Pöllinger Folder Tatort Grundstücksgrenzen

tomkienberger

Wissenswertes zum Thema Grund und Boden

TATORT GRUNDGRENZE

FALL 3

zum thema grenzermittlungen

FALL 4

zum THEMA Vermessung für

Parifizierungen und Wegerechte

PROBLEMSTELLUNG

Herr L., Besitzer mehrerer Hektar Wald, hat seine

Außengrenzen mit Grenzsteinen im Beisein seiner

Anrainer einvernehmlich auf Grundlage diverser

Aussagen von orts- und grenzkundigen Zeugen

vermarkt. Nach einigen Jahren wütet ein Sturm und

schweres Gerät muss anrücken, um die große Zahl

an umgefallenen Bäumen zu beseitigen. Im Zuge

der Aufräumungsarbeiten werden einige Grenzsteine

leider zerstört. Da diese Grenzsteine nie vermessen

wurden, ist eine Rekonstruktion unmöglich, sodass

der ursprünglich festgelegte Grenzverlauf nicht mehr

hergestellt werden kann.

LÖSUNG

Wenn der Zivilgeometer bei der ursprünglichen Festlegung

der Grenzen gleich informiert gewesen wäre,

so wäre er wie folgt vorgegangen, um die Grenze

rechtsverbindlich abzusichern.

1. Er hätte alle Anrainer postalisch zu einer Grenzverhandlung

an Ort und Stelle eingeladen.

2. Nach einer anfänglichen Erklärung der Vorgehensweise

wären alle Grenzpunkte abgegangen und skizziert

worden. Punkt für Punkt hätte er so eine Einigung

erzielt, die am Ende mit einer Unterschrift auf

der Zustimmungserklärung besiegelt worden wäre.

3. Das Zivilgeometerteam wäre danach ausgerückt

und hätte den besprochenen Grenzverlauf im Landessystem

mit Zentimetergenauigkeit vermessen. Im

Büro wären die Daten ausgewertet und mit dem

augenblicklichen Stand der DKM gegenübergestellt

worden. Diese Mappenberichtigung wäre sodann

beim Vermessungsamt eingereicht und bei Schlüssigkeit

verfügt worden. Die Grenzpunkte wären in

der DKM aktualisiert worden, sodass sie jederzeit

wiederhergestellt werden können.

PROBLEMSTELLUNG

Eine Wohnanlage wird errichtet. Ein Parifizierungsplan

wird auf Grundlage des Ausführungsplanes

erstellt. Diverse bauliche Maßnahmen werden aus

Erfahrung jedoch nicht immer planlich erfasst,

sodass der bei der Wohnungsübergabe gültige Parifizierungsplan

grobe Abweichungen zum Naturbestand

aufweist. Meistens sind die erstbeziehenden

Parteien dann bevorteilt, da sie ihre Flächen zur

Gänze vereinnahmen (Zaun- oder Heckenerrichtung).

Den letztbeziehenden Wohnungseigentümern

bleibt dann oft nur mehr eine wesentlich geringere

Grundfläche - als im Parifizierungsplan vorgesehen

- übrig. Dies führt nicht nur zu Verstimmungen und

Spannungsverhältnissen zwischen den Bewohnern,

sondern kann auch gerichtliche Folgen haben.

LÖSUNG

Vor Übergabe der Wohnungen überprüft ein Zivilgeometer

den Parifizierungsplan und überträgt die

Begrenzungslinien so in die Natur, dass z.B. jede

Gartenfläche eindeutig ersichtlich ist (Kennzeichnung

mit Metallmarken, Nägeln etc.). Als zukünftiger

Mieter oder Käufer haben Sie das Recht, die

im Wohnungsvertrag ausgewiesene Fläche (z.B.

Garten- oder Parkplatzfläche) auch in der Realität

beanspruchen zu dürfen.

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