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FBM / Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

FinanzBusinessMagazin I

FinanzBusinessMagazin I KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN auf die spätere Übereignung erworben werden, ist daher besondere Aufmerksamkeit geboten; ebenso bei ICOs, in denen nur mit anderen Token, nicht aber mit Fiat- Währungen gezahlt werden kann. c) „Infizierung“ des carried interest? Der „VC-typische“ Teil des carried interest bleibt (sofern die Anforderungen des § 18 Abs. 1 Nr. 4 EStG ansonsten grundsätzlich erfüllt sind) steuerlich jedenfalls dann privilegiert, wenn die Token-Rückflüsse kein erhebliches Ausmaß annehmen. Dies wäre, so sich diese Meinung durchsetzt, eine erhebliche Erleichterung für Fondsmanager: Sie könnten, nach Klärung weiterer gesellschaftsrechtlicher und aufsichtsrechtlicher Fragen, kleinere Testinvestitionen in Tokens tätigen, ohne um ihren Steuervorteil fürchten zu müssen. d) Carry-Privileg für Token-Rückflüsse Bei diesem Thema zeigt sich die Finanzverwaltung aktuell noch zurückhaltend. Und tatsächlich scheint der Wortlaut des § 18 Abs. 1 Nr. 4 EStG gegen eine Anwendung der Norm auf Crypto-Carry zu sprechen. Wir sind anderer Meinung: Das Privileg sollte laut der Gesetzesbegründung eine steuerliche Aufteilung des Carrys gerade entbehrlich machen. Überdies wird in der Begründung als Kernvoraussetzung die vorherige Rückzahlung des Kapitaleinsatzes der Investoren – und gerade nicht die Mittelherkunft – identifiziert. Dass der Wortlaut gegen die Anwendung spricht, ist übrigens nicht verwunderlich: Die Norm wurde ca. fünf Jahre vor „Geburt“ der Bitcoin erlassen. Auch ein noch so vorausschauend handelnder Gesetzgeber hätte schlicht nicht antizipieren können, dass er, um „Wagniskapital“ zu fördern, nicht ausschließlich „Anteile an Kapitalgesellschaften“, sondern auch „digital-kryptografische Werteinheiten“ als Carry-Quelle hätte nennen müssen. Diese Einschätzungen geben unsere Ansichten zum Thema wieder, die in konkreten Einzelfällen von zuständigen Finanzämtern auch geteilt wurden. Dennoch müssen wir darauf hinweisen, dass umfassende verlässliche Äußerungen der Finanzverwaltung oder der Finanzgerichtsbarkeit fehlen. Wir raten deshalb dazu, vor einem Investment in Crypto Tokens die steuerlichen Folgen im Vorwege abzuklären, vorzugsweise in einer vom zuständigen Finanzamt erteilten verbindlichen Auskunft. Der Beitrag ist eine gekürzte und aktualisierte Fassung eines Briefings, das Mandanten von Schnittker Möllmann Partners zu diesem Thema zur Verfügung gestellt wurde. Zum Autor: Dr. jur. Julian Albrecht, ist Senior Associate bei Schnittker Möllmann Partners in Hamburg Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Bucerius Law School in Hamburg und einem Auslandsstudium an der University of Cambridge erfolgte nach dem 1.Staatsexamen eine Tätigkeit am Lehrstuhl für Steuerrecht von Prof. Dr. Birgit Weitemeyer an der Bucerius Law School und ein Referendariat mit Stationen u.a. beim Finanzgericht Hamburg, der Finanzbehörde Hamburg, Latham & Watkins LLP in Hamburg sowie Flick Gocke Schaumburg in Berlin. Nach dem 2.Staatsexamen, der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und der Promotion zum Dr.jur. folgte eine Tätigkeit als Associate bei Flick Gocke Schaumburg in Berlin/Hamburg. www.smp.law Dr. jur. Julian Albrecht ist Referent beim 1.Investorenkongreß Kryptowährungen am 23. Januar 2018 in München www.Investorenkongress.de 16 Ausgabe September/2017

KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN I FinanzBusinessMagazin Blockchain im Asset Management von Dr. Khanh Dang Ngo, Rechtsanwalt, Finance & Blockchain, Simmons & Simmons LLP Die Blockchain Technologie hat das Potential das Asset Management nachhaltig zu verändern. Blockchain bietet eine Alternative zu vielen aufzeichnungs-basierten Transaktionen. Insbesondere der Zahlungsverkehr, die Verwahrung von Vermögensgegenständen und die Fondsberechnung lassen sich mit Hilfe dieser vielversprechenden Technologie effektiver gestalten, weil der Abgleich von Daten schneller und weniger fehleranfällig in einem digitalen Netzwerk vollzogen werden kann. Blockchain behandelt Assets wie das Internet Informationen behandelt: sie dezentralisiert die Kontrolle über Informationen, beseitigt Informationsasymmetrien und allgemein verändert die Art, wie wir mit Informationen, Assets und Dingen umgehen und mit ihnen interagieren. Die Blockchain Technologie läutet einen Paradigmenwechsel im Asset Management ein, das nicht nur die Prozesse der Vermögensverwaltung neukonzeptioniert, sondern auch das Verhältnis zu Vermögensgegenständen fundamental verändert. Blockchain by Design bedeutet verteilte Verwahrung von Daten. Statt Daten zentral an einer Stelle zu erfassen, speichert die Blockchain Daten in einem Verbund von Computern. Jeder Computer in dem Netzwerk ist ein Knotenpunkt und speichert den gesamten Datensatz. Mit Hilfe von Verschlüsselungstechniken und Algorithmen gewährleistet Blockchain, dass jeder einzelne Computer auch nur diejenigen Daten lesen und bearbeiten kann, die ihm zugeordnet sind. Gleichzeitig erhält der einzelne Computer die Gewissheit, dass er über den vollständigen, verschlüsselten Datensatz verfügt. Blockchain schafft damit Vertrauen über die Richtigkeit und Vollständigkeit von Informationen, ohne dass man sämtliche Informationen vollständig lesen kann. Blockchain löst damit ein Kernproblem der verteilten Datenverarbeitung. Mit diesem Grundkonzept der dezentralen Datenerfassung sind eine Fülle von Anwendungsfelder im Asset Management denkbar. Die gesamte Wertschöpfungskette einer Wertpapiertransaktion dient als Spielwiese einer Blockchain-basierten Plattform, auf der jeder Teilnehmer zu jeder Zeit alle Daten in nahezu Echtzeit erfassen kann. Betrachtet man die Wertschöpfungskette von der ersten Aufnahme einer Order über das Erfassen des jeweiligen Assets, der Ausführung der Transaktion und der abschließenden Übertragung der Vermögensgegenstände, so lassen sich mit Hilfe von Blockchain-basierten Plattformen viele veraltete Prozesse der Datenüberprüfung, die teilweise derzeit sogar noch manuell durchgeführt werden, ersetzen und modernisieren. Blockchain betrifft grundlegend zunächst das Asset an sich. Blockchain-basierte Assets werden auf der Grundlage von Wertmarken, so genannten "Tokens" aufgezeichnet. Tokens sind digitale Einheiten, denen ein Wert gutgeschrieben wird. Der erste Anwendungsfall der Blockchain Technologie ist der bekannte Bitcoin. Bitcoin ist eine Kryptowährung, die auf einer öffentlichen Blockchain, auf die jedermann im Internet Zugriff hat, gespeichert wird. Genaugenommen werden die ein- Ausgabe September/2017 17

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