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CD Booklet Orgeln in Wien - Malteserkirche Hl. Johannes der Täufer

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<strong>Orgeln</strong> <strong>in</strong> <strong>Wien</strong><br />

<strong>Malteserkirche</strong> <strong>Hl</strong>. <strong>Johannes</strong> <strong>der</strong> <strong>Täufer</strong><br />

Gottfried Sonnholz, vor 1767<br />

Konstant<strong>in</strong><br />

R eymaier


2


D IE K IRCHE ZUM H L. JOHANNES DEM<br />

T ÄUFER IN W IEN (MALTESERKIRCHE)<br />

Die vermutlich schon um 1200 entstandene<br />

Nie<strong>der</strong>lassung <strong>der</strong> <strong>Johannes</strong>-Ritter<br />

o<strong>der</strong> Johanniter (wie die Malteser damals<br />

noch genannt wurden) mit Kapelle<br />

und Spital wurde 1217 erstmals urkundlich<br />

erwähnt. Sie gehörte rechtlich zur<br />

Kommende Mailberg, die wie<strong>der</strong>um bis<br />

zur Mitte des 13. Jahrhun<strong>der</strong>ts dem Großkomtur<br />

für Italien, Ungarn und Österreich,<br />

danach dem Großpriorat Böhmen<br />

unterstand. Zu den Aufgaben <strong>der</strong> Kommende<br />

gehörte die Armen- und Krankenpflege.<br />

Der erste namentlich bekannte<br />

Komtur war 1267 Frater Marquart.<br />

Nach 1400 wurde neben <strong>der</strong> Kirche e<strong>in</strong>e<br />

Pilgerherberge errichtet und im Zuge <strong>der</strong><br />

damit verbundenen Umbauten die Kommenden-Kirche<br />

auf ihre heutige Form<br />

erweitert. Im Innenraum f<strong>in</strong>det sich im<br />

Kreuzgewölbe unter <strong>der</strong> Orgelempore als<br />

gotischer Schlussste<strong>in</strong> <strong>der</strong> Löwe mit den<br />

Jungen: Der Heiland, <strong>der</strong> <strong>der</strong> Menschheit<br />

das übernatürliche Leben schenkt.<br />

E<strong>in</strong>e wichtige Rolle kam <strong>der</strong> kle<strong>in</strong>en Malteser-Kommende<br />

während <strong>der</strong> Türkenbelagerungen<br />

sowie mit <strong>der</strong> Verlegung des<br />

kaiserlichen Hofes nach <strong>Wien</strong> im 17. Jahrhun<strong>der</strong>t<br />

zu. Der berühmte August<strong>in</strong>ermönch<br />

P. Abraham a Santa Clara predigte<br />

hier, e<strong>in</strong>e enge Verb<strong>in</strong>dung zur <strong>Wien</strong>er<br />

Pfarre St. August<strong>in</strong> besteht noch heute.<br />

Im Barock wurde unter Komtur Fra' Michael<br />

Ferd<strong>in</strong>and Graf von Althann (1708-<br />

1779) die Kirche verän<strong>der</strong>t, wovon noch<br />

das Hochaltarbild, gemalt um 1750 von<br />

Johann Georg Schmidt mit <strong>der</strong> Darstellung<br />

des Ordenspatrons und die schöne<br />

Sonnholz-Orgel Zeugnis geben.<br />

1806 wurden die Fassade <strong>der</strong> Kirche<br />

durch Komtur Fra' Franz von Colloredo<br />

(1736-1806) im Empirestil mit kor<strong>in</strong>thischen<br />

Pilastern umgestaltet und die E<strong>in</strong>richtung<br />

des Innenraums verän<strong>der</strong>t. Das<br />

Hochaltarbild erhielt e<strong>in</strong>en Empirerahmen,<br />

<strong>der</strong> Sarkophag-Altar aus rotem Marmor,<br />

die Holzplastiken <strong>der</strong> Apostelfürsten<br />

Petrus und Paulus, die Kanzel und<br />

das Denkmal für den siegreichen Verteidiger<br />

<strong>der</strong> Insel Malta, Großmeister Fra'<br />

Jean Parisot de La Valette (1557-1568)<br />

wurden errichtet.<br />

1837-39 wurden das Kirchengebäude nach<br />

Plänen von Alois Pichl <strong>in</strong> die Frontl<strong>in</strong>ie<br />

<strong>der</strong> Häuser <strong>der</strong> Kärntnerstraße e<strong>in</strong>bezogen<br />

und 1857 die Farbfenster gestiftet.<br />

Nach Teilrenovierungen 1968, 1972 und<br />

1983/84 erfolgte 1997/98 e<strong>in</strong>e Generalsanierung<br />

unter Fürstgroßprior Bailli<br />

Fra' Wilhelm von und zu Liechtenste<strong>in</strong>.<br />

Zuletzt wurde unter Prokurator Bailli<br />

Norbert Graf von Salburg-Falkenste<strong>in</strong><br />

2009 <strong>der</strong> Sockelbereich <strong>der</strong> Fassade renoviert.<br />

Richard Steeb<br />

3


4


D IE G ESCHICHTE DER O RGEL<br />

IN DER M ALTESERKIRCHE W IEN<br />

Zur frühen Geschichte <strong>der</strong> Orgel <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>Malteserkirche</strong> gibt es nur wenige Anhaltspunkte.<br />

We<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Schrift im Instrument<br />

noch Archivalien, die den Erbauer<br />

o<strong>der</strong> die Erbauungszeit e<strong>in</strong>deutig<br />

belegen, konnten bis dato gefunden<br />

werden. Dennoch gibt es <strong>in</strong> <strong>der</strong> Orgel und<br />

im Kirchenraum e<strong>in</strong>ige H<strong>in</strong>weise, die e<strong>in</strong>e<br />

ungefähre Datierung und Zuschreibung<br />

ermöglichen.<br />

Oberhalb des mittleren Prospektfeldes<br />

<strong>der</strong> Orgel ist das Wappen <strong>der</strong> Grafen von<br />

Althann e<strong>in</strong>gearbeitet [Bild S. 4]. Michael<br />

Ferd<strong>in</strong>and Johann Graf von Althann<br />

(Prag 25.6.1708 — 18. 5. 1779) wurde<br />

1749 zum Commandeur von St. Johann <strong>in</strong><br />

<strong>Wien</strong> ernannt. Dies geht aus e<strong>in</strong>em <strong>der</strong> <strong>in</strong>sgesamt<br />

32 Wappenschilde, die sich im Kirchenraum<br />

bef<strong>in</strong>den, hervor [Bild S. 35].<br />

Es darf als sicher angenommen werden,<br />

dass er den Bau <strong>der</strong> Orgel veranlasste.<br />

Im Instrument selbst bef<strong>in</strong>den sich auf<br />

<strong>der</strong> Rückseite des Manualwellenbrettes<br />

die Jahreszahl „1767“ sowie das Namenskürzel<br />

„FR“ [siehe Foto]. Da diese Inschriften<br />

mit Fassungsfarbe gep<strong>in</strong>selt<br />

wurden, bekunden sie die Zeit, <strong>in</strong> welcher<br />

die Orgelfassung angelegt wurde.<br />

5<br />

Die Orgel muss also zu diesem Zeitpunkt<br />

schon vorhanden gewesen se<strong>in</strong>. Die reiche<br />

Ausstattung mit vergoldeten Ornamenten<br />

lässt vermuten, dass genügend<br />

f<strong>in</strong>anzielle Mittel vorhanden waren, das<br />

Werk gleich nach se<strong>in</strong>er Fertigstellung<br />

auch fassen zu lassen.<br />

Vergleichende Forschungen 1) erlauben<br />

es, die Orgel <strong>der</strong> <strong>Wien</strong>er <strong>Malteserkirche</strong><br />

dem Orgelbauer Gottfried Sonnholz (ca.<br />

1695-1781) zuzuschreiben. Dies betrifft<br />

alle aus dem 18. Jahrhun<strong>der</strong>t erhaltenen<br />

Teile mit Ausnahme des Manual-W<strong>in</strong>dladenkörpers,<br />

für den Sonnholz allem<br />

Ansche<strong>in</strong> nach e<strong>in</strong>e bestehende, ältere<br />

W<strong>in</strong>dlade verwendete und für se<strong>in</strong> Werk<br />

adaptierte.<br />

1) Wolfgang Karner: Die <strong>Orgeln</strong> von Gottfried Sonnholz. Typische Baumerkmale und<br />

Zuschreibungskriterien, <strong>in</strong>: Das Orgelforum, Nr.19/20, S.116-143, <strong>Wien</strong> 2016


E<strong>in</strong>e erste Än<strong>der</strong>ung am orig<strong>in</strong>alen Bestand<br />

fand wohl im frühen 19. Jahrhun<strong>der</strong>t<br />

statt. Aus dieser Zeit stammt <strong>der</strong><br />

noch heute vorhandene Parallelbalg mit<br />

e<strong>in</strong>er Falte, den dazugehörigen Holzfe<strong>der</strong>n<br />

und e<strong>in</strong>em darunter bef<strong>in</strong>dlichen<br />

Schöpfbalg. Dieser Balg liegt auf e<strong>in</strong>em<br />

älteren Balgstuhl, an dem die Lage <strong>der</strong><br />

ursprünglichen Keilbälge noch gut zu erkennen<br />

ist. E<strong>in</strong>e <strong>in</strong> das Holz geritzte Inschrift<br />

auf <strong>der</strong> Innenseite <strong>der</strong> mittleren<br />

rückwärtigen Gehäusefüllung aus dem<br />

Jahre 1812 könnte mit dem Neubau <strong>der</strong><br />

Balganlage <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung stehen.<br />

Die orig<strong>in</strong>alen Prospektpfeifen mussten<br />

im Ersten Weltkrieg für die Rüstungs<strong>in</strong>dustrie<br />

abgeliefert werden. 1923 wurden<br />

durch Josef und Franz Ullmann Junior aus<br />

Z<strong>in</strong>k gefertigte Ersatzpfeifen e<strong>in</strong>gesetzt.<br />

Darüber h<strong>in</strong>aus wurde die Orgel ausgeputzt<br />

und gestimmt. Die entsprechende<br />

E<strong>in</strong>tragung bef<strong>in</strong>det sich ebenfalls an <strong>der</strong><br />

mittleren rückwärtigen Gehäusefüllung.<br />

Für diese Zeit sprechen auch kle<strong>in</strong>ere<br />

Verän<strong>der</strong>ungen an <strong>der</strong> W<strong>in</strong>dlade (Mess<strong>in</strong>gleisten<br />

für die Pulpetendraht-Durchgänge<br />

anstatt <strong>der</strong> Le<strong>der</strong>beutel) sowie <strong>in</strong>tonatorische<br />

E<strong>in</strong>griffe am Pfeifenwerk.<br />

1949/50 kam es zu zeitbed<strong>in</strong>gten Verän<strong>der</strong>ungen:<br />

Orgelbau Johann Pirchner<br />

(Ste<strong>in</strong>ach/Tirol) erweiterte das Instrument<br />

unter <strong>der</strong> Projektleitung und Beratung<br />

durch Egon Krauss und Anton Heiller auf<br />

zwei Manuale mit je 56 Tasten sowie e<strong>in</strong><br />

Pedal mit 30 Tasten. Die Anzahl <strong>der</strong> Register<br />

wurde verdoppelt. Durch diese Maßnahme<br />

wurde e<strong>in</strong>e komplett neue Spielanlage<br />

erfor<strong>der</strong>lich [Bild S. 7].<br />

Das gesamte Pedalwerk versetzte man <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en neuen Kasten an die Rückwand <strong>der</strong><br />

Empore. Am frei gewordenen Platz h<strong>in</strong>ter<br />

dem ersten Manualwerk positionierte man<br />

die neu gefertigte W<strong>in</strong>dlade des zweiten<br />

Manuals. E<strong>in</strong>e zusätzliche Extensionslade<br />

für die Töne Cis, Dis, Fis, Gis sowie<br />

cis''' — g''' fand im Mittelturm, oberhalb<br />

<strong>der</strong> Pfeifen des ersten Manualwerkes Platz.<br />

Pirchner verwendete den gesamten vorhandenen<br />

Pfeifenbestand (auch die Prospektpfeifen<br />

aus Z<strong>in</strong>k), reorganisierte<br />

diesen aber nach eigenen Erfor<strong>der</strong>nissen,<br />

kürzte dafür auch sehr viele Pfeifen und<br />

versah diese mit mo<strong>der</strong>nen Stimmvorrichtungen.<br />

Von den orig<strong>in</strong>alen Pfeifenstöcken<br />

blieben nur mehr die beiden — aus Platzgründen<br />

verschnittenen — Prospektstöcke<br />

vorhanden.<br />

Die Ton- und Registertrakturen wurden<br />

1949/50 unter Verwendung orig<strong>in</strong>aler<br />

Substanz ergänzt und neu verlegt. Die bestehenden<br />

Platzverhältnisse erfor<strong>der</strong>ten<br />

e<strong>in</strong>e sehr kompakte und komplizierte<br />

Trakturführung, die sehr schwer zugängig<br />

und daher schlecht bis fast gar nicht<br />

zu warten war [Bild S. 11]. Von dem außerhalb<br />

<strong>der</strong> Orgel verlegten Hauptw<strong>in</strong>dkanal<br />

führten flexible Kondukten zu den<br />

e<strong>in</strong>zelnen W<strong>in</strong>dladen <strong>der</strong> Manualwerke.<br />

6


Die Disposition von 1949/50 lautete:<br />

I. MANUAL: C-g'''<br />

* Pr<strong>in</strong>zipal 4’<br />

* Gedeckt 8’<br />

Rohrflöte 4’<br />

* Qu<strong>in</strong>t C-H: 11/3’<br />

ab c°: 2 2/3’<br />

Nachthorn 2’<br />

* Mixtur 3-fach 2’<br />

II.MANUAL: C-g'''<br />

Rohrflöte 8’<br />

Salizional 8’<br />

* Flöte 4’<br />

* Superoktav 2’<br />

Larigot 1 1/3’<br />

Cimbel 1’<br />

PEDAL: C-f '<br />

* Subbass 16’<br />

* Oktavbass 8’<br />

Gemshorn 4’<br />

Fagott (vorbereitet) 8’<br />

(Die mit * gekennzeichneten Register enthielten Pfeifen von Sonnholz.)<br />

1998 wurde die Orgel im Zuge e<strong>in</strong>er Generalrestaurierung<br />

des Kirchenraumes<br />

neu überfasst. Diese noch heute vorhandene<br />

Farbgebung orientiert sich am Orig<strong>in</strong>al.<br />

Zwischenzeitlich war die Orgel maserierend<br />

braun gefasst, wie dies an den<br />

Labien <strong>der</strong> Suppass-Pfeifen noch erkennbar<br />

ist.<br />

2015 betraute man Orgelbau Wolfgang<br />

Karner mit <strong>der</strong> Rückführung und Restaurierung<br />

des Instrumentes. Das Projekt wurde<br />

vom Leiter des Referats für Kirchenmusik<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Erzdiözese <strong>Wien</strong>, Domorganist<br />

Konstant<strong>in</strong> Reymaier, <strong>in</strong>itiiert und<br />

fachlich begleitet — geme<strong>in</strong>sam mit Mag.<br />

Gerd Pichler, dem Leiter <strong>der</strong> Abteilung<br />

7


für Klangdenkmale und Spezialmaterien<br />

des Österreichischen Bundesdenkmalamtes,<br />

<strong>der</strong> die Ausführung auch f<strong>in</strong>anziell<br />

unterstützte. Grundlage für diese Entscheidung<br />

waren <strong>der</strong> sehr schlechte Gesamtzustand<br />

des Instrumentes sowie die<br />

Aussichtslosigkeit, durch kle<strong>in</strong>ere Reparaturen<br />

und Re<strong>in</strong>igungen e<strong>in</strong>e nachhaltige<br />

Verbesserung dieser Situation herbeiführen<br />

zu können, da die technische<br />

Anlage kompliziert, äußerst beengt und<br />

daher unzugängig geblieben wäre.<br />

E<strong>in</strong>e genaue Befundung des Bestandes<br />

im Vorfeld <strong>der</strong> Restaurierung ergab e<strong>in</strong>en<br />

unerwartet hohen Anteil an orig<strong>in</strong>al erhaltenen<br />

Pfeifen. Von den <strong>in</strong>sgesamt 339 erfor<strong>der</strong>lichen<br />

Pfeifen fehlten nur die 35<br />

Prospektpfeifen sowie 24 kle<strong>in</strong>ere Innenpfeifen<br />

aus Metall. 280 orig<strong>in</strong>ale Sonnholz-Pfeifen<br />

(das entspricht fast 83%)<br />

waren also noch vorhanden. Darüber h<strong>in</strong>aus<br />

waren noch die Manualw<strong>in</strong>dlade,<br />

das Manualwellenbrett, Teile <strong>der</strong> Tonund<br />

Registertraktur, Teile des W<strong>in</strong>dkanals,<br />

<strong>der</strong> Balg aus dem frühen 19. Jahrhun<strong>der</strong>t<br />

und natürlich das Orgelgehäuse<br />

(mit Ausnahme e<strong>in</strong>iger Teile des Unterkastens)<br />

orig<strong>in</strong>al erhalten.<br />

Die wie<strong>der</strong>hergestellte Orig<strong>in</strong>aldisposition<br />

f<strong>in</strong>det sich auf Seite 33 dieses <strong>CD</strong>-<br />

Heftes. Die Registerbezeichnungen orientieren<br />

sich an <strong>der</strong> Nomenklatur im orig<strong>in</strong>al<br />

erhaltenen Kontrakt <strong>der</strong> Sonnholz-<br />

Orgel zu Melk.<br />

8


D IE R ESTAURIERUNG<br />

Als wir 2015 mit <strong>der</strong> Demontage <strong>der</strong> Orgel<br />

begannen, wurde das wahre Ausmaß<br />

an Verän<strong>der</strong>ungen erst wirklich augenfällig.<br />

Der Orgelkasten war unten so stark<br />

verschnitten, dass e<strong>in</strong>e statische Notsicherung<br />

notwendig wurde, damit er nicht<br />

zusammenbrach. Der Gehäusefuß im h<strong>in</strong>teren<br />

Bereich war vollkommen weggeschnitten,<br />

die Verb<strong>in</strong>dung zum Boden war<br />

nur durch angeschraubte Bretter und den<br />

Spielkonsolenrahmen gegeben. Wichtige<br />

Querverb<strong>in</strong>dungen im Gehäusekasten waren<br />

weggesägt, damit die neu verlegte Traktur<br />

Platz hatte. In die Füllungen waren<br />

Durchgänge für die W<strong>in</strong>dkanäle gesägt<br />

und <strong>der</strong> Mittelkranz für die Aufstellung<br />

<strong>der</strong> Extensionslade beschnitten worden.<br />

Aber nicht nur die Verän<strong>der</strong>ungen im Zuge<br />

<strong>der</strong> Erweiterung 1949/50 waren problematisch.<br />

Sonnholz konstruierte se<strong>in</strong>e<br />

Orgel so, dass auf dem relativ kle<strong>in</strong>en<br />

Orgelfuss e<strong>in</strong> allseitig überragen<strong>der</strong><br />

Flachrahmen liegt, auf welchem <strong>der</strong> Oberkasten<br />

aufgebaut ist. Die beiden seitlichen<br />

Konsolen s<strong>in</strong>d abnehmbar und bieten<br />

daher ke<strong>in</strong>e statische Absicherung.<br />

Das Gewicht des Oberkastens <strong>in</strong>klusive<br />

W<strong>in</strong>dladen und Pfeifenwerk belastete den<br />

Flachrahmen so sehr, dass sich dieser<br />

stark verwunden hatte und das ganze<br />

Orgelgehäuse zu brechen drohte. E<strong>in</strong><br />

von uns e<strong>in</strong>gezogener Balken, <strong>der</strong> <strong>in</strong> den<br />

Hauptkranz e<strong>in</strong>gestemmt und mit dem<br />

Flachrahmen vollflächig verleimt wurde,<br />

leitet die Kraft nun auf die Steher ab, wodurch<br />

dieses Problem gelöst ist. Alle im<br />

20. Jahrhun<strong>der</strong>t abgeschnittenen und verlorenen<br />

Teile wurden ergänzt [Bild S.12].<br />

Der nun wie<strong>der</strong> stabile Orgelkasten ruht<br />

jetzt e<strong>in</strong>erseits auf <strong>der</strong> Ste<strong>in</strong>konsole und<br />

an<strong>der</strong>erseits auf e<strong>in</strong>em von uns unterhalb<br />

des Fußboden-Niveaus e<strong>in</strong>gezogenen massiven<br />

Querbalken. Die gesamte Rückwand<br />

mit Notenpultfüllung, Kniefüllung und Registerbrettern<br />

fertigten wir <strong>in</strong> authentischer<br />

Machart mit verz<strong>in</strong>kten Rahmen und konisch<br />

e<strong>in</strong>geblatteten Gratzapfen [Bild S. 13].<br />

Als Vorbild für die Manualklaviatur, für<br />

e<strong>in</strong>en Wippenbalken sowie für die Manubrien<br />

diente uns die Sonnholz-Orgel <strong>der</strong><br />

alten Rathauskapelle <strong>in</strong> <strong>Wien</strong> I. Das orig<strong>in</strong>ale<br />

Wellenbrett für die Manuallade<br />

konnten restauriert und die Verän<strong>der</strong>ungen<br />

rückgeführt werden. Fehlende Teile<br />

<strong>der</strong> Registermechanik wurden nach dem<br />

Vorbild <strong>der</strong> erhaltenen Teile gefertigt.<br />

Für die Rekonstruktion <strong>der</strong> Orgelbank bedienten<br />

wir uns e<strong>in</strong>es Archivfotos aus<br />

dem Jahre 1934, auf dem die orig<strong>in</strong>ale<br />

Orgelbank <strong>der</strong> Mariabrunner Orgel (Sonnholz<br />

1734) abgebildet ist.<br />

Die vorhandene Manualw<strong>in</strong>dlade wurde —<br />

wie bereits erwähnt — von Sonnholz adaptiert.<br />

Unter an<strong>der</strong>em wurden die Ventile<br />

mit schönen Beschriftungen und die Fe<strong>der</strong>n<br />

von ihm neu gefertigt und blieben<br />

9


is heute erhalten [Bild S. 8]. E<strong>in</strong>zig die<br />

Le<strong>der</strong>pulpeten wurden zwischenzeitlich<br />

durch Metallplättchen aus Mess<strong>in</strong>g ersetzt.<br />

Diese Verän<strong>der</strong>ung konnte nun wie<strong>der</strong><br />

rückgeführt werden. Die fehlenden<br />

Pfeifenstöcke mussten rekonstruiert werden.<br />

Die Aufstellung <strong>der</strong> Pfeifen war aber<br />

logisch und e<strong>in</strong>fach nachzuvollziehen.<br />

Von <strong>der</strong> orig<strong>in</strong>alen Pedallade war lei<strong>der</strong><br />

nichts mehr vorhanden. Sie wurde 1950<br />

ausgebaut und konnte nicht mehr aufgefunden<br />

werden. Für ihre Rekonstruktion<br />

ergab sich <strong>der</strong> Sachzwang, dass die Position<br />

<strong>der</strong> darauf bef<strong>in</strong>dlichen Pfeifen aufgrund<br />

vorhandener Raster und Fassungsspuren<br />

e<strong>in</strong>deutig erkennbar war. Nach<br />

unten h<strong>in</strong> bestimmte das vorhandene Gehäuse<br />

den Raum, wodurch nur wenig Höhe<br />

für die Pedalw<strong>in</strong>dlade vorhanden war.<br />

Die Lösung dafür fand sich bei zwei an<strong>der</strong>en<br />

Instrumenten von Sonnholz: <strong>in</strong> Trautmannsdorf<br />

an <strong>der</strong> Leitha und <strong>in</strong> Tulb<strong>in</strong>g.<br />

Dort baute er die Pedalladen anstatt mit<br />

Registerschleifen mit W<strong>in</strong>dabsperrventilen,<br />

wodurch er e<strong>in</strong>e sehr ger<strong>in</strong>ge Gesamthöhe<br />

<strong>der</strong> W<strong>in</strong>dlade erreichte, da es ja ke<strong>in</strong>er<br />

Pfeifenstücke und Schleifen bedurfte.<br />

Für die Rekonstruktion <strong>der</strong> Pedalw<strong>in</strong>dlade<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Wien</strong>er <strong>Malteserkirche</strong> folgten<br />

wir dieser Idee.<br />

Sonnholz beschriftete alle se<strong>in</strong>e Pfeifen<br />

von Hand. Diese Tonbezeichnungen s<strong>in</strong>d<br />

sehr signifikant und begünstigen daher<br />

die Zuschreibung wie auch die Position<br />

je<strong>der</strong> e<strong>in</strong>zelnen Pfeife im Werk. Die Metallpfeifen<br />

s<strong>in</strong>d sowohl mit dem Tonbuchstaben<br />

(= Position auf <strong>der</strong> Lade) als auch<br />

kl<strong>in</strong>gend beschriftet (geritzt). Dadurch<br />

s<strong>in</strong>d Pfeifen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Qu<strong>in</strong>tlage leicht zuzuordnen,<br />

welches speziell bei den Mixturen<br />

sehr hilfreich ist. Zusätzlich ist jede<br />

Pfeife mit dem Kürzel des Registers wie<br />

z.B.: „4“ für Pr<strong>in</strong>cipal, „3“ für Qu<strong>in</strong>ta,<br />

„m“ für Mixtur, etc. beschriftet. Die<br />

Holzpfeifen s<strong>in</strong>d mit T<strong>in</strong>te bezeichnet.<br />

Die Rücksortierung des gesamten Pfeifenbestandes<br />

war daher leicht zu bewerkstelligen.<br />

Größter Aufwand war das Anlängen<br />

<strong>der</strong> Pfeifen, da nahezu alle Metallpfeifen<br />

und auch die Holzpfeifen des<br />

Pedals 1949/50 abgeschnitten und entsprechend<br />

versetzt worden waren [Bild<br />

S. 32].<br />

Beson<strong>der</strong>s <strong>in</strong>teressant war, <strong>in</strong> welcher<br />

Tonhöhe die Orgel e<strong>in</strong>st gestanden hatte.<br />

Als Anhaltspunkte dienten die nahezu unverän<strong>der</strong>ten<br />

Pfeifen <strong>der</strong> Flöte 4’ (Flöten),<br />

des Octavbass 8’ (Octava) und die Innenpfeifen<br />

des Pr<strong>in</strong>cipal. Dass <strong>der</strong> rekonstruierte<br />

Stimmton die ursprüngliche Tonhöhe<br />

ziemlich genau traf, zeigte sich<br />

daran, dass bei <strong>der</strong> Restaurierung ke<strong>in</strong>e<br />

Pfeife abgeschnitten werden musste, dass<br />

die Pfeifenmündungen <strong>der</strong> auf Länge geschnittenen<br />

Prospektpfeifen exakt dem<br />

Kontur <strong>der</strong> Schleierbretter folgten und<br />

vor allem daran, dass die Pfeifen des<br />

Suppass <strong>in</strong> die historischen E<strong>in</strong>schnitte<br />

im Gehäuse perfekt h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>passten.<br />

10


Ähnlich spannend wie die Stimmtonhöhe<br />

war auch die Ermittlung des passenden<br />

W<strong>in</strong>ddrucks. Die — für den kle<strong>in</strong>en<br />

Kirchenraum — erstaunlich große Akustik<br />

mit sehr viel Nachhall för<strong>der</strong>t den stationären<br />

Klang <strong>der</strong> Pfeifen außerordentlich.<br />

Für e<strong>in</strong> transparentes Klangbild ist die<br />

Ansprache <strong>der</strong> Pfeifen daher sehr wichtig.<br />

Abhängig vor allem von den Aufschnitthöhen<br />

<strong>der</strong> Pfeifen ist e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>destdruck<br />

nötig, damit die Ansprache deutlich<br />

und elegant wird. Setzt man den<br />

Druck jedoch zu hoch an, beg<strong>in</strong>nen die<br />

Pfeifen zu spucken und zu schreien. Ist<br />

<strong>der</strong> richtige W<strong>in</strong>ddruck gefunden, kann<br />

die Intonation auf freiem W<strong>in</strong>d, d.h. mit<br />

offenen Fußspitzen erfolgen. Die Pfeifen<br />

sprechen dann sehr natürlich und lebendig<br />

an. Es war e<strong>in</strong>e große Freude zu hören,<br />

wie sich alles zusammenfügte. Die Orgel<br />

steht auf <strong>der</strong> Empore am akustisch besten<br />

Platz direkt an <strong>der</strong> Brüstung und hat auch<br />

viel Raum über sich. Ihre Gehäusetiefe<br />

wurde durch die beiden an den orig<strong>in</strong>alen<br />

Platz zurückgestellten Pedalregister quasi<br />

verr<strong>in</strong>gert. Dadurch entstand e<strong>in</strong>e Reflexionsfläche<br />

die für die Klangkrone<br />

von überaus großer Bedeutung ist — die<br />

Register s<strong>in</strong>d nach h<strong>in</strong>ten abfallend aufgestellt.<br />

Der große Verschmelzungsgrad<br />

des Orgelklanges<br />

zeigt sich auch<br />

daran, dass die harte<br />

Repetition <strong>der</strong> Mixtur —<br />

beide Chöre repetieren<br />

auf c'' um e<strong>in</strong>e Oktave —<br />

im Plenum nicht störend<br />

auffällt, ja kaum<br />

wahrgenommen wird.<br />

Die Sonnholz-Orgel <strong>der</strong><br />

<strong>Wien</strong>er <strong>Malteserkirche</strong><br />

hat, gemessen an ihrer<br />

ger<strong>in</strong>gen Registerzahl,<br />

e<strong>in</strong>en wahrhaft großen<br />

und fasz<strong>in</strong>ierend facettenreichen<br />

Klang.<br />

Wolfgang Karner<br />

11


B IOGRAPHISCHE N OTIZ<br />

ZU G OTTFRIED S ONNHOLZ<br />

Gottfried Sonnholz wurde ca. 1695 <strong>in</strong><br />

Warmbad bei Hirschberg <strong>in</strong> Schlesien<br />

geboren. Noch vor 1720 wurde er von<br />

Ferd<strong>in</strong>and Josef Römer (get. 14.5.1656 —<br />

29.5.1723) nach <strong>Wien</strong> gerufen, um ihm<br />

bei <strong>der</strong> Fertigstellung von <strong>Orgeln</strong> zu assistieren.<br />

Römer baute gerade die große<br />

Orgel (II—P/32) auf <strong>der</strong> Westempore <strong>der</strong><br />

Domkirche St. Stephan. 1723 verstarb Ferd<strong>in</strong>and<br />

Josef Römer im Alter von 67 Jahren.<br />

In se<strong>in</strong>em am 1. Juni 1723 veröffentlichten<br />

Testament wird se<strong>in</strong> Sohn <strong>Johannes</strong><br />

Ferd<strong>in</strong>and Tobias nur als Teilerbe angeführt.<br />

Das Werkzeug sollte bei Sonnholz<br />

bis zur Vollendung <strong>der</strong> Domorgel bleiben.<br />

Als Sonnholz am 1. November 1724<br />

die Witwe Eva Ros<strong>in</strong>a Römer (ca. 1688 —<br />

8.11.1753) ehelichte, übernahm er die<br />

Werkstätte Römers und die Pflege <strong>der</strong> <strong>Orgeln</strong><br />

im Stephansdom. Bald darauf auch<br />

die Orgelpflege <strong>in</strong> St. Michael. Am 7. Dezember<br />

1725 leistete Sonnholz den Bürgereid<br />

<strong>in</strong> <strong>Wien</strong>. Von da an entwickelte er<br />

se<strong>in</strong>en eigenen Stil und baute viele Instrumente,<br />

von denen er e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e, aber<br />

repräsentive Auswahl <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em 1733<br />

e<strong>in</strong>gereichten Bewerbungsschreiben für<br />

die Orgelmacherstelle am <strong>Wien</strong>er Hof anführte.<br />

Da ihm aber nur die Adjunktenstelle<br />

angeboten wurde, lehnte er ab und<br />

blieb uns somit als angesehener und vielbeschäftigter<br />

<strong>Wien</strong>er Orgelbauer erhalten.<br />

1742 erwarb er das Haus zum Goldenen<br />

Lamm <strong>in</strong> <strong>Wien</strong>-Wieden, das 1759 e<strong>in</strong>em<br />

Brand zum Opfer fiel. Sonnholz baute<br />

es aber wie<strong>der</strong> auf und bekam dafür drei<br />

Jahre Steuerfreiheit. 1776 beendete er die<br />

Orgelpflege <strong>in</strong> St. Stephan und stellte<br />

se<strong>in</strong> Gewerbe e<strong>in</strong>. Er starb am 3. September<br />

1781 im Alter von 86 Jahren und wurde<br />

<strong>in</strong> den neuen Gruften zu St. Stephan<br />

beigesetzt. Sonnholz h<strong>in</strong>terließ zum<strong>in</strong>dest<br />

vier K<strong>in</strong><strong>der</strong>, von denen aber ke<strong>in</strong>es<br />

im Orgelbau tätig war.<br />

Nachdem Sonnholz se<strong>in</strong>e Werke fast nie<br />

signierte, s<strong>in</strong>d diese nur durch Berichte,<br />

Archivalien und Zuschreibungen fassbar.<br />

Zur Zeit s<strong>in</strong>d uns 30 Werke bzw. größere<br />

Umbauten bekannt. Se<strong>in</strong>e größten <strong>Orgeln</strong><br />

baute er 1732 <strong>in</strong> <strong>der</strong> Stiftskirche Melk,<br />

1739 <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wallfahrtsbasilika <strong>in</strong> Mariazell<br />

sowie 1751 <strong>in</strong> <strong>der</strong> Peterskirche <strong>in</strong> <strong>Wien</strong>.<br />

Wolfgang Karner<br />

12


13


L’ÉGLISE SAINT-JEAN-BAPTISTE À VIENNE<br />

(MALTESERKIRCHE)<br />

L’Ordre de Sa<strong>in</strong>t Jean de Jérusalem (ancien<br />

nom de l’Ordre de Malte) s’établit<br />

vraisemblablement à Vienne vers 1200,<br />

avec une chapelle et un hôpital. Le fait<br />

est mentionné pour la première fois en<br />

1217. La fondation relevait juridiquement<br />

de la Comman<strong>der</strong>ie de Mailberg,<br />

dépendant elle-même du grand Commandeur<br />

pour l’Italie, la Hongrie et l’Autriche,<br />

plus tard du Grand Prieuré de Bohême.<br />

L’assistance aux <strong>in</strong>digents et aux<br />

malades était l’une des tâches de la Comman<strong>der</strong>ie.<br />

Le premier Commandeur mentionné<br />

nommément est en 1267 le Frère<br />

Marquart.<br />

Après 1400 on construisit à côté de<br />

l’église une auberge de pèler<strong>in</strong>s, qui fut<br />

agrandie lors des travaux de l’église pour<br />

prendre sa forme actuelle. A l’<strong>in</strong>térieur,<br />

dans la croisée d’ogives sous la tribune<br />

de l’orgue, figure sur la clef de voûte un<br />

lion avec le jeune garçon : le Sauveur qui<br />

offre à humanité la vie surnaturelle.<br />

La petite Comman<strong>der</strong>ie de Malte a joué<br />

un rôle important pendant le siège de<br />

Vienne par les Turcs a<strong>in</strong>si que lors du<br />

transfert de la Cour impériale à Vienne<br />

au 17ème siècle. Le célèbre mo<strong>in</strong>e august<strong>in</strong><br />

Abraham a Santa Clara y a prêché,<br />

un lien étroit existe aujourd’hui encore<br />

avec la paroisse St August<strong>in</strong>.<br />

A l’époque Baroque le Commandeur Fra’<br />

Michael Ferd<strong>in</strong>and Graf von Althann<br />

(1708-1779) fit modifier le bâtiment,<br />

comme en témoignent le tableau du maître-autel,<br />

pe<strong>in</strong>t vers 1750 par Johann<br />

Georg Schmidt et représentant le patron de<br />

l’Ordre, a<strong>in</strong>si que le bel orgue de Sonnholz.<br />

En 1806 Franz von Colloredo (1736-1806)<br />

munit la façade de l’église de pilastres<br />

cor<strong>in</strong>thiens, dans le style Empire, et modifia<br />

l’aménagement <strong>in</strong>térieur. Le tableau<br />

du maître-autel fut <strong>in</strong>séré dans un cadre<br />

Empire, l’église s’enrichit de l’autel-sarcophage<br />

en marbre rouge, des statues en<br />

bois des pr<strong>in</strong>ces des Apôtres Pierre et<br />

Paul, de la chaire et du monument dédié<br />

au défenseur victorieux de l’Ile de Malte<br />

le Grand Maître Fra’ Jean Parisot de La<br />

Valette (1557-1568)<br />

Dans les années 1837-39, les bâtiments<br />

ecclésiaux furent d’après les plans de Alois<br />

Pichl alignés au front des maisons de la<br />

Kärntnerstraße ; les vitraux datent de 1857.<br />

Suite à des travaux partiels de rénovation<br />

en 1968, 1972 et 1983/84, une restauration<br />

générale fut effectuée en<br />

1997/98 sous le grand Prieur le Bailli<br />

Fra’ Wilhelm von und zu Liechstenste<strong>in</strong>.<br />

F<strong>in</strong>alement le Procurateur Bailli Norbert<br />

de Salburg-Falkenste<strong>in</strong> fit rénover le<br />

socle du bâtiment en 2009.<br />

Richard Steeb<br />

14


L’ORGUE DE LA MALTESERKIRCHE À VIENNE<br />

Les détails concernant les orig<strong>in</strong>es de<br />

l’orgue de la <strong>Malteserkirche</strong> sont rares: à ce<br />

jour aucune <strong>in</strong>scription dans l’<strong>in</strong>strument,<br />

aucune mention dans les archives. Néanmo<strong>in</strong>s,<br />

quelques <strong>in</strong>dications dans l’orgue<br />

a<strong>in</strong>si que dans l’église permettent une attribution<br />

et une datation approximative.<br />

La plate-face centrale de la façade de l’<strong>in</strong>strument<br />

est surmontée des armoiries des<br />

comtes von Althann. Michael Ferd<strong>in</strong>and<br />

Johann comte von Althann a été nommé en<br />

1749 commandeur de Sa<strong>in</strong>t-Jean à Vienne.<br />

Ces armoiries font partie d’une série de<br />

32 qui ornent l’église (photos p. 4 & 35). Il<br />

est donc certa<strong>in</strong> que le comte von Althann<br />

était à l’orig<strong>in</strong>e de la construction de l’orgue.<br />

Dans l’<strong>in</strong>strument, à l’arrière de l’abrégé<br />

manuel, se trouve une <strong>in</strong>scription " 1767 "<br />

a<strong>in</strong>si que l’abréviation " FR " (photo p. 5).<br />

Ces <strong>in</strong>scriptions ont été réalisées avec le<br />

même pigment ayant servi à la polychromie<br />

du buffet. L’<strong>in</strong>strument devait donc<br />

déjà être achevé. La riche décoration et<br />

les sculptures dorées permettent de déduire<br />

que les moyens f<strong>in</strong>anciers ne devaient pas<br />

manquer pour cet ultime apport à la f<strong>in</strong>ition.<br />

Des études comparatives permettent d’attribuer<br />

la construction de cet <strong>in</strong>strument<br />

au facteur d’orgues Gottfried Sonnholz<br />

(c.1695-1781). C’est lui qui sera responsable<br />

de tous les éléments du 18ème siècle,<br />

à l’exception du sommier manuel qui est<br />

plus ancien.<br />

Une première transformation aura lieu au<br />

début du 19ème siècle : la construction d’un<br />

réservoir parallèle à un seul pli, avec ressort<br />

en bois et pompe. Ce réservoir est posé<br />

sur un socle plus ancien, permettant de<br />

reconnaître aisément la position des soufflets<br />

cunéiformes d’orig<strong>in</strong>e. La date 1812,<br />

taillée dans la face <strong>in</strong>térieure du panneau<br />

central à l’arrière du buffet, pourrait <strong>in</strong>diquer<br />

la date de construction de cette nouvelle<br />

soufflerie.<br />

Pendant la première guerre mondiale, les<br />

tuyaux de façade d’orig<strong>in</strong>e seront sacrifiés<br />

aux impératifs militaires. En 1923 Josef<br />

et Franz Ullmann (le jeune) les remplaceront<br />

par des tuyaux en z<strong>in</strong>c. L’orgue<br />

sera nettoyé et accordé. Une <strong>in</strong>scription<br />

en fait foi. En même temps : remplacement<br />

des boursettes traditionnelles par des bandes<br />

de laiton perforées a<strong>in</strong>si que quelques<br />

modifications à l’harmonisation.<br />

En 1949/50, Orgelbau Johann Pirchner<br />

(Ste<strong>in</strong>ach-Tyrol) réalisera des transformations<br />

dans l’esprit de l’époque, sous la<br />

direction d’Egon Krauss et d’Anton Heiller<br />

: l’<strong>in</strong>strument comportera désormais 2<br />

claviers de 56 touches, a<strong>in</strong>si qu’un pédalier<br />

de 30 marches. Le nombre de jeux sera<br />

doublé (voir disposition p.7). Ces travaux<br />

imposeront la construction d’une nouvelle<br />

console (photo p. 7).<br />

15


Les jeux de pédale seront <strong>in</strong>stallés dans<br />

un nouveau buffet à l’arrière de la tribune.<br />

L’emplacement a<strong>in</strong>si libéré <strong>der</strong>rière le<br />

sommier du premier clavier sera occupé<br />

par le nouveau sommier du deuxième<br />

plan sonore. Un sommier complémentaire<br />

pour les notes CIS, DIS, FIS, GIS, et cis'''-<br />

g ''' sera <strong>in</strong>stallé dans la tourelle centrale,<br />

au-dessus des tuyaux du premier clavier.<br />

Pirchner réutilisera toute l’ancienne tuyauterie<br />

(y compris les tuyaux de façade<br />

en z<strong>in</strong>c) mais en l’adaptant à ses propres<br />

exigences, raccourcissant de nombreux<br />

tuyaux et prévoyant des dispositifs d’accord<br />

mo<strong>der</strong>nes. Des anciennes chapes,<br />

seules les deux chapes de façade seront réutilisées,<br />

mais par manque de place elles<br />

seront dim<strong>in</strong>uées.<br />

En même temps, les mécaniques de registration<br />

et manuelles d’orig<strong>in</strong>e seront réutilisées,<br />

mais transformées, avec un tracé<br />

nouveau. Le manque de place imposera<br />

un tracé compact et compliqué, très difficile<br />

d’accès et donc d’un entretien<br />

presque impossible (photo p. 11). Des conduits<br />

flexibles alimenteront les sommiers<br />

au départ d’un porte-vent pr<strong>in</strong>cipal.<br />

En 1998, lors d’une restauration générale<br />

de l’<strong>in</strong>térieur de l’église, le buffet de l’orgue<br />

sera repe<strong>in</strong>t. Ce décor est encore existant<br />

et s’<strong>in</strong>spire de la polychromie d’orig<strong>in</strong>e,<br />

bien qu’à une certa<strong>in</strong>e époque le buffet<br />

avait déjà été repe<strong>in</strong>t en faux-bois. Des<br />

traces de cet état sont encore visibles sur<br />

les bouches de la Suppass.<br />

En 2015, le facteur d’orgues Wolfgang<br />

Karner est appelé pour faire une restauration<br />

en profondeur, a<strong>in</strong>si qu’une remise à<br />

l’état d’orig<strong>in</strong>e. Ces travaux sont à l’<strong>in</strong>itiative<br />

de MMag. Konstant<strong>in</strong> Reymaier,<br />

responsable de la musique sacrée du diocèse<br />

de Vienne. Depuis des années l’<strong>in</strong>strument<br />

était en très mauvais état. Un<br />

simple relevage n’aurait rien apporté pour<br />

remédier durablement à cet état, car tout<br />

restait compliqué et <strong>in</strong>accessible.<br />

Lors d’un <strong>in</strong>ventaire prélim<strong>in</strong>aire, on a pu<br />

relever une quantité <strong>in</strong>soupçonnée de tuyaux<br />

d’orig<strong>in</strong>e. Sur 359 tuyaux il ne manquait<br />

que les 25 tuyaux de façade, a<strong>in</strong>si<br />

que 24 petits tuyaux <strong>in</strong>térieurs en étoffe.<br />

Il restait donc 280 tuyaux de Sonnholz,<br />

presque 83%. De plus, étaient conservés<br />

le sommier et l’abrégé manuel, une partie<br />

des mécaniques, des éléments du portevent,<br />

la soufflerie du 19ème siècle…et<br />

bien évidemment le buffet. La restauration<br />

sera accompagnée par Konstant<strong>in</strong><br />

Reymaier et Mag. Gerd Pichler, directeur<br />

de la section des matières particulières à<br />

l’adm<strong>in</strong>istration des Monuments.<br />

La disposition d’orig<strong>in</strong>e, reconstituée, se<br />

trouve à la page 34 de ce livret. Les noms<br />

des jeux s’orientent vers ceux <strong>in</strong>scrits<br />

dans le contrat orig<strong>in</strong>al de l’orgue Sonnholz<br />

de Melk.<br />

16


L A RESTAURATION<br />

Ce n’est qu’en 2015, lors du démontage<br />

de l’orgue, que nous avons pu réellement<br />

comprendre toute l’étendue des transformations.<br />

Le buffet était tellement morcelé<br />

qu’il a fallu étançonner pour éviter l’effondrement.<br />

L’arrière du soubassement<br />

faisait complètement défaut. Il n’était relié<br />

au sol que par des planches vissées et par<br />

le châssis de la console. Pour permettre le<br />

passage des nouvelles mécaniques, des<br />

traverses maîtresses avaient été sciées,<br />

des panneaux percés pour les porte-vents<br />

et le bandeau central découpé pour le montage<br />

du sommier complémentaire.<br />

Mais ce n’étaient pas seulement les transformations<br />

de 1949/50 qui posaient problème.<br />

Sonnholz avait déposé sur le petit<br />

soubassement un grand cadre en surplomb<br />

de tous les côtés, pour soutenir le buffet<br />

supérieur. Les consoles latérales étaient<br />

démontables et n’offraient aucun soutien.<br />

Le poids du buffet supérieur, du sommier<br />

et des tuyaux déstabilisaient ce cadre à un<br />

po<strong>in</strong>t tel qu’il s’était complètement déformé.<br />

Le buffet entier était menacé d’effondrement.<br />

Ce problème a été résolu par<br />

l’adjonction d’un support horizontal encastré<br />

dans le bandeau et collé au cadre,<br />

permettant a<strong>in</strong>si de transmettre les charges<br />

aux montants verticaux. Tous les éléments<br />

perdus au cours du 20ème siècle ont été<br />

reconstitués (photo p. 12). Le buffet a<strong>in</strong>si<br />

stabilisé repose à l’avant sur la balustrade<br />

en pierre, à l’arrière sur une poutre horizontale<br />

glissée sous le plancher. La face<br />

arrière (avec des panneaux pour tirants,<br />

pupitre et genoux) a été entièrement reconstituée<br />

à l’ancienne avec cadres en queue<br />

d’aronde et renforts coniques emboités à<br />

mi-bois (Photo p. 13).<br />

Pour la reconstitution du clavier, des tirants<br />

de jeux et d’un éventail de bascules,<br />

nous avons pris comme modèle l’orgue<br />

Sonnholz de la chapelle de l’ancien Hôtel<br />

de Ville de Vienne. Nous avons pu restaurer<br />

l’abrégé d’orig<strong>in</strong>e et supprimer les modifications.<br />

Les éléments manquants dans<br />

la mécanique de registration ont été reconstitués<br />

d’après les orig<strong>in</strong>aux. La reconstitution<br />

du banc a été réalisée d’après<br />

une photographie de 1934 montrant l’ancien<br />

banc de l’orgue Sonnholz de Mariabrunn<br />

(1734).<br />

Le sommier manuel était déjà un sommier<br />

de réemploi, adapté par Sonnholz : c’est<br />

lui qui réalisa les soupapes avec leurs belles<br />

<strong>in</strong>scriptions, a<strong>in</strong>si que les ressorts<br />

(photo p. 8). Les boursettes ont été reconstituées<br />

à l’ancienne et les chapes manquantes<br />

ont été refaites. La disposition<br />

des tuyaux étant logique, il n’a pas été difficile<br />

de la reconstituer.<br />

Hélas, il ne subsistait rien du sommier de<br />

pédale d’orig<strong>in</strong>e qui avait été supprimé<br />

en 1950 et restait <strong>in</strong>trouvable. La reconstruction,<br />

a<strong>in</strong>si que le positionnement des<br />

17


tuyaux, ont été dictés par les vestiges de<br />

supports a<strong>in</strong>si que des traces de polychromie.<br />

Vers le bas, l’espace était délimité<br />

par le buffet qui ne laissait que peu de<br />

place pour un sommier de pédale. Nous<br />

avons trouvé la solution dans l’orgue que<br />

Sonnholz construisit en 1728 pour l’église<br />

des August<strong>in</strong>s (depuis 1785 à Trautmannsdorf<br />

an <strong>der</strong> Leitha). Sonnholz avait réalisé<br />

des sommiers de pédale uniquement<br />

avec des soupapes coupe-vent, sans glissières<br />

et sans chapes, réduisant a<strong>in</strong>si considérablement<br />

la hauteur. Il utilisa le même<br />

procédé pour les sommiers de pédale de<br />

son orgue de l’église paroissiale de Tulb<strong>in</strong>g<br />

(Nie<strong>der</strong>österreich). Nous nous sommes<br />

<strong>in</strong>spirés de ces exemples pour la reconstruction<br />

du sommier de pédale de la <strong>Malteserkirche</strong><br />

à Vienne.<br />

Sonnholz <strong>in</strong>scrivait tous ses tuyaux à la<br />

ma<strong>in</strong>. Ces <strong>in</strong>scriptions sont très significatives<br />

car elles <strong>in</strong>diquent non seulement la<br />

note mais aussi la position de chaque<br />

tuyau dans l’orgue. Les tuyaux en étoffe<br />

sont gravés avec leur note au clavier<br />

(= position sur le sommier) et avec leur<br />

note réelle. C’est a<strong>in</strong>si que les tuyaux des<br />

qu<strong>in</strong>tes sont facilement reconnaissables,<br />

particulièrement dans les mixtures. De<br />

plus, chaque tuyau est <strong>in</strong>scrit avec une<br />

abréviation pour le jeu : " 4 " pour Pr<strong>in</strong>cipal,<br />

" 3 " pour Qu<strong>in</strong>ta, " m " pour Mixtur.<br />

Les tuyaux en bois sont <strong>in</strong>scrits à l’encre.<br />

De cette manière le réassortiment des tuyaux<br />

ne posait aucune difficulté. Le travail<br />

le plus important a été le prolongement<br />

des tuyaux, presque tous raccourcis et déplacés<br />

en 1949/50 (photo p. 32).<br />

Il était particulièrement <strong>in</strong>téressant de déterm<strong>in</strong>er<br />

le diapason d’orig<strong>in</strong>e. Nous avons<br />

pris comme repère les tuyaux de la Flûte<br />

4’ (Flöten), de l’Octavbass 8’ (Octava) et<br />

les tuyaux <strong>in</strong>térieurs du Pr<strong>in</strong>cipal qui n’avaient<br />

subi que très peu de modifications.<br />

Nous avons acquis la quasi-certitude<br />

d’avoir pu retrouver le diapason d’orig<strong>in</strong>e :<br />

lors des travaux, aucun tuyau ne dut être<br />

raccourci et les bouches des tuyaux de façade<br />

coupés au ton suivent exactement le<br />

contour des claires-voies. De plus, les tuyaux<br />

de la Suppass s’<strong>in</strong>tègrent parfaitement<br />

dans les découpes anciennes du buffet.<br />

Il était tout aussi passionnant de retrouver<br />

la pression de vent d’orig<strong>in</strong>e. Malgré les<br />

dimensions restre<strong>in</strong>tes de l’église, l’acoustique<br />

est généreuse et la résonance encourage<br />

beaucoup la diffusion sonore. Les<br />

partielles d’attaque des tuyaux sont donc<br />

d’une grande importance pour le développement<br />

d’une émission transparente. Une<br />

pression m<strong>in</strong>imum, <strong>in</strong>dispensable pour<br />

l’obtention de partielles d’attaques précises<br />

et élégantes, dépend avant tout de<br />

la hauteur des embouchures. Si la pression<br />

est trop élevée, les tuyaux crachent<br />

et crient. Par contre, une pression correcte<br />

permettra une harmonisation à vent libre,<br />

c.à.d. à pieds ouverts et les tuyaux parleront<br />

de façon naturelle et vivante. Ce<br />

18


fut une grande satisfaction de pouvoir découvrir<br />

la cohérence de tous ces paramètres.<br />

L’orgue se trouve à l’avant de la<br />

tribune au meilleur endroit acoustique,<br />

sous un grand espace vide. En repositionnant<br />

les deux jeux de pédale à leur emplacement<br />

d’orig<strong>in</strong>e, la profondeur du buffet a<br />

été dim<strong>in</strong>uée. A<strong>in</strong>si s’est recréée une surface<br />

résonante, <strong>in</strong>dispensable pour le bon<br />

développement de la pyramide sonore, les<br />

jeux étant <strong>in</strong>stallés en ordre décroissant<br />

vers l’arrière. L’homogénéité de l’ensemble<br />

est démontrée par le fait que la grande<br />

reprise de la Mixtur (les deux rangs répètent<br />

d’une octave à c'') passe quasi-<strong>in</strong>aperçue.<br />

Malgré ses dimensions restre<strong>in</strong>tes,<br />

l’<strong>in</strong>strument dispose d’une palette sonore<br />

riche et diversifiée.<br />

GOTTFRIED SONNHOLZ, NOTICE BIOGRAPHIQUE<br />

Gottfried Sonnholz est né vers 1695 à<br />

Warmbad, près de Hirschberg en Silésie.<br />

Avant 1720, Ferd<strong>in</strong>and Josef Römer (b14.<br />

5.1656 — 29.5.1723) l’<strong>in</strong>vita à Vienne pour<br />

l’assister dans la facture d’orgues. A<br />

cette époque, Römer construisait le grand<br />

orgue du Stephansdom, mais mourut en<br />

1723 à l’âge de 67 ans. Dans son testament,<br />

ouvert le 1er ju<strong>in</strong> 1723, son fils <strong>Johannes</strong><br />

Ferd<strong>in</strong>and Tobias n’apparait pas<br />

comme unique héritier. Sonnholz conserve<br />

l’utilisation de l’outillage jusqu’à l’achèvement<br />

de l’orgue de la cathédrale. En épousant<br />

le 1er novembre 1724 la veuve Eva<br />

Ros<strong>in</strong>a Römer (c.1688- 8.11.1753), Sonnholz<br />

reprendra l’atelier de Römer a<strong>in</strong>si<br />

que l’entretien des orgues du Stephansdom.<br />

Le 7 décembre 1725 Sonnholz deviendra<br />

citoyen de Vienne. Il développera<br />

son propre style en construisant de nombreux<br />

<strong>in</strong>struments. Il mentionnera certa<strong>in</strong>s<br />

parmi les plus représentatifs en <strong>in</strong>troduisant<br />

en 1733 une requête pour être<br />

nommé facteur d’orgues de la Cour. Mais<br />

on ne lui proposera qu’un poste d’assistant<br />

qu’il refuse, restant a<strong>in</strong>si pour la<br />

postérité un facteur d’orgue viennois reconnu<br />

et apprécié. En 1742, il prendra<br />

possession de l’immeuble zum Goldenen<br />

Lamm, à <strong>Wien</strong>-Wieden, <strong>in</strong>cendié en 1759.<br />

Sonnholz le reconstruira, moyennant une<br />

exemption d’impôts de trois ans. En 1776,<br />

Sonnholz mit un terme à son activité<br />

professionnelle a<strong>in</strong>si qu’à l’entretien des<br />

orgues du Stephansdom. Il mourut le 3<br />

septembre 1781 à l’âge de 86 ans et fut<br />

enterré dans les " nouveaux caveaux " du<br />

Stephansdom, laissant au mo<strong>in</strong>s 4 enfants<br />

dont aucun ne deviendra facteur d’orgues.<br />

Sonnholz ne signait jamais ses <strong>in</strong>struments<br />

qui ne seront identifiés que par des rapports,<br />

des archives, des attributions. A ce<br />

jour nous avons connaissance de 30 <strong>in</strong>struments,<br />

y compris certa<strong>in</strong>es grandes<br />

transformations. Ses plus grands <strong>in</strong>struments<br />

sont ceux de l’église abbatiale de<br />

Melk (1732), de la basilique de Mariazell<br />

(1739) et de la Peterskirche à Vienne<br />

(1751).<br />

Wolfgang Karner<br />

19


20


T HE C HURCH OF S T. JOHN THE B APTIST<br />

IN V IENNA (MALTESE C HURCH)<br />

The Knights of St. John (Knights Hospitallers)<br />

came to Vienna <strong>in</strong> the early 1200s. A<br />

record dat<strong>in</strong>g from 1217 mentions their<br />

hospital and chapel which belonged to<br />

the comman<strong>der</strong>y of Mailberg <strong>in</strong> Lower<br />

Austria, which was un<strong>der</strong> jurisdiction of<br />

the Grand-Comman<strong>der</strong> of Italy, Hungary<br />

and Austria. Later it was part of the Grand-<br />

Priory of Bohemia. The ma<strong>in</strong> task of the<br />

comman<strong>der</strong>y (as of the Or<strong>der</strong> <strong>in</strong> general)<br />

was the care of the sick and poor. Fra'<br />

Marquart was the first comman<strong>der</strong> whose<br />

name we know, be<strong>in</strong>g recorded <strong>in</strong> 1267.<br />

Soon after 1400 a pilgrim's hostel was<br />

built next to the church which was enlarged<br />

to its present shape at this time.<br />

The vault un<strong>der</strong> the gallery shows a lion<br />

with its offspr<strong>in</strong>g, an image for Christ<br />

giv<strong>in</strong>g eternal life to mank<strong>in</strong>d.<br />

The Knights Hospitallers Comman<strong>der</strong>y<br />

played an important role dur<strong>in</strong>g the Turkish<br />

sieges and also when the imperial<br />

court was moved to Vienna dur<strong>in</strong>g the 17th<br />

century. The famous court preacher and<br />

August<strong>in</strong>ian monk Abraham a Santa Clara<br />

delivered some of his sermons <strong>in</strong> this<br />

church and there is still a close connection<br />

with the Parish Church of St. August<strong>in</strong>e.<br />

The 18th century saw various changes<br />

made to the <strong>in</strong>terior. Comman<strong>der</strong> Fra' Michael<br />

Ferd<strong>in</strong>and Count Althann (1708-<br />

1779) commissioned a new pa<strong>in</strong>t<strong>in</strong>g for<br />

the High Altar which was executed by Johann<br />

Georg Schmidt <strong>in</strong> around 1750 and<br />

still survives. He also <strong>in</strong>stalled a new organ,<br />

made by the famous Viennese organbuil<strong>der</strong><br />

Gottfried Sonnholz.<br />

Further alterations were made <strong>in</strong> 1806<br />

un<strong>der</strong> Comman<strong>der</strong> Fra' Franz von Colloredo<br />

(1736-1806). He commissioned the<br />

present façade with its Cor<strong>in</strong>thian pilasters,<br />

a new frame for the High Altar pa<strong>in</strong>t<strong>in</strong>g,<br />

the large statues of St. Peter and St.<br />

Paul beside it, the pulpit, and the memorial<br />

for the victorious Grand Master of<br />

the Or<strong>der</strong>, Fra' Jean Parisot de La Valette<br />

(1557-1568) who successfully defended<br />

Malta aga<strong>in</strong>st the Turks.<br />

The Church was <strong>in</strong>corporated <strong>in</strong>to the new<br />

front arrangement of the houses on the<br />

Kärntnerstrasse <strong>in</strong> 1837-39, accord<strong>in</strong>g to<br />

the design of Alois Pichl. In 1857 new<br />

sta<strong>in</strong>ed glass w<strong>in</strong>dows were put <strong>in</strong>. Restoration<br />

work took place <strong>in</strong> 1968, 1972<br />

and 1983/4. These, however, were only<br />

partial and thus <strong>in</strong> 1997/1998 a complete<br />

renovation was un<strong>der</strong>taken, commissioned<br />

by the Duke and Grand Prior, Bailiff<br />

Fra' Wilhelm von und zu Liechtenste<strong>in</strong>.<br />

The outer façade was renovated <strong>in</strong> 2009,<br />

issued by Prokurator Bailiff Norbert Count<br />

Salburg-Falkenste<strong>in</strong>.<br />

Richard Steeb<br />

21


T HE O RGAN<br />

IN THE M ALTESE C HURCH OF V IENNA<br />

Little is known about the orig<strong>in</strong>s of the<br />

Organ <strong>in</strong> the Maltese Church <strong>in</strong> Vienna. It<br />

is neither signed nor do any documents<br />

survive which could tell us someth<strong>in</strong>g<br />

about date and buil<strong>der</strong>. However, some<br />

<strong>in</strong>dications are given by the church build<strong>in</strong>g<br />

and the <strong>in</strong>strument itself.<br />

In the central section of the case we f<strong>in</strong>d<br />

the coat of arms of the Althann family.<br />

[Pic p. 4]. Michael Ferd<strong>in</strong>and Johann<br />

Count Althann (Prague June 25th 1708 -<br />

May 18th 1779) was made Comman<strong>der</strong> of<br />

St. John <strong>in</strong> Vienna <strong>in</strong> 1749. This we know<br />

from the 32 shields with coat of arms displayed<br />

<strong>in</strong> the church [Pic p. 35]. Most<br />

likely the <strong>in</strong>strument was commissioned<br />

by him.<br />

The roller board <strong>in</strong>side the <strong>in</strong>strument<br />

bears the letters "FR" and "1767" on its<br />

reverse [Pic p. 5]. They are pa<strong>in</strong>ted with<br />

the same pa<strong>in</strong>t used for the orig<strong>in</strong>al decoration<br />

of the casework. At least we know<br />

the time when this was done. Given the<br />

elaborate carv<strong>in</strong>gs and gild<strong>in</strong>g of the case<br />

we can assume that f<strong>in</strong>ancial means were<br />

not restricted. It is more than likely that<br />

the whole project was completed with<strong>in</strong> a<br />

very short period of time.<br />

Most probably the organ was built by Gottfried<br />

Sonnholz (1695-1781). Similarities<br />

to his other <strong>in</strong>struments make this obvious.<br />

He seems to have made all parts except<br />

the w<strong>in</strong>dchest for the manual division for<br />

which he reworked an ol<strong>der</strong> piece.<br />

First changes were made to the <strong>in</strong>strument<br />

<strong>in</strong> the early 1800s. The large s<strong>in</strong>gle<br />

rise bellows with its fee<strong>der</strong> un<strong>der</strong>neath<br />

and the orig<strong>in</strong>al wooden spr<strong>in</strong>gs all date<br />

from this time. It is supported by beams<br />

which are ol<strong>der</strong> and still <strong>in</strong>dicate the position<br />

of the orig<strong>in</strong>al 18th century wedge<br />

bellows. An <strong>in</strong>scription <strong>in</strong>side <strong>in</strong>dicates<br />

that these changes were made <strong>in</strong> 1812.<br />

Unfortunately, the orig<strong>in</strong>al t<strong>in</strong> front pipes<br />

were confiscated dur<strong>in</strong>g World War I and<br />

melted down for use <strong>in</strong> the weapons <strong>in</strong>dustry.<br />

In 1923 Josef and Franz Ullmann<br />

the Younger <strong>in</strong>stalled z<strong>in</strong>c replacement<br />

pipes. The <strong>in</strong>strument was also cleaned<br />

and tuned on this occasion. They seem to<br />

have been responsible for a few further<br />

m<strong>in</strong>or alterations to the w<strong>in</strong>dchest (replac<strong>in</strong>g<br />

the leather purses with brass) and<br />

voic<strong>in</strong>g.<br />

Serious alterations were made <strong>in</strong> 1949/<br />

1950: Johann Pirchner of Ste<strong>in</strong>ach <strong>in</strong> Tyrol<br />

enlarged the <strong>in</strong>strument, be<strong>in</strong>g advised<br />

by Egon Kraus and Anton Heiller. A second<br />

manual was added and a new console<br />

to go with it. The number of stops doubled<br />

and the compass was enlarged to 56 keys<br />

on the manuals and 30 on the pedal (Specification<br />

on p. 7) [Pic p. 7].<br />

22


The pedal section was placed at the back<br />

of the organ gallery. Space ga<strong>in</strong>ed <strong>in</strong>side<br />

the case was used for two additional<br />

w<strong>in</strong>dchests: a larger one for the second<br />

manual was put at the back of the case<br />

and an extension-chest for the miss<strong>in</strong>g<br />

notes of the now extended compass conta<strong>in</strong><strong>in</strong>g<br />

the pipes of the bottom sharps and<br />

all pipes above top C. This was placed<br />

<strong>in</strong> the central tower above the pipes of the<br />

Great.<br />

Pirchner reused all exist<strong>in</strong>g pipework,<br />

<strong>in</strong>clud<strong>in</strong>g the front pipes, but made some<br />

substantial alterations to it. Pipes were<br />

shortened and tun<strong>in</strong>g slides were fitted.<br />

Of the pipe boards only those for the<br />

front pipes rema<strong>in</strong>ed orig<strong>in</strong>al. However,<br />

demand for space made alterations necessary<br />

and they were also cut.<br />

Both the stop action and trackers were rebuilt.<br />

Eighteenth-century parts were reused<br />

but altered accord<strong>in</strong>g to need. Restrictions<br />

of space led to a rather complicated<br />

action with little or no access. The<br />

new layout caused consi<strong>der</strong>able impediments<br />

to any subsequent demands of repair<br />

[Pic p. 11]. The ma<strong>in</strong> w<strong>in</strong>d trunk was<br />

now outside the case. Flexible trunk<strong>in</strong>g<br />

brought the w<strong>in</strong>d to the chests.<br />

The church was restored <strong>in</strong> 1998. At this<br />

time the organ case was repa<strong>in</strong>ted <strong>in</strong> its<br />

orig<strong>in</strong>al green. For some time it had a<br />

brown coat<strong>in</strong>g, traces of which can still be<br />

seen on the mouths of some of the pedal<br />

pipes (Suppass 16) at the back of the case.<br />

In 2015 Wolfgang Karner was commissioned<br />

to br<strong>in</strong>g the <strong>in</strong>strument back to its<br />

orig<strong>in</strong>al condition. The project was <strong>in</strong>itiated<br />

and advised by the head of the Department<br />

of Church Music <strong>in</strong> the Archdiocese<br />

of Vienna, Konstant<strong>in</strong> Reymaier,<br />

<strong>in</strong> cooperation with Gerd Pichler, head of<br />

the department for historic <strong>in</strong>struments<br />

with<strong>in</strong> the Bundesdenmalamt, the national<br />

conservation authority <strong>in</strong> Austria.<br />

The decision to restore the <strong>in</strong>strument to<br />

its orig<strong>in</strong>al state was made partly on the<br />

grounds of accessibility. For many years<br />

the organ was <strong>in</strong> quite a sad state. Clean<strong>in</strong>g<br />

and repairs would have neither improved<br />

nor changed the state of affairs:<br />

most parts <strong>in</strong>side the case would have rema<strong>in</strong>ed<br />

cramped or <strong>in</strong>accessible.<br />

Exam<strong>in</strong><strong>in</strong>g the <strong>in</strong>strument showed that<br />

most of the orig<strong>in</strong>al pipework had survived.<br />

From a total of 339 necessary pipes<br />

only 35 front pipes and 24 smaller pipes<br />

were miss<strong>in</strong>g. 280 pipes are by Gottfried<br />

Sonnholz, a total of 83%. This was more<br />

than expected. The orig<strong>in</strong>al manual w<strong>in</strong>dchest,<br />

roller board, parts of the stop action,<br />

and trackers also survived. The same applies<br />

to the w<strong>in</strong>d trunk, the n<strong>in</strong>eteenthcentury<br />

bellows and the organ front, which<br />

are still orig<strong>in</strong>al, although the latter is<br />

altered <strong>in</strong> its lower parts.<br />

23


The reconstructed specification of the<br />

orig<strong>in</strong>al <strong>in</strong>strument can be found on page<br />

33. Orthography was taken from a surviv<strong>in</strong>g<br />

contract with Melk Abbey.<br />

T HE R ESTORATION<br />

The whole extent of alterations became<br />

evident only after the <strong>in</strong>strument was dismantled<br />

<strong>in</strong> 2015. Changes to the casework<br />

had been made which seriously endangered<br />

its stability: the lower part of the back<br />

was cut away. The connection between<br />

ma<strong>in</strong> case and floor was provided solely<br />

by the console and a few boards. The arrangement<br />

was held only with a few screws.<br />

Connect<strong>in</strong>g beams <strong>in</strong>side the case were<br />

disposed of <strong>in</strong> or<strong>der</strong> to provide space for<br />

the new and now extended action. Holes<br />

were made <strong>in</strong>to some of the fill<strong>in</strong>gs to<br />

provide access for w<strong>in</strong>d trunks. Further<br />

cutt<strong>in</strong>gs were made to the central section<br />

mak<strong>in</strong>g space for new w<strong>in</strong>d chests.<br />

It was not only the work of 1949/1950<br />

which endangered the stability. Sonnholz'<br />

orig<strong>in</strong>al construction itself was already<br />

somewhat risky: the frame support<strong>in</strong>g the<br />

upper part of the case is consi<strong>der</strong>ably<br />

larger than the base. The large volutes<br />

serve only decorative purposes. They are<br />

fastened from un<strong>der</strong>neath and provide no<br />

support whatsoever. The whole weight was<br />

sitt<strong>in</strong>g on the frame which was caus<strong>in</strong>g it to<br />

deform, endanger<strong>in</strong>g the <strong>in</strong>strument to break<br />

apart. In or<strong>der</strong> to avoid this, an additional<br />

beam was <strong>in</strong>stalled, placed horizontally on<br />

the ma<strong>in</strong> frame and connected with it.<br />

All parts which were cut or lost <strong>in</strong> the<br />

20th century were replaced. The ma<strong>in</strong> case<br />

now rests safely on two vertical beams<br />

[Pic p. 12] and the whole construction is<br />

supported by a new horizontal beam<br />

beneath the floor and the medieval balcony<br />

made of stone. All new parts and the<br />

console were made us<strong>in</strong>g traditional eighteenth-century<br />

techniques [Pic p. 8]. Keyboard<br />

and backfalls were reconstructed<br />

accord<strong>in</strong>g to another and quite similar <strong>in</strong>strument<br />

by Sonnholz which can be found<br />

<strong>in</strong> the chapel of Vienna's Old Town Hall.<br />

The orig<strong>in</strong>al roller board was restored,<br />

later changes corrected, and miss<strong>in</strong>g parts<br />

of the stop action were reconstructed<br />

accord<strong>in</strong>g to the exist<strong>in</strong>g ones.<br />

The design of the bench was taken from<br />

an old photograph taken <strong>in</strong> 1934. It shows<br />

the organ console of Mariabrunn, made<br />

by Sonnholz <strong>in</strong> 1734.<br />

It has already been noted that Sonnholz<br />

used an exist<strong>in</strong>g w<strong>in</strong>dchest. However, he<br />

made new pallets and spr<strong>in</strong>gs which are still<br />

surviv<strong>in</strong>g [Pic p. 13]. The orig<strong>in</strong>al leather<br />

pull-down purses had been lost and exchanged<br />

with brass ones. This alteration<br />

has now been reversed. The upper boards<br />

and rack boards however, had to be reconstructed<br />

but the orig<strong>in</strong>al placement of the<br />

pipes was very obvious.<br />

24


Unfortunately the orig<strong>in</strong>al pedal w<strong>in</strong>dchest<br />

was lost. It was taken away <strong>in</strong> 1950<br />

and noth<strong>in</strong>g of it could be found. Various<br />

traces guided the reconstruction. Rema<strong>in</strong>s<br />

of pa<strong>in</strong>t and pipe-fix<strong>in</strong>gs showed the<br />

orig<strong>in</strong>al position of the pedal pipes at<br />

the back of the case. The space <strong>in</strong>dicated<br />

quite a low height. Another organ built by<br />

Sonnholz <strong>in</strong> 1728 showed a similar situation:<br />

the <strong>in</strong>strument orig<strong>in</strong>ally built for<br />

the Aust<strong>in</strong> Friars Church <strong>in</strong> Vienna and<br />

transferred to the village of Trautmannsdorf/Leitha<br />

<strong>in</strong> 1785. The pedal chests do<br />

not have sli<strong>der</strong>s but are operated by ventils.<br />

This enabled a construction of low height.<br />

The same technique can be found <strong>in</strong> the<br />

<strong>in</strong>strument of Tulb<strong>in</strong>g. Our reconstruction<br />

followed these examples.<br />

Sonnholz signed every pipe by hand. His<br />

<strong>in</strong>scriptions give a clear <strong>in</strong>dication of pitch<br />

and placement with<strong>in</strong> the <strong>in</strong>strument.<br />

Both the position on the chest and the<br />

sound<strong>in</strong>g pitch are noted — a fact of particular<br />

importance for transpos<strong>in</strong>g stops<br />

like a Twelfth. The stop itself is also determ<strong>in</strong>ed:<br />

"4" for Pr<strong>in</strong>cipal, "3" for Qu<strong>in</strong>ta,<br />

"m" for Mixtur and so on. This way of<br />

mark<strong>in</strong>g is of <strong>in</strong>valuable help, particularly<br />

when reconstruct<strong>in</strong>g a Mixture. Wooden<br />

pipes are signed with <strong>in</strong>k. Putt<strong>in</strong>g the pipework<br />

back to its orig<strong>in</strong>al position was<br />

therefore a straightforward task. Most of<br />

the effort went <strong>in</strong>to lengthen<strong>in</strong>g the pipework<br />

which has been cut <strong>in</strong> 1949/1950<br />

[Pic p. 32].<br />

Unaltered pipes of the Flöten 4', Octava<br />

8' and Pr<strong>in</strong>cipal 4' <strong>in</strong>side the case gave<br />

some <strong>in</strong>dication of the orig<strong>in</strong>al pitch. The<br />

calculation could further be supported by<br />

the fact that there was no need for any<br />

cutt<strong>in</strong>g of pipes, the front pipes corresponded<br />

exactly with the pipe-shades<br />

and, f<strong>in</strong>ally, the 16' pipes fitted <strong>in</strong>to the<br />

space determ<strong>in</strong>ed by the historic case<br />

with absolute precision.<br />

W<strong>in</strong>d pressure had to be determ<strong>in</strong>ed, too.<br />

The question was as similarly <strong>in</strong>trigu<strong>in</strong>g<br />

as look<strong>in</strong>g for the correct pitch. Given the<br />

size of the church, its grand acoustic and<br />

long reverberation is astonish<strong>in</strong>g. Sound<br />

would become <strong>in</strong>comprehensible unless<br />

the pipes speak with great precision and<br />

clarity. W<strong>in</strong>d-pressure needs to correspond<br />

with the cutups of the pipes. If this is too<br />

low, there will be no clarity of tone. If it<br />

becomes too high, the pipes will sound as<br />

if they were spitt<strong>in</strong>g and scream<strong>in</strong>g. With<br />

the right amount of pressure they can be<br />

voiced with open toes and will speak<br />

naturally, produc<strong>in</strong>g a fresh sound. It is<br />

almost like a jigsaw and certa<strong>in</strong>ly a great<br />

joy when th<strong>in</strong>gs start com<strong>in</strong>g together. The<br />

<strong>in</strong>strument is stand<strong>in</strong>g <strong>in</strong> an ideal position<br />

on the gallery, allow<strong>in</strong>g a lot of space<br />

above. The depth of the case was reduced<br />

by putt<strong>in</strong>g the pedal pipes <strong>in</strong> their orig<strong>in</strong>al<br />

position at the back. Thus they form a<br />

wall which pushes the sound forward <strong>in</strong>to<br />

the ma<strong>in</strong> body of the church. This effect<br />

is immensely valuable, particularly for<br />

25


the higher stops which are placed next to<br />

the pedal stops.<br />

The Mixture is a f<strong>in</strong>e example for the sound<br />

mix<strong>in</strong>g and melt<strong>in</strong>g together. It has a somewhat<br />

crude repetition: both choruses jump<br />

back an octave on c'' and yet this is hardly<br />

noticeable when the full organ is played.<br />

Given the few stops, this <strong>in</strong>strument<br />

excels itself <strong>in</strong> comb<strong>in</strong><strong>in</strong>g a truly grand<br />

sound with a multitude of delicate colours.<br />

GOTTFRIED SONNHOLZ: BIOGRAPHICAL NOTES<br />

Gottfried Sonnholz was born about 1695<br />

<strong>in</strong> Warmbach near Hirschberg <strong>in</strong> Silesia.<br />

At some stage or at least before 1720 he<br />

was called to Vienna by the Ferd<strong>in</strong>and<br />

Josef Römer (baptised 14th May 1656 -<br />

d. 29th May 1723). At this time Römer<br />

was build<strong>in</strong>g a new large <strong>in</strong>strument for<br />

the Cathedral Church of St. Stephens <strong>in</strong><br />

Vienna (II/P/32) which was to go on the<br />

West-end gallery. In 1723 Römer died at<br />

the age of 67. His will was published on<br />

June 1st and did not leave everyth<strong>in</strong>g to<br />

his son <strong>Johannes</strong> Ferd<strong>in</strong>and Tobias. Workshop<br />

tools were to rema<strong>in</strong> with Sonnholz,<br />

at least until the cathedral organ was<br />

f<strong>in</strong>ished. On November 1st of 1724 Sonnholz<br />

married Römer's widow, Eva Ros<strong>in</strong>a<br />

Römer (ca 1688 - 8th November 1753)<br />

and now took over the workshop as well<br />

as be<strong>in</strong>g <strong>in</strong> charge of the cathedral organs.<br />

Soon after, he took on the <strong>in</strong>strument<br />

of St. Michael's <strong>in</strong> Vienna, too. On<br />

December 7th 1725 he was granted Viennese<br />

citizenship. He developed his own<br />

style and built a number of <strong>in</strong>struments,<br />

some of which were named <strong>in</strong> a document<br />

support<strong>in</strong>g his application for the position<br />

of imperial organ buil<strong>der</strong> <strong>in</strong> 1733.<br />

Unfortunately or rather fortunately, he<br />

was only offered the position of an assistant<br />

which he promptly decl<strong>in</strong>ed. Thus he<br />

was able to cont<strong>in</strong>ue his work as a highly<br />

respected organ-buil<strong>der</strong> <strong>in</strong> Vienna, enjoy<strong>in</strong>g<br />

numerous commissions both <strong>in</strong> the<br />

city and beyond. 1742 he bought the Golden<br />

Lamb, a handsome property <strong>in</strong> what<br />

is today the fourth district of Vienna. The<br />

house was destroyed by fire <strong>in</strong> 1759. Sonnholz<br />

rebuilt it and was granted a threeyear<br />

tax exemption. In 1776 he handed<br />

back the charge of the cathedral organs<br />

and closed down his bus<strong>in</strong>ess. On September<br />

3rd 1781 he f<strong>in</strong>ished his life, aged<br />

86. He was buried <strong>in</strong> the new crypt of St.<br />

Stephen's. He left at least four children,<br />

none of whom took over as organ-buil<strong>der</strong>s.<br />

Sonnholz hardly ever signed his <strong>in</strong>struments.<br />

Thus we can only make ascriptions<br />

supported by documents of the time and<br />

comparisons. So far we know about 30<br />

new or extensively rebuilt organs. Large <strong>in</strong>struments<br />

were built by him <strong>in</strong> 1732 for<br />

the Abbey Church of Melk, 1739 for Austria's<br />

ma<strong>in</strong> pilgrimage place Mariazell,<br />

and 1751 for the Church of St. Peter <strong>in</strong> the<br />

centre of Vienna.<br />

Wolfgang Karner<br />

26


Z UR M USIKAUSWAHL<br />

Seit den Tagen me<strong>in</strong>er K<strong>in</strong>dheit fasz<strong>in</strong>ierte<br />

mich die kle<strong>in</strong>e, aber fe<strong>in</strong>e Orgel <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>Wien</strong>er <strong>Malteserkirche</strong>. In me<strong>in</strong>er Studienzeit<br />

lernte ich auch das Instrument h<strong>in</strong>ter<br />

<strong>der</strong> wun<strong>der</strong>schönen Fassade kennen. E<strong>in</strong><br />

großes Potential war hier verborgen und<br />

wartete darauf, zu neuem Leben erweckt<br />

zu werden. Die Freude war übergroß, als<br />

man dann im Großpriorat des Souveränen<br />

Malteser Ritterordens über e<strong>in</strong>e Restaurierung<br />

des Instruments nachdachte und <strong>der</strong><br />

Kanzler, Richard Freiherr von Steeb, mich<br />

bat, diese zu begleiten. Orgelbaumeister<br />

Wolfgang Karner wurden die Arbeiten anvertraut,<br />

das Ergebnis war überwältigend:<br />

Präsenz, ungeahnte Klangfülle, Frische<br />

und Farbigkeit. E<strong>in</strong> wahrhaft großes Instrument<br />

war erstanden!<br />

Große Instrumente verlangen nach großer<br />

Musik. In <strong>der</strong> katholischen Liturgie des<br />

18. Jahrhun<strong>der</strong>ts wurde die Orgel häufig<br />

nur zur Begleitung von Ensembles und für<br />

kurze Zwischenspiele e<strong>in</strong>gesetzt. Letztere<br />

wurden entwe<strong>der</strong> improvisiert, o<strong>der</strong> man<br />

bediente sich handschriftlich kopierter<br />

Sammlungen von Intonationen, Versetten<br />

und Fugetten. Aber das Barock war flexibel.<br />

Man übertrug von e<strong>in</strong>em Instrument<br />

auf an<strong>der</strong>e, beson<strong>der</strong>s auf dem Gebiet <strong>der</strong><br />

Tastenmusik waren die Grenzen fließend.<br />

So habe ich für diese <strong>CD</strong> e<strong>in</strong>ige repräsentative<br />

Werke aus <strong>der</strong> Cembalo-Literatur<br />

gewählt, fast allesamt mit <strong>Wien</strong>-Bezug:<br />

An bedeuten<strong>der</strong> Stelle steht Gottlieb Muffat:<br />

nicht so bekannt wie se<strong>in</strong> Vater Georg,<br />

aber m<strong>in</strong>destens ebenso genial. 1690 <strong>in</strong><br />

Passau geboren, machte er Karriere am<br />

<strong>Wien</strong>er Hof als Organist und als Lehrer<br />

<strong>der</strong> kaiserlichen Familie. 1739 veröffentlichte<br />

er <strong>in</strong> Augsburg se<strong>in</strong>e COMPONIMENTI<br />

MUSICALI, sechs Suiten und e<strong>in</strong>e Ciacona,<br />

<strong>der</strong>en Qualität sich durchaus mit Werken<br />

se<strong>in</strong>er älteren Zeitgenossen Johann Sebastian<br />

Bach und Georg Friedrich Händel<br />

messen kann. Jedenfalls schätzte <strong>der</strong> Letztgenannte<br />

diese Sammlung und bediente<br />

sich mitunter recht großzügig aus ihr.<br />

Umgekehrt wie<strong>der</strong>um dürften die Werke<br />

des <strong>in</strong> England lebenden Deutschen auch<br />

se<strong>in</strong>en <strong>Wien</strong>er Kollegen <strong>in</strong>spiriert haben.<br />

Davon zeugt e<strong>in</strong> Exemplar von Händels<br />

1720 <strong>in</strong> London veröffentlichten Suiten<br />

aus Muffats Besitz, das dieser mit Verzierungen<br />

versah. Aufgrund <strong>der</strong> genannten<br />

Querverb<strong>in</strong>dungen schien es mir naheliegend,<br />

beide im Programm dieser Aufnahme<br />

gegenüber zu stellen: So wählte ich<br />

als Gegenpart zur Suite I und <strong>der</strong> Ciacona<br />

aus Muffats COMPONIMENTI Händels VIII.<br />

Suite, die mit e<strong>in</strong>er Passacaglia endet.<br />

Klaviermusik und Tanzsätze auf <strong>der</strong> Orgel<br />

zu spielen mag auf den ersten Blick ungewöhnlich<br />

ersche<strong>in</strong>en. Auf den zweiten<br />

freilich zeigt sich, dass auch viele spezifisch<br />

für Orgel geschriebene Werke von<br />

Tanzrhythmen geprägt und durchwoben<br />

s<strong>in</strong>d. Das gilt allemal für das Oeuvre von<br />

Johann Sebastian Bach — dessen Musik<br />

28


übrigens Gottlieb Muffat <strong>in</strong> <strong>Wien</strong> e<strong>in</strong>geführt<br />

haben dürfte; zum<strong>in</strong>dest schien er<br />

<strong>der</strong> erste gewesen zu se<strong>in</strong>, <strong>der</strong> Abschriften<br />

von Werken des Leipziger Kantors hatte.<br />

In se<strong>in</strong>er Weimarer Zeit bearbeitete Bach<br />

Concerti, meist von italienischen Komponisten<br />

für Orgel wie auch für Cembalo.<br />

Unter den Quellen steht an erster Stelle<br />

Antonio Vivaldi und dessen Sammlung<br />

L'ESTRO HARMONICO. Aus dieser stammt<br />

auch das Concerto <strong>in</strong> F-Dur, das ich <strong>in</strong><br />

das Programm aufgenommen habe. Die<br />

Bearbeitung von Alessandro Marcellos<br />

Concerto <strong>in</strong> d-Moll ist das e<strong>in</strong>zige Werk<br />

ohne <strong>Wien</strong>-Bezug; es zeigt aber die Farben<br />

<strong>der</strong> Sonnholz-Orgel <strong>der</strong> <strong>Wien</strong>er <strong>Malteserkirche</strong><br />

wie<strong>der</strong>um <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em neuen Licht<br />

und ist so schön, dass ich darauf nicht<br />

verzichten wollte.<br />

L E PROGRAMME MUSICAL<br />

Depuis mon enfance, j’avais toujours été<br />

fasc<strong>in</strong>é par l’élégant petit orgue de la <strong>Malteserkirche</strong><br />

à Vienne. Pendant mes études,<br />

j’avais appris à connaître l’<strong>in</strong>strument qui<br />

se cachait <strong>der</strong>rière cette admirable façade.<br />

Un grand potentiel ne demandait qu’à<br />

retrouver une nouvelle existence. On imag<strong>in</strong>e<br />

ma joie lorsque le Grand Priorat<br />

de l’Ordre Souvera<strong>in</strong> des Chevaliers de<br />

Malte évoqua la possibilité d’une restauration<br />

et que le chancelier Richard Freiherr<br />

von Steeb m’en proposa la supervision.<br />

Les travaux furent confiés au maître facteur<br />

d’orgues Wolfgang Karner et le<br />

résultat dépassa toutes nos espérances :<br />

présence, richesse sonore <strong>in</strong>soupçonnée,<br />

fraicheur et couleur. La résurrection d’un<br />

superbe <strong>in</strong>strument !<br />

Un grand <strong>in</strong>strument exige une grande<br />

musique. Dans la liturgie catholique du<br />

18ème siècle, l’orgue se limitait à l’accompagnement<br />

des ensembles, ou à de<br />

courtes <strong>in</strong>terventions. Ces <strong>der</strong>nières étaient<br />

soit improvisées, soit extraites de<br />

recueils manuscrits d’<strong>in</strong>tonations, de versets<br />

ou de petits préludes fugués. Mais<br />

l’époque baroque était à la flexibilité. On<br />

transposait aisément d’un <strong>in</strong>strument à<br />

l’autre, les frontières restaient fluides,<br />

surtout en ce qui concernait les musiques<br />

pour clavier. C’est la raison pour laquelle<br />

j’ai choisi pour cet enregistrement quelques<br />

œuvres significatives du répertoire viennois<br />

pour clavec<strong>in</strong>.<br />

Gottlieb Muffat prend une place de choix :<br />

mo<strong>in</strong>s célèbre que son père Georg, mais<br />

certa<strong>in</strong>ement aussi génial. Né en 1690 à<br />

Passau, il fit carrière à la cour de Vienne<br />

en tant qu’organiste et professeur de la<br />

famille impériale. En 1739, il publia à<br />

Augsbourg ses COMPONIMENTI MUSICALI,<br />

six suites et une chaconne comparables en<br />

qualité aux œuvres de ses contempora<strong>in</strong>s<br />

Bach et Händel. Ce <strong>der</strong>nier appréciait certa<strong>in</strong>ement<br />

ce recueil et s’y servait généreusement.<br />

Inversement, les œuvres de cet<br />

Allemand <strong>in</strong>stallé en Angleterre étaient<br />

29


une source d’<strong>in</strong>spiration pour son collègue<br />

viennois. La preuve se trouve dans un<br />

exemplaire des suites de Händel, publiées<br />

à Londres en 1720 et appartenant à Muffat,<br />

dans lequel il ajouta des ornements.<br />

Vu les rapports croisés des deux musiciens,<br />

il me semblait opportun de les confronter<br />

dans le programme de cet enregistrement.<br />

A<strong>in</strong>si, en contrepartie de la Suite I et de la<br />

Ciacona extraites des COMPONIMENTI de<br />

Muffat, nous trouvons de Händel la Suite<br />

VIII qui se term<strong>in</strong>e par une Passacaille.<br />

Interpréter à l’orgue des œuvres pour clavec<strong>in</strong><br />

et des mouvements de danse peut à<br />

première vue paraître étrange. Mais en regardant<br />

de plus près, il est évident que de<br />

nombreuses pièces spécialement écrites<br />

pour orgue sont <strong>in</strong>fluencées, même pénétrées<br />

par des mouvements de danse. C’est le<br />

cas dans l’œuvre de Bach, dont la musique<br />

aurait été <strong>in</strong>troduite à Vienne par Gottlieb<br />

Muffat. Il semble avoir été le premier à<br />

possé<strong>der</strong> des copies du cantor de Leipzig.<br />

Lors de son séjour à Weimar, Bach avait<br />

retravaillé pour l’orgue et le clavec<strong>in</strong> des<br />

concerti de maîtres italiens. En tête de<br />

liste se trouve le nom d’Antonio Vivaldi<br />

et de son recueil L’ESTERO HARMONICO.<br />

Pour cet enregistrement j’y ai prélevé le<br />

Concerto en FA majeur. La transcription<br />

du Concerto en RE m<strong>in</strong>eur de Alessandro<br />

Marcello est sans lien direct avec Vienne.<br />

Elle jette une lumière orig<strong>in</strong>ale sur les<br />

couleurs de l’orgue Sonnholz de la <strong>Malteserkirche</strong>.<br />

Elle est si belle que je n’ai<br />

pas voulu y renoncer.<br />

C HOOSING THE MUSIC<br />

The small and exquisite organ of the Maltese<br />

Church <strong>in</strong> Vienna has fasc<strong>in</strong>ated me<br />

s<strong>in</strong>ce the days of my early youth. As a<br />

student I had various chances to play<br />

onit. There was always the feel<strong>in</strong>g of a<br />

great potential slumber<strong>in</strong>g here, wait<strong>in</strong>g<br />

to be brought to new life. I was over the<br />

moon, when the chancellor of the Austrian<br />

Grand Priory, Baron Richard Steeb, conveyed<br />

the <strong>in</strong>formation to me that the<br />

Sovereign Military Or<strong>der</strong> of Malta consi<strong>der</strong>ed<br />

restor<strong>in</strong>g it and asked, if I would<br />

advise on this project. Wolfgang Karner,<br />

who had already dist<strong>in</strong>guished himself<br />

with many other highly successful restorations<br />

was entrusted with the work and<br />

produced a stunn<strong>in</strong>g result: I would never<br />

have dreamt of the won<strong>der</strong>fully fresh sound<br />

and the many delicate of colours <strong>in</strong> such a<br />

small organ. A truly great <strong>in</strong>strument was<br />

resurrected to new life!<br />

Great <strong>in</strong>struments demand great music. In<br />

the catholic liturgy of eighteenth-century<br />

Vienna the use of the organ was by and<br />

large restricted to cont<strong>in</strong>uo accompaniment<br />

and short Pre-, post- and <strong>in</strong>terludes.<br />

The latter were usually improvised. Alternatively<br />

they were taken from handwritten<br />

collections of short preludes, verses<br />

and little fugues. However, <strong>in</strong> those days<br />

30


people were quite flexible. One felt free<br />

to rearrange and adapt music for a variety<br />

of different <strong>in</strong>struments. This applied to<br />

the keyboard <strong>in</strong> particular. I have thus felt<br />

free to choose some pieces which were<br />

orig<strong>in</strong>ally written for harpsichord. Nearly<br />

all of them have some Viennese connection.<br />

The focus is on Gottlieb Muffat. His music<br />

may not be as well known as his father<br />

Georg’s, but is equally <strong>in</strong>genious. Born <strong>in</strong><br />

Passau <strong>in</strong> 1690 he made a career at the<br />

court of Vienna, serv<strong>in</strong>g as organist and<br />

teacher to the imperial family. In 1739 he<br />

published his COMPONIMENTI MUSICALI, a<br />

collection of six Suites and a Ciacona for<br />

harpsichord <strong>in</strong> Augsburg. The quality of<br />

these pieces is comparable to those of his<br />

slightly senior and far better known colleagues<br />

Johann Sebastian Bach and George<br />

Fre<strong>der</strong>ick Handel. At least the latter<br />

valued Muffat's collection and felt at liberty<br />

to use and rework them for his own<br />

writ<strong>in</strong>g. Muffat <strong>in</strong> Vienna, on the other<br />

hand, seems to have been <strong>in</strong>spired by<br />

Handel's music. He owned a copy of Handel's<br />

keyboard suites from 1720 and produced<br />

an ornamented version of them.<br />

Play<strong>in</strong>g harpsichord music and dance<br />

movements on the organ may at first sight<br />

seem strange. Look<strong>in</strong>g at many of the organ<br />

pieces of the day one will discover<br />

that a consi<strong>der</strong>able percentage of them<br />

are based on dance rhythms. This is the<br />

case <strong>in</strong> most of Bach's music, which, by<br />

the way, appears to have been <strong>in</strong>troduced<br />

to Vienna by Muffat. Of all we know, he<br />

was the first one <strong>in</strong> Vienna to have possessed<br />

music written by the great Genius<br />

from Leipzig.<br />

In his Weimar days Bach transcribed numerous<br />

Concerti for organ and harpsichord.<br />

Antonio Vivaldi, who f<strong>in</strong>ished his<br />

life <strong>in</strong> Vienna, was his most popular source.<br />

Bach's arrangement of Alessandro Marcello's<br />

Concerto <strong>in</strong> d M<strong>in</strong>or is the only<br />

piece on the programme which seems to<br />

have no connection to Vienna. However,<br />

it br<strong>in</strong>gs out the colours of the won<strong>der</strong>ful<br />

<strong>in</strong>strument by Sonnholz <strong>in</strong> yet another<br />

way and is so beautiful that I thought it<br />

worthwhile to <strong>in</strong>clude it <strong>in</strong> the programme.<br />

Konstant<strong>in</strong> Reymaier<br />

The mutual l<strong>in</strong>k made it seem natural to<br />

contrast Muffat's music with Handel's.<br />

The First Suite and the Ciacona from<br />

Muffat's COMPONIMENTI formed a won<strong>der</strong>ful<br />

counterpart with Handel's Suite VII,<br />

which comprises a Passacaglia as its f<strong>in</strong>al<br />

movement.<br />

31


32


Disposition <strong>der</strong> Sonnholz-Orgel<br />

Manual: C D E F G A B H C — c'''<br />

Pr<strong>in</strong>cipal 4 Fuss von Z<strong>in</strong>n, C-gs' im Prospekt<br />

Qu<strong>in</strong>ta<br />

3 Fuss von Z<strong>in</strong>n, C-A im Prospekt<br />

Octav<br />

2 Fuss von Z<strong>in</strong>n<br />

Mixtur<br />

2 fach von Z<strong>in</strong>n, 1 ½ Fuss, Repetition auf c'' um e<strong>in</strong>e Oktave<br />

Copel<br />

8 Fuss, gedeckt von Holz<br />

Flöten<br />

4 Fuss, offen von Holz<br />

Pedal: C D E F G A B H C — a (12 Töne/18 Tasten)<br />

Suppass 16 Fuss, gedeckt von Holz<br />

Octava<br />

8 Fuss, offen von Holz<br />

Stimmton:a' = 432,5 Hz bei 15°C, Werckmeister V (1691)<br />

W<strong>in</strong>ddruck: 62mm WS<br />

Registrierungen<br />

GOTTLIEB MUFFAT: SUITE I C-DUR<br />

Ouverture: 8, 4, 3 / Fuga: 8, 4, 3, 2 / Allemande: 8, 4 / Courante: 8, 4, 2, Mix / Air: Fl 4 /<br />

Rigaudon: 8, 3 / Menuet—Trio—Menuet: 8, Fl 4 / Adagio: 8 / F<strong>in</strong>al: 8, 4, 2. Ped: 16, 8.<br />

JOHANN SEBASTIAN BACH: CONCERTO D-MOLL (BWV 974) NACH ALESSANDRO MARCELLO<br />

Andante: 8, 4 / Adagio: 8. Ped: 8 / Presto: 8, 4, 3, 2.<br />

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: SUITE VIII G-MOLL (HWV 432)<br />

Ouverture: 8, 4, 3, 2, Mix. Ped: 16, 8 / Andante: 8 / Allegro: 8, Fl 4 / Sarabande: 8 /<br />

Gigue: 4, Fl 4 / Passacaille: 8, 4. Ped: 16, 8.<br />

JOHANN SEBASTIAN BACH: CONCERTO F-DUR (BWV 978) NACH ANTONIO VIVALDI<br />

Allegro: 8, 4, 3, 2, Mix / Largo: 8 / Allegro: 8, 4, 3, 2.<br />

GOTTLIEB MUFFAT: CIACONA (SPIRITUOSO & 38 VARIATIONEN)<br />

8, Fl 4. Ped: 16, 8 (Variation 34: 8 solo).<br />

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Konstant<strong>in</strong> Reymaier<br />

geboren 1967 <strong>in</strong> Wagna/Steiermark<br />

1985 Matura / Baccalauréat / High School Diploma<br />

Schottengymnasium, <strong>Wien</strong><br />

1992 Diplom Konzertfach Orgel / Diplôme de concertiste (orgue) / Organ Performance Diploma<br />

Universität für Musik und darstellende Kunst <strong>Wien</strong><br />

1994 Mag. art. / Maîtrise ès Arts / Master of Arts<br />

Universität für Musik und darstellende Kunst <strong>Wien</strong><br />

1997 Mag. theol. / Maîtrise en théologie / Master of Theology<br />

Universität <strong>Wien</strong><br />

1993-1997 Organist and Director of Music, Little St. Mary’s Cambridge<br />

1997-2001 Director of Music, Mansfield College Oxford<br />

Organist and Director of Music, Holy Tr<strong>in</strong>ity Head<strong>in</strong>gton<br />

2001-2005 Gastprofessor für Orgel und Improvisation<br />

Kunstuniversität Graz<br />

2003-2005 Visit<strong>in</strong>g Fellow, St. Edmund’s College Cambridge<br />

2005-2009 Sem<strong>in</strong>arist im <strong>Wien</strong>er Priestersem<strong>in</strong>ar<br />

2009 Priesterweihe / Ord<strong>in</strong>ation sacerdotale / Ord<strong>in</strong>ation to the Priesthood<br />

2009-2010 Kaplan / Vicaire / Chapla<strong>in</strong><br />

<strong>Wien</strong>-Hernals, Kalvarienbergkirche<br />

2010 — Leiter des Referates für Kirchenmusik <strong>der</strong> Erzdiözese <strong>Wien</strong><br />

2010 — Domkurat / Chapela<strong>in</strong> de la Cathédrale / Cathedral Curate<br />

St. Stephan, <strong>Wien</strong><br />

2016 — Domorganist / Organiste titulaire / Cathedral Organist<br />

St. Stephan, <strong>Wien</strong><br />

Freiberufliche Tätigkeit als Konzertorganist / Rundfunk-, Fernseh- und <strong>CD</strong>-Aufnahmen.<br />

Organiste de concert, enregistrements pour la radio, la télévision, enregistrements de <strong>CD</strong>.<br />

Freelance concert organist / Radio, television and <strong>CD</strong> record<strong>in</strong>gs.<br />

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Diese <strong>CD</strong> ist e<strong>in</strong>e Produktion <strong>der</strong><br />

Trauttmansdorff Straße 1<br />

2544 Schönau an <strong>der</strong> Triest<strong>in</strong>g (Siebenhaus) - Österreich/Austria<br />

www.edition-lade.com<br />

Wir danken sehr herzlich dem<br />

Kanzler des Malteser-Ritter-Ordens,<br />

Dipl.-Ing. Richard Freiherr<br />

von Steeb, dem Rektor <strong>der</strong><br />

<strong>Malteserkirche</strong>, Dr. Christoph<br />

Mart<strong>in</strong>, OBM Wolfgang Karner,<br />

Patrick Collon, Dr. Marc Gilet,<br />

Joost De Boer, John Brennan,<br />

M.A. Stanley R. Hale und Mag.<br />

Helga Lade für ihren wertvollen<br />

Beitrag zum Gel<strong>in</strong>gen <strong>der</strong> vorliegenden<br />

<strong>CD</strong> !<br />

35


Konstant<strong>in</strong> Reymaier<br />

EL <strong>CD</strong><br />

062

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