Wirtschaftszeitung_25092017

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Branchen &Betriebe: Mit

Blech sehr erfolgreich Seite 9

Geld &Geschäft: Riskante

Anleihen imFokus Seite 17

Leben &Wissen: Immer

mehr Diabetiker Seite 20/21

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

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Ausgabe 6/17

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Die Datenquelle sprudelt

Öffentliche Bestände können seit Jahresbeginn in Nordrhein-Westfalen von Unternehmen kostenlos

auch für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Das Geonetzwerk Münsterland weiß, was möglich ist.

Schubfach auf! Neben Thüringen ist

Nordrhein-Westfalen das zweite Flächenland,

in dem Unternehmen und

PrivatleuteseitJahresbeginn von offenen

Datenportalen profitieren

können. Karten, Zahlen, Fakten, Informationen

–lange Zeit in Behörden

wie die Kronjuwelen gehütet

und überwiegend nur gegen Gebühr

zugänglich –stehen jetzt zum freien

Download bereit. Überall herumgesprochen

hat sich dies bisher aber

noch nicht.

Die Mitstreiter im ehrenamtlich

organisierten

Geonetzwerk

Münsterland

–einem

Expertenkreis mit hochkompetenten

Unternehmens-

und Institutionsvertretern

–werben ausdrücklich

für die nun angebrochene

Open-Data-

Epoche. Sie sind überzeugt

davon, dass diese frei erhältlichen

Informationen viel

Gutes bewirken können und

nicht zuletzt Kreativität und Gründergeist

fördern. Eine hohe Datentransparenz,

so betonnen sie, sei längst ein

Standortfaktor.

„Der Daten-Pool, aus dem man sich bedienen

kann,wirdständig größer“, weiß

Christoph Kirchhoff, Mitglied im Lenkungskreis

des Geonetzwerkes und Leiter

der münsterische Niederlassung von Esri

Deutschland. Esri, 1969 in Kalifornien

gegründet, ist Weltmarktführer bei Geoinformationssystemen.

Wenn es um die

Weiterentwicklung von Analyseplattformen

mit Raumbezug geht, ist das Unternehmen

ganz weit vorne.

Offene Datenportale halten vieles bereit.

Zum Beispiel statistische Daten, Informationen

zur Infrastruktur, Kartenmaterial

in unterschiedlichster Ausprägung und

Form, Haushaltszahlen, Ergebnisse von

Untersuchungen. Über die Relevanz entscheidet

der Nutzer selbst.

► Fortsetzung Seite 2

OFFEN GESAGT

Schmierstoff

Dass Daten das neue Öl der

Weltwirtschaft sein sollen,

dürfte jeder schon einmal gehört

haben. Belegt ist dies

noch nicht, denn ein wirklich

nutzbringender Umgang mit

großen Datenmengen gehört in

vielen Unternehmen bisher

noch nicht zum Tagesgeschäft.

Daten können aber tatsächlich

Schmierstoff sein, Kreativität

freisetzen, Ideen befl

ügeln, zu

neuen Geschäftsmodellen und

Unternehmensgründungen führen.

Deshalb ist es sehr zu begrüßen,

dass seit dem Jahresbeginn

2017 in Nordrhein-Westfalen

gewaltige Rohdaten-

Sammlungen kostenfrei ins

Netz gestellt werden, wo man

sie frei nutzen und herunterladen

kann –von der alten Flurkarte

bis hin zur tagesaktuellen

Übersicht über Baustellen in

einer Kommune.

Diese Open-Data-Initiative des

Landes mit öffentlich erstellten

Datenpools deckt sich mit den

Vorstößen einzelner Kommunen

sowie der Strategie des

Bundes und der Europäischen

Union. Eine offene Datenwelt

ohne die Schranken von gestern

soll künftig zu noch mehr

Transparenz, aber auch zu

mehr Zusammenarbeit führen.

Im Münsterland kann man diesen

Kulturwandel direkt als

Servicegewinn wahrnehmen,

wenn Behörden wie der Kreis

Borken den gebührenfreien

Geodaten-Atlas der Region im

Netz aufb

lättern. So eine

Dienstleistung kann sich sogar

zu einem Standortfaktor entwickeln.

wk

25 Mio. Übernachtungen

Die Tourismusbranche boomt, leidet aber sehr unter dem Mitarbeitermangel.

4 198869 003501

2 0 0 3 9

Die Tourismusbranche in Westfalen-Lippe

wächst weiter stark. Die

Beherbergungsbetriebe knackten

im Jahr 2016 erstmals die Marke

von 25 Millionen Übernachtungen.Das

waren 2,5 Prozent

mehr als im Vorjahr.

Ein Trend, der auch für

2017 erkennbar ist: In

den ersten sechs Monaten

legten die Übernachtungszahlen

noch einmal um fünf Prozent zu. Diese

Entwicklung macht sich auch in

den steigenden Umsatzzahlen des

Gastgewerbes bemerkbar –sie erhöhten

sich in Nordrhein-Westfalen in

den letzten fünf Jahren von 12,5 auf

14,3 Milliarden Euro (plus 15 Prozent).

Dementsprechend gut ist die

Stimmung in der Branche: Neun von

zehn Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben

sind mit der Geschäftslage

sehr zufrieden.

Zu diesem Ergebnis kommt das Sparkassen-Tourismusbarometer

für

Westfalen-Lippe. Der Sparkassenverband

Westfalen-Lippe hat jetzt den

Jahresbericht veröffentlicht, der sich

mit der Tourismusentwicklung der

Region beschäftigt.

In den vergangenen fünf Jahren hat

das Gastgewerbe in NRW rund

22 900 neue sozialversicherungspfl

ichtige Arbeitsstellen geschaffen

(insgesamt 169 000 Beschäftigte).

Trotz der steigenden Beschäftigungszahlen

gibt es Besetzungsprobleme in

der Tourismusbranche, die –soein Ergebnis

des Tourismusbarometers –

ein Imageproblem hat. Schlechte Bezahlung,

viele Überstunden und mangelnde

Perspektiven werden ihr zugeschrieben.

Fachkräfte- und Nachwuchsmangel

sind die Folge.

In NRW geben 38 Prozent der Betriebe

an, dass sie offene Stellen längerfristig

nicht besetzen können. Die

Gastronomie ist davonstärker betroffen

als das Beherbergungsgewerbe.

Gesucht werden vorallem Köche und

Restaurantfachkräfte. Die größte Herausforderung

besteht aber in der Besetzung

offener Ausbildungsstellen.

Das Gewerbe erkennt den Ernst der

Lage und steuert gegen: mit Imagekampagnen,

einer besseren Vereinbarkeit

von Familie und Beruf sowie

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2 MACHER &MÄRKTE

„Wir brauchen mehr Moers“

Die Stadt am Niederrhein gilt inpuncto Datentransparenz als Vorreiter. ImMünsterland nutzen bisher

vor allem jene, die mit Planungen und Bauvorhaben zu tun haben, das Open-Data-Angebot.

Transparenz, Teilhabe, Zusammenarbeit

–mit diesen

zentralen Begriffen wird der

Nutzen von Open Data beschrieben.

Die Möglichkeit,

Primärquellen zu nutzen und zu durchsuchen,

macht den besonderen Reiz aus.

Personenbezogene Angaben sind und

bleiben geschützt, aber auch die bisher

geöffneten Datenbestände sind ein

Schatz, der jetzt gehoben werden kann.

Als beispielhaft in NRW gilt die Stadt

GEONETZWERK

Das Geonetzwerk Münsterland

ist ein Zusammenschluss von rund

50 Institutionen und Unternehmen

des Münsterlandes aus dem Bereich

Geoinformationen. Ziel des Netzwerkes

ist die Stärkung der Zusammenarbeit

in der Region und die

Schaffung von Aufmerksamkeit für

die besonderen Kompetenzen im

Münsterland im Bereich der Geoinformationen.

Zu den Veranstaltungen gehören

Tagungen wie der Geotag, der sich

in diesem Jahr dem Thema „Digitale

Gesellschaft –Digitaler Wandel“

widmete.

Sprecher des Lenkungskreises ist

Stefan Albers vom Kreis Steinfurt,

Telefon 025 51/69 –1140,

stefan. albers@kreis-steinfurt.de.

www.geonetzwerk-muensterland.de

Moers am Niederrhein, wo jedermann

auf einen breiten und offenen Datenpool

zugreifen kann. „Wir brauchen mehr

Moers. Die Stadt ist in punctoOpen Data

Vorreiter“, erläutert Marc Kleemann,

Open-Data-Fachmann der münsterischen

Firma „con terra“, einem Schwesterunternehmen

vonEsri. Kleemann plädiert

für die stärke Öffnung von Regierung

und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung

und der Wirtschaft –für ein gelebtes

Open Government. Er kennt Erfolgsgeschichten,

zum Beispiel die digitale

Stadtplanung, bei der die Bürger wie

beim weltweit erfolgreichsten Computerspiel

„Minecraft“ ihre Ideen einbringenkönnen.

In Berlin wurde so auf kreativeund

verblüffend anschauliche Weise

über die Weiterentwicklung des Stadtbezirks

Mitte diskutiert.

In der Vergangenheit boten sich solche

Möglichkeiten nicht. „Der Einkauf von

amtlichen Geodaten war zeitlich und finanziell

aufw

ändig. Viele Ideen sind allein

an dieser Hürde gescheitert“, weiß

Kleemann aus Erfahrung.

Die Entwicklung schreitet rasch voran.

Auch in Münstergibt es längst einen Ableger

des Netzwerks „Code forgermany“.

Erarbeitet werden in diesem Kreis Interessierter

ganz unterschiedliche Open-

Data-Projekte –bis hin zu einerfür jeden

Bürgerspannenden Seite, die verrät,was

im Leitungswasser steckt. Die Stadt

selbst ist mit ihren Open-Data-Angeboten

noch zurückhaltend. Christoph

Kirchhoff: „Münster müsste mehr tun.“

Alle jene, die mit Planungen oder Bauvorhaben

zu tun haben, spüren schon

heute den Nutzen der offenen Datenpools.

Vielerorts war der Gang ins Rathaus

ein Muss, um aktuelles Kartenmaterial

einsehen zu können. Benötigte man

das Dokument für die weitere Arbeit im

BürooderBetrieb, wurden Gebühren fällig.

In der Open-Data-Welt sieht dies anders

aus: Das freigegebene Kartenmaterial

steht hochverfügbar im Netz. Geodaten

bieten ohnehin bei allen Informationen

eine wichtigeRolle. „Der Raumbezug

vonDaten wirdimmer wichtiger und

Entscheidungen damit fundierter“, betont

Christoph Kirchhoff.

Der Kreis Borken macht gute Erfahrungen

mit seinem Geodatenatlas, der mit

rund 100000 Zugriffen im Jahr längst die

meistgenutzte Anwendung im Kreisportal

ist. Das Karten- und Datenmaterial

enthält sogar die letzten verfügbaren

Luftaufnahmen aus dem Jahr 2015.

„Die Geodaten-Szene warimmer weit voraus.

Genau wie der Bereich Geodatenmanagement

ist auch Open Data eine

zentrale querschnittsorientierte Aufgabe

und ist in den Kommunen oft dort angesiedelt“,

berichtet Stefan Albers vom

Kreis Steinfurt, aktuell Sprecher des Geonetzwerks

Münsterland. „Wir arbeiten im

Kreis Steinfurt auf kommunaler Ebene

bereits eng zusammen und tauschen uns

aus. Aber kleinen Kommunen sind wegen

der personellen Möglichkeiten auch

Grenzen gesetzt.“ Doch die Nachfrage

wächst.

wk

Vertreter des Geonetzwerks Münsterland während einer Sitzung

(v.l.): Stefan Albers (stehend, Kreis Steinfurt), Marc Kleemann (con

terra) und Christoph Kirchhoff (Esri)

Foto: wk

INFOS ZU OPEN DATA

Die Mitglieder im Lenkungsausschuss des Geonetzwerks Münsterland haben

diese Link-Übersicht zur Verfügung gestellt.

-www.open.nrw

-www.geoportal.nrw

-www.geonetzwerk-muensterland.de

-http://www.virtualcitysystems.de/aktuelles/458-3d-landesmodell-nrw

-https://kreis-borken.de/de/kreisregion/geodatenatlas/mapexport/

-http://www.stadt-muenster.de/katasteramt/geodatenmanagement/opendata.html

-https://www.offenesdatenportal.de/organization/moers

-http://portal-chemnitz.opendata.arcgis.com/

-www.europeandataportal.eu

-http://data.deutschebahn.com/showcase/aufzugswaechter

-www.kreis-steinfurt.de/geodatenatlas

-http://codeformuenster.org/trinkwasser/

-http://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/mFund/Projekte/mfund-projekte.html

-http://www.kommune21.de/meldung_27130_Stadtentwicklung+mit+Minecraft.html

-https://www.conterra.de/de/unternehmen/aktuelles/aktuelles/2016/06/minecraft

http://opendata-esri-de.opendata.arcgis.com/

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff GmbH &Co. KG,

Geschäftsbereich: Media &Sales, Soester Straße 13,

48155 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker

Anzeigen

Anzeigenleitung: Herbert Eick,

E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann,

Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-804801

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de


MACHER &MÄRKTE 3

Immer diese Westfalen

LWL-Chef Löb möchte, dass die Teilregionen

endlich mehr kooperieren –und baut darum

elegant Druck auf.

»Westfalen braucht die Kooperation

allein schon, um in Düsseldorf,

Berlin und Brüssel

wahrgenommen zu werden.«

Matthias Löb, LWL-Chef

März 2016, die drei westfälischen

Regionalräte blasen zum Sturm. Das

Land hatte die Metropolregionen

Rheinland und Ruhrgebiet aus der

Taufe gehoben;die Westfalenfühlen

sich zurückgesetzt. Der Ruf nach

mehr Beachtung gipfelt in

einer Konferenz beim Landschaftsverband

Westfalen-

Lippe (LWL) in Münster. Großes

Getöse, fl

ammende Appelle

und ein Satz wie ein Musketierschwur:

Künftig arbeiten die

Westfalen intensiver zusammen.

Schade nur, dass am Ende nichts daraus

wurde. Der Tiger landete als

Bettvorleger, die Landesregierung

lachte sich ins Fäustchen.

Soweit, so schlecht. LWL-Chef

Matthias Löb will diese westfälische

Lethargie nicht länger

akzeptieren. Schon 2016

hatte erdie Mitarbeit seines

Verbandes angeboten, schließlich könne

der LWLals Klammer fungieren, da er in

ganz Westfalen aktiv sei, hieß es damals.

Jetzt erneuert er sein Angebot, wirdkonkret,

bietet mehr. Das Ziel ist klar: Löb

will Druck erzeugen

–was er so natürlich

nie zugeben würde.

„Westfalen braucht

die Kooperation allein

schon, um in

Düsseldorf, Berlin

und Brüssel wahrgenommen

zu werden“,

sagte derLWL-

Chef kürzlich gegenüber

Journalisten.

Seine Kritik hat er in

die Form einer Vorlage

gegossen, die er

„eine Bestandsaufnahme“

nennt und

geschickt als Angebot

verpackt. Das

Wesentliche steht

zwischen den Zeilen.

Jetzt wurde sie erstmals

im LWL-Kulturausschuss

diskutiert

– und ist damit öffentlich.

Um offiziell mitreden,

mittun und mitentscheiden zu können,möchteLöb

denLWL künftig in den

entscheidenden Gremien etablieren. Seinem

Verband schlägt er vor, dafür jeweils

bis zu 10 000 Euro anBeiträgen zu zahlen.

Um den Erfahrungsaustauschund die

Zusammenarbeit der Teilregionen voranzubringen,

die notw

endig sind, „um die

wirtschaftliche Bedeutung des ländlichen

Raumes gegenüber den Metropolregionen

herauszustellen“, ist er bereit,

sich an Lenkungsgruppen und Tagungen

zu beteiligen. Sollte zuderen Koordination

eine hauptamtliche Geschäftsstelle

Nur ein geschlossen auftretendes Westfalen wird neben

den Metropolregionen wahrgenommen, sagt LWL-Chef

Löb und unterfüttert seine Forderung mit Daten.

Die Zahl der Erwerbstätigen betrug 2013 imRheinland

vier Millionen Menschen. Nur zusammen übertreffen die

westfälischen Teilregionen Münsterland (0,8 Mio.), Ostwestfalen

(1,1 Mio.) und Südwestfalen (0,7 Mio.) die Erwerbstätigenzahl

im Ruhrgebiet (2,4 Mio.).

Auch beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) übertreffen die

Regionen Westfalens mit 167,6 Mrd. Euro (2013) nur gemeinsam

das Ruhrgebiet (152,2 Mrd. Euro). Das BIP im

Rheinland liegt mit 284 Mrd. Euro deutlich darüber.

Die Industrie in Westfalen verzeichnete 2013 eine Bruttowertschöpfung

in Höhe von 42,5 Mrd. Euro. Metropole

Ruhr: 23,3 Mrd. Euro, Rheinland 43 Mrd. Euro.

nötig sein, könne der Verband Räume

und Personal zur Verfügung stellen.

Besonders raffiniert ist Punkt vier: Der

LWL, westfalenweit für die Kulturarbeit

zuständig, will ab 2018 jährlich 250 000

Euro für das Format „Kultur in der Region“

im Kernhaushalt etablieren. Zuvor

wardas Geld nur anlassbezogen bereitgestellt

worden. Damit will der LWL

zweierlei demonstrieren: Eine Kooperation

auf der westfälischen

Ebene kann funktionieren –und hat

dann womöglich einen deutlich größeren

Mehrwert als Ansätze im altbekannten

Klein-Klein.

Fachkräftemangel, demografischer Wandel,

medizinische Versorgung, Digitalisierung:

Für Löb sind das nicht nur

Schlagworte, sondern handfesteHerausforderungen,

denen ambesten gemeinsam

begegnet werden sollte. An die Spitze

der Bewegung setzen will er dabei

aber weder sich noch den Verband. „Dafür

haben wir kein Mandat.“ Der „Fokus

liegt hier auf den drei Management-Agenturen“,

sagteer. Vondort

könnten die Impulse ausgehen.

Mit der Vorlagehat er einen dicken Stein

ins Wasser geworfen und zugleich den

Finger in die Wunde gelegt. Die Zukunft

wird definitiv nicht nur rosarot. Das

Rheinland sowie das Ruhrgebiet haben

sich darum längst organisiert. „In Westfalen

muss jetzt mehr passieren“, sagteLöb.

Und klar ist:Erwill dabei kräftig Anschubhilfe

geben.

Elmar Ries

OFFEN GESAGT

Achtung Zukunft

Weniger als Weckruf, vielmehr als

kräftiger Tritt inden Allerwertesten

darf die Ansage aus der LWL-Zentrale

gedeutet werden. Die Westfalen

laufen Gefahr, ihre Zukunft durch

plumpes Aussitzen aufs Spiel zu setzen.

Markige Krisenherbeirederei?

Wohl kaum. Ein Löb-Beispiel: Derzeit

fehlen im hiesigen IHK-Bezirk 6000

Fachkräfte, in nur vier bis fünf Jahren

werden es schon über 51 000 sein.

Noch geht es den drei westfälischen

Teilregionen gut. Die Wirtschaftskraft

ist groß, die Lebensqualität top. Das ist

jedoch kein Naturgesetz. Die Herausforderungen

der Zukunft sind berghoch.

Zum Fachkräftemangel gesellen

sich der demografische Wandel, Mobilitäts-

und Versorgungsprobleme, die

digitale Anbindung und, und, und. Sie

treffen ländliche Räume mehr als Ballungszentren.

Darum täten gerade

Landstriche wie die westfälischen gut

daran, sich aus der Selbstgenügsamkeit

zu lösen und nicht mehr nur den eigenen

Kirchturm als Maßstab zu betrachten.

Zumal sich mit dem Ruhrgebiet und

dem Rheinland zwei Riesen als Konkurrenten

positioniert haben.

Elmar Ries








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4 MACHER &

Balance zwischen Ökon

Immer mehr Unternehmen definieren ihre Verantwortung für die Gesellschaft. Corpo

(CSR) zieht als Leitlinie in den Firmenalltag ein –Beispiele aus dem Münsterland.

Science-Fiction in der Textilbranche:

Wie Stoffe amKörper in der

Bewegung fallen, lässt sich digital

darstellen.

Foto: Bianca Moden

Corporate Social

Responsibilty

(CSR) ist eine Investition

in die

Zukunftsfähigkeit

des Unternehmens

und

manifestiert sich

manchmal ganz

nebenbei: Der digitale

Avatar revolutioniert die Kollektionsherstellung

des Modelabels

Bianca. Als Forschungsprojekt

des Ochtruper

Textilunternehmens und

der Fachhochschule Mönchengladbach

initiiert, hilft er nun

nicht nur, Produktionsabläufe

einfacher und schneller zu machen,

sondern auch eine Menge

eigens kreierter, gefärbter oder

bedruckter Stoffe zusparen, die

unter dem strengen Blick der Modedesigner

in der Musterherstellung

als bloßeProbevariante

verworfen worden wären.

Denn statt eines leibhaftigen

Models

schreitet der virtuelle

3D-Avatar über einen

simulierten Laufsteg

in der Kreationsschmiede des Modelabels

Bianca und liefert den Designern

sogar ein realistisches Bild, wie

der Stoff fällt –ohne auch nur ein

Stoffzipfelchen angeschnitten zu haben.

High Tech bei der Kollektionsherstellung

hilft hier bei der Musteroptimierung.

Gestreift, gepunktet oder geblümt?

„Wir müssen nicht mehr viele

verschiedene Varianten eines Stoffes

bestellen, sondern können auf digitalem

Wege sehen, welches Modell das

beste ist“, erläutert Maike Schlütter.

Die Geschäftsführerin ist zuständig

für Design und Produktentwicklung

bei Bianca, seit 30 Jahren imUnternehmen

und seit eineinhalb Jahren

außerdem CSR-Botschafterin des Landes

Nordrhein-Westfalen.

CSR steht für Fairness, Nachhaltigkeit

und eine Balance zwischen Ökonomie

und Ökologie in einem Maße, das gesetzliche

Standards weit übertrifft. Und ist

nicht erst seit dem Einsturz des Rana Pla-

Reale Welt trifft auf virtuelle: Maike Schlütter (r.), Geschäftsführerin Bianca Moden, begutachtet mit Textildesignerin Silke

Oberstoffeinkaufsleiterin Birgit Mussman und Ausbildungsleiter Christof Oskamp Textilproben. Wie diese als Mode später am

aussehen, vermittelt der Avatar.

za 2013 in Bangladesch ein großes Thema

bei Bianca: „Vor sechs Jahren haben

wir begonnen, aufzuschreiben, wo unsere

CSR-Stärken liegen und Nachhaltigkeitsberichte

zu verfassen“, erklärt

Schlütter. Dass das mittelständische

Unternehmen mit 120 Mitarbeitern am

Standort Ochtrup dadurch manchmal gezwungen

ist,langjährigeProduzenten zu

benennen, ist nicht immer ein Pluspunkt

für die Wertschöpfungskette: „Die Produzenten

haben wir über Jahreunter nachhaltigen

Gesichtspunkten aufgebaut,

einen Wandel zu Arbeitsgesundheit und

-sicherheit, unbedenklichen Chemikalien

und umweltschonenden Produktionsprozessen

begleitet. Sobald wir so

einen Produzenten öffentlich machen,

kommen die großen Ketten und versuchen

mit viel Geld, diesen abspenstig zu

machen“, berichtet Schlütter. Greenwashing

–das ist der Versuch vonUnternehmen,

ein „grünes Image“ zu erlangen, indem

sie ökologische und unternehmerische

Verantwortung nur suggerieren. Mit

Argusaugen betrachtet vonKMU,wie die

CSR-Botschafterin vom letzten Arbeitstreffen

im Kompetenzzentrum Textil und

Bekleidung Niederrhein weiß.

Nichtnur ein grünes Image, sondern echte

Nachhaltigkeit in der Produktion setzt

Bianca Moden in Bulgarien um: Das eigene

Werk mit 240 Mitarbeitern und gleichen

technischen Standards wie in

Deutschland ist seit zehn Jahren ein

Standbein des Ochtruper Modelabels.

Unter CSR-Gesichtspunkten ein Muss für

die Firmenkultur im Kampf gegen Kinderarbeit:

„Wir haben uns von den Produzenten

in Griechenland und der Türkei

getrennt, weil wir in kleinen Betrieben

bei Kontrollen doch hin und wieder ein

Mädchen unter 14 Jahren an derNähmaschine

entdeckt haben –das bedeutete

immer: sofortiger Produktionstopp, Lkw

wurden bestellt, unsere Waren abtransportiert

und alle Arbeiter waren arbeitslos“,

schildert Schlütter von Kontrollreisen

derVergangenheit. Im eigenen Werk

in Bulgarien dagegen sind die Mitarbeiter

vom Mutterhaus geschult, Maschinen

und Chemikalien werden aus Deutschland

geliefert, Arbeitssicherheit und -gesundheit

erfüllen deutsche Standards.

Dass Nachhaltigkeit insgesamt stärker in

den Fokus der KMU-Firmenkultur des

Münsterlandes rückt, dafür

ber Dr. Udo Westermann im

deten CSR-Kompetenzzentr

ter am Spiekerhof sensibil

000 Euro machen Wirtsch

rium NRW und EU bis 2020

verantwortungsvolle Untern

rung in der Region noch me

hält. Seit 30 Jahren Geschä

bundesweiten Vereins future

antwortung in Unternehmen

mann ein alter Hase auf dem

geht im Kompetenzzentru

„back to theroots“. Er will di

lich Verantwortlichen persö

len: „Die Geschäftsführung

Thema grundsätzlich offen

stehen, für CSR kann ich d

besten als Menschen in pers

sprache begeistern“, beschr

mann die Startstrategie. U

gleich verpfl

ichtend unter

nehmen: „Wir wissen aus

dass, sobald das Managem

traglich bindet, die Antri

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MÄRKTE 5

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et.“ Mit vierköpfiger

Manpower und der Unterstützung

von FHMünster, IHK und Handwerkskammer

will Westermann einem

hohen Bedarf begegnen: „Nach unserer

Einschätzung hat die Quote der Unternehmen,

die nachhaltig verantwortlich

wirtschaften, sowohl in der Region als

auch bundesweit noch nicht einmal die

Zehn-Prozent-Marke geknackt.“

Die CSR-Kompetenzen der regionalen

KMU herauszukitzeln und zu aktivieren,

dafür ist ein Projektzeitraum bis 2020 geplant.

„In Gruppenworkshops soll zunächst

eine Ist-Analyse und Selbstbewertung

des Unternehmens durchgeführt

werden“, erklärt Westermann. Von Haus

aus Unternehmensberater, ist er Experte

für Verortung, Implementierung und Verstetigung

der verantwortlichen Unternehmensführung.

Auch eine Stakeholderanalyse

will Westermann initiieren,

herausfinden, wie die KMU ihr Umfeld

unter CSR-Gesichtspunkten beeinfl

ussen

können. „Hier am Spiekerhof sind wir

Anlaufstelle, gehen aber auch mit CSR on

tour“, gibt der Leiter des Kompetenzzentrums

die Marschrichtung vor. „Die unternehmerische

Gestaltung gesellschaftlicher

Verantwortungsübernahme soll als

Erfolgsfaktor der Entwicklung des Münsterlandes

positioniert werden“, kündigt

Westermann an. Eine, die es zu kommunizieren

gelte und die dann echte Mehrwerte

schaffe.

Und die Auftragsbücherfüllt: Seit die öffentliche

Hand verpfl

ichtet ist, beim Einkauf

für Krankenhäuser und Altenheime

nicht allein den Preis entscheiden zu lassen,

sondern das Augenmerk auf die

Nachhaltigkeit und langlebige Qualität

der Produkte zulegen, ist der Textilproduzent

Dibella in Bocholt noch erfolgreicher.

Denn Dibella ist Partnerunternehmen

für den textilen Mietservice mit

langlebigen Objekttextilien in der Hotellerie,

Gastronomie und im Gesundheitswesen,

und die mit glaubwürdiger Zertifizierung

sind in Deutschland rar gesät.

„Es ist wichtig, sich an verlässliche Partner

für Zertifizierungen zu binden, in

unseremFall unter anderem an Fairtrade

und Made in Green by Oekotex“, erklärt

Ralf Hellmann.

Als unverzichtbar sieht er es an, persönlichglaubwürdig

zu sein: CSR ist für den

Dibella-Geschäftsführer ein Virus im

CSR-Umwälzungen in den Produktionsländern:

Ralf Hellmann, Geschäftsführer von

Dibella, verbessert die Arbeitsbedingungen

der Baumwollbauern.

Foto: Diabella

Anlaufstelle CSR-Kompetenzzentrum in

Münster: Dr. Udo Westermann macht sich

für verantwortungsvolle Unternehmensführung

stark.

Foto: Maike Harhues

positiven Sinne, der nicht nur immer stärker

die Unternehmensabläufe des Textillabels,

sondern auch die Köpfe und Lebensgewohnheiten

der Mitarbeiter am

Standort Bocholt durchdringt. „Da kann

ich als Geschäftsführer auch nicht im dicken

dieselbetriebenen SUV

vorfahren“,

wirbt Hellmann für Authentizität in Sachen

Corporate Social Responibility

(CSR) in der Chefetage.

Und Hellmann selbst ist in einem solchen

Maße infiziert, dass er seit März dieses

Jahres als CSR-Botschafter die Message

in die Unternehmen der Region trägt: Um

für ein Umdenken und eine Umstrukturierung

in den KMU zu kämpfen –was in

seinen Augen unternehmerisch alternativlos

ist, um mit Erfolg zukunftsfähig zu

sein und einen echten Mehrwert zu erzielen.

„Nach vielen Jahren in kleinem Kreis

sind jetzt die Säle voll, wenn ich über

CSR-Strategien referiere“, freut sich Hellmann.

Dass es viel Ausdauer und eines

langen Atems bedarf, um verantwortlich

nachhaltig zu wirtschaften, weiß der Dibella-Geschäftsführer

aus eigener Erfahrung:

„Vor acht Jahren haben wir begonnen,

CSR als Strategie auszubauen. Initialzündungen

waren die Agrarkrise in

Indien, die Bankenkrise und Fukushima.“

Naheliegend, dass das Bocholter Partnerunternehmen

für den textilen Mietservice

mit langlebigen Objekttextilien in

der Hotellerie, Gastronomie und im Gesundheitswesen

das Nachhaltigkeitsengagement

in seine Lieferkette steckte.

Einzelne Sozialprojekte zu unterstützten,

war dem 36-köpfigen Team des Textilproduzenten

nicht genug. Zwar statteten

sie eine Mädchenschule in Indien aus,

aber Dibella will mehr bewegen: sich vor

allem für menschenwürdige Arbeitsbedingungen

in den textilen Ursprungsländern

stark machen. Mit der Auftragsvergabe

an Spinnereien und Färbereien

weiß die Bocholter Firma, wo nach klärenden

Gesprächen die Daumenschrauben

anzusetzen sind.Das ging nicht ohne

eine Verschlankung der Lieferkette. „Von

einigen wenigen Produzenten mussten

wir uns trennen. Aber die meisten waren

nach Gesprächen bereit, die Arbeitsbedingungen

zu verbessern“, resümiert

Hellmann. Und diese wurden mit neuen

Aufträgen aus Bocholt belohnt. „Unsere

Färbereien sind in puncto Arbeitssicherheit

und Arbeitsbedingungen praktisch

auf westlichem Niveau“, beteuert der

CSR-Botschafter.Aber auch unternehmerisches

Eigenengagement kann viel bewegen:

In einer Spinnerei in China konnte

Hellmann konkrete Verbesserungen

für die Belegschaft aushandeln. Trotzdem

hat der Anbieter von Textilien im

Hotel- und Gesundheitswesen noch

längst nicht das Gefühl, im Bereich CSR

genug getan zu haben: „Wir sind mit Dibella

sicherlich im Fortgeschrittenen-Bereich,

aber das Gold-Level haben wir

noch langenicht erreicht“, meint der vom

CSR-Kompetenzzentrum Textil- und Bekleidung

Niederrhein bestellte Botschafter.

Maike Harhues

OFFEN GESAGT

Alternativlos

Der Kunde ist König –das galt

schon immer. Zumindest als

frommer Wunsch. Inzwischen verfügt

der Kunde König auch über Truppen,

die vom Produkt einen ideellen

Mehrwert verlangen und die Wertschöpfungskette

inallen Etappen betrachten.

Denn jeder einzelne Käufer

ist informierter, selbstbewusster als

einst und zudem durch verbesserte

Verbraucherrechte geschützt. Die

Kunden insgesamt und ihre Lobby-

Organisationen bilden geradezu eine

Macht, die mit Wucht über manchen

Markt fegt.

Nachhaltigkeit ist als Floskel deshalb

zwar arg strapaziert, aber als Aufgabe

alternativlos. Die gesamte Produktion

gehört auf den Prüfstand. Ebenso

wichtig sind interne Strukturen in

den Betrieben. Sie müssen auf Partnerschaftlichkeit

und einer Kommunikation

auf Augenhöhe beruhen.

Denn darin liegt die Basis für motivierte

Mitarbeiter, die ihr Potenzial

auch wirklich (gewinnbringend) einbringen.

Mit CSR müssen also sowohl

Kunden als auch die eigene Belegschaft

erreicht werden. Damit das

überzeugend gelingt, darf eskein

bloßes Imageaufpolieren sein. Die inneren

Werte zählen.

Wenn dies der Fall ist, dürfen, nein

müssen sie auch nach außen transportiert

werden. Ohne westfälische

Bescheidenheit! Vielmehr so, dass

die Botschaft für die jeweilige Zielgruppe

passt und über Kanäle, die

diese überhaupt erreichen.

Was zeigt, CSR ist kein bloßer Modebegriff,

sondern eine Herkulesaufgabe

für die großen und kleinen Player

auf dem Markt. Das CSR-Kompetenzzentrum

muss hier Initialzünder sein

und helfen, die strukturellen Unternehmensumwälzungen

mit zu schultern.

In einem auf drei Jahre angelegten

und finanziell abgesicherten

Projektzeitraum lässt sich das allerdings

wohl kaum bewältigen.

Maike Harhues

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·Steuerberatungsgesellschaft

Mit derzeit 16 Berufsträgern (davon 4Wirtschaftsprüfer, 2Rechtsanwälte und

16 Steuerberater) und insgesamt 50 Mitarbeitern sind wir eine der führenden

Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien in Westfalen.

Unser Angebot umfasst eine breite Spanne von Dienstleistungen insbesondere

für mittelständische Unternehmen und deren Gesellschafter von der Einkommensteuererklärung

über die Abschlusserstellung bis zur Jahresabschluss- und

Konzernabschlussprüfung. Weiterhin beraten wir in Fragen des Steuerrechts

–insbesondere im Bereich des Umwandlungsteuerrechts, des internationalen

Steuerrechts und der Unternehmensnachfolge. Zu unserem Dienstleistungsspektrum

zählt auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Jeder Mandant hat

bei uns einen persönlichen Ansprechpartner, der das Unternehmen langjährig

betreut. Über unsere örtlichen Niederlassungen in Emsdetten und Rheine

hinaus kooperieren wir im Rahmen der CW &Smit anderen Praxen und sind

Mitglied des internationalen Verbundes von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern

„AGN“, um auch überregional und grenzüberschreitend unsere Mandanten

betreuen zu können.

CW&S

Cooperation von

Wirtschaftsprüfern &Steuerberatern

www.cw-s.de

Neubrückenstraße 4

48282 Emsdetten

Telefon (0 2572) 40 85

Telefax (0 2572) 85647

Stolze-Diers@stodibe.de

Timmermanufer 142

48429 Rheine

Telefon (0 59 71) 80822-6

Telefax (0 59 71) 80822-75

info@stodibe.de

Geschäftsführer:

Prof. Dr. Fritz-Ulrich Diers

Dr. Philipp Diers

Dr. Marie-Theres Stolze

Heinz Stolze

Wilfried Beermann

Johannes Fink

Mitglied im Verbund

der agn International


6 MACHER &MÄRKTE

„Sensibilisieren und lokale

Netzwerke aufbauen“

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart erläutert, welchen Zweck die CSR-Kompetenzzentren verfolgen

Mit einem neuen CSR-Kompetenzzentrum

im Münsterland wirft das

NRW-Wirtschaftsministerium den

Stein ins Wasser. Nachhaltiges Produzieren

und verantwortungsvolle

Unternehmenskultur sollen sich sodann

wie eine Welle in der Region

ausbreiten. Dafür steht drei Jahre

lang ein Budget für ein vierköpfiges

Team zur Verfügung. Was nach dem

ersten Förderzeitraum mit dem Impulsgeber

passiert, ist offen.

Unsere Autorin Maike Harhues

fragte bei NRW-Wirtschaftsminister

Prof. Dr.

Andreas Pinkwart nach,

mit welchen Prämissen

und Konzepten das Zentrumseine Arbeit

aufnimmt.

Das neue CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland kann Fördermittel in

Höhe vonbis zu 400000 Euro beantragen.

Ist dies als Anschubfinanzierung

gedacht?

Andreas Pinkwart: Die CSR-Kompetenzzentren

setzen sich langfristig mit

Fragen von Wirtschaft und Verantwortung

auseinander und leisten damit

einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung

von Unternehmensverantwortung

und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

vonkleinen und mittleren

Unternehmen(KMU). In der dreijährigen

Projektlaufzeit sollen sie in ihrer Region

vorallem für verantwortliches Unternehmerhandeln

sensibilisieren und lokale

Netzwerke aufb fauen. Die Finanzierung

erfolgt zu gleichen Teilen aus Mitteln des

Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung

(EFRE) und aus Landesmitteln.

Hinzu kommt ein Eigenanteil der Zentren

von 20Prozent.

bauen, auch Ihre politische Einschätzung,

dass besonders bei den

KMU bei diesem Thema noch Nachholbedarf

besteht?

Pinkwart: Viele Unternehmer agieren

aus innerer Überzeugung und sind vielfach

inihrer Region oder in bestimmten

Themenfeldern engagiert. Das reicht von

ehrenamtlichen Tätigkeiten bis zur Ausbildung

Gefl

üchteter.Als Anlaufstelle für

Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung

holen die Kompetenzzentren kleine

und mittlereUnternehmenbei ihrem bisherigen

Engagement ab und unterstützen

sie, Verantwortungsthemen systematisch

in allen Arbeitsbereichen des Unternehmens

zu berücksichtigen –bei Umweltfragen,

beim Umgang mit Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, Lieferanten

und Kunden.

Viele Kunden erwarten hohe Standards,

was ökologische und soziale

Verantwortungsowie die Unternehmenskultur

betrifft. Ist den kleinen

und mittleren Unternehmen bewusst,

dass sie auf diesen Trend reagieren

müssen?

Pinkwart: Jedes Unternehmen ist Teil

der Gesellschaft: Eigentümer, Mitarbeiter,

Kunden, Lieferanten, Behörden und

Nachbarn sind wichtige Anspruchsgruppen,

mit deren Erwartungen und AnsichtenUnternehmen

tagtäglich konfrontiert

sind. Von ihnen wird erwartet, dass sie

über ihre ökonomischen Interessen hinaus

auch eine gesellschaftliche Verantwortung

wahrnehmen. Das ist umso

wichtiger in Zeiten der digitalen Transformation,

die alle Bereiche unseres Lebens

verändert und neue Wirtschaftsstrukturen,

aber auch neue Machtverhältnisse

schafft.

am ehesten ansetzen, um die Unternehmen

auf dem Weg zu einem

schlüssigen CSR-Konzept zu begleiten?

Pinkwart: In erster Linie sind sie regionale

Anlaufstellen für alle Fragen rund

um Unternehmensverantwortung. Kleine

und mittlere Unternehmen haben im

Gegensatz zu größeren Unternehmen

weniger Ressourcen, um sich eigenständig

in ein so komplexes Thema einzuarbeiten.

Durch die Anlaufstellen erhaltenUnternehmen

deshalb konkreteHilfe,

um sich zu vernetzen und voneinander zu

lernen.

Die Unterstützung richtet sich an

KMU. Besteht bei Großunternehmen

kein Bedarf, weil dort das Thema

ohnehin eigenständig bearbeitet

wird?

Pinkwart: Die ersten Großunternehmen

haben bereits in den 1990er Jahren damit

begonnen, sich mit Fragen der Wirtschafts-

und Unternehmensethik zu beschäftigen.

Häufig gibt es dort dafür eigene

Stabsstellen oder Abteilungen. Sie benötigen

insofern kaum Unterstützung,

eignen sich aber hervorragend, umBeispiele

aus der Praxis zu verdeutlichen.

KMU werden außerdem als Zulieferer

vonGroßunternehmen auch mit sozialen

und ökologischen Anforderungen konfrontiert.

Wie schlägt das neue Kompetenzzentrum

eine Brücke zu seiner Zielgruppe,

um dort Hilfestellung für

CSR-Projekte anbieten zu können?

Pinkwart: Ein wesentliches Kriterium

bei der Auswahl der Kompetenzzentren

war das Konzept für die Ansprache der

Unternehmen vor Ort. Hierbei sind besonders

starke Netzwerke und strategische

Partner wichtig. In Münster arbeitet

future e.V. als Träger des Kompetenzzentrums

Münsterland eng mit der Industrie-

und Handelskammer Nordwestfalen,

der Handwerkskammer Münster

und dem Bund Katholischer Unternehmen

zusammen. Hinzu kommen Partner

aus der Hochschule, aus Medien und Verwaltung.

Steht hinter dem Plan, das Netzwerk

der Kompetenzzentren auszu-

CSR-KOMPETENZZENTRUM

Das Kompetenzzentrum Münsterland von future e.V. und

das Kompetenzzentrum Ruhr gehen ab Oktober gemeinsam

an den Start, sie ergänzen die bereits fünf bestehenden

und noch vom ehemaligen Wirtschaftsminister Garrelt

Duin auf den Weg gebrachten Zentren inNRW. Auf

der Agenda der Kompetenzzentren stehen Sensibilisierung

der KMU für verantwortliche Unternehmensführung, CSR-

Unterstützungsangebote mit hohem Praxisbezug und Aufbau

von CSR-Netzwerken.

Die CSR-Kompetenzzentren werden aus Mitteln des Landes

und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

finanziert.

ma

www.future-ev.de

Haben KMU dabei vor allem die

Außenwirkung im Blick oder auch

die internen Prozesse, über dieKunden

ebenfalls mehr Transparenz erwarten?

Pinkwart: Natürlich sind Unternehmen

auf ihreAußenwirkung bedacht. Der gute

Ruf schafft Vertrauen, das wiederum

das Geschäft erleichtert. Eine gelebte

Unternehmensverantwortung untermauert

das eigene Image nachhaltig. Unternehmen

müssen zwangsläufig aber auch

interne Prozesse in den Blick nehmen

und Einblicke inihre Ansätze gewähren.

Nursokann Verantwortung glaubhaft gelebt

und kommuniziert werden.

Wo kann das Kompetenzzentrum

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart plädiert für eine „gelebte Unternehmensverantwortung“.

Mit ihr könne das eigene Image nachhaltig untermauert werden.

Foto: dpa

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MACHER &MÄRKTE 7

Handwerk testet eine

eigene U3-Betreuung

Es gibt viele Ideen und Initiativen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Die

„kids.company“ bei der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf ist ein Beispiel mit Pilotcharakter.

Der Name ist etwas sperrig: „Großtagespfl

egestelle“ heißt die Einrichtung

für Kinder in den Räumen der

Kreishandwerkerschaft in Rheine

auf Behördendeutsch. U3-Betreuung

ist auch korrekt. Viel wichtiger: Berufstätige

Eltern wissen, dass ihr

Nachwuchs dort an fünf Tageninder

Woche zwischen 7und 17 Uhr gut

aufgehoben ist. Das ist grundsätzliche

keine neue Erfindung, in der

praktizierten Form allerdings ein

bisher einmaliges Projekt.

Die Ausgangslage: Wie können

Betriebe ihre Beschäftigten

dabei unterstützen,

für ihre kleinen Kinder

einen Platz in einer Kita

oder einer vergleichbaren Einrichtung zu

finden? Die Lösung: Betriebe sorgen

selbst für eine Betreuung.

„Ganz so einfach war das natürlich

nicht“, erinnert sich der Hauptgeschäftsführer

der Kreishandwerkerschaft, Frank

Tischner.Zunächst wurde eine „Randzeitenbetreuung“

erörtert, also eine Betreuungsmöglichkeit

von 6bis 22 Uhr. Der

Bedarf war allerdings nicht vorhanden,

also wurde eine andereIdeekonkret. Gemeinsam

mit der „EWG– Entwicklungsförderungsgesellschaft

der Stadt Rheine

mbH“ und weiteren Partnern (darunter

Caritasverband und Stadt Rheine) entwickelte

die Kreishandwerkerschaft ein

Konzept der Großtagespfl

ege als familiennahes

Betreuungsmodell für Kleinkinder

im Alter bis zu drei Jahren. DieKinder

sollen mindestens vier Monate alt sein,

die Größe einer Gruppebeträgt maximal

neun Kinder.

Das muss natürlich finanziert werden.

Und dabei kommen Unternehmen ins

Das umfangreiche Angebot der „kids.company“ können Mütter

und Väter auf dem Wochenplan nachlesen.

„kids company“: Nur für das Foto setzen sich Frank Tischner, Kathrin Dengler und Tagesmutter Sabine Toonen (v.l.) auf die Kinderstühlchen.

Spiel. Betriebe, die mitmachen wollen,

zahlen 15 000 Euro pro Jahr für einen

Platz in der Einrichtung, den sie „besetzen“

können. Anders formuliert: Die

Unternehmen erwerben mit dieser Summe

das Recht, für ein Jahr ein Kind einer

Mitarbeiterin beziehungsweise eines Mitarbeiters

in der Großtagespfl

ege betreuen

zu lassen. „Damit ist schon mal ein hohes

Maß an Sicherheit für alle Beteiligten

gegeben“, erläutert Kathrin Dengler, die

bei der Kreishandwerkerschaft den Bereich

Bildung und Beratung leitet und

sich auch intensiv für den Start der

„kids.company“ engagierte. „Die Vorbereitungen

waren intensiver, als wir uns

das vorgestellt hatten“, so ist die Erfahrung

der Sozialpädagogin.

Vier Unternehmen und die Kreishandwerkerschaft

machen mit, damit gibt es

fünf „Firmenplätze“, vier weitere Plätze

werden von der Stadt Rheine „besetzt“.

Damit ist die Gruppe komplett. Betreut

werden die Kinder von drei Fachkräften,

davon sind zwei in Vollzeit tätig. Im Vergleich

mit einer Kita ist das ein hoher Personalschlüssel,

auch das pädagogische

Konzept unterscheidet sich. „In der Großtagespfl

ege haben die Kinder eine sehr

engeBindung an eine Bezugsperson“, erläutert

Kathrin Dengler und betont die

sehr familiäre Atmosphäre der Einrichtung.

Finanzen, Fachpersonal, das pädagogische

Konzept, Partner, die die Arbeit der

„kids.company“ begleiten. Bleibt noch

die Frage nach den Räumlichkeiten. Die

befinden sich im Haus der Kreishandwerkerschaft.

„Das mussten wir natürlich

erst mal unserenBesuchernund Kunden

erläutern“, sagt Frank Tischner. Und dabei

sei natürlich schon mal die Frage gestellt

worden, „warum denn jetzt an dieser

Stelle ein Kindergarten eingerichtet

werden soll“.

Das Konzept wurde gern erläutert und

fand viel positiveResonanz. Und wasdie

Räumlichkeiten betrifft, da habe man

nicht einfach eine Bärchentapete andie

Wände kleben können, schmunzelt

Tischner. Die räumliche Struktur ist speziell

auf die Bedürfnisse der Kinder unter

drei Jahren ausgerichtet. Ein Wickelplatz

gehört ebenso dazu wie der Ruhe- und

Schlafb

ereich mit Kinderbettchen und

eine Außenspielfl

äche.

Seit Mai gibt es das Angebot. „Jetzt müssen

wir zeigen, was wir können und bei

den Betrieben bekannter werden“, sagt

Kathrin Dengler.

Der Bedarfsei vorhanden. Über eine weitere

Gruppe will man bei der Kreishandwerkerschaft

aber noch nicht diskutieren.

„Wir sind ja noch am Beginn und

werden uns die Entwicklung genau anschauen“,

ergänzt Frank Tischner.

Wasschon erreicht wurde? Über das Angebot

wird viel gesprochen. Insbesondere

vor dem Hintergrund der viel diskutierten

Vereinbarkeit vonFamilie und Beruf.

Bei diesem Thema spielt das Handwerk

traditionell eine wichtigeRolle. Die

Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorfist

nacheigenen Angaben bisher die

einzige Handwerksorganisation in

Deutschland, die das Thema in Form der

„kids.company“ umsetzt.

Hubertus Kost

Fotos: Kost

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8 MACHER &MÄRKTE

Die Macht der Marke

Das Münsterland will künftig besser wahrgenommen werden. Das ist wichtig, um

sich für die Herausforderungen der Zukunft zuwappnen, sagen die Verantwortlichen.

Regionen als Marke verstehen. Das

ist nicht neu und auch nicht selten. In

Zeiten von Fachkräftemangel und

gesellschaftlicher Überalterung

wird alles versucht, mit Hilfe einer

raffinierten Ansprache das Interesse

von Investoren, auswärtigen Nachwuchskräften

und jungen Familien

zu wecken.

It’s OWL“, heißt es inOstwestfalen,

in Südwestfalen ist „Alles echt!“ –

Vertreter beider Regionen erklären,

ein wesentliches Ziel mit ihrer

Kampagne erreicht zu haben: Aufmerksamkeit.

Das Münsterland ist noch keine

Marke, soll aber einewerden.

Geht es nach

dem Willen der

Agentur Brandtrust

und dessen Geschäftsführer

Christoph

Engl, wird die

neue Marke Münsterland

außergewöhnlich.

Vorein paar Tagen stellte

Engl in Münster das bisher

Erreichtevor.Daging es um

das Wortspiel von der „kultiviertesten

Landlust inDeutschland“

und der „ländlichsten

Urbanität“. Das sind Begriffe, mit

denen sich noch nicht unmittelbar

werben lässt, weil sienicht eingängiggenug

sind. Wohl aber beschreiben sie das

Münsterland, seinen Charakter, „seine

DNA“, so Engl.

Wozu das Ganze? Spannende Frage, die

im Vorfeld die Landräte, Münsters Oberbürgermeister

Markus Lewe,IHK-Hauptgeschäftsführer

Karl-Friedrich Schulte-

Uebbing und Unternehmer Jan Ostendorfdiskutierten.

Dem Münsterland geht

es gut, „wir dürfen uns auf dem Erreichten

aber nicht ausruhen“, sagte Dr. Olaf

Gericke, Sprecher der Landräte.

Engl ist ein spannender Typ, agil und eloquent.

Er ist jemand, der vondem, waser

tut und der Art und Weise, wie er es tut,

überzeugt ist. Regionale Markenbildung

hat für ihn mit Identität zu tun. Wichtig

sind ihm die Abgrenzung und die auf den

Punkt gebrachten Qualitäten. Niemand

brauche eine dröge Aufl fistung von Fakten,

sagt er.„Miteiner Leistungsbeschreibung

kommen Sie nicht weiter.“ Wichtigerist

es ihm, ein Bild zu erzeugen –und

damit das Gefühl anzusprechen. „Wenn

Menschen das Münsterland nicht kennen,

aber sagen, da will ich hin, haben sie

es geschafft.“

Noch existiert die Marke Münsterland

nur als erster Entwurf. Um den schließlich

greifb

arer zu machen, sollen nun

Leuchtturmprojekte ins Leben gerufen

werden, „die die Identität des Münsterlandes

spiegeln“, sagte Heinrich-Georg

Krumme, der Aufsichtsratsvorsitzende

der Management-Agentur Münsterland

e.V., die den Markenbildungsprozess initiiert

hatte. Der funktioniere imÜbrigen

nur,wennneben Verwaltung und Politik

auch die Wirtschaft Einigkeit in der Region

zeige, betonte Dr. Benedikt Hüffer,

Präsident der IHK Nord Westfalen.

„Wir stehen im Wettbewerb mit anderen

Regionen um Investitionen sowie Fachund

Führungskräfte“, sagte er. Es nutze

nichts, „wenn wir wissen, wie es sich hier

arbeiten und leben lässt“. Auch dieMenschen

außerhalb des Münsterlandes

müssten das für sich erkennen –und wollen.

Elmar Ries

OFFEN GESAGT

Mehr als Werbung

Eine Region als Marke zuverstehen,

hat natürlich etwas mit Werbung,

aber nichts mit schnödem Aufh

übschen

zu tun. In Zeiten, in denen der demografische

Wandel drückt und Fachkräfte

Mangelware sind, wird das Werben

um kluge Köpfe und deren Familien zu

einer ganzheitlichen Aufgabe.

Wie Unternehmen stehen in einer

hoch mobilen Gesellschaft auch Regionen

in bisweilen scharfer Konkurrenz

zueinander. Ist ein Betrieb

spannend, die Region aber

nicht, zieht die Zielgruppe

schnell weiter. Das Problem haben

vor allem ländliche Räume.

Sie haben oftmals zwar mehr zu bieten

alsKiepenkerl-Klischees. Nur wer

weiß dasschon? Wird das Spannende,

Interessante, emotional Ansprechende,

Unverwechselbare einer Region

herausgearbeitet,

kann am Ende eine

machtvolle Marke stehen.

Das Münsterland ist auf

dem Weg, so eine Marke

zu werden. Das ist so wichtig

wierichtig – und wird auch Zeit:

Andere Regionen sind hier nämlich

schon deutlich weiter. Elmar Ries

Christoph Engl

4.0 macht die Unternehmen schneller

Foto: Wilfried Gerharz

VDI-Forum „Industrie konkret“: Die Firmen können schon bei der Einführung von Fortschritten profitieren.

„Der Wandel wird sich fortsetzen

und nach und nach fast alle

Branchen erfassen.“

Sebastian Schmitz

Kein eigenes Hotel, kein einziges

Bett –und doch ist airbnb, der Community-Marktplatz

für Buchung und

Vermietung von Unterkünften, in

wenigen Jahren zum ernsten Konkurrenten

der Hotelbranche geworden.

Sebastian Schmitz zieht daraus

eine Schlussfolgerung: Unternehmen

müssen sich wappnen und die

digitale Transformation angehen.

Schmitz, Experte des Forschungsinstituts

FIR an der

RWTH Aachen, sprach in

Münster beim VDI-Forum „Industrie

konkret“ im Medienhaus

Aschendorff. Das Beispiel aus dem

kalifornischen Silicon

Valley–dort

wurde das Buchungssystem

erdacht

– verdeutlichte

recht gut,

wie schnell alte

Geschäftsmodelle

ins Wanken geraten

können. Auch

der Beförderungsvermittler Uber steht

für diesen Trend. Der Taximarkt ist gewarnt.

Das FIR geht in diesem Zusammenhang

wichtigen Fragen nach, die in Zeiten der

fortschreitenden Digitalisierung jedes

Unternehmen für sich beantworten sollte:Welche

Chancen und Risiken birgt die

Digitalisierung für meinGeschäftsmodell

und meine Geschäftsprozesse? Welche

Technologien sind für meine Digitalisierungsvorhaben

technisch und wirtschaftlich

geeignet? Wieführe ich neue digitale

Technologien zielgerichtet im Unternehmen

ein?

Bei den digitalen Geschäftsmodellen sind

die Bereiche Finanzen, Medien und Handel

heuteschon deutlich weiter als Energie

und Produktion. Durch die Industrie

4.0 und das Internetder Dingeerhält die

Entwicklung laut Sebastian Schmitz ein

ganz neues Momentum.

Industrie 4.0 wird Unternehmen schneller

machen. Sie können zum Beispiel Anpassungsprozesse

in deutlich weniger

Zeit umsetzen, weil die Systeme integriert

und abgestimmt sind, weil Analysen

früher vorliegen, Gegenmaßnahmen rascher

eingeleitet werden können. Ergebnisse

stehen früher zur Verfügung.

Schmitz: „Die Fähigkeit, Daten zu nutzen,

um hieraus Wissen zu generieren,

wird zukünftig Gewinner von Verlieren

unterscheiden.“

Schon auf dem Weg zur Industrie 4.0

können Unternehmen nach Erkenntnissen

des FIR vonFortschritten profitieren.

Die Stufen lauten: sehen (was passiert?),

verstehen (warum passiert es?), vorbereitet

sein (was wird passieren?), sich

selbst optimieren (wie kann autonom reagiert

werden?). Eine rein technologiegetriebene

Betrachtung hat sich als nicht

ausreichend herausgestellt.

Ein großes Thema: Industrie 4.0 prägt zurzeit viele Messen.

Laut Schmitz muss für eine erfolgreiche

Umsetzung die gesamte Unternehmensstruktur

berücksichtigt werden. Es

braucht einen digitalen roten Faden.

Der münsterländische VDI setzt die Reihe

zur Industrie 4.0 am 12. Oktober fort.

Dann geht es um einen Erfahrungsbericht.

wk

Foto: dpa


BRANCHEN &BETRIEBE 9

Blechverarbeitung im großen Stil

Die Ferro Umformtechnik aus Stadtlohn gehört inder Branche europaweit zu den führenden Unternehmen

und liefert unter anderem das Material für die gigantische Hochmoselbrücke.

Durch den Einsatz von CNC-gesteuerten Anlagen können auch Produkte mit außerordentlich großen Abmessungen geschnitten, gekantet und geschweißt werden.

1702 Meter lang, rund 160 Meter

hoch (und damit größer als der Kölner

Dom) –die im Bau befindliche

Hochmoselbrücke in Rheinland-

Pfalz scheut keine extremen Dimensionen.

Die Pläne für diesen Brückenbau

gibt es schon seit den

1960er Jahren. Vor der Realisierung

folgten allerdings zunächst jahrelange

Diskussionen; das Vorhaben

entwickelte sich zu einem Politikum.

So erfolgte die Vergabe der Rohbauarbeiten

erst 2010. Die Fertigstellung

ist für 2018 angepeilt. Etliche

tausend Tonnen Beton und Stahl

werden bis dahin verbautsein. Stahl,

der auch aus dem Münsterland zugeliefert

wird –von der Ferro Umformtechnik

aus Stadtlohn, einem europaweit

führenden Unternehmen in

der Blechver- und -bearbeitung.

Wir liefern Bauteile bis

zu einer Längevon 17

Metern in das Moselgebiet.

Indas Projekt

sind wir seit drei Jahren

eingebunden. Bis November 2017

werden wir vom Münsterland aus rund

300Lkw in Bewegung gesetzt haben, die

dann zirka7000Tonnen an Bauteilen für

die Brücke sowie die Unterkonstruktion

geladen haben“, listet Heinz Dünne,

einer der drei Ferro-Geschäftsführer,

stolz das Zahlenwerk auf. Er weiß, „dass

dieses Projekt sicherlich ein ganz besonderes

in der Unternehmenshistorie ist.“

Aber auch ansonsten macht sich das 1996

gegründete Unternehmen mit den drei

heutigen Gesellschaftern Heinrich

(Heinz) Dünne (49), Ludwig Upgang

(64) und HermannMöllers (68) nicht gerade

klein.

Ausleger für Autokrane, aber auch

Arbeitsbühnen, Bauteile für Windkraftanlagen

oder die Nutzfahrzeugindustrie

sind nur einige der zahlreichen Betätigungsfelder.

„Wir setzen verkürzt gesagt

auf das Schneiden, Kanten und Bearbeitenvon

Stahl. Und das in allen Varianten.

Dabei sind wir hauptsächlich im Serienbereich

unterwegs, hier dann von groß

bis klein. Fertigungstechnik, Werkstofftechnik

sowie Konstruktionsleistung stehen

für uns im Dreiklang“, betont Heinz

Dünne. „Dieser Dreiklang ist für uns

Handlungsmaxime und Anspruch zugleich.“

Gestartet im Juni 1996 mit 27Mitarbeitern,

hat sich Ferro Umformtechnik mit

aktuell über 220 Beschäftigten entsprechend

breit aufgestellt. „Es ist ein umkämpfter

Markt, bei dem man sich mit

speziellen Produkten abheben und positionieren

muss“, weiß der Geschäftsführer.

Die Gründungsidee war seinerzeit

konzentriert auf den Einsatz der ersten

Laseranlage mit Schwenkkopf für die

Schweißnahtvorbereitung. Diese wurde

zusammen mit einem Maschinenhersteller

eigens für Ferroentwickelt. Durch den

technischen Fortschritt wurde dem Kunden

das aufw

ändigemanuelle Flexensowie

auch das mechanische Bearbeiten

vor dem Schweißen erspart.

► Fortsetzung Seite 10

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

Kreative

Lösungen

Ferro Umformtechnik testet zum ersten Mal bei

der Nachwuchssuche die Teilzeitausbildung

Präzisionsarbeit und ein hoher Qualitätsanspruch zeichnen das Unternehmen aus.

Ein weiteres Standbein des

münsterländischen Anbieters

„sind intelligente Lösungen

für den Fahrzeugbau“,

unterstreicht Heinz Dünne:

„Da fordert der Kunde immer leichtere

Produkte.“ Dass dieses Konzept aufgeht,

soll man kaum meinen, wenn man beispielsweise

einen schweren Muldenkipper

vorAugen hat, der etliche Tonnen an

Gesteinsbrocken oder anderem Material

transportiert. „Es geht“, lacht der Firmenchef

und erklärt: „Die Bleche für die Mulden

werden in unterschiedlichen Materialgüten

und -stärken wie ein Puzzle laserverschweißt

zusammengefügt.“ Heißt:

Dort, wo die meisteLast draufliegt -also

im Kippbereich mit dem höchsten Mate-

Die neue Mobilität.

rialverschleiß –, ist das Material dicker,

nach oben hin verdünnt es sich. Dass die

Kippermulde patchworkartig zusammengesetzt

ist, lässt sich mit bloßem Auge

nichterkennen. „Das ist auch Sinn und

Zweck, um Gewicht zu sparen“, betont

Dünne.

Ein Stück deutscher Geschichte mitgeschrieben

haben die Stadtlohner in ihrer

Unternehmenshistorie übrigens auch

schon: Für die Gedenkstätte Berliner

Mauer, die 1998 eingeweiht wurde und

die an die Teilung Berlins durch die Mauer

sowie an die Menschen, die dort ihr Leben

gelassen haben, erinnern soll, hat

Ferro Umformtechnik seinerzeit den

Stahl geliefert.

Susanne Menzel

Fachkräftemangel – zumindest in

den handwerklich-technischen Berufen

konnte Ferro Umformtechnik

in diesem Jahr erstmals die ausgeschriebene

Ausbildungsstelle nicht

besetzen. „Wir müssen – wie viele

andere Unternehmen auch – neue

Wege gehen und uns dabei auch auf

kreative Lösungen einlassen“, sagt

Ivonne Südfels, Personalleiterin bei

Ferro Umformtechnik. Einer dieser

Wege ist die Teilzeitausbildung.

Und hier kam dann Lubov

Schimpfzum Zuge. Die 26-

Jährige, geboren in Kasachstan,

lebt seit 2004 in

Deutschland. Eigentlich,

so gibt die Mutter einesdreijährigen Sohnes

zu, habe sie auf einen Studienplatz

gewartet. „Ich hattevor,mich in Richtung

Sozialwesen zu orientieren. Um die Zeit,

bis ich mich endgültig einschreiben kann,

sinnvoll zu nutzen, wollteich eine Ausbildung

absolvieren.“

Vom Jobcenter wurde sie daraufh

in an

das TEP-Projekt der BBS verwiesen: „Da

habe ich zunächst geschaut, wasich wohl

berufl

ich machen könnte.“ Mit einem

Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung

in der Tasche sowie einem angefangenen

Studium in Elektrotechnik hat sie sich gemeinsam

mit ihrer BBS-Betreuerin Claudia

Höhn überlegt, „dass es durchaus

auch etwas Technisches sein könnte. Die

Zusage von Ferro, eine Ausbildung als

technische Produktdesignerin anzufangen,

passte dawie die Faust aufs Auge.“

„Wichtig für alle Seiten“, so Ivonne Südfels,

„waren die richtigen Rahmenbedingungen,

die für jeden passen müssen.“

Lubov Schimpf arbeitet einige Wochenstunden

weniger als ihre Kolleginnen

und Kollegen, muss allerdings trotzdem

den gleichen Lernstoff absolvieren. „Da

heißt es dann, sich zu Hause hinzusetzen“,

weiß die 26-Jährige, die in den

nächsten Wochen dieverschiedenenStationen

in dem Unternehmen durchläuft,

um alle Seiten und Arbeitsschritte dort

kennenzulernen. „Ich bin hier ständig

mit meinem Notizbuch unterwegs, um

mir möglichst alles genau zu notieren“,

lacht die jungeFrau. „Etliche Seiten sind

schon gefüllt. Ich möchte möglichst viel

wissen.“

Die Dreifachbelastung Kind, Haushalt

und Ausbildung habe sie gut im Griff:

„Ich bin motiviert. Vorallem, weil ichhier

mit offenen Armen aufgenommen wurde

und viel Unterstützung erhalte. Auch

mein Sohn hat sich schon daran gewöhnt,

dass er nun etwas länger im Kindergarten

bleiben muss. Ich bin sicher,esist für uns

der richtige Weg. Und an ein Studium

denke ich inzwischen gar nicht mehr.“

Mut machen möchtedie jungeFrau auch

anderen Müttern, „sich gerade als Alleinerziehende

nach Alternativen zu erkundigen,

auf eigenen Füßen stehen zu können.“

Wie auch Ferro habe sie zuvor die

Möglichkeit der Teilzeitausbildung nicht

gekannt. Doch beide Seiten sind schon

jetzt überzeugt: „Dieser Schritt ist einer

in die richtigeRichtung, wenn manoffen

für Neues ist.“ Susanne Menzel

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Die junge Mutter Lubov Schimpf (l.) –hier mit Personalleiterin Ivonne Südfels –ist die

erste Teilzeitauszubildende bei Ferro Umformtechnik.

Foto: Susanne Menzel

TEP-PROJEKT –TEILZEITAUSBILDUNG

Die Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) bereitet Interessentinnen, die sich für

diesen Bildungsweg entscheiden wollen, an den Standorten Bocholt und Ahaus auf die

Teilzeit-Ausbildung vor. Während der vier- bis sechsmonatigen Betreuungsphase –als

TEP-Projekt gefördert vom Land, der EU und dem Jobcenter Kreis Borken –werden die

Frauen individuell gecoacht. Gemeinsam werden Themen wie die richtige Berufswahl und

Bewerbung auf eine Teilzeit-Ausbildungsstelle, Kinderbetreuung sowie auch die finanzielle

Absicherung in der Lehrzeit erarbeitet. Ziel ist es dann, entsprechend gerüstet in die

Teilzeitausbildung einzusteigen, bei der die wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden reduziert

ist und der Einsatz imBetrieb individuell mit dem Arbeitgeber abgesprochen wird.

Das Profil, das die Frauen mitbringen müssen, um im TEP-Projekt aufgenommen zu werden,

ist möglichst ein Schulabschluss, mindestens ein Kind unter 16 Jahren im eigenen

Haushalt –und natürlich die entsprechende Motivation, einen beruflichen Neustart zu

wagen. Ansprechpartnerin für das Teilzeitausbildungsprojekt ist bei der BBS TEP-Projektkoordinatorin

Ulrike Broscheit, Tel. 02561/ 699-440.


BRANCHEN &BETRIEBE 11

Mit der Elektro-Mobilität

auf Wachstumskurs

Die Aumann AGsteht Autoherstellern bei der Motorenentwicklung zur Seite. In Beelen werden Fertigungslinien

hergestellt, die sich mit dem Motoreinbau und dem Anschluss der Batterien beschäftigen.

„Wir wissen, woran die Automobilhersteller

hinter verschlossenen Türenforschen

und wie derenFahrzeuge

im Jahr 2020 aussehen“, sagt Rolf

Beckhoff, Vorstand der Aumann AG.

Er ist überzeugt, dass der Wegunaufhaltsam

und zügig in das Zeitalter

der Elektromobilität führt. Die Aumann

AG mit Sitz in Beelen ist mit

von der Partie.

„Je mehr Elektromotoren hergestellt

werden, desto günstiger

wird es.“

Rolf Beckhoff

Der dreiköpfige Vorstand der Aumann AG (v.links): Rolf Beckhoff

(CEO), Ludger Martinschledde (CEO) und Sebastian Roll (CFO).

Foto: Fenner

In der Produktion der Aumann AG werden Spulen gewickelt –unter anderem für die Automobilindustrie.

In seinem Werk in Espelkamp entwickelt

das Unternehmen besondere

Wickeltechniken für Spulen

in Elektromotoren. Bis vorKurzem

wardas Wickeln der Kupferdrähte

teure Handarbeit. Jeder Knick im Draht

oder zu viele Zwischenräume innerhalb

der Spule sorgenfür Energieverluste. „Je

genauer die Spule gewickelt ist, destoeffizienter

ist später der Motor, und die

Reichweitedes Fahrzeugs steigt“, erklärt

Ludger Martinschledde, ebenfalls Vorstand

der Aumann AG.

Im Konferenzraum des Betriebs in Espelkamp

steht „Das Handbuch der Wickeltechnik“,

303 Seiten dick. Da ist schnell

klar, dass die Wickeltechnik keine einfache

Aufgabe ist. „Zu uns kommen die

Autohersteller mit ihren Plänen und wir

schauen,wie wirden speziell für den einzelnen

Fahrzeugtyp angefertigten Motor

am besten einpassen“,

erklärt

Beckhoff. Entsprechend

werden

die Spulen

hergestellt. Ein

hochsensibler Bereich,

denn dass

die Konkurrenz

dabei in die Karten

schaut, will niemand riskieren.

Die Aumann AG hat Maschinen entwickelt,

die ganz unterschiedliche Wickeltechniken

„beherrschen“. Für jeden Antrieb

und für jede Motorgröße. „Die

Elektrofahrräder sind ein gutes Beispiel

dafür,dass diese Form derMobilität massentauglich

ist“, betont Beckhoff. „Und

das wird sich im Automobilbereich fortsetzen.“

Der Verbrennungsmotor sei ein

Auslaufmodell.

Ein Blick in den Schauraum des Unternehmens

ist deshalb ein Blick indie Zukunft.

Wenn die Maschine mithilfe der

Techniker und Programmierer die perfekte

Spule wickelt, zieht sie um zum

Autohersteller, bei dem sie dann mit der

Massenproduktion beginnen kann. „Je

mehr Elektromotoren hergestellt werden,

desto günstiger wird es. Heute werden

die teuren Entwicklungskosten noch

auf zu wenige Hersteller und letztlich auf

den Kunden umgelegt.“

Im Beelener Werk, der MBB Fertigungstechnik

GmbH, die zur Aumann AG gehört,

steht ebenfalls die Elektromobilität

im Fokus. Dort werden unter anderem

Fertigungslinien hergestellt, die sich mit

dem effektiven Einbau der Motoren und

dem Anschluss der Batterien beschäftigen,

erklärt Dr. Constantin Mang aus

dem Management der MBB.

Komplette Maschinen herzustellen, die

anschließend ein fertiges Produkt präsentieren,

damit beschäftigen sich auch

schon die Auszubildenden. Der Roboter

aus dem Ausbildungszentrum kann –

umprogrammiert –nun leckereCocktails

mixen. Die Lehrlinge imersten Ausbildungsjahr

haben eine Maschine entwickelt,

die kleine Bauteile herstellt und im

zweiten Schritt alles wieder ordentlich

auseinandernimmt.

Die Aumann AG beschäftigt in Espelkamp

200 Mitarbeiter, in Beelen 600.

Weitere kleinere Standorte des Maschinenbau-Spezialisten

sind in Berlin, den

USA und China ansässig. Im zurückliegenden

Jahr sind rund 100 neue Stellen

geschaffen worden. Aber eine Sorge des

Unternehmens ist der Fachkräftemangel:

„Wir könnten stärker wachsen, wenn wir

mehr Mitarbeiter hätten“, ist Beckhoff

überzeugt.

Aumann hat das mit Abstand erfolgreichste

Halbjahr seiner Unternehmensgeschichte

abgeschlossen. Mit einem

Wachstum von35,3 Prozent im Vergleich

zum Vorjahreszeitraum hat das Unternehmen

in den ersten sechs Monaten dieses

Jahres einen Umsatz von98Millionen

Euro erzielt, heißt es im Halbjahresbericht.

Das Wachstum des Unternehmens

werde von einer hohen Nachfrage getragen,

die im Bereich der Fertigungslinien

für die Elektromobilität besonders stark

zunehme. Der erfolgreiche Börsengang

von Aumann im ersten Quartal dieses

Jahres habe das Unternehmen zudem auf

eine neue Evolutionsstufe gehoben und

die Grundlage für weiteres Wachstum,

insbesondere im Bereich E-Mobility, geschaffen.

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12 BRANCHEN

Dem vielseitig vernetzten „Sm

1892 wurde in einer kleinen handwerklichen Schmiede in Altenberge der Grundstein für den weltweit agieren

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Alle acht Minuten rollt derzeit in Altenberge ein neuer Trailer vom Band.

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BETRIEBE 13

art Trailer“ gehört die Zukunft

den Konzern Schmitz Cargobull gelegt. Das 125-jährige Bestehen war genau der richtige Anlass,

ft gut: Rund 57 000 Auflieger, Kühlfahrzeuge und Kipper rollen jährlich von den Bändern.

Foto: Schmitz Cargobull

Es hatte einen sehr guten Grund, warum

die Schmitz Cargobull AG vor

Kurzem eine Lkw-Oldtimer-Parade

im Herzen von Altenberge präsentierte:

Denn die Ursprünge des in

Europa führenden Herstellers von

Sattelaufl

iegern, Anhängern und

verschiedenen Motorwagenaufb

auten

liegen am Marktplatz der rund

11 000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Dort gründete vor 125 Jahren

der Schmied Heinrich Schmitz

das Unternehmen, das mittlerweile

weltweit unterwegs ist.

Das 125-jährige Bestehen

war für die vierte Unternehmergeneration

(Dirk

Hoffmann, Andreas

Schmitz und Bernhard

Schmitz) Grund genug, mit mehreren

Festveranstaltungen für Mitarbeiter und

Kunden auf die bewegteFirmengeschichte

zu blicken.

„Die Zuverlässigkeit der Westfalen und

die Bodenständigkeit sind Garanten für

den Erfolg“, meinte Andreas Schmitz, seit

April 2016 Vorstandsvorsitzender, im

Rahmen einer Gala vor über 1500 Kunden

aus ganz Europa in Altenberge an der

Siemensstraße, dem größten Produktionsstandort

des Unternehmens. In

einerShowaus Akrobatik und Musik waren

Talkrunden eingebunden, in denen

neben dem Familien-Trio auch Vorstandsmitglied

Boris Billich, verantwortlich

für den Vertrieb, Bilanz zog.

Derzeit produziert Schmitz Cargobull in

Andreas Schmitz ist seit dem vergangenen

Jahr Vorstandsvorsitzender der Schmitz

Cargobull AG.

elf Herstellungswerken. Seitdem 1. April

dieses Jahres rollen die Trailer vomWerk

in Adapazari (Türkei) vom Band. Trotz

des momentan angespannten Verhältnisseszwischen

Deutschland und der Türkei

setzt Andreas Schmitz auf eine „dauerhafte

Zusammenarbeit“. In diesem Zusammenhang

meinte der Vorstandsvorsitzende

weiter:„Ich bin durch und durch

Europäer.“ Er glaube aneine dauerhafte

Kooperation mit der Türkei und auch mit

Russland. VomStandortinder Türkei aus

sollen neue Märkte imNahen Osten erschlossen

werden.

Expansion, das hat sich Schmitz Cargogull

seit jeher auf die Fahne geschrieben

–trotz mancher Klippen, wie den Krisenjahren

2008/2009. Doch seit 2012/2013

gehen die Verkaufszahlen wieder steil

nach oben: von 40616 Fahrzeugen auf

aktuell rund 57 000 Aufl

ieger, Kühlfahrzeuge

oder Kipper, die jährlich von den

Bändern rollen.

Jüngster Expansion-Standort ist Südafrika.

Dort wurde mit dem Hersteller GRW

eine Kooperation geschlossen. Ebenso

versucht Schmitz Cargobull seit einigen

Jahren, in China mit einem Werk Fußzu

fassen. Das ist allerdings nicht so einfach

–die Konjunktur dort erholt sich ganz

langsam. Doch davon lässt sich der VorstandsvorsitzendeAndreas

Schmitz nicht

beirren. Sein Credo: „Wir denken nicht

von Tag zu Tag, sondern über einen viel

längeren Zeitraum.“ Und das seit 125

Jahren, wie seine Vorfahren, betont

Schmitz.

Während der Ju-

„Wir denken nicht von Tag zu Tag,

sondern über einen viel längeren

Zeitraum.“

Vorstandsvorsitzender Andreas Schmitz

biläumsveran-

staltungen hatten

zahlreiche

Gäste auch Gelegenheit,

die Produktionsanlagen

in Altenberge zu

besichtigen. Die

Konjunktur boomt, es wird im Drei-

Schicht-Betrieb gearbeitet. Bis zu 100

Trailer verlassen täglich das Werk an der

Siemensstraße. Falls der Kunde es

wünscht: In 18 Stunden kann ein Auflieger

ausgeliefert werden, erzählt Andreas

Schmitz.

Die Produktionssteigerung hat in den

vergangenen Jahrzehnten rasant zugenommen:

1961 waren esgerade einmal

rund 300 Fahrzeugepro Jahr. SchonwenigeJahrespäterkommtdas

Werk in Altenberge

an seine Grenzen: Die Expansion

über das Hügeldorf hinaus startete

1967 mit der Eröffnung eines Produktionsstandortes

in Berlin, 1969 kommt

ein Werk in Vreden hinzu. WeitereStandorte

inDeutschland sind Gotha, Toddin

und Horstmar (Verwaltung). Außerhalb

von Deutschland wird inSpanien, Litauen,

Russland, China und in der Türkei

produziert.

Und wie sieht die Zukunft von Schmitz

Cargobull aus? 30 Millionen Euro, kündigteAndreas

Schmitz während der Jubiläumsfeierlichkeiten

an, werde das

Unternehmen in den nächsten Jahren in

die Hand nehmen, umden „Smart-Trailer“

voranzutreiben.

„Die digitale

Vernetzung wird

immer wichtiger“,

betont der Vorstandsvorsitzende.

In einem Ausstellungszelt

konnten

sich die Besucher

bereits von Zukunftsvisionen im Hause

Cargobull ein Bild machen: Unter dem

Motto „Zukunft gestalten“ wird auf das

Jahr 2042 geblickt: Autonomeund emissionsfreie

Fahrzeuge, die sich auch im

Fernverkehr durchsetzen, seien dann vernetzt

und bewegten sich nahezu lautlos,

so die Prognose von Schmitz Cargobull.

Martin Schildwächter

ANGeBotNur für GewerBetreiBeNde

citroëN spAcetourer

MAkecoNNectioNs

Im Ausstellungszelt

wurden auch Achsen

gezeigt – rund eine Million

wird derzeit von

Schmitz Cargobull produziert.

Fotos (3): mas

Mit einer fulminanten Show aus Musik, Tanz und Akrobatik wurde das 125-jährige Bestehen

gefeiert.

SCHMITZ CARGOBULL

1892 übernahm Franz Heinrich Schmitz die Dorfschmiede seines Vaters und

legte den Grundstein für den heute weltweit tätigen Trailerhersteller.

Im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Umsatz etwa zwei Milliarden Euro

(plus 14 Prozent zum Vorjahr).

Produzierte Fahrzeuge: rund 57000 Einheiten (plus 16 Prozent zum Vorjahr)

Mitarbeiter: zirka 5700

Eigenkapitalquote: rund 54 Prozent

Produzierte Achsen: etwa eine Million Einheiten

Telematik-Systeme: rund 30 000

Die Vorstände: Andreas Schmitz (unter anderem verantwortlich für die Unternehmensstrategie

und das Werk in China), Boris Billich (Vertrieb), Andreas Busacker

(Finanzen/Personal), Andreas Klein (Produktion/Logistik) und Roland Klement

(Forschung/Entwicklung)

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14 BRANCHEN &BETRIEBE

Aus den Fehlern lernen

Ein Warendorfer IT-Spezialist stellt Mitarbeiter in Kundenunternehmen auf die Probe und inszeniert

verschiedene Spielarten einer Cyberattacke. Das Ziel: höhere Sensibilität imArbeitsalltag.

„70 Prozent der IT-Sicherheitsvorfälle

werden durch Menschen

verursacht.“

Martin Müller

Es gibt Schock-Momente, die möchte

weder ein Mitarbeiter noch ein Firmenchef

gerne erleben: Ein Mitarbeiter

arbeitet tagtäglich in unterschiedlichen

Systemen und Portalen,

sodass er die verschiedenen

Passwörter im Kopf nicht mehr sortiert

bekommt. Für einen schnellen

Zugriff helfen kleine Post-It-Notizzettel,

einfach am Bildschirmrand

befestigt. Hätte sich nun unter die

Mannschaft der abendlichen Reinigungskräfte

jemand mit einem kriminellen

Ansinnen eingeschleust,

um sensible Unternehmensdaten

auszuspionieren, wären diese kleinen

gelben Zettel eine leicht gefundene

Beute.

Schock-Moment Nummer

zwei: Ein aufmerksamer Firmenmitarbeiter

findet einen

USB-Stick auf dem Fußboden

der Kantine. Unbürokratisch

möchte erdiesen einem Kollegen, der

den Stick vielleicht schon vermisst, zukommen

lassen. Zwecks weiterer Nachforschungund

getrieben vonder eigenen

Neugierde steckt er den Stick inseinen

Rechner.Der verseuchteDatenträger verbreitet

eine Schadsoftware im Unternehmensnetzwerk.

„70 Prozent der IT-Sicherheitsvorfälle

werden durch Menschen verursacht“,

zieht Martin Müller von CSM MeinSystemhaus

in Warendorf Bilanz und bringt

das Problem auf den Punkt: „Die dunkle

Seite der Cyberwelt hat reagiert auf die

mittlerweile extrem leistungsstarken Sicherungssysteme

wie Firewall, Virenscanner

und Co. Deshalb hat sich seit

knapp über einem

Jahr die Angriffsmethode

völlig

verändert. Bildlich

betrachtet,

dringt man jetzt

quasi durch ein

Kellerfenster und

nicht mehr durch

die Haustür ein,

um an sensible Unternehmensdaten heranzukommen.“

Und dazu werde das

schwächste Glied der Kette genutzt: der

Mensch.

Allein 2016 wurden bei CSM MeinSystemhaus

über 100Sicherheitsvorfälle gemeldet.

„Erst im vergangenen Jahr ist

diese Problematik extrem explodiert.

Und die Dunkelziffer ist noch viel höher“,

so Müller.Und er erläutert dazu: „Aktuell

kommen täglich etwa 300 000 verschiedene

Varianten von Schadsoftware hinzu,

die mittels infizierter Software oder

Hardware in die Netzwerke von Unternehmen

eingeschleust werden. Daten

werden gestohlen oder Computersysteme

als Bot-Netzwerk missbraucht.“

Ein gutes Jahr Zeit und eine stattliche

Summe an Investitionskosten haben

Martin Müller und sein Team in die

Waagschale geworfen, um mit System

dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Harmlos sieht das Trojanische Pferd aus. Inder EDV ist es der Inbegriff einer schädlichen Software.

Mit der Security &Awareness Experten

GmbH ist zugleich ein Kompakt-Programm

entstanden, das nicht nur Kunden

im ganz individuellen Zuschnitt nutzen

können, sondern das auch als Komplett-

Paket unter dem Stichwort „Awareness

Experte“ über weitere IT-Firmen am

Markt selbstständig angeboten und vertrieben

werden kann.

Das Prinzip hinter diesem Programm ist

schnell formuliert: „Aus Fehlern lernen“.

„Unser Ziel ist es, den Mitarbeitern die

Augen zuöffnen und sie nachhaltig aufzurütteln“,

beschreibt CSM-Chef Martin

Müller. Aber die Awareness geht noch

einen Schritt weiter und erzielt damit beachtliche

Lerneffekte. „Wir provozieren

Schock-Momente, natürlich alles in Absprache

mit der jeweiligen Firmen- und

IT-Leitung.“ Diese Absprache nennt sich

auch Kick-Off-Phase. „Wir legen die Bedürfnisse

und Gegebenheiten in einem

Unternehmen in einem Meeting fest und

passen das Programm entsprechend an“,

beschreibt der Warendorfer CSM-Geschäftsführer

die Vorgehensweise.

Die Nachhaltigkeit in Sachen Awareness

wird erreicht durch die passende Mischung

aus Provokation, Schulung und

Sensibilisierung. Haben die Mitarbeiter

erkannt, wie schnell sie real in eine Falle

getappt sind, beginnt der Lerneffekt. Mit

unterschiedlichen Modulen kann das

Programm „Awareness Experte“ für Cyber-Kriminalität

sensibilisieren beziehungsweise

die IT-Sicherheit des eigenen

Mit über 60 Mitarbeitern und Standorten inWarendorf, Münster, Siegen und Düsseldorf betreut CSM MeinSystemhaus

heute Kunden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

Fotos: CMS

Unternehmens messen. Ob nun mit einer

Phishing-Kampagne, einer Telefon-Engineering-Kampagne

oder mit individuellen

Audits im Bereich Mitarbeiter-Awareness

–ambesten lässt sich das Bewusstsein

für IT-Sicherheit im Unternehmen

messen, wenn die Nutzer gar nichts von

einer Messung wissen.

Müller erläutert dies am Beispiel einer

Phishing-Kampagne: Anhand realistischer

Daten werden eine personalisierte

und eine allgemeine Phishing-E-Mail von

der Awareness Experten GmbH erstellt

und an entsprechende Mitarbeiter verschickt

–oftmals auch mehrmals. „Wie

im echten Betrugsfall kapern wir die E-

Mail-Adresse zum Beispiel des Geschäftsführers.

Meistens enthalten solche E-

Mails eine Story und werden von der E-

Mail-Adresse des Geschäftsführers beispielsweise

unter dem Deckmantel einer

Mitarbeiterumfrage geschickt.“ Über

einen Link soll mit der Angabevon Benutzernamen

und Passwort geantwortet

werden. „Zwei Drittel der Mitarbeiter klicken

das an“, sagt Müller aus seiner Erfahrung

heraus. Eine komplette Auswertung

derKampagne wirddem Unternehmen

zur Verfügung gestellt.

Das Telefon-Engineering ist ein ebenso

gerne genutztes „Awareness-Element“:

Ein Social Engineer geht strategisch vor,

in dem er im Namen einer Supportfirma

anruft und sich auf ein erfundenes technisches

Problem bezieht, welches er

schon im Vorfeld aus öffentlichen Quellen

recherchiert hat. Ein bewusst eingesetzter

Fachjargon setzt das vermeintliche

Opfer unter Druck, das meistens arglos

seine Hilfe anbietet und einer Fernwartung

zustimmt. Dem Einspielen einer

Schadsoftware werden damit die Tore

weit geöffnet. „Der Firmenmitarbeiter

wird bei einer solchen Vorgehensweise

leicht zum Spielball, da ihm oftmals gar

nicht bewusstist, welche Daten als sensibel

eingestuftwerden“, beschreibt Müller

die Problematik.

Damit die Mitarbeiter die Schock-Momente

imArbeitsalltag nicht so schnell

vergessen, soll eine Schulung im Anschluss

für eine Vertiefung und Sensibilisierung

sorgen. „Eine Awareness-Kampagne

ist kein Projekt, sondern ein Prozess“,

erläutert Martin Müller. Damit das

Erlernte nicht so schnell verloren geht,

umfasst das Konzept auch Marketing-

Materialien, die ständig an die erforderlichen

Sicherheitskriterien erinnern. Ob es

wirklich funktioniert? Das testen die Experten

am Ende auf Wunsch auch noch

einmal. „Dann provozierenwir nach einigen

Monaten mit einer vermeintlichen

Angriffsmaßnahme einfach noch einmal

eine neue Test-Situation“, sagt Müller.

Denn, wie bei allen Lernprozessen sei

auch hier eine Regelmäßigkeit wichtig,

die Sensibilisierung nehme im Laufe der

Zeit nämlich wieder ab.

Monika Vornhusen

CSM MeinSystemhaus GmbH

Als Horst Müller das Gründungsdatum festlegte, wählte

er 1977 bewusst den 31. März, um nicht am 1. April als

Aprilscherz zu enden. Mit Blick auf das Unternehmen

heute hätte ihn diese Sorge nicht umtreiben müssen. Was

vor 40Jahren als Ein-Mann-Betrieb für elektronische

Bauteile, Widerstände und Batterien begann, ist heute zur

CSM MeinSystemhaus GmbH geworden, mit Hauptsitz in

Warendorf und Standorten inMünster, Düsseldorf und

Siegen. Rund 80 Mitarbeiter betreuen Unternehmen in

ganz NRW rund um deren EDV-Angelegenheiten. „Eine

40-jährige Firmengeschichte hat in der IT-Branche Seltenheitswert“,

sagt Geschäftsführer Martin Müller und erläutert:

Sein Vater Horst Müller hatte ein Gespür für Innovation

in der IT-Branche. Als ervor 35 Jahren den Schritt

wagte, komplett auf das Thema Technik zu setzen, rieten

ihm viele ab. Doch Müllers Mut war ausgeprägt: So war

er der Erste, der nach Aussagen seines Sohnes im Kreis

Warendorf einen Computer verkauft hat. „Die Einzelteile

hat eraus den USA importiert und in seiner Werkstatt

zusammengelötet“, erzählt Martin Müller. 1993 stieg er

als Auszubildender in den Betrieb des Vaters ein. Früh

ließ ihm dieser mehr und mehr freie Bahn für die Unternehmensplanung.

Die Werte von Müller senior ziehen sich

aber wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte: Junge

Menschen sind für CSM MeinSystemhaus das Potenzial

von Morgen. Das Thema Ausbildung wird deshalb großgeschrieben.

Elf Nachwuchskräfte werden aktuell zuIT-Systemkaufleuten,

IT-Systemelektronikern und Fachinformatikern

ausgebildet. Seit einer Datev-Systempartnerschaft,

die vor zehn Jahren begründet wurde, kann CSM Mein-

Systemhaus auch Berechtigungen im Datev-Rechenzentrum

in Nürnberg unterverkaufen. Eine Möglichkeit, die

nur 20 Systempartner deutschlandweit haben. Mit der

Awareness Experten GmbH hat CSM die Herausforderungen

im schnelllebigen IT-Alltag angenommen und in ein

Konzept gegossen.

mv


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Beresa und Bäumer sichern

sich Flächen amFMO

AirportPark sieht in den Ansiedlungen eine Bestätigung der Ausrichtung zum Markenstandort.

Administrations- und Logistikzentrum wird zentraler Standort für das Beresa-Fahrzeugmanagement.

Von der zehnten Etage des Systemzentrums der Fiege GmbH &Co. KG hat man diesen Ausblick auf den Flughafen und Teile des Aiportparks.

Foto: Günter Benning

Der AirportPark FMO, ein interkommunales

Projekt der Städte Münster

und Greven sowie des Kreises Steinfurt,

wächst weiter. 55Hektar sind

schon baurechtlich gesichert und erschlossen,

größere Areale bereits

verkauft und reserviert. Jetzt wurden

zwei weitere Ansiedlungen bekannt:

Die Beresa-Gruppe will am

Flughafen ein neues Administrations-

und Logistikzentrum errichten.

Außerdem wechselt die Hubertus

Bäumer GmbH von Ostbevern in

den Airportpark am FlughafenMünster-Osnabrück.

Das neue Administrationsund

Logistikzentrum wird

zentraler Standort für das

Fahrzeugmanagement der

Beresa-Gruppe und soll

den Ausbau der Online-Vertriebsaktivitäten

des Unternehmens unterstützen. Die

Entscheidung für den Standort am FMO

fiel laut einer Pressemitteilung nach eingehender

Bewertung vonmehr als 30 Gewerbegrundstücken.

Die Beresa-Gruppe

hat eine Fläche vonrund 42 000 Quadratmetern

direkt an der Airportallee erworben.

Am neuen Zentrum sollen jährlich rund

15 000 Pkw und Transporter für den Verkauf

vorbereitet werden. Im Fokus steht

hier, neben dem einheitlichen Qualitätsstandardfür

die gesamteUnternehmensgruppe

und den erweiterten Dienstleistungsangeboten

für Kunden, auch der

Ausbau der Online-Vertriebsaktivitäten.

„In diesem Kontext bietet sich der Flughafen

mit seiner sehr guten Erreichbarkeit

als Standort optimal an“, heißt es.

Damit besetze Beresa in einem dynamischen

Marktumfeld zusätzliche strategische

Geschäftsfelder und schaffe durch

Prozessoptimierungen noch schnellere

Reaktionszeiten für den Kunden.

„Der Automobilhandel befindet sich in

dem wohl stärksten Wandel der vergangenen

Jahrzehnte. Mit innovativen Zukunftskonzepten

stellen wir uns diesen

Herausforderungen und das neue Zentrum

am Flughafen ist ein wesentlicher

Teil unserer Strategie“, so Thomas Ulms,

Geschäftsführer Beresa.

Im AirportPark FMO sollen sowohl eigene

Fachkräfte aus unterschiedlichen

Unternehmensbereichen als auch externe

Dienstleister ihre Arbeit verrichten.

Insgesamt werden an diesem Standort

60 Personen beschäftigt sein.

Die Hubertus Bäumer GmbH aus Ostbevern,

die ebenfalls in den AirportPark

FMO zieht, ist laut einer Pressemitteilung

deutsche Generalvertreterin der Marken

„Hecht made forgarden“ und der eigenen

Marke „zooprimus“. Zum Sortiment gehören

rund 1000 Produkte, von Gartengeräten

und -artikeln, über Bewässerungstechnik

sowie Gartenmöbel bis hin

zu diversen Zooartikeln.

Das wachsende Online-Exklusivv

ertriebsgeschäft

für Deutschland mit Hecht

Garten- und Zoobedarf führt zur Expansion.

Hubertus Bäumer: „Da der Vertrieb

hauptsächlich online erfolgtund derOnline-Handel

immer schnellere Versandzeiten

verlangt, ist das Grundstück am

Flughafen FMO auf Grund der perfekten

Verkehrsanbindung sowie der Möglichkeit

des 24-Stunden-Betriebes unsere

erste Wahl. Zudem erreichen uns unsere

Großkunden und der tschechische Hersteller

durch die direkte Flughafenanbindung

wesentlich schneller und einfacher.“

In Ostbevern sind die größeren Kapazitäten

nicht darstellbar, sodass die Firma

den Betrieb auf ein rund 15 780Quadratmeter

großes Grundstück an der Elly-

Beinhorn-Straße verlagern wird. Mit

dem Grundstückskaufv

ertrag hat das

Unternehmen hiervon zunächst 8540

Quadratmeter für den Bau eines Büro-,

Ausstellungs-, Versand- und Lagergebäudes

gekauft und die restlichen 7240

Quadratmeter für die Erweiterung mit

zwei zusätzlichen Lagergebäuden reserviert.

Baubeginn soll bereits Anfang 2018

sein, sodass ein Jahr später die geplante

Inbetriebnahme erfolgen kann.

Udo Schröer, Geschäftsführer Airport-

Park FMO GmbH, sieht in den Neuansiedlungen

eine Bestätigung der Ausrichtung

des Businessparks als Markenstandort

und als Standort für stark wachsende

Unternehmen aus der Nachbarschaft.

Große Momente werden noch größer,

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16 BRANCHEN &BETRIEBE

Solarzellen zum Aufrollen

Die BASF Coatings in Münster baut eine Anlage zur Beschichtung funktionaler Folien –ein wichtiger

Beitrag zur Entwicklung der künftigen Dünnschicht-Photovoltaik.

Eine Zeitung, inder sich die Bilder

bewegen wie bei Harry Potter –das

klappt in Zukunft womöglich ohne

Magie. Jörg Lenz von der BASF Coatings

träumt bereits vom faltbaren

Bildschirm. Auf einer Technikmesse

in Las Vegas hat er einen Prototyp

eines südkoreanischen Fernsehherstellers

gesehen. „Unsere erste Anwendung

wird allerdings die Photovoltaik

sein.“

An der Zukunft der Photovoltaik wird intensiv weitergearbeitet –

nicht nur auf den Dächern.

Foto: Colourbox

AufrollbareSolarzellen also –

zum Beispiel für Zeltplanen.

Mit Glas lässt sich das nicht

realisieren. Auch andere,

Aerkömmliche

h

Beschichtungen

sind zu dick. Sie würden statt sich

zu verbiegen eher brechen. Spätestens

wenn es irgendwann um fl

exible Displays

geht.

Eine neue Anlage auf dem Hiltruper

Werksgelände der BASF Coatings soll

demnächst neue Wege gehen. Die neuartige

Beschichtung aus Hiltrup wird

nicht fl

üssig, sondern gasförmig aufgetragen.

So gelingt eine Beschichtung, die

100000 Mal dünner ist als ein menschliches

Haar.„Mit unserer Beschichtung der

sogenannten Barrierefolien leisten wir

einen Beitrag zur Entwicklung der Dünnschicht-Photovoltaik

der Zukunft“, verkündet

das Unternehmen stolz.

Seit einigen Wochen wird bereits an der

Halle gebaut,inder später die funktionalen

Folien beschichtetwerden. Die Fläche

für die neue Halle ist abgesteckt und eingeebnet.

Es soll schnell gehen. Kürzlich

fand der offizielle ersteSpatenstich statt.

Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann

betonte den Wert der BASF Coatings

für die Stadt. „Sie sind das größte

Unternehmen in Münster,einer Stadt der

Wissenschaft und Lebensart.“ Reismann

hieß außerdem Dirk Bremm in Münster

willkommen, der seit April die Leitung

des Unternehmensbereichs Coatings der

BASF übernommen hat. „Ich komme

auch gernezum Richtfest“, so Reismann.

Wenn es nach den Bauherren geht, soll

Den ersten Spatenstich nahmen (v.l.) Jörg Lenz, Leiter New Business Development der BASF Coatings, Bürgermeisterin

Karin Reismann und Dirk Bremm, Leiter des Unternehmensbereichs Coatings der BASF, vor.

das Richtfest noch in diesem Jahr sein –

sowieso drückt das Unternehmenauf die

Tube. Innur fünf Jahren von der Idee

zum fertigen Produkt: Das Folien-Projekt

„Novaga“ wird als firmeninternes Startup

und mit kurzem Zeitrahmen realisiert.

Schon 2018 sollen die ersten Folien ausgeliefert

werden.

„Wir stehen in enger Absprache mit den

Kunden“, erklärt Lenz. Das Folien-Startup

sucht sich nicht nur neue Technik, sondern

auch neue Märkte. Aber was haben

aufrollbare Solarzellen noch mit Lack,

dem Kerngeschäft der Coatings, zu tun?

„Wir sind mehr als Farben“, gibt Bremm

als Parole aus. „Wir schaffen uns neue

Wege, auf denen wir wachsen können.“

Markus Lütkemeyer


GELD &GESCHÄFT 17

Privatanleger sind oft

überproportional betroffen

Die Pleite von Air Berlin kam für viele Experten wenig überraschend. Sie lehrt aber erneut, worauf

Anleger bei der Auswahl riskanter Anleihen unbedingt achten sollten.

Am Boden: Flugzeuge von AirBerlin stehen Mitte September auf dem Flugfeld des Flughafens in Düsseldorf. „Aus operativen Gründen muss Air Berlin Flüge streichen“, teilte die insolvente Fluggesellschaft mit.

Foto: dpa

„Da inden kommenden drei

Monaten höchstwahrscheinlich

weiteres Geld verbrannt werden

wird, sind Anleihebesitzer die

Leidtragenden dieser Strategie.“

Stefan Wallrich

Prokon, MS Deutschland, KTG Agrar

oder zuletzt Air Berlin. Vonspektakulären

Firmenpleiten sind Privatanleger

oft überproportional stark betroffen.

Das liegt auch daran, dass sie sich

leichter von bekannten Namen und

hohen Zinskupons verführen lassen.

Worauf es bei der Anleiheauswahl dagegen

tatsächlich ankommt, ist die

Qualität des Geschäftsmodells.

Ein funktionierendes Geschäftsmodell

lässt sich entgegen

aller positiven Zukunftsprognosen

des Managements

insbesondere anstabilen

operativen Erträgen und einem konstant

hohen Cashfl

ow erkennen. Das betont

Stefan Wallrich, Vorstand der Wallrich

Asset Management AGinFrankfurt/

Main.„Sind diese beiden Bedingungen erfüllt,

wird esinden allermeisten Fällen

auch möglich sein, Zinsverpfl

ichtungen

nachzukommen und

fälligeAnleihen zu refinanzieren“,

schreibt

Wallrich in einemBeitrag

für einen Themendienst

der Münchener

V-Bank.

Bei Air Berlin seien

die genannten Kriterien

nicht erfüllt gewesen.

Die Airlinehabe

in den vergangenen

Jahrendurchweg

Verluste erwirtschaftet. „Allein 2016 waren

es 782 Millionen Euro, der Netto-

Cashfl

ow aus operativer Geschäftstätigkeit

lag bei minus 472 Millionen Euro.“

Wallrich: „Hinzu kommt ein negatives

Eigenkapital. Ausgeglichen werden können

derartige Defizite, wenn überhaupt,

nur durch werthaltige Sicherheiten, die

im Falle einesFalles vonden Anleihebesitzern

verwertet werden können. An dieser

Stelle sieht esbei Air Berlin schlecht aus.

So sind die Schuldverschreibungen weder

besichert, noch besteht die Haftungsverpfl

ichtung einer finanzstarken Mutter.“

Tatsächlich verwertbare Assets dürften

nur in sehr geringem Umfang vorhanden

sein,schätzt der Finanzexperte.Die Flugzeugeseien

größtenteils geleastund mögliche

Erlöse aus dem Verkauf von Startund

Landerechten dienten zunächst einmal

der Ablösungdes Massekredits in Höhe

von150 Millionen Euro, den der Bund

über die KfW

-Bankengruppe zur Verfügung

gestellt hat.

„Der Regierung geht es hier –imVorfeld

der Wahlen –ganz offensichtlich um die

geregelte Rückholung der Urlauber und

den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.

Da in den kommenden drei Monaten

höchstwahrscheinlich weiteres Geld verbrannt

werden wird, sind Anleihebesitzer

die Leidtragenden dieser Strategie. Sie

werden wohl weitestgehend leer ausgehen“,

beurteilt Stefan Wallrich die Lage.

Trotz aller Warnungen sollten Anleihekäufer

jedoch keineswegs ausschließlich

auf Rentenpapiere bester Bonität setzen,

rät der Fachmann. Mit derartigen Bonds

sei im aktuellen Zinsumfeld schließlich

nichts zu verdienen. So lassen sich gewisse

(nicht alle!) Defizite an der einenoder

anderen Stelle durch entsprechend hohe

Renditeerwartungen durchaus kompensieren.

Dabei sind aus Sicht des Experten allerdings

zwei Punkte unbedingt zuberücksichtigen:

„Zum einen muss das Chance-

Risiko-Verhältnis tatsächlich stimmen,

und zum anderen darf inHochzinsanleihen,

sogenannte High Yields, jeweils nur

ein so kleiner Teil des Vermögens investiert

werden, dass ein Totalverlust nicht

übermäßig schmerzt. Warersteres bei Air

Berlin sicherlich nicht gegeben, bleibt zu

hoffen, dass die betroffenen Anleger zumindest

den zweiten Teil dieser Restriktion

eingehalten haben.“

Die Folgen der Insolvenz spüren nicht nur

die Passagiere.

Foto: dpa

Dennis Kleff,

Gewerbekundenbetreuer,

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18 GELD &GESCHÄFT

„Schon wieder ein Meeting...“

Ein bekannter Stoßseufzer – doch erforderliche Arbeitstreffen in Unternehmen können sehr

erfolgreich sein, wenn man Vereinbarungen trifft und die Regeln bei jeder Zusammenkunft beachtet.

„Schon wieder ein Meeting.“ Diesen

Seufzer vernimmt man oft in Unternehmen–dennviele

Besprechungen

verlaufen ziel- und strukturlos. Deshalb

werden sie von den Sitzungsteilnehmern

häufig als ineffektiv

und überfl

üssig empfunden.

Arbeitsalltag vieler Führungskräfteund

Projektmitarbeiter.

Kaum ist ein Meeting

beendet, steht die

Aächste„Sitzung“ n

im Kalender.Und

kaum istdiese vorbei,ist erneut

eine Besprechung anberaumt. Mehr als

die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringen

viele Führungskräfte inMeetings. Ähnlich

ist dies bei Projektleitern.

Diese „Meeting-itis“ hat Ursachen. Je enger

die Mitarbeiter eines Unternehmens

zusammenarbeiten, desto größer ist der

Abstimmungsbedarf. Und: Je schneller

sich das Unternehmensumfeld wandelt,

desto häufiger muss die Führungsmannschaft

sich auf neue Problemlösungen

verständigen. Doch viele Meetings könnten

ersatzlos gestrichen werden, wenn

die verbleibenden effektiver gestaltet

würden. Zudem könnte ihre Dauer verkürzt

werden.

Deshalb zur Erinnerung: Meetings sind

Arbeitstreffen, bei denen bestimmte Ziele

erreicht werden sollen –inmöglichst kurzer

Zeit. Entsprechend sollten sie gestaltet

sein. Hierfür einige Tipps.

Tipp 1: Agenda erstellen und Ziele definieren

Das erscheint selbstverständlich. Ist es

aber nicht. Oft sagt bei Meetings ein Teilnehmer,kaum

sind die geladenen Personen

imRaum: „Lasst uns loslegen. Ich

muss noch ...“ Und weil dies bei den anderen

ähnlich ist, stürzen sich alle auf das

erstbeste Thema, ohne vorab zu klären:

•Was müssen wir besprechen?

•Welches sind die wichtigsten/dringlichsten

Themen?

•Welche Ziele wollen/können wir erreichen?

•Welches Vorgehen ist sinnvoll?

Entsprechend unstrukturiert verläuft das

Gespräch. Erstellen Sie deshalb zu Beginn

jedes Meetings eine Agenda. Erörtern

Sie das Vorgehen und stellen Sie

zur Orientierung einen Zeitplan auf.

Tipp 2: „Tops“ vorab kurz durchgehen

Das wird oft vergessen –speziell dann,

wenn vor dem Meeting schon andere

stattfanden. Dann nimmt der Leiter der

Besprechung meist an: Allen ist klar,worüber

wir sprechen. Und völlig überrascht

ist er, wenn plötzlich ein Teilnehmer

zum Beispiel sagt: „Ich dachte, wir

sprächen heute über das Thema ...“ Gehen

Sie deshalb zu Beginn einesMeetings

mit den Teilnehmern die Tagesordnungspunkte

durch. Sorgen Sie dafür, dass Einigkeit

über die Inhalte und Zielsetzungenbesteht,

und ändern Sie, sofern nötig,

die Agenda.

Tipp 3: Reihenfolge der Themen klären

Das ist nötig, weil die Themen oft zusammenhängen.

So erübrigt es sich zum Beispiel,

über Investitionen zu debattieren,

wenn der Finanzbericht zeigt: Unsere

Kasse ist leer. Doch auch, wenn die Themen

nicht zusammenhängen, sollten Sie

mit den Teilnehmern klären: In welcher

Reihenfolge besprechen wir sie? Denn

aufgrundihrer Position im Unternehmen

messen die Anwesenden ihnen eine

unterschiedliche Bedeutung bei. Deshalb

besteht, wenn Sie nicht abstimmen, was

als Erstes und wasspäter behandelt wird,

die Gefahr: EinigeTeilnehmer sind sauer,

weil „ihre“ Themen am Schluss erörtert

werden. Und restlos verärgert sind sie,

wenn „ihre“ Themen, weil die Zeit knapp

wird, am Ende nur noch im Schnelldurchgang

behandelt oder gar vertagt

werden. Entsprechend gering ist nach

dem Meeting ihreMotivation, Beschlüsse

umzusetzen.

Tipp 4: Medien nutzen und Zwischenergebnisse

fixieren

Bei vielen Meetings kommen Präsentationsmedien

wie Flipcharts, (Moderations-)Tafeln

und Projektoren nur zum

Einsatz,umdie Teilnehmer beispielsweise

über die Ergebnisse zwischenzeitlicher

Arbeitstreffen zu informieren. Beim Ausarbeiten

der Vorschläge und Erörtern

ihrer Vor- und Nachteile stehen die Medien

jedoch ungenutzt in der Ecke. Die

Folge: endlose Debatten, bei denen immer

wieder dieselben Argumente vorgetragen

werden. Sei es, weil dieZwischenergebnisse

nicht festgehalten wurden

oder die Teilnehmer die Zusammenhänge

nicht „vor Augen“ haben.

Tipp 5: Festhalten, werwas bis wann tut

OftwirdinMeetings irgendwann die Zeit

knapp, und die Teilnehmer blicken immer

häufiger auf die Uhr. Entsprechend

hastig erfolgt die Maßnahmenplanung,

weil jeder denkt: Den anderen wird

schon klar sein, waseszutun gilt. Die Folge:

Vieles, von dem alle denken, es sei

beim nächsten Meeting erledigt, ist dann

nicht erledigt. Auch weil ohne Maßnahmenplan

zwischenzeitlich kein Check

möglich war, ob die nötigen Initiativen

ergriffen wurden. Entsprechend mies ist

beim nächsten Meeting von Anfang an

die Stimmung. Denn jeder denkt: Jetzt

müssen wir darüber erneut debattieren.

Tipp 6: Feedback geben und einholen

Weil beivielen Meetings die Zeit ausdem

Ruder läuft, eilen die Teilnehmer am

Schluss auseinander wie eine aufgeschreckte

Herde. Weder werden sie für

ihre Arbeit gelobt, noch werden sie auf

Dinge hingewiesen, die nicht optimal

verliefen. Kurz: Es erfolgt wedereineZusammenfassung

dessen, was geleistet

und erreicht wurde, noch eine „Manöverkritik“.

Die Folge: Jeder kehrt anseinen

Arbeitsplatz zurück und hat in der Hektik

des Alltags schnell das Besprochene vergessen.

Und beim nächsten Meeting

heißt es dann „The same procedureas...“

Reiner Voss

Der Autor ist Geschäftsführer des Trainingsunternehmens

Voss+Partner, Hamburg

(www.voss-training.de), das unter

anderem Kommunikationstrainings

durchführt, in denen auch das Thema

„Meetings moderieren“ erörtert wird.

www.studi-info.de

Info

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Maintenance“, 14.30 Uhr, Wirtschaftsförderungs- und

Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH, Availon GmbH,

Daimlerstraße 40, 48429 Rheine

27. September 2017: Netzwerken beim Bürogolf, Wirtschaftsförderung

Münster, 18Uhr, Provinzial-Akademie,

Provinzial-Allee 1,Münster

27. September 2017: IHK vor Ort: Handeln mit Leidenschaft,

19 bis 22 Uhr, Kommunalforum, Weststraße 9-11,

Sendenhorst

27./28. September 2017: Agravis-Ordermesse, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

28. September 2017: Filmevent „Starting Up USA –Von

der Garage zum Unicorn in 5000 km“, Gründergeist@Münsterland,

19 Uhr, M44 Meeting Center, Johann-

Krane-Weg 44, Münster

29. September 2017: Gründungs-Summit der Gesellschaft

für Wirtschaftsförderung Kreis Warendorf, 15.30 Uhr,

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10. Oktober 2017: Suchmaschinenoptimierung: Wie man

bei Google nach vorne kommt, 16 bis 18Uhr, WESt Wirtschaftsförderungs-

und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt,

Tecklenburger Straße 8, Steinfurt

12. Oktober 2017: Grundlagen erfolgreicher Presse-Arbeit,

9bis 11.30 Uhr, Startercenter NRW bei der WFG Borken,

Erhardstraße 11, Ahaus

17. Oktober 2017: 3. IHK-Forum Unternehmensnachfolge,

15.30 bis 18.30 Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle

Münsterland, Münster

20. bis 22. Oktober 2017: Coler-Technika 2017, Fr. 11bis

18.30 Uhr, Sa. 10 bis 18.30 Uhr, So. 10 bis 17 Uhr, Messeund

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

3. bis 5. November 2017: Zimt &Sterne, Fr. 15bis 20 Uhr,

Sa. und So. 10 bis 18 Uhr, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster


GELD &GESCHÄFT 19

Man muss kein Partylöwe sein

Die Buchautoren Dr. Andreas Lutz und Constanze Wolff wissen genau, wie Networking erfolgreich funktioniert.

Wer zum Beispiel nur inseinem Branchenverband unterwegs ist, verpasst wichtige Kontakte.

Gute Beziehungen waren schon immer

wichtig, umberufl

ich Erfolg zu

haben. Eher als um gute Schulnoten

geht es darum, wen kennt man und

welche Fürsprecher hat man. Aufträge

und Jobs gehen oft an denjenigen,

der in alle Richtungen vernetzt ist

und so einen Vertrauensvorschuss

hat. Doch was steckt hinter diesem

Networking? Antworten geben Dr.

Andreas Lutz aus München und

Constanze Wolff aus Münster. In

ihrem „Praxisbuch Networking“ zeigen

sie auf 192 Seiten einen Weg zur

erfolgreichen Selbstvermarktung.

Die Zeiten, in denen der Einzelne

sich nur in einem festen

Netzwerk organisierte,

zum Beispiel einem Branchenverband,

sind vorbei –

das ist für beide Autoren die Ausgangsthese.

„Einer persönlichen Empfehlung

vertrauen wir deutlich mehr als einer

Werbebotschaft“, sagt Andreas Lutz,

einer der bekanntesten Gründungsberater

Deutschlands. „Das ist auch in der

Business-Welt nicht anders: Werdie richtigen

Leute kennt, kommt deutlich

schneller und leichter zum neuen Job

oder zum Traumkunden.“

Constanze Wolff räumt im Gespräch mit

dem Klischee auf, Netzwerke würden

sich nurfür Selbstständigelohnen: „Auch

ein Angestellter hat etwas anzubieten:

Entweder das Produkt, eine Dienstleistung

seines Arbeitgebers oder sich selbst.

Netzwerke helfen nicht nur beim Vertrieb,

sondern auch bei der Suche nach

einem(neuen) Job und dem Kontaktaufbau

zum Wunsch-Arbeitgeber. Sie sind

auch im Privatleben hilfreich.“ Andreas

Lutz ergänzt: „Angestellte, die gut vernetzt

sind, sind ein Gewinn für den Betrieb.

Nicht nur nach außen, inHinblick

auf vertriebliche

Aufgaben, sondern

auch intern. Sie

wissen, wensie fragen

müssen und

kriegen Dinge

schneller geregelt.

Und sie erfahren

auch frühzeitig,

wenn intern eine

neue Stelle ausgeschrieben

wirdund

worauf es bei der

Bewerbung beziehungsweise

Beför-

Buchautorin Constanze Wolff arbeitet

auch als Texterin, PR-Beraterin, Trainerin derung ankommt.“

und systemischer Coach. Sie lebt in Münsterwerken

nicht da-

Es gehe beim Netzrum,

sein Gegenüber

möglichst schnell in einen zahlenden

Kunden zu verwandeln, betont Constanze

Wolff: „Wer Networking als Umsatzmaschine

begreift, wild mit Visitenkarten

um sich wirft und nicht wirklich

am Gegenüber interessiertist, begibt sich

auf den Holzweg.“

Die erste Regel für erfolgreiches Netzwerken

lautet stattdessen „Erst geben,

dann nehmen!“ Das heißt: nützliche Informationen

selbst weitergeben. Dann

wird man später auch von den Informationen

anderer profitieren. Constanze

Wolff nennt Beispiele: „Die Telefonnummer

eines spannenden Multiplikators,

der Hinweis auf ein gerade erschienenes

Fachbuch oder eine freie Stelle sind mit

Geld nicht aufzuwiegen.“ Das erfordert

einen sensiblen Umgang miteinander.

Am Besten lernt man andereNetzwerker

auf Augenhöhe kennen. Dazu gehört

auch,zuwissen, wasmeinGegenüber so

macht. Nie dürfe man sich aufdrängen.

Entscheidend ist, dass der andere einen

in guter Erinnerung behält und aufgrund

dieser weiterempfiehlt. „Erst dann kann

das Netzwerk helfen“, so Andreas Lutz,

„mich mit den Leuten zusammenzubrin-

Dr. Andreas Lutz ist durch seine Website www.gruendungszuschuss.de sowie Bücher und Seminare für Selbstständige ein bekannter Gründungsberater in

Deutschland. Er gehört auch dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) an.

Foto: Thomas Dreier

gen, dieeinen Bedarfhaben. Denenkann

ich dann etwas verkaufen“.

Genauso wichtig ist die Kundenpfl

ege:

Ein beständiger Kunde sei mehr wert als

zehn einmaligeKunden. Mit einzelnen in

Kontakt zu bleiben und mit gutem Service

an sich zu binden sei lohnender, als

immer wieder neue Kunden zu akquirieren.

Die Autoren motivieren den Leser, als

Netzwerker aktiv zu werden. Niemand

müsse ein Partylöwe sein, so Lutz. Kontakte

bestehen oft schon in der Familie

oder im Bekanntenkreis. Sie müssen oft

nur aufgefrischt werden. „Erfolg hat dabei,

wer sein eigenes Profil entwickelt

und er selbst ist.“ Netzwerken ist gegenseitiges

Unterstützen, vor allem in

schwierigen Zeiten. Es funktioniert auf

Dauer nur, wenn sich für beide Seiten

Vorteile ergeben können. Constanze

Wolfflegt Wert auf Authentizität, auch in

sozialen Netzwerken.

Die Stärke des Buches „Praxisbuch Networking“

liegt darin, dass die Informationen

abwechslungsreich und strukturiert

vermittelt werden, mit Impulsen, Übungen,

Adressen, Internetlinks und Fallbeispielen.

Gut zum schnellen Durchlesen

(wie jeder ein Netzwerk aufb

auen und

pfl

egen kann)wie auch zum späteren Gebrauch

als Nachschlagewerk.

Und washat das Networken den Autoren

selbst gebracht? Lutz schwärmt:„Die Erkenntnis,

wie Networking funktioniert,

hat mein Leben unheimlich bereichert. Es

lässt mich entspannter und voller Neugier

auf andere Menschen zugehen. Der

Erfolg stellt sich vonalleine ein.“Ähnlich

siehtesConstanze Wolff: „Networking ist

eine Möglichkeit, andere Menschen

glücklich zu machen, spannende neue

Menschen kennenzulernen, bestehende

Kontakte zuvertiefen –und ganz nebenbei

mich und mein Dienstleistungsangebot

bekannt(er) zu machen.“

Peter Sauer

Andreas Lutz /Constanze Wolff: Praxisbuch

Networking. Einfach gute Beziehungen

aufb

auen. Von Adressmanagement

bis Social Media. 3., überarbeitete

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age2016|192Seiten |Linde Verlag.

ISBN: 9783709305294, 19,90 Euro.

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20 LEBEN &

Die Prävention ist bei Diabetes da

Die Diabetologinnen Dr. Ingrid Rein und Ute Helene Weritz sehen mit Sorge, dass sich die Volkskrankheit

immer weiter ausbreitet. Dabei könnte man mit gesunder Lebensweise und Ernährung vorbeugen.

Fernbedienung, Online-Shopping,

Konsolenspiele, smarte Haushaltsgeräte

und sich selbst organisierende

Wohnungen: Die Technik macht

es möglich, dass der Mensch sich um

immer weniger Dinge körperlich

kümmern muss. Die Dauerberieselung

aus dem XXL-Zoll-Fernseher

verlockt obendrein. Und im PC-Zeitalter

arbeiten immer mehr Menschen

am Schreibtisch im Büro, als

einer körperlichen Arbeit nachzugehen.

Die Folge: Die Menschen werden

immer dicker und bewegungsfauler.

Immer mehr Geräte nehmen

uns Wege und Vorgänge ab, dieunsere

Vorfahren noch gut und regelmäßig

in Bewegung brachten.

Wenn man zudem noch

dauerhaft ungesund

isst und mehr auf die

Mikrowelle und die

Schnelligkeit des Essens

achtet (die „Oversize-Generation“

verbrennt zuwenig), droht Ungemach:

Diabetes vom Typ 2, umgangssprachlich

„Zuckerkrankheit“ genannt. Sie ist mittlerweile

zwar eine Volkskrankheit geworden.

Rund zehn Prozent der Deutschen

leiden an Diabetes

mellitus. Das entscheidende

Problem

sind aber die gefährlichen

Folgeerkrankungen

und dass die

Krankheit sich schleichend,

weil langeZeit

unbemerkt, entwickelt.

Denn dieser Volkskrankheit

Diabetes

fehlt immer noch das

notwendige breite

Präventions-Bewusstsein

in der Bevölkerung.

HöchsteZeit also,

der Sache auf den

Grund zu gehen. Was

steckt hinter der „Zuckerkrankheit“?

Wie

haben sich die Diagnose

und Behandlung

von Diabetes verändert?

Wiehilft aktuell

die Prävention? Wie

kann man selbst vorbeugen

und Risiken

minimieren?

Unser Autor Peter

Sauer sprach mit der

Warendorfer Allgemeinmedizinerin und

Diabetologin Ute Helene Weritz und

ihrer Kollegin Dr.Ingrid Rein, Fachärztin

für Innere Medizin und Diabetologin.

Weritz kümmert sich seit 25 Jahren um

Diabetiker im Kreis Warendorf.Sie leitet

eine der ersten zertifizierten Diabetes-

Fachpraxen in Westfalen-Lippe, ist Lehrpraxis

der Westfälischen Wilhelms-Universität

Münster. Weritz

baute die diabetologische

Schwerpunktpraxis

Dieses Modell zeigt: Die Arterien

sind verstopft.

Dieses Modell zeigt: Die Arterien

sind frei.

Ausreichend Gemüse, Obst, Vollkorn essen und immer viel Wasser trinken: Die beiden Diabetologinnen Dr. Ingrid Rein und Ute Helene Weritz (r.) warnen eindringlich vor zu

Konsum von Zucker, Fleisch und Fast Food. Denn trotz verbesserter medizinischer Versorgung: Die Zahl der Diabetes-Patienten steigt in pandemischem Ausmaß. Fotos: Pete

gemeinsam mit ihrer Kollegin Ute Maria

Schubert auf, die 2016 starb. Seitdem

steht Weritz die jungeÄrztin Dr.Rein zur

Seite.

Wie entwickelte sich die Zahl der

Diabetes-Patienten in den vergangenen

25 Jahren?

Ute Helene Weritz: Der Anteil der Diabetes-Patienten

an unseren allgemeinmedizinischen

Patienten ist von 15Prozent

im Jahre 1992 auf jetzt gut 50 Prozent

gestiegen.

Wiehaben sich Aufk

lärung undPrävention

im Laufe der Zeit geändert?

Weritz: Die fatalen Folgeerkrankungen

von Diabetes mellitus sind den Ärzten

schon sehr lange bekannt. Bereits 1989

haben Ärzte inder sogenannten St.-Vincent-Deklaration

Ziele festgelegt, um die

Zahl der diabetesbedingten Amputationen,

Erblindungen, Häufigkeiten von

Nierenversagen und Herzkranzgefäßerkrankungen

zu verringern. Auch um die

Probleme bei Schwangerschaften diabetischer

Mütter zu verkleinern. Nach langer

Überzeugungsarbeit der Deutschen

Diabetes-Gesellschaft als Fachgesellschaft

der deutschen Diabetologen wurde

2012 die Screeninguntersuchung auf

Schwangerschaftsdiabetes in die Mutterschaftsrichtlinien

aufgenommen und

seither von den Krankenkassen bezahlt.

Nach starkem Engagement der Ärzte

wurden dann auch zertifizierte

Schwerpunktpraxen

eingerichtet.

Was

müssen diese

Wer die Diagnose Diabetes bekommt, muss den Umgang mit der Krankheit lernen. Dazu

gehört auch das Blutzuckermessen.

Foto: dpa

Praxen, sie leiten selbst eine, leisten?

Weritz: Diese zertifizierten Praxen müssen

strenge Qualitätsanforderungen erfüllen.

Krankenkassen unterstützen das

Angebot von Gesundheitsuntersuchungen,

beginnend beim Neugeborenen

über Kinder-, Jugend- und Erwachsenenuntersuchungen,

um unter anderem

frühzeitig bei PatientenunerkannteBlutzuckererkrankungen

zu entdecken und

zu behandeln. Im Laufe der Jahre wurden

auch Augen- und Kinderärzte mit

einbezogen, um Diabetes besser erkennen

oder vermeiden zu können. Auch die

Ernährungsberatung wirdimmer wichtiger.

Wie hat sich die Diagnose, wie hat

sich die Behandlung von Diabetes

verändert?

Weritz: Die Diagnose wurde früher aus

Urin-Untersuchungen erstellt. Übersetzt

heißt Diabetes mellitus ja „honigsüßer

Durchlauf“. Zucker im Urin wurde früher

durch Geschmacksproben nachgewiesen.

Später konnten die Patienten Urinzucker

per Messstreifen und Farbvergleich

relativ ungenau bestimmen. Mittlerweile

geht nicht nur die Zuckerbestimmung

genauer.Von derIndustrie wurden

dazu kleine Handgeräte entwickelt, mit

denen Patienten die Blutzuckermessungen

unkompliziert durchführen können.

Dann können sie auch selbst ihre erforderliche

Insulindosis bestimmen. Ein

kleiner Pieks, ein winziger Blutstropfen

auf dem Sensorteststreifen und nachwenigen

Sekunden zeigt ein handyähnliches

Gerät den Blutzucker an. Für Patienten,

die zunächst kein Insulinbenötigen,

wurden mehrere Medikamente entwickelt,

die sehr intelligent in den Blutzuckerstoffwf

echsel eingreifen. Die Therapiemöglichkeiten

haben sich über die

Jahre weiterentwickelt

und können

individueller

auf den

Patienten abgestimmt werden.

In Deutschland steigt die Zah

Typ2-Diabetes-Kranken auf

zehn Millionen. Fast ein Vierte

ser Menschen ahnt nichts d

dass es an Diabetes erkrank

Was raten Sie ihnen?

Weritz: Diabetes entwickelt sich

Regel schleichend, kann oft erst

mehreren Jahren diagnostiziert we

Deshalb ist es ja so wichtig, dass di

sorgeuntersuchungen beim Ha

wahrgenommen werden.

Dr. Ingrid Rein: :Nehmen Sie a

von den gesetzlichen Krankenk

und Ärzten empfohlenen Gesund

untersuchungen teil! Alle zwei Jah

dem 35. Lebensjahr ist dies zu em

len. Vorallem Männer zieren sich

noch.

Welche Gefahren birgt das?

Weritz: Die meisten Erblindungen

westlichen Welt passieren aufgrun

Diabetes, auch die meisten Ampu

nen und Dialysen

Was sind denn überhaupt deu

Alarmzeichen für Diabetes?

Weritz: Häufiges Wasserlassen un

größere Urinmenge, viel Durst

wichtsverlust oder Hautprobleme

nen Anzeichen sein.

Wie kann man aktiv gegen Dia

vorgehen?

Rein: DemAusbruch des Diabetes

tus Typ2,der nicht sofort eine Insu

handlung erfordert, kann man

Halten von Normalgewicht, (Blut

auf einem normalen Wert) und kö

cher Bewegung (möglichst fünf m

Woche jeweils 30Minuten), weit

Zukunft verschieben.

Weritz: Achten Sie auf Ihren Lebe

Vermeiden Sie zu viel dauerhaft sit

Tätigkeit! Vermeiden Sie Fettleib

versuchen Sie ihr normales Körp

wicht zu halten. Denn: Erhöhte Blu

und erhöhter Blutzucker tragen z

fährlichen Verengung von Blutge

erheblich bei.

Rein: Muskelarbeit, auch im Garten

reichend Bewegung und Sport führ

gegenzum Verbrauchvon Blutfette

Blutzucker und wirken sich daher

zend auf die Blutgefäße aus. Auch


WISSEN 21

sAund O

viel

rSauer

lder

über

ldieavon,

t ist.

Bewegung, wie schnelles Gehen oder

Nordic Walking, führt zur Gefäßverkalkung.

Wichtig ist einfach der Ausgleich,

ausprobieren was zueinem passt. Jeder

Schritt zählt. Außerdem ist eine gesunde

Ernährung immer ratsam.

Was sollte auf den Tisch?

Rein: Am besten viel gesundes Gemüse

und frisches Obst. Viel Wasser trinken.

Vermeiden Sie weitestgehend Limonade

und Cola!

Wie sehr hilft eine Ernährungsumstellung

bei Diabetes mellitus Typ2?

Rein: Eine gesunde, ballaststoffreiche

Mischkost ist immer sinnvoll.

Weritz: Gerne Vollkornprodukte. Auch

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und

Linsen erhöhen die Ballaststoffbf ilanz.

Vermeiden Sie tierische Fette. Leicht verständliche

Ernährungstabellen geben detailliert

und passgenau Antwort.

Rein: Und achten Sie immer auf sich!

Das gilt auch für Menschen, die nicht an

Diabetes erkrankt sind. Eiweißshakes

spielen da übrigens keine Rolle.

Wie wichtig ist die Selbstinitiative

der Patienten?

Weritz: Selbstinitiative oder auch Motivation

des Patienten ist die Voraussetzung

für eine erfolgreiche Behandlung,

die über eine Notfallversorgung hinausgeht.

Es ist wichtig Patienten und Angehörigesozuinformieren,dass

sie die Erkrankung

selbst managen können.

Soweit die Tipps zur Diabetes mellitus,

also zum Typ 2.Eine weniger

verbreitete tückische Diabetes-Variante

ist der Typ 1,eine Autoimmunerkrankung,

bei der das Immunsystem

die insulinherstellenden

Zellen zerstört. Wie kann man

sich davor schützen?

Weritz: Gegen den Ausbruch vonDiabetes

mellitus Typ1,der sofort mit Insulin

behandelt werden muss, kann man sich

nach heutigem Kenntnisstand nicht

schützen.

Noch vor 100 Jahren war die Diagnose

„honigsüßer Durchfl

uss“ ein

Todesurteil. Heute kann man relativ

gut mit Diabetes leben, im vergangenen

Jahr starben 8,4 Prozent

weniger Menschen daran als im

Vorjahr. 90 Prozent der Betroffenen

haben heute Diabetes mellitus.

Auch dieser Typ 2ist bis heute unheilbar.

Haben sich mittlerweile

denn dessen Behandlungsmöglichkeiten

verbessert?

Weritz: Ja,wir können den Insulinmangel

und andere krankheitsbedingte Defizite

behandeln. Somit erreichen Diabetiker

die gleiche Lebenserwartung wie

Nichtdiabetiker, können Leistungssport

Mit Tests per Stimmgabel oder leicht kitzelndem Nylonstreifen

überprüfen die Ärzte, wie die Füße über die Nervenfunktionen reagieren.

Auch Nägel und Haut werden gecheckt. Denn bei Diabetikern

können sich kleinste Verletzungen folgenschwer auf den Körper

ausweiten.

betreiben und nahezu alle Berufe ergreifenwie

Nichtdiabetiker.Esgibt auch einige

Leistungssportler mit Diabetes, wie

Volleyball-Nationalspielerin Maren Brinker,

den Olympiasieger im Gewichtheben

Matthias Steiner oder den spanischen Kicker

Borja Mayoral von Real Madrid.

Rein: Wichtig ist aber, dass sich jeder

einmal checken lässt und zur Vorsorge

geht. Denn je früher eine Behandlung

einsetzt, desto erfolgreicher kann sie

sein.

Weritz: Also keine falsche Scheu und bei

ersten Alarmzeichen den Arzt konsultieren.

RUND UM DIABETES

„Diabetes-Lotsin“ Gudrun John ist

spezialisiert auf Familien. Sie ist

die erste imKreis Warendorf und

bietet unter anderem imJosephshospital

Warendorf Sprechstunden

an. Telefonische Anmeldung

ist nötig unter 023 88 /307257

und 01 75 /551588sowie per E-

Mail: g.john@lotsen-nrw.de. Nachfragen

bei Ute Helene Weritz:

www.praxis-ute-weritz.de.

Zudem bestehen im Münsterland

verschiedene Diabetes-Selbsthilfegruppen,

zum Beispiel in Münster

(www.diabetiker-munster.de). Die

Diabetes-Selbsthilfegruppe Ibbenbüren/Tecklenburger

Land trifft

sich an jedem zweiten Donnerstag

im Monat um19Uhr im Gruppenraum

der Tivolino Sportsbar in

Ibbenbüren. Kontakt: Ingrid Klose,

05451/89 61 40, oder Stephan

Jürgens, 05971/79 39 264.

Weitere Gruppen:

–Diabetes-Selbsthilfe Kreis Borken/Kreis

Coesfeld: www.selbsthilfe-coesfeld-borken.de

–Deutscher Diabetiker-Bund,

Ortsgruppe Borken: Telefon: Ute

Bach 02861/58 06 (Treffen jeden

zweiten Donnerstag im Monat

um 19.30 Uhr, Gaststätte Geers,

Neustraße 2, Borken).

Einen Überblick bietet die Seite

nrw.menschen-mit-diabetes.de/

selbsthilfegruppen/bezirksverband-muensterland.

Allgemeine Veranstaltungen sowie

wichtige Tipps gibt es online bei

der Selbsthilfegruppe unter

www.shg-hilfe-zur-selbsthilfe.de.

Infofilm: www.praxisvita.de/diabetes-mellitus-zuckerkrankheit.

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22 LEBEN &WISSEN

„Der gepflegteste Urwald“

Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist nicht irgendeine Begräbnisstätte, sondern der größte

Parkfriedhof der Welt: 235 000 Grabstätten unter hohen Wipfeln und auf weiten Wiesen.

Friedhof ohne Gräber: Die Ohlsdorfer Anlage wurde im Stil eines Landschaftsparks geplant

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Fotos: Ulrich Traub

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Hier gilt Tempo 30 und die Straßenverkehrsordnung.

Der Durchgangsverkehr

ist verboten, aber zwei Buslinien

fahren 23 Haltestellen an. 17

Kilometer lang ist das Straßennetz,

das noch aus einer Zeit stammt, in

der kaum Autos unterwegs waren.

Wer das liest, kommt nicht unbedingt

darauf, dass von einem Friedhof

die Rede ist.

Der Ohlsdorfer Friedhof ist

nicht irgendeine Begräbnisstätte,

sondern der

größte Parkfriedhof der

Welt. Die Anlage imXX

L-

Format befindet sich im Hamburger

Stadtteil Ohlsdorf und wartet mit jeder

Menge Superlativen auf: knapp 400 Hektar

groß, was etwa 550 Fußballfeldern

entspricht, über 235 000 Grabstätten,

700 Schöpfb

runnen und 2800 Bänke.

Was jedoch nicht in nackten Zahlen ausgedrückt

werden kann, ist der landschaftliche

Reiz dieses sehr speziellen

Friedhofs.

Der Leitgedanke des Planers und späteren

Friedhofdirektors Wilhelm Cordes

prägt die Anlage bis heute. „Ein modernerFriedhofsoll

nicht eine Stätteder Toten

und der Verwesung sein. Freundlich

und lieblich sollalles dem Betrachter entgegentreten“,

fasste Cordes sein Credo

zusammen. Die 1877 eröffnete Begräbnisstätte

sollte sein Lebenswerk werden,

38 Jahre blieb er ihr treu. Seinem

Wunsch folgend wurde die Grüne Lunge

der Stadt im Stile eines englischen Landschaftsgartens

angelegt: Pfl

anzungen

und Wege,Wasserläufeund Teiche –alles

wurde der Natur nachgeformt und alles

sollte sich einfügen inein Gesamtbild,

forderteCordes. Dazu gehörten nach seinem

Verständnis auch Architektur und

Skulptur. 13Kapellen, drei Feierhallen,

das neobarocke Ensemble der Verwaltungsgebäude

(geplant von Cordes) und

der backsteinerne Koloss des Bestattungsforums

(1933 eingeweiht als Krematorium)

sowie geschätzte 800 Grabskulpturen

sind Beweise für die kulturhistorische

Bedeutung.

Das Denkmal für Wilhelm Cordes liegt im

schönen Rosengarten, der ein Bestandteil

eines Naturlehrpfades ist. Ja, auch

naturkundliche Wanderungen sind in

Ohlsdorf möglich. Der Naturschutzbund

(NABU) bietet hier Führungen an. Das

Grab des Friedhofplaners liegt eher versteckt

wie so viele in diesem verwunschenen

Park. Essollen sich schon Einheimische

auf ihren Wegenzuden Gräbern, die

sich oft hinter Hecken und Büschen verstecken,

verlaufen haben.

Die streng geometrische Ordnung, die

man von den meisten Friedhöfen kennt,

findet man in Ohlsdorf im nördlichen

Friedhofsteil, der ab 1920 nach Plänen

von Otto Linne angelegt worden ist. Die

damaligeReformbewegung sah eine Vereinheitlichung

der Friedhof- und der

Grabgestaltung vor. Im Todsollten soziale

Unterschiede aufgehoben sein. Selbst

die Teiche sind hier rechtwinklig angelegt.

Dass der Friedhof als Erholungsraumgeschätzt

wird, sieht man an den vielen

Radlern und Joggern, die vor allem den

landschaftlich geplanten Teil schätzen.

Beim Spaziergang unter hohen Wipfeln,

über weiteWiesen und grüneHügel, vorbei

an den unzähligenRhododendronhecken,

unterhalten von Vogelgezwitscher

und dem Gequakeder Frösche, begleiten

einenGedanken an Todund Vergänglichkeit

nicht auf Schritt und Tritt. Der Weg

durch diesen „gepfl

egtesten Urwald der

Welt“, wie der Schriftsteller Wolfgang

Borchert, dessen schlichtes Grab auf dem

„Dichterhügel“ des Friedhofs liegt, meinte,

hat eher etwas Tröstliches. Man kann

Ruhe finden und vielleicht sogar Kraft

tanken. Der Todund dasLeben begegnen

sich in Ohlsdorf nicht als Rivalen, sondern

auf ganz natürliche Weise –so, wie

es sich Wilhelm Cordes gedacht hatte.

Der größteParkfriedhof ist nicht nur eine

Stätte der Toten, sondern auch eine der

Lebenden.

Wer nicht wegen der Erholung kommt,

sondern dem kulturhistorischen Wert

nachspüren möchte, hat sich viel vorgenommen.

In Ohlsdorf begegnet man

nicht nur der Hamburger Geschichte.

Man macht sich auf den Weg zuProminenten

wie dem Tierparkgründer Carl

Hagenbeck, dessen Grab ein bronzener

Löwe bewacht, besucht Gustaf Gründgens

undIda Ehre, die nebeneinander ruhen,

obwohl sie sich im Leben nicht so

recht verstanden haben sollen, erweist

der einstigen „Mutter der Nation“, Inge

Meysel, ebenso die Ehrewie Hans Albers,

Heinz Erhardt, James Last und natürlich

auch Altkanzler Helmut Schmidt, der

hier an der Seiteseiner vorihm verstorbenen

Frau Loki ruht.

Schon vonWeitem sieht man die gewaltige

Stele, die Urnen mit Asche und Erde

aus deutschen Konzentrationslagern enthält.

Soldatenfriedhöfe diverser Nationen

sowie Mahnmale für die Bombenopferdes

Zweiten Weltkriegs oder die Hamburger

Cholera-Toten von 1892 erinnern

an die Katastrophen der Vergangenheit.

Freitreppen führen auf den „Millionenhügel“.

Hier haben vermögende Hamburger

ihre letzte Ruhestätte gefunden. Riesige

Mausoleen, Grabkapellen und Säulenhallen,

meist im Stil des Historismus

erbaut, erzählen von vergangenem

Reichtum. Ein großer Anker weist auf

Seemannsgräber hin, während ein Lesender

das Grab von Kurt W.Ceram „besetzt“,

dem Autoren des Sachbuchklassikers

„Götter, Gräber und Gelehrte“. Man

findet den Garten der Frauen, eine Erinnerungsstätte

für engagierte Bürgerinnen,

das Grabmal-Freilichtmuseum der

Ämtersteine, die vonfrüheren Friedhöfen

stammen, und auch islamische Gräberfelder.

Grabskulpturen sind ständige Begleiter

des Spaziergangs. Über dem Hamburger

Gedächtnisfriedhof wacht eine weiße

Christusstatue aus Marmor, man findet

Hammonia mit Stadtkrone und Wappen,

aber auch Merkur, den Gott der Kaufl

eute.Esgibt

jede Menge fl

ehende Jünglinge

undtrauernde Frauengestalten und noch

mehr Engel. Letzteregibtesinsoreicher

Zahl, dass ihnen eine eigene Friedhofsführung

gewidmet ist. Kunst gewordene

Trauer: Die Begräbnisstätte in Ohlsdorf

ist auch ein Skulpturenpark.

Beim Verlassen des Riesen-Friedhofs, auf

dem über 1,4 Millionen Tote beigesetzt

worden sind, wirdman einem Gedanken

von Thomas Bernhard zustimmen können.

Der österreichische Schriftsteller

meinte, dass Friedhofsbesuche die nützlichsten

seien, „sie dienen wie nichts der

Belehrung und der Beruhigung“. Auch

deshalb sind die Verbotsschilder am Eingang

sinnvoll: Zelten ist nicht erwünscht,Inline-Skaten

und Angeln auch

nicht.

Ulrich Traub

„Der Lesende“: Auf dem Grab des Sachbuchautoren Kurt W. Ceram

sitzt eine Bronzeplastik.


LEBEN &WISSEN 23

Durchhalten und heil ankommen

Für den Münsteraner Niklas Domberg ist Leistungssport Teil der Entspannung. Bei der „Tour de Faso“

verknüpfte er die extreme Herausforderung auf dem Rad zusätzlich mit einer Spendenaktion für Burkina Faso.

„Gut, dass man im Vorfeld nicht

weiß, was auf einen zukommt.“

Niklas Domberg

Manch einersteigtindie Badewanne

und nimmt ein Entspannungsbad,

wenn er den Kopf freibekommen

will.Manch einer steigt bloß auf den

nächsten Barhocker und überlässt

die Entspannung dem kühlen Gerstensaft.

Niklas Domberg steigt auf

sein Rennrad und tritt in Pedale,

lässt die Bäume und den Wind an

sich vorüberrauschen. Diszipliniertes

Radtraining, zwei bis drei Mal

pro Woche. „Das macht den Kopf

frei“, sagt Domberg und lächelt. Und

der Reporter im Büro des münsterschen

Immobilienmaklers merkt

spätestens in diesem Moment: Auch

Leistungssport kann entspannen.

Die andereSeiteder Medaille

sind die Rennen, die Niklas

Domberg mehrmals im

Jahr fährt. Und das im letzten

Jahr war ein ganz besonderes:

Die Tour de Faso –eineArt „afrikanische

Tour de France“.

41 Grad Hitze, 1338 Kilometer quer

durchs Land bei heiklen Straßenverhältnissen.

„Schlaglöcher, sogroß wie der

Tisch!“, lacht Dombergund zeigt auf das

moderne Möbel, das vor seinem Sessel

steht. Die extreme Sturzgefahr,die Hitze,

die Anstrengung –keinWunder,dass von

den 90Fahrern (aus 13 Nationen), die

am Start waren, nur 68 ins Ziel kamen.

Niklas Domberg schaffte imletzten Jahr

immerhin Platz 33 –Respekt.

Den bekam er auch vonseinen Team-Kollegen

und allen übrigen afrikanischen

Fahrern, als sie mitbekamen, dass der

deutsche Pedalritter schon 48 Jahre alt

war. Anzusehen ist es dem Sportler allenfalls

auf den zweiten Blick. Das Gros der

Fahrer warnatürlich

zwischen 20

und 30. Dann gab

es einige „Senioren“

vonetwa35.

Und mit Abstand

als Ältesten der

Tour Niklas Domberg.

Seine Teilnahme war denn auch nicht

selbstverständlich. „Da ich zuvor bereits

eine Spendenaktion für Burkina Faso gemacht

hatte, wurde bei mir ein Auge zugedrückt

und ich bekam eine Sondererlaubnis.

Natürlich musste ich mich im

Vorfeld gründlich durchchecken lassen.“

Bei anderen Fahrern ging die Sache nämlich

nicht so gut aus wie bei ihm.

Ein Belgier erlitt bei der Tour im Jahr

2012 einen Herzstillstand und verstarb.

Auch der holländische Kollege mit komplett

aufgeschlagener Kniescheibe ist

Domberg noch in Erinnerung. Natürlich

sind jene Fahrer, die nicht immer in der

Hitze Afrikas leben, meist nicht so resistent

dagegen–im Gegensatz zu den Gästenaus

Togo, dem Kongoodervon derElfenbeinküste.

Er selber sei allerdings ein absoluter„Hitze-Fahrer“

und komme gut damit zurecht,

sagt Domberg. Dennoch: „Gut,

dass man im Vorfeld nicht weiß, was auf

einen zukommt“, sagt er lachend. Aber

dann hätteerauch viele intensive, schöne

Eindrücke verpasst.

Zum Beispiel die Lebensfreude und Begeisterung

der Kinder, die am Straßenrand

standen. Hüpfende Mädchen, klatschende

Jungen. In dem Dorf Pagatenga

wurde mit den Kindern sogar ein kleines

Spontan-Rennen veranstaltet. Die Armut,

die der Mann aus Deutschland

gleichwohl erlebte, soll aber auch nicht

verschwiegen werden. Nicht von ungefähr

waren auch Hilfsaktionen Teil der

Reise, 50 Handys als Geschenke imGepäck;

und ebenso viele Hörgeräte, die die

FirmaGeers gestiftet hatte, und die einer

Gesundheitsstation überlassen wurden.

Im „Land der aufrechten Menschen“ –

was Burkina Faso eigentlich bedeutet –

blieb Niklas Dombergauch die wuselnde,

fröhliche Anarchie der Hauptstadt Ouagadougou

im Gedächtnis. „Alles, wasRäder

hat“ werdedort gefahren–geschätzte

2,2 Millionen alte Motorräder brettern

über die staubigen Schotterstraßen. „Da

wird auf der Straße dann auch mal ´ne

Kuhplattgemacht. Zur Seitegelegt, Kopf

ab, ausgenommen –unglaublich!“

Völkerverständigung sollte von Anfang

an Teil der Reise sein, als der Sport-Ethnologe

Dr. Malte Wulfinghoff das deutsche

Amateur-Team („Rad-Net Masterteam“)

erstmals im Jahr 2010 an den

Start brachte. Der Lüdinghausener hatte

selber vier Jahre inBurkina Faso gelebt

und Kontakt zum Radsportpräsidenten

des Landes gefunden. Wulfinghoff stellt

auch das jeweilige Team zusammen. In

Niklas Dombergs Büro stehen einige

Fotos: Da wären etwa sein Team-Kollege

Patrick Altefrohne oder der Physiotherapeut

Sven Knieriemen. „Ein 160-Kilo-

Mann –aber der setzt sich zur Not aufs

Radund fährt 100Kilometer mit!“Keine

Frage, der Zusammenhalt im Team

stimmte.

Man muss wissen, was man erreichen

will. Domberg wollte durchhalten und

heil ankommen. Bewusst fuhr er meist im

hinteren Feld mit. Man muss hier erwähnen,

dass der Anspruch dieses Amateur-

Rennens keinesfalls mit dem Profi-

Niveau der Tour de France vergleichbar

ist. Nur soist auch gewährleistet, dass –

wie im letzten Jahr –ein Fahrer aus Burkina

Faso die heimatlicheTourgewinnen

kann. In den frühen 80er Jahren sollen

auch bekannte Profis mitgefahren sein,

gegen die einheimische Amateur-Fahrer

chancenlos waren. Die schlechten Straßenund

das bescheidene Niveau der Hotels

beendeten allerdings recht bald die

Lust der Profis, bei der Tour de Faso mitzufahren.

Apropos: Hättesich Niklas Dombergeine

Profi-Karriere vorstellen können? Der

drahtige Sportsmann überlegt kurz.

„Wenn ich in der Jugend schon auf die

Radspur gekommen wäre –vielleicht.“

Allerdings habe das Profi-Leben wenig

Glamour, und nur ganz wenige verdienten

gutes Geld. „Viele Reisen, viele Hotels,

und fahren, fahren, fahren.“ Dombergist

am Ende doch froh, in der Immobilien-Branche

gelandet zu sein und seit

vielen Jahren mit seinem Geschäftspartner

Gerald Kösters die eigene Firma zu

führen.

Und wie kam erdenn nun tatsächlich

zum Radsport? „Durch eine Sonntagsfahrt

mit meiner Frau zur Cousine nach

Düsseldorf!“ Damals sprang der Funke

über, und Domberg besorgte sich gleich

am nächsten Tagein Mountain-Bike. Einige

Zeit später ließ er sich überzeugen,

zum Rennrad zu wechseln.

Wiemotiviert man sich, nachFeierabend,

wenn alle Welt erschöpft in den Fernsehsessel

sinkt, noch mal loszupowern?

„Klar, manchmal ist es schwer. Ich hätte

auch oft nicht übel Lust, mir stattdessen

mit meiner Frau eine schöne Flasche

Wein aufzumachen.“ Außerdem sei

durch das Radtraining noch wenigerZeit

für die Familie als ohnehin schon.

In jedem Fall ist die Motivation im Sport

für Dombergnicht zu trennen vonder berufl

ichen. Ob Bürostuhl oder Fahrradsattel–die

Disziplin im Sportbefl

ügele auch

seine Disziplin im Job, da ist sich der Immobilien-Makler

sicher.

Der Druck als Selbstständiger nimmtkeinesfalls

ab, und Durchhaltevermögen ist

hier wie dort gefragt. Und der Sport kann

den Ausgleich schaffen und den Kopf freimachen.

„Wenn der Helm auf ist, man

aus der Stadt herausradelt und die Bäume

im Wind vorbeirauschen, ist alles

gut.“

Arndt Zinkant

Die Begegnung mit den fröhlichen Kindern ist Niklas Domberg (r., mit einem Teamkollegen) noch in guter Erinnerung

–ebenso aber auch die Strapazen der „Tour de Faso“.

Sammlung Domberg

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Personaldienstleistungen. Neben

dem Hauptsitz in Ladbergen zählen

auch Niederlassungen in Gütersloh,

Ibbenbüren, Warendorf

und Nürtingen in Baden-Württembergzudem

Unternehmen.

Der Personaldienstleistungssektor

feiert in diesen Tagen sein

zehnjähriges Bestehen und blickt

auf viele erfolgreiche Vermittlungen

zurück. Gemeinsam mit Udo

Gieseler gründete Geschäftsführer

Joachim Fehrenkötter die

Fehrenkötter Personaldienstleistungen

GmbH als eigenständige

Gesellschaft innerhalb der Firmengruppe

und erweitere auf

diese Weise das Portfolio des

Unternehmens. Seither können

sich sowohl arbeitssuchende Personen

als auch Firmen verschiedenster

Größe an die Fehrenkötter-Spezialistenwenden.

Die Idee, sich auch als Personaldienstleister

zubetätigen, ist

entstanden, als ein Kunde nach

Aushilfen fragte.Zügigwurde der

Bereich dann ausgebaut undprofessionalisiert.

Dabei ist die Personaldienstleistung

ausschließlich

ein Zusatzgeschäft: „Wir sind

nicht diejenigen, die sich selbst

Leutevermitteln“, betont Fehrenkötter.

Die Fahrer der Spedition

sindauchbei dieser angestellt und

werden nicht vermittelt. Werzum

Beispiel für ein zeitlich begrenztes

Projekt ausgewähltes Personal

sucht, kann bei Fehrenkötter

fündigwerden. Gleiches gilt auch

fürZeiten saisonaler Schwankungen

oder Auftragsspitzen oder bei

Personalengpässen durch Urlaub,

Krankheit, Elternzeit oder Kündigung.

Und selbst anspruchsvolle

Outsourcing-Projekte bis hin zur

Auslagerung ganzer Abteilungen

kann der Dienstleister fürseine

Kunden durchführen.

Was Kunden und Arbeitnehmer

gleichermaßen schätzen, ist

die Tatsache, dass Zeitarbeit bei

einer Vermittlung durch Fehrenkötter

nicht automatisch Arbeit

auf Zeit bedeuten muss. Denn

viele zuerst für einen befristetet

Arbeitsverhältnis eingestellte

FachkräftebekommenimVerlauf

ihrer Anstellung bei verschiedenen

Firmendie Chance auf einen

unbefristeten Arbeitsvertrag.

Diese Erfolgsbilanz des Personaldienstleiters

hat einen Grund,

denn wer sich hier um eine Aufnahme

in dieKartei bewirbt, muss

schon bei der Vorstellung zeigen,

wo persönliche Fähigkeiten und

Talente liegen. Auf diese Weise

wird sichergestellt, dass der jeweilige

Bewerber zum zukünftigen

Arbeitgeber passt. Ein Mitarbeiter

wird zunächst nach nur

einem, alles entscheidenden Kriterium

beurteilt, so Udo Gieseler:

„Würden wir mit dem Mitarbeiter

auch persönlich zusammenarbeiten?“

Denn neben den vielen

Qualifikationen und Zeugnissen,

die imBewerbungsgespräch gesichtet

werden, geht es zunächst

einmal um das „Bauchgefühl“.

Stimmt die Chemie, dann stehen

bei entsprechenden Qualifikationen

die Chancen sehr gut, dass

der Bewerber direkt ein unbefristetes

Arbeitsverhältnis erhält und

bei einem der Kunden umgehend

zumEinsatzkommt.

Schon von Anfang an war das

Jobvermittlungsangebot bei Fehrenkötter

breit gefächert. Ob

Elektroinstallateure, Holzmechaniker,

Gas-/Wasserinstallateure,

Bürokaufleute oder Rechtsanwalts-

und Notargehilfen: Die

Qualifikationen der zuVerfügung

stehenden Mittarbeiter decken

viele Bereiche ab. Unternehmen

aus Handwerk, Industrie und dem

Dienstleistungsbereich schätzen

neben der Professionalität auch

die Kundennähe und Flexibilität

der Mitarbeiter.

Mit den qualifizierten Personal

Trainern stehen den Unternehmen

darüber hinaus erfahrene

Spezialisten für Coachings zur

Verfügung. Ob für Geschäftsführer,

Führungskräfte oder Mitarbeiter,

ob ganz individuell oder

gemeinsam in der Gruppe: Die

nachhaltigen und zukunftsorientierten

Coachings führen zu mehr

Produktivität,einer höhere Mitarbeiterzufriedenheit

und damitzu

mehr Erfolg.

Gegründet wurde die Firma

zunächst als Transportdienstleistungsunternehmen,

auf dessen

Service Kunden aus ganz Europa

vertrauen. „Vom Polarkreis bis

runter nach Portugal befördern

unzähligeMitarbeiter Maschinen

jeder Größenordnung“, berichtet

Geschäftsführer Joachim Fehrenkötter.

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26 BUSINESS-MODE

Der Dresscode hat sich

im Laufe der Zeit gelockert

Das Erscheinungsbild muss der Tätigkeit angemessen sein

AUF LEINEN VERZICHTEN

Stoffe aus 100 Prozent Leinen bilden

schnell Falten. Daher eignen

sich Sakkos und Hosen aus dem

Stoff nicht gut für den Arbeitsalltag

im Büro. Man wirke darin

schnell unordentlich, warnt die

Stilexpertin Sonja Grau. Das Sakko

ziehe sich am Rücken wie eine

Ziehharmonika nach oben, und

die Hose wirft viele Falten. Bei

der Anprobe und beim Kauf falle

der Knittereffekt nicht so auf, weil

man dann nicht sitzt und die Kleidung

nur kurz trägt. Eine Alternative

für einen Look im Büro ist

Kleidung mit einem geringeren

Anteil an Leinen. Je niedriger dieser

ist, umso weniger Falten müssen

Träger fürchten. dpa

Jeden Morgen stellen sich viele

Arbeitnehmer die Frage: Ist ein

Businessdress Pfl

icht oder geht

auch (sommerliche) Freizeitkleidung?

„In vielen Unternehmen gibt

es schon lange keinen offiziellen

Dresscode mehr, aber zu viel Freizügigkeit

kommt nicht gut an“,

sagt Andreas Bolder, Director

Group Human Resources beiRandstad

Deutschland.

■ Der Personaldienstleister arbeitet

mit Kunden aus den verschiedensten

Branchen zusammen und hat dadurch

Einblick in viele Unternehmenskulturen.

Insgesamt hat sich der Dresscode in

den vergangenen Jahren gelockert.

„Frauen können schon mal auf den Ho-

„Bei den Herren ist Hemd ohne

Krawatte heutzutage kein Tabubruch

mehr.“

senanzug oder das Kostüm inklusive

Strumpfh

ose verzichten. Dafür gibt es

heute moderne aber trotzdem klassische

Büroutfits

und schicke,

offene

Schuhe, die

auch bei heißen

Temperaturen

ein angenehmes

Andreas Bolder, Randstad

Arbeiten ermöglichen.

Und auch bei den Herren ist Hemd ohne

Krawatte heutzutage kein Tabubruch

mehr“, so Andreas Bolder. Nach

wie vorgilt allerdings, dass das Erscheinungsbild

der Tätigkeit angemessen

sein muss. „Hat man zum Beispiel Kundenkontakt,

ist ein professionelles Outfit

gefragt. Shorts und Flip-Flop sind da

definitiv fehl am Platz. Das würde man

als Kunde andersherum von seinem

Gegenüber auch

erwarten“, ergänzt

Andreas

Bolder. AnTagen

ohne offizielle

Termine muss der

Kleidungsstil sicherlich

nicht

ganz so förmlich

sein.

Bei einigen Tätigkeitsbereichen ist es

jedoch vorgeschrieben,dass die Arbeitnehmer

Schutzkleidung tragen. „Das

mag bei Hitze unangenehm und eine

schweißtreibende Angelegenheit sein.

Die Sicherheit der Mitarbeiter geht hier

aber eindeutig vor“, so der HR-Chef.

Zum Wechseln

Bei Schmuddelwetter an Ersatzschuhe denken

Wenn es regnet oder schneit, sollte

man Ersatzschuhe fürs Büro einpacken

oder ein Paar dort immer parat

haben.

■ Das rät die Personal-Shopperin Sonja

Grau aus Ulm. „Die Schuhe kann man in

der Handtasche gut in einem Stoffsäckchen

mitnehmen, die man beim Kauf bekommt.

Darin können dann auch die nassen

Straßenschuhe transportiert werden.“

Die Wechselschuhe können auch

luftige Modelle sein, die für den Gang

draußen nicht warm genugsind. „Pumps

kann man auf jeden Fall auch im Winter

gut tragen –zusammen mit einer Feinstrumpfh

ose. Zu Sandalen sieht das aber

nicht gut aus.“

dpa

Winterstiefel sind

in vielen Büros tabu

In konservativen Berufssparten sind auch elegante Exemplare ein No-Go

In vielen Berufsbranchen sind Winterstiefel

imBüro tabu. „Stiefel sind

ein klassischer Outdoor-Schuh und

sollten im berufl

ichen Leben auch so

eingesetzt werden“, erklärt Business-

und Stilcoach Lisa Zimmermann

aus Berlin.

IMPRESSUM

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Verantwortliche Redakteurin: Claudia Bakker (Anschrift

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Redaktion: Jenny Hagedorn

Gestaltung/Titelseite: Lisa Stetzkamp

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Gerade in konservativen Berufssparten

sei es wichtig,

das zu beachten. Dort seien

sogar elegante Stiefelmodelle

ein No-Go. „Ein

Wechsel der Schuhe von draußen nach

drinnen ist da also zwingend notwendig“,

sagt Zimmermann. „Ein

klassischer Pumps mit circa vier

bis fünf Zentimeter hohem Absatz

kann ja immer im Büroaufb

ewahrt

werden oder sollte im Außendienst

dabei sein.“

Je offener und aufgeschlossener die Berufssparte

aber sei, desto mehr Auswahl

gebe es bei den Schuhen. „Dort können

auch modische Ankle Boots als bürotauglicher

Schuh zum Einsatz kommen“, sagt

die Stilexpertin.

„Grundsätzlich gilt die Regel, dass die

Schuhe für jedes Outfit Stil-Heber oder

Stil-Downersind.“ Ein eleganter und aus-

Foto: dpa

gefallener Schuh kann also das Outfit –

auch im berufl

ichen Alltag –auf- oder abwerten.

dpa


BUSINESS-MODE 27

Richtig betonen

statt verstecken

Das ist guter Business-Stil für Sie

Das Kostüm ist ok, der Hosenanzug

ebenso. Viele Frauen

suchen aber Alternativen zum

konventionellen Dresscode

im Büro –und vor allem keine

einfache Kopie der Männermode

im Business.

■ Als „schlechte Mimikry“, die

dem Vorbild hinterherhinkt, beschreibt

die Modetheoretikerin

Barbara Vinken von der Münchner

Ludwig-Maximilians-Universität

diese unpassenden Kopien.

Das Problem: Der strenge Dresscode

schreibt gedeckte Farben

vor, also Marineblau, Schwarz,

Grau, Dunkelbraun. Und unauffälligeSchnittefür

klassische Hosenanzüge,

Kostüme, Etuikleider,

Blusen. Die Finanzbranche

ist eine der letzten, in der sich

der konservative Business Chic

noch hält, sagt Stilberaterin Daniela

Kerling.

Viele Karrierefrauen können

heute mit einem Mix aus konventionellem

Business-Stil

und individuellen Akzenten

spielen. Ein Pencilskirt aus

nicht knitteranfälligem Stoff

ist praktisch –und passt zur

feinen Bluse wie zum Shirt.

Auch modische Varianten

der Klassiker können den

Code lockern. Ein jung geschnittener

Blazer ist vorne

offen, leicht asymmetrisch.

Ein Etuirock darf auch mal

beschichtet sein –„solange

es nicht nach Billigplastik

aussieht“, warnt Constanze

Wolff, bis vor kurzem Styling-Chefin

bei der Mode-

Plattform Kisura. Chinohosen,

die oben weiter sind, beengen

einen aneinem langen

Arbeitstag weniger. Die

Expertin trägt zum Beispiel

auch eine lederne Bikerjackezum

Kleid, um Powerund Weiblichkeit

zu transportieren, erzählt Wolff.

„Das kann ich nur empfehlen.“

Einige Grundregeln für den professionellen

Look hält Stilberaterin

Kerling aber für unverzichtbar:

zum Beispiel, dass der Rock

maximal eine Handbreit über

dem Knie endet. Modebloggerin

Corinna Berendt hält sich an solche

Konventionen nicht immer.

Auf ihrer Seite „TATH –Today at

the Headquarter“ zeigt sie sich

auch mal im schwarzen Rock, der

kürzer ist.

Sie trägt ihn über blickdichter

Strumpfh

ose und mit geschlossenem

Blazer aus starkem Stoff.

Frauen sollten ihrer Meinung

nach ihren Körper nicht verstecken

–sondern so betonen, dass

sie sich am besten zur Geltung

bringen. Aber auch sie sagt:

„Nicht zu kurz, nicht zu eng, nicht

zu durchsichtig.“ Farben sind dabei

durchaus erlaubt. Nurein Objekt

ist auffällig –der Rest nimmt

sich zurück.

Beim Einkaufen rät Berendt, sich

an dem Satz zu orientieren: „Das

geht auch für die Arbeit“ –statt

„Das ist nur für die Arbeit“. Beruf

und Privates verschmelzen immer

mehr, beobachtet Styling-Chefin

Wolff. Auch im Job drücken Frauen

den Zeitgeist aus. „Und die

Leute wollen es bequem. Daher

auch die Sportschuh-Welle.“ Zu

Rock oder edler Hose werden

heuteamArbeitsplatz auch fl

ache

Schuhe getragen –und zum Teil

sogar Sneaker.

dpa

Viele Karrierefreuen

können heute mit

einem Mix aus konventionellem

Business-Stil

und individuellen Akzenten

spielen. Foto: tath.me

Mitarbeiter müssen sich

„angemessen“ kleiden

Ernste Konsequenzen dürfen allerdings nur in den seltensten Fällen drohen

Wer amArbeitsplatz an

eine feste Klei-

ist, muss

derordnung gebundenn

sich, unabhängig von der Tem-

Gibt

peratur danach richten.

es keinen Dresscode, müs-

sen Angestelltesich trotz-

halten, diemit Blick auf

die Kleidung gelten.

Darauf weist die Deut-

dem an die Üblichkeiten

sche Anwaltauskunft

hin.

■ Der Arbeitgeber hat

das Recht, seinen Mit-

arbeitern angemessene

Kleidung vorzuschreiben


auch bei Hitze. Wie Rechtsan-

in

walt Jakob T.Lange, Mitglied

der Arbeitsgemeinschaft

Arbeitsrecht

im Deutschen Anwaltverein

(DAV), erklärt, sehen manche betriebliche

Kleiderordnungen für sommerliche Temperaturen

besondere Vorschriften vor. „Angestellte mancher

Banken dürfen zum Beispiel ab einer bestimmen

Temperatur den oberen Hemdknopf offen lassen.“

Ernste Konsequenzen für unangemessene Kleidung

am Arbeitsplatz dürften nur in sehr seltenen

Fällen drohen. Ist die Kleidung eines Arbeitnehmers

nicht angemessen, kann der Arbeitgeberr

aber von ihm verlangen, dass er nach Hause geht

und sich umzieht. Dabei hängt es vom Unter-

Kundenkontakt hat beziehungsweise in einem

Unternehmen arbeitet, in dem auf ein seriöses Auf-

treten der Mitarbeiter Wert gelegt wird –zum Bei-

spiel in einer Bank oder Wirtschaftsprüfungsgesell-

schaft –, sollte sich also eher bedeckt

nehmen ab, was als angemessen gilt. Wer viel

kleiden.

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Ist die Kleidung eines Arbeitnehmers nicht angemessen,

kann der Arbeitgeber von ihm verlangen,

dass er sich umzieht. Fotos: Colourbox.com

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verstehen, aber auch die betriebswirtschaft

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28 BUSINESS-MODE

Stylish durch die

Übergangszeit

Der Trenchcoat für den Herbst

Der Trenchcoat ist ein Klassiker, der

bald wieder zum Einsatz kommt:Dabei

handelt es sich um die perfekte

Übergangsjacke, wenn es draußen

im Herbst schon mal kühler ist, aber

nochnicht kalt genugfür dieWinterjacke.Das

Schöne: „Der Mantelklassiker

eignet sich für al-

Dle Konfektionsgrößen

und passt zu

eleganter

wie sportlicher Mo-

de“, sagt Andreas Rose, Modeberater aus

Frankfurt am Main. „Kein anderes Kleidungsstück

ist so zeitlos wie der Trenchcoat.“

Ein paar Tipps für Modefans:

Wie erkenne ich einen Trenchcoat im

Handel? In alten Filmen tragen oft Detektive,

Kommissare und Journalisten den

Trenchcoat –vor allem in einem verwaschenen

Beige. Aber eigentlich war er

einmal ein Kleidungsstück für Soldaten

aus Gabardine, einem

wasserabweisenden

Baumwoll-twill. Sir Thomas Burberry

entwarfihn fürdie Briten im Ersten Weltkrieg.

Und „trenches“ ist das englische

Wort für Schützengräben. Noch heute

trägt der Trenchmantel daher so einige

militärische Erkennungsmerkmale: Er

hat ein großes Schulterpasse und Schulterklappen.

Außerdem lässt sich der lange,

zweireihige Mantel an den Ärmeln

festzurren, damit es nicht hineinregnet.

Dasmacht den Mantel als Kleidungsstück

für

Frauen auch so besonders: Der Trench

warnie für sie gedacht, wasihm am weib-

Körper einen Hauch vonSexyness

lichen

verleiht. Denn schon während des Krie-

und in den Nachkriegsjahren ent-

ges

deckte somancher Männertraum –also

attraktive Schauspielerinnen und Künst-

wie Marlene Dietrich, Brigitte

lerinnen

Bardot und Audrey Hepburn –Männerkleidung

für sich. Etwa schwarzen Anzug

und Krawatte. Und den Trench.

Wiesehen die modernen Formen aus?

Der Trench ist ein Klassiker.Das heißt,

er verändert nach wie vorkaum seine

Form. Es gibt ihn zum Beispiel oft

auch etwas kürzer – und auch das

schon mit Tradition. Denn die

Heimkehrer aus dem Krieg

kürzten den Langmantel

bereits ein, was ihn all-

mach-

tagstauglicher

te. Außerdem vari-

die Bandbrei-

iert

te

der Farben.

Wozu trage ich

denTrenchcoat

am besten?

Er passt nahezu

zu jedem

Kleidungsstil.

„Ein klassischer

Trenchcoat

lässt sich

hervorragend

mit traditioneller

Damen-Business-

mode

kombinieren“,

erklärt Rose. „Zur Sileines

knieum-

houette

spielenden Trenchcoats pas-

und alle Ho-

sen Bleistiftröckee

sen-Looks.“ Und er sei perfekt zu Kleidungsstücken

aus dunklem Denim. Rose

nennt als Kombinationspartner sogar

Jeans mit aufgescheuerten Stellen und

ausgefransten Säumen. Dazu trägt die

Frau dann weiße Sneaker.

Worauf achte ich bei der Anprobe?

„Ein klassischer Trench sitzt an den

Schultern streng, der Mantel an sich ist

weit gehalten“, erklärt Rose. Werihn fürs

Büro-Outfit braucht, solltebei der Anprobe

auf genügend Spielraum für einen Blazer

unter dem Mantel achten. Wird der

Mantel offen getragen, werden dieGürtel

am Rücken zusammengebunden, erläutert

Rose.

dpa

Passend gestylt

für das Firmen-

Ideen fürs Make-up und die Haare

Nicht mehr lange, dann stehen die ersten

Weihnachtsfeiern inden Betrieben

an. Auch dort sollte man beziehungsweise

frau auf seine Kleidung achten

und nicht imFreizeit-Look erscheinen.

Hier sind einige Ideen für das

Styling der Haare und des

Make up für die nächsten

Weihnachtsfeiern im Büro

oder aber andere Firmen-

Events:

Lange Haare: „Eine tolle Frisur für lange

Haare ist der Pferdeschwanz in unterschiedlichen

Varianten“, sagt Friseur André Märtens

aus Berlin. Tief im Nacken abgebunden

sieht er edel und graziös aus, gerade zurück

sportlich. Ist der Zopf am Wirbel abgebunden,

wirkt man dominant. Stilberaterin Brigitte

Grotz rät: „Frauen mit rundlichen Gesichtszügen

können gut einen strengen Pferdeschwanz

tragen – bei kantigeren Gesichtsformen

einfach ein paar Strähnen locker das

Gesicht umspielen lassen, um dem Ganzen

die Strenge zu nehmen.“

Mittellange Haare: „Frauen mit mittellangen

Haaren empfehle ich, das Haar zum Fest

offen zu tragen“, sagt Märtens. „Sehr modern

sind gerade versprungene Wellen.“

Statt die Haare gleichmäßig aufzuwickeln,

werden Strähnen herausgegriffen und mit

dem Lockenstab in sich gedreht. Grotz rät,

die Lockenfülle auf die Körpergröße abzustimmen.

„Eine üppige, lange Lockenmähne

kann bei kleinen Frauen erdrückend wirken.“

Kurze Haare: Bei kurzen Haaren sieht zum

Beispiel eine Wasserwelle edel aus, sagt

Märtens. „Für diesen Look kämmt man die

Haare in nassem Zustand in Wellenform.“

Clips fixieren die Partien, bis sie trocken

sind. Wem das zu aufwendig ist, kann seine

Haare auch mit mehr oder weniger Volumen

stylen. „Wenn ich das Haar beim Fönen über

eine Bürste drehe, am Hinterkopf antupiere

oder straff hinters Ohre klemme, wirkt der

Look gleich ganz anders.“

Dezentes Make-up: Für die Feier mit den

Kollegen darf der Look schlichter sein. Ein

dezentes Make-up gleiche Rötungen oder

Schattierungen aus, sagt Visagist Boris Entrup.

„Unter den Augenträgt manetwas Concealer

auf – am besten mit den Fingern eintupfen.

Glänzende Stellen werden mit transparentem

Puder mattiert“, erklärt Entrup.

„Für den Lidschatten eignen sich Hautfarben

oder Brauntöne – je nach Haarfarbe.“

Leichte Glanzpunkte kommen

auf Lippen und Wangen.

Romantisches Make-up:

Der Look für Heiligabend

mit den Lieben

zeichnet sich durch

weiche Übergänge

und betonte

Augen aus. „Bei

d

r

P

h

g

d

S

L

o

IM JOB SIND PAILLETTEN SCHNELL ZU VIEL

Pailletten sind meist zu glamourös für den Alltag im Büro. Aber verzichten

muss man darauf auch nicht: Sie kommen einfach dosiert zum Einsatz, empfiehlt

die Stilberaterin Silke Gerloff aus Offenbach. „Vereinzelte Pailletten hier

und da in Strick eingewebt gehen immer.“ Auch als kleine Bordüre amAusschnitt,

zum Beispiel bei Blusen, können Stücke mit Pailletten auch noch für

das Outfit im Büro herhalten. Ist das Stück über und über mit Pailletten besetzt,

kommt es für den Job aber nicht infrage. Im Alltag lässt essich dafür

tragen –wenn man es mit schlichter Kleidung kombiniert. „Generell gilt: Je

auffälliger das Pailletten-Teil, desto schlichter und alltäglicher müssen die dazu

kombinierten Teile sein, damit es alltagstauglich bleibt.“

Wichtig ist, keinen oder nur wenig Schmuck zusätzlich zutragen. Bei der Farbe

verzichtet man am besten auf Schwarz –das wirkt noch festlicher. Besser sind

hellere Neutraltöne, etwa Sand, Kupfer oder Oliv. „Bei Kombiteilen zum Beispiel

bewusst Kontraste setzen durch derbere Partner wie Boots, Lederjacke, Jeans:

Dadurch wird das Glamouröse der Pailletten etwas gebrochen.“

dpa


BUSINESS-MODE 29

Fest

iesem Make-up kann man mit einem helleen

und einem dunkleren Tonarbeiten, um

artien wie Stirn, Nase, Lippen und Kinn

ervorzuheben“, sagt Entrup. Die Übergänemuss

man verblenden. Anders als beim

ezenten Look werden die Brauen mittels

tift und Puder stärker betont. „Als festliche

idschatten-Farbe eignet sich ein braunder

goldig-glänzender Kupferton. Ein

Highlight inRosé, Silber oder hellem Gold

oberhalb des Wimpernkranzes lässt die Augen

strahlen.“

Glamouröses Make-up: Um das neue Jahr

gebührend zu begrüßen, darf das Make-up

an Silvester edel ausfallen. Entrup erklärt,

wie es geht: „Sun Powder auf Stirn und Wangenknochen

gibt dem Gesicht einen offenen,

zugänglichen Eindruck.“ Die Betonung liegt

bei diesem Look auf Augen und Mund. „Absoluter

Trend bei Lidschatten sind zarte

Aqua- oder Rosé-Töne.“ Der Lidstrich sollte

komplett zu sehen sein. „Ein absolutes

Muss bei diesem Make-up sind intensiv

strahlende Lippen.“

Nicht von der Stange: Ein Maßanzug betont die Vorteile des Körpers und bringt die Figur optimal zur Geltung, erklärt Maßschneider

Volkmar Arnulf (im Bild) aus Potsdam.

Foto: dpa

Wie man den

perfekten Anzug findet

Tipps für den Einkauf

Sitzt der Anzug nicht richtig, sieht

ein Mann darin schnell lächerlich

aus. Passt er wie angegossen, lässt

er seinen Träger professionell und

attraktiv wirken. Aber wie finden

Männer den perfekten Anzug?

■ Experten geben Tippsfür die Suche:

•Die Farbe: DerAlleskönner unter den

Anzügen sei der anthrazitfarbene, sagt

Michael Seiler, Leiter der Berliner Niederlassung

des Herrenausstatters SØR.

So ein Modell sollte jeder Mann im

Schrank haben. „Ein anthrazitfarbener

Anzug kann sportlich wirken, aber

auch als Abendgarderobe dienen –zum

Beispiel für den Theaterbesuch.“ Der

Klassiker und die Nummer Zwei sei ein

Modell in Dunkelblau. „Der dunkelblaue

Anzug ist korrekt und eignet sich

gut für das Büro, ist aber eine Nuance

sportlicher als der anthrazitfarbene“,

erläutert Seiler.

Alle weiteren Farben und Muster –ob

braun oder etwa mit Nadelstreifen –

brauche ein Mann nur „zur Lust an der

Variation“, findet der Experte.

„Schwarz ist weniger verbreitet, als

mancher denkt“, sagt Volkmar Arnulf

vom Bundesverband des Maßschneiderhandwerks.

Die meisten greifen zu

Variationen vonBlau –der ihm zufolge

meistverkauften Farbe –sowie zu Anthrazit.

•Der Stoff: Ein Anzug ist in der Regel

aus Schurwolle. „Je feiner,desto förmlicher“,

sagt der Stilberater Bernhard

Roetzel aus Berlin. Dickere Stoffe wie

Flanell oder Tweed wirken rustikal.

„Diese Materialien sind faseriger. Sie

haben mehr Griff und wirken durch

ihre Tradition als Stoff der britischen

Jäger-Anzügeländlich –für dasBüroist

das nichts.“

Weil sein Material besonders auffällig

ist, vermittelt ein Cordanzug auch immer

eine besondere Ausstrahlung.

„Cordwirkt sportlich“, erklärt Roetzel.

„Er passt in Situationen, in denen ich

keinen Anzug tragen muss, aber einen

tragen möchte, um gut angezogen auszusehen.“

Anzüge aus Baumwolle sind

laut Roetzel nur im Sommer angemessen.

•Die Kosten: Mehrere Hundert Euro

müssen Männer für einen Anzug, an

dem sie eine Weile Freude haben wollen,

einplanen. „Wer Glück hat, kann

bei den großen Modeketten durchaus

einen passenden Anzug für 199 Euro

finden“, sagt Roetzel. Hochwertigere

Stückegibt es seiner Erfahrung nach in

der Preisspanne zwischen 500 und 700

Euro. Er rät dazu, eher mehr Geld auszugeben:

„Sie müssen sich fragen: Wo

drin will ich den Großteil meines Berufslebens

verbringen?“

Auch Seiler rät zu Anzügen „ab 499

Euro“. Wer weniger ausgibt, nehme

unter anderem Einbußen beim Obermaterial

und der Qualität der Nähte in

Kauf.Und er fügt hinzu: „Das Wichtigste

ist: Ein Anzug muss passen, ob er nun

499 oder 2499 Euro kostet.“

•Das Sakko: Ob ein Sakko wirklich

passt oder nicht, erkennen Fachleute

an mehreren Punkten. Ein kurzer Hals

führt oft zu „Nackenstau“, erklärt Seiler.Das

bedeutet, dass der Stoff im Nacken

eine Falte wirft und nach hinten

ab- oder hochsteht. Auch dieBreiteder

Schultern ist oft problematisch: Ist das

Sakko obenherum zu eng, spannt der

Stoff. Der Träger wirkt dem Experten

zufolgeineiner zu schmalen Form wie

ein „Preisboxer“.

Sakkos seien zuletzt etwas kürzer geworden,sagt

Arnulf. Klassisch misst ein

Maßschneider die Längevom höchsten

Punkt am Nacken bis zum Fußboden,

teilt den Wert durch zwei und zieht

zwei Zentimeter ab, um die optimale

Längedes Sakkos herauszufinden. Eine

Grundregel lautet: „Das Sakko muss

das Gesäß bedecken“, sagt Roetzel.

•Die Hose: Bei klassischen Schnitten

lautet die Regel: Die Hose falle im Stehen

hinten bis zur Oberkante des

Schuhabsatzes, sagt Seiler. Für Arnulf

endet sie einen Zentimeter oberhalb

der Absatzkante. Vorne seien sie beim

Maßanzug kürzer.

Bei der aktuellen Mode seien die Fußweiten

häufig schmaler, erklärt Seiler.

Hier könne die Hose nicht bis zur Oberkantedes

Absatzes fallen, denn sie setze

vorher auf –imIdealfall auf halber

Schuhhöhe. Beim Gehensolltedie Hose

darüber hinaus den Schuh nie ganz

freigeben, so dass die Socken zu sehen

sind.

dpa

Foto: dpa


Foto: Soeren Stache/dpa

30 BUSINESS-MODE

INFOS

Dunkle Jeans passen

besser ins Büro

Kombiniert werden sollte die Hose mit einem schicken Oberteil wie einer Bluse oder einem Hemd

Es herrscht Krawattenpflicht

im Büro? Dann sollte man

mindestens fünf Stück besitzen.

„Für jeden Tagder Woche

eine ist die absolute Untergrenze“,

erklärt die Etikette-Expertin Carolin

Lüdemann aus Flein bei Heilbronn.

„Nach oben gibt es natürlich

keine Grenze.“ Grundsätzlich

seien weniger auffällige Exemplare

zu empfehlen. „Dann fällt es

Kollegen weniger auf, wenn ich

eine Krawatte öfter trage.“ Dennoch

lautet ein wichtige Faustregel:

eine Krawatte nie zwei Tage

hintereinander tragen. dpa

Die Jeans ist beliebt, wird gerne in

der Freizeit getragen. Allerdings

passt sie nicht immer ins Berufsleben–vor

allemnicht Modelle mit Löchern

und ausgefranstem Saum.

Aber wenn man Jeans tragen

möchte, dann rät Imageberaterin

Katharina Starlay

aus Frankfurt zu dunkleren

Aosen. H „Je dunkler die Farbe

des Denim, desto businesstauglicher

ist die Jeans. Für helleoderfarbigeJeans

sowie Chinos, die in manche Branchen

passen, gelten eigene Gesetze.“

Wichtig ist auch die Kombination: Zu

einer Jeans immer ein Business-Teil tragen,

empfiehlt Starley. Das wäreetwafür

Frauen ein Blazer oder eine Bluse anstelle

von lässigem Blouson oder Shirt. Bei

Männer dann dementsprechend ein schickes

Hemd. Somit wirkt das Outfit insgesamt

runder und passt einfach besser ins

Büro. Vor allem wer Kundenkontakt hat,

sollte genau darauf achten, wie er die

Jeans kombiniert.

Darüber hinaus sollte man auch auf eine

qualitativ hochwertige Variante achten.

Die Hose solltegut sitzen und nicht „billig

aussehen“.

Daneben spielt auch die Passform dieser

Hosen eine Rolle –vor allem im Berufsleben.

Die Jeans sollte nicht diese gewisse

Spur zu eng sein. „Leider hat der heute

übliche Elastan-Anteil dafür gesorgt,

dass man Jeans sehr eng tragen kann, ohne

dass es unbequem wird“, erklärt Starley.

„Das ist nicht immer optimal. Auch

bei Jeans ist die Passform das A und O der

Erscheinung.“

dpa

Nie mit Mini

in die Firma

Rock sollte eine Handbreite oberhalb des Knies enden

So fühlt sich

das Outfit normal an

Kleidung für das Bewerbungsgespräch vorher zu Hause eintragen

Im Büro und anderen Alltagssituationen

sollte ein Rock

mindestens eine Handbreite

oberhalb des Knies enden.

„Natürlich geht länger immer,

und auch maxi darf er

sein“, sagtdie Personal ShopperinSonja

Grau aus Ulm. Der

Mini oder Supermini sei aber

nur etwas für die Freizeit.

■ Aber selbst dann sollte nicht

jede Frau den eng geschnittenen,

kurzen Rock wählen. Der Minirock

ist etwas für eine tolle Figur

und grundsätzlich eher für Jugendliche

und junge Frauen geeignet.

Das Modell sollten Frauen ab 35

Jahren eigentlich aus dem Kleiderschrank

verbannen – wobei

Ausnahmen in der Mode ja immer

erlaubt sind: „Er kann durchaus

auch bei einer jung gebliebenen

45-Jährigen noch gut aussehen“,

findet Grau.

Ein gerade geschnittener Rock

schmeichele nahezu jedem Figurtyp,

erläutert die Stilberaterin.

„Die A-Linie passt generell zu

einer schmalen Taille und kräftigen

Oberschenkeln. In der Regel

können kleine wie auch große

Frauen diese Rockform gut tragen.“Aufpassen

müssen die Frauen

auf die Proportionen: „Verfügen

die Damen neben kräftigen

Oberschenkeln auch über kräftige

Knie, dann sollteder Rock eine

Handbreite unterhalb des Knies

enden, so dass dieses bedeckt

ist“, erklärt Grau.

Röckemit Volants –das sind mehrere

Reihen aufgenähter rüschenähnlicher

Stoffbf ahnen – stehen

schlanken und wohlgeformten Figuren.

„Normal bis groß gewachsenen

Frauen schmeichelt diese

Rockform in der Regel sehr gut“,

erklärt die Modeberaterin Sonja

Grau weiter.

Kleine Frauen sollten davon Abstand

nehmen. In Falten gelegte

Plisseeröcke wirken füllig –und

verstärken daher die Problemzone

Bauch.

dpa

In einigen Branchen müssen Bewerber immer mit Anzug

und Schlips kommen. Doch nicht überall ist das so eindeutig.

Foto: dpa

Legen sich Bewerber extra für

das Bewerbungsgespräch ein

neues Outfit zu, sollten sie das

vorher zu Hause eintragen.

■ Dann fühlt sich das Outfit am

Vorstellungstermin ganz normal

an, sagt Etikette-Trainerin Carolin

Lüdemann aus Flein bei Heilbronn.

Wer sich unsicher ist, wie

formell die Kleidung sein muss,

schaut sich am besten die Homepageder

Firma an. So lässt sich ein

erster Eindruck gewinnen, wasim

Betrieb üblich ist.

Gibt es dort keine Mitarbeiterbilder,

können Bewerber nach Mitarbeitern

der Firma in berufl

ichen

sozialen Netzwerken wie Xing und

LinkedIn suchen und sich an der

Kleidung auf den Bildern dort

orientieren.

Wer mehr der lockere Typ ist und

für das Vorstellungsgespräch zum

ersten Mal im Sakko oder inder

Bluse steckt, hat außerdem fast

immer das Gefühl: Das sieht

schräg aus, und das bin nicht ich.

Trotzdem sollten Bewerber nun

nicht aus Trotz die tiefsitzende

Jeans und die Turnschuhe herauskramen.

„Wenn man underdressed

kommt, fällt das immer

negativ auf“, sagt Lüdemann. Umgekehrt

ist es viel weniger

schlimm: „Es wirdIhnen niemand

einen Vorwurf machen, wenn Sie

zu schick kommen.“

Bei der Bewerbung um eine Lehrstelle

im Handwerk beispielsweise

ist kein Sakko Pfl

icht. Aber für

Kaufl

eute oder in der Bank ist das

schon ratsam. Und auch ein

Schlips ist nach Einschätzung der

Berufsberaterin Annedore Bröker

von der Arbeitsagentur in Hamburgangesagt.

Die Faustregel lautetindiesem

Fall: Ein Anzug kann,

muss aber nicht sein. Eine edle

Jeans geht auch. Jugendliche, die

ein Piercing tragen, sollten überlegen,

wie das auf den Chef wirken

könnte. Wenn es von vorneherein

nicht zum Unternehmen passt, ist

es besser, für das Bewerbungsgespräch

darauf zu verzichten. dpa


BUSINESS-MODE 31

Man sollte

nicht übertreiben

We create your look

Stylingtipps fürs Büro

In der Arbeitswelt sollte das Makeup

immer eher etwas dezenter und

zurückhaltender sein. Aber: Gekonnt

betonte Augen sind wichtig.

„Da diese der Angelpunkt in jedem

Gesicht sind, und wir alle uns immer

bei einem Gespräch an den Augen

des Gegenübers festhalten beziehungsweise

orientieren“, erklärt der

Stil-Coach Lisa Zimmermann aus

Berlin.

Aber man sollte nicht übertreiben.

„Niemals die Augen

mit starken Farben wie

Grün, Blau oder auch dunkl

Tönen wie bei Smokey- Aen

Eyes erdrücken“, erklärt die Expertin für

Jobfragen. „Im Beruf eignen sich sanfte

helle Pastelltöne wie Beige, ein gräulicher

Weißton

oder Rosé sowie

Apricot für das

bewegliche Lid

und eine etwas

dunklere, rauchige

Farbe für die

Partie über dem

Lisa Zimmermann, Stil-Coach

beweglichen

Lid.“

Grundsätzlich

gelte: Ein starkes Make-up sende erotische

Signale, was Frauen im Beruf vermeiden

sollten. „Ein roter Lippenstift und

rote Fingernägel haben definitiv eine

starke erotische Wirkung und gehören

von daher in die Freizeit und das Privatleben.“

Aber auch für den Arbeitnehmer

selbst sei es gut, wenn er sich für die

Arbeitszeit anders schminke als privat:

„Ich persönlich finde es immer gut, zwischen

Arbeitsalltag und Freizeit, sowohl

mit der Kleidung als auch mit dem Makeup,

zu unterscheiden“, sagt Zimmer-

„Niemals die Augen mit starken

Farben wie Grün, Blau

oder auch dunklen Tönen wie

bei Smokey-Eyes erdrücken.“

mann. „Diese Haltung macht das Leben

abwechslungsreicher,und es können verschiedene

Persönlichkeitsanteile auch in

der äußeren Erscheinung zum Ausdruck

kommen.“

Besonders empfehlenswert ist der Verzicht

auf starkes Make-up in klassischen

Branchen. „Mode- und Werbebranche sowie

alle kreativen Felder erlauben sicher

ein stärkeres und modischeres Make-up

als der klassische Büroalltag.“ Wichtig sei

grundsätzlich überall: Der Teint sollte

ebenmäßig und gepfl

egt wirken, das gelingt

mit einer leichten, zum

Hautton passenden Grundierung

und einem

transparenten Puder.

dpa

BRUNELLO CUCINELLI

Foto: Colourbox.com

CHLOÈ

ERMENEGILDO ZEGNA

LORO PIANA

PRADA

DRESSCODE FÜR DEN ERSTEN TAGIMJOB

Neue Menschen werden immer begutachtet und meist auch anhand ihrer Optik

schnell ineine Schublade gesteckt. Daher empfiehlt Modeberater Andreas Rose

aus Frankfurt neuen Auszubildenden am ersten Tagdezente Kleidung. „Ich bin

ein Eindringling in einem fremden Revier“, erklärt der Stilexperte. Essei daher

besser, sich erst mal schlicht und zurückhaltend zu kleiden –als Zeichen, sich

integrieren zu wollen. Rose rät zum Beispiel zu den Farben Grau, Blau und

Braun. Aber nicht zu Schwarz. „Schwarz ist für mich ein Zeichen von Macht und

Dominanz“, erklärt der Modeberater. Für Auszubildende passe das natürlich

nicht. Einen Eindruck vom grundsätzlichen Stil des Kollegenkreises bekomme

der neue Auszubildende schon im Vorstellungsgespräch, erläutert Rose. Auch

ein Blick auf die Homepage des Unternehmens und in Bildergalerien kann helfen.

dpa

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Branchen & Betriebe: Teststrecke

für Hoteliers Seite 14

Geld & Geschäft: Indexpolicen

stehen hoch im Kurs Seite 17

DIE WIRTSCHAFT

Im Bann der Abschotter

Die USA und Großbritannien verweigern sich zunehmend dem globalen Handel. Präsidentenwechsel

und Brexit drohen auch die Unternehmen im Münsterland in Mitleidenschaft zu ziehen.

Der neue DonaldTrumpbautHan-

die britische

US-Präsident

delsmauern, Regierungbereitett

den Brexit vor, und die

wird

türkische unberechenbarer.

Politik zunehmend die

UnternehmenimMüns-

immer

Auch terland stärker die Auswirkungen

globaler Turbulenzen

auf ihr Geschäft.

Es geht um

mehrere Mil-

liarden Euro

Auslandsumsatz.

Allein in

USA,

spüren die drei Großbritannien und Tür-

kei, die alle in politischen

Turbulenzen stecken, ex-

Unternehmenn

Länder portieren aus dem Bezirk der In-

und Handels-

dustrie- Nord

kammer in Münster

(IHK) Westfalen Waren tungen im Wert vonüber

3,6 Milliarden Euro. Wie

Prof. Dr. Bodo Risch,

stellvertretender IHK-Hauptgeschäfts-

Hauptgeschäftsführer,

dieser Zeitung erklärte, erreicht

allein der Export von rund 500 Betrieben

aus dem Münsterland und der Emscher-

Lippe-Region in das Brexit-Land Großbritannien

ein jährliches Volumen von 1,6

Milliarden Euro. In den USA, woder neue

Präsident Donald Trump täglich für neue

wirtschaftspolitische Unruhe sorgt, erreichte

der Wert der Geschäfte aus der

und Dienstleis-

Münster | Münsterland

Region im vergangenen Jahr einen Wert

von 1,5 Milliarden Euro.

Allerdings spiele bei den münsterländischen

Ausfuhren in die USA der Maschinenbau

eine große Rolle, so Risch. „Diese

Branche steht bei der Abschottungspolitik

Trumps nicht so im Fokus.“ Der stellvertretende

IHK-Hauptgeschäftsführer

sieht in dieser Branche vor allem auch

deshalb einen Zwang zum Einkauf ländischen Know-hows, „weil der USaus-

Maschinenbau antiquiert ist“.

Hinzu kommen für die heimischen Exporteure

politischen Unsicherheiten in

einigen europäischen Nachbarländern –

etwa in Frankreich und den Niederlanden,

wo rechte Kandidaten bei den Präsidenten-

bzw. Parlamentswahlen eine be-

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MODERNE LOGISTIK

IMUNTERNEHMEN

Ausgabe 1/2017

„Ein dynamisches Jahr“

Statistisches Bundesamt bewertet die Wirtschaftsleistung positiv

DiedeutscheWirtschafthatEnde

2016zualtemSchwungzurückgefunden.NacheinerDelleimSommer

zog die Wirtschaftsleistung

vonOktoberbisDezemberum0,4

Prozent gegenüberdemdritten

Quartalan, wie das Statistische

Bundesamt jetzt in Wiesbaden

mitteilte.

Befl

vom Konsum

und größte

fügelt vom Bauboom

wuchs Volkswirtschaftdamitso

stark wie der Euroraum

insgesamt.ImdrittenQuartalwardas

Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich

Europas 4 198869 002009

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Prozent. Es wardasstärksteWachs-

tumseitfünfJahren.FürdiesesJahr

sindÖkonomenzuversichtlich,siesehenallerdingsgroßepolitischeUnsicherheiten.

„Das gute vierte Quartal setzt den

Schlusspunkthintereindynamisches

Jahr 2016. Deutschlandistspürbar

schnellergewachsenalsimlangfristigen

Durchschnitt“, erklärte KfW

-

Chefv

olkswirt Jörg Zeuner. Viele

internationaleTurbulenzenseienwegen

der starken Binnenwirtschaft

kaumaufDeutschlanddurchgeschlagen.

AbgehängtwurdeEuropasKonjunk-

turlokomotivezumJahresendeunter

anderemvonSpanien (plus0,7Pro-

zent)unddenNiederlanden(plus0,5

Prozent). Im Gesamtjahrwuchsdas

BIP in denNiederlandenkräftigum

2,1Prozent.DieRegierungkanngute

NachrichtenrundvierWochenvor

derParlamentswahlgebrauchen.Die

französischeWirtschaftgewannvor

demWahljahrebenfallsanSchwung

undlegteEnde2016um0,4Prozent

zu.

InDeutschlandtrugennachvorläufigenDatenderStatistikerdieKaufl

fust

derBundesbürgerunddieAusgaben

desStaatesmaßgeblichzumWachs-

tum Ende 2016 bei. Der habe

seine Konsumausgabendeutlicher-

höht, erklärtedieBehörde.

ImVorjahresvergleichlegtedaspreisbereinigteBIPvonOktoberbisDezemberum1,2Prozentzu.Fürdieses

JahrhatdiedeutscheWirtschaftnach

AngabenderStatistikerbereitsein

Plusvon0,5Prozentsicher.

dpa

NÄCHSTE AUSGABE

24.10.2017

Der

Anzeigenschluss

ist am 6.10.2017

OFFEN GESAGT

Vielfalt kann

schützen

drohlich starke Zustimmung erwarten

können. Das trifft dann sogar das münsterländische

Handwerk: Es gebe vor allem

enge geschäftliche Kontakte in die

Niederlande, berichtete der Pressesprecher

der Handwerkskammer Münster,

Michael Hoffmann.

►Fortsetzung auf Seite 2

uch

A en die politischen Turbu-

Ideen alleine verändern nichts.

Sondern der Mut, sie umzusetzen.

Der neue Panamera.

Erfahren Sie mehr bei uns im

Porsche Zentrum Münster.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

am Münsterland gelenzen

in wichtigen Handelsnationen

wie den USA und Großbritannien

nicht vorbei. Milliardenschwere

Exportvolumina

verbinden die Region mit den

Krisenländern.

Doch im Gegensatz zu vielen

anderen Gegenden Deutschlands

hat das Münsterland

einen gewaltigen Vorteil: Die

Hidden Champions, die es in

der Region in großes Zahl gibt,

sind auf dem Weltmarkt in

ihren Sparten überlegen.

Auch US-Präsident Trump dürfte

seinem Land diese Waren

nicht vorenthalten wollen und

deshalb hier von Zöllen absehen.

Außerdem steht China als alternativer

Markt zur Verfügung.

Auch wenn die dortige

Wirtschaft nicht mehr ganz so

stark wächst wie in der Vergangenheit,

wird sich die

Volksrepublik – vor allem auch

wegen Trumps Abschottungspolitik

– zunehmend zur führenden

ökonomischen Macht

der Welt entwickeln.

Die Wirtschaft im Münsterland

hat in der Vergangenheit immer

wieder ihre hohe Flexibilität

unter Beweis gestellt. Basis

für diese schnelle Reaktionsfähigkeit

ist vor allem die mittelständische

Struktur der regionalen

Betriebe. Großkonzerne

erweisen sich hingegen in der

Regel als schwerer lenkbare

Kolosse – können sich somit

auch auf politische Umbrüche

nur verspätet einstellen.

Jürgen Stilling

Porsche Zentrum Münster

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