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HEIMATLIEBE-BIGGESEE Augabe 2 Sommer Herbst 2017

Die Ausgabe für die Region Biggesee - Heimatliebe – Dein Magazin, Deine Region, Deine Geschichten.

Höhlenforscher Joachim

Höhlenforscher Joachim Hoberg ist auch in ehemaligen Bergwerken unterwegs. Karsten Binczyk auf dem Weg nach unten in einen alten Stollen. Ausflüge in die Unterwelt Unterwegs mit Höhlenforscher Joachim Hoberg „Ich bin einer der wenigen Höhlenforscher, der eine eigene Höhle hat“, schmunzelt Joachim Hoberg beim Besuch des Heimatliebe-Reporters. Die sogenannte „Noackenhöhle“ wurde 1949 beim Bau des Elternhauses freigelegt. Schon als kleiner Junge ist Joachim Hoberg, den alle nur „Pauli“ nennen, durch die verwinkelte und an einigen Stellen sehr enge Horizontalhöhle gekrochen. Längst ist der 64-Jährige ein erfahrener Höhlenforscher, der überall in Deutschland in den Untergrund abtaucht. 2013 erhielt die „Noackenhöhle“ prominenten Besuch. Attendorns stellvertretender Bürgermeister Uli Selter ließ sich vom Hausherrn die Dolomitkammer, den Abstieg in die Teufelsgrube und die größere „Eierhalle“ zeigen. Sogar Stalaktiten gibt es in der auf 120 Meter vermessenen Höhle zu bestaunen. Alles festgehalten auf Video. Im Film wirkt Uli Selter ganz cool und entspannt. „Wenn Pauli nicht dabei gewesen wäre, hätte ich nicht gewusst, wie ich wieder rausgekommen wäre“, erinnert sich der leidenschaftliche Skilangläufer ein paar Jahre später noch genau an den Ausflug in die Unterwelt. „Ich bin einer der wenigen Höhlenforscher, der eine eigene Höhle hat.“ Neben der Erforschung von Höhlen ist der Bergbau das zweite große Hobby von Joachim Hoberg. Vom Attendorner Heimatforscher und Hobby-Geologen Ludwig Korte erhielt Hoberg viele Informationen. „Ich habe oft im Kreisheimatmuseum gesessen. Das hat mich fasziniert“, berichtet der Schwiegersohn des langjährigen Karnevalspräsidenten Ludwig Hoffmann. Schon lange interessieren den Hansestädter auch die Spuren des heimischen Bergbaus. „Das war richtige Knochenarbeit. Die Bergleute haben am Tag zum Teil nur 20 Zentimeter Strecke geschafft. Alt sind sie nicht geworden. Mich fasziniert, wie dort früher gearbeitet worden ist“, sagt der Attendorner. Wer auf der Suche nach alten Gruben oder Bergwerksstollen ist, muss nicht weit fahren. Zwischen Biekhofen und der Stesse gab es die Grube Thekla. „Das wissen die wenigsten. Der Schacht ging 14 Meter runter“, verrät Joachim Hoberg ein kleines Geheimnis. Hier wurde zwischen 1860 und 1870 Brauneisenerz abgebaut. Von der Windhauser Straße, bei der Spedition Karl Vigener, führt ein alter Stollen 40 Meter in Richtung Hahnbeul. Der Stollen wurde beim Straßenbau zugeschüttet. „Die anderen blicken in den Nachthimmel, wir haben ein Firmament aus Stein“, schmunzelt Karsten Binczyk. Der 49-Jährige aus Lüdenscheid steigt mit seinem Freund Joachim Hoberg regelmäßig in die Unterwelt ab und erkundet alte Stollen, Gruben und Bergwerke, Bunker oder Tunnel. „Manchmal sind wir nach 50 oder 100 Jahren die Ersten, die diesen Ort wieder betreten“, weiß Binczyk. „Unser Ziel ist es, diese Orte zu dokumentieren und damit der Nachwelt zu erhalten“, betont der 2,03-Meter-Mann. Die beiden Heimatforscher sind heute ein eingespieltes Team. Das zeigt das Beispiel der Kieselschiefer-Grube am 56 57