Sekunde aufzubauen, findet der Arbeitgeberpräsident

lobenswert: „Das Ziel ist

richtig.“

Auch im Straßenbau erwartet Kirchhoff

einen schnellen Umbruch. „Sollte esin

den Landesbehörden an Planungskapazitäten

mangeln,kann man die auch zukaufen–etw

ainIngenieurbüros“,soder Verbandspräsident.

Und: „Was Unternehmer

vor allem brauchen, ist Planungssicherheit.“

Daran habe es unter der rot-grünen

Landesregierung von Hannelore Kraft

immer gemangelt.

Um das Problem fehlender Nachwuchskräfte

inder Wirtschaft zu lösen, nimmt

Kirchhoff auch die Schulen in die Pfl

icht:

Die Themen Digitalisierung und Wirtschaft

gehören für den Unternehmerpräsidenten

vermehrt in den Unterricht. Dazu

müssten sich zunächst die Lehrer weiterbilden.

Kirchhoff: „Geschiehtdas nicht

freiwillig, muss man den Lehrern auch

mal Druck machen.“

Auch Jugendliche ohne Schulabschluss

hält Kirchhoff durchaus für ausbildungsfähig.

„Da können Unternehmen Programme

für diese jungen Menschen machen,

die funktionieren.“

Als geschäftsführender Gesellschafter

des Automobilzulieferers Kirchhoff-Holding

ist der Präsident von Unternehmer

NRW auch mit internationalen Themen

vertraut. Beispiel Donald Trump: Sein

Unternehmen mit Standorten in den

USA, Kanada und Mexikokönne zwar fl

e-

xibel auf die unkonventionelle Wirtschaftspolitik

des US-Präsidenten reagieren.

Doch ist Kirchhoffs Urteil dennoch

glasklar: „Von Politik hat Trump offensichtlich

wenig Ahnung.“

In Konkurrenz zum US-Markt sieht der

Unternehmer aus dem Sauerland die

deutsche Wirtschaft ohnehin bestens aufgestellt.

Für das Internet der Dingesei die

deutsche Industrie gegenüber dem Silicon

Valley, derIT-Region in den USA, im

Vorteil. „Wir gewinnen diesen Kampf“, ist

sich der Verbandspräsident sicher. Auch

in Sachen E-Mobilität erwartet Kirchhoff

einen Boom, sprich ein schnelles Umdenken

der deutschen Autofahrer. „2025

werden 25 Prozent der Neuzulassungen

Elektroautos sein“, prognostiziert Kirchhoff.

Jürgen Stilling

Unternehmer NRW

Die Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen

e.V. (Unternehmer NRW) mit Sitz in Düsseldorf

ist die Gesamtvertretung der Wirtschafts- und

Arbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen mit 129 Mitgliedsverbänden

in über 80 000 Betrieben mit über drei

Millionen Beschäftigten. Zu den Mitgliedern gehören landesweite

Fachverbände, Wirtschaftsverbände sowie regionale

Arbeitgeberverbände. Als Verband von Verbänden

bündelt Unternehmer NRW die Erfahrungen, Auffassungen

und Ziele der Unternehmer in NRW.

AirportPark FMO

Ihr Erfolg. Unser Standort.

AirportPark FMO –optimaler

Absatz- und Vertriebsstandort

für Nordwesteuropa.

Udo Schröer, Geschäftsführer

© AirportPark FMO GmbH

reserviert

reserviert

reserviert

reserviert

Im Juni 2014 hat Schumacher Packaging seine Betriebsstätte im AirportPark FMO in Betrieb genommen –

ein Jahr früher als geplant werden 30 Mio. Euro inden Ausbau investiert.

Bild: AirportPark FMO

Neues Planungsrecht für Logistik und Gewerbe auf ca.

110.000 m² –90% reserviert! Foto u. Grafik: AirportPark FMO GmbH

Regio-Logistik, Dream Tec,

Schumacher Packaging:

erfolgreich und expansiv!

Regio-Logistik vertreibt Pakete per Express-Dienst

an über 800 Gewerbekunden

in der Region. Dream Tecmit IT-Handelund

Medizintechnik ist vor kurzem in seinen

attraktiven Büro- und Hallenkomplex umgezogen

und Schumacher Packaging expandiert

kräftig. Der Verpackungsspezialist

verdoppelt mit einer 30-Millionen-Euro-

Investition seine Fertigungs- und Lagerkapazitäten

in sein erst 2014 eröffnetes Werk

und schafft 80 zusätzliche Arbeitsplätze.

Insgesamt werden 2018 dann 200 Mitarbeiter

im neuen Werk arbeiten – die

meisten im Drei-Schicht-Betrieb. Die

Schumacher Group nutzt die optimale

Infrastruktur am Flughafen Münster/Osnabrück

für die Expansion in Nordwesteuropa.

Namhafte Neukunden stützen den Erfolg.

Schumacher Packaging

und AirportPark FMO:

das passt!

Mit der erheblichen Vergrößerung des Werkes

im AirportPark FMO unterstreicht der

Verpackungsspezialist die strategische Bedeutung

des Standorts: von hier aus kann

Schumacher Packaging seine Kunden in

Nord- und Westdeutschland sowie in den

Benelux-Ländern sehr schnell mit allen

gängigen Wellpappeverpackungen beliefern.

Im Juni 2014 war das hochmoderne

Wellpappenwerk in den Produktivbetrieb

gegangen. „Inzwischen ist unsere Produktion

im Werk Greven aber schon voll dreischichtig

ausgelastet“, erklärt Björn Schumacher,

Geschäftsführer der Schumacher

Group.Weitere Ausbaustufen sollen folgen.

Das geplante Wachstum ist auf mehr als

40.000 m² Erweiterungsfläche im Airport-

Park FMO für Schumacher gesichert.

90 Prozent der neuen

Gewerbe-/Logistikgrundstücke

reserviert!

Direkt an der A1 vor dem Flughafen Münster/

Osnabrück bietet der AirportPark FMO Ihrem

Unternehmen beste Standortbedingungen

– ein optimales Verkehrsnetz, effiziente

Grundstücke, 24/7-Betrieb, leistungsstarke

Glasfaser, lukrative Fernwärme und vieles

mehr. 110.000 m²Bauland haben wir für

gewerblich-logistische Nutzungen neu im

Angebot. Davon sind schon 90 Prozent für

namhafte Unternehmen reserviert bzw. stehen

kurz vor dem Verkauf!

Gerne überzeugen wir auch Sie!

Telefon 0 2571 / 9447 80

www.airportparkfmo.de

Überzeugendes Standortpaket

✔ Direkter Autobahnanschluss

an die A1 Hamburg–Köln

✔ Linienflugverkehr u. a. an die Drehkreuze

Frankfurt und München

✔ 24/7-Betrieb

✔ Effiziente Grundstückszuschnitte

mit Erweiterungsoption

✔ Leistungsstarker Breitbandanschluss

via Glasfaser

✔ Lukrative Fernwärmeversorgung

zusätzlich zum Gasanschluss

✔ Kosten sparende Versickerung

des Regenwassers

✔ LED-Straßenbeleuchtung


BRANCHEN &BETRIEBE 9

Omas Rezept gab den Anstoß

Der Hofladen Austermann in Warendorf produziert inzwischen Gemüse im großen Stil und liefert pro Jahr

über 300 000 Gläser in die EU. Von Juni bis September dreht sich alles umdie Gurke.

Zigtausend Einmachgläser verlassen Woche für Woche die Industrieküche des Hofladens Austermann in Warendorf.

Fotos: Austermann

Plötzlich ist er einfach da, steigt in

die Nase mit leisem Kribbeln und

einem Hauch saurer Schärfe. Auch

wenn der Besucher auf dem Hof Austermann

noch einige Meter von der

Produktionskücheentfernt ist,steigt

der Geruch von eingemachten Gurken

in die Nase. Und er weckt spontan

Erinnerungen – an jene Kindheitstage,

als die Oma noch die

Weckgläser in einem riesigen Einmach-Topf

eingekocht hat und die

saure Schärfe sich tagelang in der

Küche breitmachte. Nicht zu vergessen,

die Erinnerung anden Moment,

wenn das rote Gummiband am Weck-

Glas gezogen wird, und die leckeren

Einmachgurken freigegeben werden

für einen deftigen Genuss.

Mit solch einem deftigen

Genuss fing die Erfolgsgeschichte

des Hofl

a-

dens Austermann in

Neuwarendorf (Warendorf)

im Jahr 2000 an.„UnsereOma

hatte immer wahnsinnig leckere Gurken

eingekocht, die wollte ich so gerne einfach

mal wieder essen“, erinnert sich Robert

Austermann. Die Oma hatte das al-

Teileweise werden die Produkte des Hofes unter Folie gepflanzt.

Rund 100 Hektar werden bewirtschaftet.

lerdings stets nach der guten alten Hausfrauen-Methode

ohne Rezept gemacht.

„Deshalbhat meine Frau Ulla damals lange

probiert und experimentiert“, erzählt

Austermann. Und dann hatte sie’s plötzlich.

„Die Gurken schmeckten genau wie

bei Oma“, sagt Austermann.

Damals wurde auf Austermanns Hof

noch Spargel verkauft und Gattin Ulla

produzierte einfach mal 100 Gläser von

den leckeren Einmach-Gurken für die

Spargel-Kunden. Und die waren begeistert.

Der Warendorfer Edeka-Markt-Inhaber

Paul Buller bezog zu dieser Zeit seinen

Spargel von dem Hof Austermann

und bestellte aus Neugierde 500 Gläser

„Feiner Gurkentopf“. „Es war ein Experiment

für Buller, doch die Gläser waren

nach kurzer Zeit verkauft“, erinnert sich

Robert Austermann und zieht trocken Bilanz:

„Das wardie Geburtsstunde des Feinen

Gurkentopfes“. Der Feine Gurkentopf

ist noch immer der Renner auf der

Produktionsliste des Hofes, aber Küchenchefin

Ulla Austermann warüber die Jahre

äußerst kreativ: Ananas-Gurken,

Scharfe Früchtchen, Gurken mit Knoblauch,

mit Paprika, Zwiebel oder Kurkuma.

Gurken-Relish oder Chili Jalapeno?

Einfach mal kosten.Und für den ganz feinen

Gaumen gibt es die Zuckergurken,

die Schnibbelgurken oder die Senfgurken.

„Ulla ist die Küchen-Chefin“, sagt ihr

Mann. Sie liebt es, immer wieder neue

Rezepte auszuprobieren. „Nicht alles

wird zum Erfolgsschlager“, gibt Robert

Austermann zu. Aber die Geschmäcker

sind eben verschieden, und so wurde der

„Saure Gurkentopf“ zum Erfolgshit, obwohl

das Rezept eigentlich in Austermanns

Gurkenküche nur kreiert wurde,

um einen Freund abzuschrecken. „Mich

hätte man damit jagen können, doch

unseren Freunden schmeckten diese sauren

Gurken vorzüglich“, so Austermann.

Und nicht nur ihnen. Der Saure Gurkentopf

ist mittlerweile beliebt unter den

Kunden. Fragt man Austermann, wie viele

Gläser Gurken heute indem Betrieb

produziert werden, wiegt er nachdenklich

den Kopf. „Es sind viele, viele Gläser“,

sagt er nur.

► Fortsetzung Seite 10

Volle Ladung Leistung:die Qualitätsversprechen

für Junge Sterne Transporter.

Junge Sterne Transporter. So Mercedes wie am ersten Tag.

24 MonateFahrzeuggarantie* HU-Siegel jünger als 3Monate

12 MonateMobilitätsgarantie*

Garantierte Kilometerlaufleistung

AttraktiveFinanzierungs-, Leasing- und

Versicherungsangebote

Inzahlungnahme

Ihres Fahrzeugs möglich

*Die Garantiebedingungen finden Sie unter www.junge-sterne-transporter.de

Beresa GmbH &Co. KG

•Kein Vertragspartner

Blume haller Weg 55 ·49078 Osnabrück

E-Mail: ·Tel.:0541-9411-0 ·Fax:0541-9411-2911

http://www.beresa.de

Wartungsfreiheit für6Monate

(bis 7.500 km)

10 Tage Umtauschrecht

Probefahrtmeist innerhalb von

24 Stunden möglich

Beresa GmbH &Co. KG

AutorisierterMercedes-Benz Verkauf und Service

Am Dorn 2,48308 Senden-Bösensell

Tel.: 0800 7788505 (kostenfrei), www.beresa.de


10 BRANCHEN &BETRIEBE

21 Meter misst der sogenannte Gurkenflieger, der bei der Ernte mit bis zu 24 Pflückern über das Feld gefahren wird. Fotos: Monika Vornhusen

Ziert sich die Gurke, ist Rote Beete dran

Auf dem Hof Austermann spielt die Automatisierung inzwischen eine wichtige Rolle.

Nachdem Ulla Austermann

mit einem kleinen Team

die ersten Jahre die Gurken

in einer ehemaligen

Partytenne eingekocht

hat, wurde 2004 die ersteIndustrieküche

auf dem Hof gebaut. Im ersten Jahr wurden

sofort 15 000 Gläser produziert. „Wir

wollten immer der Nachfrage gerecht

werden undhatten in den Jahren enorme

Steigerungsraten“, erklärt Austermann.

Bald waren es50000 Gläser, die durch

die Produktion liefen. Mit einer neuen

Produktionsanlage wurde 2009 noch

einmal ein großer Schritt in Richtung

Automatisierung unternommen – 300

000 Gläser im Jahr und mehr sind mit

den eigens für die Gurken- und Gemüseproduktion

auf dem Hof zugeschnittenen

Maschinen schaffbf ar. Die Kreativität der

Chefin kenntdabei keine Grenzen und so

haben sich zu dem Klassiker „FeinerGurkentopf“

noch viele andere Leckereien

AUSTERMANN

-Größe: Mais- und Getreideanbau auf ca. 80 Hektar, Gurken-

und Gemüseanbau auf weiteren 20 Hektar Fläche

-Mitarbeiter: Über 70 Erntehelfer reisen zur Saison an,

-zwölf feste Mitarbeiter und 20 Aushilfen arbeiten im Betrieb

-Produkte: Neben eingemachten Gurken und Rote Beete,

die bundesweit und ineinigen EU-Ländern vertrieben werden,

gibt es im Hofladen viele eigene Einmach-Kreation sowie

Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, weitestgehend

frei von Pflanzenschutzmitteln

-Historie: Der landwirtschaftliche Betrieb auf dem Hof

Austermann lässt sich bis indas Jahr 1365 zurückverfolgen

Schiebetore

Sicherheit kann so elegant sein

INOVA ®

Schiebetore sorgen für zuverlässige

Sicherheit und integrieren sich dabei hervorragend

in die optische Gestaltung Ihres Unternehmens.

Langlebigkeit und ein wartungsarmer Betrieb

machen INOVA ®

Schiebetore für Sie zu einer

sicheren Investition.

Fordern Sie gleich weitere Informationen an.

Berlemann Torbau GmbH . Ulmenstraße 3 . 48485 Neuenkirchen

Tel. +49 5973 9481-0 . info@berlemann.de . ww

w w.berlemann.de

Auch an Spendenaktionen beteiligen sich Ulla und Robert Austermann.

mittlerweile ins Weck-Glas gesellt –

Pfl

aumen, Brombeeren und Himbeeren

in Rotwein, Paprika, Saucen, Dips und

Marmeladen und noch vieles mehr.

Zwischen dem 20. Juni und AnfangSeptember

bestimmen die Gurken die Taktung:

Wenn das ersteLicht dasTages anbricht,

dann beginnt auf dem Hof Austermann

auch schon die Arbeit. 5.30 Uhr

rollt der 21 MeterbreiteGurkenfl

ieger in

gemächlichem Tempo über den Acker –

mit bis zu 24 Pfl

ückern an Bord, die in

Liegeposition auf einer weichen Matratze

die frischen Gürkchen fein säuberlich von

der Pfl

anze trennen. Das Schichtsystem

ist Routine; drei Mannschaften wechseln

sich alle vier Stunden abmit dem Ernteeinsatz,

damit die Schultern schön geschmeidig

bleiben. Die zarten Cornichons

werden auf diese Weise obendrein

geschont, denn die Gurkeist zart besaitet

Druck und Medien GmbH

und stellt Ansprüche. Außentemperaturen

von 25 Grad befl

ügeln sie zu einem

guten Wachstum; allerdings darfesauch

nicht zu nass und nicht zu trocken sein.

Da ist die Gurkepenibel. Deshalbwirdsie

auf den Neuwarendorfer Ackerfl

ächen

auch unter einer Folie gepfl

anzt, die zudem

noch einen darunterliegenden

Tropfschlauch für die passende Bewässerungermöglicht.

Für das ideale Mikroklima

sorgt ein Vlies, das über der Folie

liegt und vor Wildverbiss-Schäden

schützt.

Alle zwei Tage wird auf dem Gurken-

Acker die Ernte eingefahren. Und sollte

es doch mal zu kalt sein und die Gurken

sind nicht in Wachstums-Form, dann ist

auf dem Gemüsehof die Rote Beetedran.

„Die Küche muss unter Volllast laufen,

deshalb wirdein gurkenfreies Zeitfenster

sofort genutzt, um die Rote Beete einzumachen“,

erläutert Robert Austermann.

Zu lange sollten die Gurken sich aber

nicht zieren, wenn es kalt ist oder es einfach

nicht regnen will, denn dann wird

Robert Austermann grantig. Dann kann

nur noch eine Auszeit auf dem Trecker

helfen oder er widmet sich seinem ganz

eigenen Experimentier-Hobby: Der Anbau

von neuen, genau genommen alten

Gemüsesorten und Obst macht ihm einfach

Spaß.

Ulla Austermanns Herz geht in der Gemüseküche

auf. Mittlerweile hat sie, im

Gegensatz zur Oma, ihre einzigartigen

Gurkenrezepte dokumentiert. Aber, von

Hand wird hier nichts mehr portioniert.

Die Feinwaagen haben alles bis auf das

letzte Gramm präzise einprogrammiert.

In knackigemGrün, direkt vomErntewagen

und nach entsprechender Wäsche,

werden die Cornichons eingekocht. Vier

Wochen müssen sie lagern, dann geht es

für die grünen Minis hinaus in die Verkaufsregale

der Lebensmittelvollsortimenter,

der Hofl

äden, der Raiffeisenmärkte

und Marktbeschicker in ganz

Deutschland. Und für viele Gurkengläser

geht es sogar noch weiter: Auch in Österreich,

Holland und Frankreich findendie

Menschen mittlerweile Geschmack an

den Gurkenleckereien aus Neuwarendorf.

„In diesen EU-Ländern verkaufen

wir aber nur an Eigenlabler –der Vertrieb

unseres eigenen Labels wäredort zu teuer“,

erklärt der Landwirt, der neben dem

Gemüseanbau auch noch eine Schweinemast,

Ferkelzucht und Getreideanbau betreibt.

„Nach einem Jahr im Glas schmecken

die Gurken am besten. Ihren Biss behalten

sie aber auch

nur, weil sie bei uns

eben so schnell wie

möglich ins Glas

kommen“, verrät

Austermann.

Zukunftspläne gibt es

auf dem Hof immer,

zumal zwei der drei

erwachsenen Kinder,

nämlich Tochter Johanna

und Sohn Felix,

im Betrieb mitarbeiten.

Ob neue Rezepte,

neue Lagerhallen

oder –und das ist

der jüngstePlan –ein

neuer Hofl

aden inklusive

einer gläsernen

Produktionsküche.

Dann werden

vermutlich

noch

mehr Besuchergruppen

auf den Hof strömen.

Und sie werden

in der laufenden Produktion

in der Küche

die Weck-Gläser klirren

hören, wenn diese

über die Rollbänder

fahren, Und ihnen

wird die süße

Schärfe in die Nase

steigen, die verführt

an „Omas Zeiten“ zurückzudenken.

Monika Vornhusen


BRANCHEN &BETRIEBE 11

Endstation Recycling-Anlage

Der Emsdettener Entsorger Enviprotect zerlegt im Laufe eines Jahres bis zu 35 000 ausrangierte Kühlschränke in

alle Einzelteile. Am meisten Arbeit machen die Gase und die Flüssigkeiten.

Aus Luken in der Hallenwand ragen

Förderbänder und lassen Stahl, Aluminium

und Kunststoffstücke in

Container rieseln. Das also bleibt

von alten Kühlschränken: Rohstoffe.

Wo Müll entsteht, soll so viel wie

möglich wiederverwertet werden –

und das ist bei kaum einem Gerät so

kompliziert wie beim Kühlschrank.

In Emsdetten steht eine der modernsten

Recycling-Anlagen Europas.

Bis zu 120 Geräte werden hier

entsorgt –pro Stunde.

Während andere Elektrogeräte

einfach verschrottet

und die Bestandteile

anschließend

auseinandersortiert

werden können,stellen Kühlschränke

und Truhen die Entsorger vor besondere

Herausforderungen. Hauptgrund:

die enthaltenen Flüssigkeiten und Gase,

zum Teil hochgiftig, häufig zumindest

klimaschädlich. Sie dürfenalso nicht einfach

weggekippt oder in die Luft geblasen

werden, sondern müssen zurückgewonnen

und weiterverarbeitet werden.

Ein Montag im Mai, die Sonne knallt vom

Himmel. Auf der Laderampe hinter der

unscheinbaren Halle der Firma Enviprotect

im Gewerbegebiet zwischen Emsdetten

und Greven stehen vier Container

randvoll mit Kühlschränken und Gefriergeräten.

Mitarbeiter nehmen jeden Neuankömmling

erst mal unter die Lupe: Ist

FCKW enthalten oder das modernere

Penthan? Ist das technische Herzstück,

der Kompressor, noch im Gerät? Ist der

Gaskreislauf noch intakt oder das Gas bereits

entwichen?

Enviprotect muss das alles wissen. Wenn

die Menge der ordnungsgemäß entsorgtenFlüssigkeiten

nicht zur Anzahlder angekommenen

Kühlschränke passt, ist

eine Erklärung nötig: Die Aufl

agen sind

streng. Jeder Arbeitsschritt wird mehrmals

im Jahr kontrolliert

Auftraggeber der Firma sind Hersteller

von Kühlschränken, die je nach aktuellem

Marktanteil für die Entsorgung der

Altgeräte aufk

ommen müssen. Das Elektro-Altgeräte-Register

in Nürnberg teilt

den Herstellern und damit den vonihnen

beauftragten Entsorgern den Schrott

containerweise zu. „Das macht es für uns

manchmal schwierig“, sagt Enviprotect-

Geschäftsführerin Iris Ann Lohmann: Das

Aufk

ommen lässt sich kaum voraussehen

oder gar einteilen. 35 Container pro Tag

brauchen sie in Emsdetten, um die Anlage

auszulasten. Rund 350 000 Gerätepro

Jahr zerlegen sie.

Der letzteWeg beginnt für die Kühlgeräte

mit echter Handarbeit: Arbeiter zapfen

Flüssigkeiten und Gase ab. Etwa 100

Gramm Öl enthalten die meisten Kompressoren,

klimaschädliches Gas steckt

im Kühlkreislauf und in der aufgeschäumten

Isolierung. Alles muss raus.

Die nächsten Schrittelaufen automatisch

ab –mit Gewalt: Die Geräte verschwinden

per Fließband in einer Maschine, die

sie in wenige Zentimeter kleine Teile

schneidet.

Diese werden auseinandersortiert mit

In kleine Teile werden die Schränke während der Verarbeitung

zerlegt.

Pro Stunde werden in der Firma Enviprotect in Emsdetten 120 Kühlschränke verwertet. In einem ersten Schritt werden Kompressoren ausgebaut und Flüssigkeiten

abgelassen.

Fotos: Gunnar A. Pier

KÜHLSCHRANK

Wenn Kühlgeräte verschrottet werden,

bleiben verschiedene Bestandteile

übrig, die unterschiedlich weitergenutzt

werden:

-Stahl wird per Magnet herausgefischt.

Er wird anein Stahlwerk in

der Nähe geliefert.

-Kompressoren werden ausgebaut,

das Öl wird abgelassen. Sie werden

verkauft an Firmen, die sie wiederum

zerlegen, um beispielsweise

das Material der Kupferspule zu

vermarkten.

-Kunststoffe werden nicht voneinander

getrennt. Doch für das Gemisch

von geschredderten Kunststoffsorten

finden sich meistens Abnehmer,

die daraus wiederum

Kunststoffprodukte herstellen.

-Ölaus den Kompressoren wird

wieder benutzt. Es ist in der Regel

wie neu und nicht verschmutzt.

-Gas aus dem Kühlkreislauf und

aus der aufgeschäumten Isolierung

wie FCKW wird aufwendig herausgearbeitet

und verflüssigt, dann wird

es so heiß verbrannt, dass es zerstört

ist und das Klima nicht mehr

gefährdet.

gap

lauter Tricks, die versteht, werimPhysikunterricht

aufgepasst hat. Magnete fischen

Eisen heraus, Kunststoff und Alu

fl

iegen dank gezielt eingesetzter statischer

Aufl

adung in unterschiedlichem

Bogen vom Fließband. So bleiben ziemlich

reiner Stahl, Aluminium und Kunststoffe.

Für fast alles gibt es wieder einen

Markt, die Materialien können verkauft

werden.

Das gelingt unterschiedlich gut: Als im

vergangenen Jahr der Ölpreis im Keller

war, fandensich kaum Abnehmer für den

Recycling-Kunststoff. „Er war im Vergleich

zu teuer“, sagt Iris Ann Lohmann.

Das drückteden Preis. So manche Tonne

Kunststoff, die zu der Zeit aus der Luke

in der Hallenwand rieselte, fand zunächst

keinen Abnehmer.

Gunnar A. Pier

www.stadtwerke-muenster.de

Natürlich Ökostrom!

Ihr Beitrag für Münsters Zukunft.

Münster:natürlich

Das Öko-Strompaket mit Heimvorteil


12 BRANCHEN

„Aber auch wir mu

Die Schöppinger Strumpffabrik Krechting hat inden Jahren der Textil

gehalten. Seitdem ist das Unternehmen mit einer Funktionssocke erfo

Mit einem Tischföhn lassen sich die Strickschläuche in einzelne Strümpfe trennen.

Handarbeit: Fein säuberlich werden die Sockenpaare geglättet

und gefaltet. Fotos: Susanne Menzel

„Ich habe mich gefragt: Was mache ich

mit den ganzen Maschinen, wie kann

ich sie auslasten? Herausgekommen ist

die Entwicklung einer Funktionssocke.“

Roland Krechting

In dritter Generation führt Roland Krechting die Strumpffabrik.

Egal ob nun die fauleoder die alteSocke

–die Attribute habenbeide einen

faden Beigeschmack. Die Beinlinge

fristen in der Regel ein eher tristes,

selten beachtetes Dasein. Nur im

Urlaub, beispielsweise, wenn die

Männerfraktion in weißen Tennissocken

und offenen Sandalen an der

südlichen Promenade entlangfl

a-

niert, fallen sie sofort ins Auge. Ansonsten

heißteswohl eher: Schublade

auf, ohne genau hinzuschauen zu

einem der unzähligen schwarzen

Paare gegriffen, Schublade wieder

zu.Dabei sind Socken mehr als

nur ein notwendiges Beiwerk“

– behauptet einer,

der es wissen muss. Roland

Krechting, in dritter Generation

verantwortlich für die

gleichnamige Schöppinger

Strumpffabrik. Und der

Chef tritt umgehend den

Beweis an: Das Accessoire

an seinenFüßen erstrahlt

in leuchtendem Feuerwehrrot.

Und reicht

nicht nur bis zu den

Knöcheln, es verdeckt

als Kniestrumpf das

ganze Bein. Da ist die

(barfüßige) Betrachterin

sprichwörtlich

selbst von den Socken.

Wortspielerei hin,

Wortspielerei her: Im

Münsterland, einst

eine Textilhochburg,

haben nur wenige

Hersteller bis

heute überlebt. Die

Manufaktur in der kleinen

Vechtegemeinde ist

eine davon. „Aber auch wir

mussten uns neu aufstellen“,

gibt Roland Krechting zu. Gegründet

1913 von seinem Großvater Josef

Krechting, 1957 vonVater Georgübernommen,

wurde der Staffelstab 1992 an

Roland Krechting weitergegeben. Zu

einer Zeit, als nach der Wehrmacht im

vergangenen Jahrhundert die heutige

Bundeswehr noch zu den Hauptauftraggebern

zählte.DickeStrümpfefür lange

Märsche wurden hier überwiegend auf

den 120 Maschinen gestrickt. Auch die

Polizeibeamten wurden damit ausgestattet.

„Wir waren damals weitestgehend

von öffentlichen Aufträgen abhängig“,

120 Strickmaschinen produzie

blickt der Firmenchef zurück

len dann plötzlich weg, als

ausgeschrieben werden mus

Bulgaren oder Rumänen k

nicht mithalten. Die warenin

tion einfach billiger“, sagt Kr

packen und aufgeben? Oder

Herausforderungen und M

chen? Der Schöppingerentsc

die zweite Variante: „Ich ha

mich in der Situation gefra

Wasmache ich mit den ganz

Maschinen, wie kann ich

auslasten? Herausgekomm

ist die Entwicklung ein

Funktionssocke“, hat sich d

53-Jährigeauf einenalterna

ven Weg gemacht.

Funktionssocke–dahinter v

birgt sich im normalen Jarg

Berufs- und funktionale B

kleidung. Ein Kleidungsstüc

das je nach Bedarf Feucht

keit transportieren oder au

nehmen soll. Das den Fuß

Stiefel oder Arbeitsschuh tr

cken und warm hält. Auf d

Baustelle, auf der Ölplattfor

im Hygiene- und Lebensmitt

Bereich, aber auchinder Lan

wirtschaft oder auf der Jag

„Diesen Einstieghaben wir v

15 Jahren gewagt –und si

inzwischen in diesem Segme

Von Rammstein

bis zum Stutzen

Bergeweise Socken lagern nach der Produktion im Schöppinger Unternehmen.

Socken als täglicher Gebrauchsgegenstand

– klar,

das ist bekannt. Socken als

Werbeträger? Eher weniger.

„Socken lassen sich überall

einsetzen“, betont Roland Krechting.

Egal, ob für den Handwerksbetrieb oder

eine Versicherung: „Viele Berufszweige

lassen ihr Logo einarbeiten oder einen

Spruch einsticken und verschenken die

Socken dann an Kunden und/oder Mitarbeiter“,

erzählt der Schöppinger Unternehmer.Auch

die Musikbranche hat diesen

Bereich als Franchise-Zweig erkannt:

„Bands wie Unheilig oder Rammsteinhaben

auch Socken vonuns im Sortiment“,

lacht Roland Krechting.

Überhaupt rücken Sockeund Strümpfe–

ebenso wie Strumpfh

osen für den Herrn

–immer mehr in den modischen Fokus.

Schuhhersteller kombinieren gerne das

Drüber und Drunter, Socken-Vermieter

haben hier ebenfalls eine Nische entdeckt.

Socken im Abo? Kein Problem. Sogar

farblich auf das Outfit abgestimmt.

Stützstrümpfe, Stopper-, grobe Trachtensocken

oder Fußballstutzen –auch hier

ist der Schöppinger dabei.

Und während Deutschlandbeim Beinling

noch überwiegend schwarz-weiß sieht,

sind Länder wie Italien oder die Niederlande

auch hier bereits einen Schritt voraus:

„Holland liebt es bunt. In Italien tragenfast

90 Prozent der Männer nicht Socken,

sondern Kniestrümpfe.“

Susanne Menzel


BETRIEBE 13

ssten uns neu aufstellen“

rise nicht aufgegeben, sondern nach neuen Herausforderungen und Märkten Ausschau

lgreich, beliefert die Industrie und große Textilketten.

ren täglich bis zu 10 000 Strumpf- und Sockenpaare.

.Und die fieeuropaweit

ste. „Mit den

onnten wir

der Produkechting.

Einnach

neuen

ärkten suhied

sich für

be

t:

en

ie

en

er

er

ti-

zu Hause“, sagt Roland Krechting. Den

Hauptumsatz macht die Strumpffabrik

derweil mit Industriekunden, der Textil-

Einzelhandel läuft nebenher. Allein eine

halbe Million Sockenpaare pro Jahr hat

in der Vergangenheit der Bergbau geordert.

„Damit ist aber bald Schluss“, weiß

Roland Krechting. Auch hier stehen dann

wieder Veränderungen an, die Suche

nach neuen Absatzmärkten ist gefragt.

Allerdings ist das Unternehmen mittlerweile

so gut aufgestellt, dass die dauerratternden

Maschinen 10 000 Paar Socken

und Strümpfe täglich stricken können.

Und da stelle man sich bitte nicht

Omas Muster „zwei rechts, zwei links,

eine fallen lassen“ vor. Ununterbrochen

arbeiten die Nadeln, ziehen das Garn meterweise

von großen Spulen. Heraus

kommen Schläuche, die in bestimmten

Abständen immer vonbesondersauffälligen,

durchsichtigen Reihen unterbrochen

sind. „An diesen Stellen werden die

Schlauchteile mit einem Fön voneinander

getrennt. Das Ergebnis ist der – an

derSpitze noch offene –Strumpf“, erklärt

der Fachmann. Vieles, was nun folgt, ist

ein Mix aus Hand- und maschineller

Arbeit. Die dünnen Socken werden elektronisch

gekettelt („Ohne, dass eine Naht

drückt.“), die dicken per Hand. Die Produkte

werden vorgewaschen, getrocknet

und wieder geformt. Überfl

üssige Nähte

per Hand abgeschnitten, dann die Paare

etikettiert und für die Kunden speziell

verpackt. „Die großen Textilketten lassen

bei uns ihre Eigenmarken fertigen“, ist

Roland Krechting stolz. Auch der Internet-Versandhandel

steht in seinem Verteiler:

„Da kaufen dann Schöppinger

über Berlin in Schöppingen ein“,

schmunzelt der Geschäftsmann. Beim

täglichen Lagerverkauf (8 bis 17 Uhr)

vorbeizuschauen, wäre eigentlich der

kürzere Weg.

Nun, da die Strumpffabrik mit ihrer Marke

Nordpol-Strümpfe europaweit vertreten

ist, spielen diese Distanzen kaum

mehr eine Rolle. Skandinavien, Schweden

und die Benelux-Länder zählen zu

den hauptsächlichen Zielen der Schöppinger

Produkte. „Es ist vor allem die

hochwertige Ware, die hier gefragt ist“,

sagt Roland Krechting. „Billigsockensind

nicht mein Metier. Wir produzieren in

Deutschland vernünftige Qualität. Diese

hat halt eben ihren Preis.“

Um diese Leistung zu halten, „muss man

sich als Unternehmer ständigden Fragen

stellen: Wo kann man noch etwas verbessern?

Wo muss man vielleicht etwas ändern?“,

ist sich der Unternehmer bewusst.

„Schnellschüsse sind dabei aber

nicht gefragt. Wirmüssen uns den Anforderungen

stellen, die der Markt an uns

richtet.“ Viele seiner „Marktbegleiter“

haben vor den schnellen Entwicklungen

kapituliert. „Es gibt in Deutschland vielleicht

noch eine Handvoll Strumpffabriken.

Und da tummelt sich dann jeder in

seinem Segment.“

Susanne Menzel

INFOS

Gelernte Textiltechniker –eine Ausbildung,

die auch Roland Krechting

durchlaufen hat -,gibt es aktuell

nur noch sehr wenige. Auch Krechting

bildet nicht aus. Der Grund: „Es

gab keine geeignete Berufsschule

für diesen Zweig.“ Der Verband hat

deshalb nun eine eigene Textilberufsschule

errichtet. Roland Krechting

greift bei seinem Personal (40

Festangestellte sind es derzeit)

überwiegend auf Mitarbeiter aus

anderen Berufen, vorzugsweise aus

dem Handwerk zurück. Seine Erfahrung

dabei: „Wer Interesse hat,

kann alles lernen.“

r-

on

e-

k,

igfim

o-

er

m,

eldd.

or

nd

nt

FOLIENLÖSUNGEN

INDUSTRIE-

VERPACKUNGEN

TECHNISCHE

FOLIEN

KONSUM-

VERPACKUNGEN

WIE ENTSTEHEN MODERNE

VERPACKUNGSLÖSUNGEN BEI B+K?

EXTRUDIEREN, DRUCKEN, KASCHIEREN,

KONFEKTIONIEREN…

LERNEN SIE DIE PRODUKTION KENNEN, DIE

MENSCHEN, DIE HIER ARBEITEN UND AUCH

DIE KARRIEREMÖGLICHKEITEN IN EINEM

FAMILIENUNTERNEHMEN.

FREUEN SIE SICH AUF SPANNENDE EINBLICKE.

TAG DER OFFENEN TÜR

125 JAHRE BISCHOF + KLEIN

SAMSTAG, DEN

2. SEPTEMBER 2017

10.00 – 16.00 UHR.

www.bk-international.com


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Klein gestartet –groß geworden

Das münsterische Unternehmen Pinolino lässt inzwischen weltweit produzieren und verkauft 1500 Artikel.

In einer Scheune auf einem Bauernhof

in Münster fing alles an. Dr.Martin

Funcke begann dort vor 20 Jahren

damit, Kindermöbel, Accessoires

und Spielwaren zu fertigen und zu

vertreiben. Heute hat Pinolino in

Münster rund 85 Mitarbeiter, lässt

weltweit produzieren und verkauft

1500 verschiedene Artikel.

Mit solchen Einfällen –einem Doppelliegestuhl –überrascht Pinolino die Kunden.

Eine starkeKombination für

einenstarken Wirtschaftsraum

Mit der Wirtschaftskombi

auf direktem Weg zu

Ihrer Zielgruppe in

Nordwestdeutschland

Bis zu

179.000 Exemplare

(Gesamtauflage)

Beratung:

Frank Micheel

Tel. 0251/690-916161

Lars Normann

Tel. 0251/690-916162

Papenburg

Meppen

Lingen

Wangerooge

OLDENBURG

Delmenhorst

BREMERHAVEN

FLENSBURG

BREMEN

Verden

KIEL

SCHLESWIG-

HOLSTEIN

HAMBURG

NIEDERSACHSEN

LÜBECK

LÜNEBURG

SCHWERIN

Allein von der Kindersitzgarnitur

„Nicki“ verkauft Pinolino

jedes Jahr rund 40 000

Stück, sagt Dr. Martin Func

Erhat noch mehr gute Ake.

„Pferde“ im Stall: das Schaukelpferd als

der Klassiker unter den Spielwaren, der

Liegestuhl„Linus“oder die immer gefragteren

Laufräder.

Der 50-jährige Dr. Martin Funcke

ist geschäftsführender Gesellschafter

der Pinolino Kinderträume

GmbH an der Sprakeler Straße,

die vonAnfanganFamilien als

Kunden im Fokus hat. Dabei ist das

Unternehmens mit seinenjetzt 20

Jahren den Kinderschuhen entwachsen

–aber seinem Sortiment

und dem Standort seit

1997 treu geblieben.

„Münster ist gesetzt und ein

attraktiver

Standort für die Mitarbeiter.“

Gern hätte Funcke

das „Pinolino-Geschehen“ in

Münster-Kinderhaus konzentriert unter

einem Dach, doch der Platz reichte dort

nicht mehr aus. Rund 1500 verschiedene

Produkte umfasst heute das Sortiment,

wobei bei vielen Artikeln zusätzlich noch

unterschiedliche Größen und Farben

eine Rollespielen. Die Bettenlängen variieren

beispielsweise, die Laufrädchen-

Flotte wächst und reicht von gemütlich

bis cool.

Die Lagerfl

äche von Pinolino, Spezialist

für Kindermöbel, Spielzeug und Accessoires,

beträgt bereits 12 500 Quadratmeter,trotzdem

müssen Hallen angemietet

werden.

Rund 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet

Pinolino als Großhändler,erklärt

der Chef. Funckes Unternehmen hat seine

Produkte jahrelang in Rumänien

arbeiten lassen, sich aber im vergangenen

Jahr von der Fabrik getrennt. Heute

lässt Funcke,der in Münster rund 85 Mitarbeiter

beschäftigt, weltweit produzieren.

Größter Absatzmarkt ist nach eigenen

Angaben mit 80 Prozent Deutschland,

gefolgt von den Beneluxländern,

der Schweiz und Frankreich. Verkauft

wird auch nach China.

Dr. Martin Funcke persönlich gründete

die Firma in einer Scheune. Als BWL-Student

handelte ermit Oldtimern und verkaufteauf

dem Flohmarkt. „Ich hättemir

nie vorstellen können, Schraubenzuverkauften“,

sagt der 50-Jährige. Er habe

einfach Spaß an allem Schönen und

Kreativen, betont Funcke. Um Standards

Vor 20Jahren gründete Dr. Martin Funcke inMünster seine Firma

Pinolino.

zu halten, setzt er auf Entwicklungen im

eigenen Haus. Allein sechs Mitarbeiter

sind demnach fürs Marketing und die

Produktentwicklung zuständig.

Rund ein Jahr dauereein solcher Prozess,

klärt Funcke auf, erst dann sei ein Produkt

reif für den Markt. Dabei spielten

Stimmungen und Farbwelten eine Rolle,

aber auch Qualität und Stabilität müssten

passen. Die Küchenindustrie setze

farblich meistens den ersten Trend, der

sich gerade im Bereich von weißen Möbelnbewegen

würde. Aber auchein skandinavischer

Einfl

uss nehme zu.

„Wir wollen kein Billigheimer sein“, zeigt

Funcke Grenzen auf. Eine tatsächliche

Grenze gibt es für ihn. Der 50-Jährige

denkt nicht daran, an den amerikanischen

Markt zu gehen und dort Familien

als Kunden zu gewinnen. Das sei ihm zu

risikoreich, erklärt er und blickt auf die

extra dafür abzuschließenden Versicherungen,

die ihn allein schon ein Vermögen

kosten würden.

Aktuellarbeitet das Unternehmen Pinolino

an einer eigenen Stoffkf ollektion und

möchtesich im Bereich vonTextilien und

Accessoires stärker aufstellen.

Pinolino präsentiert sich Anfang September

auf der Gartenmesse „Spogafa“ in

Köln und bereitet sich aktuell ebenso auf

die Spielwarenmesse in Nürnberg vor.

Funckeist überzeugt: „Der Markt wächst.

Heute sind esdie Großeltern, die in ihre

Enkel investieren.“ Und der 50-Jährige,

der gerne reist, bringt stets neue Ideen

mit –sowie zum Beispiel den Doppelliegestuhl,

den er beim Skifahren entdeckt

habe.

Gabriele Hillmoth

Nordhorn

Rheine

Coesfeld

OSNABRÜCK

Minden

BIELEFELD

MÜNSTER

Hameln

HANNOVER

WOLFSBURG

BRAUNSCHWEIG

NORDRHEIN-

WESTFALEN

Einbeck

GÖTTINGEN

Ohne Streuverluste ·Überregional ·Vorteilhafte Konditionen

Ganz in Weiß kommt das Kinderzimmer daher. Das Unternehmen orientiert sich dabei an

den Trendfarben.

Fotos: Pinolino


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Made in Nottuln für das

MoMA inNew York

Das Nottulner Unternehmen ERPA feiert mit einem klassischen Treteimer Erfolge und lieferte jetzt

gleich 90 Exemplare an das weltberühmte Museum ofModern Art.

„Na ja, ich hatte daletztens eine

Anfrage aus Tokio.“

Jörg Sachse

Es warimMärz, als die Mail aus New

York im Postfach war. „Aber da hab

ich erstmal nicht drauf reagiert“, erinnert

sich Jörg Sachse schmunzelnd.

Dabei kam die Mail nicht von

irgendwem. Sie kam aus New York

vom berühmten Museum of Modern

Art. Das MoMA wollte 90 der klassischen

Treteimer ordern, die Jörg

Sachse in seinerFirma, der ERPAMetallverarbeitung

in Nottuln, herstellt.Na

ja“, lacht Sachse schelmisch.

„Da kamen dann

noch ein paar Mails. Und

irgendwann hab ich halt

doch geantwortet.“ Inzwischen

haben die 90 Tretmülleimer ihre

Reise aus der quietschgelb angestrichenen

Halle in die USA angetreten.

Die Firma ERPA und Jörg Sachse –das

war irgendwie Schicksal. Sachse ist mit

den Gründern der Firmaverwandt. „Aber

es ist echt großer Zufall und war überhaupt

nicht abzusehen, dass ich den Betrieb

mal führen

werde.“ Gegründet

wurde ERPA

1928 von Josef

Rhode. Das Gründungsprodukt

war die sogenannte

Rhode-

Patrone, in der

der infektiöse Hustenauswurfvon Tuberkulosekranken

gesammelt und hygienisch

entsorgt werden konnte. Dieser

Mülleimer hat einen Tretmechanismus

und einen dicht schließenden Deckel.

Anfang der 50er Jahre übergab Josef

Rhode das Geschäft an seine Söhne Fritz

und Ernst, die es mit den Abfallsammlern

für den Sanitär- undGastronomiebereich

ausweiteten. Fritzstieg aus dem Geschäft

aus, Ernst führte esweiter. Eben dieser

Ernst Rhode war der Onkel von Sachse.

Doch bevor der gelernte Maschinenschlosser

ERPA übernahm, gingen noch

viele Jahreins Land.1988kam JörgSachse

in den Betrieb, machte seinen Meister

Alles Handarbeit: Bis zu 45 Treteimer entstehen pro Woche im

Nottulner Metallbetrieb.

Großauftrag: In Jörg Sachses Betrieb in Nottuln wurden jetzt 90 Treteimer für das Museum of Modern Art hergestellt

in Metall. Am 1. Januar 1997 trat er in die

Fußspuren seines Onkels Ernst und ging

mit der Produktion von Treteimern zurück

zu den Wurzeln.

Damit begann seine Erfolgsgeschichte.

VomZulieferbetrieb wurde die ERPAwieder

zum Produktionsbetrieb für die klassischen

Tretmülleimer,die allerdings nun

eher in Haushalten Einzug hielten und

hier als stylish gelten.

Gefertigt werden die Eimer noch genauso

wie seinerzeit bei den Gründervätern: Jedes

Stück ist Handarbeit, gemacht aus

Blech, Scharnieren, Gummischnüren,

Schrauben und Farbe. Etwa eine gute

Stunde dauert es, bis so ein Stück fertig

ist. „Wir machen so etwa40bis 45 in der

Woche“, erklärt Sachse.

Als ein Segen stelltesich für die Firma das

Internet heraus. Sachse bekam Kontakt

zum Warenhausbetreiber und Onlineshop

Manufactum, der die hochwertigen

und klassischen Treteimer insein Sortiment

aufnahm. Auch eine eigene Homepagehat

das Unternehmen, über die Treteimer

geordert werden können.

Beim MoMA-Auftrag war Sachse zunächst

skeptisch: „Ich dachte, dass ich

mich damit verhebe.“ Schließlich sei er ja

nur eine „kleine Klitsche“ im Münsterland,

stapelt er tief –mit fünf Mitarbeitern:Susanne

Potthast und Ehefrau Anja

im Büro, sein Schwiegervater Paul Thesing

und dessen Freund Erich Boor in der

Werkstatt. Aber: Sie sind ein eingespieltes

Team.

Wie kommt nun das MoMA dazu, ERPA-

Treteimer zu ordern? „So genau kann

man das nicht mehr nachvollziehen“,

meint Jörg Sachse. Da sei viel Mundpropaganda

im Spiel gewesen. Über eine

Messe in Paris sei ein Kunde darauf aufmerksam

geworden, der Kontakte zum

MoMA hatte. Und so entwickele sich eine

solche Geschichte eben. Ganz einfach.

Ja, ganz einfach. Vorein paar Tagen traten

die 90 Treteimer, penibel verpackt,

die Reise über den großen Teich nach

NewYork an. Und waskommt als Nächstes?

„Naja, ich hattedaletztens eine Anfrage

aus Tokio.“ Ein breites Lächeln

huscht über Jörg Sachses Gesicht.

Iris Bergmann

Ein wetterfestes Angebot.

SichernSie sich einenJungen Sterninklusive Sommer-oder Winterrädern.

Biszum 30.11.2017 erhalten Sie beim Kaufeiner gebrauchtenC-oderE-Klasse 1 einen Satz

Sommer-oder Winterräder gratis dazu.

24 MonateFahrzeuggarantie, 12 Monate Mobilitätsgarantie, garantierte Kilometerlaufleistung

undviele weitereJungeSterne Vorteile 2

Inkl. Gratissatz

Räder

1

Gültig für ausgewählte Modelle der C- und E-Klasse Limousine und T-Modell (W/S205, S212und W/S213).

2

Die Garantiebedingungen finden Sie unter www.mercedes-benz.de/junge-sterne.

Fotos: Iris Bergmann

Beresa GmbH &Co. KG

AutorisierterMercedes-Benz Verkauf und Service

Egbert-Snoek-Str. 2,48155 Münster

Tel.: 0800 7788505 (kostenfrei), www.beresa.de


16 BRANCHEN &BETRIEBE

Führender Anbieter imMarkt

Bischof +Klein in Lengerich wird 125 Jahre alt und investiert auch im Jubiläumsjahr in die Zukunft.

Bischof +Klein wächst. Im 125. Jahr

seines Bestehens erweitert das Familienunternehmen

erneut seine Kapazitäten

zurHerstellung von fl

exiblen

Verpackungen und technischen Folien.Allein

im Stammwerk Lengerich

(1300 Mitarbeiter) investiert der Folien-

und Verpackungsspezialist

2017 unter anderem in zwei neue

Blasfolienanlagen,eine davon in der

gerade vergrößerten Reinraumfabrik,

sowie ineine moderne Extrusionsbeschichtungsanlage

und in

eine neue Tiefdruckanlage. „Wir

sind gut aufgestellt und wollen unsere

Positionweiterausbauen“, so Vorstand

Dr. Volker Pfennig.

Die B+K-GRUPPE (Jahresumsatz

2016: 562 Mio.

Euro) produziert mit insgesamt

rund 2600 Mitarbeitern

fl

exible Verpackungen

sowie technische Folien aus

Kunststoff und Kunststoffvf erbunden an

sechs Produktionsstandorten in Deutschland,

Frankreich, Großbritannien, Polen

und Saudi-Arabien. Die 4. und 5. Generation

der Nachkommen von Unternehmensgründer

Alwin Klein lenken die Geschicke

des Unternehmens als Gesellschafter

und Mitglieder des Aufsichtsrates.

Zusammen mit Hermann Bischof gründete

Alwin Klein 1892 die „Papierfabrik

und Prägeanstalt Bischof &Klein“. 1922

nahm das Unternehmen die Herstellung

von Papiersäcken auf. 1950 wurde die

Produktion von Konsumverpackungen

verstärkt. Anfang der 60er Jahregehörte

B+K zu den Pionieren in der Kunststoffverarbeitung.

In den 1980er Jahren forcierte

das Unternehmen die Herstellung

von fl

exiblen Konsumverpackungen aus

Kunststoff und stieg in den Markt der

technischen Folien ein. In allen Sparten

gilt Bischof +Klein seit Langem als einer

der führenden Anbieter in Europa.

Weltweit werden Industrieverpackungen

vonB+K eingesetzt. Zu den Kunden gehören

die großen Unternehmen der Branchen

Chemie und Pharma, Aground Garten,

Bau und Haus sowie Nahrungs- und

Genussmittel. Die zunehmende Nachfrage

nach hochreinen Verpackungslösungen

wird mit einer speziellen Produktlinie

aus der separaten Reinraumfertigung

bedient. Im Konsumbereich bietet B+K

hochveredelte Verpackungen für namhafte

Markenartikler in den Branchen

Agro und Garten, Bau und Haus, Hygiene,

Nahrungs- und Genussmittel, Tiernahrung,

Wasch- und Reinigungsmittel

an. Schwerpunkte bei den Technischen

Folien sind die Fertigung von Oberfl

ä-

chenschutzfolien und technischen Verbundfolien

bzw. Kaschierfolien.

So vielfältig wie die Produkte sind auch

die Produktionsmöglichkeiten. Techniker

und Entwicklungsingenieure finden

im Stammwerk in Lengerich ein einzigartiges

Spektrum an Produktionsmöglichkeiten.

Die Gründe für die ungewöhnlich

langeErfolgsgeschichtesieht Dr.Volker

Pfennig in der nachhaltigen Ausrichtung

der Unternehmenspolitik von Bischof

+ Klein. Das Nachhaltigkeitsmanagement

stellt die ökologischen, sozialen

und ökonomischen Herausforderungen

auf eine Ebene. Vor über 30 Jahren

Beeindruckend groß ist das Stammwerk von Bischof +Klein in Lengerich (Kreis Steinfurt).

warB+K eines der ersten Unternehmen in

Deutschland, das den Umweltschutz in

der Unternehmenspolitik verankerteund

Wirtschaftlichkeit mit Umweltschutz

koppelte. Seit 1987 veröffentlicht das

Unternehmen jährlich eine Umwelterklärung.

Seit 2011 ist sie Bestandteil des

jährlichen GRI-Nachhaltigkeitsberichtes

auf der Grundlage der internationalen

Global Reporting Initiative. 2014 wurde

B+K für sein umfassendes Engagement

mit dem CSR-Preis der Bundesregierung

ausgezeichnet.

Einen Schwerpunkt setzt B+Kauch auf

Ausbildung. Mit seinen deutschen Standorten

zählt der Folien- und Verpackungshersteller

laut einer aktuellen Studie des

Wirtschaftsmagazins Focus Money zu

Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben.

Das Unternehmen beschäftigt in

Deutschland mehr als 2000 Mitarbeiter

und bildet ca. 120Auszubildende in über

zehn verschiedenen Berufen aus.

Dr.VolkerPfennig: „Motivierteund kompetente

Mitarbeiter sind unser großes

Plus. Mit Know-howund moderner Technologie

entwickeln wir unsere Produkte

immer weiter und fördern so die Bemühungen

unserer Kunden um Nachhaltigkeit.

Wirsehen in fl

exiblen Kunststoffvf erpackungen

die größten Chancen im gesamten

Verpackungsmarkt.“

Foto: B+K


GELD &GESCHÄFT 17

Die Chance auf mehr

Nur wenige Bundesbürger partizipieren an den Kursbewegungen am Aktienmarkt –Zertifikate bieten

eine Möglichkeit, anden Gewinnen teilzuhaben, ohne eine enormes Risiko einzugehen

Bär und Bulle stehen an der Börse für unterschiedliche Gemüter –für Pessimisten und Optimisten. Auch Zertifikate setzen auf dieses Spannungsverhältnis.

Foto: colourbox.de

OFFEN GESAGT

Qual der Wahl

InZeiten eines Dauerzinstiefs haben

Sparer grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Sie resignieren –und verzichten

auf längere Sicht auf nennenswerte

Zinserträge –oder sie schauen sich

nach alternativen, lukrativeren Finanzprodukten

um.

Zertifikate können dann für Kleinanleger

eine interessante, wenn auch risikobehaftete

Variante zum Tagesgeld

oder Sparbuch sein. Vor allem Bonus-

Zertifikate kommen mit ihrer recht hohen

Sicherheitspräferenz den Wünschen

vieler traditioneller Sparer nahe.

Wenn auch der direkte Aktienkauf bei

einer längeren Spar-Perspektive wohl

die gewinnversprechendste Anlagevariante

ist, sind Zertifikate ebenfalls ein

Weg, auch mit kleinem Geld am großen

Finanzmarkt mitzuverdienen.

Wie bei allen Überlegungen zur Vermögensbildung

darf auch bei Zertifikaten

nicht der Hinweis fehlen, dass eine

möglichst breite Streuung der Geldanlage

sinnvoll ist.

Die jahrelange Nullzinspolitik der

Europäischen Zentralbank verführt viele

Anleger zu mehr Kreativität, sollte

sie allerdings nicht zu höchst riskanten

Sparformen verleiten. Jürgen Stilling

Wer anBörsengeschäften teilhaben

will, ohne direkt Aktien oder Anleihen

zukaufen, greift in Deutschland

immer öfter zuZertifikaten. Auf diese

Weise bekommt der Anlegerkeine

feste Verzinsung, partizipiert aber

an der Wertentwicklung anderer Finanzprodukte.

Zertifikate sind sehr unterschiedlich

ausgestaltet. Hier

einige beliebte Varianten:

►Discount-Zertifikate

Discount-Zertifikate sind die

bei deutschen Anlegern beliebtesten Produkte

dieser Wertpapierklasse: Sie machen

hierzulande eine der größten Gruppen

unter den Anlagezertifikaten aus. Besonders

attraktiv sind sie durch den Rabatt,

den sie im Vergleich zu einem Direktkaufdes

Basiswerts aufw

eisen. Doch

dieser Nachlass der hat seinen Preis.

Der Sparer muss einen sogenannten

„Cap“ in Kauf nehmen. Dieser begrenzt

die Gewinnchancen nach oben. Konkret:

Notiert der Basiswert, etwa eine bestimmte

Aktie aus dem Standardwerte-

Index Dax, zum Laufzeitende unter dem

Cap, erhalten Besitzer des Discount-Zertifikats

entweder den Basiswert selbst angedient

oder einen Barausgleich, dessen

Höhe dem Kurs des Basiswerts zum Fälligkeitstermin

entspricht. Notiert der Basiswert

zum Laufzeitende des Discount-

Zertifikats allerdings genauauf oder über

dem Cap, erhalten die Anleger einen zuvor

festgelegten Maximalbetrag ausgezahlt.

Dieser entspricht der Höhe des

Caps. Sie erzielen somit zwar den bei diesem

Zertifikat größtmöglichen Gewinn,

dieser kann jedoch kleiner sein als bei

einem Direktinvestment in die Aktie.

Denn der ausbezahlte Maximalbetrag ist

immer gleich, egal ob der Basiswert genauauf

demCap oder auch weit darüber

liegt. Für Anleger, die stark steigende

Kurse erwarten, sind Discount-Zertifikate

somit kein optimales Produkt.

►Index-Zertifikate

Index-Zertifikate bilden einen bestimmten

Index, etwa den wichtigsten deutschen

Börsenindex Dax, nach und ermöglichen

es somit mit lediglich einer Transaktion,

an der Wertentwicklung zu partizipieren.

Index-Zertifikatewerden in der

Regel mit einem bestimmten Bezugsverhältnis

ausgegeben. Dieses weist aus, wie

der Wert des Zertifikats im Verhältnis

zum Indexstand ist. Index-Zertifikate

gibt es in zwei Varianten: mit einer festen

Laufzeit oder als „Endlos“-Variante. Ein

Vorteil dieserZertifikateist, dass sie börsentäglich

zu den offiziellen Handelszeiten

und zu einem direkt am Indexstand

orientierten Preis ge- oder verkauft werden

können. Das Risiko ist geringer als

bei einer direkten Aktienanlage, weil die

Streuung auf die im Index enthaltenen

Aktien das GesamtrisikoinGrenzen hält.

►Bonus-Zertifikate

Bonus-Zertifikate bieten unter allen Zertifikaten

die höchste Sicherheit. Grundsätzlich

funktionieren sie wie andereZertifikate

auch: Es gibt einen Bezug auf

einen Basiswert, der beispielsweise eine

Aktie oder ein Index sein kann. Eingezogen

wird beim Bonus-Zertifikat immer

eine Sicherheitsschwelle und ein Bonus-

Level. Ein Beispiel: Angenommen der Anleger

entscheidet sich für ein Bonus-Zertifikat

mit einer Aktie als Basiswert, derenKursderzeit

100Eurobeträgt.Die Sicherheitsschwelle

könntebei diesem Zertifikat

bei 80 Euro liegen, während der

Bonus-Levelbei 120Euroangesiedelt ist.

In der FolgegibtesdreimöglicheSzenarien,

wie sich der Kurs des Basiswertes

verhalten könnteund welche Auswirkungen

dies auf das Bonus-Zertifikat hätte.

Unterschreitet der Aktienkurs beispielsweise

während der gesamten Laufzeit

des Zertifikats nicht die Sicherheitsschwelle

von80Euro, so erhält der Anleger

amLaufzeitende auf jeden Fall eine

Auszahlung in Höhe des Bonus-Levels,

also 120 Euro. Fällt der Aktienkurs jedoch

unter die Sicherheitsschwelle, so

greift diese nicht mehr. Indiesem Fall

würde der Anleger am Laufzeitende den

Kurs erhalten, zu dem die Aktie dann notiert.

Ein anderes mögliches Szenario

könnte darin bestehen, dass der Aktienkurs

am Ende der Laufzeit oberhalb des

Bonus-Levels notiert. In diesemFall würde

der Anleger den jeweiligen Kurs ausgezahlt

bekommen. Jürgen Stilling

Stephan Dröge,

Freiberuflerbetreuer,

Sparkasse Münsterland Ost.

Dr. med. Jens Quakernack,

GYNMÜNSTER

Operative Gynäkologie,

Münster.

Einfach

verstanden.

sparkasse-mslo.de

Wirverstehen,was Siebewegt.

Weil wirinIhrer Branche zu Hause

sind.Mit Erfahrung und Know-how,

wieesnur Spezialisten haben.

Wissen isteinfach wertvoll.

Wenn’s um Geld geht


BERÜHRT HERZ UND VERSTAND

DerneueVWArteon

18 GELD &GESCHÄFT

Heizen mit

dem Rechner

Ein Dresdner Start-up vermarktet Server-Wärme

Es gibt klassische Limousinen.

Und es gibt Sportwagen.

Die einen bieten viel Raum und hohen Komfort,

die anderen scharfes Design und pure Dynamik.

Mit dem Arteon hat Volkswagen ein neues

Modell auf den Markt gebracht, das diese beiden

automobilen Welten verbindet. Ein sportlicher

Gran Turismo, avantgardistisch designt, ausgestattet

mit sehr viel Platz und den Assistenzsystemen

einer neuen Generation, interaktiv

vernetzt und somit „always on“, effizient und

stark motorisiert, auffallend fahraktiv und doch

komfortabel wie eine Oberklasselimousine

abgestimmt.

Dabei bietet der Arteon reichlich Raum. Dank des

langen Radstands von 2,84 Meter bei einer Länge

von 4,86 Meter sitzen Fahrer und Beifahrer im für

die Langstrecke zugeschnittenen Fastback­Modell

sehr bequem und bietet bis zu drei Erwachsenen

im Fond Beinfreiheit, die an Oberklassen­

Limousinen erinnert. Im Gegensatz zu einer

klassischen Limousine ist der Arteon mit einem

variablen Kofferraum ausgestattet. Dank großer

Heckklappe und der 1/3 zu 2/3 klappbaren

Rücksitzlehne bietet er einen Stauraum, der das

Niveau eines SUV erreicht.

Zu den wichtigsten Design­Elementen des mit

ausgesprochen dynamischen Proportionen ausgestatteten

Arteon gehört die neu entwickelte Frontpartie.

Kennzeichen: eine weit nach vorn und bis

über beide Kotflügel reichende Motorhaube und

ein Kühlergrill, der die gesamte Fahrzeugbreite

einnimmt. Die LED­Scheinwerfer, ­Tagfahrlichter

und Blinker verschmelzen dabei mit den verchromten

Querspangen des Kühlergrills und der

Motorhaube. So entsteht ein Frontpartiedesign,

das selbst hochkarätigen Sportwagen zur Ehre

gereichen würde.

Zum avantgardistischen Gesamtkonzept des

Arteon passen seine innovativen Assistenzsysteme.

Volkswagen wird den Gran Turismo

europaweit in drei Ausstattungsversionen

anbieten: „Arteon“, „Elegance“ und „R­Line“.

Großcomputer in Unternehmen produzieren

Hitze –und müssenfür viel

Geld gekühlt werden. Dresdner Tüftler

haben dieses Problem in einen

Vorteil verwandelt. Ihre Server-

Schränke können nicht nur rechnen,

sondern auch Häuser beheizen.

Das soll eine Heizung sein?

Nicht-Eingeweihtewürden

hier wohl einen gewöhnlichen

Server-Schrank sehen

–einen mannshohen

schwarzen Computer-Kasten mit ein paar

grünenLichtern hinter einer Glasscheibe.

Doch dieser Kasten kann auch Wasser auf

60 Grad erhitzen und damit ganze Gebäude

beheizen.

Der Server steht in der Werkstatt des

Dresdner Start-ups Cloud&Heat. Mittlerweilehaben

die Tüftler das Konzept einigen

namhaften Kunden schmackhaft gemacht.

Ihre Idee: ein typisches Problem

von Rechenzentren in einen Vorteil verwandeln.

Normalerweise müssen Server mit viel

Energieaufw

and gekühlt werden, damit

sie funktionstüchtig bleiben. Die Wärme

verpufft dabei meist als Abfallprodukt.

Die Dresdner Server-Heizung hingegen

nutzt sie. Eine seiner Cyber-Heizungen

kann drei energieeffizient gebauteEinfamilienhäuser

mit Wärme und Warmwasser

versorgen, wie Nicolas Röhrs, Geschäftsführer

des Start-ups, vorrechnet.

Dazu wird Wasser durch den Server-

Schrank geleitet –durch feine Kanälchen

ganz dicht an den heißen Prozessoren

entlang. Das Wasser erhitzt sich. Ein Wärmetauscher

speist schließlich die Hitze in

einen Pufferspeicher ein, der bei Bedarf

warmes Wasser bereitstellt.

Werstellt sich so etwas auf? „Kunden, die

ohnehin ein Rechenzentrum brauchen,

etwa zum Betrieb einer eigenen Cloud“,

erklärt Röhrs – vom mittelständischen

Unternehmen bis zum internationalen

Konzern. Gerade hat zum Beispiel der

Energiekonzern Innogy drei Server-

Schränkegekauft, um mit ihnen „einfach

und effizient“ Gebäude zu beheizen.

Auch im Eurotheum, dem ehemaligen

Sitz der Europäischen

Zentralbank

(EZB) in

Frankfurt, sollen

ab September

Cloud&Heat-Server

vor sich hinarbeiten

und den

„Die Anschaffung ist etwas

teurer als eine Rechenanlage

mit 0815-Luftkühlung.“

Nicolas Röhrs

Turm mitheizen.

Und ein ganzer

Container voller Schränke soll demnächst

nach Norwegen verschifft werden.

Abnehmer: ein dortiger „grüner“ Rechenzentrums-Anbieter.

Ein Schrank mit der Wasserkühlung koste

25 000 bis 250 000 Euro, je nach Ausstattung,

sagt Röhrs: „Die Anschaffung

ist etwas teurer als eine Rechenanlage

mit 0815-Luftkühlung.“ Die Mehrkosten

seien aber in wenigen Monaten ausgeglichen.

Denn mit dem System werde die

Hälfte der Ausgaben gespart, die sonst

mit klassischer Luftkühlung anfallen.

Wasdie Kunden mit den Rechnerkapazitäten

dann machen, bleibt ihnen überlassen.

Entweder sie nutzen sie selbst, oder

aber sie vertreiben die Prozessorleistung

weiter – zum Beispiel an Leute, die

Cloud-Speicherplatz brauchen. So will es

Innogy machen.

Ob diese Idee zukunftweisend ist? „Die

Nachfragenach Rechenleistung wirdauf

jeden Fall immer größer“, sagt Uwe Kluge,

Mitarbeiter der Sächsischen Energie-

Agentur.Damit würden auch die Rechenzentren

größer. Deren Abwärme wiederum

werdeweltweit immer mehr genutzt

–aus Kostengründen. „Das macht mehr

Große Rechenzentren müssen aufwendig gekühlt werden. Dabei

könnte man die Abwärme gut nutzen. Foto: dpa, Susanne Lindholm

Sinn, als solche riesigen Wärmemengen

in die Umwelt zu blasen.“

Und tatsächlich liebäugeln viele Betreiber

von Rechenzentren mit der Abwärme-Nutzung.

Einer Befragung des Berliner

Borderstep-Instituts zufolge glaubt

die Hälfteder Betreiber,damit viel Energie

sparen zu können. 30 Prozent versuchten

das schon –aber meist nur in

sehr geringem Umfang, teilt Ralph Hintemann

mit, IT-Experte des Instituts.

Er schätzt, dass in Deutschland rund

50 000 Rechenzentren stehen. Eine offizielle

Statistik darüber gebe es nicht. Alles

sei dabei –vom firmeneigenen Server-

Schrank bis zum Mega-Rechenzentrum

auf einer Fläche mehrerer Fußballfelder.

Zwischen 2011 und2016sei die Gesamtfl

äche der deutschen Rechenzentren um

15 Prozent gestiegen.

Trends wie Cloud Computing, Big Data

und künstliche Intelligenz befeuern die

Nachfrage nach hochwertigen Rechenzentren

noch weiter, sagt Christian Herzog,

Bereichsleiter für IT-Infrastruktur

und Kommunikationstechnologien beim

Branchenverband Bitkom. Effizienz werde

dabei für die Betreiber immer wichtiger.

„In dieses Muster fügt sich die Idee

des Dresdner Start-ups nahtlos ein, sie

könnteeinen weiteren Beitrag zum „grünen

Rechenzentrum“ leisten.“

Noch ist Cloud&Heat nach eigenen Angaben

nicht rentabel. Aber bis 2020 will

man schwarze Zahlen schreiben. Im laufenden

Jahr werde wohl ein Umsatz von

drei Millionen Euro erzielt, schätzt

Röhrs. Im kommenden Jahr rechnet er

mit doppelt so viel.

Dass bald auch systematisch Wohnhäuser

mit Servern beheizt werden, ist aber

eher unwahrscheinlich. Mit dieser Idee

warCloud&Heat zunächst angetreten. 80

Häuser seien in Deutschland mit den

Schränken bestückt worden, sagt Röhrs.

Doch das jungeUnternehmensei auf deren

Rechenleistung sitzengeblieben.

Cloud-Platzhirsche wie Amazon und

Google waren zustark. „Ich glaube, wir

waren einfach viel zufrüh dran“, sagt

Röhrs.

dpa


GELD &GESCHÄFT 19

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

6. September 2017: Informationsveranstaltung für Existenzgründer,

9bis 12.30 Uhr, wfc Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld, Burg Lüdinghausen, Amthaus 14, Lüdinghausen

8./9. September 2017: Leckerland-Hausmesse, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

20. September 2017: Lab Supply, Fachmesse für Labortechnik,

9.30 bis 15.30 Uhr, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster

21. September 2017: Zeitenwende im Datenschutz: Die

Datenschutz-Grundverordnung, 17 bis 19 Uhr, wfc Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld, Fehrbelliner Platz 11,

Dülmen

21./22. September 2017: vocatium Münsterland, Fachmesse

für Ausbildung und Studium, jeweils 8.30 bis 14.45

Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

25./26. September 2017: Landesfachtagung Nordrhein-

Westfalen des Verbandes Kommunaler Unternehmen e.V.

und Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKS, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

26. September 2017: Forum VIA für Auszubildende und

Berufsanfänger des Event- und Hotelbereichs, 9.15 bis 17

Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

27. September 2017: Auftaktveranstaltung „Predictive

Maintenance“, 14.30 Uhr, Wirtschaftsförderungs- und

Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH, Availon GmbH,

Daimlerstraße 40, 48429 Rheine

27./28. September 2017: Agravis-Ordermesse, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

29. September 2017: Gründungs-Summit der Gesellschaft

für Wirtschaftsförderung Kreis Warendorf, 15.30 Uhr,

Sparkassen-Forum, Freckenhorster Str. 65, Warendorf

Netzwerken am

Smoker-Buffet

Erstes E-Commerce-BBQ am 1. September in Bielefeld

Der E-Commerce-Markt in Deutschland

boomt –doch damit wächst auch

im Onlinehandel der Wettbewerb.

Ständige Optimierung lautet deshalb

eine Devise. Die Online-Marketing-

Agentur qualitytraffic GmbH, die in

Münster am Hafenweg 8und in Bielefeld

ansässig ist, veranstaltet am 1.

September ab 11 Uhr gemeinsam mit

B+S Logistik in Bielefeld ein erstes E-

Commerce-BBQ.

„Wir wollen nicht nur nützliche

Informationen vermitteln, sondern

auch einen Rahmen zum Netzwerken

schaffen.“

Impulsvorträge und praxisnahe

Workshops gehören ebenso zu den

Zutaten wie Netw

orking bei einer

großen Barbecue-Party

mit Smoker-

Buffet und Cocktail-Lounge. Thorsten

Piening, Geschäftsführer

der

quality

traffic

GmbH: „Wir wollen

nicht nur nützliche

Informationen

vermitteln,

sondern auch

Thorsten Piening, qualitytraffic GmbH

einen Rahmen

zum Netzwerken

schaffen. Wie

überall ist es auch imOnlinehandel von

großem Vorteil, wenn man gute Kontakte

hat und bei Fragen und Problemen weiß,

wen man ansprechen kann.“

Die Teilnehmer aus ganz Westfalen können

in Bielefeld einen ganzheitlichen Blick

auf das Geschäftsmodell Onlinehandel

werfen undselbst erfahren, wo versteckte

Potenzialeliege. „Wir haben die Erfahrung

gemacht, dass viele Onlinehändlerzentralen

Elementen ihres Geschäftes wie der Logistiknicht

genug Aufmerksamkeit schenken.

Dabei schlummert hier viel Optimierungs-

und Verbesserungspotenzial“, sagt

Stefan Brinkmann, Geschäftsführender

Gesellschafter der B+S Logistik GmbH.

Interessante Vorträge garantieren Experten

von Unternehmen wie Lucky Bike,

Coureon Logistics und HDNET. InWorkshops

geht es um Themen wie Google-

Shopping und effektives Controlling im E-

Commerce.

Anschließend haben die Teilnehmer Gelegenheit,

sich mit Gleichgesinnten und Experten

über ihre Erfahrungen und Fragen

zum Thema auszutauschen.

Laut einerPrognose des Handelsverbands

Deutschland wird

der Onlinehandel

hierzulande in

diesem Jahr 48,8

Milliarden Euro

umsetzen und damit

rund elf Prozent

mehr als

2016.Damit steht

der Onlinehandel

kurz davor, zehn

Prozent des Umsatzes im deutschen Einzelhandel

(493Milliarden Euro) zu erwirtschaften.

Abgesehen davonsorgt die Branche

für 50 Prozent des Wachstums im Einzelhandel

und ist einer der bedeutendsten

Wachstumstreiber in Deutschland. Dies

wiederumhat zur Folge, dass immermehr

Unternehmen in den Markt drängen und

der Wettbewerb sich weiter verschärft

Karten unter ww

w w.e-commerce-bbq.de.


UNTERNEHMEN

Ein guter Busin

ist die Grundlag

Existenzgründer sollten strukturiert arbeiten /Frühzeitig

Volker Bock Foto: Klöcker, Knippenberg &Partner

Ruven Klöcker

Wer ein Unternehmen gründen möchte, muss viele Details beachten. Die Fin

gründlich durchdenken sollten.

Wer erfolgreich ein Unternehmen

gründen möchte, sollte von Beginn

an strukturiert arbeiten. Wichtig dabei:

ein guter Business-Plan.

Dieser ist die Grundlage“, erklärt

Volker Bock, Steuerberater

und Diplomkaufmann

inder Kanzlei Klöcker,

Knippenberg &Partner

mit Sitz in Münster und Ladbergen.

Wiesieht die Marktsituation aus? Welche

Wettbewerber gibt es? Welche Produkte

sollen angeboten werden? Antworten auf

diese und weitere Fragen sollten zunächst

niedergeschrieben werden. Ein

durchdachter Plan, der Schritt für Schritt

abgearbeitet werden kann, ist in der

Gründungsphase Gold wert. „Dabei fallen

oftmals Sachen auf, bei denen nachgebessert

werden sollte“, ist sich Ruven

Klöcker, Master of Science und Financial

Advisor bei Klöcker, Kippenberg &Partner,sicher.„Es

ist schön, wenn manoptimistisch

ist. Es macht aber Sinn, mögliche

Szenarien zu durchdenken und im

Vorfeld zu überlegen, wie man dann reagiert“,

gibt Volker Bock allen zukünftigen

Existenzgründern mit auf den Weg.

Die meisten Businesspläneseien ausbaufähig,

so seine Erfahrung: „Ich erlebe beispielsweise

häufig, dass man sich bei der

Analyse des Marktes zu wenig Gedanken

macht.“

Über den Erfolg oder Misserfolg des

Unternehmens kann mitunter auch der

Standort entscheiden. Deshalb solltediese

Frage frühzeitig beantwortet werden.

Wenn beispielsweise eine hohe Kundenfrequenz

nötigist, eignet sich ein anderer

Standort als wenn die Anbindung zur

Autobahn sinnvoll ist.

Über die Finanzierung sollten Gründungswillige

sich möglichst frühzeitig

Gedanken machen. Gibt es Investoren?

Unterstützt die Familie? Ist Eigenkapital

vorhanden? Welche Fördermöglichkeitengibtes?

Realistische Gedankendarüber,

wie die Vorlaufzeit überbrückt werdenkann,

sind wichtig. Schließlichwisse

man n

Klöcke

durchg

Auch w

an eine

der Ha

Selbsts

führe e

Erfolg

Klöcke

die ma

wolle.

einen

wissen

die Sit

Alleine

Schritt

der Fa

unters

von E

Nicht

weiter

sind S

Wirtsc

bieten

Alleine oder im Team gründen?

Gründungen können sowohl imTeam als auch alleine erfolgreich sein. Es werde aber schwieriger, alle

benötigten Eigenschaften in einer Person zu vereinen. „Meistens ist es sinnvoll, dass man mit mehreren

gründet“, hat Volker Bock, Steuerberater und Diplomkaufmann bei „Klöcker, Knippenberg &

Partner“, in den vergangenen Jahren bei seinen Beratungen festgestellt. Denn: Die Gründungen werden

komplexer, es müssen immer mehr –auch rechtliche –Hintergründe beachtet werden. „Auch der

Prozess des Gründens selbst wird komplizierter“, soRuven Klöcker, Master of Science und Financial

Advisor. Nicht nur rechtliche und fachspezifische Einzelheiten müssen bekannt sein, sondern auch

verschiede persönliche Eigenschaften seien von Vorteil. Wer gründet, muss zu Beginn mit Rückschlägen

rechnen. Die Arbeitsbelastung ist zudem hoch –inder Regel höher als in einem Angestelltenverhältnis.

„Damit muss man klar kommen“, so Volker Bock. Zudem zahle sich

Hartnäckigkeit auf lange Sicht meistens aus. Mit Niederlagen solle man

außerdem umgehen können. Branchenerfahrungen und Kontaktfreude seien

darüber hinaus ebenso wichtige Eigenschaften. „Ich muss aktiv auf andere

Menschen zugehen. Wenn man

Vertriebstalent hat, ist das sicherlich

gut“, soRuven Klöcker: „Als

Gründer muss ich anderen Menschen

eine Arbeit und eine Struktur

geben. Ich muss eine ungewisse

Zukunft für mich selbst

einplanen“, gibt der Experte

Foto: Colourbox.com

in diesem Zusammenhang zu

Bedenken.

jeh


SGRÜNDUNG 20

Anzeigensonderveröffentlichung

ess-Plan

e

Gedanken über die Finanzierung machen

anzierung, der Standort und die Branche sind nur einige Beispiele, die Existenzgründer vorher

Foto: Colourbox.com

icht, wann der Erfolg eintrete, so

r. Dieser Zeitraum müsse aber

estanden werden können.

enn das Thema Geld von Anfang

Rolle spiele, sollteesjedoch nicht

uptbeweggrund zum Schritt in die

tändigkeit sein. Denn in dem Fall

sschnell zur Frustration, falls der

nicht schnell kommt, so Ruven

r. Vielmehrgehe es um die Idee, an

nglaube und die man umsetzen

„Man muss bereit sein, durch

langen Tunnel zu gehen ohne zu

,wodieser endet“, beschreibt er

uation zuBeginn der Gründung.

muss jedoch niemand diesen

ins Unbekannte wagen. Neben

milie, die das Projekt imIdealfall

tützt, kann die professionelle Hilfe

xperten die Arbeit erleichtern.

nur zu Beginn, sondern auch im

en Verlauf der Selbstständigkeit

teuerberater, Rechtsanwälte und

haftsprüfer hilfreiche Stütze. Sie

Gründungscoaching an, kümmern

sich um die erforderlichen Papiere, verschicken

Zahlungsvereinbarungen und

helfen zu einem strukturierten Start.

Einen Tipp geben Ruven Klöcker und VolkerBockindiesem

Zusammenhang allen

zukünftigen Existenzgrünernmit auf den

Weg: „Wir sind dankbar, wenn sie frühzeitig

zu uns kommen.“ Denn dann kann

von Anfang an ein professioneller Business-Plan

erstellt werden –ein Garant für

den Erfolg. Jenny Hagedorn

Fördermöglichkeiten

„Es gibt viel mehr Förderprogramme als man

meint“, so Volker Bock. Doch die richtige Finanzierungsstruktur

zu finden, sei eine Herausforderung.

Um Fördermöglichkeiten solle man sich jedoch

möglich rechtzeitig kümmern, daviele Programme

bereits vor dem Start des Unternehmens beantragt

werden müssen. Die Experten von „Klöcker, Knippenberg

&Partner“ helfen Existenzgründern durch

diesen Dschungel an Fördermöglichkeiten. jeh

Rechtzeitig um die

Nachfolge kümmern

Mit einem Familienpool kann Vermögen in die nächste Generation übertragen werden

Wer ein Unternehmen gegründet

undjahrelang geführthat, dermöchte,

dass auch nach dem eigenen Ausscheiden

die Geschäfte reibungslos

weiterlaufen. Das aufgebaute Vermögen

soll darüber hinaus in die

nächste Generation vererbt werden.

Rechtzeitig sollte dieser Schritt angegangen

werden, empfiehltDr. Ansgar

Beckervordersandfort von der

gleichnamigen Kanzlei. Beispielsweise

mit einem Familienpool kann

das Vermögen und das Unternehmen

langfristig und nachhaltig gesichert

werden.

Durch den geschickten Einsatz

eines Familienpools

kann die Vermögensnachfolge

optimal gesteuert

und gesichert werden“, ergänzt

er. Ziel dabei ist es, das vielleicht

über Generationen erarbeiteteVermögen

zu erhalten. Der Familienpool verhindert

Streitigkeiten und steuert die Vermögensnachfolge

optimal. Ohne Streuverluste,

ohne Zersplitterung von Werten –

eine Gesellschaftsgründung mit zwischenmenschlicher

Note.

Er erklärt ein Fallbeispiel für den Familienpool:

Die Eheleute Müller haben zwei

Kinder und sechs Enkelkinder. Sie sind

Miteigentümer von zwei vermieteten

Mehrfamilienhäusern mit einem Verkehrswert

von jeweils 2Millionen Euro

sowie eines selbst bewohnten Einfamilienhauses

im Wert von 1Million Euro.

Zudem verfügen sie über ein Aktiendepot

mit einem Kurswert von 2 Millionen

Euro. Für jedes Enkelkind zahlen sie monatlich

einen Betrag in Höhe von 600

Euro ineinen Aktienfonds ein.

Das Vermögen soll steueroptimiert auf

die Kinder und Enkelkinder übertragen

werden, wobei die Eheleute Müller die

größtmögliche Flexibilität behalten wollen.

Insbesonderewollensie sich im Alter

nicht finanziell einschränken müssen.

„Es bietet sich die Einbringung der beiden

Mehrfamilienhäuser und des Wertpapierdepots

in einen Familienpool in

der Form einer Kommanditgesellschaft

an“, schlägt Dr. Ansgar Beckervordersandfort

vor. Die EheleuteMüller werden

die Komplementäreund übernehmen daher

in der Gesellschaft die Geschäftsführung.

Die beiden Kinder werden als Kommanditisten

in Höhe der noch nicht ausgenutzten

Schenkungsteuerfreibeträge

von zurzeit jeweils 400 000 Euro pro

Kind und Elternteil beteiligt. Auf diese

Weise kann bereits Vermögenssubstanz

in Höhe von 1,6 Millionen Euro auf die

nächste Generation übertragen werden.

Zudem übertragen die Eheleute Müller

Kommanditanteile auf die sechs Enkelkinder.

Dajedes Enkelkind einen Freibetrag

in Höhe von200 000 Europro Großelternteil

hat, können so weitere2,4 Millionen

Euro steuerfrei übertragen werden.

Durch eine entsprechende Ausgestaltung

vonRücktrittsrechten kann eine

zielgenaue „Störfallvorsorge“imVerhältnis

zu den jeweiligen Enkelkindern erreicht

werden. So kann verhindert werden,

dass minderjährigeKommanditisten

mit Erreichen der Volljährigkeit über die

Ausübung des Sonderkündigungsrechts

gemäß §1629a Abs. 4BGB Vermögenswerte

„ungeschützt“ erhalten. Die Rücktrittsrechte

können auch an die jeweiligen

Eltern der Enkelkinder abgetreten

werden.

Erbrecht |Nachfolge |Vermögen

Foto: Colourbox.com

Dr.Ansgar Beckervordersandfort LL.M., EMBA

Rechtsanwalt und Notar, Mediator,

Fachanwalt für Erbrecht,

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Cathrin Beckervordersandfort

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Erbrecht

Klaus Weiduschat

Rechtsanwalt und Notar a. D.

Mediator

Andreas Sielker LL.M.

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Erbrecht

www.bvds-partner.de

Telefon 0251/49 09 32-10

TOP

RECHTSANWALT

2016

ERBRECHT

DEUTSCHLANDS

GROSSE

ANWALTSLISTE


22 GELD &GESCHÄFT

Platz für die Siebensachen

Moderne Self-Storage-Anlagen liegen immer mehr im Trend. In Münster gab es zu Beginn vor allem

einen Run auf die größeren Garagenabteile –für Band-Equipment, Boot und Oldtimer.

Platz für Privatleute und Unternehmen: In Münster hat ein Hamburger Unternehmen diese große Self-Storage-Anlage errichtet.

Foto: Michael Dedeke

Der Mensch ist heute beweglicherals

seine Siebensachen, die Quadratmeterpreise

im Zentrum Münsters sind

nicht geeignet, die Segelyacht oder

das Wohnmobil neben der Familienkarosse

einzuparken. Einfamilienhäuser

werden ohne Keller gebaut

und die Dachböden der Mietshäuser

zu Wohnungen umgenutzt. Self Storage

ist der Trend, der davon profitiert.Das

Selbsteinlagern vonHab

und Gut durch Unternehmer

und Privatleute inabgeschlossen,

sicheren,

sichtgeschützten und bequem

zugänglichen Mieteinheiten ist ein

Bedürfnis, das das HamburgerUnternehmen

Aves Storage seit April befriedigt:

Für drei Millionen Euro hat Aves an den

Kesslerweg eine Drive-up-Self-Storage-

Anlage 4.0 in Highline-Ausführung gesetzt,

die sich vomWellblechhütten- und

Containerpark oder Miet-Kabuffs bei

Umzugsunternehmern der ersten Storage-Generation

krasser kaum unterscheidenkann:

„Selbst in unserer kleinsten

Einheit XS von gut acht Quadratmetern

kann ein Internetzugang und eine

Infrarotheizung optional dazu gebucht

werden“, erläutert Ingo Schmidt.

Der Aves-Storage-Projektmanager weiß,

dass Unternehmer gern gleich am Warenlager

digital ihre Lagerlogistik abarbeiten.

Er verwaltet selbst 2800 Quadratmeter

Lagerboxen und Garagen in 165

Einheiten. Sieben verschiedene Größenordnungen

zwischen acht und 29 Quadratmetern

stehen zur Verfügung.

„Den größten Run gabesgleich nach der

Eröffnung auf die größten Garagen. Für

Band-Equipment, Boot und Oldtimer

sind gut gesicherte und geräumige Stellplätze

in Münster rar“, schlussfolgert der

42-Jährige. Gut die Hälftedes Gesamtangebotes

konnte der Hanseat bereits vermieten.

Denn gerade das Sicherheitskonzept

des Unternehmens habe für viele

Neumieter den Ausschlag gegeben, einiges,

wasihnen lieb und teuer ist, am Kesslerweg

einzulagern – auch kurzfristig,

denn die Kündigungsfrist beträgt nur

drei Monate.

Das Gelände rundumdas in massiver Betonbauweise

errichtete Lagergebäude ist

hoch eingezäunt, abDämmerung durchgehend

hell erleuchtet und videoüberwacht.

Anders als im klassischen Self-Storage-

Bereich, in dem auch Kleinsteinheiten

voneinem Quadratmeter vorwiegend an

einen privaten Kundenstamm angeboten

werden, richtet Aves sein Angebot auch

an Gewerbetreibende: „Ein Unternehmer

hat zwei nebeneinanderliegende Einheiten

gemietet, weil die Kapazitäten auf

seinem Firmengelände ausgeschöpft

sind“, erläutert Schmidt.

Mit acht Europro Quadratmeter zahlt der

Aves-Kunde für die Lagerfl

äche genauso

viel wie durchschnittlich für einen Quadratmeter

einer 100-Quadratmeter-Mietwohnung.

Im Aves-Storage gibt es noch

nicht einmal eine Toilette. Bewusst, wie

Schmidt verrät: „Die Mieter sollen hier ja

nicht wohnen, sich auchnicht allzu lange

aufh

alten. Es ist beispielsweise trotz der

Garagengröße der Lagereinheiten nicht

erlaubt, hier eine mehr oder minder private

Autowerkstatt zu betreiben, schon

allein der Umweltaufl

agen wegen.“

Bis auf das fehlende stille Örtchen hat

Schmidt in der Konzeption desParks großen

Stellenwert auf Kunden-Komfort gelegt:Via

Fernsteuerung öffnet der Gewerbetreibende

das blaue Garagentor,andas

er ebenerdig mit seinem Lieferwagenheranfahren

kann. Rund um die Uhr, denn

das automatische Stahlzugangstor öffnet

der Mieter mit einer Chipkarte. Etwas

selbst die Treppe hochschleppen, muss

hier niemand: Der Lastenaufzug ins obere

Stockwerk zu den kleineren Lagerboxen

schafft 500 Kilogramm.

Der Hausherr setzt auf vollautomatischen

Selfservice,einen Bedarffür einen

direkten Ansprechpartner vor Ort sieht

Schmidtnicht; und wenn,dann nur temporär.

Der 42-jährige Hanseat ist zweimal

die Woche am Objekt, meist mit Doggenwelpe

Henri im Gepäck, auch um

potenziellen Mietern die Lagerboxen und

das Gelände zu zeigen. Und er geht davon

aus, bis Ende des Jahres alle Einheiten

vermietet zu haben.

„Auf Dauer werden wir einen Facility-Manager

auf Stundenbasis einstellen, der

dann auch per Telefon erreichbar ist,

wenn der Mieter vor Ort ein Problem

hat“, verspricht Schmidt.

► Fortsetzung Seite 23

IHREWERBUNG RICHTIG PLATZIERT

TRIFFT DIREKT DIE ENTSCHEIDER

MEDIADATEN UNDBERATUNG

FrankMicheel Tel. 0251/690-9161 61 |frank.micheel@aschendorff.de

LarsNormann Tel. 0251 /690-916162|lars.normann@aschendorff.de

WWWDIE . -WIRTSCHAFT- MUENSTERLAND.

DE

< DIREKT< BUSINESSTOBUSINESS

>ZIELGENAU >

MÜNSTER

MÜNSTERLAND

DASIDEALEWERBEMEDIUM 2017.JETZT BUCHEN!

NÄCHSTE AUSGABE

26.9.2017

Der

Anzeigenschluss

ist am 8.9.2017


GELD &GESCHÄFT 23

Für Investoren

interessant

Prof. Dr. Vallée sieht die Self-Storage-Zukunft sehr positiv

Self Storage 4.0: Aves-Projektmanager Ingo Schmidt bedient die Tore der Lagerboxen via

Fernsteuerung.

Foto: Maike Harhues

Gute Lage ist

das Aund O

Große Anlagen bieten bis zu 1000 Mieteinheiten.

Storage-Parks bis zu 300 Einheiten

sind gut digital zu managen,

auch die Einheiten

werden mittlerweile online

gebucht“, erläutert Christian

Lohmann. Der Hamburger ist Vorsitzender

des Verbandes Deutscher Self-Storage-Unternehmen

e.V. und Geschäftsführer

eines der bundesweit führenden

Selfstorage-Betreiber mit 22 Parks in

Deutschland. „Wir haben aber auch Self-

Storage-Einrichtungen mit 1000 Einheiten,

das klappt vom Handling gar nicht

ohne einen Mitarbeiter vorOrt“, schildert

er.Die Betreiber von117 Standorten von

bundesweit 200 Storage-Parks sind in

Lohmanns Verband: „Die anderenwollen

nicht oder haben bei einer Qualitätsprüfung

vor Ort unseren hohen Standard

nicht erfüllt“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Zusammen mit seinen Verbandskollegen

hat Lohmann ein Self-Storage-Gütesiegel

entwickelt, das Qualitätsmerkmale wie

Sauberkeit, Sicherheit, Trockenheit und

Frostfreiheit, räumliche Nähe zum Kunden

sowie fl

exible Miet- und Zugangszeitengarantiert.

Mit besonderem Fokus auf

Sicherheit: „Es ist schon gut, wenn ein Sicherheitsdienst

beauftragt ist, den Park

im Auge zu behalten, und es einen Einbruchmelder

gibt.“ Denn aus Erfahrung

weiß Lohmann: „Die Kunden vertrauen

uns nicht nur Dingevon monetärem Wert

an,manchmal ist der ideelle Wert dessen,

was sie einlagern, viel höher“, resümiert

der Unternehmer.Und plaudert aus dem

Nähkästchen: „Eine 92-jährigeDame hat

ihre gesamte Box für das Lagern von bestickten

Tischdecken und Bettwäsche genutzt,

die sie auf der Flucht aus Ostpreußen

retten konnte.“

Letztendlich sei aber auch die Lage, wenn

vor allem Privatleute die Kunden bilden,

das Aund O: „Ganz wichtig ist uns, die

Self-Storage-Anlage höchstens drei, vier

Kilometer vom Wohngebiet und nicht in

irgendeinem Gewerbegebiet jwd zu errichten.

Mittlerweile ist es ganz schön

schwer,guteGrundstückezufinden“, berichtet

Lohmann. Denn im Storage-Bereich

sieht der Verbandsvorsitzendenoch

längst keine Marktsättigung.

Und auch Aves expandiert: Den nächsten

Drive-up-Storage-Park baut das Hamburger

Unternehmen in Dresden, zwei bis

drei weitere pro Jahr sind deutschlandweit

geplant. Maike Harhues

Die Self-Storage-Branche erlebt

kräftige Zuwachsraten,

weil in Deutschland

der Bedarf steigt, resümiert

Prof. Dr. Franz Vallée,

Sprecher des Vorstands beim Institut

für Prozessmanagement und Digitale

Transformation(IPD) der Fachhochschule

Münster, Leiter des dortigen Masterstudiengangs

Logistik sowie Gründer

und Gesellschafter VuP GmbH –Vallée

und Partner, Beratung für Logistik und

IT,imGespräch mit unserer Autorin Maike

Harhues.Dadie Baukosten niedrig liegen,

sich aber trotzdem relativ hohe Mietenerzielen

lassen, sind Self- Storage-Anlagen

auch für Investoren interessant, erklärt

der Experte.

Der Anteil deutscher Self-Storage-

Standorte am europäischen Gesamtvolumen

soll laut Angaben des

Branchen-Verbandes bei lediglich

5,5 Prozent liegen, obwohl Deutschland

von der Wirtschaftskraft und

Demografie her ganz weit vorne

liegt in Europa. Ist Deutschland

trotz Zuwachsraten in den letzten

Jahren auf diesem Gebiet noch ein

Entwicklungsland?

Franz Vallée: Im Self-Storage-Kontext

hat Deutschland in der TatnochNachholbedarf.

Als das Konzept vorgut 30 Jahren

aus den USAnach Europa kam, hat es zunächst

in Ländern wie Großbritannien,

Frankreich oder Niederlanden Anklang

gefunden. Im europäischen Vergleich

holt Deutschland jetzt allerdings stark

auf, da für die Anzahl deutscher Self-Storage-Einrichtungen

ein jährliches Wachstum

von 25Prozent prognostiziert wird.

Wie sieht die Kapazitätsauslastung

deutscher Self-Storage-Anbieter

aus?

Vallée: EinGroßteil der um die 100Self-

Storage-Anlagen in Deutschland ist bereitsvoll

ausgelastet. Bei neu errichteten

Anlagen dauert es nur drei bis vier Jahre,

bis 90 Prozent der Lagerfl

äche vermietet

sind. Daraus resultiert auchdie hohe Anzahl

an neu erbauten Anlagen.

Wielässt sich die ansteigende Nachfrage

nach fl

exiblen und ständig

verfügbaren Lagerkapazitäten erklären,

die beispielsweise Umzugsunternehmen

und Speditionen

schon seit Langem anbieten?

Vallée: Zunächst einmal ist das auf die

steigende Mobilität insbesondere der

jungen Bevölkerung zurückzuführen, die

dadurch selbst in

Partnerschaften

mehrere Hausstände

aufb

aut. Außerdem

führt die voranschreitende

Urbanisierung, gekoppelt

mit hohen

Mietpreisen in

Großstädten wie

München oder

Hamburg, dazu,

dass sich Mieter

durchschnittlich Prof. Dr. Franz Vallée

weniger Quadratmeter

leisten können als vorher.

Richtetsich Self Storage im Schwerpunkt

an Privatleute, die Puffer-

Flächen benötigen, oder fragen

auch Unternehmen diesen Service

nach?

Vallée: Unternehmen machen ungefähr

ein Drittel des Umsatzes von Self-Storage-Anlagen

aus. Dabei handelt es sich

meist um Kleinunternehmer, die kein

eigenes Lager betreiben oder nur über geringe

Lagerkapazitäten verfügen. Typische

Kunden sind beispielsweise Unternehmen,

die ihre Saisonware einlagern.

Auch die Lagerung vonAkten ist ein typischer

Anwendungsfall. Bei komplexen

Logistikanforderungen, z.B. bei der Lagerung

vonGefahrstoffen oder vonLebensmitteln,

müssen allerdings andereLösungen

gefunden werden.

Wasmachtesfür institutionelle Anleger

attraktiv, inSelf-Storage-Liegenschaften

zuinvestieren?

Vallée: Im Vergleich zu anderen Gewerbeimmobilien

sind die Baukosten sehr

gering und es können trotzdem beachtliche

Mieten vonumdie 10 Europro Quadratmeter

erzielt werden, in Großstädten

sogar mehr.Das Modell scheint so attraktiv

zu sein, dass sogar Kleinanleger in

Self-Storage-Anlagen investieren.

Worauf müssen Kunden achten,

wenn sie sich vertraglich aneinen

Self-Storage-Anbieter binden?

Vallée: Bei langfristigen Verträgen mit

einem Self-Storage-Anbieter sollte man

auf kurze Kündigungsfristen achten. Das

ist beim Self Storage aber eher die Regel

als die Ausnahme. Bei langen Vertragsverhältnissen

ist es dann immer eine Abwägung

zwischen Kostenvorteilen und

der nötigen Flexibilität. Außerdem ist es

wichtig, sich im Vorhinein bezüglich des

Versicherungsschutzes zuinformieren.

Zweckmäßig? Repräsentativ? Ausgeklügelt.

Ihr Gebäude muss gut aussehen und auf

lange Sicht allen Anforderungen Ihrer Betriebsabläufe

gerecht werden. Ob Energiekosten,

Entwässerung oder zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten

–wir planen von Anfang an die

Zukunft ein. Gut, wenn jemand mitdenkt.

Zweifacher Sieg

im Hoch- und Tiefbau

Hamm IRömerstraße 113

T. 02381.79900

www.heckmann-bau.de

GEWERBEBAU für alle Branchen


24 GELD &GESCHÄFT

„Wir leben von der Substanz“

Mittelstandspräsident Mario Ohoven über Steuerentlastungen, Trump und innovative Unternehmen

Freundlich, verbindlich, aber

glasklar in den Forderungen –

so präsentiert sich Mario OhovenimInterviewmit

unserem

Redakteur Martin Ellerich. Im

Handelsstreit mit den USA setzt der Präsident

des Bundesverbandes mittelständische

Wirtschaft (BVMW) auf die

„unternehmerische Vernunft“ von Präsident

Donald Trump, in der Steuerpolitik

pocht der Düsseldorfer auf Entlastungen.

Die Auftragsbücher sind voll, die

Unternehmer allen Umfragen nach

zuversichtlich, die Arbeitslosenzahlen

niedrig –was ist unser Problem

in Deutschland?

Mario Ohoven: Es sieht auf den ersten

Blick gut aus, aber wir leben von der

Substanz: Wirsind bei einer Investitionsquote

von 1,5 Prozent. Zu viele Maschinen

laufen auf Verschleiß. Wir Deutsche

investieren wenig bei uns, aber viel im

Ausland, weil die Rahmenbedingungen

hier nicht stimmen.

Wirsind eine Exportnation. Wasbedeutet

die isolationistische Politik

von US-Präsident Trump für den

deutschen Mittelstand?

Ohoven: DieAmerikaner sind mit einem

Handelsvolumen von 165 Milliarden €

unser drittwichtigster Handelspartner –

nach China undnach Frankreich. Die USA

sind unserExportmarkt Nummer eins mit

einem Volumenvon knapp 110Milliarden

€. Wie Herr Trump Deutschland sieht,

lässt sich daran ablesen, dass wir ein halbes

Jahr nach Regierungsantritt immer

noch keinen US-Botschafter in Berlin haben.

Wirbrauchenein neuesFreihandelsabkommen,

obwohl Trump gesagt hat:

„TTIP ist tot.“ EU und Bundesregierung

müssen auf die USA zugehen. Ziel muss

ein Abbau der Zölle sein.

Ist das denn mit Trump zu machen?

Er droht mit hohen Einfuhrzöllen.

Ohoven: Ja! Ich bin davon überzeugt.

Mit hohen Einfuhrzöllen würde Trump in

erster Linie seinem eigenen Land schaden.

Deutschland wickelt über 60 Prozent

seines Handels mit EU-Ländern ab.

Das heißt: Deutschland hat Alternativen.

Die EU ist mit 500 Millionen Menschen

die größteFreihandelszone der Welt.Die

Mario Ohoven ist seit 1998 Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).

USAkönnen sich keinen Protektionismus

leisten –und keinen Handelskrieg. Da

wird eszueiner Einigung kommen.

Trump verweist auf die hohen deutschen

Exporte und geringen Importe.

Stichwort: kaum Chevrolets auf

deutschen Straßen.

Ohoven: Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss

ist den erfolgreichen deutschen

Unternehmern zu verdanken. Von

den global 2700 „Hidden Champions“,

den heimlichen Weltmarktführern, sind

1300 deutsche Mittelständler. Wenn die

Amerikaner bessere Autos bauen würden,

dann würden die auch gekauft ...

Das Chevrolet-Problem ist ein amerikanisches,

kein deutsches?

Ohoven: Genau! „Made in Germany“

steht eben weltweit für Innovation und

Qualität.

Auf allen Gipfeltreffen seit Trumps

Amtsantritt haben die USA sich dem

üblichen Bekenntnis zum Freihandel

verweigert. Muss uns das nicht

Sorgen machen?

Ohoven: Ich bin davon überzeugt, dass

es nicht so heiß gegessen wirdwie es gekocht

wird. Herr Trump muss Rücksicht

auf seine Wähler nehmen. Ich setze auf

die unternehmerische Vernunft von

Herrn Trump. Er ist ein erfolgreicher

Unternehmer. Die Einigung zwischen

Bundeskanzlerin Merkel und Trump

beim G7-Gipfel, eine Arbeitsgruppe zum

Handelsstreit einzurichten, ist ein erster,

wichtiger Schritt. Im Übrigen: Trumps

Vorwurf, Deutschland würde den Euro

künstlich niedrig halten, um seine Exporte

zu fördern, ist absurd. Der Euro wird

nicht von uns, sondern von der Europäischen

Zentralbank niedrig gehalten. Und

die EZB ist unabhängig. Wo Trump aber

rechthat:Die Bundesregierung muss ihre

Bemühungen intensivieren, die EZB zu

Foto: Olaf Janke

einer Wende in ihrer Niedrigzinspolitik

zu bewegen. Über Jahrhundertehat man

Zinsen bekommen, wenn man Geld verliehen

hat. Heutesoll man dafür noch bezahlen.

Das ist doch wirtschaftlich pervers!

Im September sind Wahlen: Was

halten Sie vonden Steuerplänen der

Parteien? Das der SPD dürfte Sie

nicht begeistern ...

Ohoven: (lacht) Freundlich formuliert.

Die Erhöhung des Spitzensteuersatzes

träfe gerade die Mittelständler: 80 Prozent

von ihnen sind Personenunternehmen,

die unter die Einkommensteuer fallen.

Das entzieht Kapital, hemmt Investitionen

und kostet Arbeitsplätze. Die SPD

will Besserverdiener stärker belasten.

Aber 20 Prozent der Leistungsträger bringenschon

heute70Prozent der Steuern

auf. Das SPD-Konzept ist eine soziale Mogelpackung

zulasten der mittelständischen

Unternehmen.

Typisch Ford: bewegt die Wirtscha

ohne

Anzahlung!

Transit Courier

mtl. Leasingrateab

€ 1,5

119,-

Transit Connect

mtl. Leasingrateab

€ 1,4

129,-

Transit Kasten

mtl. Leasingrateab

€ 1,2

229,-

Transit Custom

mtl. Leasingrate ab

€ 1,3

219,-

AndreasSchöpker

Raesfelder Str. 22

46325 Borken

Tel.:02861/980 68 -24

Mobil: 0171/880 52 53

Heinz Richters

Im Königsesch11

46395Bocholt

Tel.:02871/2464-20

Mobil: 0151/46 75 95 91

Michael Rüskamp

Dahlweg 121

48153 Münster

Tel.:0251/700 19-75

Mobil:0177/200 19 53

Max Hoffmann

Friedrich-Ebert-Str. 71-91

48153 Münster

Tel.:0251/700 19-39

Mobil:0176/307 855 25

¹Ein Leasingangebot der Ford Bank, Josef-Lammering-Allee 24-34, 50933 Köln, ²Angebot gilt für einen Ford Transit Kasten Basis FT290L2, 2,0TDCI 77Kw(105PS), Nettopreis €27.650, Anzahlung €0,-, Frachtkosten €880, ³Angebot gilt für einen Ford Transit Custom Kasten City-Light270L1, 2.0 TDCI,

77Kw(105PS), Nettopreis €24.250, Anzahlung€0,-, Frachtkosten €880,4Angebot gilt für einen Ford TransitConnect Kasten, Basis L1 1,5 TDCI 55Kw(75PS), Nettopreis €15.520, Anzahlung€0,- Frachtkosten €680,5Angebot gilt für einen Ford TransitCourier Kasten, Basis,1,5 TDCI 55KW(75PS), Nettopreis €

13.365, Anzahlung €0,- Frachtkosten €680. Frachtkosten sind nichtimLeasingangebot enthalten und werden gesondertinRechnung gestellt.Zulassungspaket €160.Alle Angaben zzgl.MwSt


LEBEN &WISSEN 25

Wer bin ich und was

kann aus mir werden?

Zum Ende der Schulzeit kommen die Berufsberater ins Spiel und helfen mit einer Potenzialanalyse

allen Untenschlossenen weiter. Talente, Neigungen, Interessen und Wünsche kommen auf den Tisch.

Viele Möglichkeiten haben junge Menschen nach dem Schulabschluss: Doch wo soll die Reise hingehen, wenn man zu wenig über seine eigenen Talente und Interessen weiß.

Foto: colourbox

Was kommt nun? Wer den Schulabschluss

inder Tasche hat, dem stehen

alle Wege offen. Doch wohin

geht die Reise? Ist ein Studium sinnvoll

oder wäre eine Ausbildung die

bessere Alternative? Was ist mit

einem Auslands-Jahr? Wann ist dafür

die beste Zeit? Wer auf diese Fragen

keine konkreten Antworten

weiß, dem helfen Berufsberater weiter.

Sie geben intensive Entscheidungshilfe.

Die Gedanken sind in ihrem

Büro frei. Ohne jegliche

Bewertung fordert Martina

Reske zum Nachdenken

auf. Das, was Eltern sich

von ihren Kindern wünschen und erhoffen,

was Freunde cool finden oder die

Lehrer mit dem Abschluss-Zeugnis empfohlen

haben: All das sollen die Jugendlichen

für eine Weile ausblenden. Stattdessen

wird nachgedacht. Über persönliche

Talente und Neigungen, über Interessen

und Wünsche an die Zukunft. So intensiv,

dass manchem der Kopf am Ende

schwirrt. „Darüber habe ich noch nie

nachgedacht“ –Martina Reske hat Seufzer

dieser Art schon oft gehört.

Doch um wilde Gedankenspiele und Fantasiereisen

geht es der Personalberaterin

und Gründerin der Agentur Tiroconsult

Hilft jungen Menschen, ihre Stärken und Talente zuentdecken:

Martina Reske

Foto: Wilfried Gerharz

GmbH bei ihrer Potenzialanalyse für

Schulabsolventen und junge Menschen

nicht. Wervis-à-vis vonihr sitzt, der wird

eingeladen, verschiedene Tests mitzumachen.

Sie sind handwerklich orientiert,

mal geht es um eine schriftliche Ausführung,

mal darf angekreuzt werden. Und

es werden Fragen gestellt. Viele. Personalberater

wie Martina Reske gehen ans

Eingemachte und haken immer tiefer

nach.

Wassich vernünftiganhört, ist in der Umsetzung

alles andereals einfach. „Jungen

Menschen fällt es zunehmend schwerer,

sich festzulegen, wenn es um ihre Zukunft

und ihren Beruf geht“, hat die

Grevenerin beobachtet. Seit fast zehn

Jahren schmiedet die Personalberaterin

und frühere Gymnasiallehrerin an Karrieren

und steht bei der Planung von Berufslaufbf

ahnen zur Seite. Sie bietet das

als Dienstleistung an, was Eltern grundsätzlich

auch übernehmen könnten.

Wenn diedenn objektiv bleiben, ihr Kind

so nehmen, wie es ist, und keineeigenen

Lebensträume auf den Nachwuchs projizieren.

Und die Kinder? Die müssten natürlich

auch den Rat der Eltern annehmen

wollen, damit die Familien-Beratung

funktioniert. ..

Dass jungen Leuten heutzutage die Welt

offensteht, wird gern suggeriert. Grenzenlose

Freiheit bei der Job-Wahl –dafür

sorgen schon eine Vielzahl von Ausbildungsberufen

und noch viel mehr Studiengänge.

Doch was macht man mit

welchem Abschluss? Wo geht die Reise

mit Bachelor und Master hin? Für wenist

eine Ausbildung sinnvoll, und welcher

Studiengang kann später angeschlossen

werden? Fragen, die Schulabgänger lieber

nicht auf die lange Bank schieben

sollten, betonen Berufsberater.

Der Arbeitgeber verzeihe keine Lücken

im Lebenslauf. Ganz im Gegenteil –ersei

anspruchsvoll, urteilt Martina Reske. Das

Traumprofil: Mit 25 Jahren bereits Bachelor

und Master in der Tasche plus

Berufserfahrung. Angesichts solcher Erwartungen

zucken auch die Experten oft

nur die Schultern und erklären: „Das ist

schon verrückt.“

►Fortsetzung Seite 26

INDIVIDUELLE FIRMENKLEIDUNG

FÜR JEDE BRANCHE DAS PASSENDE

PORTA

MÖBEL BOSS

BRUNS&DEBRAY GMBH // BERUFSBEKLEIDUNG

Sie wollen individuelle Firmenkleidung?

Die den Ansprüchen Ihres Berufs gerecht

werden? Ihr Logo und Ihre „Hausfarben“

sollen sichtbar werden? Wir verhelfen

Ihnen zu einem guten Werbeträger. Unsere

Sonderanfertigungenermöglichen

es Ihnen, Farben, Schnitte und Gewebe

oder auch besondere Details individuell

auszuwählen.

HELLEGRABEN 7//48231 WARENDORF //02581-9359-0 //WWW.BRUNS-DEBRAY.DE // WWW.SHOP-BRUNS.DE

PLURAL

BEQUEM

ONLINE

BESTELLEN

GORACON


26 LEBEN &WISSEN

Berufsfrage nicht zu lange vertagen

Berater wissen, dass eine Au-pair-Zeit oder ein FSJ das eigentliche Problem nicht lösen

Trotzdem mahnen sie: Es ist

wichtig, die Zukunft zu planen

–und nichtinsie hineinzustolpern.

Und dies nicht

nur wegen des Zeitfensters,

in dem aus Schülern und Abiturienten

motivierte Kräfte für den Arbeitsmarkt

werden sollen. „Es gibt viel zu viele Studienabbrecher“,

bedauert Martina Reske

und weiß,dass dies nicht nur Frust für die

Betroffenen bedeutet, manchmal auch

einen Verlust von Selbstwertgefühl. „Es

ist auch teuer, wenn ich nach vier,fünfSemestern

feststelle, dass der Studiengang

nichts für mich ist.“ Da lassen sich Kosten

für eine individuelle Berufsberatung

schon gegenrechnen.

Also ist Planung besser. Doch die mögen

viele Jugendliche nicht. Jedenfalls nicht

mit Weitsicht. Sie konzentrieren sich erst

einmal auf Schule und Abschluss. „Das

mag daran liegen, dass Jugendliche heute

weniger selbstständig sind als noch vor

ein paar Jahren“, mutmaßt Martina Reske.

Dabei zoomt die Grevenerin gern

Mütter und Väter heran. Die redeten oft

und gern bei ihren Kindern mit –und mischen

sich in den Schulalltag viel intensiverein

als noch frühereEltern-Generationen.

Erst mit dem Reifezeugnis in der Hand

denken viele Abiturienten über das nach,

was nun kommen soll. „Das ist häufig zu

spät“, bedauert die Expertin

und akzeptiert den Einwand vieler Eltern

nicht, ihreKinder seien bedingt durch G8

noch jung. Sie empfiehlt, ein bis zwei

Jahre vor dem Abschluss das Berufsthema

anzugehen. „Viele wollen als Au-pair

ins Ausland oder ein freiwilliges soziales

Jahr absolvieren“, beobachtet Martina

Reske. Solche Aktivitäten findet sie in

Ordnung. Häufig werde die Frage nach

der Berufswahl aber durch eine solche

Auszeit einfach nur vertagt. „Abtauchen

ist schön, löst aber nicht das Problem,

dass ich mich entscheiden muss“, sagt

Martina Reske.

Sie findet esohnehin sinnvoller, AufenthalteimAusland

an ein späteres Studium

oder eine Ausbildung anzudocken: „Wer

Archäologie studieren möchte, muss

nicht zwingend als Au-pair ins Ausland:

Es gibt auch Arbeitseinsätze, die später

fürs Studium genutzt werden können.“

Bei der persönlichen Potenzialanalyse

beschäftigten sich die Schülerinnen und

Schüler gelenkt mit sich selbst. Ohne

Drängeln und Druck, allerdings vonmorgens

bis abends. Harte Arbeit sei das

schon, gibt Martina Reske zu. Die kostet

Energie –plus einige Hundert Euro. Wer

das Bürospät am Abend verlässt, hat den

Kopf voll –mit Gedanken. Die sind immer

noch frei –aber jetzt strukturiert und

konkret, mit Anregungen fürs Studium

und die Berufswelt. Doerthe Rayen

Verkaufen, beraten, planen, kochen, fotografieren? Die ernorme Vielfat der Berufe macht es alles andere als einfach, sich für einen Weg zuentscheiden.

Foto: colourbox

WHAT´S MEBOT

STUDIFINDER.DE

Was für Möglichkeiten haben Studieninteressierte in Nordrhein-Westfalen?

Antworten lassen sich auf der Seite

www.studifinder.de finden. Die Internet-Plattform will dabei

helfen, sich in dem breit gefächerten Angebot an Studiengängen

zurechtzufinden. Dabei geht es nicht darum,

Besucher der Seite zu bestimmten Studiengängen zu drängen.

Studifinder will eine Unterstützung sein, um in

Beratungsgesprächen gezielt Fragen zu den in die engere

Wahl kommenden Studiengängen stellen zu können. Darüber

hinaus ermöglicht das Tool Studieninteressierten, ihr

Wissen in den Bereichen „Mathematik“ und „Sprach- und

Textverständnis“ zu überprüfen. Es umfasst Angebote etwa

zur Verbesserung der Vorkenntnisse sowie zur Vorbereitung

auf den Studienbeginn. Der Studifinder ist ein Angebot der

öffentlich-rechtlichen Universitäten und Fachhochschulen

des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Ministeriums

für Innovation, Wissenschaft und Forschung. dra

Deine Schwester hat deinen Laptop geklaut und sich eingeschlossen.

Was machst du nun? Mit dieser Frage startet ein

Test der Bundesagentur für Arbeit. Er heißt What‘s MeBot

und soll Jugendliche dazu motivieren, sich mit ihrer Zukunft

und einem möglichen Job zu beschäftigen. Werbung

dafür macht Julian Bam. Er ist derzeit einer der angesagtesten

YouTuber. Das öffnet dem Test die Türen, vor allem

natürlich die Ohren und Augen bei Jugendlichen. Die melden

sich bei dem What‘sMeBot über die Seite „Dasbringtmichweiter.de“

an – und bekommen anschließend acht

Fragen aufs Handy geschickt. Natürlich ist weder Julian

Bam noch ein anderer Mensch im Chat, sondern nur ein

Bot, also ein Automat für Texte und Antworten. Das Ganze

ist ein lässiges Spiel – ohne ernste Ergebnisse. Immerhin:

Es weckt das Job-Interesse. dra

Anregung zur Selbstreflexion:

Wo gibt es überall Beratungen?

Dass sie sich mit dem Thema

Ausbildung, Studium und

Beruf beschäftigen sollten,

wissen Jugendliche. Dafür

sorgt auch die Schule –mit

Praktika, Berufsfelderkundungstagen

und Tagen der Berufsorientierung. Wer

tiefer einsteigen möchte, hat verschiedene

Möglichkeiten, die Initiativezuergreifen.

Zum Beispiel über die Arbeitsagenturen:

Die meisten bieten vor Ort Workshops

und Beratungsgespräche für Schulabgänger

an. Zumeist werden diese im Berufsinformationszentrum

BIZ organisiert.

Da die Arbeitsagenturen inzwischen

kein Beratungsmonopol mehr besitzen,

haben sich viele Coaches und Berufsberater

selbstständig gemacht und

bieten ihre Tätigkeit als Dienstleistung

an. Einigevon ihnen sind im Verband für

Bildungs- und Berufsberater organisiert.

Dort treffen Interessenten auf Berater,

die bei einer Arbeitsagentur tätig sind.

Dazu gehört Thomas Röser, der obendrein

im Vorstand des Verbandes mitarbeitet.

Ob staatlicheoderprivate Beratung:

Ziel sei immer, dem Jugendlichen

Hilfe zur Selbsthilfe zuleisten. „Bei den

Gesprächen geht es darum, zur Selbstrefl

exion anzuregen“, so Röser. Die sei

eigentlich immer hilfreich und werde

dankbar angenommen.„DerBerater hört

zu und zeigt auf, wieerden Jugendlichen

sieht.“ Dieses Bild, Röser nennt es Fremdbild,

falle oft anders aus als das, was die

Schülerinnen und Schüler vonEltern und

Freunden gespiegelt bekommen.

Freie Berater,soschätzt Röser ein, hätten

oft mehr Zeit für ihreKunden. Die zahlen

für die Beratung bis zu 1000 Euro und

mehr.

Bei der staatlichen (kostenlosen) Beratung

habe das Individuelle dafür Grenzen.

Wichtig findet Röser es aber, dass

sich jungeMenschen überhaupt mit dem

Thema beschäftigen. „Die Beratung ist

ein Schritt auf dem Weg, klarer für die

Entscheidung zu werden.“ dra

Auf der Seite des Verbandes finden sich

u.a. Tipps, wie ein guter Berater gefunden

werden kann.

ww

w w.dvb-fachverband.de

AUSWAHLTEST

Viele Ausbildungsbetriebe setzen bei der Wahl neuer

Azubis auf Auswahlprüfungen und Einstellungstests.

Im Wesentlichen müssen Jugendliche mit zwei Arten

von Aufgaben rechnen, informiert die Bundesarbeitsagentur.

Erstens mit klassischen Tests, die

Schul- und Allgemeinwissen abfragen. Dazu zählen

je nach Ausbildungsfach zum Beispiel Rechtschreibfähigkeiten

und Rechenkünste. Auf diese Fragen

können sich angehende Azubis gut vorbereiten. Weniger

leicht ist die Vorbereitung auf psychologische

Fähigkeitstests. Damit will der Arbeitgeber prüfen,

ob der Bewerber Informationen gut verarbeiten oder

schnell und sorgfältig arbeiten kann. Eine Auswahl

solcher Fragen hat die Bundesagentur in einer neuen

Broschüre zusammengestellt. Sie steht auf Planet-Beruf.de

kostenlos zum Download bereit.


LEBEN &WISSEN 27

„Nur keine Bilderrätsel!“

Der Karikaturist Horst Haitzinger hat sich noch nie an anderen Meinungen orientiert –mit Erfolg.

München ist offenbar ein

gutes Pfl

aster für Satire.

Die „Lach- und

Schießgesellschaft“ sowie

die Kabarett-Szene

um den verstorbenen Dieter Hildebrandt

spöttelte dort über Jahrzehnte. Ebenso

langezeichnetder Wahl-MünchnerHorst

Haitzinger dort schon seine Karikaturen,

die seit den 60er Jahren bundesweit in

zig Zeitungen erscheinen. „Stramm auf

die 80“ geht er nun zu –und legt die

Spottfeder noch immer nicht beiseite. Im

Gespräch mit unseremMitarbeiter Arndt

Zinkant verrät er seinen Blick auf den

Wahlkampf, sein Handwerk und das Wesen

der Satire.

Seit Jahrzehnten zählen Sie hierzulande

zu den führenden Zeitungskarikaturisten

–aber wählen immer

noch in Österreich?

Horst Haitzinger: Ja, stimmt.

Dann begleiten Sie ja jeden deutschen

Wahlkampf quasi aus der

Außenperspektive.

Haitzinger: Ich muss ehrlich sagen, dass

mich die österreichische Innenpolitik

nicht besonders „peitscht“. Die deutsche

interessiert mich einfach mehr.

Die politische Karikatur peitschte

Sie aber schon früh. Waswar die Initialzündung?

Haitzinger: Der Prozess geschah etwas

schleichend. Ich kam1957auf die Akademie

in München. Schon ein Jahr später

trug ich quasi tonnenweise Karikaturen

in die Redaktion des „Simplizissimus“.

Das war der Anfang meiner Berufslaufbahn.

Als jemand, der unter Adenaueranfing

und fast alle Wahlkämpfe begleitet

hat –mit welchen Gefühlen

blicken Sie auf den Bundestagswahlkampf?

Haitzinger: Mit gelassenen. Ich gehe ja

mittlerweile stramm auf die 80 zu, und

wenn man das so lange macht, bringt es

einen gewissen Gewöhnungseffekt mit

sich. Wassoll an diesem Wahlkampf denn

so gravierend anders sein? Ich halte die

Frau Merkel für eine guteBundeskanzlerin

–und glaube auch, dass der Schulz

das genauso gut könnte. Sich in einen

hysterischen Lagerwahlkampf hineinzusteigern,

halte ich für unsinnig. Hoffentlich

wirke ich bei diesem Gespräch nicht

allzu altersmilde –aber ich bin froh, dass

diesen Job des Spitzenpolitikers überhaupt

noch jemand machen will –weil

ich den grauenhaft finde.

Horst Haitzinger

Foto: Roland Eckl

Macht-Erotik, die unsereiner gar

nicht verstehen kann.

Haitzinger: Daran wird eswohl liegen.

Wie stark soll man als Zeichner die

eigene Meinung „pushen“ -oder ist

da meist der strenge Chefredakteur

vor?

Haitzinger: Nein, eskommt überhaupt

nichts Anderes in Frage! Die eigene Überzeugung

ist doch der Antrieb, aus dem

ich das Ganze überhaupt mache. Da hat

mir noch nie irgendeinen Redakteur hineingepfuscht.

Wenn er das, was ich da

produziere, nicht druckt, dann kann ich

eben nichts machen. Aber ganz ehrlich:

Ich habe mich noch nie nach anderen

Meinungen orientiert.

Hatten Sie bei manchen Karikaturen

Bauchschmerzen oder hätten

Sie sie gerne zurückgenommen?

Haitzinger: Dashat’s natürlich öfter mal

gegeben –dass man nach ein, zwei Tagen

sagt: „Da habe ich mich aber vergaloppiert.“

Ich kann aber beim besten Willen

jetzt kein konkretes Beispiel nennen.

Manchmal hat man Wut imBauch oder

ganz einfach eine falsche Bewertung. Irgendeinen

Kabarettisten habe ich sagen

hören: „Geschmack hat in der Satire

nichts zu suchen.“ Da bin ich völlig andererMeinung,

Geschmack sollteüberall zu

Hause sein. Nehmen wir das Beispiel

„Charlie Hebdo“. Selbstverständlich

muss man seine Meinung sagen dürfen,

ohne an Leib und Leben gefährdet zu

sein. Aber was die gemacht haben, war

ebenfalls geschmacklos. Ich erinnere

mich noch an ein „Turban-Gesicht“ mit

Penis als Nase. Da dachte ich: „Was soll

denn das transportieren? Oder sind die

noch in der Pubertät?“

Charlie Hebdo ist allgemein religionsfeindlich,

was aber auch mit

dem traditionellen Säkularismus in

Frankreich zutun hat. Aber an das

ThemaIslam traut sich seitdemniemand

mehr heran.

Haitzinger: Leider Gottes war eskeine

guteKritikamIslam. Die bitter nötig wäre.

Die politische Karikatur ist ja in

Deutschland eindeutig links, wie

das Kabarett auch. Sogar die FAZ

oder Focus drucken linke Karikaturen.

Haitzinger: Wissen Sie, ich habe ein halbes

Leben gedacht, ichmüssteparteipolitisch

irgendwodazugehören. WasInnenoder

Sicherheitspolitik betrifft, bin ich

erzkonservativ.Andererseits unterstützte

ich die Politik Willy Brandts mit glühender

Begeisterung. An meinen Karikaturen

kann man erkennen, wo ich bei den

jeweiligen Problemen stehe. Unterm

Strich muss ich sagen: Ich bin meine eigene

Partei.

Ihr Kollege Hanitzsch sagte einmal:

„Der Haitzinger ist ein echter Grüner.“

Haitzinger: Bei deren Gründung dachte

ich seinerzeit, ich hättedameine Heimat

gefunden, weil ich immer sehr im Naturschutz

engagiert war. Die Grünen wurden

mir aber schnell durch die Jutta-Ditfurth-Richtung

vergrault. Vom Umweltthema

haben sie sich dann immer mehr

entfernt, bis es irgendwann nur noch um

Multikulti und dergleichen ging. Dafür

kann ich mich nur dosiert begeistern.

Es gibtjaimSpektrum noch die meinungslose

lllustrations-Karikatur –

von jenen Zeichnern, die in möglichst

vielen Zeitungen erscheinen

wollen.

Haitzinger: Ich bin froh, dass ich meine

Meinung ausdrücken kann, allerdings

kann man natürlich nicht jeden TagWeltanschauung

produzieren. Deshalb

braucht es ab und zu durchaus etwas Illustratives.

Aber ausschließlich …?

Alsjemand, der mit Wehner,Strauß

und Kohl groß geworden ist: Empfinden

Sie die Politikervon heuteals

zu glatt?

Haitzinger: Glatt? Nein –esmuss jemand

nur lange genug im Geschäft sein,

dann wird erseiner eigenen Karikatur

immer ähnlicher (lacht). Und diesem

Strauß-Wehner-Gepöbel trauere ich absolut

nicht nach. Das warkeineswegs immer

geistreich, sondern oft nur plump

und kindisch. Nehmen Sie den Spruch

von Wehner, der den Jürgen Todenhöfer

mal „Hodentöter“ geschimpft hat –ich

bitte Sie! Gut, dass so was nicht mehr

möglich ist. Mit Todenhöfer habe ich

mich in den letzten drei Jahren mehrmals

getroffen. Ein interessanter und mutiger

Typ–obwohl ich ihm nicht überall recht

geben kann.

Wie stehen Sie zu Cartoon-Elementen?

Kollege Stuttmann zeichnet

Donald Trump öfters mit Entenschnabel,

wie Donald Duck.

Haitzinger: Ähnliches habe ich auch

schon gemacht. Das finde ich absolut legitim.

Karikatur sollte immer verständlich

sein und einen halbwegs intelligenten

Gedanken transportieren. Nur keine

Bilderrätsel!

Darin liegt aber auch eine Art von

www.lindschulte.de

Gesamtplanungen im Industriebau

Gewerbe |Produktion |Logistik...

Lean Construction, 3D-Planung im BIM-Modell

LINDSCHULTE

Ingenieure+Architekten

Seilerbahn 7

48529 Nordhorn

Telefon 05921 8844-0

Telefax 05921 8844-22

info@lindschulte.de

Standorte: Nordhorn, Aurich, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Krefeld, Lingen, Meppen, Münster, Rostock

Hochbau, Industriebau, Gewerbebau |Infrastruktur, Außenanlagen |Technische Gebäudeplanung


Glück auf, die Touristen komm

28 LEBEN &

Das Trainingsbergwerk in Recklinghausen ist Ausbildungsanlage für Kumpel, Filmkulisse und demnächst wohl auch ei

Die schwarze Wand vor den dicken

Stacheln glitzert,wenn Uwe Reichelt

den Kegel seiner Grubenlampe darüberfahren

lässt: Kohle. Ein Knopfdruck.

Ein Signalton heult auf,

schwillt an und ab. Ratternd setzt

sich die KetteamBodeninBewegung

–jedes Glied so dick wie der Oberarm

eines trainierten Bergmanns. Was

für ein Lärm. Die Walze an dem gelben

Ungetüm beginnt sich zu drehen.

Ihre Stacheln fahren nur Zentimeter

vor der Kohle vorbei.

Schwere Technik wie dieser Hobel kommt auch im Trainingsbergwerk in

Recklinghausen zum Einsatz.

„Westfalen-Lippe

Die Kohle hat damals ein

französisches Filmteam

hier angebracht“, sagt Reichelt.

Aber der Rest ist

echt: Der Walzenlader

„EDW 300 L2 W2“ hat sich in

vielen deutschen

Zechen

gedreht –mit demsel-

hier

ben Lärm wie

unten. Die Platten

und Hy-

draulikstempel

des Schildaus-

baus rechts sehen

so aus, wie die im

Anthrazit-Bergwerk

in Ibbenbü-

dort

ren. Nur, dass sie

1500 Meter Gestein

über den Kumpeln abstüt-

17 Meter.

zen, hier nur etwa

„Acht Meter pro Minute“ würdedieWal

die Walze

fahren, dabei tonnenweise Kohle aus

der Wand brechen –wenn die Wand tatsächlich

aus Kohle bestünde und nicht

nur damit verkleidet wäre. Denn Reichelts

Reich ist zwar ein echtes Bergwerk,

aber eines, in dem Wissen gefördert wird,

nicht Brennstoff. Reichelt ist Fachleiter

im Trainingsbergwerk des Kohlekonzerns

RAG inRecklinghausen.

Tausende Bergleutehaben hier unten seit

1975 die Kniffe ihres Jobs gelernt. Grubenwehr-Helferhaben

hier geübt, verunglückte

Kumpel zu retten. „Unter vollem

Atemschutz und mit fünf Zentimetern

Sicht müssen die eine Schleifk

orbtrage

attraktiver machen.“

Seit dem 1. August gilt derWestfalenTarif für Bus- und Bahnfahrten auch im

Münsterland. Im Interviewblickt Matthias Hehl,Geschäftsführer der

WestfalenTarifGmbH,auf dieersten Wochen mitdem neuenTarif zurück

Wie sind Sie mit der Einführung und dem

bisherigen Betrieb des WestfalenTarifszufrieden?

Wir sind mit der Einführung des WestfalenTarifs

im Großen und Ganzen zufrieden. Eine der großen

Herausforderungen war es, die Verkaufssysteme

wie Fahrscheinautomaten und Bordrechner auf

den neuen Tarif umzustellen und sämtliche neue

Relationen in einer Datenbank abzubilden. Hier

haben wir noch einige Probleme zu beheben. Dank

des Einsatzes, den alle Mitwirkenden bislang

gezeigt haben, sind wir aber zuversichtlich, dass

wir die anstehenden Aufgaben meistern werden.

Welche Chancensehen Sie für die wirtschaftliche

und standortpolitische Lage Westfalen-Lippes

und des Münsterlands?

Einerseits erleichtert der WestfalenTarif die Mobilität

von Menschen und Dienstleistungen. Er bietet

die Chance, die Akzeptanz des öffentlichen

Nahverkehrs zu steigern. Andererseits verbessert

Westfalen-Lippe im Wettbewerb um private und

öffentliche Investitionen seine Ausgangslage,

wenn die Region geschlossen auftritt und gegenüber

Politik und Wirtschaft aneinem Strang zieht.

Da Standortpolitik und Wirtschaftsförderung

immer auch im Zusammenhang mit Verkehr und

Mobilität stehen, ist eine stärkere Integration

verschiedener Partner für einen schlagkräftigen

Auftritt innerhalb von Nordrhein-Westfalen und

Deutschland notwendig. Mit dem WestfalenTarif

haben wir nun eine einheitliche Plattform fürraumweite

Fragestellungen. Daneben erhält die Stimme

Westfalens bei verkehrspolitischen Themen mehr

Gewicht und durch seine Größe auch eine stärkere

underläutert dessen Vorteile fürdie Region.

„Mit dem

WestfalenTarif

entsteht ein

Gemeinschaftstarif

fürBusseund

Bahnen, derdas erfolgreiche

Ticketsortiment

derbisherigen

Tarifräume übernimmt

undfür einen deutlich

größeren Raum öffnet. Wir

hoffen,dassunsereFahrgästedas

Angebotzunehmend nutzen.“

Matthias Hehl

Geschäftsführer derWestfalenTarifGmbH

-Anzeige-

Bedeutung. Die politische Ebene Westfalens wird

sich im Hinblick auf die Landesebene besser aufstellen

können.

Welche weiteren Arbeiten stehen in den

kommenden Wochen fürSie und das gesamte

WestfalenTarif-Team an?

Die Basis ist gelegt. Und dennoch ist noch einiges

zu tun. Wir möchten es den Kunden leichter machen,

den Nahverkehr zu benutzen. Jetzt kommt

es darauf an, den Tarif weiterzuentwickeln, den

Vertrieb zu verbessern und einen Ticket-Online-

Shop bzw. eine Kauffunktion per App für einen

einfachen Fahrkartenkauf bereit zu stellen.

hier durchbugsieren“, erklärt Reichelt. Er

zeigt auf eine Metallkisteinder Ecke: die

Nebelmaschine. Teile der Strecken und

Strebe lassen sich vernebeln.

Tief gebückt geht es weiter.Heiß ist es. Es

riecht nach trockenem Staub.

Immer wieder prallt der

Helm oben an die

schweren Metallschilde.

Verdammt eng

hier – vor Kohle.

Oder: Da wo sonst

Kohle wäre: unter

dem Schildausbau

im nachgebauten

Kohlestreb.

Kein

Wunder, dass

Richard Lubanski hier

bei der ersten Schicht

nach der Rückkehr aus der

Kriegsgefangenschaft der Angst-

schweiß ausgebrochen ist. Na ja: Der

Schweiß stand allenfalls auf der Stirn des

Schauspielers Peter Lohmeyer und war

wohl ebenso wenig echt wie dieses Bergwerk,

in dem die Unter-Tage-Szenen aus

dem Film „Das Wunder von Bern“ entstanden.

Reichelt erinnert sich noch genauanden

Regisseur SönkeWortmann –

„eine coole Socke“ –und an das Pferd.

Denn das Tier wollte hier unten partout

nicht um eine Ecke inder

Strecke laufen, wie es das

Drehbuch vorsah. „Das hat

zwei Tage gedauert, den

Zossen da durchzukriegen.

Mit waswir den alles bestochen

haben: Karotten und

was weiß ich ...“Zwei Tage

tierische Überredungskunst

für vielleicht fünf Sekunden

Film. Es waren

wohl die Schienen am Boden,

die das Pferd irritierten.

Schienen, auf denen

Reichelt mal eben demonstriert,

dass sich unter Tage

bequem Rad fahren lässt:

auf einer Draisine. Vier Räder,

zwei Kurbeln, zwei

Sitzplätze und ein Gepäckträger

für die Werkzeugtasche der Bergmechaniker.

Auch Szenen aus die „Wilden Hühner“,

„Balko“, „Alarm für Cobra 11“ und „Der

letzte Bulle“ sind hier gedreht worden.

Der Grund: Methangasprobleme gibt es

hier nicht –anders als in echten Bergwerken.

Also gibt es auch nicht die Gefahr

von Schlagwetterexplosionen. Muss

sonst jedes elektronische Gerät –vom

Handy über die Uhr bis zu Kamera –vor

derGrubenfahrt abgegeben werden, darf

Die St

ten, S

hier a

eine G

Grub

durch

geht

Torh

Halde

Bergw

„Klär

Recklinghäuser sagte

Im Zweiten Weltkrieg

te Tunnel in diese Hal

als Schutzraum für K

und die Patienten des

Elisabeth. „Hier unten

Uwe Reichelt demonstriert den Einsatz eines schweren Bohrers unter Tage.

Schwere Arbeit vor Ort: ImTrainingsbergwerk des Kohlekonzerns RAG kommen die üblichen Maschinen des Bergba


WISSEN 29

en

nPublikumsmagnet.

Dunkelheit, Hitze, Lärm und Staub auf 1200 Metern: In Reckling-

hausen lässt sich der Bergbau hautnah erleben.

recken des Trainingsbergwerks sind voll ausgestattet: Rundbögen als Stützen, Versorgungsleitungen an den Seichienen

am Boden für die Loren und der Decke für die Hängebahn.

lles mit hinein. In

rube, die garkeine

e ist. Statt hinab

einen Schacht,

es hier durch ein

inein –hinein in die

des einstigen

erks Clerget oder

chen“, wie die

n.

haben die Bergleude

hineingetrieben

umpel, Anwohner

Krankenhauses St.

warein Hospital“,

us zum Einsatz.

sagt Reichelt. Nach dem Krieg wurden

die Tunnel verschlossen und „die Schlüssel

weggeschmissen.“ Die Gerüchte brodelten,

wassich in den Gängen unter der

Halde verbarg: „Beutekunst, Nazi-Gold.

Flugbenzin, das Bernsteinzimmer ...“

Alsdie Tore endlich

aufgebrochen wurden

fand sich:

„Wir können hier den gesamten

Prozess der Steinkohleförderung

darstellen.“

nichts – außer

einem hervorragenden

Ort, um

Bergleute zu trainieren.

Uwe Reichelt, RAG-Fachleiter

Azubis lernten in

der Halde, weitere

Strecken voranzutreiben. „Bergleute sagen

nicht Tunnel, sondern Strecke“, erklärt

Reichelt, der selbst über Jahrzehnte

unter Tage gearbeitet hat. Heute findet

sich auf 1200 Metern Strecke ein komplettes

Bergwerk: Kohlehobel, Bewetterung

und Kühlung, Bohrhämmer wie sie

zur Vorbereitung von Sprengungenbeim

Streckenvortriebeingesetzt werden.

Eine „Katze“, eine Gru-

hängt von der

benbahn,

abgerundeten Decke.

In einer Eckeist geraeine

Schulklasse

de

beider Arbeit. Rei-

dürfen die

hum

Jungs und Mäd-

den Radla-

chenauf

der

klettern und Ab-

raum

aus dem „Stre-

hin und

ckenvortrieb“

her schaufeln. Konzent-

und strah-

rierte Gesichter

lende Augen sind

unter den roten

Helmen zu sehen.

So real sind die Bedingungen, dass Experten

der RWTH Aachen hier ein Kollisionssystem

für Bergbau-Fahrzeuge entwickelt

haben. Das Deutsche Zentrumfür

Luft- und Raumfahrt schickte eine Drohne

durch die Stollen. „Vorarbeiten für ein

Hightech-Schachtinspektionssystem und

für künftige Mars-Missionen“, erklärt

Reichelt.

6000 Besucher kommen Jahr für Jahr ins

Trainingsbergwerk. „Der bislang älteste

war 93Jahre alt“, erinnert sich Reichelt.

„Der ist ganz munter hier durchgeklettert.“

Strenge Altersobergrenzen wie sie

in echten Zechen gelten, sind nicht nötig.

Geht es nach dem Kohlekonzern RAG,

dem NRW-Wirtschaftsministerium

und der

Stadt Recklinghausen,

dann

könnte dieses

Bergwerk noch

arbeiten, wenn

Ende 2018

Schicht im

Schacht der letzten deutschen Steinkohlezechen

ist.Die Idee:Das Trainingsbergwerk

soll zur Touristenattraktion werden

und zum Schaufenster für Bergbau-Zulieferer.

Aktuell sind die Beteiligten in

Gesprächen. Klar ist: Die RAGunterstützt

das Projekt, kann die Anlage aber nicht

über 2018 hinaus betreiben. Das müssten

andere übernehmen. Klar ist aber auch:

Hier unten könntenoch Wissen gefördert

werden, wenn die Steinkohleförderung

hierzulande längst Geschichte ist.

Martin Ellerich

INFOS

Im Trainingszentrum Bergbau Recklinghausen,

Wanner Straße 30, werden

zwar keine Azubis mehr ausgebildet,

aber es laufen noch Weiterbildungsmaßnahmen

für RAG-Kumpel.

Besucher (Mindestalter: zehn

Jahre bzw. 4.Schuljahr) sind werktags

willkommen –nach Terminvereinbarung.

Allerdings ist der Andrang

groß. Einzelbesucher können

sich –nach Absprache –einer

Gruppe anschließen. Wer echte

Bergbau-Gefühle auf 61 500 Quadratmetern

erleben will, sollte sich

an Uwe Reichelt von der RAG wenden

unter: uwe.reichelt@rag.de

oder Telefon 02361/308-281.


30 LEBEN &WISSEN

Der unbekannte Verkehrsknoten

Der Stadthafen in Gelsenkirchen ist mit sechs Millionen Tonnen Umschlag einer der größten Kanalhafenanlagen

in Deutschland. Rund 60 verschiedene Firmen mit über 2000 Mitarbeitern sind dort ansässig.

Blick auf das Lager der Transtank: Von hier aus werden Tankstellen verschiedener Marken wie Aral, BPund Jet beliefert. 500 Tanklastzüge steuern pro Tag das Tanklager an.

Fotos: Wilfried Gerharz

www.studi-info.de

Info

Azubisund

duale Studis

gesucht?!

Hier

sind Sie

richtig!

In STUDI-Infoerreichen Sie die Abiturienten

genau in ihrer beruflichen Entscheidungsphase.

Zeigen Sie Ihr attraktives Ausbildungsangebot.

Wirinformieren Siegerne! Telefon0251. 690-916121

Beinahe versteckt liegt erinSchalke-Nord.

Erreichen kann man ihn

nur über eine Seitenstraße. Deswegen

kennen wohl auch nur die wenigsten

Gelsenkirchener ihren Stadthafen

am Rhein-Herne-Kanal. Sie

fahren an ihm vorbei, ohne zu wissen,

dass es ihn gibt.Dabei haben die

meisten Gelsenkirchener täglich mit

ihrem Hafen zu tun – zumindest

wenn sie ein Auto fahren, hin und

wieder einen Kuchen backen, Reis

essen und gernemal ein Bier trinken.

Über 18 Kilometer lang ist das Gleisnetz,

das sich durch den Stadthafen Gelsenkirchen

zieht.

Rangierarbeit imStadthafen: Auch wenn es ein wenig nach Pause

aussieht –Lokführer und Rangierer müssen konzentriert zuWerke

gehen, damit die Fracht sicher ihren Weg durch den Hafen findet.

Wer das Hafengelände

betritt, kommt in eine

eigene kleine Stadt.

Eine rein gewerbliche

Stadt, die vielfältiger

nicht sein könnte. SchickeNeubauten liegenhierneben

Lagerhallen mit eher rostbraunen

als weißen Wänden. Eine 103-

jährigeEisenbahnstreckeneben Silos voll

mit frischem Reis. Eine Firma reiht sich

hier an die andere. Immer wieder hört

man Maschinenlärm, sieht Kräne, die etwasverladen,

und Lkw,die vorbeifahren.

Die Branchen reichen von Chemie über

Stahl weiter zu Schrott und bis zu

Lebensmitteln. „Müller’s Mühle“ –einer

der größten Reis-Veredler in Europa –

hat ihren Sitz direkt neben einem Tanklager,

das unter anderem Jet, Aral und BP

bedient. Einige Meter weiter wird Biermalz

hergestellt, etwas weiter Mehl gemahlen,

während auf der gegenüberliegenden

Hafenseite Schrott aufb

ereitet

wird.

In Zahlen sind das rund 60 Firmen mit

gesamt über 2000 Mitarbeitern. Das alles

auf einer Fläche von 1,2 Millionen Quadratmeter.

Mit verschiedensten Gütern,

die auf vier Wegen kommen und gehen:

zu Wasser, mit der Eisenbahn, durch die

Pipeline und per Lkw über die Straße.

Rund sechs Millionen Tonnen –die Pipeline

ausgenommen –kommen so jährlich

zusammen. Am Umschlag gemessen ist

der Stadthafen damit einer der größten

Kanalhäfen Deutschlands.

Davonsieht man nichts, wenn manindie

Hafenstraße hineinfährt. Obwohl die

Sonne scheint, ist das Gebiet leer.Nur hin

und wieder laufen Arbeiter vorbei. Tatsächlich

sind die wenigstenBesucher des

Hafens tatsächlich Besucher.Für viele ist

der Hafen in erster Linie: der Arbeitsplatz.

Der Arbeitsplatz auf einem Gebiet, das

nie stillsteht. Der Hafen ist 365 Tage, 24

Stunden geöffnet. Für Franz-Josef Grefrath

(61) bedeutet das, immer in Rufb

e-

reitschaft zu sein. Fallsesinseinem großen

Reich mal Probleme gibt.

►Fortsetzung Seite 31


LEBEN &WISSEN 31

Rund 60 Firmen sind im Hafen zu Hause. Dazu gehört auch der Reis-Veredler und Hülsenfrüchteexperte „Müller‘s Mühle“. Seit 1893 hat das Unternehmen seinen

Stammsitz in Gelsenkirchen am Binnenhafen.

Fotos: Wilfried Gerharz

HAFEN GELSENKIRCHEN

Der Hafen Gelsenkirchen ist das

führende Verkehrszentrum der Emscher-Lippe-Region

–inZahlen ausgedrückt

heißt dies:

-Hafengebiet: 1,2 Mio. Quadratmeter

-Wasserfläche: 117 800 Quadratmeter

-Zwei Hafenbecken:

Industriehafen: ca. 900 mal 60 Meter

Handelshafen: ca. 500 mal 75 Meter

-Wassertiefe: 3,75 Meter

-Abladetiefe: 2,80 Meter

-rund 2800 Meter für den Umschlag

ausgebautes Ufer

-Siloraum: ca. 72 360 Quadratmeter

Fläche

-18,4 Kilometer Gleisnetz

-Bahnhof Gelsenkirchen-Hafen

-Freilagerflächen: 148 500 Quadratmeter

-gedeckte Lagerfläche: 93 090

Quadratmeter

-Tankraum: 280.000 Kubikmeter

-sonstige bebaute Flächen: 271 000

Quadratmeter

Wie eine eigene

kleine Stadt

Im Binnenhafen in Schalke-Nord gibt esdrei Themen: Politik, Arbeit, S04.

Grefrath ist Mitarbeiter seit

1979. Erkennt jeden Winkel,

jede Ecke, jeden Firmenchef.

Der Hafen ist

sein zweites Zuhause. Bevor

Grefrath seine Arbeit dort anfing,

kannte er nicht einmal den Hafen. „Ich

bin ständig die Straße entlanggefahren

ohne zu wissen, was sich dahinter verbirgt“,

sagt er.Heutedreht er mindestens

einmal am Tagmit seinem Auto eine Runde

durch den Hafen und überprüft, dass

alles läuft. Um zu Fußzugehen, fehlt ihm

meist die Zeit. „Dafür haben wir einen

Hafenmeister“, sagt Grefrath.

Am Hafen selbst hat sich in diesen 38

Jahren nicht viel verändert. Mal ging

eine Firma, mal kam eine andere hinzu.

Mal wurde neu gebaut, mal abgerissen,

mal erneuert, mal mussten eine Grünfl

ä-

che oder das Strandbad weichen. Heute

darfimHafen nicht mehr geschwommen

werden –trotzdem hat sich die DLRG

dort niedergelassen. Falls doch mal jemand

von der anderen Seite ins Wasser

springt und gerettet werden muss.

Einen Container-Terminal gibt es trotz

der großen Umschlagszahl bis heute

nicht. Der Grund: Der Platz reicht nicht

mehr. „Wir sind voll“, sagt Grefrath.

Der Grundriss ist geblieben, trotzdem ist

am Hafen immer wasimGange. Als einer

der ersten Häfen in Deutschland wurde

der Gelsenkirchener Hafen komplett mit

Glasfaser ausgestattet.

Im Gegensatz dazu steht die 103 Jahre

alte Eisenbahnstrecke. Die Lokomotive

fährt noch. Ihre Schiene verläuft quer

durchs Hafengebiet. Sven Neunzig (36)

fing im Jahr 2014 als Lokführer im Hafen

an –genau 100 Jahre nach der Eröffnung.

Vorher warerals „normaler“ Lokomotivführer

bundesweit unterwegs. „Die

Deutschlandreise war nicht mehr so

meins. Ich wollte feste Zeiten und einen

festen Standort“, sagt er.

Heute transportiert Neunzig Waggons

„die letzteMeile“ zum Hafen und andersherum

nach Gelsenkirchen-Bismarck –

mit einer Geschwindigkeit von24km/h.

„Das sind circa 30 Kilometer pro

Schicht“, schätzt er.Langweilig findet er

das nicht. „Kein Tagist wie der andere.

Es gibt auch oft Störungen.“ Gearbeitet

wird imDuo: Einer steuert die Lok, der

andere ist Rangierer. Das Verhältnis ist

gut. „Das ist eine eigene kleine Familie.“

Auf dem hinteren Fenster der Eisenbahn

klebt ein Sticker des Fußballvereins FC

Schalke.

Für die meisten Mitarbeiterist das Ausleben

der Liebe zum Fußball-Verein ein

Muss. Nicht für Neunzig. „Ich habe mehr

Durchblick bei Strickmustern“, sagt er

und lacht. Er schaut seiner Frau dabei oft

zu. Wenn es um Fußball und den FC

Schalkegeht, klinkt er sich lieber aus. „Ich

halte einfach den Kopf aus dem Fenster.“

In den knapp drei Jahren, die Neunzigim

Hafen arbeitet, hat sich nur eins verändert:

„der Betreiber des Imbisses“. Es ist

die einzigeGastronomie am Hafen –mehr

braucht es auch nicht. Kaffee und wechselnder

Mittagstisch für die Mitarbeiter.

Andere Besucher verirren sich eh kaum

hierher. Im Oktober haben Wiebke

Sönnichsen (50) und ihr Lebensgefährte

den „Hafenimbiss“ übernommen. „Mein

Lebensgefährteist früherselbsthieressen

gegangen“, erzählt sie. Nachdem die früherenBesitzer

in Rentegingen, übernahmen

sie das kleine Häuschen zentral im

Hafengebiet.

Ihre Kunden sind die Mitarbeiter der Firmen.

Viele gehen schon jahrelang im

„Hafenimbiss“ ein und aus. Man duzt

sich. „Vom Aufnehmen her hat das nicht

langegedauert“, sagt Sönnichsen.Hauptthemensind

hier: Politik, die Arbeit –und

natürlich der FC Schalke 04.

Eigentlich öffnet der Imbiss erst um 6Uhr,

um 5.15 Uhr stehen jedoch die ersten

Stammgästevor der Tür,umihren ersten

Kaffee noch vorArbeitsbeginn zu bekommen.

„Kaffee ist ein Menschenrecht hier“,

sagt Sönnichsen. Und wenn dasKleingeld

ihrer Kunden mal nicht reicht, „habe ich

einen geduldigen Kugelschreiber“.

Christina Schreur

Bei Arsol-Aromatics werden chemikalische Grundstoffe hergestellt,

die für die Medizin und Farbherstellung nötig sind.

www.trans-acta.de

trans-acta –Datenschutz und IT

„Weprotect and serve“

Egbert-Snoek-Straße 1, 48155 Münster Telefon 0251 70 38 990


IHRE WERBUNG

RICHTIG PLATZIERT

TRIFFTDIREKTDIE ENTSCHEIDER

Wirtschaftskompetenz aus der Region

und für die Region!

–Relevanteregionale Wirtschaftsthemen

–Reportagen, Interviews

–Hintergrundberichteund Portraits

–Standpunkteund Stimmen aus der Wirtschaft

– Themenschwerpunkte:

Macher &Märkte

Branchen &Betriebe

Geld &Geschäft

Leben &Wissen

–Für Firmenlenker und Führungskräfte

–WennSie mit Ihrem Unternehmen

etwasbewegen wollen

–8×jährlichpersonalisiertan17.000

UnternehmenimMünsterland

–Anspruchsvolles Umfeld für Ihre

Kundenansprache

–Mehrwissen –besserentscheiden –

erfolgreichwerben

Branchen & Betriebe: Teststrecke

für Hoteliers Seite 14

Geld & Geschäft: Indexpolicen

stehen hoch im Kurs Seite 17

DIE WIRTSCHAFT

Im Bann der Abschotter

Die USA und Großbritannien verweigern sich zunehmend dem globalen Handel. Präsidentenwechsel

und Brexit drohen auch die Unternehmen im Münsterland in Mitleidenschaft zu ziehen.

Der neue DonaldTrumpbautHan-

die britische

US-Präsident

delsmauern, Regierungbereitett

den Brexit vor, und die

wird

türkische unberechenbarer.

Politik zunehmend die

UnternehmenimMüns-

immer

Auch terland stärker die Auswirkungen

globaler Turbulenzen

auf ihr Geschäft.

Es geht um

mehrere Mil-

liarden Euro

Auslandsumsatz.

Allein in

USA,

spüren die drei Großbritannien und Tür-

kei, die alle in politischen

Turbulenzen stecken, ex-

Unternehmenn

Länder portieren aus dem Bezirk der In-

und Handels-

dustrie- Nord

kammer in Münster

(IHK) Westfalen Waren tungen im Wert von über

3,6 Milliarden Euro. Wie

Prof. Dr. Bodo Risch,

stellvertretender IHK-Hauptgeschäfts-

Hauptgeschäftsführer,

dieser Zeitung erklärte, erreicht

allein der Export von rund 500 Betrieben

aus dem Münsterland und der Emscher-

Lippe-Region in das Brexit-Land Großbritannien

ein jährliches Volumen von 1,6

MilliardenEuro. In denUSA, woder neue

Präsident Donald Trump täglich für neue

wirtschaftspolitische Unruhe sorgt, erreichte

der Wert der Geschäfte aus der

und Dienstleis-

Münster | Münsterland

Region im vergangenen Jahr einen Wert

von 1,5 Milliarden Euro.

Allerdings spiele bei den münsterländischen

Ausfuhren in die USA der Maschinenbau

eine große Rolle, so Risch. „Diese

Branche steht bei der Abschottungspolitik

Trumps nicht so im Fokus.“ Der stellvertretende

IHK-Hauptgeschäftsführer

sieht in dieser Branche vor allem auch

deshalb einen Zwang zum Einkauf ländischen Know-hows, „weil der USaus-

Maschinenbau antiquiert ist“.

Hinzu kommen für die heimischen Exporteure

politischen Unsicherheiten in

einigen europäischen Nachbarländern –

etwa in Frankreich und den Niederlanden,

wo rechte Kandidaten bei den Präsidenten-

bzw. Parlamentswahlen eine be-

Ihre Ansprechpartner:

Frank Micheel Tel. 0251/690-916161|frank.micheel@aschendorff.de

LarsNormann Tel. 0251/690-916162|lars.normann@aschendorff.de

AschendorffVerlag GmbH &Co. KG ·Media &Sales ·Soester Straße 13 ·48155 Münster

< DIREKT < BUSINESS TO BUSINESS > ZIELGENAU >

MÜNSTER

MÜNSTERLAND

DASIDEALE WERBEMEDIUM 2017.JETZT BUCHEN!

eilage

MODERNE LOGISTIK

IMUNTERNEHMEN

Ausgabe 1/2017

„Ein dynamisches Jahr“

Statistisches Bundesamt bewertet die Wirtschaftsleistung positiv

DiedeutscheWirtschafthatEnde

2016zualtemSchwungzurückgefunden.NacheinerDelleimSommer

zog die Wirtschaftsleistung

vonOktoberbisDezemberum0,4

Prozent gegenüberdemdritten

Quartalan, wie das Statistische

Bundesamt jetzt in Wiesbaden

mitteilte.

Befl

vom Konsum

und größte

fügelt vom Bauboom

wuchs Volkswirtschaftdamitso

stark wie der Euroraum

insgesamt.ImdrittenQuartalwardas

Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich

Europas 4 198869 002009

2 0 0 0 8

Aschendorf

f Verlag GmbH & Co. KG

SoesterStraße13,48155Münster

ZKZ88690PVST

www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 2,00 Euro

um0,1Prozentgestiegen.ImGesamtjahrstandeinkräftigesPlusvon1,9

Prozent. Es wardasstärksteWachs-

tumseitfünfJahren.FürdiesesJahr

sindÖkonomenzuversichtlich,siesehenallerdingsgroßepolitischeUnsicherheiten.

„Das gute vierte Quartal setzt den

Schlusspunkthintereindynamisches

Jahr 2016. Deutschlandistspürbar

schnellergewachsenalsimlangfristigen

Durchschnitt“, erklärte KfW

-

Chefv

olkswirt Jörg Zeuner. Viele

internationaleTurbulenzenseienwegen

der starken Binnenwirtschaft

kaumaufDeutschlanddurchgeschlagen.

AbgehängtwurdeEuropasKonjunk-

turlokomotivezumJahresendeunter

anderemvonSpanien (plus0,7Pro-

zent)unddenNiederlanden(plus0,5

Prozent). Im Gesamtjahrwuchsdas

BIP in denNiederlandenkräftigum

2,1Prozent.DieRegierungkanngute

NachrichtenrundvierWochenvor

derParlamentswahlgebrauchen.Die

französischeWirtschaftgewannvor

demWahljahrebenfallsanSchwung

undlegteEnde2016um0,4Prozent

zu.

InDeutschlandtrugennachvorläufigenDatenderStatistikerdieKaufl

fust

derBundesbürgerunddieAusgaben

desStaatesmaßgeblichzumWachs-

tum Ende 2016 bei. Der habe

seine Konsumausgabendeutlicher-

höht, erklärtedieBehörde.

ImVorjahresvergleichlegtedaspreisbereinigteBIPvonOktoberbisDezemberum1,2Prozentzu.Fürdieses

JahrhatdiedeutscheWirtschaftnach

AngabenderStatistikerbereitsein

Plusvon0,5Prozentsicher.

dpa

NÄCHSTE AUSGABE

26.9.2017

Der

Anzeigenschluss

ist am 8.9. 2017

OFFEN GESAGT

Vielfalt kann

schützen

drohlich starke Zustimmung erwarten

können. Das trifft dann sogar das münsterländische

Handwerk: Es gebe vor allem

enge geschäftliche Kontakte in die

Niederlande, berichtete der Pressesprecher

der Handwerkskammer Münster,

Michael Hoffmann.

►Fortsetzung auf Seite 2

uch

A en die politischen Turbu-

Ideen alleine verändern nichts.

Sondern der Mut, sie umzusetzen.

Der neue Panamera.

Erfahren Sie mehr bei uns im

Porsche Zentrum Münster.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

am Münsterland gelenzen

in wichtigen Handelsnationen

wie den USA und Großbritannien

nicht vorbei. Milliardenschwere

Exportvolumina

verbinden die Region mit den

Krisenländern.

Doch im Gegensatz zu vielen

anderen Gegenden Deutschlands

hat das Münsterland

einen gewaltigen Vorteil: Die

Hidden Champions, die es in

der Region in großes Zahl gibt,

sind auf dem Weltmarkt in

ihren Sparten überlegen.

Auch US-Präsident Trump dürfte

seinem Land diese Waren

nicht vorenthalten wollen und

deshalb hier von Zöllen absehen.

Außerdem steht China als alternativer

Markt zur Verfügung.

Auch wenn die dortige

Wirtschaft nicht mehr ganz so

stark wächst wie in der Vergangenheit,

wird sich die

Volksrepublik – vor allem auch

wegen Trumps Abschottungspolitik

– zunehmend zur führenden

ökonomischen Macht

der Welt entwickeln.

Die Wirtschaft im Münsterland

hat in der Vergangenheit immer

wieder ihre hohe Flexibilität

unter Beweis gestellt. Basis

für diese schnelle Reaktionsfähigkeit

ist vor allem die mittelständische

Struktur der regionalen

Betriebe. Großkonzerne

erweisen sich hingegen in der

Regel als schwerer lenkbare

Kolosse – können sich somit

auch auf politische Umbrüche

nur verspätet einstellen.

Jürgen Stilling

Porsche Zentrum Münster

PZ MünsterKnubelGmbH & Co. KG

WeselerStraße693

48163Münster

Tel.: + 49 251 97109-0 · Fax: -14

www.porsche-muenster.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine