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FBM / Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

FinanzBusinessMagazin I

FinanzBusinessMagazin I KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN Ertragssteuerliche Behandlung von Crypto Tokens von Dr. jur. Julian Albrecht, Senior Associate bei Schnittker Möllmann Partner Die Begriffe „Crypto Token“, „Blockchain“ und „ICO“ sind inzwischen in aller Munde. Die im Rahmen von Initial Coin Offerings (ICOs) eingesammelten finanziellen Mittel werden immer größer, Crypto Tokens wie Bitcoin, Ether, Litecoin oder Ripple (dies sind nur einige der bekanntesten) erreichen wöchentlich neue, wenn auch volatile, Höchststände. In ebenso schneller Folge werden neue, vielversprechende Anwendungsgebiete für die dahinterstehende Technologie der Blockchain ausgemacht. Die langfristige Perspektive für Crypto Tokens wird – zumindest für den Standort Deutschland – auch dadurch beeinflusst, wie Gewinne aus Token-Geschäften steuerlich behandelt werden, denn Marktteilnehmer richten erfahrungsgemäß ihre Investitionstätigkeit auch nach der zu erwartenden Abgabenlast aus. Dieser Beitrag wirft die wichtigsten steuerlichen Fragen auf und fasst den aktuellen Diskussionsstand zusammen. I. Steuerfrei vs. voll steuerpflichtig Nach ersten Äußerungen der Bundesregierung sind Bitcoin, die bekanntesten und gemessen an der Marktkapitalisierung (noch) wichtigsten Crypto Tokens, im Ausgangspunkt Wirtschaftsgüter und als solche in ihrer steuerlichen Behandlung zunächst vergleichbar mit Münzen, Oldtimern oder Briefmarken. Für Privatanleger hat das folgende Konsequenzen: Gewinne aus Bitcoin, die durch Kapitaleinsatz (nicht „Mining“) erworben und später veräußert werden, sind steuerfrei, sofern zwischen Erwerb und Veräußerung ein Zeitraum von mindestens einem Jahr (zehn Jahre, falls ein Token als laufende Einkunftsquelle genutzt werden kann) liegt – ein durchaus interessantes Ergebnis, wenn man sich vergegenwärtigt, dass nach Einführung der sog. Abgeltungsteuer Veräußerungsgewinne nur noch sehr selten steuerfrei erzielt werden können. Veräußerungen innerhalb eines Jahres nach Erwerb sind hingegen voll steuerpflichtig. Ein steuerbarer Vorgang ist dabei nicht nur anzunehmen, wenn erworbene Tokens für einen Preis in Euro veräußert werden, sondern auch beim Eintausch von Tokens gegen andere Wirtschaftsgüter. „Anderes Wirtschaftsgut“ kann in diesem Zusammenhang z.B. ein anderer Crypto Token sein, bei dessen ICO man mit Bitcoin zahlt (viele kleinere Token können nur gegen andere, bekanntere Token, nicht aber gegen sog. Fiat-Währungen eingetauscht werden). Der Moment des Eintauschs ist ein steuerlicher Realisationsvorgang, so dass etwaige Kurserhöhungen innerhalb eines Jahres zwischen dem Zeitpunkt des Bitcoinerwerbs und des Eintauschs steuerpflichtige Veräußerungsgewinne sind. Um zu ermitteln, ob ein veräußerter Token länger als ein Jahr gehalten wurde, dürfte das sog. FIFO-Verfahren (first in - first out) anzuwenden und häufig auch von Vorteil sein. In tatsächlich-technischer Hinsicht hilft die Blockchain-Technologie, die sämtliche Transaktionen irreversibel festhält. Es gilt an dieser Stelle, die steuerrechtliche Beratung mit der technischen zu verknüpfen, denn es gibt Maßnahmen, die sicherstellen, dass die „richtigen“ Tokens ver- 14 Ausgabe September/2017

KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN I FinanzBusinessMagazin äußert werden. Dafür ist ein technisches Grundverständnis (u.a.) über die Arbeitsund Wirkungsweisen von Blockchain-Transaktionen und Wallets notwendig. (Deutsche) Kapitalgesellschaften profitieren von der Steuerfreiheit nicht. Im Gegenteil: Für sie sind die Erträge beim direkten Halten und Veräußern von Tokens steuerpflichtig, und zwar im Gegensatz zu Veräußerungserträgen bei Kapitalgesellschaftsanteilen zu 100 %. II. Besonderheiten für Fonds-Investments in Crypto Tokens Die Gewinnphantasien, die die Kursentwicklungen von Bitcoin und anderen Crypto Tokens ausgelöst haben, stellen auch Manager von Tech-affinen Venture Capital- Fonds vor die Frage, ob sie nicht einen Teil des von ihnen verwalteten Geldes für den Erwerb solcher Tokens einsetzen sollen. Dabei ergeben sich einige steuerliche Besonderheiten, die Manager vor einer Kaufentscheidung beachten sollten. a) Besteuerung von Fonds-Investoren Venture Capital Fonds sind typischerweise vermögensverwaltend tätig. Ein vermögensverwaltender Fonds ist ein materiellsteuerliches Nullum, denn aufgrund der sog. Bruchteilsbetrachtung werden den Investoren steuerlich keine Fondsanteile, sondern anteilig die vom Fonds gehaltenen Wirtschaftsgüter zugerechnet. Es ändert sich gegenüber dem oben Gesagten also nichts: Natürliche Personen, die (ggf. über eine weitere vermögensverwaltende Personengesellschaft) in einen Fonds investieren, können von der Steuerfreiheit nach Ablauf der Spekulationsfrist profitieren. Das kann ein ganz erheblicher selling point im Fundraising sein! Kapitalgesellschaften sind mit Token-Gewinnen, die auf sie aus einer Fondsbeteiligung entfallen, voll steuerpflichtig. Daran ändert natürlich auch die Zwischenschaltung einer (deutschen) Kapitalgesellschaft nichts – zwar kann dann je nach konkreter Ausgestaltung die Investor- Kapitalgesellschaft von der 95 %igen Steuerfreiheit profitieren, auf Ebene der Zwischengesellschaft tritt aber eine Körperschaft- und Gewerbesteuerbelastung ein. Hier zeigt sich, dass sich je nach Investorenstruktur unterschiedliche Haltestrukturen anbieten können. Reine Token-Fonds werden über Parallelfonds-Strukturen nachdenken können, um jedem Investor eine steueroptimierte Behandlung der Rückflüsse zu gewährleisten. b) Vermögensverwaltender Status eines Crypto Fonds Der originäre (durch ICOs, nicht durch Mining) oder derivative (Handelsplattformen) Erwerb von Crypto Tokens führt nicht zwingend zur Gewerblichkeit eines Fonds. Es sind bei der Beurteilung u.E. – und hier scheinen uns erste Finanzämter zuzustimmen – vielmehr die allgemeinen Grundsätze anwendbar, die sich – bei Venture Capital-ähnlichen Fonds – insbesondere aus den Kriterien des sog. PE- Erlasses des BMF ergeben. Das bedeutet, dass es auf die Umstände des konkreten Einzelfalls, vor allem aber auf die beabsichtigte Haltedauer ankommt. Ein häufiges, „händlertypisches“ Umschlagen von Token und Ansprüchen sowie wiederkehrende Reinvestitionen könnten zu einer Gewerblichkeit des Fonds führen. Bei ICOs, in denen zunächst nur Ansprüche Ausgabe September/2017 15

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