Güldener Herbst 2017 - Programmheft

nonamewe

Festival Alter Musik in Thüringen

29. September bis 15. Oktober

festival alter musiK I N THÜRINGEN

PROGRAMM


CD-NEUERSCHEINUNG

Ensemble Polyharmonique:

ANDREAS HAMMERSCHMIDT –

CHOR-MUSIC AUFF MADRIGAL-MANIER

CD im Digipack

Booklet: Deutsch/Englisch (40 Seiten)

Bestellnummer: VKJK 1625

Notenmaterial auf

www.vkjk.de erhältlich!

Chor-Music auff Madrigal-Manier – Werke von Andreas Hammerschmidt

Ensemble Polyharmonique – Alexander Schneider (alto), primus inter pares

Der sogenannte Lauf der Geschichte hat es nicht immer gut gemeint mit dem zu Lebzeiten

hochgeschätzten, aber später als Kleinmeister, Vielschreiber oder Schütz-Epigone

abqualifizierten Andreas Hammerschmidt (1611 – 1675). Aber da Geschichte ja von

Menschen gemacht wird, ist diese CD, die dritte des Ensemble Polyharmonique, auch ein

leidenschaftliches Plädoyer dafür, sich noch stärker als bisher der Vielfalt der Epochen

zu widmen und neben den zugegebenermaßen faszinierenden Avantgardisten der

Musikgeschichte auch den nicht selten hochqualitativen breiten musikalischen Alltag in den

Blick zu nehmen.

Mit einer Auswahl aus der 31 Nummern umfassenden Chor-Music auff Madrigal-

Manier (1652/53), kombiniert mit Duetten und Terzetten aus seinem Opus primum

Musicalischer Andacht Erster Theil (1638), zeigt diese Ersteinspielung die formale

Vielgestaltigkeit des hauptsächlich in Zittau wirkenden Hammerschmidt und verdeutlicht

dessen auf kreative Handhabung von Gattungsmustern gerichteten Anspruch.

Im Vorwort zu seiner Chor-Music verweist Hammerschmidt darauf, sich „unterschiedene(r)

genera der Sätzungen in der Music“ befleißigt zu haben. Dadurch war er befähigt, entlang

der Gegebenheiten und klingenden Wirklichkeit seiner Umwelt zu komponieren. Er

demonstriert, wie eine bodenständige und zugleich künstlerisch anspruchsvolle Chormusik

zu realisieren ist, ohne auf die Adaption moderner musikalischer Strömungen verzichten zu

müssen. So sehr die Struktur des Tonsatzes einer strengen Konvention bei der Verbindung

der Kantionalsatztradition und madrigalischen Ansätzen verhaftet blieb, so originell ist

die Einrichtung der Musik. Anders gesagt: Innerhalb eines strengen Regelwerks lotet

Hammerschmidt musikalische Freiheit aus.

[ 2 ]

Das Klassiklabel der Verlagsgruppe Kamprad

Informationen und Bestellung unter Tel. 03447 375610

musik@vkjk.de | www.vkjk.de


Grußwort

des Thüringer Ministers für Kultur,

Bundes- und Europaangelegenheiten

und Chefs der Staatskanzlei

PROF. DR. BENJAMIN-

IMM ANUEL HOFF

Unter dem Motto »Soli Deo Gloria« – Allein zur Ehre Gottes – steht das

Musikfestival GÜLDENER HERBST im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums.

Das Festival verspricht nicht nur ein vielseitiges Programm

mit Musik zur geistigen und geistlichen Erbauung, sondern lädt dazu ein,

eine Entdeckungsreise in das schier unüberschaubare Repertoire der europäischen

Musica sacra zu unternehmen, zu deren Entwicklung die im

europäischen Maßstab verhältnismäßig kleine Region Thüringen einen

großen Beitrag leistete.

Dass Alter Musik nicht Steifes oder Weihevolles anhaftet, sondern sie

durch eine lebendige Aufführungspraxis die Zuhörerinnen und Zuhörer

berührt und mitreißt, stellen die Konzerte des GÜLDENEN HERBSTES

jedes Jahr eindrücklich unter Beweis. In diesem Jahr stehen neben den

großen, bekannten und verehrten Künstlern der Alten Musik wieder selten

aufgeführte Komponisten auf dem Programm. Es werden Werke des vor

fünfhundert Jahren verstorbenen franko-flämischen Komponisten Heinrich

Isaac vorgestellt ebenso wie Kompositionen von Michael Praetorius,

Johann Pachelbel, Johann Vierdanck, Johann Valentin Meder und Christoph

Bernhard. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Würdigung von

Georg Philipp Telemann, dessen Todestag sich 2017 zum 250. Mal jährt.

Telemann gehört zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte

und prägte als Zeitgenosse von Bach und Händel für ein halbes Jahrhundert

das Musikleben Europas.

Es ist dem unermüdlichen Engagement des Vereins Academia Musicalis

Thuringiae zu verdanken, dass Alte Musik in unserem Land ein großes

Publikum erreicht. Der Verein setzt sich für eine historische Aufführungspraxis

und die Wiederaufführung von vergessenen Komponisten und verschütteten

Stücken ein. Für sein musikhistorisches Engagement sei dem

Verein ebenso herzlich gedankt wie für die Organisation des GÜLDENEN

HERBSTES 2017. Ich wünsche dem Festival viele Zuhörerinnen und

Zuhörer, die sich von den zahlreichen Facetten der Alten Musik und erfinderischen,

fantasievollen Komponisten begeistern lassen.

Benjamin-Immanuel Hoff

Schirmherr des Festivals GÜLDENER HERBST 2017

[ 1 ]


Grußwort

der Vorsitzenden der Academia

Musicalis Thuringiae e. V.

PROF. DR.

HELEN GEYER

Liebe Freunde der Alten Musik,

»Soli Deo Gloria« – unser Motto knüpft am Reformationsjubiläum an und

spiegelt das einst allgültige Lebensmotto »Allein Gott zur Ehre«. Danksagung

und Widmung zugleich, ziert es geistliche wie weltliche Notenschriften der

Komponisten vor der Reformation und in beiden Konfessionen. Jedes kreative

Werk, Empfindsames bis Repräsentatives, wurde als Hinwendung an die

christliche Lebens- und Werteordnung begriffen. Das Beste und Kunst vollste

vereinten sich, um den Schöpfer zu ehren. Nichts konnte prächtig genug für

den Gottesjubel sein. Davon will das Festival ein klingen des Zeugnis ablegen.

Erneut schöpft der GÜLDENE HERBST aus den reichen Schätzen der

Residenzlandschaft Thüringen. Hochkarätige Künstler präsentieren neuzeitliche

Erstaufführungen an authentischen Orten. So erklingen in der

Weimarer Herderkirche Schätze aus bedeutenden Codices Friedrichs des

Weisen: Vokalisten der Weser-Renaissance Bremen unter Manfred Cordes

lassen das von Martin Luther hochgeschätzte Repertoire am Vorabend der

Reformation lebendig werden. Im Festsaal der Heidecksburg erinnert das

international renommierte Basler Ensemble Musica Fiorita unter Daniela

Dolci mit »katholischen« Ausgrabungen aus dem Bestand der Rudolstädter

Hofkapelle an einstige Italien-Vorlieben. In der Barockkirche zu Steinbach

bei Bad Liebenstein gastieren das Herdermer Vokalensemble und Capella

Jenensis mit Ausgrabungen aus dem lokalen Pfarrachiv. Anna Kellnhofer

und Consortium Sedinum lassen in der Schlosskirche Gotha die reichhaltige

Verquickung der Musikregionen Pommern und Thüringen lebendig werden.

Die mehrfachen Preisträger Calmus Ensemble und Capella de la Torre füllen

die Erfurter Reglerkirche mit einem großformatigen Psalmenprogramm.

Shootingstar Philipp Mathmann, Sopran, und Gerd Amelung am Clavichord

laden in den Rathaussaal Eisfeld, um den Eindrücken des empfindsamen Stils

nachzuspüren in Gellerts einst überaus beliebten Oden. Beim »Jungen Podium«

in Wandersleben huldigen aufstrebende Künstler Telemann anlässlich

seines 250. Todesjahres. Das Familienprogramm bietet im Schloss Sondershausen

ein Konzert der Erfurter Camerata und ein Tanzspiel der Historischen

Tanz gruppe des Schlossmuseums. Einen erfrischenden Abschluss

setzt das neugegründete Ensemble Argonautica in Auerstedt. Musikalische

Gottesdienste, Vorträge und Familienführungen runden das Programm ab.

Wir freuen uns, Ihnen unsere reichhaltige und europäisch vernetzte

musikalische Landschaft vielfältig zu präsentieren!

Ihre

Helen Geyer

[ 2 ]


Grußwort

des Präsidenten der Mitteldeutschen

Barockmusik in Sachsen, Sachsen-

Anhalt und Thüringen e. V.

PROF. DR. WOLFGANG

HIRSCHMANN

Im Jahr des Reformationsjubiläums unter dem Motto »Soli Deo Gloria« auf

die gemeinsamen Grundlagen der Kirchenmusik aller Konfessionen aufmerksam

zu machen und diese Gemeinsamkeiten klingend zu vergegenwärtigen,

ist eine schöne Idee, die den Idealen der MBM als einer allen

Erscheinungen der Barockmusik Mitteldeutschlands offen gegenüberstehenden

Institution entspricht. Dies gilt in gleichem Maße für die Berücksichtigung

der Historischen Aufführungspraxis und historischer Spielstätten

wie auch die Wiedererschließung unbekannter musikalischer

Kostbarkeiten der Epoche; allesamt wichtige Merkmale des MBM-Profils,

denen der GÜLDENE HERBST auch in diesem Jahr verpflichtet ist.

Mustergültig werden die diesjährige Programmidee und die fortlaufende

Programmatik des Festivals in dem Konzert mit dem Schweizer Alte-Musik-

Ensemble Musica Fiorita umgesetzt, das im Festsaal der Heidecksburg zu

Rudolstadt neu ausgegrabene Werke aus dem Thüringischen Landesarchiv,

u. a. von den katholischen Komponisten Niccolò Jommelli und Johann

Adolph Hasse, vorstellen wird.

Die MBM fördert dieses Konzert mit dem gleichen Enthusiasmus wie

das Programm des Ensembles Weser-Renaissance Bremen unter Manfred

Cordes, das anlässlich des 500. Todesjahres von Heinrich Isaac, Kapellmeister

der Medici und am Hofe Kaiser Maximilians, selten gehörte Musik

aus den Weimarer und Jenaer Chorbüchern in der Herderkirche Weimar

darbieten wird.

Wer also in einem (vielleicht doch etwas zu sehr) auf das klingende

Luthertum konzentrierten Festivaljahr den Kopf und die Ohren frei bekommen

will für einen überkonfessionellen Blick auf die Kirchenmusik des

16. bis 18. Jahrhunderts, dem seien diese und andere Veranstaltungen des

GÜLDENEN HERBSTES wärmstens empfohlen.

Wolfgang Hirschmann

[ 3 ]


Grußwort

des Geschäftsführers

der Sparkassen-Kulturstiftung

Hessen-Thüringen

Dr. Thomas Wurzel

Der Freistaat Thüringen hat eine reiche Musiktradition. Dies wird nicht

nur im Reformationsjahr 2017 deutlich. Die Musik war in den Überlegungen

der Reformatoren nicht allein ein Botschafter der Themen, sondern

sollte als Teil der reformierten Messe auch Möglichkeiten des gemeinsamen

spirituellen Erlebnisses eröffnen.

Die Kompositionen Johann Sebastian Bachs, Georg Phillip Telemanns und

auch die Adjuvanten als Teil einer musikalischen Laienbewegung in den

ländlichen Gebieten haben in dem veränderten Musikverständnis der Reformation

ihre Wurzeln. Sie bereichern unsere Kulturlandschaft noch heute.

So steht mit Bezug auf das 500. Jubiläum der Reformation das Festival

Alter Musik in Thüringen GÜLDENER HERBST vom 29. September bis

15. Okt ober 2017 unter dem Motto »Soli Deo Gloria« – »Allein Gott zur Ehre«.

Zusammen mit den Sparkassen in Hessen und Thüringen fördert die

Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen seit über 25 Jahren Musik in

ihrer gesamten Breite in beiden Bundesländern. Neben den Thüringer Bachwochen,

der Thüringer Jazzmeile und dem Thüringer Orgelsommer gehört

das Festival GÜLDENER HERBST zu den langjährig unterstützten

Musikereignissen. Aber auch im Bereich der neuen Musik ist die Stiftung

mit Förderungen der »Weimarer Frühjahrstage für neue Musik« und dem

länderübergreifenden Projekt »Jugend komponiert« aktiv tätig.

Wir unterstützen so auch die Entwicklung der Zukunft in der künstlerischen

Auseinandersetzung mit vermeintlich vergangenen aber vielfach

noch aktuellen Musiktraditionen und -interpretationen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Besucherinnen und Besuchern des

Festivals GÜLDENER HERBST wunderbare Begegnungen mit der alten

neuen bzw. neuen alten Musik an authentischen Orten in ganz Thüringen.

Thomas Wurzel

[ 4 ]


Sparkassen-Finanzgruppe

Hessen-Thüringen

Wer Kultur liebt,

fördert sie.

[ 5 ]


KONZERTE

Freitag, 29. September | 19.30 Uhr

Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)

ERÖFFNUNGSKONZERT

HEINRICH ISAAC – MUSIK AUS

DEN WEIMARER UND JENAER

CHORBÜCHERN

Weser-Renaissance Bremen

Manfred Cordes – Leitung

Weser-Renaissance Bremen

Friedrich III. (1463–1525), genannt der Weise, ab 1486 Kurfürst von Sachsen,

bekannt als Retter Martin Luthers und Gründer der Universität Wittenberg,

war tief im Katholizismus verwurzelt und verfügte über eine Reliquiensammlung

ungeheuren Ausmaßes. Stets auf Repräsentation bedacht, legte er auch

großen Wert auf eine leistungsstarke Hofkapelle nach dem Vorbild Kaiser

Maximilians I. in Wien und Philipp des Schönen in Mechelen. In diesem

Kontext ließ er ein großes Konvolut von Werken der besten Komponisten seiner

Zeit anfertigen, weitere Prachtnotenhandschriften wurden ihm zugeeignet.

In Chorbüchern überliefert, bildeten diese großformatigen Folianten das

Repertoire der damaligen sächsischen Hofkapelle, das ganz dem Ideal der

frankoflämischen Vokalpolyphonie von Meistern wie Josquin Deprez, Heinrich

Isaac oder Jacob Obrecht verpflichtet war. Nach 1495 vergrößerte sich

insbesondere der vokale, etwa je zur Hälfte aus Sängern und Sängerknaben

bestehende Teil der Hofkapelle ständig. Wie in der Hauptresidenz Torgau

musizierte die Ernestinische Hofkapelle alljährlich auch mehrere Monate in

der durch die Mitregentschaft von Friedrichs Bruder, Herzog Johann des Beständigen,

ab 1513 herausgehobenen Nebenresidenz Weimar. Eine Präsenz,

die sich weiter verstärken sollte, als Weimar 1532 unter Kurfürst Johann Friedrich

dem Großmütigen zur Hauptresidenz wurde.

Mit der Auflösung und Ersetzung der Kapelle in Torgau 1525/26 durch ein

ortsgebundenes Ensemble unter Leitung von Luthers Gewährsmann Johann

Walter, spätestens jedoch mit der Auflösung der Kapelle in Weimar 1547 nicht

[ 6 ]


mehr in Gebrauch, gelangte der Großteil der Chorbücher an die 1548 neu

gegründete Hohe Schule in Jena. Heute gehören sie zum Bestand der Thüringer

Universitäts- und Landesbibliothek Jena. Die beiden in Weimar verbliebenen

Folianten werden derzeit als Depositum der Superintendentur Weimar

im Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar aufbewahrt. In deutlicher

Weise spiegelt die in den Codices Jena 30 bis 33 und Weimar A enthaltenen

Musik die Nähe der maximilianischen Hofkapelle wider. Besonders das gehäufte

Auftreten von Sätzen des ab 1497 in maximilianischen Diensten stehenden

Heinrich Isaac (1450–1517) weist auf die Rezeption dieser Musik

während des süddeutschen Aufenthaltes des Kurfürsten am Hof Maximilians

I. in den Jahren 1497/98 hin. In den Chorbüchern 31 und 32 liegt – bezogen

auf deren Entstehungszeit – ein ganz aktuelles Repertoire vor.

Anlässlich des 500. Todesjahres von Heinrich Isaac stellt das Konzert die

Ordinariumssätze seiner Messe »Quant j’ay au cueur« (überliefert im Chorbuch

31) in den Mittelpunkt. Diese werden um Propriumssätze Isaacs aus dem

Chorbuch Weimar A ergänzt. Mit einer rein vokalen Besetzung vermittelt das

Ensemble Weser-Renaissance Bremen einen klanglichen Eindruck von jenen

unschätzbaren Dokumenten der mitteldeutsch-höfischen, vorreformatorischliturgischen

Musikpraxis, die zugleich ein beredtes Zeugnis für die internationale

Reichweite der Musikrezeption im Mitteldeutschland des ausgehenden

15. und beginnenden 16. Jahrhunderts sind.

Mit Professor Manfred Cordes konnte ein ausgesprochener Spezialist der

historisch informierten Aufführungspraxis für dieses Projekt gewonnen werden,

der sich stets als Mittler zwischen Musikwissenschaft und musikalischer

Praxis versteht. Das 1993 von ihm gegründete Ensemble Weser-Renaissance

Bremen zählt seit langem zu den international renommierten Ensembles für

die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. In seiner Besetzung sehr variabel und

allein auf die optimale Darstellung des jeweiligen Repertoires ausgerichtet,

wurden für dieses Konzert acht international gefragte Gesangssolisten verpflichtet.

PK 1: 24,-/17,- EUR, PK 2: 18,-/12,- EUR

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Freitag, 29. September | 18.30 Uhr

Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)

KONZERTEINFÜHRUNG

Dr. Christoph Meixner

Dr. Christoph Meixner, Leiter des Hochschularchivs | Thüringischen Landesmusikarchivs

Weimar präsentiert das Chorbuch Weimar A aus dem Bestand

der Superintendentur Weimar im Original sowie den Nachbau eines Chorpultes.

Kooperationspartner: Evang.-Luth. Kirchgemeinde Weimar,

Hochschularchiv | Thüringisches Landesmusikarchiv Weimar

Eintritt nur mit gültigem Ticket für das Konzert

[ 7 ]


Samstag, 30. September | 19.30 Uhr

Erfurt, Reglerkirche

CONCERTANTE PSALMEN

Calmus Ensemble

Capella de la Torre

Katharina Bäuml – Leitung

Calmus Ensemble

Die Psalmen sind das älteste Gotteslob, das Judentum spricht vom »Buch

der Lobgesänge«. Im ganzen Psalter erweist sich Gott als Schöpfer der

Welt. Dabei führt der Weg immer von der Klage zum Lob Gottes, vom

Lamento zum Soli Deo Gloria. Das Christentum übernahm die Psalmen

aus dem jüdischen Kultus in das Alte Testament. Als einer der Psalmen

des Neuen Testaments wird das »Magnificat« bezeichnet, der Lobgesang

der Maria. Aus den einstimmigen gregorianischen Psalmgesängen

entwickelte sich um 1500 die rein polyphone Durchkomposition ganzer

Psalmtexte, es entstand die Psalmmotette. Nach Luthers Übersetzung der

Psalmen wandten sich die protestantischen Komponisten der deutschen

Psalmmotette zu. Sie setzten die Anlage der Psalmen in Vers und Gegenvers

musikalisch um und stellten zwei alternierende Klanggruppen einander

gegenüber. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts führte die Vergrößerung

der Stimmenanzahl und das Streben nach Klangsteigerung zur

Mehrchörigkeit. Die vielfältige Einbeziehung der Instrumente eröffnete

der Psalmkomposition alle Techniken des neuen concertierenden Stils,

der seinen Höhepunkt in Venedig mit der Venezianischen Mehrchörigkeit

fand. Michael Praetorius (1571–1621) und Heinrich Schütz (1585–1672)

waren die bedeutendsten protestantischen Vertreter dieses Stiles in

Deutschland. Musiker wie Orlando di Lasso (1532–1594) sollten mit ihren

Kompositionen im Prozess der Gegenreformation die Etablierung des

Protestantismus zurückdrängen.

Mit Calmus und Capella de la Torre begegnen sich in diesem Konzert

zwei international gefragte Spitzenensembles. Gemeinsam unternehmen

sie einen Streifzug durch die Geschichte der Psalmvertonungen von den

Anfängen bis ins 17. Jahrhundert.

[ 8 ]


Homogenität, Präzision, Leichtigkeit und Witz – das ist es, was Calmus auszeichnet

und zu einer der erfolgreichsten Vokalgruppen Deutschlands macht.

Die breite Palette an Klangfarben, die Musizierfreude, die die Musiker auf der

Bühne vermitteln, ihre Klangkultur, aber auch ihre abwechslungs- und einfallsreichen

Programme begeistern immer wieder. Die fünf Leipziger haben eine

ganze Reihe internationaler Preise und Wettbewerbe gewonnen, und neben

fünfzig bis sechzig Konzerten im Jahr in ganz Europa hat das Quintett bereits

zwei Gastspiele in Südamerika gegeben und ist dreimal im Jahr gern gesehener

Gast in den USA. In der Vokalmusik der Renaissance, des Barock und der

Romantik zu Hause, sind die Musiker auch bestrebt, immer wieder neues Repertoire

zu entdecken, wovon die Vergabe zahlreicher Kompositionsaufträge

und eigene Arrangements aus Pop, Folk und Jazz zeugen. In allen Sparten gibt

es immer wieder interessante Partnerschaften mit dem MDR- Sinfonieorchester,

dem Raschèr Saxophone Quartet, der Hamburger Ratsmusik oder der Bigband

des Hessischen Rundfunks. Aktuell arbeitet das Ensemble mit Elke Heidenreich,

der Lautten Compagney Berlin und Bruno Ganz zusammen.

Die Capella de la Torre versammelt Musiker, die sich als Spezialisten für

historische Aufführungspraxis einen Namen gemacht haben. Die reiche und

bislang zu wenig beachtete Musik aus Mittelalter und Renaissance mit professionellem

Anspruch zur Aufführung zu bringen und damit wieder direkt

erfahrbar zu machen, bildet den Leitgedanken des Ensembles. Die Besetzung

der Capella de la Torre, vorwiegend mit historischen Doppelrohrblattinstrumenten,

stellt eine in der heutigen Musikszene wenig gepflegte Praxis dar, die

in Deutschland als einzigartig angesehen werden kann. Seit seiner Gründung

im Jahre 2005 durch die Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml

hat das Ensemble sein Publikum in nahezu tausend Konzerten stets aufs Neue

begeistert. Hinzu kommen bislang zwanzig CD-Einspielungen und zahlreiche

Live-Mitschnitte. 2016 wurde Capella de la Torre der ECHO Klassik als

»Ensemble des Jahres« verliehen. Ihr Name ist als Hommage an den spanischen

Komponisten Francisco de la Torre zu verstehen, der Anfang des 16. Jahrhunderts

das wohl berühmteste Stück für eine Bläserbesetzung, seine »Danza Alta«,

schrieb. Daneben beschreibt »de la Torre« (dt. »vom Turm herab«) eine seinerzeit

gängige Musizierpraxis für Bläser.

Capella de la Torre

PK 1: 28,-/20,- EUR, PK 2: 18,-/12,- EUR

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

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Sonntag, 1. Oktober | 16.00 Uhr

Wandersleben, St. Petri-Kirche

JUNGES PODIUM

SOLI DEO GLORIA – TELEMANN UND

HÄNDEL FÜR GOTT UND DIE WELT

Anna Schmid – Sopran

Julius Petrak – Violine, Haruko Onoda – Violoncello

Friedrich Praetorius – Cembalo

Anna Schmid

Im Rahmen des Formats »Junges Podium« präsentiert sich in diesem Jahr

ein Ensemble aus herausragenden Studierenden verschiedener Institute der

Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Mit Georg Philipp Telemann

(1681–1767) und Georg Friedrich Händel (1685–1759) widmen sie sich zwei

Komponisten, die als eigentliche Repräsentanten der deutschen Barockmusik

in ihrer Mischung aus italienischem und französischen Stil betrachtet wurden

und die zu nahezu allen Musikgattungen ihrer Zeit bedeutende Beiträge

geleistet haben. Das Konzert lädt zum Vergleich der Beiden auf der Ebene der

kleinen kirchen- bzw. kammermusikalischen Form der deutschsprachigen

Solokantate bzw. -arie mit einem begleitenden Melodieinstrument und Basso

continuo ein. Eine Form, die für das Kantatenschaffen Telemanns essenziell

erscheint, im Werk Händels jedoch isoliert steht.

Als Telemann 1725/26 in Hamburg den »Harmonischen Gottesdienst«,

seinen ersten gedruckten Kantatenjahrgang, im Selbstverlag herausgab, war

er bereits einer der bedeutendsten Kantatenkomponisten seiner Zeit. Angelegt

als Sammlung geistlicher Solokantaten sowohl für die private als auch

öffentliche Andacht an Sonn- und Festtagen, bestehen die 72 kurzen Werke

ausschließlich aus Arien und Rezitativen, verzichten also auf Dictum und

Choral. Auch der gewählte Tonumfang der Singstimme und die flexible

Ausführung mit Violine, Oboe, Block- oder Traversflöte sprechen für Telemanns

praktisches Denken. Die Mehrzahl der Kantatentexte stammt von

dem jungen und zum Zeitpunkt des Drucks Telemann noch unbekannten

Hamburger Dichter Matthäus Arnold Wilckens, den ihm der Dichter und

Publizist Christian Friedrich Weichmann vermittelt hatte.

[ 10 ]


Als Verfasser eines umfangreichen Vorwortes findet sich der Name

Weichmann auch in der 2., erweiterten Auflage der Gedichtsammlung

»Irdisches Vergnügen in Gott« des Hamburger Senators und Dichters

Barthold Heinrich Brockes von 1724, die dem damals bereits seit fast

15 Jahren in London lebenden Händel die Textvorlage für seine spätestens

1727 fertiggestellten »Neuen deutschen Arien« lieferte. Obwohl sie heute

zu seinen bekanntesten vokalen Kammermusikwerken zählen, weiß man

erstaunlich wenig über Anlass, Kontext und Rezeption. Textauswahl und

Vertonung in Da-capo- Arienform mit bescheidener Verziehung der

Gesangslinie lassen vermuten, dass Händel auf einen ähnlich breiten,

privaten Adressatenkreis wie Telemann abzielte. Gedruckt wurde seine

Arien jedoch erstmals 1921. So singulär diese in Händels Oeuvre auch

erscheinen mögen, die zärtliche, genügsame, unprätentiöse Stimmung

der Brockesschen Texte vermochte er mit derselben Meisterschaft in Musik

auszudrücken wie die tosenden Leidenschaften oder virtuosen Rührseligkeiten

in seinen anderen Werken.

Arbeiteten Händel und Telemann offenbar etwa zur gleichen Zeit siebenhundert

Kilometer voneinander entfernt an Kompositionen mit ähnlichen

Absichten und ähnlichem Anspruch, so stehen dabei sowohl die

verwendeten Texte als auch die Vertonungen charakteristisch an der

Wende vom Barock zur Empfindsamkeit: Reflektiert der eine die Natur

des Menschen und sein Verhältnis zu Gott, so entdeckt der andere die

Spur Gottes in der in sich ruhenden Schönheit der Landschaft und dankt

dem Schöpfer mit Lob und Preis.

Die Auszüge aus den beiden vokalen Zusammenstellungen werden um

instrumentale Intermezzi der Komponisten ergänzt, bei denen die jungen

Musiker ihre solistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Kooperationspartner: Evang.-Luth. Kirchgemeinde Wandersleben,

Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

15,-/10,- EUR | Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Sonntag, 1. Oktober | 14.00 Uhr

Wandersleben, Menantes-Literaturgedenkstätte

VORTRAG

SOLI DEO GLORIA – MUSICA SACRA

ZWISCHEN ANDACHT UND THEATER

Prof. Dr. Helen Geyer

Musica sacra – Musik für die Kirche wie für die private Andacht – erfüllte bis

circa 1800 unterschiedliche Aufgaben, Erwartungen und Funktionen. Vielfältige

Stilmittel kamen zum Einsatz, um das schönste und zugleich modernste

Soli Deo Gloria erklingen zu lassen. Prof. Dr. Helen Geyer, Hochschule für

Musik Franz Liszt Weimar, gibt einen Einblick in die Forschung.

Eintritt frei – Spenden erbeten

Zwischen Vortrag und Konzert Kaffee- und Kuchenangebot im Pfarrhof,

nach dem Konzert »Get-together« mit den jungen Künstlern

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Freitag, 6. Oktober | 19.30 Uhr

Rudolstadt, Heidecksburg (Festsaal)

ITALIANITÀ! KLÄNGE DER

HEIDECKSBURG UM 1750

Jessica Jans – Sopran, Dina König – Alt

Hans Jörg Mammel – Tenor, Raitis Grigalis – Bass

Musica Fiorita, Daniela Dolci – Leitung

Musica Fiorita

Einerseits der Werktreue, andererseits der Lebendigkeit verpflichtet, bringt

das Ensemble Musica Fiorita unter der Leitung von Daniela Dolci seit fünfundzwanzig

Jahren Werke der Spätrenaissance und des Barock in

erfrischend authentischer Spielweise auf die Bühne. Stammen die Mitglieder

des polyglotten Ensembles aus vielen Teilen der Welt, so streben sie doch

alle dasselbe Klangbild an und sprechen dank ihres Studiums an der Schola

Cantorum Basiliensis dieselbe musikalische Sprache. Am authentischen

Ort huldigt das Ensemble der Vorliebe des Schwarzburgischen Hofs für ein

italienisches Repertoire, das oft über den Dresdner Hof nach Rudolstadt

gelangte. In einer ausgewogenen Mischung vokaler und instrumentaler

Musik und im Kontrast zwischen geistlichen und weltlichen Werken folgt

Musica Fiorita dem diesjährigen Festivalmotto ebenso wie seinem Anliegen,

Werke von Musikern zu Gehör zu bringen, die zu Lebzeiten berühmt waren,

heute jedoch nicht mehr allgemein bekannt sind.

Wie einst bei barocken Feierlichkeiten so bildet auch im Konzert von

Musica Fiorita eine französische Ouvertüren-Suite das Entree, hier des in

Buttstedt geborenen Johann Friedrich Fasch (1688–1758). Er gilt als einer

der Ersten, der diese Form in Deutschland bekannt und produktiv gemacht

hat. Bereits in jungen Jahren wie auch ab 1722 als Kapellmeister am

Anhalt-Zerbster Hof weit durch die deutschen Lande gereist, erfüllte sich

Faschs Hoffnung auf die Gelegenheit zu einer Reise nach Italien jedoch nie.

Ganz anders erging es dem in Tiefenort geborene Johann Melchior Molter

(1696–1765). Bereits als jungem Violinisten in Markgräflichen Diensten in

Karlsruhe gelang es ihm, einen zweijährigen Aufenthalt in Venedig und Rom

zu erwirken, der sein späteres kompositorisches Schaffen als Kapellmeister

in Karlsruhe und Eisenach prägen sollte. So lassen nicht nur sein im Konzert

[ 12 ]


erklingendes Concerto pastorale und das Concerto für 2 Trompeten den

italienischen Stil in seiner Pracht und Klangdichte hörbar durchdringen,

sondern auch jene deutsch textierte, protestantische Kantate »In Jesu Heilig’

und Geliebte«, die im Konzert von Musica Fiorita ihre neuzeitliche

Erstaufführung erleben wird.

Abwechslungsreiche, affektgeladene Musik von extrovertierter Italianità

ist auch in den Werken von Niccolò Jommelli (1714–1774) zu finden. Der

gebürtige Neapolitaner bekleidete im Laufe seines Lebens mehrere bedeutende

musikalische Ämter in Venedig, Rom sowie am Stuttgarter Hof. Ist er

uns heute hauptsächlich als Opernkomponist bekannt, so sind allein die

zahlreichen erhaltenen Abschriften seines »Te Deums« von 1763 ein Beleg

dafür, dass auch sein Sakralwerk zu seinen Lebzeiten weite Verbreitung fand

und geschätzt wurde. So offenbar auch in Rudolstadt, wo sich ein Stimmensatz

des heute nur selten aufgeführten Werks erhalten hat und nun wieder

zum Erklingen gebracht wird. Noch sehr verwurzelt in der barocken italienischen

Kompositionstradition, verweisen doch einige Wendungen darin

bereits auf einen neuen, zur Klassik hinführenden Stil.

Ein weiteres heute unbekanntes Sakralwerk italienischer Prägung, das

sich im Bestand der Rudolstädter Hofkapelle im Staatsarchiv Rudolstadt

erhalten hat, ist das zum Abschluss des Konzerts erklingende »Kyrie«, für

das die Quelle Johann Adolf Hasse (1699–1783) als Komponisten ausweist.

Ursprünglich aus der Umgebung Hamburgs stammend, verbrachte auch er

viel Zeit in Italien und kehrte mit einer italienischen Ehefrau, der Opernsängerin

Faustina Bordoni, in die Heimat zurück. In Dresden diente der in

Italien als »il divino Sassone« Bezeichnete während dreißig Jahren als

Hofkapellmeister. Auch Hasse ist heute vor allem als Opernkomponist

bekannt, und dem »Kyrie« hört man eine erfrischende Leichtigkeit an.

Kooperationspartner: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten,

Schatzkammer Thüringen

PK 1: 24,-/17,- EUR, PK 2: 18,-/12,- EUR

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Tipp: Von 17.30 bis 18.30 Uhr Imbiss und Getränke im »Teehaus«

(beim Schlosseingang)

Freitag, 6. Oktober | 18.30 Uhr

Rudolstadt, Heidecksburg (Schlossmuseum)

KONZERTEINFÜHRUNG

Prof. Dr. Helen Geyer

Prof. Dr. Helen Geyer, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, präsentiert

die Notenquellen zum Konzert aus dem historischen Bestand der Hofkapelle

Rudolstadt des Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt.

Kooperationspartner: Thüringer Landesmuseum Heidecksburg,

Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt

Eintritt frei – Spenden erbeten

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Sonntag, 7. Oktober | 19.30 Uhr

Bad Liebenstein, OT Steinbach, Barockkirche

MOTETTEN DES BAROCK –

AUSGRABUNGEN AUS DEM

PFARRARCHIV STEINBACH

Herdermer Vokalensemble, Capella Jenensis

Christian Drengk – Leitung

Herdermer Vokalensemble

Mit dem Herdermer Vokalensemble ist ein renommierter Chor aus Freiburg

im Breisgau erstmals zu Gast beim Festival. Als Kammerchor der Freiburger

Evangelischen Ludwigskirche und des Stadtkantorats Freiburg tritt er

regelmäßig in Gottesdiensten und Konzerten im südwestdeutschen Raum

auf. Sein Repertoireschwerpunkt liegt in den Bereichen Barock und Romantik.

Unter der Leitung des Freiburger Ludwigskantors und gebürtigen

Weimarers Christian Drengk werden darüber hinaus auch immer wieder

Werke, die nicht zum Standardrepertoire der Chormusik gehören, sowie

A-cappella-Programme erarbeitet. Begleitet werden die Sänger von Mitgliedern

der Capella Jenensis, die bereits beim GÜLDENEN HERBST 2016

mit großem Erfolg im Kurtheater Bad Liebenstein debütierte.

Aufführungsort ist die Barockkirche Steinbach, in deren Archiv Dr. Christian

Storch einige höchst interessante Autographe entdeckte, die nun von

Chor und Instrumentalensemble erarbeitet wurden und erstmals seit vielen

hundert Jahren wieder zur Aufführung gelangen. Neben manch anonym

überliefertem Werk finden sich Kompositionen von Fueldner, Thomae,

Wolff oder Heinrich Konrad Ungelenk. Alle wiederentdeckten Werke eint

die Bezeichnung »motetta funebris« (Beerdigungs-Motette).

Als Kontrast hierzu widmen sich die Musiker Psalmvertonungen zweier

Großmeister des Barock: Von Georg Philipp Telemann (1681–1767), dessen

250. Todesjahr 2017 gedacht wird, erklingen mit den Psalmen 117 »Laudate

Jehovam onmes gentes« TVWV 7:25 und 34 »Ich will den Herrn loben,

solange ich bin« TVWV 7:18 jubelnde und fröhliche Töne. In Johann

Sebastian Bachs (1685–1750) Kantate »Nach dir, Herr, verlanget mich« BWV

150 begegnen hoffnungsvolle und Trost spendende Aussagen. Deren Schluss-

[ 14 ]


Ciaccona besitzt seit jeher eine solch enorme Strahlkraft, dass sich auch der

Romantiker Johannes Brahms ihres Themas für seine 4. Sinfonie bediente.

Mit Kyrie, Gloria (TVWV 9:15) und Sanctus (BWV 238) stehen zudem drei

Sätze des Ordinarium Missae auf dem Programm.

Daneben erklingen die mehrchörige Motette »Unser Trübsal, die zeitlich

und leicht ist« des von Johann Sebastian hoch geschätzten »Meiniger Bachs«

Johann Ludwig (1677–1731) sowie die Motette »Der Mensch, vom Weibe

geboren« des in Arnstadt und später an der Eisenacher Georgenkirche

tätigen Johann Christoph Bach (1642–1703), der als der bedeutendste Komponist

seiner Generation innerhalb der Bachfamilie gilt.

Telemanns Triosonate in Es-Dur TWV 42:Es1 aus der berühmten »Tafelmusik«

und Bachs Triosonate in G-Dur BWV 1038 komplettieren als instrumentale

Intermezzi das abwechslungsreiche Programm.

18,-/12,- EUR

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Samstag, 7. Oktober | 18.30 Uhr

Bad Liebenstein, OT Steinbach, Gemeindehaus

KONZERTEINFÜHRUNG

Dr. Christian Storch

Fueldner: Motetta funebris a 4 voces

»Meine Tage sind dahin wie ein Schatten« con

Aria »Wie bald vergehen wir«, Partiturausschnitt,

Abschrift datiert Steinbach, 16.3.1774

Der in Bad Liebenstein geborene Musikwissenschaftler Dr. Christian Storch

berichtet über seine Quellenfunde im Pfarrarchiv Steinbach. Diese sind im

Rahmen einer temporären Ausstellung in der Barockkirche zu sehen.

Kooperationspartner: Evang.-Luth. Kirchgemeinde Steinbach und Meimers

Eintritt frei

[ 15 ]


Freitag, 13. Oktober | 19.30 Uhr

Gotha, Schloss Friedenstein (Schlosskirche)

ZWISCHEN THÜRINGEN UND

POMMERN – MUSIKERLEBEN

IM BAROCK

Anna Kellnhofer – Sopran, Consortium Sedinum

Anna Kellnhofer

Wie noch heute, so war das Leben eines Musikers bereits im 17./18. Jahrhundert

geprägt von der Suche nach einem Auskommen, einem dauerhaften

Anstellungsverhältnis auf der einen Seite und dem Streben nach künstlerischer

Entfaltung und persönlicher Freiheit auf der anderen: Zunächst

sollte man als Angehöriger des 2. Standes, als Bürger, geboren worden sein.

Dann waren Begabung, Fleiß, Fürsprache und Geld vonnöten, um eine

überdurchschnittliche musikalische Ausbildung als Sängerknabe und/oder

durch privaten Unterricht zu erhalten. Hatte man es schließlich auch noch

geschafft, sich von den elterlichen Vorstellungen einer gesicherten Theologen-

oder Juristenlaufbahn zu emanzipieren und als Instrumentalist, Sänger

oder gar als komponierender Konzert- oder Hofkapellmeister an einem der

zahlreichen Höfe etwa in Mitteldeutschland angestellt zu werden, war damit

keineswegs eine Lebensstellung gesichert. Wie schnell konnte man in Misskredit

eines mehr oder weniger kunstsinnigen wie frommen Monarchen

geraten, und wie schnell konnte sich dessen Meinung durch die Hörigkeit

der Höflinge vervielfachen. Gar mit einem Stipendium ausgestattet, etwa

nach Italien – dem damals führenden Land auf musikalischem Gebiet –

reisen und dort studieren zu dürfen, blieb eher die Ausnahme als die Regel.

So verwundert es nicht, wenn die freien Reichs- und reichen Hansestädte

mit ihrem durch bürgerliches Mäzenaten- und beginnendes Unternehmertum

blühenden Musikleben lockten: Ermöglichten die zahlreichen Verflechtungen

zwischen dessen geistlichen und weltlichen Trägern einem

Kantor oder Organisten oft großbesetzte kirchenmusikalische Aufführungen

in der Qualität einer Hofkapelle, so konnte man gleichfalls als bestallter

Ratsmusiker in städtischen Diensten verpflichtet sein, seine Werke einem

Collegium musicum angedeihen lassen oder gar als Opernkomponist reüs-

[ 16 ]


sieren. Aber auch hier gab es genügend Konkurrenzkämpfe und Ressentiments,

die nicht wenigen Musikern einen höfischen Dienst lukrativer

erscheinen ließen.

Von jenen Zwängen und Freiheiten, von der Wanderschaft zwischen den

Regionen und Sphären und dem damit einhergehenden Kulturaustausch künden

auch die Lebensläufe der Komponisten, die das Consortium Sedinum in

seinem Programm versammelt hat. Mit ihrer Auswahl an geistlichen Vokalwerken

und weltlicher Instrumentalmusik von Johann Vierdanck (um 1605–

1646), Christoph Bernhard (1626–1698), Johann Valentin Meder (1649–1719)

und Johann Pachelbel (1653–1706) richten die Musiker den Fokus auf die Verflechtungen

des pommerschen mit dem mitteldeutschen Kulturraum. Werke

der polnischen Barockkomponisten Marcin Mielczewski (1600–1651) und

Stanisław Sylwester Szarzyński (um 1670 – um 1720) ergänzen das Programm.

Als das einzige professionelle auf Alte Musik spezialisierte Ensemble in

Westpommern widmet sich das Consortium Sedinum vorrangig der Erforschung

und Pflege des barocken Musikerbes der Hanse. Künstlerische Leiterin

ist die Organistin und Cembalistin Urszula Stawicka. Gefördert vom

polnischen Ministerium für Kultur nahm das Ensemble im Jahr 2015 seine

erste CD »Vitae Pomeranorum« auf. Regelmäßige Auftritte in Polen und

Vorpommern zeugen von seiner regen Arbeit. Zu den vier Instrumentalisten

gesellt sich die Sopranistin Anna Kellnhofer. Mit ihr kehrt ein gern

gesehener Gast im GÜLDENEN HERBST auf die Festivalbühne zurück. Als

gefragte Spezialistin für Alte Musik trat sie europaweit mit renommierten

Ensembles der Szene wie amarcord, Cantus Thuringia & Capella, Capella

Reial de Catalunya oder Il Gene Barocco auf. Seit ihrem Operndebüt in Purcells

»Dido und Aeneas« unter der Regie von Margit Legler bei den Händelfestspielen

Halle 2008 befasst sie sich verstärkt mit historischer Gestik

und Schauspielkunst. Produktionen mit Sigrid T’Hooft und Nils Niemann

folgten. Seit 2012 ist Kellnhofer auch im Liebhabertheater Schloss Kochberg

in mehreren Titelpartien zu erleben.

Kooperationspartner: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha,

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Schatzkammer Thüringen

15,-/10,- EUR | Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Freitag, 13. Oktober | 19.00 Uhr

Gotha, Schloss Friedenstein (Schlosskirche)

KONZERTEINFÜHRUNG

Gertrud Ohse

Die Gambistin und Violoncellistin Gertrud Ohse zeichnet die Lebenswege

der Komponisten nach und lässt ein lebendiges Bild der barocken Musizierkultur

im hanseatischen Norddeutschland mit ihren mitteldeutschen wie

gesamteuropäischen Einflüssen erstehen.

Eintritt nur mit gültigem Ticket für das Konzert

[ 17 ]


Samstag, 14. Oktober | 19.30 Uhr

Eisfeld, Rathaussaal

CARL PHILIPP EMANUEL BACH –

ODEN DER EMPFINDSAMKEIT

Philipp Mathmann – Sopran

Gerd Amelung – Clavichord

Philipp Mathmann

Gegen Affekt und Pathos des Barock setzte der empfindsame Stil eine unmittelbare

Aussprache des persönlichen Gefühls. Christian Fürchtegott Gellerts

(1715–1769) 1757 erschienene »Geistliche Oden und Lieder« fassen den Geist

der Empfindsamkeit in erbauliche, andächtige Texte, reflektieren das Verhältnis

von Mensch zu Gott sowie die Natur des Menschen. Sie inspirierten damit

auch Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788), der nur elf Monate später seine

Vertonung der kompletten Sammlung publizierte. Im Vorwort schrieb er: »Ich

für mein Theil bin von der Vortrefflichkeit der erhabenen, lehrreichen Gedanken,

wovon diese Lieder voll sind, dergestalt durchdrungen worden, dass ich

mich nicht habe enthalten können, ihnen allen, ohne Ausnahme, Melodien

zu setzen […] Diesen habe ich die nöthige Harmonie und Manieren beygefügt

[…].« Bach setzte Gellerts Texte kongenial und zugleich mit einfachsten Mitteln

in Musik. Er erreichte dabei eine Tiefe und Bedeutung in der musikalischen

Textausdeutung, die vollkommen ohne Vorbild sind. Die Reaktion auf

diese erste eigene Liedsammlung Bachs war überwältigend, sie erlebte zahlreiche

Auflagen. Das »Singen zum Clavichorde« war in seiner Zeit als Hausmusik

weit verbreitet. Mit dem Verschwinden des Instruments aus dem

öffentlichen Bewusstsein ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ist auch diese

Kunstform untergegangen. Mit Philipp Mathmann konnte einer der wenigen

Sopranisten Europas für das Konzert gewonnen werden. Seine wandlungsfähige,

leichte Stimme passt ideal zum Klang des Clavichords. Der kabinettartige

Saal des Eisfelder Rathauses bildet dafür den passenden intimen Rahmen.

[ 18 ]

Kooperationspartner: Stadt Eisfeld, Museum Eisfeld,

Verein Freunde von Kirche und Schloss Eisfeld e. V.

15,-/10,- EUR | Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen


Sonntag, 15. Oktober | 15.00 Uhr

Auerstedt, Schlosspark (Maloca)

ABSCHLUSSKONZERT

EUROPAREISE – BAROCKE KLANG-

PRACHT AN KATHOLISCHEN HÖFEN

Argonautica, Stefano Rossi – Leitung

Argonautica

Wie einst Iason und seine Mitstreiter in der griechischen Mythologie auf der

Suche nach dem Goldenen Vlies mit ihrem Schiff, der Argo, ins Leben mit all

seinen Gefahren aufbrachen, so haben sich elf Musiker aus Italien, Weißrussland,

Bulgarien, Australien und Deutschland im thüringischen Rudolstadt

zusammengefunden, um als Ensemble Argonautica auf eine gemeinsame

musikalische Reise zu gehen. Angeführt vom Barockviolinisten Stefano Rossi

nehmen sie uns ein Stück mit auf ihrer rasanten Fahrt durch das musika lische

Europa des 17./18. Jahrhunderts. In Rom treffen wir auf Giacomo Carissimi

(1605–1674), dessen ausdrucksstarke weltliche Kantaten auch für die Musica

sacra Maßstäbe setzten. Wir machen Halt bei Alessandro Scarlatti (1660–1725)

in Neapel, der sich als einer der ersten Italiener intensiv mit der reinen Instrumentalmusik

beschäftigte und als Vorreiter des klassischen Streich quartetts

gilt. In Salzburg lauschen wir andächtig den virtuosen Violinsonaten Heinrich

Ignaz Franz Bibers (1644–1704), der wie kein anderer seine Instrumentalwerke

mit religiösen Themen verband, während wir in Bologna die Trompetenklänge

Giuseppe Torellis (1658–1709) bewundern können. Weiter geht es nach Paris:

Hier hat uns Jean Philipp Rameau (1683–1764) eine Kostprobe seiner Cembalonovitäten

versprochen. Bevor wir abschließend, zurück in Rom, mit Arcangelo

Corelli (1653–1713) einen der Väter des Concerto grosso treffen

werden, machen wir noch einmal Station im beschaulichen Passau bei Georg

Muffat (1653–1704), der sowohl im italienischen als auch französischen Stil

zu unterhalten wie zu unterrichten weiß.

Kooperationspartner: Resort Schloss Auerstedt

18,-/12,- EUR | Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen

Mittagsmenü-, Kaffee-und-Kuchenangebot (siehe Anzeige S. 23)

[ 19 ]


FAMILIENPROGRAMM

Sonntag, 8. Oktober | 14.30 Uhr

Sondershausen, Schloss (Blauer Saal)

KONZERT

»O MUSIKA DU EDLE KUNST«

Erfurter Camerata

Erfurter Camerata

O Musika, du edle Kunst

dir wird groß Lob gegeben,

denn du viel Lust und Kurzeweil bringst,

erfrischst das traurig leben.

Paul Peuerl um 1611

»O Musika du edle Kunst« – unter diesem Motto lässt das Ensemble für Alte

Musik Erfurter Camerata die heitere Musik der Renaissance aufleben. Auf

den damals typischen Consort-Instrumenten Blockflöte und Krummhorn

werden Tanzweisen unter anderem von Pierre Phalese (1510–1573) und

Michael Praetorius (1571–1621) musiziert. Der Tenor Ralf Lindner singt,

begleitet von Ulrich Schwarz auf der Vihuela, Lieder von Ludwig Senfl

(1486–1553), Claudio Monteverdi (1567–1643), John Dowland (1563–1626)

und Heinrich Albert (1604–1651). In dem Konzert für alle Generationen

werden außerdem Instrumente vorgestellt, die heute eher selten zu hören

sind, wie Drehleier, Fidel, Gemshorn, Psalter, Platerspil, Hümmelchen,

Rauschpfeife oder Maultrommel. Die Musiker treten in der Zeit nachempfundenen

Kostümen auf.

[ 20 ]

Kooperationspartner: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten,

Schatzkammer Thüringen, Stadt Sondershausen

15,-/10,- EUR, 20,- EUR pauschal für Familien ab 3 Personen

Tickets gelten auch für die Veranstaltung um 16.30 Uhr.

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen | Empfohlen ab 6 Jahre


Sonntag, 8. Oktober | 16.30 Uhr

Sondershausen, Schloss (Riesensaal)

TANZSPIEL

»TANZ IM OLYMP« –

EINE VERWANDLUNGSGESCHICHTE

Historische Tanzgruppe des Schlossmuseums Sondershausen

Hannelore Kutscha – Leitung

Die Geschichte verlegt eine Episode aus Ovids »Metamorphosen« an einen

irdischen Ort. Alle weltlichen Genüsse ablehnend, verharrt Daphne, die

Tochter eines Adligen, in ihrer Welt der Kontemplation. Erst das Voraugenführen

des Schicksals ihrer Namensvetterin, die durch ihre selbstgewählte

Verwandlung in einen Lorbeerbaum realen Konflikten entfloh, rüttelt sie auf

und lässt ihre Verwandlung in ein lebensfrohes Geschöpf anklingen. Im Riesensaal

des Sondershäuser Schlosses, wo Deckengemälde und Götterskulpturen

antike Geschichten illustrieren, werden die Mythen lebendig.

Veranstalter: Stadt Sonderhausen / Schlossmuseum

15,-/10,- EUR / 20,- EUR pauschal für Familien ab 3 Personen

Tickets gelten auch für die Veranstaltung um 14.30 Uhr.

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen | Empfohlen ab 6 Jahre

Samstag, 30. September | 10.00 Uhr

Weimar, Treffpunkt: Markt (Neptunbrunnen)

STADTFÜHRUNG

AUF SPUREN J. S. BACHS UND

DER STADTPFEIFER IN WEIMAR

Samstag, 30. September | 14.00 Uhr

Erfurt, Treffpunkt: Rathaus (Eingang)

STADTFÜHRUNG

AUF SPUREN MARTIN LUTHERS UND

DER STADTPFEIFER IN ERFURT

Dieter Schumann

Als Stadtpfeifer Ambrosius Bach führt Dieter Schumann große und kleine

Gäste durch die Stadt, erzählt manch spannende Geschichte und lässt viele

Instrumente dieser Zeit, wie Drehleier oder Einhandflöte, erklingen. Bei

Regen nimmt die Führung den kurzen Weg: in Weimar in die Herderkirche /

in Erfurt in die Michaeliskirche und wird dort fortgeführt und durch eine

Orgelführung ergänzt.

10,-/8,- EUR / 15,- EUR pauschal für Familien ab 3 Personen

Vorverkauf: Ticket Shop Thüringen | Empfohlen ab 6 Jahre

[ 21 ]


GOTTESDIENSTE

Sonntag, 1. Oktober | 10.30 Uhr

Weimar, OT Schöndorf, Karmelkirche St. Bonifatius (Edith-Stein-Str. 1)

MESSFEIER

ZUM ERNTEDANKFEST

Kirchenchor Herz Jesu Weimar, Albert Schönberger – Orgel

Christoph Meixner – Leitung

Werke von Hans Leo Haßler und seinen Zeitgenossen

Veranstalter: Kath. Gemeinde Herz Jesu Weimar

Sonntag, 8. Oktober | 10.00 Uhr

Eisenberg, Stadtkirche St. Peter

MUSIKALISCHER FESTGOTTESDIENST

GESUNGENE REFORMATION

Christopher Hausmann – Böhm-Orgel

Agnes Gottschalk – Oboe

Veranstalter: Evang.-Luth. Kirchgemeinde Eisenberg-Saasa

Sonntag, 8. Oktober | 14.00 Uhr

Eisfeld, Dreifaltigkeitskirche

KANTATENGOTTESDIENST

FESTGOTTESDIENST

ZUM REFORMATIONSJAHR

Solisten, Kirchenchor Eisfeld, Mitglieder der Hildburghäuser

Stadtkantorei, Collegium musicum Hildburghausen

Kantor Andreas Förster – Leitung

Johann Sebastian Bach: »Wo Gott der Herr nich bei uns hält«

BWV 178 auf einen Text von Justus Jonas d. Ä.

Veranstalter: Evang.-Luth. Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld,

Evang.-Luth. Kirchgemeinde Eisfeld

PARTNERVERANSTALTUNG

[ 22 ]

Sonntag, 1. Oktober | 17.00 Uhr

Suhl, Kreuzkirche

SUHLER ORGELSOMMER 2017

ABSCHLUSSKONZERT

ZEHN JAHRE RESTAURIERTE

EILERT-KÖHLER-ORGEL

Julian Mallek – Eilert-Köhler-Orgel

Werke von Nicolaus Bruhns, Johann Ludwig Krebs,

Franz Danksagmüller u. a.

Veranstalter: Evang. Kirchengemeinde Suhl | 8,- EUR, bis 18 Jahre freier Eintritt


Güldener Herbst in der Maloca Auerstedt

„Europareise – Barocke Klangpracht

an katholischen Höfen“

Argonautica | Leitung Stefano Rossi | Werke von Giacomo Carissimi,

Alessandro Scarlatti, Giuseppe Torelli, Georg Muffat, Ignaz Franz

Biber, Jean Philippe Rameau | Eine musikalische Reise auf den Spuren

der Komponisten, die im 17. und 18. Jahrhundert durch Europa reisten.

15. Oktober 2017 | 15.00 Uhr

Paket 1

Paket 2

• „Kaffee-Sinfonie“ –

ein harmonisches Duett

aus Kaffee und Kuchen

• 1 Glas Secco

• Konzertticket, freie Platzwahl

Preis ab 26 € pro Person

• „Mittagsduett“ – ein 2-Gang-

Menü wahlweise mit Fisch

oder Fleisch im Hauptgang

• 1 Glas Secco

• Konzertticket, freie Platzwahl

Preis ab 40 € pro Person

Nach Konzert buchbar: „Schlossvesper“ Vesperplatte mit Käse- und

Wurstauswahl sowie Brot, dazu ein Schoppen Wein. Preis ab 18 € p. P.

Hotel Resort Schloss Auerstedt

Schlosshof | 99518 Auerstedt

T 036461 87762 | F 036461 86487

info@auerstedt.org

[ 23 ]


PROGRAMMÜBERSICHT

Freitag, 29. September | 18.30 Uhr | Weimar

Konzerteinführung

Dr. Christoph Meixner

Freitag, 29. September | 19.30 Uhr | Weimar

Eröffnungskonzert

Heinrich Isaac – Musik aus den Weimarer und Jenaer Chorbüchern

Weser-Renaissance Bremen, Manfred Cordes

Samstag, 30. September | 10.00 Uhr | Weimar

Stadtführung

Auf Spuren J. S. Bachs und der Stadtpfeifer in Weimar

Dieter Schumann

Samstag, 30. September | 14.00 Uhr | Erfurt

Stadtführung

Auf Spuren Martin Luthers und der Stadtpfeifer in Erfurt

Dieter Schumann

Samstag, 30. September | 19.30 Uhr | Erfurt

Konzert

Concertante Psalmen

Calmus Ensemble, Capella de la Torre, Katharina Bäuml

Sonntag, 1. Oktober | 10.30 Uhr | Weimar, OT Schöndorf

Messfeier zum Erntedankfest

Kirchenchor Herz Jesu Weimar, Albert Schönberger,

Christoph Meixner

Sonntag, 1. Oktober | 14.00 Uhr | Wandersleben

Vortrag

Soli Deo Gloria – Musica sacra zwischen Andacht und Theater

Prof. Dr. Helen Geyer

Sonntag, 1. Oktober | 16.00 Uhr | Wandersleben

Junges Podium

Soli Deo Gloria – Telemann und Händel für Gott und die Welt

Anna Schmid, Julius Petrak, Haruko Onoda,

Friedrich Praetorius

Freitag, 6. Oktober | 18.30 Uhr | Rudolstadt

Konzerteinführung

Prof. Dr. Helen Geyer

Freitag, 6. Oktober | 19.30 Uhr | Rudolstadt

Konzert

Italianità! Klänge der Heidecksburg um 1750

Musica Fiorita, Daniela Dolci

[ 24 ]


PROGRAMMÜBERSICHT

Samstag, 7. Oktober | 18.30 Uhr | Bad Liebenstein, OT Steinbach

Konzerteinführung

Dr. Christian Storch

Samstag, 7. Oktober | 19.30 Uhr | Bad Liebenstein, OT Steinbach

Konzert

Motetten des Barock – Ausgrabungen aus dem Pfarrarchiv Steinbach

Herdermer Vokalensemble, Capella Jenensis, Christian Drengk

Sonntag, 8. Oktober | 10.00 Uhr | Eisenberg

Musikalischer Festgottesdienst

Gesungene Reformation

Christopher Hausmann, Agnes Gottschalk

Sonntag, 8. Oktober | 14.00 Uhr | Eisfeld

Festgottesdienst zum Reformationsjahr

Kirchenchor Eisfeld, Hildburghäuser Stadtkantorei,

Collegium musicum Hildburghausen, Andreas Förster

Sonntag, 8. Oktober | 14.30 Uhr | Sondershausen

Familienkonzert

»O Musika, du edle Kunst«

Erfurter Camerata

Sonntag, 8. Oktober | 16.30 Uhr | Sondershausen

Tanzspiel

»Tanz im Olymp«

Historische Tanzgruppe des Schlossmuseums Sondershausen,

Hannelore Kutscha

Freitag, 13. Oktober | 19.00 Uhr | Gotha

Konzerteinführung

Gertrud Ohse

Freitag, 13. Oktober | 19.30 Uhr | Gotha

Konzert

Zwischen Thüringen und Pommern – Musikerleben im Barock

Anna Kellnhofer, Consortium Sedinum

Samstag, 14. Oktober | 19.30 Uhr | Eisfeld

Konzert

Carl Philipp Emanuel Bach – Oden der Empfindsamkeit

Philipp Mathmann, Gerd Amelung

Sonntag, 15. Oktober | 15.00 Uhr | Auerstedt

Abschlusskonzert

Europareise – Barocke Klangpracht an katholischen Höfen

Argonautica, Stefano Rossi

[ 25 ]


TICKETS UND INFORMATIONEN

Vorverkauf

für die mit Ticket Shop Thüringen ausgewiesenen Veranstaltungen

• Hotline 0361 - 227 5 227

• www.ticketshop-thueringen.de

• TA | OTZ | TLZ Pressehäuser & Servicepartner

hier eine Auswahl:

Apolda | Tourist-Information Apolda

Tel. 0 36 44-65 01 00, E-Mail: touristinformation@apolda.de

Bad Salzungen | Tourist-Information Bad Salzungen

Tel. 0 36 95-69 34 20, E-Mail: willkommen@badsalzungen.de

Eisenach | Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH

Tel. 0 36 91-79 23 23, E-Mail: info@eisenach.info

Erfurt | Erfurt Tourismus und Marketing GmbH

Tel. 03 61-6 64 01 00, E-Mail: tickets@erfurt-tourismus.de

Gotha | Tourist-Information Gotha / Gothaer Land

Tel. 0 36 21-50 78 57 12, E-Mail: tourist-kultourstadt@gotha.de

Jena | JenaKultur / Jena Tourist-Information

Tel. 0 36 41-49 80 60, E-Mail: tickets@jena.de

Meiningen | Tourist-Information Meiningen

Tel. 0 36 93-4 46 50, E-Mail: tourist.info@meiningen.de

Rudolstadt | Touristinformation Rudolstadt

Tel. 0 36 72-48 64 40, E-Mail: info@rudolstadt.de

Sondershausen | Tourismusverband Kyffhäuser e. V.

Tel. 0 36 32-78 81 11, E-Mail: touristinfo@stadt-sondershausen.de

Suhl | Congress Centrum Suhl – Touristik und Congress GmbH

Tel. 0 36 81-78 82 28, E-Mail: touristinformation@suhl-ccs.de

Weimar | weimar GmbH / Tourist-Information Weimar

Tel. 0 36 43-74 57 45, E-Mail: tourist-info@weimar.de

Reservierung

Ticketreservierungen können Sie vornehmen unter: Academia Musicalis

Thuringiae e. V., Erfurter Straße 13, 99423 Weimar, Tel. 0 36 43-49 27 36,

E-Mail: 20herbst17@gueldener-herbst.de. Reservierte Tickets sind an der

Tageskasse am Veranstaltungsort für Sie hinterlegt. Für alle nicht anderweitig

ausgewiesenen Veranstaltungen herrscht innerhalb der Platzkategorien

freie Platzwahl. Platzreservierungen sind hierfür nicht möglich.

Ermäßigung

Für die ausgewiesenen Veranstaltungen können Mitglieder der AMT e. V.,

Schüler‚ Studierende, Auszubildende, Jugendliche im Freiwilligendienst, Rentner,

Schwerbehinderte und ALG-Empfänger Tickets zu ermäßigten Preisen

erwerben. Abonnenten der TA, OTZ oder TLZ erhalten auf die mit Ticket Shop

Thüringen ausgewiesenen Veranstaltungen 10 % Ermäßigung im Vorverkauf.

Ermäßigungen werden nur bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises gewährt.

Für Kinder bis zum Alter von 5 Jahren ist der Eintritt frei.

[ 26 ]


IMPRESSUM

© 2017 Academia Musicalis Thuringiae e. V.

Schirmherrschaft: Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Thüringer

Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

und Chef der Staatskanzlei

Veranstalter: Academia Musicalis Thuringiae e. V.

Erfurter Straße 13, 99423 Weimar

Tel. 03643-49 3630 | E-Mail: kontakt@amt-ev.de

Vorstand: Prof. Dr. Helen Geyer

Geschäftsführung: Irmela Stock M. A.

Redaktion: Jan Neubauer M. A., Irmela Stock M. A.

Gestaltung: grafikbuero ole.B | Erfurt

Graphische Betriebe Rudolf Keßner

Corax Color & Stempel-Rabe GmbH | Weimar

Herstellung: Druckerei Schöpfel GmbH | Weimar

Auflage:

15.000 Exemplare

Redaktionsschluss: 17. August 2017

Änderungen vorbehalten!

Bildnachweis:

Umschlag: Hochschulachiv | Thüringisches Landesmusikarchiv, S. 8:

Irène Zandel, S. 9: Thorsten Eichhorst, S. 12: Susanna Drescher, S. 14:

Gyula Gyukli, S. 15: Pfarrachiv Steinbach, S. 16: Hamish John Appleby,

S. 18: Sandra Konold, S. 19: Evgeny Liatte, S. 20: Dieter Schumann.

Alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der angegebenen

Fotografen, Künstler und Archive.

[ 27 ]


Restaurant „Zum güldenen Zopf“

[ 28 ]

Rudolstädter Str. 2 | 99444 Blankenhain

Telefon +49 (0) 36 459 . 61 64 4800

info@zumzopf.de | www.zumzopf.de


6. – 15. OKTOBER 2017

Die Abenteuer des

Simplicissimus

Eine musikalische Reise für die ganze Familie

14.10. Weißenfels | 15.10. Bad Köstritz

Hille Perl

artist in residence

7.10. Bad Köstritz

8.10. Weißenfels

13.10. Bad Köstritz

15.10. Weißenfels

Lutherisches Jubelgeschrey

Festmusiken zum Reformationsjubiläum 1617

Rosenmüller Ensemble

Landesjugendchor Thüringen

14.10. Gera

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Seit 20 Jahren im Dienste

der Alten Musik

Vierfarbig, großformatig, reich bebildert.

Mit Interviews, Portraits, Hintergrundberichten,

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Buch- und Notenbesprechungen, Konzert- und

Festivalberichten, Konzertterminen.

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Karten und Informationen:

Tel. (03621) 82 34 - 0

www.ekhof-festival.de

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PARTNER UND FÖRDERER

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Weimar - Weimarer Land

Verein Freunde von Kirche

und Schloss zu Eisfeld e. V.

Sowie zahlreiche weitere Partner und Förderer

Ticket Hotline: 0361 - 227 5 227

www.ticketshop-thueringen.de

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und bitte um Spenden als Basis für die nächsten Projekte.

Spendenkonto: Academia Musicalis Thuringiae e. V., Sparkasse Arnstadt-Ilmenau,

IBAN: DE02 8405 1010 1113 0221 04, BIC: HELADEF1ILK. Bitte nennen Sie Ihre Anschrift

für die Spendenbescheinigung. Vielen Dank!


GÜLDENER HERBST 2018

20. Festival Alter Musik

in Thüringen

28. September bis 14. Oktober

Klage und Trost

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