Griaß di' Allgäu Sommer 2016

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* Guten Tag Allgäu

Griaß di’ *

Allgäu

LAND | LEUTE | BERGE

Sommer 2016

Nr. 1 | 4,90 €

Österreich 5,50 € | Schweiz 6,90 Sfr

Italien 5,50 € | BeNeLux 5,70 €

PLUS

Die schönsten

Radtouren

der Region

NEU

ERLEBNISMAGAZIN

AUS DEM ALLGÄU

TRACHTENKULT

Altes Handwerk

auf neuen Wegen

SCHMUGGLERPFADE

Grenzenloses Abenteuer

im hohen Süden

GAUMENFREUDEN

Landfrauen-Kuchen,

die das Leben versüßen

Land der Berge

und Seen

URIG Ferien auf dem Bauernhof | BERGMESSE Gott zum Greifen nah

WANDERN Preisgekrönte Trilogie | KREATIV Filztasche selbst gemacht

+ + + MIT GROSSEM GEWINNSPIEL + + + MIT GROSSEM GEWINNSPIEL + + + MIT GROSSEM GEWINNSPIEL + + +


Titelfoto: (Blick auf den Seealpsee, oberhalb des Oytals): Michael Monschau, www.photographie-monschau.de; weitere Fotos: Dominik Berchtold, imago.

EDITORIAL

Bildschöne

Landschaft

Zugegeben: Sicher war ich mir nicht, dass ich am Ende des dreitägigen

Wanderurlaubs in Oberstaufen-Steibis (auf dem Foto unten meistere ich

eine Klettereinlage auf dem Luftigen Grat) mit erhobenem Daumen vor

meine Freunde treten und in rundum zufriedene Gesichter blicken würde.

Aber genau so war es!

In den Jahren zuvor hatten wir das Wochenende in Südtirol verbracht,

um zu wandern, einzukehren, Land, Leute und Berge kennen zu lernen.

Ich machte zuletzt den Vorschlag, das Ziel zu ändern: Allgäu statt Südtirol.

Weshalb mir am Ende alle anerkennend auf die Schulter klopften?

Die Reportage „Gute Freunde auf Abwegen“ verrät es Ihnen.

Aktiv sein im Allgäu: Das ist nicht nur auf Schusters Rappen möglich.

Hoch im Kurs stehen auch Mountainbike-Touren und Ausflüge mit Rad

und Rennrad. Oder Geocaching, der neueste Trend. Was fasziniert die

Menschen daran? Ist es der Jagdinstinkt in uns? Oder der Wunsch, Rätsel

zu lösen? Im Tannheimer Tal haben wir nach Antworten gesucht.

Viele unserer Leserinnen und Leser loben in Zuschriften unsere großformatigen

Fotos, die Emotionen wecken und den

Zauber der Natur direkt ins Wohnzimmer

transportieren. Freuen Sie sich auch in der

aktuellen Ausgabe wieder auf besondere

Blickwinkel und imposante Farbspiele.

Wer hinter diesen Aufnahmen steckt,

verraten wir Ihnen in der nebenstehenden

Rubrik.

P.S.:

DES RÄTSELS LÖSUNG

Weißlacker

Viel Spaß mit dem Magazin Griaß

di‘ Allgäu wünscht Ihnen

Schreiben Sie, was Ihnen an unserem Magazin gefällt, was Sie

vermissen, welche Themen Sie interessieren. Wir freuen uns

über jede Zuschrift. E-Mail: redaktion@griassdi-allgaeu.de

„Weißlacker“ lautete beim letzten Gewinnspiel die Antwort auf die Frage nach der

Allgäuer Geheimwaffe. Alleine sein Geruch, heißt es, könnte den Feind in die Flucht

schlagen. Überwältigend, wie viele Leserinnen und Leser uns eine Postkarte geschickt

haben. Vielen Dank dafür!

Die strahlenden Gewinner, die sich über einen Urlaub in Viersterne-Hotels sowie über

Flüge vom Allgäu-Airport freuen dürfen: Stephanie Semler aus Fulda, Sabine Brunde

aus Niederkassel und Helga Rölle aus Bad Waldsee. Herzlichen Glückwunsch! Das

neue Gewinnspiel finden Sie auf Seite 142.

UNSERE FOTOGRAFEN

MATTHIAS BECKER

Im Westen der Region war der Kemptener

für unser Magazin unterwegs – und

öffnete die Türen der Meckatzer Brauerei

und jene im Schloss Isny.

DOMINIK BERCHTOLD

Bereits in der ersten Ausgabe war der

Kleinwalsertaler mit einem preisgekrönten

Meisterwerk dabei. Dieses Mal wanderte

er aufs Rindalphorn – mit seiner Kamera.

JONATHAN BESLER

Der junge Mann aus Bad Hindelang

ist ein „wilder Hund“, wenn es ums

Fotografieren geht. Allerdings: Hundsgewöhnlich

sind seine Aufnahmen nie.

MARTINA DIEMAND

Die gebürtige Allgäuerin ist überall dort

zu finden, wo sich Menschen treffen. Zum

Beispiel beim traditionellen Viehscheid.

HERMANN ERNST

In der Sportfotografie fühlt sich der

Kemptener besonders wohl. Weshalb er

den Termin mit Radrennfahrern am Oberjoch

einfach nur genoss.

KARL JENA

Die Landschaft dieser Region hat es ihm

angetan – und eine Wiese voller Löwenzahnblumen

im Frühling. Er lässt Sie auf

Seite 38 teilhaben an seiner Freude.

TITAN KASTNER

Unser Fotograf hat einen Ausflugstipp für

Sie: Am Forggensee im Ostallgäu wollte er

seine Kamera gar nicht mehr

aus der Hand legen.

RALF LIENERT

Der Foto-Chef der Allgäuer Zeitung war

für uns pausenlos unterwegs: bei den

Wallenstein-Spielen, mit Rennfahrer

Daniel Abt, auf Schmugglerpfaden, bei

Bergmessen und und und.

JÜRGEN RASEMANN

Mit offenen Augen und Ohren durch

die Region: Dabei hat er schon viele

kuriose Motive entdeckt – und Ferien auf

dem Bauernhof im Bild festgehalten.

PETER SAMER

Um Fischer Christian Strigl bei der Arbeit

am Forggensee zu beobachten, musste

der Inhaber eines Fotostudios in Füssen

in aller Hergottsfrüh aus den Federn.

Es hat sich gelohnt.

JÖRG SCHOLLENBRUCH

Rund um Oberstaufen gibt es herrliche

Wanderwege und Touristenattraktionen.

Was man dort alles entdeckt?

Der „Scholli“

hat es ab Seite 18 verewigt.

HUBERT WAIZENEGGER

Der Hochgrat war sein Ziel für unser

Magazin. Dort hat den Westallgäuer ein

fan tastisches Lichtspiel in den Bann

gezogen. Überzeugen Sie sich selbst!

MATHIAS WILD

Den Kaufbeurer Fotografen trifft man im

Frühjahr und Sommer oft in den Bergen.

Einen imposanten Sonnenuntergang

erlebte er am Riedberger Horn.


6

INHALT

52

72

14

50

8

90

ALLGÄU AKTIV

14 Steiles Vergnügen

Mountainbiker punkten im Allgäu dreifach: Es locken

spannende Touren, grandiose Sicht und urige Einkehr.

18 Gute Freunde auf Abwegen

Eine Wandergruppe aus dem Schwarzwald auf großer

Testtour. Südtirol oder Steibis? Hier gibt‘s die Antwort.

24 Hohe Pässe & schöne Alpen

Freunde des Rennrad-Sports kommen am

Jochpass auf ihre Kosten. Aber nicht nur dort.

30 Die Lust am Tempo

Auf großer Radtour: Was zunächst nach Anstrengung

klingt, entpuppt sich als Glücksgriff. Schöne Radl-Strecken.

32 Moderne Schnitzeljagd

Der neueste Renner heißt Geocaching. Auf spannender

Suche im Tannheimer Tal. Zu Besuch im Schwarzen Adler.

ALLGÄU TUT GUT

40 Düfte als sinnliches Vergnügen

Primavera produziert seit Jahren Aromatherapie-Produkte.

Und sorgt damit für Momente der Entspannung.

44 Eigene Stoffe, eigene Weine

Auf der Sonnenalp genießt man Urlaub in luxuriösem

Ambiente. Individualität steht an erster Stelle.

50 Immer in Balance bleiben

Alpenwellness: Gesund und fit dank alpin geprägter Natur.

52 Stall statt Strand

Ferien auf dem Bauernhof heißt auch: Abenteuer erleben!

56 Zug um Zug gesund

Familienhotel: Hier kommen Eltern und Kinder auf ihre Kosten.

ALLGÄU GENIESSEN

62 Bier triff t Kunst

Brauerei mit eigenem Fan-Club und einer Miss Meckatzer.

JETZT FAN WERDEN

www.facebook.com/

griassdi.allgaeu.magazin

www.griassdi-allgaeu.de

72 Tour de Fromage in den Bergen

Der Käse genießt im Allgäu einen sehr guten Ruf. Vor allem,

wenn er veredelt wird – wie bei „Jamei“ in Kempten.

80 Da braut sich was zusammen

Zu Besuch bei Schäffler, der kleinsten Familienbrauerei.

4 | Griaß di’ Allgäu


24

INHALT

64

108 134

92

112

86

ALLGÄU ENTDECKEN

86 Der Zipfel als Gipfel

Unterwegs auf ehemaligen Schmugglerpfaden.

Plötzlich steht man am südlichsten Punkt der Republik.

92 Leinen los am Forggensee

Dort trifft man Fischer, Angler und zwei große Schiffe.

96 Eintauchen ins Paradies

Auf der preisgekrönten Wandertrilogie Allgäu gibt es

vieles zu entdecken: Geschichte und Geschichten.

100 Klänge der Berge

Michael Rohrmoser zieht es im Sommer auf die Alpe

Schwarzenberg. Seine Tiere erkennt er am Ton der Schellen.

ALLGÄU STANDARDS

138 Kolumne: Nicola Förg

Allgäuer „shitstorm“

8 Dahoim: Auge in Auge mit dem Steinbock

76 Fernsehkoch Christian Henze empfiehlt

116 Kreativ: Filztasche „Vroni“ selbstgemacht

140 Neue Bücher

142 Allgäu-Karte / Gewinnspiel

144 Veranstaltungen

146 Impressum / Vorschau

ALLGÄU HEIMATLICH

108 Kleider machen Leute

Auf der Festwoche fällt auf, wer keine Tracht trägt. Die

besitze im Allgäu längst Kultstatus, betont eine Schneiderin.

112 Das Handy des Hirten

In Ofterschwang können Urlauber und Einheimische

Alphornkurse belegen. Wir haben genau hingehört.

118 Adrenalin und Allgäu

Beides bestimmt das Leben von Rennfahrer Daniel Abt.

122 Der gute Räuber

In Altusried steht die größte Freilichtbühne der Region.

Ab 11. Juni erlebt Robin Hood dort viele Abenteuer.

ALLGÄU ANDÄCHTIG

126 Die Holderhex vom Schwarzenberg

Katharina Liebenstein pflegt Holunderbäume der Sorte

„Haschberg“ – die Grundlage ihres beliebten Holundersafts.

130 Gott zum Greifen nah

Das Beten unter freiem Himmel lockt Tausende auf den Gipfel.

Bei Bergmessen herrscht eine besondere Atmosphäre.

134 Hereinspaziert ins Zauberland

Im Schloss Isny taucht man ein in die Welt des Friedrich

Hechelmann. Er ist Maler, Buchillustrator und Romantiker.

Griaß di’ Allgäu | 5


ALLGÄU

Wussten Sie, dass … an kaum einem anderen Ort die Länder Deutschland und Österreich so eng miteinander verknüpft sind wie im Mahdtal?

Hier reichen sich, bildlich gesehen, Allgäu und Kleinwalsertal brüderlich die Hand. Unser Fotograf hat diese Gegend bei Sonnenaufgang verewigt,

mit Blickrichtung Allgäuer Hauptkamm und ins Mahdtal. Sein Standort war direkt unterhalb des Torkopfes (2014 Meter) und der Oberen

Gottesackerwände (2033 Meter). Ein Tourenvorschlag: am Hölloch vorbei zur Mahdtalalpe (nicht bewirtschaftet), weiter über Windecksattel,

Gottesackerwände, Gottesacker, hinunter über Schneiderküren mit der Steinzeitausgrabungsstätte bis zum Endpunkt Bushaltestelle im Küren.

Foto: Dominik Berchtold


ALLGÄU | Dahoim

TIERE HAUTNAH

Bockstark

&

handzahm

8 | Griaß di’ Allgäu


Blaubeuren

Ulm

Laupheim

Pfuhl

Burgau

Neu-Ulm

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Dahoim | ALLGÄU

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Dinkelscherb

Biberach

Mindelheim

Bad Wörishofen

T

Bad Waldsee

Hauerz

Bad Wurzach

Iller

Memmingen

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Pfo

Irsee

Kaufbeuren

Auf 2400 Meter Höhe, unterhalb des Mädelegabel- Gipfels,

Lindau

trifft der Wanderer auf den Steinbock. Der Bodensee lässt sich

sogar prima fotografieren. Vor 300 Jahren war das noch

anders. Damals wurden die Tiere gnadenlos gejagt,

Dornbirn

weil man ihren Hörnern heilende Wirkung nachsagte.

TEXT & FOTOS Michael Munkler

Da liegt er und räkelt sich auf dem von der Sonne gewärmten

Fels. Die bernsteinfarbenen Augen schauen

auf den von unten kommenden Wanderer herab.

Keine Angst, keine Scheu. Die stattlichen, kühn geschwungenen

Hörner legt der Steinbock mit dem dunkelbraunen

Fell jetzt sachte zur Seite, stützt sich darauf ab. Als ob er sich zum

Schlafen betten wolle. Lässig hängt er seine Vorderhufe über die

Felskante und blinzelt mit den Augen. Selbst als der Fotograf sich

auf ein bis zwei Meter an das Tier heranpirscht, zeigt der Bock

keine Regung.

Hier ist er zu Hause. In rund 2400 Metern Höhe unterhalb des

Mädelegabel-Gipfels am Allgäuer Hauptkamm stört es die Tiere

nicht, wenn an schönen Sommertagen hunderte Wanderer die

Schwarze Milz passieren. So wird das Schneefeld am Heilbronner

Weg genannt. Übrigens der letzte verbliebene Gletscherrest

in den Allgäuer Alpen. Gletscherforscher gehen davon aus, dass

das Überbleibsel aus der Eiszeit wegen der globalen Erwärmung

bald verschwunden sein wird – vielleicht in 15 oder 20 Jahren.

Wer weiter auf dem beliebten Höhenweg unterwegs ist, wird

Tettnang

Altstätten

Weingarten

Ravensburg

Weißensberg

Feldkirch

Hohenems

Bregenz

Kißlegg

Wangen

Scheidegg

Leutkirch

Lindenberg

Hittisau

Isny

bald wieder mit dem Steinwild konfrontiert: Die Bockkarscharte

trägt diesen Namen, weil sich hier seit Menschengedenken besonders

gerne Steinböcke oder Muttertiere mit ihren Jungen tummeln.

Mit atemberaubendem Geschick und in schnellem Tempo

rennen sie über die Felsen und klettern im steilen Felsgelände.

Das war nicht immer so. Vor 300 Jahren galt das Steinwild

in den Allgäuer Alpen als ausgerottet. Die Menschen hatten die

Steinböcke gnadenlos gejagt. Dem Blut, dem Fell und vor allem

dem Gehörn der Tiere wurden heilende Kräfte zugeschrieben.

Die Hörner wurden im gesamten Alpenraum zu Medikamenten

verarbeitet. Fast hätte dies dazu geführt, dass die Tiere in Europa

gänzlich ausgestorben wären. Lediglich einige Steinbock-Kolonien

konnten sich im italienischen Gran Paradiso halten. Ab 1820

ergriffen Naturkundler dort die Initiative, die letzten Steinböcke

zu schützen. Mit Erfolg: 100 von ihnen überlebten.

Es dauerte viele Jahre, bis auch in den Allgäuer Alpen wieder

Steinböcke heimisch wurden. Das war vor 50 Jahren, Mitte der

1960er Jahre. Das Experiment gelang – und wie! Inzwischen gibt

es im bayerischen Alpenraum wieder Steinwild im Am-

Oberstaufen

Altusried

Wiggensbach

Immenstadt

Warth

Weitnau

Fischen

Oberstdorf

Riezlern

Kempten

Sonthofen

Obergünzburg

Iller

Mädelegabel

Lech

Foto: Stephan Baur; Fotolia

Nesselwang

Pfronten

Tannheim

Marktobe

B


Reu

Griaß di’ Allgäu | 9


ALLGÄU | Dahoim

Auf der Steinbocktour (Foto links) kommt der Wanderer unter anderem an der Mindelheimer Hütte (rechts) vorbei.

mergebirge, bei Bayerischzell und an der Benediktenwand

in Oberbayern sowie in den Berchtesgadener Alpen. Wie viele

Steinböcke im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen heute leben,

weiß niemand genau. Die Zahl wird auf über 200 geschätzt.

Der Bereich Oberstdorf/Kleinwalsertal gilt aber als Gebiet mit

größter Steinbock-Population in den bayerischen Alpen.

Die Tiere würden im Allgäu nicht gejagt und deshalb sehen sie

den Menschen auch nicht als Feind, erklärt Henning Werth, Betreuer

des Naturschutzgebiets Allgäuer Hochalpen. Zur Freude

der vielen Wanderer. Wer will nicht gleich während der Tour ein

Bild vom Bock nach Hause posten?

„Ich habe sie sogar schon auf unserer Terrasse gesehen, ganz

zahm, einfach fantastisch“, erzählt Jochen Krupinski, Wirt der

Mindelheimer Hütte. Ein einzigartiges Schaupiel können Kletterer

rund um die Hütte im Frühsommer erleben: Die Geißen

lehren die Jungen das Klettern im steilen Fels. Das sei eine regelrechte

Kletterschule, berichtet der mit vielen internationalen

Preisen ausgezeichnete Berg- und Dokumentarfilmer Gerhard

Baur aus dem Oberallgäuer Sulzberg. Immer wieder ermuntern

die Muttertiere ihre Jungen, die Felsen hinauf- und hinabzusteigen.

Baur hat ein Jahr lang die Tiere beobachtet und für eine

Fernseh-Dokumentation gefilmt. Eine Frage hat er sich immer

wieder gestellt: Was macht das Steinwild im Hochgebirge, wenn

Schneestürme oft wochenlang toben? Zumal es in den Hochlagen

kaum Unterschlupfmöglichkeiten gibt.

Stundenlang an einem Ort

Der Dokumentarfilmer hat es herausgefunden: Die Tiere ziehen

sich oft wochenlang in Felswände zurück, wo sie geschützt sind

und auch noch Nahrung finden. Oder sie lassen sich tagelang einschneien.

„Damit die Steinböcke sich an meine Arbeit gewöhnen,

bin ich oft stundenlang an einem Ort geblieben“, erzählt Baur.

„Du musst wahnsinnige Geduld haben.“ Einmal ist er beim Warten

tatsächlich eingeschlafen und erst nach einer halben Stunde

wieder aufgewacht. „Da lag neben mir ein riesiger Steinbock.“

Im Allgäu hat der Steinbock in 50 Jahren eine erstaunliche

Karriere gemacht. Früher hieß die klassische Tour von Hütte zu

Hütte durch die Allgäuer Hochalpen schlicht und ergreifend und

wohl ein bisschen lieblos Allgäu-Durchquerung. Heute nennt

man sie – schon wesentlich sympathischer – Steinbock-Tour. Auf

der Kemptner Hütte kann sich der Wanderer ein T-Shirt aus der

„Bock-stark“-Kollektion mit prachtvoll geschwungenen Hörnern

kaufen, eine Jacke mit Steinbock-Emblem oder eine Kaffeetasse.

Und die Oberstdorf-Werbung verspricht: „Dass man auf

der Tour Steinböcke zu sehen bekommt oder auf Tuchfühlung

mit ihnen kommt, ist so gut wie garantiert“.

Nachdem die Sonne hinter der Mädelegabel verschwunden ist,

erhebt sich der Bock von seinem Felsen. Noch einmal schaut er

in die Runde. Wenig später überholt er uns mit einigen seiner

Artgenossen an diesem Spätsommertag – auf dem Weg hinunter

zum Mädelejoch. Jungtiere sind darunter, die über Felsen und

Schrofen spielerisch hinunterspringen und auch ältere Tiere, die

gemächlich schreiten. Was für ein Bild: Servus, macht‘s gut, Ihr

seid prächtige Kerle!

Der Steinbock

GEWICHT UND ALTER Alpensteinböcke gehören zur Art der Ziegen.

Die Geißen sind etwa 40 Kilogramm schwer. Die Böcke wiegen zum

Teil über 100 Kilogramm. Steinböcke können über 20 Jahre alt werden.

BART UND GEHÖRN Der Bock trägt einen Ziegenbart, hat ein imposantes,

bis zu einem Meter langes und gebogenes Gehörn. Böcke haben

im Sommer ein dunkelbraunes, die Geißen ein rötlich-goldbraunes Fell.

Im Winter wird das Fell beider Geschlechter gräulich. Der Fellwechsel

ist im Frühsommer.

HERDE UND FORTPFLANZUNG Eine Steinbockherde besteht aus

zehn bis 20 Weibchen mit ihren Jungtieren. Zudem gibt es Junggesellenherden.

Zur Fortpflanzungszeit

im Dezember und

Januar kämpfen die Böcke

um die Hoheit in den Revieren.

Nach einer Tragzeit

von fünf bis sechs Monaten

bringt ein Weibchen ein, in

seltenen Fällen auch zwei

Jungtiere zur Welt.

10 | Griaß di’ Allgäu


KÄSEMANUFAKTUR

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175 Jahre Herz Käse

QUALITÄT UND GESCHMACK IN DRITTER GENERATION

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Die Käsespezialitäten von Herz sind in Sachen Qualität

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die Produktion bis hin zum Verpacken

unterliegen wir strengsten Kontrollen

und erfüllen sämtliche an uns gestellte

Anforderungen.

SCHWEINEBERG DIE SENNEREI

Hier, ineiner der letzten traditionellen Sennereien, die es im Allgäu heute

noch gibt, werden nach überlieferten Verfahren die hochwertigen Rohsto≠e

für die Spezialitäten von Herz-Käse gewonnen. Zudem bieten wir den Käse-

liebhabern im kleinen Laden der Sennerei Führungen nach Vereinbarungen

an.

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Albert Herz GmbH · Landstr. 45 · 87452 Kimratshofen/Oberallgäu · Tel. +49 (0) 8373–987 964 · info@herz-kaese.de · www.herz-kaese.de


Foto: imago


ALLGÄU AKTIV

Wussten Sie, dass … der Menscheit Traum vom Fliegen im Allgäu Wirklichkeit wird? Zum Beispiel beim Drachen- und Gleitschirmfliegen.

Die Welt von oben zu sehen; das Gefühl zu haben, über den Dingen zu stehen oder besser – zu schweben: Ein Tandemflug ist schon für

viele zum unvergessenen Erlebnis geworden. Unser Pilot auf dem Foto startete seinen Flug auf dem Tegelberg im Ostallgäu und hat gerade

den Forggensee zu seinen Füßen. In der Region gibt es zahlreiche Unternehmen, die dieses Abenteuer der Lüfte anbieten.

Im Internet finden Sie einige Anbieter unter anderem auf der Seite www.dein-allgaeu.de


ALLGÄU AKTIV | Mountainbike

ÜBER STOCK & STEIN

Steiles Vergnügen


Mountainbiken | ALLGÄU AKTIV

Mountainbiker radeln schon

lange in und auf die Berge.

Das Allgäu bietet zahlreiche

Touren. Und die Biker können

eine beeindruckende Sicht und

urige Einkehrmöglichkeiten

genießen. Kommen Sie

mit zur Tour rund um den

Säuling.

Foto: Gruener, Fotolia.com

TEXT & FOTOS Verena Stitzinger

Ojeh, ist das steil! Jetzt ist es also soweit: Ich klammere

mich am Lenker meines Mountainbikes fest,

trete im kleinsten Gang, starre nach vorn – und

schweige. Für ein Gespräch fehlt mir die Luft. Kein

Wunder, dass auf diesen etwa 500 Metern der Weg asphaltiert

ist. Zu steil für Schotter. Jeder Regenguss würde die Kiesel nach

unten schwemmen. Warum aber bin ich hier? Warum tue ich mir

das immer wieder an?

Wenige Minuten später liegt die Antwort vor mir ausgebreitet:

Das Tal weitet sich, mein Blick schweift zu den Ammergauer

Bergen, zur Hochplatte und zur Krähe. Noch ein paar Kurbelumdrehungen

weiter: das Zugspitzmassiv! Und … die Jägerhütte.

Friedlich grasen ein paar Jungkühe auf der sonnenbeschienenen

Wiese und die Frau des Hirten hat im Holzofen Kuchen gebacken.

Paradiesisch! Unweigerlich muss ich inmitten der Allgäuer

Alpenidylle an Buddha denken. „Durch Leiden wird das Glück

erkauft“, soll er gesagt haben. Vielleicht, ja vielleicht macht

Mountainbiken deshalb so glücklich. Denn, mal ehrlich, ein bisschen

Leiden ist ja immer dabei. Und diese Art des Radfahrens

wird zunehmend beliebter. Schließlich bietet sie neben Schwitzen

und Schnaufen eine wunderbare Symbiose aus gesunder Bewegung

und emotionalen Momenten wie Spaß in der Gruppe, Naturgenuss

und Erfolgserlebnis.

Oft wird Mountainbiken als Trendsportart bezeichnet und

ihr somit unterstellt, dass es eine relativ junge Disziplin ist. Dies

stimmt jedoch nur, wenn dies eng auf die heute üblichen Spielformen

mit den spezialisierten Fahrrädern bezogen wird. Mit dem

Fahrrad aus eigener Kraft in die Berge zu fahren, genießt hingegen

eine lange Tradition. Schon der legendäre Bergvagabund

und Erstbesteiger der Eigernordwand, Anderl Heckmair, ist in

den 1920er Jahren mit dem Drahtesel ins Gebirge gefahren. Andi

Heckmair, sein Sohn, veröffentlichte Ende der 1980er Jahre die

erste Route einer Mountainbike-Alpenüberquerung: von seinem

Wohnort Oberstdorf an den Gardasee. Seither wandeln Zehntausende

jeden Sommer auf seinen Spuren.

Das Mountainbiken ist im Allgäu demnach seit langem zu Hause.

Die vielen Fahrräder, die an Wochenenden an den Berghütten

lehnen, während ihre Besitzer Pause machen, verdeutlichen: Das

Bergradeln ist in dieser Region ein Breitensport. Dazu kommen

die Urlauber, die zum Radeln ins Allgäu fahren.

Markus und ich betreiben in Füssen eine Mountainbike-Schule.

Schule? Ja, denn mit dem Trend, immer schwierigere, schmalere

und steilere Wege (Single-Trails) zu befahren, ist es üblich geworden,

dass Mountainbiker auch Kurse besuchen. Meist also

ist Markus damit beschäftigt, anderen Sportlern zu zeigen,

Griaß di’ Allgäu | 15


ALLGÄU AKTIV | Mountainbiken

Oy-Mit

Rottachsee

wie sie geschickt um Serpentinen zirkeln, Steilstufen überwinden

oder über Stufen fahren können.

Heute haben wir frei und nehmen selbst eine Tour in Angriff.

Wir haben uns einen absoluten Klassiker ausgesucht: die Runde

um den Säuling. Mächtig ragt der 2047 Meter hohe Felsklotz über

dem vom Gletscher platt geschliffenen Füssener Vorland heraus.

Zu Beginn bietet die Tour ein touristisches Schmankerl: Von Hohenschwangau

führt die Strecke direkt zu Schloss Neuschwanstein

hinauf. In Schlangenlinien umfahren wir Pferdekutschen,

die Urlauber zum Schloss hinaufziehen, zielen durch asiatische

Reisegruppen und lassen belgische Rentner passieren. Achtung:

Die Asphaltstraße, auf der die Busse hinauf fahren, ist gesperrt

für Radler. Wir nehmen deshalb den steilen Schotterweg, der

Rodelbahn genannt wird. Schon jetzt benötigen wir den ersten

Gang. Als Entschädigung ernten wir Applaus und Bravo-Rufe

von einer italienischen Familie.

Wertach

O

Oben: Ankunft am

Berggasthof Bleckenau.

Unten: kurzer Halt und Blick auf den Säuling.

Tourenplanung & Ausrüstung

OB FEIERABENDRUNDE ODER ALPENÜBERQUERUNG – eine gute

Planung ist unerlässlich. Für Tagestouren wird empfohlen: Radhose,

eventuell Funktionsunterhemd, Wind-, Softshell- oder Regenjacke (je

nach Witterung), Knie-, Bein- und Armlinge, warme Schicht (Fleece

oder Primaloft), Handschuhe, Helm, Brille, eventuell Protektoren,

Radschuhe und -socken, Erste-Hilfe-Ausstattung, Licht, Werkzeug,

Getränk, Verpflegung, Sonnenschutz, Kartenmaterial, Führer, Geld,

Handy, Tachometer und Höhenmesser oder GPS-Gerät, Helmmütze

oder andere Kopfbedeckung aus Funktionsstoff, Regenhose.

(Quelle: „Richtig Mountainbiken“ von Matthias Laar und Verena Stitzinger, BLV Verlag)

Eintauchen in eine andere Welt

Sobald wir die Abzweigung zu Schloss und Marienbrücke links

liegen gelassen haben, wird es ruhig. Wir tauchen ein in eine andere

Welt. Dunkelgrüne Fichten spenden Schatten an diesem heißen

Tag, am Boden wachsen die großen, fleischigen Blätter des

Alpendosts. Ein Schwarzspecht flattert auf und benutzt eine ganze

Weile die Schneise des Weges als Flugbahn. Wir betrachten die

großen, schwarzen Schwingen und die roten Federn an seinem

Hinterkopf. Im Bergwald gibt es viel zu sehen – und schon sind

wir beim Berggasthof Bleckenau, einem Holzhaus mit besonderer

Geschichte. Um 1850 herum hatte König Maximilian II. das

„Schweizerhaus“ für seine Ehefrau Marie bauen lassen. Denn die

Hohenzollernprinzessin aus Berlin liebte die Berge.

Nach ihrer Hochzeit in München unternahm sie als bayerische

Kronprinzessin und später als Königin zahlreiche Reisen zu Fuß,

unter anderem auf den Säuling. Marie hatte oft ihre Söhne Otto

und Ludwig, den späteren König Ludwig II. und Erbauer von

Schloss Neuschwanstein, an ihrer Seite, und so wurden auch die

beiden von der Wanderleidenschaft angesteckt.

Eine Einkehr lockt – doch wir widerstehen. Vorbei an mächtigen

Bergahorn-Bäumen im flachen Talboden strampeln wir

weiter. Neben uns plätschert der glasklare Gebirgsbach Pöllat

über weiße Kalkfelsen. Trotz all der Idylle wissen wir, was uns

jetzt erwartet: das steilste Stück an der sogenannten Kesselbrücke.

Oben an der Jägerhütte sind wir wieder munterer. Nach

der stärkenden Einkehr wartet ein weiterer Genuss auf uns: der

Single-Trail hinab in den Ammerwald. Konzentration ist gefragt,

vor allem in den engen Kurven, den Serpentinen. Der Hang ist

steil, der schmale Weg steinig. Beflügelt von der gelungenen Herausforderung,

rollen wir danach auf der Asphaltstraße ein Stück

Richtung Plansee.

Wer noch nie hier war, sollte bis zum See fahren und den Blick

genießen. Der Weiterweg aber zweigt ein wenig früher ab. Wieder

geht es in ein Bergtal. Wo es zur Dürrenbergalpe geht, entscheiden

wir uns zu einer Fleißaufgabe – und kurbeln eine halbe

Stunde bergauf. Die Belohnung: An der Hütte erwartet den Gast

ein unglaublicher Fernblick ins Lechtal und auf die Berge des Allgäuer

Hauptkamms. Dann gibt es ein kühles Getränk.

Hinterstein

16 | Griaß di’ Allgäu


Rückholz

Roßhaupten

telberg

Mountainbiken | ALLGÄU AKTIV

Trauchgau

MOUNTAINBIKE Nesselwang

TOUREN

Eisenberg

Grüntensee

Sport-

Kappeler

heim

Alm

Böck

Alpspitz

Edelsberg

Fichtelhütte

Jungholz

Alpe

Scheidbach

Fallmühle

berjochpass

309

Zell

Pfronten

Breitenberg

Aggenstein

310

Hopferau

Vils

Vils

Weißensee

7 7

Hopfen

Hopfensee

Füssen

Lech

Halblech

RUND UM DEN SÄULING

Buching

Rieden

1600 HÖHENMETER,

16

Alpsee

Forggensee Forggensee

Schwangau

17

58 KILOMETER

Diese Runde lässt bei ambitionierten

Bikern keine Wünsche offen.

Alles ist geboten: touristisches

Highlight mit Start am Schloss

Neuschwanstein, steile Auffahrt in

idyllische Hochtäler mit Sicht auf

Gasthof

Schluxen

Pinswang

die Zugspitze. Hinab geht es auf

Hohenschwangau

Neuschwanstein

einem Singletrail mit steilen Serpentinen,

Felsen und

Tegelberg

Stufen.

Hochplatte

Säuling

Hoher Straußberg

Bleckenau

Jägerhütte

Infografik: Stefan Beckmann

Schattwald

Zöblen

Tannheim

Gaishorn

Tannheimer Tal

199

AUF DER STRECKE DES

PFRONTENER MTB-MARATHONS

1900 HÖHENMETER,

53 KILOMETER

Grän

Vor allem konditionell verlangt die

Tour den Mountainbikern alles ab.

Haldensee

Technisch kniffig Nesselwängle

sind die Wege

ganz oben am Edelsberg. Ruppig

ist die Abfahrt vom Himmelreich

INFOGRAFIK: STEFAN BECKMANN

hinab und oben am Breitenberg.

Gaichtpass

179

198 198

Lech

Reutte

Dürrenbergalpe

Urisee

Melkalpe

Kuhklause

Neuwaldalpe

Hotel

Ammerwald

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Forelle

Plansee

Vilsalpsee

Heiterwang

Weißenbach

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Wellnessoase auf 2.100 m², Deutschlands schönste Hotel-Fitnesswelt,

ein vielfältiges Sport- & Entspannungsprogramm mit tägl. geführter

Wanderung (Mo-Sa), kulinarische Genussmomente für Feinschmecker

sowie tägl. Live-Musik & Tanz

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Griaß di’ Allgäu | 17


ALLGÄU AKTIV | Männerurlaub

MÄNNERURLAUB

Gute Freunde

auf Abwegen

Foto: Hubert Waizenegger

Eine Gruppe aus dem

Schwarzwald auf großer Test-Tour:

Wo wandert man schöner –

in Südtirol oder im Allgäu?

Diese Geschichte gibt die Antwort.

Ein verlängertes Wochenende

in Oberstaufen-Steibis.


Bad Waldsee

Bad Wurzach

Bad Grönenbach

Irsee

Kaufbeuren

Weingarten

Ravensburg

Männerurlaub | ALLGÄU AKTIV

Leutkirch

Altusried

Kißlegg

Wiggensbach

Obergünzburg

Markto

Wangen

Isny

Tettnang

Lindenberg

Weißensberg

Lindau

Bodensee

Bregenz

Scheidegg

Oberstaufen

Oberstaufen

Hittisau

Kempten

Weitnau

Iller Iller Iller

Immenstadt

Sonthofen

Fischen

Nesselwang

Pfronten

Tannheim

R

Altstätten

Dornbirn

Hohenems

Oberstdorf

Riezlern

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Jörg Warth Schollenbruch

Feldkirch

Lech

Am Tag der Ankunft scheint die Sonne. Selbst die

30-Grad-Marke wird geknackt. Das ist die erste angenehme

Überraschung für die männliche Siebener-

Gruppe aus dem Schwarzwald. Sie hat in diesem Jahr

einen Kurswechsel gewagt. Seit 25 Jahren gehen die Männer im

besten Alter, also um die 50, einmal im Jahr an einem verlängerten

Wochenende zum Wandern; zum Abschalten vom Alltag, zum aktiven

Relaxen, wie sie das nennen. Dazu gehören auch die Geselligkeit

und der regelmäßige Einkehrschwung. In den Jahren zuvor

haben die wanderlustigen Männer meist das italienische Südtirol

angesteuert, weil dort die Garantie warmer Temperaturen und die

Dichte an Alpen und Hütten groß sind. Doch die Anreise aus dem

Schwarzwald zieht sich. Und die Abreise am Sonntag kann aufgrund

zahlreicher Staus, die oft schon rund um Meran beginnen,

zur gewaltigen Geduldsprobe werden.

Weshalb also nicht das Allgäu als Ziel eines zünftigen Männerurlaubs?

Ist locker in zwei Stunden Fahrzeit zu erreichen, bietet eine

ähnlich imposante Bergkulisse wie Südtirol, und was die Einkehrmöglichkeiten

betrifft, muss sich die Region laut Reiseführer nicht

wirklich vor Südtirol verstecken. Bleibt als Unbekannte das Wetter.

Andererseits: Innerhalb dieser Region liegt nicht nur das Westallgäuer

Scheidegg gut im Rennen, wenn es um den deutschen Ort

mit den meisten Sonnenstunden geht. Auch andere Gemeinden

locken auf ihren Werbeseiten mit dem Versprechen, dass dem Urlauber

im Allgäu warm ums Herz wird.

Allgäu statt Südtirol – die Wahl der Herren, mal auf Abwegen zu

gehen, fiel einstimmig aus. Und schnell war Man(n) sich einig, wohin

genau die Reise gehen sollte: Steibis bei Oberstaufen, wo dem

Vernehmen nach nicht nur die Landschaft toll sein soll, sondern

auch Après-Wandern oder After-Aktiv-Partys einen entsprechenden

Ruf genießen. Stichwort Enzianhütte, Charly’s Bistro oder

Bubi’s Bar. Als Allgäu-Urlauber will man schließlich eine Region

in allen Facetten kennen lernen.

Bereits bei der Ankunft im Hotel Starennest in Steibis (Schindelberg)

ist die Frage rund ums Wetter zur Zufriedenheit aller

geklärt: Sonne pur und Temperaturen um die 30 Grad. Es wird

bis zur Abreise so heiß bleiben. Der Daumen deutet ein erstes

Griaß di’ Allgäu | 19


ALLGÄU AKTIV | Männerurlaub

Impressionen eines Männerurlaubs.

Mal nach oben – und bleibt in dieser Position. Der Zeitpunkt

des Wanderurlaubs hätte nicht passender sein können: Die Männergruppe

hat jenes Glück, exakt zum Oberstaufener Marktfest

angekommen zu sein. Und die Glückssträhne hält an. Denn der

Seniorchef der gastgebenden Familie Zinth erklärt sich bereit, am

Abend die neuen Gäste ins Zentrum nach Oberstaufen zu chauffieren.

Mit einem Auto, in dem auf den ersten Blick allenfalls fünf

Personen Platz finden. Auf den zweiten Blick aber ergeben sich

ungeahnte Möglichkeiten in Form zweier Notsitze und weiterer

Tricks und Kniffe. Keiner der Gäste muss nach Oberstaufen laufen.

Senior Zinth gelingt die uadratur des Kreises.

Traumhaft: Dieses Wort zieht sich durch den dreitägigen Kurzurlaub

wie ein roter Faden. Auf die Großwetterlage trifft es zu, auf

die Attraktivität der Touren am Freitag und Samstag (siehe Infokasten),

auf die Freundlichkeit der Hotelfamilie, auf die grandiose

Aussicht, als es hinauf geht zum Hochgrat, auf die Falkenhütte,

auf die Alpe Hörmoos, das Imberghaus, die Hohenegg-Alpe, auf

die Unterlauch-Alpe oder zu den Buchenegger Wasserfällen. Die

Stimmung ist bestens, auch deshalb, weil die Gruppe die Gewissheit

hat, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Allgäuer Bergkäse

braucht sich vor Käse aus Südtirol nicht zu verstecken, gleiches

trifft auf Suppen, Wurstsalat, Bergkäseknödel oder aufs Bier zu.

Kulinarisch bleibt während der Tage im Allgäu kaum ein Wunsch

unerfüllt. Wenn man alleine an die Marillenknödel denkt, die die

Gruppe bei einer Einkehr kurz vor dem Steinernen Tor serviert bekommt,

einem Felsdurchlass an der österreichischen Grenze.

Wäre noch nachzuprüfen, wie es mit dem Après-Wandern rund

um Oberstaufen bestellt ist? Natürlich haben die Männer aus dem

Schwarzwald davon gehört, dass es an manchem Abend oder bereits

am Nachmittag hoch hergehen kann in dieser Marktgemeinde,

die es vor allem wegen der dortigen berühmten Schrothkuren

häufig in die überregionalen Schlagzeilen schafft. Und gerade der

mediale Boulevard überrascht seine Leser schon mal mit der reißerischen

Überschrift vom „Sündenbabel des Voralpenlandes“,

weil das abendliche Flirten in den Bars mit dem potenziellen Kurschatten

nach dem zweiten oder dritten Glas Wein auf nüchternen

Schrothkur-Magen eben besonders leicht fällt. Ach ja, und dann

erzählt man sich auch noch jene Anekdote, dass sich die einstigen

FC-Bayern-Stars Gerd Müller und Uli Hoeneß nach den Bundesligaspielen

mit dem Helikopter haben einfliegen lassen, um den soeben

errungenen Sieg ausschweifend zu feiern.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Die sieben Freunde,

alles glücklich verheiratete Männer, interessieren sich rein aus

informativen Gründen dafür, ob Oberstaufen diesem etwas zweifelhaften

Ruf wirklich gerecht wird. Immerhin dementierte die

Gemeindespitze vor Jahren vehement, was die Boulevard-Presse

so alles hinausposaunte. Die Gruppe will diesbezüglich lediglich

beobachten – nicht selbst aktiv werden.

Kein Grund zur Beichte

Das Fazit am Freitagabend: Die Stimmung auf dem Marktfest ist

gut, aber nicht sensationell, was auch auf die Musik zutrifft, die

die Band den Tausenden Besuchern serviert. Die Frauen und Männer

sind nicht ausgelassener und ungehemmter als woanders. Und

in den Bars, in der sich die Wandertruppe nach dem Besuch des

Marktfestes umschaut, steppt nicht überall der Bär. Als auch bei

der letzten Station, dem Apostel, kein hemmungsloses Anbandeln

offenherziger Schrothkurler zu beobachten ist, haben die sieben

Freunde zumindest die Gewissheit, nach ihrem Urlaub zu Hause

nichts beichten zu müssen. Gleichwohl steht für die Schwarzwälder

fest: „Wir kommen bald wieder.“

20 | Griaß di’ Allgäu


Männerurlaub | ALLGÄU AKTIV

Rundwanderweg (Imbergbahn)

HOCHHÄDERICH-PARKPLATZ NACH STEIBIS

RUND 6,5 STUNDEN (MITTELSCHWERE WANDERUNG)

Vom Hochhäderich-Parkplatz aus erreicht man über einen kleinen

Anstieg den Alpengasthof Hörmoos. Durch ein Waldstück geht es

über die Schneyloch-Alpe und die Obere Stieg-Alpe hinunter zur Unterlauch-Alpe.

Dann folgt der Wanderer dem Weg zur Talstation der

Hochgratbahn. Dort geht es noch rund eineinhalb Stunden über die

Weißachbrücke den Fußweg entlang zum Tarzansteg bis nach Steibis.

Mit der Imbergbahn fährt man hinauf zum Imberghaus und zum

Gasthof Hochbühl. Über Häusler´s Gschwend und vorbei an der

Glutschwandenhütte, kommt man schließlich über den befestigten

Wanderweg (über das Hochmoor) zurück zum Ausgangspunkt, dem

Almhotel Hochhäderich-Parkplatz.

Als Ausgangspunkt eignet sich auch Steibis. Ab der Hochgrat-Talstation

verkehrt ein Linienbus zur Imbergbahn. Informationen zum Fahrplan

unter

www.oberstaufen.info

Informationen zur Imbergbahn gibt es unter Telefon: 08386 / 8223

HOTEL GARNI SONNENHEIM ***

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Heimelige, alpenländische Zimmer

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Hotel liegt im herrlichen Süden

von Oberstdorf mit Blick in die

Berge. Eine finnische Sauna und

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laden zum Entspannen ein.

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HOTEL GARNI MENNING ***S

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Alle weiteren Hotels und Informationen unter:

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Ort für

Adrenalin-Stöße

Lust auf Adrenalin-Stöße? Auf Nervenkitzel in luftiger

Höhe? Auf Familien-Spaß? Im Skyline Park bei

Bad Wörishofen könnten diese Wünsche erfüllt werden.

Zum Beispiel mit der Überkopf-Achterbahn Sky Wheel,

dem Katapultschuss Sky Shot, mit dem Turm Sky Fall,

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& Kurz

Gut

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Wie sich eine Geschwindigkeit von

100 Stundenkilometern anfühlt, wenn man

an einem Seil hängt? Zu erleben gibt’s das in

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sich auf zwei Abschnitten, die jeweils über

40 Sekunden dauern, den Kick holen. Los geht

es mit Tempo 60 bis zum Umstieg.

Danach saust man in zehn Metern Höhe

bis zur Mittelstation der Alpspitzbahn.

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Gemütlichkeit

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Mit Gemütlichkeit, geschmackvoller Einrichtung,

Kaminfeuer und dem größten Tisch weit und breit

lockt das Cafe „gruben1a“ im Trettachtal

bei Oberstdorf. An einem Tisch im

XXXXXXXL-Format haben locker

mehrere Fußballmannschaften Platz.

Ebenfalls einmalig: Der Blick,

sitzt man auf der Terrasse, fällt

direkt auf die Trettachspitze.

Und wie gesagt: Innen erwartet

den Gast eine geschmackvolle

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Täglich geöffnet von 11 bis

17 Uhr (Montag Ruhetag).

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In einer Gegend wie der

des Allgäus hat sie

Hochkonjunktur: die Tracht.

Es gibt sie in vielen Facetten, für

Sie und Ihn – klassisch, modern,

verspielt im Detail. In jedem Fall

liegt die Tracht im Trend,

wie Tobias Schaber vom

gleichnamigen Fachgeschäft in

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Hohe

&

Pässe

schöne Alpen


Rennrad-Tour | ALLGÄU AKTIV

Auf einer Tour für Rennradfahrer

gibt es viel zu entdecken. Manchmal

macht einem die Allgäuer Kuh

einen Strich durch die Rechnung.

Und wenn man Glück hat, trifft

man sogar Politiker im Rad-Sattel.

TEXT Christian Schreiber | FOTOS Hermann Ernst

Sollen wir uns jetzt über die Kuh freuen oder auf sie

schimpfen? Mitten auf der Straße ist sie stehen geblieben,

hat ihren Kopf zu uns gedreht und genau beobachtet, wie

wir jetzt wohl reagieren. Natürlich müssen wir anhalten

und dich aus dem Weg schieben, du blöde …

Es ist ausgerechnet das steilste Stück bei der Auffahrt zur

Hirschalpe (1493 Meter) oberhalb von Bad Hindelang. Wir waren

einigermaßen im Tritt und kommen jetzt mit unseren Klickschuhen

nicht mehr in die Pedale. Auf der anderen Seite: Eine

kurze Pause tut gut, denn Rennradfahren im Allgäu ist extrem

anstrengend. Wir haben uns als Ziel gesetzt, die höchsten Routen

und Pässe zu fahren und die schönsten Almen zu erkunden, die

hier in der Region Alpen heißen. Denn im Allgäu kann man im

Sommer auf asphaltierten Straßen rund 20 Berg- und Alphütten

per Rennrad erreichen. Vorausgesetzt, es steht keine Kuh im Weg

und der Radfahrer bringt die richtige Fitness mit.

Deswegen blicken wir an dieser Stelle zurück: Wir mussten ja

bereits vor Wochen an unserer Form arbeiten. Da kann man sich

theoretisch im Fitnessstudio quälen oder ins Trainingslager nach

Mallorca fliegen. Aber das Schöne am Allgäu ist, dass es auch flache

Regionen gibt, wo der Schnee früh im Jahr wegtaut und die

Temperaturen halbwegs radsportfreundlich sind. Ideale Voraussetzungen

also, um sich die nötige Grundlagenausdauer zu

Griaß di’ Allgäu | 25


ALLLGÄU AKTIV | Rennrad-Tour

Kondition ist notwendig, natürlich. Aber eine tolle Landschaft und

ein genialer Ausblick entschädigen für die körperliche Anstrengung.

holen. So haben wir unser persönliches Trainings-Dreieck

kreiert. Zwischen Memmingen im Norden, Leutkirch im Westen

und Kaufbeuren im Osten gibt es ausreichend Straßenkilometer,

bei denen man das Ziel der Saison stets vor Augen hat: die Berge

im Süden. Das ist die perfekte Motivation, wenn beim sturen

Bolzen das Hinterteil schmerzt, weil es noch nicht an den Sattel

gewöhnt ist, die Beine müde sind oder Kopf und Füße nicht mehr

wollen. Man kennt das in der Vorbereitung: Ausfall-Erscheinungen

und Ausreden gibt es zuhauf.

Das ist aber alles Schnee von gestern, denn die Hirschalpe rückt

immer näher. Wir haben die Kuh von der Straße getrieben, das

letzte Problem ist der finale Anstieg mit 20 Prozent Steigung.

Wir können nur noch im Stehen fahren, unsere Gesichtsfarbe

gleicht bereits dem grellen Rot der Trikots. Auf den letzten Metern

kassieren wir noch zwei Mountainbiker und entsprechend

erboste Blicke. Nach einer Erholungspause, die so aussieht, dass

wir das Rennrad als Stützhilfe verwenden, mit tief gebeugtem

Oberkörper über der Stange hängen und minutenlang hecheln,

schleichen wir zur Terrasse und genehmigen uns ein alkoholfreies

Bier. Wir würden gerne länger bleiben, den Ausblick, die Ruhe,

das Allgäu genießen. Aber unser Rennrad-Almtag ist noch nicht

abgeschlossen.

Die Abfahrt ist ein wahres Vergnügen. Keine Kuh, keine

Mountainbiker – nur die Straße und wir. Unten fädeln wir wieder

auf die Jochtalstraße ein, die kurvenreichste Höhenstraße im

Allgäu, die Oberjoch und Bad Hindelang miteinander verbindet.

Die Fahrt geht weiter ins Hintersteiner Tal, wo knallharte Anstiege

zur Alpe Laubichel beginnen. Dort haben wir uns mit den

Allgäuer Kühen versöhnt, schließlich geben sie ihre beste Milch

für uns, die dort zu leckerem Käse wird. Ein großer Kanten für

unterwegs wandert in die Rückentasche. Jetzt noch schnell die

Trinkflaschen auffüllen und schon düsen wir bergab.

Highlight der Tour

Mit dieser Taktik rollen wir auch die nächsten Tage durchs Allgäu,

vorbei an Forggensee, Füssen und Schloss Neuschwanstein.

Ein kleiner Abstecher führt unsere Rennrad-Gruppe nach Österreich,

über den Gaichtpass, durchs Tannheimer Tal und wieder

zurück ins Allgäu, wo bald der Riedbergpass wartet. Er ist das

Highlight der Tour, schließlich darf er sich als einzig echter Pass

in Deutschland fühlen. Wir gehen ihn frühmorgens an. Das Gemeine

ist, dass es gleich voll losgeht. Kein sanfter Anstieg, sondern

rein in die Vollen. 14, 15, 16 Prozent, enge Kurven, weite

Blicke, langer Anstieg. Am Scheitelpunkt fährt man fast vorbei.

Ein paar vorwitzige Tannen versuchen das braune Schild, das

uns die 1420 Meter über dem Meeresspiegel symbolisiert, zu verdecken.

Wir stoppen kurz, machen das obligatorische Foto und

treffen schon wieder auf Kühe. Aber diesmal sind sie hinter einem

Zaun, schieben ihren neugierigen Kopf durch und busseln mit ihrer

feucht-kalten Schnauze unsere Räder ab. Während wir noch

ein paar Bilder machen, zieht eine Trainingsgruppe mit Frauen

an uns vorbei. Wir nehmen die Verfolgung auf, haben allerdings

keine Chance gegen die Truppe. (Renn-)Radfahren gehört auch

26 | Griaß di’ Allgäu


Rennrad-Tour | ALLGÄU AKTIV

7 schöne Hütten für Rennradfahrer

UNTERE WENGENALPE (1273 m)

Knapp 20 Kilometer und 500 Höhenmeter ab Bad Hindelang.

Route: Hinterstein – Giebelhaus (1085 m).

Steigungen bis zu 15 Prozent.

BEI DEN STÄLLEN (1128 m)

Etwa 10 Kilometer (300 Höhenmeter) ab Bad Hindelang.

Route: Bad Oberdorf – Ostrachbrücke –

Hammerschmiede – Retterschwanger Tal.

Steigungen: 10 Prozent.

Hochalpine Landschaft mit Blick auf „Großen Daumen“ und

Nebelhorn. Variante: Weiter auf dem kleinen Sträßchen (asphaltiert,

manchmal Rollsplit) zur Hinteren Entschenalpe (1451 m).

Bis zu 15 Prozent, zusätzlich 3 Kilometer und 350 Höhenmeter.

HÖLLRITZER ALPE (1445 m)

Rund 14 Kilometer (730 Höhenmeter) ab Blaichach.

Route: Gunzesried – Gunzesrieder Säge.

Finaler Almweg mit bis zu 15 Prozent, unterbrochen

von kurzen Flachstücken.

Puhhhh. Der Anstieg war heftig, nun schnaufen Heike und Christian Schreiber

auf 1420 Metern über dem Meeresspiegel erst einmal kräftig durch.

Variante: von Gunzesried zum Hotel „Allgäuer Berghof“

und zurück (zusätzlich 6 Kilometer und 300 Höhenmeter).

ALPE SCHNITZLERTAL (1440 m)

bei weiblicher Allgäuer Bevölkerung zum guten Ton. Man denke

nur an Sarah Düster aus Wangen, die jahrelang zur Weltspitze

zählte, und Lisa Brennauer (Kempten), Weltmeisterin im Zeitfahren

2014. Wir stellen uns einfach vor, dass das Duo dabei war.

So lässt sich die kleine Demütigung besser bewältigen.

Wenig später treffen wir, wie verabredet, auf eine andere spezielle

Rennrad-Klientel: Politiker. Eine Handvoll Bürgermeister

hat sich an das Hinterrad des Unterallgäuer Landrats Hans Weirather

geheftet. Jedes Jahr machen sie eine Tour: Mal nach Frankreich,

mal nach Italien. Diesmal quer durch die Heimat. Wir dürfen

sie ein Stück durchs Westallgäu begleiten und staunen über

die perfekte Organisation. Die Helfer des Begleitfahrzeugs weisen

den Weg, bauen am Straßenrand kleine und große Buffets auf,

versorgen die Sportler jederzeit mit Wasser und „wichtigen isotonischen

Getränken“, wie ein Teilnehmer augenzwinkernd sagt.

Die Gruppe macht Tempo und ordentlich Kilometer. Wenn sie

aber ein angenehmes Plätzchen findet, kann die Pause schon mal

zwei Stunden dauern. Sightseeing kommt natürlich auch nicht

zu kurz. Kleine Brauereien werden ebenso besichtigt wie schnuckelige

Stadtzentren mit barocken Zwiebeltürmen. Daran merkt

man, dass wir mittlerweile im württembergischen Allgäu sind.

Es wird wieder flacher, Rennrad-Alphütten gibt es jetzt auch keine

mehr. Nur Kühe – die trifft man eben überall im Allgäu.

Manches Mal gehört ihnen die komplette Straße, wie wir am

Ende unserer Tour feststellen. Aber diesmal lassen wir uns nicht

beeindrucken und biegen gleich ab – in einen kleinen Biergarten.

Gut 16 Kilometer und 750 Höhenmeter ab Agathazell.

Route: Alpenblick-Höhe – Dreiangelhütte.

Keine Kehren bis zur Alp, deswegen sehr steil, bis zu 15 Prozent.

STUIBENSENNALPE (1400 m)

Nur 3 Kilometer ab Schattwald (Tannheimer Tal),

aber 320 Höhenmeter, bis zu 13 Prozent.

OBERE BIERENWANGALPE (1735 m)

Start ist an der Skiflugschanze im Stillachtal.

Extrem steile Passagen mit bis zu 20 Prozent.

6 Kilometer, 760 Höhenmeter.

GRÜNTENHÜTTE (1477 m)

6 Kilometer und 870 Höhenmeter ab Wagneritz.

Im steilsten Stück 23 Prozent (parallel zum Skilift).

Die Grüntenhütte

Foto: Ralf Lienert

Griaß di’ Allgäu | 27


Traditionell & Modern

Oberstaufen im Allgäu

„ Wie kein anderer Ort steht Oberstaufen

für die Kombination aus Natur-Erleben,

Gesundheits angeboten, Genuss und Lifestyle. “

Eine Landschaft wie eine Postkarte, sonnig im Sommer, nebelfrei

im Herbst und schneesicher im Winter, bis auf 1834 m steil aufragender

„Herrgottsbeton“, Bergwiesen, kleine Weiler und mittendrin

Oberstaufen. Deutschlands einziges Schroth-Heilbad mit seinen

vielen Wellnessgastgebern, Firstclass-Hotels, Tanzlokalen und Allgäuer

Gemütlichkeit. Zusammen ein Bilderbuchangebot aus der

Rubrik „Ich wünsch mir was“.

Seit über 65 Jahren bestimmt die Fastenkur, die Johann Schroth

vor rund 200 Jahren in Schlesien entwickelte, das Gesundheits-

Oberstaufen Tourismus

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Alpenrand. Die zeitgemäß modifi zierte Schrothkur macht aus dem

Jahrtausende alten Prinzip des Heilfastens eine moderne Detox-

Kur, die sogar bei Diabetes mellitus 2 wirkt. Sie hilft bei stressbedingten

Krankheiten, Schlafstörungen, Migräne, Herz- und Kreislaufproblemen

– kurz: überall da, wo die Selbstregulationskräfte

des Körpers gefragt sind.

Den typischen Überlastungskrankheiten unserer Zeit bietet das

Oberstaufener Urlaubsangebot jedoch auch schon mit seinem natürlichen

Heilklima Paroli. In Ergänzung dazu wirken die „Atempausen“:

gemeinsam mit den beiden Kirchen aufgelegte Angebote wie

regelmäßigen Berggottesdiensten, meditativen Wanderungen, Gesprächs-

und Musikabenden für die geistige Frische. Wie sehr der

Gast im Mittelpunkt steht, zeigt sich auch an „Oberstaufen PLUS“.

Das Mehrwertpaket von rund 300 Gastgebern befreit Urlauber von

anderenorts unvermeidlichen Nebenkosten. Gäste der „Oberstaufen

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ALLGÄU AKTIV | Radrunde Allgäu

Auf großer Radtour:

Was zunächst nach harter

Arbeit klingt, entpuppt

sich als wahrer Glücksgriff.

Weshalb? Weil der Radler

die schönsten Ecken des

Allgäus entdeckt.

SPASS AUF ZWEI RÄDERN

Die Lust

am Tempo

30 | Griaß di’ Allgäu


Radrunde Allgäu | ALLGÄU AKTIV

TEXT Dirk Lehmann

FOTO Susanne Bade

Ich bin begeisterter Rennradfahrer.

Allerdings ist zurzeit meine Begeisterung

größer als meine Kilometerleistung. Mal passte das Wetter

nicht, dann das Arbeitsaufkommen. Und als klar war, dass

Susanne und ich ein paar Tage am Stück im Allgäu sein würden,

habe ich ihr vorgeschlagen, eine Radtour zu machen. Sie sagte:

„Mit dir Bike-Animal? Niemals!“ Ich entgegnete: „Und wenn

wir dir ein E-Bike besorgen?“ Susannes Antwort: „Lass‘ es uns

probieren.“

Unser Ziel ist ein Teilstück der Radrunde Allgäu. Eine vom

ADFC mit vier Sternen klassifizierte ualitätsradroute, die uns

in die schönsten Ecken des Allgäus führen soll. Von Pfronten über

Oberjoch durchs Tannheimer Tal zurück nach Pfronten.

Ohne eigene Räder angereist, erleben wir beim Fahrradverleih

in Pfronten dann erst einmal eine etwas verkehrte Welt. Susanne

bekommt ein E-Mountainbike mit 29 Zoll Laufrädern und einem

400 Watt starken Motor. Ich erhalte ein zierliches Orbea-Rennrad,

die Sattelstütze weit aus dem Rahmen gezogen, damit meine langen

Beine sinnvoll ihre Arbeit verrichten können. Nach einiger

Anpassungsarbeit stopfen wir die Räder in den VW-Bus, der uns

an den Startpunkt der Tour nach Nesselwang bringen soll.

Mein Fahrrad-Navi, so sagte man mir, könne ich zu Hause lassen.

Alle Strecken seien gut ausgeschildert. Und so fahren wir am

Grüntensee vorbei, folgen dem Flüsschen Wertach, bis wir den

gleichnamigen Ort erreichen. Von dort geht es über kaum befahrene

Straßen ohne nennenswerte Steigungen durch einen milden

Herbsttag. Wir werden oft gegrüßt, lächeln zurück, genießen die

Tour. Kurz vor Jungholz haben wir wohl ein Schild übersehen

und geraten in ein Dilemma: Die ruhige Nebenstraße endet, wir

folgen der Hauptstraße, bis uns plötzlich ein Radfahrer-Verbotsschild

die Weiterfahrt verwehrt. Nur ein Waldweg neben der

Straße steht auch Radlern zur Verfügung. Für Susanne auf dem

Mountainbike kein Problem. Für mich und den nervösen Orbea-

Racer keine Option. Und wir fahren ein paar verbotene Meter,

bis wir endlich die Bundesstraße verlassen können.

Der Abstecher durch Jungholz bietet uns zwei Optionen: flache

Strecke rechts, hügelige links. Ich habe Lust auf die Pein. Wir

fahren links. Beim Anstieg die erste Demütigung: Während ich

mich keuchend hinauf kämpfe, surrt Susanne

kichernd an mir vorbei und wartet oben

– mit sichtbarem Triumph im Gesicht. Sie wird noch weitere Momente

dieser Art haben.

Nach der Bewältigung einer weiteren Steigung, die mir trotzdem

Spaß gemacht hat (und Susanne noch mehr), fahren wir

kurzerhand auf der ruhigen Landstraße weiter, kommen über

Oberjoch und Schattwald nach Tannheim, wo wir eine Portion

Kässpatzen verspeisen. Wir rollen danach bei der Fahrt durch den

Pfrontener Wald umso schneller auf ein Dutzend Kuhhintern zu,

die die Landstraße blockieren.

Das Leben ist eine lange Radreise. Mal strampelt man sich kaputt

und kommt kaum voran, mal saust man nur so dahin, und

die Lust am Tempo ist größer als die Angst vor dem Sturz. Mal

geht es nicht weiter, dann kommt die Lust am Slalom, und irgendwann

erkennst du, dass eigentlich das Fahren an sich das wahre

Glück ist. Und so wird der Moment der Rückkunft in Pfronten

zum eigentlich traurigsten dieser schönen Radtour durch das Allgäu.

Weshalb? Weil sie hier endet.

TOURENPLANUNG LEICHT GEMACHT – KOSTENLOSE KARTE, BRO-

SCHÜRE UND WEBSITE 16 Allgäuer Orte und Werbegemeinschaften

haben das Produkt umgesetzt. Hier können sie aus über 40 radfreundlichen

Unterkünften wählen. Im 104-seitigen Serviceheft sind sowohl die

landschaftlichen und kulturellen Themenräume beschrieben als auch

praktische Tipps wie ein Etappenkonfigurator, Bahnhöfe oder E-Bikestationen.

Da lassen sich schnell die gewünschten Etappen in Länge und

Höhenprofil ermitteln.

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Bestellung der Übersichtskarte und des Serviceheftes findet man

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einer Etappenlänge bis 50 Kilometer).

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Griaß di’ Allgäu | 31


ALLGÄU AKTIV | Geocaching

RÄTSELRATEN IN DER NATUR

Moderne

Schnitzeljagd

Fotos (8): Schwarzer Adler

32 | Griaß di’ Allgäu


Tettnang

Bodensee

Altstätten

Bad Waldsee

Weingarten

Ravensburg

Weißensberg

Feldkirch

Lindau

Bregenz

Dornbirn

Hohenems

Bad Wurzach

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Lindenberg

Scheidegg

Hittisau

Isny

Oberstaufen

Altusried

Immenstadt

Fischen

Oberstdorf

Riezlern

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Wiggensbach

Weitnau

Kempten

Iller Iller

Sonthofen

Obergünzburg

Pforzen

Irsee

Kaufbeuren

Geocaching | ALLGÄU AKTIV

Nesselwang

Pfronten

Marktoberdorf

Bernbeuren

Füssen

Tannheim

Reutte

Tannheimer

Tal

Nassereith

Schongau

Lechbruck

Forggensee

Ehrwald

Peiting

Das Warth Tannheimer Tal lädt

Imst

ein zur spannenden Schatzsuche.

Es gilt als Eldorado für

Geocaching-Freunde. Alleine der

Schwarze Adler hat über 300 Kapseln

versteckt. Wir haben diesen neuen Trend

ausprobiert – und noch mehr als nur

Caches entdeckt. Zum Beispiel

Sepp Schiffers rote Porsche-Traktoren.

Lech

TEXT Freddy Schissler

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit: Ein schöner

Satz ist das, geäußert von Schriftsteller Erich Kästner.

Weil für Sepp Schiffer ziemlich schnell klar war, dass

darin nicht nur ein Funken, sondern ein ganzer Haufen

an Wahrheit steckt, hat er ihn am Eingang des Hotels Schwarzer

Adler in Tannheim (Tirol) verewigt. Dieses Haus führen seine

Frau Ellen, die „Chefin“, und er seit einer halben Ewigkeit. Ihre

Kindheit ist also ein paar Jährchen her, und verbracht hat sie das

Duo in Köln, der Metropole des Rheinlands. Später machten sich

beide auf den Weg ins Allgäu und ins Tannheimer Tal. Und doch

scheint zumindest im Sepp noch einiges an Kindheit zu schlummern.

Oder nennen wir es eine kindliche Begeisterung.

Sein Herz schlägt für Männerspielzeug und auch dafür, Rätsel

zu lösen. An seinen Vorlieben lässt er seine Gäste und andere

Urlauber teilhaben. Zum Beispiel beim Geocaching, dem neuesten

Trend. Alleine 300 kleine Kapseln, sogenannte Caches,

Griaß di’ Allgäu | 33


ALLGÄU AKTIV | Geocaching

haben Mitarbeiter des Schwarzen Adlers

in der Gegend versteckt, die mithilfe eines

GPS-Geräts oder dem Handy entdeckt werden

sollen. Eine moderne Art der Schnitzeljagd, eine

Schatzsuche, die immer mehr Familien, aber auch

zahlreiche Erwachsene in den Bann zieht.

Machen wir auf unserer Fahrt ins nahe gelegene

Tannheimer Tal aber zunächst Stopp in einer Oberallgäuer

Gemeinde. Dort öffnet uns Sepp Schiffer das Tor zu einer Halle.

Was wir sehen, dürfte manches Männerherz höher schlagen lassen:

Porsche-Traktoren, knallrot, aufgereiht wie Perlen an einer

Schnur und in bestem Zustand. Der Blick fällt zudem auf einen

alten Eicher-Traktor und auf ein Motorrad mit Beiwagen der

Marke Zündapp KS 601, auch grüner Elefant genannt. Und es

gibt noch mehr Schätze in Schiffers Reich zu sehen.

Diese roten Porsche-Traktoren sorgen im Allgäu regelmäßig

für Aufsehen. Wenn das Wetter passt und Schiffers Spieltrieb

zu groß wird, hängt er einen Zettel an die Infowand des Hotels:

„Morgen Vormittag Traktorausflug ins Oberallgäu.“ Wer Lust

hat, Porsche-Cabrio zu fahren, ist willkommen. Eine Viertelstunde

dauert die Einweisung, und Schiffer, nicht nur Gastronom,

sondern auch gelernter Maschinenschlosser und Flugzeugmechaniker,

versichert: „Wer Auto fährt, kommt auch mit dem Traktor

zurecht.“ Kaum ein Gast, der nicht vom besonderen Fahrgefühl

und einem erlebnisreichen Tag schwärmt. Kaum ein Passant, der

nicht das Foto-Handy zückt, um diesen Zug mit über zehn knallroten

Traktoren im Bild festzuhalten. Ein Augenschmaus.

Wir allerdings wollen Tannheim ansteuern, um den neuen

Trend Geocaching auszuprobieren. Um das Geheimnis seiner Beliebtheit

zu lüften. Vermutlich hätte mein 16-jähriger Sohn nur

gelangweilt den Kopf geschüttelt beim Vorschlag, das Wochenende

ausschließlich wandernd mit seinen Eltern zu verbringen.

Hier lässt es sich aushalten: im

Viersterne-Hotel Schwarzer Adler.

Vielleicht gibt es ja tatsächlich

Spannenderes für Kids

in diesem Alter. Das Wort

Geocaching freilich zeigt Wirkung – und ich bekomme seine Zusage.

Also schlagen wir zu dritt bei Ellen und Sepp Schiffer auf,

und auch beim Thema Geocaching dauert die Einweisung nicht

allzu lange. Nach einer Stunde wissen wir, dass bei dieser elektronischen

Schatzsuche anhand von geografischen Koordinaten versteckte

Kapseln (die Caches; auf Deutsch: geheimes Lager, Depot)

mit einem GPS-Gerät, das wir in der Hotel-Lobby bekommen,

gesucht werden müssen. Wird man fündig, öffnet man die Kapsel

und nestelt ein Logbuch heraus, in dem man den eigenen Namen,

Datum und Uhrzeit des Fundes einträgt. Könne auch gut sein,

sagt uns Sepp Schiffer, dass wir auf eine versteckte Box stoßen, in

der sich kleine Erinnerungsstücke befinden. Der Geocacher darf

sich darin bedienen, muss aber im Gegenzug ein eigenes Accessoire

hinterlassen.

Wir sind übrigens nicht die einzigen Teilnehmer der modernen

Schnitzeljagd in diesem familiären Viersterne-Hotel mit gemütlichem

Wellnessbereich, das selbst eine kleine Schatztruhe darstellt,

weil man an fast jeder Ecke in jedem Stockwerk interessante

Gegenstände entdeckt: einen alten Vespa-Roller, ein Laufrad,

ein Kinderwagen aus längst vergangenen Zeiten oder ein Oldtimer-Motorrad.

Und jede Menge an Schwarz-Weiß-Fotos von

Geocaching macht‘s möglich: Auf der Tour gibt es einen

fantastischen Blick auf den Haldensee und aufs Tannheimer Tal ...

... oder eine kleine Verschnaufspause

direkt am Vilsalpsee.

34 | Griaß di’ Allgäu


Geocaching | ALLGÄU AKTIV

anno dazumal. Denn der Schwarze Adler ist ein Haus mit langjähriger

Geschichte. Und jener Besonderheit, dass Haupt- und

Nebenhaus, die knapp 100 Meter auseinanderliegen, mit einem

unterirdischen Gang verbunden sind. Oder dass an manch sonnigem

Vormittag die Hotelgäste zum aufwendigen Brunch an den

Vilsalpsee eingeladen werden.

Zweistellige Quote

Wie gesagt: Es haben sich noch andere Geocaching-Freunde im

Schwarzen Adler eingemietet. Sie sind aus einigen hundert Kilometern

Entfernung angereist, weil sie im Tannheimer Tal bei

über 300 versteckten Caches ihre Fundquote besonders rasch

erhöhen können. Uns wiederum bestärkt das in der Hoffnung,

zumindest einen Cache aufzustöbern. Um es vorwegzunehmen:

Unsere uote wird zweistellig, die Stimmung innerhalb der

kleinen Familiengruppe spätestens nach dem fünften Erfolgserlebnis

prächtig bis euphorisch, der Sohn rebelliert kein einziges

Mal. Da schon eher die Ehefrau – zumindest am Anfang der

Tour. Wie soll man sagen: Also, sie hat beim Wandern gerne

klare Vorstellungen, welchen Weg wir wann und wo nehmen.

Mit Widerspruch weiß sie nicht wirklich umzugehen, denn den

gab es selten bis nie. Nun freilich meldet sich das GPS-Gerät zu

Wort: Es besteht auf dem Weg nach rechts. Meine Frau aber will

nach links, weil dort die Sonne scheint und ein Feldweg verläuft.

Das GPS-Gerät hingegen will uns auf die schattige Seite führen.

Wir benötigen eine kurze Auszeit, um Sinn und Zweck einer

Geocaching-Tour zu besprechen.

Sie ist schließlich einsichtig. Mein Sohn und ich atmen auf.

Plötzlich piepst das GPS-Gerät: Das bedeutet, dass wir nah dran

sind am ersten Cache. Wo wir uns befinden? Nun ja, direkt neben

einem Misthaufen. Die Suche auf selbigem gestaltet sich kompliziert

und zunächst erfolglos. Bis junge Wanderer vorbeikommen,

verdutzt unser Misthaufen-Interesse beobachten, sich nach entsprechender

Erklärung als Caching-Kenner entpuppen und auf

eine abgesägte Stange gleich neben dem Misthaufen deuten. In

solch einer Öffnung, meinen sie, verstecke man gerne die schmalen

Kapseln bei dieser modernen Schnitzeljagd. Volltreffer! Unser

erster Fund, wenn auch mit fremder Hilfe. Die anderen Caches,

ganz ehrlich, finden wir alleine. Unter einem Steinhaufen, hinter

einem Brückenpfeiler oder unter einer Sitzbank. Bei der müssen

wir zwar drei Wanderer bitten, aufzustehen. Aber sie erfüllen

diesen Wunsch und werden von uns in die Geocaching-Geheimnisse

eingeweiht. Ich bin mir nicht sicher, ob sie alles verstanden

haben – Sinn und Zweck dieses Zeitvertreibs beispielsweise. In

diesem Bezug dürfte es aber ohnehin unterschiedliche Sichtweisen

geben. Meine sieht so aus: Geocaching eignet sich prima, um

pubertierende Jugendliche in die Berge zu locken. Na ja, und

auch, um die Dominanz der Ehefrau zu schmälern.

Geocaching-Routen

LOHMOOS-ROUTE

HALDENSEE-ROUTE

Strecke: 14,4 km, Dauer: knapp 5 Std.,

Aufstieg: 405 m, Abstieg: 405 m

Strecke: 16 km, Dauer: 4,45 Std.,

Aufstieg: 382 m, Abstieg: 382 m

STUIBENALPE-ROUTE Strecke: 14,9 km, Dauer: 4,29 Std,

Aufstieg: 443 m, Abstieg: 428 m

3-SEEN-ROUTE Strecke: 16,8 km, Dauer: 7,09 Std.,

Aufstieg: 738 m, Abstieg: 1379 m

www.geocaching.com | www.schwarzer-adler.at

Sepp Schiffer (rechts) als Gastgeber

beim Frühstück am Vilsalpsee.

Allgäu-Ausfahrt auf einem knallroten

Porsche-Traktor.

Griaß di’ Allgäu | 35


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Erlebnis.

36 | Griaß di’ Allgäu


Luftiger Grat

führt über

drei Gipfel

TEXT Isabell Schmid

Einer der schönsten Wege im Allgäu ist der Premiumweg

„Luftiger Grat“, der an der Bergstation der

Hochgratbahn bei Steibis beginnt und am Imberghaus

endet. Schon die Auffahrt mit der nostalgischen Hochgratbahn

und den faszinierenden Ausblicken macht die Tour zum

Erlebnis. Auf der zehn Kilometer langen Strecke mit 480 Höhenmetern

gelangen wir zu den schönsten Aussichtspunkten des Naturparks

Nagelfluhkette, Gehzeit: drei bis vier Stunden. Der Weg verläuft

auf einem Grat über drei Gipfel: Seelekopf, Hohenfluhalpkopf

und Eineguntkopf. Mit 1663, 1636 und 1638 Metern Höhe sind das

die höchsten Punkte der westlichen Nagelfluhkette. Das merkt man

auch am Wind, der uns teilweise kräftig um die Ohren pfeift. Einen

Hinweis darauf gibt ja bereits der Name des Weges.

Der Trampelpfad ist gut ausgebaut und als mittelschwer gekennzeichnet.

Wir gehen abschnittsweise auf Waldboden und auf Nagelfluh,

dem typischen Sedimentgestein dieses Gebietes, das in unserer

Region auch „Hergottsbeton“ genannt wird. Zum Glück ist das

Wetter schön. Bei

Regen herrscht vor

allem auf den vielen

Wurzeln und auf dem

zum Teil losen Geröll erhebliche

Rutschgefahr. Die

Umgebung ist traumhaft. Um

uns herum ragen haus hohe Keile empor.

Rechts von uns liegt der Bodensee, der von hier aus wie eine

Pfütze wirkt. Weil die Sicht äußerst klar ist, lässt sich sogar der weit

entfernte Schwarzwald erkennen. Links entlang der Gehrichtung eröffnet

sich ein atemberaubendes Alpenpanorama bis hin zum wuchtigen,

schneebedeckten Säntis-Massiv der Schweiz.

Nach dem Grat geht es weiter in Richtung Falkenhütte, die unterhalb

des Hochhäderichs liegt. Deftige Wurst- und Käse-Brotzeiten

werden hier auf Holzplatten mit Salatgarnitur serviert. Gestärkt

marschieren wir auf einem Pfad bergab über Wiesen und durch

Wälder bis zum Lanzenbach. Von hier aus geht es entweder bis zum

Imberghaus (gelegen auf 1 225 Metern), wo der Premiumweg endet.

Oder man nimmt den Abstieg ab der Alpe Remmelegg und zurück

zur Talstation der Hochgratbahn.

Ausprobiert: Premiumweg

an der Hochgratbahn

ALLGÄU AKTIV

DIE ALLGÄUER ALPEN, DIE SCHWEIZER, VORARLBERGER UND LECHTALER ALPEN: Das alles liegt Ihnen zu Füßen!

Schon alleine dieser einmalige Rundblick macht einen Ausflug zum Hochgrat zum Erlebnis. Mit seinen 1834 m ist der Hochgrat der

höchste Berg im westlichen Allgäu und der markanteste Gipfel der Nagelfluhkette. Die Bergstation auf 1708 m ist Ausgangspunkt

für viele kleine und große Wanderungen auf gut bezeichneten Wegen.

INFOS & TERMINE

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HOCHGRAT – Der Wander- und Ausflugsberg

inmitten des neuen Naturparks Nagelfluhkette

VOLLMONDFAHRT: Einmal im Monat fahren Nachtschwärmer dem Vollmond entgegen.

Dieses nächtliche nicht alltägliche Naturerlebnis wird Sie begeistern. Genießen Sie die Nacht in den Bergen.

SONNENAUFGANG: Erleben Sie einen beindruckenden und unvergesslichen Sonnenaufgang auf über 1800 m und genießen

Sie anschließend ein reichhaltiges Bergfrühstück im Bergrestaurant. So beginnt ein herrlicher Tag in den Bergen.

SONNENUNTERGANG: Jeden Dienstag können Sie beobachten, wie die Sonne im Bodensee versinkt.

Ein Naturschauspiel der Besonderen Güte.

BERGMESSEN

AUF DEM HOCHGRAT:

Regelmäßig finden ökumenische

und konfessionelle Berggottesdienste

sowie katholische Bermessen statt.

Termine finden Sie unter:

www.hochgrat.de


Foto: Karl Jena


ALLGÄU TUT GUT

Wussten Sie, dass … das Allgäu im Frühling nicht immer grün, sondern manchmal auch gelb ist? Dann steht der Löwenzahn in seiner

vollen Blüte. Auf unserem Foto, das am Fuße der Hörnergruppe zwischen Ofterschwang und Bolsterlang entstand, hat er sich noch

nicht verwandelt zur Pusteblume. Wussten Sie auch, dass der einst eher verpönte Löwenzahn längst eine Renaissance erlebt,

weil er in der Medizin vielseitig verwendbar ist? Vielleicht ist er sogar in der Lage, Wünsche zu erfüllen, wenn man die ungezählten

kleinen Schirmchen der verblühten Pflanze in die Luft pustet.


ALLGÄU TUT GUT | Naturprodukte

GEBURTSTAGSFEIER

Düfte als

sinnliches Vergnügen

40 | Griaß di’ Allgäu


Bad Waldsee

Fotos: Primavera

Bad Wurzach

Leutkirch

Weingarten

Kißlegg

Ravensburg

Wangen

Tettnang

Lindenberg

Weißensberg

Hauerz

Ottobeuren

Pforzen

Irsee

Bad Grönenbach

Altusried

Wiggensbach

Isny

Weitnau

Scheidegg

Lindau

Ober-

Immenstadt

Bodensee

staufen

Bregenz

Hittisau

Fischen

Kaufbeuren

Naturprodukte | ALLGÄU TUT GUT

Obergünzburg

Schongau

Marktoberdorf

Peitin

Bernbeuren

Kempten

Oy-Mittelberg

Iller Iller

Nesselwang

Füssen

Pfronten

Sonthofen

Tannheim

Reutte

Lechbruck

Forggensee

Altstätten

Feldkirch

Dornbirn

Hohenems

Primavera Life steht für naturreine

ätherische Öle und zertifizierte Biound

Naturkosmetik. Im Garten der

Firmenanlage wachsen 38 000 Kräuter-,

Heil- und Duftpflanzen, Rosen sowie

Wildgehölze. Seit 30 Jahren schwören

viele Menschen auf die Wirkung der

zahlreichen Wohlfühlprodukte.

Ein Besuch in Oy-Mittelberg.

TEXT Stefan Raab

Oberstdorf

Riezlern

Erfolg hat bekanntermaßen ein Gesicht. Bei Primavera

Life aus Oy-Mittelberg im Oberallgäu, das seit drei

Jahrzehnten hochwertige ätherische Öle und Bio-Na-

Warth

turkosmetik herstellt und in mittlerweile über 30 Imst

Länder

exportiert, bekommt der Besucher viele fröhliche und erfolgreiche

Gesichter zu sehen. Ute Leube und Kurt Ludwig Nübling

sind die beiden prominentesten in einem Unternehmen mit rund

200 Mitarbeitern. Die Firmengründer waren vom ersten Tag

ihrer Zusammenarbeit nicht nur begeistert von der Wirkkraft

reiner ätherischer Öle, sondern auch überzeugt davon, dass ätherische

Öle die Lebensqualität entscheidend verbessern können.

„Ich hatte ein unglaubliches Dufterlebnis mit Rosenöl, es war ein

großes sinnliches Vergnügen“, erinnert sich Ute Leube. „Aber es

ging vor allem darum, sich Pflanzenkräfte nutzbar zu machen,

zum Beispiel bei kleinen Wehwehchen oder im Haushalt.“

Mitte der 80er-Jahre, in den Anfängen des Unternehmens, waren

15 verschiedene ätherische Öle aus französischem Direktimport,

drei Basisöle und ein bisschen Räucherwerk im Sortiment.

Verschickt wurden sie aus einem sechs uadratmeter großen

Raum. Einen Businessplan hatten die Firmengründer damals

nicht, und insgesamt auch nur wenig Ahnung vom Geschäft.

Allerdings: Die Nachfrage nach den naturreinen ätherischen

Ölen war von Anfang an groß und die Geschäftsentwicklung

erfreulich. Heute ist die langjährige Geschäftsführerin stolz darauf,

dass sich ihre Bioprodukte aus nachhaltigem Bio-Anbau auf

dem Markt durchgesetzt haben, wenn sie sagt: „Ätherische Öle

sind nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Bio ist selbstverständlich

geworden.“ Kurt Ludwig Nübling ergänzt: „Die

Wohlfühlprodukte von Primavera sind bei den Kunden sehr

gut angekommen. Uns besuchen Menschen aus allen Teilen der

Gesellschaft. Im letzten Herbst waren an einem Tag gleich 600

Landfrauen bei uns am Firmensitz im Naturparadies.“

Wenn das Duo die letzten 30 Jahre passieren lässt, gab es zum

einen viele glückliche Momente angesichts der stetig wachsenden

Nachfrage nach hochwertigen Bio- und Nachhaltigkeitsprodukten

und der zunehmenden Anerkennung der Aroma-Therapie in der

Gesellschaft. Gleichwohl mussten in der Firmenhistorie Durststrecken

überwunden werden. Aufgrund der Bankenkrise Anfang der

90er-Jahre wurden zum Beispiel Kreditzusagen zurückgenommen,

die das Unternehmen vor große Herausforderungen

Lech

Nassereith

Ehrwald

Griaß di’ Allgäu | 41


ALLGÄU TUT GUT | Naturprodukte

Blick aufs Firmengelände, auf dem 38 000 Pflanzen wachsen.

Blick in den Duft- und Naturkosmetikshop.

stellte. Immerhin war der Neubau in Oy-Mittelberg schon

fix und fertig geplant.

Seit fünf Jahren ist das Unternehmen Primavera Life mit seinem

nach modernsten baubiologischen Erkenntnissen konzipierte

Firmengebäude vor den Toren Oy-Mittelbergs nicht zu übersehen.

Dreistöckig, hellgrün und mit viel hellem Holz versehen,

schmiegt sich der elegante Bau in die sanfte Hügellandschaft der

Allgäuer Voralpen. Im Inneren erhellen die oft in Gelb gehaltenen

Wände die großen Räume und Flure, rote Sofas laden zu fruchtbaren

Gesprächen ein. Aber Höhepunkt ist das mit Sonnenlicht

geflutete Treppenhaus mit einem Handlauf aus mehreren Tausend

Bergkristallen, die abwechselnd in allen Farbtönen schillern.

Viel Energie und Freude

Wer möchte nicht in solch einem Gebäude arbeiten, das mit natürlichen

Materialien versehen ist und ohne fossile Brennstoffe

auskommt? Das jeden Tag viel Energie und Freude an der Arbeit

schenken soll. Das durch ein spezielles Licht-Lenk-System, wie

Kurt Ludwig Nübling betont, äußerst energieeffizient arbeitet.

Und das von einem Garten mit rund 38 000 Kräuter-, Heil- und

Duftpflanzen, Rosen sowie Wildgehölzen umgeben ist. Na ja,

und so ist es eben kaum verwunderlich, dass Primavera Life zum

zweiten Mal mit einem Siegel für besonders nachhaltiges Bauen

und Wirtschaften ausgezeichnet wurde.

Das alles macht Mitarbeiterin Marion Keller-Hanischdörfer stolz:

„Ich weiß das ökologische Gebäudeklima sehr zu schätzen. Man

fühlt sich in diesem Ambiente trotz hoher Arbeitsbelastung sehr

wohl.“ Oder Teamleiterin Irmingard Rothe, seit über 25 Jahren

mit an Bord: „Ich fand es verlockend, mit Gleichgesinnten ein Unternehmen

aufzubauen, das auf Freundschaft und fairem Miteinander

basiert. Auch sie spüre und genieße diesen Primavera-Spirit.

Primavera und die ätherischen Öle sind angesagt. Über 140 von

ihnen gibt es – wie beispielsweise Lavendel, Frangipani Absolue

(westindischer Jasmin), Cistrose und Fichtennadel. Man entdeckt

aber auch Airsprays, Duftmischungen und Artikel aus dem Bereich

Bio- und Naturkosmetik mit den Inhaltsstoffen Neroli, Rose,

Granatapfelsamenöl. Im Oktober veranstaltet das Unternehmen

einen zweitägigen Fachkongress. Primavera erwartet rund 350

Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten. Die Primavera-Akademie

stellt zudem jährlich über 50 Seminare auf die Beine.

Großes Interesse gibt es an der Aromatherapie, vor allem von

Kliniken, Senioreneinrichtungen und Privatpersonen. Die grünen

Fläschchen der Einzelöle sind besonders beliebt, um selbst zu

mischen. Wer sich das nicht zutraut, greift zur Duftmischung.

Ganz oben auf der Hitliste thront das Lavendelöl, das klassische

Anti-Stress-Mittel. Beruhigend für Psyche und Haut und

schmerzlindernd: Wer benötigt so etwas nicht? Was es noch

gibt? Teebaum, Orange, Bergamotte, Pfefferminze, Lemongrass,

Rose, Vanille und Mandarine.

Um die Reinheit der natürlichen Öle zu gewährleisten, suchte

Primavera von Anfang an den Kontakt zum Produzenten. „Es ist

für uns unerlässlich, ein kompromisslos ehrliches Produkt herzustellen“,

sagt Ute Leube, die 2012 mit dem Unternehmerinnen-Preis

„Veuve Clicquot“ ausgezeichnet wurde. Mittlerweile

bestehen über 30 Kooperationen. Eisenkraut und Rose kommen

aus den Anden und der Türkei, Lemongrasss stammt aus Bhutan.

Durch diese Kooperation ist es gelungen, eine Seifenmanufaktur

in einer der ärmsten Regionen gemeinsam mit den Partnern von

Bio-Bhutan aufzubauen und den Menschen dort ein Auskommen

zu sichern. Immerhin, über 100 Familien leben von dieser Manufaktur.

Ein Dank dafür: Primavera erhielt letztes Jahr die Auszeichnung

„Marke des Jahrhunderts – Stars 2016“.

Tipp und Veranstaltung

FÜR MOMENTE DER ENTSPANNUNG

100 ml Primavera-Mandelöl bio mit

18 bis 20 Tropfen Primavera Lavendel

fein bio mischen und auf die Haut

auftragen. Dozentin Maria Kettenring

verspricht: „Durch den Duft wird die

Atemfrequenz tiefer und der Hautwiderstand

verändert sich, was positiv ist fürs Hautgefühl.”

ROSENFEST & FÜHRUNG Die Jubiläums-Rosenwoche findet von 18.

bis 26. Juni statt. Jeden ersten Freitag im Monat gibt es einen Erlebnistag

und ab 16 Uhr Hausführung. www.primavera-duftshop.de

Die Gründer: Ute Leube

und Kurt Ludwig Nübling.


Wir sind so frei.

Alkoholfrei!

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ALLGÄU TUT GUT | Sonnenalp

Familie Fäßler mit Hund (von links):

Anna-Maria, Viktoria, Jakob und Michael.

Die Sonnenalp bietet Urlaub mit individuellem und familiärem Ambiente,

wie Anna-Maria Fäßler betont. Sie ist nicht nur Hotelchefin, sondern auch

Grafikerin, Designerin und Tochter eines Winzers. Weshalb es im

Ofterschwanger Resort nicht nur eine eigene Stoffkollektion, sondern sogar

eine exklusive Weinlinie gibt.

44 | Griaß di’ Allgäu


Blaubeuren

Donau

Sonnenalp | ALLGÄU TUT GUT

Günzburg

Pfuhl

Burgau

Ulm Neu-Ulm

AUF HÖCHSTEM NIVEAU

Laupheim

Eigene Stoffe,

Mindelheim

Biberach

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Dinke

eigene Weine

Bad Wurzach

Bad Waldsee

Hauerz

Iller

Memmingen

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Bad Wörish

Irsee

Kaufbeu

Weingarten

Ravensburg

TEXT Freddy Schissler

FOTOS U. Kellermann, G. Standl, M. Vogel

Tettnang

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Altusried

Dieser Tag, an dem wir mit dem

Weitnau

Auto auf der Bundesstraße Lindenberg

Weißensberg

19 die Abzweigung Ofterschwang

nehmen, ist

Scheidegg

Lindau einer

Oberstaufen

Immenstadt

wie aus dem Bilderbuch: Bodensee angenehme Temperatur,

Sonnenschein, blauer Bregenz Himmel

Ofterschwang

und eine Aussicht in die Bergwelt dieser

Hittisau

Region, dass sich die Lippen unwillkürlich

zu einem Schmunzeln formen. Dornbirn Zugegeben,

selbst im Allgäu Altstätten gibt es wolkenverhangene Tage,

Hohenems

an denen sich die Sonne weitgehend versteckt und

Riezlern

ein kühler Wind weht.

Wir aber haben Glück. Oder hat es mit dem Reiseziel zu tun?

Wir steuern schließlich die Sonnenalp an. Muss man da nicht Warth den

Gast mit entsprechender Feldkirch Wärme empfangen? Sagen wir mal so:

Der Mensch ist zwar bei allem Fortschritt (noch) nicht im Stande,

das Wetter zu beeinflussen. Wärme, Harmonie und Herzlichkeit

spürt man allerdings in jedem Fall, wenn der Neuankömmling

den großzügigen Eingangsbereich der Sonnenalp betritt. Zugegeben,

das klingt zunächst nach Worten aus dem Werbeprospekt,

nach wohlwollender Übertreibung. Ist aber wirklich so.

Willkommen im Fünfsterne-Superior-Resort. Willkommen im

traditionsreichen Urlaubsdomizil von Anna-Maria (51) und Michael

Fäßler (56), wo die Gäste aus Berlin oder Hamburg anreisen,

viele aus dem Rhein-Main-Gebiet, aus Baden-Württemberg und

anderen Gebieten Bayerns. Die meisten von ihnen sind Stammgäste.

Solche, die die Tradition, Urlaub im südlichen Oberallgäu

zu genießen, von ihren Eltern übernommen haben – und nun an

ihre Kinder weitergeben. So familiär, wie die Sonnenalp

Isny

Wiggensbach

Iller

Fischen

Oberstdorf

Kempten

Sonthofen

Obergünzburg

Lech

M

Nesselwa

Pfronten

Tannheim

Griaß di’ Allgäu | 45


ALLGÄU TUT GUT | Sonnenalp

Die Stoffdesignerin: Anna-Maria Fäßler.

Der Wellnessbereich: Großzügig und lichtdurchflutet ist das Schwimmbad (Quellengarten).

schon über mehrere Generationen hinweg geführt wird, so

familiär geht es auch bei den Gästen zu. Das Allgäu erleben auf

erstklassigem Niveau mit luxuriösen Angeboten: Ein Anspruch,

dem sich die Fäßlers verpflichtet fühlen. Wir haben an diesem

Tag einen Termin mit der Chefin des Hauses. Sie soll ein bisschen

von der Philosophie der Sonnenalp erzählen, von der Besonderheit

der Anlage, von Neuigkeiten und Plänen. Die Sonnenalp,

betont Anna-Maria Fäßler, sei schließlich ein individuelles Fünfsterne-Domizil.

Darauf legt sie Wert, und als wir nach den Beweisen

dafür fragen, kommt nicht nur eine Antwort.

Da gäbe es zum einen die eigene Stoffkollektion, die in jedem

Zimmer zu finden ist. Auf dem Sofa, auf den Sesseln, auf den

Kissen. Wer das Muster für die Kollektion entworfen hat? Wieder

landen wir bei Anna-Maria Fäßler – bei der Designerin und

Grafikerin mit dem fotografischen Gedächtnis. Das F für Fäßler,

erzählt sie, habe sie ein bisschen variiert, danach suchte sie Stoffhersteller

aus Salzburg und Mailand auf. Sie berieten sich und

suchten das passende Material aus. Das Resultat: Seit geraumer

Zeit dürfen die Sonnenalp-Gäste auf einer hauseigenen Stoffkollektion

Platz nehmen.

„Das ist Individualität, die uns wichtig ist“, betont Anna-Maria

Fäßler. „Keine Zimmerkategorie ist wie die andere.“ Auch deshalb

nicht, weil es die Stoffe in verschiedenen Farbvariationen

gibt. Und weil jede Zimmerkategorie einen eigenen Namen trägt

und auf ein persönliches Erlebnis der Hotelchefin zurückgeht.

Nehmen wir das Zimmer „Rubihorn“. Nach einer Wanderung

auf den östlich von Oberstdorf gelegenen und 1957 Meter hohen

Berg, wusste sie: Dieser Raum solle helle Farbtöne in Salbeigrün

und Beige bekommen, so wie man sie in der Spiegelung

der grünen Berghänge, der Moose und Flechten im Wasser des

Gaißalpsees sieht. Zudem fällt der Blick des Gastes vom Balkon

aus direkt auf die auffällige Pyramide dieses Berges.

Ein anderes Beispiel für Individualität. Die Sonnenalp bietet

seit kurzem eine eigene Weinlinie an. Sie trägt den Namen

„Fäßler & Salomon“, und auch diese Geschichte basiert auf persönlichen

Erlebnissen der gebürtigen Österreicherin Anna-Maria

Fäßler. In der Wachau wuchs sie auf, als Tochter eines Winzers.

Wer schon mal in die Welt der Weinbauern aus dem Nachbarland

eintauchen durfte, weiß um deren Liebe und Verbundenheit zum

Rebensaft. Der weiß auch, dass die Leidenschaft zum Wein ein

Leben lang anhält.

Zusammenarbeit mit Niederösterreich

Bei der 51-Jährigen, die ihre Diplomarbeit und ihre Dissertation

den Themen Wein und Tourismus widmete, ist das nicht anders.

Und weil das Allgäu viele Vorzüge hat, aber eben nicht jenen, eine

bevorzugte Weingegend zu sein, entschloss sie sich, dem heimischen

Niederösterreich den (langen) Arm zu reichen. Ihr langjähriger

Bekannter, Topwinzer Bertold Salomon, initiierte mit ihr eine

Weinkooperation, die Fäßlers Lieblingssorten offeriert: Grüner

Veltliner und Winzersekt.

Wer sich mit der Chefin des Hauses länger unterhält, merkt

bald: Die Frau ist eine Perfektionistin. Dinge, die sie anpackt

46 | Griaß di’ Allgäu


Sonnenalp | ALLGÄU TUT GUT

Im Restaurant: die Alte Stube.

Blick in die Zimmer: Suite Himmelreich (oben) und Trettach (unten).

und umsetzt, müssen wohl überlegt und gewissenhaft ausgeführt

werden. Weshalb sie gemeinsam mit Bertold Salomon die Lagen

der Reben aussuchte und die persönliche Note der Weinlinie bestimmte.

„Ich bringe ein Stück Heimat in die Sonnenalp“, sagt sie

und weist auf den Slogan des neuen Weinprojekts hin: Leidenschaft

und Heimatgefühl aus der Wachau.

Solche Projekte scheinen die Gäste der Sonnenalp zu mögen.

Sie geben ihnen das Gefühl, an einem Ort zu sein, wo die Zeit

nicht so rasend schnell vorbeizurauschen scheint wie in den Metropolen

dieses Landes. Wo noch Werte zählen. Zum Beispiel die

des Heimatgefühls und einer langjährigen Freundschaft – oder

die Wichtigkeit einer Familientradition.

Sonnenalp-Mitarbeiterin Carina Rembold führt uns an diesem

Tag durch den Restaurantbereich, und wir beginnen unseren

Rundgang in der „Alten Stube“. Im Jahre 1919 ist sie entstanden.

Die Keimzelle also der Sonnenalp. Der erste Blick fällt auf einen

imposanten Kachelofen, und genau dort, auf der Ofenbank, sei

Michael Fäßlers Vater Karlheinz zur Welt gekommen, erzählt sie.

In vielen Stuben, die die Namen von Michael Fäßlers Urgroßeltern

oder aber seiner Kinder Jakob (18) und Viktoria (9) tragen,

findet man original Allgäuer Antiquitäten, einst von Seniorchefin

Gretl Fäßler über Jahrzehnte hinweg gesammelt. Geschichte und

Geschichten bietet das Resort auch hier, im Erdgeschoss, wo der

Hunger der Gäste gestillt wird. Neuerdings sogar in einer Grillstube

nach dem Motto: „Allgäu meets Colorado“. Denn auch

in Vail (Colorado) gibt es seit 1979 eine Sonnenalp, das Schwesternhotel,

geführt von Johannes Fäßler und dessen Frau. Weitere

Besonderheiten der Sonnenalp gefällig? Bitte sehr: Das Resort

bietet Betreuung für die Kleinen im von erfahrenen Mitarbeitern

geführten Kindergarten an; vor allem im Lobby-Bereich

entdeckt man viele Werke des renommierten Allgäuer Künstlers

Kilian Lipp, einschließlich Kili’s Bar; es gibt ein regelmäßi-

Einkaufspassage

VERGANGENHEIT Vor 33 Jahren wagte die Sonnenalp eine Neuheit:

Sie eröffnete die erste Hotel-Shopping-Mall Deutschlands.

GEGENWART Heute präsentiert das Haus nicht nur eine exklusive Ladenstraße,

kombiniert mit alpinen Wohnaccessoires. Es bietet auch

die längste Ladenstraße Deutschlands an – mit 13 Shops und 40

Schaufenstern.

DEKORATION Die Ladenstraße bekommt ein besonderes Flair mithilfe

zahlreicher Kunstwerke. Denn über 30 Fotografien der Allgäuer Fotografin

Lala Aufsberg sind in dieser Einkaufswelt zu entdecken.

Griaß di’ Allgäu | 47


ALLGÄU TUT GUT | Sonnenalp

Die Fäßlers in Tracht und dort, wo sie am liebsten sind: mitten in der Allgäuer Natur.

ges Kulturprogramm mit Konzerten oder Lesungen sowie

umfangreiche Sportangebote, unter anderem mit zwei Golfanlagen

und zwei Golfschulen. Die Sonnenalp beheimatet zudem

die längste Hotel-Ladenstraße Deutschlands in einem familiengeführten

Hotel – und sie lässt von einem Teil ihrer Auszubildenden

ein eigenes Lokal (Inizio) in Tiefenberg betreiben, wo die

Preise für Pizza oder Pasta in sehr überschaubarem Rahmen sind.

Und wo die 500 Mitarbeiter der Sonnenalp nach Feierabend als

Gäste ebenso willkommen sind wie die Bürger rund um Ofterschwang.

Längst hat sich die Atmosphäre dieses Lokals herumgesprochen,

und mancher macht sich sogar bis aus Kempten auf

den Weg nach Tiefenberg. Vielleicht ist dieses von Michael Fäßler

initiierte Projekt am besten dazu geeignet, die Denkweise der

Sonnenalp-Inhaber auf den Punkt zu bringen.

„Dieses Lokal“, beteuern Anna-Maria und Michael Fäßler,

„ist uns ans Herz gewachsen.“ Es erfüllt andere Aufgaben als rein

kommerzielle. Zum einen haben qualifizierte Auszubildende die

Möglichkeit, sich zu beweisen und in betriebswirtschaftlicher

Hinsicht zu lernen. Nicht nur theoretisch, sondern praktisch.

Zum anderen wird den Angestellten die Möglichkeit gegeben,

am Abend noch auf ein Bier und ein Treffen mit anderen die eigenen

vier Wände zu verlassen. „Und wir konnten so dem Wirtshaussterben

in der Region entgegengewirken“, sagt das Ehepaar

Fäßler.

www.sonnenalp.de

Eigene Weinlinie

BRUT NATURE ROSE 2012 Das ist ein besonders trockener Winzersekt,

produziert nach der Champagnermethode, geprägt von zarter

Kirschfrucht der Zweigelt-Rebe mit feinem Mousseux. Die Zweigelt-

Trauben von Terrassenlagen hinter der Altstadt von Krems wurden

per Hand in 250-Kilogramm-Boxen in der zweiten Oktoberwoche

geerntet und gerebelt. Der trockene

Rosé-Wein wurde im Februar 2013 in

Sektflaschen gefüllt, danach erfolgte die

klassische Flaschengärung. Die Lagerung

ist über zwölf Monate auf der Hefe in der

Flasche.

GRÜNER VELTLINER 2014 Die Geschmeidigkeit

der Lage von „Wieden &

Berg“ führt Bert Salomon auf die alte

„Wieden“ Grüner Veltliner Rebe zurück.

Geerntet zwischen Mitte Oktober

und Anfang November, fällt der

Weißwein durch hellgelbgrüne Farbe

auf, durch Anklänge von Birne

und Wiesenkräutern im Duft und

durch zarte Orangen- und Mangonoten

mit feiner Würze.

48 | Griaß di’ Allgäu


Bio-Pionier seit 1974

Erleben Sie Rapunzel!

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Wir machen Bio aus Liebe.


ALLGÄU TUT GUT | Alpenwellness

Aktiv & Gesund

Immer in

Balance

bleiben

Gesund und fit dank der

alpin geprägten Natur:

So lautet das Motto der

Alpenwellness Allgäu. Die ist

vielfältig, spielt sich draußen

und drinnen ab und reicht

von der Kräuterwanderung

über Kneippkuren bis hin zu

medizinischen Massagen oder

Faszien-Training.

TEXT Angelika Bucerius

Neben dem Gipfelkreuz des Tegelbergs

bei Füssen atme ich tief ein und spüre ein

Glücksgefühl. Bis zum Horizont erstreckt

sich in nördlicher Richtung das Alpenvorland.

Zwei Stunden unserer gemütlichen

Wanderung sind wie im Flug vergangen.

Der Weg vom Stubenhocker bis

zum begeisterten Sportler

scheint im Allgäu kürzer

zu sein als anderswo.

Schließlich bietet die Region zwischen

sattgrünen Wiesen, sanften Hügeln und

schroffen Felsen vielfältige Möglichkeiten,

in der Natur aktiv zu sein. Die Berge und

Täler laden zum Wandern ein, das gut ausgebaute

und ausgeschilderte Radwegenetz

zum Radfahren. Für mich ist es das ideale

Freiluft-Fitnessstudio.

„Gesund und fit dank der alpinen Natur“:

Dieses Motto steht im Zentrum der Alpen-

Was ist Alpenwellness?

Die Organisation: 20 Wellness- und Gesundheitshotels,

die Gemeinschaft Allgäuer Alpenwellnesshöfe

sowie sieben Kurorte und Heilbäder. Sie alle

bieten qualitätsgeprüften Wohlfühlurlaub mit authentischen

und regionalen Produkten an.

www.alpenwellness.de


Alpenwellness | ALLGÄU TUT GUT

wellness Allgäu. Knapp 30 Hotels, Alpenwellness-Höfe

und Gesundheitsorte haben

sich unter dem Markennamen zusammengeschlossen.

Alle legen Wert auf regionale

Produkte und natürliche Therapien. Auch

Kur- und Gesundheitshotels gehören zur

Vereinigung. Diese „Gesundzeit“-Hotels

ermöglichen Urlaub mit ärztlicher Betreuung

und therapeutischem Angebot.

Zu ihnen gehört das Kneippianum in Bad

Wörishofen. Hier lernen wir die Kneippkur

kennen. Die ganzheitliche Therapie des Allgäuer

Naturheilkundlers Sebastian Kneipp

wirkt durch das Zusammenspiel von fünf

Elementen: Wasseranwendungen, Wirkung

von Kräutern, Bewegung, gesunde

Ernährung und seelisches Gleichgewicht.

Morgens erlebe ich die espressogleiche

Wirkung von Knie- und Armgüssen. Am

Mittag wandern wir im idyllischen Kurpark.

Um noch ein Element von Kneipp zu

erleben, begleitet mich eine Wildkräuterführerin.

Mit ihrer Hilfe entdecke ich die

Schafgarbe, die wie natürliches Antibiotikum

wirkt; den Spitzwegerich, mit dem

Wunden schneller heilen sollen; und ich erfahre,

wie das beruhigende Kraut Baldrian

aussieht.

Oder das Hotel Allgäu Sonne in Oberstaufen:

Mehrere Ärzte kümmern sich im

Haus um die Gäste. Dort werden Schrothkur

und Massagen, Heupackungen oder

Moorbäder angeboten. Nichts gegen Wellness-Masseure.

Doch es macht einen Unterschied,

ob ich Streichelmassage oder eine

wirkungsvolle medizinische Anwendung

bekomme. Ich entscheide mich für eine

klassische Massage. Sie ist nicht altmodisch,

sondern sinnvoller denn je, so die Therapeutin.

Denn im Alltag bewegen wir uns

oft zu wenig oder zu einseitig. Irgendwann

schmerzt es im Rücken, Nacken oder in

den Knien. Die Therapeutin knetet, dehnt

und findet Muskelverhärtungen. Ziel ist,

die Durchblutung zu steigern und Verhärtungen

aufzulösen, um so Schmerzen zu

beseitigen. Das können eben nur ausgebildete

Therapeuten.

Auch wenn es am schönsten ist, sich an der

frischen Luft zu bewegen, sind das Wetter

und sportmedizinisch sinnvolle Übungen

gute Gründe, sich auch im Inneren aktiv zu

betätigen. In den Alpenwellness-Hotels gibt

es ein breites Angebot. Das König Ludwig

Wellness & Spa Resort in Schwangau bietet

täglich viele Bewegungs-, Entspannungsund

Kräftigungskurse mit ausgebildeten

Trainern. Gearbeitet wird mit Kleingeräten

wie dem TRX, einem Ganzkörpertraining

mit Seil- und Schlingensystem, oder einer

harten Schaumstoffrolle, mit der Faszien

massiert und aktiviert werden. Obwohl die

TRX-Übungen nur wenig anstrengend

scheinen, habe ich am nächsten Tag Muskelkater.

Eher schmerzvoll ist zunächst das

Faszien-Training, das mich aber mit entspannten

Muskeln belohnt. Es ist wichtig

zu wissen, wie leistungsfähig der Körper

ist. Das Alpenwellness-Hotel Sommer in

Füssen bietet den sogenannten Aeroscan

an. Bei körperlicher Belastung auf Laufband

oder Rad-Ergometer werden der eingeatmete

Sauerstoff und das ausgeatmete

Kohlendioxid gemessen. Wolfgang Sommer,

Hotelchef und Rennradfahrer, steht

an meiner Seite, steigert alle zwei Minuten

den Widerstand um 20 Watt und reicht mir

im gleichen Rhythmus die Maske, in die

ich eine halbe Minute ein- und ausatme. Bei

150 Watt wird es anstrengend, bei 170 Watt

schnaufe ich. Hier sei ich jenseits meines

optimalen Trainingsbereichs, erklärt mir

Sommer. Am effektivsten sei, im mittleren

Pulsbereich zu trainieren. Hier wird vor allem

Fett verbrannt.

Weshalb der Aufstieg zum Tegelberg

ideal war: Er fühlte sich wie ein Sonntagsspaziergang

an, war aber ein gesundes Ausdauertraining.

Vier Alpenwellness Allgäu Hotels, die einen in Bewegung bringen:

HOTEL ALLGÄU SONNE Mit Blick auf die Berge

gelegen, ist das Fünf-Sterne-Hotel in Oberstaufen

ein Ort der Entschleunigung und unterstützt die

Gäste als Impulsgeber für gesünderes Leben. Außergewöhnlich:

die top ausgestattete Fitnesswelt.

www.allgaeu-sonne.de

DAS KÖNIG LUDWIG WELLNESS & SPA RESORT

Märchenhaft und romantisch, aber ohne Kitsch,

ist das weitläufige Schwangauer Resort-Hotel

gestaltet. Ein Traum sind die neuen Suiten mit

eigener Sauna, gemütlichem Wohn- und Schlafzimmer

und königlichem Bad.

www.koenig-ludwig-hotel.de

KNEIPPIANUM GESUNDHEITSRESORT Das

Kneippianum feiert sein 120. Jubiläum. Und an

die 120 Kneippanwendungen werden hier am

Originalschauplatz zelebriert. Eine Besonderheit

sind der moderne Spabereich sowie die Work-

Life-Balance-Angebote mit psychologischer Expertise.

www.kneippianum.de

HOTEL SOMMER Hier fühlen sich Sportbegeisterte

und Wellnessurlauber wohl. Unmittelbar am

Forggensee in Füssen gelegen, bietet sich nicht

nur ein Panorama, sondern es gibt auch vielfältige

Möglichkeiten für Aktivitäten und Entspannung

innerhalb und außerhalb des familiären Hotels.

www.hotel-sommer.de

Fotos: Allgäu GmbH


ALLGÄU TUT GUT | Urlaub auf dem Bauernhof

52 | Griaß di’ Allgäu


Wertac

Biberach

Ferienzeit | ALLGÄU TUT GUT

Mindelheim

Bad Wörishofen

Türk

B

Hauerz

URLAUB AUF DEM BAUERNHOF

Bad Waldsee

Stall statt Strand

Bad Wurzach

Iller

Memmingen

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Pforze

Irsee

Kaufbeuren

Weingarten

Ravensburg

Tettnang

Die Holtfreters aus Berlin genießen einen Urlaub

mit Kuhstall, Traktor, frischer Milch, Weißensberg Waldhonig

vom Imker und vielen Tieren. Nach diesen Lindau

Bodensee

Ferien steht für die Familie fest: „Auf das Allgäu

Bregenz

wollen wir nicht mehr verzichten.“

Kißlegg

Wangen

Scheidegg

Leutkirch

Lindenberg

Isny

Oberstaufen

Altusried

Wiggensbach

Ratholz

Hittisau Balderschwang

Weitnau

Immenstadt

Iller

Fischen

Kempten

Sonthofen

Obergünzburg

Nesselwang

Pfronten

Tannheim

Marktoberdo

Bern

Füssen

Reutte

Dornbirn

Oberstdorf

TEXT Isabell Schmid | FOTOS Jürgen Rasemann

Altstätten

Hohenems

Riezlern

Auf dem Bauernhof gefällt‘s mir besser als am

Strand“, sagt die elfjährige Leonie aus Berlin, die

mit ihren Eltern Daniela und Torsten Holtfreter

Urlaub im Allgäu macht. Seit fünf Jahren reist die

Familie in diese Ferienregion und nimmt dafür über acht Stunden

an Fahrzeit in Kauf. Ihre Unterkunft haben die Berliner

über den Verein „mir Allgäuer“ ausfindig gemacht. Auf dessen

Internetseite hat der Gast die Wahl zwischen 500 Bauernhöfen

mit unterschiedlichen Spezialisierungen: Kinder, Natur und Aktivität,

Wellness, Gesundheit oder Kräuter. Familie Holtfreter

hat sich für den Ferienhof Felder in

Ratholz bei Immenstadt mit dem

Zertifikat „Kinderbauernhof“

entschieden.

Vor allem für kleine Gäste ist das Grundstück mit Spielplatz

Warth

Feldkirch und zahlreichen Tieren ein Eldorado. Im Garten findet man ein

Gehege, in dem ein kleines Holzhäuschen steht. Wer hier wohnt?

Hasenmutter Vreni und ihre drei Nachkömmlinge Schnick,

Schnack und Schnuck. Sie hoppeln jedem entgegen, der Futter

dabei hat und lassen sich streicheln. Gleich daneben grasen zwei

Schafe auf der Wiese sowie ein Lämmchen, das auf den Namen

Nepomuk hört. Dann gibt es noch die Ponys Cleo und Lotte, die

mehrmals wöchentlich einige Kinder geduldig Runde für Runde

um den Bauernhof tragen.

Wer 65 Milchkühe im Stall besuchen möchte, den nimmt Bauer

Michael Felder mit. Beim Melken oder Austreiben kann jeder

zuschauen und mithelfen. Der grüne Traktor der Felders wird

nicht nur für die Arbeit auf dem Feld, sondern auch zur

Lech

Griaß di’ Allgäu | 53


ALLGÄU TUT GUT | Urlaub auf dem Bauernhof

Bauer Michael Felder und fünf strahlende

Urlaubskinder im Fahrerhaus des Traktors.

Freizeitbeschäftigung genutzt. Die Urlaubsgäste kraxeln

schon mal dem Landwirt hinterher, um im Fahrerhaus alles unter

die Lupe zu nehmen.

Der Bauernhof liegt inmitten von saftig grünen Wiesen rund

einen Kilometer entfernt vom großen Alpsee bei Immenstadt.

Von der Terrasse aus schweift das Auge vom Gschwender Horn

(1450 Meter) zum sanften Höhenzug der Alpsee Bergwelt, der

bis nach Oberstaufen reicht und zum Naturpark Nagelfluhkette

gehört. In der Ferne lässt sich ein Teil der längsten Ganzjahres-

Rodelbahn Deutschlands erkennen (Alpsee Coaster). Abschreckend

wirken auf den ersten Blick die Gleise, die direkt am Haus

vorbeiführen. „Aber man gewöhnt sich an die vorbeifahrenden

Züge“, sagt Bäuerin Renate Felder. Lärm durch Autos hört man

hier kaum. Abseits von stark befahrenen Straßen tangiert lediglich

der Königsee Radweg den Hof, der Richtung Süden bis zum

Bodensee oder Richtung Osten bis nach Pfronten und zu den Königsschlössern

führt.

Ein Ort, in liebliche Landschaft eingebettet, mit vielen Freizeitmöglichkeiten

und einem gehobenen Standard, was die

Unterkunft betrifft. Wer nämlich glaubt, Urlaub auf dem Bauernhof

habe automatisch etwas mit Anspruchslosigkeit zu tun,

liegt falsch. Das war vielleicht vor 40 Jahren so, als im Allgäu die

Übernachtung im einfachen Zimmer mit Frühstück angeboten

wurde. Heutzutage erwarten den Gast meist große, lichtdurchflutete

Ferienwohnungen mit mehreren Räumen und moderner

Ausstattung, Flachbildschirme inbegriffen. Die Mehrzahl der

Bauernhöfe ist nach DTV-Sternen klassifiziert und modernen

Standards angepasst. Am Komfort mangelt es nicht.

Frühstück im Gemeinschaftsraum

Faszinierend für Stadtkinder:

spielen und toben im Heu.

Zurück zum Ferienhof Felder: Wer sich nicht nur selbstversorgen

will, erhält auch auf Anfrage ein Frühstück im Gemeinschaftsraum.

Auf den Tisch kommen Lebensmittel aus dem Allgäu wie

Semmel aus der Dorfbäckerei, selbstgemachte Erdbeermarmelade,

Waldhonig vom Imker, Wurst und Käse aus der Region und

Rohmilch aus dem Stall. Dort abgeholt, sollte sie allerdings vor

dem Verzehr wegen der Keime abgekocht werden. Das empfiehlt

zumindest die Hausherrin. Die Eier stammen von einem anderen

Allgäuer Hof und von vermutlich glücklichen Hühnern.

Unter den Gästen herrscht eine lockere Atmosphäre. Man duzt

sich, kennt den Vornamen des anderen und tauscht Anekdoten

aus. Es wird über die Brotzeit auf der Alp gesprochen, die holprige

Ausfahrt im Traktor oder die Rückkehr bei Dunkelheit.

Grillabende, Erlebnisse auf dem Hof und vor allem die Liebe zum

Allgäu schweißen die Gäste zusammen. Die Herkunft spielt auf

dem Bauernhof keine Rolle. Hier wird jeder akzeptiert wie er ist:

alt oder jung, dick oder dünn, ungeschminkt, unrasiert oder mit

dreckigen Gummistiefeln. Eine Kleiderordnung wie im Hotel

gibt es nicht, und so verrät Daniela Holtfreter: „Wenn ich will,

kann ich auch im Schlafanzug erscheinen.“

Der Urlaubsfamilie hat es das Allgäu angetan. Sie ist fasziniert

von der Natur und den Bergen. Als Kontrastprogramm zum

Leben in Berlin bezeichnet Torsten Holtfreter den Aufenthalt,

Hmmmm: Frühstück mit selbst gemachter Marmelade, Honig vom Imker,

mit frischem Obst und Eiern von vermutlich glücklichen Hühnern.


Ferienzeit | ALLGÄU TUT GUT

der beruflich als Büroleiter bei einer Sozialversicherung für Bauwirtschaft

täglich am Schreibtisch sitzt. Seine Frau ist Betriebsleiterin

bei einem Kunststoffvertrieb und schätzt nicht nur die

Allgäuer Landschaft, sondern auch Menschen und Mentalität:

„Wildfremde grüßen mich. Das wäre in Berlin undenkbar.“ Vor

ihrem Urlaub hatten die Holtfreters mit Wandern nicht viel am

Hut. Erst das Allgäu hat sie zu kleineren Touren durchs Ostertal

bei Gunzesried oder auf den Mittag (1451 Meter) bei Immenstadt

gelockt. Das schönste Erlebnis? Die Antwort lässt nicht lange auf

sich warten: die Geburt eines Kälbchens. „Da sind mir die Tränen

gekommen“, erzählt die elfjährige Leonie, die ihr Herz für Tiere

entdeckt hat. „Sie stellt sogar den Wecker, um in aller Herrgottsfrüh

den Hasenstall auszumisten“, wundert sich die Mutter.

Vor der langen Heimreise im vollbeladenem Auto graut es der

Familie. Nicht nur Koffer und Gepäck, sondern auch Lebensmittel

wie Milch, Käse, Fleisch und Wurst aus der Lieblingsmetzgerei,

Bierkästen, Salatkräuter und Schnaps

müssen nach Norddeutschland transportiert werden.

Außerdem befürchten die Eltern

bei der Tochter Tränen bis nach Memmingen.

Trotzdem ist sicher: Sie kommen

wieder, die Holtfreters. Urlaub in

Spanien am Strand kommt höchstens

noch zusätzlich in Frage. Denn: „Auf den

Bauernhof und das Allgäu können wir nicht

mehr verzichten!“

Bauernhöfe mit Zertifi kat

In zahlreichen Allgäuer Gemeinden gibt es Bauernhöfe, auf denen

Urlauber übernachten können. 500 davon gehören dem Verein „mir

Allgäuer“ an. 67 Prozent sind klassifiziert, einige davon mit Zertifikat

(zum Beispiel die Themen Kinder, Kräuter oder Wellness).

INFOS ZUM VEREIN „MIR ALLGÄUER“

unter Telefon 0831/960 661-22.

www.mir-allgaeuer.de

„Wir sind im Allgäu zu Hause“:

die Felders aus Ratholz.

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ALLGÄU TUT GUT | Familienhotel

ENTSPANNTER FAMILIENURLAUB

Zug um Zug

gesund

Im Allgäuer Berghof kommt das Essen für Kinder mit einer Modelleisenbahn.

Das führt dazu, dass selbst die Kleinen begeistert zu Gurken, Karotten,

Erbsen oder Spinat greifen. Das Hotel bietet noch weitere Besonderheiten für

die gesamte Familie. Unser Reporter hat sich davon überzeugt.

56 | Griaß di’ Allgäu


Familienhotel | ALLGÄU TUT GUT

Fotos (4): Allgäuer Berghof

Theater im Kindergarten (links) oder Eselfüttern auf dem

Ponyhof (rechts): Es gibt für jeden etwas.

TEXT Christian Mörken

Gurken, Karotten, Erbsen oder Spinat – bei den meisten

Kindern steht nichts davon hoch im Kurs. Zumindest

dann nicht, wenn Mama oder Papa es am

Abend auf den Tisch stellen. Anders sieht es aus,

wenn derart Gesundes von einer Modelleisenbahn serviert wird,

wie im Kinderrestaurant des Allgäuer Berghofs. Die Lätzchen

umgebunden, warten die Kleinen ungeduldig darauf, dass der

kunterbunte Zug, auf dessen Waggons die Teller mitfahren, vor

ihnen hält. Dann ist es egal, was auf dem Teller liegt. So aufgetischt,

schmeckt alles. Selbst Gemüse. Das Kinderrestaurant ist

nur eines der vielen Angebote des Berghofs für Familien. Das

ganze Haus ist an die Urlaubs- und Freizeitbedürfnisse von Familien

angepasst und gehört zum Verbund der Familotels.

Wie gut das wirklich funktioniert, sollen meine Frau Gabriela

und meine beiden Kinder Noah (5) und Greta (2) ein Wochenende

lang testen. Zugegeben, ich bin skeptisch, und Kommentare von

Freunden bestärken mich darin. „Urlaub im Familienhotel, ist das

nicht wie Urlaub im Kindergarten – mit entsprechendem Lärmpegel?“,

fragt im Vorfeld eine Bekannte und ich fürchte dasselbe.

Doch zunächst heißt es Koffer packen, Kind und Kegel ins Auto

und ab nach Gunzesried-Ofterschwang. Dort, auf knapp 1200

Metern am Ofterschwanger Horn, liegt der Allgäuer Berghof.

Ein Haus mit Geschichte: 1926 pachtete Rosl Reichert die dama-

lige Alpe Eck und machte daraus ein beliebtes Gasthaus, das besonders

Winterurlauber anzog. Bereits neun Jahre später konnte

sie deshalb mit dem Bau des Berghofs beginnen. Deutschlandweite

Berühmtheit erlangte das Haus 1956, als Ossi Reichert, Rosls

Tochter, den Riesenslalom bei den Olympischen Winterspielen

in Cortina gewann. Damit war sie die erste deutsche Olympiasiegerin

im Skifahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Fortan reisten

Ski-Fans aus ganz Deutschland zum Berghof, um Ossi Reichert

persönlich zu erleben. Später übernahm und führte die Olympiasiegerin

den Berghof sogar selbst. Als Rosls Enkel Hannes Neusch

die Geschäftsführung Ende der 1970er Jahre übernahm, hatten

sich die Zeiten geändert. Vorbei waren die Jahre, da gutsituierte

Herren in Lederohrensesseln vor dem Kamin dicke Zigarren

schmauchten. Längst standen Ossis Trophäen hinter Glas, und

Namen wie Christian Neureuther oder Rosi Mittermaier begeisterten

die Skiwelt. Der Berghof musste sich verändern, wenn er

eine Zukunft haben wollte.

Selbst Vater, erlebte Hannes Neusch, wie kompliziert die Urlaubsplanung

mit Kindern war, wenn man im Urlaub auf die Annehmlichkeiten

eines Hotels nicht verzichten mochte. Kaum ein

Haus war auf die Bedürfnisse von Familien eingestellt. Vielmehr

konnte man sich sicher sein, dass lärmende oder spielende Kinder

bei anderen Hotelgästen Unmut hervorriefen. Warum also nicht

ein Hotel speziell für Familien gründen? Die Idee des Familotels

war geboren.

Heute, gut 30 Jahre später, stehen wir nun an der Rezeption

des Allgäuer Berghofs. Schon hier, so das Versprechen des Hotels,

sollen wir uns bereits entspannen. Damit das gelingt, gibt

es zahlreiche Spielsachen, die die ankommenden Kinder sofort in

den Bann ziehen. So können meine Frau und ich in Ru-

Griaß di’ Allgäu | 57


ALLGÄU TUT GUT | Familienhotel

he einchecken. Ich bin überrascht, als mir die freundliche

Rezeptionistin plötzlich zwei Trinkflaschen in die Hand drückt.

Wofür die sind, begreife ich erst später.

Unser Zimmer heißt „Froschkönig“,

und der Name ist Programm. In

den Kinderbetten warten zwei Plüschfrösche

auf die Kinder. Eine wunderbare

Geste, besonders wenn der eigene

Teddy oder Kuschelhund zu Hause vergessen

wurde. Leider erinnern Noah und

Greta sich umgehend daran, dass es um

diese Zeit Kuchen gibt. So finden wir uns

wenig später im großen Restaurant wieder.

Dort erfahren wir nun, was es mit den

Trinkflaschen auf sich hat. An einer speziellen

Kinder-Bar können sich die Kleinen

ihre Trinkflaschen selbst auffüllen – mit verschiedenen

Säften und Schorlen. Das macht

den beiden Spaß. Als wir uns setzen, fällt der

Unterschied zum „normalen“ Hotel besonders

auf: Familien mit Kindern sind nicht die Ausnahme,

sondern die Regel. Und noch etwas ist

bemerkenswert. Obwohl hier bestimmt 50 Buben

und Mädchen laufen und springen, fehlt der

erwartete Lärm. Es ist nicht lauter, als in jedem anderen Hotel

auch. Der Grund dafür? Zum einen der flauschige Teppichboden.

Hinzu kommt, dass sowohl die Eltern, als auch die Kinder sehr

ausgeglichen wirken. Das scheint anzustecken, denn auch wir

kommen schnell zur Ruhe. Zumindest so lange, bis Noah mitbekommt,

dass es ein Schwimmbad mit Wasserrutsche gibt.

Entspannte Kellner

Während Noah wenig später jauchzend die kanariengelbe Rutsche

hinuntersaust, planscht seine Schwester nebenan im Kinderbereich.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Fast hätten wir die Fahrt

der Modelleisenbahn im Kinderrestaurant verpasst. Wir schaffen

es aber rechtzeitig, Noah und Greta an den bunt bemalten Tisch

zu setzen, auf dem die Lokomotive Teller mit gesundem Essen

anbietet. Als wir uns danach im Restaurant an unseren Tisch

setzen, genießen wir einen entspannten Abend wie lange nicht

mehr. Während Gabriela und ich uns am Buffet bedienen, laufen

Greta und Noah mit vielen anderen Kindern durchs Restaurant.

Geschickt weichen die Kellner den kleinen Gästen aus, die ihnen

vor die Füße laufen. Immer freundlich, immer entspannt. Beeindruckt

bemerke ich das Babybüffet. Es wurde an alles gedacht,

sodass wir Eltern an nichts denken müssen.

Als Noah und Greta wenig später schlafen, flanieren meine

Frau und ich durchs Haus. Angst zu haben, dass die Kleinen unbemerkt

aufwachen, brauchen wir nicht. Das eigene Handy lässt

sich mit der Telefonanlage des Hotels so verbinden, dass es als

Babyphone funktioniert. Den Wein kann man entspannt vor dem

Kamin genießen. Am nächsten Morgen nehmen Noah und Greta

weitere Attraktionen des Hauses unter die Lupe. Zum einen das

Herzstück eines jeden Familotels, den hoteleigenen Kindergarten.

Dabei gibt es spezielle Angebote für Krippen- und Kindergartenkinder.

Außerdem warten verschiedene Spielzimmer für

Eltern und Kinder darauf, entdeckt zu werden. Hier zeigt sich die

Philosophie der Familotels: Es geht um Urlaub für die gesamte

Familie. Papa und Mama gehen ins Museum oder genießen eine

Massage. Währenddessen spielt der Nachwuchs im Kindergarten,

reitet oder besucht einen Schwimmkurs. Gleichwohl gibt’s auch

Angebote für Eltern und Kinder gemeinsam wie Ausflüge, geführte

Wanderungen oder Stockbrotbacken.

Die Zeit geht für uns viel zu schnell zu Ende. Während Greta

und Noah noch im großen Freigelände vor dem Haus spielen, genießen

wir die letzten Stunden auf der Sonnenterasse mit Blick

auf die Bergkette vom Imberger Horn bis Nebelhorn. Obwohl

wir nur zwei Tage hier waren, fühlen wir uns erholt. Und wir

wissen, dass dies nicht der letzte Aufenthalt in einem Familienhotel

war.

Familotels im Allgäu

ALLGÄUER BERGHOF | Alpe Eck 2 | 87544 Gunzesried-Ofterschwang

Telefon 0 83 21 / 80 60 | www.allgaeuer-berghof.de

DU-FAMILOTEL KRONE | Sorgschrofenstr. 2 | 87541 Unterjoch

Telefon 0 83 24 / 98 20 10 | www.bibi.de

HOTEL BAVARIA | Kienbergstrasse 62 | 87459 Pfronten-Dorf

Telefon 08363/90 20 | www.hotel-bavaria-pfronten.com

ALPHOTEL | Schlößleweg 6 | 6992 Hirschegg

Telefon + 43 (0) 55 / 17 - 54 49 | www.alphotel.at

Draußen lockt der

Wasserpark, während

sich drinnen Noah

und Greta für den Zug

begeistern.

Foto: Christian Mörken

58 | Griaß di’ Allgäu


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Foto: Ralf Lienert

ALLGÄU GENIESSEN

Wussten Sie, dass … eine Älplerletze der Klassiker zum Abschluss des Bergsommers ist? Das Vieh ist bereits im Tal und die Arbeit

auf der Alpe getan. Zeit, um durchzuschnaufen und sich einen Schluck zu genehmigen – wie hier auf dem Fellhorn: Prost auf einen prächtigen

Bergsommer! Dieses traditionelle Fest beginnt mit einem feierlichen Berggottesdienst, musikalisch umrahmt von zahlreichen Alphornbläsern.

Dann stellen sich kleinere musikalische Gruppen auf die schönsten Plätze der Umgebung und geben schließlich ein großes

Gemeinschaftskonzert. Als „Älplerletze“ bezeichnet man den letzten Tag eines Bergsommers auf der Alp.


ALLGÄU GENIESSEN | Sonntagsbier

MECKATZER LÖWENBRÄU

Bier

t r i ff tK u n st

Michael Weiß sieht seine Biere nicht allein als schnelle

Durstlöscher, sondern als hochwertige Lebens- und

Genussmittel. Sie werden nach uraltem Rezept gebraut

und mitunter im stilvollen 0,1-Liter-Glas kredenzt.

Auf dem Firmengelände entdecken Besucher neben imposanten

Sudkesseln auch Bilder und Skulpturen. Die Traditionsbrauerei

hat sogar einen Fan-Club und eine Miss Meckatzer.

62 | Griaß di’ Allgäu


Bad Wurzach

Bad Grönenbach

K

Weingarten

Ravensburg

Leutkirch

Sonntagsbier | ALLGÄU GENIESSEN

Kißlegg

Altusried

Wiggensbach

Obergünzb

Wangen

Isny

Kempten

Tettnang

Weißensberg

Meckatz

Lindenberg

Weitnau

Iller Iller

Bodensee

Scheidegg

Lindau

Bregenz

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Hittisau

Fischen

Dornbirn

TEXT Ingrid AltstättenGrohe | FOTOS Matthias Becker

Hohenems

Oberstdorf

Riezlern

Es hat nichts mit Religion zu tun und ist keineswegs

blasphemisch gemeint, wenn Allgäuer Bierliebhaber

behaupten, sich hin und wieder gen Meckatz Warth zu verneigen.

Feldkirch

Sie tun dies im Geiste, versteht sich, denn nicht

jeder Bierliebhaber weiß genau, in welcher Himmelsrichtung von

seinem Standort aus die verehrte Brauerei liegt. Im Westen – diese

Vermutung liegt jedenfalls nahe, denn Meckatz ist ein Ortsteil

der Marktgemeinde Heimenkirch im Westallgäu. Und Meckatz

ist eine Art gelobtes Land, glauben viele. Sogar ein Bild dieses

gelobten Landes gibt es, erdacht und gemalt von Künstler Rainer

Höller, zu finden auf Bierdeckeln und großformatigen Werbeplakaten,

in denen die Traditionsbrauerei ihre Premium-Marke

Weiss-Gold als „Das Allgäuer Sonntagsbier“ anpreist. Bier nur

einmal die Woche – ist das wirklich so gemeint?

Natürlich nicht. Welcher Brauereibesitzer sähe es nicht gerne,

wenn sich die Menschen tagein, tagaus an seinen Getränken

gütlich tun? Michael Weiß aber, Chef der Löwenbräu Meckatz,

zelebriert den Gerstensaft in besonderer Weise. Das fängt an mit

diesen schlanken Gläsern. Es gibt sie sogar in 0,1-Liter-Größe,

um Weiss-Gold stilvoll als Aperitif zu kredenzen.

Lech

Nach uraltem Rezept gebraut

„Wo die Mengen nicht mehr wachsen, muss der Wert der Marken

wachsen“, sagt Weiß, der selten um einen griffigen Spruch verlegen

ist. Er will dem Image von Bier als Massen-Rauschmittel

entgegenwirken. Sein Weiss-Gold preist er als bekömmliches,

hochwertiges Lebensmittel an, das nach einem uralten Rezept

aus besten Rohstoffen der Region gebraut wird. Unermüdlich

pflegt er ein gewinnendes Vokabular. Begriffe wie Heimat,

Treue, Kultur, Wertschätzung, ualität, Sorgfalt und Tradition

tauchen bei Betriebsführungen, in der Firmenzeitschrift oder in

Presseaussendungen des in vierter Generation von der Familie

Weiß geführten Unternehmens oft auf. Sie stehen für die Philosophie,

die Firmenchef Michael Weiß predigt – und in die er alle

einbezieht, die er zu seiner „Meckatzer-Familie“ zählt: die 110

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Brauerei ebenso wie Wirte,

Händler, Hopfenbauern und Biertrinker. Wobei Weiß sie lieber

„Bier-Genießer“ nennt – denn gerade die Idee des Genusses ist

ein wichtiger Pfeiler seines philosophischen Gebäudes.

Dass seine Ideale nicht nur leere Worthülsen sind, bestätigen

Tettnanger Hopfenbauern, die die Westallgäuer Brauerei

Griaß di’ Allgäu | 63


ALLGÄU GENIESSEN | Sonntagsbier

Renommierte Architekten und versierte Handwerker ließ der Firmenchef

kommen, um eine repräsentative Eingangshalle zu schaffen.

Blick auf eine Traditionsbrauerei: Braustüble und Biergarten

bilden eine stilvolle Erlebnis-Landschaft.

als fairen, verlässlichen Geschäftspartner loben. Und die

Meckatzer Braumeister wiederum sind froh, Landwirte zu finden,

die entgegen dem Trend die eher ertragsschwache, aber besonders

aromatische Gerstensorte „Steffi“ anbauen. Der exklusive

Rohstoff entspricht der Unternehmensstrategie der größten

Meckatzer Löwenbräu

GRÜNDUNG 1738

Im Besitz der Brauerfamilie Weiß seit 1853.

BIERAUSSTOSS 170 000 Hektoliter pro Jahr.

MITARBEITER 110

BIERE Weiss-Gold, Leichtes Helles, Weiss-Gold alkoholfrei,

Weizen, Urweizen, leichtes Weizen,

ab Sommer alkoholfreies Weizen, Pils sowie

saisonal: dunkler Meckatzer Bock, Festmärzen und

Zwickelbier.

GASTRO 2300 Restaurants und Gaststätten

verkaufen Bier der Meckatzer Löwenbräu.

VERKAUF 95 % ihrer Biere verkauft die Meckatzer Löwenbräu

im Raum Allgäu/Bodensee/Oberschwaben. Auch

in Stuttgart und Berlin hat die Allgäuer Brauerei

Kunden, die Nachfrage in diesen Städten steigt.

www.meckatzer.de

Auf einem

Gemälde

verewigt: Lena

Weiss, die mit

ihrem Mann

Gebhard 1853

die Landbrauerei

erwarb.

inhabergeführten Allgäuer Brauerei. Sie setzt auf „Klasse statt

Masse“, feilt also am unverwechselbaren Charakter ihrer elf verschiedenen

Biere, um sich von anderen, in immer größeren Konzernen

aufgehenden Brauereien abzuheben. Offenbar mit Erfolg:

Während der Bierverbrauch deutschlandweit seit Jahren sinkt,

füllt die Brauerei in Meckatz jedes Jahr etwas mehr Gerstensaft

in Fässer und Flaschen – obwohl die Preise zu den höheren auf

dem Markt zählen. Als vollmundig, würzig und ausgewogen beschreiben

Meckatzer-Liebhaber ihr Weiss-Gold. Dass sich viele

der Marke verbunden fühlen, zeigt der Meckatzer Fanclub, der

20 Jahre nach seiner Gründung immerhin 8000 Mitglieder zählt

– die Eingefleischten unter ihnen lassen sich das Meckatzer-Logo

tätowieren. Jedes Jahr lädt die Brauerei zum Fanclub-Fest, um

sich und ihre Biere zu feiern. Als Identitäts-Figur wählen die Fans

sogar eine Miss Meckatzer, die lächelnd ihre Marke vertritt.

Bei all dem geschickten Marketing: Michael Weiß ist ein Überzeugungstäter.

Seine Vorstellung einer „Bier-Kultur“ pflegt er

unter anderem als einziges Allgäuer Mitglied der erst 2011 gegründeten

Slow-Brewing-Vereinigung, die sich – angelehnt an

die Slow-Food-Bewegung – hohen Auflagen wie einer langen

Reifung verpflichtet, um authentische Biermarken zu stützen

und auf Dauer ualität zu garantieren. In Meckatz bedeutet dies

zum Beispiel, dass die Abteilung „ualitätssicherung“ jährlich

25 000 Proben analysiert, um Kontinuität zu sichern.

Michael Weiß, der gern und eloquent seine Visionen mitteilt,

will sie auch erlebbar machen. In den vergangenen Jahren hat er

deshalb den Firmensitz ausgebaut zu einem Ort der Gastlichkeit.

Rund um den Brauereihof, der gesäumt ist von Bräustüble, dem

stattlichen, ehemaligen Sudhaus aus der Gründerzeit, einem neuen,

repräsentativen Verwaltungsgebäude und dem Sudhaus samt

seiner imposanten Kupferkessel, haben renommierte Architekten

und versierte Handwerker aus der Region eine außergewöhnliche

Landschaft geschaffen. Zum reich bepflanzten Biergarten gehört

das an ein Amphitheater erinnerndes Stufen-Rund; die heimeli-

64 | Griaß di’ Allgäu


Das

TRACHTENPARADIES

im Allgäu

ge Brauereiwirtschaft erfuhr Erweiterung durch einen modernen

Glaspavillon, in dem sich formschöne Eichentische und Ledersessel

um den großen Kamin gruppieren. Selbst der Toilettenbereich

überrascht: mit Einblicken in altes Gemäuer und einem riesigen

Bergkristall.

Nicht zuletzt profitieren Mitarbeiter und Besucher der Brauerei

von einer Liebhaberei des Brauereichefs, der von sich sagt, er habe

„ein Faible für schöne Dinge“. Michael Weiß, der Kunstsammler,

hat Bilder und Skulpturen der bedeutendsten zeitgenössischen

Künstler des Allgäus in den Hallen seiner Brauerei verteilt.

Zurück zur Frage des Sonntagsbiers. Natürlich mundet das

Weiss-Gold nicht nur einmal die Woche. Ebensowenig sieht der

Ort Meckatz aus wie das von Rainer Höller idealisiert gepinselte

Dorf, das auf Plakaten eine Art heile Allgäuer Bergwelt verspricht.

Wie sich aber der schnöde Alltag mit Geschmack und

Anspruch ein Stück weit veredeln lässt – das wollen die Meckatzer

mit ihren Bieren wie auch mit ihrer herausragend gestalteten

Braustätte vormachen.

Mehr über diese Philosophie, über die Kunst des Bierbrauens, Firmen-

und Familiengeschichte erfahren Teilnehmer der Brauereiführungen.

Als Souvenir erhalten sie neben einem schlanken Bierglas

ein Erinnerungsfoto, aufgenommen vor dem gold glänzenden

Meckatzer-Logo, das auf einer royal-blauen Wand in der Empfangshalle

prangt. Wer wollte sich da noch gen Meckatz verneigen?

Lohnender ist eine Pilgerfahrt dorthin.

Meckatzer Fanclub

GRÜNDUNG

Das besitzt Seltenheitscharakter:

Zu Meckatzer Löwenbräu gehört seit

1996 ein Fanclub. 8000 Mitglieder zählt er,

und jährlich gibt neben dem Fanclub-Ausweis

für sie manche Überraschung:

ein kleines Geschenk, Biermarken,

ein Fanclub-T-Shirt und

verschiedene Vergünstigungen.

FEST

Die Meckatzer feiern gern.

Beim jährlichen Fanclub-Fest

befindet sich die ganze

Gemeinde im Ausnahmezustand.

Ein Pendelbus verkehrt

zwischen Bahnhöfen und

Bushaltestellen der Region

und bringt die Gäste zur Brauerei,

die zum Festgelände wird.

Die meisten der rund 2000 Fans

pilgern in Tracht nach Meckatz.

87509 IMMENSTADT • Bräuhausplatz

Telefon (08323) 96790 • /schaber.trachtenmoden

www.schaber-immenstadt.de

HK-Werbung

Gestatten, Miss Meckatzer:

Laura Osswald aus Kreßbronn.

Geöffnet: Mo - Do 9 – 18 Uhr | Fr 9 – 19 Uhr | Sa 9 – 16 Uhr


7

GESUNDHEIT & ERHOLUNG

9 Städte verfolgen

1 Ziel

Dem Körper Gutes tun?

Dann ist man auf der

Schwäbischen Bäderstraße goldrichtig.

Dort entdeckt der Gast Thermen,

Wellness-Oasen, Kneippanlagen und

historische Altstädte.

TEXT Freddy Schissler | FOTOS imago


Schwäbische Bäderstraße | ALLGÄU GENIESSEN

Donau

Es gibt Themen, die ziehen uns

Menschen in den Bann – morgens,

mittags, abends. Zum Beispiel

das Thema Gesundheit. Das steht auch

im Blickpunkt der Schwäbischen Bäderstraße.

Die Entspannung, eine heilsame Behandlung

oder eine aktive Erholung. Alle an der

Schwäbischen Bäderstraße beteiligten Städte

locken mit Angeboten im Gesundheits-,

Wellness- und Medical-Wellness-Bereich.

Sie verfügen über heilkräftige Naturmooranlagen

und warme Thermalwasserbäder oder bieten

dem Gast ganzheitliche Naturheilverfahren

nach Pfarrer Kneipp an.

Bad Saulgau 2

1

Überlingen

Bodensee

3 Bad Buchau

4 Bad Schussenried

Aulendorf 5 Bad Waldsee

6 7 Bad Wurzach

8

Bad Grönenbach

Iller

Iller

Bad Wörishofen

9

Forggensee

www.schwaebische-baederstrasse.de

Lech

1

2

3

Ein Schwerpunkt

in ÜBERLINGEN

ist das Heilfasten.

Die Seepromenade

wiederum bietet

Bemerkenswertes

fürs Auge: einen

freien Blick auf

Bodensee und

Alpen.

BAD SAULGAU

macht mit den

Gassen der

Altstadt und

Fachwerkhäusern

auf dem

Marktplatz auf

sich aufmerksam.

Oder der Johanneskirche

(links).

In BAD BUCHAU

genießen der Federsee

(das größte

zusammen hängende

Moorgebiet

Süddeutschlands)

und das

Federseemuseum

einen überregionalen

Ruf.

4

Schwäbischer

Charme

erwartet den

Besucher in BAD

SCHUSSENRIED

– zum Beispiel im

Kloster (links) oder

in der Dorfkirche

im Stadtteil

Steinhausen.

5

Eine ehemalige

Stauferstadt ist

AULENDORF,

mit klassizistischer

Schaufassade am

Schloss und

Spielzeugsammlung

des Württembergischen

Landesmuseums.

6

In BAD WALDSEE

ist die Altstadt

ein gebettet

zwischen zwei Naturseen,

während

die Waldsee-

Therme (links)

mit der

heißesten Quelle

Oberschwabens

gespeist wird.

7

Das bedeutendste

Allgäuer Moorheilbad

ist in BAD

WURZACH zu

finden – und im

Wurzacher Ried

(links und Titelfoto)

kann man auf

dem Torflehrpfad

das Moor hautnah

erleben.

8

Leicht hügelig

ist die Landschaft

rund um die

Gemeinde BAD

GRÖNENBACH

mit dem Hohen

Schloss (links).

Ideal für

Entdeckungen

beim Wandern

oder per Rad.

9

100

Kureinrichtungen

besitzt BAD

WÖRISHOFEN

und ist damit

das Zentrum des

Kneipp-Kurens.

Fast täglich gibt

es Veranstaltungen

für Kunst- und

Kulturfreunde.

Griaß di’ Allgäu | 67


Schlafen in

der Natur

Wie wär’s mit einem

Schlaferlebnis der anderen Art? Bitte

sehr: Im Waldseilgarten Höllschlucht in

Pfronten-Kappel kann man eine Nacht in luftiger

Höhe verbringen, ohne den Boden unter den Füßen zu

spüren. Schlafen im Portaledge heißt es dort, und der Gast

legt sich in einem Schwebebett aufs Ohr. Das ist an den dicken

Ast eines freistehenden großen Baumes befestigt. Schlafen

auf der Plattform – hier ruht man auf Podesten in Bäumen,

rund sieben Meter überm Boden. Schlafen im Fels bedeutet,

dass Teilnehmer in der Felswand übernachten.

www.waldseilgarten-hoellschlucht.de

Kurz

&Gut

NATURSCHAUSPIEL

Naturschauspiele ziehen den Menschen seit jeher in den Bann.

Zum Beispiel oberhalb von Hinang, dem südlichsten Ortsteil von

Sonthofen (zwischen Altstädten und Schöllang gelegen). Dort bietet

der Hinanger Wasserfall ein sehenswertes Naturschauspiel. Es

bietet sich eine kleine Rundwanderung an oder ein Spaziergang in

Richtung Gasthof „Sonnenklause“. www.sonthofen.de


Vegetarische

HÜTTENKOST

Foto: Tobias Brandner

Silvia Beyer ist innovativ, mutig und von ihrem Projekt

überzeugt: Die Nesselwangerin eröffnete oberhalb des

Pfrontener Ortsteils Kappel die Hündeleskopfhütte. Es

ist keine Einkehrmöglichkeit wie jede andere: Denn bei

Silvia Beyer gibt es ausschließlich vegetarische Gerichte.

Auf 1180 Metern Höhe für die hungrigen Wanderer also

weder Schnitzel, Speck noch Wurst. Stattdessen Spinatnocken,

Schlutzkrapfen, Schupfnudeln, Kässpatzn und

zahlreiche andere fleischlose Gerichte. Ein Novum in der

Allgäuer Bergwelt.

www.pfronten.de

die MoorerlebnisWelt

bad Wurzach im allgäu

Moor baden

Moor wandern

Moor erleben

entdecken

Sie die einmalige

naturschatzkammer des

wurzacher rieds

und genießen Sie die

wohltuende wirkung

der bad wurzacher

naturmoorbäder.

entspannen Sie in

der Vitalium-Therme

mit Thermalbad,

Saunalandschaft und

und wellness vom

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Tel. 0 75 64 / 302 - 150

www.bad-wurzach.de

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Ambiente unseres Kneippkur- und WellVitalhotels finden Sie alle Voraussetzungen für Ihren

erholsamen Aufenthalt. Zu unseren gelebten Werten gehört, Ihnen eine nachhaltige

Qualität zu bieten. Eine Arztpraxis im Haus, alle Kneippanwendungen sowie unsere neue

Praxis für Physiotherapie und Osteopathie garantieren Ihnen bestmöglichen Behandlungserfolg.

Unsere Küche verwendet nur beste und frische Zutaten, vornehmlich aus der

Region ohne Convenience-Produkte.

Unsere Lomi Lomi Tage: 3 Übernachtungen inkl. Vollpension und Kurtaxe, 1 Lomi Lomi

Behandlung für den Rücken und Beinrückseite (60 Min.), 1 Aromateilmassage (20 Min.),

Qi Gong, Aquacycling, Muskelentspannung nach Jacobson, Nordic Walking und Venenwalking,

Pilates, Teilnahme an allen vom Haus organisierte Aktivitäten und Veranstaltungen

(z. B. Radtour, Eisstockschiessen) ab 299 €

Griaß di’ Allgäu | 69


Bienenstich

Oma Friedas

RÜHRTEIG:

ZUBEREITUNG:

Backgeheimnisse

BUCHTIPP: Omas Backgeheimnisse –

Backen wie zu Omas Zeiten, Allgäuer

Zeitungsverlag, 148 Seiten: Hier findet man

die besten Familienrezepte, zusammengetragen

von den Lesern der Allgäuer Zeitung.

Überprüft und nachgebacken von

Konditormeister Hermann Häussler.

www.azshop.de

100g Butter

1 Ei

75 g Zucker

200 g Mehl

2 TL Backpulver

1 Prise Salz

5 EL Milch

BELAG:

75 g Butter

100 g Zucker

100 g Mandeln

1 Pck. Vanillezucker

1 EL Milch

Die Zutaten für Rührteig

miteinander verrühren, bis

eine glatte Masse entsteht.

Diese anschließend in eine

Springform füllen.

Butter schmelzen und mit

Milch vermengen. Zucker,

Mandeln und Vanillezucker

unter Butter-Milch-Masse

heben.

Die Masse auf den fertigen

Rührteig geben und glatt

streichen.

40 Minuten bei

175 Grad backen.

Träubleskuchen

MÜRBTEIG:

125 Mehl

30 g Zucker

75 g Margarine

2 Eigelb

abgeriebene Zitronenschale

AUSSERDEM: Puderzucker

FÜLLUNG:

4 Eiweiß

300 g Johannisbeeren

100 g Zucker

125 gemahlene

Haselnüsse

Die Zutaten für Mürbteig miteinander vermengen und gut durchkneten.

Eine Tortenbackform einfetten und mit Mürbteig auskleiden.

Anschließend das Eiweiß steif schlagen. In den Eischnee den Zucker und

gemahlene Haselnüsse einrühren, danach die Johannisbeeren unterheben.

Zuletzt die Masse auf dem Teig gleichmäßig verteilen.

30 MINUTEN BEI 175 GRAD BACKEN.

Nach dem Erkalten mit Puderzucker bestäuben.


Neuschwanstein | TITEL

Himbeer-

Joghurt-

Torte

GARNIERUNG:

Ganze Himbeeren und

geröstete Mandelblättchen

MASSE:

3 Eier

6 EL warmes Wasser

150 g Zucker

1 Pck. Vanillezucker

½ Zitrone (Abrieb)

150 g Mehl

1 TL Backpulver

40 g zerlassene Butter

FÜLLUNG:

500 g Himbeeren

300 bis 400 g Zucker

½ Zitrone (Saft)

4 cl Himbeergeist

7 Blätter rote Gelatine

8 Blätter weiße Gelatine

450 g Naturjoghurt

2 Pck. Vanillezucker

500 g Schlagrahm

1 Pck. Sahnefestiger

Eier mit Wasser schaumig schlagen.

Beim Rühren Zucker und Vanillezucker

einrieseln lassen und weiterrühren, bis

sie gelöst sind. Zitronenschale, Mehl

und Backpulver unterheben, dann die

Butter unterziehen. Springform mit

Backpapier auslegen, Teig einfüllen.

Bei 200 Grad 30 Minuten backen.

Erkaltet, einmal durchschneiden. Einen

Boden auf eine Tortenplatte legen

und mit Springformrand umgeben.

Für Füllung Himbeeren pürieren, mit

150 bis 200 Gramm Zucker, Zitronensaft

und Himbeergeist abschmecken.

Gelatine nach Farbe getrennt in kaltem

Wasser einweichen. Joghurt mit

restlichem Zucker und Päckchen Vanillezucker

schaumig rühren. Sechs

Blätter weiße Gelatine ausdrücken,

bei mäßiger Hitze auflösen und unter

das Himbeerpüree rühren. Ein Blatt

rote und sechs Blatt weiße Gelatine

auflösen, ausdrücken und unter den

Joghurt rühren.

Beide Cremes in Kühlschrank stellen.

Bevor sie fest werden, Hälfte des steifgeschlagenen

Rahms unter Joghurtcreme

ziehen.

Himbeercreme auf Tortenboden streichen.

Wenn Creme fest ist, Joghurtcreme

darauf geben und mit dem zweiten

Tortenboden abdecken. Nochmals

in Kühlschrank stellen. Sobald die Torte

schnittfest ist, aus der Form lösen.

Sahnefestiger und zweites Päckchen

Vanillezucker unter restlichen Schlagrahm

geben, die Oberfläche der Torte

damit überziehen. Mit frischen Himbeeren

und gerösteten Mandelblättchen

garnieren.

Fotos (6): Fotolia.com


ALLGÄU GENISSEN | Käseveredler

BLICK IN DEN GEWÖLBEKELLER

Tour de Fromage

in den Bergen


Bad Waldsee

Hauerz

Bad Wurzach

Iller

Türkheim

Mindelheim

Buchloe

Bad Wörishofen

Käseveredler | ALLGÄU GENIESSEN

Memmingen

Ottobeuren

Irsee

Pforzen

Bad Grönenbach

Kaufbeuren

Land

am L

Thomas Breckle weiß,

wie aus gutem Käse ein noch

viel besserer alter Käse wird.

Die treuen Kunden in Kempten,

Hamburg, Freiburg und

Murnau schwören auf die

„Jamei-Laibspeis‘“-Kreationen

von Breckle und seinem Team.

Dabei kommt der Oberallgäuer

aus dem Leistungssport. Seine

Berufung als Käse-Affineur fand

er durch Zufall.

Tettnang

Bodensee

Altstätten

Weingarten

Ravensburg

Weißensberg

Feldkirch

Lindau

Bregenz

Dornbirn

Hohenems

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Lindenberg

Scheidegg

Obergünzburg

Nesselwang

Pfronten

TEXT Roland Wiedemann | FOTOS Hermann Ernst

Hittisau

Isny

Oberstaufen

Altusried

Wiggensbach

Weitnau

Immenstadt

Fischen

Kempten

Iller

Sonthofen

Tannheim

Marktoberdorf

Bernbeuren

Füssen

Reutte

Neunundneunzig Prozent Luftfeuchtigkeit, zehn

Grad Celsius. Oberstdorf Dazu dieser gewöhnungsbedürftige

Ammoniakgeruch, den der noch junge Käse ausdünstet.

Riezlern

„Einfach perfekt“, nennt Thomas Breckle

diesen Ort. Nicht nur für den Käse, der in einfachen Regalen sauber

gestapelt vor sich hin reift, sondern auch für die menschliche

Seele. „In diesem Keller“, Warth sagt der 49-Jährige, „kommst du runter

und findest deine Ruhe. Das ist eine andere Welt.“ Kein Tag, keine

Nacht, kein Sommer, kein Winter – immer dieselben Bedingungen.

Selbst der Jahreszeitenwechsel macht Halt vor dem stählernen

Tor am Eingang des 100 Meter langen und fast 200 Jahre alten Gewölbes,

wo früher Eis zum Bierkühlen gelagert worden war. Die

Zeit, so scheint es, spielt hier tief unter der Erde keine Rolle – und

ist doch der entscheidende Faktor. „Was wir machen“, gesteht der

Käseveredler Thomas Breckle, „ist eigentlich so simpel: Wir“, und

damit meint er sich und seine Partner Martin Rößle und Reinholz

Jutz, „lassen dem Käse einfach nur Zeit zum Reifen.“

Frischer, geschmacksneutraler Käse ist nicht ihr Ding. Breckle

und seine Kompagnons haben ihre eigene Philosophie. „Der Käs'

ist fertig, wenn er halt fertig ist“, stellt Breckle klar, während er

zufrieden vor einem drei Jahre alten Emmentaler steht. „Da hilft

auch kein Geschrei von der Kundschaft.“

Bis zu 30 Monate vergehen, ehe die Käseliebhaber die begehrte

Ware aus den Allgäuer, Schweizer und Südtiroler Bergen kaufen

können – im „Jamei-Laibspeis'“-Laden in Kempten oder auf

den Wochenmärkten in Hamburg, Freiburg und Murnau. Hier

wie dort habe man sich eine feine und treue Stammkundschaft

aufgebaut, betont Thomas Breckle. Und tatsächlich, wer einmal

diese cremig-kräftigen Kreationen auf dem Gaumen gespürt hat,

kommt nicht mehr davon los.

Damit der „Jamei“-Käse seinen einzigartig würzigen Geschmack

entwickeln kann, werden die bis zu 100 Kilogramm

schweren Laibe Woche für Woche von Hand gewendet und

„gschmiert“, sprich mit einer Salzwassermischung eingestrichen.

Die genaue Rezeptur verrät Thomas Breckle dann doch nicht,

ein bisschen Geheimniskrämerei muss schon sein. Nur so viel:

Verwendet werde ein sehr hochwertiges und vergleichsweise teures

Salz, was aber bei den paar Säcken, die man verbrauche, betriebswirtschaftlich

nicht wirklich ins Gewicht falle.

Lech

Nassereith

Imst

Scho

Lechbr

Forggensee

Ehrwa

Griaß di’ Allgäu | 73


ALLGÄU GENIESSEN | Käseveredler

Sie vereint nicht nur die Liebe zum Käse:

Thomas Breckle und seine Lebenspartnerin Marian Holm.

Man muss als Käseveredler auch schon

mal kräftig Hand anlegen können.

Walnuss, Orangensaft, Heublumen – was heutzutage nicht

alles der Schmiere und dem Käse beigemischt wird, um ihm angeblich

eine besondere Note zu verleihen. Purist Thomas Breckle

hält davon nichts: „Von den 80 Sorten, die in manchen Käsläden

angeboten werden, schmecken doch 70 gleich.“ Das edle

„Jamei“-Sortiment besteht derzeit nur aus 14 Varianten, fünf bis

sechs davon sind im Verkauf – der Rest darf in Ruhe reifen. Auf

Schnickschnack in der Schmiere wird bewusst verzichtet. „Ein

Käs'“, so Breckles Affineur-Grundsatz, „muss für sich selber sprechen.“

Umso wichtiger sei es freilich, hochwertige Rohware zu

finden. Denn: Nicht jeder Käs' lasse sich veredeln und alt machen.

Die Suche nach dem perfekten Ausgangsmaterial ist eine Geschichte

für sich – kultig eben, wie so vieles bei „Jamei“. Zwei-,

dreimal im Jahr startet die Männer-Runde um Thomas Breckle,

Martin Rößle, Reinhold Jutz sowie dem Freund und Helfer

Niklas Ernst zur Erkundungstour – per Mountainbike. Zehn

bis 20 Tage dauert so eine „Tour de Fromage“, auf der zig Alpen

abgeklappert werden. Wo man am Ende rauskommt, bleibt

offen. „Das ist schon auch Arbeit“, betont Breckle. „Aber da ist

vor allem diese Wahnsinnsfreude: einfach los zu radeln und nicht

zu wissen, wo es hingeht.“ Man hört sich um, geht diesem oder

jenem Tipp nach, lässt sich ganz einfach treiben. Thomas Breckle:

„Mal willst du eigentlich ins Berner Oberland fahren, kommst

aber dann im Vinschgau heraus.“

Pro Jahr ein bis zwei Alpen mit neuen Spitzenprodukten auszukundschaften,

das ist der Anspruch dieser ungewöhnlichen Betriebssportgruppe.

Unter Druck setzt sich das uartett freilich nicht.

„Wozu auch? Wir haben einen genialen Grundstock“, sagt Breckle.

Hochwertige Ware

Blick von der Theke in den Laden, wo sich übrigens

Verkäufer und Kunden grundsätzlich duzen.

Die Käseveredler aus dem Allgäu machen sich nichts vor. Sie sind

auf hochwertige Ware von den Alpen angewiesen. Umso wichtiger

ist es dem „Jamei“-Team, die „Vorarbeiter“ in den Bergen respektvoll

zu behandeln. Dazu gehört auch, jedem Senn einen fairen

Preis zu bezahlen. „Die Älpler sind die Wertschätzung ihrer

Arbeit gar nicht gewohnt“, hat Breckle festgestellt. Er freut sich

jedes Mal, wenn einer der Lieferanten in Kempten vorbeischaut

– um zu sehen und zu schmecken, was aus seinem Käse geworden

ist. So wie jener Schweizer Senn, der an diesem Vormittag

im Laden war. Breckle: „Der hatte Tränen in den Augen, als ich

seinen 30 Monate alten Emmentaler angeschnitten habe und ihm

ein Stück davon zum Probieren gab.“

Während Martin Rößle, 27, das Käsen in jungen Jahren von

der Pike auf gelernt hat, ist Breckle ein Spätberufener und noch

dazu Autodidakt. Wieder so eine „Jamei“-Geschichte. Leistungssportler

war der „Jamei“-Gründer bis zum 24. Lebensjahr. Mit

dem Wettkampfsport aufgehört hat er als Mitglied der Langlauf-

Junioren-Nationalmannschaft, weil er erkennen musste, dass es

für die Weltspitze nicht reichen würde. Hart angekommen sei

ihm der Entschluss, erzählt Thomas Breckle. „Ich war Vollblutsportler.“

„Snorre“, wie ihn seine Freunde nennen, verdiente später als

Bergführer sein Geld. Eines Tages lud ihn eine Gruppe Hamburger,

die er aufs Matterhorn geführt hatte, als Dank zum Bergführer-Fest

in die Hansestadt ein. Der Mann aus den Bergen brachte

74 | Griaß di’ Allgäu


Käseveredler | ALLGÄU GENIESSEN

einen Laib Bergkäse als Gastgeschenk mit. Was Breckle während

der gemeinsamen Zeit in der Schweiz gar nicht aufgefallen war:

Seine Kunden aßen gar keinen Käse.

Da stand er nun mit einem 12-Kilo-Laib, den niemand haben

wollte. Der Tipp seiner Gastgeber: „Geh doch auf den Isemarkt,

einer der größten und renommiertesten Wochenmärkte in Hamburg,

und verscherbele das Ding.“ Tatsächlich fand er dort einen

Interessenten, der ihm den ganzen Brocken für 50 Mark abkaufte

und ihm weitere 50 Mark in die Hand drückte, verbunden mit der

Aufforderung: „Junge, komm wieder.“

Und Thomas Breckle kam wieder, weil er eine Marktlücke gewittert

hatte. Allerdings liefen beim nächsten Trip in den hohen

Norden – dann mit 300 Kilogramm Ware aus einer örtlichen

Kleinkäserei – die Geschäfte eher schleppend. „Es war viel zäher

als ich mir das vorgestellt hatte.“ Der Allgäuer Trotzkopf gab jedoch

nicht auf. Und tatsächlich stieg der Absatz von Mal zu Mal.

Schnell sprach sich herum, dass da ein Allgäuer in Lederhose und

mit frechem Mundwerk hervorragenden Bergkäse auf dem Hamburger

Isemarkt anbietet.

Als die Kunden immer häufiger nach altem Käse fragten, begann

Thomas Breckle sich für das Thema Veredlung zu interessieren –

und musste feststellen, dass es kaum Know-how dazu gab. „Kein

Mensch hat damals Käse alt gemacht“, berichtet er. Schließlich

stieß er in der Schweiz auf einen 80-jährigen Senn, der ihn in die

Geheimnisse der Käse-Affinage einweihte und ihm mit auf den

Weg gab: „Du brauchst einen richtig guten Naturkeller.“ Ob aus

einem guten Käse ein noch besserer alter Käse wird, hängt nach

Breckles Einschätzung zu 30 Prozent von der Affinage und zu

70 Prozent von der Beschaffenheit des Kellers ab. Dass er gleich

beim ersten Versuch den absolut perfekten Lagerraum gefunden

hat, bezeichnet Breckle im Nachhinein als Glücksfall.

Tatsächlich half der Zufall kräftig mit. Sein Freund Reinhold

hatte erzählt, dass er in seiner Kindheit in Kempten häufig in einem

dunklen Kellergewölbe, dem früheren Eislager des Allgäuer

Brauhauses, gespielt hatte. Das Gelände ist in Besitz des Klosters

St. Raphael, erfuhr Thomas Breckle und machte sich sogleich auf

den Weg zu den Ordensfrauen. Als wäre es gestern gewesen, hat

er die Szene noch genau vor Augen. Eine alte, bucklige Nonne

vom „Liebe Christi“-Orden öffnete ihm die Tür und sah ihn

fragend an. Er sei am ehemaligen Brauhaus-Keller interessiert,

müsse deshalb mit Schwester Johanna, der Leiterin des Klosters,

sprechen, möglichst schnell, es sei dringend, sprudelte es aus dem

jungen Mann heraus.

„Gschwind scho glei gar it“, entgegnete die Nonne ihrem Gegenüber

in breitem Allgäuer Dialekt und wackelte, auf einen

Stock, gestützt davon. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis Schwester

Johanna erschien. Die Pachtverhandlungen mit der Schwester

und später mit der katholischen Jugendfürsorge Kempten erwiesen

sich als unkompliziert. Aber Breckle hatte seine Lektion gelernt.

„Gschwind scho glei gar it.“ Dieser Satz hat ihn geprägt

– für das eigene Leben und für den Umgang mit Käse.

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Griaß di’ Allgäu | 75


ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN

FÜR DAS GOURMETFILET

4 Fischfilets (z. B. Kabeljau, à 170 g, ohne Haut, Gräten)

Salz, Zitronensaft

4 EL frisch geriebener Parmesan

4 EL Panko (Weißbrotmehl, im Asia-Laden

erhältlich; alternativ Semmelbrösel)

¼ TL mildes Currypulver

3 EL weiche Butter

FÜR DIE SAUCE

100 g Bresaola

1 Zwiebel, 1 kleine Karotte

¼ Stange Lauch

2 Knoblauchzehen

5 EL Olivenöl

500 ml Eiertomaten (Dose)

Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Kristallzucker

½ Bund Kräuter

(z. B. Basilikum, Petersilie, Oregano)

FÜR DAS RUCOLA-PÜREE

500 g mehlig-kochende Kartoffeln

100 ml Milch, 2 EL Butter

Salz, 1 Bund Rucola

GOURMETFILET

Die Fischfilets waschen, trocken, tupfen und mit Salz und

Zitronensaft würzen. Parmesan, Panko, Curry-Pulver und etwas

Salz vermischen und mit 2 EL Butter zu weicher Paste

vermischen. Ofenfeste Form mit der restlichen Butter (1 EL)

ausstreichen. Die Fischfilets in die Form legen und Würzpaste

verteilen. Dann ca. 30 Minuten in den auf 180 °C vorgeheizten

Backofen schieben.

SAUCE

Bresaola und Zwiebel in feine Würfel schneiden sowie Karotte

und Lauch. Knoblauch schälen und fein hacken (oder Knoblauchpresse).

Das Öl im Topf erhitzen und Bresaolawürfel

anbraten. Zwiebeln, Karotte, Lauch und Knoblauch dazugeben

und gut anbraten. Mit Tomaten aufgießen und mit Salz,

Pfeffer und Zucker würzen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen

und umrühren. Kräuterblättchen fein hacken, einrühren und

abschmecken.

KARTOFFELPÜREE

Kartoffeln schälen und in Salzwasser weich kochen. Dann

abgießen, ausdampfen lassen und durch eine Kartoffelpresse

drücken. Milch erhitzen, Butter darin schmelzen, zu Kartoffeln

gießen und zu cremigem Püree rühren. Mit Salz abschmecken.

Rucola waschen, gut trocknen und grob hacken. Vorm Servieren

unters Püree mischen.

ANRICHTEN

Rucolapüree auf vorgewärmte Teller verteilen. Sauce auf Teller

gießen und je ein Fischfilet darauf anrichten.

76 | Griaß di’ Allgäu


ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN

FÜR DIE KARTOFFELKRAPFEN

600 g mehlige Kartoffeln

Salz

60 g Butter

130 g Mehl Type 405

3 Eier

frisch geriebene Muskatnuss

neutrales Pflanzenöl

FÜR DIE RUMPSTEAKS

MIT GORGONZOLA-FEIGEN-KRUSTE

4 Rumpsteaks (à ca. 200 g)

1 EL neutrales Pflanzenöl

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

2 frische Feigen

4 EL Gorgonzola mit Mascarpone

1 EL grob gehackte Haselnüsse

KARTOFFELKRAPFEN

Kartoffeln schälen und in Salzwasser sehr weich kochen.

Abgießen, abdampfen lassen, durch Kartoffelpresse in Rührschüssel

drücken und erkalten lassen. 200 ml Wasser im Topf

erhitzen, Butter schmelzen und mit kräftiger Prise Salz würzen.

Sobald das Butter-Wasser kocht, Mehl zufügen und rühren,

bis sich zunächst ein Mehlkloß bildet und am Topfboden

ein weißer Belag erkennbar ist. Brandteig in Rührschüssel

umfüllen und abkühlen lassen. Mit Knethaken eines Handrührgerätes

die Eier unterrühren. Brandteig mit Muskatnuss

würzen, Kartoffeln unterrühren. Öl im Topf auf 180°C erhitzen

(Temperaturprobe mit Holzkochlöffel: O.K., sobald

sich am Stiel Blasen bilden). Vom Kartoffelteig kleine

Nocken abstechen und im heißen Fett ausbacken.

Anschließend abtropfen lassen.

RUMPSTEAK MIT GORGONZOLA-FEIGEN-KRUSTE

Fettrand der Steaks einschneiden. Das Öl in Pfanne erhitzen

und Steaks auf jeder Seite 3 bis 5 Minuten braten. Anschließend

mit Salz und Pfeffer würzen und auf ein Backblech

mit Backpapier legen. Feigen in Scheiben schneiden und auf

Fleisch verteilen. Gorgonzola mit Nüssen vermischen und auf

Feigen streichen. Backblech ca. 5 Minuten in vorgeheizten

Backofen schieben.

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begeistert er ein Miillionenpublikum im TV. Seine Kochbücher sind Bestseller,

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Produktentwickler ist er international bei namhaften Unternehmen tätig.

Sein Tipp für sommerliche Tage: Gourmetfilet mit Rucola-Püree und

Rumpsteak mit Gorgonzola-Feigen-Kruste (aus seinem neuen Buch

„Keine Angst, ich will nur kochen“, Südwest-Verlag).


Alp sommer

IN DEN HÖRNERDÖRFERN

Was macht einen perfekten Bergsommer im Allgäu aus? Ruhe, eine

wunderschöne Bergwelt, Panoramablick in jeder Höhenlage? Ein abwechslungsreiches

Freizeitprogramm von inspirierend bis sportlich?

Oder die Möglichkeit, sich mit dem Besten verwöhnen zu lassen,

was Käsekunst und altes Kräuterwissen hergeben? In den Hörnerdörfern

Balderschwang, Bolsterlang, Fischen, Obermaiselstein und

Ofterschwang ist man der Meinung: „Alles zemed!“ In der Tat ist in

den beschaulichen Alpdörfern das alles geboten – und noch einiges

mehr. Beispiel Natur: Die Hörnerdörfer liegen in und um den Naturpark

Nagelfluhkette, einem außergewöhnlich artenreichen Habitat,

das zu vielfältigen Wander- und Bergtouren einlädt.

EXKLUSIVE NATURPARK-FÜHRUNGEN

Besonders intensiv lässt sich dieses Paradies bei den „Naturpark

exklusiv“-Touren erleben. Mit ausgewiesenen Naturparkführern in

kleinen Gruppen Gleichgesinnter entdeckt man die feinen Schätze

in der Heimat des Steinadlers und lauscht den uralten Legenden, die

hier entsprungen sind. Insgesamt rund 380 Kilometer Wanderwege

liegen zwischen den „Hörnern“, den aussichtsreichen Gras- und

Blumenbergen der Region: im weiten Illertal, um den idyllischen

Auwaldsee, durch Hochmoore und über blumenübersäte Höhen-

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ücken, hinauf zu den beeindruckenden Wasserspielen der Tobel und

Wasserfälle sowie der grandiosen Rundumsicht auf die Gipfel des

Allgäuer Hauptkamms.

MOUNTAIN CART UND STURMANNSHÖHLE

Diese Naturschönheiten kann man zudem auch „erfahren“. Per Rad

und E-Bike natürlich und mit den Bergbahnen. Die gondeln einen

bequem hinauf und mit Downhill Roller oder Mountain Cart geht

es wieder bergab. Es sind solche Extras, die den Hörnersommer so

abwechslungsreich machen. Eine Runde Disc-Golf oder Bogenschießen

sorgt für Action, eine alte Eibe nimmt einen mit auf eine gut

2000-jährige, meditative Zeitreise und in der Sturmannshöhle steigt

man gar in 120 Millionen Jahre Erdgeschichte hinab. Man kann den

Spuren des Wasserdoktors Kneipp folgen, wobei viele Sonnenstunden,

eine hohe Luftgüte – in Fischen sogar als Heilklima der Premiumclass

zertifiziert – von Natur aus gut tun. Und etwas Heumilch

oder Bergkäse mit dem Gütesiegel „Gutes vom Dorf“ sind eh schon

wohltuend und lecker.

Inmitten echter Allgäuer Traditionen und begrüßt von herzlicher

Gastfreundschaft, erlebt man in den Hörnerdörfern einen Bergsommer

zum Genießen.

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di’ Allgäu | 79


TITEL | Neuschwanstein

FAMILIENUNTERNEHMEN

Da braut

sich was

zusammen

80 | Griaß di’ Allgäu


Bad Waldsee

Bad Wurzach

Bad Grönenbach

Ka

Weingarten

Ravensburg

Brauereiführung | ALLGÄU GENIESSEN

Leutkirch

Altusried

Kißlegg

Wiggensbach

Obergünzbu

Schäffler Bräu ist die kleinste der Allgäuer

Familienbrauereien. Dennoch werden hier seit fünf

Generationen zehn verschiedenen Biersorten gebraut.

Ein guter Grund für einen Besuch.

Bodensee

Tettnang

Weißensberg

Lindau

Bregenz

Wangen

Lindenberg

Scheidegg

Hittisau

Isny

Oberstaufen

Missen

Weitnau

Immenstadt

Fischen

Kempten

Iller

Sonthofen

Ne

P

Ta

TEXT Christian Mörken

Der Legende nach tanzten sie erstmals im Jahre 1517

durch München. Es waren die „Schäffler“ auch Fassküfer

oder Fassmacher genannt. Mit ihrem Tanz

wollten sie die Bevölkerung beruhigen, die sich,

von der grassierenden Pestepidemie verängstigt, nicht mehr vor

die Tür traute. Was an der Legende dran ist, ist bis heute ungeklärt.

Geblieben ist hingegen der Schäfflertanz, der alle sieben

Jahre von den heutigen Bierbrauern in Altbayern aufgeführt

wird. Im Allgäu ist dieser Brauch zwar eher unbekannt, dennoch

gibt es auch hier zumindest zwei tanzende Schäffler. Sie zieren

das große, mit roten Holzschindeln verkleidete Haus mitten in

Missen-Weitham, dem Stammsitz der Familienbrauerei „Schäffler

Bräu“. Es ist eine von circa 30 Brauereien im Allgäu. Viele

von ihnen blicken auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück.

Auch die Brau-Dynastie Schäffler.

Der heutige Brauerei-Gasthof wurde 1468 erbaut und ist

damit fast so alt wie der Ort selbst. Die Brauerei kam 400

Jahre später dazu, im Jahr 1868. Bis heute sind Gasthof und

Brauerei in Familienbesitz. Doch während sich andere Allgäuer

Familienbrauereien um Wachstum und Ausbreitung

bemühten, beließ man es bei Schäffler beim Regionalen. 50

Kilometer rund um den Kirchturm, so beschreibt Juniorchef

Sebastian Graßl das heutige Vertriebsgebiet. Weiter soll es

auch nicht gehen. Regionalität ist ihm wichtig. Das gilt ebenso

für die Zutaten des Bieres. Ob Hopfen, Hefe oder Malz

– alles kommt aus der näheren Umgebung. Das Brauwasser

sogar aus der eigenen Gebirgsquelle, die sich im Nachbarort

Wiederhofen auf 1000 Meter Höhe befindet.

Dass man mit seinem Platz gut haushalten muss, wenn man

alles am Ort produzieren möchte, zeigt uns der Rundgang

durch die Brauerei. Jede Wand und jede Ecke wurden genutzt.

Alles musste an die Platzverhältnisse angepasst werden,

gilt es doch, genug Tanks aufzustellen, um darin jährlich

10 000 Hektoliter Bier reifen zu lassen. Im Keller bei

den Tanks ist es kühl. Geruch von Hopfen und Kohlensäure

liegt in der Luft und hier und da stehen kleinere Holzfässer

zwischen den Tanks. Darin befinden sich Brau-Versuche, wie

Sebastian Graßl erläutert. Schließlich muss man sich immer

wieder etwas Neues einfallen lassen. Vielfalt ist heute wichtiger

denn je. Zehn Sorten Bier werden das ganze Jahr über

gebraut – vom Gold, dem stärkeren Exportbier des Allgäus,

Altstätten

Dornbirn

Hohenems

über den Klassiker Weißbier bis zum Zwickl. Für das Brauen

sind Bruder und Onkel von Sebastian Graßl sowie ein weiterer

Mitarbeiter zuständig.

Warth

Alle sind Feldkirch

Bierbrauer mit Leib und Seele. So entwickelte

Dieter Grassl in den 90er Jahren die kleinste mobile Brauerei

der Welt. 1996 erhielt er dafür einen Eintrag ins Guinness-

Buch der Rekorde. Heute wird die Mini-Brauerei einmal

monatlich dazu genutzt, um den Gästen die Möglichkeit zu

geben, dem Braumeister über die Schulter zu schauen. So

können sie hautnah erleben, wie aus Hopfen, Malz, Hefe und

Wasser Bier wird. Natürlich müssen sie dabei nicht warten,

bis das gerade gebraute Bier fertig ist. Im hauseigenen Gasthof

können sie in uriger Allgäuer Atmosphäre traditionelle

Schmankerln aus der Region genießen und dazu das Bier verkosten,

das im Vormonat gebraut wurde.

Brauerei und Brennerei in einem

Oberstdorf

Riezlern

Neben dem Bierbrauen beschäftigen sich die drei Braumeister

leidenschaftlich mit dem Brennen von Schnäpsen, denn

seit dem Jahr 2000 besitzt die Brauerei das Brennrecht, als eine

von wenigen Brauereien in Deutschland. Natürlich spielt

auch hier das Bier die Hauptrolle, so gibt es einen Bier- und

einen Bockbierbrand und einen Bierlikör.

Lech

Griaß di’ Allgäu | 81


ALLGÄU GENIESSEN | Brauereiführung

Drei Generationen vereint: (von links)

Nadine, Leo, Sebastian, Claudia und

Hanspeter Graßl

Sebastian Graßl steigt die Treppe zum ersten Stock empor

und ich folge. Hier befinden sich die Gästezimmer. Die

eigentliche Attraktion ist aber die Wand an der Treppe zum

zweiten Stock. Sie ist von der Decke bis zum Boden mit Dokumenten

beklebt, die die Geschichte des Brauereigasthofes

erlebbar machen. Darunter befinden sich Verträge, Rechnungen,

Lieferscheine und Urkunden aus knapp 150 Jahren.

Eine Zusammenstellung, an der der Gast ablesen kann, durch

welche Zeiten die Familie und ihr Gasthof gegangen sind.

Auch für mich heißt es nun weitergehen, denn Sebastian

Graßl möchte mir die Abfüllanlage zeigen.

Wie überall, wurde auch hier alles daran gesetzt, so platzsparend

wie möglich zu bauen. Wie am Schnürchen fahren

die Flaschen über das Transportband, klirren dabei leicht aneinander

und werden in Sekunden befüllt, bis sie überlaufen

– so bekommt man die Luft aus der Flasche. Es wird genau

darauf geachtet, dass der Füllstand immer genau identisch ist.

Alles ist so überschaubar und klein, dass man manchmal das

Gefühl hat, nicht in einer echten Brauerei zu sein, sondern in

einer Art Modellbrauerei. Doch die gestapelten Paletten im

Hof beweisen das Gegenteil.

Der Abschluss unserer Runde führt uns in das Herzstück

der Brauerei. Es befindet sich im Nebengebäude: das Sudhaus.

Zwei große Kupferkessel erstrahlen im Sonnenlicht, das

durch die Sprossenfenster fällt. Am Boden eines der Kessel

liegt lauwarm der Treber. Damit werden die Malzreste bezeichnet,

die beim Brauvorgang übrig bleiben und zumeist

als Viehfutter verwendet werden – die Kühe wissen eben,

was gut ist. An den Wänden ringsherum hängen Bilder der

Familie. Angefangen von Johann Baptist Schäffler bis zu

Claudia und Hanspeter Graßl – sie alle scheinen über das Bier

zu wachen, dass hier in ihrem Namen gebraut wird – seit fast

150 Jahren.

www. schaeffler-braeu.de

Das Originalgebäude wurde bereits 1468

erbaut – 1913 brannte es nieder.

Modern, gemütlich, alpenländisch:

die Gästezimmer.

Dokumente aus

drei Jahrhunderten

zieren eine Wand

im Gasthof.

82 | Griaß di’ Allgäu


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Foto: Matthias Wild

ALLGÄU ENTDECKEN

Wussten Sie, dass … es Orte im Allgäu zu entdecken gibt, die einfach nur mit einem Wort zu beschreiben sind: grandios.

Unser Fotograf machte sich am Spätnachmittag auf den Weg zum Riedberger Horn, dem mit 1787 Metern höchsten Berg der Hörnergruppe

im Oberallgäu und verewigte einen einmaligen Sonnenuntergang. Das Riedberger Horn besteht aus einer weichen, oft feuchten Gesteinsschicht,

die als Flysch bezeichnet wird und ist ein beliebtes Ziel. Ein Wander-Tipp: Start am Parkplatz der Grasgehren-Hütte, dann auf ausgebauten

Wegen zum Gipfel. Von dort auf dem Gratweg ein Stück in Richtung Ochsenkopf (Schwindelfreiheit erforderlich).

Über den Bolgen und vorbei am Steinhaufen der Feuerstätter Decke zurück nach Grasgehren.


ALLGÄU ENTDECKEN | Schmugglerpfad

GRENZGÄNGER

Der Zipfel

als Gipfel

86 | Griaß di’ Allgäu


Ottobeuren

Pforzen

Bad Waldsee

Irsee

Bad Wurzach

Bad Grönenbach

Kaufbeuren

Leutkirch

Weingarten

Kißlegg

Ravensburg

Wangen

Tettnang

Lindenberg

Weißensberg

Lindau

Bodensee

Schmugglerpfad | ALLGÄU ENTDECKEN

Altusried

Wiggensbach

Kempten

Isny

Weitnau

Scheidegg

Ober-

Immenstadt

staufen

Bregenz

Hittisau

Fischen

Iller

Obergünzburg

Marktoberdorf

Bernbeuren

Fo

Nesselwang

Füssen

Pfronten

Sonthofen

Tannheim

Reutte

Altstätten

Dornbirn

Hohenems

Oberstdorf

Oberstdorf

Riezlern

Unterwegs auf ehemaligen

Warth

Schmugglerpfaden in den

Feldkirch

Allgäuer Alpen. Es gab Zeiten,

da wilderten und schmuggelten

die Bauern, was das Zeug hielt –

und mussten mitunter ihr Leben lassen.

Heute ist eine Wanderung auf dem

Allgäuer Hauptkamm weitaus

ungefährlicher. Aber dennoch sehr

spannend. Und man kommt an den

südlichsten Punkt der Republik.

Lech

Nasser

Imst

TEXT Susanne Lorenz-Munkler | FOTOS Ralf Lienert

Dieser Zipfel ist der Gipfel. Der südlichste Gipfel der

Republik noch dazu. Ein belangloser Grasbuckel mit

dem noch belangloseren Namen Haldenwanger Eck

(1931 Meter). Der mächtige Biberkopf (2599 Meter)

110 Meter weiter im Norden hätte diesen Superlativ viel eher

verdient. Doch eine schlichte graue Steinsäule lässt keinen Zweifel

aufkommen: Exakt an dieser Stelle des Haldenwanger Ecks

dringt Deutschland mit einem zipfelförmigen Auswuchs am

weitesten in österreichisches Hoheitsgebiet vor. Deshalb gehört

Oberstdorf auch zu den vier Zipfelgemeinden der Republik (siehe

Infokasten). Mehr Zipfelglück als Gipfelglück also zu Beginn

der Wanderung entlang eines spannenden Grenzverlaufs.

Das „Haldenwanger Eck“ führt ein einsames Dasein. Selbst

der Alpmeister Fritz Berktold von der nur zehn Minuten

Griaß di’ Allgäu | 87


ALLGÄU ENTDECKEN | Schmugglerpfad

Laufbacher Eck über Himmeleck (2178 m)

Gipfelkreuz Mädelegabel (2645 m)

entfernten Jungvieh-Alpe war nur einmal oben auf dem

vermeintlichen Gipfel, den kaum einer kennt. „Damals, als Edmund

Stoiber da war“, erinnert er sich. Von dieser südlichsten

Erhebung Deutschlands aus schlängelt sich die deutsch-österreichische

Grenze Richtung Ost/Nord-Ost, schleicht an den Bergen

entlang, um diese herum und überschreitet deren Gipfel. Atemberaubend

schön ist der Blick auf diesen einzigartigen Grenzverlauf,

mit Bergen wie dem Biberkopf (2599 Meter), der Mädelegabel

(2645 Meter) und der Trettach (2595 Meter). Hier oben zeigt

sich die wilde Pracht der Allgäuer Gebirgslandschaft, geprägt

von Bergen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: schroffe

Felsdome, liebliche Blumenberge und extrem steile Grasflanken,

für die das Allgäu berühmt ist.

Vor über 100 Jahren haben Visionäre des Alpenvereins und

heimische Bergführer entlang dieser Grenze ein gut ausgebautes

Netz von Höhenwegen und Schutzhütten für Wanderer gebaut.

In sechs Tagen können Bergsteiger heute den gesamten Allgäuer

Hauptkamm durchwandern, ohne ein einziges Mal ins Tal abzusteigen.

Dabei überschreiten sie Dutzende Male die Grenze.

Verlassene Zollhäuschen, alte Grenzschilder und Marterl erinnern

daran, dass das noch vor einigen Jahren keinesfalls so einfach

gewesen war. Die Grenzlinie zieht sich gen Westen über

den Schrofenpass, wo eine Handvoll Mountainbiker neben ihren

Rädern im Gras hocken. Wie Tausende andere Transalp-Fahrer

haben sie sich auf ihrem Weg zum Gardasee über diese Passhöhe

gequält, ihre Räder auf den Schultern. Erschöpft genießen sie

jetzt die mitgebrachte Brotzeit. Immerhin auf historischem Boden.

Hier, auf dem wichtigsten Übergang zwischen dem Lechtal

und dem Allgäu, pausierten schon Generationen von Wilderern

und Schmugglern. Vielleicht auch der Wilderer Moosbrugger,

bevor er, von einem bayerischen Revierjäger durch einen Schuss

getroffen, 1909 verblutete, wie es auf einem alten, angenagten

Bildstock nur wenige Meter unterhalb der Passhöhe zu lesen ist.

Ein offenbar grausames Drama.

Strenge Zollbestimmungen

Die Landesgrenze zieht hinüber zum Salzbücheljoch (1781 Meter)

und führt auf den Höhenweg zur Oberen Biberalpe, auf der

Heimatkundler Eugen Thomma (84) aus Oberstdorf als junger

Bursch das Vieh der Talbauern hütete. Auch hier wilderten und

schmuggelten die Bauern einst, was das Zeug hielt, erzählt er.

Nicht nur beim Warenverkehr umgingen Österreicher wie Deutsche

die strengen Zollbestimmungen. So brachten die Tiroler

Bergbauern heimlich den Stier von Eugen Thomma auf die Alpe,

statt ins heimatliche Tal, um Zeit und Geld zu sparen. Für einen

Stiersprung verlangte Thomma zehn Päckchen Tabak. „I glaub,

mei Siegfried hot sich scho gefreit, dass i a starker Raucher war“,

sagt der Ruheständler und grinst. Die Grenzlinie lässt den Kleinen

Rappenkopf (2276 Meter) rechts liegen und schlängelt sich

88 | Griaß di’ Allgäu


Schmugglerpfad | ALLGÄU ENTDECKEN

Kemptner Hütte (1844 m)

Rappenseehütte (2091 m)

zur Rappenseehütte (2091 Meter) hoch, wo in diesem Moment

die Sonne hinter einem der schönsten Bergseen des Allgäus versinkt.

Man muss kein Romantiker sein, um die Faszination dieses

Augenblicks zu spüren. Des Wanderers Nachtlied ist noch zu hören,

und während über allen Gipfeln Ruhe einkehrt, herrscht auf

der Terrasse der Bergsteigerunterkunft gute Stimmung. Dann

aber ordnet Hüttenwirt Andi Greiner auch hier Nachtruhe an.

300 Wanderer schlüpfen brav in ihre Hüttenschlafsäcke unter die

grauen Filzdecken des größten DAV-Stützpunkts der Allgäuer

Alpen. Viele träumen vom Heilbronner Weg, den sie am nächsten

Tag begehen wollen. Der gut gesicherte, hochalpine Höhenweg

ist mit 10 000 Kraxlern im Jahr der beliebteste seiner Art in den

Nordalpen.

Hütete als junger Bub einst

das Vieh der Talbauern und

kennt seine Heimat wie aus

dem Effeff: Heimatkundler

Eugen Thomma.

Mittlerer Staatsakt

Mindestens vier Mal werden die Wanderer auf diesem Klettersteig

Deutschland verlassen. Was heute selbstverständlich ist, stellte vor

60 Jahren einen mittleren Staatsakt dar. Auf der Rappensee-Hütte

waren bis Ende der 30er Jahre sogar Zollbeamte stationiert, denn

ohne Visum durfte keiner auf den Steig. Und keiner durfte über

zehn Reichsmark dabei haben. So wurden auf den Alpenvereinshütten

Geld-Depots eingerichtet. Gegen eine uittung bekam

man auf der Kemptner Hütte die Summe wieder, die man zuvor

auf der Rappenseehütte hinterlassen hatte.

Foto: Charly Höpfl

Griaß di’ Allgäu | 89


ALLGÄU ENTDECKEN | Schmugglerpfad

Alte Zeiten: Heute bringen die „Grenzgänger“ wieder Bargeld

statt einer uittung mit auf die Kemptner Hütte (1846 Meter).

Was die Hüttenwirte Gabi und Martin Braxmaier natürlich

freut.

Gepflegte Gastronomie

Gabi Braxmaier beginnt morgens ihr Tagwerk in der Küche.

Denn sowohl die Weitwanderer aus Oberstdorf auf ihrer ersten

E5-Etappe (von Oberstdorf nach Meran), als auch die Bezwinger

des Heilbronner Wegs rücken unaufhaltsam an. Die Hüttenwirtin,

die schon mal 290 Bergwanderer an einem Tag bekocht (im

Schnitt sind es im August 140 bis 170 Leute täglich), legt größten

Wert auf gepflegte Gastronomie. Ihr Rinderbraten ist exzellent

und ein streng gehütetes Familienrezept.

Nach unruhiger Nacht im Hüttenlager macht der Blick aus

dem Fenster der Kemptner Hütte an diesem Morgen wenig Lust

auf mehr. Dicke Nebelsuppe, die Regentropfen klopfen leise gegen

die Scheiben. Wasserdicht verpackt, macht sich der Grenzgänger

dennoch auf den Weg. Im Laufe des Tages will er Österreich

endgültig den Rücken kehren und ins Allgäu zurück

– in die wohl schönste Ecke der Allgäuer Alpen. Zunächst ist die

Landschaft noch trist. Grau ist die pflanzenarme Welt des Hauptdolomits

aus vielen zertrümmerten Felsstücken und Geröll. Bei

diesem Wetter geradezu trostlos. Wenig später, auf den letzten

Metern des Grenzwegs, auf dem Grat zwischen Kreuzeck (2376

Meter) und Rauheck (2384 Meter), bläst in das triste Grau auch

noch ein kalter Sturm. Doch so schnell wie er kam, legt sich der

Sturm auch wieder.

Der Himmel reißt auf und die Wolken geben den Blick frei

auf eine Landschaft, die aus dem Märklin-Katalog zu stammen

scheint. Keine schroffen Felsen mehr, sondern Gras ist nun das

dominierende Element. Die viergipflige Höfats mit ihren 900

Meter hohen und scharfen Grasflanken scheint jetzt zum Greifen

nahe. Schon im Alpenvereinsjahrbuch 1896 wurde dieser prächtige

Berg erwähnt, in einem Atemzug mit dem Matterhorn und

den drei Zinnen. Eine wunderbare Laune der Natur, schön und

gefährlich. Kein anderer Berg in den Allgäuer Alpen forderte so

viele Todesopfer.

Schließlich wandert der Grenzgänger hinauf in eine himmlische

Region, zum Himmelecksattel (2007 Meter). Hier muss

man einfach pausieren, staunen und genießen. Die Seele baumeln

lassen. Der Panoramaweg zieht sich jetzt weiter hoch über dem

Oytal in Richtung Nebelhorngipfel. Zahlreiche Wanderer voll

himmlischer Sehnsucht kommen einem entgegen. Denn die Nebelhornbahn

in Oberstdorf ermöglicht die schnelle Himmelfahrt

in wenigen Minuten. Noch einmal verliert sich der Blick in diesem

schier endlosen Meer aus Gipfeln. Und einem Zipfel.

Allgäuer Hauptkamm

Zipfel-Gemeinde Oberstdorf

60 Kilometer zusammenhängende Höhenwege verbinden die Gipfel

des Allgäuer Hauptkammes. Dazu gehören sieben DAV-Schutzhütten,

die während des Bergsommers bewirtschaftet sind und Übernachtungsmöglichkeit

und Verpflegung bieten. Die Allgäu-Durchquerung

ist beliebig kombinierbar und kann verkürzt oder verlängert werden.

Weitere Informationen unter www.oberstdorf.de/wandern/bergsteigen/

hüttenverbindungswege.

Über das aktuelle Wetter, Hüttenöffnungszeiten, Schwierigkeitsgrad

und Gehzeiten informiert auch die Alpine Beratung Oberstdorf,

Telefon: 08322/700-2 00.

Seit 1999 gehört die Marktgemeinde Oberstdorf zu den vier Zipfel-

Gemeinden der Republik – neben Selfkant (im Westen), Görlitz an

der Neiße (im Osten) und Sylt (im Norden). Beim Abschluss des

Zipfelpakts versprachen sich die vier Gemeinden, den Austausch auf

Verwaltungsebene ebenso zu pflegen, wie gemeinsame Aktivitäten zu

organisieren. Im Jahr 2000 wurde der Zipfelpass angefertigt. Wer als

Wanderer alle vier deutschen Zipfel besucht und dies durch Rathausstempel

dokumentiert, bekommt als Lohn ein Zipfelpaket mit regionalen

Spezialitäten. Zu Zipfelpass-Inhabern gehören beispielsweise die Politiker

Johannes Rau, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Edmund Stoiber.

Foto: imago

90 | Griaß di’ Allgäu


www.ottobeuren.de

Der Kneipp-Kurort Ottobeuren liegt im

reizvollen Tal der westlichen Günz.

Seine Geschichte ist geprägt von der 764 gegründeten

Benediktinerabtei und von Pfarrer Sebastian Kneipp,

der 1821 im zur Pfarrei Ottobeuren gehörenden Weiler

Stephansried geboren wurde.

Die Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße

führt durch Ottobeuren.

Sehenswertes

Benediktinerabtei: Seit Gründung im Jahre 764 leben und wirken

hier bis heute ununterbrochen Benediktinermönche. Es ist der größte und

besterhaltene sakrale Komplex des 18. Jahrhunderts in Deutschland.

Das Museum der Abtei mit Kaisersaal kann in den Sommermonaten

täglich besichtigt werden von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.

Basilika: Die von 1737 bis 1766 erbaute Basilika ist eine der schönsten

deutschen Barockkirchen. 2016 feiert Ottobeuren das Jubiläum

„250 Jahre Basilika“ mit besonderen Feierlichkeiten am 25. September.

Von April bis Oktober findet samstags um 14:15 Uhr eine Führung statt.

Ottobeurer Basilika-Konzerte 2016

So., 26. Juni, 15 Uhr, Basilika

„Te Deum“ (Anton Bruckner) / Sinfonie-Kantate „Lobgesang“

(Felix Mendelssohn Bartholdy) · Bamberger Symphoniker Symphoniker &

Chor der Bamberger Symphoniker · Leitung: Herbert Blomstedt

So., 24. Juli, 15 Uhr, Basilika

Matthäus-Passion (Johann Sebastian Bach) · Orfeo Orchestra und

Purcell Choir Budapest · Leitung: Helmuth Rilling

So., 18. September, 15 Uhr, Basilika

Symphonie Nr. 5 (Anton Bruckner) · Leitung: Marek Janowski

So., 25. September, ab 9:30 Uhr, Jubiläum „250 Jahre Basilika Ottobeuren“

» 9:30 Uhr: Pontifikalamt mit der „Ottobeurer Festmesse“ (Missa solemnis von

Pietro Pompeo Sales) · Musica Suevica Chor Augsburg · Leitung: Franz Wallisch

» 11 Uhr: Festakt im Kaisersaal

» 15 Uhr: „Partita in a“ (Alessandro Poglietti aus der Notenschrift des

P. Honorat Reich OSB), „III. Sonate in A“ (P. Franz Xaver Schnizer OSB),

Dr. Josef Miltschitzky an der Orgel · „Missa a Duplici Choro“ (Benedict Kraus),

Capella mirabilis und Carl-Orff-Chor Marktoberdorf · Leitung: Stefan Wollitz.

» 17:30 Uhr: Vesper

Kammermusik im festlichen Kaisersaal findet von Mai bis September statt.

Das komplette Programm finden Sie auf unserer Homepage www.ottobeuren.de

Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth

Marktplatz 14 a, www.mzk-diku.de

Im 2014 neu eröffneten „Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“

präsentieren neben dem Namensgeber Diether Kunerth auch andere renommierte

deutsche und internationale Künstler in wechselnden Ausstellungen ihre

Werke. Ab 30. April 2016 kann die neue Ausstellung „2 Visionen – Landschaften /

Due Visioni - Paesaggi“ des bekannten italienischen Künstlers Silvio Cattani und

Diether Kunerth besichtigt werden. Die Ausstellung dauert bis 30. Oktober 2016.

30. April bis 30. Okt.: Di. bis Fr. 11 bis 16 Uhr, Sa. und So. 12 bis 17 Uhr

Mo. ganzjährig geschlossen.

Griaß di’ Allgäu | 91

Touristikamt Kur & Kultur I Marktplatz 14 I 87724 Ottobeuren I Tel. 0 83 32 / 92 19 50 I Fax 0 83 32 / 92 19 92 I touristikamt@ottobeuren.de I www.ottobeuren.de


ALLGÄU ENTDECKEN | Forggensee

URLAUB AM WASSER

Leinen los

auf dem Forggensee

SINN FÜR SEHNSÜCHTE

Auf dem fünftgrößten See

Bayerns drehen die Schiffe MS Allgäu

und MS Füssen ihre Runden.

Und im Morgengrauen trifft man

den einen oder anderen Fischer.

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Peter Samer & Titan Kastner

92 | Griaß di’ Allgäu


Tettnang

Bodensee

Kempten

Christian

Wangen

Isny

Strigl, auf dem Foto

links bei der Arbeit, Weitnau

ist früh

Lindenberg

aufgestanden. Musste er auch,

Nesselwang

Weißensberg

wenn er mit einem guten

Füssen

Pfronten

Fang nach Scheidegg

Lindau

Hause kehren will. Der Forg-

Ober-

Immenstadt

gensee bei Füssen, staufen

fünftgrößter See des

Sonthofen

Freistaates Bregenz

Bayern und zwölf Kilometer

Tannheim

Reutte

lang sowie drei Kilometer breit, kann ein

Hittisau

Fischen

Eldorado sein für Fischer und Angler. Je

nach Dornbirn

Jahreszeit. So bieten vor Oberstdorf

allem in den

Monaten Mai und Juni frisch überflutete Ge-

Hohenems

biete den Fischen Nahrung in Hülle und Fülle. Was

Riezlern

sich alles im Forggensee tummelt? Aal und Barsch, aber auch Forelle,

Hecht, Karpfen, Renke, Schleie, Weißfisch oder Zander.

Weshalb es nicht nur Christian Strigl hinauszieht aufs Wasser,

Warth

Feldkirch

sondern auch viele andere passionierte Angler. Und es kommen

jährlich Tausende von Touristen und Einheimische zum Forggensee.

Sehr beliebt: eine Schiffsrundfahrt – mit der MS Allgäu

oder mit der MS Füssen. Selbst Romantiker kommen auf ihre

Kosten. Denn im südlichen Seebreich fällt der Blick vom Schiff

aus direkt auf Schloss Neuschwanstein. Das kleinere Schiff, MS

Allgäu, bietet Platz für 210 Gäste, während die MS Füssen beinahe

doppelt so groß ist.

Der Forggensee entstand in den 50er Jahren als Lechstausee

und ist heute als Hochwasserregulierung des Lech bei der

Schneeschmelze wichtig. Zwischen Juni und Oktober erreicht er

volle Stauhöhe. Im Winter wird er abgelassen und man entdeckt

Reste der römischen Militärstraße Via Claudia Augusta.

www.fuessen.de

Altstätten

Weingarten

Ravensburg

Leutkirch

Kißlegg

Altusried

Wiggensbach

Der Fahrplan (1. Juni bis 15. Oktober)

Obergünzburg

GROSSE RUNDFAHRT (LINIENVERKEHR)

Abfahrtszeiten

Anlegestelle

10:00 12:30 15:00 Füssen (Bootshafen)

10:05 12:35 15:05 Festspielhaus Füssen

10:15 12:45 15:15 Waltenhofen (Schwangau)

10:20 12:50 15:20 Brunnen (Schwangau)

10:30 13:00 15:30 Osterreinen (Rieden)

10:45 13:15 15:45 Dietringen (Rieden)

10:55 13:25 15:55 Tiefental (Roßhaupten)

11:00 13:30 16:00 Kraftwerk (Roßhaupten) Richtung Füssen

11:15 13:45 16:15 Dietringen (Rieden)

11:30 14:00 16:30 Osterreinen (Rieden)

11:40 14:10 16:40 Brunnen (Schwangau)

11:45 14:15 16:45 Waltenhofen (Schwangau)

11:45 14:25 16:55 Füssen (Festspielhaus)

12:00 14:30 17:00 Füssen (Bootshafen)

KLEINE RUNDFAHRT (LINIENVERKEHR)

Abfahrtszeiten

Anlegestelle

10:30 11:30 13:00 14:20 15:30 16:30 Füssen (Bootshafen)

10:35 11:35 13:05 14:25 15:35 16:35 Festspielhaus (Füssen)

10:50 11:50 13:20 14:40 15:50 16:50 Osterreinen (Rieden)

11:10 12:10 13:40 15:00 16:10 17:10 Waltenhofen (Schwangau)

--- 12:20 13:50 --- --- 17:20 Festspielhaus (Füssen)

11:20 12:25 13:55 15:10 16:20 17:25 Füssen (Bootshafen)

Iller Iller Iller

Lech

Marktoberdorf

Bernbeuren

Schongau

Lechbruck

Ehrwald

Peiting

Idylle mit

Booten und

dem Fernblick auf

(von links) die Hochplatte, Geiselstein und Tegelberg.

Nassereith

Imst

Forggensee

Kurzurlaub

im Allgäu

01.05. bis 31.10.2016

- 2x Übernachtung mit Frühstück

- Lunchpaket

- bayerisches Überraschungsschmankerl

Natur

- Königscard mit 200 Gratisleistungen

Bannwaldsee Hotel GmbH & Co. KG | Klaus Rehklau

Sesselbahnstraße 10 | 87642 Halblech

Telefon 0 83 68 / 900 0 | Fax 0 83 68 / 900 150

info@bannwaldseehotel.de | www. bannwaldseehotel.de

Unser familiengeführtes Landhotel

bietet die Möglichkeit

inmitten der Allgäuer Berge

und Seen die faszinierende

Landschaft Bayerns zu erleben.

Ab in die

MS Füssen: Das große

Schiff, das auf dem

Forggensee von

morgens bis abends zu

Rundfahrten einlädt,

bietet Platz für

400 Passagiere.

Griaß di’ Allgäu | 93


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RUHE & ERHOLUNG

Urlaub wie im Paradies

Willkommen im traumhaft gelegenen

Panorama Landhotel und Wanderhotel im Allgäu

Blick aus Ihrem Zimmer

Unser gemütliches und traumhaft gelegenes

Landhotel im Allgäu ist Ihr Urlaubs-

Zuhause, und dabei gehört unsere Zeit

ganz Ihnen. Lassen Sie sich auf erholsame

Tage, aktive Stunden, Augenblicke des Genusses

und ein geselliges Allgäuer Zusammensein

ein. Das besondere Ambiente im

Panorama Landhotel mit der angenehmen

Wärme unserer Stuben lädt zum Verweilen

ein. Allgäuer Lebensart auf legere und

detailverliebte Weise und die Möglichkeit

Kraft zu tanken, zeichnen den einmaligen

Charakter unseres Hauses aus.

In diesem Sinne führen wir, die Familie

Wanner, unser Landhotel im Allgäu als Familienbetrieb

mit langer Tradition.

Die traumhafte Bergkulisse von unserem

Land- und Wanderhotel im Allgäu

bietet einen wunderbaren Rahmen für Ihren

Urlaub. Unser seit über 100 Jahren familiengeführtes

Hotel nahe der Ortschaft

Seeg liegt ruhig und sonnig am Waldrand

auf 900 Metern Höhe.

Genießen Sie bei einem guten Glas Wein

und hervorragender Allgäuer Küche ein

einmaliges Alpenpanorama vom Grünten

bis hin zur Zugspitze.

Neu ab August 2016

Wir bauen für Sie ein Natur-Holzhaus mit

sechs Panorama Juniorsuiten, einem zweiten

Panorama Ruheraum und, als kleines

Highlight, einem beheizten Infinity Outdoorpool

mit traumhaftem Panoramablick.

Eine Lage wie im Bilderbuch,

absolute Ruhe und Erholung,

neuer Saunabereich mit grandioser Aussicht,

abwechslungsreiche Allgäuer Küche,

idealer Startpunkt zum Wandern und Radeln,

gemütliche und familiäre Atmosphäre,

Königscard mit 250 Inklusivleistungen.

LANDHOTEL PANORAMA

Familie Wanner

Seeleuten 62 | 87494 Rückholz

Telefon +49 (0) 8364 / 248

www.panorama-allgaeu.de

94 | Griaß di’ Allgäu


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AUFERSTEHUNG DES KÖNIGS

Erlebnis für alle Sinne

Ludwig II. kehrt als Musical ins Festspielhaus nach Füssen zurück. Und mit ihm Hits

wie „Kalte Sterne” und „Rosenkavaliere”. Aufführungen von August bis September.

Vor elf Jahren öffnete sich der Vorhang im

Festspielhaus in Füssen erstmals für das

Musical Ludwig². Es war eine umjubelte

Premiere. Dieses Jahr wird ein Traum für

zahlreiche Fans in Erfüllung gehen: Das

Musical Ludwig² kehrt an den Originalschauplatz

zurück. Regie führt Benjamin

Sahler, in den Hauptrollen sind Matthias

Stockinger (Ludwig II.) und Anna Hofbauer

(Sissi) zu sehen (siehe Foto oben).

Knapp 30 Mal wird das Stück im August

und September gespielt – mit eingängigen

Musiktiteln wie „Kalte Sterne",

„Rosenkavaliere“ oder „In Palästen geboren”.

Die Zuschauer erwartet ein einzigartiges

Musical und ein Erlebnis für alle

Sinne. Ein erstklassiges Darstellerensemble,

beeindruckende Bühnenbilder und die

berauschende Musik sollen die Besucher

für einige Stunden eintauchen lassen in die

faszinierende Sinneswelt des Märchenkönigs

Ludwig II.

Ludwig² mit der Musik von Konstantin

Wecker, Christopher Franke und Nic

Raine sowie dem Buch von Rolf Rettberg

gehört zu den ergreifendsten Musical-

Werken überhaupt. Und das Festspielhaus

in Füssen mit seiner traumhaften Lage inmitten

intakter Natur am Ufer des Forggensees

und direktem Blick auf das Schloss

Neuschwanstein wird der Aufführung den

entsprechenden Rahmen geben.

Nicht ohne Grund widmen sich zahlreiche

Spielfilme, Romane und Dokumentationen

der faszinierenden und zugleich

rätselhaften Persönlichkeit Ludwigs. Sein

legendenumranktes Leben ist ein Mythos

voller Rätsel und Widersprüche, aber auch

voller Romantik und Phantasie. Im Festspielhaus

in Füssen kann man sich davon

überzeugen.

Bühnenbild, Licht, Musik, Handlung,

das Theaterbauwerk, der Blick auf das

Schloss und die mystische Bergwelt verschmelzen

zu einem Gesamtkunstwerk,

das in seiner Kraft nur schwer mit Worten

zu beschreiben ist. Man kann es nur erleben.

Live am Originalschauplatz!

WERK

Ludwig² –

Der König kommt zurück!

TERMINE

11. August bis 4. September

SPIELORT

Festspielhaus in Füssen am Forggensee

HAUPTDARSTELLER

Matthias Stockinger (Ludwig II.),

Anna Hofbauer (Sissi)

MUSIK

Konstantin Wecker, Nic Raine und

Christopher Franke

KARTEN

Bei allen bekannten Vorverkaufsstellen der

Allgäuer Zeitung und den Heimatzeitungen.

Tickethotline: 0831/206-5555

www.allgaeuticket.de

www.bau-ein-schloss-wie-ein-traum.de

Griaß di’ Allgäu | 95


Fotos: Allgäu GmbH/Lienert


Wandertrilogie | ALLGÄU ENTDECKEN

BERGE & TÄLER

Anseilen, segeln

und untertauchen

Weshalb Urlaub auf Pfaden der preisgekrönten Wandertrilogie Allgäu zum

unvergesslichen Erlebnis werden kann? Weil der Wanderer in ein Paradies

aus Seen, Flüssen, Bergen und Tälern eintauchen kann. Und wenn der Schlachtruf

eines Kapitäns erklingt, werden die Segel der Santa Maria Loreto gehisst.

Dann staunen nicht nur die Kinder.

TEXT Ingrid Rösner

Der Schlachtruf von Captain Jack erklingt, die Segel

werden gehisst, die Piraten sind bereit: Die Santa

Maria Loreto sticht in See. Kindermünder sind weit

geöffnet, und auch die Großen sind beeindruckt

von dem zwölf Meter langen Nachbau einer historischen Lädine,

einem Lastensegler, der die Wellen bricht und zur Rundfahrt auf

dem Großen Alpsee bei Immenstadt im Allgäu aufbricht. Zweibis

dreimal täglich bieten die ehrenamtlichen Schiffsführer des

Vereins „Historischer Segler Alpsee-Immenstadt“ die Fahrten

in der Saison an. Einmal in der Woche auch die Piratenfahrten.

Spannender kann ein Wandertag mit Kindern nicht beginnen.

Im Sommer auf der Wasserläufer-Route der Wandertrilogie

Allgäu unterwegs zu sein bedeutet, in ein Paradies aus Seen und

Flüssen, eine atemberaubende Alpenkulisse und in abenteuerliche

Geschichten einzutauchen. Die Route von Missen-Wilhams nach

Kaufbeuren ist ein abwechslungsreicher Teilabschnitt der Wandertrilogie

und kann in vielen Einzeletappen gemeistert werden.

Übrigens: Anfang des Jahres wurde die Wandertrilogie mit dem

ADAC-Tourismuspreis Bayern ausgezeichnet.

Ein guter Start für die Strecken ist Missen-Wilhams: Vom Aussichtsturm

auf dem Hauchenberg eröffnet sich der Blick übers

Voralpenland, seine Seen und bis hinauf in den Hauptkamm der

Allgäuer Alpen. Von Missen führt die Etappe aber zunächst hinab

zum Großen Alpsee, von dort geht es in südwestlicher Richtung

den Berg hinauf zur Alpe Gund, die auf 1502 Meter unterhalb des

Stuibengipfels in der Nagelfluhkette liegt. Hier grasen Jungrinder

auf den bunten Wiesen, es duftet würzig nach Kräutern und

der Hüttenwirt kocht am urigen Holzherd, begleitet von hungrigen

Blicken des Hundes Maxi.

Nachts das klare Sternenfirmament zu bewundern und morgens

mit Schellengeläut wach zu werden, sind einmalige Erlebnisse.

Weiter östlich entlang des Weges, mit Sicherungsseil, Wathose

und Audioguide ausgestattet, wartet das nächste Abenteuer – im

wilden Gebirgsbach. Indiana Jones lässt grüßen. Es geht hinein

ins Wasser des Galetschbaches bei Rettenberg. Hier ist das Revier

der Wasseramsel, die auf der roten Liste bedrohter Tierarten

steht. Wasseramselsteig wird der 100 Meter lange Abschnitt deshalb

auch genannt. Mit etwas Glück kann man das seltene Exemplar,

das als einziger Singvogel fliegen und tauchen kann, beobachten.

Aber allein das Waten in der starken Strömung, die Kraft

des Wassers spüren, gesichert an Seilen, ist schon einen Abstecher

wert. Nicht weniger interessant, aber anders, ist ein Besuch des

benachbarten Freilichtmuseums, der Erzgrube Burgberg. Hier

kann man in den Berg hinein. Die unterirdische Welt der Knappen

beflügelt die Phantasie. Um Dimensionen größer zeigt sich

die Starzlachklamm bei Sonthofen. Über Felsabstürze tobt das

Wasser die wildromantische Schlucht hinab.

Haldensee, Rottachsee, Grüntensee, Weissensee, Alpsee: Die

Liste der Seen mit idyllischen Badeplätzen ist lang. Sie sind wie

eine Perlenkette an der Wasserläufer-Route aufgefädelt. Einer

schöner als der andere, können die Füße vom Wandern gar nicht

müde werden, denn ständig lädt sie kühles Wasser zum Baden

ein. Am Ufer des Haldensees im Tannheimer Tal liegend, lassen

sich ohne Anstrengung die Gipfelwelten der Himmelsstür-

Griaß di’ Allgäu | 97


ALLGÄU AKTIV | Wandertrilogie

Auch das bietet die Wandertrilogie Allgäu: ein herrliches Panorama am Haldensee im Tannheimer Tal.

mer-Route erkunden und man kann das glasklare Wasser

beim Baden genießen. Am Alpsee unterhalb von Schloss Hohenschwangau

kann der Wanderer sogar den 15 Meter steilen Felsen

am Pindarplatz bewundern, von dem Märchenkönig Ludwig

II. oft wagemutig in den See sprang. Davor aber sollte ein Stopp

am jadegrünen Lech eingeplant werden. Der letzte Wildfluss der

Kalkalpen hat vor der Stadt Füssen seine Arme ausgebreitet und

sich einen Auwald geschaffen, der Lebensraum für zahlreiche seltene

Pflanzen- und Tierarten wie den Flussregenpfeifer ist. Die

800 Meter flussaufwärts vor der Lechschlucht sind ein naturkundlicher

Schatz. Umlagerungsstrecken von Wildflüssen wie

die des Lechs zählen zu Deutschlands artenreichsten Geotopen

neben dem Wattenmeer.

Die Wasserläufer-Route führt aber auch immer wieder auf die

Gipfel der Allgäuer Berge. Der Aufstieg zum Tegelberg überrascht

mit grandiosem Blick auf den Trilogieraum Schlosspark

mit Schloss Neuschwanstein, das Ammergebirge als größtem Naturschutzgebiet

Bayerns und ins Alpenvorland hinein. Die silberglitzernden

Seen und Flüsse durchziehen die sanfte grüne Landschaft

wie ein Adergeflecht und weisen den Weg weiter Richtung

Halblech, Lechbruck und Marktoberdorf. Hier endet vorerst die

wasserreiche Wanderung mit dem Klobunzele.

Klo…was? Das ist eine Art Kobold, der erscheint und einen

Tanz aufführt, wenn sein Name am Kuhstallweiher drei Mal

ausgerufen wird. Der Erlebnis-Lehrpfad, der Klobunzele-Weg,

zeigt auf Schautafeln kindgerecht die Entwicklung der Moränenlandschaft

des Voralpenlandes und gibt Informationen zur

Römersiedlung, die bei Ausgrabungen entdeckt worden ist. Wer

die Fragen auf den Tafeln richtig beantwortet, bekommt eine Belohnung

am Römerbad. Vielleicht kann man damit auch das Klobunzele

aus seinem Versteck locken, falls es beim Sonnenbaden

und beim Plantschen im Weiher den Ruf nicht vernommen hat.

In die Geschichte eintauchen

Wem das Erwandern großer Höhen zu anstrengend ist,

kann in die Geschichten auf der Wiesengänger-Route

eintauchen. Wie in Kaufbeuren, wo die Heilige Crescentia

die Stadt geprägt hat. Hier trifft man auf eine Welt der

Spiritualität. Das Angebot des Klosters und der Stadt lädt ein zur

Ruhe. Die Wiesengänger-Route führt nach Mindelheim und

Ottobeuren. Orte, zu denen Crescentia vor knapp 300 Jahren

auch gewandert ist. Dem Ruf der Heiligen, die in dieser Gegend

wirkte, folgen Pilger und Wanderer bis heute.

98 | Griaß di’ Allgäu


Wandertrilogie | ALLGÄU ENTDECKEN

DIE WANDERTRILOGIE ALLGÄU

Geschichten erleben zwischen Tälern und Gipfeln

An Erzabbau in großem Stil erinnert ein Museum in Burgberg am Grünten.

Die Wandertrilogie ist ein 876 Kilometer langes, preisgekröntes

Weitwanderwegenetz quer durch das Allgäu.

Dessen drei Routen machen die unterschiedlichen

Landschaftsbilder und Höhenlagen des Allgäus

intensiv erlebbar – und sie stehen für drei verschiedene „Wandertypen“:

Den Wiesengänger, Wasserläufer und Himmelstürmer.

Wasserläufer, das sind die Erlebniswanderer, die der Schönheit

des Landschaftsmosaiks aus Bächen und Schluchten, Seen und

Wiesen und dem Alpenpanorama erliegen. Ursprüngliche Natur

erleben, die Entstehung der Landschaft verstehen, die Menschen

und ihre Geschichten kennenzulernen: das bietet die Wandertrilogie

Allgäu. Die neun Trilogieräume und 33 Partnerorte

berichten von ihren kulturellen und naturkundlichen Besonderheiten,

von ihren Helden, den Allgäuer Sagen und Brauchtümern.

Erzählt werden sie auf den Tafeln an speziell gestalteten

Schauplätzen und von Wanderführern, die begleitete Touren

auf den Trilogie-Rundgängen rund um die Orte oder auf den

Wanderrouten anbieten. Wer auf eigenen Füßen unterwegs ist, ist

ebenso sicher, denn die Wege sind bestens ausgeschildert und mit

Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet.

Der Weitwanderweg lädt ein, das Allgäu auf 53 Etappen zu

erkunden. Die kostenlose Übersichtskarte und das 312-seitige

Servicebuch mit Etappenbeschreibungen, Tipps und Gastgebern

helfen bei der Urlaubsplanung.

Alle Broschüren und Karten können per Mail oder Telefon

bestellt werden unter info@allgaeu.de und 08323/802 59 31.

Unter www.wandertrilogie-allgaeu.de finden sich zudem

alle Informationen inklusive der interaktiven Karte.

Auf der Wasserläufer-Route: Blick auf Schloss Neuschwanstein.

Wander-, Übersichtskarten, Servicebuch

IM BUCHHANDEL und bei allen 33

Partnerorten gibt es detaillierte Karten:

Drei Leporellokarten, jede im

Taschenformat, beschreiben die Wiesengänger-,

die Wasserläufer- und

die Himmelsstürmer-Route. Jede

der 53 Etappen ist mit Zeit- und

Streckenangaben sowie Höhenprofil

beschrieben. Auf den Karten sind

auch Aussichtspunkte, Einkehrziele

und Wandergastgeber verzeichnet.

Die Karten können auch direkt

beim Verlag bezogen werden.

www.publicpress.de

Wanderpause auf 1056 Metern: rund um die Pfarralp in Missen-Wilhams.


ALLGÄU ENTDECKEN | Klänge der Berge

TRADITION & BRAUCHTUM

Klänge der Berge

Foto: Ralf Lienert


Weingarten

Ravensburg

Obergünzburg

Leutkirch

Altusried

Kißlegg

Leben auf der Alpe | ALLGÄU ENTDECKEN

Wiggensbach

Marktob

Tettnang

Bodensee

Altstätten

Weißensberg

Lindau

Bregenz

Dornbirn

Hohenems

Wangen

Scheidegg

Lindenberg

Isny

Oberstaufen

Hittisau Balderschwang

Weitnau

Immenstadt

Fischen

Oberstdorf

Riezlern

Iller

Kempten

Sonthofen

Alpe Schwarzenberg

Nesselwang

Pfronten


Tannheim Re

Warth

Michael Rohrmoser zieht es jeden

Sommer auf die Alpe Schwarzenberg.

Im Oberallgäuer Hochgebirge hütet er

70 Rinder und bewirtschaftet 60 Hektar

Fläche. Jedes seiner Tiere erkennt er am

Klang der Schelle, die sie um den Hals

tragen. Für den Hirten haben die bauchigen

Klangkörper aber noch eine weit

größere Bedeutung.

Feldkirch

Lech

TEXT & FOTOS Bettina Buhl

Da ist es wieder, hinter dem dichten Rauschebart.

Die Art, wie sich die krausen Haare nach oben verschieben

und die Fältchen an den Augenwinkeln

verraten es: Michael Rohrmoser lächelt. Genau

dann, wenn sein Blick vorbei an den Baumwipfeln geht, auf die

Bergweide am Hang gegenüber. Dort, wo eine Gruppe Rinder

grast. Dort, wo der Orchesterklang der Kuhschellen entsteht.

Michael Rohrmoser, 33, ist Hirte auf der Alpe Schwarzenberg

im Oberallgäuer Hochgebirge. Hier, oberhalb von

Balderschwang, hütet er 70 Rinder. Seit 20 Jahren genießt er

jeden Sommer das Leben in den Bergen. Schon als Kind ging er als

sogenannter Kleinhirte zur Hand. Heute bewirtschaftet er rund

60 Hektar Fläche, stellt Zäune auf, treibt die Rinder, kümmert

sich um das Wohlergehen der Tiere. Die Natur, ungebunden

sein, die Freiheit genießen und das gemächliche Schellen

der Wiederkäuer machen für ihn den besonderen Reiz aus.

Deswegen zieht es ihn immer wieder auf die Alpweiden.

Doch der Klang der Berge lässt ihn auch im Winter nicht los.

Dann steht er selbst an Esse und Amboss und schmiedet seine eigenen

Schellen. Rund und bauchig sind sie. Jede ist einzigartig.

Michael Rohrmoser kennt sie alle. Er muss nicht schauen, welches

Tier gerade in der Nähe grast. Er muss nur hören.

Griaß di’ Allgäu | 101


ALLGÄU ENTDECKEN | Leben auf der Alpe

Foto: Martina Diemand

Gewitter, Sturm und Hagel machen dem Hirten in den Bergen

nichts aus. Selbst wenn der Wind an den Fenstern rüttelt, die

Bäume unter seiner Kraft ächzen oder die Dachbalken knarzen,

kann er in seiner über 100 Jahre alten Hütte ruhig schlafen. Nur

eines lässt ihn senkrecht im Bett stehen: Wenn er plötzlich kein

Geläut mehr hört.

Für den Wanderer sind die Schellen vielleicht nur eine schöne

Klangkulisse. Für den Hirten sind sie weit mehr. „Das Vieh hat

die Schellen um, damit man es besser finden kann. Auch wenn du

bei Wolken und Nebel fast nichts mehr siehst: Die Schelle hörst

du“, erklärt Rohrmoser. Deswegen ist es für ihn so beruhigend,

wenn er das Gebimmel hört. Deswegen sein Lächeln und die

strahlenden Augen, wenn er das Läuten hört. Dann weiß er: Es

geht seinen Schützlingen gut.

Der individuelle Ton der Schellen ist das Ergebnis reiner

Handarbeit. Mehr als 10 000 Hammerschläge stecken in einer

Schelle. Zwischen fünf und acht Stunden arbeitet Michael Rohmoser

allein am bauchigen Klangkörper. Den Lederriemen, mit

dem das Vieh die Schelle später um den Hals trägt, fertigt er

ebenfalls in detailreicher Handarbeit. Wie viele Stunden er damit

verbringt? Das kann er gar nicht sagen. Alleine das richtige

Material zu finden, sei eine Aufgabe für sich. Geschmeidig und

robust muss das Leder sein. Dick genug, dass es hält. Dünn genug,

dass die Sticknadel noch hindurchgeht. Sprüche und Motive

der Alpen zieren am Ende die Rinderhälse. Mal ein filigranes

Edelweiß, mal ein blauer Enzian oder die Umrisse einer

Kuh. Oder Bitten wie „Gott segne unsere Herde“, Weisheiten

wie „Scho mancha dumma Verlierar war der huimlich Siegar“

(Schon mancher dumme Verlierer war der heimliche Sieger)

und die Namen der Familie des Hirten. Nicht nur die Verzierungen

und die bunten Dachshaar- und Wollfransen machen

die Schellen zu einem Unikat.

30 Kilometer von der Alpe entfernt nimmt alles seinen Anfang.

Hier greift Michael Rohrmoser in den Wintermonaten zum

Hammer, in einer Schmiede im Blaichacher Ortsteil Bihlerdorf.

Hat er nicht rund ums Vieh zu tun, bearbeitet er also Metall. Kein

Wunder, dass es für den Schmiedegesellen Ehrensache ist, seinen

Schützlingen selbst gemachte Schellen umzuschnallen. Wenn

die Auftragslage am Bau gegen Jahresanfang abnimmt, kommen

die Schellenformen zum Einsatz. Bis zu 100 Schellen entstehen

pro Jahr. Und, darauf wird großen Wert gelegt: Eine Kuhschelle

ist nicht das gleiche wie eine Kuhglocke. „Glocken werden aus

flüssigem Metall gegossen. Schellen sind aus Blech geschmiedet“,

beschreibt Michael Rohrmoser den Unterschied. Sein Rauschebart

ist inzwischen abrasiert, die Fältchen um die Augen sind

hingegen geblieben. Auch jetzt lächelt er, wenn er von den Schellen

erzählt. Sehnig und kräftig sind seine Hände, schwarz von

der Arbeit. Das Muskelspiel zeigt sich unter der Haut, wenn der

drahtige 33-Jährige zum Werkzeug greift.

Metallgeruch in der Luft

Ein Geruch von Metall liegt schwer in der Luft, während der

Rauch in der Nase beißt. Rohrmoser fertigt die Schellen aus Metallblech.

Zunächst schneidet er zwei Hälften zurecht. Dann treibt

er sie im 1100 Grad „warmen“ Feuer an der Esse vor. Der Schmied

spricht übrigens erst beim Feuerschweißen von Hitze. In einer

Schablone schlägt Rohrmoser die Bleche in die passende Form,

vernietet und verschweißt anschließend die beiden Halbschalen.

Danach kommen Kallenbügel, Kalle und Riemenbügel dran. Sie

werden ebenfalls an die Schelle geschweißt.

„Jeder Schlag, jedes Blech ist anders. Deshalb ist jede Schelle anders

und hat ihren ganz eigenen Klang“, erklärt Rohrmoser. Vor

allem der Klang ist ihm wichtig. Nicht nur, weil er als Musiker

seinen Ohren auch bei der Alparbeit Gutes tun will. Das Geläut

der Schellen habe ihn schon immer fasziniert, verrät er. Nur ein

logischer Schritt, dass er sich mit einer Ausbildung in der Schmiede

auch an die „Bumpeln“ gemacht hat. Lange habe er probieren müssen,

bis ihm seine erste Schelle gelungen sei, erzählt er und grinst.

Auch die Formen für die Bleche, die er heute als Schablonen nutzt,

hat er alle selbst gemacht. Das ist eine Kunst für sich. Heute fertigt

er verschiedene Modelle in verschiedenen Größen. Zwischen 70

und 300 Euro kostet eine Schelle.

In diesen Schellen steckt Herzblut. Vor allem die großen Zugschellen

haben besonderen Wert. Während das Vieh die kleinen

Weidschellen während des Sommers trägt, damit der Hirte es

leicht finden kann, kommen die mächtigen Exemplare nur einmal

im Jahr und dann auch nur für ein paar Stunden zum Einsatz: beim

Viehscheid. Am Ende des Alpsommers zieht das Vieh mit Schellengetöse

ins Tal. Hier sieht man auch die aufwendig gestalteten

Riemen. Hier kommen die prächtigsten Exemplare zur Geltung.

Für den Hirten ist dieser Tag jedes Jahr ein Erlebnis und Lohn

seiner Arbeit. Dann gibt er die Tiere wohlbehalten an ihre Be-


KÖNIGSCARD

Leben auf der Alpe | ALLGÄU ENTDECKEN

sitzer zurück. Etwa 100 Tage lang haben sich die Tiere in den

Bergen an Kräutern und Gras gelabt und durch den Gang an den

Hängen Knochen sowie Muskeln gestärkt. Sie haben die Freiheit

genossen. Verlief der Bergsommer unfallfrei, führt ein schön geschmücktes

Kranzrind die Herde an – eine Ehre für den Hirten

und für den Besitzer des Rinds. Auf die riesige Klangkulisse freut

sich Michael Rohrmoser am meisten. Die Schellen, ja, die würden

ihm im Winter schon manchmal fehlen, beteuert er. Ruhig

schlafen, sagt er, könne er aber dennoch.

Schellen und Glocken – der Unterschied

EINE KUHSCHELLE UND EINE KUHGLOCKE sind nicht das Gleiche.

Der größte Unterschied: Schellen werden aus einem Blech geschmiedet,

Glocken hingegen aus flüssigem Metall gegossen, oft aus einer

exakt abgemischten Legierung aus Kupfer und Zinn.

· Traditionell tragen Rinder Schellen, eine Glocke bekommt oft nur eine

Kuh umgehängt – also ein weibliches Rind, das bereits gekalbt hat.

· Die Kuhglocke hat einen helleren, hohen Ton. Da sie leichter kaputt

geht als eine Schelle, tragen die älteren Kühe die Glocken. Diese

Tiere sind ruhiger.

· Manche Hirten schwören darauf, dass Kühe anders laufen und so

die Glocken erst richtig klingen lassen können. Allerdings ist es kein

Muss, dass eine Kuh eine Glocke trägt.

Ein Leben abseits der Stadt und des Trubels, das liebt und genießt die Familie

Rohrmoser (von links): Sofi, Angelika, Thade, Ida und Michael. Oben: Mensch und

Tier im Einklang.

Schiffsrundfahrten auf dem Forggensee

Gönnen Sie sich eine „Sehreise“ der besonderen Art: Je weiter man sich auf dem

Forggenseeschiff vom südlichen Seeufer entfernt, desto grandioser wird der Panoramablick

auf die Bergwelt, die Königsschlösser und die Füssener Stadtsilhouette.

VonAnfang Juni bis zum 15. Oktober verkehren die beiden Schiffe im Linienverkehr

auf zwei unterschiedlich langen Rundkursen. Den Fahrplan erhalten Sie in den

Tourist Informationen sowie online unter: www.fuessen.de

Für Inhaber der KönigsCard ist täglich eine Rundfahrt kostenfrei

(außer Abendfahrten /Sonderfahrten).

PAR T NER

Information &Buchung:

Tel. 08362-938522oder 01 77 -7921363oder 08362- 92 13 63

info@schifffahrt.fuessen.de oder schifffahrt@fuessen.de

www.forggenseeschifffahrt.de, Anbieter: Städtische Forggenseeschifffahrt, Lechhalde 3, 87629 Füssen

Pause vom Alltag: Abendfahrten auf dem Forggensee

Angeboten werden drei Rundfahrtvarianten. Die „Romantische Abendfahrt“ mit

Erklärungen zum Forggensee und zur umgebenden Landschaft findet am 06.07.,

20.07., 10.08. und 31.08. statt. Am 27.07. und 17.08. spielt eine Allgäuer Band

bei der „Abendfahrt mit Livemusik“ zur Unterhaltung auf. Bei den „König-Ludwig-

Abendfahrten“ am 13.07., 03.08. und 24.08. erfahren Sie mehr über das Leben des

Märchenkönigs. Das Ticket für die Romantische Abendfahrt kostet 12,50.- Euro, für

die beiden anderen Fahrten jeweils 13,50.- Euro. Kinder unter 15 Jahren fahren zum

ermäßigten Fahrpreis. Die Tickets sind direkt an Bord erhältlich.


AUF DEM WEG ZUM TIROLER BERGWEGE-GÜTESIEGEL

Das Tannheimer Tal optimiert sein Wanderangebot

Mit der Seilbahn zum Panoramaspaziergang, zu Fuß durch

das Naturschutzgebiet oder eine ganztägige Entdeckungstour

– das Tannheimer Tal ist bekannt für sein vielseitiges

Genusswandern auf fast allen Höhenlagen. Wie das Wandern

in diesem Sommer im Hochtal noch attraktiver wird,

das verraten die beiden Experten Reinhold Bilgeri und

Christoph Tannheimer.

Die Wanderwege im Tannheimer Tal kennt Reinhold

Bilgeri wie seine Westentasche. Als Obmann der

Bergrettung Tannheim ist er mit den geographischen

Gegebenheiten bestens vertraut. Kein Wunder also, dass

Bilgeri sich um die neue Beschilderung der Wanderwege

kümmert. „Insgesamt 1.600 neue Schilder werden auf 350

Kilometern Wanderweg aufgestellt. Ziel ist eine einheitliche

Beschilderung im gesamten Tal – eine der Vorgaben

des „Tiroler Bergwegegütesiegels“. Auf den neuen Tafeln

sind alle wichtigen Informationen inklusive der zahlreichen

Piktogramme dargestellt“, präzisiert Reinhold Bilgeri die

wichtigste Innovation des Sommers. Zu den Wegnamen

und -nummern kommen Infos zu Streckenlängen, Schwierigkeitsgraden,

Einkehrmöglichkeiten, Seilbahnen und Anbindungen.

Zudem sorgen die Schilder für mehr Sicherheit.

Ein Thema, das dem Obmann der Bergrettung Tannheim

besonders am Herzen liegt: „Jede Tafel ist mit einer Num-

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sich am Berg die Hilfesuchenden und im Tal istbefinden.“

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Erlebnis. all den Neuerungen geht es natürlich vor allem täglichen um den Suppen- nes und massiven Salatebuffet Felssturzes eingesperrt. Doch bis zum Somtigen

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Frühlingserwachen im

Tannheimer Tal

Wenn der Schnee auch auf den Bergen

langsam beginnt zu schmelzen,

dann ist der Frühling endgültig eingekehrt.

Die Farbenpracht der erblühenden Natur

am Berg und im Tal ist ein ganz besonderes

Erlebnis.

Das Tannheimer Tal bietet in dieser Jahreszeit

zahlreiche Möglichkeiten um sich daran

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Spaziergang, eine kleine Radtour durch das

Tal oder eine sportliche Wanderung sein

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Hotel Tyrol am Haldensee

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Das Freibad »Traualpsee« ist ab Mitte März geöffnet.

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5 oder 7 Tage mit 3/4-Verwöhnpension und

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■ 1 Fahrradausflug ins Naturschutzgebiet

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pro Person ab € 459


ALLGÄU HEIMATLICH

Wussten Sie, dass … der böhmische Feldherr Wallenstein mit schwerer Reiterei, Pikenieren, Infanterie, Musketieren und Artillerie

in Memmingen Station machte? Vom 30. Mai bis 22. Oktober 1630 residierte er dort im Allgäu, und was sich damals alles abspielte,

darüber gibt es so manche Anekdote. Zum Beispiel die: Wallensteins erster Befehl lautete, Hunde und Hähne einzusperren und

Kirchenglocken verstummen zu lassen. Die Ohren des lärmempfindlichen und von Gicht geplagten Feldherrn sollten geschont werden.

Laut dürfte es hingegen werden, wenn in Memmingen vom 24. bis 31. Juli die Wallenstein-Festspiele gefeiert werden –

mit Gefechten wie auf dem Foto, Theateraufführungen, Lagerleben, Tänzen, Reiterspielen und Konzerten. www.wallenstein-mm.de


Foto: Ralf Lienert


ALLGÄU HEIMATLICH | Moderne Dirndl statt affigem Kitsch

108 | Griaß di’ Allgäu


Trachtenmode | ALLGÄU HEIMATLICH

Wertinge

Donau

Zusam

Blaubeuren

Ulm

Pfuhl

Neu-Ulm

Günzburg

Burgau

Laupheim

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Fotos: Ralf Lienert

Dinkelscherben

Sc

Wertach

Biberach

Mindelheim

Bad Wörishofen

Tür

Bad Waldsee

Hauerz

Bad Wurzach

Iller

Memmingen

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Irsee

Kaufbeuren

Pforze

BRAUCHTUM & KULTUR

Tettnang

Kleider

Bodensee

Bregenz

machen Leute

Altstätten

Weingarten

Ravensburg

Weißensberg

Lindau

Dornbirn

Hohenems

Obergünzburg

Warth

Wer ohne Tracht auf die Allgäuer FeldkirchFestwoche geht, fällt auf.

Selbst bei jungen Leuten sind Lederhose, besticktes Hemd oder Dirndl angesagt.

Das war nicht immer so: Mitte des 19. Jahrhunderts war die Tracht so

gut wie ausgestorben. Nun boomt das Geschäft mit dem ursprünglichen Gewand.

Zu Besuch bei der Oberallgäuer Trachtenschneiderin Juliane Vachenauer.

Kißlegg

Wangen

Scheidegg

Leutkirch

Lindenberg

Hittisau

Isny

Oberstaufen

Altusried

Wiggensbach

Weitnau

Immenstadt

Fischen

Oberstdorf

Riezlern

Iller

Kempten

Sonthofen

Langenwang

Lech

Nesselwang

Pfronten

Tannheim

Marktoberdo

Bern

Füsse

Reutt

Griaß di’ Allgäu | 109


ALLGÄU HEIMATLICH | Trachtenmode

Genauigkeit ist gefragt bei einer Trachtenschneiderin.

Im Oberallgäu gehört die Schleife in die Mitte.

TEXT & FOTOS Michaela Schneider

Juliane Vachenauer war ein Teenager, als ihre Großmutter

ihr eine gebrauchte Nähmaschine schenkte. Denn

schon als junges Mädchen saß die Oberallgäuerin gern

vor bunten Stoffen und war begeistert von der Vielfalt

an Farben und Mustern. Ein paar Jahre später sollte sie

ihr Hobby zum Beruf machen. Dass diese Entscheidung

richtig war, zeigte sich spätestens nach der dreijährigen Ausbildung

zur Trachtenschneiderin: Bei der Gesellenprüfung holte

sie mit ihrer Tracht 1991 den Bundessieg ins Oberallgäu, drei

Jahre später folgte die Meisterprüfung. Und mit nur 23 Jahren

wagte Juliane Vachenauer den Schritt in die Selbstständigkeit.

Sie spezialisierte sich von Beginn an auf Trachten für Frauen

und Mädchen.

Das war im Jahre 1995. Dass Juliane Vachenauer ihren Beruf

noch immer wie am ersten Tag liebt, erlebt, wer sie in ihrer kleinen

Schneiderei im Fischinger Ortsteil Langenwang besucht

und mit Stoffen und Nähmaschinen, Faden und Nadel hantieren

sieht. Die Kunden wissen die Leidenschaft der 43-Jährigen

für ihre Arbeit zu schätzen – zum Beispiel, dass sie jedes fertige

Dirndl noch einmal anprobieren lässt und Tipps gibt, wie man

richtig ins Mieder schlüpft oder eine perfekte Schleife bindet.

Übrigens räumt sie gerne mit dem Mythos auf, dass die Seite,

auf der die Schleife gebunden sei, Auskunft gebe, ob eine Frau

liiert oder solo sei. „Traditionell gehört die Schleife im Oberallgäu

immer in die Mitte“, stellt sie klar. „Ohne Wenn und Aber.“

Vor allem zwei klassischen Trachtenarten begegnet man im

Allgäu: der Gebirgstracht mit schwarzem Samtmieder, einer

Schürze im satten Tannengrün und einem Rock, so grau wie

Allgäuer Kalkstein – sowie der von Ort zu Ort variierenden

historischen Tracht mit besticktem oder gestepptem rotem Mieder,

Rock und Schürze.

Immer beliebter werden außerdem modernere Dirndl in

den jeweiligen Saisonfarben. Die allerdings haben laut Juliane

Vachenauer nichts mit jenen Auswüchsen zu tun, die man ab

und an auf dem Oktoberfest oder auf der Allgäuer Festwoche

zu sehen bekommt.

„Ich nähe Saison-Dirndl, aber keinen Kitsch oder ultrakurze

Minidirndl“, sagt sie. Was beim Oktoberfest getragen werde, sei

zwar mitunter witzig. Aber Inspiration hole sie sich dort nicht.

Trotzdem begrüßt sie es, dass dank der großen Volksfeste Dirndltragen

in Mode sei. Das Bewusstsein junger Leute für die eigenen

Wurzeln, ist sich die Oberallgäuerin sicher, wachse wieder. Fest

steht: Heute fallen auf der Festwoche jene Frauen auf, die kein

Dirndl tragen. Früher war es eher anders herum. Gut möglich,

meint die Schneiderin, dass Mädchen und Frauen heute das Feminine

mehr in Szene setzen wollen. „Dirndl“, weiß Vachenauer,

„betonen noch mehr eine tolle Figur.“

Große und bunte Stoffauswahl

Wo sich die 43-Jährige mit Beginn der neuen Saison schließlich

ihre Inspiration holt? Dafür ein Blick in den Kalender: Im Januar

treffen Stoffproben der Hersteller ein, die letztlich die Trends der

Saison bestimmen. Vachenauers Beobachtung: Zwar nehme die

Zahl der Hersteller ab. Wer aber auf dem Markt besteht, biete eine

viel größere, buntere und abwechslungsreichere Stoffauswahl

an als früher. Im Trend lagen zuletzt unter anderem Bänder und

Borten. Ach ja: Und die Länge der Röcke variiert von Jahr zu

Jahr. Gefragt sind derzeit jene Modelle, die eine Hand breit übers

Knie reichen.

Es ist nicht ganz neu, dass Trachten mal mehr, mal weniger gefragt

sind. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Tracht im Allgäu

so gut wie ausgestorben. Damals hatte mit der Eisenbahn auch

die Weltmode die Bergregion erreicht. Die Bevölkerung legte die

alten Gewänder tief hinein in die Truhe im Keller oder auf dem

Dachboden. Kurz darauf sollte mit der aufkeimenden Heimatschutzbewegung

in Bayern als Gegengewicht zur Industrialisierung

von Menschen und Landschaften ein anderes Gewand ins

Allgäu kommen: die oberbayerische Gebirgstracht, die bis heute

mancher Gast irrtümlich als echt-allgäuerisch eingruppiert. Und

es entstanden erste Gebirgstrachten-Erhaltungsvereine. Auf die

wahren Allgäuer Ursprünge besann man sich Mitte des 20. Jahr-

110 | Griaß di’ Allgäu


hunderts zurück. Eine Hand voll Allgäuer Schneider machte sich

auf die Suche nach den letzten Allgäuer Trachten, spürte Bilder

auf und entwickelte auf der Basis alter Vorlagen eine zeitgemäße,

alltagstaugliche Tracht. Ein echter Allgäuer trage diese mit Stolz,

sagt Juliane Vachenauer. „Ist man auf einen Geburtstag eingeladen,

ist es selbstverständlich, im Dirndl zu kommen. Auch an

Weihnachten und zu Festtagen schlüpfen viele in die Tracht.“

Wie viele Dirndl sie für sich und ihre Töchter schon genäht hat,

kann Vachenauer nicht sagen, zumal sich Mieder, Blusen, Röcke

und Schürzen unterschiedlich kombinieren lassen. In jedem einzelnen

Stück stecken jede Menge an Arbeit und handwerkliches

Geschick, Detailverliebtheit und kreative Ideen. Mit mindestens

30 Stunden Arbeitszeit rechnet die Trachtenschneiderin bei einer

schlichteren Tracht, sprich Schürze, Bluse, Rock und Mieder.

Aufwendigere Stücke, zum Beispiel mit Stickereien, benötigen

entsprechend mehr Zeit. Vier Mal kommen Kunden pro Auftrag

in Langenwang vorbei – zum Beratungsgespräch, zu zwei Anproben

und um schließlich die fertige Tracht abzuholen.

„Trachtenschneiderin ist ein Luxusberuf. Entsprechend intensiv

muss ich auf Privatkunden eingehen“, verrät die Oberallgäuerin.

Deshalb achte sie gezielt auf Augenfarbe der Kundin, Typ

und Kleidung, wenn sie im ersten Gespräch Farbe, Form und

Stil bespricht. Nur so erkenne sie, ob ihr Gegenüber Schlichtes,

Pikantes im Detail oder gleich etwas Auf-wändigeres wünsche.

Jede Tracht ist individuell, und oft

bringen Kunden zudem ein Erbstück

oder ein beim Trachtenbazar erworbenes

Kleidungsteil vorbei, das dann

entsprechend ergänzt werden soll.

Bis heute ist es in vielen Allgäuer

Familien Tradition, dass

historische Trachten

von Generation zu

Generation weitergereicht

werden.

Juliane Vachenauer

freut sich, wenn sie ab

und zu eine Hochzeitstracht

nähen darf. Auch Plisseeröcke

sind für sie etwas Besonderes

– jene schlichten

schwarzen Röcke mit farbenfrohen

Bändern im

linken unteren Bereich,

die erst beim Tanzen

sichtbar werden.

Strenge Grenzen

sind der Kreativität

indes gesetzt, wenn

Vachenauer an historischen

Trachten

oder Plattlerhäs

für Vereine arbeitet.

Da ist alles bis

ins Detail festgelegt.

Herzlich willkommen zum

Altusrieder

Freilichtspiel!

Trachtenmode | ALLGÄU HEIMATLICH

Erleben Sie zum ersten Mal den Räuber und Volksheld, den gesetzlosen

Widerstandskämpfer und Sozialrebell, den Kämpfer

für Gerechtigkeit und gegen Ausbeutung auf der spektakulären

Naturbühne, die wie geschaffen ist für den Mythos Robin Hood.

Über 400 Mitwirkende, aufwendige Bühnenbilder und Kostüme,

faszinierende Bühnenmusik mit Chor und großem Orchester.

Eine mitreißende und

spektakuläre Inszenierung.

Freuen Sie sich auf den Altusrieder Robin Hood!

Spielzeit: 11. Juni bis 21. August 2016, jeweils Freitagu.

Samstagabend, 20.30 Uhr, sowie jeden

zweiten Sonntagnachmittag, 14.00 Uhr

Informationen und Tickets unter Tel. 0 83 73/9 2200,

kb@altusried.de oder www.freilichtbuehne-altusried.de

Griaß di’ Allgäu | 111

und bei der Allgäuer Zeitung und den Heimatzeitungen,

Tel. 0831/2 06-5555, und unter www.allgaeuticket.de


MUSIK DER BERGE

Das Handy

des Hirten

Foto: Ralf Lienert

Jörg Pöschl und Christine Scharfenberger haben sich der Tradition des

Alphornblasens verschrieben. Wer will, kann es bei ihnen lernen.

Nach den ersten Unterrichtsstunden ist tatsächlich ein Fortschritt zu erkennen

und vor allem zu hören: Aus dem „Ffffhhh“ wird langsam ein erster Ton.


Tettnang

Weingarten

Ravensburg

TEXT & FOTO Monika Hippe

Weißensberg

Kißlegg

Wangen

Scheidegg

Leutkirch

Lindenberg

Altusried

An diesem Tag würden Lindau die Kühe Oberstaufen

Immenstadt

wohl Bodensee

Kopf schütteln, wenn

sie hoch oben auf der Bregenz Alpe die

Ofterschwang

Geräusche hörten, die aus dem

Hittisau

Tal kommen: ein lang gezogenes „Ffffhhh“.

Immer und immer wieder. Des Dornbirn Rätsels Lösung:

Im Ort Ofterschwang Altstätten versucht sich eine

Hohenems

Urlauberin zum ersten Mal im Alphornblasen. Sie

Riezlern

pustet kraftvoll hinein, was sich anhört, als würde Luft

aus einem Ballon flutschen: „Ffffhhhh“.

„Versuche, die Lippen mehr vibrieren zu lassen, damit ein Warth Ton

entsteht“, rät ihr Jörg Feldkirch Pöschl. Er und seine Lebenspartnerin sind

schon lange leidenschaftliche Alphornbläser. Im Garten ihres

Landhotels Alphorn können Besucher beim Weißwurst-Frühschoppen

Klängen lauschen, die Alphörner erzeugen, oder das

Musikinstrument per Schnupperkurs gleich selbst ausprobieren.

Alphornblasen gehört zu den Traditionen im Allgäu. Das Musikinstrument

war in dieser Gegend schon vor rund 450 Jahren

bekannt. Eine Anbetungsszene aus dem Jahre 1568, die in einer

abgelegenen Bergkapelle in Rohrmoos am Flügel des Altars zu

sehen ist, zeigt beispielsweise einen Hirten mit langgestrecktem

Alphorn in den Händen. Als Besonderheit galt früher das „Allgewische

Waldhorn“. Es hatte eine Rohrlänge von etwa drei Metern,

die schneckenförmig gerollt war.

Jörg Pöschl spielt seit 18 Jahren Alphorn, Christine Scharfenberger

seit sieben Jahren. Er trägt an diesem Tag Wollkniestrümpfe

und eine Hirschlederhose mit Edelweißsymbolen an den

Trägern. Seine Lebenspartnerin ist in ein Dirndl geschlüpft. Die

Kleidung könnte als Hinweis auf die Spielweise des Duos dienen.

„Heutige Alphornstile haben oft etwas Jazziges“, meint Scharfenberger

und fügt hinzu: „Aber wir machen das noch traditionell.“

Gemeinsam zeigen die beiden den Urlaubern, wie das mit

der Lippenvibration funktioniert. Sie holen tief Luft und blasen

im Gleichtakt in ihre Alphörner. Eine dunkle und zugleich sanfte

Melodie erklingt, die bei manchem tief ins Herz geht. Der Ton

macht die Musik, lautet das Motto. „Wenn ich aus jedem Ton das

Beste mache, wird das gesamte Musikstück ein wahrer Genuss.

Und zwar für Bläser und Zuhörer“, ist Jörg Pöschl überzeugt. Für

ihn ist es ein Hochgenuss, draußen in der Natur zu spielen und

dabei die Seele von Mensch und Tier zu berühren. Früher diente

das Alphorn als Kommunikationsmittel zwischen den Tälern. Es

war das Handy des Hirten. Damit habe er seine Tiere an die Alpe

gelockt, um sie zu besänftigen, erzählt Pöschl.

Ein Blick zurück: Das Interesse für dieses Musikinstrument

wurde geweckt, als Pöschl und Scharfenberger in einem Bergrestaurant

arbeiteten. Wenn dort vor der Dämmerung der Tag

mit Alphorn-Klängen verabschiedetet wurde, erlebten sie, wie

beruhigend der Ton auf die Tiere wirkt. „Es ist faszinierend zu

sehen, wie die Kühe näher kommen und innehalten. Man hört für

ein paar Sekunden kein Glockengebimmel mehr“, verrät Pöschl,

der seit zehn Jahren Kurse für die traditionelle Alphornschule

gibt. Zudem ist er Mitglied der Obermaiselsteiner Alphornbläser.

Isny

Wiggensbach

Weitnau

Iller

Fischen

Oberstdorf

Kempten

Sonthofen

Obergünzburg

Lech

Marktoberdorf

Alphornkurse | ALLGÄU HEIMATLICH

Nesselwang

Pfronten

Bernbeuren

Füssen

Nassereith

Imst

Schongau

Lechbruck

Forggensee

Peiting

Er und seine Partnerin beherrschen das Instrument

so gut, dass sie in die obersten Klassen

Tannheim der Nordwestschweizer Reutte Alphornvereinigung

aufgenommen wurden. Gemeinsam treten sie

als Alphorn-Duo Ofterschwang auf. Ihr Hotel

ist zu einem Treffpunkt von internationalen

Ehrwald

Alphornbläsern geworden. Die Sonne strahlt an

diesem Tag, als die Anfänger im Garten üben. Aus

dem „Ffffhhhh“ ist schon ein erster Ton geworden.

Alphorn-Schnupperkurs

Das Landhotel Alphorn

bietet vier Tage Schnupperkurs,

inklusive Leihhorn und

Noten mit Übernachtung im

Doppelzimmer und Verpflegung

an. Es gibt auch Kurse für

Fortgeschrittene.

www.landhotel-alphorn.de

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Griaß di’ Allgäu | 113


TITEL | Neuschwanstein

WIEGE DER GASTFREUNDSCHAFT

Letzte Station

auf dem Weg über die Alpen

In Füssen waren Fremde schon

immer willkommen. Wo heute

die Fußgängerzone ist, verlief einst die

wichtige Römerstraße Via Claudia

Augusta. Eine Stadt als Trendsetter.

TEXT Dirk Lehmann | FOTOS Susanne Baade

Tipps & Städtemagazin

Tipps zu zehn historischen Städten unter www.allgaeusteadte.de

In einem 24-seitigen Städtemagazin (bei der Allgäu GmbH kostenlos

erhältlich, Telefon: 08321/8025931; info@allgaeu.de) erfährt man,

wo es schöne Plätze, Veranstaltungen, Führungen etc. gibt: in Füssen,

Isny, Leutkirch, Lindenberg, Marktoberdorf, Memmingen, Mindelheim,

Kaufbeuren, Kempten und Wangen. www.allgaeueralpen.com

Autor Dirk Lehmann

trifft am Hohen Schloss

einen Mönch aus Thailand.

Der Besucher weiß, dass er einen besonderen Ort

erreicht hat, wenn er plötzlich vor einem thailändischen

Mönch steht, der von seiner ersten Reise

erzählt. Seit zwei Monaten ist der Mann aus Chiang

Mai unterwegs, war in Russland und China, in Dänemark,

Italien, Tschechien. Jetzt steht er hier. In Füssen. Im Innenhof des

Hohen Schlosses. Was ihm hier im Allgäu besonders gefallen hat?

„Natürlich die Schlösser. Sehr schön, wie im Märchen.” Beeindruckend

seien aber auch die Menschen.

Szenenwechsel: Wir folgen einer Stadtführerin in die Fußgängerzone

Füssens und erfahren, dass genau hier einst die Via

Claudia Augusta verlief. Die Straße wurde in der Herrschaftszeit

des römischen Kaisers Augustus angefangen und unter Claudius

fertig gestellt, so dass die Strecke durchgängig mit Fuhrwerken

befahren werden konnte. Lange war es die wichtigste Verbindung

zwischen der Po-Ebene und dem Alpenvorraum. Je nach

Reise-Ausstattung dauerte es bis zu zehn Tage und mehr, auf der

Via Claudia Augusta die Alpen zu überqueren. Heute ist die Strecke

vor allem bei Radfahrern beliebt, die sich lustvoll über die

Berge kurbeln.

Früher war Füssen die letzte Stadt, die die Reisenden sahen, bevor

sie sich auf den Weg über die Alpen machten. Oder es war die

erste Stadt, die sie erreichten, wenn sie über die Alpen kamen. In

Füssen hat man sich für die Ferne gestärkt oder auf die Heimat gefreut.

Es entstanden Herbergen und Hotels, Gaststätten und Handelsorte.

Und in Füssen kamen Trends an. Es war eine moderne

Stadt.

Das Allgäu hat Geschichte gemacht: Füssen hat den Besuchern

deutsche Gastfreundschaft gezeigt, Kempten gilt als die älteste

Stadt des Landes und das mittelalterliche Memmingen als Geburtsort

der Menschenrechte.

114 | Griaß di’ Allgäu


Düfte erleben

im PRIMAVERA Duft- & Naturkosmetikshop

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Griaß di’ Allgäu | 115


Angelika Köhler-Schiessler (66)

... stellt die pfiffige „Vroni“ aus

Wollfilz vor. Die Redakteurin

hat ihre journalistischen Wurzeln

bei der Allgäuer Zeitung.

Danach war sie über drei Jahrzehnte

für den Kreativ-Bereich

der Zeitschrift „freundin“ verantwortlich.

Heute arbeitet sie

freiberuflich für Handarbeitsund

Fachzeitschriften.

116 | Griaß di’ Allgäu


1.

ALLES, WAS MAN DAZU BRAUCHT:

festen grauen Wollfilz,

ca. 100 x 30 cm, Reste von

Bastelfilz in Weiß und Gelb,

vier Nähfrei-Ösen,

14 mm Durchmesser,

zwei Taschenhenkel aus Kunstleder

(z.B. von Prym, für 15 € im

Bastelhandel), Stoffkleber und

Motiv-Vorlage (siehe rechts).

Edelweißmotiv als Vorlage auf ca. 19 cm Höhe

vergrößern oder als Download unter:

www.griassdi-allgaeu.de

Aus grauem Wollfilz zweimal 28 x 34 cm

für Vorder- und Rückteil zuschneiden

sowie zwei Seitenteile mit 7 x 34 cm

und den Boden mit 7 x 34 cm.

Das Blütenmotiv aus weißem Filz sowie

sechs bis sieben kleine Kreise aus

gelbem Filz zuschneiden.

2.

3.

Blütenmotiv mit Textilkleber mittig

auf dem Vorderteil fixieren.

Die gelben Punkte überlappend auf

die Motivmitte kleben.

Blütenblätter mit engem

Zickzackstich einfassen,

innere Linien zuvor anzeichnen.

4.

Jetzt die Seitenteile knappkantig,

links auf links, zwischen

Vorder- und Rückteil steppen.

Zum Schluss den Boden,

ebenfalls links auf links, annähen.

6.

5.

Je 7 cm vom Rand und 2 cm von

der oberen Kante entfernt, Löcher

für die Ösen anzeichnen, mit einer

Nagelschere ausschneiden und die

Ösen einschlagen.

Nur noch die Henkel

in die Ösen knipsen – fertig!

7.

Griaß di’ Allgäu | 117


BERUF & BERUFUNG

Auch eine Rakete

braucht Ruhe


Donau

Wertingen

Diese Geste liebt der Rennsportler.

Natürlich auch Daniel Abt.

Zusam

Blaubeuren

Ulm

Pfuhl

Neu-Ulm

Günzburg

Burgau

Laupheim

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Dinkelscherben

B

Schwa

Wertach

Adrenalin und Allgäu: Zwei Begriffe, die das Leben

von Daniel Abt beherrschen. Der Rennfahrer ist in den

Weingarten

Metropolen dieser Welt zu Hause. Seine Heimat

Ravensburg

allerdings ist das Alpenvorland. Hier tankt er seinen

Akku auf. Wir haben den 23-Jährigen über den

Tettnang

Dächern Kemptens besucht.

TEXT Tobias Schuhwerk | FOTOS Ralf Lienert

Bodensee

Bad Waldsee

Weißensberg

Lindau

Biberach

Bad Wurzach

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Mindelheim

Obergünzburg

Bad Wörishofen

Er Bregenz

rast wie eine Rakete durch unterschiedliche Welten. me Herausforderung in einem hochmodern-funkelnden Cockpit,

Auf der einen Seite: Peking, Buenos Aires, Mexico City,

Paris, Berlin, Moskau, London, Berlin. Millionen- ein Auto. Unvergesslich bleibt für ihn, wie er im Rennen an ei-

Dornbirn

Oberstdorf

das mehr an eine überdimensionale Hittisau

Fischen

Spielkonsole erinnert als an

Metropolen, Spektakel, Highspeed.

nem Porsche GT3 vorbeizischte. „Bei diesem Speed fühlt es sich

Altstätten

Auf der anderen: Kempten im Allgäu. 67 000 Einwohner, an, als ob der Wagen neben dir ein Mini-Cooper ist“, sagt der

Hohenems

Beschaulichkeit, idyllisches Alpenvorland. Im Leben von Motorsportler

Daniel Abt, 23, macht diese Kombination Sinn. Der Spaß zu haben ist.

junge Mann, der nie um einen Riezlern

Spruch verlegen und für jeden

aufstrebende, jüngste Spross einer legendären Allgäuer Motorsport-Dynastie

braucht beides: Rennstrecken der Großstädte und Leben. Er achtet auf die Balance Warth

Die Tempo-Leidenschaft ist freilich nur eine Facette in seinem

zwischen Turbo zünden und ab-

Feldkirch

die „Griaß di“-Mentalität der Heimat. Adrenalin und Allgäu. schalten. Auch eine Rakete braucht Ruhe. Am liebsten in seiner

Seit 2014 fährt Daniel Abt erfolgreich in der FIA-Formel-E- Allgäuer Heimat.

Meisterschaft, der viel beachteten Rennserie für Formelwagen mit „Ich kenn’ das nicht anders. Meine ganze Familie ist in Kempten

verwurzelt. Hier komme ich runter“, bekennt Daniel Abt,

Elektromotor. Auch auf anderem Terrain zeigt er sein fahrerisches

Talent. In welchen Dimensionen der frühere Kartfahrer mittlerweile

unterwegs ist, beweist sein persönlicher Geschwindigkeitsre-

Dort hat der Formel-E-Pilot vor zwei Jahren mit seiner Freundin

dessen „Dach der Welt“ in der ältesten Stadt Deutschlands liegt.

kord: 340 Kilometer pro Stunde, aufgestellt im Frühjahr 2015 im eine geschmackvoll renovierte Altbauwohnung bezogen. Vom

französischen Le Mans bei seiner ersten Teilnahme am sagenumwobenen

24-Stunden-Rennen, das zur FIA-Langstrecken-Weltzeichen

der früheren Stiftsstadt. Von der Dachterrasse ist es nur

Balkon sieht man die Türme der Basilika St. Lorenz, das Wahrmeisterschaft

zählt. Zum Vergleich: Der Formel- 1-Rekord von ein Steinwurf bis zum Kornhaus, in dem bis ins Jahr 1893 Roggen

und Gerste gehandelt wurden. Drei Jahre später nahm damals

Kimi Räikönnen steht bei 370 Kilometern pro Stunde.

Für das Schweizer Rennteam Rebellion Racing raste Abt in im Zentrum der Stadt eine technische Revolution ihren Lauf. Johann

Abt (1869–1933), der Ur-Ur-Großvater von Daniel, machte

einem LMP1-Rennwagen auf dem Circuit des 24 Heures – und

noch heute leuchten seine Augen, wenn er davon erzählt. „Das sich als Schmied selbstständig. Er entwickelte eine Kufen-Konstruktion,

mit der Pferdefuhrwerke auch im Winter ist wie Fliegen in einem Ufo“, beschreibt Daniel Abt die extre-

fahren

Hauerz

Lindenberg

Scheidegg

Isny

Oberstaufen

Iller

Altusried

Memmingen

Immenstadt

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Wiggensbach

Weitnau

Kempten

Iller

Sonthofen

Lech

Foto: Thomas Weiß

Türkhei

Buch

Pforzen

Irsee

Kaufbeuren

Nesselwang

Pfronten

Tannheim

Marktoberdorf

Bernbeu

Füssen

Reutte

N

Ims

Griaß di’ Allgäu | 119


ALLGÄU HEIMATLICH | Sportlerporträt

Der Mann hat gut lachen

angesichts seiner Top-Platzierungen.

Tägliches Training ist wichtig:

zum Beispiel am Fahrsimulator.

konnten. Später reparierte er Autos und handelte mit ihnen.

Der Grundstein für die Motorleidenschaft innerhalb der Familie

war gelegt. Die ersten Rennen fuhr Daniels 2003 verstorbener

Großvater, der ebenfalls Johann hieß, in den 1950er Jahren.

Bis heute gilt bei den „Äbten“ das Motto: „PS – ich liebe

Dich.“ Daniels Vater Hans-Jürgen Abt ist Geschäftsführer der

Seine Lieblingstouren im Sommer

SO HÄLT SICH DANIEL ABT FIT Sein Reaktionsvermögen und das fahrerische

Können trainiert Daniel Abt häufig an einem hochmodernen

Fahrsimulator in den eigenen vier Wänden. Doch auch der Fitness-

Aspekt ist für ihn nicht zu unterschätzen. Ausdauer und Koordination

holt er sich im Sommer auf dem Rad, beim Wandern oder Laufen.

DREI LIEBLINGSTOUREN Ifen und Walmendinger Horn (im Kleinwalsertal),

Füssener Jöchle (im Tannheimer Tal) und Gaishorn (im Tannheimer

Tal).

LIEBLINGSORTE An einem schönen Sommertag zieht es den Motorsportler

zur Entspannung an den Niedersonthofener See, wo er beim

Baden das herrliche Panorama schätzt.

Für einen geselligen Abschluss empfiehlt er einen Besuch auf dem

Rathausplatz in Kempten. Dort bieten Restaurants und Kneipen Sitzmöglichkeiten

im Freien mit fast südländischem Flair.

Abt Sportsline GmbH, ein weltweit tätiger Tuner-Spezialist mit

180 Mitarbeitern und Sitz in Kempten. Darüber hinaus ist Hans-

Jürgen Abt Besitzer und Teamchef des Rennstalls Abt Sportsline,

der unter anderem in der DTM für schnelle Zeiten steht. Dafür

sorgte auch Daniels Onkel Christian, der viele Jahre erfolgreich

in der DTM fuhr.

Als Daniel Abt im Alter von sieben Jahren seine ersten Kartrennen

bestritt, spürte er bald die hohen Erwartungen, die mit

diesem familiären Erbe verbunden sind. „Für mich war der Motorsport

einfach nur ein Riesenspaß wie für jeden anderen auch.

Aber ich wurde immer anders wahrgenommen als die anderen“,

blickt er zurück. Dabei hatte er sich selbst für den Motorsport

entschieden. „Meine Eltern hätten mich genauso unterstützt,

wenn ich etwas anderes hätte machen wollen.“ Endgültig entfacht

wurde der Traum von einer Rennfahrer-Karriere, als Daniel Abt

mit 14 Jahren in der Formel BMW über den Lausitz-Ring flitzte.

„Das war einfach surreal. Der kleine Daniel. Mit einem richtigen

Auto. Auf einer Riesenstrecke. Mit Tempo 230“, erinnert er sich

an den magischen Moment, dem ein wegweisender Entschluss

folgte. „Damals kannte zwar jeder meinen Nachnamen, aber keiner

meinen Vornamen. Das wollte ich ändern.“

Es gelang ihm in typischer Abt-Manier – nämlich rasant. In

den Nachwuchsserien ADAC-Formel-Masters und im deutschen

Formel-3-Cup fuhr er Top-Platzierungen ein. 2009 und 2010

Fotos: Tobias Schuhwerk

Auf dem Balkon über

den Dächern Kemptens.

Zu Hause im

Trophäen-Zimmer.

120 | Griaß di’ Allgäu


Sportlerporträt | ALLGÄU HEIMATLICH

Gespräch unter Spitzensportlern:

Daniel Abt und Bastian Schweinsteiger.

war er Gesamtsieger der Deutschen Post Speed Academy und

wurde somit zu „Deutschlands Motorsport-Talent des Jahres“.

Sein Aufstieg setzte sich in weiteren Rennserien (Formel-3-Euro,

GP3 und GP2) fort. 2014 debütierte er schließlich mit seinem brasilianischen

Teamkollegen Lucas di Grassi (31) in der neugegründeten

Formel E-Meisterschaft für den Rennstall seines Vaters.

„Anfangs haben viele diese Serie belächelt. Doch sie entwickelte

sich erstaunlich. Das Image von Elektro-Autos hat sich schon

jetzt erheblich verbessert“, sagt Abt. Zwar fehlt in der Formel E

das obligatorische Motorheulen. Doch die Elektroautos beschleunigen

„unheimlich schnell“. Auf den engen Stadtkursen werden

Geschwindigkeiten bis zu Tempo 225 erreicht. Zudem bietet das

Fahrerfeld Top-Niveau. Dafür garantieren unter anderem Namen

wie der frühere Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve,

Jarno Trulli oder Bruno Senna, der Neffe des dreifachen Formel-

1-Weltmeisters Ayrton Senna.

„Ich genieße jedes Rennen. Die Strecken und das Umfeld sind

genial und sehr professionell“, sagt Daniel Abt, der mit di Grassi

von einem 15-köpfigen Team betreut wird. Elf Stationen rund

um den Globus umfasst die Rennserie. Ein anstrengendes Programm

auch in logistischer Hinsicht.

„Umso wichtiger ist es, zwischendrin mal einen Gang herunterzuschalten“,

sagt Daniel Abt, der in der Welt zu Hause und in

Kempten daheim ist.

Sein Blick ist stets

nach vorne gerichtet.

Griaß di’ Allgäu | 121


ROBIN HOOD

Großes

Abenteuer

Blaubeuren

Ulm

Laupheim

Pfuhl

Neu-Ulm

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Donau

Günzburg

Burgau

Krumbach

Der Räuber mit den guten Absichten kommt auf die Freilichtbühne nach

Biberach

Igling

Altusried. Dort wird gespielt, musiziert, gekämpft, gefochten Türkheim

Mindelheim

und geschossen.

Bad Wörishofen

Wertingen

Dinkelscherben

Stadtbergen

Bobingen

Schwabmünchen

Buchloe

Meitingen

Augsburg

Königsbrunn

Landsberg

am Lech

TEXT Freddy Schissler | Memmingen

Hauerz

FOTOS Ralf Lienert

Ottobeuren

Pforzen

Bad Waldsee

Irsee

Klingt Bad nach Wurzach Reise in die

Bad Grönenbach

Kaufbeuren

Vergangenheit: Als

Dominik von Gun-

Obergünzburg

Leutkirch

Weingarten ten erstmals auf

Altusried

Marktoberdorf

dem Gelände der Altusrieder

Kißlegg

Ravensburg

Freilichtbühne steht, fühlt er

Wiggensbach

Bernbeuren

sich wie ein Kind vorm gro-

Kempten

ßen Sandkasten. Immerhin

Lechbruck

Wangen

Isny

wird der Mann dieses Jahr 64.

Tettnang

Ist demnach schon eine Wei-

Weitnau

Forggensee

le her, dass er mit Latzhose Lindenberg im

Nesselwang

Weißensberg

Sand buddelte. Aber dieser opulen-

Füssen

Pfronten

Scheidegg

te Raum Lindau mitten in der Natur, Oberstaufen

gespal-

Immenstadt

Bodensee ten von einem Bach, umringt von Sträuchern und Bäumen, diese

Sonthofen

idyllische Plattform Bregenzfür Freilichtspiele, erinnert ihn eben an einen

Tannheim

Sandkasten oder an einen Abenteuerspielplatz.

Hittisau

Fischen

Wenn am 11. Juni der Startschuss fällt fürs Altusrieder Freilichtspiel

werden Dornbirn Abenteuer tatsächlich im Mittelpunkt Oberstdorf stehen – jene

Ehrwald

Altstätten von Robin Hood. Von Gunten führt Regie beim Schauspiel unter

Hohenems

freiem Himmel mit mehreren hundert Mitwirkenden. Riezlern Eine Herkulesaufgabe,

wie der Schweizer längst festgestellt hat.

Nassereith

„Die größte Herausforderung ist die Organisation“, sagt er. „Die

zahlreichen Darsteller müssen geführt werden.“ Warth Andererseits weiß

Feldkirch

Imst

Iller

Günz

Iller

Kammel

Mindel

Lech

Zusam

Wertach

Lech

er, dass das zu bewältigen ist. Denn in

Altusried haben sie Erfahrung mit Bühnenarbeit.

Der Ort gilt als die Schau-

Schongau

spiel-Gemeinde des Allgäus. Verkehrsamtsleiter

Peiting Adrian Ramjoué erwartet

in 26 Vorstellungen über 50 000 Besucher.

Weshalb man nach Ramjoués

Meinung zwischen 11. Juni und 21.

August die Oberallgäuer Gemeinde

ansteuern sollte? „Weil in Zeiten

immer größerer Medienflut bei uns

Theater live und voller Spaß geboten

wird. Das ist eine enorme ehrenamtliche Leistung.“

Dominik von Gunten ist jener Mann, bei dem die Fäden zusammen

Reutte laufen. Im Januar hat er mit Einzelproben begonnen, ab

April wurde fast täglich auf der Freilichtbühne geübt, musiziert,

gekämpft, gefochten, geschossen, geritten. Der Regisseur kündigt

ein Spektakel an, bei dem die Zuschauer zwar durch ein Wellenbad

der Gefühle getrieben werden. Am Ende aber dürfen sie lächeln.

Denn der Held lebt und mit ihm die Geschichte vom Räuber mit

den guten Absichten, der zum Vorkämpfer sozialer Gerechtigkeit

avanciert. Auf der Freilichtbühne Altusried, jenem Ort, der von

Gunten an einen großen Abenteuerspielplatz erinnert.

Der Regisseur

STUDIUM Dominik von Gunten, 1952 in Basel geboren, studierte zunächst Literaturwissenschaften,

danach dann das Fach Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin. In Rom ließ er sich zum Clown ausbilden.

BERUF Nach dem Studium zog er mit Ensembles durch Europa. Seit langem lebt er in Deutschland und

inszeniert als freier Regisseur an Theatern im deutsch sprachigen Raum.

Vorstellungen: 11. Juni bis 21. August (jeweils Freitag bis Sonntag – freitags/samstags ab 20.30 Uhr, sonntags ab 13 Uhr Festumzug, ab 14 Uhr

Aufführung); Karten: Allgäu Ticket (www.allgaeuticket.de), Telefon: 01805/132132. Internet: www.altusried.de

Zeichnung: okalinichenko, Fotolia.com

122 | Griaß di’ Allgäu


Glücksmomente

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• Entspannen Sie in unserem Wellnessbereich mit Saunalandschaft und Indoorpool

• Lassen Sie sich bei einer unserer Massagen oder einem Wellnessbad verwöhnen

• Bringen Sie Ihren Körper in unserem 200qm großen Fitnessstudio mit Panoramablick in Schwung

• Freuen Sie sich auf kulinarische Highlights in unserem Restaurant „Weitblick“ mit

Fleischreifeschrank und einer Auswahl erlesener Weine

• Verbringen Sie gemütliche Stunden in unserem Biergarten oder im Kaminzimmer

• Lassen Sie Ihren Tag bei einem Cocktail in unserer Bar ausklingen

• Atmen Sie durch und tanken Sie Kraft beim Wandern, Radfahren oder Golfen

in der wunderschönen Allgäuer Landschaft

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Telefon 0 83 34 / 5 34 65 00

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Foto: Jonathan Besler


ALLGÄU ANDÄCHTIG

Wussten Sie, dass … das Neugeborene einer Kuh als Kälble das Licht des Allgäus erblickt und bis zur zehnten Woche so genannt wird?

Auf unserem Foto erkundet es schon mal die neue Heimat. Danach wird es zum Schumpen oder zum Jungrind – bis es etwa ein Jahr alt ist.

Als klassische Kuh wird genau genommen nur das weibliche Hausrind bezeichnet, nachdem es das erste Kalb bekommen hat.

Die ersten ein bis drei Monate nach der Geburt des Kälbles bezeichnet man sie als Jungkuh. Milchkühe sind wiederum jene Tiere,

die auch, nachdem sie ihre Kälber gesäugt haben, noch Milch geben. Und weibliche Tiere ohne Nachwuchs heißen Kalbinnen oder Färsen.

Ach ja, wären noch die männlichen Exemplare zu erwähnen – der Stier und der Ochs.

Letzterer ist ein kastriertes männliches Rind, egal welchen Alters. „Kuhle“ Braunviehkunde, oder?


EIN MODERNES MÄ RCHEN

Die Holderhex


Holderhex | ALLGÄU ANDÄCHTIG

Laupheim

iberach

ad Wurzach

enz

rn

Ulm

Hauerz

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Lindenberg

Scheidegg

Hittisau

Es war einmal ein Mädchen,

das hatte den Traum vom

Günzburg

Pfuhl

Burgau

Leben auf dem Land.

Die Gartenbaulehre führte

Senden

sie ins Allgäu, wo sie nicht nur

ihren Vöhringen

Prinzen fand, sondern

Krumbach

auch Illertissen die Liebe zum Holunder.

Heute kocht die Holderhex

vom Schwarzenberg den besten

Holundersaft der Gegend.

Neu-Ulm

Dietenheim

Mindelheim

TEXT & FOTOS Tosca Maria Kühn

Isny

Oberstaufen

Iller Iller

Altusried

Memmingen

Immenstadt

Fischen

Oberstdorf

Ottobeuren

Bad Grönenbach

Wiggensbach

Weitnau

Donau

Günz Günz

Kempten

Iller Iller

Kammel

Sonthofen

Mindel Mindel

Obergünzburg

Zusam

Bad Wörishofen

Türkheim

Pforzen

Irsee

Kaufbeuren

Nesselwang

Pfronten

Wertingen

Dinkelscherben

Tannheim

Marktoberdorf

Füssen

Buchloe

Bernbeuren

Reutte

Stadtbergen

Bobingen

Schwabmünchen

Wertach Wertach

Unterschwarzenberg

Meitingen

Vom traditionellen Bild einer alten Hexe mit Buckel

und Besen ist Kathi Liebenstein meilenweit entfernt.

Und doch hat die junge Frau mit den tiefgründigen,

dunklen Augen eine besondere Aura. Lernt man

Augsburgdie Holderhex vom Schwarzenberg näher kennen, wird einem

schnell ihre besondere Gabe bewusst. Die Gabe zu erkennen,

welche Aromen sich zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk

zusammenfügen lassen. Aber der Reihe nach ...

Königsbrunn

Lech

Igling

Landsberg

am Lech

Schongau

Lechbruck

Forggensee

Ehrwald

Peiting

Die Geschichte von der Holderhex vom Schwarzenberg beginnt

vor vielen Jahren an einem Sonntagmorgen im oberfränkischen

Selb. Es war einmal ein kleines Mädchen, das stand im

Garten seiner Eltern. Es hatte ein etwa vier uadratmeter großes

Stück Wiese umgegraben und verkündete: „Das ist jetzt mein

Beet.“ Jahre später machte die kleine Kathi Ernst und trat eine

Gartenbaulehre an. Diese Ausbildung führte sie ins Allgäu. Und

weil zu solch einer Lehre auch gehörte, dass man sein angebautes

Gemüse auf dem Markt feilbot, fand sich die junge Frau aus dem

Fichtelgebirge eines Tages hinter einem Gemüsestand auf dem

Kemptener Wochenmarkt.

Schicksal, wie sich später herausstellte. Denn dort, zwischen

Roter Beete und Sellerie, fand Kathi die große Liebe – und das

gleich zweimal: zum einen die Liebe zum jungen Bildhauer Robert

Liebenstein, der an seinem Stand die Marktbesucher mit

Kaffee einer Allgäuer Kaffeerösterei verwöhnte. Zum anderen

die Liebe zum Holunder, den Robert Liebensteins Mutter ihrem

Sohn in Form von Sekt und Sirup mit auf den Markt gab.

Der Holder, wie der Holunder im Allgäu heißt, kam gut an

bei den Leuten auf dem Wochenmarkt. Er weckte Kindheitserinnerungen

bei fast jedem, der von ihm kostete. Erinnerungen an

anno dazumal, an den nostalgischen Duft von schmalzgebackenen,

gezuckerten und mit Zimt bestreuten Holderkiachla; an die

Oma, die den Kindern zu Kriegszeiten Holdermus kochte; oder

an den fast schwarzen, vitaminreichen Holundersaft, der vor Erkältungen

schützen sollte. Holder war einfach da, er wuchs schon

immer überall im Allgäu. Und während die Marktbesucher an

Robert Liebensteins Stand vom Holunderblütensirup probierten

und von früher schwärmten, war Kathi fasziniert vom Holder.

Mittlerweile studierte sie Gartenbau in Freising, und nebenbei

eignete sie sich altes und neues Wissen über den Holder an.

Riezlern

Lech

Nassereith

Griaß di’ Allgäu | 127


ALLGÄU GENIESSEN | Holderhex

SO WIRD´S GEMACHT!

Von etwa 60 g frisch geernteten

Rosen einer stark duftenden

Sorte vorsichtig die

Blütenblätter abzupfen.

Den Saft einer Zitrone

auspressen. Die Zitronen säure

verleiht dem Gelee

einen frischen Geschmack.

Der Garten von Kathi Liebenstein ist ein wahres Wunderwerk:

Überall blüht und wuchert es.

2 Liter Holunderblütenwasser

mit 2 Kilo Gelierzucker (1:1),

dem Zitronensaft und 30 g

Pektin zum Kochen bringen.

Für das Holunderblütenwasser

am Tag zuvor 40 Dolden

Holunderblüten in 2 Liter kaltes

Wasser geben und nach 12

Stunden abseihen.

In das fertig gekochte Gelee kurz

vor dem Abfüllen die Rosenpetalen

einrühren.

Das Ganze nur noch einmal kurz

heiß werden lassen,

dann sofort in Gläser füllen.

Bei der Gestaltung des

Etiketts sind der Fantasie keine

Grenzen gesetzt.

Neugierig und mit einer Vision im Kopf, machte sich die

Studentin schließlich auf in die Steiermark. Hier wurde damals

Holunder großflächig angebaut. Mit neuem Wissen und 50 Holderboschen

kam Kathi Liebenstein zurück ins Allgäu. Sie pachtete

ein Feld und pflanzte ihre erste Holunderplantage an.

Die goldenen Jahre

Kathi Liebenstein griff alte Allgäuer Rezepte auf, ging auf Märkte,

tauschte sich mit den erfahrenen Landfrauen aus und fand

so zu ihren ureigenen Rezepten. Es folgten goldene Jahre. Die

Liebensteins lebten inzwischen im Oberallgäuer Schwarzenberg.

Dort bewohnten sie den 300 Jahre alten, ehemaligen Pfarrhof. Sie

bekamen vier Söhne.

Holderblütensekt, -sirup, -likör und -gelee fanden derweil reißenden

Absatz. Holunder wurde immer beliebter und mauserte

sich schließlich sogar, zusammen mit Minze und Prosecco, unter

dem Begriff „Hugo“ zum angesagten Modegetränk. Doch dann

begannen große Firmen mit der industriellen Produktion von

Holunderblütensirup. Das war der Moment, in dem die Holderhex

all ihre Hexenkünste aufbringen musste, um sich mit ganz

neuen, noch nie dagewesenen Holunderprodukten weiter auf

dem Markt behaupten zu können. Monatelang experimentierte,

tüftelte und probierte sie. Immer und immer wieder. Und dann

war es vollbracht: Neue herzhafte Holderrezepturen waren geschaffen.

Zudem keimte eine neue Leidenschaft in ihr auf: die

Leidenschaft für Rosen.

128 | Griaß di’ Allgäu


Holderhex | ALLGÄU ANDÄCHTIG

Selbst der Hauseingang bei den Liebensteins

geht eine Symbiose mit der Pflanzenwelt ein.

Sie hegt und pflegt die Pflanzen auf ihrer Holunderplantage:

Kathi Liebenstein, hier mit Erntehelfer Andrew.

Und so kam es, dass neben Holunder-Estragon-Senf, Holunderblüten-Birnen-Essig,

Holunderbeerenchutney und Holunderblütenpesto

auch Rosenblütengelee, Rosenlikör, Rosentee und

Rosenblütenpesto Einzug ins Sortiment der Holderhex hielten.

Mit großem Erfolg!

„Rosen sind sinnlich, würzig, nicht zu blumig und bringen

viel Farbe“, philosophiert Kathi Liebenstein über die Königin der

Blumen, „mein Herz schlägt für die historische Sorte Rose de

Resht. Sie blüht den ganzen Sommer über.“

Auf die Frage nach der Inspiration für ihre köstlichen Kreationen

kommt schnell eine Antwort: „Es sind sinnliche Erlebnisse,

die mich inspirieren. Ich schmecke etwas und spüre dem nach. Ich

rieche an Pflanzen und Gewürzen und weiß dann einfach, was

zusammenpasst.“

Pure Leidenschaft spricht aus den Worten der Holderhex,

wenn Kathi Liebenstein über ihre Arbeit auf dem Feld spricht:

„Holderernte, das ist Schöpfen aus der Fülle! Du brauchst nur zuzugreifen.

Da ist ein Meer aus weißen Blüten. Ihr Duft ist betörend,

einhüllend und zugleich erfrischend – und er kündigt eine

neue Jahreszeit an.“ Denn, wenn der Holder blüht, beginnt im

Allgäu der Sommer.

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Wenn´s mal etwas Besonderes sein soll:

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Entspannt, naturnah, unkompliziert, ...

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Griaß di’ Allgäu | 129


INNERE EINKEHR

Gott zum

Greifen nah

Das Beten unter freiem Himmel

lockt Tausende von Menschen auf den

Gipfel. Dort verkündet Pfarrer

Peter Guggenberger die Worte des

Herrn und gesteht: „Von mir aus

könnte jede Woche eine Bergmesse

stattfinden.“

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Ralf Lienert


Tettnang

Weingarten

Ravensburg

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Lindenberg

Altusried

Nirgends

Weißensberg

ist man Gott so nah,

wie auf dem Gipfel eines Scheidegg

Lindau hohen

Berges“: Diesen Satz staufen

Ober-

Bodensee

sagt Peter Guggenberger, Bregenz

Regionaldekan und Pfarrer in Oberstdorf.

Der Geistliche schnürt oft die Berg-

Hittisau

schuhe und macht sich auf den Weg zum

Dornbirn

Fellhorn. Nicht nur um auszuspannen, sondern

auch aus beruflichen Gründen. Hohenems Das Be-

Altstätten

ten in alpinem Gelände ist, um es salopp auszudrücken,

seit geraumer Zeit richtig in.

Weshalb das so ist? Wir konfrontieren Guggenberger

mit Fragen, Feldkirch die uns unter den Nägeln brennen.

Warth

Wie lange gibt es Bergmessen? Wie sind sie entstanden? Was

macht in seinen Augen die Faszination des Betens unter freiem

Himmel aus? Sehe er nicht bei bis zu 2000 Besuchern die Gefahr

eines Event-Charakters, bei dem Ernst und Sinn auf der Strecke

bleiben?

Guggenberger muss nicht lange überlegen und verrät: „Von

mir aus könnte jede Woche eine Bergmesse stattfinden.“ Man

merkt: Der Mann liebt die Bergwelt. Als Beweis dafür dient auch

Isny

Wiggensbach

Weitnau

Immenstadt

Fischen

Oberstdorf

Riezlern

Iller

Kempten

Obergünzburg

Lech

Nesselwang

Schongau

Marktoberdorf

Bergmessen | ALLGÄU Peiting ANDÄCHTIG

Bernbeuren

Lechbruck

Forggensee

die Tatsache, dass er den Fernwanderweg E5

Füssen

Pfronten

von Oberstdorf nach Meran schon mehrere

Male gelaufen ist. Und wieder dieser Satz

Sonthofen

aus seinem Mund: „Nirgends ist man Gott

Tannheim Reutte

so nah, wie auf dem Gipfel eines hohen

Berges.“ Die Leute, ist er sich sicher, seien

dort oben besonders empfänglich für seine

Sätze. Weil sie ihre Alltagssorgen unten

Ehrwald

Fellhorn

im Tal lassen und sich oben auf dem Gipfel

frei fühlen. Der Ernst der Veranstaltung sei in

Nassereith

seinen Augen dann gewahrt, wenn die Rahmenbedingungen

stimmen. Zum Beispiel komme ein

Ausschank während der Bergmesse Imst nicht in Frage.

Ein Blick zurück: Angehörige der Oberstdorfer Kolpingfamilie

machten sich 1938 auf den Weg zum Hohen Licht (2652

Meter) und stellten dort ein Gipfelkreuz auf. Danach feierten sie

eine Bergmesse – die Geburtsstunde für das Beten unter freiem

Himmel.

www.berggottesdienste.de

www.bistum-augsburg.de

Faszination fremde Kultur –

„des muasch aluaga“

Wir entführen Sie auf eine

exotische Reise in die Südsee.

Unzählige Exponate des Allgäuer

Seefahrers Kapitän Nauer

gewähren kostbare Einblicke

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Mittwoch: 10.00 - 12.00 Uhr

Sa + So: 14.00 - 17.00 Uhr

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Griaß di’ Allgäu | 131


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MIT BLICK AUF DIE OBERSTDORFER BERGE

Ihr Wohnzimmer

im Allgäu

Parkhotel Frank empfängt seine Gäste mit Wellness, Bergluft und guter Laune.

Parkhotel Frank

Parkhotel Frank

Geldernhaus

In Oberstdorf wird die Energie und gleichzeitig

Ruhe der Bergwelt wahrhaft spürbar.

Und im familiengeführten Parkhotel Frank,

umgeben von der herrlichen Sicht auf die

Allgäuer Hochalpen, fühlt man sich ganz

und gar umsorgt. Gastgeberin Cora Bethke-

Frank: „Wir lieben unsere Berge und möchten

den Gästen unsere Heimat auf vielseitige

Weise ans Herz legen.“ Die Lebensfreude der

Gastgeberfamilie und ihrem Hotelteam

überträgt sich von Anfang an: vom fröhlichen

„Grüß Gott“ am Morgen bis zum sympathischen

Empfang beim Dinner am Abend.

Doch nicht nur Feinschmecker, sondern

auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten:

„Dank unseres Programms ‚365 Tage

Wanderlust’ können die Gäste ganzjährig

geführte Touren erleben – unsere Highlights

zeigen wir Ihnen gern persönlich.“ Von der

Bergluft erfrischt, gibt es anschließend kaum

Schöneres, als es sich am Naturpool oder in

der Wellnesslandschaft des Ferienhotels gut

gehen zu lassen. Ob schwimmen, saunieren,

Kosmetik, Massage oder ein Plätzchen mit

Panoramablick im Ruheraum „Welle“ –

eines ist gewiss: Die genussreichen Urlaubsmomente

wirken noch nach, wenn man

längst wieder im Alltag ist.

Stilvolles Sommerdomizil

Eine weitere wundervolle Adresse für Wanderfreunde

liegt in direkter Nachbarschaft:

das Geldernhaus, ein historisch-charmantes

Landhotel. Wanderfreunde finden hier ein

stilvolles Sommerdomizil. Liebevoll restauriert,

hat die einstige Jagdvilla auch heute

noch ihre nos talgische Atmosphäre bewahrt,

jedoch mit zeitgemäßem Anspruch. Die persönlich

geführte 3-Sterne Superior Villa

garni bietet elf Zimmer im edlen Landhausstil.

Ein eleganter Salon, der großzügige

Garten und die Sauna komplettieren das Urlaubsangebot.

Tipp: Von Mai bis Oktober ist die Nutzung

aller sechs Bergbahnen der Region inklusive.

Außerdem sind Gourmet- und

Wellnessangebote des 5-Sterne Parkhotel

Frank gegenüber zubuchbar.

NEU IM „365 TAGE WANDERLUST“

PROGRAMM: 4 geführte Wanderungen

pro Woche, jetzt auch mit Touren zu Kräutern,

Honig oder Käse.

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132 | Griaß di’ Allgäu


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LEA – LEBE ANDERS

Entspannung bei

ruhiger Musik

Vitalhäuser in Weitnau, Fischen und Wangen laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen.

Allgäuer Salzgrotte

Lea Vitalhaus Fischen

Lea Vitalhaus Weitnau

Lea Vitalhaus Wangen

Völlige Entspannung bei ruhiger Musik

in der Salzgrotte, anschließend ein Stück

hausgemachter Kuchen und eine Tasse

Biokaffe: So können Gäste die Stunden in

den Lea Vitalhäusern verbringen. Nach

sechsmonatigem Umbau öffnet das dritte

Lea Vitalhaus neben Weitnau und Fischen

in Niederwangen seine Tore.

Wenn sich die Tür zur Salzgrotte öffnet,

strömt den Besuchern die salzige Luft

entgegen. Bis zu 17 Personen finden darin

Platz. „Nach 45 Minuten“, verspricht

Andreas Mika, Geschäftsführer in Niederwangen,

„fühlen Sie sich entspannt

wie nach einem Tag am Meer.“ Nebenan

ist das Vitalcafé, wo die Mitarbeiterinnen

täglich Kuchen backen. Übrigens: In allen

Lea Vitalhäuser vereinen sich traditionelle

Charakterien mit modernen Elementen.

Mika: „Uns war es wichtig, mit viel Liebe

zum Detail außergewöhnliche Orte zu

erschaffen.“

In allen Lea Vitalhäusern sind viele

Ecken und Nischen liebevoll dekoriert

und geben Inspiration für die eigenen vier

Wände. Teil des Konzepts ist, dass fast alles

auch käuflich erworben werden kann.

Neben Wohnaccessoires gibt‘s Edelsteine

und Schmuck, hausgemachte Allgäuer

Produkte sowie Räucherwaren und Salzprodukte.

Die Lea Vitalhäuser befinden sich ausschließlich

in Familienhand. Mittlerweile

arbeiten zwei Generationen im Unternehmen.

„Dies garantiert die Erhaltung traditioneller

Unternehmenswerte, ermöglicht

aber auch die Weiterentwicklung“, so Mika.

„Wie unseren neuen Onlineshop Vitalhaus24.de

oder unseren Auftritt in den

sozialen Medien“.

In einer hektischen Zeit haben die Lea

Vitalhäuser den Puls der Zeit erkannt und

Inseln der Ruhe und Entspannung ges

c h a ff e n .

LEA – LEBE ANDERS GMBH

· Vitalhaus Weitnau

Am Werkhaus 4

87480 Weitnau-Hofen

Telefon 08375 / 92982 88

· Vitalhaus Fischen

Am Anger 8

87538 Fischen

Telefon 08326 / 384300

· Vitalhaus Wangen

Mühlacker 1

88239 Niederwangen

Telefon 075 22 / 9857 28 - 0

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag , 9.45 bis 18 Uhr

Email: info@lea-vitalhaus.de

www.lea-vitalhaus.de

www.facebook.com/vitalhaus24

Griaß di’ Allgäu | 133


ALLGÄU ANDÄCHTIG | Schlossführung

MAGISCHER ORT

Hereinspaziert

ins Zauberland

134 | Griaß di’ Allgäu


Mindelheim

Bad Wör

Schlossführung | ALLGÄU ANDÄCHTIG

Donau

Blaubeuren

Ulm

Pfuhl

Neu-Ulm

Günzburg

Burgau

Laupheim

Senden

Vöhringen

Illertissen

Dietenheim

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Di

Biberach

Besonderer Ort: Schloss Isny, wo Hechelmann lebt, arbeitet und ausstellt.

Friedrich Hechelmann hat sich der Harmonie und Fantasie

verschrieben. Er sei der letzte Romantiker, sagen manche

Weingarten

über ihn. Ob das stimmt? Ein Besuch beim ihm zu

Ravensburg

Hause im Schloss Isny soll versuchen, eine Antwort zu

finden. Der namhafte Künstler residiert in einem ehemaligen

Benediktinerkloster mit 900-jähriger Geschichte.

Tettnang

TEXT Klaus-Peter Mayr | FOTOS Matthias Becker

Vielleicht ist Friedrich Hechelmann ein paar Jahrhunderte

zu spät geboren. Würde der Maler nicht viel

besser in die Renaissance passen, jener von ihm so

sehr verehrten Epoche, die aus dem Geist der Antike

heraus eine neue Kunst gebar? Das Ideal der Schönheit, die

natürliche Harmonie, das Wohlproportionierte jedenfalls reizen

ihn am meisten. Man könnte sich ihn gut als Zeitgenossen von

Leonardo da Vinci oder Michelangelo vorstellen.

Wer ihn im Schloss Isny besucht, wo er lebt, arbeitet und ausstellt,

taucht in ein Zauberland ein, das nur von einem Träumer

und Idealisten geschaffen worden sein kann. Davon zeugen die

fantastischen Räumlichkeiten ebenso wie die Kunstwerke und

die Repliken antiker Skulpturen. Dort trifft man auf einen Menschen,

der in einer ganz eigenen Welt lebt, der sich dem Konsumwahn

unserer Gesellschaft bewusst verweigert und weder

Führerschein noch Handy besitzt. Und der jeden Winter für drei

Monate auf eine kleine Insel im Atlantik flieht. Die Allgäuer Kälte

und die erstarrte Natur behagen ihm nicht, sagt er. Auf La Palma

hingegen, der Insel des ewigen Frühlings, blüht alles. Dort

lässt sich‘s leben.

In den Sälen und Fluren des Schlosses sind aktuelle Bronzearbeiten

Hechelmanns ausgestellt, zudem Gemälde aus früheren

Historisches Flair: Refektorium mit Stuck und Gemälden.

Memmingen

Hauerz

Ottobeuren

Bad Waldsee

Bad Wurzach

Bad Grönenbach

Bodensee

Weißensberg

Lindau

Kißlegg

Wangen

Leutkirch

Lindenberg

Scheidegg

Isny

Oberstaufen

Altusried

Wiggensbach

Weitnau

Immenstadt

Kempten

Sonthofen

Bregenz

Schaffensperioden – aufwendig Hittisau

gestaltete Tafelbilder, Fischen die der

Künstler für vier- und fünfstellige Beträge verkauft. Er schuf sie

vor allem als Vorlagen Dornbirnfür Bücher, die er zu illustrieren Oberstdorf hatte:

Michael Altstätten Endes Momo, Shakespeares Sommernachtstraum, Boc-

Hohenems

caccios Decamerone. Die größte Aufmerksamkeit Riezlernerregte eine

Künstlerbibel. Hechelmann schuf 52 Gemälde mit Szenen aus

dem Alten und Neuen Testament, in denen Jesus auch mal als meditierender

Buddhist erscheint.

Warth

Sie zeigen, Feldkirch welch enorme Gestaltungskraft und Fantasie er besitzt.

Wie in den meisten anderen Werken singt er auch damit das

Hohelied auf die Schönheit der Natur. Ur-Wälder leuchten in sattem

Grün, Flüsse stürzen in kaltem Blau-Weiß in geheimnisvolle

Tiefen. Manche sagen, Hechelmann sei der letzte Romantiker.

Das stimmt – und stimmt auch nicht. Maler Hechelmann, der

in Wien bei einem bedeutenden Vertreter des Fantastischen Realismus‘

studierte, ist vor allem ein glühender Verfechter des Figurativen

und des Gegenständlichen – auch wenn er gerne surreale

Welten komponiert. Das Abstrakte erscheint ihm, dem Fan von

Tolkiens Fantasy-Büchern „Herr der Ringe“, viel zu beliebig.

Mit den Motiven und seiner Malweise scheint er aus der Zeit gefallen

zu sein. Logisch, dass er Experten und Publikum spaltet.

Dem schmächtigen Mann mit dem weißen Vollbart, der

Iller

Isny

Iller

Irse

Kaufb

Obergünzburg

Lech

Nessel

Pfron

Tannhe

Griaß di’ Allgäu | 135


ALLGÄU ANDÄCHTIG | Schlossführung

Ort mit 1000 Kostbarkeiten: Zimmer im „Abthaus“, in dem einst der Chef der Reichsabtei residierte.

sanften Stimme und der randlosen Brille ist das freilich egal.

Friedrich Hechelmann, 68, hatte in seinem Leben schon etliche

Höhen und Tiefen zu durchschreiten. Eine der größten Prüfungen

musste er vor neun Jahren bestehen, als sein Lebensgefährte

und Manager Joseph Baschnegger starb. Jahrelang hatten sie auf

einem idyllisch gelegenen Bauernhof zwischen Weitnau und Isny

gelebt und gearbeitet.

Vor neun Jahren zogen die beiden ins Schloss Isny – in jene

Stadt, in der Hechelmann aufgewachsen ist. Vom obersten Stock

kann er hinüber auf die Altstadt schauen. „Dort“, sagt er und

zeigt auf einen roten Giebel, „steht mein Elternhaus“. Die Hechelmanns

waren Kaufleute, die zu Geld kamen. Kunst und Musik

waren ihnen aber ebenso wichtig.

Das Isnyer Schloss, 1096 als Benediktinerkloster gegründet,

hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1999 kauften Bürger

das marode Gebäude und führten es in eine Stiftung über.

Hechelmann und Baschnegger mieteten sich ein, renovierten das

geschichtsträchtige Gebäude und machten daraus eine Kunsthalle

mit Ausstellungsräumen und einem Laden. Im ersten Stock richtete

Hechelmann sein Atelier ein – ein großer Raum mit vielen

Fenstern und großen Musikboxen; Bach, Schubert oder Wagner

begleiten ihn bei der kreativen Arbeit.

Ein Stockwerk höher wohnt er. Dort oben liegt auch eine Wohnung

mit mehreren Zimmern, die staunen lässt. „Abthaus“ wird

sie genannt, weil dort einst der Chef der Reichsabtei residierte.

Man betritt sie durch eine verspiegelte Tür am Ende eines langen

Flures. Hier hat Hechelmann in mehrjähriger Arbeit ein wundersames,

zauberhaftes Refugium geschaffen mit einer Fülle an alten

Möbeln, Gemälden, Lüstern und Öfen. Wer über das knarzende

Parkett wandelt, dem gehen schier die Augen über angesichts der

opulenten Reminiszenz an großbürgerliche Zeiten.

Visuelles Bad in Blautönen

Immer mehr Menschen wollen diesen Hort der 1000 Kostbarkeiten

kennen lernen. Die Führungen sind für gewöhnlich rasch

ausgebucht. Besonderes Schmuckstück ist das Mignon-Zimmer,

das Besuchern ein visuelles Bad in Blautönen bereitet. Die Tapeten

hat Hechelmann selbst bemalt; inspirieren ließ er sich von

Goethes Mignon-Gedicht. Und gleich rezitiert er: „Kennst du

das Land, wo die Zitronen blüh‘n ...“.

Jahrzehnte lang hat Friedrich Hechelmann gemalt und gezeichnet.

Unermüdlich. Vor zwei Jahren aber ging plötzlich

nichts mehr. Hechelmann mochte keinen Pinsel, keinen Stift

mehr in die Hand nehmen. Er wollte sich nicht mehr an den Maltisch

setzen, um Farben auf Papier und Holztafeln aufzutragen.

Wer ihn nach Gründen für diese Blockade fragt, erhält ausweichende

Antworten. Sie hatte etwas mit seiner Gesundheit zu tun,

sagt er. Im Rückblick bezeichnet er das Ereignis, das ihn aus der

künstlerischen Spur warf, als Schicksal. In seiner Not entschied

er sich für einen radikalen Schnitt: Er wechselte das Arbeitsfeld.

Der erfolgreiche Maler, der leidenschaftlich, fantasievoll und mit

136 | Griaß di’ Allgäu


Schlossführung | ALLGÄU ANDÄCHTIG

Kunsthalle im Schloss

AUSSTELLUNG Die Schau in der Kunsthalle im Schloss mit den

Bronzearbeiten von Friedrich Hechelmann sowie vielen Gemälden aus

früheren Jahren läuft noch.

Geöffnet ist sie immer Mittwoch bis Freitag, von 14 bis 18 Uhr,

sowie Samstag, Sonntag und Feiertag, von 11 bis 18 Uhr.

FÜHRUNGEN

Jeden vierten Sonntag

im Monat, 15 Uhr,

ohne Voranmeldung,

Gruppenführungen

nach Anmeldung sowie

Führungen für

Schulklassen.

Oben: Entwurf für seinen Roman. Rechts: Bild aus seinem „Decamerone“.

ANFRAGEN

info@kunsthalleschloss-isny.de

sowie unter der

Telefonnummer

07562/914-100.

Infos unter:

www.kunsthalleschloss-isny.de

meisterlicher Technik Bilder schuf, fing an, mit Ton zu modellieren

und Bronzen zu fertigen. Nebenbei schrieb er einen märchenhaften

Roman für Kinder und Jugendliche. Das Buch ist

noch nicht erschienen, die Bronzearbeiten dagegen sind schon im

Schloss Isny zu sehen.

Wie Hechelmann aus dem dunklen Tal wieder ans Licht gekommen

ist? Seiner Ansicht nach dürfe man sich nicht gegen das

stellen, was einem das Leben zumutet, antwortet er. „Das würde

zu viel Energie kosten.“

Um das zu verdeutlichen, rezitiert er Hermann Hesses Stufen-

Gedicht. Natürlich auswendig. „Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

/ Bereit zum Abschied sein und Neubeginne. / Um sich in

Tapferkeit und ohne Trauern /In andre, neue Bindungen zu geben.

/ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne /Der uns beschützt

und der uns hilft, zu leben.“

In einem Alter, in dem andere Menschen sich zur Ruhe setzen,

hat der Allgäuer Künstler zu neuer schöpferischer Kraft gefunden.

Er will weitermachen – egal ob malend, modellierend oder

schreibend. „Man hat ja Verantwortung“, sagt er mit leiser Ironie

in der Stimme. Der Renaissance-Freund wird also auch künftig

ungehorsam sein gegenüber dem Zeitgeist, wird weiter Gegengifte

zur materialistischen Welt produzieren, wird mit fantastischen

Bildern zum Träumen verführen, wird Menschen in sein

Zauberland locken. Und er wird arbeiten, um die Schmerzen zu

lindern, die das Leben ihm zumutet. Friedrich Hechelmann ist

überzeugt: „Kunst heilt auch.“

Feiern & tagen im

Willkommen im Allgäu!

Hotel · Stilvollen Komfortzimmer, Studios,

Maisonette-Appartements und Suiten.

Küche · Genießen Sie die Köstlichkeiten

aus der Gourmet-Küche und die

Aussicht von unserer Panoramaterrasse.

Wellness · Legen Sie den Alltag ab

und lassen Sie sich in unserem Wellness-

Bereich verwöhnen.

Feiern und tagen · Helle Tagungsräume

für 10-190 Personen mit

allen technischen

Einrichtungen.

Wohlfühl-Angebot

2 Nächte im DZ ab 204,– p.P.*

* Inkl. reichhaltigem Frühstücks-Buffet, Abendessen

mit 5-Gang-Menü oder Spezialitätenbuffet.

Nutzung Sauna- und Badelandschaft.

Berghotel Jägerhof

Helmut Aurenz GmbH & Co. KG

Jägerhof 1 · 88316 Isny/Allgäu

Tel. 07562 / 77-0 · Fax -77-202

info@berghotel-jaegerhof.de

www.berghotel-jaegerhof.de

Griaß di’ Allgäu | 137


KOLUMNE | Nicola Förg

Allgäuer „shitstorm“

VON NICOLA FÖRG

In letzter Zeit,

wenn ich hier

durch mein Ostallgäu

radle, reite

und laufe, sehe ich bedauerlicherweise

immer mehr

Menschen mit einer schweren

Behinderung. Die einen

haben merkwürdige Klappbretter

vor den Augen, die

anderen sind verwachsen mit

seltsamen Stangen, an deren

Ende ein Kästchen hängt. Die

etwas weniger schweren Fälle

haben das Kästchen ohne Haken

vor der Nase.

Ortstermin Schwangau,

dort wo der Kini sein Schloss so

schön am Felsen verankern ließ.

Eine Familie schält sich aus dem Auto, bitteschön keine aus dem

asiatischen Großraum, sondern hundsgewöhnliche Mitteleuropäer.

Vati, mit Basecap auf dem Schädel und dem Klappbrett vor dem

Schädel, ist komplett abgeschirmt von der Außenwelt. Der etwas

verfettete Sohn mit so einem Haken vor der Pickelvisage und

die stark moppelige Mutti mit dem halterlosen Kästchen zeigen

zweifellos Familienähnlichkeit. Sie entern eine der Kutschen

und Mutti ergattert den Platz neben dem Kutscher. Der

ist ein Meister der Reduktion und Minimalkonversation: „Hock

na. Feif Juro itsch“. Mutti tut sich schwer, das Portemonnaie zu

zücken, endlich geht’s los. Mutti verrenkt sich ungut, fratzt hinein

in das Kästchen und peitscht ihre Männer auf: „Jetzt lacht doch

mal da hinten.“ Aber die können ja nicht lachen, weil sie ihrerseits

unter der schweren Krankheit leiden, die in neuen Medizinbüchern

unter „Chronische Selfiitis“ beschrieben ist. Schlimm!

Oben angekommen, keiner aus der Familie hat einen echten

Blick hinausgeworfen in das Blau des Himmels, taumelt Mutti

vom Kutschbock, verliert die Haltung und damit ihr Kästchen.

Das fliegt in eleganter Flugbahn der Petra vor die Füße. Die Petra

ist eine muskulöse süddeutsche Kaltblutdame mit wohlproportionierten

800 Kilo. Petra hebt elegant ihr stark eisenbewehrtes

Vorderbein und stellt es zierlich auf das Kästchen. Da blitzt

doch ein leiser Schalk in den Pferdeaugen!

Ortswechsel. Wir sitzen am Buchenberg ob Buching. Wo die

Paraglider starten, wo man 13 Seen sehen kann, wo der Blick

weit hineingeht ins Ammergauer Gebirge. Eine Dame in bergrelevanten

Flipflops ist auch schon – wie viele andere der Almbesatzung

an diesem Bilderbuchtag – von Selfiitis befallen, die sich

wahrlich schlimmer ausbreitet als Ebola. Sie lichtet ihren Kaiserschmarrn

ab, der zu allem Unheil auch schon angefressen ist –

und postet ihn. „Posten“ ist ein weiteres böses Symptom der Selfiitis.

In rascher Folge quiekt ihr schweinchenrosa Kästchen auch

wie ein Schwein, sie patscht die Hände zusammen und freut sich

über all die „likes“ (gehört auch zur Krankheit wie ein Furunkel).

Am Himmel zieht Abendstimmung auf, alle Schattierungen

von rotorange in einem Farbenkasten, aus dem nur die Natur so

schöpfen kann. Eine Wolke wie der große Lindt-Osterhase hüpft

westwärts. Zwei Hunde balgen im Abendlicht, ein letzter bunter

Paraglider startet …

Wir sehen die Frau später auf dem Weg ins Tal. Beim Versuch

sich mit einem Jungvieh (Schumpen im Allgäu) „self“ abzulichten,

wird sie von selbigem Tier angestupst, strauchelt im Flop,

gleitet aus im Fladen, und ihr Kästchen macht den Abflug, mittenrein

in einen anderen Kuhfladen, was dem Ausdruck „shitstorm“

eine ganz neue Dimension verleiht. Die Schumpen klimpern mit

den schönen Wimpern und rotten sich um den Fladen. Als die

Dame ihr Lieblingskästchen als verloren aufgibt, schnobert ein

Schumpa genauer hin. Und ich wette, das Tier macht ein Selfie.

Und postet es an die Freundinnen Zenzi, Erika und Annerl. Oder

nicht, Tiere mit Tierverstand sind längst klüger als Menschen,

Tiere sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen noch. Hat nicht

vor längerer Zeit einer gesagt: Nur mit dem Herzen sieht man

gut? Zumal in einer Landschaft, die zum Heulen schön ist (wäre),

tät‘ man nur mal hinfühlen – ganz ohne krankes Blendwerk!

Zur Person

NICOLA FÖRG. Die Autorin und Journalistin

ist eine waschechte Allgäuerin, aufgewachsen

in Oberstaufen und Kempten.

Irgendwann kam sie auf die Idee, einen

Allgäu-Krimi zu schreiben. Aus der

Idee wurde das Buch „Schussfahrt“ –

und daraus ein großer Erfolg. Weshalb

sie nach 14 Jahren und knapp 1,5 Millionen verkaufter Bücher

noch immer Bergkrimis schreibt. Im März erschien „Das stille Gift“,

ihr inzwischen 17. Werk.

138 | Griaß di’ Allgäu


EIN STÜCK

ITALIEN IM ALLGÄU

Familienunternehmen seit 1998

Bereits 1998 begann die Erfolgsgeschichte im Allgäu mit einer kleinen APE 50 als

erste mobile Caffebar. Mit viel Leidenschaft zum Caffè und dem italienischen Lebensgefühl

entwickelte sich der kleine Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen mit

einem motivierten, freundlichen Team und starken Lizenz-Partnern.

Alle in der BASONI Familie verbindet die Leidenschaft zum Caffè …

UNA VITA PER CAFFE

Hinter BASONI steckt aber noch eine Menge mehr ... Erleben Sie die Kaffeerösterei

mit allen Sinnen, lernen alles rund um Caffè bei unseren Schulungen, geniessen

unseren Caffe zu Hause und im Büro oder wir treffen uns auf einem Event irgendwo

in Europa zwischen Stockholm, Barcelona, Paris oder Budapest …

Basoni

©

una vita per caffè

www.basoni-caffe.de

Griaß di’ Allgäu | 139


ISBN 978-3-88881-079-4

Bücher von Allgäuern

&

aus dem Allgäu

KRIMIS UND THRILLER

PFERDEFUSS

Jürgen Seibold (Piper Verlag)

Band 4 einer Allgäu-Krimi-Serie ist fertig:

Außerhalb der Ferienzeit ist es ruhig auf

dem Campingplatz am Oberrieder Weiher.

Deshalb ist der Betreiber heilfroh,

dass wenigstens dieser seltsame Schriftsteller

eine der Trekkinghütten bezogen

hat. An einem Roman soll er schreiben,

aber man sieht ihn immer nur um das

alte Kieswerk herum streifen – bis er

eines Nachts verschwindet. Kurz darauf wird eine verkohlte

Leiche in einem ausgebrannten Pferdestall gefunden.

DAS STILLE GIFT

Nicola Förg (Pendo Verlag)

Die gebürtige Kemptenerin hat einen neuen

Krimi auf den Markt gebracht: Ein Teil

einer künstlichen Hüfte, das zwei Touristen

aus einem Güllefass wie ein Katapult

um die Ohren fliegt, ist der Auslöser für

die Suche nach einem lange verschwundenen

Mann. Die Polizistinnen Irmi Mangold

und Kathi Reindl finden heraus, zu

wem die Hüfte gehörte.

WISSEN

ROMAN

IN DER ERSTEN REIHE SIEHT

MAN MEER

Volker Klüpfel/Michael Kobr (Droemer)

Im Mittelpunkt steht Alexander, den die

Urlaubsreise ins gelobte Land jenseits

der Alpen bringt. Das heißt: Morgens

um fünf aufstehen und eingepfercht auf

der Rückbank des bis unters Dach beladenen

Ford Sierra Platz nehmen. 15

Stunden Fahrt ohne Klimaanlage und

Smartphone. Und im Urlaubsparadies

erwarten ihn Pizza und Espresso.

ZAUBERHAFTE

BERGSEEN (2)

Wolfgang Hiller (Book on Demand)

Der Autor Wolfgang Hiller, auch Fotograf

und Personaltrainer, entführt in diesem

Buch seine Leser zu traumhaften Seen

in den Lechtaler- und Allgäuer Alpen,

inklusive zweier Gutscheine für eine

geführte Schneeschuh- und Barfußtour.

Als Taschenbuch und E-Book erhä ltlich.

Empfehlenswert!

HUMOR

LEABA, LACHA,

WEITERMACHA

Udo Spitz (Allgäuer Zeitungsverlag)

Lachen, heißt es, sei gesund. Doch

oft wirkt ein kleines, mildes Lächeln

weitaus mehr und tut der Seele besonders

gut. In seiner Buch-Serie

„Leba, lacha, weitermacha“ hat der

Allgäuer Autor Udo Spitz mehr die

leisen, weisen Töne angeschlagen

und bringt damit manch Schönes zum

Klingen. Bücher, die dem Leser viel mit

auf den Weg geben wollen.

ALLES KLAR,

ALTER SACK?

Freddy Schissler (Brack Verlag)

Von wegen ein Mann in den besten Jahren:

Wenn der Allgäuer Walter in den Spiegel

schaut, sieht er lichtes, grau meliertes Haar,

Gesichtsfalten, Altersflecken und einen

Bauch, der den Blick auf die Füße verhindert.

Walter ist ein Ü50er. Ob man dennoch

weiterleben kann? In diesem Buch gibt es

humorvolle Antworten.

Kempten als eine der ältesten Städte

Deutschlands – malerisch mi ten im

Alpenvorland gelegen – hat eine reiche

Kultur und Geschichte. Dazu kommt ein

hoher Freizeitwert, um den sie manch

anderes Zentrum zu Recht beneidet.

Dieser neue Bildband des bekannten

Kemptener Fotografen Ralf Lienert nimmt

den Betrachter mit auf einen Spaziergang

durch die historische Innenstadt. Er zeigt

Kirchen, Plätze, Menschen und Kultur in

absolut beeindruckenden Aufnahmen.

Vielfältig und in vier Sprachen.

Euro 19,95

Kempten im Allgäu - Bilder einer Stadt

Kempten im Allgäu

Bilder einer Stadt

von Ralf Lienert

KEMPTEN: BILDER

EINER STADT

Ralf Lienert (Dannheimer Verlag)

Kempten hat einiges zu bieten.

Das wird vor allem im Bildband

„Kempten im Allgäu: Bilder einer

Stadt“ deutlich. Ralf Lienert

zeigt dabei Gespür für jene Orte

und Winkel der größten Stadt des

Allgäus, die sich besonders eindrucksvoll im Bild festhalten

lassen. Was die „Metropole des Allgäus“ alles zu bieten

hat? Stifts- und Reichsstadt, Kirchen wie die Basilika St.

Lorenz oder die St.-Mang-Kirche, Rathaus- und Hildegardplatz

oder Kulturtempel wie Stadttheater und Big Box Allgäu: All das,

aber auch vieles Versteckte hat dieser Bildband mit zahlreichen

Texten zu bieten.

Deutsch - Englisch

Italienisch - Französisch

Verlag Tobias Dannheimer ∙ Allgäuer Zeitungsverlag

FASZINATION BERG.

GLÜCKSGEFÜHLE

Heinz Sommer (Hephaistos)

Felsen, Fakten und Kuriosa in den Allgäuer

Bergen und anderswo: Berg-Erlebnisse

nachdenklich, kritisch und amüsant betrachtet,

analysiert und mit ironisch gespickter

Philosophie aufgeschrieben und

erzählt von Heinz Sommer.

140 | Griaß di’ Allgäu


Die Landschaft der Naturparkregion Reutte

ist überaus vielfältig. Der Wechsel von Bergen

und Tälern, Bächen und Seen, Wiesen und

Wäldern macht diese Region unverkennbar.

Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Reize und Eigenheiten.

Ländlicher Charme und städtisches

Flair geben der Region im Vitalen Land eine

besondere Note. Viele Familien, Aktiv- und

Genussurlauber tanken hier nach Herzenslust

neue Energie – meist bei einer ausgiebigen

Wander- oder Bergtour.

Beliebte Wanderziele in der Naturparkregion

Reutte sind zahlreiche Almen und

Hütten, die Burgenwelt Ehrenberg mit Museum,

Naturausstellung und als neues Highlight

die highline179 – längste Fußgängerhängebrücke

der Welt im Tibet Style.

Außerdem laden fünf glasklare Seen und die

Stuibenfälle mit ihren Naturbadebecken nicht

nur zu einer tollen Wanderung für jedermann,

sondern im Sommer auch zur Abkühlung

und Entspannung ein. Der Plansee ist außerdem

der zweit größte See Tirols und lädt an

warmen Tagen zum Schwimmen ein. Auch

Einkehrmöglichkeiten finden sich entlang

des Sees. Das Hotel Seespitze am Fuße des

kleinen Plansees, das Hotel Forelle sowie die

Musteralpe mit eigener Käseproduktion und

Schaukäserei am unteren Ende des Plansees

bieten sich für einen Einkehrschwung an.

Ein besonderes Angebot exklusiv für Gäste

der Naturparkregion Reutte ist mit Sicherheit

die kostenlose Gäste Aktiv Card.

Mit dieser Karte profitieren Gäste ab einer

Übernachtung in der Region von zahlreichen

kostenlosen und ermäßigten Aktivitäten, wie

Berg- und Talfahrt mit den Reuttener Seilbahnen,

Baden in der Alpentherme Ehrenberg

und dem Schwimmbad Weißenbach, Eintritt

ins Museum und die Naturausstellung der

Burgenwelt Ehrenberg, zahlreichen geführten

Wanderungen, Planseeschifffahrt, Schnupperklettern,

Mountainbiking uvm.

Informieren Sie sich kostenlos und unverbindlich

beim Tourismusverband Naturparkregion

Reutte!

Tipp: Regionale Bergführerbüros bieten

geführte Canyoningtouren bei den Stuibenfällen

an! Nähere Informationen dazu

bekommen Sie in den Tourismusbüros der

Naturparkregion Reutte.

Tourismusverband

Naturparkregion Reutte

Untermarkt 34 · A-6600 Reutte/Tirol

Tel.: + 43 (0) 56 72 / 6 23 36

Fax: + 43 (0) 56 72 / 6 23 36 40

info@reutte.com · www.reutte.com

www.stuibenfaelle.at

Griaß di’ Allgäu | 141


Illertissen

arkdorf

Arbon

Sankt Gallen

Appenzell

Riedlingen

Donau

Rorschach

TITEL | Neuschwanstein

Achberg

Opfenbach

Langenargen

Hergensweiler Lindenberg

im Allgäu Skyline Park in

Kressbronn

Weißensberg

Sigmarszell

Bad Wörishofen www.skylinepark.de

Simmerberg

Nonnenhorn Bodolz

Scheidegg Weiler

Wasserburg Lindau

Oberreute

Unsere Bodensee Frage lautet:

SCHWEIZ

Altstätten

Weingarten

Friedrichshafen 3. Teilnahme für

Tettnang

zwei Personen

Rhein

Bad Buchau

Bad Buchau

SEITE 66

Lustenau

Waldburg

Bregenz

Dornbirn

Amtzell

Biberach

Bad Bad Saulgau Saulgau

SEITE 66

Bad Bad Schussenried

Schussenried SEITE 66

Testen Sie Ihr Wissen!

Wie gut kennen Sie die Region? Dieses Mal hat die Frage mit

der größten Allgäuer Stadt zu tun: Kempten. Knapp über 67 000

Wurzacher

Einwohner zählt sie und

Aulendorf

Aulendorf verfügt über eine spannende Geschichte.

Sie gilt als eine der SEITE ältesten 66 Städte Deutschlands. Unsere Frage:

Ried

Bad Bad Waldsee

Wie lautete der römische Name für SEITE Kempten?

66

Es gibt wieder tolle Preise zu gewinnen, die Ihnen einen unvergessenen

Aufenthalt im Allgäu versprechen. Zum Beispiel Erholung

pur in einem der AllgäuTopHotels oder im Tannheimer Tal.

www.allgaeuhotels.de

Zu gewinnen gibt´s:

1. Zwei Übernachtungen für

zwei Personen (Halbpension) im

Ravensburg

Hotel Kaufmann (Roßhaupten)

www.hotel-kaufmann.de

2. Zwei Übernachtungen für

zwei Personen (Halbpension)

Meckenbeuren im Schwarzen Adler (Tannheim)

www.schwarzer-adler.at

an einer Kaffeeschulung bei Caffe

Basoni www.caffe-basoni.de

4. Freikarten für einen Erlebnistag

Bergatreute

Wolfegg

Wangen

Kißlegg

Hohenems

Wer sich beim Gewinnspiel beteiligen will, schickt bitte

ÖSTERREICH

eine Postkarte mit der Antwort an: Griaß di Allgäu,

Erlebnismagazin, Stichwort: Gewinnspiel, 87430 Kempten

Widderstein

Rankweil

Hochtannbergpass

Warth Biberkopf

Feldkirch

Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016.

Damüls

Mitarbeiter des Allgäuer Zeitungsverlags Rankweilund deren

Faschinajoch

Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen. Furkajoch

Feldkirch

Vogt

Pfänder

a) Cempium b) Cambodunum

c) Camporium

Hergatz

Bad

Bad

Wurzach

Wurzach

SEITE 66

Heimenkirch

SEITE 62

Hittisau

Riedlingen

Kettershausen

Kirchheim

Babenhausen

Eppish

Kirchhaslach

Winterrieden

Breitenbrunn

Biberach

Oberschönegg

Pfaffenhausen

Salgen

Erolzheim

Dettingen

Pleß

Ochsenhausen

Egg

Kirchdorf Fellheim Bad Buchau

Bad BoosBuchau

SEITE 66

Oberrieden

Niederrieden Lauben

Mindel

Kammlach

Berkheim

Heimertingen

Erkheim

Bad Bad Saulgau Saulgau

Holzgünz

Rot an der Rot SEITE 66

Bad Bad Schussenried

Westerheim

Schussenried SEITE 66

Stetten Apf

Tannheim Buxheim

Trunkelsberg

Ungerhausen Sontheim

Dirlewang

Donau

Faschinajoch

Obergünzburg

Leutkirch

Wolfegg

Untrasried

WeingartenDietmannsried

Günzach

Haldenwang

Altusried

SEITE Ravensburg

122

Lauben

Kißlegg

Kraftisried

Vogt

Wildpoldsried

Winterstetten

Waldburg

Unterth

Wiggensbach

Markdorf

Betzigau

Kempten

SEITE Kempten N 72/118

Isny Meckenbeuren

Amtzell

SEITE Isny 134

Schwarzer Grat

Durach

Görisried

Argenbühl

Buchenberg

Wangen

Friedrichshafen

Tettnang

Maierhöfen Kleinweiler-Hofen

Waltenhofen

Oy-Mittelberg

Gestratz

SEITEN

Niedersonthofner

See

SEITE 62

Hergatz 40/126

Sulzberg

Heimenkirch Rü

Grünenbach

Weitnau

Achberg

Opfenbach

Röthenbach

Rottachsee

Langenargen Missen

Hergensweiler Lindenberg Nes

SEITE 80

Stiefenhofen

Kressbronn

Grüntensee

Weißensberg

Sigmarszell Wertach

Simmerber

Nonnenhorn

Großer Bodolz

Alpsee

Rettenberg

Scheidegg

Oberstaufen

WeilerPfron

Wasserburg Lindau

Jungholz SEITE Pf

SEITE 18

Oberstaufen

Oberreute

Immenstadt

Grünten

Bodensee SEITEN 52/96

Bre

Blaichach

Burgberg

Arbon

Gunzesried

Mittagberg

Oberjochpass

SEITE 56

Agg

Oberjoch

Sonthofen Pfänder

Schattwald

Ofterschwang

Hochgrat Tennenmooskopf

Bad Hindelang

SEITEN 44/112 Bregenz

Rorschach

SEITE 24 Hinterstein

Tannhe

Balderschwang

SEITE

SEITE 100

Riedberger Bolsterlang

Fischen Sonnenkopf

Hittisau

Horn

Langenwang

Vilsalpsee

Sankt Gallen

SEITE 108

Obermaiselstein

SCHWEIZ

Lustenau

Riedbergpass

Dornbirn Nebelhorn

Diedamskopf

Appenzell

Iller

Memmingen

Memmingerberg

Hawangen

Benningen

Unteregg

Wurzacher

Aulendorf

Aulendorf

Markt Rettenbach

Ottobeuren

Ried

Aitrach

SEITE 66 Lachen

Bad Bad Waldsee

SEITE 66

Woringen

Kronburg

Bad

Bad

WurzachEggen

Wolfertschwenden

Wurzach

Lautrach Bad Grönenbach

Ronsberg

Aichstetten

SEITE 66

SEITE 66

Bad Grönenbach

Böhen

Legau

Bergatreute

Fr

Altstätten

Hoher

Ifen

Riezlern

Hirschegg

Mittelberg

Kleinwalsertal

Rhein

Iller

Iller

Fellhorn

SEITE 130

Oberstdorf Oberstdorf

SEITE 86

Hohenems

Trettachtal

ÖSTERREICH

Mädelegabel

SEITE 8

Krottenkopf

Furkajoch

Hochvogel

Damüls

Wert

Lech

T


Illertissen

Kettershausen

Kirchheim

Schwabmünchen

Ochsenhausen

Erolzheim

Iller

Berkheim

Rot an der Rot

Tannheim

Aitrach

Aichstetten

Dettingen

Kirchdorf

Lautrach

Legau

Buxheim

Kronburg

Pleß

Fellheim

Boos

Niederrieden

Heimertingen

Trunkelsberg

Woringen

Babenhausen

Winterrieden

Memmingen

Memmingerberg

Hawangen

Benningen

Ottobeuren

Lachen

Bad Grönenbach

SEITE 66

Bad Grönenbach

Holzgünz

Egg

Lauben

Kirchhaslach

Oberschönegg

Ungerhausen

Westerheim

Wolfertschwenden

Böhen

Erkheim

Breitenbrunn

Salgen

Pfaffenhausen

Sontheim

Oberrieden

Kammlach

Markt Rettenbach

Stetten

Ronsberg

Dirlewang

Unteregg

Eppishausen

Mindelheim

Apfeltrang

Eggenthal

Baisweil

Markt Wald

Tussenhausen

Rammingen

Irsee

Kaufbeuren

Friesenried

Wertach

Bad

Bad

Wörishofen

Wörishofen

SEITE 66

Pforzen

Ettringen

Türkheim

Wiedergeltingen

Rieden

Amberg

Lamerdingen

Jengen

Waal

Oberostendorf

Westendorf

Germaringen Kaltental

Buchloe

Stöttwang

Osterzell

Lech

Kaufering

Landsberg

g

Argenbühl

Gestratz

Röthenbach

Leutkirch

Isny

SEITE Isny 134

Grünenbach

Stiefenhofen

Maierhöfen

Oberstaufen

SEITE 18

Oberstaufen

Hochgrat

Winterstetten

Balderschwang

SEITE 100

Schwarzer Grat

Kleinweiler-Hofen

Weitnau

Missen

SEITE 80

Schwangau

Tegelberg

Neuschwanstein

Tennenmooskopf

Großer

Alpsee

Immenstadt

SEITEN 52/96

Gunzesried

SEITE 56

Altusried

SEITE 122

Buchenberg

Ofterschwang

SEITEN 44/112

Iller

Wiggensbach

Kempten

SEITE Kempten N 72/118

Waltenhofen

Niedersonthofner

Sulzberg

See

Iller

Dietmannsried

Lauben

Oberstdorf Oberstdorf

SEITE 86

Haldenwang

Durach

Riedberger Bolsterlang

Fischen Sonnenkopf

Horn

Langenwang

SEITE 108

Obermaiselstein

Riedbergpass

Nebelhorn

Untrasried

Rottachsee

Wildpoldsried

Wertach

Betzigau

Obergünzburg

Günzach

Oy-Mittelberg

SEITEN 40/126

Kraftisried

Görisried

Wertach

Vilsalpsee

Aitrang

Unterthingau

Rückholz

Biessenhofen

Ruderatshofen

Leuterschach

Wald

Lengenwang

Seeg

Nesselwang

Grüntensee

Eisenberg

Hopferau

Rettenberg

Pfronten

Jungholz SEITE Pfronten 30

Grünten

Breitenberg

Blaichach

Mittagberg Burgberg

Oberjoch

Oberjochpass

Aggenstein

Sonthofen

Schattwald

Bad Hindelang

SEITE 24 Hinterstein

Tannheim

SEITE 32

Tannheimer Tal

Marktoberdorf

Vils

Roßhaupten

Rieden

Hopfen

Hopfensee

Stötten

Bidingen

Füssen

SEITE 14/144

Reutte

Auerberg

Forggensee

Gaichtpass

Weißenbach

Heiterwang

Thaneller

Burggen

Rettenbach

Lechbruck

Säuling

Lech

Bernbeuren

Trauchgau

Halblech

Buching

Forggensee

SEITE 92

Plansee

Schongau

Steingaden

Lermoos

Peiting

Ehrwald

Peißenberg

Bad

Kohlgrub

Mauerstetten

Oberammergau

Garmisch-

Partenkirchen

Grainau

Zugspitze

Diedamskopf

Hoher

Ifen

Riezlern

Hirschegg

Mittelberg

Widderstein

Hochtannbergpass

Kleinwalsertal

Warth

Fellhorn

SEITE 130

Biberkopf

Trettachtal

Mädelegabel

SEITE 8

Krottenkopf

Hochvogel

Lech

Hahntennjoch

Fernpass

Nassereith

N

W O

S

5 km

Telfs


Veranstaltungen

Gibt im Kemptener APC-Park ein Jubiläumskonzert:

das Duo Pianotainment.

Foto: Christoph Lienert

Die Hilde Bigband aus Kempten

tritt in Immenstadt auf.

MAI

30. APRIL BIS 8. MAI

KEMPTEN

32. Kemptener Jazzfrühling

7. MAI

MEMMINGEN

Memmingen blüht. Die Stadt lädt zum

Einkaufs- und Erlebnistag ein.

7. UND 8. MAI

SCHMIDSFELDEN (BEI LEUTKIRCH)

Historisches Markttreiben

im Glasmacherdorf

8. MAI

LINDENBERG (WESTALLGÄU)

17. Huttag

20. BIS 22. MAI

MEMMINGEN

Wirtschaftsmesse „Mir“

im Stadtpark Neue Welt

JUNI

AB 1. JUNI

MEMMINGEN

Memminger Meile, Kulturfestival

17. BIS 19. JUNI

MARKTOBERDORF

Wirtschaftsmesse „Mir“ im Modeon

18. JUNI

PFRONTEN

MTB Marathon rund um Pfronten

JULI

1. JULI

KEMPTEN

Jubiläumskonzert des Duos

„pianotainment“ mit Marcel Dorn und

Stephan Weh im APC-Park (Open-Air)

1. UND 2. JULI

NONNENHORN

Winzerfestival Komm & See

2. UND 3. JULI

MINDELHEIM

Kunst und Kultur im Schwesterngarten

(Lautenwirtsgäßchen)

8. BIS 10. JULI

PFRONTEN

26. Internationales Oldtimertreffen

und Gamsbartrallye

14. BIS 25. JULI

KAUFBEUREN

Tänzelfest mit Lagerleben und

Rahmenprogramm

20. JULI BIS 21. AUGUST

BREGENZ

Festspiele, u.a.: Turandot auf der Seebühne

23. JULI

MEMMINGEN

Fischertag, öffentliches Bachausfi schen

mit Rahmenprogramm

23. JULI

FÜSSEN

Open Air Konzert mit Rea Garvey,

Königswinkel am Forggensee

24. JULI

FÜSSEN

Open Air Konzert mit Rapper Cro,

Königswinkel am Forggensee

24. BIS 31. JULI

MEMMINGEN

Wallenstein-Spiele mit

umfangreichem Programm

28. BIS 31. JULI

FÜSSEN

Jazzfestival in der Altstadt

FeriendorF

Reichenbach

Nesselwang Marketing GmbH l Hauptstraße 20

87484 Nesselwang l Telefon +49 (0) 8361 / 92 30 40

info@nesselwang.de l www.nesselwang.de

In prachtvoller Natur, eingebettet in eine atemberaubende

Bergkulisse, zwischen Seen, Wiesen und

Wäldern, liegt auf 870 Metern Höhe der Markt

Nesselwang. Von Frühjahr bis Herbst locken wunderschöne

Wanderwege auf die Berge oder spannende

Touren im Tal – ein Abstecher zu den urigen

Hütten, Alpen und Gasthöfen mit typischen

Allgäuer Gerichten gehört natürlich dazu. Wer es

gerne spannend mag, saust mit der Sommerrodelbahn

oder mit dem AlpspitzKICK, der längsten

und schnellsten Zipline in Deutschland, ins Tal.

Die attraktive Kombination von Saunalandschaft

und Erlebnisbad im Alpspitz-Bade-Center sorgt

anschließend für die ideale Erholung.

Im Herzen des Allgäus liegt ca. 2 km außerhalb

vom Ortskern der Marktgemeinde

Nesselwang das Feriendorf Reichenbach.

Knapp 120 Ferienhäuser und 10 Ferienappartements

mit einer Wohnfläche von

50 m² bis 175 m² werden hier vermietet.

Im Feriendorf Reichenbach gibt es auch

Doppelhaushälften, die bei befreundeten

Familien sehr beliebt sind.

eine mittelständische Privatbrauerei

im Herzen des allgäus

Wir brauen unser Bier aus

kristallklares Wasser der

Nesselwanger Berge, Gerste

aus kontrolliertem Anbau,

natürlichem Doldenhopfen

sowie Weihenstephaner

Reinzuchthefe.

Das Flagschiff der Brau-

Manufactur Allgaeu.

Die Braukatz N° 1.

Ein „Pale Ale“ mit

vier verschiedenen

Hopfensorten.

Sonnenhäuser Verwaltungs GmbH

Bürgermeister-Martin-Str. 8 | 87484 Nesselwang

Telefon 0 83 61 / 6 16 | info@feriendorf-allgaeu.de

www.feriendorf-allgaeu.de

PostBrauerei

NesselwaNg

Hauptstraße 25

87484 Nesselwang

Telefon 0 83 61 / 30960


Foto: Ralf Lienert

Foto: Ralf Lienert

30. JULI

FÜSSEN (FORGGENSEE)

Musical-Projekt „Der Schwanenprinz“

wird gespielt auf der MS Füssen.

Weitere Termine: 31. Juli sowie im August:

2., 9., 12., 14., 18., 20., 21. und 23.

AUGUST

11. AUGUST BIS 4. SEPTEMBER

FÜSSEN

Neues Ludwig-Musical

im Festspielhaus.

13. BIS 21. AUGUST

KEMPTEN

Allgäuer Festwoche mit

großem Rahmenprogramm

21. AUGUST

IMMENSTADT

34. Allgäu Triathlon Immenstadt

Gleich zwei Ludwig-Musicals gibt‘s

am Forggensee: Auf der MS

Füssen und im Festspielhaus.

24. AUGUST BIS 3. SEPTEMBER

FÜSSEN

Musikfestival „vielsaitig“

SEPTEMBER

24. SEPTEMBER BIS 2. OKTOBER

BAD WÖRISHOFEN

Festival der Nationen,

unter anderem mit Diana Damrau

OKTOBER

15. OKTOBER

IMMENSTADT

Benefi zkonzert der

Hilde-Bigband für Kinderbrücke Allgäu

im Hofgarten-Saal

Alle Termine ohne Gewähr.

Viehscheid

Foto: picsfive - Fotolia.com

FREITAG, 9. SEPTEMBER

8.30 Uhr Oberstaufen

SAMSTAG, 10. SEPTEMBER

8.30 Uhr Bad Hindelang

11 Uhr Maierhöfen

9 Uhr Pfronten-Heitlern

13 Uhr Seeg

MONTAG, 12. SEPTEMBER

10 Uhr Schöllang

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER

9.30 Uhr Oberstdorf

DONNERSTAG, 15. SEPTMBER

9 Uhr Kranzegg

FREITAG, 16. SEPTEMBER

10 Uhr Balderschwang

10 Uhr Nesselwang

9 Uhr Thalkirchdorf

SAMSTAG, 17. SEPTEMBER

10 Uhr Eisenberg (Zell)

8.30 Uhr Gunzesried

11 Uhr Haslach

am Grüntensee

9 Uhr Immenstadt

10 Uhr Jungholz

10 Uhr Missen

10 Uhr Pfronten-Röfl euten

12.30 Uhr Wengen

MONTAG, 19. SEPTEMBER

9 Uhr Bolsterlang

9.30 Uhr Buching

8.30 Uhr Riezlern

9 Uhr Wertach

SAMSTAG,

24. SEPTEMBER

10 Uhr

Haldenwang

9 Uhr

Obermaiselstein

SONNTAG,

25. SEPTEMBER

11 Uhr

17. Älplerletze,

Kanzelwandbahn

MONTAG,

3. OKTOBER

11 Uhr

Memhölz, Hupprechts

URLAUB IM

Familiendorf

DER ORT liegt 915 m über dem Meeresspiegel

und ist somit die höchstgelegene Marktgemeinde

Deutschlands. Unser Luftkurort im Oberallgäu

hat ca. 2.900 Einwohner. Neben den ca.

1.600 Gästebetten laden zwei Campingplätze

zur Erholung ein.

Der Wichtel „Virdo“ begleitet die FAMILIEN IM

URLAUB. Auf der kostenlosen Kinderkarte finden

sich zahlreiche Einrichtungen für Familien,

das Kinderferienprogramm ist für Wertacher

Gastfamilien kostenlos. Dazu gehören wöchentliche

Vorstellungen, Wanderungen, Basteln,

Singen, Lachyoga u.v.m.

Touristinfo · Rathausstr. 3 · 87497 Wertach

Telefon + 49 (0) 83 65 / 70 21 99

info@wertach.de · www.wertach.de

Am Nattererhof 34

Tel. +49 (0) 83 65 /4 67

info@landhaus-wertach.de

5*-FERIENWOHNUNGEN

FÜR 2 BIS 4 PERSONEN

✸ großzügiger Wellnessbereich,

✸ ruhige Ortsrandlage,

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Tel. 0 83 65/10 27 | info@allgaeulino.de

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ÖFFNUNGSZEITEN:

täglich von 14 bis 19 Uhr,

Samstag, Sonntag, feiertags und

in den Ferien von 10 bis 19 Uhr.

DER HALLENSPIELPLATZ

FÜR KINDER BIS 12 JAHRE


Griaß di’ Allgäu

Vorschau

DURCHATMEN UND GENIESSEN

Lust auf eine Auszeit? Dann ab ins Allgäu und sich verwöhnen lassen.

Wir verraten, wie die ideale Alpen-Wellness aussieht.

Foto: Ralf Lienert

Foto: Hermann Ernst

LOIPENSPASS

Ob klassische oder freie

Technik – Ski-Langlauf ist in

Mode bei Jung und Alt,

wie unsere Reportage

deutlich macht.

WEITERE THEMEN:

Griaß di’ Allgäu

Winter

2016/17

AB 27. OKTOBER

ERHÄLTLICH

MYSTISCHES ALLGÄU

Im Allgäu trifft man

viele Heiler oder Schamanen.

Weshalb das so ist? Wir haben

nach Antworten gesucht.

❭❭ Skigebiete auf einen Blick

❭❭ Besuch im Deutschen Hutmuseum

❭❭ Wildes Brauchtum: Bärbeletreiben

❭❭ Ausflug in Allgäuer Höhlen

❭❭ Eine Kräuterfrau gibt Tipps

❭❭ Rapunzel: Blick hinter die Kulissen

VON DER LUST, ABZUHEBEN

Es ist das Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit,

das einen überkommt, wenn man mit dem Gleitschirm übers Allgäu schwebt.

Unsere Geschichte erzählt von der Lust, abzuheben.

Foto: Nübel

WILDFÜTTERUNG

Nicht nur Kinder sind

fasziniert, wenn man das

Wild bei der Fütterung

beobachten kann. Zum Beispiel

in Obermaiselstein.

Foto: imago

DIE TÜR ZUR NATUR

Porta Alpina nennt Guenter Rauch ein Projekt,

dem man in

den Bergen

begegnet.

Foto: M. Becker

IMPRESSUM

HERAUSGEBER UND VERLAG

Allgäuer Zeitungsverlag GmbH

Heisinger Straße 14

87437 Kempten

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Markus Brehm

brehm@griassdi-allgaeu.de

REDAKTION

Freddy Schissler (verantwortlich)

redaktion@griassdi-allgaeu.de

Jürgen Rasemann

redaktion@griassdi-allgaeu.de

AUTOREN DIESER AUSGABE

Bettina Buhl, Nicola Förg, Ingrid Grohe,

Monika Hippe, Tosca Maria Kühn, Klaus-Peter

Mayr, Susanne Lorenz-Munkler, Christian

Mörken, Michael Munkler, Stefan Raab, Freddy

Schissler, Isabell Schmid, Michaela Schneider,

Christian Schreiber, Tobias Schuhwerk,

Verena Stitzinger, Roland Wiedemann.

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Matthias Becker, Dominik Berchtold,

Johannes Besler, Tobias Brandner,

Martina Diemand, Hermann Ernst, Karl Jena,

Titan Kastner, Ralf Lienert, Jürgen Rasemann,

Peter Samer, Jörg Schollenbruch,

Hubert Waizenegger, Mathias Wild.

LAYOUT / GRAFIK

Nicole Uhlemair und

Carina Hösle.

ANZEIGEN (VERANTWORTLICH)

Reiner Elsinger

Telefon: 08 31 / 206 - 464

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anzeigen@griassdi-allgaeu.de

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MZV GmbH & Co. KG, Ohmstr. 1,

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