Aufrufe
vor 1 Jahr

FBM / Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

Kryptowährungsfonds: Eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren?

FinanzBusinessMagazin I

FinanzBusinessMagazin I KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN Kryptowährungsfonds – eine neue Assetklasse für institutionelle Investoren? von Dr. Thorsten Voß, Rechtsanwalt, Partner SERNETZ · SCHÄFER Rechtsanwälte Partnerschaft mbB Mit der Diskussion um Kryptowährungen und Initial Coin Offerings hat die Digitalisierung längst auch Geld und Währungen erfasst. Bitcoins, Litcoins, Peercoins, Dogecoins, Mastercoins und zahlreiche andere um Nutzer buhlende Crypto Currencies geistern durch das Netz. Dabei geben sich Jubel- und Horrormeldungen die Klinke in die Hand – kaum ein Tag vergeht, an dem nicht zugleich Meldungen zu lesen sind, wonach ein Start-up binnen weniger Stunden mehrere 100 Mio. Dollar über ein ICO aufgebracht hat und zugleich eine Aufsichtsbehörde einen Anbieter einer virtuellen Währung aus dem Verkehr gezogen hat. Haben wir es nur mit einer digitalen Wildwest-Spielwiese für moderne Glücksritter zu tun oder verbirgt sich hinter dem Hype um Kryptowährungen eventuell eine ernstzunehmende Alternative für Kapitalanleger? Quelle: © nyul - Fotolia.com Wie jeder Debatte tut auch dieser eine Versachlichung gut und erscheint unbedingt notwendig. Zunächst sei festgehalten, dass Kryptowährungen – wie jede neue Technologie – einer rechtlichen Einordnung zugänglich sind und dass sich so beinahe automatisch die Leitplanken aufstellen werden, innerhalb derer sich Teilnehmer auf dem Kapitalmarkt bewegen können und dürfen. Erinnert sei etwa an die Klarstellung der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities und Exchange Commission (SEC), wonach auf Coins – unabhängig von deren Ausgestaltung im Detail – durchaus wertpapier(handels) rechtliche Vorschriften anwendbar sein können. Allein dieses sehr prominente Beispiel zeigt, dass es sich bei Kryptowährungen keineswegs um einen (bislang) ungeregelten Markt handelt. Auch der deutsche Regulator war fleißig und hat sich im Hinblick auf Kryptowährungen erfreulich klar geäußert: So sind nach Auffassung der BaFin, Bitcoins in der Tatbestandsalternative der Rechnungseinheiten gemäß § 1 Absatz 11 Satz 1 Kreditwesengesetz (KWG) rechtlich verbindlich als Finanzinstrumente einzuordnen. Und weiter heißt es auf der BaFin-Homepage wörtlich: „Diese rechtliche Einordnung gilt grundsätzlich für alle VC. Auf die zugrundeliegende Software oder Verschlüsselungstechnik kommt es hierbei nicht an.“ Danach sind VC aber auch kein gesetzliches Zahlungsmittel und daher weder Devisen noch Sorten. Sie sind auch kein E-Geld im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG), da es keinen Emittenten gibt, der sie, unter Begründung einer Forderung gegen sich, ausgibt. Bei digitalen Zahlungsmitteln ist dies gerade anders, da hinter diesen stets eine zentrale Stelle steht, welche die Ausgabe und 6 Ausgabe September/2017

KRYPTOWÄHRUNGEN und BLOCKCHAIN I FinanzBusinessMagazin Verwaltung der Einheiten tätigt. Derartige Unternehmen betreiben in aller Regel das E-Geld Geschäft nach § 1 a ZAG. Mit dieser wichtigen und zentralen Grundaussage lässt sich für die Konzeption von Kapitalanlageprodukten gut arbeiten. Insbesondere wird so klar, dass insbesondere Prospektpflichten, Erlaubnispflichten für Intermediäre und die Einhaltung von wertpapierhandelsrechtlichen und geldwäscherechtlichen Vorschriften eine erhebliche Rolle spielen können. Im Fokus des Interesses standen bislang bei einer Ansprache breiterer Investorenkreise die Internetplattformen, auf denen Emittenten und Anleger zusammengeführt werden und die u.U. einer Erlaubnispflicht unterfallen (z.B. wegen Betreiben des Finanzkommissionsgeschäfts). Nunmehr wendet sich der Markt immer stärker einer professionellen Konzeption für professionelle Anleger zu, die durch ein reguliertes Produkt bei allen wohlverstandenen Risiken und Volatilitäten eine interessante Rendite zu erzielen versuchen – und wer könnte dies im anhaltenden Niedrigzinsumfeld verdenken? Das Augenmerk des Konzeptionärs fällt hierbei schnell auf das Kapitalanlagegesetzbuch, das sinnhafterweise bei den Vorschriften über Spezial-AIF aufgeschlagen wird. Eine Lektüre macht schnell deutlich, dass hier ein konsistentes Regelwerk existiert, dass ursprünglich nicht auf Kryptowährungen zugeschnitten gewesen sein mag, diese aber gleichwohl sachgerecht erfassen kann. So sind etwa die Produktregeln für einen offenen Spezial-AIF im KAGB auf den Umstand maßgeschneidert, dass die Anteile bzw. die Aktien an einem Spezial-AIF (je nach Rechtsform des Emittenten) von Spezial-AIF ausschließlich von professionellen und semi-professionellen Anlegern gehalten werden. Der Spezial-AIF (früher: Spezialfonds) ist im Unterschied zum Publikumsinvestmentvermögen das „klassische“ Vehikel, mit dem institutionelle Investoren ihre Investmentpolitik maßgeschneidert umsetzen können. Spezial-AIF sind im KAGB geregelte Sondervermögen, die aufsichtsrechtlich vollreguliert sind und dabei Absicherungsmöglichkeiten gegen eine eventuelle Insolvenz vorsehen Daher gibt es für offene inländische Spezial- AIF auch keinen Katalog von zulässigen Vermögensgegenständen, der eine Anlage in Kryptowährungen ausschließen würde (anders als etwa bei geschlossenen Publi- Ausgabe September/2017 7

Qualitätsrating der Lebensversicherer 2018/19
Vertriebserfolg 2018
DFSI-Studie / Qualitätsrating der Privaten Krankenversicherung 2017/18
DFSI-Studie: Qualitätsrating der Lebensversicherer 2017/18
Arbeitskraftabsicherung 2017
Qualitätsrating der Privaten Krankenversicherung 2016/17
Qualitätsrating der Lebensversicherer 2016/17
FinanzBusinessMagazin Ausgabe 2-2016
DFSI-Studie 2016 - GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG 2016
Vertriebserfolg
DFSI-STUDIE 2015/16: Qualitätsrating der Privaten Krankenversicherung
DFSI-STUDIE 2015/16: Qualitätsrating der Lebensversicherer
VFD-Studie: Krankenversicherung für Beamte und Anwärter 2017
Wer plant was? 2015
DFSI-STUDIE 2014/15: Qualitätsrating der Lebensversicherer
DFSI-Studie 2014/15: Qualitätsrating der Privaten Krankenversicherung
DFSI-Studie 2014: GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG
Vertriebserfolg 2014
ANLAGESPIEGEL für Berater 2014 - das eMagazin!
Bestseller 2013 - das eMagazin!
Studie 2013/14: Unternehmensqualität Lebensversicherungsgesellschaften - Das eJournal
Private Krankenversicherung im Qualitäts-Check 2013/14
Unternehmensqualität Gesetzliche Krankenversicherung 2013/14 - das eJournal
Private Pflegetagegeldversicherung 2016! - Die STUDIE
WER PLANT WAS? 2014
Private Krankenvollversicherung 2017 - Die Studie!