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COMPASS

DAS KUNDENMAGAZIN DER PTV GROUP AUSGABE 2/2012

SIGNALE SETZEN,

RICHTUNG GEBEN

EINE HOMMAGE

ANS UNTERWEGSSEIN

OHNE STECKNADELN,

ABER MIT KÖPFCHEN


INHALT

04

12

19

25

KURZ & BÜNDIG

04 Meile mit Kick

04 Leuchtende Metropole

05 Gefällt mir!

05 Wissenschaft trifft Wirtschaft

05 Zwischen Fiktion und Wirklichkeit

IM FOKUS

06 Signale setzen, Richtung geben

NEWS & HIGHLIGHTS

09 Angeklopft bei … Vicente Torres

09 Karlsruher Karrieresprungbrett

10 Ohne Stecknadel, aber mit

Köpfchen

11 Visum 12.5 ist am Zug

18 Dreh- und Angelpunkt fürs Leben

19 Neue Produkt- und Entwicklerwelt

20 Studiengang im Scherenschnitt

21 Mehr Infos aus Planungsdaten

PTV WIRD PTV GROUP

12 Eine Hommage ans Unterwegssein

IM GESPRÄCH

28 Das Lied von der Veränderung.

Dr. Marcel Kunze über die Cloud

ANWENDER & PARTNER

24 Beste Zutaten für Gebietsplanung

25 Zürich rüstet sich für die Zukunft

MESSEN & EVENTS

26 Let’s Party

26 Visionen gestalten Zukunft

26 Das ist smart!

27 Auf der IAA

27 InnoTrans: Mehr Raum für ÖV

27 PTV animiert zum Denksport

06

SIGNALE SETZEN,

RICHTUNG GEBEN

Lichtsignalanlagen steuern

den Verkehr, erhöhen die

Sicherheit und steigern

die Qualität des Verkehrsablaufs.

DIE PTV GROUP

ptvgroup.com | Besuchen Sie unsere Webseite

ptv-vision.com | Alles rund um unsere Verkehrsplanungssoftware

Vision Software Suite:

mapandguide.ptvgroup.com | Neues über unseren

Transportroutenplaner PTV Map&Guide

smartour.ptvgroup.com | Wissenswertes rund um

unsere Tourenplanungssoftware PTV Smartour

xserver.ptvgroup.com | Hintergründe zu unseren

PTV X Servern

IMPRESSUM

Herausgeber:

PTV Planung Transport Verkehr AG

Haid-und-Neu-Str. 15, 76131 Karlsruhe

Redaktionsleitung: Sonja Koesling

Redaktion: Petra Gust-Gazakos, Ira Steinhoff,

Kristina Stifter

V.i.S.d.P.: Kristina Stifter, Vice President

Corporate Communications

Kontakt: corporate.communications@ptvgroup.com

Gestaltung: Patricia Braun, www.patriciabraun.de

Druck: E&B engelhardt und bauer

Druck und Verlag GmbH, www.ebdruck.de

Bilder: Getty Images/Antonio Mo (S. 27), Karlsruher

Messe und Kongress GmbH (S. 26), Lieken Brot- und

Backwaren GmbH (S. 24), Maground (S. 13, 16),

Messe Berlin (S. 27), plainpicture/Westend61 (S.

12, 17), PTV AG (S. 8, 9, 10, 11, 19, 21, 23, 26), Stadt

Zürich (S. 25), TNT (S. 18), VBZ (S. 11), iStockphoto:

Michael Haul (S. 26), Tobias Helbig (Titel, S. 6, 7),

Daniel Laflor (S. 20), nyul (S. 21), Gregory Olsen (S.

21), Jacob Wackerhausen (S. 19)

Auflage & Erscheinungsweise:

6.000 Exemplare; drei Ausgaben pro Jahr

Der PTV Compass wird auf

zertifiziertem Papier gedruckt.

Das Printoprodukt stammt zu

100 Prozent aus verantwortungsvoller

Waldwirtschaft.

„DIE PTV GROUP

IST IN BEWEGUNG.“

Liebe Leserinnen und Leser,

02 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 03

EDITORIAL

gut zweieinhalb Jahre unseres Lebens verbringen wir im Auto.

Neun Monate davon benötigen wir für den Weg zur Arbeit. Sechs

Monate stehen wir im Stau. Mir erscheint diese Zeit des sinnlosen

Wartens verhältnismäßig hoch, unser Kooperationspartner

TomTom kann sie sogar beziffern: In seiner aktuellen Staustudie,

dem „Congestion Index“, hat er europäische Metropolen unter

die Lupe genommen und festgestellt, dass wir für eine Autofahrt

tagsüber durchschnittlich 24 Prozent länger unterwegs sind als

zur staufreien Referenzzeit.

Wie diese Verlustzeiten entstehen, können wiederum unsere

Experten genau analysieren: Verkehr stockt selten auf der

Strecke, sondern meistens an Knotenpunkten. Ihre Ausgestaltung

muss also gut durchdacht sein. Ampeln gehören hier

zu den wichtigsten Maßnahmen. Sie beeinflussen das Verkehrsgeschehen

direkt. Wie die Signale gesetzt werden, um Richtung

zu geben, erzählt unsere Rubrik „Im Fokus“.

Apropos Richtung – bestimmt ist Ihnen aufgefallen, dass

wir mit dem Design des PTV Compass andere Wege gehen. Was

es damit auf sich hat, erfahren Sie in unserem Special. So viel sei

an dieser Stelle verraten: Die PTV Group ist in Bewegung.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre,

Vincent Kobesen

Vorstandsvorsitzender der PTV AG


KURZ & BÜNDIG

geringe Belastung

von Knochen und

Gelenken

Bremsen

bodennahes Trittbrett

Der Tretroller, so die offizielle

deutsche Bezeichnung, ähnelt dem

Fahrrad in Stabilität und Fahrleistung.

Er wurde erst um 1990 vom Finnen

Hannu Vierrikko als Sommertrainingsgerät

zum Tretschlitten erfunden und

ist auch in Kindergrößen erhältlich.

Bremsen

Laufräder aus dem

Fahrradbereich

LEUCHTENDE METROPOL-E

DIE BUNDESREGIERUNG hat das Dortmunder Forschungsprojekt

„metropol-E“ Ende Juni als „Leuchtturm für Elektromobilität“

ausgewählt. Dieses erprobt den großflächigen Einsatz

von Elektrofahrzeugen in der Ruhr-Region. Gemeinsam mit der

Technischen Universität Berlin begleitet PTV das Projekt wissenschaftlich:

Im Fokus stehen Nutzeranalysen, die modellhafte

Ausrichtung des weiteren Ladeinfrastrukturaufbaus sowie verkehrstechnische

und energiewirtschaftliche Fragestellungen.

Ziel des Projekts ist es, durch eine verbesserte Infrastruktur

langfristig große Mengen an CO 2 einzusparen.

Tretroller in Aktion beim PTV Kickbike Race: Gewinner waren Wolfgang Seibel und seine Tochter Annalena.

MEILE MIT KICK

8,88889 KILOMETER kann man laufen, treten – oder kicken:

Auf der diesjährigen Badischen Meile, ein Karlsruher Volkslauf

mit Tradition, startete erstmals ein Feld von Kickbikern und eroberte

noch vor den Läufern die Strecke. Teilnehmer und Zuschauer

wurden damit Zeugen einer Doppelpremiere: Zum

ersten Mal präsentierte sich PTV als Partner der Badischen

Meile und war Namensgeber für das PTV Kickbike Race, eine

der wichtigsten Zusatzveranstaltungen 2012. Während der Veranstalter

der Badischen Meile, die Leichtathletikgemeinschaft

Region Karlsruhe e. V., mit dem neuen Trendsportangebot

Image und Teilnehmerfeld verjüngen möchte, unterstrich PTV

mit ihrem Engagement ihre Verbundenheit zu Karlsruhe und

zur Bewegung schlechthin.

Weitere Infos zum Rennverlauf unter

badischemeile.de

GEFÄLLT MIR!

DER EINE SCHAUT Videos an, der andere

postet gerne kurze Kommentare

und wieder ein anderer will einfach nur

den „Gefällt mir“-Button drücken. Soziale

Netzwerke machen das möglich. Auch

die PTV Group ist auf vielen Plattformen

vertreten: So erfährt man beispielsweise

auf unserer Facebook-Seite, was das Un-

Der PTV-Hochschultag 2011 stieß auf große Resonanz bei den Gästen.

ZWISCHEN FIKTION

UND WIRKLICHKEIT

WIE ANALYSIERT MAN heute eigentlich

Fahrverhalten? Man ersteigere bei eBay

einen alten Fiat Punto, schneide das Ding

auseinander und verkable es anschließend

mit PC und Monitoren. Darüber

hinaus trassiere man den Straßenquerschnitt

mit VESTRA, kopple das Ganze mit

unserer Software PTV Vissim und erstelle

eine Verkehrssimulation für diesen Streckenabschnitt.

So geschehen am Institut

für Straßenwesen (ISAC) der RWTH in

Aachen. Der Clou: Wer sich in das Auto

setzt, um die Strecke abzufahren, wird

ternehmen aktuell bewegt oder kann sich

auf YouTube über PTV und ihre Produkte

ein Bild machen. Über den neu eingerichteten

Kanal „The PTV Group“ sind alle

unsere Videos abrufbar – seien es PTV

Vissim-Simulationen, Beiträge über PTV

Map&Guide oder PTV Smartour.

Weitere Infos unter

youtube.com/theptvgroup

selbst Teil der Simulation. Bremst der Fahrer

ab, kann er im Rückspiegel beobachten,

welche Auswirkungen das auf den

Verkehr hinter ihm hat. Gleichzeitig passt

der Fahrer sein Fahrverhalten dem simulierten

Umgebungsverkehr an. Mit diesem

Versuchsaufbau erforscht das ISAC

ausgewählte Verkehrssituationen: Wie

verhalten sich Fahrer im Baustellenbereich?

Wie reagieren sie auf die Beschilderung?

Und was tun sie, wenn ihnen ein

Geisterfahrer entgegenkommt? Auf die

Ergebnisse sind wir sehr gespannt.

WISSENSCHAFT

TRIFFT WIRTSCHAFT

KURZ & BÜNDIG

AM 20. SEPTEMBER veranstaltet die PTV Group den zweiten

PTV-Hochschultag rund um das Thema Logistik in Karlsruhe.

Diesmal liegt der Fokus auf dem Thema Optimierung. Dazu

werden Experten des Karlsruher Instituts für Technologie und

der PTV Vorträge halten. Außerdem stehen Gespräche zur Kooperation

von Wissenschaft und Wirtschaft sowie Einblicke in

die Praxis der Tourenplanung auf dem Programm. Eingeladen

sind Dozenten und Professoren, die sich für aktuelle Trends

in der Transportlogistik interessieren und PTV-Software in die

Lehre aufnehmen möchten.

Weitere Informationen unter

ptvgroup.com/de/events

04 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 05


SIGNALE SETZEN,

RICHTUNG GEBEN

Lichtsignalanlagen (LSA), allgemein auch Ampeln genannt, beeinflussen

das Geschehen auf den Straßen: Sie steuern den Verkehr, erhöhen die Sicherheit

und steigern die Qualität des Verkehrsablaufs.

DIE FLIESSBANDPRODUKTION ma- Ampelturm, den ein Verkehrspolizist machte

das Auto für die Bevölkerung ernuell bedienen musste.

schwinglich. Und so rollten Anfang des In den USA war man zur selben Zeit

20. Jahrhunderts immer mehr Karosseri- verkehrstechnisch etwas weiter: In Baltien

vom Band auf die Straße. Der motorimore, Maryland, nahm bereits 1928 die

sierte Verkehr nahm stetig

zu und musste geregelt DIE ERSTE LSA

erste, von Charles Adler

jr. entwickelte verkehrs-

werden. Am Potsdamer EUROPAS WURDE abhängige Steuerung

Platz in Berlin beispielsweise

waren täglich elf Verkehrspolizisten

im Einsatz,

1924 IN BERLIN

ERRICHTET.

den Betrieb auf. Sie gab

der Hauptrichtung eine

Dauerfreigabe. Wollte

um Pkws, Busse und Straßenbahnen zu aus der Nebenrichtung ein Fahrzeug

organisieren. Per Hup- und Klingelzei- die LSA-gesteuerte Kreuzung queren,

chen lotsten sie die Verkehrsteilnehmer musste der Fahrer mit einem Hupen das

über den Knotenpunkt. Aufgrund der Umschalten der Phase einleiten. Die ers-

hohen Personalkosten kein Dauerzute Ablauflogik für die Verkehrssteuerung

stand: 1924 errichtete Berlin an eben war damit definiert. Ihr Prinzip hat bis

dieser Stelle die erste LSA Europas – ein heute nicht an Gültigkeit verloren.

FEST VERSUS FLEXIBEL

„Lichtsignalanlagen gehören zu den

wichtigsten Einrichtungen, um das Verkehrsgeschehen

zu beeinflussen“, sagt

Jürgen Carls, Director Traffic Engineering

bei der PTV Group. Dabei kommen

vorwiegend zwei Methoden zum

Einsatz: die Festzeitsteuerung und die

verkehrsabhängige Steuerung. Bei der

Festzeitsteuerung sind Signalprogrammelemente

wie die Umlaufzeit, die Phasenfolge

sowie die Dauer der Freigabezeit

klar definiert. Das Signalprogramm

wird periodisch abgearbeitet. „Dieses

Steuerungsverfahren lässt sich vor Ort

gut kontrollieren und bei Bedarf einfach

überarbeiten“, erklärt Carls. Ein weiterer

Pluspunkt: Benachbarte Knoten können

WAS VERSTEHT MAN

UNTER EINER UMLAUFZEIT?

Die Umlaufzeit ist die Zeit, in der ein

Signalprogramm einmal vollständig

durchlaufen wird. Die Dauer der

Umlaufzeit beeinflusst die Gesamtkapazität

eines Knotenpunktes: So

führen längere Umlaufzeiten zu längeren

Grünzeiten; damit aber auch zu

längeren Wartezeiten bei geringem

Verkehrsaufkommen. Es gilt also, die

richtige Balance zu finden.

relativ unkompliziert miteinander koordiniert

werden, da die Umlauf- und Grünzeiten

konstant sind.

Ein Tool, das diese verkehrstechnischen

Aufgaben löst, ist PTV Visum.

Die Software ermöglicht Verkehrsingenieuren

die Modellierung von Knoten

– sowohl in ihrer Geometrie als auch in

ihrer Steuerung. Mit ihr lassen sich beispielsweise

die Abbiegebeziehungen,

die mittlere Wartezeit sowie der Level of

Service für jede einzelne Kreuzung ermitteln

und die Verkehrsströme netzweit betrachten.

Auf dieser Basis berechnet PTV

Visum dann die optimalen Grünzeiten für

alle Signalpläne sowie deren Umlaufzeit.

Anschließend müssen die benachbarten

Knoten miteinander in Einklang gebracht

06 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 07

IM FOKUS

werden. Dafür optimiert Visum die Versatzzeiten

so, dass die Gesamtwartezeit

minimiert ist. Diese Art der Offline-Optimierung

hat PTV unter dem Namen RIO

(Road Intersection Optimization) bekannt

gemacht. Doch wann ist eine Festzeitsteuerung

sinnvoll? „Immer dann, wenn

die Verkehrsströme über längere Zeiträume

konstant sind“, erläutert Carls. Denn

auf akute Verkehrsschwankungen kann

die Festzeitsteuerung nicht reagieren.

Hier bietet eine verkehrsabhängige LSA-

Steuerung mehr Flexibilität.

„Die verkehrsabhängige Steuerung

orientiert sich an der aktuellen Nachfrage“,

erklärt Carls. Stellgrößen wie Umlaufzeit,

Freigabezeit, Phasenanzahl und

Phasenablauf lassen sich bei diesem

Steuerungsverfahren individuell gestalten.

„Das prädestiniert ihren Einsatz an

Knotenpunkten, an denen das Verkehrsaufkommen

stetig schwankt“, so Carls.

Darüber hinaus ermöglicht sie eine Bevorrechtigung

des öffentlichen Verkehrs

mit Bus und Bahn.

VON ABHÄNGIGKEITEN

ZUR ADAPTION

Im Gegensatz zur Festzeitsteuerung

stützt sich die verkehrsabhängige Steuerung

auf Online-Daten. Dafür messen

Detektoren den Verkehr. Als Induktionsschleife

oder via Infrarot erfassen sie unter

anderem die Verkehrsstärke, die Zeitlücken

zwischen aufeinander folgenden

Fahrzeugen sowie deren Geschwindigkeit

und berücksichtigen dabei auch ÖV-

Fahrzeuge. Anhand dieser Daten können

sie die Verkehrsdichte sowie den Auslastungsgrad

der einzelnen Signalgruppen

bestimmen und geben diese Informationen

an das LSA-System. Was früher

akustische Signale übernommen haben,

erledigt heute also die Technik.

Und sie kann noch mehr: Moderne

Systeme ermöglichen es, Netze verkehrsadaptiv

zu steuern. „Adaptive Verfahren


IM FOKUS

FREIGABE

Innerhalb der Freigabezeit, auch

Grünzeit genannt, erhält ein Ver-

kehrsstrom die Erlaubnis, einen

LSA-gesteuerten Knotenpunkt

zu passieren.

haben sowohl die aktuelle Verkehrssituation

als auch daraus resultierende Effekte

im Blick“, sagt Peter Möhl, Director Business

Development Traffic Software bei

der PTV Group. „Mit PTV Balance bieten

wir eine Lösung an, das diese ganzheitliche

Betrachtung auch für verkehrsabhängige

LSA-Steuerungen ermöglicht.“

Das Tool handelt auf zwei Ebenen: Die

lokale, operative Ebene reagiert auf

kurzfristige Veränderungen im Verkehrsablauf

an den einzelnen Knotenpunkten

im Sekundentakt. Dafür muss sie wissen,

wie viele Fahrzeuge an dieser Stelle unterwegs

sind und wie die Stärke der Verkehrsströme

im Netz aussieht. Die Anzahl

der Fahrzeuge fließen aus den Messungen

der Detektoren ein. Anschließend

berechnet PTV Balance online die Verkehrsbeziehungen

am Knotenpunkt. Auf

dieser Grundlage entsteht dann die signalgruppenbezogene

Wirkungsanalyse

der einzelnen LSA-Steuerung. Doch die

Verkehrsbeziehungen am Knotenpunkt

sind nicht nur von lokalem Interesse. Sie

liefern auch der taktischen Ebene ent-

PHASE

LSA durchlaufen periodisch die

gleichen Phasen, z. B. Grün, Gelb,

Rot, Rot-Gelb, Grün …

scheidende Vorabinformationen. „Hier gilt

es, die Verkehrsbeziehungen sowie die

Routenverläufe des betrachteten Gesamtnetzes

zu ermitteln, um dann beispielsweise

grüne Wellen zu schalten“, so Möhl.

RASANTE RECHENKÜNSTLER

Grüne Wellen sind aber nur ein Aspekt,

der adaptive Strategien so spannend

macht. „Wir verfügen heute über eine unglaubliche

Fülle an Verkehrsdaten“, sagt

Möhl. „Setzen wir diese geschickt ein, indem

wir moderne Kommunikationstechnologie

sowie leistungsstarke Software

nutzen, können wir Verkehr in Echtzeit

managen.“ Dafür verknüpft man die mit

Visum geplanten Verkehrsmodelle mit

Echtzeitdaten wie Detektoren, Verkehrsmeldungen

und Baustelleninformationen.

Eine Software, die diesen Sprung

von Offline-Planung hin zur Echtzeit-Umgebung

bewerkstelligt, ist PTV Optima.

Bei PTV Optima handelt es sich um

ein Modell, das Verkehr in Echtzeit simuliert.

„Es nimmt das Verkehrsaufkommen

sowie die Geschwindigkeitsdaten der

VERSATZZEIT

Werden zwei Knotenpunkte mit der

gleichen Umlaufzeit miteinander

koordiniert, so liegen die Anfangs-

zeiten der beiden Sequenzen um

eine Versatzzeit auseinander. Die

Versatzzeit ist also die zeitliche

Differenz zwischen vergleichbaren

Zeitpunkten im Signalprogramm

zweier Knotenpunkte. In diesem

Beispiel sind die Versatzzeiten

optimiert.

lokalen Signalanlagen auf und verarbeitet

sie“, erklärt Möhl. Bei einem Auffahrunfall

beispielsweise berechnet PTV

Optima die Auswirkungen und bewertet

anschließend die entsprechenden

Umleitungsempfehlungen, die dann

auf Wechselverkehrszeichen angezeigt

werden können. „Optima ermöglicht

Vorhersagen über einen Zeithorizont

von bis zu 30 Minuten“, sagt Möhl. Die

Verkehrsmanagementzentrale kann sich

so verschiedene Szenarien vorab anschauen

und dann entscheiden, welche

verkehrliche Strategie sie fahren möchte.

Die Vorhersagedaten können dann auch

an PTV Balance übermittelt werden und

das verkehrsadaptive LSA-System nimmt

dann die Berechnung neuer Umläufe,

Freigabezeiten sowie Versatzzeiten für

die Knotenpunkte in die Hand.

Einen Hintergrundbericht zu PTV

Visum als Werkzeug für Verkehrstechnik

finden Sie in unserem Blog

compass.ptvgroup.com

ANGEKLOPFT BEI…

VICENTE TORRES

COMPASS: ¡Hola, Vicente! Seit rund

einem halben Jahr bist du nun für die

PTV Group in Lateinamerika aktiv.

Was tut sich dort?

TORRES: Die lateinamerikanischen

Länder haben sich in den vergangenen

Jahren weiterentwickelt. Sie haben gefestigte

Demokratien und kümmern sich

um gesamtwirtschaftliche Themen. Viele

sind nun bereit für die nächsten Schritte.

Dazu gehört auch, die Bevölkerung an

der positiven Wirtschaftsentwicklung zu

beteiligen. Die Verkehrsinfrastruktur wird

eine Schlüsselrolle dabei spielen, den Lebensstandard

der Menschen zu steigern.

COMPASS: Wo liegen die Herausforderungen

beim Ausbau und der Optimierung

der Verkehrsinfrastruktur?

TORRES: Die Regierungen haben den

Willen und die Mittel, an der Verkehrsinfrastruktur

zu arbeiten. Doch große

Masterpläne oder eine Kultur für Ver-

KARLSRUHER

KARRIERE-

SPRUNGBRETT

Die Türkei hat in den vergangenen zwei Jahren

ein fulminantes Wirtschaftswachstum

hingelegt. Und so feierte auch die Auto-

mobilbranche 2011 einen Rekordabsatz.

„Der Verkehr in den Städten wächst und

wächst“, sagt Assistent Prof. Dr. Hakan

Güler vom Institut für Verkehrstechnik an

der Sakarya Universität. „Ihn in den Griff

zu bekommen, lässt sich mit traditionellen

Methoden kaum bewerkstelligen.

Wir brauchen ausgefeilte Lösungen.“

Und so fand im Juni zum vierten Mal die

PTV Summer School statt, bei der 14 angehende

Bauingenieure der Universität

Sakarya die Verkehrsplanungstools PTV

Visum und PTV Vissim kennenlernten. Ihr

Ziel: die Weiterbildung zu Verkehrsex-

kehrsplanung gibt es bislang noch nicht.

Vielmehr sehen sich Verkehrsplaner

aktuell mit einem Mangel an zuverlässigen

Informationen konfrontiert. Es fehlt

an Kontinuität und einer langfristigen

Strategie.

COMPASS: Wo siehst du unsere Aufgaben?

TORRES: Unsere Produkte können die

Basis für eine nachhaltige Planungsstrategie

schaffen. Mit PTV Visum und PTV

Vissim können Regierungen und Verkehrsplanungsbüros

ihr eigenes Modell

bauen und haben damit die Planung in

ihren Händen. Das Modell wird ihnen

nicht sagen, was sie zu tun haben. Aber

es wird ihnen aufzeigen, was passieren

würde, wenn sie eine bestimmte Maßnahme

ergreifen. Mit unserer Präsenz vor

Ort unterstützen wir sie bei dieser Aufgabe

intensiv – mit professionellem Service

und vor allem mit Softwaretraining.

perten. „Erfahrungsgemäß haben diese

Absolventen hervorragende Jobmöglichkeiten“,

so Güler. Eine Entwicklung,

die er begrüßt. Denn für das Land am

Bosporus sei es wichtig, dass mehr Fachwissen

in die Entscheidungen über Verkehrsinfrastruktur

einfließe.

NEWS & HIGHLIGHTS

Vicente Torres (34) ist Geschäfts-

führer der Niederlassung PTV

Lateinamerika. Die im Frühjahr

2012 gegründete Gesellschaft

kümmert sich um die Erschließung

aller spanisch sprechenden

Länder Lateinamerikas.

Die Teilnehmer der PTV Summer School

erkundeten Karlsruhe mit dem Fahrrad.

Assistent Prof. Dr. Hakan Güler

im Interview in unserem Blog

compass.ptvgroup.com

08 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 09


NEWS & HIGHLIGHTS

OHNE STECKNADELN,

ABER MIT KÖPFCHEN

VOR ZEHN JAHREN startete die Zusammenarbeit

mit der Polizei, um landesweit

die Verkehrssicherheitsarbeit mit EUSKA

zu modernisieren. Damals stieg Thüringen

als erstes Bundesland ein: Vorbei

waren die Zeiten großformatiger Landkarten,

unhandlicher Unfalldatenarchive

und der mühsamen Datenweitergabe

in Papierform. Die Stecknadeln zur Unfalltypenkennzeichnung

wurden damit

ebenfalls überflüssig. Denn alle nötigen

Daten standen nun kompakt im Rechner

zur Verfügung – ein enormer Fortschritt.

In der Datenbank sind die Unfalldaten

direkt mit der digitalen Straßenkarte

verknüpft. So können sie von der Polizei

sekundenschnell analysiert und durch

entsprechende Filter thematische Karten

generiert werden. Mit deren Hilfe lassen

sich Systematiken im Unfallgeschehen erkennen.

Bei der Analyse der Unfalldaten

geht es vor allem darum, Ursachen in der

Infrastruktur bzw. Auffälligkeiten aufzudecken.

Ereignen sich beispielsweise an

bestimmten Stellen besonders viele Unfälle

in Zusammenhang mit Nässe oder

Winterglätte, kann dies auf ein Problem

mit der Fahrbahndecke hindeuten. Falls

dem so ist, lassen sich entsprechende

Maßnahmen ergreifen und ihre Wirkung

auf das nachfolgende Unfallgeschehen

in EUSKA weiter verfolgen. Inzwischen

Heute ist EUSKA mit über

500 INSTALLATIONEN

in elf Bundesländern im Einsatz. Das bedeutet:

Mehr als 1.000 Anwender analysieren auf diese Weise

70 Prozent der polizeilich erfassten Unfalldaten.

Seit 2002 engagiert sich die PTV Group mit der elektronischen Unfalltypen-

Steckkarte EUSKA für die Verkehrssicherheit. Ein Engagement, das maßgeblich

durch die enge und gute Zusammenarbeit mit der Polizei charakterisiert ist.

geht EUSKA weit über die Funktionalität

der Unfalltypenkarte hinaus, so können

etwa automatisch Häufungen von Unfällen

im Datenbestand gesucht werden,

was die Arbeit der dafür zuständigen Unfallkommissionen

wesentlich effizienter

macht.

2006 gründete sich die IG EUSKA

Bund. Dieser Interessengemeinschaft

auf Bundesebene gehören elf Bundesländer

an, die die Software inzwischen

nutzen. Auch die Unfallforschung der

Versicherer ist ständiges Mitglied. Die

IG EUSKA Bund konsolidiert die Anforderungen

an die Software, um so zur

Weiterentwicklung beizutragen. Auf ihrer

13. Sitzung Mitte April dieses Jahres im

PTV-Haus in Karlsruhe diskutierten die

Mitglieder über die Herausforderungen

der Zukunft. Andre Münch, Director Traffic

Safety: „EUSKA hat sich als Standardanalysewerkzeug

bei der Polizei etabliert

und wird auch bereits in einigen größeren

Städten wie Frankfurt oder Dresden

und in kleineren Kommunen genutzt.

Weltweit erhält Verkehrssicherheitsarbeit

eine immer höhere Priorität, besonders

in Ländern mit schnell steigender Motorisierung

wie China und Indien. Deshalb

will die PTV Group international ein ähnliches

Tool anbieten, um so einen wertvollen

Beitrag zu mehr Sicherheit auf den

Straßen zu leisten.“

Beim 13. Treffen der IG EUSka Bund

in Karlsruhe zum Jubiläum blickten

die Teilnehmer auf zehn erfolgreiche

Jahre zurück und diskutierten die

Herausforderungen der Zukunft.

VISUM 12.5 IST AM ZUG

Das neue Release von PTV Visum ist da. Neben einem modernen Fensterkonzept

und der Möglichkeit, OpenStreetMap-Karten als Netzgrundlage für den Aufbau

oder die Ergänzung von Verkehrsmodellen zu nutzen, legt Version 12.5 den

Fokus auf Planungsfunktionen für den öffentlichen Verkehr (ÖV).

WIE VIELE MENSCHEN weichen eigentlich

zu Stoßzeiten auf nicht so volle Linien

aus? Und welche Auswirkungen hat der

Fahrkartenpreis auf die Wahl der ÖV-

Verbindung? Diese Fragen lassen sich

mit PTV Visum 12.5 nun noch besser beantworten.

Denn mit dem neuen Release

wurden die ÖV-Umlegungen weiter ausgebaut.

„Die fahrplanfeine Umlegung

berücksichtigt jetzt die Nachfrage nach

einzelnen Verbindungen und damit ihre

Kapazitätsbeschränkungen“, berichtet Dr.

Johannes Schlaich, Director Product Management

PTV Visum. „Überlastete Verbindungen

werden somit in der Umlegung

unattraktiver. Wie auch in der Realität

weichen Fahrgäste auf weniger volle

Verkehrsmittel aus.“

NEUES FENSTERKONZEPT

FÜR MEHR DURCHBLICK

Listen, Editoren, Verfahrensablauf …

Manchmal ist es einfach praktisch,

mehrere Dialoge gleichzeitig zu

öffnen. Damit es auch übersichtlich

bleibt, hat PTV Visum jetzt ein neues

Fensterkonzept. So lassen sich alle

Ansichten aus dem Hauptfenster

herausziehen und nebeneinander

auf mehreren Monitoren betrachten.

Mehr Berücksichtigung erfahren auch die

Fahrtkosten in der taktfeinen Umlegung.

Denn der Fahrpreis aus dem Tarifmodell

kann nun als Teil des Widerstands verwendet

werden. So lässt sich beispielsweise

feststellen, ob die Fahrgäste die

günstigere Bummelbahn dem teureren

Schnellzug vorziehen.

GRAFISCHE HIGHLIGHTS

Ebenfalls interessant zu wissen: Wer

steigt wo um? Und wie sehen dort die

Umsteigeströme zwischen den Haltestellenbereichen

aus? Ein neuer Layer

ermöglicht die grafische Darstellung von

Umsteigebeziehungen. „Die Umsteigeströme

werden hier als Belastungsbalken

im Netz angezeigt“, erklärt Schlaich. Die-

Ein Highlight von PTV Visum

12.5 für die ÖV-Planung:

Der schematische Liniennetzplan

bietet zahlreiche

Grafikparameter sowie

Beschriftungsmöglichkeiten.

NEWS & HIGHLIGHTS

se Daten waren bislang ausschließlich

über eine Listenansicht abrufbar.

Eine sogenannte Umsteiger-Uhr hilft

dabei, die Qualität der geplanten Anschlüsse

zu untersuchen. „Dieses Feature

bildet alle Fahrten ab, die an der

Haltestelle ankommen und abfahren“,

sagt Schlaich. „Auch die Nachfrage kann

angezeigt werden, zum Beispiel um besonders

wichtige Umsteigebeziehungen

zu identifizieren.“ Besonders schick ist

auch der überarbeitete schematische

Liniennetzplan. Mit diesem lässt sich das

ÖV-Angebot in Form einer schematischen

Netzdarstellung visualisieren. Dabei

kann der Anwender Balken grafisch

klassifizieren und Texte hinzufügen.

www.ptv-vision.com

10 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 11


WER HÄLT EIGENTLICH

DIE WELT IN BEWEGUNG?


EINE HOMMAGE

ANS UNTERWEGSSEIN

„THE MIND

OF MOVEMENT“

ERLEBEN

Schauen Sie sich unser Brand

Movie an. Über diesen QR-Code

gelangen Sie direkt zum Video.

Oder besuchen Sie unseren

YouTube-Channel „PTV Group“.

Die Welt steht nie still. Sie dreht sich um die eigene Achse. Und wir mit ihr:

Menschen reisen von Zuhause an ihren Arbeitsplatz, Güter werden von Singapur

nach Rotterdam transportiert. Pakete, Blumen, Lebensmittel – alles ist unterwegs

und findet seinen Weg zum Kunden. Das sieht einfach aus. Jedenfalls, wenn es

funktioniert. Dass es funktioniert, dafür sorgen wir: die PTV Group.

VOM UNIVERSITÄTS-SPIN-OFF hin zum

weltweit agierenden Unternehmen. Mit

zwölf Niederlassungen und ausgewählten

Partnern ist PTV auf allen Kontinenten

unterwegs. Diese Entwicklung machen

wir jetzt sichtbar: mit der neuen Marke

PTV Group und einem frischen Unternehmensauftritt.

Die Neuaufstellung markiert

für uns einen wichtigen Schritt für die

weitere Internationalisierung. Wir planen

und optimieren weltweit alles, was Menschen

und Güter bewegt. So lautet unsere

offizielle Unternehmensvision.

ALLES IM FLUSS

Wenn Verkehrsströme und transportlogistische

Prozesse reibungslos funktionieren,

nimmt man sie als selbstverständlich

wahr. Dabei steckt hinter der

perfekten Organisation eine Menge

Arbeit. Mit innovativen Produkten hält

die PTV Group die Welt in Bewegung:

Mit Software und Consulting steuern wir

Verkehrsströme und die Transportlogistik

unsichtbar aus dem Hintergrund. Wir

sind der kluge Kopf, der dafür sorgt, dass

alles, was unterwegs ist, rechtzeitig, sicher

und ressourcenschonend ankommt.

Wir sind „the mind of movement“.

SMART, EFFIZIENT, ZUKUNFTSFÄHIG

Bei PTV wissen wir, dass es nicht nur

darum geht, von A nach B zu kommen.

Sondern dass hinter jedem erreichten

Ziel ein neues wartet. Wir wissen, dass

die schnellste Verbindung zwischen zwei

Punkten nicht immer die Gerade ist. Und

dass Umwege oft Abkürzungen sind.

Mark Twain hat einmal gesagt: „Es

gibt kein sichereres Mittel festzustellen,

ob man einen Menschen mag oder

nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen.“

Begleiten Sie uns auf unserer Reise. Der

Weg ist smart, effizient und zukunftsfähig.

Denn mit dieser Positionierung

werden wir unseren neuen Martauftritt

gestalten.

Wir haben das rote Möbiusband zu

unserem zentralen Gestaltungselement

gemacht: Für uns symbolisiert es den

stetigen Fluss von Verkehrsströmen und

das Ineinandergreifen von Prozessen.

DAS MÖBIUSBAND

Es kennt kein Unten und kein Oben,

kein Innen und Außen. Das Möbiusband

ist ein geschlossenes, in sich gedrehtes

Band. Eine Fläche, die nur eine Seite hat.

Entdeckt wurde sie vor gut 150 Jahren

von zwei Mathematikern. Nach einem

von ihnen, nämlich August Ferdinand

Möbius, wurde sie schließlich benannt.

Ein Möbiusband entsteht, wenn man

die Schmalseite eines längeren Streifens

um 180 Grad dreht und die beiden

Enden zusammenfügt. Diese Drehung

bewirkt, dass das Innen und Außen aufgehoben

sind. Man könnte also ohne

abzusetzen mit einem Stift entlang des

Streifens fahren und würde wieder am

Startpunkt rauskommen.

Derlei Betrachtungen haben Mathematiker

jahrzehntelang fasziniert. Doch

erst im Jahr 2007 fanden zwei Forscher

des University Colleges London

eine Formel, mit der sich die Form des

Möbiusbandes beschreiben lässt. Ausgangspunkt

ihrer Überlegungen war

ein physikalisches Prinzip: das Streben

KURZ NOTIERT:

PTV wird PTV Group. Unter dem neuen

Unternehmenslabel treten alle internationalen

Landesgesellschaften der Firmengruppe

künftig einheitlich auf. Bleiben Sie

up-to-date und abonnieren Sie unseren

Newsletter.

ptvgroup.com

nach dem energieärmsten Zustand. Sie

entdeckten, dass die Form des Möbiusbandes

von nur einer einzigen Zahl abhängt,

nämlich dem Verhältnis zwischen

Länge und Breite des Streifens. Dies

reicht aus, um die Krümmung und die

Drehung des Bandes – und damit sein

Aussehen – zu berechnen.

MITMACHEN UND REISE

NACH NEW YORK GEWINNEN

Testen Sie Ihr Wissen rund um Verkehr und Transport.

Jeden Montag veröffentlicht die PTV Group auf www.themind-of-movement.de

eine Frage, die es zu beantworten

gilt. Die Challenge läuft noch bis Anfang Oktober. Als

Hauptgewinn winkt einen Trip nach New York für zwei Personen

inklusive Flug sowie vier Übernachtungen im Marriot

Marqis Hotel. Der zweite Preis ist eine Segway-Tour auf

dem Nürburgring plus Übernachtung für zwei Personen.

Als 3. bis 10. Preis verlost die PTV Group jeweils einen

Kindle Touch.

IM GESPRÄCH MIT CEO

VINCENT KOBESEN

Compass: PTV präsentiert sich

mit neuem Logo und Markenauftritt,

was sind die Hintergründe?

KOBESEN: Wir sind seit über 30 Jahren

erfolgreich am Markt vertreten. Als mittelständisches

und technologiegetriebenes

Unternehmen haben wir herausragende

B2B-Lösungen für Verkehr und

Transportlogistik entwickelt. In unserem

Außenauftritt waren wir bislang jedoch

sehr bescheiden. Ich möchte, dass jeder

sehen kann, dass er es bei PTV mit einem

erfolgreichen Unternehmen zu tun hat.

Wir sind im Umfeld Verkehr weltweit die

Nummer 1, kein anderes Unternehmen

verfügt über eine vergleichbare Expertise.

Kunden aus aller Welt optimieren

mit unserer Software Prozesse und Abläufe.

Wir sind nicht nur Marktführer auf

unserem Gebiet, sondern schaffen es

immer wieder, dem Markt einen Schritt

voraus zu sein, ihn mit unseren Ideen zu

prägen. Mit dem neuen, selbstbewussten

Auftritt soll dies jetzt nach außen

auch sichtbar sein.

Compass: Was sagen unsere

Kunden dazu?

KOBESEN: Seit Mai rollen wir unser neues

Markenkonzept Schritt für Schritt aus.

Das deutlich kräftigere Erscheinungsbild

wird bei unseren Kunden spürbar

und positiv wahrgenommen. Insgesamt

hat bei PTV der Dialog mit Externen eine

wachsende Bedeutung. Jedes Feedback

hilft uns, unser Produktportfolio

und unsere Präsenz beständig im Sinne

der Anwender weiterzuentwickeln.

Compass: Und in welche Richtung

wird sich PTV weiterentwickeln?

KOBESEN: Eine Richtung ist ganz klar:

Wir werden die Internationalisierung

vorantreiben und unsere Vertriebsstrukturen

auf dem internationalen Markt ausbauen.

Stand heute haben wir Kunden in

mehr als 100 Ländern. Doch es gibt noch

viel Potenzial zu erschließen. Wir wollen

neues Wachstum gestalten – auf nachhaltige

Art und Weise. Im Umfeld Traffic

planen wir vor allem, in aufstrebende

Schwellenländer zu investieren. Bei Logistics

hingegen wollen wir in bereits entwickelten

Ländern mit viel Verkehr noch

stärker aktiv sein. Aktuell sind neue PTV

Licence & Support Center in Brasilien,

Japan und Italien in Vorbereitung.

Compass: Was macht jetzt

die neue PTV aus?

KOBESEN: Wir haben dies in unserer

Unternehmensvision zusammengefasst:

„Wir planen und optimieren weltweit alles,

was Menschen und Güter bewegt.“

Diesen Satz mag ich sehr, da er zeigt,

dass es um mehr geht, als Personen und

Güter von A nach B zu befördern. Unsere

Produkte sind da, wenn Waren in Läden

kommen und wenn Menschen Feste

feiern, zu Konzerten gehen, verreisen,

Geschenke erhalten, Abschied nehmen,

sich wiedersehen. Wir sorgen im Hintergrund

dafür, dass alles läuft – dafür, dass

diese Menschen ein „bewegtes Leben“

haben. Wir sind „the mind of movement“.


NEWS & HIGHLIGHTS

STUDIENGANG

IM SCHERENSCHNITT

„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ – die bekannte Comicfigur Daniel Düsentrieb

wandelte die erste Strophe des Ingenieurliedes von Heinrich Seidel ab und

drückte damit das zwiespältige Verhältnis seiner Autoren zum Stand der Ingenieure

aus: Trotz großer Theorien im Studium fehlt es oft an der praktischen Erfahrung.

Der neue Studiengang Verkehrsmanagement an der Hochschule Karlsruhe –

Technik und Wirtschaft setzt hier wegweisende Akzente.

„KONVENTIONELLE STUDIEN-

GÄNGE BEHANDELN OFT

EINEN TEILASPEKT DER

MOBILITÄT – WIR SCHÄRFEN

DEN BLICK FÜRS GANZE.“

Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer

Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft

KURZ NOTIERT:

Regelstudienzeit

7 Semester, Vorpraktikum

nicht erforderlich

Bewerbungsschluss

15. Juli eines jeden Jahres

Bewerbungsverfahren

Online-Bewerbungsverfahren

der Hochschule

Vertiefungsrichtungen

Verkehrstelematik, Verkehrsplanung,

Öffentlicher Personennahverkehr

Praxissemester

im 5. Semester

DER NEUE BACHELOR-STUDIENGANG

ist bisher bundesweit der einzige seines

Fachbereichs, den Wirtschaftsvertreter,

darunter die PTV, von Beginn an mit ge-

staltet haben. Das

Curriculum lehnt sich

eng an die Aufgabenstellungen

der Un-

ternehmen an. Das

Angebot umfasst Fächer

mit dem Schwerpunkt

Verkehr in einer

neuartigen Konzentration. Die Fakultät

beruft anhand des Curriculums neue Professuren.

Und ein Beirat aus Vertretern

der Hochschule und den Kooperationspartnern

begleitet den Studiengang.

MOBILITÄT IM QUERSCHNITT

„Mobilität befindet sich in einem dramatischen

Veränderungsprozess, eingebettet

in Randbedingungen aus Ökonomie,

Ökologie und Gesellschaft.“ erklärt Studiendekan

Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer.

„ Vor diesem Hintergrund haben sich die

Aufgaben der Mobilität zur Querschnittsaufgabe

entwickelt, die sich in der klassischen

Fakultätsstruktur der Hochschulen

kaum noch darstellen lässt. Wir bilden ab

dem kommenden Wintersemester Inge-

nieure aus, die auf aktuelle und zukünftige

Mobilitätsfragen zielführende Antworten

geben können und wissen, wie sie

diese Ziele erreichen.“

Die Studierenden lernen letztlich, wie

man das Zusammenspiel von Verkehrsangebot

und -nachfrage optimiert. Dabei

besteht die Spielwiese aus vielen verschiedenen

Fachrichtungen: angefangen

von den Grundlagen zur Mobilität

und Geodaten über das Basiswissen zur

Verkehrsplanung und -technik bis hin zu

Transportsystemen und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.

„Das Curriculum

dieses Studiengangs ist außerhalb der

klassischen Fakultäten wie Bauingenieurwesen

oder Elektrotechnik angelegt“,

ergänzt Dr.-Ing. Rainer Schwarzmann,

verantwortlich für das Konzept bei PTV.

„Wir haben die Ausrichtung an Verkehr

und Praxis nicht nur integriert, sondern

auch neu gestaltet. PTV-seitig unterstützen

wir die Ausbildung direkt durch die

Übernahme von Lehraufträgen und stellen

unsere Software zur Verfügung. Wir

sind überzeugt, dass der Zuschnitt des

Studiengangs erfolgreich sein wird.“

www.hs-karlsruhe.de/vsm

MEHR INFOS

AUS PLANUNGSDATEN

Die evolutionären Algorithmen einer modernen Tourenplanung sind

weltweit im Einsatz. Kaum ein Spediteur der modernen Industrieländer,

der nicht ansatzweise mit IT-Unterstützung plant und optimiert.

Doch manchmal sieht die Realität anders aus: Was passiert wenn …

… bestimmte Kunden die Lieferzeitfenster systematisch nicht

einhalten können? Wenn ein Spediteur zwar weiß, dass ausgewählte

Touren zu lange dauern, der Grund dafür aber verborgen

ist? „Hier setzt ein neues Dienstleistungsangebot der

PTV an“, erläutert Sebastian Scherer, Projektleiter bei der PTV

Group. „Wir analysieren die Zusammenhänge zwischen Touren,

Fahrzeugen, Kunden und Depots.“ Branchenspezifische Kennzahlen

helfen dabei, schnell Aufschluss darüber zu erhalten,

ob eine Rahmentourgebietsplanung oder eine Tourenoptimierung

brachliegende Potenziale aufdeckt.

Tonnen Touren

Ihr Ansprechpartner:

SEBASTIAN SCHERER

+49-721-9651-7534

sebastian.scherer@ptv.de

EIN BEISPIEL:

SCHIEFLAGE MIT BERATUNGSBEDARF

Die KW (Kalenderwoche) 26 weist 144 Touren

aus. In KW 27 und 28 steigt die Liefermenge

und damit auch die Anzahl der Touren auf 177.

Obwohl die Liefermenge ab KW 29 wieder

sinkt, bleibt die Zahl der gefahrenen Touren

hoch. Auch die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge

verharrt während der gesamten Zeit auf

einem konstanten Niveau. Das Beraterteam der

PTV schafft hier Transparenz und Abhilfe.

878 MENSCHEN

haben innerhalb der vergangenen zwölf

Monate bei einer Schulung der PTV Group

gelernt, mit PTV Visum, Vissim oder Viswalk

umzugehen. Aufgrund dieses Erfolges

haben wir das Trainingsprogramm erweitert:

www.ptv-vision.de/training.

6.684 AUFRUFE

verzeichnete die Animation zur Badischen

Meile 2012 innerhalb von drei Monaten auf

YouTube. Sie wurde von unseren Experten

mit PTV Vissim produziert und zeigt einen

3D-Flug über die Strecke des Karlsruher

Traditionslaufs.

3.319.149 KILOGRAMM

CO 2-Emissionen wird die PTV Group an

ihrem Hauptsitz in Karlsruhe bis Ende

Dezember 2015 einsparen. Seit dem 1. April

bezieht das Unternehmen Ökostrom aus

Wasserkraft. Mit der Umstellung auf Ökostrom

setzt PTV ein Zeichen für bewussten

Umgang mit der Umwelt.

20 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 21

800

600

400

200

0

25

Gewicht [to]

Anzahl Fahrzeuge

Anzahl Touren

26

27 28 29 30 31 KW

200

150

100

50


IM GESPRÄCH

DAS LIED VON DER

VERÄNDERUNG

„WIR LEITEN VON DEN

KONKRETEN GEGEBEN-

HEITEN UNSERE

ANFORDERUNGEN UND

LÖSUNGEN AB.“

Mieten statt kaufen – dieses Konzept hat sich bereits

in verschiedenen Bereichen des täglichen Bedarfs

als sinnvoll erwiesen. Die Cloud soll diese Flexibilität

auch in die IT-Infrastruktur bringen. Experten wie

KIT-Forschungsgruppenleiter Dr. Marcel Kunze sind

überzeugt: Die Cloud wird das gesellschaftliche und

wirtschaftliche Leben ein Stück weit revolutionieren.

COMPASS: Die Industrialisierung hat

unser Leben verändert. Was waren die

Schlüsselfaktoren?

KUNZE: Wir haben schon so manche

industrielle Revolution erlebt. Und jedes

Mal spielte dabei ein Paradigmenwechsel

eine wichtige Rolle. Denken wir

beispielsweise daran, wie sich Mobilität

gewandelt hat: Wir sind von der Droschke

aufs Automobil gekommen. Wir verfügen

heute über Flugzeuge und Schnellzüge.

Doch wir reden inzwischen meist

nicht mehr von den einzelnen Fortbewegungsmitteln,

sondern von Mobilitätskonzepten.

Wir interessieren uns heute

mehr dafür, wie wir am schnellsten, bequemsten

oder günstigsten von A nach

B kommen und weniger für die Art des

Verkehrsmittels. Wir leiten also von den

konkreten Gegebenheiten unsere Anforderungen

und Lösungen ab.

COMPASS: Und mit der IT ist es ähnlich?

KUNZE: Ja, auch hier verändert sich die

Landschaft. Der Trend geht weg vom

Aufbau der eigenen statischen IT-Infrastruktur

mit ihren Großrechnern und

strengen Regeln. Vielmehr möchten wir

hin zu dynamischen IT-Konzepten und

dabei jederzeit die überall verfügbaren

IT-Services in Anspruch nehmen. „Software“,

„Infrastructure“ und „Platform as a

Service“ sind hier die Schlagworte.

COMPASS: Welchen Nutzen bringt die

Cloud mit sich?

KUNZE: Die neue Technologie ermöglicht

Kostensenkung, Agilität und Wertschöpfung.

Fixkosten können in variable

Kosten verwandelt werden. Ressourcen

können bedarfsgerecht zur Verfügung

gestellt werden. Und es entstehen innovative

Geschäftsmodelle, bei denen man

eigentlich immer Gewinn einfahren kann,

unabhängig davon, wie hoch der Umsatz

ist. Warum? In der Cloud sprechen Unternehmen

stets die Masse der Internetnutzer

an. Eine millionenfache Kundschaft,

weltweit. Jeder dieser Kunden bezahlt einen

kleinen Obolus. Da alle Dienste vollautomatisiert

sind und immer nur so viele

Ressourcen eingesetzt werden wie aktuell

nötig, entwickeln sich die Kosten entsprechend

zum Umsatz. Zudem entsteht

kein Arbeitsaufwand für die automatische

Rechnungsstellung. Unterm Strich

ist das ein lohnenswertes Geschäft, das

auch bei komplexen Dienstleistungen

von einem sehr kleinen Team betrieben

werden kann. Denken Sie an Apple und

den Apple-Store. Ursprünglich für den

Download von Musik gemacht, vertreibt

das Unternehmen hier heute auch Software

für das iPhone. Und zwar so günstig,

dass man Anwendungen teilweise schon

für 79 Cent erwerben kann – aufgrund

des Massengeschäfts eine Goldgrube.

COMPASS: Nun sind Musikdateien und

Smartphone-Apps in der Regel recht unkritisch.

Wie sieht es mit Office-Anwendungen

aus? Google bietet heute schon

Möglichkeiten zur Text- und Tabellenverarbeitung.

Die Daten liegen dann aber

auch beim Internet-Riesen.

KUNZE: Das ist das Wesen der Cloud

… Im Sinne des Geschäfts wird sich ein

Provider größte Mühe geben, ordentlich

zu arbeiten. Man muss darauf vertrauen,

dass der Provider die Datenschutzrichtlinien

entsprechend umsetzt und einhält.

Aber das ist Teil eines Gewöhnungsprozesses,

ähnlich wie beim Geld. Früher

hat man sich das Gehalt noch unter das

Kopfkissen gelegt, heute vertraut man es

seiner Bank an. Treten Unregelmäßigkeiten

auf, wechselt man das Geldinstitut.

Nicht anders wird es sich künftig bei der

„Datenbank“, dem Provider, verhalten.

Auch hier sichern entsprechende AGB

und Zertifizierungen den Kunden ab.

COMPASS: Was bedeutet das für das Arbeitsleben?

KUNZE: Das typische Unternehmen ist

heute in sich geschlossen. Dieser Umstand

ist tief in der Unternehmenskultur

verankert. Wenn Unternehmen von den

Möglichkeiten der Cloud profitieren

möchten, dann müssen sie umdenken.

Ein Karlsruher Unternehmer hat sich

neulich zum Erfolg seines Konzerns im

Vergleich zum Wettbewerb so geäußert:

„Nicht die Größe ist wichtig, sondern die

Veränderung.“ Diese Meinung teile ich.

Die Cloud ist das Lied der Veränderung.

Sie ermöglicht es Unternehmern, flexibler

zu agieren und mit derselben Mannschaft

mehr Dinge zu tun. Auch Dinge,

die vor kurzem undenkbar waren.

COMPASS: Wie das?

KUNZE: Die Cloud verbessert die Zusammenarbeit

der Menschen. Über sogenannte

„Access Control Lists“ lässt sich

der Zugriff auf Daten und deren Nutzung

gezielt steuern. Kollegen können auf

diese Weise Dateien in ihrer eigenen

projektspezifischen Sicherheitsdomäne

miteinander teilen – ohne durch Firewalls

„DIE ARBEITNEHMENDE

GESELLSCHAFT, WIE WIR

SIE KENNEN, LÖST SICH IN

WOHLGEFALLEN AUF.“

oder Compliance-Anforderungen behindert

zu werden. Sie können auch zur gleichen

Zeit am selben Dokument arbeiten

oder direkt aus der Anwendung heraus

Chatfunktionen nutzen und Videokonferenzen

schalten. Diese Herangehensweise

ist nicht nur innerhalb eines Un-

IM GESPRÄCH

DR. MARCEL KUNZE

ist leitender Wissenschaftler

am Karlsruher Institut für

Technologie (KIT). Der 53-

Jährige leitet hier die

Forschungsgruppe für Cloud

Computing. Die Forschung

und Entwicklung von service-

orientierten IT-Architekturen

und die Virtualisierung

gehören zu seinen Themen.

ternehmens, sondern auch über dessen

Grenzen hinaus denkbar. Und das Ganze

lässt sich weiterspinnen: Wenn man Arbeit

so flexibel organisieren kann, warum

verlegen wir dann nicht den kompletten

Arbeitsplatz in die Cloud? Tätigkeiten,

die standardisiert werden können, lassen

sich schließlich auch von zu Hause aus

oder mit Mobilgeräten unterwegs erledigen.

Wozu sollten wir also jeden Tag ins

Büro fahren?

COMPASS: Wie könnte der typische Arbeitsalltag

in der Cloud aussehen?

KUNZE: „Den“ Arbeitsalltag gibt es dann

natürlich nicht mehr. Die arbeitnehmende

Gesellschaft, wie wir sie kennen, löst

sich in Wohlgefallen auf. Sie erfährt Flexibilität:

Wer ein Nachtmensch ist, kann

nachts seiner Tätigkeit nachgehen. Wer

Kinder hat, kann sich tagsüber um diese

kümmern und sein Berufsleben auf den

Abend verlagern. Man muss auch nicht

mehr nur für einen Arbeitgeber allein tätig

sein, sondern könnte von unterschiedlichen

Unternehmen Aufträge erhalten.

Denn virtuelle Marktplätze, die das Angebot

und die Nachfrage an Dienstleistungen

zusammenbringen, werden künftig

an Bedeutung gewinnen. Die Intelligenz

von morgen besteht darin, sich entsprechend

zu organisieren.

22 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 23


ANWENDER & PARTNER

24 PTV COMPASS 2/2012

SCHON GEWUSST?

Neue Züchtungen und Anbautechniken

ermöglichen

nach RLV-Angaben auf

einem Hektar Weizen einen

Ertrag von rund 74 dt, die

zu etwa 9.250 Mischbroten

à ein Kilogramm gebacken

werden können. Vor 50

Jahren waren es nur zirka

3.400 Mischbrote.

BESTE ZUTATEN FÜR GEBIETSPLANUNG

Deutschland – Brotland! Etwa 85 Kilogramm

Brot und Brötchen verzehrt der

Deutsche pro Kopf und Jahr. Damit

nimmt Deutschland, laut Rheinischem

Landwirtschafts-Verband RLV, in der

Europäischen Union den Spitzenplatz

ein. Die Lieken Brot- und Backwaren

GmbH in Garrel steht dabei an vorderster

Front und beliefert täglich rund

15.500 Filialen des Lebensmittel-

Einzelhandels mit Waren der Marken

„Golden Toast“ und „Lieken Urkorn“.

Die strategische Gebietsplanung dafür

realisiert das Unternehmen jetzt mit

modernster Softwareunterstützung:

mit PTV Map&Market.

Ihr Ansprechpartner:

JÜRGEN PÖHLER

+49-721-9651-7526

juergen.poehler@ptv.de

„IDEAL STRUKTURIERTE Aussendienstbezirke, weniger Kosten,

mehr Zeit für die Kunden,“ so beschreibt Olaf Czaja, Verkaufsleiter

bei Lieken, in wenigen Worten sein Erfolgsrezept

am Markt. Im „Kerngeschäft Kundenbetreuung“ hat Lieken viel

erreicht. Früher erstreckten sich die Außendienstbezirke weit

über Postleitzahlgrenzen hinweg. Heute ist jede Postleitzahl

eindeutig einem Gebiet und damit dem Verantwortungsbereich

eines Außendienstmitarbeiters zugeordnet. „Fragen wie

‚Wer betreut welchen Neukunden?‘ oder ‚Wie lässt sich die Relation

zwischen Fahr- und Besuchszeiten verbessern?‘ können

wir nun über das System exakt beantworten“, erklärt Czaja.

ENTSCHEIDUNGSSICHERHEIT UND FLEXIBILITÄT

BEI STRATEGIE UND PRAXIS

Nach der neuen Planung „gehört“ jetzt jede Postleitzahl einem

Kollegen aus dem Außendienst, auch wenn dort keine Kunden

liegen. Die kennzahlenbasierten Besuchsrhythmen sind implementiert

und werden ständig aktualisiert. Anhand dieser Werte

liefert die PTV Map&Market Tourenplanung die Machbarkeitsprüfung

im Falle strategischer Anpassungen. Damit lassen sich

weiterhin bestmöglich und gleichmäßig ausgelastete Gebiete

sicherstellen. Auch operativ beweist das System seine Stärke:

Für neue Mitarbeiter evaluiert es den idealen Standort. Und

möchte der Planer einzelne feste Zuordnungen beibehalten,

so berücksichtigt die Software flexibel diese Restriktion. Änderungen

im Kundenstamm oder im Vertriebsbereich lassen sich

schnell und unkompliziert vornehmen.

„Dreifach effizient“ nennt Matthias Wenkel, Sales Analyst

Lebensmittel-Einzelhandel bei Lieken, die Wirkungsweise der

Software. „Einheitlich ausgelastete Gebiete, geringere Fahrzeiten

und Kosten sowie ein Plus an Zeit beim Kunden.“ Zusätzlich

generiert die Software Karten, auf denen Wenkel in Sekunden

sieht, welchem Mitarbeiter er eine Anfrage weiterleiten kann –

ein Muss im schnelllebigen Brotgeschäft.

mapandmarket.ptvgroup.com – Ein kurzer Klick

in die Welt der Außendienstoptimierung

ZÜRICH RÜSTET SICH FÜR DIE ZUKUNFT

ANWENDER & PARTNER

Die Verknappung der Ressource Straße gehört zu den Kernherausforderungen,

denen sich die Stadt Zürich derzeit stellen muss. Um die Straßenfl ächen effi -

zient nutzen zu können, hat die Dienstabteilung Verkehr ein rechnergestütztes

Verkehrslabor eingerichtet. Zur Anwendung kommen PTV Visum und Vissim im

Zusammenspiel mit dem eigens für Zürich entwickelten Verkehrsrechnersystem.

ZÜRICH – mehr als 390.000 Einwohner,

rund 180.000 Pendler, unzählige Besucher.

Insbesondere in Spitzenstunden

füllt sich das Netz der Stadt rasch. Der Verkehrsfluss

stößt dann an seine Grenzen.

„Dies wird in Zukunft noch drastischer

werden, da die Bevölkerungszahl steigen

und die Anzahl an Arbeitsplätzen sowie

Büroflächen in der Innenstadt zunehmen

werden“, sagt Dr. Christian Heimgartner

von der Dienstabteilung Verkehr der Stadt

Zürich. In diesem Zuge legt die Stadt mehr

Gewicht auf Fußgänger- und Fahrradverkehr

sowie öffentlichen Verkehr. „Diese

Verkehrsträger sollen einen größeren

Anteil am Modal Split übernehmen, der

motorisierte Individualverkehr anteilig

abnehmen“, so Heimgartner. Die Verkehrsinfrastruktur

muss dementsprechend angepasst

werden.

PTV VISSIM MACHT DEN TEST

Doch was passiert, wenn sich der Individualverkehr

anstatt auf zwei Achsen

lediglich auf eine konzentriert? Welche

Effekte hat eine zusätzliche Fußgängerzone?

„In der Realität kann man solche

Dimensionen nicht testen. Die Modellierung

und Mikrosimulation hingegen

bieten hierfür einen Ansatz“, so Heimgartner.

So hat die Dienstabteilung das

mit PTV Visum erstellte Gesamtverkehrsmodell

des Kantons Zürich verfeinert, um

anschließend über die ANM-Schnittstelle

das Verkehrsangebot und die Nachfrage

in die Vissim-Simulation zu überführen.

Darüber hinaus flossen Detektordaten

sowie die Daten zur Steuerung der Lichtsignalanlagen

aus dem Verkehrsrechnersystem

ein. PTV Vissim wurde so zum

Verkehrslabor, in welchem das Verkehrs-

system simuliert und verschiedene Verkehrsabläufe

betrachtet werden können.

Um ein optimales Modell zu erzeugen,

nutzt die Dienstabteilung darüber hinaus

historische Geschwindigkeitsdaten

von Vision Online zur Kalibrierung. Der

PTV-Partner TomTom sammelt dafür in 34

Ländern Verkehrsdaten und Geschwindigkeiten

von über 50 Millionen Navigationsgeräten.

Über eine Onlineplattform

bietet PTV diese real gemessenen Daten

seit Anfang vergangenen Jahres an. „Von

der Verwendung navigationsgestützter

Daten erhoffen wir uns, dass unser Modell

noch genauer wird, wir mehr Informationen

über Quelle-Ziel-Beziehungen

erhalten und so langfristig die operativ

ausgerichtete Mikrosimulationsebene mit

der Makroebene näher zusammenbringen

können“, sagt Heimgartner.

PTV COMPASS 2/2012 25


RUBRIKTITEL

VISIONEN GESTALTEN ZUKUNFT

LET’S PARTY

WIE MODELLIERT MAN Park-and-Ride-Verkehr? Was muss man bei Unternehmensstandort

bezogenen Verkehrsanalysen und Maßnahmenmodellierungen beachten?

Und kann man mit PTV Visum kapazitätsbeschränkte ÖV-Umlegungen machen?

Diese spannenden Themen bringt das Vision Traffic

Anwenderseminar Ende September auf den Tisch.

Die 22. Ausgabe der Veranstaltung findet in Karlsruhe

statt. Teilnehmer erfahren, wie neue Softwarefunktionen

der Vision Traffic Suite ihre Arbeit erleichtern. Darüber

hinaus berichten Anwender aus ihrem Tagesgeschäft

und von individuellen Projektarbeiten. Zu den

Vortragenden gehören die DB Fernverkehr, das DLR

Institut für Verkehrssystemtechnik in Berlin und der

Verband Region Stuttgart.

www.ptv-vision.com/22-ptv-vision-aws

Die PTV ITS Conference

findet am 28. und 29. November

in Hamburg statt. Interessierte

können sich jetzt anmelden.

DAS IST SMART!

DIE PTV ITS CONFERENCE feiert Jubiläum.

Die zehnte Ausgabe steht unter dem

Motto „Street-smart ITS: Getting smart

about traffic solutions“ und findet Ende

November in Hamburg statt. Die Networking-Plattform

beschäftigt sich mit

den aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten,

die intelligente Transportsysteme

eröffnen, und bietet ein außergewöhnliches

Rahmenprogramm. Sie bringt Leis-

UNTER DEM MOTTO „Ideen fördern – Impulse setzen“ ließ es

PTV im April richtig krachen! Der Anlass: 20-jähriges Jubiläum

des Routenplaners PTV Map&Guide. Das Rahmenprogramm

erlesen: mit PTV-CEO Vincent Kobesen, Nokia-Director Thorsten

Flentje und Bestsellerautorin Anja Förster. Sie propagiert

„alles außer gewöhnlich“ zu sein und inspirierte die rund 150

Gäste, wie man Leidenschaft bei der täglichen Arbeit für sich

und sein Team fördern kann. Das Ambiente einzigartig: Im

Weltkulturerbe der Zeche Zollverein Essen wurde bis in die frühen

Morgenstunden diskutiert und gefeiert.

Mittendrin im red dot design museum sorgte Deutschlands

beste Party-Band „Street Live Familiy“ für Stimmung.

Das Vision Traffic Anwenderseminar

der PTV Group findet

am 27. und 28. September

in Karlsruhe statt. Interessierte

können sich jetzt anmelden.

tungsträger aus verschiedenen Branchen

zusammen – von Hard- und Softwareherstellern

über Verkehrsmanagementzentralen,

Routing- und Navigationsanbietern

bis hin zur öffentlichen Hand. Dabei

stehen der Erfahrungsaustausch sowie

Best-Practice-Beispiele im Fokus.

ptvgroup.com/itsconference

AUF DER IAA

„MOTOR DER ZUKUNFT“ lautet das Motto der IAA Nutzfahrzeuge,

die vom 20. bis 27. September 2012 in Hannover stattfindet. Und was

passt besser dazu als „the mind of movement“? Denn ohne „mind“

kein „Motor“. Sprich: Ohne Sinn und Verstand keine Ideen, kein Antrieb

für die Herausforderungen der Zukunft. Und davon gibt es eine

Menge für die Transportlogistikbranche: CO2-Berechnung, Bundestraßenmaut,

geeignete Straßen für Lang-Lkws und vieles mehr.

Der neu gestaltete Stand 64 der PTV Group ist in Halle 25 zu finden.

Hier wird sich alles um Europas Transportroutenplaner Nummer Eins

drehen: PTV Map&Guide. Ob als Desktop-, Cloud- oder Intranetlösung,

Interessenten finden am Stand die richtigen Experten, um sich

über die Möglichkeiten zu informieren, die ihnen die Software bietet.

Außerdem wird es eine Verlosungsaktion geben. Vorbei zu kommen

lohnt sich also doppelt!

Unter www.mapandguide.com/iaa-nutzfahrzeuge können

Interessierte direkt einen Termin auf der IAA vereinbaren

und eine Gastkarte anfordern.

INNOTRANS:

MEHR RAUM FÜR ÖV

KNAPP 11 MILLIONEN Fahrgäste haben 2011 den Linienverkehr

mit Bus und Bahn in Deutschland genutzt, so das Statistische

Bundesamt. Damit stiegen die Fahrgastzahlen im Vergleich

zum Vorjahr um 0,5 Prozent und erreichten einen neuen Höchststand.

Die InnoTrans 2012, die vom 18. bis 21. September in

Berlin stattfindet, wird dieser Entwicklung gerecht und verdoppelt

die Anzahl der Messehallen für die Showcases des öffentlichen

Verkehrs (ÖV) auf sechs Hallen. Die Themen: Innovationen

aus den Bereichen Fahrgastsicherheit, Kommunikationstechnik,

Passagierinformationen und natürlich auch Verkehrsplanung.

Gemeinsam mit HaCon präsentiert die PTV Group am Stand

130 in Halle 4.1 ihr Produktportfolio. Mit im Gepäck: die neuen

ÖV-Funktionalitäten von PTV Visum 12.5 (siehe Seite 11).

SIE MÖCHTEN

UNS PERSÖNLICH

KENNENLERNEN?

Alle Messetermine sowie

Events fi nden Sie online unter

ptvgroup.com/de/events

PTV ANIMIERT

ZUM DENKSPORT

DER AUSFLUG

Charley Smallcash lädt seine Liebste zu einer

Straßenbahnfahrt ein. Allerdings ist er

knapp bei Kasse, sodass sie den Rückweg

zu Fuß bewältigen müssen. Die Straßenbahn

fährt neun Meilen (1 Meile = 1,6 Kilometer)

pro Stunde, und die beiden können

pro Stunde drei Meilen gehen. Wie weit

dürfen sie fahren, wenn sie nach acht Stunden

wieder zurück sein müssen?

Aus: Sam Loyd „Die kniffeligsten mathematischen

Rätsel. Neue Denksportaufgaben für kluge Köpfe“

© 2007 DuMont Buchverlag, Köln, S. 99

Die Lösung finden Sie online

unter compass.ptvgroup.com

MESSEN & EVENTS

26 PTV COMPASS 2/2012 PTV COMPASS 2/2012 27

?


WER BEHÄLT IM VERKEHR

DEN ÜBERBLICK?

© VBZ

www.ptv-vision.com/visum

Ein Auto von rechts, eine Bahn von links. Fußgänger queren

die Straße. Es herrscht kein Chaos, weil jemand den Verkehr

koordiniert. Mit PTV Visum können Sie Verkehrsnetze und die

Nachfrage modellieren – sowohl für den Individual- als auch

den öffentlichen Verkehr. Setzen Sie die Planungssoftware

für Ihre Analysen und Prognosen ein. PTV Visum ist das Tool,

das all Ihre Verkehrsdaten im Blick hat.

Entdecken Sie die neue Version von PTV Visum 12.5

inklusive den Highlights:

Modernes Fensterkonzept

Beschleunigtes Umlegungsverfahren LUCE

Berücksichtigung von Kapazitätsbeschränkungen

und Tarifen in der ÖV-Umlegung

Optimale Visualisierung des ÖV-Angebots

Nutzung von OpenStreetMap-Daten als Netzgrundlage

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