BLATTWERK AUSGABE 02*2017

rabold

BLATTWERK ist die offizielle Programm-Zeitschrift des Offenen Hauses Oberwart. Essays zu kultur- und gesellschafts-relevanten Themen, Interviews zum aktuellen Geschehen und Beiträge der im OHO ausstellenden KünstlerInnen ergänzen die vierteljährliche Programm-übersicht bzw. nehmen darauf Bezug.

P. b.b. GZ 03Z034.973 M Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart Josef 3/2017 Bildausschnitt: ERWIN MORAVITZ

BLATTWERK

ZEITSCHRIFT FÜR KUNST UND KULTUR AM ORT

+ OHO-PROGRAMM SEPTEMBER BIS NOVEMBER 2017

02*2017

IN DER STRENGEN KAMMER BUCH

Ein Essay von Katharina Tiwald

EIN EINZIGES LEBEN

Neues Theaterstück der Theaterinitiative Burgenland

DAS BÜCHERHAUS XXL

Die Buchwochen im Offenen Haus Oberwart

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10

16


Reine Energie ermöglicht

saubere Ersparnis.

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Ich bin

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LIEBE FREUNDINNEN

UND FREUNDE DES

OHO

INHALT

04 OHO-Programm

06 In der strengen Kammer Buch.

Ein Essay von Katharina Tiwald

07 Hinter den Kulissen

08 Buchtipps

09 Das OHO war verlängertes

Wohnzimmer, nur ohne Mama

DIE SCHWERKRAFT EINES MYTHOS: HEIMAT

„Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.“ In einem Artikel zum Thema

„Wird die Kunst ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht?“ befasst

sich die Philosophin Lisz Hirn mit der Frage nach der gesellschaftsverändernden

Wirkung von Kunst. Gibt es diese? Lässt sich politische Wirkung

bewusst steuern? Ist das die Aufgabe von Kunst?

Dabei lauten die Fragen, die wir uns in diesem Zusammenhang heute stellen

sollten, auch noch anders: Flüchtet sich die Kunst ins Establishment, in die

Beliebigkeit, in rein ästhetische und anerkannte künstlerische Formalismen,

in die Funktion des Feigenblattes für eine (wirtschafts-)liberale Gesellschaft?

Fragen zu stellen mit künstlerischen Mitteln, so versteht das OHO, Werkstätte

und Plattform für zeitgenössische Kunst in Oberwart, seine programmatische

Aufgabe. Mit der Ausstellung „Sehnsuchtsort Heimat“, die zeitgleich

mit den Buchwochen im OHO eröffnet wird, und mit künstlerischen

Interventionen, „Heimatge(h)dicht“, in der Stadt Oberwart möchten wir

dem Ausverkauf des Begriffes Heimat etwas entgegenstellen – ganz im Sinne

unseres programmatischen Zweijahresthemas „Die Schwerkraft eines

Mythos: Heimat“.

Am Schluss des Reigens künstlerischer Arbeiten zum Thema Heimat werden

wir diese Heimat(en) bewandern, einkochen und sie uns einverleiben; immer

der Tatsache gedenkend, dass, wenn von Heimat geredet wird, jeder etwas

anderes fühlt, hört, spürt und denkt, aber alle glauben, vom Selben zu reden.

10 Erinnerung erarbeiten.

Ein einziges Leben –

das neue Theaterprojekt der

Theaterinitiative Burgenland

12 Bewusst hinschauen.

Interview mit Regisseurin

Katrin Hammerl

13 ... und was lesen Sie?

16 Das Bücherhaus XXL.

Buchwochen im OHO

20 Humor hat mein Leben gerettet.

Interview mit dem aus Burundi

stammenden Kabarettisten SOSO

21 Juwelen der Region

22 Wird Kunst ihrer gesellschaftlichen

Verantwortung gerecht?

Ein Essay von Lisz Hirn

24 „Eine Begegnung“ – Ausstellung

Erwin Moravitz und Bernd

Romankiewitz + Interview

26 Gustotipps

Nicht unerwähnt bleiben sollen die neueste Theaterproduktion der Theaterinitiative

Burgenland, eine Werkstattproduktion der Güssinger Jungregisseurin

Katrin Hammerl, und ein Junge-Kunst-Special mit jungen burgenländischen

Künstlerinnen und Künstlern in Zuge des Zooming Culture Festivals. Weitere

Informationen finden Sie im Inneren dieses Heftes, das wir wieder mit viel

Sorgfalt für Sie gestaltet haben.

Mit unserem Artikel zu Kunst und Gesellschaft rufen wir zu einer umfassenden

Diskussion zum Thema auf und freuen uns über Reaktionen – auch zu

anderen Artikeln – in Form von Leserbriefen.

Impressum: Medieninhaber und Verleger: Offenes Haus Oberwart,

A-7400 Oberwart, Lisztgasse 12, Telefon +43 (0)3352– 38555; DVR 0648281; ZVR

387081290; Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnr.: GZ 03Z034973 M;

Druck: Druckerei Schmidbauer, Oberwart;

Fotos: zVg, Shutterstock; Gestaltung: RABOLD UND CO. / www.rabold.at;

Redaktionelle Mitarbeit: Lisz Hirn, Alfred Masal, Wolfgang Millendorfer,

Mag. Ursula Neubauer, Katharina Tiwald, RABOLD UND CO.

Lektorat: Sandra Grosz-Jusinger

Stand bei Drucklegung, Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.

Herzlich,

Alfred Masal

Geschäftsführer Offenes Haus Oberwart

Kontakt zu unserer Redaktion: blattwerk@oho.at

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DETAILLIERTE Informationen

zu DIESEN UND WEITEREN

Veranstaltungen auf

www.OHO.at

ODER telefonisch unter

+43 (0)3352 – 38555

Falls nicht anders angegeben, finden

alle Veranstaltungen im OHO statt.

Do., 14.9.

19:30 Uhr * Dieselkino Oberwart

GESCHWISTER

Filmpräsentation mit anschließender Diskussion

Eintritt: € 8,– (freie Platzwahl)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Dieselkino Oberwart

AUSSTELLUNG

SEHNSUCHTSORT

HEIMAT

Der Film erzählt die Geschichte von Ada und Mikhail,

einem Geschwisterpaar aus Moldawien, das sich

auf eine gefährliche Flucht durch Europa Richtung

Deutschland begibt. Mit nichts als einem Sack

Heimaterde und einem gemeinsamen Ziel vor Augen

flüchten sie Richtung Deutschland. Eine Odyssee

durch Europa beginnt.

Regie: Markus Mörth

Details zur Diskussion siehe www.oho.at

Sa., 23.9.

20:00 Uhr

EIN EINZIGES LEBEN

Theater / Uraufführung / Premiere

Eintritt: VVK € 16,– / AK € 18,–

WEITERE VORSTELLUNGEN:

Fr., 29.9. * 20:00 Uhr

Sa., 30.9. * 20:00 Uhr

So., 1.10. * Matinee * 11:00 Uhr

Eine Produktion der Theaterinitiative Burgenland

in Kooperation mit dem OHO

So., 8.10.

17:00 Uhr

DAS BÜCHERHAUS XXL – SEHNSUCHTSORT HEIMAT

Eröffnung der OHO-Buchwochen 2017

Ausstellungseröffnung „Sehnsuchtsort Heimat“

Verleihung Energie Burgenland Literaturpreis

Eintritt frei

do.,12.10.

19:30 Uhr

SUSANNE SCHOLL UND PETRA PIUK

Lesungen aus den neuesten Werken

Eintritt: VVK € 5,– / AK € 8,–

Fr.,13.10.

19:30 Uhr

FRANZ STANGL

„KELLERGASSENTOD – EIN CSATERBERG-KRIMI“

Lesung

Eintritt: freie Spende

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der edition lex liszt 12

Sa., 14.10.

20:00 Uhr

SOSO

Kabarett

Eintritt: VVK € 16,– / AK € 18,–

(ermäßigt VVK € 14,– / AK € 16,–)

Do.,19.10.

19:30 Uhr

WOLFGANG MILLENDORFER

UND THEODORA BAUER

Lesungen aus den neuesten Werken

Eintritt: VVK € 5,– / AK € 8,–

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SEPTEMBER BIS NOVEMBER 2017

Sa., 21.10.

ab 19:00 Uhr

HEIMAT VERZEHREN – EIN GASTMAHL

Kulinarischer Event mit Lesung und Musik

Musik: Otto Lechner

Unkostenbeitrag: € 20,– (ermäßigt € 17,–)

Mi., 25.10.

20:30 Uhr

KAMAPARTY

DJ-Clubbing

Eintritt: AK € 6,–

DJ: Ewald Tatar

First Floor: Michi Graf

Door: Gottfried Piff

Sound & Light: Gerhard Pekarek

Gastro Café: OHO

Gastro Saal: Harry Kahr + Kahr & K Eventcatering

Video: Georg Müllner

Trademarks & Domains: Elke Kuch & Ewald Tatar

Die Kamaparty ist RAUCHFREI.

Geraucht werden kann ausschließlich im Gastgarten.

Gastveranstaltung

Fr., 3.11.

19:30 Uhr

ERWIN MORAVITZ

UND BERND ROMANKIEWITZ

„EINE BEGEGNUNG“

Ausstellungseröffnung

Eintritt frei

do.,9.11.

19:30 Uhr

MARLEN SCHACHINGER UND HAMED ABBOUD

Lesungen aus den neuesten Werken

Eintritt: freie Spende

Eine Veranstaltung des Burgenländischen PEN-Clubs in

Kooperation mit dem Zonta Club und dem OHO

MASCHEK

Sa., 18.11.

JUNGE KUNST

ZOOMING CULTURE SPECIAL

19:00 Uhr

Ausstellungseröffnung

20:00 Uhr

Konzert mit: GARISH, FABER, KAIKO

Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Kulturabteilung des Landes Burgenland

Gastveranstaltung

Sa., 25.11.

20:00 Uhr

SOPHIE GEHT DEN BACH RUNTER – SOLO

Cello-Konzert mit Sophie Abraham

Eintritt: VVK € 14,– / AK € 16,–

(ermäßigt VVK € 12,– / AK € 14,–)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem

Verein KIBu (Komponisten Interpreten Burgenland)

Fr., 1.12.

20:00 Uhr

MASCHEK. DAS WAR 2017

Der groß angelegte Jahresrückblick 2017

Kabarettpremiere und After-Show-Party mit DJ DSL

Eintritt: VVK € 19,– / AK € 22,–

(ermäßigt VVK € 17,– / AK € 20,–)

Foto: Alexi Pelekanos

Werden Sie Fan unserer Facebook-Seite und erhalten Sie so aktuelle Infos zu Veranstaltungen und vielem mehr. www.facebook.com / offeneshausoberwart

In ihrem Roman „Martiniloben“ entwirft Marlen

Schachinger ein Gesellschaftsbild der näheren Zukunft –

eines, in dem die Ereignisse rund um die „Flüchtlingskrise“

von 2015 um die eine Schraube weiter angedreht sind.

* Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,

Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge,

Studentinnen und Studenten, Zivil- & Präsenzdiener.

Hamed Abboud, der syrische Autor, der nach seiner

Ankunft in Österreich zunächst im Südburgenland lebte,

hat mit „Der Tod backt einen Geburtstagskuchen“ einen

zweisprachigen, bereits sehr erfolgreichen Band vorgelegt.

Assoziativ, bildstark, mitunter fantastisch berichtet

Abboud über seine Flucht aus Syrien nach Österreich.

THEATER

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In der

strengen Kammer

von Katharina Tiwald

Buch

Statler und Waldorf. Manchmal fühle ich mich wie Statler

und Waldorf. Vielleicht können Sie die Namen nicht zuordnen

– aber gesehen haben Sie die beiden älteren Herren,

den Schnauzbärtigen, den Hexennasigen, bestimmt: auf

dem Balkon der Muppet Show. Gift versprühend.

Literatur.

Der Herbst will es, dass überall Literatur passiert. Literatur

mit einem großen L. Wichtig, großartig, „Abenteuer im

Kopf“, man pilgert nach Frankfurt, die Feuilletons platzen,

Seilschaften formieren sich (es ist unmöglich, den Redaktionen

Objektivität in der Auswahl der zu rezensierenden

Werke zuzuschreiben: wie denn auch, wenn die Schreibtische

übergehen in Leseexemplaren?) – das Publikum soll

kaufen. Nach Weihnachten kommt so verlässlich wie das

Ende von der Salami die zwischen Bedrücktheit und Erleichterung

oszillierende Meldung aus dem Buchhandel

von Umsatzzahlen, die eh noch irgendwie so zu deuten

sind, dass wir in der Art von Abendland leben, auf das wir

so stolz sind.

Die Wirklichkeit findet wie immer anderswo statt – und ich

meine gar nicht die buchlose Wirklichkeit, wie sie von den

Intellektuellenhasser_innen im Land pausenlos beschworen

wird und wie sie tatsächlich für jene 17,1 Prozent jener

Österreicher_innen zwischen 16 und 65 aussehen mag, die

als funktionale Analphabet_innen gelten.

Die Wirklichkeit hat damit zu tun, dass Goethe keine Frau

war, Max Frisch (zum Beispiel) einen guten Lektor hatte,

der tief in die Texte eingriff; sie hat damit zu tun, die Wirklichkeit,

dass auf der ganzen Erde schreibende Menschen

ihre Texte immer wieder auswendig lernten, bevor sie sie

verbrannten, der Sicherheit wegen; sie hat damit zu tun,

dass erfolgreiche Jungautor_innen gern YouTube-Videos

durchzappen und es einen Menschen namens Grimmelshausen

gab, der in den Dreißigjährigen Krieg zog. Es gibt

keine Menschen auf Sockeln. Jeder nachträglichen Erhabenheit

geht ein echtes Leben voraus – manchmal eines, in

dem um das geschriebene Wort gerungen werden musste,

manchmal sogar eines, in dem es erblutet wurde.

Was für ein Zirkus, sagt da der Statler in mir, wenn es wieder

Herbst wird, die Facebook-Accounts von Autor_innen

glühen und in Frankfurt der „Weltrekord im Bücherdomino“

(sic) aufgestellt wird (so geschehen 2015). Mein Waldorf hat

aufgehört, in Frankfurter-Buchmesse-Nähe Feuilletonartikel

zu konsumieren.

Denn „die“ Literatur ist dort, wo die fein gesponnene, echte,

sternbehimmelte, stinkende, herzzerreißende Wirklichkeit

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ist. Wenn wir den bildungsbürgerlichen Ballast zur Seite fegen, der uns all

die großen Namen verdunkelt – Shakespeare zum Beispiel –, und wirklich

wieder das tun, wozu all das Geschriebene da ist, nämlich: es zu lesen, dann

wird sich genau diese Wirklichkeit auftun, in der jede gute Literatur fußt. Sie

hat mit den Würstelessern an der Bude genauso viel zu tun wie mit der Frau

Professor an der Universität: Herzen sind Herzen. Gute Literatur erzählt uns

auch nach dreitausend Jahren von den brennenden Themen des Lebens,

vom Lieben und Sterben, vom Hassen und Vergeben, von der Verzweiflung

und vom lauten und stillen Glück. Aber eines muss schon passieren: Lesen.

Deswegen schaudert mich ein bisschen, wenn das Reden über das Lesen

schließlich auf den Begriff des „Abenteuers“ hinausläuft; wenn Lehrer_innen

sich überschlagen (müssen), um die Junioren nicht durch die Zumutung von

Lektüre an die Smartphones dieser Erde verloren zu geben; wenn alles nur

fun und flüssig sein soll (Peter Truschner berichtete 2013 in einem Artikel

im „Standard“ von einem Satz seines Lektors: „Sie sind sich schon darüber

im Klaren, dass das kein Buch werden wird, das eine Frau gerne im Urlaub

mit an den Strand nimmt?“).

In Wahrheit ist Lesen nämlich Arbeit. Es vergeht Zeit, die Muskeln schmerzen,

man wird müde, manche Sätze sind, huch, lang. Aber Sport zum Beispiel

macht ja auch nur dann Freude, wenn man sich ein bisschen verausgabt.

Sich an die Grenze treibt. Lesen muss man verlangen dürfen, von sich, von

anderen, auch in den Schulen: Und wenn das betreffende Publikum, die

Kinder eben, für nicht in der Lage befunden wird, Literatur aufzunehmen

(wie oft habe ich mich über den Satz „Naa, für unsere Kinder is des nix“

geärgert), dann ist eben die Dosis herunterzuschrauben. Im Klartext: Auch

in einer NMS kann man Kafka und Lessing lesen – dann eben in Absätzen

(ich darf das sagen, ich habe es ausprobiert). Ich habe Statler und Waldorf

gefragt. Sie haben mich ausgelacht. Aber nachher sind sie einzeln zu mir

gekommen und haben mir zugeflüstert, dass ich recht habe.

Natürlich hocken Statler und Waldorf jeweils rechts und links auf meinen

Schultern, wenn ich am Schreibtisch sitze. Jetzt, in diesem Moment, sind

ihre Tiraden nicht so schlimm: Schließlich schreibe ich über sie, sie fühlen

sich geschmeichelt. Aber wehe, der Roman ist dran, durch den ich pflüge

wie durch einen Acker, von dem ich nicht weiß, wo er endet. Wer ist denn

auf die Idee gekommen, am Ende eines Regenbogens warte das Gold?

Nein, es wartet am Ende des Ackers. Wenn überhaupt. Alles nicht Konfetti,

alles nicht in Beton gegossen, sondern abgeschaut vom Leben, abgetrotzt,

ausgequetscht – und erträumt. Während mein Schultergürtel schmerzt: von

den zwei Alten, die schimpfend darauf auf und ab hüpfen.

Ich arbeite also vor mich hin, nebenbei passiert mein Leben mit allem, was

andere Leute auch leben. In meinem Inneren und im Inneren meines Computers

entsteht inzwischen etwas, das ich im Konzept als „Schelmenroman“

bezeichnet habe, die Geschichte eines Auswanderers aus dem Burgenland,

der 1922 zunächst nach Wien geht, dort in die Machenschaften eines ...

aber ich will nicht zu viel verraten. Bis das Ding zwischen zwei Deckeln in

den Buchhandlungen liegen wird, sind große Hürden zu nehmen, zumal

der Verlag, in dem mein erster Roman erschien, beschlossen hat, keine

Belletristik mehr zu publizieren. Das heißt: Ein neuer Verlag muss gefunden

werden. Viele haben mir schon auf die Schulter geklopft (und wahlweise

Statler oder Waldorf runtergeschubst): Das wirst du sicher schaffen. Ja.

Aber: Inzwischen reden Lektorate von großen Verlagen mit, schon während

das Buch entsteht. Themen werden abgelehnt, Zielgruppen berechnet; auf

einen Auszug, den ich mitsamt Konzept verschickte, kam die freundliche

Antwort, ich solle vielleicht doch lieber keinen Schelmenroman schreiben.

Statler meint, ich soll auf all das sch... . Waldorf zetert gegen die Literatur„landschaft“.

Ich sitze inzwischen in der strengen Kammer – und ein

Buch entsteht, auf krummen, verschlungenen Wegen. Weil es sein muss.

HINTER DEN

KULISSEN

Im Interview mit Verena Florian,

Unternehmerin, Vernetzerin

und Bezirksrätin im 2. Wiener Gemeindebezirk –

nun auch OHO-Vorstandsmitglied

Liebe Verena, welchen Zugang hast du zum OHO?

Was hat dich dazu bewegt, nun Vorstandsmitglied

zu werden?

Ich bin seit relativ kurzer Zeit im Burgenland, ursprünglich

komme ich aus Graz. Ich entstamme einer Kinofamilie,

mein Urgroßvater war einer der Ersten in Österreich,

die einen Kinematographen der Gebrüder Lumière hatten,

und ist damit durch die K.-u.-K.-Monarchie gezogen.

Er hat in Graz das Annenhofkino und mehrere andere

kleinere Kinos gebaut und zwischendurch auch Varieté

gemacht, als sie ihm die Kinokonzession entzogen, um

sie Kriegsversehrten zu geben … Ich habe dieses Gen der

Schausteller, der Menschen, die anderen was vorführen,

offensichtlich in meinem Blut … Und ich weiß auch um

all die Schwierigkeiten rund um so einen Betrieb, der

ein niveauvolles Programm bieten will, aber auch wirtschaftlich

geführt sein soll.

Was mich am OHO fasziniert: Dass es diese Institution

seit bald 40 Jahren in dieser Region gibt und dass es ein

so spannendes Programm macht, das großteils aus Eigenproduktionen

auf hohem kulturellem Niveau besteht!

Wird es Neuerungen im OHO geben, was ist

dein Ziel in den nächsten zwei Jahren?

Ich bin erst seit Kurzem dabei, wir werden uns alle mal

im September zusammensetzen in einer Klausur und

dann besprechen wir die weitere Zukunft. Wenn wir

davon ausgehen, dass der Name Programm ist, dann

wird es auch weiterhin ein vielfältiges Angebot geben.

Zu welchem Kunstbereich fühlst du dich am

meisten „hingezogen“? Gibt es einen Künstler,

der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Das Theater! Da feiert das OHO ja auch sensationelle

Erfolge, denken wir nur an das furchtbar aktuelle Theaterstück

71, das jetzt in einer eigenen Version „Atmen.

Aus. Atmen.“ im Rahmen des Forum Alpbach ebendort

aufgeführt wird. Und da schauen von unserem Bundespräsidenten

abwärts alle politischen Größen dieses

und anderer Länder zu. Ich hoffe, es regt sie zum Nachdenken

an. Denn das kann und soll Kultur: aufwecken,

aufrütteln. Darin sehe ich auch die Aufgabe des OHO.

Mag. a phil. Verena Florian, verheiratet, zwei erwachsene

Töchter, lebt in Wien und im Südburgenland, Welgersdorf.

Hier hat sie mit ihrem Mann Matthias den ehemaligen

Greißler gekauft, in dem sie Seminare und Ausbildungen

veranstalten: www.florians.eu

7


Vortrefflich

belesen

Die Blattwerk-Bücherecke informiert Sie in jeder Ausgabe

über interessante Neuerscheinungen. Diesmal für

Sie gelesen und wärmstens empfohlen von Herta Emmer

von „buchwelten“ in Oberpullendorf (Tipps 02–06).

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IM MONAT DER

SEIDENRAUPE

Sophie Reyer

Sophie Reyer nennt ihren poetischen

Zyklus „Im Monat der Seidenraupe“ eine

lyrische Entpuppung. Der Text arbeitet mit

Mitteln der experimentellen Poesie, wie

beispielsweise listenartigen Wiederholungen,

syntaktischen Brüchen und semantischen

Verfransungen. Gleichzeitig aber

spricht die Autorin existenzielle Themen

wie die der Menschlichkeit, der Liebe und

des Suchens nach Sinn an. Behutsam und

berührend geht sie einem Dasein auf den

Grund, in das der Mensch geworfen ist.

Immer wieder kristallisieren sich Motive

der Suche nach der eigenen Kindheit und

dem inneren Kern – die Frage nach dem

Hineingeborensein – in was? – heraus.

01 Im Monat der Seidenraupe

Sophie Reyer

edition lex liszt 12

ISBN: 978-3-99016-128-9

€ 18,–

(zzgl. Versand)

Erhältlich unter www.lexliszt12.at und

im gut sortierten Buchhandel.

WO NOCH LICHT

BRENNT

Selim Özdogan

Einfühlsamer Roman über Heimat, kulturelle

Identität und das Leben zwischen

zwei Welten.

Es ist das Leben einer beeindruckenden

Frau, das Selim Özdogan mit viel Gefühl

und Poesie, aber ohne Sentimentalität

schildert. Ein Leben, das geprägt ist von

Melancholie und Trennung ebenso wie von

Warmherzigkeit und Anteilnahme. Er gibt

damit jenen Frauen eine Stimme, die wir als

kopftuchtragende Mütter und Großmütter

aus dem Bus oder dem Supermarkt kennen,

deren Alltagswelt den meisten jedoch

unbekannt bleibt. Ein zutiefst menschlicher

Roman und ein wirksames Gegengift in unserer

von Vorurteilen und Fremdenangst

bestimmten Zeit.

„Heimat sind für mich Menschen, Literatur

und Musik.“ Selim Özdogan

02 Wo noch Licht brennt

Ein zutiefst menschlicher Roman über

das Leben einer Frau zwischen

Deutschland und der Türkei

Selim Özdogan

Hamon Verlag

ISBN 978-3-7099-7299-1

€ 22,90

Herta Emmer:

„Mein persönliches

Buch des Jahres.“

03 EIN

GUTER

MENSCH

Jürgen Bauer

Septime 2017

€ 22,-

„Sehr großartige

Dystopie eines

geborenen

Burgenländers.“

04 MARIA

THERESIA

Die Macht

der Frau

Elisabeth

Badinter

Zsolnay 2017

€ 24,70

05 POEMS

Roland

Hagenberg

Shoshi Maimai

Verlag, Tokyo

2017

€ 14,95

06 HEALING

KITCHEN FÜR

DEN MODER-

NEN ALLTAG

Anja Haider-

Wallner;

Ulli Zika

Maudrich 2017

€ 23,60

Erhältlich bei buchwelten –

lesen. schenken. schreiben.

Mag. (FH) Herta Emmer GmbH

7350 Oberpullendorf, Hauptstr. 8

www.buchwelten.at


„DAS OHO WAR

VERLÄNGERTES WOHNZIMMER,

NUR OHNE MAMA!“

Aufgewachsen ist er praktisch ums Eck. Das Jugendhaus war

für ihn Proberaum, musikalisches Sprungbrett und politische

Denkschule zugleich. Heute ist das OHO ein Kunde des

gelernten Schriftensetzers. Der ewig junge Thomas Barabas –

begnadeter Schlagzeuger, erfolgreicher Unternehmer

und OHO-Stammgast der ersten Stunde.

Sein erstes Schlagzeug kaufte er sich im Alter von 13

Jahren – heimlich, was die Eltern mit der Frage „Bist

jetzt scho komplett deppat?“ quittierten. Musik wurde schon

sehr früh zur großen Leidenschaft des kleinen Thomas

Barabas. Nur „ein Kind mit Schlagzeug war in der Oberwarter

Andreas-Hofer-Gasse nicht sehr beliebt.“ Zwei Jahre

später dann die Erlösung für alle angehenden Stromgitarristen,

Rockstars in Ausbildung und Wohnungs-Schlagzeuger:

Quasi ums Eck öffnete das sogenannte Jugendhaus

erstmals seine Pforten – für Thomas der ideale Platz, um

ungestört zu üben und mit Gleichgesinnten die Bühnen

dieser Welt zu erobern. „Wir waren täglich im Jugendhaus.

Es war unser verlängertes Wohnzimmer, nur halt ohne

Mama.“ Überhaupt entwickelte sich das Jugendhaus rasch

zu einem beliebten Treffpunkt, vor allem auch für Kinder

aus der benachbarten Siedlung.

Genauso rasch jedoch geriet das Jugendhaus in Verruf.

„Linkes Publikum, lauter Langhaarige, duat kummt des

Haschisch aus der Wossaleitung“, gibt Thomas Barabas

die damals gängige Meinung der Oberwarter wieder, und

auch die Tatsache, dass so unverdächtige Persönlichkeiten

wie Arno Truger oder Renate Holpfer die jungen Menschen

im Jugendhaus betreuten, änderte daran nichts. Noch

schlechter als der Ruf war der bauliche Zustand des Hauses,

das dem Bundesheer und der BEWAG lange Zeit als

Lager diente. „Ich hab mir als Lehrling dann einmal Urlaub

genommen, um mit einem Freund die Elektroinstallation

im Saal zu erneuern.“ Nicht ganz ohne Eigennutz, denn

trotz mancher Widrigkeiten etablierte sich das Jugendhaus

zu einem Aufführungsort für bekannte Bands wie

z.B. Minisex. Davon profitierte wiederum der aufstrebende

Schlagzeuger, der mit seiner damaligen Band „Nuconie“ als

Vorgruppe auftreten durfte.

Hand in Hand mit der musikalischen Entwicklung ging auch

die persönliche Entwicklung des Oberwarters. „Natürlich

hat das Jugendhaus und später dann das OHO einen Einfluss

auf mein Denken und auf meine Weltanschauung

ausgeübt. Mein Vater ist gestorben, als ich 15 war. Ein Peter

Wagner war für mich wie eine Art Ersatzvater. Er war 10

Jahre älter als ich, ist einfach auf eine Bühne gestiegen

und traute sich eine Botschaft ins Mikro zu sagen. Das war

schon prägend.“ Barabas blieb dem Haus auch treu, als es

schon längst nicht mehr Jugendhaus, sondern mittlerweile

Offenes Haus Oberwart hieß. Jahre später und ein paar

Häuser weiter machte sich der gelernte Schriftsetzer dann

selbstständig – mit einem Grafik- und Beschriftungsunternehmen,

das seinen Namen trägt. Und das OHO wurde

sogleich ein Kunde, indem es sämtliche Plakate, Einladungen

und andere Drucksorten bei Barabas in Auftrag gab.

Naheliegend, im wahrsten Sinne des Wortes, und einfach,

weil der Musiker Thomas Barabas immer schon ein- und

ausging im OHO.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der „Tommi“, wie

ihn seine Freunde nennen, spielt nach wie vor dort und

besucht auch immer wieder Veranstaltungen. „Ich glaub,

ich hab im OHO mehr Benefiz gespielt als bezahlte Gigs“,

lacht er und betont gleichzeitig, wie wichtig ihm das OHO

als Institution ist. „So eine Einrichtung gehört unterstützt,

es gibt nichts Vergleichbares in der Gegend.“ Umso mehr

tut ihm leid, dass es noch immer keinen Pächter für das

OHO-Café gibt.

9


ERINNERUNG

ERARBEITEN

„Ein einziges Leben“ heißt das Stück, das in

diesem Jahr von der „Theaterinitiative Burgenland“

in Kooperation mit dem OHO produziert wird.

Erarbeitet und inszeniert werden Erinnerungen und

Erlebnisse burgenländischer Jüdinnen und Juden,

die vor und während des Zweiten Weltkrieges

vertrieben wurden.

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Von Ursula Neubauer

Fotos: Sabine Maier


WEITERE VORSTELLUNGEN

Fr., 29.9. * 20:00 Uhr

Sa., 30.9. * 20:00 Uhr

So., 1.10. * Matinee * 11:00 Uhr

Offenes Haus Oberwart

HIER UND NICHT

IM IRGENDWO

Es ist 2001, als die Burgenländische Forschungsgesellschaft

Interviews mit fast 40 Jüdinnen und Juden führt. Mit Jüdinnen

und Juden, die aus dem Burgenland vertrieben worden

sind. In einem Buch werden ihre Lebensgeschichten zusammengefasst.

Heute greift Regisseurin Katrin Hammerl diese

Interviews wieder auf und entwickelt das Theaterstück „Ein

einziges Leben“ daraus. Ein semi-dokumentarisches Stück,

in dessen Inszenierung auch Ausschnitte aus den Originalvideos

einfließen.

Die Regisseurin konzentriert sich auf die Zeit vor dem

Krieg und auf die Rückkehrerfahrungen der Befragten.

Die Kriegsgeschichten und wie es war, sich im Ausland

ein neues Leben aufzubauen, spart sie bewusst aus. Sie

will vielmehr wissen, wie das Leben für die Jüdinnen und

Juden im Burgenland vor dem Krieg war, und zeigen, wie

unterschiedlich Lebensrealitäten aussahen. Geeint durch

das gemeinsame Schicksal. Geeint durch die gemeinsamen

Orte, an denen sie lebten. Und auch wenn viele Einzelheiten

viele Bilder ergeben und ein großes Ganzes entsteht,

so kann es dieses trotzdem nur bedingt geben, denn alles

hat immer viele Seiten, sagt Katrin Hammerl: „Es geht mir

um den Blick auf diese unterschiedlichen Erfahrungen. Die

einen sagen, ,der Antisemitismus war stark, andere, ich hab

ihn nicht gespürt´. Die einen sagen, ,Ich komme gern nach

Österreich und werde gut aufgenommen´, die anderen

,Ich halt´s nicht aus, weil Vorurteile sind noch immer da´.“

Weil die gebürtige Oberwarterin Katrin Hammerl (aufgewachsen

in Güssing) Lust hatte, sich mit Geschichten aus

dem Burgenland zu beschäftigen, die sie noch nicht kannte

und über die auch nicht viel gesprochen wird, entsteht

ein Stück, das mit seiner Ortsbezogenheit auch für Brisanz

sorgen kann. Denn Ortsnamen werden bewusst nicht ausgespart.

„Das ist schon speziell“, gibt die Regisseurin zu.

Würde das Stück woanders inszeniert werden, wäre es

wahrscheinlich ein anderes Stück, denkt sie: „So habe ich

den Vorteil, dass man sofort Bilder vor Augen hat, wenn

man z.B. ,Großpetersdorf‘ hört“, sagt Hammerl. „Und ob

sich die Leute dann angegriffen fühlen – das hoffe ich eigentlich

schon. Angegriffen oder zumindest betroffen.“

Dabei geht es ihr nicht um Täter-Opfer-Geschichten, erklärt

sie. Sondern ums Aufzeigen, wie unterschiedlich Geschichte

erlebt wurde bzw. erzählt wird. „Wenn es z.B. um die

Rückkehr geht – da gab´s Begegnungen, bei denen jemand

herzlich aufgenommen wurde, und welche, wo klar war,

dass jemand antisemitisch geblieben ist. Alles hat einfach

immer ganz viele Seiten.

Weil Katrin Hammerl überzeugt ist, dass wir alle mit der Geschichte

verbunden sind und Verdrängung immer schwerer

etwas löst als Erinnerung, stellt sie die Frage eben danach:

Wie können wir Burgenländerinnen und Burgenländer Zugang

zu dieser Erinnerung bekommen?

Die beiden Schauspielerinnen Anna Kramer und Elisabeth

Veit sowie der Schauspieler Kilian Klapper setzen sich also

mit Erinnerungen auseinander und bringen sie in Form.

Das funktioniert vor allem über die Sprache – jede oder

jeder spricht ein anderes Deutsch oder Englisch, jede oder

jeder verwendet eigene Ausdrücke. Die Geschichten, die

von den Darstellerinnen und dem Darsteller erzählt werden,

bleiben immer im Sprechduktus der Erinnernden,

werden verfremdet und gleichzeitig in Frage gestellt.

Alles geschieht aus der Perspektive der Zeitzeuginnen und

-zeugen. Zum Teil werden sie auch über Tonband eingespielt.

Chorstellen verdeutlichen, dass einzelne Geschichten

auch eine kollektive Dimension haben können bzw. heben

die Materialhaftigkeit der Sprache hervor. Die Wände des

Raums, in dem sich die Figuren bewegen, sind dünn. Heimelig

gestaltet ist der Raum. Und doch irgendwie durchsichtig.

SA, 23.9.

20:00 Uhr

EIN EINZIGES LEBEN

Theater-Uraufführung / Premiere

Eintritt: VVK € 16,– / AK € 18,–

Regie: Katrin Hammerl

DarstellerInnen: Anna Kramer, Elisabeth Veit, Kilian Klapper

Bühne: Elisabeth Vogetseder

Kostüme: Valentina Mercedes Obergantschnig

Musik: Franco Visioli

Textfassung, Dramaturgie: Katrin Hammerl, Reinhold Stumpf

Dramaturgische Beratung: Stefanie Hackl

Eine Produktion der Theaterinitiative Burgenland

in Kooperation mit dem OHO

11


BEWUSST HINSCHAUEN

Die gebürtige Oberwarterin Katrin Hammerl inszeniert

im OHO „Ein einziges Leben“. Darin geht es um die Erinnerungen

burgenländischer Jüdinnen und Juden,

die vertrieben wurden. Ein Interview.

Von Ursula Neubauer

Wenn Themen der NS-Zeit künstlerisch aufgenommen werden,

sagen manche „Warum schon wieder?“. Warum ist dir

das Thema wichtig?

Für mich ist absolut klar, dass diese Zeugenschaft wichtig ist. Und

ich interessiere mich einfach dafür: Wie erzählt jemand eine Erfahrung,

vor allem wenn es eine schreckliche Erfahrung ist oder

eine, die mit kranken politischen Zuständen zu tun hat? Man lernt

immer etwas dazu.

KATRIN HAMMERL

Wie geht man aus deiner Sicht am besten mit der Geschichte

um?

Ich denke, das Codewort ist „Bewusstsein“. Ehrliche Fragen zu

stellen, die Komplexität von manchen Dingen einfach zu akzeptieren

und sich Zeit zu geben, um etwas zu verstehen, halte ich

für einen guten Weg.

Wird das wichtiger, wenn Populismus wieder zunimmt?

Ja. Ich sehe, dass der Hass teilweise groß ist und auch Ausdruck

findet. Dass in der Politik komplexe Dinge mit sehr einfachen

Parolen aufgefangen werden, halte ich für gefährlich.

Du arbeitest mit den Originalinterviews von Jüdinnen und

Juden, die zum Großteil heute nicht mehr leben. Was hat

dich am meisten berührt?

Ein Detail packt mich immer wieder: Da sagt eine Frau, dass in

ihrem neuen Leben in Südamerika eigentlich alles wunderbar ist.

Sie hat eine Familie gegründet, eine gute Arbeit gehabt. Aber wenn

sie Zeit hat, ist ihr erster Gedanke: Wär´s nicht doch schöner, jetzt

in einem Wald rund um Eisenstadt zu sein und dort die Zeit zu

verbringen? Und besonders lustig find ich eine andere Szene, da

erzählt ein Mann, dass er sich mit der burgenländischen Küche

beschäftigt und wie interessant das sei. Denn man würde ja gar

nicht glauben, was die Leute alles zu Bohnensterz essen. Die einen

machen Gurkensalat dazu und die anderen Apfelkompott.

Solche Originalausschnitte fließen ins Stück ein, woher kam

die Lust, auch dokumentarisch zu arbeiten?

Das ist durch das Thema gekommen. Durch die Recherche habe

ich gemerkt, ich kann die Originalstimmen und Gesichter aus den

Videos nicht rauslassen.

Wenn das Stück in Oberwart aufgeführt wird, wirst du damit

auch zur „Rückkehrerin“ – wie ist es, das im Heimatort

zu erarbeiten?

Ich freue mich einfach darüber. Dass die Geschichten alle aus dem

Burgenland kommen, schafft eine Ortsbezogenheit und gerade

die Frage, wer „darf“ auf welchem Boden leben und wer möchte

darüber bestimmen, ist leider sehr aktuell.

12


... UND WAS

LESEN SIE?

Aus Anlass der bevorstehenden Buchwochen im OHO wollten wir

in einer Umfrage wissen, welches Buch zurzeit auf dem Nachtkasterl

liegt, und haben auch nach Lesegewohnheiten, Empfehlungen und

Lieblingsbüchern gefragt. Herausgekommen ist eine überaus

interessante und abwechslungsreiche Auflistung an Buch-Tipps

und die Erkenntnis, dass das gedruckte Buch noch lange

nicht ausgedient hat.

Katharina Tiwald, Zahling:

„The Big Sleep“ von Raymond Chandler – ein

Klassiker der Kriminalliteratur – und „Der

Kompass“ von Mathias Enard: Es geht um

Orient, Okzident und die Liebe. Und ein kleiner

Teil davon spielt in ... Mogersdorf.

Doris Haas: Meine 2 Urlaubsbücher (in gedruckter Form): „Morgenland“

von Stephan Abarbanell (Anm. Heyne Verlag) und „Mehr als wir sind“ von

Jürgen Neffe (Anm. Verlag Bertelsmann). Mein letztes Buch war „Mord in

Schönbrunn“ von Beate Maxian (Anm. Verlag Goldmann). Ich mag ihren

mitreißenden Schreibstil – und noch dazu in bekannter Umgebung.

Walter, Zuberbach: Ich lese hauptsächlich Krimis, in erster Linie

zur Entspannung. Ein Buch, das mir persönlich sehr gut gefallen hat,

ist „Die Libelle“ von John le Carré. Und für mich kommt nur mehr die

E-Book-Version in Frage oder das Hörbuch, das geht dann nebenbei.

Da aber die Vollversion.

Brigitte, aus der Schweiz (ursprünglich aus Unterwart stammend): Ich lese

gerade von der Stefanie Zweig die 4-bändige Rothschildsaga (Anm. Heyne Verlag),

tolle Bücher, alle 4 eine absolute Empfehlung. Genauso wie die Krimis von Martin

Walker (Anm. Kommissar Bruno, Diogenes Verlag), die hab ich auch sehr gern. Ein

bissl was Anspruchsvolleres ist „In cold blood“ von Truman Capote. Teils lese ich

am Kindle, teils gedruckte Bücher, das kommt sehr auf das Werk an.

Livia Kassabits, Oberschützen:

Ich les meistens mehrere Bücher gleichzeitig

– momentan les ich grad „La dolce Vita“ von

Eleonora Galasso (Anm. Knesebeck Verlag),

ein wunderbares Kochbuch über die römische

Küche und natürlich mit stimmungsvollen

Bildern. Und dann die Autobiografie „How to

murder your life – Selbstporträt eines Hochglanzjunkies“

von Cat Marnell und dann noch

„Good Night Stories for Rebel Girls“ von Elena

Favilli, Francesca Cavallo (Anm. Verlag Penguin

Books). Meine absolute Empfehlung und mein

Lieblingsbuch ist „Die Hütte – ein Wochenende

mit Gott“ von William Paul Young.

Und für mich kommt nur das

gedruckte Buch in Frage.


Elisabeth Lenz, Wien:

Lese gerade >> Der Blick von unten durch die Baumkrone in

den Himmel


BILDAUSSCHNITT: BERND ROMANKIEWITZ

IN DER MITTE

hier sprechen

unsere Gebete

Wirkkraft einer

Flügelspannweite

Gedankenschiffe gaukeln

auf kleeblütrigen Wiesen

Panzerungen durchbrechen

sich wie uns

schlicht entschieden

Kraft ohne Stillstand

Menschen der Stadt

schmelzen sich in die Berge

& Seen ein, unvermisst

vollendet Arbeit geleistet

im Feinspann der Jahrhunderte

Tradition in Fädenknüpfung

universal verwoben

keine Zauberkraft doch

magisch seit die Dinge

der Mitte angehören

Zentrum, nicht Kompromiss

der Weg als Mittel

UNSERE NATUR IST

Susanne Toth


Das

Bücherhaus

XXL

BUCHWOCHEN IM OHO

Der Beginn der Buchwochen am Sonntag wird mit der Eröffnung der Ausstellung

„Sehnsuchtsort Heimat“ und der anschließenden Vergabe des Energie

Burgenland Literaturpreises gewiss zu einem Großereignis.

Ganz im Einklang mit der begleitenden Ausstellung

beschäftigen sich die 11. Buchwochen im Offenen Haus

Oberwart mit dem Thema Heimat und Identität.

Somit verwandeln wir heuer die Buchwochen zu einem

gesamtkünstlerischen Erlebnis. Mittlerweile sind die

Buchwochen mit ihren zahlreichen Lesungen und

Begleitveranstaltungen ein regelrechter Anziehungspunkt

im Veranstaltungskalender von Oberwart.

Neben zahlreichen Lesungen für Schulen bieten wir Ihnen drei Leseveranstaltungen

mit Buchneuvorstellungen. Susanne Scholl und Petra Piuk stellen

gemeinsam ihre Romane vor, „Wachtraum“, der von der Identitätssuche einer

jungen Jüdin in Österreich handelt, und „Toni und Moni, oder Anleitung zum

Heimatroman“. Wolfgang Millendorfer präsentiert seinen gewitzten Roman

„Kein Platz in der Stadt“ gemeinsam mit Theodora Bauer, die in „Chikago“ die

Geschichte burgenländischer Auswanderinnen und Auswanderer erzählt,

und schließlich liest Franz Stangl aus seinem neuesten Kriminalroman, „Kellergassentod“,

der den Csaterberg in den Mittelpunkt stellt. Aber nicht nur im

OHO treffen die OberwarterInnen auf Lesestoff. Zeitgenössische Lyrik unter

dem Motto „Heimatge(h)dicht“ ist während der Buchwochen und darüber

hinaus an allen Ecken und Enden von Oberwart zu entdecken.

so., 8.10.

17:00 Uhr

DAS BÜCHERHAUS XXL

Eröffnung der OHO-Buchwochen 2017

Ausstellungseröffnung „Sehnsuchtsort

Heimat“, kuratiert von Andreas Lehner

mit 8 internationalen KünslterInnen

Verleihung Energie

Burgenland Literaturpreis

Eintritt frei

Begrüßung: BGM Georg Rosner

Eröffnung: Bundesrätin Inge Posch-Gruska

Zu den Ausstellungen:

Andreas Lehner

Zu Heimatge(h)dicht:

Wolfgang Millendorfer und Katharina Tiwald

Energie Burgenland Literaturpreis:

Vorstandsvorsitzender Mag. Michael Gerbavsits

Moderation: Walter Reiss

Büchertische: Buchhandlung Pokorny, Oberwart

Musik: Alfred Lang, Peter Taucher

Anschließend laden wir zu einem Buffet.

ENERGIE BURGENLAND

LITERATURPREIS 2017

1975 von der BEWAG ins Leben gerufen, hat sich der nunmehr von der Energie

Burgenland ausgelobte Literaturpreis schnell zu einem Fixpunkt in der

heimischen Literaturszene entwickelt. Der Literaturpreis wurde – zuerst jährlich,

später alle zwei Jahre – bisher 27 Mal vergeben. Faktisch alle bekannten

AutorInnen des Landes haben ihn – oft in ihrer Jugend – gewonnen. Er ist

somit sowohl Bestätigung als auch Sprungbrett für die Schreibenden und

liefert außerdem einen Überblick über die literarische Produktion im Land.

GESELLSCHAFTSPOLITISCHE VERANTWORTUNG

„Unser Unternehmen ist Teil der burgenländischen Identität und des öffentlichen

Lebens. Wir sehen es deshalb als unsere Verpflichtung an, das

kreative Potenzial im Land zu fordern und zu fördern. Wir freuen uns, dass

das OHO für diese besondere Veranstaltung unser Partner ist“, erklärt Vorstandsvorsitzender

Michael Gerbavsits. Die vierköpfige Jury, seit Jahren

aus Sabine Schmall, Sabrina Hergovich-Unger, Heinz Vegh und Wolfgang

Weisgram bestehend, zeigt sich bei jedem Wettbewerb von der Qualität der

Texte beeindruckt. Das Feld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spiegelt

das gesamte literarische Spektrum des Landes wider und bietet immer

wieder eine interessante Mischung aus jungen Talenten und arrivierten

Autorinnen und Autoren, Hobby-LiteratInnen und Profis.

PREISE FÜR NACHWUCHS-AUTOREN

Auch 2017 setzt Energie Burgenland die Tradition der Förderung burgenländischer

AutorInnen fort, gefragt waren diesmal Prosa-Texte. Die Bekanntgabe

der Juryentscheidung und die öffentliche Preisübergabe erfolgen am

8. Oktober 2017 im Rahmen der Eröffnung der Buchwochen im OHO.

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ROSA EL HASSAN

SEHNSUCHTSORT HEIMAT

EIN INTERDISZIPLINÄRES, INTERKULTURELLES,

KÜNSTLERISCHES FORSCHUNGSPROJEKT

Projektverantwortlicher: Andreas Lehner

TEILNEHMENDE

KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER

Songül Boyraz (A, TRK)

Projektarbeit: Installation

Eva Brunner-Szabo | Gert Tschögl (A)

Installation: TransitTriest

Gilda-Nancy Horvath (A)

Projektarbeit: Meine Heimat / Kai me sim

Kehre / Where I feel home

Róza El-Hassan (H, SYR)

Projektarbeit: Adobe House

Bernhard Kathan (A)

Projektarbeit: Heimat. Puppenküche

Alfred Lang (A)

Klanginstallation: Polyglottien

Andreas Lehner (A)

Meine neue Heimat

Pittmann Zsófi (H)

Projektarbeit: Wandbilder

Tomas Eller und Andreas Lehner (A)

Film und Fotoprojekt: silversky

Öffnungszeiten: Mo-Fr von 9:00-14:00, während

Veranstaltungen und nach Vereinbarung. Freier Eintritt.

Der Begriff Heimat lockt viele von uns auf die falsche Fährte. Im Allgemeinen

wird mit ihm Landschaft, Region, Dorf oder Stadt assoziiert. Verwendet wird

er in der parteipolitschen Propaganda (zu) oft in Zusammenhang mit den

aktuellen demoskopischen Veränderungen und nur wenigen Menschen

ist bewusst, dass der so strapazierte Heimatbegriff im deutschsprachigen

Raum angereichert ist mit völkischen, nationalistischen, rassistischen, biologistischen

Ideen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Verbunden wird dieser noch immer weit verbreitete Heimatbegriff mit Aspekten

wie Abgrenzen, Verteidigen, Bewahren.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Heimat aber auch wesentlich

breiter verstanden wurde. In einer offenen und sehr fragmentierten Gesellschaft

ist dies im Übrigen auch gegenwärtig der Fall. Überlagert wird der

differenzierte Blick wie so oft durch das Getöse politischer Parolen und die

Penetranz der kommerziellen Werbung.

Gerade deswegen erscheint der Ansatz, den Heimatbegriff künstlerisch

intensiv zu hinterfragen, zu interpretieren, zu erweitern, zu konterkarieren

und mit künstlerischen Mitteln zu verfremden, besonders wichtig und interessant.

Naheliegend für den/die gelernte/n ÖsterreicherIn, geprägt vom

Mythos des Eigenen ist es nun, an österreichische KünstlerInnen zu denken,

die etwas Bedeutendes zum Thema „Heimat“ zu sagen haben, gerade so, als

wäre der Heimatbegriff eine nationale Erbpacht. Dem treten wir entgegen,

indem wir Menschen verschiedener Nationalitäten und unterschiedlicher

persönlicher Orientierung in diesen Diskussionsprozess einbinden und

mit ihrer Sichtweise auf den Begriff „Heimat“ oder „Erfahrungshorizont

verlorene Heimat“ den öffentlichen Diskurs in unserer Region anstacheln.

Internationale KünstlerInnen aber auch künstlerische AktivistInnen aus den

Volksgruppen sind zu diesem Projekt eingeladen.

Ausstellungsproduktion: Offenes Haus Oberwart. Kuratiert von Andreas Lehner.

17


do., 12.10

19:30 Uhr

SUSANNE SCHOLL

UND PETRA PIUK

Lesungen aus den

neuesten Werken

Eintritt: VVK 5,– / AK 8,–

Moderation: Christl Reiss

Susanne Scholl, Autorin, Journalistin und

ehemalige Moskaukorrespondentin des

ORF, hat mit ihrem Buch „Wachtraum“

einen mutigen und persönlichen Roman

über starke Frauen und den Kampf um ein

Leben nach dem Überleben vorgelegt. Die

Geschichte einer jüdischen Familie, im Besonderen

der Mutter und der Tochter, ist

gezeichnet von Flucht und den Ereignissen

in Nazideutschland. Die Erlebnisse bleiben

präsent und spiegeln sich in der Gegenwart

wider.

Die in Güssing geborene Petra Piuk besitzt

eine scharfe Feder und beweist uns

dies in ihrem zweiten Roman „Toni und

Moni oder: Anleitung zum Heimatroman“.

Eine schöne Musik, eine heile Familie und

eine Liebesgeschichte – das ist das Rezept

für einen gelungenen Heimatroman.

Schöner und heiler als in Schöngraben an

der Rauscher kann die Welt gar nicht sein

und doch steht sie schlussendlich auf dem

Kopf.

fr., 13.10

19:30 Uhr

FRANZ STANGL

„KELLERGASSENTOD – EIN

CSATERBERG-KRIMI“

Lesung

Eintritt freie Spende

Eine Kooperation mit der edition lex liszt 12

Moderation: Ilija Dürhammer

Im dritten Csarterberg-Krimi von Franz

Stangl verschlägt es den Journalisten Willi

Rieger wieder ins Südburgenland. Mittlerweile

ist ein Jahr vergangen, seit er versuchte

die dubiosen Umstände zu recherchieren,

unter denen 90 Weinkeller an einen

ausländischen Investor verkauft wurden

und mysteriöse Brandanschläge die obere

Kellergasse zerstörten. Doch noch bevor er

seine alten Mitstreiter treffen kann, findet

sich die erste Leiche – es ist der Schiedsrichter

eines aus den Fugen geratenen

Fußballspiels. Mit viel Gespür für Lokalkolorit

ersinnt der Autor hinter der Idylle von

lieblicher Natur, revitalisierten Kellerstöckln

und süffigen Weinen kriminelle Machenschaften

von internationalem Ausmaß.

do., 19.10

19:30 Uhr

WOLFGANG MILLENDORFER

UND THEODORA BAUER

Lesungen aus den

neuesten Werken

Eintritt: VVK 5,– / AK 8,–

Moderation: Alfred Masal

Wolfgang Millendorfer, Autor und Journalist,

verwickelt uns in seinem ersten

Roman in das Leben des Beamten Karl,

das eigentlich gemächlich seine Bahnen

zieht, bis ein plötzlich auftauchender Doppelgänger

es in heftige Turbulenzen stürzt.

Wer ist dieser Doppelgänger und wer ist

Karl eigentlich wirklich? Der Autor überrascht

uns – mehr, als wir ahnen können.

Theodora Bauer, die mit ihrem ersten Roman

„Das Fell der Tante Meri“ ein beachtliches

Debüt feierte, beschäftigt sich in ihrem

zweiten Roman „Chikago“ mit einer burgenländischen

Auswandererfamilie. Und so viel

sei verraten: Auch in Amerika sind die eigentlichen

Helden der Autorin Frauen.

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DER HEIMAT AUF DEN VERSEN:

Von Katharina Tiwald

Und als ich an die Grenze kam,

Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen

In meiner Brust, ich glaube sogar,

Die Augen begunnen zu tropfen.

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

GE(H)DICHTE IN

OBERWART

„Am Bett der Raab, am Heideland / du bist mein teures Burgenland“:

So endet die erste Strophe der burgenländischen Landeshymne, deren

Text – an Reimform und Rhythmus ist sichtbar, dass er auch als „Gedicht“

durchgehen könnte, wenn auch nicht als Lyrik – im Ständestaat

entstand (you know: Diktatur). Als Auftragswerk.

Wenn Heimat der Ort ist, wo wir uns zu Hause, angekommen, angenommen

fühlen, dann liegt es nahe, dass das Glück an der Heimat vom

vollen Herz auch über die Zunge perlen will (oder eben über den Umweg

der Finger aufs Papier). Mein teures, liebes Burgenland! Tatsächlich

sind manche Flecken unserer Heimat so schön, dass es innen in

uns wehtut, weil wir kaum wissen, wie wir diese Schönheit in passende

Wörter umsetzen können.

Ja, aber: Die „Heimat“ ist halt auch gekapert worden von Hand-andie-Brust-Legern,

die nur allzugerne den Standartenträgern jeglicher

Couleur nachrennen. Da wird das Lied einer Heimat gedudelt, die nur

durch dicke Grenzziehungen und in Gegnerschaft zum Außen als sicher

verstanden wird. Immerhin arbeiteten im Ersten Weltkrieg eine Menge

Schriftsteller an der Propagandafront, und sogar die Idylle verbreitende

Biene Maja ist ein literarisches Produkt der Nazizeit.

Wir vom OHO stehen aber auch auf unsere Heimat. Und wir mögen das

Subtile. Deswegen verbreiten wir, während im Haus in den Buchwochen

laut gelesen wird, leise Gedichte im öffentlichen Raum, die einen

anderen Blick erlauben auf diese unsere schöne Heimat, die in ihrer

Begrifflichkeit schon so auseinandergetrampelt, so breitgetreten, so

benutzt worden ist. Werfen Sie einmal einen Blick um die Ecke – vielleicht

finden Sie ein Gedicht. Einen frischen Blick.

GEDICHTE VON: HAMED ABBOUD, JURICA ČENAR,

ROBERT FRITTUM, PETRA GANGLBAUER,

ROLAND HAGENBERG, STEFAN HORVATH,

WOLFGANG MILLENDORFER, PETRA PIUK,

JOHANNA SEBAUER, KATHARINA TIWALD

Lassen Sie sich überraschen, wo die Gedichte in

Oberwart überall zu finden sind!

„Ge(h)dichte in Oberwart“ ist ein Projekt im Rahmen des

Landeskulturschwerpunktes „Jahr der Gegenwartskunst“.

Sa., 21.10.

19:00 Uhr

HEIMAT VERZEHREN – EIN GASTMAHL

Kulinarischer Event mit Lesung

Musik: Otto Lechner

Unkostenbeitrag: € 20,– (ermäßigt € 17,–)

Lyrik: Autorinnen und Autoren des

Projektes Heimatge(h)dicht

Speisen, Gerüche und Klänge gehören zu den frühesten

Kindheitserinnerungen und prägen sich tief

in das Unbewusste von uns Menschen ein. Deshalb

bedeutet Nahrungsaufnahme für viele Menschen

oft auch ein Stückchen Heimat. Oder erinnert uns

an eine verlorene oder vergangene Heimat.

Gemeinsam essen ist wohl bei allen Völkern und

Kulturen ein verbindendes Ritual. Um eine solche

Verbindung herzustellen, kochen am Projekt

„Sehnsuchtsort Heimat“ beteiligte KünstlerInnen

und Freunde gemeinsam ein Mahl – mit Zutaten

der regionalen und der internationalen Küche.

Wir laden zum Abschluss des Projektes „Sehnsuchtsort

Heimat“ die Freunde des Hauses ein,

gemeinsam zu kochen, gemeinsam zu essen und

gemeinsam zu feiern. Dazu gibt‘s Lesungen der

Mitwirkenden und feine Musik vom

Akkordeonisten Otto Lechner.

19


HUMOR

HAT MEIN LEBEN GERETTET

Er nennt sich Soso. Eigentlich heißt er Simplice Mugiraneza. Er lebt heute

in Wien. Eigentlich kommt er aus Burundi. Er steht heute als Stand-up-

Comedian auf der Bühne. Und eigentlich würde er nichts anderes lieber

machen. Im Oktober hat sein Programm „Schwarzer Humo(h)r“ in

Oberwart Premiere. Wir haben ihn zum Gespräch getroffen.

Von Ursula Neubauer

Soso, wie bist du Comedian geworden?

Das war Zufall. Ich sollte bei einer Veranstaltung etwas über meinen

Hilfsverein in Afrika erzählen. Und ich wollte nicht, dass das so

rüberkommt wie „Oh, die armen Kinder in Afrika“ und „Ihr seid hier

die Reichen, bitte helft“, weil ich hasse dieses Mitleidsgefühl. Also

hab ich versucht, das lustig zu gestalten, hab Witze gemacht. Das

hat dann jemand gefilmt und der Geschäftsführer von „Afrika-TV“

hat mir eine Sendung angeboten.

Deutsch ist nicht deine Muttersprache, ist es nicht extrem

schwierig, in einer Fremdsprache lustig zu sein?

Es ist sehr schwierig und bei meinen Nummern bin ich mir auch

nie sicher, ob das lustig ist oder nicht. Ich hol mir oft Rat von

Freunden. Und manchmal hab ich mich auch nicht getraut, auf

die Bühne zu gehen, weil mein Deutsch nicht so perfekt ist. Aber

dann hab ich erfahren, dass das authentisch ist, weil es zu den

Themen passt, über die ich rede.

Über Rassismus zum Beispiel?

Ja, ich glaube, ich will den Österreicherinnen und Österreichern einfach

zeigen, dass man auch über ernste Sachen lachen kann und darf.

SA., 14.10.

20:00 Uhr

SOSO

Kabarett

VVK € 16,– / AK € 18,–

(ermäßigt VVK € 14,– / AK € 16,–)

Der in Burundi geborene Soso kam vor mehr

als zehn Jahren gemeinsam mit seiner Familie

nach Österreich. Auf der Bühne erzählt er heitere,

skurrile Geschichten. Insbesondere greift

er kulturelle Unterschiede und damit auch

Rassismuserfahrungen auf. Ein humoristisches

Bild von Alltäglichem und Speziellem.

Gibt es etwas, worüber du keine Witze machen würdest?

Über meine Mutter und Sexualität, sonst fällt mir nichts ein. Aber

aus etwas Traurigem etwas Lustiges zu machen, das hat mein

Leben gerettet. Humor ist Therapie. Die Menschen haben nur

vergessen, dass sie selbst in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen.

Weil wenn man sich zurücklehnt und lacht, geht´s einem besser

und man kommt leichter durchs Leben.

Und das schaffst du auch, wenn du heute im Alltag Rassismus

erlebst?

Ja, ich hab aufgehört, das so ernst zu nehmen und mich als Opfer

zu fühlen. Rassisten sind für mich einfach dumme, kranke Menschen.

Ich hab mir einen Schutzmechanismus aufgebaut, eine

Mauer, und lass nur rein, was mich weiterbringt und glücklich

macht. Das andere versuche ich schnell zu vergessen und zu ignorieren.

Oder ich mach eine Nummer aus dem Erlebnis – dann

verdien ich auch noch Geld damit (lacht).

Bist du mit solchen Erlebnissen eigentlich stärker konfrontiert,

wenn in Österreich grad Wahlkampf herrscht und mitunter

gehetzt wird?

Es kann schon sein, dass es dann mehr Rassismus gibt. Aber ich

versuche, nicht drauf zu achten. Ich will mir nicht die Zeit nehmen,

um mich über solche Menschen zu ärgern.

Das heißt, auch Diskussionen um „Political Correctness“

ignorierst du?

Ja, das geht mir am Arsch vorbei. Darf ich Arsch sagen? (lacht)

Das ist einfach lächerlich, vor allem, weil es draußen auf der Straße

nicht ankommt. Da wird vor TV-Kameras diskutiert, aber das

kommt im Alltag nicht an.

Du hast auch eine Zeit lang in Linz gelebt, das ist ja kleiner

als Wien, wie hat sich der Alltag dort für dich unterschieden?

In der Stadt gibt es mehr Leute, die so tun, als wären sie weltoffen,

sind es aber gar nicht. Am Land sind sie direkter, das mag

ich lieber. Auch das Publikum – entweder sie feiern mich oder sie

mögen mich halt nicht.

Dann ist es also gut für dich, in Oberwart dein neues Programm

uraufzuführen?

Ich denk schon, ich freu mich schon drauf!

20


Juwelen

der Region

PRAKTISCH, MODISCH, WALDVIERTLER

Passend zu den Waldviertler Schuhen gibt

es die robuste und moderne Reflex Tasche

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mehreren Farben sowie drei Größen für

verschiedene Funktionen! Im XL-Format

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Man muss nur genau hinsehen, um festzustellen: Es gibt sie noch, die Fachgeschäfte in unserer Region,

die mit einem feinen Sortiment an Qualitätsprodukten und kompetenter Beratung punkten.

Wir haben sie besucht und ein paar Juwelen für Sie zusammengestellt.

21


INSTALLATION: MACHFELD

WIRD KUNST IHRER

GESELLSCHAFTLICHEN

VERANTWORTUNG

GERECHT?

Ein Essay von Lisz Hirn

Über Kunst kann man bekanntlich vieles sagen, beispielsweise, dass sie

schön ist oder hässlich, dass sie üppig oder funktionell, romantisch

oder nüchtern ist. Momentan stelle ich aber eine rasante gesellschaftliche

Entwicklung fest, die die Legitimation von Kunst ausschließlich darauf gründen

will, inwiefern und ob sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht

wird. Was immer das heißen mag. Zum einen müssen wir uns fragen, was

es denn eigentlich bedeutet, der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht

zu werden. Zum anderen setzt es voraus, dass es jemanden gibt, der weiß,

was gerecht ist, und sich autorisiert fühlt, diese Gerechtigkeit von jemandem,

in diesem Fall von der Kunst und den KünstlerInnen, einzufordern. Und

schließlich stellt sich noch die Frage, wer eigentlich beurteilen darf, ob etwas

gesellschaftlich verantwortliche Kunst ist. Wären das die oft gefürchteten

KunstkritikerInnen? Oder die GaleristInnen, die Kunststudierenden oder

doch das zahlende Publikum? Wären das moralische Instanzen wie religiöse

Fürhungspersonen oder demokratisch legitimierte PolitikerInnen? Der

Staat oder die Kulturabteilungen?

Die Kunstszene scheint sich größtenteils damit abgefunden zu haben, dass

sich über Bestand und Rolle der Kunst ohnehin nur mehr redselige Kunsttheoretiker

und polemische Kunstkritiker wie Ex-Staatsoperndirektor Ioan

Holender im österreichischen Wochenmagazin „News“ den Kopf zerbrechen.

Eigentlich schade, denn Kunst geht uns alle an. Schließlich macht der Künstler,

die Künstlerin Kunst nicht nur für sich allein, sondern notabene für Sie

und mich, die Menschen, die Kunst konsumieren.

Ich sehe Kunst als eine spezielle Form der Kommunikation, so, wie es die

philosophische Ästhetik vorschlägt, in der es in der Regel einen Sender

(Künstler) und mindestens einen Empfänger (Kunstkonsumenten) gibt.

Über Buchstaben, Farbe, Pixel oder Ton soll uns ein ästhetisches Erlebnis

vermittelt werden. Ein Vorgang, der manchmal gelingt, manchmal misslingt

und den die steirische Schriftstellerin Elfriede Jelinek so beschreibt:

22


„Meine Methode ist ungefähr die, daß ich die trivialen Tagespolitikfetzen

ästhetisch sozusagen auflade wie in einer

Steckdose.“ Zweifellos kann die Verarbeitung des aktuellen

Weltgeschehens, die Darstellung grausam verstümmelter

Körper oder nackter Intimteile von Kindern à la Gottfried

Helnwein das moralische Urteilsvermögen anregen und

Gesellschaftskritik üben. Kunst muss aber nicht, so meine

Überzeugung, moralisch sein. Kunst auf Moral zu reduzieren

oder sie gar den gesellschaftlichen Normen und

politischen Systemen unterzuordnen und sie dadurch zu

instrumentalisieren, täte der Kunst unrecht.

„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ Stimmen wir diesem

Satz von Friedrich Schiller zu, dann müssen wir Kunst

einen Platz jenseits von moralischen und wissenschaftlichen

Kategorien geben, jenseits von Gut und Böse, von

Wahr oder Falsch. Für sie gelten dann vorrangig ästhetische

Kategorien wie schön und hässlich, berührend oder abstoßend.

Und ich wage mich weit vor, wenn ich meine, dass

Kunst auch einfach schön, auf der Suche nach Schönheit

und – im Gegensatz zu Moral, Wissenschaft und Politik –

auch verantwortungslos sein darf: Kunst ist mehr als ein

moralisches „Weltverbesserungsprogramm“.

In dasselbe Horn bläst auch Kulturphilosoph Konrad Paul

Liessmann in seiner Rede anlässlich der Salzburger Festspiele

2016. Dort weist er darauf hin, dass eine politisch

korrekte Haltung noch kein Garant für gelungene Kunst ist.

„Das Schöne und das Gute bilden keine Einheit. (…) Liegt

nicht darin die eigentliche Provokation der Kunst: Dass

das gelungene Werk uns von der Wahrheit ebenso wie von

jedem moralischen Anspruch vorerst einmal entbindet?“

Haben wir nicht die Kunst, damit wir nicht an der hässlichen

Wahrheit zugrunde gehen, wie auch schon Philosoph

Friedrich Nietzsche 1888 festhält? Versuchen die Kunstschaffenden

nicht mit jedem Werk die „Diktatur des Heute“

(Gerd Achenbach) zu brechen? Der Kunst angesichts des

aktuellen Weltzustands das Ästhetische durch politischen

Aktivismus auszutreiben, hieße das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Aber wer nimmt Schönheit heute noch ernst?

Die Zeiten, in denen der Ausspruch „L´art pour l´art“ galt,

scheinen jedenfalls längst vorbei zu sein. Sinngemäß behauptet

dieser Spruch, dass Kunst sich selbst genügt und

sich keinem äußeren Zweck dienstbar machen darf. „Die

Kunst um der Kunst willen.“ Heutzutage scheint uns die

ehemals populäre Kunstauffassung völlig absurd. Mir fällt

kein Künstler, keine Künstlerin ein, der oder die sich nicht

als politisch – oder zumindest sozial – engagiert definiert.

Der Gedanke, dass Kunst nur der Kunst selbst dient, statt

Gesellschaft und Staat, scheint undenkbar geworden zu

sein. Vor allem, wenn sie Letzterer finanziell fördert.

Die Frage scheint eher, wie weit Kunst der Gesellschaft

und dem Staat dienen und gefallen muss. Hat Pointillist

Paul Signal recht, wenn er meint, dass „Gerechtigkeit in der

Gesellschaft, Harmonie in der Kunst – ein und dasselbe“

sind? Was verrät dann die zeitgenössische Kunst über uns

und über die Gesellschaft, in der wir leben? Darf, ja sollte

die Kunst nicht die dystopischen Züge der Gesellschaft

diagnostizieren und aufzeigen, ästhetische Revolutionen

ausrufen und Utopien schaffen, die unserem Leben Sinn

geben? Macht sie das gut, wird sie zwangsweise zum Antagonisten

der herrschenden, sozialen Missstände, was

den „Mächtigen“ in der Gesellschaft logischerweise nicht

gefallen kann.

Kunst muss aber nicht, so meine

Überzeugung, moralisch sein. Kunst auf

Moral zu reduzieren oder sie gar den

gesellschaftlichen Normen und politischen

Systemen unterzuordnen und sie dadurch zu

instrumentalisieren, täte der Kunst unrecht.

Die Frage ist also nicht,

ob Kunst ihrer gesellschaftlichen

Verantwortung

gerecht wird. Kunst

sollte der Gesellschaft,

deren Ausgeburt sie ist,

einen Spiegel vorhalten,

sie also ästhetisch reflektieren

und für den Einzelnen wahrnehmbar machen. Die

Frage ist demzufolge vielmehr, ob wir uns überhaupt noch

trauen, in ihren Spiegel zu schauen? „Der Zeit ihre Kunst,

der Kunst ihre Freiheit.“ Der Spruch, der an der Fassade der

berühmten Wiener Sezession prangt, soll uns daran erinnern,

dass Kunst nicht für Gerechtigkeit in der Gesellschaft

sorgen, ihr auch nicht gefallen oder den Bedürfnissen des

Zeitgeists gerecht werden muss. Das zu fordern würde die

Kunst überfordern, sie mit etwas belasten, das sie nicht

verantworten kann. Die Aufgabe der Kunst ist es nämlich

nicht, die Gesellschaft konkret zu verändern und Lösungen

zu implementieren. Dafür sind meiner Erinnerung nach

nämlich andere zuständig: vor allem die Politik.

WERDEN SIE

OHO–MITGLIED

Das OHO ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht gewinn orientiert

arbeitet. Die Mitglieder unterstützen durch ihren Beitrag eine Arbeit

im Kunst- und Kulturbereich, die ohne öffentliche, aber auch private

Förderung nicht denkbar ist.

Mitglieder erhalten bei allen Veranstaltungen ermäßigten Eintritt. Der

Mitgliedsbeitrag beträgt € 30,– im Jahr (ermäßigt: € 15,– für StudentInnen,

Schüler Innen, Pensionist Innen und Menschen ohne Einkommen).

Sie möchten Mitglied werden und zusätzlich die OHO-Zeitschrift

BLATTWERK kostenlos zugeschickt bekommen?

BANKVERBINDUNG: BANK BURGENLAND,

IBAN: AT 84 51000 902 1421 5900, BIC: EHBBAT2E

Bei weiteren Anliegen helfen wir Ihnen natürlich auch gern unter der

Telefonnummer +43 (0)3352 -38555 weiter.

23


Die OHO-Galerie zeigt ab 3.11.

Arbeiten von Erwin Moravitz und

Bernd Romankiewitz. Diese

Kombination könnte unterschiedlicher

nicht sein, beschreibt der Künstler Erwin

Moravitz im Kurzinterview.

Was werden Sie in Oberwart zeigen?

Die Ausstellung werden „Berndi“* und ich miteinander

machen. Vielleicht fifty-fifty, vielleicht

auch nicht … So genau steht das noch nicht

fest. Unsere Bilder, unsere Werke könnten

nämlich nicht unterschiedlicher sein. Ich habe

lauter Meter-mal-Meter-Bilder, diese werde ich

anhand in sich geschlossener Gruppen mit dem

Thema Menschen und die Landschaft zeigen.

Vier Bilder Landschaft und ein Bild Portrait.

Wichtig ist für mich, dass jede Gruppe farblich

und thematisch harmoniert … Ich muss schau’n,

ob ich das zusammenbringe. (lacht)

Was verbindet Sie mit dem „Berndi“?

Eine sehr, sehr lange künstlerische Freundschaft.

Bernd ist ein Bayreuther und ich habe

in Bayreuth einige Male ausgestellt, hierbei

haben wir uns kennengelernt. Und durch

abwechselnde Besuche ist die Freundschaft

gewachsen … Sie besteht bis heute.

Was verbindet Sie mit dem OHO?

Meine Güte, das kenn ich schon ewig! Ich hab

mit den Leuten schon so viel und in unterschiedlichster

Form zusammengearbeitet.

Und jetzt stell ich da zum ersten Mal im OHO

aus – glaube ich. (grinst) Ja, das erste Mal. Eine

Premiere, sozusagen! … Und der „Berndi“ von

Bayreuth wird dabei sein.

Was bedeutet es Ihnen, im OHO auszustellen?

Ich freue mich darauf! Ich bin begeistert von

der Institution und gehe dort schon so lange

ein und aus. Nun bin ich selbst derjenige, der

ausstellt. Wissen Sie, ich halte mich dann gern

– während der Vernissage – zurück und schau

mir die Menschen genau an. Genau die, die

sich meine Bilder ganz intensiv anschauen, lange

vor einem stehen bleiben. Später frage ich

sie dann, was sie beim Betrachten empfunden

haben. Was sie sich dabei denken. Ich möchte

niemandem das Wort in den Mund legen und

genau sagen, was man hier zu sehen und zu

fühlen hat. Aus eigener Empfindung heraus

das sehen, was man glaubt, nicht, was der

andere glaubt.

fr., 3.11.

19:30 Uhr

ERWIN MORAVITZ UND

BERND ROMANKIEWITZ

„EINE BEGEGNUNG“

Ausstellungseröffnung

Eintritt frei

Der vordergründige Anspruch einer

Ausstellung ist, sie interessant zu gestalten.

Ob es sich um eine Einzelausstellung,

eine Gruppenausstellung oder um die

Präsentation zweier Künstlerpersönlichkeiten

handelt, ist dabei einerlei. Die Behauptung,

eine Ausstellung zu gestalten sei so

anspruchsvoll wie die Erschaffung eines

Kunstwerkes, mag übertrieben erscheinen.

Sie lässt uns jedoch erahnen, dass es in

einer Ausstellung um mehr geht, als nur

darum, Bild um Bild an die Wand zu hängen.

Wie jedes Bild erzählt auch eine Ausstellung

– die Anordnung von Werken – eine Geschichte.

So auch diese unter dem Titel

„Eine Begegnung“ von Erwin Moravitz aus

Oberwart und Bernd Romankiewitz aus

Bayreuth.

Die künstlerischen Ausrichtungen der beiden

sind höchst unterschiedlich.

Bernd Romankiewitz, der seit Jahren dem

Holzschnitt verfallen ist, bearbeitet mit

Axt und Kettensäge, Hammer und Meißel

seine Holzplatten. Er wechselt Form und

Farbe, kombiniert die Druckplatten, druckt

sie auf Leinwände und verzichtet auf das

typisch Serielle. So macht er die Drucke zu

Unikaten und verlässt den üblichen Weg

des Holzschnittes. Damit geht er viel mehr

wie ein Maler vor.

Völlig anders die Arbeit des Malers und

Grafikers Erwin Moravitz, dessen Prädikat

die Präzession ist. Subtile Farbflächen und

Übergänge, größtenteils mit bloßer Handfläche

und nicht mit Pinsel gestaltet, sind

Merkmale seiner Werke. Damit erzielt er

eine unglaubliche Perfektion der gemalten

Fläche und der farbigen Übergänge. Reduziert

und sehr oft nur angedeutet setzt Moravitz

seine Formensprache ein. Sowohl im

Gegenstandslosen als auch im Figuralen

sind die Andeutungen des Wesentlichen

mit zeichnerischer Perfektion ausgeführt.

E. MORAVITZ

B. ROMANKIEWITZ

Dieser zeichnerischen und malerischen

Perfektion von Erwin Moravitz steht die

eher grobe, handwerkliche Arbeitsweise

des Bernd Romankiewitz gegenüber, der

dabei aber in seinem Gestaltungsprozess

sehr feine, nahezu poetische, floral anmutende

Formen erzielt. Romankiewitz beschäftigt

sich seit Jahren mit dem Thema

„Botanik“. Ausgangspunkt der Arbeiten

sind Schattenbilder von Pflanzen und Blättern.

Botanik ist natürlich auch ständiges

Werden und Vergehen – und damit Zeitbetrachtung.

Moravitz operiert in seiner

Malerei mit dem klassischen Kontrast. Er

lässt seine Formen, ob gegenstandslos

oder figurativ, immer in einem Wechselspiel

von Hell und Dunkel, Licht und Schatten

wirken und erzeugt so räumliche Tiefe

und Spannung. Thematisch findet er sich

in einem Wechselspiel von Landschaft und

Menschen wieder.

Die Ausstellung ist von 3.11. bis zum

16.11.2017 zu besichtigen.

24


sa., 18.11.

JUNGE KUNST – ZOOMING CULTURE SPECIAL

19:00 Uhr AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

20:00 Uhr KONZERT MIT: GARISH, FABER, KAIKO

Eintritt frei

Das Offene Haus Oberwart zeigt in diesem Jahr in seinem Programmschwerpunkt

„Junge Kunst“ im Rahmen von Zooming Culture in einem innovativen

interdisziplinären Ausstellungsformat ganz besondere Arbeiten junger burgenländischer

Künstlerinnen und Künstler zwischen 16 und 30 Jahren, die

international anerkannten Qualitätskriterien leicht standhalten.

Dabei setzen wir auf spannende künstlerische Arbeiten in den Bereichen Malerei,

Grafik, Skulptur, Video-, Audio- und Rauminstallationen sowie im Genre

der Medienkunst, die wir in einem multimedialen Rahmen präsentieren.

Viele bekannte junge KünstlerInnen haben erste größere Schritte über die

Galerie des OHO gemacht. Sie sind nun unsere Scouts, die uns mit neuen

Namen und Kunstschaffenden bekannt machen. Immer wieder müssen wir

überrascht feststellen, dass gerade auch im Burgenland ganz hervorragende

junge Künstlerinnen und Künstler heranwachsen, schon einige haben

mittlerweile den Sprung in die nationale und internationale Kunstszene

geschafft. Sie werden bei dieser Ausstellung eine Form von Patenschaft für

neu entdeckte Talente übernehmen.

Details zu den teilnehmenden

KünstlerInnen folgen auf www.oho.at

sa., 25.11.

20:00 Uhr

SOPHIE GEHT DEN BACH RUNTER – SOLO

Cello-Konzert mit Sophie Abraham

Eintritt: VVK € 14,– / AK € 16,–

(ermäßigt VVK € 12,– / AK € 14,–)

Sophie Abraham:

Cello, Loops, Gesang, Komposition

Sophie Abraham, klassische Cellistin, geht mit Meister

Bach auf musikalische Entdeckungsreise auf den

klassischen Trampelpfaden und abseits.

J. S. Bachs erste Solo Suite erscheint in Kombination

mit Sophies Eigenkompositionen in ganz neuem Licht.

Gegensätze ziehen sich ja manchmal an. Pur und

trotzdem hochkompliziert stehen Bachs Tänze den

einfachen und doch auch technisch aufwändigen

Stücken von Sophie gegenüber. Dort spielt das Cello

mit sich selbst, mit Rhythmen und Stimmen, die ein

Johann Sebastian einer Cellospielerin damals

im Traum nicht zumuten konnte.

Eine Kooperation mit dem Verein KIBu

(Komponisten Interpreten Burgenland)

Eine Veranstaltung der Kulturabteilung des Landes Burgenland

Gastveranstaltung

Fr., 1.12.

20:00 Uhr

MASCHEK. DAS WAR 2017

Der groß angelegte Jahresrückblick 2017

Kabarettpremiere und

After-Show-Party mit DJ DSL

Eintritt: VVK € 19,– / AK € 22,–

(ermäßigt VVK € 17,– / AK € 20,–)

Foto: Alexi Pelekanos

Peter Hörmanseder und Robert Stachel lassen

erneut reden über ein Jahr, das ungerade war. Und

hoffentlich nicht noch ungerader wird. maschek

blicken zurück, sie drehen wie immer den Wichtigen

des Landes den Ton ab und reden drüber. Mit

den besten Clips aus „Willkommen Österreich“ im

Original, remixed oder extended, dazu bisher nicht

Gezeigtes. Alles wird live projiziert, synchronisiert

und improvisiert.

Plus: After-Show-Party mit DJ DSL!

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Mit den besten Empfehlungen vom

LANDESWEINGUT BURGENLAND –

WEINBAUSCHULE EISENSTADT

Das Landesweingut Burgenland wird von

der Weinbauschule Eisenstadt geführt. Diese

Landwirtschaftliche Fachschule bildet Mädchen

und Burschen nach der 8. Schulstufe

in 3 bzw. 4 Jahren zu FacharbeiterInnen und

BetriebsleiterInnen in den Zweigen „Weinbau

und Kellerwirtschaft“ und „Landwirtschaft

(Wein-, Obst-, Pflanzen- und Gemüsebau)“

aus. Die AbsolventInnen sind begehrte

und gefragte Fachkräfte. Viele heimischen

Top-WinzerInnen sind AbsolventInnen der

Weinbauschule Eisenstadt!

Das Weingut umfasst 7,5 Hektar in Eisenstadt

(Feiersteig, Kirchäcker) und in St. Margarethen

(Bio-Weingarten). Als Ausbildungsbetrieb

setzt das Team der Weinbauschule natürlich

sehr hohe Ansprüche an die Qualität der Produkte:

Neben den vielfach prämierten Weinen

ist das Landesweingut auch für die Schaumweine,

Säfte, Essige und vor allem für seine

Edelbrände bekannt. Die Destillerie gilt als

einer der Leitbetriebe auf diesem Gebiet.

DER WEIN: Der Leithaberg DAC Chardonnay

entstammt der Ried Feiersteig an den kalkreichen

Hängen des Leithagebirges gleich oberhalb

des Schlosses Eszterházy.

Er wurde im großen

Holzfass vinifiziert, reifte

ein Jahr und präsentiert

sich als vollreifer, kräftiger

Weißwein mit einer durch

zart-würzigen Noten

unterstützten

Mineralik und

einem Anflug von

Steinobst. Die spannende

Kombination von Kraft

und anregendem Trinkfluss

macht ihn nicht nur zu einem

besonderen Speisenbegleiter,

er bietet auch als Solist höchsten

Genuss!

KOI – KULINARIK AM TEICH

Vor einigen Jahren noch als Geheimtipp gehandelt etablierte sich das

wunderschön am Wasser gelegene Holzhaus rasch zu einem exquisiten

Restaurant, in dem es sich auch herrlich feiern lässt.

Sie bezeichnen sich selbst als leidenschaftliche Gastgeber mit Liebe zur Region.

Als Martha und Lisi Dirnbeck 1997 die ehemals herrschaftlichen Fischteiche

von Rotenturm erwarben, hatten sie schon die Vision, einen Ort für genussvolle

Stunden zu schaffen. Mit einer Gesamtfläche von 21 Hektar ist die Teichanlage

ein Paradies für Fischer und Naturliebhaber und der 11 Hektar große Hauptteich

der Lebensraum für Zander, Wels, Karpfen, Stör, Amur und Weißfisch. Zum perfekten

Genuss fehlte also nur noch ein idyllisches Restaurant. 2005 erfüllten sich

dann die Dirnbecks ihren Traum mit dem KOI. Gebaut wurde mit viel Holz, damit

es sich perfekt in die Landschaft einfügte. 2009 um einen modernen Zubau erweitert,

bietet das KOI nun Platz für über 120 Personen im Lokal und für nochmals

100 Personen auf einer wunderbaren Terrasse mit Seeblick.

Dass der kulinarische Schwerpunkt auf regionalem Fisch liegt, versteht sich von

selbst. Damit es aber niemals eintönig wird, ergänzt man die Fischspezialitäten

stets um ausgesuchte Fleischgerichte und vegetarische bzw. vegane Speisen. Was

zählt, sind frische, regionale Produkte und allerhöchste Qualität. Abgesehen von

der hervorragenden Küche bildet das KOI auch den stimmungsvollen Rahmen

für diverse Feiern und Hochzeiten. Wo sonst bitte kann sich das Brautpaar mit

dem Boot zum Traualtar bringen lassen? Auch für Weihnachtsfeiern ist das KOI

die richtige Adresse, vorausgesetzt man hat rechtzeitig reserviert ...

KOI Kulinarik am Teich

Familie Dirnbeck

7501 Oberdorf

Teichwald 1

Reservierungen unter

+43 676 460 57 45 oder

+43 3352 21 0 22

genuss@koi-kulinarik.at

www.koi-kulinarik.at

Öffnungszeiten:

DO–SO ab 10:00 Uhr

Küchenzeiten:

DO–SA 11.00–14.00 Uhr

und 18.00–21.00 Uhr

SO und Feiertag

11.00–18.00 Uhr

Jänner und Feber

geschlossen

26


Mit der Re-Use-Box : Wiederverwenden statt wegwerfen!

Weil Vieles zum Wegwerfen zu schade ist, sammeln der BMV

und seine Partner alles, was du nicht mehr brauchst. Hol dir vom

Re-Use-Shop gratis deine Re-Use-Box und befülle sie mit gut

erhaltenen und einwandfrei funktionierenden Altwaren, wie zum

Beispiel:

Hausrat und Geschirr, Kleidung, Spielsachen, Sportund

Freizeitartikel, Klein-Elektrogeräte uvm.

Die gesammelten Waren werden überprüft und dann in den Re-

Use-Shops verkauft. Dadurch werden die Müllberge kleiner und

Schönes und Brauchbares wird deutlich billiger.

Euer

Reini Reinhalter

www.bmv.at

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HEIMAT IST …

… DER 50-SCHILLING-SCHEIN, MIT DEM DIR AM

SAMSTAGNACHMITTAG DIE HALBE WELT OFFENSTEHT.

… DIE ZWEITE RUNDE NACH DER LETZTEN RUNDE

AM ZELTFEST-SONNTAG.

… DER SCHATTEN, DEN DU WIRFST, WENN DU NACH DEM

ZELTFEST FRÜHMORGENS ÜBER DIE FELDWEGE SCHLEICHST.

… HOCHSPANNUNGS-MASTEN IN DER LANDSCHAFT ZÄHLEN.

… DIE ESKIMOFAHNE NEBEN DER WIRTSHAUSTÜR, DIE

DER WIND IN STREIFEN GERISSEN HAT.

… DIE FAHNE VOM X-Y [NAMEN EINSETZEN] BEIM FRÜHSCHOPPEN

AM SONNTAG, WENN ER DEIN SECHSJÄHRIGES ICH FRAGT, OB ES

DENN VOR DEM MITTAGESSEN WIRKLICH SCHON EIN EIS HABEN DARF.

[HOME IS, WHERE THE HEART IS – UND WENN’S AUCH MANCHMAL HART IS.]

… DAS RAUSCHEN DER SCHNELLSTRASSE, DAS BELLEN DER

TRAKTOREN, DAS KNATTERN DER RASENMÄHER, DER, DIE, DAS.

… EIN TAG WIE JEDER ANDERE.

… EIN ALTER LAGERHAUS-HUT, WLAN AM DORFPLATZ, DAS PICKERL

MIT DER AUFSCHRIFT SOLIDARITÄT 81 AM STROMKASTEN

ZWISCHEN KIRCHENALLEE UND SCHULGASSE.

… DER EINE HUND, DER ES IMMER WIEDER ÜBER DEN ZAUN

SCHAFFT UND DIR DEINEN SCHULWEG DAMIT ZUR HÖLLE MACHT.

… BEIM BACHSPRINGEN IN DEN BACH FALLEN UND UNTER

GELÄCHTER DURCHNÄSST NACH HAUSE GEHEN.

… DER ERSTE UND DER VORLETZTE FERIENTAG.

… SCHEINBAR EIN NOSTALGISCHES MISSVERSTÄNDNIS MEINERSEITS,

DENN ICH REDE HIER ZWANGHAFT VON DER VERGANGENHEIT.

JETZT HAB ICH’S!

HEIMAT IST … EINE ZEITMASCHINE.

Wolfgang Millendorfer

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