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thema 2/17

Thema will ein Reflexions- und Inspirationsmedium sein. Wir begeben uns damit bewusst ein wenig weg vom Ingenieurwesen, wechseln munter Kontexte und schlagen Bögen zu gesellschaftsbindenden Bereichen wie Wissenschaft und Kunst. Diesmal geht es um: den Ingenieur und sein Selbstbewusstsein.

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Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen Zeitung der Ingenieurkammer-Bau NRW thema: 2.17 SELBST & BEWUSSTSEIN Thema will ein Reflexions-und Inspirationsmedium sein. Wir begeben uns damit bewusst ein wenig weg vom Ingenieurwesen, wechseln munter Kontexte und schlagen Bögen zu gesellschaftsbildenden Bereichen wie Wissenschaft und Kunst. Diesmal geht es um: den Ingenieur und sein Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein: eine Mischung aus Selbstreflexion und Selbstvertrauen. Selbstherrlichkeit: eine eingedickte, verschließende, einsam machende, ungesunde Form des Selbstbewusstseins. Selbstmisstrauen: die Fähigkeit, sein Selbst stets und immer wieder zur Disposition zu stellen. Laster oder Gabe? Dass Menschen unterschiedlich selbstbewusst sind – profan. Dass ganzen Professionen pauschal mehr oder weniger Selbstbewusstsein zugeschrieben wird – normal. Aber warum ist das so? Ist das wahr? Und was ist überhaupt Selbstbewusstsein? Selbstbewusstsein hat zwei Dimensionen. Einerseits versteht man darunter das Erkennen der eigenen Persönlichkeit, das durch Reflektieren und Sichinfrage-Stellen herbeigeführt wird. Nur wer sich die Frage „Wer oder was bin ich?“ regelmäßig stellt und nach Antworten danach sucht, kann „sich seiner selbst bewusst“ genannt werden. Zum anderen beschreibt Selbstbewusstsein etwas, das im Englischen „selfconfidence“ oder „self-assurance“ heißt. Dahinter stecken Begriffe wie Vertrauen, Zuversicht, Gewissheit, Sicherheit. Ein selbstbewusster Mensch verspürt Vertrauen, Zuversicht, Gewissheit und Sicherheit in so ausgeprägter Form, dass er angstlos in die Zukunft schaut und geht. Selbstbewusstsein ist also eine Mischung aus Selbstreflexion und Selbstvertrauen. Es geht im Kern darum, von seinen Fähigkeiten und von seinem Wert als Person überzeugt zu sein. Fähigkeit reicht nicht, sie muss auch dargestellt werden Als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft müssen wir (zu etwas) fähig und kompetent (in etwas) sein. Das ist klar. Fähigkeit allein reicht in der durchmedialisierten Gesellschaft von heute aber lange nicht, sie muss auch dargestellt, neudeutsch: performt werden. Selbstbewusstsein – ein Update