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Berner Kulturagenda 2017 N° 34

Berner Kulturagenda 2017 N°

DO 31.8. – MI 6.9.2017 34 / www.bka.ch Seite 3 Konstantin Richter liest in der «ReaLit»-Reihe von «Reportagen» Das Paradiesli in Sigriswil feiert Wiedereröffnung mit zwei Ausstellungen Pegelstand, Kolumne von Madeleine Corbat Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 8 Kultursplitter Seite 12 Im Kunstmuseum Thun wird die Ausstellung «Bilder erzählen» eröffnet Mich Gerber bespielt die «L'heure bleue» Im Museum Franz Gertsch sind neue Ausstellungen von Varlin, Franz Gertsch und Anja Ganster zu sehen Drei Klassiktermine in der Übersicht Bis zu den Sternen Am Musikfestival Bern zum Thema «Irrlicht» sorgt das Duo Kappeler/Zumthor dafür, dass die Glocken des Münsters ganz sanft klingen. Ausserdem zu hören ist ein Dialog zwischen Schlagzeugern und dem Rotationsgeräusch eines Sterns. Matthias Günter 3 Celeste Sloman Kulturtipps von Gian Losinger Im Kornhausforum fragt der Berner Fotograf und Maturand Gian Losinger: «Are you sure?» Seine Live-Diaprojektion von Fotografien in einer Serie ohne bestimmtes Thema fordert die Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter heraus (Fr., 1.9., 19 und 20 Uhr und Sa., 2.9., 17 und 19 Uhr). Machen Sie den ersten Satz: Lasst uns still sein, schauen und staunen. Und was soll der letzte sein? Eine Frage. Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Am Do., 31.8., besuche ich das Stück «Moby Dick im Wohlensee» (19.30 Uhr), um eine Geschichte zu sehen, die ich immer lesen wollte. Dazu gekommen bin ich doch nie. 2. Am Di, 5.9., schaue ich in Bern im Kino Rex «Paris, Texas» (18 Uhr). Harry Dean Stanton in der Hauptrolle ist Grund genug. 3. Im Kornhausforum schaue ich mir die Ausstellung zu Kurt Wirth an (bis 7.10.), weil mich Grafik interessiert – und um gleich noch all meine ausgeliehenen Bücher in die Kornhausbibliothek zurückzubringen. Vernarrt in Federn Die Vernissage von Floh von Grünigens gezeichneten Vogelbeobachter-Porträts läutet den Themenmonat «Birders» im Naturhistorischen Museum ein. NMBE, Lisa Schäublin Sein Interesse für Vögel sei erst mit 31 Jahren geweckt worden, als er das Thema mit seinen Schülerinnen und Schülern behandelte, sagt Floh von Grünigen. «Mein Grossvater war ein leidenschaftlicher Vogelbeobachter, das hat mich als Kind immer beeindruckt», so der Berner Künstler und Musiker, der auch als Lehrer arbeitet. «Schade, kann ich mich nicht mehr mit ihm darüber austauschen.» Von Grünigen forschte zunächst im Internet und stiess auf eine Webseite, auf der Hobby-Ornithologen ihre Beobachtungen erfassen: «Da wird aufgezeichnet, welche Vögel wo gesichtet wurden.» Auf Grund dieser Statistiken begann er, die «Birders» nach seiner Vorstellung zu porträtieren. Später kontaktierte er die Personen und bat sie um ein Foto. Auf den Zeichnungen sind meist zwei Personen abgebildet. «Einmal aus meiner Fantasie und einmal nach Fotovorlage.» Ode an die Sumpfohreule Mit der Vernissage der Zeichnungen wird der Themenmonat «Birders» Vogelfreunde unter sich: Floh von Grünigen mit seinen Porträts von Hobby-Ornithologen, den «Birders». im Naturhistorischen Museum eingeläutet. Neben Gesprächen mit Experten und Führungen gibt die Band Schöftland, der von Grünigen angehört, ein Konzert. Auch in der Musik des Duos spürt man Vogelbegeisterung: Da heisst es etwa im Lied «Du musst es mir nicht zweimal sagen»: «Da wo eben noch die Sumpfohreule jagte / Ist jetzt nur noch frische Luft». Diese Eule befindet sich auch auf dem Cover von Schöftlands letzter Platte «13 neue Lieder». Lula Pergoletti Naturhistorisches Museum, Bern Vernissage: Do., 31.8., 19 Uhr Veranstaltungen bis 17.9. www.nmbe.ch Politkrimi «Das heilige Experiment» über die Jesuitenvertreibung aus Paraguay läuft am Theater Orchester Biel Solothurn. «Das heilige Experiment» des österreichischen Dramatikers Fritz Hochwälder schlug ein, wie Max Frisch es in einem Brief vorausgesagt hatte. Das Stück habe ihn «in äusserster Spannung gehalten», sei «dramaturgisch von beneidenswerter Meisterschaft» und er könne sich denken, «dass es auf der Bühne von beklemmender Wirkung ist». 1943 wurde es am Städtebundtheater Biel-Solothurn, dem heutigen Theater Orchester Biel Solothurn, uraufgeführt. Zum Saisonstart zeigt es die Schauspielleiterin Katharina Rupp als Politkrimi mit Parabelcharakter. Hochwälder, dessen jüdische Eltern im Nationalsozialismus deportiert und umgebracht wurden, war 1938 in die Schweiz geflüchtet. Das Stück spielt innerhalb eines Tages am Jesuitenkolleg in Buenos Aires, wo ein Gesandter der spanischen Krone das jesuitische Missionsgebiet in Paraguay untersuchen soll, das die Indigenen nicht wie Sklaven behandelte. «Schluss mit diesem Experiment, das uns gefährlich wird!» 1767 liess der spanische König Karl III. die Jesuiten, denen er Unruhen zur Last legte, aus dem Kolonialreich vertreiben. Céline Graf Stadttheater Biel und Solothurn Premiere in Solothurn: Sa., 2.9. 19 Uhr. Vorstellungen in Biel und Solothurn bis 7.11. www.tobs.ch