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MTD_DDG_2017_09

diabetes Herausgegeben von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 2. Jahrgang · Nr. 9 · 27. September 2017 zeitung Die DDG will politisch mitmischen Aufgaben und Forderungen für die Zukunft BERLIN. Für die bestmögliche Umsetzung aktueller Erkenntnisse in die Patientenversorgung fühlt sich die DDG auch politisch verantwortlich. Alle Verfahren der Selbstverwaltung mit gesetzesprägendem Charakter werden ohne strukturierte Einbindung der Fachgesellschaften vollzogen, kritisiert die DDG. Dasselbe gilt für Millionen Betroffene, die hierbei keine „Stimme“ haben! Mit diesen Worten macht die DDG-Spitze in einem Forderungskatalog die Notwendigkeit des Mitredens deutlich. Aktiv sein will sie bei der Stärkung von Forschung und Versorgung, der Digitalisierung und der Prävention laut Nationalem Diabetesplan. 3 Fotos: iStock/xefstock Aktuelle News zu Diabetestechnologie & Digitalisierung WIESBADEN. Die zweite Ausgabe des diatec journals finden Sie als eigene Lage in dieser diabetes zeitung! »HbA 1c bleibt wichtiger Aspekt« Prof. Dr. Seufert über die Bedeutung der HbA 1c -Messung FREIBURG. Wird der Stellenwert der HbA 1c -Messung in der Betreuung von Diabetespatienten tatsächlich überbewertet, wie es einige Stimmen in jüngster Vergangenheit über verschiedene Kanäle verbreiten? Professor Dr. Jochen Seufert vom Universitätsklinikum Freiburg und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft positioniert sich klar dagegen: „Der HbA 1c -Wert bleibt für die Therapiesteuerung gerade auch bei älteren Patienten zur Vermeidung einer Glukosurie und Exsikkose von Bedeutung.“ Natürlich dürfe man „sich nicht ausschließlich auf die Blutzuckersenkung fokussieren“. Auch der Einsatz neuer Antidiabetika wie SGLT2-Inhibitoren oder GLP1-Analoga rechtfertigt in seinen Augen keine Fire-andforget-Strategie. Er spricht zudem dar über, warum die Zeit für neue Biomarker wie z.B. hoch sensitives CRP, Interleukin-6 oder Hepatokine wie Retinol-bindendes Protein, die die HbA 1c -Messung zukünftig ersetzen könnten, noch nicht reif ist. 16 Schwanger & Typ 1: CGM anbieten! LISSABON. Auf dem EASD Annual Meeting 2017 wurden die Ergebnisse der CONCEPTT-Studie vorgestellt. Die Botschaft der Autoren ist klar: „Wir empfehlen, allen Schwangeren mit Typ- 1-Diabetes im ersten Trimester das CGM anzubieten.“ Denn die bessere glykämische Kontrolle resultierte in weniger Komplikationen der Babys. 8 Adressfeld Konfusion um Mischpreise Urteile des Landessozialgerichtes Berlin-Brandenburg machen ratlos BERLIN. Die Bildung von Mischpreisen für ein Arzneimittel, das je nach Patientenkollektiv unterschiedliche Wirkung entfalten kann, ist nach Gerichtsurteilen rechtswidrig. Professor Dr. Jürgen Wasem, Leiter der AMNOG-Schiedsstelle, sieht als Problem, dass der Gesetzgeber nur die Fälle „komplett ohne Zusatznutzen“ und Jetzt anmelden! Volkskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck: vorbeugen, erkennen, behandeln 10. –11. November 2017 im Rosengarten Mannheim „komplett mit Zusatznutzen“, nicht aber den Fall „teilweise mit und teilweise ohne Zusatznutzen“ geregelt habe. Das Bundessozialgericht soll jetzt über die Mischpreispraxis entscheiden. Es wird auch die Forderung nach einer Klarstellung durch die Politik laut. Ärzte befürchten ansons ten Regresse und Nachteile für Patienten. 4 Suchtverlagerung nach Magenbypass PITTSBURGH. Wird hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben? Zwei aktuelle Beobachtungsstudien untermauern den Verdacht, dass in der Folge bariatrischer Eingriffe ein hohes Risiko für eine Suchtverlagerung besteht. Die unterbundene Esssucht kann offenbar durch andere Süchte ersetzt werden. Ganz oben auf der Liste: ein krankhaft erhöhter Alkoholkonsum und die langfristige Einnahme von Opioid analgetika. 18 Foto: fotolia/Photoshooter