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Contura 2017/2018 Deutsch

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2017/2018

Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn

Aus Berufung

Kontrolle ist gut,

Vertrauen ist besser

Design

Ein neuer Zug

entsteht

Aus der Werkstätte

Symbole einer

tragischen Liebe


Freibillett

Faszination Bahn

In Daniel Zahnds Garten sind 110 Meter Schienen, 17 Weichen und eine Drehscheibe verbaut: Er

erstellt eine RhB-Modellanlage. «Meine Frau zählte kürzlich rund 20 Loks; bei den Wagen hat sie

die Zählung irgendwann aufgegeben», so Daniel lachend. Aufgewachsen im Bahnknoten Olten

wurde er schon als Bub von seinem Vater mit dem Modellbahn-Virus angesteckt. In den 70er-

Jahren lernte er unterwegs mit dem Grossvater die RhB samt ihrer faszinierenden Berglandschaft,

den vielen Tunnels und Brücken kennen: «Ähnliches sucht man im Flachland vergeblich. Und mit

der RhB im Garten fragte ich mich irgendwann: Wieso nicht für das Original arbeiten?»

Daniel Zahnd, seit 2012 Leiter IT Applikationsmanagement bei der RhB

2

www.rhb.ch/contura


Editorial

Im Soge der Natur

Allegra, geschätzte Fahrgäste

Ich freue mich, dass Sie den Weg zur RhB gefunden haben.

Mein Name ist Emil Gubser und ich bin seit über 17 Jahren

bei der RhB als Verkehrswegbauer dafür verantwortlich,

dass Sie in Graubünden ohne Rumpeln und ohne Zwischenfälle

von A nach B gelangen. Meine Arbeit findet

draussen in der Natur statt, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, oft auch

nachts. Trotzdem – oder besser: gerade deswegen – liebe ich meine Arbeit

und ich könnte mir keinen besseren Beruf vorstellen (ausser vielleicht in jenen

Nächten, wenn das Thermometer 25 Grad unter null anzeigt). Wir Verkehrswegbauer

sorgen für den Unterhalt der Schienen und Kunstbauten. Ausserdem

machen wir Gleisbauarbeiten, pflegen die Gleisumgebung und sind darum

bemüht, die Strecken immer offenzuhalten – damit Sie möglichst holperfrei

über unsere Schienen dahinrollen können. Bei der Streckenkon trolle nehmen

wir die Gleise Meter für Meter unter die Lupe, wir kennen jede Schwelle und fast

jeden Schotterstein. Früher, als wir noch Gramper genannt wurden, beförderten

wir den losen Schotter mit Pickeln von Hand zurück unter die Schwellen.

Heute besorgt das sogenannte Grampen ein Stopfhammer. Doch die Arbeit in,

mit und manchmal auch gegen die Natur bleibt bis heute körperlich herausfordernd:

Auch wenn es regnet, stürmt oder schneit, müssen Schienen ersetzt,

kleine Erdrutsche beseitigt oder Weichen von Eis und Schnee befreit werden.

Dafür darf ich mich in einer wunderschönen Gegend bewegen, was für viele

Anstrengungen entschädigt. Und schliesslich macht es mich auch ein wenig

stolz, wenn Sie, liebe Fahrgäste, dank unseren Bemühungen sicher und ruhig

über die RhB-Gleise gleiten können.

Ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt!

Emil Gubser, 44,

Verkehrswegbauer

PS: Den spannenden RhB-Newsletter noch heute abonnieren und immer

auf dem Laufenden bleiben: www.rhb.ch/newsletter

3


Inhaltsverzeichnis

Wo gehtʼs lang?

26

UNESCO Welterbe RhB Ein 100-jähriges Denkmal wird wieder neu

20 36 66

Via

Kulinarische

Glücksmomente

Glacier Express

Die Piepshow

auf den Gleisen

Natur

Der Kräuter-Hippie

aus dem Puschlav

4

Impressum: © Copyright / Herausgeberin: Rhätische Bahn AG, Bahnhofstrasse 25, 7001 Chur | Technische Daten:

Rhätische Bahn | Konzept / Text: panta rhei pr gmbh | Grafik: Süsskind SGD Chur | Fotos: Archiv Rhätische Bahn,

Y. Andrea, Arosa Tourismus / Nina Mattli, A. Badrutt, P. Donatsch, C. Gotsch, B. Hofer, U. Jossi, M. Schade, Chr. Sonderegger,

sportfotograf.com, S. Sprecher, E. Süsskind, Vier Pfoten / Hazir Reka, M. Weidmann | Gedruckt in der

Schweiz, Ausgabe Nr. 8, 2017 / 2018


Schenken Sie unvergessliche

Erlebnisse mit der Rhätischen Bahn.

www.rhb.ch/gutscheine

16 Scena

Instagram

10 Aus Berufung

Kontrolle ist gut,

Vertrauen ist besser

14 Berninalinie

Zeitzeugen aus Stein

20 Via

Kulinarische Glücksmomente

26 UNESCO Welterbe RhB

Ein 100-jähriges Denkmal

wird wieder neu

30 Fensterplatz

32 Tradition

Das grosse Rennen für

jedermann

36 Glacier Express

Die Piepshow auf den Gleisen

41 Hätten Sie das gewusst?

Zahlenbefunde

42 Kultur

Die Bären kommen

46 Albulalinie

Sicher inmitten von

Naturschönheiten

50 Platz an der Sonne

Paradies für Drachenreiter

52 Aus der Werkstätte

Filigrane Symbole einer

tragischen Liebe

58 Design

Ein neuer Zug entsteht

62 Was machen eigentlich …

… die Bündner Jäger im Winter?

64 Berühmte Namen

Schnupftrückli Ge 2/4 222

65 Wir stellen vor

Die Werbeloks der RhB

66 Natur

Der Kräuter-Hippie aus

dem Puschlav

72 Für die «Kurzen»

Abenteuer mit Clà Ferrovia ...

74 Streckennetz

Höhepunkte

der Rhätischen Bahn

76 Rätsel

Wie gut haben Sie aufgepasst?

77 Für Ihre Agenda

Auf einen Blick:

die Erlebnisfahrten 2018

78 RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

79 Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Über 7106 Quadrat kilometer echte Schweiz ent decken.

Gibt’s auch für Biker! www.rhb.ch/graubuendenpass

5


Scena

Instagram

1

Auf der Fotosharing-Plattform Instagram findet

sich unter dem Hashtag # rhaetiansensation

eine Vielzahl an Impressionen von der RhB und

Graubünden – wir haben eine Auswahl

der schönsten Eindrücke zusammengestellt …

1 @remodemont_photography, Ospizio Bernina

2 @aleix_a_m, Kreisviadukt Brusio

3 @eskimo09, Landwasserviadukt

4 @ceci_dvh, Klosters

2

6 www.rhb.ch/contura


3 4

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5

6

7

8 www.rhb.ch/contura


8

5 @andreacrespiphoto, Alp Grüm

6 @abakidod, Landwasserviadukt

7 @herbertschroer, Kreisviadukt Brusio

8 @buendnerpixel, Lago Bianco

9 @glosolich, Morteratsch

9

Lust auf mehr? Viele stimmungsvolle Ein- und

Ausblicke der RhB-Mitarbeitenden finden Sie auf

www.rhb.ch/instagram

9


Aus Berufung

Kontrolle

ist gut,

Vertrauen

ist besser

10 Draussen zu Hause: Jonas Krummenacher.


Stimmt der Weichen abstand?

Fingerspitzengefühl und

ein genaues Auge sind dabei

unabdinglich.

Bei Wind und Wetter sind sie auf dem 384 Kilometer langen Streckennetz

unterwegs: die Gleisbauer der Rhätischen Bahn. Neben

grossen Baumaschinen ist auch Millimetergespür nötig, um neue

Gleise oder Weichen einzubauen. Wir haben Jonas Krummenacher

im Bahnhof Thusis bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut.

Sein Beruf ist eine echte Knacknuss für alle, die gerne Pantomime oder heiteres

Beruferaten spielen: Jonas Krummenacher zieht Schrauben an, entfernt

Unkraut und Stauden oder füllt Schotter nach. Meist arbeitet er tagsüber

unter freiem Himmel, gerne aber auch nachts. Er weiss mit grossen

Maschinen ebenso umzugehen wie mit den präzisen Gleismesswerkzeugen

und selbst drei Tonnen schweres Material bringt ihn nicht ins Schwitzen.

Keine Schraube locker

Als erster Gleisbauerlehrling im Bahndienstbezirk Albula ausgebildet, gehört

der gebürtige Berner seit Sommer 2016 zum festen Team der Rhätischen

Bahn. Zusammen mit seinen Kollegen sorgt er bei Wind und Wetter

dafür, dass das Streckennetz zwischen Reichenau und Preda immer in tipptoppem

Zustand ist. Beim morgendlichen Kontrollgang

«Mein Vater hat mich hat der bald 20-Jährige bei einem der hinteren Rangiergleise

eine lockere Schraube entdeckt, die angezogen

von klein auf mit

werden muss. Eine routinemässige Unterhaltsarbeit an

dem Mobilitätsfieber einer Weiche, die schon etwas in die Jahre gekommen

angesteckt.»

ist. Mit Stahlkappenschuhen stapft er durch den Schnee,

Jonas Krummenacher um im Materiallager den Schlagschrauber zu holen und

zeigt dabei auf die champignongrossen Eisen, die Schienen

und Holzschwellen verbinden: «Bei solchen Dimensionen geht das

nicht mehr von Hand.» Kurz darauf ist er zurück, montiert den Gehörschutz

und setzt die Maschine an. Ein kurzes Knattern weckt auch die letzten

Langschläfer im Dorf und schon sitzt die Schraube wieder fest.

Die Weichen, die Jonas Krummenacher zur RhB führten, wurden bereits in

seiner Kindheit gestellt. Zwar gab es im Elternhaus eine Modelleisenbahn,

die sei jedoch meist in Schachteln verpackt auf dem Estrich gestanden.

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Alles unter Kontrolle: Gleisbauer

Jonas Krummenacher sorgt dafür,

dass das RhB-Streckennetz in

tipptoppem Zustand ist.

Die «Mobilitätsverrücktheit» liege einfach in der Familie. «Mein Vater hat

mich und meine beiden Brüder von klein auf damit angesteckt.» Höchst

erfolgreich, offensichtlich. Bei Krummenachers sind fast alle Familienmitglieder

sozusagen in Fahrt: Der eine Bruder arbeitet bei einer Bergbahn,

Mutter und Vater sind PostAuto-Fahrer.

Volle Konzentration für Millimeterarbeit

Nachts arbeitet der junge Gleisbauer am liebsten. Wenn alles still ist, die

Welt ausserhalb des Lichtkegels in Dunkelheit versinkt und er sich ganz auf

seine Arbeit konzentrieren kann. Nachtschichten kommen bei der RhB vor

allem während der Bausaison vor, also zwischen März und Spätherbst. Zum

Beispiel, wenn ein grösserer Schienenwechsel aufgrund von Abnutzung

oder Materialermüdung ansteht. Dann kommen die grossen Maschinen,

Kräne und eine Abladekomposition zum Einsatz. Jonas Krummenachers

Augen glänzen, während er den komplizierten Ablauf in groben Zügen

beschreibt: Ist der letzte Zug vorbeigefahren, wird der betroffene Gleisabschnitt

gesperrt und die Schienenabladekomposition

«Wir müssen uns tritt in Aktion. Auf dem vier Wagen langen Transportzug

werden bis zu 60 Meter lange neue Schienen angeliefert.

hundertprozentig

Diese werden auf dem Zug miteinander verschraubt und

aufeinander

danach am Ende des Zuges langsam neben die bestehenden

abgesenkt. Auch wenn die Schwerarbeit von den Ma-

verlassen können.»

Jonas Krummenacher schinen übernommen wird, fürs Fingerspitzengefühl sind

die Gleisbauer verantwortlich. Das «Einfädeln» zwischen

alten und neuen Schienen ist Millimeterarbeit. «Das braucht volle Konzentration.

Wenn eine Schiene erst einmal ins Kippen gerät, ist es schwierig,

sie neu auszurichten, da der neue Schienenstrang fertig verschraubt bis

zu 600 Meter lang ist. Und ein einziger Meter wiegt immerhin schon rund

50 kg.» In einem weiteren Arbeitsschritt werden die alten Schienen getrennt

und entfernt. Die neuen werden mit sogenannten Umsetzgeräten,

das sind kleine handbetriebene Kräne, in die richtige Lage gehoben und

auf den Rippenplatten der bestehenden Schwellen wieder festgeschraubt.

Zuletzt verschweissen die Gleisbauer die Schienenstösse. Erst nach Stunden

harter Arbeit ist der Schienenwechsel abgeschlossen.

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www.rhb.ch/contura


Mal Büro, mal

körperliche

Arbeit – ein

abwechslungsreicher

Job.

Hundertprozentiger Verlass

Teamarbeit, gegenseitiges Vertrauen und Zuverlässigkeit sind für Gleisbauer

das A und O. «Wir müssen uns hundertprozentig aufeinander verlassen

können.» Ein Beispiel? Im Herbst 2016 hat das Team von Thusis und

Bergün in drei langen Kehrtunnels oberhalb Bergüns während des regulären

Fahrplanbetriebs alle Schrauben nachgezogen. Für solche Arbeiten

muss die Strecke während der Zugpausen durch einen Sicherheitswärter

beim Rail Control Center (RCC) in Landquart gesperrt werden. Da in diesen

Tunnels aber keine Funk- oder Mobiltelefonverbindung besteht, bleiben

die Gleisbauer mit einem Militärtelefon, das über ein 1 500 Meter langes

Kabel verfügt, mit ihrem Sicherheitswärter in Kontakt. Dieser gibt ihnen

an, wie viel Zeit verbleibt, bis der nächste Zug kommt und die Arbeiter in

die Fluchtnischen stehen müssen, um ihn vorbeifahren zu lassen. Auf diesen

Mann muss Verlass sein, denn er ist für die Sicherheit seiner Kollegen

im Tunnel verantwortlich – ohne korrekte Kommunikation mit den Fahrdienstleitern

im RCC und deren Streckenfreigabe

verkehrt kein Zug.

Die RhB online erleben

In die Knie gehen und das Ohr auf die Schienen

legen, wie es die Indianer und Cowboys Jonas Krummenacher Einblicke in

Als Teil des Instagram-Teams gewährt

den RhB-Alltag. Hinter die Kulissen

in den Western tun, daran hat Jonas Krummenacher

noch nie gedacht. Er schüttelt la-

weiteren Social-Media-Kanälen:

blicken können Sie auch auf unseren

chend den Kopf: «Das gehört eindeutig in www.rhb.ch/facebook

die Welt des Films. In der Realität ist das viel www.rhb.ch/twitter

www.rhb.ch/youtube

zu gefährlich.»

www.rhb.ch/instagram

#rhaetiansensation

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Berninalinie

Zeitzeugen

aus Stein

14

Aus Wasser und Stein geformt: die Gletschertöpfe von Cavaglia.


15


Sie sind Zeugen einer längst vergangenen Welt: Die Gletschertöpfe

im Gletschergarten Cavaglia erzählen von einer Zeit, als Eis das

Puschlav beherrschte. Nur wenige Minuten von der RhB-Bahnstation

entfernt befindet sich der Eingang zu diesem Kraftort, der

in vielen tausend Fronarbeitsstunden zugänglich gemacht wurde.

Romeo Lardi, Präsident des Vereins Gletschergarten Cavaglia, führt

zurück in die Vergangenheit.

Auf kurviger Strecke windet sich der Zug von der Alp Grüm hinunter nach

Cavaglia und gibt da und dort eine atemberaubende Aussicht auf das Tal

frei. Wer in Cavaglia aussteigt, trifft auf nicht viel mehr als ein altes Bahnhofsgebäude

und eine kleine Baracke, wo es Kaffee und kalte Getränke

gibt. Im Dorf leben heute im Sommer rund 100 Personen. Es war der Bau

der Berninalinie sowie der Stromkraftwerke Palü und Cavaglia zu Beginn

des 20. Jahrhunderts, der aus der einstigen Alp für viele Jahre eine richtige,

gar florierende Ortschaft mit Bahnhof und eigener Schule machte. Erst als

1972 die Strasse nach Poschiavo gebaut wurde und die Leute südwärts zogen,

wurde es wieder ruhig im Dorf. In den letzten Jahren erlebte Cavaglia

Wassergeschwindigkeiten

von bis

zu 250 Stundenkilometern

schliffen

tiefe Schluchten

und Gletschertöpfe

ins Gestein.

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www.rhb.ch/contura


Der Rundgang durch den Gletschergarten

ist ausge schil dert. Wer mehr

wissen möchte, bucht eine Führung.

dank seiner Lage im UNESCO Welterbe RhB und dem Gletschergarten wieder

einen Aufschwung: An Spitzentagen besuchen bis zu 800 Leute die von

Wasser und Stein geformten Gletschertöpfe, rund 45 000 Besucherinnen

und Besucher waren es von Mai bis Oktober 2016.

150 000 Fronarbeitsstunden

Noch vor gut 20 Jahren war das rund 3000 Quadratmeter grosse Gebiet, über

das sich der Gletschergarten erstreckt, von wilder Vegetation überwuchert.

Zwar hatte Georg Leonhardi, Pfarrer von Brusio, bereits 1859 in seinem

Buch von «zirkelförmigen Aushöhlungen» berichtet. Doch verschiedene

Versuche, die Gletschertöpfe freizulegen, scheiterten am gros sen Aufwand.

Erst als einige Idealisten Mitte der 1990er-Jahre Romeo

Lardi ins Boot holten, wurde die Freilegung der Töpfe

«Der Gletschergarten syste matisch vorangetrieben: Der Berg- und Reiseführer

spürte schon bald eine Faszination für diesen aus-

ist ein Kraftort.»

Romeo Lardi

sergewöhnlichen Ort und gründete Ende 1998 mit sechs

Gleichgesinnten den Verein Gletschergarten Cavaglia.

«Für mich ist der Gletschergarten ein einzigartiger Kraftort», sagt Romeo

Lardi. «Der Reiz dieser steinernen Zeitzeugen wächst und wächst, je mehr

ich mich damit beschäftige.» Das Ziel des Vereins: die Gletschermühlen freizulegen

und das Gelände im Einklang mit der Natur für Besucherinnen und

Besucher zugänglich zu machen. «Bis heute hat unser Verein mit tatkräftiger

Unterstützung unzähliger Freiwilliger – darun ter auch RhB-Lernende –

in mehr als 150 000 Fronarbeitsstunden 32 Gletschertöpfe freigeschaufelt

und diese Naturwunder aus ihren Verstecken befreit», erzählt Romeo Lardi.

Der Eintritt zum Garten ist bis heute kostenlos, der Verein finanziert sich

einzig über Mitgliederbeiträge, Spenden und Einnahmen aus den Führungen

– rund 1,5 Millionen Franken wurden bisher eingenommen und investiert.

Die Bewilligung der Gemeinde zur Freilegung der Gletschertöpfe erhielten

Lardi und seine Leute nur unter Einhaltung verschiedener Regeln. So

dürfen beispielsweise keine grossen Maschinen verwendet werden: Harte

Handarbeit heisst die Devise, wichtigste Werkzeuge sind Schaufel, Pickel

und Schubkarre. «Das macht unsere Arbeit natürlich sehr anstrengend,

aber aus Sicht des Naturschutzes macht das schon Sinn», meint Lardi.

17


Romeo Lardi kennt und liebt den

Gletschergarten. Leidenschaftlich

erklärt er Besucherinnen und

Besuchern die Entstehung.

Unbändige Naturkraft

Steht man heute im Gletschergarten Cavaglia und blickt in einen der glatt

geschliffenen Töpfe, ist es kaum vorstellbar, dass darüber vor 25 000 Jahren

noch eine 1000 Meter dicke Eisschicht lag. Seit 8000 Jahren ist Cavaglia

eisfrei: Die Zunge des Palügletschers, die einst vom Berninamassiv bis

fast nach Milano reichte, befindet sich heute auf circa

3000 Metern über Meer – und sie zieht sich weiter zurück.

Es ist ein tröstlicher Gedanke, dass das Ende der

«Das Wasser war bis

zu 250 km/h schnell.»

Gletscherwelt den Beginn eines neuen Naturwunders

Romeo Lardi

bedeutete: die Entstehung der Gletschertöpfe. «Als die

riesigen Eismassen zu schmelzen begannen, stürzte

das Schmelzwasser in tiefe Gletscherspalten. Unter dem Gletscher floss das

Wasser unter sehr hohem Druck und erreichte so Geschwindigkeiten von

bis zu 250 Stundenkilometern», erklärt Lardi. Vom Wasser mitgeführter

Sand und Kies schliffen so über viele Jahre die mächtigen Gletschertöpfe

in den Fels. «Insbesondere der harte Quarzsand, der im Berninamassiv

vorkommt, und der Granitsand vom Palü zeigten sich als effiziente Schleifmittel

im eher weichen Gneis hier unten in der Cavaglia-Ebene.» Der tiefste

Topf ist über 14 Meter tief, bei einem weiteren Gletschertopf, der noch auf

seine Freilegung wartet, erwarten die Experten um Lardi eine Tiefe von bis

zu 18 Metern. Ja, die Arbeit des Vereins ist noch nicht beendet.

Der Gletscher(garten) hat Zukunft

Noch liegt ein grosser Teil des Gletschergartens unter dicken Erdschichten,

Gras, Moos und Buschwerk begraben. «Wir vermuten rund 102 Gletschertöpfe

hier in Cavaglia. Wir werden natürlich

nie alle freilegen, doch noch ist

Bernina Glaciers – Diavolezza

Reisen Sie auf der UNESCO Welterbestrecke das Projekt nicht beendet», so Lardi.

der Rhätischen Bahn über spektakuläre Seit rund zwei Jahren ist der Verein für

Viadukte und Brücken und weiter durch die nächsten 50 Jahre als Eigentümer

das Engadin bis auf 2000 m ü. M.

des Gartens eingetragen, was die Arbeit

enorm erleichtert, weil dadurch

Die Luftseilbahn Diavolezza bringt Sie

noch näher zum Piz Bernina, dem höchsten

Berg der Ostalpen, und mitten in die nicht für jede Freilegung eine separate

eindrückliche Gletscherwelt hinein.

Bewilligung eingeholt werden muss.

www.rhb.ch/bernina-glaciers

18

www.rhb.ch/contura


Als sich das Eis

aus dem Puschlav

zurückzog, blieben

Zeitzeugen

aus Stein zurück.

Noch längst nicht

alle sind freigelegt

(oben rechts).

Einzig an die vereinbarten Regeln zum Schutze der Natur muss sich der Verein

halten. Neben der bereits erwähnten Handarbeit gehört dazu auch der

Schutz des Biotops. Und wie lassen sich die gut versteckten Gletschertöpfe

finden? «Es gibt einige klare Anzeichen. Meist ragt ein kleines Stück abgeschliffener

Stein aus der Erde. Der Boden davor ist feucht, oft

staut sich sogar das Wasser. Die Feuchtigkeit kann also nicht

«Wir vermuten

ablaufen, was uns sagt, dass sich darunter ein Topf befinden

hier rund 102 muss.» Dieses Problem, das natürlich auch bei den freigelegten

Gletschertöpfen noch besteht, konnten Lardi und seine

Gletschertöpfe.»

Romeo Lardi

Leute mit einer klugen Lösung beheben: Alle Töpfe sind unterirdisch

angebohrt, sodass das Regenwasser unsichtbar

ablaufen kann. Die Bohrungen sind je nach Lage der Gletschertöpfe zwischen

6 und 28 Meter lang.

Im Sommer 2018 feiert der Verein Gletschergarten Cavaglia sein 20-jähriges

Jubiläum. Neben dem Jubiläumsfest von Juni bis September ist auch

eine eindrucksvolle Neueröffnung geplant: Die Schlucht von Puntalta, die

ebenfalls auf dem Gebiet des Gletschergartens liegt, soll dank einem Steg

zugänglich gemacht werden. Dann lässt sich die Kraft des Wassers, das

einst die Gletschertöpfe gemeisselt hat, hautnah erleben.

Mehr faszinierende Informationen zum Gletschergarten Cavaglia

gibt es auf der Website www.ghiacciai.info

19


Via

Kulinarische

Glücksmomente

20

www.rhb.ch/contura


Ein Gedicht von einem Gericht: Kreation aus dem «Igniv» im Badruttʼs Palace.

21


Gemeinsam essen, reden und teilen: eine Tischkultur, die früher

alltäglich war. Andreas Caminada, der vielfach ausgezeichnete

Bündner Spitzenkoch, hat sie mit seinem Sharing-Experience Konzept

«Igniv» zu neuem Leben erweckt. Nach dem Grand Resort

Bad Ragaz darf sich der Gast auch im Badruttʼs Palace in St. Moritz

eigenhändig schöpfen und sein Tellerchen mit dem Gegenüber teilen.

Marcel Skibba, 30, und seine neunköpfige Equipe sorgen für

gemeinsame kulinarische Glücksmomente.

Sharing ist das Motto der Stunde. Ob süsse Katzenbilder, politische Statements

oder ein ausgefeiltes Kuchenrezept: In den sozialen Netzwerken

wird nicht nur gelikt, was gefällt, sondern auch nach Kräften mit Freunden

geteilt – geshart, wie es auf Neudeutsch heisst. Geteilte Freude ist

bekanntlich doppelte Freude. Das gilt auch beim Essen – gerade dort. Wer

kennt das nicht: Da bestellt man sich gesundheitsbewusst einen knackigen

Salat und einen Gemüseteller, und dann? Probiert man prompt vom

Teller seines Gegenübers ein Stückchen zartes Filet, einen Löffel exquisiter

Suppe oder verspeist genüsslich den Rest seines Desserts. Nun, das mag

ja am heimischen Küchentisch oder vielleicht in der dunklen Ecke einer

schummrigen Quartierbeiz noch gehen – aber in einem Gourmettempel?

Genau das ist der Clou am neusten Konzept von Andreas Caminada. In seinem

Restaurant «Igniv» im Badrutt’s Palace ist genau dies ausdrücklich

erwünscht: teilen.

Spitzenkoch

Andreas Caminada

(links) und

Marcel Skibba,

Chef des «Igniv»

in St. Moritz.

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www.rhb.ch/contura


Viel Platz:

Das Interieur

ist luftig und

gemütlich.

Innovative Haute Cuisine

Die Gäste des altehrwürdigen Luxushotels kommen aus aller Welt. Sie sind

nicht nur das Beste gewöhnt, sondern pendeln – auch kulinarisch – zwischen

dem Selbstverständnis des Altbewährten und der Suche nach dem

Besonderen. Da passt das Prinzip des Teilens von Speisen direkt am Tisch

perfekt ins Schema. Schliesslich ist Kreativität eine der wichtigsten Eigenschaften,

die einen Spitzenkoch auszeichnen. Das weiss auch der mehrfach

prämierte Bündner Chef, der mit seinem Restaurant-Brand «Igniv by Andreas

Caminada» einmal mehr unter Beweis stellt, dass er zu den innovativsten

seiner Zunft gehört. Caminada bleibt jedoch weiterhin im Schloss

Schauenstein in Fürstenau Gastgeber, wo er sich drei Michelin-Sterne und

19 Gault-Millau-Punkte erkocht hat. Wie schon im Grand Resort Bad Ragaz,

wo 2015 das erste «Igniv» eröffnet wurde, wird er auch im Badrutt’s Palace

durch eine von ihm ausgewählte und persönlich geschulte Topbrigade

vertreten. Der Badener Marcel Skibba, seit über zwei Jahren Souschef im

Schloss Schauenstein, hat das Zepter des ausschliesslich in der Wintersaison

geöffneten Restaurants übernommen.

Das «Igniv» (rätoromanisch für Nest) steht für Fine-Dining-Sharing-Experience.

Ein ziemlich komplizierter Ausdruck für eine simple Sache: Zur Auswahl

steht ein Drei-Gänge-Sharing-Menü mit optionalen Surprise-Kom -

ponenten, auf das sich die Gäste an ihrem Tisch einigen. Bis zu 30 kunstvoll

gestaltete Gerichte kommen nach und nach auf den Tisch, serviert in edlen

Kristallschalen und auf kostbaren Porzellanplatten. Der Teller wird nicht mehr

23


explizit vom Kellner gereicht, stattdessen schöpfen sich die Gäste selber.

Ein bisschen wie zu Hause eben, nur dass die Gerichte Haute-Cuisine-Qualität

haben. Das mag nicht jedermanns Sache sein. Doch während seiner

ersten Saison machte Marcel Skibba eine überraschende Entdeckung: «Je

wichtiger und berühmter die Gäste sind, desto eher lassen sie sich auf das

ungewöhnliche Konzept ein.» Und so serviert der junge Chef seinen Gästen

zwischendurch auch mal Fingerfood wie Steam Buns, Nuggets oder Spareribs,

die eigentlich in der Spitzengastronomie nichts zu suchen haben.

«Wichtig ist, dass sie gut gemacht sind. Dann haben alle Freude daran», sagt

der Küchenchef mit einem Schmunzeln. «Gerade bei diesen Gängen hören

wir immer wieder: Das möchte ich lieber ganz für mich alleine haben.»

Talent und starke Nerven

Marcel Skibba ist im Schwarzwald aufgewachsen, wo seine Eltern ein kleines

Hotel führten. Unter der kundigen Führung des Kochs, eines passionierten

Autodidakten, entdeckte er seine Leidenschaft fürs Kochen – und

für die Welt der Grandhotels. «Mein Vater war ein alter Hase im Hotelbusiness

und erzählte tolle Geschichten aus seiner Zeit im Kempinski in Berlin,

wo er unter anderem Romy Schneider bedient hat. Das hat mich immer

fasziniert.» Nun kocht er selbst für Berühmtheiten wie Rolf Sachs, die Prinzessin

von Katar oder Grössen aus der internationalen Gastronomieszene.

Handgemachte

Haute Cuisine: Die

Lachstranche wird

kurz geräuchert.

24

www.rhb.ch/contura


Ein Fest für

Augen und

Gaumen: Marcel

Skibba ganz in

seinem Element.

Bei Managern steckt in der Brusttasche ein Kugelschreiber – und bei einem

Gourmetkoch? Eine Pinzette. Damit zupft der junge Küchenchef winzige

Minzeblättchen auf Sauerrahmperlen zurecht oder drapiert hauchdünne

Apfelscheiben akkurat auf einem Stück Gänseleber. Ruhige Hände sind dabei

von Vorteil. Überhaupt braucht es neben grossem Talent vor allem starke

Nerven, um in der Spitzengastronomie zu bestehen.

«Palace-Gäste sind unberechenbar.» Die einen sagen

«Die Hotelgeschichten

kurzfristig ab, andere erscheinen mit doppelt so vielen

Personen wie vorgesehen oder outen sich im letz-

meines Vaters haben

mich immer fasziniert.» ten Moment als Veganer und krempeln das Menü von

Marcel Skibba

A bis Z um. Doch der 30-Jährige nimmt’s gelassen.

Zusammen mit seiner neunköpfigen Equipe sorgt er

dafür, dass neben Kaviar, Hummer und Co. auch Gerichte nach Spezialwünschen

auf den Tisch kommen. Der Anspruch ist hoch, sowohl vonseiten

der Gäste wie auch vom Chef selbst. «Die DNA des Igniv ist ganz klar Caminada,

aber wir haben hier trotzdem unsere eigene Handschrift», sagt

Marcel Skibba. Schliesslich herrsche hier auch nicht der gleiche Druck wie

in einem Drei sternerestaurant. Nicht nur das Sharing-Prinzip sorgt für eine

angenehm ungezwungene Wohlfühlatmosphäre. Auch das zurückhaltende

Interieur der renommierten spanischen Designerin Patricia Urquiola verleiht

dem Restaurant Behaglichkeit. Ein echter Hingucker ist die hinter einer

abgedunkelten Glasscheibe verborgene Küche. Sie gibt den neugierigen

Blicken nur genau so viel preis, dass die Geheimnisse des Gourmetrestaurants

trotzdem gewahrt bleiben.

25


UNESCO Welterbe RhB

Ein 100-jähriges

Denkmal wird

wieder neu

26 Sanierter Glatscherastunnel: Pionierprojekt für die neue «Normalbauweise».


Die meisten der 115 Tunnels auf dem

RhB-Streckennetz wurden zu Beginn

des 20. Jahrhunderts errichtet. Das

bedeutet, dass sie inzwischen gute

100 Jahre auf dem Buckel haben.

Verständlich also, dass es für über

die Hälfte der Tunnels an der Zeit ist

für eine Sanierung. Insbesondere bei

jenen Bauten im Gebiet des UNESCO

Welterbes RhB ist das keine einfache

Aufgabe: Hier müssen die Vorgaben

der UNESCO beachtet werden.

Die RhB ist für ihre spektakulären Strecken

und die darin eingebetteten Kunstbauten

weltberühmt. Doch viele dieser

Bauten stammen noch aus der Zeit, als

die RhB-Bahnlinie vor über 100 Jahren

erbaut wurde: Mehr als die Hälfte der

115 Tunnels sind in die Jahre gekommen

und müssen in den kommenden Jahrzehnten

saniert werden, damit sie den

Anforderungen eines modernen Eisenbahnbetriebs

weiterhin gerecht werden.

Dies trifft auch auf den Glatscherastunnel

bei Bergün zu, der mitten im

UNESCO Welterbe RhB liegt. Das

Bauwerk muss auch nach seiner

Sanierung den UNESCO-Anforderungen

genügen.

27


N

10 km

Lugano ( CH )

270 m ü. M.

Moesa

Landquart

Thusis

Rhein

Reichenau

Albula

Chur

Tiefencastel

10 km

U B Ü

Bergell

Maira

Filisur

UNESCO Welterbe

Albula- / Berninalinie

der Rhätischen Bahn

Andere Strecken der

Rhätischen Bahn

Bergün

Davos

St. Moritz

N D E

Inn

N

Samedan

Pontresina

Berninagruppe

Sondrio (I)

Veltlin ( I )

Adda

Inn

Zernez

Ospizio Bernina

Poschiavo

Scuol

Müstair

Tirano (I)

Viadukte und Brücken

Tu nels

Stützmauern

Galerien

Dammböschungen

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

Revetment wa ls

Stützmauern

Ga leries

Galerien

Dam embankments

Da mböschungen

Large reception building

Grö seres Aufnahmegebäude

Medium-size reception building

Mi tleres Aufnahmegebäude

Sma l reception building

Kleineres Aufnahmegebäude

Wartehäuschen

Linesman's hut

Wärterbude

Shed

Remise

Workshop

Werkstä te

Covered turntable

Gedeckte Drehscheibe

Turntable

Drehscheibe

Water crane

Wa serkran

Churches and chapels

Kirchen und Kape len

Forts and residential towers

Burgen, Türme, Schlö ser

Aristocratic and u per-cla s houses,

farmhouses, hotels and museums

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Locations of archaelogical finds

Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Reservoirs

Staus en und Staubecken

Control centres, power plants

and converter stations

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Wartehäuschen

Remise

Werkstä te

Gedeckte Drehscheibe

Drehscheibe

Wa serkran

Kirchen und Kape len

Burgen, Türme, Schlö ser

Archäologische Fundste len

Erzlagerstä ten

Heilque len

Staus en und Staubecken

17.4.2 09 17:40:53 Uhr

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

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Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

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Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Aus alt wird neu:

Betonfertigelemente

ersetzen

die alten Tunnelwände.

Standardisiert und kostengünstig: Normalbauweise Tunnel

75 historische Tunnels sollen bei der RhB in den nächsten fünf Jahrzehnten

restauriert werden. Ein ehrgeiziges Grossprojekt. Um dies möglichst

effizient zu bewerkstelligen, hat die RhB ein neues, standardisiertes Instandsetzungsverfahren

entwickelt: die «Normalbauweise Tunnel». Sie

garantiert geregelte Bauabläufe, tiefere Kosten als bisherige Verfahren und

ermöglicht sogar, dass die Sanierung bei laufendem Betrieb vonstattengehen

kann. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil alle RhB-Tunnels nur

einspurig befahrbar sind. All dies soll nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern

auch die Qualität der Tunnelsanierungen verbessern: Der Sicherheitsstandard

erhöht sich und die Lebensdauer der Tunnels wird von aktuell

30 bis 70 Jahre auf rund 70 bis 100 Jahre angehoben.

Anders als bei bisherigen Sanierungen, bei denen die bestehenden Tunnelwände

wiederhergestellt wurden, werden beim neuen Verfahren die Wände

der Tunnels komplett ersetzt. Dies bedingt, dass der Tunnelquerschnitt vergrössert

wird, was eine Gleisabsenkung nötig macht. Für die neuen Wände

kommen Betonfertigelemente zum Einsatz, die Tunnelportale werden entsprechend

neu erstellt.

Pionierprojekt Glatscherastunnel

Als Pionierprojekt für die neue Normalbauweise gilt der im Mai 2017 fertiggestellte

Glatscherastunnel unterhalb von Bergün. Dieser wurde 1903

in gerade mal 144 Tagen in den Schieferfels gesprengt und im Januar 1904

eingeweiht. Der rund 113 Jahre alte und

334 Meter lange Tunnel gehört als Teil der

UNESCO Welterbe Pass

Albulalinie zum UNESCO Welterbe RhB.

In Sachen Bautechnik und Linienführung

ist das UNESCO Welterbe «Rhätische

Doch wie viele andere historische Tunnels

wies der Glatscherastunnel alters-

Bahn in der Landschaft Albula / Bernina»

eine einzige Meisterleistung, die viel bedingte Schäden auf: Es drang Wasser

zu erkunden gibt. Der UNESCO Welterbe

ein, das Mauerwerk war stellenweise

Pass ist der Freipass für Entdeckerinnen

und Entdecker der über 100-jährigen beschädigt und die Tunnelsohle zeigte

Bahnstrecke.

sich mancherorts aufgeweicht oder

Freie Fahrt auf der Welterbestrecke

ab CHF 56.00 den heutigen technischen Sicherheits-

durch Frostsprengung angehoben. Auch

www.rhb.ch/welterbepass

Reiseführer

UNESCO Welterbe

Rhätische Bahn in der Landschaft

Albula/Bernina

Streckenplan

UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina»

Valle Mesolcina

Hinterrhein

Domleschg

G R A

Oberhalbstein

Landwassertal

Albulatal

Oberengadin

Val Poschiavo

Unterengadin

Piktogramme

Streckenbeschrieb

Grö seres Aufnahmegebäude

Mi tleres Aufnahmegebäude

Kleineres Aufnahmegebäude

Wärterbude / Wärterhäuschen

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Lago di Como

28

www.rhb.ch/contura


anforderungen wurde der Tunnel nicht mehr gerecht; so fehlte beispielsweise

genügend Platz für Flucht- und Randwege. Mit der Instandsetzung

gemäss Normalbauweise konnten all diese Mängel innerhalb von knapp

drei Jahren und mit einer Investition von rund 17 Millionen Franken behoben

werden.

UNESCO-gerechte Sanierung

Die Sanierung des Glatscherastunnels bei laufendem Betrieb war eine logistische

Herausforderung. Damit der Bahnbetrieb auf der einspurigen Linie

möglichst ungestört funktionierte, wurden die Arbeiten nachts während

der maximal neunstündigen Betriebspause ausgeführt. Eine mobile

tunnelförmige Schutzkonstruktion sicherte tagsüber den jeweils aktuellen

Baustellenabschnitt, sodass die Züge fahrplanmässig verkehren konnten.

Als Erstes wurde das Gleis um 52 Zentimeter abgesenkt. Anschliessend liess

die RhB die gemauerte Tunnelauskleidung vollständig abbrechen, vergrösserte

mittels Sprengungen den Tunnelquerschnitt und baute die vorfabrizierten

Betonelemente als neue Tunnelwände ein. Auch ein neues Entwässerungssystem

ist nun Teil des sanierten Glatscherastunnels. Zudem

schaffte die RhB Platz für Sicherheitsräume: Bei Bedarf dient der Freiraum

zwischen Tunnelwand und Zug den Fahrgästen als sicherer Fluchtweg. Zusätzlich

wurde ein Handlauf mit LED-Beleuchtung montiert.

Da der Tunnelquerschnitt vergrössert wurde, war es unabdingbar, auch

die Tunnelportale neu zu bauen. Insbesondere hier musste das Bauwerk

als Bestandteil des UNESCO Welterbes RhB den Anforderungen der UNESCO

gerecht werden: So musste bei der Portalgestaltung trotz der leichten Tunnelvergrösserung

das Verhältnis von Höhe zu Breite beibehalten

werden. Die Steine aus den beiden ursprünglichen Portalen sowie

aus der alten Innenverkleidung wurden gereinigt und konnten anschliessend

für die originalgetreue Wiederherstellung des Mauerwerks

verwendet werden.

29


Fensterplatz

Carmelia Maissen,

39, Architekturwissenschaftlerin

und

Gemeindepräsidentin

von Ilanz / Glion.

«Die Fahrt durch die Rheinschlucht ist wunderschön»

Guten Morgen. Darf ich fragen, wo Sie

gerade hinfahren?

Ich bin unterwegs von meinem Wohnort

Castrisch nach Klosters, wo ich an einer

Fachtagung über Architektur teilnehme.

Dem Dialekt nach sind Sie Bündnerin.

Und ein regelmässiger Fahrgast der RhB?

Das kann man ohne zu übertreiben sagen.

Ich fahre fast täglich mit dem Zug.

Meistens von Castrisch nach Chur und

zurück.

Schauen Sie dabei aus dem Fenster oder

nutzen Sie die Fahrt, um zu arbeiten?

Das kommt ganz darauf an, wie viel ich

zu tun habe oder was mir gerade durch

den Kopf geht. Ich fahre regelmässig

durch die Rheinschlucht – eine wunderschöne

Strecke, bei der ich immer wieder

gerne aus dem Fenster schaue.

Zu welcher Jahreszeit gefällt Ihnen die

Fahrt am besten?

Ich mag Frühling und Herbst am liebsten.

Wenn man die Rheinschlucht so oft

befährt wie ich, geniesst man die unterschiedlichen

Stimmungen der jeweiligen

Jahreszeiten. Denn so sieht auch

eine Strecke, die man in- und auswendig

zu kennen glaubt, immer wieder anders

aus.

Wissen Sie noch, wann Sie zum ersten

Mal mit der RhB gefahren sind?

Ich bin quasi mit der RhB vor der Tür

aufgewachsen. Daran erinnern kann ich

mich nicht mehr, aber bestimmt machte

ich schon mit wenigen Monaten meinen

ersten Ausflug mit dem Zug.

30

www.rhb.ch/contura


«Wir sind von der RhB beeindruckt»

Guten Tag, wohin sind Sie unterwegs?

Wir fahren mit dem Bernina Express

nach Tirano, wo wir eine Pizza und feine

italienische Glace essen werden. Auf

dem Rückweg planen wir einen Abstecher

nach St. Moritz, bevor wir nach Thusis

zurückkehren.

Sind Sie dort zurzeit in den Ferien?

Wir sind für eine Woche bei meinem

Bruder zu Besuch, der als Assistenzarzt

in Thusis arbeitet. Er hat für uns ein

Überraschungsprogramm zusammengestellt

und auch diesen tollen Ausflug

organisiert.

hier arbeitet. Allerdings war es damals

Winter, wir waren snowboarden und die

Landschaft sah völlig anders aus. Es ist

schön, nun alles auch mal in Grün zu sehen.

Beim nächsten Besuch komme ich

im Herbst – wenn die Blätter farbig sind.

Was hat Ihnen bisher besonders gefallen?

Gestern waren wir in Lenzerheide wandern,

was uns grossen Spass machte.

Die heutige Zugfahrt durch diese wunderbare

Landschaft ist wieder eine ganz

andere Erfahrung. Bisher war jeder Tag

ein Erlebnis.

Also ist das Ihre erste Fahrt mit der

Rhätischen Bahn?

Ja. Und wir sind beeindruckt! Die Züge

sind pünktlich und sauber, die Kommentare

auf Englisch sind informativ

und dank der Karte auf dem Fenstertisch

können wir uns gut orientieren. Was uns

aber am meisten imponiert hat: Die Türen

öffnen sich automatisch – wie bei

Star Trek!

Sind Sie zum ersten Mal im

Bündnerland zu Besuch?

Nein, ich habe schon einmal meinen

Onkel besucht, der ebenfalls als Arzt

Vit Danek, 22, und Nikola Schmiedova, 22,

aus Nové Mesto ̌ na Morave ̌ in Tschechien

sind zu Besuch im Bündnerland.

31


Tradition

Das grosse Rennen

für jedermann

32 Einst eines der grössten Skirennen: das Parsenn Derby 1937.


Startbereit: Die Fahrerinnen und

Fahrer warten auf ihren Einsatz

am Parsenn Derby 1934.

Das Parsenn Derby wurde Mitte der 1920er-Jahre aus der Taufe gehoben

und zählte viele Jahre zu den grössten Skirennen der Welt,

gleichauf mit der berühmten Streif in Kitzbühel oder der Lauberhornabfahrt.

Bis heute fasziniert das Volksskirennen.

An einem Donnerstagmorgen im März, nur einen Tag vor dem Start des Parsenn

Derbys 2017, findet OK-Präsident Roberto Bianchi Zeit für ein Gespräch.

Zeit, von einem der ältesten Volksskirennen zu erzählen. Eigentlich kein

gutes Zeichen. Und tatsächlich: Das Parsenn Derby 2017 muss aufgrund der

Wetterlage abgesagt werden. Regen und warme Temperaturen machen es

unmöglich, die Pisten sicher zu präparieren. «Natürlich

ist das schade», meint Bianchi, der erst im Januar

«Das Rennen steht und

interimsmässig das OK-Präsidium von Marcel Kunert

fällt mit dem Einsatz übernommen hat. «Aber so was kommt halt vor. Wir

der freiwilligen Helfer.» hätten keine sichere Rennstrecke garantieren können.»

Die Rolle als OK-Präsident ist für ihn zwar neu,

Roberto Bianchi

doch Bianchi kennt das Parsenn Derby seit unzähligen

Jahren: als OK-Mitglied, als Servicemann, als Helfer bei der Streckenpräparierung

– und natürlich ebenso als Rennfahrer. Schon 23 Mal hat Bianchi

selbst am Rennen teilgenommen; bis heute fährt er in seiner Kategorie meist

unter die ersten Fünf, 1979 gewann er mit einer Zeit von 4 Minuten und 25

Sekunden sogar das Einzelrennen. Und: Mit seinen 96 Derby-Punkten liegt

er an dritter Stelle. «Ich bin im Skiclub Davos gross geworden und war 15

Jahre lang als Trainer tätig», erzählt er. Sein Engagement beim Parsenn Derby

ist ehrenamtlich, Roberto Bianchi führt, zusammen mit seinem Bruder, eigentlich

eine Plattenlegerfirma. «Der Aufwand ist enorm und das Rennen

steht und fällt mit dem Einsatz der rund 80 freiwilligen Helfer.»

Torlos: jedem Fahrer seine Piste

Erfunden wurde das Parsenn Derby allerdings nicht von den Davosern. Der

Engländer Fred W. Edlin initiierte das Rennen 1924, nachdem er sich mit

anderen Kurgästen darüber unterhalten hatte, wie lange eine Skiabfahrt

von der Parsennfurka bis nach Küblis wohl dauern würde. Voilà, die Idee

33


eines Rennens war geboren. Der Sieger des ersten Derbys, Peter Gruber,

benötigte für die Strecke von rund zehn Kilometern 22 Minuten und 27 Sekunden,

die schnellste Frau, Helene Fischer, 35 Minuten und 37 Sekunden.

«In den frühen Jahren starteten jeweils zehn Rennfahrer im Abstand von

fünf Minuten gemeinsam. Tore gab’s keine, jeder suchte sich seine eigene

Route. Stellen Sie sich vor: Einige ambitiöse Teilnehmende stiegen vor dem

Rennen hinauf zum Startpunkt und stapften sich dann ihre persönliche

Piste nach unten», erzählt Bianchi. Erst 1944, nachdem Skirennfahrer Edy

Rominger dank einer gewagten Abkürzung eine neue Rekordzeit von unter

14 Minuten fuhr, stellte man zwei Pflichttore auf. Im Laufe der Zeit wurde

die Strecke durch Pistenpräparierung und immer mehr Tore für alle Fahrerinnen

und Fahrer einheitlich. Start- und Zielort wurden immer wieder

verschoben. «Als die Parsennbahn 1933 fertig gebaut war, wurde der Start

beispielsweise auf den Weissfluhgipfel hinauf verlegt – bis nach Küblis ergab

das eine Streckenlänge von rund 13 Kilometern. Heute wäre so etwas

sicherheitstechnisch nicht mehr denkbar!»

Vom Eliterennen zum Volksanlass

Das Parsenn Derby fand bereits in seinen frühen Jahren grossen Anklang,

insbesondere bei der schweizerischen Ski-Elite, aber auch international. Zu

Spitzenzeiten zählte das Rennen bis zu 750 Teilnehmende. Auf der Sieger-

Beim Mannschaftsrennen

starten die

Fahrerinnen und

Fahrer gleichzeitig.

34

www.rhb.ch/contura


Damals und heute:

David Zogg, vierfacher

Derby-Sieger,

und Roberto

Bianchi bezwingen

die Piste.

liste finden sich grosse Namen aus der Vergangenheit, darunter Otto Furrer,

Rudolf Rominger, Walter Prager oder Ralph Olinger. Mit dem Aufkommen

des Skiweltcups verringerte sich dann allerdings die Bedeutung des Derbys

und die Veranstaltung erhielt verstärkt den Charakter eines Volksskirennens

– auch wenn sich bis heute immer wieder Profi-Rennfahrer wie Urs

Lehmann, Kristian Ghedina oder Dani Züger zum Parsenn Derby einfinden.

Der Skiweltcup brachte zudem mit sich, dass die Rennstrecke kürzer, sicherer

– eben standardisierter – wurde. Vieles, was früher ging, scheint

heute unvorstellbar: «Manchmal kam es vor, dass sich die Fahrer sogar

«In den frühen Jahren

gab’s keine Tore,

jeder suchte sich seine

eigene Route.»

Roberto Bianchi

im Einzelrennen gegenseitig überholten. Das war natürlich

lustig und spannend», erzählt Roberto Bianchi.

Auch an aussergewöhnliche Temperaturschwankungen

kann sich der OK-Präsident erinnern. Wie heuer machte

beispielsweise schon im Jahr 1979 das Wetter Kapriolen:

«Die Temperaturen waren warm, der Schnee

weich – dann gefror alles über Nacht und die Piste war

gefährlich schnell: Bis zu 150 Stundenkilometer wurden

gemessen.» Doch auch vom Gegenteil kann der Davoser berichten: von

jenem Rennen, bei dem es fast minus 38 Grad kalt war und sich die Fahrerinnen

und Fahrer zum Schutz das Gesicht dick mit Fett einschmierten.

Heute melden sich jeweils rund 370 Skifahrerinnen und Skifahrer zum

Einzelrennen an, gut 80 Dreier- und Viererteams bestreiten das Mannschaftsrennen.

Die Teilnehmenden sind zwischen 16 und 76 Jahre alt, die

allermeisten bewegen sich aber zwischen 40 und 60 – eine Tatsache, die

Roberto Bianchi gerne ändern würde: «Ich möchte wieder vermehrt junge

Leute fürs Parsenn Derby begeistern. Deshalb wollen wir das Rahmenprogramm

ausbauen. Ich könnte mir zudem

vorstellen, mit Promi-Mannschaften – bestehend

aus bekannten Schwingern, Fussballern Ins Wintervergnügen geht’s mit

Auf Schienen zum Schneespass

oder anderen Sportlern – Teilnehmende und dem Spezialtarif der RhB ganz unbeschwert:

Für nur einen Franken

Gäste anzulocken. Der gesellschaftliche Aspekt

Aufpreis wird die Skitageskarte aus

rund ums Parsenn Derby soll wieder eine bedeutendere

Rolle einnehmen, so wie es früher zum Bahnbillett. Das rechnet sich.

der Region Davos / Klosters auch

einst war.»

Einsteigen und loskurven!

www.rhb.ch/1-franken

35


Glacier Express

Die Piepshow

auf den Gleisen

36 www.rhb.ch/contura


Arbeit am Glacier Express: Der Lokwechsel steht bevor.

37


Der Glacier Express führt von St. Moritz nach Zermatt und bietet

immer wieder ein neues Panorama. Nicht nur das. Auf der Strecke

ins Wallis warten 13 Abschnitte, die nur mit einer zahnrad tauglichen

Lokomotive zu bewältigen sind. Für den reibungslosen Lokwechsel

sorgen die Logistiker im Bahnhof Disentis.

Kurz vor halb zwölf Uhr im Bahnhof Disentis. Es ist Anfang Februar, dicke

Schneeflocken fallen vom Himmel und die Luft ist so kalt, dass der eigene

Atem kleine Nebelwolken bildet. Die Perrons sind leer gefegt. Nur Alexi

Pally, 53, und Valon Potoku, 21, stehen am Gleis 1 – bereit, den gleich

einfahrenden Glacier Express in Empfang zu nehmen. Dick eingepackt

in leuchtend orange Warnschutzbekleidung, mit Handschuhen, Helm

und Funkgerät bestückt, wird sogleich klar: Diese beiden Männer sitzen

nicht am Computer, sie arbeiten draussen. Und zwar dort, wo die meisten

Fahrgäste des berühmten Alpenpanoramazuges keinen Blick darauf

verschwenden: zwischen den Waggons. Werden Zugkombinationen verlängert,

Wagen abgehängt oder – wie in diesem Falle – Lokomotiven ausgetauscht,

sind die beiden Verkehrslogistiker zur Stelle. «Wir verkuppeln

sowohl Personen- als auch Güterzüge», scherzt Alexi Pally. Und das unter

ständigem Piepen. Doch dazu später.

Die Lok geht vom Strom

Der Glacier Express fährt in den Bahnhof ein und kommt mit einem sanften

Ruckeln zum Stehen. Knapp zehn Minuten haben die beiden nun Zeit, um

die Lok der Rhätischen Bahn abzuhängen und jene der Matterhorn Gotthard

Bahn (MGBahn) anzuschliessen. Pally,

seit über 35 Jahren bei der RhB, und sein

junger Kollege, der vor Kurzem seine Ausbildung

beendet hat, arbeiten Hand in Hand,

um den Zug zahnradtauglich zu machen.

Der Glacier Express fährt in Disentis ein

und die RhB-Lok geht vom Strom.

38

www.rhb.ch/contura


Alexi Pally (oben

links) und Valon

Potoku hängen

die Lok um. Die

Gäste können

derweil im Zug

sitzen bleiben.

Als Erstes senkt der Lokführer den Bügel, wodurch die Lok vom Strom

genommen wird. Darauf koppeln die Logistiker die elektrischen Verbindungen

ab, über die beispielsweise Heizung, Türsteuerung und die Zugdurchsage

gesteuert werden. Dann folgt das Trennen der pneumatischen

Schläuche, welche die Federung sowie die Toiletten des Glacier Express mit

Druckluft versorgen. Zum Schluss wird die Verbindung der Bremsschläuche

gekappt. Im Gegensatz zur SBB fährt die RhB (noch) nicht mit reiner

Druckluft, sondern mit vakuumgesteuerten Druckluftbremsen. «Das ist ein

wenig wie bei einem Pack Cervelat: Saugt man die Luft aus der Packung,

löst sich die Bremse. Lässt man die Luft wieder rein, wird sie aktiviert.»

Sobald die Lok ganz von der Wagenkomposition abgehängt ist, gibt Pally

dem Lokführer per Funk Bescheid: «Zug 903, Aufbügeln einschalten und

auf R2 * wechseln, schönen Nachmittag». Im Schritttempo fährt die Lok der

RhB auf ein Abstellgleis, wo sie auf ihren nächsten Einsatz wartet.

(* Rangierfunkkanal)

Piep, piep, piep: alles o.k.

Im Bahnhof Disentis treffen die Rhätische Bahn und die Matterhorn Gotthard

Bahn aufeinander. Die beiden Privatunternehmen betreiben zusammen

den berühmten Glacier Express, der von St. Moritz über Chur und

Disentis bis nach Zermatt fährt. Die achtstündige Fahrt führt über 291

Brücken und durch 91 Tunnels mitten durch die spektakuläre Alpenwelt

der drei Bergkantone Graubünden, Uri und Wallis. Steigungen und Gefälle

bis zu 124 Promille (!) müssen dabei überwunden werden, was nur mithilfe

39


Mit der neuen Lok geht

die Reise weiter: Der Glacier

Express passiert Disentis.

von Zahnradstangen zu bewältigen ist. Obwohl die RhB keine Zahnradstrecke

befährt, sind alle Waggons des Glacier Express zahnradtauglich,

doch nur die Lokomotiven der Matterhorn Gotthard Bahn sind dafür ausgerüstet.

Und eine solche nähert sich nun der führerlosen Zugkomposition.

Das Funkgerät, das an einem Gurt quer über Alexi Pallys Brust befestigt ist,

piept unentwegt. Es verbindet die beiden Logistiker mit dem Lokomotivführer.

Rückwärtsfahrend ist dieser nicht nur auf die konkreten Anweisungen

seiner Kollegen auf den Gleisen angewiesen. Das Piepen, das an den

Warnton von LKWs erinnert, signalisiert ihm auch: Alles ist o.k., weitermachen.

Alexi Pally und Valon Potoku, links und rechts neben dem ersten

Zugwaggon stehend, beobachten aufmerksam, wie die tonnenschwere Lok

langsam auf sie zurollt. Piep, Piep, Piep. «Wagen lang», gibt Pally per Funk

die Distanz zum Waggon durch. «Halb.» Piep. Piep. «Vier.» «Zwo.» Piep.

«Eins.» Beinah sanft stossen die Puffer von Lok und Waggon aufeinander,

der Signalton bricht ab und die Lokomotive kommt endgültig zum Stehen.

Es folgen dieselben Handgriffe wie zuvor beim Abkoppeln, nur in umgekehrter

Reihenfolge. «Wir machen das bis zu hundertmal am Tag», sagt

Pally. «Doch beim Glacier Express ist es besonders.» Lachend zeigt er aufs

Frischküche im Glacier Express

Während der atemberaubenden Fahrt

im Glacier Express wählen Sie zwischen

kulinarischen Spezialitäten und traditionellen

Gerichten. Die Speisen werden

an Bord frisch zubereitet und an Ihrem

Sitzplatz serviert. Dank regionalen und

saisonalen Zutaten passen sich die

Gerichte perfekt an die Ihnen gebotene

Szenerie an. Lehnen Sie sich zurück

und geniessen Sie einen Tagesteller

oder ein Drei-Gänge-Menü.

www.rhb.ch/glacierexpress

Perron, wo sich trotz eisiger Temperaturen eine kleine Gruppe Schaulustiger

mit Kameras versammelt hat und

ihnen bei der Arbeit zusieht. Russel Keye

ist einer davon. Der Australier ist schon

einmal mit dem Glacier Express gefahren

und fand es so eindrücklich, dass er wiederkam.

Diesmal mit Frau, Tochter und

Schwiegermutter. «Das Bergpanorama

ist grossartig. Und dieses Zahnradsystem

– beeindruckend.» Alexi Pally und

Valon Potoku nicken zufrieden. Die Begeisterung

der Fahrgäste macht auch sie

stolz. Auf die Natur, ihre Heimat und auf

ihre Arbeit, ohne die kein Glacier Express

die Alpen durchqueren könnte.

40

www.rhb.ch/contura


Hätten Sie das gewusst?

Zahlenbefunde

«Nächster Halt: Filisur.» Der Zug fährt in den Bahnhof ein, die Türen öffnen sich, man steigt

aus, die Türen schliessen sich und der Zug setzt sich wieder in Bewegung. Dann der Moment,

wo einem gleichzeitig heiss und kalt wird: Die Tasche mit den Einkäufen liegt noch im Zug!

Wer kennt das nicht? Alleine in den ersten 4 Monaten dieses Jahres wurden in den Zügen

der Schweiz 37 743 Gegenstände gefunden. Auf Platz 1 der verlorenen Objekte befindet

sich das Mobiltelefon: 4 645 Handys wurden im erwähnten Zeitraum als verloren gemeldet.

Rucksäcke und Ähnliches liegen mit 4 486 Stück auf dem 2. Platz. Plastik- und Papiersäcke

sowie Einkaufstaschen landen mit einer Anzahl von 3 323 auf Platz 3. Dann folgen

auf der Top-10-Liste: Portemonnaies und Brieftaschen, Brillen und Kontaktlinsen, Mäntel,

Jacken und dergleichen, Schlüssel, Reise- und Sporttaschen, Koffer und schliesslich Kopfbedeckungen.

Und wie sieht’s bei der RhB aus? Hier wurden von Anfang Januar bis Ende

April 2017 immerhin 635 Fundgegenstände registriert. Rund 50 Prozent aller im Schweizer

Bahnverkehr gefundenen Objekte finden zurück zu ihren Besitzerinnen und Besitzern. Der

Rest wird nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist der Firma Fundsachenverkauf.ch

zum Verkauf oder zur Versteigerung übergeben: Fundsachen mit einem aktuellen Wert bis

50 Franken werden von den Transportunternehmungen 1 Monat aufbewahrt, solche mit

einem Wert über 50 Franken warten 3 Monate auf ihre Eigentümerinnen und Eigentümer.

41


Kultur

Die Bären kommen

42 Bei der Mittelstation der Weisshornbahn sollen Bären ein neues Zuhause finden.


Philipp Holenstein (Arosa Bergbahnen),

Pascal Jenny (Arosa Tourismus), Julie

Stillhart (Vier Pfoten) und Hans Schmid

(Zoo Zürich) freuen sich auf die Bären.

Sie sollen den Sommertourismus in Arosa retten: die Bären im neuen

Arosa Bärenland. Doch auch der Umkehrschluss stimmt: Der Sommer -

tourismus wird gequälten Bären das Leben retten. Eine erfreuliche

Win-win-Situation, wie Projektleiter Hans Schmid erklärt.

Bären in Arosa? Eine extreme Idee, dachte sich Hans Schmid, als Initiator

Pascal Jenny, Kurdirektor von Arosa, mit diesem Vorschlag auf ihn zukam.

«Ich bin Biologe, kein Touristiker, und das erschien mir zunächst wie eine

simple Touristenattraktion.» Doch rasch erkannte er das Potenzial: Beim

Arosa Bärenland geht es nicht einzig darum, mit Bären mehr Touristen anzulocken,

sondern gequälten Tieren das Leben zu retten. «Natürlich steckt

auch ein touristisches Interesse dahinter: Das neue Naturerlebnis soll im

Sommer mehr Gäste nach Arosa bringen. Gleichzeitig kann dadurch aber

Bären, die in Südwesteuropa unter furchtbaren Bedingungen gehalten

werden, ein artgemässes Leben ermöglicht werden», erklärt Hans Schmid,

Leiter Tierpflege im Zoo Zürich und gebürtiger Aroser.

Vernünftiger und nachhaltiger Tierschutz

Er sei bei diesem Projekt sowohl mit dem Herzen als auch mit dem Kopf dabei,

so Schmid. Das Projektteam, das auch Bärenexperten aus dem In- und

Ausland beizog, hat an alles gedacht, sodass Kritikern schon bald die Argumente

ausgingen. Die Kooperation mit der Tierschutzorganisation Vier Pfoten

stellt beispielsweise sicher, dass wirklich nur Bären aus tierquälerischer

Haltung nach Arosa kommen. Schmid lässt die Kritik, dass Bären grundsätzlich

nicht in Haltung gehören, nicht gelten: «Diese Aussage stimmt für

wild lebende Tiere. Nach Arosa holen wir jedoch Bären, die in Frankreich,

Spanien, Portugal oder Italien in Gefangenschaft gehalten werden.» Diese

leiden unter ihrer schlechten Haltung, fristen als Zirkus- oder Restaurantattraktion

ihr Dasein in zehn Quadratmeter grossen Käfigen. Um solche Bären

von ihrem Leiden zu befreien, gibt es nur zwei Wege: Einschläfern oder

Umsiedeln. «Ein artgemässes Leben im Arosa Bärenland ist damit ein wertvoller

Beitrag an einen vernünftigen und sinnvollen Tierschutz.» Deshalb

43


werden die Tiere auch nicht einfach bei einer Nacht- und Nebelaktion entführt,

sondern offiziell ausgeführt: Vier Pfoten arbeitet für die Befreiung

der Bären mit den Regierungen und lokalen Behörden zusammen, um die

Leute vor Ort zu sensibilisieren. «Die Aktion soll nachhaltig sein – sonst

lebt womöglich zwei Wochen später einfach ein anderer Bär in Gefangenschaft»,

so Schmid. Die Zusammenarbeit mit Vier Pfoten bringt zudem die

Auflage mit sich, dass mit den Bären keine Zucht betrieben werden darf:

Die Tiere werden kastriert oder unter bunden. Aus touristischer Sicht wären

junge Bärchen natürlich höchst attraktiv, doch das Arosa Bärenland punktet

stattdessen mit dem gelebten Tierschutzgedanken.

Perfektes Bärengebiet

Wenn weiterhin alles reibungslos verläuft, könnten bereits im Sommer

2018 über einen natürlichen Landschaftsausschnitt in Arosa einige Bären

trotten – beo bachtet von den Gästen in der Gondel: Das Bärenland entsteht

bei der Mittelstation der Weisshornbahn. Dass das Projekt so zügig vorankommt,

ist nicht selbstverständlich, denn die Ansprüche waren hoch, die

Projektskizze Arosa Bärenland

44

www.rhb.ch/contura


Bären aus tierquälerischer

Haltung sollen in Arosa

artgerecht leben können.

Interessen zahlreich: «Neben der Sicherheit und einer tiergerechten Erleb -

nis inszenierung darf auch die natürliche Landschaft nicht verschandelt

werden. Und gleichzeitig muss die Finanzierung stimmen», sagt Schmid.

Dank Vier Pfoten, welche die Hälfte der Kosten übernimmt, und zwei privaten

Spendern, ist das Arosa Bärenland bis hin zu einem allfälligen Rückbau

komplett finanziert, ohne dass die Bevölkerung in die Taschen greifen

muss. Für Arosa also ein hochinteressantes Projekt. Kommt hinzu: «Wir

haben den Luxus, dass wir uns hier in früherem Bärengebiet bewegen und

die natürliche Landschaft perfekt passt, weshalb keine Erdverschiebungen

nötig sind. Im Prinzip müssen wir das Gebiet nur einzäunen.»

Eingezäunt wird eine Fläche von rund 28000

Quadratmetern, das entspricht drei Fussballfeldern. Das

«Arosa war früher

Bärengebiet, die

Schweizer Tierschutzgesetz schreibt zwar lediglich vor,

natürliche Landschaft dass fünf Bären mindestens 230 Quadratmeter Platz

passt also perfekt.» erhalten müssen. «Wenn im Arosa Bärenland dereinst

Hans Schmid

drei bis fünf Bären einziehen, sind wir auf der vorbildlichen

Seite», freut sich Hans Schmid. Der Zaun, der die

Sicherheit gewährleistet, soll sich dank Bäumen und Stauden möglichst

unsichtbar in die Landschaft einfügen. Zurzeit entsteht unter der Besucherplattform

der Stall für die Winterruhe. «Die Bären sollen ihrem natürlichen

Verhalten folgen und sich im Winter zurückziehen können.» Auch

zwei Badeteiche bekommen die Tiere. Und: Das Gehege könnte bei Bedarf

unterteilt werden, sollten sich zwei Bären nicht verstehen. «Bären sind

zwar Einzelgänger, sind aber tolerant und haben kein Territorialverhalten.

Wenn es genügend Nahrung gibt, ist das Zusammenleben meist kein Problem.»

Es scheint, als hätten Projektleiter Hans

Schmid und sein Team alle Eventualitäten

Arosalinie –

bedacht, damit Arosa eine erfolgreiche 1000 Höhenmeter in 1 Stunde

Sommerattraktion und leidgeprüfte Bären

ein artgemässes Leben erhalten. Hans Doch schon bald ist es vorbei mit dem

Gemächlich beginnt die Fahrt durch Chur.

Stadtbummel auf Schienen: Plötzlich wird

Schmid: «Meiner Meinung nach ist dies

der rote Zug zur Gebirgsbahn, auf nur

für den Tourismus und den Tierschutz ein 26 Kilometern klettert die Bahn 1000

Win-win-Projekt mit gros sem Potenzial – Meter hinauf. Hier empfängt Sie Arosa mit

und sehr geringer Flop-Gefahr.»

frischer Bergluft und viel Sonne.

www.rhb.ch/arosa

45


Albulalinie

Sicher inmitten von

Naturschönheiten

46 Bei Muot konnten dank Waldaufforstung diverse Schutzmauern zurückgebaut werden.


Die RhB schlängelt sich auf der Albulalinie durch eine einmalige Gebirgswelt.

Diese beeindruckende Natur kann aber auch ihr unschönes

Gesicht zeigen: Lawinen, Steinschlag oder Murgänge können

die Bahnlinie gefährden. Wie geht die RhB mit diesen Gefahren

um? Ralph Rechsteiner, Verantwortlicher Naturgefahren und Schutzbauten

bei der RhB, im Gespräch.

Sind die RhB-Strecken – die Albulalinie im Speziellen –

besonders gefährdet, was Naturgefahren anbelangt?

Bereits beim Bau der RhB vor über 125 Jahren spielten

touristische Überlegungen eine Rolle. Es wurde darauf

geachtet, dass sich das Bahntrassee optimal ins Gelände

einfügt und möglichst wenig Tunnels erstellt werden

müssen: Man wollte den Reisenden dank einer offenen

Linienführung den besten Ausblick auf die Landschaft

Ralph Rechsteiner

ist Leiter Projektabwicklung

bei der lebt die RhB bis heute und die Albulalinie wurde sicher-

ermöglichen. Von diesem touristischen Pioniergedanken

Rhätischen Bahn. lich nicht zuletzt deswegen ins UNESCO Welterbe aufgenommen.

Aber: Aufgrund dieser offenen Linienführung

ist die RhB – als Bahn inmitten einer Gebirgslandschaft – eben auch

stärker den Natur gefahren ausgesetzt. Es ist der Weitsicht der damaligen

Ingenieure zu verdanken, dass die Bahn diese Gefahren trotzdem gut im

Griff hat und von grossen Ereignissen weitestgehend verschont blieb.

Wie ist denn der aktuelle Stand der Schutzbauten?

Wenn wir alle bestehenden Verbauungen wie Mauern, Schutznetze oder

Lawinenrechen aneinanderreihen, kommen wir auf rund 58 Kilometer

Schutzwerke. Zusätzlich gibt es noch 42 000 Quadratmeter Verbauungen,

die sich nicht in Längen umrechnen lassen – wie beispielsweise flächige

Lawinenanrissverbauungen.

Wie geht die RhB heute mit Naturgefahren um?

Das Naturgefahrenmanagement wird bei der RhB sehr hoch eingestuft;

proaktives, vorausschauendes Handeln wird gefordert und gefördert. Dies

beinhaltet Risikobeurteilungen, Massnahmen zur Schliessung von Schutz-

47


lücken sowie Erneuerungen und Instandsetzungen. Konkret baut unser

langfristiges Naturgefahrenmanagement auf den drei Pfeilern Ereigniskataster,

Schutzbautenkataster und Risikohinweiskarte auf. Diese drei

Instru mente wurden alle in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt

für Wald und Naturgefahren entwickelt. Im Ereigniskataster sind alle bekannten

Ereignisse seit dem Bahnbau festgehalten, das sind rund 1000.

Den Schutzbautenkataster gibt es seit 2011. Darin sind Standort, Grösse,

Art und Zustand aller Schutzbauten im Eigentum der RhB erfasst. Seit Ende

2013 ist der dritte und neueste Pfeiler im Naturgefahrenmanagement fertiggestellt:

die Risikohinweiskarte. Diese teilt das Streckennetz der RhB

im Abstand von jeweils 100 Metern in unterschiedliche Risikoklassen von

null bis fünf ein.

Wie ist diese Risikohinweiskarte erstellt worden?

Als Erstes hat man sich das Gelände, die Topografie und die Bewaldung

ganz genau angesehen und in Beziehung gesetzt zu den RhB-Strecken,

konkret: den jeweils gefahrenen Geschwindigkeiten und der Personenbelegung.

Dann wurden der Ereignis- sowie der Schutzbautenkataster

hinzugenommen und mit all diesen verknüpften Informationen hat man

dann die Risikostufen der Streckenabschnitte festgelegt. Anschliessend

gab es einen Gegencheck: Mit den Bahnmeistern der RhB, die über viel

Praxiswissen verfügen, haben wir überprüft, ob

die theoretische Einstufung auch mit der Erfahrung

aus dem Alltag übereinstimmt. Schliesslich

hat man jene Stellen, die mit der Risiko stufe drei

oder höher belegt wurden, gemeinsam mit Geologen

besucht und besprochen, was mögliche

Massnahmen wären.

Wie entscheidet die RhB, welche Massnahmen

wann umgesetzt werden?

Eine ständige und wichtige Massnahme ist die

Pflege des Schutzwaldes, genauso wie die Kon-

Netze schützen die Strecke beim Glatscherastunnel

unterhalb Bergüns vor Steinschlag.

48

www.rhb.ch/contura


Bei Muot schützt der aufgeforstete

Schutzwald die Bahnlinie

vor Naturereignissen.

trolle und der Unterhalt bestehender Schutzbauten. Zudem sind in der

Risikohinweiskarte neben den Risikoklassen auch Gebiete – sogenannte

Hotspots – festgehalten, in denen wir prioritär in den nächsten fünf bis

sechs Jahren weitere Schutzmassnahmen prüfen. Dabei kommt je nach

Situation eine Instandsetzung oder ein neues Konzept mit modernen Verbauungen

infrage.

Und was heisst das nun ganz konkret für die Schutzmassnahmen

auf der Albulalinie?

Im Val Bever gab es beispielsweise oft Lawinenniedergänge und die Strecke

musste gesperrt werden. Seit 2014 haben wir dort nun vier Sprengmasten,

mit denen die Lawinenkommission Bever in Absprache mit der RhB kontrollierte

Sprengungen vornimmt, damit sich nicht so viel Schnee ansammelt.

Ein anderes Beispiel sind die Schutzbauten Muot oberhalb Bergüns:

Hier gibt es 11,7 Kilometer Lawinen- und Steinschlagverbauungen, deren

Sanierung soeben abgeschlossen wurde. Da der Wald über Jahre stark aufgeforstet

wurde, konnte man hier diverse Schutzmauern zurückbauen.

Das sind alles mittel- bis langfristige Massnahmen.

Wie reagiert die RhB kurzfristig bei drohenden Naturgefahren?

Richtig, bei sich abzeichnenden Naturereignissen bleiben auch kurzfristige

Massnahmen wichtig. Die RhB lässt bei einem erhöhten Risiko für ein Naturereignis

beispielsweise das Trassee vermehrt durch die Streckenwärter

kontrollieren, stellt Überwachungsposten auf, führt Kontrollfahrten durch

oder reduziert die Fahrgeschwindigkeit. Bei Lawinengefahr entscheiden

die dezentral organisierten RhB-Lawinenkommissionen über Massnahmen

wie Streckensperrungen. In allen Gefahrensituationen gilt: Alle Mitarbeitenden

der RhB können eine Streckenschliessung anordnen, wenn

die Lage es erfordert. Dank dieser Kombination

von proaktiver Planung und dezentraler

Organisation bei nötigen kurzfristigen Von Thusis aus klettert die RhB durch

Albulalinie

Handlungen verfügt die RhB über ein umfassendes

Naturgefahrenmanagement, das

Kehrtunnels und über Viadukte das

Albulatal hoch in Richtung St. Moritz.

Die harmonisch in die Landschaft eingebettete

Linie ist ein Paradestück aus

die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden

bestmöglich sicherstellt.

der Zeit der Bahnpioniere und gehört

zum UNESCO Welterbe RhB.

www.rhb.ch/albulalinie

49


Platz an der Sonne

Paradies für

Drachenreiter

Sie flitzen in atemberaubender Geschwindigkeit übers Wasser und

schwingen sich in schwindelerregende Höhen: Kitesurfer aus aller

Welt versammeln sich auf den Seen Graubündens, um sich im Sommer

und Winter von den kräftigen Winden der Bergtäler zu sportlichen

Höchstleistungen antreiben zu lassen.

1 Silvaplanersee bei St. Moritz

www.engadin.stmoritz.ch

Eingebettet in der traumhaften Kulisse der Oberengadiner Berge gilt der

Silvaplanersee als einer der besten Windsurf- und Kitesurfspots in Europa.

Dem kräftigen Malojawind sei’s gedankt. Ideal für Morgenmuffel kommt

dieser erst gegen Mittag auf, bläst dann dafür aber meist gleichmässig bis

in die Abendstunden, was immer wieder für spektakuläre Sprünge und

rasante Überholmanöver sorgt. Auch Spaziergänger haben ihre Freude an

dem bunten Treiben auf dem See.

50

www.rhb.ch/contura


2 2

2 Lago Bianco / Lago Nero am Berninapass

Kurse in Silvaplana / Bernina buchbar unter www.kitesailing.ch

Wer auch im Winter nicht aufs Surfen verzichten will, ist am Berninapass

richtig. Die beiden Seen Lago Bianco und Lago Nero gelten als Geheimtipp

unter den Engadiner Snowkite-Hotspots, besonders im Dezember / Januar,

wenn Pulverschnee liegt. Das vielseitige windreiche Gelände ist für Racer,

Anfänger und Freestyler gleichermassen attraktiv. Wem das Gleiten über

die flachen schneebedeckten Eisschichten zu wenig Herausforderung bietet,

lässt sich einfach von seinem Lenkdrachen einen der angrenzenden

Berge hinaufziehen. Hier befinden sich einige der längsten und anspruchsvollsten

Snowkite-Touren der Schweiz. Anreise mit der Rhätischen Bahn

oder über die Passstrasse, die den ganzen Winter geöffnet ist.

1

3 Davosersee

www.dssc.ch, www.kitedavos.ch

2016 wurde der Davosersee zum ersten Mal auch für Kitesurfer geöffnet.

Bei konstanten Schönwetterlagen herrschen hier thermische und häufig

auch böige Windverhältnisse aus Nordosten; Westwinde und Bise können

die Thermik zusätzlich verstärken: also durchaus interessante Verhältnisse

für versierte Drachenreiter. Doch mit einer Durchschnittstemperatur von

20 Grad (im Sommer) ist der Davosersee sehr stark frequentiert, weshalb

Kite surfen während der lokalen Sommerferien und Surfclub-Regatten aus

Sicherheitsgründen nicht gestattet ist.

Übrigens: Im August findet auf dem Silvaplanersee

jeweils der Surf-Event «Engadinwind» statt. Die weltbesten

Athleten aus den Sportarten Wind surfing, Kitesurfing

und Sailing treten an, um sich an der ältesten

Windsurfregatta der Welt zu messen. Die helvetischen

Sportlerinnen und Sportler begegnen sich an der

Schweizer Meisterschaft im Windsurfen.

© DDK / Stefan Schlumpf

3

51


Aus der Werkstätte

Filigrane

Symbole einer

tragischen

Liebe

52

www.rhb.ch/contura


Kostbarkeit aus dem Unterengadin: Jean-Pierre Ruchti bearbeitet einen Morin.

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Jean-Pierre Ruchti ist einer der Letzten, die wissen, wie Morins

hergestellt werden. Die aus Gold gefertigten und mit weissen und

schwarzen Emailauflagen fein verzierten traditionellen Ohrringe

werden noch heute von den Unterengadinerinnen zur Tracht getragen.

Ein Besuch in seinem Goldschmied-Atelier oberhalb von

Valendas in der Surselva.

Es war einmal ein König, der lebte in einem fernen Reich. Gross waren seine

Ländereien, gefüllt seine Schatzkammern. Er war nicht nur reich und

mächtig, sondern auch glücklich, denn er liebte seine Königin von ganzem

Herzen. Eines Tages jedoch erfuhr er, dass sich seine Angebetete in einen

Sklaven verliebt hatte. Sogleich liess der König den untreuen Mohren köpfen.

Und so nahm das Unglück seinen Lauf: Aus Kummer über den Tod ihres

Geliebten nahm sich die Königin das Leben.

Vom Morgenland ins Engadin

Die Spur dieser Legende führt durch fremde Länder und Jahrhunderte bis ins

Bündnerland der Gegenwart: Die Lichter von Valendas funkeln in der Dämmerung.

Gemächlich schlängelt sich die verschneite Strasse den Berg hinauf

bis nach Brün. In dem Weiler auf 1300 Metern, mit grossartigem Ausblick

auf die Brigelser Hörner und die Tödikette, betreibt Jean-Pierre Ruchti

sein Atelier. Der gelernte Goldschmied kennt die tragische Liebesgeschichte

des geköpften Mohren gut. Schliesslich erhält er als einer der Letzten die

alte Tradition am Leben, die daraus erwachsen ist: die Morins, jene einzigartigen

Ohrringe, die die Unterengadinerinnen bis heute zu ihrer Tracht

tragen. Zwei Versionen gibt es davon: den

König und den Sklaven, gemäss Legende also

Ehemann und Liebhaber. Beide tragen einen

Kopfschmuck – Fächerkrone oder Turban –

und einen goldgesäumten Kragenfächer.

Die zwei Varianten der Morins: der König mit

weisser Federkrone, der Sklave mit Turban.

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www.rhb.ch/contura


Die Herstellung

der kleinen

Morins verlangt

ein gutes Auge

und ruhige

Hände.

Ihre Gesichter schimmern in edlem bläulichschwarzem Email, die Augen

sind goldene Punkte und als Ohren dienen winzige Halbmonde. Der kostbare

Ohrschmuck kündet vom alten Zauber, den das Morgenland einst auf

Europa ausgeübt hat. Ursprünglich sollen die Morins aus Kroatien stammen,

von wo sie mit den Händlern nach Venedig gelangt sein sollen. Engadiner

Zuckerbäcker, die in der Lagunenstadt ein besseres Auskommen

suchten, fanden Gefallen an dem pittoresken Schmuck und hatten ihn bei

ihrer Rückkehr in die Heimat als Geschenk im Gepäck.

Filigrane Arbeit

Die Holztreppe knarrt, als Jean-Pierre Ruchti die Stufen in den unteren

Stock seines Ateliers hinuntersteigt, um seinen kleinen Schmelzofen einzuschalten.

Nur etwas grösser als eine Schmuckschatulle, kann dieser wahre

Schätze brennen: Mühelos schmilzt er bei einer Temperatur von 860 Grad

das auf einer kleinen Goldkugel aufgetragene Email, das für die Morins so

typisch ist. Doch so weit ist es noch nicht. Rund 40 Minuten braucht der

Brenner, um die richtige Temperatur zu erreichen. Genug Zeit für den erfahrenen

Goldschmied, die Rohlinge vorzubereiten.

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Ruchti ist der

einzige Schweizer

Goldschmied,

der Morins nach

traditioneller Art

herstellt.

Der 53-jährige Kunsthandwerker setzt sich an seinen Goldschmiedetisch

mit der charakteristischen halbrunden Aussparung. In deren Mitte ragt der

sogenannte Feilnagel heraus – ein Holzkeil, der als Auflage und Widerstand

bietende Anlegefläche beim Bearbeiten von Ringen, Anhängern oder kleineren

Werkstücken dient. Ein weiches Stück Leder fängt die abgefeilten

oder abgesägten Edelmetallreste auf, die später wiederverwendet werden.

Dahinter auf dem Tisch – über und über belegt mit Zangen, Hämmern,

Döschen, Feilen, Sticheln, Diamantfräsen, Bohrer, Schraubenzieher

und einem Amboss, der einer Puppenstube

«Das Email sollte

entstammen könnte – schimmert es auf der Tischplatte:

langsam um Nase,

Jean-Pierre Ruchti greift mit einer feinen Zange nach der

Mund und Augen kleinen goldenen Kugel – ein winziges Gesicht mit einer

herumfliessen.» Federkrone. «Das wird ein König», sagt Jean-Pierre Ruchti

Jean-Pierre Ruchti und lächelt. Gekonnt bestreicht er die kleine Krone mit

einer weissen, das Gesicht mit einer dunklen dickflüssigen

Paste. «Wenn man’s nicht übertreibt, fliesst das Email langsam um Nase,

Mund und Augen herum.» Sorgfalt sei dabei essenziell, denn diese hervorstehenden

Partien sollen bei den Morins keinesfalls schwarz werden,

sondern golden bleiben. Zufrieden mit dem Ergebnis, steckt er den König

auf eine Art Nagelbrett, wo schon einige «Sklaven» in verschiedenen Grössen

darauf warten, in den Ofen geschoben und gebrannt zu werden. Nach

nur vier Minuten in der glühenden Hitze hat sich das Email mit dem Gold

verbunden und wird zum Auskühlen beiseitegestellt. Nun fehlt nur noch

der Bügel, der verstiftet wird – und fertig sind die Morins.

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www.rhb.ch/contura


Die filigranen Morins werden

traditionell zur Tracht getragen.

Die Legende lebendig halten

Ende der 1980er-Jahre begegnet Jean-Pierre Ruchti, damals noch in Scuol

tätig, einer Bekannten, die den ortstypischen Schmuck trägt. Sofort ist das

Interesse des Kunsthandwerkers geweckt. Denn die speziellen Ohrringe

gehören seit Jahrhunderten zum Unterengadin und werden von Mutter

zu Tochter, von Schwiegermutter zu Schwiegertochter weitervererbt – wie

eben bei Erica Clalüna aus Sent, die seit 1970 ununterbrochen

ihre Morins trägt. Ursprünglich gehörten sie

«Ich möchte, dass

ihrer Mutter, die den Schmuck von einem Rückwanderer

aus der Lagunenstadt zu Beginn des 20. Jahrhun-

die Morins etwas

Besonderes bleiben.» derts erhalten hatte. Der junge Ruchti stellt fest, dass

Jean-Pierre Ruchti

es kaum jemanden gibt, der noch in der Lage ist, diese

Schmuckstücke selbst herzustellen. Also macht er sich

daran, das Emaillieren zu lernen und gestaltet eigenhändig Negativformen

für Sklave und König, mit denen er die verschiedenen Modelle in Gold

giessen kann. Heute ist Jean-Pierre Ruchti der Einzige in der Schweiz, der

noch nach traditioneller Art Morins herstellt.

Die Schmuckstücke verkauft der freischaffende Goldschmied exklusiv in

seinem Atelier; wer sich für den Schmuck aus dem Unterengadin interessiert,

muss somit persönlich in die Surselva fahren. «Ich möchte, dass die

Morins etwas Besonderes bleiben. Geld verdiene ich damit nicht. Und das

Interesse an den traditionellen Morins nimmt stetig ab, weil die Jungen

immer weniger Trachten tragen», meint Jean-Pierre Ruchti. Auch deshalb

hat er nun eine Website ins Leben gerufen – damit König und Sklave nicht

wieder im Land der Legenden verschwinden. So kann er die Geschichte der

Morins, tragisch-schöne Symbole einer unglücklichen Liebe, in die weite

Welt hinaustragen.

Mehr über den filigranen Ohrschmuck

erfährt man auf der neuen Website

www.goldschmiedruchti.ch

Surselva: überraschend vielseitig

Durch die Rheinschlucht fahren Sie im Zug

dem Rhein entlang, vorbei an schroffen

Felswänden und weiten Wäldern. Der

Grand Canyon der Schweiz ist ein Paradies

für Riverrafter. Velofahrer und Wanderer

bahnen sich ihren Weg entlang des Rheins

und steigen jederzeit um auf die RhB.

www.rhb.ch/surselva

57


Design

Ein neuer Zug

entsteht

58 Noch existiert er erst auf Plänen und als Modell: der neue Flügeltriebzug.


René Keller (links) bespricht

mit Martin Stamm, Technischer

Projektleiter bei Stadler, den

Lok-Kopf des neuen RTZ.

Immer in Bewegung: Das trifft bei der RhB nicht nur auf die fahrenden

Züge, sondern auch auf unternehmerische Weiterentwicklun gen

zu. Erst noch wurde der Alvra-Gliederzug vorgestellt, schon warten

die nächsten neuen Fahrzeuge auf ihren Einsatz: Ab Dezember 2019

sollen die ersten neuen Flügeltriebzüge (RTZ) auf dem RhB-Netz

durchs Bündnerland rollen.

Die RhB arbeitet aktuell intensiv an der Erneuerung ihres Rollmaterials: 36

Flügeltriebzüge hat das Bündner Bahnunternehmen beim Hersteller Stadler

Rail 2016 in Auftrag gegeben. Fast zwölf Jahre dauert das Projekt vom

ersten Leistungspflichtenheft bis zum letzten ausgelieferten Zug, 2024

soll es abgeschlossen sein. Damit ist die Bestellung der RTZ das grösste

Rollmaterial-Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rhätischen Bahn.

Wie entsteht ein solcher alpintauglicher Zug, der anschliessend 30 Jahre –

und länger – durch Graubünden rollt?

Verjüngung der RhB-Flotte

«Die RhB ist ständig mit der Frage konfrontiert: Wohin wollen wir in Zukunft?

Dabei spielen verschiedene Entwicklungen und Anspruchsgruppen

eine Rolle», erklärt René Keller, Projektleiter RTZ. «Zum Beispiel sind da

Bund und Kanton, die den Halbstundentakt einführen wollen;

dies bedingt mehr – und neues – Rollmaterial. Der

«Im Winter 2019

Projektname des Zuges, Retica Trenta, bezieht sich auf diesen

Ausbau des Halbstundentakts.» Generell sei es für die

möchten wir sechs

bis sieben RTZ in RhB natürlich wichtig, ihre Züge auf dem aktuellsten Stand

Betrieb haben.» zu halten; das sei heute wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie,

so Keller. Dank den 36 neuen Flügel-

René Keller

triebzügen können 144 Fahrzeuge, darunter Lokomotiven

und Personenwagen, ausgemustert werden und das Durchschnittsalter

der RhB-Flotte wird von 29 auf 22 Jahre sinken. Dadurch steigt einerseits

die Effizienz, weil die neuen Triebzüge einfacher rangiert werden können,

und auf der anderen Seite sinkt der Energieverbrauch.

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Die Ansprüche an den RTZ

Um die Leistungsanforderungen für das neue Rollmaterial zu definieren,

stützte sich die RhB auf eine Hochschulstudie zum Thema Nachfrageentwicklung.

Und auf die Ansprüche und Bedürfnisse der sogenannten «internen

Kunden» Produktion und Vertrieb. Als Vertreter der Fahrgäste erstellten

sie 2013/2014 das erste Leistungspflichtenheft, das die allgemeinen Anforderungen

an die neuen Fahrzeuge enthält: Wie viele Sitzplätze braucht

es? Wie viele Toiletten? Wie sollen Ausstattung und Komfort sein? Wie und

wo können Velos transportiert werden? Auf dieser Basis erstellte

René Keller zusammen mit seinem gut sechsköpfigen

«Wir stützen uns

Projektteam die öffentlichen Ausschreibungsunterlagen.

auf das Wissen unserer

langjährigen an Stadler Rail vergeben: «Bei Stadler Rail profitieren wir

Der Auftrag für die neuen Züge wurde im Spätsommer 2016

Mitarbeitenden.» davon, dass sie für die RhB bereits die Alvra-Gliederzüge

René Keller

und früheres Rollmaterial gebaut haben.» Diese Erfahrung

hilft bei der Ausarbeitung von Konzept und Konstruktion,

die noch bis im Herbst dieses Jahres dauert. In dieser Phase bereinigt die

RhB gemeinsam mit dem Fahrzeugbauer die technischen Unterlagen und

überprüft, wie realitätstauglich die Wünsche sind. Im Oktober 2017 beginnt

Stadler Rail mit dem Bau des RTZ, im Dezember 2018 will die RhB erste

Testfahrten mit den neuen Wagen durchführen. «Das Ziel ist, dass wir zum

Fahrplanwechsel im Winter 2019/2020 sechs bis sieben Fahrzeuge in Betrieb

haben, dann soll jeden Monat ein weiterer Zug folgen.»

Der RTZ wird «geflügelt»

Doch weshalb braucht die RhB den Flügeltriebzug überhaupt? Wieso bestellt

sie nicht stattdessen weitere ALLEGRA- oder Alvra-Züge? «Seit der Einführung

des ALLEGRA-Triebzugs, der seit 2010 unterwegs ist, haben sich die

Crash- und Brandschutzvorschriften bereits wieder geändert. Den ALLEGRA

den heute geltenden gesetzlichen Vorgaben anzupassen, wäre zu teuer

und zu kompliziert geworden», so Keller. Und der Alvra-Gliederzug verfügt,

wie der Name bereits verrät, über keinen eigenen Antrieb. Für die Strecke,

welche der RTZ dereinst befahren soll, ist dies aber notwendig: Die neuen

Triebzug-Kompositionen werden von Landquart bis nach Klosters Platz

60

www.rhb.ch/contura


Im Herbst 2017 beginnt Stadler mit dem Bau

des ersten RTZ (im Bild ein Universal steuer -

wagen). Das Innendesign wird weitgehend

dem Alvra-Gliederzug entsprechen.

fahren, dort werden die Kompositionen aufgeteilt. Während der eine Teil

des Zuges nach Davos Platz weiterfährt, rollt der andere Teil durch den Vereinatunnel

nach St. Moritz oder Scuol-Tarasp. Die Vereinigung erfolgt in der

umgekehrten Fahrtrichtung wieder in Klosters Platz. «Eine RTZ-Zugkomposition

besteht aus einem Antriebs-, einem Steuer- und zwei normalen

Wagen. Wir können bis zu vier Kompositionen zusammenhängen, was eine

Zuglänge von rund 300 Metern ergibt – das ist für uns Bähnler fast wie

Weihnachten», erklärt René Keller. Seinen Namen hat der Flügeltriebzug

übrigens aufgrund des oben beschriebenen Vorgangs: Das Aufteilen und

Vereinen der Kompositionen wird in der Bähnlersprache «Flügeln» genannt.

Dadurch kann die RhB einen umsteigefreien Halbstundentakt von

Landquart nach Davos sowie abwechselnd stündlich von Landquart nach

St. Moritz und Scuol-Tarasp anbieten.

Auch in 30 Jahren noch fit

Rund 30 Jahre soll das neue Rollmaterial auf dem Schienennetz unterwegs

sein. «Nach einer grossen Revision sollten die Fahrzeuge gar nochmals

gut 20 Jahre halten», sagt Keller. Das bedeutet auch, dass die RhB

heute schon antizipieren muss, wonach die Kundinnen und Kunden der

nächsten Generation verlangen. «Wir verlassen uns da auf unsere Erfahrungen:

Was sich in den letzten Jahren bewährt hat, wird beibehalten; was

nicht funktioniert hat, wird nach bestem Wissen und Gewissen geändert.»

Dank langjährigen Mitarbeitenden ist ganz viel Kenntnis darüber vorhanden,

was funktioniert und was nicht: «Ein erfahrener Schneeräumer weiss

beispielsweise, wie ein Zug konzipiert sein muss, damit er dem Bündner

Wetter standhält. Auf solches Wissen stützen wir uns.» Und dies gilt nicht

nur für technische Aspekte, sondern genauso beim Innendesign. Der RTZ

wird diesbezüglich eine Weiterentwicklung der ALLEGRA- und Alvra-Züge;

schliesslich sollen die Innenräume über die gesamte RhB-Flotte hinweg

einheitlich daherkommen: «Unsere Gäste sollen sofort merken, dass sie

sich in einem RhB-Zug befinden.»

Visualisierung der neuen RTZ-Fahrzeugfront

mit 1. Klasse-Abteil.

61


Was machen eigentlich …

… die Bündner

Jäger im Winter?

Kaum verfärben sich die ersten Blätter, beginnt die Jagdsaison.

Sie dauert von September bis November; in dieser Zeit dürfen in

Graubünden Hirsch, Reh, Gämse, Hase, Murmeltier, Fuchs, Dachs,

Marder und geflügeltes Wild bejagt werden. Doch den Jägern geht

es um mehr als nur ums Schiessen. Robert Brunold, Präsident des

Bündner Kantonalen Patentjäger-Verbandes, erzählt.

Als oberster Jäger im Kanton ist Ihre liebste Jahreszeit bestimmt der Herbst.

Klar, ich freue mich das ganze Jahr über auf diese Wochen. Die Saison beginnt

Anfang September mit der 21-tägigen Hochjagd. Im Oktober und

November folgen die Niederwild- und die anspruchsvolle Steinwildjagd.

Dafür braucht es viel Weidmannsheil und das richtige Los: Nur eine sehr

begrenzte Anzahl Tiere wird zum Abschuss freigegeben, deshalb werden

die Jagdlizenzen ausgelost.

62

www.rhb.ch/contura


Robert Brunold ist als Präsident

des Bündner Kantonalen

Patentjäger-Verbandes

oberster Jäger im Kanton.

Und danach? Fallen die Jäger im Dezember in eine Art Winterschlaf?

Es gibt immer was zu tun. Ist die Abschussvorgabe für Hirsch und Rehwild

noch nicht erfüllt, muss das nachgeholt werden. Zudem werden von November

bis Februar Fuchs, Marder und Dachs bejagt. Neben Vereinsversammlungen

und Anlässen widmen wir uns dann anfangs Jahr der Ausbildung

unserer Jungjäger.

Was müssen diese können, um die Jagdprüfung zu bestehen?

Es gibt einen Theorieblock, der sich um Fragen rund um die Natur, die Biologie

und das Verhalten des Wildes dreht. Ebenso werden das Gesetz und

die Vorschriften vermittelt. Ein weiterer Punkt ist die obligatorische Waffen-

und Schiessausbildung. Dazu kommen 50 Hegestunden in der Natur.

Alles in allem ein ordentlicher Zeitaufwand.

Jägerinnen und Jäger sind also auch für die Wildhege zuständig?

Ja, der Verband kümmert sich pro Jahr rund 25 000 Stunden um Biotope

und Waldrandpflege. Auch unterstützen wir die Wildhut bei den Bestandsaufnahmen

des Wildes. Wir setzen uns für die jagdbaren Tiere ein und

kümmern uns ebenso um Feuchtgebiete mit geschützten Amphibien.

Woher rühren denn die leeren Futterkrippen im Winter?

Graubünden stellte 1990 auf Biotophege um und bei der Gesetzesrevision

von 2016 wurde ein Fütterungsverbot ins Gesetz aufgenommen. Ist der

Lebensraum in gutem Zustand, ist Füttern überflüssig und gar schädlich.

Die Tiere werden in ihrer Ruhe gestört, versammeln sich immer an denselben

Plätzen, wo sich Krankheiten schneller verbreiten, und verursachen

vermehrt Verkehrsunfälle.

Welche Aufgaben stehen im Frühling und Sommer auf dem Jagdkalender?

Im Frühling findet die Hirschzählung statt und Wildbeobachtungen sind

wieder möglich. Im Sommer beginnen die Vorbereitungen für die Steinwildjagd:

Sie stellt hohe Anforderungen an Bergtüchtigkeit, Ausdauer und

Schiessfertigkeit, weshalb wir regelmässig trainieren.

Verraten Sie uns noch Ihren Lieblingsplatz?

Meine Jagdhütte oberhalb von Obersaxen. Ich geniesse die Ruhe, die mich

auf dem Beobachtungsposten umgibt. Natürlich geht man auf die Jagd,

um ein Tier zu erlegen. Aber die meisten Jagdtage gehen vorbei, ohne dass

ein Schuss fällt.

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Berühmte Namen

Schnupftrückli Ge 2/4 222

Das Schnupftrückli gehört wahrlich zu den alten

Eisen: Um 1913 schaffte die RhB sieben Elektrolokomotiven

der Reihe Ge 2/4 an, darunter die Lok

204 (später umbenannt in 222), die ab Ende April

1913 über die Schienen rollte.

Die Lokomotive kam auf der neu gebauten elektrifizierten

Strecke zwischen Bever und Scuol-Tarasp zum Einsatz. Die

8,7 Meter lange Lok verfügte über einen Stangenantrieb und

erreichte mit einer Leistung von 228 Kilowatt eine Geschwindigkeit von

45 Stundenkilometern. Angetrieben wurde sie von Repulsionsmotoren, die

sich durch ein hohes Anzugsmoment und stossfreien Anlauf auszeichnen.

Während die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) den

mechanischen Teil lieferte, fertigte Brown, Boveri & Cie. (BBC) die elektrischen

Komponenten.

1946 wurde das Schnupftrückli umgebaut und trug sodann die Nummer

222. Äusserlich gab es keine Veränderungen, doch das Gewicht der Lok

wurde von 36,7 auf 30 Tonnen reduziert, ihre Leistung auf 450 Kilowatt

erhöht und die Höchstgeschwindigkeit auf 55 Stundenkilometer festgesetzt.

So aufgemöbelt leistete sie fortan treue Vorspanndienste auf der

Albulalinie. Heute wird dem Schnupftrückli Ruhe gegönnt: Die alte Lok ist

in Samedan stationiert und kommt ab und an als Zugpferd für historische

Zugkompositionen zum Einsatz. Den Spitznamen hat sie übrigens wegen

ihrer kurzen, schachtelähnlichen Form, die an ein Schnupftrückli erinnert.

In diesen kleinen braunen

Schächtelchen bewahrten die

Herren früher ihren Schnupftabak

auf.

Kurz und schachtelähnlich:

Das Schnupftrückli zieht eine

historische Wagenkomposition.

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www.rhb.ch/contura


Wir stellen vor

Die Werbeloks der RhB

Die Farbe der RhB ist eindeutig Rot: Die flammend roten Lokomotiven

und Zugwaggons sind weit über den Kanton hinaus bekannt.

Doch ab und zu wird eine Ausnahme gemacht: Bei den RhB-Werbeloks

entscheiden die Kunden über das Design.

16 Loks und drei ALLEGRA-Triebzüge auf dem RhB-Schienennetz schmücken

sich momentan mit «fremden Federn»: Sie tragen die Botschaften von

Firmen wie Repower, Coop, Ems-Chemie oder ABB in den Kanton hinaus.

Eine der neuesten Werbeloks ist jene von Traveco, einer Logistikfirma, die

zu Fenaco gehört, die ihrerseits zahlreiche weitere Tochtergesellschaften

wie Volg oder Landi besitzt. Die grüne Traveco-Lok rollt seit anfangs 2017

durch Graubünden und wird mindestens bis Ende Januar 2020 auf dem

RhB-Netz unterwegs sein. Die meisten Lok-Werbeverträge laufen drei Jahre,

oft werden sie aber individuell verlängert: So fährt beispielsweise die Ems-

Chemie-Lok schon seit 1996 – immer wieder mit frischem Look – auf den

Schienen der RhB und ist damit die älteste Werbelok der Flotte.

Das Aussehen ihrer Lok dürfen die Kunden selbst bestimmen. Einzig Alkohol

und Tabak sowie sexistische, rassistische oder andere verletzende Aussagen

haben auf den RhB-Loks nichts zu suchen. Sind sich die Rhätische

Bahn und ihr Kunde einig, erhält das Fahrzeug sein neues Gewand: Meist

werden die Loks mit einer entsprechenden Folie beklebt, bei grossflächigen

einfarbigen Designs – wie zum Beispiel Traveco – wird der Hintergrund

der Lok mit Farbe lackiert und nur die Schrift als Folie aufgeklebt. So geschmückt

legen die RhB-Werbeloks jährlich bis zu 100 000 Kilometer im

Bündnerland zurück und generieren dabei täglich 30 000 Kontakte.

Weitere Infos zu den

rollenden Werbeträgern

gibt es unter

www.rhb.ch/werbelok.

65


Natur

Der Kräuter-

Hippie aus

dem Puschlav

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www.rhb.ch/contura


Der grösste Kräuterproduzent Graubündens: Reto Raselli.

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Im abgelegenen Puschlav hat Reto Raselli ein wahres Kräuterparadies

geschaffen. Von seiner Erboristeria Biologica stammen

die Zutaten für die Bio-Bergkräutertees von Pro Montagna und die

Kräuterbonbons von Ricola.

Es duftet nach Zitronenthymian. Ein Hauch Salbei liegt in der Luft, eine

Prise frisch gemähtes Gras weht hinterher. Jeder Städter würde die Nase in

den Wind halten, die Augen schliessen und die Lungen genüsslich mit der

nach Kräutern duftenden Bergluft füllen. Reto Raselli kniet in einem seiner

Felder und zieht ungerührt an seinem Stumpen, während er mit blossen

Händen büschelweise Wildwuchs zwischen seinen Kulturpflanzen ausrupft.

«Ich mag so ziemlich alle Kräuter. Auch Tabak. Unkraut jedoch kann

ich nicht leiden», sagt er in kernigem Puschlaver Dialekt und zeigt lachend

auf das umliegende Land. «Ist ja auch kein Wunder.» Sein Blick schweift

über 15 Hektaren rund um sein Heimatdorf Le Prese – ein einziges Kräutermeer:

Pfeffer-, Orangen- und Apfelminze, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse,

Kamille, Verveine und Frauenmantel. Auch Gewürze wie Oregano oder

Liebstöckel gehören zum Sortiment. Alles in allem sind es rund 30 Sorten,

die er vor der idyllischen Kulisse des Lago di Poschiavo anbaut.

Ahnungsloser Pionier

Reto Raselli ist der grösste Kräuterproduzent in Graubünden – und einer

der allerersten. Wie viele Erfolgsgeschichten beginnt auch diese mit einem

Sprung ins kalte Wasser. Nach einigen Jahren in St. Moritz und im Tessin

kehrte der ausgebildete Automechaniker

zurück und übernahm

1980 den Hof seiner Eltern. Landwirtschaft

– damit war er aufgewachsen,

damit kannte er sich aus.

Ein Kräutermeer von 15 Hektaren:

30 Sorten baut Reto Raselli an.

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www.rhb.ch/contura


Reto Raselli

lockert die

Kräuter in

seinem Kräuterhaus,

einem

ehemaligen

Stall.

Doch Mastschweine, Legehennen, Mutterkühe und die seltenen Bündner

Strahlenziegen waren ihm nicht genug. Er wollte Neues wagen, etwas probieren,

das noch keiner machte. Die Idee mit den Kräutern kam ihm, als er

begann, für einige Heimweh-Puschlaver in kleinem Rahmen einheimische

Bergkräuter anzubauen. «Es war abenteuerlich. Vom Kräuteranbau hatte

ich damals noch keine Ahnung.» Umso klarer war jedoch von Anfang an: Es

wird biologisch produziert, auch wenn das erheblich mehr Arbeit bedeutet –

ohne chemische Mittel muss von Hand gejätet werden. Tagtäglich.

Vom Hippie zum Kräuterspezialisten

Erst hat man ihn ausgelacht. Niemand im Tal glaubte daran, dass Reto

Raselli, der damals noch lange Haare trug und am liebsten mit schnellen

Motorrädern durchs Tal bretterte, ausgerechnet als Biokräuterbauer Erfolg

haben werde. Er lächelt: «Sie haben in mir nur den Hippie gesehen.»

Wie sich die Zeiten doch gewandelt haben! Längst ist Raselli, der das Haar

heute kurz, dafür einen imposanten Schnauz trägt, ein ausgewiesener

Kräuterspezialist und Präsident der ArGe Bergkräuter, der Schweizerischen

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Kräuteranbaus im Berggebiet mit

200 Mitgliedern. Und: Über 80 Prozent der Betriebe im Puschlav produzieren

nun ebenfalls unter dem Qualitätssiegel der Bioknospe Milchprodukte

69


Rund 20 Tonnen

Kräuter werden

für die Pro-

Montagna-Tees

verwendet.

aus Viehwirtschaft, Fleischwaren von Ziegen, Rindern und Schweinen, Brot

und Pasta aus Buchweizen oder Roggen, Kräutertee und Gewürze. Ziel sei

es, in absehbarer Zeit das gesamte Tal biozertifizieren zu lassen. «In ein bis

zwei Jahren können wir das schaffen», ist Raselli zuversichtlich.

Geduld, Sorgfalt und Handarbeit

Rund die Hälfte der insgesamt 40 Tonnen Kräuter, die von Mai bis Oktober

auf seinen Feldern wachsen, gehen an Ricola. Die Bonbonfabrik aus Laufen

BL, die jährlich bis zu 240 Tonnen Kräuter verarbeitet, lässt sich von verschiedenen

Schweizer Produzenten beliefern. Bereits in seinen Anfängen

wurde Raselli mit Fachwissen unterstützt; sie halfen mit bei Entwicklung,

Aufbau und Sortenwahl. Bis heute ist die Zusammenarbeit eng. «Ohne Ricola

wäre der Kräuteranbau in der Schweiz nicht möglich. Sie investieren

und fördern aktiv.» In einem ehemaligen Stall ist heute das Kräuterhaus

untergebracht. Das Brummen der Ventilatoren ist bis weit in die Felder

hinaus zu hören, wo rund 20 Arbeiterinnen und Arbeiter Ende August neben

Kräutern auch leuchtend orange Ringelblumen sowie weisse und blaue

Kornblumen pflücken. Von Hand, versteht sich. Die geernteten Kräuter und

Blüten bleiben, damit sie das ganze Aroma und die Farbe behalten, bis zu

zwei Tage in speziellen Kammern. Von einem

ausgeklügelten System belüftet, trocknen sie

bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad.

«Blütenblätter sind sehr druckempfindlich.

Deshalb sind Geduld und Sorgfalt hier besonders

wichtig», sagt Raselli. Später werden sie

Eine der spektakulärsten

Alpenüberquerungen

Der Bernina Express von Chur,

zerkleinert, zu den verschie denen Mischungen

Davos oder St. Moritz ins Puschlav zusammen gestellt und in der eigenen Verpackungsanlage

versandfertig gemacht.

und weiter nach Tirano verbindet

Sprachregionen und Kulturen – in

Schlangenlinien und ohne Zahnrad.

Die Fahrten im Panoramawagen

sind ein Hochgenuss.

Reto Raselli produziert seit über 20 Jahren auch

Ein frisch duftender Knochenjob

Von Chur nach Poschiavo

Kräutertee-Mischungen für den Grossverteiler

ab CHF 76.00

Coop. Das Besondere dabei sind die verschiedenen

Blüten, die er den Teemischungen beifügt:

(mit Halbtax, inkl. Zuschlag)

www.rhb.ch/berninaexpress

70

www.rhb.ch/contura


Ob als Tee,

Gewürz oder

essbare Deko:

Rasellis Kräuter

und Blüten sind

vielseitig.

Malven, Kornblumen, gefüllte Sonnenblumen, seit einiger Zeit sogar Edelweiss.

Einer von Rasellis Kollegen hat eine Sorte mit langem Stil entwickelt,

die einfach zu ernten ist. «Auch wenn das Edelweiss keinen besonderen

Geruch oder Geschmack hat, es symbolisiert Alpenglück, Hüttenzauber und

Bergmatten. Die Leute mögen das.» Die essbaren Blumen sind auch den

Gewürzmischungen beigemixt, die Reto Raselli zusammen mit Oskar Marti,

besser bekannt als Chrüter oski, vertreibt. Weil sie auch

«Ich mag ziemlich alle nach dem Trocknen ihre leuchtenden Farben behalten,

werden sie gerne verwendet, um Salate oder feine Gerichte

farbenfroh zu dekorieren.

Kräuter. Auch Tabak.

Unkraut jedoch kann Zieht der Winter ins Land, ruht auch die Arbeit mit den

ich nicht leiden.» Kräutern. Raselli geniesst jeweils die Monate von November

bis April, in denen er sich «nur» um den Bau-

Reto Raselli

ernhof und seine Tiere kümmern muss. Denn Pflanzen

zu kultivieren sei ein echter Knochenjob, sagt er. Doch im Frühling könne

er es trotzdem kaum erwarten, die Kräuter wieder spriessen zu sehen.

«Wenn ich die Nase vom Schweinestall mal auslüften muss, stiefle ich einfach

rüber zur Trocknungsanlage, wo es herrlich frisch nach Pfefferminze,

Zitronenthymian oder Verveine duftet.»

Weitere Informationen und eine grosse Auswahl an Raselli-Produkten

gibt es unter www.bioraselli.ch

71


Für die Kurzen”


Abenteuer mit Clà Ferrovia ...

Als Kinder-Kondukteur unternimmt Clà Ferrovia

abenteuerliche Reisen mit kleinen RhB-Fans.

Auch an seinen freien Tagen erlebt er so manche

haarsträubende Geschichte ...

2. Doch so ein Mist! Der Zug in Bergün

fährt ohne Clà und die Geissen los.

1. Eine Zugreise ins Bahnland mit den Geissen

vom Biohof Plaschair – das wär doch was!

6. Erla scheint mehr zu wissen:

Sie flüstert Clà ins Ohr, wo es langgeht.

5. Die Verschnaufpause ist dringend nötig!

Sind sie denn überhaupt auf dem rechten Weg?

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www.rhb.ch/contura


4. Einen Versuch ist es Wert: Clà und

die Geissen trotten steil bergauf.

3. Geht’s wohl auch zu Fuss ins Bahnland?

Clà berät sich mit den Vierbeinern.

8. Doch Erla hat Clà überlistet: Sie sind zurück

in Bergün! Das gibt ein Donnerwetter ...

Auf fantastischer Reise mit Clà Ferrovia

Der Kinder-Kondukteur der RhB ist regelmässig

mit seiner Dampf- oder Krokodillok unterwegs.

7. Schon besser: Es geht bergabwärts.

Da hellt sich Clàs Stimmung grad auf.

Seine nächsten Reisen:

Sonntag, 10. Dezember 2017:

Reise ins Bahnland

Samstag / Sonntag, 16./ 17. Dezember 2017:

Reise ins Lichterland mit der Krokodillok

Infos unter www.cla-ferrovia.ch

Weitere Infos zu den Geissenwanderungen in Bergün: www.hof-plaschair.ch

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Ve

Streckennetz

Höhepunkte der Rhätischen Bahn

1

Rheinschlucht

N

Basel

Zürich

2

Langwieserviadukt

Bern

SCHWEIZ

Chur

Graubünden

Genève

Zermatt

Lugano

Ilanz

Disentis/

Mustér

Rueun

Waltensburg-Vuorz

Tavanasa-Breil/Brigels

3

Landwasserviadukt

Valendas-Sa

Castrisch

4

Wiesnerviadukt

Oberalppass

Trun

Rabius-Surrein

Sumvitg-Cumpadials

Sedrun

Vorderrhein

S u r s e l v

a

Andermatt

Visp

Zermatt

Vals

5

Albulaviadukte und -kehrtunnels

Lukmanier

Biasca

6

Alp Grüm

SCHWEIZ

SWITZERLAND

SVIZZERA

San Bernardino

7

Kreisviadukt Brusio

Bellinzona

Lugano

Milano

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www.rhb.ch/contura

ugano


Flims Trin

rsam-Safien

gogn

1

Zürich

St. Gallen

Landquart Ried

Igis

Zizers

Untervaz-Trimmis

Haldenstein

Chur Wiesental

Chur West

Felsberg

Domat/Ems

Ems Werk

Calanda

2806 m

Bonaduz

Rhäzüns

Rothenbrunnen

Rodels-Realta

Cazis

Piz Beverin

2998 m

Reichenau-

Tamins

Thusis

Hinterrhein

Rhein/Rhine/Reno

Chiavenna

Lugano

Landquart

Chur

Tiefencastel

Plessur

Weisshorn

2653 m

Lenzerheide

Savognin

Malans

Seewis-Valzeina

Grüsch

Schiers

Furna

Jenaz

Fideris

Chur Stadt

Küblis

Lüen-Castiel

St. Peter-Molinis

Saas

Peist

Klosters Dorf

Langwies

Litzirüti

Arosa

3

P r

Filisur

2

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Bergün/Bravuogn

Preda

i g a

Landwasser

Landquart

u

Albulatunnel

Samedan

St. Moritz

Cavadürli

Davos Laret

Davos Wolfgang

Davos Dorf

Davos Platz

Davos Frauenkirch

Davos Glaris

Davos Monstein

Davos Wiesen

Piz Ela

3339 m

Piz Nair

3057 m

Maloja

4

5

Spinas

Celerina

Celerina Staz

Punt Muragl Staz

Pontresina

Klosters Platz

Vereinatunnel

O b e r e n g a

Bever

d i n

Zuoz

Madulain

La Punt Chamues-ch

Punt Muragl

Surovas

Morteratsch

Bernina Suot

Piz Bernina

4049 m

Piz Palü

3905 m

Piz Linard

3411 m

Valposchiavo

ÖSTERREICH

AUSTRIA

AUSTRIA

Susch

Poschiavo

U n

Sagliains

Zernez

Cinuos-chel–Brail

S-chanf

Muottas Muragl

2450 m

Berninapass

6

t e r

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Ardez

Guarda

Lavin

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Na tiona lpa rk

Livigno

Bernina Diavolezza

Bernina Lagalb

Ospizio Bernina

Alp Grüm

Cavaglia

Cadera

Privilasco

7

Li Curt

Le Prese

Miralago

Brusio

Campascio

Campocologno

Tirano

Samnaun

i n

a d

Inn

Scuol-Tarasp

Müstair

Rhätische Bahn

UNESCO Welterbe RhB

PostAuto / Bus

Bernina Express Bus

Tirano – Lugano

Landeck

Mals

Meran

Lugano

Edolo

Val Camonica

Brescia

ITALIEN

ITALY

ITALIA

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Wettbewerb

Rätsel: Wie gut haben Sie aufgepasst?

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9

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Beantworten Sie die zwölf Fragen mit Bezug

zur aktuellen Contura-Ausgabe:

11. Wo liegt der grösste Gletschergarten Europas?

12. Steigungen von bis zu 124 ‰ sind womit zu bewältigen?

13. Wie heisst der Kinder-Kondukteur der RhB?

14. Welcher See ist besonders bei Kitesurfern beliebt?

15. Wo sollen im nächsten Sommer Bären leben?

16. Wie heisst das berühmte Volksskirennen in Davos?

17. In welchem weltberühmten Gebiet steht

der Glatscherastunnel?

18. Wie heisst Gleisbauer Jonas mit Nachnamen?

19. In welchem Bahnhof wird die Lok des

Glacier Express ausgetauscht?

10. Wie heisst der grösste Kräuterproduzent

Graubündens mit Nachnamen?

11. Wie nennt sich das Pop-up-Restaurant-Konzept

von Andreas Caminada?

12. Welche einzigartigen Schmuckstücke kreiiert

Goldschmied Ruchti?

Wir verlosen:

1 Fahrt ab Ihrem Schweizer Wohnort

nach Chur, von dort im Bernina Express

nach Tirano (2. Klasse, retour), inkl.

1 Übernachtung in Tirano für 2 Personen.

4 x 2 RhB-Tageskarten für die 2. Klasse.

Senden Sie uns das Lösungswort mit dem

Betreff «Wettbewerb» an contura@rhb.ch oder

schicken Sie uns eine Postkarte an Rhätische

Bahn AG, Marketing-Kommuni kation und

E-Business, Bahnhofstrasse 25, CH-7001 Chur.

Einsendeschluss ist der 31. März 2018.

Die Teilnahme ist gratis und unverbindlich. Die Gewinner

werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung

der Preise ist nicht möglich. Über den Wettbewerb wird

keine Korrespondenz geführt und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die persönlichen Daten werden vertraulich

behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

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www.rhb.ch/contura


Für Ihre Agenda

Auf einen Blick: die Erlebnisfahrten 2018

Erlebniszug Albula

Mit offenen Wagen ins Bahnparadies

03.06 – 02.09. jeden Sonntag

Landquart Samedan

æ

Clà Ferrovia

Abenteuer mit dem Kinder-Kondukteur

10.12.* Fahrt ins Bahnland

16./17.12.* Fahrt ins Lichterland

* Fahrten im 2017. Daten für 2018 unter

www.cla-ferrovia.ch

Vollmondfahrten

Mystische Fahrt durchs Gebirge

02.12.* Poschiavo Alp Grüm

04./05.01. St. Moritz Alp Grüm

31.01./01.02. St. Moritz Alp Grüm

01./02.03. St. Moritz Alp Grüm

* 2017

æ æ æ æ

Dampffahrten

Bahnfahrten mit Schall und Rauch

04.02. Engadin: Samedan Scuol-T.

25.02. Surselva: Landquart Disentis

13.05. Davoser Rundfahrt:

Muttertagsfahrt

æ æ æ

æ

04.08. Davoser Rundfahrt

15.09. Surselva: Landquart Sumvitg

14.10. Engadin: Samedan Scuol-T.

Dampfschneeschleuderfahrten

Schnee räumen wie anno dazumal

28.01. Pontresina Alp Grüm

18.02. Pontresina Alp Grüm

æ æ

Änderungen bleiben vorbehalten. Infos unter www.rhb.ch/bahnerlebnisse

Kulinarische Genussreisen

Geniessen im rollenden Restaurant

Jeden Freitag

06.01./03.02./

03.03.

Arosa Genussexpress

Nachtschlitteln

Chur Preda

02.04. Osterfahrt

Chur St. Moritz

29.04./05.05. Spargelfahrt

Chur St. Moritz

22./29.09. Wildfahrt

Chur Scuol-Tarasp

06./13./20./

27.10.

æ æ æ æ æ æ

Wine & Dine

Chur St. Moritz

03./10./17.11. Buurametzgeta

Chur St. Moritz

Verschiedene Brunchfahrten

Daten

Glacier Pullman Express

Zwei Tage einfach luxuriös reisen

22./23.06. St. Moritz – Zermatt

24./25.06. Zermatt – St. Moritz

20./21.07. St. Moritz – Zermatt

22./23.07. Zermatt – St. Moritz

31.08./01.09. St. Moritz – Zermatt

02./03.09. Zermatt – St. Moritz

10 Jahre UNESCO Welterbe RhB

Jubiläumsfest am 09. / 10. Juni.

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Meran

Mals

Scuol-Tarasp

1286 m

4

Venezia

Valchava

Sta. Maria

Tschierv

Müstair

UNESCO Welterbe

Kloster St. Johann

n

Müstair

12

Ftan Baraigla

Motta Naluns

Ardez

Tirano-Thusis

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

UNESCO Biosfera

Val Müstair

Parc Naziunal

Schweizerischer

Nationalpark

Inn

/ En

Guarda

Piz Buin

Lugano

Tirano

429 m

Ova Spin

Ofenpa s

13

Morteratsch

Surovas

Celerina-

Staz

Punt Muragl

Celerina

Samedan

Bever

Spinas

Preda

Campascio

Campocologno

Sagliains

Lavin

Piz Linard

7

Kreisviadukt

Brusio

Le Prese Li Curt

Miralago

Lago di Livigno

Susch

Madrisa

Brusio

Albulatunnel

Autoverlad

Vereina

Selfranga

Klosters Platz

Klosters Dorf

Zernez

Poschiavo

Livigno

14

17

Schwarzsee

Cavaglia

Cadera

Privilasco

Schweizerischer

Nationalpark

Davos Platz

Davos Dorf

1560 m

Davos Wolfgang

Davos Laret

Davosersee

Gotschnagrat

Cavadürli

Saas

Küblis

7

3

9

Alp Grüm

Lago Bianco

Lej Nair

Piz Lagalb

S-chanf

Cinuos-chel-Brail

Schatzalp

Wei sfluhjoch

Ospizio

Bernina

253 m

Bernina

Lagalb

Bernina

Diavole za

Muo tas Muragl

Bernina

Suot

Davos

Davos

Monstein

Glaris

Davos

Frauenkirch

Davos

Wiesen

Langwies

Fideris

Jenaz

Furna

Schiers

Lago

Bianco

La Punt

Chamues-ch

Zuoz Madulain

Peist

Litzirüti

6

Piz Kesch

Piz Palü

Diavolezza

za

Morteratsch-Gletscher

Pontresina

Arosa

1739m

Landwa serviadukt

Wiesnerviadukt

Langwieserviadukt

Plessur

1

Rhäzüns

Bonaduz

Reichenau-

Tamins

Domat/Ems

Ems Werk

Chur

Chur West

Stadt

Felsberg

Chur

Wiesental

Untervaz-Trimmis

Landquart

8

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Haldenstein

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Weisshorn

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Lej da San Mure zan

Chur

585 m

Piz Bernina

4049 m Piz Roseg

Bergün/

Bravuogn

Alvaneu Bad

Surava

4

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10

Albulaviadukte und

-Kehrtu nels

Bahnmuseum

Albula

St.Moritz

1 75 m

Tiefencastel

Parpaner

Rothorn

Lenzerheide

Calanda

Tschingelhörner

Solisviadukt

Corviglia

Feldis

Brambrüesch

Piz Corvatsch

Piz Ela

Parc Ela

Lej da Silvaplauna

Piz Nair

Zizers

Igis

Landquart Ried

Grüsch

S ewis-

Malans

Valzeina

1

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Savognin

Cazis

Rodels-Realta

Rothenbru nen

Lej da Segl

Thusis

Maloja

Thusis-Tirano

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

Trin

Piz Beverin

2

Vals

Flimserstein

Versam-Safien

Rheinquelle

Valendas-Sagogn

Crestasee

e

Ca sonsgrat

10

Castrisch

15

Ilanz

Oberal pa s

Caumas e

Gornergrat

Flims

2

Disentis/

Mustér

Rabius-Su rein

Trun

Rueun

Falera

L axersee

UNESCO

Welterbe

Tektonikarena

Sardona

Brig

Ma terhorn

Oberalpstock

Tödi

Sumvitg-Cumpadials

Tavanasa-Breil/Brigels

Waltensburg/Vuorz

L ax

Crap Sogn Gion

Martinsloch

Zerma t

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Vorab

Eröffnung erste Strecke

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Alp Grüm

Bahnmuseum Albula

Dampf- & Nostalgiefahrten

Erlebniszug Albula

www.rhb.ch/kulinarik

www.rhb.ch/schlittelwelt

www.rhb.ch/schlosstarasp

Via Albula / Bernina

Nationalparkzentrum Zernez

Rheinschlucht / Ruinaulta

Albula Panorama Winter

Bernina Panorama Winter

Infoarena Albulatunnel

RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

Unsere Erlebniskarte und Broschüren – am

RhB-Bahnhof mitnehmen oder bequem downloaden:

www.rhb.ch/broschueren

Erlebniskarte der Rhätischen Bahn

Tourist map of the Rhaetian Railway

Cartine per le avventure della Ferrovia retica

www.rhb.ch

Reschenpa s

Vereinatu nel

Landquart

Inn

/ En

Albula

Roseg

Val

St.Peter-Molinis Lüen-Castiel

Rhein

Hinterrhein

Sedrun Göschenen

Ruinaulta / Rheinschlucht

Vorderrhein

Graubünden

Graubünden | Grigioni

Bilderbuch-Erlebnisse im grö sten Kanton der Schweiz.

Wie ein roter Faden zieht sich die Rhätische Bahn durch Graubünden.

Reisen Sie mit uns über imposante Brücken, durch tiefe Täler, vorbei

an hohen Felsen und wilden Wa sern: Erleben Sie magische Momente

am laufenden Band!

Picturesque experiences in Switzerland’s largest canton.

The Rhaetian Railway wends its way through Graubünden like a red

thread. Come with us over imposing bridges, through d ep valleys and

past steep rock faces and wild mountain streams: a su ce sion of magic

moments!

Esperienze da libro illustrato nel maggior Cantone de la Svizzera.

La Ferrovia retica si snoda come un filo ro so a traverso i Grigioni. Viaggiate

co noi su ponti imponenti, va li profonde, passando vicino ad

alte pareti ro cios e acque spumeggianti: godetevi un momento magico

dopo lʼaltro!

Die Rhätische Bahn in Zahlen

The Rhaetian Railway in figures | La Fe rovia retica in cifre

Firs track opened | Inaugurazione de la prima tra ta:

1 89 (Landquart– Davos)

Streckenlänge | Track length | Lunghezza comple siva: 384 00 m

Spurweite | Gauge | Scartamento: 1 0 mm

Mitarbeiter | Employ es | Co laboratori: 15 0

Anzahl Brücken | Number of bridges | Numero di ponti: 606

Längste Brücke | Longest bridge | Ponte più lungo:

285 m (Langwieserviadukt | Langwieser Viaduct | viado to di Langwiesen)

Höchste Brücke | Highest bridge | Ponte più alto:

89 m (Wiesnerviadukt | Wiesner Viaduct | viado to di Wiesner)

Anzahl Tu nels | Number of tu nels | Numero di gallerie: 15

Grö ste Steigung | Steepest gradient | Pendenza massima:

70 ‰ (Bernina Linie | Bernina Line | linea del Bernina)

Höchster Punkt | Highest point | Punto più elevato:

2253 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m. (Ospizio Bernina)

Tiefster Punkt | Lowest point | Punto più ba so:

429 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m. (Tirano)

Personenbeförderungen | Passenger volume

Persone trasportate: 10 0 0 jährlich | per year | a lʼa no

Die Höhepunkte

The highlights | Gli highlight

Bernina Express www.rhb.ch/bex

Glacier Expre s www.rhb.ch/gex

Bade-Kombi Engadin Bad Scuol / Bad Alvaneu

Spa package | Treno e terme

www.rhb.ch/badalvaneu / www.rhb.ch/badscuol

Albula Railway Museum | Museo fe roviario dellʼAlbula

www.rhb.ch/bahnmuseum

Clà Ferrovia der Kinder-Kondukteur

Childrenʼs conductor | Il contro lore per i bambini

www.rhb.ch/cla

Steam- & nostalgic rides | Via gi su treni a vapore e nostalgici

www.rhb.ch/damp fahrten

Albula Adventure Train | Treno a ventura de lʼAlbula

www.rhb.ch/erlebniszug

Führerstandsfahrten

F otplate rides | Macchinisti per un giorno

www.rhb.ch/fuehrerstandsfahrten

Kulinarische Genussreisen

Culinary trips | Via gi gastronomici

Schli telwelt Preda / Darlux – Bergün

Sledging | Il paradiso de lo sli tino

Schlo s Tarasp

The castle of Tarasp | Caste lo di Tarasp

National Park Centre Zernez | Centro del Parco Nazionale Zernez

www.rhb.ch/nationalpark

Rhine Gorge / Ruinaulta | Gola del Reno / Ruinaulta

www.rhb.ch/ruinaulta

Albula Panorama Winter | Albula Panorama Inverno

www.rhb.ch/albulapanorama

Bernina Panorama Winter | Bernina Panorama Inverno

www.rhb.ch/berninapanorama

Albula Tu nel Infoarena | Infoarena del tu nel de lʼAlbula

www.rhb.ch/infoarena

«Panorama»-Erlebniskarte

Die Erlebniskarte zeigt auf bildhafte

Weise die Höhepunkte auf

dem RhB-Netz. Lassen Sie sich von

unseren Ausflugs- und Erlebnistipps

inspirieren!

www.berninaexpress.ch

Bernina Express

Chur / Davos / St. Moritz — Tirano — Lugano

de | en | it | fr

Bernina Express – von den Gletschern zu den Palmen

Erleben Sie eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen:

die Albula- und Berninalinie der Rhätischen

Bahn. Ein besonderer Hochgenuss ist die Panoramafahrt

im Bernina Express – vorbei an Gletschern bis

hinunter zu den Palmen.

www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstra se 25

CH-7001 Chur

Tel +41 (0)81 2886565

Fax +41 (0)81 2886105

railservice@rhb.ch

2017

Bahnerlebnisse & Ausflüge

Railway experiences & excursions

Avventure in treno & escursioni

de | en | it

Welcome, benvenuti

Willkommen!

148 mm 148 mm 145 mm

Neu ab Dezember 2016: Faszinierend anders

unterwegs mit dem neuen Alvra-Gliederzug.

Speziel: mit Familien- und Fotoabteil.

New from December 2016: a fascinatingly

different way to travel with the new articulated

Alvra train. Special: including a family section

and photographers’ viewing area.

Novità da dicembre 2016: muoversin modo

a vincente a bordo del nuovo treno articolato

Alvra. Nota speciale: con scompartimento

fotografico e per famiglie.

www.rhb.ch/alvra

Faszinierend

A fascinatingly di ferent

Muoviamoci in modo

anders unterwegs

travel experience

a vincente e alternativo

Die Freizeitangebote und

The RhB’s leisure travel o fers La Fe rovia retica vi propone

Bahnerlebnisse der RhB bieten and railway experiences provide varie o ferte per il tempo libero

Abwechslung pur: Entdecken plenty of variety: discover the e a venture in treno: scoprite

Sie Graubünden in a len

many faces of the Swi s canton i Grigion in tu te le sue sfa cettature

– in treno, a piedi

Face ten – im Zug, zu Fuss und of Graubünden – by train, on

mit dem Velo, gemütlich und f ot and by bike, leisurely o in bicicle ta, in tranquillità o

rasant, a lein und in der Gruppe. or sporty, alone or in a group. con adrenalina, da solo oppure

Hier finden Sie a les auf einen You can find everything here at in gruppo. Date un’o chiata e

Blick – la sen Sie sich inspirieren! a glance – let us inspire you! lasciatevi ispirare!

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Bahnerlebnisse und Ausflüge

Die Freizeitangebote und Bahnerlebnisse der RhB bieten

Abwechslung pur: Entdecken Sie Graubünden in all

seinen Facetten – im Zug, zu Fuss und mit dem Velo,

gemütlich oder rasant. Hier finden Sie alles auf einen

Blick – lassen Sie sich inspirieren!

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www.rhb.ch/contura


Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Entdecken Sie unser grosses Sortiment an attraktiven

Geschenkartikeln und Erinnerungsstücken:

www.rhb-shop.ch

Modelleisenbahn

«Glacier Express»

Für jeden RhB-Liebhaber und

Hobby-Eisenbähnler einfach ein Muss:

das dreiteilige «Glacier Express»-Modell -

eisenbahnset in der Spurbreite N. Mit Lok,

zwei Pano ra ma wagen und drei Gleisen.

Für den Jass unterwegs

Mit der Jassbox haben Sie alles

Nötige fürs gemütliche Spiel kompakt

verpackt dabei: Schweizer Piquet-

Karten im RhB-Look sowie eine

Minischiefertafel samt Kreidestift,

Spitzer und Schwamm.

Spaghettikelle mit « Al dente »-Haken

Praktische Küchenhilfe aus wohlriechendem

Arvenholz: Mit der Spaghettikelle «Bernina Express»

lassen sich die (Puschlaver) Spaghetti bestens

portionieren, umrühren und für den « Al dente »-Test

einzeln aus dem Wasser fischen.

Lunch mit Clà Ferrovia

Die weisse Lunchbox mit Clà-Motiv

kann mit den sechs Fasermalstiften

nach Lust und Laune bemalt werden.

So schmeckt der Zwipf doppelt so gut!

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www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstrasse 25

CH-7001 Chur

Tel +41 (0)81 288 65 65

Fax +41 (0)81 288 61 05

railservice@rhb.ch

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