Das Stadtgespräch Oktober 2017
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NR. 539 • <strong>Oktober</strong> <strong>2017</strong> • 43. JAHRGANG<br />
29. Sept. bis 3. <strong>Oktober</strong><br />
Herbstkirmes Wiedenbrück<br />
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MONTAG 2. OKTOBER<br />
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3<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
im <strong>Oktober</strong><br />
ILLEGAL?<br />
Nachbarschaftshilfe in<br />
der Diskussion<br />
Seite 12<br />
Der Wellenflug ist eine Augenweide und eine spannende Fahrfreude.<br />
HERBSTKIRMES <strong>2017</strong><br />
Spaß, Grusel und Action in der City<br />
(Kem) Premiere auf der in diesem<br />
Jahr fünftägigen Herbstkirmes<br />
feiert Heroes. <strong>Das</strong> Orbit-Karussell<br />
lädt auf dem Kirchplatz zu wilden<br />
Fahrten in schickem Design ein. Es<br />
ist ein Rundfahrgeschäft. Der 24<br />
Jahre junge Schausteller Marvin<br />
Fick aus Nienburg hat eine Geschichte<br />
dazu. <strong>Das</strong> Design zeigt<br />
den Ort, an dem die Superhelden<br />
entstehen. Jeder der sechs<br />
krakenartigen Arme, an denen je<br />
drei Gondeln hängen, ist einem<br />
Comic-Helden gewidmet, »Thor«,<br />
»Spiderman«, »Batman« und weiteren.<br />
Die Fahrgäste müssen keine<br />
Helden sein, aber es kribbelt<br />
schon im Bauch, wenn sich das<br />
Karussell bis zu 20 mal in der Minute<br />
im Kreis dreht und die jeweils<br />
drei Gondeln am Ende der nach<br />
oben gefahrenen Arme in der Zeit<br />
22 Runden mit bis zu 36 Personen<br />
machen. Kräfte von bis zu vier G<br />
wirken auf die Mitfahrer, wenn die<br />
Besucher im »Heroes« durchgeschaukelt<br />
und durchgeschüttelt<br />
werden. Sie lassen die Passagiere<br />
das Vierfache des eigenen Körpergewichts<br />
spüren. Waaahnsinn…<br />
Wer nicht mit dem Kribbeln im<br />
Bauch beschäftigt ist, wird die<br />
gen Himmel geschossenen Feuerstöße<br />
und abends die Scheinwerfer<br />
bewundern, die bis zu 100 Meter<br />
in den Nachthimmel strahlen.<br />
<strong>Das</strong> »Karussell der Helden« ist<br />
das erste eigene Fahrgeschäft<br />
des Newcomers, der schon zuvor<br />
in dem bekannten Schaustellerunternehmen<br />
seiner Eltern Nicole<br />
und Andreas mitreiste. Auf<br />
dem Kölner Frühlingsvolksfest<br />
2016 startete »Heroes« erstmals<br />
in den Orbit.<br />
Wellenflug<br />
Marktmeister Hans-Bern Hensen<br />
freut sich mit seinem Mitstreiter<br />
Dirk Wiesbrock, dass er als<br />
Neuheit für Rheda-Wiedenbrück<br />
ebenfalls den Wellenflug von Rudi<br />
Eberhard auf dem Büschers Platz<br />
bieten kann. Er hatte zunächst<br />
STRITTIG<br />
Politiker und die<br />
Wenneberschule<br />
Seite 14<br />
TOLL<br />
Landesgartenschauen<br />
Jahrzehnte danach<br />
Seite 18<br />
FRECH<br />
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für Herbst + Winter<br />
Seite 34<br />
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Gute Freunde dürfen gerne zu André Schneider in die Schaltzentrale des Autoscooters kommen.<br />
LECKER<br />
Obst + Gemüse im<br />
öffentlichen Raum<br />
Seite 38
4 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Der Ghost bietet Kirmesspaß der besonderen Art<br />
Raumfahrttest mit Jekyll & Hyde<br />
den Wellenflug Volare der Firma<br />
Blume verpflichtet. <strong>Das</strong> Karussell<br />
gastierte schon 2015 in Wiedenbrück.<br />
Dann hat er – nicht vom<br />
Betreiber selbst – erfahren, dass<br />
der Wellenflug im August nach<br />
Süddeutschland verkauft wird.<br />
Es ist ihm aber schnell gelungen,<br />
mit dem baugleichen Wellenflieger<br />
von Familie Eberhard Ersatz zu<br />
finden. Nostalgie der schönsten<br />
Art! Schon die barocke Bemalung<br />
des Familienkarussells sowie die<br />
große Rückwand sind optisch<br />
einmalig und ein echter Hingucker.<br />
Einzigartig ist auch die mit<br />
tausenden LEDs bestückte, große<br />
Kugel im Mittelbau. Neben vielen<br />
weiteren Lichteffekten machen<br />
Seifenblasen-, Wasser- und Nebeleffekte<br />
die Fahrt zu einem echten<br />
Erlebnis. Die charakteristische,<br />
wellenförmige Fahrt des Kettenkarussells<br />
spricht alle Altersgruppen<br />
an. Der Wellenflug besitzt<br />
sowohl Einzel- als auch Doppelsitze.<br />
Die bis zu 48 Fahrgäste können<br />
exklusiv entscheiden, ob sie<br />
vorwärts oder rückwärts in 9,45<br />
m Höhe und bis zu einer Weite<br />
von 22 m durch die Lüfte fliegen<br />
wollen. Sie brauchen beim Einsteigen<br />
nur zwischen Vorwärts- und<br />
Rückwärtssitzen zu wählen. Dabei<br />
ist die Rückwärtsfahrt definitiv<br />
nur etwas für starke Nerven<br />
und einem besonders stabilen<br />
Gleichgewichtsorgan. Für Spaß<br />
auf den Backen sorgt ebenfalls<br />
die anerkannt »geile« Moderation<br />
der Fahrten durch den Schausteller.<br />
»Friedlich geht es zu, und<br />
auch beim größten Ansturm hat<br />
noch jeder seinen Platz ergattert«,<br />
schildert der Schausteller seine<br />
langjährigen Erfahrungen. <strong>Das</strong><br />
alte Kettenkarussell stand Pate für<br />
diese Neukonstruktion des »Wellenflugs«.<br />
Keine andere Anlage<br />
hat sich so gut verkauft wie der<br />
moderne Wellenflug. Auf vielen<br />
Festplätzen ist ein Exemplar zu<br />
finden, nun auch in Wiedenbrück.<br />
Ghost<br />
Nach einem halben Jahrzehnt ist<br />
Alexander Burghard aus Hamm<br />
mit seinem Geister-Irrgarten<br />
»Ghost« auf dem Büschers Platz<br />
wieder dabei. Vor der Eröffnung<br />
wartet auf sein Team kein alltäglicher<br />
Job: Mehr als 40 Spiegel und<br />
Glasplatten im Irrgarten im Erdgeschoss<br />
müssen gereinigt werden,<br />
hinzu kommen das Treppenhaus,<br />
die obere Etage mit Geister-<br />
Dschungel, Bluthöhle und Ekelparcours<br />
sowie der rund zehn Meter<br />
lange Balkon- und jede Menge<br />
schaurige Gestalten, die in Ecken<br />
und Nischen lauern.<br />
Mit der Hand entfernen die Mitarbeiter<br />
Blätter oder sonstige<br />
Dinge aus dem Wasser des 19<br />
Meter langen Wasserparcours,<br />
den die Besucher auf Planken<br />
und Baumstämmen überwinden<br />
müssen, um ihre Tour durch den<br />
Geisterdschungel zu starten. Alles<br />
soll perfekt sein, wenn Alexander<br />
Burghard mit seinem Geister-Irrgarten<br />
auf der Herbstkirmes ein<br />
Wiedersehen mit Wiedenbrück<br />
feiert.<br />
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5<br />
Auf dem Krammarkt geht es hoch her.<br />
Eine Runde Bier von Peter Surmann<br />
Bis es soweit ist, hat das Team<br />
einen wahren Aufbau-Marathon<br />
hinter sich. Am Dienstag beginnt<br />
es mit dem Aufbau. Rund 18 Stunden<br />
dauert das normalerweise,<br />
wenn es sein muss, schafft es<br />
die Arbeiten in zehn. Aus drei Elementen<br />
setzt sich der Irrgarten<br />
zusammen, alleine der Fußboden<br />
wiegt 1,8 Tonnen. Unzählige<br />
massive Bolzen und Splinte, die<br />
Alexander Burghard und seine<br />
Mitarbeiter setzen, halten alles<br />
zusammen. Bis zuletzt wird an<br />
dem Betrieb gearbeitet, bis hin<br />
zum Auswechseln von Birnen.<br />
Der Schausteller ist mit seiner<br />
Frau seit 2009 auf Reise. Mittlerweile<br />
sind auch die beiden Kinder<br />
mit dabei. Der gut 30-Jährige freut<br />
sich auf die Herbstkirmes-Tage<br />
und viele gruselfreudige Besucher.<br />
»Den Geister-Irrgarten können alle<br />
ausprobieren, auch Kinder. Er ist<br />
auf jeden Fall familientauglich«,<br />
lädt er ein.<br />
Jekyll & Hyde<br />
Die Erfolgsgeschichte von Jekyll &<br />
Hyde auf der Herbstkirmes geht<br />
weiter – dafür sorgt abermals<br />
Marktmeister Hans-Bernd Hensen<br />
mit einem Standort auf dem<br />
Marktplatz. Die Wiedenbrücker<br />
Kirmesfans schätzen eben den raketenartigen<br />
Start auf eine Höhe<br />
von 42 Metern und das mit einer<br />
Spitzengeschwindigkeit von 130<br />
km/h – und zudem gleich unzählige<br />
Male hintereinander. Wer soll<br />
danach noch als normaler Mensch<br />
wieder aussteigen? Die Fahrgäste<br />
lassen sich gerne von Jekyll &<br />
Hyde verwandeln.<br />
Die Klassiker<br />
André Schneiders größtes Ziel ist<br />
es, die Fans seines Selbstfahrbetriebs<br />
»Formel 1« mit den neuesten<br />
Autos und der besten Musik<br />
auf dem Büschers Platz den ultimativen<br />
Fahrspaß zu bieten.<br />
Alles blitzt und glänzt. Bei dieser<br />
starken Einladung sind gerne alle<br />
dabei. Er freut sich mit seinem<br />
Team auf ein Wiedersehen mit<br />
seinen vielen Freunden beim Formel<br />
Eins, dem Treffpunkt für coole<br />
Leute. André Schneider und seine<br />
Ehefrau sorgen dafür, dass er das<br />
bleibt.<br />
»Wir sorgen für Vergnügen, wir<br />
sorgen für Spaß«. Unter diesem<br />
Motto startet der Disco-Jet von<br />
Arno Heitmann auf dem Marktplatz.<br />
Er ist ein Schmuckstück<br />
unter den Expressen. Viele treue<br />
Fans, Groß und Klein, Jung und<br />
Alt, begleiten ihn auf der Herbstkirmes<br />
seit vielen Jahren. Und die<br />
Musik? Die darf niemals fehlen.<br />
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6 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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sorgen neben der rasanten Beschleunigung<br />
zusätzlich für Action.<br />
Arno Heitmann und Ehefrau<br />
Nicole begrüßen die Fahrgäste in<br />
Wiedenbrück.<br />
Hoch im Kurs bei den Kirmesbesuchern<br />
steht ebenfalls Paul Weltes<br />
Kirmeskino.<br />
Kirmesglück der Kleinen<br />
<strong>Das</strong> seit Jahren Bewährte wartet<br />
auf die Kleinen. Die jüngeren<br />
Besucher finden fröhlich-bunte<br />
Kirmeserlebnisse auf dem Kirchplatz<br />
bei Dölfi Hirschs Truck Stop,<br />
Dirk Stippichs Kinderflieger und<br />
Claudia Reilings Pony-Reitbahn.<br />
Zu den von ihnen angesteuerten<br />
Zielen gehören ebenfalls Aladins<br />
Wunderland von Familie Lönne<br />
und Gustav Schneiders Kinderkettenflieger<br />
»Der Zauberer von<br />
Oz« auf dem Büschersplatz und<br />
auf dem Marktplatz Petra Webers<br />
Kinderrundfahrtgeschäft.<br />
Spiel- und Schießwagen<br />
Lustige und spannende Unterhaltung<br />
bieten Axel Werdermann<br />
(Pfeilwerfen), Dirk Stippich (Fadenziehen),<br />
Michael Zahn-Kleuser<br />
(Enten-Angeln) und Maria Clausen<br />
(Automatenausspielung), Rita<br />
Scheffer (Froschspiel) sowie die<br />
Großverlosung »China Town« von<br />
Ramon Lambertz. Wer gerne für<br />
seine Liebste ein Souvenir von<br />
der Herbstkirmes schießt wird bei<br />
Carsten Lönne und Fredi Kohlwes<br />
sowie Jeffrey Kaiser fündig.<br />
Kulinarische Genüsse<br />
<strong>Das</strong> Vergnügen auf der Herbstkirmes<br />
komplett machen die unzähligen<br />
Stände, die die Besucher mit<br />
Köstlichkeiten für den kleinen und<br />
großen Appetit in bester Frische-<br />
Qualität versorgen: Ob Hot Dogs<br />
von Harry Sindermann oder Familie<br />
Becker, Hüseyin Ergis Döner,<br />
sowie Willi Kaisers gebackenes<br />
Gemüse, Waffeln aus dem »Wiener<br />
Café Häuschen« von Dieter Maus,<br />
Dirk und Wilfried Oberschelps<br />
Lebkuchen, frische Mandeln von<br />
Christa Brand, Hans Dreyer, Klaus<br />
Jelitte, Rudolf Osthold, Inge<br />
Schweinefuß-Scorziello, Seonie,<br />
und riesige gefüllte Kartoffeln von<br />
Ralf Blasik oder Bethel Thelens<br />
Chinesische Spezialitäten, Crêpes<br />
von Willi Perl, Kevin Preher und Iolanda<br />
Tränkler sowie Brezeln aus<br />
selber hergestelltem Teig und<br />
nach Wunsch belegt aus Andreas<br />
Grimmers Laugen-Brezelbäckerei<br />
oder die Riesenchampignons von<br />
Udo Osthold, Pizza von Guiseppe<br />
Maltese und Michael Derleh,<br />
Eis von Ralf Blasik Fredi Kohlwes<br />
und Roberto Schwerin, Pommes<br />
Special von Toni Wimmer sowie<br />
Bethel Thelen’s Riesenbratwurst<br />
(½ Meter) und »Glöckles Imbiss«.<br />
Dabei sind ebenfalls wieder Maike<br />
Strothenke-Kelchs mit der ungarischen<br />
Spezialität Langos, Stefan<br />
Kaiser mit Zuckerwatte sowie neu<br />
der Stand »XXL-Spieße« von Berni<br />
Wimmer.<br />
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Nicht zu vergessen für alle »durstigen<br />
Seelen« sind die Biergärten<br />
mit herrlichem Blick auf das bunte<br />
Kirmestreiben des »Biertreff« von<br />
Gloria Fischer auf dem Büschers<br />
Platz und der von Heinrich Heitmann<br />
geführten »Altdeutschen<br />
Bierstube« auf dem Kirchplatz.<br />
Die Ausschankwagen von Peter<br />
Surmann und Carsten Lönne laden<br />
auf dem Marktplatz ein.<br />
Rahmenprogramm<br />
Die offizielle Eröffnung der<br />
Herbstkirmes durch Bürgermeister<br />
Theo Mettenborg, die Marktmeister<br />
Hans-Bernd Hensen und<br />
Dirk Wiesbrock sowie die Schaustellersprecher<br />
André Schneider<br />
und Arno Heitmann ist am Freitag,<br />
dem 29. 9., um 15 Uhr am Jekyll<br />
& Hyde auf dem Marktplatz.<br />
Sie laden zu der großen Eröffnungsverlosung<br />
ein. Der traditionelle<br />
Fassanstich mit Markus<br />
Korfmacher und die musikalische<br />
Umrahmung durch »The Modern<br />
Wind Orchestra« aus Westkirchen<br />
machen dort den Kirmesauftakt<br />
komplett.<br />
Ebenfalls am Eröffnungstag sorgt<br />
ab 20 Uhr am Emssee die Illuminations-Show<br />
nach Noten für Faszination<br />
pur. Der Einzelhandel in der<br />
Innenstadt öffnet traditionell am<br />
Sonntag ab 13 Uhr seine Türen und<br />
lockt mit interessanten Angeboten.<br />
Am Montag ziehen die über<br />
150 Händler auf dem Krammarkt<br />
von 8 – 15 Uhr abermals abertausende<br />
Besucher aus nah und fern<br />
in ihren Bann.<br />
Kaum zu glauben,<br />
aber wahr, Schausteller Walter<br />
Schneider zählt bereits 82 Jahr’.<br />
Er ist heute der Senior auf der<br />
Herbstkirmes. Bis zu seinem 75.<br />
Lebensjahr war er Sprecher der<br />
Schausteller in Wiedenbrück. Viele<br />
Jahrzehnte reiste der gebürtige<br />
Soester mit seinem Autoscooter<br />
»Formel Eins« nach Wiedenbrück,<br />
immer mit im Boot seine Frau<br />
Bärbel, Tochter der Bielefelder<br />
Schausteller-Familie Robrahn. Sie<br />
heirateten 1964. Seit 1965 leben<br />
und arbeiten die Schneiders in<br />
Bielefeld. Später fusionierten die<br />
beiden Unternehmen zur Firma<br />
Robrahn-Schneider. In Wiedenbrück<br />
fanden sie viele Freunde.<br />
Bärbel und Walter haben sich<br />
zwar zwischenzeitlich zur Ruhe<br />
gesetzt, aber in Wiedenbrück<br />
sind sie immer gerne dabei. Bärbel<br />
genießt es bis heute, auch noch<br />
mal selber den Autoscooter zu<br />
rekommandieren. Die heißesten<br />
abgespielten Scheiben sind ihre.<br />
Nicht mehr wegzudenken ist<br />
Walters über 100 Jahre alte Nostalgieorgel<br />
vom Christkindlmarkt.<br />
Walter sprang mit seinem musikalischen<br />
Schatz sofort ein, als die<br />
bisherige Weihnachtsorgel auf<br />
einem der Berliner Weihnachtsmärkte<br />
einen Platz erhielt.<br />
Inzwischen führt ihr Sohn André<br />
den Autoscooter weiter, auf den<br />
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8 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Schausteller Walter Schneider vor seinem<br />
früheren Autoscooter<br />
Bärbel und Walter Schneider gehören seit<br />
Jahrzehnten zum Inventar.<br />
JEDE WOCHE EIN<br />
NEUES „WOW“<br />
sein Vater 1985 erstmals die Idole<br />
der Zeit mit Air Brush bannen ließ.<br />
<strong>Das</strong> Reisen hat bei der Familie<br />
Schneider Tradition. Walters Mutter<br />
Maria kam aus der Zirkuswelt.<br />
Sein Vater August war Schausteller.<br />
Großvater Fritz stieg in das<br />
Schaustellergeschäft mit einem<br />
von Pferden angetriebenen Karussell<br />
ein, während Urgroßvater<br />
Georg Schneider noch von Pferden<br />
gezogene Wohnwagen und<br />
Kutschen baute. Walter Schneider<br />
wurde auf der Reise 1935 in<br />
Stuttgart geboren. Wenn am<br />
Dienstagabend die Herbstkirmes<br />
endet – müssen die Besucher erneut<br />
ein ganzes Jahr warten, bis<br />
die kürzeste, dafür aber lauteste,<br />
bunteste und schönste Jahreszeit<br />
wieder anbricht. Denn das genau<br />
ist die Herbstkirmes für Wiedenbrück.<br />
Öffnungszeiten<br />
Freitag, 29.9.<strong>2017</strong>, 14–24 Uhr<br />
Samstag, 30.9.<strong>2017</strong>, 14–24 Uhr<br />
Sonntag, 1.10.<strong>2017</strong>, 13–22 Uhr<br />
Montag, 2.10.<strong>2017</strong>, 11–23 Uhr<br />
Dienstag, 3.10.<strong>2017</strong>, 14–24 Uhr<br />
JEDE WOCHE<br />
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Angebote und das über<br />
acht Wochen da kann man<br />
nur„WOWsagen.<br />
EINE AKTION DER EINZELHÄNDLER UND DES GEWERBEVEREINS<br />
Grußwort<br />
Viele Rheda-Wiedenbrücker haben sich in den letzten Monaten noch<br />
gefragt, ob ihre geliebte Herbstkirmes im Herzen von Wiedenbrück<br />
trotz der Bauarbeiten und umfangreichen Gerüste an der St. Aegidius-Pfarrkirche<br />
sowie der Aus- und Umbauten an Adenauerplatz<br />
und Mühlenwall in gewohnter Weise stattfinden kann. Die Besucher<br />
können sich freuen. Die Herbstkirmes kann kommen.<br />
Zwar steht durch die Bauarbeiten weniger Platz zur Verfügung. Aber<br />
der Umfang der Arbeiten lässt den Aufbau aller Kirmesbetriebe zu.<br />
Also alles wie immer? Nicht ganz, denn die Bauarbeiten werden<br />
garantiert für die eine oder andere Störung sorgen. Wir bitten die<br />
Besucher um Verständnis, wenn es zu Beeinträchtigungen des gewohnten<br />
Festablaufs kommt.<br />
Wir Rheda-Wiedenbrücker sind bemüht, dass sich die Gäste unserer<br />
Volksfeste wohlfühlen, und wünschen allen Besuchern der Wiedenbrücker<br />
Herbstkirmes vergnügliche und angenehme Stunden in<br />
unserer Heimatgemeinde.<br />
Bürgermeister Marktmeister Schaustellersprecher<br />
Theo Mettenborg Hans-Bernd Hensen Arno Heitmann<br />
und André Schneider
9<br />
(V.l.) Ramona Borgstädt (MiKi), Corinna Renger (Jugendamt), Anna Nordhoff, Roswitha<br />
Deppe, Ursula Ewers (alle MiKi), Annette Vogt (Agendabeauftragte der Stadt), Klaus<br />
Münzner (MiKi), Christine Winde (MiKi-Leitung), Bürgermeister Theo Mettenborg, Gisela<br />
Jablinski (MiKi), Ulrich Maas-Holzheimer (Diakonie Gütersloh), Lidia Repp, Gertrud<br />
Engemann und Hubert Dreisewert (alle MiKi)<br />
MIKI WURDE EINGESTELLT<br />
Dankeschön an Ehrenamtliche<br />
des Mittagstischs für Kinder<br />
Acht Jahre lang haben ehrenamtliche<br />
Köchinnen und Köche das<br />
Mittagessen für Kinder im Jugendzentrum<br />
»Alte Emstorschule«<br />
zubereitet. Da es wegen der<br />
Mittagsversorgung der Schülerinnen<br />
und Schüler im Ganztagsbetrieb<br />
der Schulen keine Nachfrage<br />
mehr für diese Form des<br />
Mittagstischs gibt, wurde der<br />
Mittagstisch für Kinder (MiKi)<br />
zum Schuljahresbeginn <strong>2017</strong>/18<br />
eingestellt. Bürgermeister Theo<br />
Mettenborg bedankte sich zum<br />
Abschluss bei den Ehrenamtlern.<br />
»Bekocht zu werden bedeutet<br />
nicht einfach nur Ernährung – es<br />
bedeutet Fürsorge, Umsorgtsein<br />
und sich aufgehoben fühlen.<br />
Diese Zuwendung haben Sie<br />
vielen Kindern während des Mittagstischs<br />
gegeben«, würdigte<br />
Theo Mettenborg das Kochteam.<br />
»<strong>Das</strong> schönste Dankeschön war<br />
für uns die Freude der Kinder<br />
über ein leckeres Mittagessen<br />
an einem gedeckten Tisch«,<br />
sind sie sich rückblickend einig.<br />
Daher möchten sich die Köchinnen<br />
und Köche auch weiterhin<br />
ehrenamtlich bei Projekten engagieren.<br />
Zwar wurde MIKI eingestellt,<br />
das Frühstücks angebot an der<br />
Gemeinschaftsgrundschule<br />
Andreas-Wenneber bleibt aber<br />
bestehen.<br />
Rückblick<br />
Von Beginn an war Ulrich Maas-<br />
Holzheimer von der Diakonie<br />
Gütersloh dabei, die als Trägerin<br />
des Projekts fungierte. Initiiert<br />
hatte das Projekt die Lokale<br />
Agenda 21. Im Januar 2009 gab es<br />
unter Leitung von Birgid Hermbusch<br />
das erste Mittagessen im<br />
Jugendzentrum. Jeden Dienstag<br />
kochten die Ehrenamtlichen ein<br />
frisch zubereitetes Mittagessen<br />
für durchschnittlich 20 Kinder.<br />
Die Lebensmittel kamen unter<br />
anderem von der Gütersloher<br />
Tafel, ansonsten finanzierte<br />
sich das Projekt über Spenden.<br />
Im Sommer 2016 veränderte<br />
sich MiKi: Nachdem das Projekt<br />
»Essen für dich« der Aegidius-<br />
Gemeinde den Mittagstisch<br />
aufgegeben hatte, wurde ein<br />
Teil der Köchinnen ins MiKi-Team<br />
integriert.<br />
Begleitet und unterstützt wurde<br />
das Projekt durch eine Steuerungsgruppe.<br />
Der gehörten Vertreter<br />
der Diakonie, der evangelischen<br />
Versöhnungskirche, des<br />
Jugendamts sowie der Sprecher<br />
der Lokalen Agenda und die<br />
Agendabeauftragte der Stadt an.<br />
DAMENMODE GR. 34 - 50<br />
MARIENSTR. 14 | RHEDA-WIEDENBRÜCK | TEL. 2878
10 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
LEINEWEBERMUSEUM GESICHERT<br />
Nicoletta folgt ihrem Vater<br />
(Kem) Nicoletta Blomberg, die<br />
34-jährige Tochter des stadtbekannten<br />
Leinewebers Johannes<br />
Blomberg, steigt nach langer,<br />
schwerer Krankheit in die Führung<br />
des kleinen Heimatmuseums an<br />
der Kleinen Straße ein. Ihr Neffe<br />
Niklas (20) unterstützt sie. Gerne<br />
steht ihr auch ihr Vater bei Führungen<br />
weiter mit launigen Erzählungen<br />
über die Leineweber und<br />
die Flachsverarbeitung sowie so<br />
manchen Dönekes zur Seite. Damit<br />
bleibt die Zukunft des Leinewebermuseums<br />
gesichert.<br />
Wer sich auf die Spurensuche nach<br />
diesen früher in der Altstadt weit<br />
verbreiteten alten Handwerken<br />
machen will ist hier genau richtig.<br />
Zu den verborgenen Schätzen<br />
gehören auch Exponate aus<br />
der Schusterei, Seilerei und Holzschuhmacherei,<br />
ferner altes Porzellan<br />
und Haushaltsgeräte sowie<br />
historische Trachten, alte Wäschestücke<br />
und Möbel.<br />
Stadtführungen machen hier gerne<br />
Station. Leider sind sie nicht<br />
mehr so häufig wie früher. Die<br />
meisten Führungen werden von<br />
den Besuchern heute in Wiedenbrück<br />
gewünscht.<br />
Johannes Blomberg eröffnete<br />
das Leinewebermuseum vor 38<br />
Jahren im Rahmen des ersten<br />
Altstadtfestes. Die ersten Exponate<br />
erhielt er vom Schloss. In<br />
den Anfangsjahren präsentierte<br />
er während des Altstadtfestes<br />
vor seinem Museum noch Aus-<br />
Johannes und Nicoletta Blomberg mit der Originaltracht der Altstädterinnen zu den<br />
ersten Altstadtfesten<br />
stellungsstücke und führte dort<br />
Arbeiten an alten Geräten durch.<br />
<strong>Das</strong> Rüstzeug dafür erlernte er im<br />
Bauernhaus-Museum Olderdissen.<br />
Zur Landesgartenschau 1988<br />
gab er dem Leinewebermuseum<br />
einen offiziellen Status.<br />
<strong>Das</strong> Museum ist täglich von 10 –<br />
12 und von 14 – 18 Uhr geöffnet.<br />
Wenn die Tür mal geschlossen ist,<br />
einfach schellen. Familie Blomberg<br />
öffnet den Besuchern gerne<br />
das Tor. Montags ist das Leinewebermuseum<br />
geschlossen.<br />
HEREINSPAZIERT UND ZUGESEHEN<br />
Am 8. <strong>Oktober</strong> – Tag des offenen Ateliers<br />
Die Chance, bei unseren Künstlerinnen<br />
und Künstlern buchstäblich<br />
auf Finger und Kunstwerke<br />
zu sehen, haben wir zwischen<br />
von 11 bis 17 Uhr!<br />
»Kunst lebt vom Anschauen, Besprechen,<br />
Interpretieren, Staunen,<br />
Überraschtsein – und vom<br />
Verkauf.« Mit diesen Worten<br />
lädt Michael Bachus zu seiner<br />
Werkschau am Burgweg 96 ein.<br />
Er präsentiert Bilder und Malereien<br />
in Öl und Acryl – originell<br />
verstellte Landschaften, persönliche<br />
Ansichten von Familie und<br />
auch Abstraktes ist dabei.<br />
Objektkünstlerin Editha Martini<br />
verbreitet Freude am fröhlichen<br />
Charme ihrer bunten, fantasievollen<br />
Objekte: In der Georgstraße<br />
7 tauchen wir ein in Träume<br />
und Fantasie.<br />
Neben diesen beiden befreundeten<br />
Künstlern öffnen im Ortsteil<br />
St. Vit ihre kongenialen Kollegen<br />
Petra Rentrup (Rentruper Straße<br />
4) und Karl-Heinz Essig (Ostenbergstraße<br />
80) ihre Ateliertüren<br />
wie auch Helga Kirchberg in der<br />
Hauptstraße 33.<br />
Gleich sechs Künstler zeigen<br />
eine Vielfalt an Exponaten im<br />
Künstlerhaus Repke an der<br />
Hauptstraße 24: Birgit Frieda<br />
Amhoff, Jutta Koch, Heidi Lange-Kallerhoff,<br />
Willi Repke, Petra<br />
Wagener und Marianne Zimmer.<br />
Anna Thiessen von der east-<br />
4west-fashion-agency und Larissa<br />
Spenst präsentieren sich und<br />
ihr Tun in der Röckinghausener<br />
Straße 32.<br />
In der Goldschmiede-Galerie von<br />
Ottilie Dreier (Lange Straße 31)<br />
eröffnet die Künstlerin die Ausstellung<br />
»Malerei eilitto«. Aber<br />
natürlich ist dort auch Schmuck<br />
zu sehen.<br />
Die Goldschmiedemeisterin und<br />
staatlich geprüfte Schmuckgestalterin<br />
ist außerdem durch<br />
das Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Energie (BMWI)<br />
ernannte »Vorbild-Unternehmerin«.<br />
<strong>Das</strong> erinnert uns: Es darf<br />
auch gekauft werden.
11<br />
129 €<br />
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12 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Jacken<br />
von kuschelig warm<br />
bis angenehm leicht<br />
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Rheda-Wiedenbrück, Lange Str. 88<br />
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GARTENARBEIT – WER HILFT? UND WER DARF?<br />
Hilfsbereitschaft zwischen<br />
Schwarzarbeit und Mini-Job<br />
Der Herbst kommt: Obst muss<br />
gepflückt, Laub aufgesammelt<br />
werden, der Rasen bekommt nach<br />
dem Mähen noch eine Düngung,<br />
empfindliche Pflanzen werden<br />
eingemummelt... Wer aus gesundheitlichen<br />
Gründen das alles nicht<br />
selbst machen kann oder nicht<br />
machen möchte, holt sich Hilfe:<br />
Eine Kleinanzeige im <strong>Stadtgespräch</strong><br />
oder aber – wie immer mal<br />
wieder gesehen – ein Post auf der<br />
Facebookseite »Wenn Du aus Rheda-Wiedenbrück<br />
kommst dann...«<br />
Was eine Hilfesuchende unlängst<br />
allerdings bestimmt nicht eingeplant<br />
hatte, waren mehr Angriffe<br />
als Angebote. Sie würde ja nicht<br />
mal den Mindestlohn anbieten,<br />
hieß es. Aber unterliegt Nachbarschaftshilfe<br />
überhaupt den<br />
Spielregeln des Arbeitsmarktes?<br />
Andere erinnerten daran, dass sie<br />
als Jugendliche für ihr Babysitten<br />
drei Euro bekommen hätten. War<br />
das etwa Kinderarbeit? Wir fragen<br />
Rembert Döring, Fachanwalt für Arbeitsrecht<br />
in Rheda-Wiedenbrück.<br />
Er hat die wichtigsten Eckdaten für<br />
alle zusammen geschrieben, die<br />
ihre Hilfen mit ruhigem Gewissen<br />
auszahlen und sich nicht auf das<br />
Glatteis von Schwarz- oder Kinderarbeit<br />
begeben wollen.<br />
Der flächendeckende<br />
Mindestlohn<br />
Er gilt seit dem 01.01.2015 in<br />
Deutschland, <strong>2017</strong> wurde er von<br />
8,50 EUR auf 8,84 EUR angehoben.<br />
Es gibt allerdings einige Ausnahmen.<br />
1. Insbesondere gilt der Mindestlohn<br />
nicht für unter Achtzehnjährige,<br />
es sei denn der Jugendliche<br />
verfügt bereits über einen Berufsabschluss.<br />
2. Kleinere Arbeiten wie Rasenmähen<br />
oder Gartenarbeiten eines<br />
Schülers in der Nachbarschaft,<br />
Nachhilfeunterricht, den ein Schüler<br />
der Oberstufe gibt, unterliegen<br />
daher nicht dem Mindestlohn.<br />
Jugendschutzgesetz:<br />
Welche Arbeiten dürfen<br />
Kinder und Jugendliche<br />
wie lange ausüben?<br />
Kinder unter 13 Jahren dürfen danach<br />
überhaupt nicht beschäftigt<br />
werden. Kinder ab dem 13. Lebensjahr<br />
dürfen mit Zustimmung der<br />
Eltern – allerdings unter strengen<br />
Auflagen – leichtere Arbeiten erledigen.<br />
Dazu gehören etwa Zeitungen<br />
austragen, Tätigkeiten im<br />
Haushalt oder Garten übernehmen,<br />
wie z. B. Rasen schneiden,<br />
Blumen gießen oder Haustiere<br />
versorgen, Babysitten oder Nachhilfeunterricht<br />
erteilen.<br />
Die Beschäftigung von Kindern ist<br />
auf nicht mehr als zwei Stunden<br />
täglich begrenzt und darf nicht<br />
vor oder während der Unterrichtszeit<br />
und nicht zwischen 18 und 8<br />
Uhr erfolgen. Ein Kind darf zudem<br />
nur an fünf Tagen der Woche beschäftigt<br />
werden.<br />
Ab 15 Jahren gelten Kinder vor dem<br />
Gesetz als Jugendliche. Für diese<br />
gibt es im Jugendschutzgesetz<br />
weitere Lockerungen.<br />
So darf ein Jugendlicher während<br />
der Schulferien für höchstens<br />
vier Wochen im Kalenderjahr<br />
eine Beschäftigung ausüben.<br />
Diese ist dann auf acht Stunden<br />
täglich und nicht mehr als 40<br />
Stunden wöchentlich begrenzt.<br />
Die Arbeitszeit darf zwischen<br />
6.00 Uhr und 20.00 Uhr liegen,<br />
Wochenendarbeit bleibt verboten.<br />
Lockerungen gibt es hier lediglich<br />
in der Gastronomie und<br />
bei einem Mehrschichtbetrieb.<br />
Darüber hinaus gibt es aber im<br />
Jugendarbeitsschutzgesetz eine<br />
Reihe von Beschäftigungsverboten,<br />
insbesondere für gefährliche<br />
Arbeiten.<br />
Wer Minderjährige beschäftigt<br />
sollte sich immer darüber im<br />
Klaren sein, dass Verstöße gegen<br />
das Jugendarbeitsschutzgesetz<br />
mit empfindlichen Bußgeldern<br />
geahndet werden. Es ist daher un-
13<br />
Hilfe im Garten Schwarzarbeit?<br />
abdingbar, zunächst das genaue<br />
Alter des Kindes festzustellen und<br />
die Zustimmung der Eltern einzuholen.<br />
Diese sollten über Art und<br />
Umfang der Arbeiten genau informiert<br />
werden.<br />
Neben den Bestimmungen des<br />
Jugendarbeitsschutzgesetzes<br />
gibt es einen weiteren Aspekt,<br />
der in der Öffentlichkeit wenig<br />
Beachtung findet: Handelt es<br />
sich bei den Arbeiten, die Kinder<br />
und Jugendliche z.B. im Garten<br />
der Nachbarn versehen noch um<br />
Nachbarschaftshilfe oder um eine<br />
klassische Beschäftigung, in der<br />
Arbeit gegen Bezahlung erfolgt?<br />
Wo hört Nachbarschaftshilfe<br />
auf und wo fängt der<br />
Mini-Job an?<br />
Wer aus Gefälligkeit dem Nachbarn<br />
die Getränkekisten in die<br />
Wohnung trägt, begeht keine<br />
Schwarzarbeit, auch wenn der Jugendliche<br />
dafür 2 EUR in die Hand<br />
gedrückt bekommt. Schwarzarbeit<br />
beginnt dann, wenn eine<br />
Regelmäßigkeit, verbunden mit<br />
einer Gewinnerzielungsabsicht,<br />
ins Spiel kommt.<br />
Der Jugendliche, der im Sommer<br />
beim Nachbarn alle vierzehn Tage<br />
den Rasen mäht und letztlich<br />
auch eine Gewinnerzielungsabsicht<br />
hat, ist Minijobber und muss<br />
bei der Minijobzentrale gemeldet<br />
werden, die dann alles weitere<br />
regelt.<br />
Somit handelt es sich auch bei<br />
dem Schüler aus der Oberstufe,<br />
der regelmäßig gegen Bezahlung<br />
Nachhilfeunterricht gibt, oder bei<br />
der Schülerin, die regelmäßig als<br />
Babysitter gegen Bezahlung bei<br />
den Nachbarn tätig wird, um Minijobber,<br />
auch wenn es sich nur<br />
um eine vorrübergehende Tätigkeit<br />
handelt.<br />
Allerdings dürften die wenigsten<br />
dieser Minijobs tatsächlich gemeldet<br />
sein. Die Anmeldung ist<br />
einfach und kann sogar online<br />
unter www.minijob-zentrale.de<br />
erfolgen. Dort kann man auch erfahren,<br />
welche zusätzlichen Belastungen<br />
mit einer ordnungsgemäßen<br />
Meldung der Minijobberin<br />
oder des Minijobbers verbunden<br />
sind.
14 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
So kuschelig kann<br />
der Herbst sein<br />
Damen-Jacken<br />
von Gr. 36 - 50<br />
Jacken<br />
von kuschelig warm<br />
bis angenehm leicht<br />
von Größe S - XXXXXXXL<br />
LIEBER ZWIEBELFISCH!<br />
LIEBER ZWIEBELFISCH!<br />
Warum fiel die Schulaus schusssondersitzung<br />
aus?<br />
<strong>Das</strong> Hohe Rathaus hatte am 31.<br />
August <strong>2017</strong> die Öffentlichkeit<br />
durch eine Presseerklärung wissen<br />
lassen, dass die Sondersitzung<br />
zur Wenneberschule nach<br />
Rücksprache von Ausschussvorsitzendem<br />
und Stadtverwaltung<br />
wegen der Absage der Elterninitiative<br />
nicht mehr stattfinden sollte.<br />
Wie hinterher durchsickerte,<br />
sollte wegen der Glocke-Podiumsdiskussion<br />
vom 7. September<br />
zudem entgegen ursprünglicher<br />
Planungen keine weitere<br />
Informationsveranstaltung mehr<br />
von der Stadtverwaltung organisiert<br />
werden. Von der Absage der<br />
Teilnahme an der Sondersitzung<br />
durch SPD und FDP kein Wort.<br />
Dabei hatten die beiden Fraktionen<br />
an demselben Tag die<br />
Absage ihrer Teilnahme an eben<br />
dieser Sitzung der Öffentlichkeit<br />
mitgeteilt. Sie verwiesen zudem<br />
darauf, dass sie den Bürgermeister<br />
über diesen Schritt bereits am<br />
9. August schriftlich informiert<br />
hatten – unter der Voraussetzung,<br />
dass auf der Sondersitzung<br />
keine neuen Informationen besprochen<br />
werden. Die vorbereitende<br />
Sitzung zur Abstimmung<br />
auf die Sondersitzung vom 29.<br />
August bestätigte offensichtlich<br />
die gemeinsame Position<br />
von FDP und SPD, so dass die<br />
von ihnen angekündigte Konsequenz<br />
zwangsläufig umgesetzt<br />
und öffentlich gemacht wurde.<br />
Die kommunalpolitisch interessierten<br />
Leute diskutieren die Frage,<br />
warum die Stadtverwaltung<br />
den Rückzug von SPD und FDP<br />
von der Teilnahme an der Schulausschusssondersitzung<br />
nicht<br />
selber in ihrer Presseerklärung<br />
bekannt gegeben hatte?<br />
Die Adaption des bekannten<br />
Spiegel-Formats »Zwiebelfisch«<br />
von Bastian Sick passt wie die<br />
Faust aufs Auge für die Darstellung<br />
dieser grotesken Situation.<br />
Ebenso wie die Adaption des<br />
bekannten Comicstrips von Wilhelm<br />
Busch über das reizende<br />
Hundepaar Plisch & Plum und ihrem<br />
Herrchen Mr. Pief, der durch<br />
den Blick in die Ferne in einem<br />
tiefen Teich versank. Eine Vorlage<br />
für diese Adaption lieferte 1967<br />
ebenfalls im Spiegel Felix Rexhausen<br />
über Strauß und Schiller.<br />
Er zitierte über die beiden heute<br />
noch bekannten Politiker: »Gibt<br />
Plisch Laut, nickt Plum. Gibt<br />
Plum Laut, nickt Plisch« – und<br />
das passt ja so ähnlich auch<br />
für den neuen Ersten Beigeordneten<br />
der Stadtverwaltung, Dr.<br />
Georg Robra, und Volker Brüggenjürgen,<br />
Schulausschuss-<br />
Vorsitzender des Stadtrats in<br />
Rheda-Wiedenbrück. Bei der Bekämpfung<br />
der Wenneberschule<br />
waren sie nämlich »en Kopp un<br />
en Moors«. Plisch ist mehr Fachverwalter,<br />
Plum mehr Muster-Abgeordneter,<br />
beide wortgewaltig<br />
und voller Eifer. Streng gewöhnt<br />
an das Kooperieren, standen sie<br />
treu zu ihrem Herrchen. Mister<br />
Pief sprach immer dankend lächelnd:<br />
»Wäriwäll!«<br />
Plisch und Plum wollten mit der<br />
Sondersitzung des Schulausschusses<br />
am 4. September einen<br />
tollen Coup landen, so lieb, so<br />
herzlich! Wie Plisch so ermunternd<br />
zu Plum blickte, Plum so<br />
ermunternd zu Plisch hinsah!<br />
Kräftig bereiteten sie sich auf die<br />
Sonder-Sitzung und das vorhergehende<br />
Abstimmungsgespräch<br />
vor.<br />
Doch den Ruhm ihrer restlosen<br />
Harmonie teilte die Elterninitiative<br />
schon mal gar nicht. Diese<br />
hatte zweimal exklusiv im Hohen<br />
Haus für Plisch, Plum, Mister Pief<br />
und die anderen Fachverwalter<br />
und Ratspolitiker gesprochen.<br />
Sie redeten stets für die Katz.<br />
Rückfragen von den feindlich<br />
gesonnenen Fachverwaltern und
15<br />
Schulausschussvorsitzender<br />
Volker Brüggenjürgen<br />
SPD-Fraktionssprecher<br />
Dirk Kursim<br />
FDP-Fraktionssprecher<br />
Patrick Büker<br />
Erster Beigeordneter<br />
Dr. Georg Robra<br />
Bürgermeister<br />
Theo Mettenborg<br />
den Gegnern der Wenneberschule<br />
in der Kommunalpolitik gab<br />
es nicht. Warum sollte da die<br />
Eltern-Initiative ein drittes Mal<br />
Rapport leisten, zumal es überhaupt<br />
keine neuen Informationen<br />
in der Sache gab. Die Initiative<br />
winkte ihre Teilnahme an der<br />
Sondersitzung folgerichtig ab.<br />
Wenn nun die Stadtverwaltung<br />
selber die Absage von FDP und<br />
SPD in ihrer Verlautbarung nicht<br />
erwähnte, kann das ja nicht daran<br />
liegen, dass dieser Schritt viel<br />
zu unwichtig ist, um ihn offiziell<br />
zu veröffentlichen. Eine Sitzung<br />
nur mit den Wenneber-Gegnern<br />
CDU, Grüne und UWG hätte ja<br />
nun erst Recht keinen Sinn gemacht.<br />
Wie auf dem Altstadtfest durchsickerte,<br />
hatte »Mister Pief«, der<br />
freundlich lächelnde Hirte von<br />
Plisch und Plum, das Schreiben<br />
der SPD und FDP vom 4. August<br />
– aus welchem Grund auch immer<br />
– wohl nicht so richtig ernst<br />
genommen. Er muss deshalb<br />
wohl sehr überrascht gewesen<br />
sein, als die SPD und FDP darauf<br />
anlässlich der Vorbesprechung<br />
und in ihrer Presseerklärung<br />
zurückkamen. Diese ohne Not<br />
geschaffene sehr hochnotpeinliche<br />
Situation war für ihn höchst<br />
fatal.<br />
Wie man zwischenzeitlich ebenfalls<br />
hören konnte, wurden vom<br />
Bürgermeister auch die anderen<br />
Fraktionen nicht in das Schreiben<br />
von SPD und FDP eingeweiht.<br />
Höchst fatal.<br />
Wie konnte er dazu kommen,<br />
wird nun spekuliert: Die grundsätzlichen<br />
Bedenken von SPD<br />
und FDP gegen die Schulausschusssondersitzung<br />
bei fehlenden<br />
Neuigkeiten zur Wenneberschule<br />
konnten sich ja nicht<br />
sang- und klanglos in Wohlgefallen<br />
aufgelöst haben, eine<br />
Nachfrage bei den Sprechern<br />
der beiden Fraktionen zu diesem<br />
Power-Point hätte das bestimmt<br />
bestätigt. Ein plausibler<br />
Grund für die prekäre Konstellation<br />
fand sich bislang jedenfalls<br />
nicht.<br />
Ebenfalls SPD und FDP schweigen<br />
sich aus. Offensichtlich<br />
wollten sie nicht noch mehr<br />
Wasser in den tiefen Teich laufen<br />
lassen, in den Mister Pief in der<br />
Bilder-Story von Wilhelm Busch<br />
am Schluss rücklings war hineingefallen.<br />
Bei dem Literaten gab<br />
es ein Happy-End. Zwiebelfisch<br />
ist natürlich gespannt, ob sich<br />
dieser glückliche Ausgang auf<br />
die geschilderte fatale Entwicklung<br />
im Rheda-Wiedenbrücker<br />
Rathaus übertragen lässt.<br />
Mi is nu so plümerant to mot:<br />
Wat Mister Pief woll de toschannen<br />
kamen Pötte kitten deit?<br />
Raimund Kemper<br />
.JUBILÄUM<br />
10 JAHRE IN RHEDA-WIEDENBRÜCK • 8 JAHRE IN HERZEBROCK-CLARHOLZ • 3 JAHRE IN OELDE<br />
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16 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
35.000 NIKOLÄUSE<br />
GEFERTIGT<br />
»Mann des<br />
Herzens« sucht<br />
neuen Engel<br />
(Kem) Heinz Schulte hat mit der<br />
Unterstützung seiner Frau Käthe<br />
und seiner Nachbarin Ursula<br />
Kampmeier 5000 Holznikoläuse<br />
für den Mitte November beginnenden<br />
Verkauf für mehrere gute Zwecke<br />
gefertigt. Rückblickend kann<br />
er es kaum glauben, dass sie diese<br />
unvorstellbar große Anzahl fertig<br />
gestellt haben. Alleine er investierte<br />
über 800 Arbeitsstunden in<br />
die Produktion der munteren, rotweißen<br />
Gesellen. In den zurückliegenden<br />
rund zwei Jahrzehnten entstanden<br />
vorher schon über 30.000<br />
dieser Exemplare – die ersten Stücke<br />
für den von ihm gegründeten<br />
20 Jahre dauernden sehr erfolgreichen<br />
»Floh- und Trödelmarkt für<br />
soziale Aufgaben« während des<br />
Christkindlmarktes im Stadthaus.<br />
Er ist aber mittlerweile 79 Jahre<br />
alt. Sein Gesundheitszustand<br />
sagt ihm, so schwer es ihm auch<br />
fällt, dieses einzugestehen: »Du<br />
musst kürzer treten«. Händeringend<br />
sucht er darum nach einem<br />
Nachfolger: »Ich würde mich<br />
riesig freuen, wenn jemand sich<br />
bereit erklärt, in den Fußstapfen<br />
von mir einzusteigen«, äußerte er<br />
bei unserem Besuch. Im nächsten<br />
Jahr möchte er auf jeden Fall kürzer<br />
treten – allenfalls die bereits<br />
gesponserten Materialien aufarbeiten.<br />
Aber dann ist wirklich endgültig<br />
Schluss, sagt der »Mann des<br />
Herzens«, der zuletzt an sich selber<br />
denkt. Leute, die ihn kennen, wünschen<br />
ihm, dass es weiter geht,<br />
dass er einen Nachfolger findet.<br />
Er hat eine gute soziale Ader. Wer<br />
von ihm Hilfe erfährt, merkt, was<br />
das wert ist.<br />
Seit dem Frühjahr steht der gelernte<br />
Tischler schon wieder in seiner<br />
Produktionsstätte in der Garage.<br />
Die viereckigen kleinen Nikoläuse<br />
sägt er Stück für Stück von gehobelten<br />
Dachlatten jeweils an einem<br />
Heinz Schulte<br />
Ende schräg ab, wodurch die typischen<br />
Rautengesichter gleich mit<br />
entstehen. Die flachen Ausführungen<br />
sägt er aus Sperrholzplatten<br />
aus. Neu sind in diesem Jahr die<br />
Tannenbäume. <strong>Das</strong> Anmalen der<br />
einzelnen Stücke übernimmt er<br />
selber. Die Feinarbeiten erledigen<br />
die beiden Frauen. Sie malen die<br />
filigranen Linien, kleben die Perlenaugen<br />
und -münder auf und<br />
umwickeln einige der viereckigen<br />
Exponate mit Bastschleifen. Die<br />
Tannen packen sie mit jeweils zwei<br />
Nikoläusen zu geschmackvoll arrangierten<br />
Sets zusammen.<br />
Sein Engagement für bedürftige<br />
Menschen hat sich längst herumgesprochen.<br />
Gerne helfen ihn die<br />
Firmen, so dass er weder für das<br />
Holz, noch für die Farben und die<br />
Naturbastbänder etwas bezahlen<br />
muss. Lediglich die Holzperlen<br />
kauft er ein. Er bezieht sie zu einem<br />
günstigen Preis von einem<br />
Großhändler. Unterstützung erfährt<br />
der rührige Mann ebenfalls<br />
beim Verkauf. 30 Verkaufsstellen<br />
in Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh<br />
und am Möhnesee haben sich bereit<br />
erklärt die Nikoläuse anzubieten<br />
– darunter auch Krankenhäuser.<br />
So mancher Besucher erwirbt<br />
die vorweihnachtlichen Boten, um<br />
damit die Patienten statt mit Blumen<br />
oder Süßem zu überraschen.<br />
»Wenn ich sehe, wie sich das alles<br />
entwickelt hat und wie vielen Menschen<br />
ich bereits damit eine Freude<br />
machen konnte, dann bereitet<br />
das einfach nur Freude«, berichtet<br />
er berührt. Interessenten können<br />
die Einzelexponate für zwei und<br />
die Sets für drei Euro erwerben. Der<br />
Erlös ist wie in den Vorjahren für<br />
sechs Projekte bestimmt: für die<br />
Jugendarbeit im Aegidiushaus und<br />
im Jugendgästehaus im Franziskanerkloster,<br />
das hiesige DRK und die<br />
Caritas Ost für hilfsbedürftige Familien,<br />
für Pater Willi Heck für die<br />
Missionsarbeit auf der Insel Sumba<br />
in Indonesien und für das Ehepaar<br />
Karl-Heinz und Karin Hertling für<br />
die Obdachlosenkinder in Brasilien<br />
im Rahmen der Initiative Avicres.<br />
Der »Mann des Herzens« engagiert<br />
sich bereits seit Jahrzehnten sozial<br />
und auch für die Umwelt. Er sammelte<br />
neue Kinderwäsche für soziale<br />
Einrichtungen, organisierte als<br />
langjähriger KAB-Vorsitzender von<br />
St. Aegidius die Sammlung ausgedienter<br />
Brillen (über 52.000 Stück)<br />
für die dritte Welt, Seniorenfahrten<br />
ins Heinrich-Lübke-Haus am Möhnesee<br />
und rief einen Spielenachmittag<br />
für Senioren im Aegidiushaus<br />
ins Leben. Des Weiteren organisierte<br />
er Studienreisen in über<br />
25 Länder in Europa, Vorderasien<br />
und Afrika und stellte hunderte<br />
von ihm selber gefertigte Nistkästen<br />
und Futterhäuschen auf. Sein<br />
Dank gilt allen Menschen, die ihn<br />
bei den verschiedenen Projekten<br />
unterstützt haben, insbesondere<br />
aber seiner Frau Käthe und der<br />
Nachbarin Ursula Kampmeier, die<br />
für das »Nikolaus-Projekt« ebenfalls<br />
schon viele hundert Stunden<br />
geopfert haben. Kontakt: Heinz<br />
Schulte, Goldkuhlestraße 13, Tel.<br />
05242-7489
»CUP&CINO« MIT NEUEM INHABER<br />
Eröffnung 28. September<br />
Gute Zeiten für die Ausgehszene.<br />
<strong>Das</strong> Gastronomieangebot rund<br />
um den Wiedenbrücker Markt<br />
wird noch ein Stück mehr belebt.<br />
<strong>Das</strong> »Cup&Cino« wird am 28. September<br />
neu eröffnet. Handwerker<br />
haben in den vergangenen<br />
Wochen für moderne Farben und<br />
eine behagliche Optik gesorgt.<br />
Für frischen Wind steht auch der<br />
neue Inhaber M. Dinc. Er betreibt<br />
bereits seit mehr als zehn Jahren<br />
den »Wiedenbrücker Grill«, ein paar<br />
Häuser vom »Cup&Cino« entfernt.<br />
Dort hat Herr Dinc reichlich gastronomische<br />
Erfahrung gesammelt<br />
und geht mit viel Energie an das<br />
Projekt »Cup&Cino«. Der Name ist<br />
geblieben, weil das »Cup&Cino«<br />
viele zufriedene Stammgäste hat.<br />
Die neue Betriebsleitung (M. Lissy)<br />
und das weitgehend übernommene,<br />
wie neue Personal wollen Angebot<br />
und Service weiter ausbauen.<br />
Die Stammgäste dürfen sich weiterhin<br />
auf vertraute Gesichter und<br />
Bedienung freuen. Neben Frühstück<br />
und Mittagstisch mit Panini,<br />
Bruschetta, Flammkuchen und<br />
Salat rundet eine wechselnde Zusatzkarte<br />
das Angebot ab. Frische,<br />
hausgemachte Pizza und saisonale<br />
Speisen werden diese Zusatzkarte<br />
füllen. Erwähnt werden sollte an<br />
dieser Stelle die neue Kooperation<br />
mit dem Kiebitzhof Gütersloh,<br />
wo frische Bio-Eier von zufriedenen<br />
Bio-Hühnern die Speisen des<br />
Cup&Cino verfeinern. In puncto<br />
Nachhaltigkeit ist das ein kleiner<br />
Anfang... Außerdem sollte das soziale<br />
Engagement nicht vergessen<br />
werden, denn Herr Dinc beteiligt<br />
sich an der Cup&Cino Foundation.<br />
Somit fließen bei allen Kaffeegetränken<br />
2 Ct in die Stiftung, welche<br />
in den Kaffeeländern für Hygiene<br />
und Entwicklung, insbesondere der<br />
Kinder sorgen. Mehr dazu erfahren<br />
Sie im Cup&Cino beim Kaffeegenuss.<br />
Neu ist die Weinkarte, welche<br />
ein besonderes Augenmerk verdient.<br />
Dort sind neben deutschen<br />
auch italienische und französische<br />
Weine zu finden. Für Teeliebhaber<br />
wurde auch die Teekarte erweitert,<br />
in Bio-Qualität und Sorgfalt. Frisch<br />
aufgebrühter Minz- und Ingwertee<br />
Neuer Inhaber des Cup&Cinos M. Dinc<br />
anzeige<br />
haben einen festen Platz in der<br />
Karte.<br />
Nachmittags bietet das »Cup&Cino«<br />
natürlich Kaffee und Kuchen. Am<br />
Eröffnungstag, dem 28. September,<br />
gibt es ein besonderes Begrüßungsangebot:<br />
Zur Tasse Kaffee<br />
gibt es den Kuchen gratis dazu. Ein<br />
weiterer Grund, im »Cup&Cino«<br />
vorbeizuschauen. Nicht nur bekannte<br />
Gesichter haben die Gelegenheit,<br />
bei hoffentlich gutem<br />
Wetter auch die Außengastronomie<br />
des Hauses am Markt zu<br />
nutzen. <strong>Das</strong> »Cup&Cino« bietet<br />
nach dem Kaffee selbstverständlich<br />
einen fließenden Übergang in<br />
den Abend an. Neben der umfangreichen<br />
Weinauswahl empfehlen<br />
sich Cocktails, Longdrinks oder<br />
ein gezapftes Bier als Einstieg in<br />
den Feierabend oder in das Wochenende.<br />
<strong>Das</strong> renovierte »Cup&Cino« steht<br />
mit seinem motivierten Team für<br />
eine Bereicherung der Freizeitszene<br />
rund um den Markt in Wiedenbrück.<br />
M. Dinc und seine Mitarbeiter<br />
freuen sich auf Frühstücks-,<br />
Mittags-, Kaffee- und Abendgäste.<br />
<strong>Das</strong> »Cup&Cino« in neuer Frische.<br />
Eröffnung: 28. September <strong>2017</strong><br />
17
18 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
MONATSANGEBOTE<br />
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500 g<br />
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2.49<br />
1000 g<br />
4.44<br />
4<br />
Frühstück Gourmet<br />
Salami, Schinken, Käse, Lachs, Camembert,<br />
Marmelade, Butter, 2 Brötchen<br />
und Kaffee „satt“<br />
AKTION 2 Personen11,-<br />
Schweineschnitzel<br />
mit Paprikasauce und<br />
Pommes<br />
Rindfleisch<br />
mit Zwiebelsauce,<br />
dazu Kartoffelsalat<br />
6.00<br />
5.90<br />
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H O L Z I G L A S<br />
T Ü R E N E L E M E N T E<br />
Einladung<br />
zur<br />
GmbH<br />
kleestraße 11 I st. vit<br />
33378 rheda-wiedenbrück<br />
ebelinggmbh@aol.com<br />
mobil 0172 / 946 30 76<br />
tel 05242 / 377 171 • fax 37 81 31<br />
Ausstellung<br />
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vom 14.10. – Totensonntag 26.11.<strong>2017</strong><br />
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Mo. – Fr. 8:30 – 18:30, Sa. 8:30 – 14:00<br />
300.000 Flora-Besucher jährlich<br />
30 JAHRE NACH DER GARTENSCHAU<br />
Super<br />
Wir erinnern uns: Die Landesgartenschau<br />
1988 hat unsere Stadt<br />
zu dem gemacht, was sie heute<br />
ist, eine Doppelstadt im besten<br />
Sinne. Die ungleichen, lange Zeit<br />
unfreiwilligen Geschwister Rheda<br />
und Wiedenbrück wurden mit<br />
einer durchgängigen Grünverbindung<br />
eins. Der Rad- und Fußweg<br />
zwischen den Stadtteilen ist ein<br />
Naherholungsgebiet, das durch<br />
Park, Wiesen, Rosengarten und<br />
Schloss Rheda sowie den neuen<br />
Emssee am Rande der Altstadt<br />
von Wiedenbrück einzigartig<br />
ist. Auf einer Länge von 2,6 Kilometern<br />
und einer Breite zwischen<br />
60 und 300 Metern wurde<br />
der Talraum der Ems über weite<br />
Strecken als Flussauenlandschaft<br />
und Erlenbruchwald in den dicht<br />
bebauten Stadtraum integriert.<br />
Bis heute ist das eine Bereicherung<br />
für die Stadt: Was die Autobahn<br />
trennt, führt die Flora wieder<br />
zusammen. Und zwar nicht<br />
nur durch die vielen Attraktionen<br />
und Open-Air-Veranstaltungen,<br />
die zum größten Teil gratis besucht<br />
werden können. Einer<br />
Schätzung der Flora-Westfalica<br />
GmbH zufolge, besuchen jährlich<br />
mindestens 300.000 Menschen<br />
den Park, und es sind in den<br />
letzen Jahren immer mehr geworden,<br />
zu jeder Tages- und Jahreszeit.<br />
Genaue Zahlen können<br />
nicht erhoben werden, da kein<br />
Eintrittsgeld erhoben wird für die<br />
Anlage. Ensprechend selbstverständlich<br />
tummeln sich die Menschen<br />
in Rheda-Wiedenbrück auf<br />
dem Flora-Gelände: Spaziergänger,<br />
Touristen, Skater, Familien<br />
mit Kindern auf dem Weg zu<br />
den Spielplätzen, Radfahrer auf<br />
Tour oder mit dem Ziel, im anderen<br />
Stadtteil etwas zu erledigen,<br />
ohne einen Parkplatz suchen zu<br />
müssen... es gibt viele Gründe,<br />
denn es ist Alltag geworden, die<br />
Anlage zu genießen und zu nutzen,<br />
weil die Nachfolge der Landesgartenschau<br />
in unserer Stadt<br />
alltagstauglich ist, ein selbstverständlich<br />
gewordener Luxus.<br />
Blick auf den Nachbarn<br />
Auch Rietberg ließ mit der Landesgartenschau<br />
2008 »Träume<br />
wachsen«. Der historische Ortskern<br />
sollte unter anderem durch<br />
ein neues Radwegenetz mit den<br />
Gartenanlagen im Stadtteil Neuenkirchen<br />
verbunden werden.<br />
Diese Themengärten und das<br />
»Grüne Klassenzimmer« sind<br />
erhalten worden und werden<br />
bis heute gepflegt. Der »Gartenschaupark<br />
Rietberg« wird als<br />
städtische Tochter-Gesellschaft<br />
geführt und freut sich über<br />
300.000 Besucher pro Jahr. »Dies<br />
ist keine geschätzte Zahl, die Besucher<br />
werden über ein elektronisches<br />
System erfasst«, erklärt
19<br />
Grünes Zentrum am »Emssee«<br />
die Geschäftsführung. Denn in<br />
Rietberg zahlt man Eintritt für<br />
den gärtnerischen intensiv genutzten<br />
Kernbereich der ehemaligen<br />
Landesgartenschau, mit<br />
Grillecken und Naturpehrpfaden<br />
er ist zu einem barrierefreien<br />
Freizeitpark für alle Generationen<br />
geworden – für vier Euro<br />
Eintritt pro Einzelperson und<br />
acht Euro für eine Familie. Hinzu<br />
kommt der Eintritt für Events<br />
und Kulturveranstaltungen zu<br />
gemäßigten Preisen. Nach einer<br />
repräsentativen Umfrage durch<br />
das Meinungsforschungsinstitut<br />
Emnid im Jahr 2016 sind mehr<br />
als 90% der befragten Rietberger<br />
Bürger zufrieden mit diesem<br />
Angebot und wollen ihren Gartenschaupark<br />
so behalten, wie er<br />
jetzt geführt und gepflegt wird.<br />
Über 80 % waren auch bereit,<br />
dafür höhere Eintritte zu bezahlen,<br />
über 70% der Befragten<br />
finden es gut und richtig, dass<br />
der Park durch den städtischen<br />
Haushalt mitfinanziert wird.<br />
Der Rat der Stadt Rietberg hat<br />
daraufhin beschlossen, die Gartenschaupark<br />
Rietberg GmbH in<br />
den nächsten fünf Jahren mit<br />
pauschal 600.000 € pro Jahr zu<br />
bezuschussen.<br />
Pläne für die Zukunft<br />
In Rheda-Wiedenbrück liegen<br />
die Kosten für die Stadt bei rund<br />
500.000 Euro. Man hat es hier bei<br />
uns geschafft, 30 Jahre nach der<br />
Landesgartenschau das Niveau<br />
der Anlagen zu erhalten und<br />
stetig zu verbessern. So wurde<br />
der Parkeingang Mittelhegge<br />
umgebaut, eine große Aktionsrasenfläche<br />
geschaffen für<br />
Open-Air-Veranstaltungen, der<br />
Spielbereich Mittelhegge wurde<br />
um die Schaukelparade, den Motorik-Trail<br />
und das Wasserspielboot<br />
mit Spritzdüsen erweitert,<br />
der Park durch den Bereich des<br />
alten Klärwerks, Errichtung einer<br />
supermodernen, individuellen<br />
Skateanlage und Beach-Volleyballfelder.<br />
Die Radwegeführung<br />
wurde überarbeitet und neu<br />
gestaltet, der Emsradweg fertig<br />
gestellt und neue Anbindungen<br />
an das bestehende Wegenetz<br />
geschaffen.<br />
Bis 2020 ist noch mehr geplant:<br />
die Errichtung einer Gartenwirtschaft<br />
an der Mittelhegge,<br />
die Fertigstellung aller vier Abschnitte<br />
des Emsradweges und<br />
die Erweiterung des Skateparks<br />
um einen Pumptrack sind Projekte,<br />
die voraussichtlich Ende 2018<br />
fertig sein werden.<br />
Geld und Gestaltung<br />
Außerdem geht es um die Umgestaltung<br />
des Rosengartens, der<br />
zwar viele engagierte ehrenamtliche<br />
Bürger auf den Plan gerufen<br />
hat, aber noch keine zündende<br />
Idee, wie die Hege und Pflege<br />
dauerhaft und zuverlässig gewährleistet<br />
werden kann, um<br />
die Eleganz am Eingang zum<br />
Schloss-Ambiente sicher zu<br />
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KIRMES-PARTY<br />
Sa. 30.09.<strong>2017</strong><br />
ab 22.00 Uhr<br />
OPEN END<br />
EINTRITT FREI
20 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Freizeitspaß »Schaukelparade«<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
stellen. Offenbar scheitert eine<br />
angemessene Lösung an den<br />
Kosten. Da wundert es, dass<br />
beim Nachbarn in Rietberg Geld<br />
offensichtlich keine Rolle spielt,<br />
wenn es darum geht, die Attraktivität<br />
des Gartenschauparks<br />
für die Zukunft abzusichern: In<br />
den vergangenen 9 Jahren sind<br />
ca. 2.000.000 € für viele unterschiedliche<br />
Projekte in den Park<br />
investiert worden. Die Stadt<br />
Rietberg musste davon 0 Euro<br />
tragen. Die gesamte Summe<br />
wurde über Fremdinvestitionen,<br />
Spenden und Eigenmittel der<br />
Gartenschaupark Rietberg GmbH<br />
eingebracht. »Für 2018 haben<br />
wir gerade einen Auftrag für ein<br />
neues Großspielgerät im Park (rd.<br />
250.000 €) erteilt. Hieran beteiligt<br />
sich die Stadt Rietberg erstund<br />
einmalig mit 30.000 € (als<br />
Geschenk zum 10-jährigen Bestehen<br />
des Parks). Die restlichen<br />
220.000 € werden wiederum<br />
über Spenden und Eigenmittel<br />
des Parks finanziert«, schreibt<br />
die Geschäftsführung nicht ohne<br />
Stolz dem »<strong>Stadtgespräch</strong>«.<br />
Unstrittig ist die für 2019 geplante<br />
Modernisierung und<br />
Umgestaltung der Spielerei, die<br />
Erweiterung des Großspielbereiches<br />
Mittelhegge durch weitere<br />
Angebote sowie eine bessere<br />
Verbindung zwischen den Bereichen<br />
Mittelhegge und Spielerei,<br />
die man bis 2020 erreicht<br />
haben will.<br />
Entwicklungen<br />
Aber es geht nicht um Konkurrenz.<br />
Die beiden Landesgartenschauen,<br />
zwischen denen<br />
immerhin Jahrzehnte liegen, ha-<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Polarisierende Kunst im Flora-Westfalica-Park
21<br />
Überregionaler Anziehungspunkt »Skaterbahn«<br />
ben für die gesamte Region eine<br />
nachhaltige Bedeutung. Die Attraktivität<br />
beider Städte hat sich<br />
enorm erhöht, beide LGS-Orte<br />
sind bekannter geworden und<br />
damit ein Ziel für Touristen. Der<br />
Bereich an der Oberen Ems hat<br />
sich zu einer eigenen touristischen<br />
Region entwickelt, die sich<br />
deutlich von den touristischen<br />
Nachbarregionen wie Senne und<br />
Teutoburger Wald absetzt. Beide<br />
Konzepte haben Veränderungen<br />
»von bleibendem Wert« für den<br />
Alltag in ihren Kommunen und<br />
deren touristisches Umfeld geschaffen.<br />
So steht es in der Broschüre<br />
»25 Jahre Landesgartenschau«<br />
aus 2009 als Dankeschön<br />
des Landes NRW. Unsere Stadt<br />
wusste die Chance zu nutzen und<br />
hat nach den offiziellen 165 Tagen<br />
immer wieder kontinuierlich<br />
an der Attraktivität des Geländes<br />
und den Angeboten gearbeitet.<br />
So kann ein Ort seine Attraktivität<br />
für Touristen erhöhen, damit<br />
das Hotelerie- und Gaststättengeschäft<br />
beleben, aber auch die<br />
Lebensqualität für die Einwohner<br />
spürbar verbessern: Sicher gibt<br />
es einen Zusammenhang dieser<br />
Effekte mit der Tatsache, dass<br />
Rheda-Wiedenbrück – anders<br />
als vergleichbare Städte – überdurchschnittlich<br />
um 10.000 Einwohner<br />
gewachsen ist. Die Landesgartenschau<br />
als Standortfaktor,<br />
weil die Nachhhaltigkeit der<br />
Anschlussprojekte stimmt. Stellt<br />
sich die Frage, ob eine Wiederauflage<br />
2023 mit der gleichen gelungenen<br />
Kosten-Nutzen-Rechnung<br />
noch mehr erreichen könnte.<br />
%<br />
DONNERSTAG 28.9.<strong>2017</strong><br />
AB 10 UHR<br />
WIEDENBRÜCKER CITY OUTLET<br />
OUTLET<br />
MODE I SCHUHE I DEKO<br />
SONNTAG<br />
1.OKTOBER<br />
VERKAUFSOFFEN<br />
Gute<br />
Kinderschuhe<br />
WIEDENBRÜCK I MARIENSTRASSE 12 I EHEMALS TEXTILHAUS BECKER
22 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Pfarrdechant Reinhard Edeler bekam viel Beifall für seine von Herzem kommenden Antworten.<br />
Die erste Frage stellte Barbara Tönsfeuerborn.<br />
MEHR MUT ZUR SPIRITUALITÄT<br />
MEHR MUT ZUR SPIRITUALITÄT<br />
Silbernes Priester jubiläum von<br />
Pfarr dechant Reinhard Edeler<br />
(Kem) »Ob ich mich nochmals<br />
für das Amt des Priesters entscheiden<br />
würde, weiß ich nicht.<br />
Jede Berufung erfolgt aus einer<br />
bestimmten Lebenssituation.<br />
Es wäre unehrlich, jeden Tag zu<br />
schwärmen, das sei die richtige<br />
Entscheidung gewesen. Aber ich<br />
übe den Beruf des Priesters sehr<br />
gerne aus. Ich weiß, es ist einer<br />
der schönsten Berufe«, antwortete<br />
Pfarrdechant Reinhard Edeler<br />
auf die Frage der Vertreter/innen<br />
der Pfarrgemeinderäte aus dem<br />
Pastoralverbund. Anlässlich der<br />
Feier seines silbernen Priesterjubiläums<br />
hatte er die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter der PGRs<br />
gebeten, ihm während der Festmesse<br />
Fragen zu stellen, die er<br />
spontan beantworten wollte. Auf<br />
die Frage, ob »die Frau« in der Kirche<br />
über die dienende Funktion<br />
hinaus eine Rolle spielen sollte,<br />
erklärte der Jubilar: »Ich glaube,<br />
offen sagen zu müssen, ohne ›die<br />
Frau‹ fehlt ein wichtiges Element.<br />
Diese Antwort soll keine emanzipatorische<br />
Theologie begründen,<br />
auch nicht als Reaktion auf einen<br />
Mangel erscheinen. Ich verstehe<br />
sie als Aktion aus dem Willen<br />
Gottes. Ich kenne keine Stelle in<br />
der Bibel, die was Gegenteiliges<br />
sagt. <strong>Das</strong> hätte vielleicht auch<br />
Konsequenzen für das Zölibat,<br />
was aber auch nicht das Schlechteste<br />
wäre«.<br />
Zu der Überlegung, inwieweit<br />
die evangelische und katholische<br />
Kirche zusammen wachsen<br />
können, äußerte sich der<br />
Pfarrdechant ebenso offen, dass<br />
»sich die beiden Kirchen schon<br />
auf den kleinsten gemeinsamen<br />
Nenner geeinigt haben. Ich halte<br />
die Verschiedenheit für ein Geschenk.<br />
Wir sprechen von einem<br />
Christentum in verschiedenen<br />
Kirchenformen«.<br />
»Was ist das Wertvolle an unserem<br />
pastoralen Raum?«, hieß eine<br />
weitere Frage. Dazu der Pfarrdechant:<br />
»Es ist kein Klischee, dass<br />
der Ostwestfale anders ist. In<br />
meiner Priesterzeit im Ruhrgebiet<br />
brauchte ich beispielsweise nie<br />
ein Feuerwehrfahrzeug segnen.<br />
Die Kirche hat sich im ländlichen<br />
Raum kuschelig eingerichtet. Im<br />
Glauben begründete Traditionen<br />
haben hier noch eine Bedeutung.<br />
Zum anderen ist mit der Tradition<br />
eine gewisse Sichtenge verbunden<br />
und noch drückt einen pessimistischen<br />
Blick in die Zukunft<br />
aus. Nach meiner Einschätzung<br />
hat sich der konventionelle Flügel<br />
in der Kirche gestärkt, der mystische<br />
Flügel wirkt lahm, wenn<br />
nicht gebrochen. Uns bricht das<br />
spirituelle Fundament weg. Wir<br />
müssen mehr Mut haben zur<br />
Spiritualität.« Der Pfarrdechant<br />
dankte, dass er den Pastoralverbund<br />
in den letzten zwei Jahren<br />
leiten durfte. Er sprach zudem<br />
allen amtlichen und ehrenamtlichen<br />
Mitarbeitern, die ihn bei<br />
dieser herausfordernden Aufgabe<br />
begleiteten und unterstützten<br />
seinen Dank aus.<br />
Die Besucher quittierten die vom<br />
Herzen kommenden Antworten<br />
des Priesters mit spontanem<br />
Beifall. Die bis zum letzten Platz<br />
besetzte St. Aegidius-Kirche –<br />
Abordnungen von verschiedenen<br />
Vereinen und Verbänden, Bannerträger,<br />
befreundete Priester,<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,<br />
Angehörige, Gemeinde-Mitglieder<br />
des Pastoralverbundes,<br />
Wegbegleiter sowie Vertreter der<br />
befreundeten Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde<br />
und<br />
der syrisch orthodoxen Gemeinde<br />
feierten das Jubiläum und<br />
gleichzeitig den 14. Geburtstag<br />
des Pastoralverbundes. Dabei<br />
beeindruckten die über 100 Sänger<br />
aller Aegidiuschöre mit der<br />
einfühlend, sehr harmonisch<br />
und stimmgewaltig vorgetragenen<br />
Missa Festiva Spirensis von<br />
Christian Matthias Heiß sowie<br />
dem Tedeum von John Rutter.<br />
Sie wurden unterstützt von dem<br />
Blechbläserensemble Warendorf<br />
unter der Leitung von Georg<br />
Potthoff und Barbara Pawelczyk<br />
an der Orgel. Die Gesamtleitung<br />
lag in den Händen von<br />
Jürgen Wüstefeld. <strong>Das</strong> gesellige<br />
Beisammensein im Pfarrgarten<br />
nach dem Gottesdienst nutzten<br />
viele Gäste für eine persönliche<br />
Gratulation des Priesters, dem es<br />
in der kurzen Zeit seit dem Amtsantritt<br />
vor zwei Jahren gelungen<br />
ist, die Herzen der Gemeinde von<br />
St. Aegidius und des Pastoralverbundes<br />
Reckenberg zu gewinnen.
23<br />
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24 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Die mittlere Widumstraße in den 1920er Jahren<br />
ANSICHTEN AUS RHEDA UND WIEDENBRÜCK<br />
Kalender mit historischen Bildern<br />
(Kem) Freunde von Historischem<br />
aufgepasst: Für das Jahr 2018<br />
gibt es wie in all den Jahren vorher<br />
zwei Kalender mit alten Fotos<br />
als »Rhedaer Ansichten« und<br />
»Wiedenbrücker Ansichten«. Die<br />
Reihe startete 2002 mit Bildern<br />
aus Rheda. Für nur fünf Euro kann<br />
jeder schauen, ob er Gebäude und<br />
Stadtbilder wiedererkennt. <strong>Das</strong><br />
fällt selbst Alteingesessenen nicht<br />
immer leicht. Durch die Erläuterungen<br />
in einem Anhang ist das<br />
aber jedem Betrachter möglich.<br />
Sie sorgen sicherlich für so manchen<br />
Aha-Effekt. Denn die Fotos<br />
rufen Erinnerungen wach. Hinter<br />
dem Projekt stehen der Ortsverein<br />
der SPD und Heimatfreund Jochen<br />
Sänger als treibende Kraft hinter<br />
dem zeitaufwendigen Projekt.<br />
Er hat die Motive aus seinem großen<br />
Fundus an historischen Bildern<br />
ausgesucht und auf den passenden<br />
Kalenderseiten platziert.<br />
Sicherlich werden die Kalender wie<br />
in der Vergangenheit wieder einen<br />
großen Anklang finden. Sie eignen<br />
sich ebenfalls hervorragend als<br />
Geschenk. Die »Rhedaer Ansichten«<br />
beginnen auf dem Januarblatt<br />
mit einer winterlichen Abbildung<br />
des auf einer Hochmotte<br />
erbauten Schlosses. <strong>Das</strong> Februarbild<br />
zeigt die mittlere Widumstraße<br />
aus den 1920er Jahren. In den<br />
1970er Jahren veränderte die Stadtkernsanierung<br />
das Straßenbild<br />
radikal. Zwei Aufnahmen aus der<br />
Mitte des vorigen Jahrhunderts<br />
zeigen im Juli die frühere Lange<br />
Straße (heute Berliner Straße), als<br />
dort noch ein Geschäft neben dem<br />
Anderen stand.<br />
Die »Wiedenbrücker Ansichten«<br />
erinnern im September an ein<br />
altes Fachwerkhaus, das sich bis<br />
1986 an der Wasserstraße zwischen<br />
dem Bauunternehmer Eustermann<br />
und dem Kolpinghaus<br />
befand. Es entstand hier eine moderne<br />
Hotelanlage. In diesem Bereich<br />
befand sich der tiefste Punkt<br />
der Wiedenbrücker Altstadt. Bei<br />
Emshochwassern kam es hier in<br />
früheren Jahrzehnten noch zu<br />
Überflutungen. Für Dezember hat<br />
Sänger ein Bild von der früheren<br />
Ratsherrenwiese ausgesucht, wo<br />
in der Adventszeit zwischen dem<br />
Obst- und Gemüsegeschäft Bienek<br />
und der Gaststätte zum »Alten<br />
Gasthaus« ein Knusperhäuschen<br />
mit Hänsel und Gretel stand.<br />
Interessierte können die Kalender<br />
ab sofort bei Jochen Sänger unter<br />
Ruf 05242-46581 oder per E-Mail<br />
unter jochensaenger@web.de bestellen.<br />
Der SPD-Ortsverein bietet<br />
die Exemplare zu einem späteren<br />
Zeitpunkt auf den Wochenmärkten<br />
an.
25<br />
EINE FREUNDSCHAFT, DIE SICH BEWÄHRT<br />
Ehrungen zur 13. Begegnung<br />
Bürgermeister Theo Mettenborg<br />
zeichnete zum Auftakt des 13.<br />
Freundschaftsturniers der Boulefreunde<br />
Hoppenstraße und des<br />
Oldenzaaler Jeux-Boule-Vereins<br />
den Vorsitzenden Hermann Horsthuis<br />
als Motor der Partnerschaft<br />
aus. Er habe auf niederländischer<br />
Seite die Partnerschaft stets begleitet,<br />
auf- und ausgebaut, die<br />
heute eine der Keimzellen der<br />
Städtepartnerschaft zwischen<br />
Rheda-Wiedenbrück und Oldenzaal<br />
ist. Der Bürgermeister<br />
überreichte ihm eine Ehrenurkunde<br />
und ein Präsent mit Wein<br />
und edlen Gläsern sowie der ihm<br />
stets zur Seite stehenden Ehefrau<br />
Millie einen Blumenstrauß.<br />
Boulefreunde-Chef Peter Kliche<br />
schloss sich mit einem historischen<br />
Bild Boule-spielender Soldaten<br />
und Sekt für seinen »tollen<br />
Kumpel« an, wie er den Geehrten<br />
freundschaftlich verbunden bezeichnete.<br />
Über die Ernennung zum Ehrenmitglied<br />
konnte sich der »Hausdolmetscher«<br />
Jürgen Sudhölter<br />
freuen. Bei der Überreichung der<br />
entsprechenden Urkunde bezog<br />
Peter Kliche in den Dank ebenfalls<br />
dessen Ehefrau Christel mit einem<br />
Blumenstrauß für ihre stetige Begleitung<br />
mit ein. Sudhölter revanchierte<br />
sich mit einem deutschniederländischen<br />
Gedicht auf die<br />
Jumelage zwischen der Emsstadt<br />
sowie der Boeskoolstadt und<br />
stimmte mit den 30 angereisten<br />
Gästen nebst den gleich vielen<br />
Gastgebern, darunter auch die<br />
Boulefreunde vom Schloss, zu einem<br />
eingängigen holländischen<br />
Lied über die niederländische<br />
Hauptstadt an.<br />
Die Freunde aus Oldenzaal hatten<br />
selber gebackene Stroopwafels,<br />
(V. l.) Jürgen Sudhölter, Städtische Partnerschaftsbeauftragte Birgit Appelbaum, Hermann<br />
Horsthuis, Elisabeth Witte, Millie Horthuis, Bürgermeister Theo Mettenborg, TSG-<br />
Vorsitzender Josef Schnusenberg, Senior-Bürgermeister Wilhelm Zünkler, Peter Kliche<br />
eine niederländische Sirup-Spezialität,<br />
und einen riesigen, einen<br />
Meter langen Krenten-Stuten im<br />
Gepäck.<br />
<strong>Das</strong> anschließende Turnier war<br />
umrahmt von einer sprichwörtlich<br />
familiären Stimmung. Ein<br />
üppriges Buffet schuf eine lockere<br />
Atmosphäre und stützte<br />
den freundschaftlichen Rahmen<br />
der Spiele. Nach einer spannenden<br />
und fairen Jagd auf das<br />
»Schweinchen« standen die Sieger<br />
der freundschaftlichen Begegnung<br />
fest: Die Oldenzaaler<br />
Frits Brunink und Theresa Heidemann<br />
gewann vor Helga Grünert<br />
von der Hoppenstraße. Als beste<br />
Boulespieler konnten sich Johann<br />
Horsthuis (NL) und Andreas Huber<br />
(Hoppenstr.) in die Gewinnerliste<br />
eintragen.<br />
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26 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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Teilnehmer des Königsfestes<br />
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KÖNIGSFEST BEIM ST. SEBASTIAN<br />
BÜRGERSCHÜTZENVEREIN<br />
Neue Super majes täten ermittelt<br />
(Kem) Überglücklich hielten Wesley<br />
Hurmann und die amtierende<br />
Majestät Yvonne Igelhorst die<br />
»erlegten« Königsvögel in die<br />
Höhe. Sie hatten fast gleichzeitig<br />
innerhalb einer Stunde als Treffsicherste<br />
die würdevollen Titel<br />
König der Könige und Königin<br />
der Königinnen errungen. Bis zum<br />
nächsten Königsfest sind sie jetzt<br />
die beiden internen Majestäten<br />
des St. Sebastian Bürgerschützenvereins.<br />
Unter dem Jubel der Anwesenden<br />
proklamierten Oberst<br />
Hermann-Josef Pierenkemper und<br />
Geschäftsführer Reinhold Maasjosthusmann<br />
die beiden Super-<br />
majestäten im Vereinshaus an der<br />
Reitbahn. Insgesamt hatten im<br />
Schießstand 14 Königinnen und<br />
17 Könige beim Vogelschießen an<br />
dem spannenden und in bester<br />
kameradschaftlicher Stimmung<br />
durchgeführten Wettbewerb teilgenommen.<br />
Die Insignien schossen<br />
Hans Himmeldirk und Helga<br />
Drücker (Krone), Dirk und Tanja<br />
Buschmaas (Apfel), der amtierende<br />
König Jakob Igelhorst und<br />
Jana Pierenkemper (Zepter). Die<br />
Schießaufsicht führten Gerda und<br />
Günter Humann. In gemütlicher<br />
Runde aller Teilnehmer klang das<br />
festliche Traditions-Treffen aus.<br />
Peter Bremhorst feiert<br />
50-jähriges Dienstjubiläum<br />
»Du hast Dir großes Vertrauen<br />
und hohen Respekt erworben –<br />
im Stadtrat, in der Verwaltung<br />
und nicht zuletzt in der Wirtschaft<br />
unserer Stadt.« Bürgermeister<br />
Theo Mettenborg gratulierte<br />
dem langjährigen Ersten<br />
Beigeordneten und Stadtkämmerer<br />
Peter Bremhorst zu seinem<br />
50-jährigen Dienstjubiläum.<br />
Dies feiert der Jubilar jetzt in der<br />
Freistellungsphase seiner Altersteilzeit.<br />
Während seiner aktiven Dienstzeit<br />
habe Bremhorst stets mit<br />
vollem Einsatz gearbeitet und seine<br />
Themen – und darüber hinaus<br />
in den Jahren als Kämmerer – die<br />
Finanzen der Stadt, fest im Griff<br />
gehabt. Er habe wesentlichen<br />
Anteil am erfolgreichen Konsolidierungskurs<br />
des städtischen<br />
Haushaltes, so Mettenborg. Er<br />
dankte dem Jubilar auch für die<br />
gute und enge Zusammenarbeit<br />
in der Verwaltungsleitung. Großes<br />
Fachwissen, das er auch als<br />
Dozent an Studieninstituten und
27<br />
(V.l.) Bürgermeister Theo Mettenborg gratuliert Peter Bremhorst zum 50-jährigen Dienstjubiläum.<br />
Akademien sowie als Fachautor<br />
weitergab, paarte sich mit dem<br />
Verständnis als Dienstleister<br />
für Bürger und Unternehmen.<br />
Als Personal- und Finanzverantwortlicher<br />
prägte Bremhorst fast<br />
drei Jahrzehnte lang das Rathaus<br />
Rheda-Wiedenbrück.<br />
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(V.l.) Stefan Klaas und Jens Grawe vom Bauhof mit einem der abmontierten Schilder.<br />
Nach wie vor gilt dennoch, dass Radfahrer auf dem Zebrastreifen schieben müssen.<br />
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Radfahrer bitte absteigen!<br />
Aufgrund einer Gesetzesänderung<br />
wurden die Verkehrsschilder »Radfahrer<br />
absteigen« am Kreisverkehr<br />
am Bahnhof entfernt. Dennoch<br />
gilt: Will ein Fahrradfahrer den<br />
Zebrastreifen nutzen, muss er<br />
absteigen und schieben.<br />
»Wenn Radfahrer den Zebrastreifen<br />
überfahren, gefährden sie<br />
den fließenden Verkehr«, erklärt<br />
Frank Dreyer von der städtischen<br />
Verkehrsabteilung. Der Zebrastreifen<br />
ist Fußgängern vorbehalten,<br />
deswegen müssen Fahrradfahrer<br />
absteigen und ihr Rad schieben.<br />
Wenn sie über den Fußgänger-<br />
überweg fahren und Fußgänger<br />
oder Autofahrer behindern, stellt<br />
das eine Ordnungswidrigkeit dar.<br />
Radfahrer haben auf Zebrastreifen<br />
im Gegensatz zu Fußgängern<br />
gegenüber Autos keinen Vorrang.<br />
»Grundsätzlich sollten alle, die<br />
den Fußgängerüberweg nutzen,<br />
vorher mit den Autofahrern Blickkontakt<br />
aufnehmen und sich vergewissern,<br />
dass der Autofahrer<br />
auch anhält und sie somit gefahrlos<br />
über die Straße kommen«, rät<br />
Frank Dreyer.<br />
Die Polizei überprüft den Bereich<br />
regelmäßig.
28 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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(V. l.) Johannes Thies, Mia Brinkmann, Sebastian Jerig, Hannah Hengstmann, Joscha Hengstmann, Fynn Fölling, Clara Niestadtkötter,<br />
Fritz Fölling. Es fehlen: Annika und Christina Hurlbrink sowie Steffen Dreischalück.<br />
25 JAHRE JUGENDKULTURRING<br />
25 JAHRE JUGENDKULTURRING<br />
Große Geburts tags party im Reethus<br />
(Kem) »Du hast coole Ideen, Bock<br />
auf Veranstaltungen und keine Lust<br />
auf 08/15-Kultur? Dann mach mit<br />
bei uns!«, lädt der Jugendkulturring<br />
(JKR) junge Menschen zum Mitmachen<br />
ein. Mia Brinkmann fühlt<br />
sich von dem Aufruf offensichtlich<br />
angesprochen. Als wir die Mitglieder<br />
des Jugendkulturrings anlässlich<br />
seines 25-jährigen Bestehens<br />
jüngst auf einer seiner 14-tägigen<br />
Sitzungen interviewten, saß sie als<br />
Gast mit am großen Konferenztisch<br />
im Büro des JKR, Lange Straße 50.<br />
Die aufgeschlossene Atmosphäre,<br />
die lebendigen Gespräche und das<br />
Gefühl etwas mitzuerleben, was<br />
absolut sinnvoll ist, machten ihr<br />
offensichtlich Spaß.<br />
Auf der Sitzung wurden u. a. Einzelheiten<br />
für die »Happy Birthday<br />
JKR Party« am 21. <strong>Oktober</strong> organisiert,<br />
Dienste eingeteilt. »<strong>Das</strong><br />
wird eine Party für alle mit richtig<br />
guter Live-Musik«, schwärmte der<br />
JKRer Johannes Thies. Auf der Reethus-Bühne<br />
werden ab 20 Uhr die<br />
»Four Roses« und »Music Monks«<br />
stehen. Rock und Reggae sind ihr<br />
Ding. Tickets zu der Veranstaltung<br />
gibt es übrigens bei der Flora unter<br />
05242-93010. Joscha Hengstmann<br />
ergänzte: »Wir werden zu der Party<br />
alle 120 bisherigen Mitglieder des<br />
Jugendkulturrings aus den zurückliegenden<br />
25 Jahren einladen. <strong>Das</strong><br />
wird eine spannende ›Familienzusammenführung‹:<br />
Wir kennen<br />
ja noch nicht alle Ehemaligen«.<br />
»Einige haben wir schon auf der<br />
einen oder anderen Veranstaltung<br />
von uns kennen gelernt. Es kommt<br />
auch schon mal vor, dass welche<br />
zu unseren Sitzungen kommen.<br />
Sie sprechen alle glücklich über die<br />
tolle Zeit beim Jugendkulturring«,<br />
fügte Fritz Fölling an. Marc Steiling,<br />
JKR-Mitglied von 1993-2000,<br />
schrieb einmal: »<strong>Das</strong>s man viele<br />
Jahre nach dem Ausstieg noch immer<br />
von den Erfahrungen profitiert,<br />
Kontakte zu den Mitstreitern und<br />
dem heutigen JKR pflegt ist schon<br />
etwas Besonderes«. Und weiter:<br />
»Der JKR zählt für mich zu den<br />
wertvollsten Erfahrungen, die ich<br />
bis heute gemacht habe: In Sachen<br />
Idealismus, Aktivismus, Kreativität,<br />
Teamgeist, aber auch Diskussionen,<br />
Meinungsverschiedenheiten und<br />
Kompromissen«.<br />
Aktuell zählt der Jugendkulturring<br />
neun Mitglieder. In der Regel machen<br />
fünfzehn, sechzehn Leute<br />
mit, erfuhren wir von Sebastian<br />
Jerig, JKR-Geschäftsführer. »Die<br />
Ausgeschiedenen haben nach der<br />
Sommerpause einen auswärtigen<br />
Studien- oder Arbeitsplatz angetreten<br />
und können darum nicht mehr<br />
regelmäßig bei uns mitzumachen.<br />
Wir freuen uns auf jeden Neuen, der<br />
Interesse und Zeit hat sich bei uns<br />
einzubringen, egal ob Schüler, Auszubildender<br />
oder Arbeiter. Sie können<br />
einfach mal vorbeikommen,<br />
auch gerne öfter vorbeischauen,<br />
um sich zu entscheiden, ob ein<br />
Platz im Jugendkulturring das Richtige<br />
für sie ist«.<br />
Sebastian Jerig ist seit dem 1. Juni<br />
2006 Geschäftsführer. Sein Vorgänger<br />
und Gründungs-Geschäftsführer<br />
Christian Thegelkamp selber<br />
war es, der ihm bei seiner letzten<br />
Veranstaltung nach 14 Jahren JKR<br />
im Roadhouse sagte, er solle ihm<br />
seine Bewerbungsunterlagen geben<br />
… und vier Wochen später hatte<br />
er den Job.<br />
Der JKR führt einige Veranstaltungen<br />
aus den ersten Jahren, wie<br />
beispielsweise das Open Air Kino,<br />
das Kubb-Turnier und den Skate<br />
Contest oder den Kinobus auch<br />
heute noch weiter. Seit 2015 sind<br />
Cineasten in einem neu erworbenen<br />
DDR-Gefährt willkommen. Den<br />
alten himmelblauen Robur LO 3000<br />
konnte der JKR zwischenzeitlich<br />
verkaufen. »Manchmal könnten<br />
ruhig ein paar Leute mehr kommen.<br />
Dann sitzen wir da alleine«, sagte<br />
Fynn Fölling. Der Skate Contest ist<br />
nach dem Umzug in den Skatepark<br />
»Altes Klärwerk« richtig groß<br />
geworden, erfuhren wir von Hannah<br />
Hengstmann. Unter den Teilnehmern<br />
befinden sich jetzt auch<br />
viele Auswärtige, die mitfahren.<br />
Auch bei Open-Air-Konzerten des<br />
JKR erweist sich der Skatepark als<br />
eine ideale Destination. Die Skate-<br />
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Öffnungszeiten:<br />
Montag bis Donnerstag: 09:00 bis 12:00 Uhr<br />
15:00 bis 18:00 Uhr<br />
Freitag und Samstag:<br />
09:00 bis 12:00 Uhr<br />
sowie nach Terminvereinbarung<br />
eröffnet, zum Abschluss im September<br />
lädt ein Rockkonzert ein.<br />
Nach wie vor ausgebucht sind die<br />
13 Proberäume der 1994 eröffneten<br />
Musikvollzugsanstalt »MVA« in den<br />
früheren Räumen eines Knasts in<br />
Lintel. Musiker, die »in Ruhe« proben<br />
wollen, können diese Räume<br />
anmieten.<br />
Die Anwesenden bedauerten es<br />
aber, dass ihnen seit dem Umzug<br />
der Gaststätte »Roadhouse« keine<br />
geeignete Location mehr für Konzerte<br />
oder Partys zur Verfügung<br />
steht. »Die meisten Kneipen sind zu<br />
klein, und größere Räume sind für<br />
uns nicht bezahlbar. Dabei ist das<br />
Interesse an solchen Events groß«,<br />
erklärte Clara Niestadtkötter.<br />
Zu neuen »Dauerbrennern« unter<br />
den Veranstaltungen haben<br />
sich beispielsweise Night Wash<br />
(nächster Termin 10. März 2018),<br />
Game-Day, das Kids-Kino zur Weihnachtszeit<br />
und Veranstaltungen<br />
rund um das Kochen entwickelt.<br />
Andererseits lässt der JKR nach<br />
einer mäßigen Beteiligung die Lesungen<br />
im Wiedenbrücker Schule<br />
Museum und Workshops zu Kreativangeboten<br />
»pausieren« – was<br />
aber nicht heißen soll, dass sie<br />
nicht wiederkommen, stimmten<br />
die Anwesenden überein. Politische<br />
Themen finden bei den jungen<br />
Leuten kaum Interesse. Selbst eine<br />
Satire-Veranstaltung fand nicht<br />
den erhofften Anklang.<br />
Um ganz in Ruhe und ohne Stress<br />
zu tagen, geht der komplette JKR<br />
einmal im Jahr für drei Tage in Klausur.<br />
Er nimmt dort das vergangene<br />
Jahr kritisch unter die Lupe und<br />
gestaltet die neue Saison. Ideen,<br />
wie man die jungen Leute »aus<br />
dem Haus und von dem Computer<br />
wegbekommt«, werden gesammelt,<br />
vorgestellt und kritisch<br />
auf ihre Machbarkeit untersucht.<br />
Ihnen zur Seite steht dabei seit einigen<br />
Jahren Sven Jacobsen. Die gemeinsamen<br />
Tage bereiten sehr viel<br />
Spaß und schweißen die Mitglieder<br />
zusammen. Und so sind sie beim<br />
Antritt der Heimreise dann traurig,<br />
dass ein spannendes Wochenende<br />
zu Ende gegangen ist. Die nächste<br />
Klausurtagung ist im November.<br />
Nachdem der JKR jahrelang nach<br />
Rheine in das Transferzentrum für<br />
angepasste Technologien (TaT) gefahren<br />
ist, muss er sich jetzt nach<br />
einem neuen Ziel umorientieren,<br />
»weil es in Rheine für uns schwieriger<br />
geworden ist unser Programm<br />
zu gestalten«, erklärten die Mitglieder.<br />
Aus der Statistik: Der JKR lud in den<br />
vergangenen 25 Jahren zu rund<br />
1500 Veranstaltungen mit knapp<br />
100.000 Besuchern ein. Pro Jahr<br />
organisiert er inklusive Kinobus<br />
um die 50 Events.<br />
Wer an den Sitzungen des JKR im<br />
Obergeschoss des ehemaligen<br />
Heimatmuseums teilnehmen will,<br />
erreicht sein Büro vom Hinterhof<br />
aus über den rechten Seiteneingang.<br />
Die Termine werden auf der<br />
Homepage des Vereins bekannt<br />
gegeben. Kontakt: Sebastian Jerig,<br />
Ruf 05242-930129.<br />
Wir sind Mitglied<br />
im Netzwerk »Zuhause sicher«.<br />
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30 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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Vorstellung des Programms der VHS zum 40. Jahr ihres Bestehens: (v. r.) VHS/FARE-<br />
Geschäftsführer Dr. Rüdiger Krüger, Sabine Höller-Pietsch, Barbara Heuer, Stellv. VHS-<br />
Leiterin Renate Riemann, Carmen Vielstädte, Sigrid Wortmann, Stellv. FARE-Leiter Dominik<br />
Wedeking<br />
40 JAHRE VOLKSHOCHSCHULE RECKENBERG-EMS<br />
VHS feiert ihren runden<br />
Geburtstag mit vielen neuen<br />
Kursen<br />
(Kem) Die Volkshochschule Reckenberg-Ems<br />
startete zum 40.<br />
Geburtstag am 25. September<br />
in das neue Semester mit einem<br />
abermals weiter entwickelten Bildungsangebot.<br />
Man habe auch<br />
diesmal wieder »die Antennen<br />
ausgefahren«, um ein Programm<br />
passgenau an die Bildungs- und<br />
Lernbedürfnisse der Menschen<br />
erstellen zu können, freute sich<br />
VHS-Leiter Dr. Rüdiger Krüger bei<br />
der Vorstellung des 432 Seiten<br />
starken Bildungskatalog für das<br />
Wintersemester <strong>2017</strong>/2018. Anmeldungen<br />
sind noch möglich.<br />
Vor 40 Jahren, im <strong>Oktober</strong> 1977<br />
begann das erste Semester der<br />
kurz vorher durch einen Zweckverband<br />
der Kommunen Rheda-<br />
Wiedenbrück, Rietberg, Herzebrock-Clarholz<br />
und Langenberg<br />
gegründeten Volkshochschule<br />
Reckenberg-Ems. Zuvor in den<br />
einzelnen Kommunen bestehende<br />
Volksbildungseinrichtungen<br />
wurden in die neue VHS integriert.<br />
Galaktisches Bildungsangebot<br />
Der Bildungskatalog zum runden<br />
Geburtstag spiegelt das Halbjah-<br />
reskontingent von 36.000 Unterrichtsstunden<br />
wider, das die VHS<br />
als frei buchbare Kurse pro Jahr<br />
durchführt. »Mehr ist fast nicht<br />
möglich bei unter 100.000 Einwohnern<br />
im Südkreis Gütersloh«,<br />
gesteht der VHS-Leiter. Zusammen<br />
mit der 2004 gegründeten VHS-<br />
Tochter »Fortbildungs-Akademie<br />
Reckenberg-Ems« (FARE) und der<br />
seitdem von ihr und der VHS gemeinsam<br />
getragenen Offenen<br />
Ganztags-Grundschule (OGGS)<br />
lädt die Bildungseinrichtung in ihrem<br />
41. Jahr zu insgesamt 220.000<br />
Unterrichtsstunden ein. Etwa jeder<br />
zehnte Anwohner im Einzugsgebiet<br />
der Volkshochschule-FARE<br />
nimmt ihre Angebote wahr.<br />
<strong>Das</strong> ebenfalls vor dem Hintergrund<br />
eines bundesweiten Vergleichs<br />
mit anderen Volkshochschulen<br />
als phänomenal zu bezeichnende<br />
Programm spiegelt sich beim<br />
Personalbestand wider: 2004 arbeiteten<br />
für die VHS und FARE 20<br />
Mitarbeiter auf 13 Vollzeitstellen;<br />
jetzt sind es 300 Mitarbeiter auf<br />
170 Vollzeitstellen. Ebenso imposant<br />
ist die Entwicklung der Anzahl<br />
der Dozenten. Sie wuchs von 250 in<br />
2003 auf jetzt knapp 700.
31<br />
<strong>Das</strong> VHS-Team der ersten Stunde: (v. l.) VHS-Leiter Bernd Jostkleigrewe, Arnold Bergmann,<br />
Doris Linnenbrink, Ursula Brandt, Therese Bortsch, Roland Portmann, Stephan Crass<br />
Der VHS-Leiter freut sich über die<br />
geringe Fluktuation beim gesamten<br />
Team: aus den ersten Jahren<br />
der Geschäftsstelle ist Ursula<br />
Brandt und von den Dozenten der<br />
ersten Stunde sind Edith Sonntag,<br />
Hans-Gerd Voelker und Regina<br />
Veillé noch dabei. Die Volkshochschule<br />
dankt ihrem Team zum<br />
vierten runden Geburtstag mit<br />
einem Sommerfest für Mitarbeiter<br />
und einem Dozentenbrunch.<br />
Für ihre Besucher ließ die VHS von<br />
dem Erzpoet Manfred Hausin eine<br />
kleine Nacht der Poesie zum Semesterauftakt<br />
zusammenstellen.<br />
Zertifikate<br />
Mehrere Zertifikate bestätigen<br />
die äußerst vielfältig gewordene<br />
und hervorragende Arbeit der<br />
VHS-FARE: In diesem Jahr erhielt<br />
sie für ihr erfolgreiches Kundenbeziehungsmanagement<br />
den<br />
zweiten Preis beim Wettbewerb<br />
»Deutschlands Kundenchampions«.<br />
Beim Qualitätsmanagement<br />
wurde ihr hoher Standard 2016<br />
mit noch mehr Punkten bestätigt<br />
und erreicht damit abermals<br />
durch den Recognised for Excellence<br />
5 star im Excellence-Modell<br />
die höchste Stufe im EFQM (European<br />
Foundation for Quality Management).<br />
2014 erhielt sie schon<br />
wie 2016 die Auszeichnung »Finalist<br />
beim Ludwig-Erhard-Preis.<br />
Dieser prämiert die ganzheitlichen<br />
Managementleistungen.<br />
2011 gewann die VHS den ersten<br />
Preis beim Wettbewerb »familie<br />
gewinnt« – ausgelobt vom Kreis<br />
Gütersloh und der Bertelsmann<br />
Stiftung. Die positiven Rückmeldungen<br />
der VHS-FARE-Besucher<br />
und die Auszeichnungen bestätigen,<br />
»dass wir auf dem richtigen<br />
Weg sind«, resümiert Dr. Rüdiger<br />
Krüger zufrieden.<br />
Er übernahm vor 17 Jahren von seinem<br />
Vorgänger, dem langjährigen<br />
Gründungs-Direktor Bernd Jostkleigrewe<br />
und dem Interimsleiter<br />
Arnold Bergmann die sehr gut<br />
geführte Volkshochschule, die<br />
schon damals zu den leistungsstärksten<br />
Weiterbildungseinrichtungen<br />
in Nordrhein-Westfalen<br />
gehörte.<br />
Im Wandel der Zeit<br />
<strong>Das</strong> Leitungsteam verstand es<br />
stets auf die gesellschaftlichen<br />
Änderungen die passenden Antworten<br />
bei der Organisation und<br />
dem Bildungsangebot zu finden:<br />
In den ersten Jahrzehnten standen<br />
die Kunden Schlange, um<br />
sich für ein neues Semester einzuschreiben.<br />
Heute laufen die Anmeldungen<br />
fast komplett online<br />
und zudem deutlich kurzfristiger.<br />
»Manche Kurse werden erst eine<br />
Woche vor dem Beginn belegt«,<br />
beschreibt der VHS-Leiter die Situation.<br />
Früher liefen Kurse meist<br />
das ganze Semester oder gar über<br />
mehrere Semester. Solche Angebote<br />
sind heute schwerer unterzubringen.<br />
Startklar fürs<br />
Backtoberfest<br />
Jetzt geht‘s richtig los!<br />
Kräftiges Mischbrot<br />
500 g Brot mit Hartweizen und<br />
Kartoffelflocken mit selbst gemachtem m<br />
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pur<br />
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32 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Fachbereiche<br />
In dem von Carina Stöckl geleiteten<br />
Fachbereich 1, dem Herzstück<br />
des Programms, gehören zu den<br />
neuen Angeboten u. a. das Jugendforum<br />
zur Förderung des demokratischen<br />
Miteinanders und<br />
die Vermittlung der »Star Trek Physik«<br />
durch Deutschlands womöglich<br />
coolsten Physikprofessor Dr.<br />
Metin Tolan. Einen Schwerpunkt<br />
setzt ebenfalls eine Veranstaltungsreihe<br />
zur Digitalisierung in<br />
der Gesellschaft. Tierliebhaber<br />
kommen mit Hundeschulkursen<br />
und Seminaren zur Alternativmedizin<br />
auf ihre Kosten. Wer noch<br />
Inspirationen für seinen Garten<br />
sucht, dem sind die Seminare<br />
zur Gartengestaltung besonders<br />
zu empfehlen. Einen amüsanten<br />
aber auch nachdenklichen Abend<br />
verspricht »Zeit für Klartext«, der<br />
außergewöhnliche Poetry-Slam,<br />
moderiert durch den amtierenden<br />
Landesmeister Jason Bartsch.<br />
An Bedeutung gewinnen die Unternehmungen<br />
mit dem Rad in<br />
dem von Dr. Rüdiger Krüger geführten<br />
Fachbereich 0. Zu den<br />
bewährten Angeboten in dem<br />
ebenfalls unter seiner Verantwortung<br />
stehenden Fachbereich<br />
2a (Kultur) gehören beispielsweise<br />
die Literarische Mittwochsgesellschaft<br />
und die Konzertreihen<br />
»musica da camera« und »Fidolino<br />
– Klassik-Konzerte« für Kinder<br />
sowie der 26. Jugend-Musik-Preis<br />
am 18. November in den Fächern<br />
Tasteninstrumente, Klavier und<br />
Klavier zu vier Händen. Alle, die<br />
gerne singen, sind zum »Singtreff<br />
für alle« eingeladen.<br />
Der unter der Verantwortung von<br />
Barbara Heuer stehende Fachbereich<br />
2 b (Gestalten) lädt vom<br />
15. <strong>Oktober</strong> bis 15. November, im<br />
Stadthaus-Foyer zu einer Ausstellung<br />
mit Holzskulpturen und<br />
Eisenobjekten von Kursteilnehmern<br />
ein. <strong>Das</strong> in den letzten Jahren<br />
von 40 auf jetzt 100 Kursen<br />
angewachsene Kreativ-Angebot<br />
umfasst neben den Klassikern<br />
»Malen, Zeichnen, Töpfern u. a.«<br />
etliche weitere experimentelle<br />
Techniken, wie beispielsweise<br />
Goldschmiede- und Glaskunst.<br />
In den kostenlosen Informationsveranstaltungen<br />
des Fachbereichs<br />
3 (Gesundheit) von Sigrid<br />
Wortmann kann man fundiertes<br />
Hintergrundwissen und Behandlungsmöglichkeiten<br />
zu den Themen<br />
Erkrankungen der Schilddrüse,<br />
Gelenkersatz, Diabetes und<br />
Schwindel erwerben. Zahlreiche<br />
Kurse mit praktischen Übungen<br />
können helfen, ein gesundheitsbewusstes<br />
Leben zu führen. Neu<br />
im Programm sind vielfältige<br />
Yogaformen oder Kombinationen<br />
von Yoga mit anderen Bewegungsangeboten.<br />
Ein kompetenter Partner ist<br />
die VHS ebenfalls beim Spracherwerb.<br />
Hierfür zeichnen die<br />
Fachbereichsleiterinnen Carmen<br />
Vielstädte (Deutsch) und Sabine<br />
Höller-Pietsch (Fremdsprachen)<br />
verantwortlich. Dominik Wedeking<br />
steht mit dem Fachbereich 5<br />
den Interessenten in allen Fragen<br />
rund um IT, Arbeit und Beruf zur<br />
Seite.<br />
ALEVITISCHE GEMEINDE<br />
Wenig Besucher beim Tag der<br />
offenen Tür<br />
(Kem) Weit offen standen jetzt die<br />
Türen des Gemeinschaftshauses<br />
des Alevitischen Kulturvereins am<br />
Hellweg. Aber nur wenige Rheda-<br />
Wiedenbrücker nutzten die Gelegenheit,<br />
um sich beim »Tag der<br />
offenen Tür« über den Glauben,<br />
die Gebräuche und die Geschichte<br />
der türkischen Mitbürger zu informieren.<br />
Selbst aus dem öffentlichen<br />
Leben, insbesondere aus der<br />
Stadtverwaltung und dem Stadt-
33<br />
Der Alevitische Kulturverein hatte sich bestens auf den Tag der offenen Tür vorbereitet.<br />
rat nahm niemand dieses Angebot<br />
wahr.<br />
Diejenigen, die der Einladung gefolgt<br />
waren, erfuhren von den sehr<br />
offenen und aufgeschlossenen<br />
Gastgebern, dass in ihrem Haus<br />
ebenfalls der Gebetsraum untergebracht<br />
ist. Die Aleviten decken<br />
alle Ausgaben ihrer Gemeinde aus<br />
eigenen Einnahmen. Es ging auch<br />
um die Rolle der Frau in ihrer Gemeinschaft.<br />
Sie ist vergleichbar mit<br />
der Stellung der Frau in Westeuropa.<br />
Thematisiert wurde von den<br />
Besuchern auch die Frage nach der<br />
Toleranz gegenüber Andersgläubigen.<br />
Die Besucher erfuhren, dass<br />
die Aleviten mit Andersgläubigen<br />
in Frieden leben wollen. Leider<br />
erleben die Aleviten, dass ihre Gebetshäuser<br />
in der Türkei nicht anerkannt<br />
sind. In Deutschland sind<br />
sie die einzige Glaubensgemeinschaft,<br />
die in mehreren Bundesländern<br />
durch Staatsverträge eine<br />
Anerkennung fanden. Die Besucher<br />
konnten sich darüber hinaus auch<br />
an Stellwänden und an einem von<br />
der Stellvertretenden Landrätin Elvan<br />
Korkmaz gefertigten 10 Meter<br />
langen Geschichtsfries über die<br />
Entwicklung der Aleviten informieren.<br />
Wer wollte, konnte sich<br />
an einem der Restaurationsstände<br />
mit Gegrilltem und anderen Spezialitäten<br />
stärken.<br />
Die Enttäuschung über den<br />
schwachen Besuch der sehr gut<br />
vorbereiteten Veranstaltung sitzt<br />
bei den Frauen und Männern des<br />
Alevitischen Kulturvereins tief. Sie<br />
verstehen es insbesondere deshalb<br />
nicht, weil sie sich immer wieder in<br />
Kooperation mit anderen Vereinen<br />
für die Integration einsetzen und<br />
selber für alle Menschen offene integrative<br />
Angebote machen, erfuhren<br />
wir von den Vertretern der Gemeinschaft,<br />
Kamuran Ugurlu und<br />
Sainer Aktas. Frau Zeynep Ugurlu<br />
berichtet, dass bei dem Treffpunkt<br />
für Eltern mit behinderten Kindern<br />
und Angehörigen von behinderten<br />
Menschen Gäste mit der Türkischen<br />
und Deutschen Sprache in<br />
gleicher Weise willkommen sind.<br />
Die Bürgerinformation Gesundheit<br />
und Selbsthilfekontaktstelle<br />
des Kreises Gütersloh (BIGS) unterstützt<br />
diese Gruppe. Sie trifft sich<br />
zum Austausch über die Situation<br />
mit einem behinderten Kind oder<br />
einem behinderten Angehörigen<br />
zu leben. Des Weiteren werden<br />
Fachleute zu bestimmten Themen<br />
eingeladen und gemeinsame Unternehmungen<br />
geplant. Die Gruppe<br />
trifft sich jeden letzten Freitag<br />
im Monat von 17 bis 19 Uhr im Alevitischen<br />
Kulturverein, Hellweg 26-<br />
30. Weitere Informationen gibt es<br />
unter zeynep.ugurlu@gmx.de, Tel.<br />
0176-72917352, bzw. bei der BIGS,<br />
Ruf 05241-823586. Ebenfalls die<br />
Selbsthilfegruppe für Diabetiker ist<br />
offen für alle Betroffenen. Sie trifft<br />
sich an jedem letzten Mittwoch im<br />
Monat, ab 19 Uhr in dem Haus des<br />
Kulturvereins. Die BIGS unterstützt<br />
ebenfalls diese Gruppe. Kontakte:<br />
Sainer Aktas 05242-37134, 0175-<br />
2010762.
34 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
ANGESAGTE KINDERSCHUHE<br />
FÜR MÄDCHEN UND JUNGS<br />
Die neuen Sch<br />
COOLE VADO SCHUHE MIT DEM<br />
INNOVATIVEN DREHVERSCHLUSS<br />
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www.schuhhaus-monkenbusch.de<br />
Es wird ein fantastisches Schuhjahr<br />
– die Schuhe für den Herbst/<br />
Winter sind definitiv vielfältig.<br />
Ein Hauch der 80er, Retro, Samt<br />
und Glitzer.<br />
Frau<br />
Wie wäre es mit Sock-Boots?<br />
Bequem und elegant, in der<br />
Absatzhöhe variabel und dem<br />
Bewegungsdrang anzupassen.<br />
Für noch nicht Eingeweihte: Der<br />
Name dieser Stiefelette tte ergibt<br />
sich aus Länge und Weichheit<br />
des Teils oberhalb vom Fuß, der<br />
sich anschmiegsam sam wie eine cke über den Knöchel ziehen lässt.<br />
So-<br />
Schmeichelt extrem em Beinen und<br />
Outfit auch<br />
Chelsea Boots von Garbor,<br />
bei einem<br />
gesehen bei Cordes<br />
langen Tag<br />
und spart das<br />
abendliche Fußbad. Wer<br />
gar nicht<br />
genug bekommen en<br />
kann,<br />
greift<br />
zur ultra-langen n Variante,<br />
die dann dem Strumpfgefühl<br />
alle Ehre<br />
machen müssen,<br />
denn die gehen<br />
über das Knie.<br />
Trend 2. In der Schaftlänge<br />
irgendwo dazwischen<br />
knautschen sich<br />
die Slouchy Boots, Krempelstiefel<br />
im Stil der 80er,<br />
die mit möglichst viel Raffungen,<br />
Stauchungen und Faltenwurf und<br />
auf die Höhe der Stiefelette<br />
rutschen.<br />
Im beherztem Metallicoder<br />
Glitzerlook sind sie<br />
ein Blickfang, es geht aber auch<br />
dezenter. Wer seine Schuhe einen<br />
langen Tag lang nicht wechseln<br />
kann, sollte einen Versuch wagen,<br />
denn die Absätze sind standhaft<br />
und als Block-Variante ebenfalls<br />
ein Hingucker. Ebenso wie die<br />
Westernstiefel, auch die sind zurück.<br />
Selbstverständlich in allen<br />
Farben und witzigen Ornamenten.<br />
Über Rot müssen wir nachdenken.<br />
Wer seine Stiefel in dieser Farbe<br />
zu auffällig findet, greift zu Sandalen,<br />
Samt- oder Satinschuhen<br />
in Bordeaux, Pink oder Signalrot.<br />
Und mit Glitzersöckchen<br />
können<br />
diese Trendschuhe<br />
auch noch an kühlen<br />
Herbsttagen getragen werden.<br />
Overknees von Bruno Premi,<br />
gesehen bei C. Monkenbusch<br />
Mann<br />
Auffällige Sohle gefällig<br />
gesehen bei Glorys<br />
Und wieder einmal haben wir nur<br />
über die Frauen und ihren Herbst/<br />
Winter geschrieben. Warum? Weil<br />
die Männer sich nicht trauen? Die<br />
derben Boots mit dicken Sohlen
35<br />
uhe der Saison<br />
Männersache ...<br />
Herbst <strong>2017</strong><br />
und grober Schnürung gibt es<br />
im zweigeschlechtlichen Partnerlook,<br />
mit farbigem Blumen-<br />
eicht doch eher nur<br />
Aufdruck vielleicht<br />
? Sneaker von Ja tori Jan,<br />
mit knöchelhohem Laufwerk:<br />
Boots in allen Variationen. Die<br />
sollten allerdings kleine<br />
Klassischer Schnürer von Nicola Benson,<br />
verspielte Dekoration<br />
gesehen bei Ackfeld shoes and more<br />
nach Geschmack aufweisen:<br />
Snakedesign,<br />
auffällige Schnallen<br />
oder Ledertattoos,<br />
auch Kontraste sind gefragt,<br />
als weiße Sohle zum<br />
bunten Hightech-Material mit<br />
Antischwitz-Ausstattung beispielsweise.<br />
Ansonsten sind wir<br />
konservativ: Nichts geht über einen<br />
eleganten Schnitt und gutes<br />
Material – es muss ja nicht immer<br />
vom Italiener auf Maß genäht<br />
werden...<br />
Hausschuh in der Trendfarbe rot von Berkemann,<br />
gesehen bei Steinmetz<br />
Besucht uns auch auf<br />
unserer Facebook-Seite<br />
ACKFELD<br />
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Und die Kinder?<br />
Die spielen bei diesem Angebot<br />
gern erwachsen und wählen<br />
Slipper von Waldläufer,<br />
einfach<br />
gesehen bei Schuhhaus Monkenbusch<br />
die kleinere<br />
Schuhgröße<br />
beim bunten Herbst/Winter<br />
<strong>2017</strong>/18. Und die etwas dezenteren<br />
Farben wie Altrosa, Khaki, Oliv<br />
Pinke Winter-Stiefel von Richter,<br />
oder Creme. Es ist nämlich ein<br />
gesehen bei Schuhhaus Monkenbusch<br />
Gerücht, dass Kinder Signalfarben<br />
mögen – auch wenn die 80er<br />
wiederkommen. Bei der Schuhmode,<br />
für die Frau, in knallhartem, puren<br />
Schwarz gern aber auch für den<br />
Mann.<br />
Weiße Schuhe sind ein Trend, gern<br />
als Sneaker . Wohl dem, der die in<br />
seinen Style einbinden kann, ohne<br />
trashig zu werden. Dieser Mann<br />
hat es dann aber auch drauf, in<br />
allen Modemetropolen mitzuhalten.<br />
Selbst Klassiker wie der<br />
Budapester kommt in farblicher<br />
Varianz daher zum Beispiel dezentem<br />
Rot. Weil Männer es allgemein<br />
bequemer mögen, kommt<br />
ihnen die Schuhmode entgegen<br />
die gerade bei Kindern ih-<br />
ren Preis hat, halten sich die Designer<br />
mit modischen Eintagsfliegen<br />
und Schnickschnack zurück.<br />
Laufqualität und Materialen sind<br />
hochwertig, belastbar und wasserfest.<br />
Hier geht Funktion und<br />
Qualität vor. Nur für Pink-Ladies<br />
darf es auch mal Glanz und Glitter<br />
sein, damit die sich nicht hinter<br />
der Mama verstecken müssen.
36 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
KREBS KÄMPFT DRECKIG – DAS KÖNNEN WIR AUCH!<br />
Sieben Frauen aus dem Kreis<br />
Gütersloh starteten in Köln<br />
Der »Muddy Angel Run« ist Europas<br />
#1 Schlammlauf (Mud Run) für<br />
Frauen aller Fitnesslevel. <strong>Das</strong> Event<br />
startete am 16. und 17. September<br />
in Köln und war eine tolle Möglichkeit,<br />
um auf das Thema Brustkrebs<br />
aufmerksam zu machen. So auch<br />
die 5 Frauen aus Rheda-Wiedenbrück,<br />
die sichtlich Spaß an der<br />
Sache zum guten Zweck hatten.<br />
In Deutschland, Österreich und<br />
der Schweiz erkranken jährlich<br />
über 90.000 Frauen an Brustkrebs.<br />
Im Laufe ihres Lebens erkrankt<br />
fast jede achte dort lebende Frau<br />
an Brustkrebs. Die besten Präventionsmaßnahmen<br />
dagegen sind<br />
Aufklärung, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen<br />
und viel Bewegung.<br />
Darauf basiert auch das<br />
Engagement des »Muddy Angel<br />
Run« gegen Brustkrebs: Aufklärung,<br />
Sport und Spenden. »Muddy<br />
Angel« dient als Plattform für<br />
Spenden, um Organisationen<br />
zu unterstützen, die sich gegen<br />
Brustkrebs engagieren – sei es in<br />
der Forschung oder bei der Aufklärung.<br />
Von jedem Teilnahme-Ticket<br />
und von jedem Merchandise-Artikel<br />
wird 1 Euro gespendet. Freiwillige<br />
Spenden von Teilnehmerinnen<br />
sind bei der Anmeldung ebenfalls<br />
möglich. Viele Teilnehmerinnen<br />
laufen nicht nur für sich selbst,<br />
sondern um eine Freundin oder<br />
Bekannte, die gegen Brustkrebs<br />
kämpft oder gekämpft hat, moralisch<br />
zu unterstützen und um<br />
ein Zeichen zu setzen.<br />
Wer mehr wissen möchte:<br />
de.muddyangelrun.com<br />
NEUE BETRUGSMASCHE MIT HOHEM SCHADPOTENZIAL<br />
Polizei warnt vor vermeintlichen Haftbefehlen<br />
Neben Anrufen von angeblichen<br />
Polizisten, die vorzugsweise Senioren<br />
dazu drängen, höhere Geldbeträge<br />
»aus Sicherheitsgründen«<br />
an vermeintliche Beamte zu<br />
übergeben, berichtet die Polizei<br />
Gütersloh von einer neuen, noch<br />
ziemlich unbekannten und daher<br />
umso gefährlicheren Masche von<br />
Ganoven.<br />
In ihrer Meldung heißt es: »Die<br />
Polizei warnt aktuell vor Tätern,<br />
die im Kreis Gütersloh gefälschte<br />
Haftbefehle mit Geldforderungen<br />
per Post oder auch per Email an<br />
oftmals ältere Menschen versenden.<br />
Gemeldet wurden im Kreis<br />
bislang vier Versuche – in allen<br />
Fällen scheiterten die Täter an<br />
cleveren Senioren, die nicht auf<br />
die Forderungen der Betrüger<br />
eingingen.<br />
Dennoch ist von einer bundesweit<br />
auftretenden Betrugsmasche<br />
auszugehen, die vermutlich von<br />
den Tätern – weil neu und unbekannt<br />
– auch im Kreis Gütersloh<br />
häufiger eingesetzt werden wird.<br />
Die gefälschten Haftbefehle, die<br />
angeblich von verschiedenen<br />
Staatsanwaltschaften verschickt<br />
wurden, sehen für das ungeübte<br />
Auge oftmals täuschend echt aus.<br />
Um diese Echtheit vorzutäuschen,<br />
versehen die Täter das<br />
›Dokument‹ mit einem Behördenstempel<br />
sowie einer Unterschrift.<br />
Darin wurden die Empfänger<br />
aufgefordert, innerhalb<br />
von drei Tagen einen fünfstelligen<br />
Geldbetrag zu überweisen, da sie<br />
ansonsten eine langjährige Freiheitsstrafe<br />
antreten müssten.<br />
Alternativ zur Ratenzahlung wird<br />
der Haftantritt in einer näher bezeichneten<br />
JVA mit konkretem<br />
Termin angeboten.<br />
Die Betrüger bieten die Möglichkeit<br />
der Ratenzahlung an und liefern<br />
zur Klärung der Formalitäten<br />
gleich eine Telefonnummer des<br />
angeblichen ›Staatsanwaltes‹ mit.<br />
Wird diese Nummer angerufen,<br />
ertönt ein aufgenommenes Besetztzeichen.<br />
Die eigene Nummer<br />
wird den Tätern aber angezeigt,<br />
um diese für weitere Straftaten<br />
verwenden zu können.<br />
Die Polizei Gütersloh warnt dringend<br />
vor diesen Schreiben und<br />
empfiehlt:<br />
Ignorieren Sie derartige Schreiben,<br />
überweisen Sie kein Geld<br />
und händigen Sie kein Geld an<br />
mögliche Abholer aus!<br />
Wählen Sie den Polizeiruf 110,<br />
wenn Sie Hilfe brauchen oder bedrängt<br />
werden!<br />
Rufen Sie auf keinen Fall die im<br />
Schreiben angegebene Telefonnummer<br />
an, denn Ihre Nummer<br />
könnte zur Begehung späterer<br />
Straftaten gespeichert werden!<br />
Schreiben Sie auf keinem Fall die<br />
im Schreiben angegeben Postoder<br />
Emailadresse an!<br />
Sie haben noch Fragen? Rufen Sie<br />
uns an, wir beraten Sie gerne und<br />
kostenlos, Telefon 05241 869-0.«
anzeigen<br />
37<br />
SALON MÜER:<br />
Wer nicht kommt,<br />
bekommt Besuch<br />
Sie gehören quasi zur Familie: drei<br />
Meister und fünf für den Wettbewerb<br />
»Jugend frisiert« fitte Auszubildende.<br />
Ursula Müer ist das<br />
Miteinander so wichtig wie die<br />
Bindung an ihre Kunden. Ganze Familien<br />
begleitet sie mit ihrem Team<br />
schon über Generationen hinweg:<br />
Mit dem allerersten Haarschnitt für<br />
die ganz Kleinen geht es über Kommunion<br />
und Konfirmation ins ausgeflippte<br />
Teenageralter und später<br />
weiter durch dick und dünn, für die<br />
Hochzeit haben sie die Kundschaft<br />
schön und jede Mode mitgemacht,<br />
freche Kurzhaarschnitte gegen<br />
bewerbungstaugliche Büro-Cuts<br />
ausgetauscht, Pink und Lila gegen<br />
<strong>Das</strong> Team vom Salon Müer<br />
Balayage-Färbetechniken. Für die<br />
ältere Kundschaft gibt es einen<br />
ganz besonderen Service. Wer es<br />
nicht allein zum Friseur schafft,<br />
wird abgeholt oder in seinem<br />
Zuhause schön gemacht. Mit der<br />
indischen Massage und neuesten<br />
Techniken wie dem »Caligraphy<br />
Cut« und Hair dreams für Haarverdichtung<br />
und -verlängerung macht<br />
der Salon auf sich aufmerksam.<br />
Qualitätsmarken wie Wella, L’Oreal,<br />
Alcina und Hairdreams sind selbstverständlich<br />
– auch beim kompetenten<br />
Make-up mit Produkten von<br />
Alcina und Artitst und der dazu<br />
gehörigen Typberatung. Für das<br />
langjährige Vertrauen will sich das<br />
Foto: Birgit Kosak<br />
Tanja Dyck-Schwaninger<br />
Team Müer bedanken: Vom 4. bis<br />
11. <strong>Oktober</strong> bekommt jeder Kunde<br />
einen Gutschein von 30% auf die<br />
nächste Dienstleistung. Die Kinderhaarschnitte<br />
werden für 3 Euro<br />
angeboten, um schon wieder die<br />
nächste Generation willkommen<br />
zu heißen...
38 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
<strong>Das</strong> Haus der guten Küche<br />
Angebote im <strong>Oktober</strong><br />
Hirschkalbsgulasch<br />
Hirschkalbsgulasch mit Pfifferlingen<br />
und Steinpilzen in Sauerrahmsauce,<br />
dazu Preiselbeerbirne, Bauernspätzle<br />
und Salatteller<br />
€ 14,80<br />
Tranchierte<br />
Barbarie-Entenbrust<br />
auf gedünsteten Apfelscheiben, dazu<br />
Weinbeerrotkohl und Kräuterschupfnudeln<br />
€ 15,50<br />
Gutbürgerliche Mittags- und Abendkarte<br />
Montags und dienstags Ruhetag<br />
Rheda-Wiedenbrück | Herzebrocker Str. 162<br />
Tel: 05242 - 42 434<br />
Kräuterkästen mit Kapuzinerkresse und Schnittlauch an der Martinitreppe<br />
BUNT, GESELLIG UND NAHRHAFT<br />
BUNT, GESELLIG UND NAHRHAFT<br />
Rheda-Wiedenbrück als »essbare Stadt«<br />
Tomaten am Bahnhof, Pflückobst<br />
entlang der Ems-Auen, Kräuter am<br />
Schulweg – Rheda-Wiedenbrück<br />
hätte ein anderes Gesicht, wenn<br />
die Idee der Lokalen Agenda 21 in der<br />
Stadt auf buchstäblich fruchtbaren<br />
Boden stieße: Wo abgelegene Ecken<br />
ungastlich verschmuddeln, machten<br />
sich Gemüse- oder Weinranken<br />
breit. Statt Zierblümchen und stacheligen<br />
Bodendeckern warten Beeren<br />
und Bäumchen auf die Ernte. Eltern<br />
holen ihren Kindern den Snack<br />
vom Strauch am Freibad, junge<br />
Erwachsene schneiden ihre Kräuter<br />
für die nächste Cocktailparty in der<br />
Altstadt, Alleinstehende ernten an<br />
der Bushaltestelle ihre Miniportion<br />
Beeren für das Frühstücksmüsli.<br />
Unsere Stadt hätte noch mehr Begegnungsstätten<br />
für das Miteinander,<br />
demnächst ein spontanes Ausstauschen<br />
von Marmeladen- und<br />
Ketchup-Rezepten. Und jeder hätte<br />
die Chance auf eine Umwelterfahrung,<br />
die früher einmal selbstverständlich<br />
war: Nutzen und Schönheit<br />
müssen sich nicht ausschließen:<br />
»Wer schon einmal in der Duftwolke<br />
eines blühenden Strauchbasilikums<br />
gestanden hat, weiß, dass Kräuter<br />
Augen, Nase und Gaumen erfreuen<br />
können«, sagt die städtische Agenda-Beauftragte<br />
Annette Vogt. Also<br />
ein Zugewinn an Sinnlichkeit mitten<br />
in der City – auch wenn man keinen<br />
eigenen Garten oder Balkon hat. Wer<br />
durch die Altstadt-Zeilen schlendert,<br />
hätte frische Pfefferminze in der<br />
Nase oder den würzigen Duft von<br />
Küchenkräutern. Und – wer weiß<br />
– vielleicht kommt so mancher auf<br />
den Geschmack und stellt im Badezimmer<br />
oder auf der Fensterbank ein<br />
paar Töpfe auf, weil er durch Hege<br />
und Pflege von öffentlichen Beeren<br />
und Kräutern auf deren Geschmack<br />
gekommen ist...<br />
Vision, Illusion oder<br />
vernünftige Praxis?<br />
Andere Städte haben schon bewiesen,<br />
dass die Idee der essbaren<br />
Stadt sehr alltagstauglich und in<br />
jeder Hinsicht ein Gewinn ist. Jeder<br />
Ort wird ansehnlicher durch mehr<br />
Abwechslung bei der Bepflanzung,<br />
die Natur profitiert von der größeren<br />
Vielfalt, die Menschen entwickeln<br />
erfahrungsgemäß mehr<br />
Verantwortungsbewusstsein und<br />
Gemeinschaftssinn.<br />
Pflanzkästen für Kräuter wäre der<br />
erste machbare Schritt für das Konzept<br />
»essbare Stadt«: Sie sind je nach<br />
Bedarf, Beliebtheit und Nützlichkeit<br />
flexibel auf- und umzubauen, die<br />
Menge an Pflanzen bleibt überschaubar,<br />
ebenso wie die Arbeit<br />
damit, einheimisches Kräutergrün<br />
Quelle: www.essbare-stadt-minden.de<br />
überlebt notfalls auch ohne große<br />
Zuwendung. Auch eine neue Erfahrung<br />
für jeden, der seinem Topf mit<br />
Konsumzucht immer wieder beim<br />
Welken zusehen muss, egal wie viel<br />
Mühe er sich gegeben hat. Alte Sorten<br />
sind naturgemäß widerstandsfähiger<br />
als Supermarktware. Und<br />
das Wachsen und Gedeihen ist mehr<br />
als ein Gewinn für Augen, Mund und<br />
Nase – es ist eine neue Erfahrung für<br />
alle Menschen, auch und besonders<br />
für jene, die die Sehkraft verlassen<br />
hat.<br />
Zahlt der Einzelhandel<br />
die Zeche?<br />
Sogar die Kleingeldkasse profitiert<br />
beim Zupfen im Vorbeigehen. Würden<br />
Kräuter in Zukunft also »für lau«<br />
geerntet statt gekauft? »Einzelne<br />
Gemüsebeete im Stadtbild reichen<br />
sicherlich nicht aus, um den Bedarf<br />
der Bevölkerung zu decken und so<br />
für Gewinneinbußen der Gemüsehändler<br />
zu sorgen«, die Lokale<br />
Agenda 21 ist unbesorgt. Vom kostenlosen<br />
Angebot, im öffentlichen<br />
Raum am Kraut zu zupfen, würde<br />
sicherlich in Rheda-Wiedenbrück<br />
niemand arm. Vielleicht würden Appetit<br />
und Bedarf sogar steigen durch<br />
den alltäglichen Anblick und Duft.<br />
Als Sponsor von Anpflanzungen<br />
könnten Geschäftsinhaber sehr
39<br />
charmant auf den eigenen Laden<br />
aufmerksam machen. Mönchmeier<br />
macht in Wiedenbrück vor, wie<br />
man als Einzelhändler von Kräutern<br />
auf der Fensterbank gleich mehrfach<br />
profitieren kann: Sie sind dekorativ<br />
und ziehen Kundschaft an, und die<br />
Freude darüber, etwas Hübsches,<br />
Nützliches und Duftendes mitnehmen<br />
zu dürfen, überträgt sich auf<br />
den, der das anbietet. Ein Hingucker,<br />
der die Augen auch für das Geschäft<br />
öffnet!<br />
Eine klare Bereicherung<br />
Kindergruppen und Schulklassen<br />
können auf einem Spaziergang gezielt<br />
lernen, z. B. dass Wildkräuter<br />
gut schmecken und nicht immer<br />
gleich als Unkraut vernichtet werden<br />
müssen. Sie üben Essbares von<br />
ungenießbaren Zierbeeren zu unterscheiden<br />
– und das alles lernen sie<br />
beim Ausflug an der frischen Luft.<br />
Seniorenheime und Tagesstätten<br />
könnten ebenso Patenschaften<br />
zur Hege von Beeten übernehmen<br />
wie Vereine und Initiativen, die<br />
sich unter anderem der Integration<br />
verschrieben haben: Auch die Natur<br />
macht unsere Stadt zu einem<br />
typisch europäischen Umfeld, das<br />
es zu erkunden gilt. Für das, was<br />
auf den Teller kommt, selbst Hand<br />
anzulegen, ist für viele Neubürger<br />
ohnehin selbstverständlicher als<br />
für viele Einheimische – da könnten<br />
wir also auch von Zugereisten und<br />
Flüchtlingen lernen, etwas gemeinsames<br />
gestalten und dabei zusammen<br />
lecker essen.<br />
Wer pflegt, hat selbst was<br />
davon<br />
Geben und nehmen im Interesse<br />
der Gemeinschaft – so verteilen<br />
sich Wissen und Erfahrung. Wer<br />
nicht Hand anlegen kann, erklärt<br />
vielleicht gern oder malt Namenschilder<br />
für unbekannte Kräuter. Wer<br />
kein Beet betreuen möchte, stiftet<br />
Blumenkasten oder Pflanzen. Wer<br />
Gesellschaft sucht, spendiert einen<br />
Kräutertee oder selbstgemachte<br />
Limonade aus der Gemeinschaftsernte<br />
für die Aktiven vor der Haustür.<br />
Ein klarer Nebeneffekt: Vandalismus<br />
und Verrohung nimmt ab in jenen<br />
Nischen-Ecken, für die sich andere<br />
verantwortlich zeigen. Wo man<br />
sich Mühe gibt, so dass etwas der<br />
Mühe wert erscheint, ist man selten<br />
Ziel von zerstörerischen Attacken.<br />
<strong>Das</strong> zeigen zum Beispiel Schülerinitiativen,<br />
die sich für gepflegtes<br />
Schulumfeld einsetzen, aber auch<br />
die Erfahrungen der Stadt Minden,<br />
die seit 2013 überwiegend positive<br />
Erfahrungen sammelt. Wann also<br />
legt Rheda-Wiedenbrück los? Eine<br />
Stadt mit »Flora« ist doch wohl<br />
längst überfällig...<br />
Berechtigte Sorgen und wie sie widerlegt werden können<br />
Wer wühlt schon gern im Hundekot:<br />
Hochbeete verhindern,<br />
dass die Pflanzen durch Hunde<br />
und Katzen verschmutzt werden<br />
können. Wenn die Kästen nicht<br />
gerade unter Bäumen stehen,<br />
von denen es Tauben, Krähen<br />
und andere Vögel »herabtropfen«<br />
lassen, ist die Gefahr weitestgehend<br />
gebannt, dass Pflanzen von<br />
Urin oder Kot verunreinigt und<br />
ungenießbar werden. Pestizide,<br />
Staub und Abgase hingegen gibt<br />
es bei jeder Ernte unter freiem<br />
Himmel. Früchte, Gemüse und<br />
Kräuter müssen also ohnehin vor<br />
dem Verzehr gründlich gewaschen<br />
werden. Und bestimmte Pflanzen<br />
wie Obstgehölze oder Holunderund<br />
Brombeersträucher können<br />
zur Schutzmauer werden. Hundeund<br />
Fuchsbandwürmer verderben<br />
den Appetit auf wilden Bärlauch,<br />
Pilze und Heidelbeeren oder andere<br />
Früchten von bodennahen<br />
Pflanzen. Aber das Risiko einer<br />
Übertragung durch den Genuss<br />
von Selbstgeerntetem ist laut<br />
Robert-Koch-Institut nicht hinreichend<br />
geklärt. Auch diese Gefahr<br />
kann durch Abwaschen, Trocknen<br />
oder Garen minimiert werden.<br />
DAS WOHL<br />
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Training: (05242) 377314<br />
www.aktivita-recker.de • www.facebook.com/AktivitaWiedenbrueck/<br />
Rund 300 Besucher freuten sich bei schönstem Spätsommerwetter über das erste<br />
Picknick-Konzert auf der Vorburg.<br />
PREMIERE FÜR BAROCK-SPEKTAKEL<br />
Herrlicher Klang & viel Ablenkung<br />
(Kem) Sommer-Temperaturen,<br />
Picknick – eine herrliche Atmosphäre<br />
für die satten Barockklänge<br />
der caterva musica – dem Barock-<br />
Orchester in Westfalen, das zum<br />
ersten Open Air »baroc’n’picnic«<br />
aufspielte.<br />
Der nachmittägliche Himmel in<br />
Blau. <strong>Das</strong> schützende Rund der<br />
Gebäude der Vorburg, über den<br />
Besuchern die dichten Kronen der<br />
Bäume, das Schloss gegenüber,<br />
milde Luft, Picknick, Wein: Ein<br />
gelungener Sonntagnachmittag.<br />
<strong>Das</strong> Freiluft-Barock-Picknick-Konzert<br />
des Barockensembles caterva<br />
musica erwies sich als ein ansprechendes<br />
Spektakel. Fast könnte<br />
man meinen, man befinde sich<br />
auf einer der begehrten Landpartien<br />
beim jährlichen Schleswig-Holstein-Festival.<br />
Rund 300 Besucher<br />
haben wir auf dem Gelände bei<br />
freiem Eintritt gezählt. Es wurde<br />
flaniert und geschmaust.<br />
<strong>Das</strong> Ensemble, das die Menschen<br />
mit einer unplugged gespielten<br />
Musik des 17. und 18. Jahrhunderts<br />
emotional berühren will, hatte ihr<br />
Programm dem lange verkannten<br />
Musikgenie und Vielschreiber Georg<br />
Philipp Telemann gewidmet,<br />
der genau vor 250 Jahren starb.<br />
Auf dem Programm standen Telemanns<br />
Konzerte in A-, E- und F-<br />
Dur sowie seine Sonate in E-Moll<br />
– davon ein Werk, die Musik in A-<br />
Dur aus der Tafelmusik, dessen Urschrift<br />
in der Musikbibliothek des<br />
Schlosses liegt. Die kurzweiligen<br />
Einführungen und Überleitungen<br />
des Moderators, dem »critischen<br />
musicus« im historischen Kostüm<br />
stimmten die Gäste auf den Genuss<br />
der Konzertstücke ein.<br />
caterva musica spielte sich auf<br />
originalen Instrumenten aus der<br />
Barockzeit wunderbar kontrastreich,<br />
mit Vorbildcharakter interpretiert<br />
und in kongenialem<br />
Miteinander in die Herzen der Zuhörer.<br />
Die höchsten spielerischen<br />
Klippen bewältigten die Solisten<br />
und Solistinnen mit einer Souveränität,<br />
die sie als wahre Meister<br />
an ihren Instrumenten auszeichnete.<br />
Durch ihre äußerst gelungene<br />
Interpretation gelang es ihnen<br />
vorbildlich die wunderbaren<br />
Werke Telemanns tiefsinnig und<br />
kraftvoll zum Leben zu erwecken.<br />
Damit erklang in der Vorburg<br />
von Schloss Rheda wieder Musik,<br />
wie sie schon vor 250 Jahren und<br />
früher hier Rhedaer Bürger hörten.<br />
Und dies eben nicht in einer<br />
strengen Konzertform, die eine<br />
Konzentration auf Melodielinien<br />
erzwingt, sondern so wie die<br />
Musik auch damals erklang: jung,<br />
lebenslustig, sinnlich und frei und<br />
mitten im Leben. Die Zugabe stellte<br />
endgültig klar, dass der Auftakt<br />
zu dieser neuen Konzertreihe im<br />
zwanglosen Rahmen gelungen<br />
war und auch viele Leute angesprochen<br />
hat, die sonst vielleicht<br />
nicht den Weg zu diesem Konzert<br />
gefunden hätten.<br />
Ganz im Telemannschen Sinne
41<br />
Die Einstein-Schülerinnen der Achten (v. l.) Emma, Aleksandra, Cassandra, Joana, Lilly<br />
mit dem Musiklehrer Ildefons Klein (Mitte hinten) und der Projektleiterin Elke Fabri (r.)<br />
war sicherlich die Einbindung der<br />
Jugend in das Konzert, die – und<br />
das ist zweifellos in der heutigen<br />
Zeit eine Seltenheit – an der<br />
gleichen Sache allergrößtes Vergnügen<br />
fand. Sie war mit Schülerinnen<br />
und Schülern des Einstein<br />
Gymnasiums schon im Vorfeld in<br />
das Projekt eingebunden.<br />
Sie brachten unter der Begleitung<br />
ihrer Lehrer, speziell der Musikfachschaft,<br />
mit frischen Ideen<br />
und unglaublich professionellen<br />
Arbeiten eine juvenile Note in<br />
die Gestaltung des Rahmenprogramms,<br />
der Flyer und Plakate.<br />
Auch der Name des Programms<br />
»baroc’n’picnic« in Anlehnung an<br />
den Rock’n’Roll entsprang ihrer<br />
Kreativität.<br />
Die Gesamtleiterin des Projekts,<br />
Elke Fabri, Managerin von caterva<br />
musica, führte mehrere Klassen<br />
des Einstein Gymnasiums in<br />
die Barockmusik und speziell in<br />
das Schaffen von Telemann ein.<br />
Zudem erläuterte sie diesen die<br />
spezielle Bau- und Spielweise der<br />
historischen Barockinstrumente.<br />
Ihre Impulse stießen offensichtlich<br />
auf fruchtbaren Boden. Die<br />
jungen Leute machten toll mit,<br />
berichtete die Musikerin. In unserem<br />
Gespräch mit den jungen<br />
Die Gesamtleiterin von baroc’n picnic, Elke Fabri, mit dem EG-Schüler Luke, der eine<br />
historische Geige zeigt<br />
Leute aus der Achten erklärte<br />
Rafaela, dass die Barock-Musik<br />
auch die Menschen von heute anspricht.<br />
Nora wies auf die große<br />
Ausdrucksbreite dieser Musik hin.<br />
Aleksandra hob die andere Optik<br />
und die größere Saitenzahl der<br />
Barock-Geige, der barocken Viola<br />
d’amore hervor. Ihre Mitschüler<br />
verrieten, dass Aleksandra nunmehr<br />
selber das Geigenspiel erlernen<br />
möchte.<br />
Die Veranstalter des baroc’n’picnic<br />
– Marissa und Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg<br />
als Initiatoren,<br />
die Schüler und Lehrer des Einstein-Gymnasiums<br />
Rheda sowie<br />
die Kunststiftung NRW und das<br />
Orchester caterva musica hatten<br />
das Konzept für das Freiluft-Konzert<br />
mit Barockmusik auf authentischem<br />
Instrumentarium unter<br />
Einbindung der Jugend erarbeitet.<br />
»Wir sind sehr zufrieden über die<br />
großartige Resonanz«, bilanzierten<br />
die Initiatoren die Veranstaltung,<br />
die sie sich auch zukünftig<br />
als neuen festen Termin im Kulturkalender<br />
von Rheda-Wiedenbrück<br />
vorstellen können. Ihr herzlicher<br />
Dank gilt dabei allen, die zu diesem<br />
guten Gelingen beigetragen<br />
haben und insbesondere den vielen<br />
Besuchern der Premiere.
42 TIPPS<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
DER ANTI-REISEFÜHRER:<br />
KARL PILKINGTON<br />
»Ein Idiot reist<br />
weiter«<br />
<strong>Das</strong>s die Briten große Reisende<br />
sind, ist spätestens seit David<br />
Livingstone oder Thomas Cook<br />
bekannt. Und der englische Humor<br />
ist berühmt und berüchtigt.<br />
Beides zu kombinieren ist ein<br />
Erfolgsrezept der BBC, ebenfalls<br />
spätestens als sie Michael<br />
Palin von der Monty Python-<br />
Truppe Anfang der 1990er Jahre<br />
auf Weltreise schickte, auf den<br />
Spuren von Jules Verne. Karl Pilkington<br />
ist weitaus jünger und<br />
seine Reisen weitaus aktueller.<br />
Und das Besondere an diesen<br />
Reisen ist, dass Karl Pilkington<br />
ein Idiot ist. Jedenfalls nach<br />
landläufiger Meinung. Und ein<br />
schlichtes Gemüt ist er in der<br />
Tat, denn er nimmt keinerlei<br />
Blatt vor den Mund. Politisch<br />
vollständig inkorrekt sagt er immer,<br />
was er gerade denkt, auch<br />
wenn die Kamera läuft.<br />
Die Faszination dabei ist, dass<br />
das Ganze so peinlich, absurd<br />
und grotesk werden kann, dass<br />
der Zuschauer, beziehungsweise<br />
der Leser, einfach nicht anders<br />
kann als lachen. Allerdings anders<br />
als bei Michael Palin nicht<br />
mit dem »Helden« der verschiedenen<br />
Kapitel sondern über<br />
ihn. Nach dem Erfolg des ersten<br />
Bandes (»Ein Idiot unterwegs«)<br />
ist nunmehr »Ein Idiot reist weiter«<br />
(blanvalet, Taschenbuch,<br />
400 Seiten, viele Farbfotos, 9,99<br />
Euro) erschienen. <strong>Das</strong> Prinzip<br />
des zweiten Bandes ist das des<br />
ersten Teils. Seine Kumpel Ricky<br />
Gervais und Stephen Merchant<br />
stellen Karl diesmal vor die Herausforderung,<br />
die ultimative<br />
»Bucket List« abzuarbeiten. Darauf<br />
stehen 100 Dinge, die man<br />
erlebt haben muss, bevor man<br />
stirbt (kick the bucket, wörtlich<br />
den Eimer umstoßen, vielleicht<br />
auf deutsch: den Löffel abgeben).<br />
<strong>Das</strong>s Karl von all diesen<br />
Dingen rein gar nichts hält, ist<br />
klar. Warum zur Hölle sollte sich<br />
irgendjemand von wilden Stieren<br />
durch Pamplona jagen lassen<br />
wollen? Oder sich im »Tornado<br />
Valley« auf die Suche nach<br />
einem Wirbelsturm begeben?<br />
Einen Eisberg berühren? Dem<br />
Papst die Hand schütteln? Mit<br />
den Massai leben? Nein, danke.<br />
Natürlich lässt Karl sich trotzdem<br />
überzeugen, sich erneut<br />
zum Affen zu machen, und hält<br />
mit seinen Meinungen darüber,<br />
was andere Menschen in ihrem<br />
Leben so anstreben, nicht hinterm<br />
Berg.<br />
Doch an eine Szene aus dem<br />
Buch habe ich kürzlich gedacht,<br />
als ich in 34 Metern Höhe über<br />
das durchlöcherte Gitter des<br />
Skywalks in Dortmund bei<br />
Wind und Regen marschiert<br />
bin. Ich bin nämlich keineswegs<br />
schwindelfrei und mein Körper<br />
sagte mir in aller Deutlichkeit,<br />
dass ich mich in Sicherheit bringen<br />
sollte. So ähnlich wie Karl,<br />
wenn er in Neuseeland mit einem<br />
Bungee-Seil um den Fuß<br />
auf einer Brücke steht. Ich habe<br />
es letztendlich gemacht wie er<br />
und habe auf meinen Körper<br />
gehört, der massiv vorgeschlagen<br />
hat, den Hochofen in 69<br />
Metern Höhe dann doch nicht<br />
mehr ganz zu erklimmen und<br />
lieber umzudrehen. Fragt sich<br />
doch irgendwie, wer der Idiot<br />
ist: derjenige, der sich ohne Not<br />
in subjektiv wahrgenommene<br />
Gefahr begibt oder der, der das<br />
dann einfach mal sein lässt…<br />
MAC P. LORNE<br />
»Der Herr der<br />
Bogenschützen«<br />
Ich gebe ja zu, dass ich ein paarmal<br />
bei der Lektüre von »Der<br />
Herr der Bogenschützen« (Knaur,<br />
Taschenbuch, 703 Seiten,<br />
12,00 Euro) gedacht habe: Naja,<br />
jetzt gehen dem Autoren aber<br />
die Pferde wirklich durch, denn<br />
so viel kann doch nun wirklich<br />
niemand in Wirklichkeit erleben.<br />
Zu meiner Schande muss ich gestehen,<br />
dass ich Unrecht hatte,<br />
denn die Figur des Zweiten Earl<br />
of Huntingdon hat tatsächlich<br />
existiert. Dessen Lebensgeschichte<br />
ist geradezu ideal für<br />
einen historischen Roman, enthält<br />
sie doch alles, was der geneigte<br />
Leser möchte: Spannung,<br />
unerwartete Glückswendungen,<br />
Action, Romantik, Intrigen, wissenswerte<br />
Hintergründe – und<br />
habe ich schon die Action erwähnt?<br />
John Holland, so der Name des<br />
Helden und des historischen<br />
Vorbilds gleichermaßen, ist<br />
ausgesprochen hochwohlgeboren.<br />
Seine Mutter ist eine Plantagenet,<br />
also aus dem Richard-<br />
Löwenherz-Clan stammend.<br />
Sein Vater ist der Erste Earl of<br />
Huntingdon. Doch das nützt<br />
ihm leider nichts, denn er hat in<br />
der Politik auf das falsche Pferd<br />
gesetzt, sprich den falschen<br />
Aspiranten für die Königskrone<br />
unterstützt. <strong>Das</strong> kostet ihn<br />
buchstäblich den Kopf. Johns<br />
Mutter dagegen kann man nicht<br />
einfach hinrichten, das wäre<br />
den anderen Plantagenets dann<br />
doch zu viel. Ihr nimmt man die<br />
Kinder ab und behauptet sie<br />
seien gestorben. Danach wird<br />
sie zwangsverheiratet. Doch<br />
die drei Kinder sind keineswegs<br />
tot, jedenfalls nicht alle, denn<br />
der zweite Sohn überlebt im<br />
Exil und wächst in einfachen<br />
Verhältnissen auf. Historisch<br />
verliert sich dann die Spur des<br />
John Holland für ein paar Jahre,<br />
aber Mac P. Lorne ist ein Meister<br />
seines Fachs, der schon bei seinem<br />
Roman über Francis Drake<br />
(Der Pirat) gezeigt hat, dass er<br />
Leerstellen überzeugend zu füllen<br />
weiß. Jedenfalls besinnt sich<br />
John auf die wenig ritterliche<br />
Waffe des englischen Langbogens.<br />
Ein wenig wie Robin Hood<br />
schart er schließlich jede Menge<br />
Bogenschützen um sich, walisische<br />
Kämpfer um genauer zu<br />
sein. Mit denen greift er in den<br />
Hundertjährigen Krieg ein. Wer<br />
seinen Shakespeare gelesen hat<br />
weiß, dass die Bogenschützen<br />
bei der vernichtenden Niederlage<br />
des französischen Ritterheers<br />
bei Agincourt (1415) eine bedeutende<br />
Rolle spielten.<br />
Damit beginnt Johns Aufstieg<br />
in der englischen Gesellschaft,<br />
aber das bedeutet noch lange<br />
kein ruhiges Leben, denn er<br />
wird gefangengenommen, sitzt<br />
in Festungshaft, kann flüchten<br />
und erlebt jede Menge Abenteuer,<br />
bevor er der überspannten Fanatikerin<br />
begegnet, die den für<br />
die Franzosen schon verloren geglaubten<br />
Krieg wieder entfacht<br />
– und damit alle diplomatischen<br />
Versuche zunichte macht, weshalb<br />
sie dann nach recht kurzer<br />
Zeit für alle Parteien untragbar<br />
wird. Die Rede ist natürlich von<br />
Jeanne D’Arc, der Jungfrau von<br />
Orléans. Sie merken schon, Mac<br />
P. Lorne historischer Roman<br />
spielt in der literarischen Champions<br />
League!
43<br />
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44 TIPPS<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
CORINNE LUCA<br />
»Am liebsten sind<br />
mir die Problemzonen,<br />
die ich noch<br />
gar nicht kenne«<br />
Es soll ja Frauen geben, die behaupten,<br />
überhaupt nur eine einzige Problemzone<br />
zu haben, und das sei der<br />
Ehemann. Diese Frauen sind aber<br />
eindeutig in der Unterzahl, denn<br />
überall begegnen uns Fotos von<br />
trügerisch perfekten Frauenkörpern,<br />
die für schöne Achseln, Diäten<br />
und weißere Zähne werben. Bilder,<br />
die dem weiblichen Geschlecht<br />
Unsicherheiten einreden, um dann<br />
gleich die Lösungen mit zu verkaufen.<br />
Daran kann man und vor allem<br />
Frau verzweifeln – oder man kann<br />
sich vom Optimierungswahn befreien.<br />
In idealer Weise geschieht<br />
dies mit Humor! Corinne Luca erzählt<br />
in ihrem Buch, erschienen bei<br />
Heyne, 294 Seiten, 12,99 Euro, ehrlich<br />
und mit einem Augenzwinkern,<br />
was es heutzutage heißt, eine Frau<br />
zu sein. Und als Leser merkt man,<br />
dass scharfer Verstand beim Durchschauen<br />
von Verlogenheit sehr<br />
nützlich sein kann. Wenn es zum<br />
Beispiel um die hoch gepriesene Natürlichkeit<br />
geht, das »Einhorn unter<br />
den weiblichen Beauty-Standards«,<br />
bei der der Natur natürlich mit<br />
Pflegeprodukten um die 300 Euro<br />
nachgeholfen werden muss. Zumal<br />
da man völlig ungeschminkt höchstens<br />
ein Instagram-Foto schießen<br />
und veröffentlichen darf, nicht aber<br />
in den Supermarkt gehen! Corinne<br />
Luca empfindet es als höchste<br />
Zeit für Schönheitswahn-Detox.<br />
Ansonsten hält sie nämlich auch<br />
nichts vom Detox-Wahn, denn sie<br />
vertritt die Meinung, dass unsere<br />
Organe das Entgiften alleine ganz<br />
gut in den Griff bekommen, dazu<br />
sind sie schließlich ausgelegt. Statt<br />
sich ständig neue Problemzonen<br />
einreden zu lassen und die entsprechenden<br />
Produkte mit ihrem<br />
jeweiligen Glücksversprechen zu<br />
konsumieren, gibt die Autorin den<br />
Leserinnen einige Tipps gegen giftige<br />
Gedanken mit auf den Weg. Eine<br />
kritische Haltung, ein gerüttelt Maß<br />
an Skepsis der Werbung gegenüber<br />
und den Abschied vom perfekten<br />
Ich helfen da bestimmt weiter.<br />
WIEDERENTDECKT:<br />
WALT WHITMAN<br />
»Jack Engles –<br />
Leben<br />
und Abenteuer«<br />
In unserer Rubrik »Alte Literatur wiederentdeckt«<br />
stellen wir eigentlich<br />
immer Literatur vor, die – zumindest<br />
in deutscher Sprache oder<br />
überhaupt – neu aufgelegt wurde.<br />
Bei Walt Whitmans Roman »Jack<br />
Engles – Leben und Abenteuer«, erschienen<br />
bei Manesse, Hardcover,<br />
185 Seiten, 22 Euro, liegt die Sache<br />
anders, denn diesen Roman gab es<br />
noch gar nicht. Jeder Student der<br />
Amerikanistik, der seine Studiengebühren<br />
wert ist, wird Walt Whitman<br />
kennen, steht er doch mit »Leaves<br />
of Grass« auf jeder Leseliste. Allerdings<br />
als Lyriker, seine Gedichte<br />
wurden zum Ur-Meter moderner<br />
Lyrik, wie Wieland Freund in seinem<br />
Nachwort zu Jack Engles so treffend<br />
schreibt. Der soeben auf Deutsch<br />
und auch auf Englisch erstmals<br />
erschienene Roman stammt aus<br />
dem Jahre 1852. Die 165 Jahre bis zur<br />
Erstveröffentlichung lassen sich so<br />
erklären, dass unbekannt war, wer<br />
der Autor des als Fortsetzungsroman<br />
erschienen Werkes war. Seit<br />
langem bekannt war, dass es einen<br />
verlorenen Roman wohl gäbe, aber<br />
Titel und Text lagen um Dunkeln,<br />
bevor Whitman-Forscher, von denen<br />
es übrigens eine Menge gibt,<br />
anhand von Tagebuchaufzeichnungen<br />
das Werk schließlich identifizieren<br />
konnten. Der Stilvergleich mit<br />
anderen Prosa-Werken Whitmans<br />
brachte die schlüssige Zuordnung.<br />
Warum man den Roman heute noch<br />
lesen sollte? Die schlichte Antwort<br />
ist, dass man sonst ein ausgesprochenes<br />
Lesevergnügen verpasst!
TIPPS<br />
45<br />
Humorvoll-lakonisch erzählt Walt<br />
Whitman eine klassische Aufstiegsgeschichte<br />
in der Tradition Benjamin<br />
Franklins oder des großen Charles Dickens,<br />
allerdings in der Neuen Welt,<br />
mitten in New York. Er schildert die<br />
Schattenseiten der rasant wachsenden<br />
Metropole, verschweigt weder<br />
das Elend der Notleidenden noch die<br />
Korrumpierung derer, die an der Wall<br />
Street zu schnellem Geld gekommen<br />
sind. Doch vor allem feiert er in seiner<br />
Figur Jack Engle uramerikanische<br />
und urdemokratische Tugenden: den<br />
Glauben an den unveräußerbaren<br />
Glücksanspruch des Einzelnen, die<br />
Zuversicht und den Pioniergeist<br />
der kleinen Leute, ihren Mut zur<br />
Improvisation und nicht zuletzt die<br />
alles überragende Leitidee der Einwanderernation<br />
– sich gemeinsam,<br />
eben ohne Ansehen von Herkunft,<br />
Stand oder Religion, aufzumachen<br />
in eine bessere Zukunft. <strong>Das</strong> ist doch<br />
wohl typisch amerikanisch, nicht der<br />
Fremdenhass!<br />
DVD<br />
Blind Date mit<br />
dem Leben<br />
Dies vorweg: In »Blind Date mit<br />
dem Leben« geht es nicht um Blind<br />
Dates. Jedenfalls nicht im klassischen<br />
Sinne, dass sich zwei Leute<br />
treffen, ohne irgendetwas voneinander<br />
zu wissen. <strong>Das</strong> »blind« ist<br />
vielmehr wörtlich zu verstehen,<br />
denn die Hauptfigur in dieser Tragik-Komödie<br />
ist tatsächlich so gut<br />
wie blind. Nur weiß das so gut wie<br />
niemand, schon gar nicht mögliche<br />
Partnerinnen. Saliya Kahawatte<br />
(dargestellt von Kostja Ullmann)<br />
hat nämlich die Schule endlich<br />
hinter sich und kann nun ins Leben<br />
starten. So wie die meisten der<br />
Mitschüler, mit denen er das Abi<br />
gemacht hat. <strong>Das</strong> einzige Problem<br />
dabei ist, dass Saliya krankheitsbedingt<br />
fast vollständig blind geworden<br />
ist. Doch er lässt sich nicht<br />
entmutigen und will in keiner Telefonzentrale<br />
arbeiten oder sonstigen<br />
Tätigkeiten nachgehen, die man üblicher<br />
Weise auch Blinden zutraut.<br />
Vielmehr ist er weit davon entfernt,<br />
sich von seiner fortschreitenden<br />
Sehschwäche von irgendetwas abhalten<br />
zu lassen. So stürzt sich der<br />
junge Mann, der längst gelernt hat,<br />
seinen anderen Sinnen mehr zu vertrauen<br />
und über ein hervorragendes<br />
Gedächtnis verfügt, voller Eifer ins<br />
Berufsleben. In dem Münchener Luxushotel,<br />
wo Saliya seine neue Stelle<br />
antritt, merkt keiner etwas davon,<br />
dass der neue Angestellte nicht sehen<br />
kann. Er übt einfach so lange,<br />
bis er keine Augen mehr benötigt,<br />
um alle notwendigen Aufgaben bis<br />
hin zum Gläserpolieren erfüllen kann<br />
(schmutzige Gläser klingen dumpfer<br />
als saubere). Der einzige Eingeweihte<br />
in Saliyas Geheimnis ist sein Kollege<br />
und Freund Max (Jacob Matschenz),<br />
der zwar ein Luftikus ist, ihm aber<br />
in so manchen schwierigen Situationen<br />
zur Seite steht. Doch dann<br />
verliebt sich Saliya in Laura (Anna<br />
Maria Mühe) und da er ihr nicht von<br />
vorneherein reinen Wein einschränkt<br />
und Laura als alleinerziehende Mutter<br />
nichts mehr hasst als Männer,<br />
die lügen, wird Saliyas Leben immer<br />
komplizierter. Die DVD-Version des<br />
Films, der im Frühjahr dieses Jahres<br />
ins Kino kam, zeigt bei den Extras<br />
die wahre Geschichte des Saliya<br />
Kahawatte, der sich tatsächlich fast<br />
blind und unbemerkt von Chefs und<br />
Kollegen im Gastgewerbe jahrelang<br />
durchgeboxt hat.<br />
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46 TIPPS<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
HÖRBUCH:<br />
ELENA FERRANTE<br />
»Die Geschichte<br />
eines neuen<br />
Namens«<br />
Mit 16 haben Lila und Elena,<br />
Freundinnen seit Kindertagen,<br />
ihr armseliges neapolitanisches<br />
Stadtviertel mit seinen einengenden<br />
Konventionen gründlich<br />
satt. Lila versucht, durch eine<br />
vorteilhafte Ehe ihre Chancen<br />
zu verbessern, fühlt sich aber<br />
schon bald eingesperrt und verbittert.<br />
Elena hingegen lässt den<br />
Ort ihrer Kindheit hinter sich und<br />
geht zum Studium nach Pisa. Die<br />
1970er Jahre bringen Veränderungen<br />
für beide: die Erfahrung der<br />
Mutterschaft, Auseinandersetzungen<br />
im Berufsleben und nicht<br />
zuletzt große gesellschaftliche<br />
Umwälzungen. Indem ihre Wege<br />
sich trennen, werden nicht nur die<br />
beiden Mädchen, sondern wird<br />
auch ihre Freundschaft zueinander<br />
erwachsen.<br />
Eva Mattes liest den zweiten Teil<br />
der neapolitanischen Tetralogie<br />
mit der ihr eigenen Zurückhaltung<br />
und wird so dem Stil der<br />
Autorin gerecht, der nur auf den<br />
ersten Blick ein wenig kühl wirkt.<br />
So erliegt man dem suggestiv fließenden<br />
Sog einer figurenreichen<br />
Geschichte, wie Literaturkritiker<br />
Marc Reichwein es so treffend<br />
in seiner Rezension zu »Die geniale<br />
Freundin« ausdrückte. Die<br />
italienische Autorin, die unter<br />
dem Pseudonym Elena Ferrante<br />
schreibt, erlangte mit dem ersten<br />
Band »Meine geniale Freundin«<br />
internationales Ansehen,<br />
so sehr, dass das TIME-Magazin<br />
sie zu den 100 einflussreichsten<br />
Personen der Welt 2016 wählte.<br />
In Deutschland allerdings setzte<br />
der Erfolg eher zeitversetzt ein,<br />
denn während in den USA bereits<br />
alle vier Bände erschienen sind<br />
und mehr als zwei Millionen Bücher<br />
verkauft wurden, sind es bei<br />
uns gerade eine dreiviertel Million<br />
- was natürlich immer noch<br />
ein Mega-Bestseller ist. Auch ist<br />
hierzulande gerade erst bei Suhrkamp<br />
Band 3 erschienen. Die ungekürzte<br />
Lesung des zweiten Teils<br />
ist dankenswerter Weise auf zwei<br />
MP3-CDs erschienen, was gut 18<br />
Stunden Lesezeit bedeutet, Kostenpunkt<br />
22,99 Euro.<br />
JUGENDBUCH:<br />
KRISTEN CICCARELLI<br />
»Iskari –<br />
der Sturm naht«<br />
»Ich fühle mich zu seltsamen, unmöglichen<br />
Dingen hingezogen – vor<br />
allem dabei kann Fantasy überzeugen«,<br />
hat Kristen Ciccarelli vor kurzem<br />
bei einem Interview gesagt. Die<br />
junge Kanadierin mit dem italienischen<br />
Namen und den slowenischen<br />
Wurzeln weiß wovon sie spricht, ist<br />
sie doch selbst eine Meisterin ihres<br />
Fachs. Sie wuchs im Haus ihrer<br />
Großmutter auf, das von dichtem<br />
Wald umgeben war, und träumte<br />
schon als Kind von Einhörnern, die<br />
sie einen Sommer lang vergebens in<br />
den dunklen Wäldern ihrer Heimat<br />
suchte. Vor allem Drachen hatten<br />
es ihr angetan. So sehr, dass ihr<br />
Kunstlehrer ihr verbot, irgendetwas<br />
zu malen, das auch nur entfernt einem<br />
Drachen ähnelte. Heute dürfte<br />
der Mann stolz auf seine damalige<br />
Schülerin sein, denn genau mit Drachen<br />
hat sie mittlerweile weltweit<br />
Bekanntheit erreicht. In »Iskari – der<br />
Sturm naht« lernt der Leser die junge<br />
Frau Asha kennen. Als kleines Kind<br />
lockte Asha einst Kozu herbei, den<br />
mächtigsten aller Drachen. Er gab<br />
vor, ihr Freund zu sein, doch dann<br />
flog er auf und vernichtete mit seinen<br />
mörderischen Flammen Ashas<br />
Heimatstadt und tötete viele Menschen.<br />
Um die unverzeihliche Schuld,<br />
die sie damit auf sich geladen hatte,<br />
zu sühnen, ist die durch eine Wunde<br />
schwer gezeichnete Asha eine Iskari<br />
geworden, eine Drachentöterin – die<br />
beste und mutigste von allen. Doch<br />
ihre größte Prüfung steht ihr noch<br />
bevor. Denn ihr Vater, der allmächtige<br />
König, stellt ihr ein schreckliches<br />
Ultimatum. Entweder befreit sie innerhalb<br />
von sieben Tagen das Land<br />
endgültig von Kozu – oder sie muss<br />
Jarek heiraten. Aber Kozu scheint unbesiegbar,<br />
der Kampf mit ihm selbst<br />
für eine Iskari viel zu schwer. Doch es<br />
kommt Hilfe von unerwarteter Seite.<br />
Asha ist nicht allein, denn plötzlich<br />
stellt sich jemand an ihre Seite.<br />
Torwin, der geheimnisvolle Sklave<br />
Jareks, dürfte sie eigentlich nicht<br />
einmal ungestraft ansehen, doch er<br />
scheint furchtlos wie Asha zu sein.<br />
Erschienen ist der erste Band der Trilogie<br />
auf Deutsch bei heyne>fliegt,<br />
Hardcover, 415 Seiten, 16,99 Euro.
47<br />
Spinnen die?<br />
<strong>Das</strong> Forbes-Magazin erklärte sie<br />
zum Must-Have-Spielzeug <strong>2017</strong><br />
fürs Büro, also unentbehrlich.<br />
Und Eltern schulpflichtiger Kinder<br />
wissen ebenfalls längst Bescheid.<br />
Bleibt aber immer noch ein Rest<br />
von Menschen, die sich fragen,<br />
was diese kleinen wirbelnden<br />
Dinger sein sollen, die in diesem<br />
Jahr plötzlich den Markt überschwemmt<br />
haben. Die Rede ist<br />
von den sogenannten Spinners,<br />
genauer gesagt: Fidget Spinners.<br />
<strong>Das</strong> sind etwa handtellergroße<br />
Spielzeuge, die etwas an Wurfsterne<br />
erinnern, wobei die drei<br />
Zacken abgerundet sind. In der<br />
Mitte befindet sich ein Kugellager,<br />
durch das sich das Spielzeug drehen<br />
lässt (spin heißt im Englischen<br />
drehen).<br />
Und genau das ist der Punkt, denn<br />
entwickelt wurden die Spinner<br />
in den USA zu therapeutischen<br />
Zwecken. Vor allem Kinder mit<br />
Aufmerksamkeitsdefiziten oder<br />
Hyperaktivitätsstörungen oder<br />
auch autistischen Kindern helfen<br />
die wirbelnden Dinger ganz offenbar,<br />
Stress abzubauen. Dazu<br />
nimmt man das Teil zwischen<br />
Daumen und Mittelfinger und<br />
gibt ihm ordentlich Anschwung.<br />
Daraufhin dreht sich der Fidget<br />
Spinner eine ganze Zeit. Wer das<br />
Gerät beherrscht, kann dann anschließend<br />
sogar kleine Kunststücke<br />
vollführen. Könner werfen die<br />
Spinner in die Luft oder wechseln<br />
die Hand, wobei sich das Teil natürlich<br />
immer weiter drehen muss.<br />
Ursprünglich nur aus Plastik (bis<br />
auf das Kugellager natürlich), gibt<br />
es heute schon Fidget Spinner aus<br />
allen möglichen Materialien, wie<br />
beispielsweise Zink-Legierungen<br />
– wodurch natürlich auch die Kosten<br />
ansteigen. Ursprünglich kosten<br />
die Dinger so um die drei Euro,<br />
aber mittlerweile sind auch schon<br />
welche für 50 Euro zu haben. Den<br />
Topstone LED Fidget Spinner gibt<br />
es in acht verschiedenen Farben<br />
und diese sind mit LEDs ausgerüstet.<br />
Kostenpunkt schlappe 895,00<br />
Euro. <strong>Das</strong> ist dann doch eher etwas<br />
für den Top-Manager, denn glaubt<br />
man dem Forbes-Magazin, dann<br />
drehen die großen Macher frenetisch<br />
an den kleinen Rädchen. Die<br />
spinnen dann tatsächlich!
48 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Dr. Hugo<br />
empfiehlt<br />
Ist das Popcorn von der Herbstkirmes shon<br />
wieder alle? Dann macht doch einfach mit<br />
Mama und Papa ganz schnell euer eigenes!<br />
Bastelt lustige Blättermännchenbilder<br />
und löst mein Herbsträtsel.<br />
Euer Dr. Hugo<br />
Ihr braucht: • 70 g Popcorn-Mais • 1 EL Öl<br />
1<br />
2<br />
Erhitzt das Öl und den Popcorn-Mais<br />
in einer großen Pfanne.<br />
Sobald der Mais anfängt zu poppen,<br />
schließt ihr die Pfanne mit<br />
einem Deckel. Lasst das Popcorn vier<br />
bis fünf Minuten lang bei kleiner Hitze<br />
»hüpfen«. Rüttelt immer wieder an<br />
der Pfanne, damit das Popcorn nicht<br />
anbrennt.<br />
3<br />
Wenn keine Plopp-<br />
Geräusche mehr zu<br />
hören sind, nehmt ihr die<br />
Ihr braucht: • Gepresste Blätter • Schwarzen<br />
Filzstift • Wackelaugen • Tonkarton<br />
1<br />
Klebt auf die Blätter jeweils ein Augenpaar.<br />
Malt mit dem Filzstift<br />
Pfanne vom Herd und gebt<br />
das Popcorn in eine Schüssel.<br />
Ihr braucht: • 3 EL Butter • 3 EL Honig<br />
• 1 Prise Salz • 50 g gehackte Mandeln<br />
1<br />
Erhitzt die Butter in einer großen<br />
Pfanne und lasst sie schmelzen. Gebt<br />
den Honig und das Salz hinzu. Gut verrühren.<br />
Mischt dann zügig die Mandeln<br />
2<br />
unter.<br />
Nehmt die Pfanne vom Herd,<br />
gebt das Popcorn in die Pfanne<br />
noch einen Mund und eine Nase dazu.<br />
2<br />
Klebt die »Blättermännchen« auf<br />
ein Stück Tonkarton. Jetzt könnt<br />
ihr, wenn ihr wollt, noch Arme und Beine<br />
und was euch sonst noch einfällt, dazumalen<br />
oder aus Tonkarton ausschneiden<br />
und dazukleben.<br />
und wendet es in<br />
der Mandel-Honig-<br />
Masse. Lasst es auf Backpapier<br />
trocknen und brecht es anschließend<br />
grob auseinander.<br />
Ihr braucht: • 3 EL Butter • 3 EL Ahornsirup<br />
• 1 EL Milch • 50 g braunen Zucker<br />
• 60 g gehackte Mandeln • 60 g Raspel-<br />
Schokolade<br />
1<br />
Erhitzt Butter, Zucker, Sirup und Milch<br />
in einer großen Pfanne. Gut verrühren.<br />
Lasst das Gemisch ohne zu rühren<br />
etwa zwei Minuten lang köcheln.<br />
2<br />
Nehmt die Pfanne vom Herd, mischt<br />
die Schokolade unter und lasst sie<br />
schmelzen, bis die Masse glatt<br />
ist. Gebt das Popcorn in die<br />
Pfanne und wälzt es darin,<br />
bis es gleichmäßig mit<br />
Schokolade überzogen ist.<br />
3<br />
Breitet es auf Backpapier aus und<br />
lasst die Schokolade fest werden.<br />
5<br />
1 2<br />
3<br />
2<br />
3<br />
1<br />
4<br />
6<br />
4 5<br />
6<br />
Lösung:<br />
Lösungen der Rätsel S. 52
49<br />
REDENSARTEN AUF DEN GRUND GEGANGEN<br />
Leviten lesen oder Standpauke halten?<br />
Schon im alten Ägypten wurden Leviten gelesen.<br />
Wenn eine Fußballmannschaft<br />
aus Motivationsgründen<br />
schlecht gespielt hat, steht<br />
montags gerne in der Zeitung,<br />
dass der Trainer dem Team eine<br />
Standpauke gehalten oder den<br />
Spielern die Leviten gelesen hat.<br />
Beides bedeutet ja soviel wie<br />
eindeutiges Missfallen äußern,<br />
um eine Umkehr im Verhalten zu<br />
bewirken. Soweit alles klar, aber<br />
was soll das eigentlich wörtlich<br />
heißen. Wieso Pauke? Und was<br />
sind Leviten? Nun, kommen wir<br />
also unserem selbst gewählten<br />
Bildungsauftrag nach und gehen<br />
den Redewendungen auf<br />
den Grund.<br />
Ein Großteil unserer Redewendungen<br />
gehen ja auf Goethe<br />
(Gretchenfrage), auf Shakespeare<br />
(faul im Staate Dänemark)<br />
oder auch auf bäuerliches Leben<br />
zurück, letzteres zum Beispiel<br />
beim Löffel abgeben. Nur der<br />
Haushaltsvorstand auf dem<br />
Hof hatte einen silbernen Löffel<br />
und der einzige Grund, den Löffel<br />
abzugeben war der Tod, das<br />
ist schon klar. Doch aus diesen<br />
Bereichen kommen die oben<br />
genannten Redewendungen<br />
nicht. Der nächste zu vermutende<br />
Fundort wäre dann natürlich<br />
die Bibel, und die liefert dann<br />
auch den ersten Treffer. <strong>Das</strong><br />
dritte Buch Moses, auch Levitikus<br />
genannt, beinhaltet unter<br />
anderem die Verhaltensmaßregeln<br />
für die nach ihrem Stammvater<br />
Levi genannten Priester<br />
des jüdischen Glaubens. Und<br />
das Alte Testament wäre nicht<br />
das Alte Testament, wenn es<br />
nicht auch noch aufzeigen würde,<br />
was passiert, wenn man die<br />
Regeln nicht einhält. <strong>Das</strong> Kapitel<br />
26 lässt dann keine Zweifel aufkommen:<br />
»Werdet ihr aber mir<br />
nicht gehorchen /…/ so will ich<br />
euch solches tun: Ich will euch<br />
heimsuchen mit Schrecken,<br />
Schwulst und Fieber, daß eure<br />
Angesichte verfallen und der<br />
Leib verschmachtet«. <strong>Das</strong> sind<br />
doch mal klare Worte: Schrecken,<br />
Schwulst und Fieber!<br />
Doch nicht allein im alten Ägypten<br />
drohten die entsprechenden<br />
Strafen. Die Benediktiner<br />
ermahnten im frühen Mittelalter<br />
vor allem ihre jungen und<br />
aufmüpfigen Ordensbrüder in<br />
ihren Andachts- und Bußübungen,<br />
indem sie das dritte Buch<br />
Moses zitieren. Und mit Religion,<br />
nicht mit Musik hat auch die<br />
Standpauke zu tun. <strong>Das</strong> mittelhochdeutsche<br />
Verb puken (langes<br />
u gesprochen) bedeutete ursprünglich<br />
schlagen, seit dem 18.<br />
Jahrhundert war es ein Synonym<br />
für predigen. <strong>Das</strong> geht wohl darauf<br />
zurück, dass die Geistlichen<br />
in ihren Predigten häufig auf<br />
die Kanzel schlugen, um ihren<br />
Worten noch mehr Nachdruck<br />
zu verleihen. Aber auch das Lernen<br />
vor Prüfungen und später<br />
auch das Üben der schlagenden<br />
Studentenbewegungen wurde<br />
pauken genannt (den Paukboden<br />
gibt es heute noch). Der Begriff<br />
Pauker für Lehrer hat sich offenbar<br />
im 19. Jahrhundert etabliert,<br />
zuvor waren die Lehrer ja ohnehin<br />
so gut wie immer Geistliche.<br />
Eine Standpauke war ab dieser<br />
Zeit eine Zurechtweisung durch<br />
eine Lehrperson, bei der die Gescholtenen<br />
zu stehen hatten.<br />
Interessant finde ich noch, dass<br />
es in anderen Sprachen offenbar<br />
weder das Levitenlesen noch die<br />
Standpauke gibt (zumindest<br />
konnte ich nichts dazu finden).<br />
Im Englischen sind wir bei einem<br />
ähnlichen Ausdruck aber noch<br />
immer bei der Religion. Im Englischen<br />
sagt man »rake someone<br />
over the coals« oder auch »drag<br />
someone over the coals«. Dieser<br />
Ausdruck ist schon für die Mitte<br />
des 16. Jahrhunderts belegt und<br />
geht auf die Technik zurück, wie<br />
man mit Ketzern umgegangen<br />
ist. Die hat man nämlich über<br />
die – natürlich brennenden –<br />
Kohlen gezogen, um eine Meinungsänderung<br />
zu bewirken. Im<br />
Französischen ist das gehörigdie-Meinung-Sagen<br />
dagegen<br />
etwas milderen Ursprungs. Passer<br />
un savon à quelqu‘un heißt<br />
in etwa jemanden ein Stück<br />
Seife reichen. Dazu muss man<br />
wissen, dass früher natürlich<br />
in Frankreich wie bei uns auch<br />
gemeinsam die Wäsche im Dorf<br />
gewaschen wurde. <strong>Das</strong> war<br />
zwar super anstrengend, aber<br />
reine Frauensache. Und mit der<br />
Waschseife reichten die Frauen<br />
auch gerne Klatsch weiter oder<br />
sagten ihrer Nachbarin gehörig<br />
die Meinung. Na, immerhin<br />
drohten sie nicht mit Schrecken,<br />
Schwulst und Fieber!
50 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
GEBÜNDELTE<br />
K OMPETENZ –<br />
JEDERZEIT FÜR<br />
IE VOR<br />
RT<br />
S<br />
O<br />
Schwedenrätsel<br />
Vergrößerungsglas<br />
Widerwille,<br />
Abneigung<br />
Jurist<br />
zur<br />
Beurkundung<br />
Gemahlin<br />
Lohengrins<br />
Vortragskünstler<br />
(Musik)<br />
TV-,<br />
Radiosender<br />
(Abk.)<br />
gespaltenes<br />
Stück<br />
Holz<br />
tiefes<br />
Bedauern<br />
Egoist<br />
Polster-,<br />
Ruhemöbel<br />
Kopfbedeckung<br />
englischer<br />
Artikel<br />
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Landeskriminalamt<br />
blütenlose<br />
Wasserpflanze<br />
Vorrang;<br />
Vorteil<br />
einfarbig<br />
(französisch)<br />
einspuriges<br />
Fahrzeug<br />
ohne<br />
Pedale<br />
landwirtschaftliches<br />
Gerät<br />
Nachbarschaft<br />
barmherzig<br />
Sudoku<br />
leicht<br />
heftiger<br />
Unwille<br />
mit Paddeln<br />
gefahrenes<br />
ungeordnet;<br />
fahrig<br />
Heldengedicht<br />
Stockwerk<br />
schmieren,<br />
fetten<br />
Nonne<br />
in der<br />
Probezeit<br />
1 4<br />
5<br />
Hafenstadt<br />
in<br />
Marokko<br />
Stadt<br />
in den<br />
Niederlanden<br />
altes<br />
Apothekergewicht<br />
Schubfach<br />
Laufvogel<br />
Neuseelands<br />
Währungseinheit<br />
somit,<br />
mithin<br />
Roman<br />
von<br />
Émile<br />
Zola<br />
Teil des<br />
Vogelkleides<br />
Gebirgsübergang<br />
Hast<br />
Tragen Sie in die leeren Felder die Ziffern 1 bis 9 so ein, dass in jeder Zeile, jeder<br />
Spalte und jedem 3-x-3-Gebiet jede der Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommt.<br />
2 7 8<br />
4 3 5 8<br />
1 2 9<br />
3 9 4<br />
7 9 1<br />
4 3 5<br />
6 8 4<br />
3 2 5 1<br />
5 3 6<br />
dt.<br />
Maler,<br />
Grafiker<br />
(Emil)<br />
der<br />
Morgen<br />
Trinken<br />
6 2<br />
Name<br />
zweier<br />
Flüsse<br />
z. Rhein<br />
im Jahre<br />
(lateinisch)<br />
abgesehen<br />
von<br />
3 Sportboot<br />
7<br />
Runddorf<br />
afrikanischer<br />
Stämme<br />
meist<br />
ungiftige<br />
Schlange<br />
Lösung:<br />
mittel<br />
alle;<br />
jeglicher<br />
Zuruf<br />
beim<br />
Strom<br />
in Ostsibirien<br />
Organ<br />
des<br />
Harnsystems<br />
miteinander<br />
Vermählte<br />
Bücherbord<br />
ebenfalls<br />
Ostasiat<br />
französisches<br />
Adelsprädikat<br />
englische<br />
Prinzessin<br />
schmal;<br />
begrenzt<br />
völlig<br />
gefühllos<br />
Beweisperson<br />
Gesangspaar<br />
chem.<br />
Zeichen<br />
für<br />
Kupfer<br />
geteilt,<br />
unvollkommen<br />
Pyrenäenvolk<br />
Blattgemüse<br />
Tatkraft,<br />
Spannkraft<br />
Gebetsschlusswort<br />
auf einem<br />
religiösen<br />
Brauch<br />
beruhend<br />
Fluss<br />
zur<br />
Mosel<br />
1 2 3 4 5 6 7<br />
7 6 9 5<br />
9 2<br />
1 3 9<br />
6 7 4<br />
2 3<br />
6 5 1<br />
9 8 1<br />
3 8<br />
3 5 9 2<br />
Unser Lösungswort vom letzten Mal: Emssee
51<br />
Kompaniechef Manfred Neumann strahlt bei der Entgegennahme der Sieger-Trophäe<br />
aus den Händen von Oberst Detlef Klott (r.) sowie König Frank II. Arzu und Königin<br />
Kerstin I. Schmidt.<br />
ERBSENSUPPENESSEN DER STADTSCHÜTZEN<br />
Die »Zweite« sicherte sich den<br />
Kompaniepokal<br />
(Kem) Im Blickpunkt der Ehrungen<br />
durch die Stadtschützen<br />
stand beim beliebten Erbsensuppenessen<br />
auf dem in der<br />
Meinersheide gelegenen Hof<br />
der Familie Heinrich Ackfeld die<br />
zweite Kompanie. Kompaniechef<br />
Manfred Neumann konnte zum<br />
dritten Mal in Folge die begehrte<br />
Sieger-Trophäe aus dem Kompaniepokalschießen<br />
von Oberst<br />
Detlef Klott sowie König Frank<br />
II. Arzu und Königin Kerstin I.<br />
Schmidt in Empfang nehmen. Die<br />
75 Teilnehmer der Gruppe hatten<br />
mit jeweils 10 Schüssen 928 Ringe<br />
erreicht. Die besten zehn kamen<br />
dabei in die Wertung. Gabi<br />
Hellweg wurde mit 97 von möglichen<br />
100 Ringen beste Teilnehmerin<br />
vor Thorsten Bocks mit 94<br />
Ringen aus der zweitplatzierten<br />
ersten Kompanie, die sich mit 33<br />
Schützen 914 Ringe sicherte. Auf<br />
94 Ringe kam auch Andreas Lewe<br />
aus der Jungschützenkompanie.<br />
Der mit nur 12 Teilnehmern angetretene<br />
Nachwuchs schaffte<br />
insgesamt 871 Ringe.<br />
Oberst Detlef Klott ärgerte sich<br />
über die schlechte Beteiligung<br />
an dem Traditionswettbewerb.<br />
Er bezeichnete die Zahl von insgesamt<br />
120 Teilnehmern von über<br />
500 Mitgliedern als viel zu gering.<br />
Für das nächste Jahr forderte<br />
er ein größeres Engagement.<br />
Über Sachpreise konnten sich<br />
die erfolgreichen Teilnehmer<br />
an dem neuen Fotowettbewerb<br />
»Uniform-Challenge« freuen. Der<br />
erstplatzierte Marvin Hoffmann<br />
erhielt ein 30 Liter Bierfass für<br />
seinen Schnappschuss uniformierter<br />
Schützen. Jungschütze<br />
Lauren Vetere nahm für ihren<br />
zweiten Platz eine Familienpizza<br />
entgegen und Eva Lange zwei Flaschen<br />
Sekt für den dritten Platz.<br />
140 Schützenschwestern und<br />
-brüder hatten sich bei dem<br />
Ausmarsch zum Erbsensuppenessen<br />
vom Vereinshaus am Werl<br />
in bester Laune zu den Klängen<br />
des Spielmannszugs Rheda auf<br />
den Weg gemacht. Einen Zwischenstopp<br />
mit Ständchen zu<br />
Ehren der Bewohner legten die<br />
Teilnehmer beim Senioren-Park<br />
»Carpe Diem« ein.<br />
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52 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Standesamtliche Nachrichten<br />
Vom 16.08.<strong>2017</strong> – 15.09.<strong>2017</strong><br />
Standesamtsberzirk Rheda-Wiedenbrück<br />
Eheschließungen:<br />
Claudia Christina Schulze und<br />
Wolfgang Kröner, Am Rondell<br />
7; Sandra Kellner und Stephan<br />
Weishaupt, Schwenkelstraße 10;<br />
Julia Kreker und Jakob Weber,<br />
Friedrichsdorfer Str. 67, Gütersloh;<br />
Lena Katharina Krause und Mesut<br />
Ceylan, Tannenweg 13; Nadine<br />
Pollklas und Benedikt Pohlmann,<br />
Schäferstraße 67; Natascha Olbert<br />
und Oliver Westernströer,<br />
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Breite Straße 9<br />
33378 Rheda-Wiedenbrück<br />
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Sterbefälle:<br />
Ingrid Barembruch geb. Wiggert,<br />
Am Rondell 14; Erich Wichert, Sebastianstraße<br />
12; Anna Milchers<br />
geb. Sellhorst, Sieboldstraße 2;<br />
Helga Renate Diebel geb. Gutschmann,<br />
Parkstraße 1; Maria Körner<br />
geb. Cihlarsch, Am Rondell 14;<br />
Rita Schulz geb. Löwenstein, Im<br />
Wieksfeld 5; Barbara Brökelmann<br />
geb. Klopries, Königsberger Straße<br />
1; Gertrud Margarete Bücker<br />
geb. Schnieder, Mallinckrodtstraße<br />
11; Margarete Anna Kuhlmeier,<br />
Drostenweg 15; Elisabeth Sudbrock<br />
geb. Großerohde, Tecklenborgstraße<br />
2; Magdalene Anna<br />
Hüser geb. Schulte, Auf der Warte<br />
17; Hans Wellnitz, Biberstraße 65<br />
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Lösung von<br />
Dr. Hugos Kinderseite<br />
(S.48)<br />
Lösungswort: Kastanie
53<br />
Brandschutz<br />
kommt vor<br />
Sicherheit<br />
Petra Andrews<br />
Die Haustür nachts zu verschließen,<br />
gehört in vielen Mietobjekten<br />
zur Routine. Geprägt ist dieses<br />
Vorgehen von der Angst vor Einbrechern.<br />
Was dabei leider nicht<br />
beachtet wird:<br />
Sollte ein Feuer ausbrechen, ist die<br />
verschlossene Tür ein Hindernis.<br />
Erst nach dem Schlüssel zu suchen<br />
oder ihn sogar aus der Wohnung<br />
holen zu müssen, sorgt zusätzlich<br />
für Panik. Aus diesem Grund<br />
hat das Landgericht Frankfurt am<br />
Main jetzt den entsprechenden<br />
Passus einer Hausordnung außer<br />
Kraft gesetzt (Aktenzeichen:<br />
2-13 S 127/12). <strong>Das</strong> Urteil nimmt<br />
Bezug auf einen Beschluss einer<br />
Eigentümerversammlung, woraus<br />
sich ergibt, dass die Haustür über<br />
Nacht verschlossen bleiben muss.<br />
Hiergegen hatte einer der Eigentü-<br />
mer geklagt, da die verriegelte Tür<br />
die Fluchtmöglichkeiten im Fall eines<br />
Brandes erheblich einschränken<br />
würde. Die Richter schlossen<br />
sich dieser Ansicht an. Sie hoben<br />
hervor, dass ein Feuer schnell zur<br />
tödlichen Gefahr werden könne.<br />
Der Beschluss der Eigentümerversammlung<br />
widerspreche daher<br />
einer ordnungsgemäßen und<br />
dem Interesse der Gesamtheit der<br />
Wohnungseigentümer entsprechenden<br />
Verwaltung.<br />
Kurzum: Nach Meinung des Landgerichts<br />
Frankfurt am Main tritt<br />
das Sicherungsinteresse hinter<br />
den Brandschutz zurück.<br />
<strong>Das</strong> bedeutet nicht, dass ein Mietobjekt<br />
über Nacht ungesichert<br />
bleiben muss, damit Einbrecher<br />
leichtes Spiel haben. Es gibt die<br />
Option, eine Tür zu verschließen<br />
und sie im Notfall – auch ohne<br />
Schlüssel – von innen zu öffnen.<br />
Dazu müssen sogenannte Panikschlösser<br />
montiert werden.<br />
Die Tür kann von innen und von<br />
außen verschlossen werden. Um<br />
sie dann von innen aufzumachen,<br />
genügt es, die Türklinke zu betätigen.<br />
Simpel und wirkungsvoll. Vor<br />
allem aber werden die Schlösser<br />
allen Ansprüchen gerecht: denen<br />
nach Sicherheit und denen des<br />
Brandschutzes.<br />
Petra Andrews<br />
Rechtsanwältin für Familienrecht<br />
in der Kanzlei Swienty · Granas ·<br />
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Erscheinungsweise: monatlich<br />
Chefredakteur: Michael Ebeling<br />
Es gilt die Preisliste 02/<strong>2017</strong><br />
Anzeigenleitung: Birgit Ebeling & Sarina Schiller Preise unverändert seit 07/2011<br />
Titelbild: Jiri Hera – .fotolia.com<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong> wird als Monatsmagazin mit großer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit bearbeitet. Eine<br />
Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit wird nicht übernommen. Jegliche Ansprüche müssen<br />
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werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme<br />
in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-Rom.
54 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Die Schlauen<br />
gehen um 0<br />
Uhr 29 ins Bett.<br />
H O L Z I G L A S<br />
T Ü R E N E L E M E N T E<br />
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So etwas lese ich gerne: Wer<br />
nachts länger aufbleibt und<br />
noch dazu einen unordentlichen<br />
Schreibtisch hat, der ist schlauer<br />
als die, die früh zu Bett gehen und<br />
Ordnung am Schreibtisch halten.<br />
<strong>Das</strong> klingt ja sowas von gut für<br />
mich. Die Frage ist nur: Stimmt<br />
das auch? Die Psychologie-Professorin<br />
Kathleen Vohs und ihr<br />
Team von der Universtiy of Minnesota<br />
behaupten das jedenfalls.<br />
Grundlage dafür sind ihre Forschungen<br />
aus jüngerer Zeit. Und<br />
diese Forschungen beinhalten<br />
verschiedene Experimente. Zum<br />
Beispiel fanden die Forscher heraus,<br />
dass sich die Probanden in<br />
einer ordentlichen Umgebung<br />
weitaus vernünftiger verhielten<br />
als in einer unordentlichen. Während<br />
die ordentliche Umgebung<br />
dafür sorgte, dass die Probanden<br />
einen Apfel als Snack dem Schokoriegel<br />
vorzogen, ließen sie es<br />
an Kreativität vermissen, wenn<br />
ungewöhnliche Aufgaben gelöst<br />
werden sollten. Eine dieser Aufgaben<br />
war zum Beispiel zu überlegen,<br />
was man mit Tischtennisbällen<br />
alles machen könnte, außer<br />
Pingpong spielen.<br />
Der zugegebener Maßen sehr<br />
umstrittene britisch-amerikanische<br />
Psychologe (evolutionary<br />
psychologist) Satoshi Kanazawa<br />
hat schon 2010 ausgeführt, dass<br />
Leute, die als Erwachsene spät ins<br />
Bett gehen, als Kinder den höheren<br />
Intelligenzquotienten haben.<br />
Er hat sogar ausgerechnet, um<br />
wieviel Uhr die Schlauesten im<br />
Durchschnitt ins Bett gehen und<br />
um wieviel Uhr die Dümmsten.<br />
Und natürlich hat er dabei die<br />
Arbeitswoche und das Wochenende<br />
unterschieden. Also, wenn<br />
Sie im Schnitt in der Woche um<br />
0 Uhr 29 ins Bett gehen und am<br />
Wochenende um 1 Uhr 44, dann<br />
gehören Sie zu den Schlauesten.<br />
Gleichzeitig steht man als<br />
Bett leer, Hirn voll<br />
Schlauer im Schnitt um 7 Uhr 52<br />
in der Woche und am Wochenende<br />
um 11 Uhr 7 auf. Auf dem anderen<br />
Ende der Kanazawa-Skala<br />
finden sich alle diejenigen, die<br />
um 23:41 Uhr in der Falle liegen<br />
und am Wochenende um 0:44<br />
Uhr (Aufstehen 7:20 Uhr und am<br />
Wochenende 10:09 Uhr). Wie der<br />
gute Mann an seine exakten Ergebnisse<br />
gekommen ist, liegt ja<br />
auf der Hand. Er hat einfach Leute<br />
interviewt, wann sie ins Bett<br />
gehen und aufstehen. Und da in<br />
Amerika der IQ von Kindern regelmäßig<br />
ermittelt wird, hat er die<br />
Daten einfach zusammengefasst.<br />
Bleibt die Frage, wie er überhaupt<br />
auf die Fragestellung gekommen<br />
ist. Zunächst einmal ist<br />
er davon ausgegangen, dass der<br />
Mensch eigentlich kein Nachttier<br />
ist. Biologisch gesehen sind wir<br />
tagaktive Allesfresser (klingt ein<br />
bisschen uncharmant, finde ich).<br />
<strong>Das</strong> stimmt natürlich und jeder,<br />
der je in der Dunkelheit über seine<br />
Katze gestolpert ist, wird das<br />
bestätigt finden. Denn während<br />
die Katze davon ausgeht, dass<br />
Herrchen oder Frauchen, das Personal<br />
also, genauso gut sieht wie<br />
sie selbst, ist das natürlich keineswegs<br />
der Fall. Wir sind durch<br />
keines unserer Sinnesorgane<br />
besonders für den Nachtbetrieb<br />
ausgestattet. Und offenbar richten<br />
sich alle Naturvölker genau<br />
wie unsere Vorfahren in Europa<br />
nach der Helligkeit. Die Yanomamö<br />
in Südamerika ebenso wie die<br />
Massai in Afrika stehen zum Morgengrauen<br />
hin auf und begeben<br />
sich zur Ruhe, wenn die Sonne<br />
untergeht. Höchstens wenn es etwas<br />
Besonderes zu bereden oder<br />
etwas zu feiern gibt, weicht man<br />
von dieser Routine ab und bleibt<br />
länger wach. Unser eigentlicher<br />
Biorhythmus gibt das offenbar<br />
auch vor. Doch wir sind die einzigen<br />
Lebewesen, so die Ethno-<br />
Psychologen, die ihren eigenen<br />
Rhythmus ignorieren und verändern<br />
können. Wer sich also nicht<br />
an die traditionelle Lebensweise<br />
hält, soll kreativer, geistig mobiler<br />
und schon als Kind schlauer<br />
sein. Wenn das so ist, werde ich<br />
natürlich demnächst zusehen,<br />
dass ich um 0:29 Uhr im Bett<br />
bin, wenn ich schon nicht um<br />
7:52 Uhr aufstehen kann, denn<br />
leider kennt offenbar nicht jeder<br />
Arbeitgeber diese Studie. Aber<br />
dass ein Arbeitsbeginn vor neun<br />
Uhr nichts für Schlaue ist, das<br />
habe ich ja schon immer geahnt…<br />
Naturvölker schlafen früher
55<br />
Klaus Kreienbaum, Dieter Lechtreck, Dirk Rothland. Es fehlt Adel Khella.<br />
TSG Radsport<br />
Klaus Kreienbaum, Adel Khella,<br />
Dieter Lechtreck, und Mitstarter<br />
Dirk Rothland haben dieses Jahr<br />
wieder am Ötztaler Radmarathon<br />
teilgenommen, einer der<br />
schwersten Alpen-Marathons<br />
mit 238 Kilometern und insgesamt<br />
5500 Höhenmetern. Ziel<br />
war es, innerhalb des Zeitlimits<br />
zu bleiben oder besser noch die<br />
eigene Vorjahreszeit zu unterbieten.<br />
Alle vier haben ihr Ziel<br />
erreicht, mit Zeiten zwischen<br />
9:44 und 12:56 Stunden. Noch<br />
dazu war für zwei Starter der<br />
Ötztaler <strong>2017</strong> ein besonderes<br />
Erlebnis, sie haben ihre persönliche<br />
Bestzeit erreicht.<br />
Bei schönsten Startwetter und<br />
12 °C fiel um 6:45 Uhr der Startschuss.<br />
Die erste Herausforderung<br />
war die 18,5 km lange<br />
Auffahrt zum Kühtai mit einem<br />
Höhenunterschied von 1.200<br />
Höhenmetern. Auf dem Kühtai<br />
begrüßten die Sonnenstrahlen<br />
die Fahrer und belohnten sie mit<br />
einem herrlichen Ausblick.<br />
Im Anschluss an die rasante Abfahrt<br />
Richtung Innsbruck, warte-<br />
te der 39 km entfernte Brenner<br />
mit 777 Höhenmetern auf die<br />
Rennradler mit einer Verpflegungsstation.<br />
Danach ging es<br />
wieder bergab nach Sterzing,<br />
von dort aus wurde der Jaufenpass<br />
(15,5 km mit 1130 Höhenmetern)<br />
erklommen. Wer es bis<br />
hierher schafft, der kann eine<br />
tolle Aussicht auf die Bergwelt<br />
genießen.<br />
Kurz unterhalb des Passes wartete<br />
wieder eine Verpflegungsstation,<br />
die man jetzt nach 160<br />
km gut gebrauchen konnte.<br />
Nach der anspruchsvollsten Abfahrt<br />
in Richtung St Leonhard,<br />
wartete der nächste Anstieg auf<br />
das Timmelsjoch, es ging über<br />
21 km mit 1759 Höhenmetern<br />
bergauf. Jetzt merkten alle ihre<br />
Beine und alle Körperteile spürten<br />
die Strapazen. Auf der Hälfte<br />
des Anstiegs gab es zum Glück<br />
nochmal eine Verpflegungsstelle.<br />
Wenn der Tunnel kurz vor dem<br />
Gipfel des Timmelsjochs erreicht<br />
ist, weiß man, dass es gleich geschafft<br />
ist, es sind nur noch 100<br />
Höhenmeter zu überwinden. Auf<br />
dem Timmelsjoch erwartete die<br />
Radsportler eine grandiose Aussicht.<br />
Im Jahr 2014 gab es hier<br />
leider nur Regen und Nebel. Zum<br />
Schluss war der abschließende<br />
Gegenanstieg zur Mautstation<br />
gar kein Problem mehr. Beim<br />
Zieleinlauf waren alle Strapazen<br />
fast schon vergessen.
56 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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Die beste Reisezeit für Norderney?<br />
<strong>Das</strong> allein ist schon eine schwere<br />
Frage. Da Norderney eine Nordseeinsel<br />
ist, wird sie auch von<br />
der Westwindzone und den nordatlantischen<br />
Tiefdruckgebieten<br />
geprägt. Bei Beste-Reisezeit-org<br />
klingt das so: »Hier gibt es das<br />
ganze Jahr viel Niederschlag, wobei<br />
der meiste Regen und Schnee<br />
im Herbst und im Winter fällt.<br />
Außerdem weht ganzjährig frischer,<br />
lebhafter Wind, vor allem<br />
im Herbst und Winter kommt es<br />
über Norderney regelmäßig zu<br />
Stürmen«. Wie beruhigend. Auch<br />
die Anreise ist irgendwie gar nicht<br />
mal so unkompliziert, denn egal<br />
wie man fährt, ist immer auch<br />
Landstraße dabei. Übrigens Vorsicht<br />
bei der Navi-Eingabe, denn<br />
das führt gerne mal nach Norddeich<br />
in Schleswig-Holstein statt<br />
zum Fährhafen nach Norderney.<br />
Gut, seit 1832 hat sich schon etwas<br />
getan, damals wurde nämlich<br />
empfohlen, dass man am besten<br />
mit dem auf dem Rhein fahrenden<br />
Dampfschiff nach Rotterdam, von<br />
dort nach Amsterdam zu Lande<br />
reise. Von Amsterdam fahre dreimal<br />
wöchentlich ein Dampfer über<br />
die Zuidersee nach Harlingen, von<br />
wo man dreimal täglich durch Wagen<br />
oder Zugschiffe nach Groningen<br />
oder Delfzijl gelangen kann.<br />
Von dort aus führen dann täglich<br />
Schiffe nach Emden und von da<br />
kommt man mit dem Wagen nach<br />
Norden und Norddeich und zack<br />
ist man da. Also, wenn die Fähre<br />
zur Insel gesegelt ist.<br />
Anreise mit Hindernissen?<br />
Die Fähre gibt es natürlich noch<br />
heute, wenn auch motorisiert<br />
und wohl erheblich schneller.<br />
Und auch bequemer ist es für<br />
den Gast geworden, kommt er<br />
doch trockenen Fußes in Norddeich<br />
aufs Schiff und seit kurzem<br />
sogar im brandneuen Terminal<br />
ebenso trocken auf der Insel an.<br />
Gut, ab dann kann es mit dem Trockenen<br />
durchaus vorbei sein, aber<br />
immerhin muss man nicht mehr<br />
im Regen auf das An- und Ablegen<br />
der Fähre warten, die im Sommer<br />
stündlich von sechs Uhr morgens<br />
bis abends um halb neun ausläuft.<br />
<strong>Das</strong> geschieht im Übrigen gezeitenunabhängig,<br />
denn die Fahrrinne<br />
ist ausgebaggert. In Frühjahr,<br />
Herbst und Winter ist um Viertel<br />
nach sechs abends Schluss und<br />
insgesamt läuft das Schiff nur<br />
neunmal aus – freitags jeweils<br />
einmal mehr. Sein Auto kann man<br />
auf die Insel mitnehmen, aber das<br />
kostet nur und nützt nichts, denn<br />
man darf nur bis zur Unterkunft<br />
fahren und muss dann auf den<br />
Parkplatz. Da kann man es besser<br />
gleich auf einem der großen Parkplätze<br />
in Norddeich lassen, von wo<br />
ein Shuttle-Bus in der Hochsaison<br />
die Leute samt Gepäck zum Anlieger<br />
bringt. In der Nebensaison<br />
heißt es Kofferschleppen – den<br />
Bus habe ich jedenfalls nicht ge-
57<br />
Norderney ist nur zu Wasser oder aus der Luft erreichbar.<br />
Baden ja, aber züchtig<br />
sehen. Bequemer haben es da die<br />
Zugreisenden, die wirklich nur ein<br />
paar Meter von den Gleisen zum<br />
Anlieger haben.<br />
Naturliebhaber oder<br />
Party-Gänger?<br />
Ein weiterer Vorteil der Zugreise<br />
ist natürlich, dass man gemeinsam<br />
schon einmal das eine oder<br />
andere Getränk der alkoholischen<br />
Art zu sich nehmen kann. Norderney<br />
war und ist auch heute noch<br />
ein sehr beliebtes Reiseziel für<br />
Kegel- und andere Clubs auf Tour,<br />
natürlich auch für Junggesellenabschiede.<br />
Die Infrastruktur für<br />
Feierwillige ist gut ausgebaut<br />
(klingt doch besser als: man kriegt<br />
überall was zu saufen mit Musik!).<br />
Obwohl der berühmte, wenn nicht<br />
berüchtigte Inselkeller als Dauerpartystätte<br />
dicht gemacht hat,<br />
gibt es noch jede Menge anderer<br />
Orte, die zum Feiern animieren<br />
– mit der entsprechenden Atmosphäre.<br />
<strong>Das</strong> klingt für Erholungssuchende<br />
vielleicht furchtbar,<br />
aber Norderney ist groß genug,<br />
um sowohl für Party-Gänger als<br />
auch für Naturliebhaber mit großem<br />
Ruhebedürfnis das Richtige<br />
zu sein. <strong>Das</strong> zeigt sich schon in<br />
den Unterkünften, denn einige<br />
Pensionen und Hotels schließen<br />
ausdrücklich die Feiernden schon<br />
bei der Buchung aus, anderen sind<br />
sie herzlich willkommen.<br />
Kuren für die High Society?<br />
Doch ganz gleich wer kommt, die<br />
Gastgeber sind ganz entspannt.<br />
<strong>Das</strong> kann nicht verwundern, denn<br />
wer hat schon so viel Erfahrung<br />
mit Gästen wie sie? Immerhin<br />
rühmt sich Norderney, das erste<br />
deutsche Nordseebad zu sein.<br />
Ende des 18. Jahrhunderts setzte<br />
sich die Erkenntnis durch, dass<br />
»nach Anlegung eines Seebades<br />
die kostbaren Reisen nach ausländischen<br />
Bädern erübrigt sein können«.<br />
Man eiferte den Engländern<br />
nach, die Mitte des Jahrhunderts<br />
herausgefunden hatten, dass die<br />
nahezu schadstoff- und pollenfreie<br />
Seeluft bei Erkrankungen der<br />
Atemwege Heilung verspricht. Der<br />
preußische König Friedrich Wilhelm<br />
II genehmigte die Errichtung<br />
einer Seebadeanstalt, die 1797 eröffnet<br />
wurde. Im Mai 1800 kamen<br />
die ersten 250 Kurgäste, die zum<br />
Teil in mitgebrachten Zelten kampierten,<br />
da es noch nicht genügend<br />
Unterkünfte gab. Ein halbes<br />
Jahrhundert später gab es schon<br />
zehnmal so viele Gäste. Und der<br />
Kurbetrieb war auch professioneller<br />
organisiert, spätestens seit<br />
das Conversationshaus 1840 seine<br />
heutige Form erhielt.<br />
Auch am Strand wurde gebadet,<br />
allerdings in gesitteter Form, denn<br />
außer den Badekarren, mit denen<br />
man ganz nah ans Wasser fuhr,<br />
gab es natürlich separate Badebereiche,<br />
durch Stangen angezeigt:<br />
»Außer der Linie derselben nach<br />
Süden hin baden sich die Frauenzimmer,<br />
und der nach Norden die<br />
Mannspersonen. Diese Einrichtung<br />
ist des Abstands wegen erforderlich<br />
und wird jeder honette<br />
Badegast sich Beobachtung derselben<br />
zu bescheiden wissen«. Ja<br />
es herrschte halt noch Zucht und<br />
Ordnung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts<br />
kamen bereits 40.000<br />
Gäste nach Norderney, die Einwohnerzahl<br />
betrug 4.000. Um<br />
diese Zeit entstanden auch viele<br />
der prächtigen Villen, die noch<br />
heute in ihrem renovierten Glanz<br />
zu bewundern sind. Nach den Wirren<br />
der beiden Weltkriege, denen<br />
der Tourismus fast vollständig<br />
erlag, kamen 1959 erstmals mehr<br />
als 100.000 Urlauber auf die Insel.<br />
Heute sind das mehr als viermal<br />
so viele Gäste, bei etwas mehr als<br />
drei Millionen Übernachtungen.<br />
Die „Beherbergungsbetriebe“ reichen<br />
von zwei Jugendherbergen<br />
bis zu den etwa 60 Hotels. Auch<br />
in mehr als 500 Ferienwohnungen<br />
kann der Reisende sein müdes<br />
Haupt betten. Und auch verhungern<br />
muss niemand, denn es gibt<br />
rund 130 gastronomische Betriebe.<br />
Auch Supermarkt-technisch<br />
kann niemand meckern, denn<br />
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58 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Girls just wanna have fun.<br />
Die berühmte Milchbar<br />
die vielen Selbstversorger in den<br />
Ferienwohnungen staunen über<br />
das üppige Angebot.<br />
Sehnsucht nach der<br />
Sandinsel?<br />
Doch warum zieht es so viele nach<br />
Norderney, wenn Sonne und baden<br />
nicht mehr angesagt sind?<br />
Wobei ohnehin nur im Juni, Juli<br />
und August überhaupt die Chance<br />
besteht, dass die Wassertemperatur<br />
wenige Grade über 18 Grad<br />
liegt, ansonsten reden wir eher<br />
von 15 Grad und kälter! So richtig<br />
weiß das wohl niemand, aber<br />
Heinrich Heine hat 1826 auf den<br />
Punkt gebracht, was wohl noch<br />
heute gilt. Über die Einheimischen<br />
schreibt er, dass sie zwar auf ihren<br />
Schiffen sogar in jene südlichen<br />
Ländern gekommen sind, wo die<br />
Sonne blühender und der Mond<br />
romantischer leuchtet. Doch können<br />
alle Blumen dort nicht »den<br />
Leck ihres Herzens stopfen, und<br />
mitten in der duftigen Heimat<br />
des Frühlings sehnen sie sich<br />
wieder zurück nach ihrer Sandinsel,<br />
nach ihren kleinen Hütten,<br />
nach dem flackernden Herde, wo<br />
die Ihrigen, wohlverwahrt in wollenen<br />
Jacken, herumkauern, und<br />
einen Tee trinken, der sich von<br />
gekochtem Seewasser nur durch<br />
den Namen unterscheidet, und<br />
eine Sprache schwatzen, wovon<br />
kaum begreiflich scheint, wie es<br />
ihnen selber möglich ist, sie zu<br />
verstehen«. Und es scheint, dass<br />
es denjenigen, die einmal die Insel<br />
besucht haben, auch nicht besser<br />
geht, denn die Quote derjenigen,<br />
die wiederkommen, ist beeindruckend<br />
hoch!<br />
Was ist alles sehenswert?<br />
Dabei gibt es natürlich auch ein<br />
paar Sehenswürdigkeiten. Da ist<br />
zunächst einmal das schon erwähnte<br />
Conversationshaus, in<br />
dem früher vor allem alles, was<br />
Rang und Namen hatte, verkehrte.<br />
Entsprechend macht der anliegende<br />
Kurplatz dem Klassizismus alle<br />
Ehre. Seit König Georg V. von Hannover<br />
Norderney ab 1851 zu seiner<br />
Sommerresidenz machte, war es<br />
der Hotspot des 19. Jahrhunderts.<br />
Königin Marie findet sich noch<br />
heute in der sogenannten Marienhöhe<br />
verewigt, die ein Pavillon<br />
krönt. <strong>Das</strong> Kaiser-Wilhelm-Denkmal<br />
ist ein am Sedantag, den 2.<br />
September 1899 eingeweihter<br />
und aus 75 Steinen bestehender<br />
13 Meter hoher Obelisk. Der soll<br />
an die Gründung des Deutschen<br />
Reichs im Jahr 1871 erinnern, daher<br />
wurden auch die Steine von 61<br />
deutschen Städten, Reichsstädten<br />
und Provinzen gestiftet.<br />
Heutige Touristen steuern aber<br />
vor allem die Strand-Promenade<br />
an, an der die Milchbar liegt. <strong>Das</strong><br />
ist der, in Neudeutsch ausgedrückt,<br />
»place to be«. Die meisten<br />
Gäste trinken wohl eher keine<br />
Milch, wenn sie die fantastische<br />
Aussicht genießen, die auch bei<br />
Schietwetter beim 270-Grad-Panorama<br />
hinter Glas zu genießen ist.<br />
Und auch den Prachtbauten aus<br />
den verschiedenen Zeitaltern, vor<br />
allem dem 19. Jahrhundert, kann<br />
man beim Promenadenbummel<br />
bewundern. Manche sind Privathäuser,<br />
die meisten beherbergen<br />
jedoch heute wie damals Gäste.<br />
Ja und dann ist da natürlich die<br />
stets frische Luft, das Meer in<br />
seiner ganzen unberechenbaren<br />
Pracht und der weite Himmel. Und<br />
wem das nicht reicht, für den gibt<br />
es zum Beispiel das »ahoi Norderney«,<br />
in dem man auf über 300<br />
Seiten alles zum Essen, Kaufen,<br />
Quartier und Freizeit findet. Und<br />
bei alldem trifft der frühere Spitzname<br />
von Norderney, nämlich<br />
Nordernepp, nicht mehr zu, denn<br />
das Preis-Leistungsverhältnis ist<br />
für einen angesagten Seeort vollkommen<br />
in Ordnung.
59<br />
<strong>Das</strong> Jubiläumshaus vor der Sanierung<br />
300 JAHRE AM GROSSEN WALL<br />
Annemarie Köpp und Siegfried Gahler feierten den Geburtstag<br />
(Kem) Die Nachbarn und Freunde<br />
des Ehepaares waren kürzlich seiner<br />
Einladung gefolgt, um mit ihm<br />
auf das seltene Hausjubiläum anzustoßen.<br />
Dieses wurde nämlich<br />
genau vor 300 Jahren errichtet.<br />
Die Inschrift über den Hauseingang<br />
am Großen Wall 50 beginnt<br />
mit dem Bibelspruch Salomons,<br />
Kapitel 11, Vers 20: »Der Herr hat<br />
Greuel an den verkehrten Herzen,<br />
und Wohlgefallen an den Frommen«<br />
und endet mit dem Richtfestdatum<br />
19. August 1717. Die<br />
Gäste der Jubiläumsfeier nutzten<br />
die Einladung für nette Gespräche<br />
und um sich über die Geschichte<br />
des Hauses und die daran durchgeführten<br />
Sanierungsarbeiten zu<br />
informieren.<br />
Annemarie Köpp und Siegfried<br />
Gahler hatten das denkmalgeschützte<br />
Vierständerhaus mit<br />
Galerie und Treppe in einer Durchgangsdiele<br />
in der zweiten Hälfte<br />
der 1990er Jahre erworben. Es gehörte<br />
noch zu den Objekten in der<br />
Rhedaer Altstadt, deren Fassade<br />
von Vorbesitzern verbrettert und<br />
verputzt worden ist.<br />
Mit eigenen Händen<br />
Schnell war den neuen Eigentümern<br />
klar, dass das Sanierungs-<br />
Projekt für sie eine Herzensangelegenheit<br />
würde. Unterstützung<br />
fanden sie in der Nachbarschaft,<br />
beispielsweise bei der Freilegung<br />
des Türbalkens durch Dieter Gart-<br />
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Die Nachbarn und Freunde feiern mit Annemarie Köpp und Siegfried Gahler den 300.<br />
Geburtstag ihres Hauses.<br />
hoff. Bei schwierigen Detailarbeiten<br />
verpflichteten sie Handwerker.<br />
1996 gingen die Arbeiten los. <strong>Das</strong><br />
Ehepaar ließ das zugemauerte Eingangstor<br />
und die Gefache im Erdgeschoss<br />
freilegen, die Verbretterung<br />
am Giebel und den alten<br />
Fußboden entfernen und diesen<br />
tiefer legen, die Leitungen für eine<br />
Fußbodenheizung verlegen und<br />
an den Wänden eine Isolierung<br />
anbringen.<br />
Der ab und zu hereinschauende<br />
Vorbesitzer hatte ihnen erzählt,<br />
dass die Außenwände vor den<br />
energetischen Arbeiten im Winter<br />
immer Eisblumen trugen. Es war<br />
drinnen genau so kalt wie vor dem<br />
Haus, berichtete er.<br />
Eine besondere Herausforderung<br />
stellte die Entfernung der Decke<br />
dar. Sie enthielt in den Zwischenräumen<br />
als Wärmedämmung<br />
»Kaff« (gedroschenes Getreide)<br />
und Tannen- oder Kiefernnadeln.<br />
Der Staub und Dreck der jahrhundertealten<br />
muffigen Stoffe ließ<br />
das Ehepaar bei den Aufräumarbeiten<br />
tagelang wie einen Schornsteinfeger<br />
aussehen.<br />
Zum Glück brauchte es nur wenige<br />
Balken des Ständerwerks im<br />
Erdgeschoss austauschen lassen.<br />
Im Dach- und Zwischengeschoss<br />
waren diese Arbeiten überhaupt<br />
nicht erforderlich. Die in der Diele<br />
freigelegten Nackenriegel zu den<br />
angrenzenden Räumen der Diele<br />
erinnern an die Zeit, als frühere<br />
Generationen in dem Haus noch<br />
Vieh gehalten haben.<br />
Nach zwei Jahren konnten Annemarie<br />
Köpp und Siegfried Gahler<br />
die Sanierungsarbeiten abschließen.<br />
Heute ist von dem ursprünglichen<br />
Zustand nichts mehr zu sehen.<br />
Nur ein Bilderalbum erinnert<br />
noch an die vielen Umbauten. <strong>Das</strong><br />
Ehepaar genießt es, in dem sehr<br />
alten Gebäude nach heutigen<br />
Wohnbedürfnissen leben zu können.<br />
Es hat damit seinen Traum<br />
verwirklicht, etwas selber fertig<br />
zu machen und zu sehen, wie<br />
schön es dann wird. »Aber noch<br />
einmal möchten wir solch eine<br />
Arbeit nicht auf uns nehmen«,<br />
gestehen sie. Die nicht enden<br />
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Feierabend sowie an Sonn- und<br />
Feiertagen und im Urlaub hatten<br />
es bis an die Grenzen der Belastbarkeit<br />
geführt.<br />
Hausgeschichte<br />
<strong>Das</strong> Haus trug früher als Anschrift<br />
»Rosenstraße 19«. <strong>Das</strong> Grundstück<br />
lag ursprünglich direkt hinter dem<br />
Stadtgraben, der Mauer und dem<br />
Wall, recherchierte der Hausforscher<br />
Laurenz Sandmann aus<br />
Warendorf 1997. Es wurde erstmalig<br />
1616 bebaut. Nach mehreren<br />
Leinewebern und einem<br />
Zigarrenmacher wohnten 1666 in<br />
dem Haus der Hochgräfliche Borggrefe<br />
und Wachmeister Heinrich<br />
zum Stroth. Seit ca. 1715 befand<br />
sich der Hausplatz im Besitz der<br />
Familie Niemann. 1717 errichteten<br />
die Wwe. Anna Christina und ihr<br />
Sohn Johann Adolf das heute noch<br />
stehende Gebäude, das seit den<br />
Sanierungsarbeiten von Annemarie<br />
Köpp und Siegfried Gahler<br />
wieder im ursprünglichen Glanz<br />
erstrahlt.<br />
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60 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Henkenjohann (Mitte) mit dem ersten stellv.<br />
Fraktionsvorsitzenden Peter-Heinz Woste (r.) und dem kooptierten Vorstandsmitglied<br />
Michael Pfläging verneinen einen Fraktionszwang in ihrer Fraktion.<br />
ZOFF IM RATSSAAL<br />
ZOFF IM RATSSAAL<br />
Freies Mandat oder Fraktionsdisziplin<br />
Bei der Abstimmung über das erfolgreiche<br />
Bürgerbegehren zum<br />
Fortbestand der Wenneberschule<br />
hatten FDP und SPD den Rat mit einem<br />
Antrag auf geheime Abstimmung<br />
überrumpelt. Dirk Kursim<br />
(SPD) begründete diesen Schritt:<br />
»Sie wissen doch genau, warum<br />
wir den Antrag auf eine geheime<br />
Abstimmung gestellt haben. Die<br />
CDU stimmt seit Monaten als ein<br />
Block ab. <strong>Das</strong>s keine abweichenden<br />
Meinungen bei den Christdemokraten<br />
auftreten, passiert offensichtlich,<br />
weil die Betreffenden einem<br />
anschließenden Ärger in ihrer Fraktion<br />
von vornherein aus dem Wege<br />
gehen wollen«. Der Bündnisgrüne<br />
Hermann Heller-Jordan lästerte:<br />
»Der ›Klassensprecher‹ der Mehrheitsfraktion<br />
soll in dieser wichtigen<br />
Frage mal den Fraktionszwang<br />
aufheben«.<br />
Die Antragsteller setzten mit ihrem<br />
Antrag offensichtlich auf Abweichler<br />
von der christdemokratischen<br />
Fraktionslinie, das Bürgerbegehren<br />
und damit den Fortbestand der<br />
Wenneberschule abzulehnen. Eventuelle<br />
Abweichler sollten die Chance<br />
bekommen, für das Bürgerbegehren,<br />
und damit für den Fortbestand<br />
der Wenneberschule zu stimmen,<br />
ohne anschließend Ärger in ihrer<br />
Fraktion befürchten zu müssen.<br />
Die Gegenwehr war eindeutig. Der<br />
Fraktionschef der Christdemokraten,<br />
Uwe Henkenjohann, erwiderte<br />
prompt: »Wir haben keinen Fraktionszwang!«.<br />
Der Fraktionsvorsitzende<br />
der Bündnisgrünen, Volker<br />
Brüggenjürgen, äußerte sich »schockiert<br />
darüber, dass die Ratsmitglieder<br />
hinter ›Wänden‹ abstimmen sollen<br />
und Dirk Kamin (UWG) wandte<br />
sich gegen die Unterstellung, dass<br />
die CDU-Ratsvertreter bei einer abweichenden<br />
Meinung zu feige seien<br />
diese öffentlich zu vertreten«.<br />
Gebracht hatte der gemeinsame<br />
Antrag von SPD und FDP bekanntlich<br />
nichts. Die CDU-Fraktion<br />
stimmte offensichtlich geschlossen<br />
gegen das Bürgerbegehren (wir berichteten).<br />
Die Abstimmung bestätigte aber<br />
zugleich das seit Langem zu beobachtende<br />
und von Mitgliedern<br />
der anderen Fraktionen kritisierte<br />
geschlossene Auftreten der CDU-<br />
Fraktion.<br />
<strong>Das</strong>s es trotz der Punkte, die für<br />
eine Fraktionsdisziplin sprechen,<br />
auch anders geht, beweisen die<br />
Debattenbeiträge und das Abstimmungs-Verhalten<br />
der zur SPD und<br />
den Bündnisgrünen gehörenden<br />
Fraktionsmitgliedern im Stadtrat<br />
von Rheda-Wiedenbrück.<br />
Für die beiden Rheda-Wiedenbrücker<br />
Ratsfraktionen ist die Vielstimmigkeit<br />
der generelle Normalfall.<br />
<strong>Das</strong> beginnt bei den Wortbeiträgen.<br />
Zwei Beispiele: Bei der Rats-Debatte<br />
über das Bürgerbegehren stellte<br />
sich der Bündnisgrüne Hermann<br />
Heller-Jordan mit seinem vehementen<br />
Einsatz für den Fortbestand der<br />
<strong>Das</strong> politische Urgestein Peter Berenbrink ist<br />
bekannt für eine eigene Meinung.<br />
Wenneberschule konträr zu seinem<br />
Fraktionssprecher Volker Brüggenjürgen,<br />
der dieses ebenso energisch<br />
ablehnt.<br />
Und das sozialdemokratische Urgestein<br />
Peter Berenbrink stand bei<br />
der Auseinandersetzung über das<br />
Einzelhandelsgutachten mit seiner<br />
Äußerung »Die Kolpingstraße ist<br />
der Tod von Rheda« gegen den SPD-<br />
Fraktionssprecher Dirk Kursim, der<br />
in dem dort geplanten Fachmarktzentrum<br />
in Bahnhofsnähe Chancen<br />
für Rheda sieht.<br />
In den beiden Fraktionen gab es anschließend<br />
keine »Explosion« oder<br />
gar die Androhung, dass die beiden<br />
Abweichler bei der nächsten Kommunalwahl<br />
nicht wieder aufgestellt<br />
werden.<br />
<strong>Das</strong> war bei den Bündnisgrünen<br />
und der SPD ebenfalls schon so in<br />
der Vergangenheit.<br />
Bei den beiden Fraktionen steht<br />
im Fokus das im Artikel 38 geregelte<br />
»freie Mandat«. Danach sind<br />
die gewählten Vertreter des Volkes<br />
»an Aufträge und Weisungen nicht<br />
gebunden und nur ihrem Gewissen<br />
unterworfen«.<br />
Der damit grundsätzlich ausgeschlossene<br />
Fraktionszwang wurde<br />
demzufolge in der hier angesprochenen<br />
Ratssitzung über das Bürgerbegehren<br />
zur Wenneberschule<br />
fälschlicherweise an Stelle der<br />
zulässigen Fraktionsdisziplin bzw.<br />
-Solidarität diskutiert.<br />
SPD und Bündnisgrüne zeigen<br />
durch die Zulässigkeit der Vielstimmigkeit<br />
demokratische Größe. Sie<br />
ist zugleich ein Rezept gegen die Politikverdrossenheit<br />
vieler Menschen.<br />
Sie erwarten keine vorhersehbaren<br />
Der Bündnisgrüne Hermann Heller-Jordan setzt auf<br />
die Gewissensentscheidung bei den Abstimmungen.<br />
Debatten, feststehenden Meinungen<br />
und Abstimmungsergebnisse<br />
– eben eine lebendige Demokratie<br />
und keine Einheitssuppe.<br />
Was spricht eigentlich dagegen,<br />
dass die CDU-Ratsfraktion bei Top-<br />
Themen durch Vielstimmigkeit<br />
glänzt? Sie könnte bei den Wählern<br />
Punkte sammeln, die das politische<br />
Einerlei verzweifeln lässt. Voraussetzung<br />
ist, dass die Fraktion sich<br />
strategisch und öffentlichkeitswirksam<br />
darauf einstellt. Zudem müsste<br />
unter Umständen akzeptiert<br />
werden, dass die Diskussionen länger<br />
dauern. Alles, was es zu einem<br />
Strategiewechsel braucht, ist etwas<br />
Mut von der Fraktionsführung und<br />
von den Fraktionsmitgliedern. Die<br />
CDU-Ratsfraktion sollte es einfach<br />
mal versuchen. Oder um es mit<br />
dem Staatsrechtler Ulrich Battis<br />
zu sagen: »Jeder Abweichler ist ein<br />
gutes Zeichen für die Demokratie«.<br />
Bekannte Vorbilder für die Zulassung<br />
von Abweichlern gibt es bei<br />
der großen Schwester der CDU-<br />
Ratsfraktion in Berlin. Die als<br />
Abweichler bekannten CDU-Bundestagsabgeordneten<br />
Klaus-Peter<br />
Willsch und Wolfgang Bosbach<br />
stimmen überein: »Besser lebhaft<br />
über die richtige Entscheidung ringen,<br />
als per Zwang eine Einigkeit<br />
herbeiführen, von der alle Beteiligten<br />
wissen, dass sie tatsächlich<br />
nicht besteht« (Quelle: Huffingtonpost<br />
v. 17. 8. 15). Aber es ist weder<br />
ein Willsch noch ein Bosbach von<br />
Rheda-Wiedenbrück vorhanden.<br />
Nicht mal bei den aktuellen Big<br />
Points »Einzelhandelsgutachen«<br />
und »Bürgerbegehren«. Schade!<br />
Raimund Kemper
61<br />
Fotosteine weisen auf digitale Stadtführung hin<br />
In Wiedenbrück werden den Besuchern<br />
Steine in den Weg gelegt<br />
– und das mit voller Absicht. Die<br />
Betonsteine weisen darauf hin,<br />
dass von dem jeweiligen Punkt<br />
aus mit dem Smartphone oder<br />
Tablet das benachbarte Gebäude<br />
gescannt werden kann, um Neues<br />
und Interessantes aus dem Historischen<br />
Stadtkern zu erfahren.<br />
Die App »Digitale Stadtführung«<br />
bietet auf diese Weise an 23 Objekten<br />
von der Aegidius-Kirche<br />
bis zum Zwingerturm Bilder, Informationen<br />
und in vielen Fällen<br />
auch Animationen. So erzählt<br />
etwa ein mittelalterlicher Kauf-<br />
mann virtuell vor dem Historischen<br />
Rathaus von der Geschichte<br />
des Gebäudes.<br />
Die individuell gestaltbare Stadtführung<br />
richtet sich ebenso an<br />
Touristen wie an Rheda-Wiedenbrücker,<br />
die ihre Stadt noch besser<br />
kennen lernen wollen. Der<br />
Nutzer bestimmt die Reihenfolge<br />
und ruft sich flexibel die Informationen<br />
ab, die er gerade benötigt.<br />
Damit ist die App eine ideale Ergänzung<br />
zu den gut besuchten<br />
Stadtführungen und macht Appetit<br />
auf mehr Rheda-Wiedenbrück.<br />
Neuland-Medien, Flora Westfalica<br />
und die Stadtverwaltung haben<br />
die Führung erstellt, um auf unterhaltsame<br />
Weise zu informieren.<br />
Die Betonwerk Lintel GmbH<br />
& Co. KG liefert die jetzt verlegten<br />
Steine mit dem Fotoaufdruck.<br />
Die Stadtführung und die für<br />
ein jüngeres und junggebliebenes<br />
Publikum in Abwandlung<br />
produzierte Jugendführung für<br />
Wiedenbrück sind im AppStore<br />
(Apple) und im PlayStore (Android)<br />
kostenlos erhältlich. Die Anwendung<br />
der neuen Technik setzt<br />
ein Smartphone der neueren Generation<br />
voraus. Übrigens: Die<br />
Führung für den Stadtteil Rheda<br />
ist bereits in Arbeit.<br />
Thorsten Breitländer vom städtischen<br />
Bauhof legt am Zwingerturm den Betonstein.<br />
Der markiert den besten Punkt, um<br />
das historische Bauwerk zu scannen und<br />
die Daten abzurufen.<br />
TREFF FÜR ARBEITSSUCHENDE<br />
Neues Angebot im Haus der<br />
Ausbildung<br />
Mit einem monatlichen Themenfrühstück<br />
baut die gemeinnützige<br />
Pro Arbeit e. V. ab sofort ihr kostenloses<br />
Angebot für erwerbslose<br />
Menschen in Rheda-Wiedenbrück<br />
aus. In ungezwungener Atmosphäre<br />
sollen Kontakte geknüpft<br />
und Informationen rund um Bewerbung,<br />
Arbeit und Arbeitslosigkeit<br />
vermittelt werden.<br />
An jedem letzten Donnerstag im<br />
Monat zwischen 9.30 und 11.00<br />
Uhr sind alle interessierten Erwerbslosen<br />
aus der Doppelstadt<br />
zum Themenfrühstück in die Cafeteria<br />
»EssBares« Am Sandberg 72<br />
eingeladen. Gastgeberinnen sind<br />
die Pro Arbeit-Mitarbeiterinnen<br />
Karin Cyrankiewicz, Leiterin des<br />
Arbeitslosenzentrums und der<br />
Bewerbungsberatung, sowie Ingrid<br />
Bäumer-Möhlmann, Leiterin<br />
der Erwerbslosenberatung am<br />
Rheda-Wiedenbrücker Vereinssitz.<br />
Eine Anmeldung zum monatlichen<br />
Themenfrühstück ist nicht<br />
erforderlich.<br />
Für eine kostenlose und individuelle<br />
Beratung rund um die<br />
Erwerbslosigkeit stehen die Pro<br />
Arbeit-Mitarbeiterinnen nach vorheriger<br />
Terminvereinbarung zur<br />
Verfügung: »Wir bieten arbeitslosen<br />
und von Arbeitslosigkeit<br />
bedrohten Menschen aus Rheda-<br />
Wiedenbrück eine Anlaufstelle für<br />
Laden ein zum Pro Arbeit-Themenfrühstück für Arbeitssuchende aus Rheda-Wiedenbrück:<br />
(v. l.) Carsten Engelbrecht (Geschäftsführer), Ingrid Bäumer-Möhlmann (Erwerbslosenberatung)<br />
und Karin Cyrankiewicz (Arbeitslosenzentrum, Bewerbungsberatung)<br />
ihre Fragen und unterstützen bei<br />
Bewerbungen«, so Cyrankiewicz.<br />
Die Beratungsstelle im Haus der<br />
Ausbildung ist montags bis donnerstags<br />
von 9.00 bis 16.00 Uhr<br />
sowie freitags von 9.00 bis 12.00<br />
Uhr geöffnet. Die Kontaktdaten:<br />
Bewerbungsberatung: Tel. 05242<br />
57997-290, k.cyrankiewicz@proarbeit.biz;<br />
Erwerbslosenberatung:<br />
Tel. 05242 57997-291, i.bm@proarbeit.biz.<br />
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62 <strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
Im Herbst ist es mit der langen Ruh’ von Pott-Hartwig vorbei.<br />
Der Eigentümer vom Haus an der Widumstr. 3 plant eine Nutzung, die sich in das Konzept<br />
für die gegenüberliegende Brennerei einfügt.<br />
SANIERUNG VON ALTSTADTHÄUSERN IN DER WARTESCHLEIFE<br />
Entwicklungen und Sachstände<br />
Beim Gang durch die Altstädte<br />
von Rheda und Wiedenbrück fällt<br />
auf, dass die dringend erforderliche<br />
Sanierung einiger denkmalgeschützter<br />
Häuser seit Jahren nicht<br />
vorankommt. In manchen Fällen<br />
lassen die strengen Auflagen des<br />
Denkmalschutzes die Investoren<br />
und Bauherren vor der Aufnahme<br />
der Renovierungsarbeiten zurückschrecken.<br />
Bei drei von uns<br />
näher in Augenschein genommenen<br />
Baudenkmälern kommt jetzt<br />
Bewegung in die Erstellung von<br />
Konzepten und den Verkauf der<br />
Immobilien.<br />
Widumstraße 3 und Lange<br />
Straße 42<br />
Zu dem Fachwerkhaus an der<br />
Widumstraße 3 schreibt uns der<br />
Eigentümer, dass es ihm nach<br />
den Problemen und Hindernissen<br />
der zurückliegenden Jahre heute<br />
wichtig ist, eine angepasste Nutzung<br />
an die städtischen Planungen<br />
zur benachbarten Pott’schen<br />
Brennerei zu finden. Sein letztes<br />
Gespräch dazu hat er Ende Juli<br />
im Rathaus geführt. »Es war sehr<br />
konstruktiv und wir sind hier meines<br />
Erachtens gemeinsam auf einem<br />
guten Weg«, berichtet der<br />
Investor.<br />
Der Eigentümer des neben der<br />
»Glocke« gelegenen Fachwerkhauses<br />
an der Langen Straße 46<br />
steht derzeit mit einem potentiellen<br />
Käufer für das Gebäude im<br />
Gespräch. Der Interessent strebt<br />
eine Sanierung des Gebäudes an.<br />
Dieser will das Baudenkmal wie<br />
bislang als Wohn- und Geschäftshaus<br />
nutzen. Der Eigentümer<br />
hofft, dass die Gespräche positiv<br />
verlaufen. Ein früherer Verkauf<br />
wäre schon mehrfach möglich<br />
gewesen, wenn die Denkmalbehörde<br />
der Stadt die Kaufinteressenten<br />
nicht jedes Mal durch eine<br />
Übertreibung der Denkmalschutzsanierung<br />
abgeschreckt hätte, erfuhren<br />
wir.<br />
Markt 13<br />
Nach jahrelangem Hinhalten<br />
und Verzögern durch die Stadtverwaltung<br />
ist nunmehr auf Antrag<br />
des Eigentümers gerichtlich<br />
festgestellt, dass das Innere des<br />
Gebäudes Markt 13 nicht unter<br />
Denkmalschutz steht. <strong>Das</strong> Gerichtsurteil<br />
schafft endlich Planungssicherheit<br />
und ermöglicht<br />
weitere Nutzungskonzepte, so der<br />
Eigentümer auf Anfrage. Seit 2009<br />
scheiterten mehrere Sanierungsanläufe,<br />
zuletzt ein Hotelkonzept.<br />
Im Privatbesitz stehende Denkmalgebäude<br />
dienen jedoch nicht<br />
dem Selbstzweck, sondern erfordern<br />
für ihre Erhaltung eine wirtschaftlich<br />
nachhaltige Nutzung.<br />
So gilt es jetzt vor der Konkretisierung<br />
weitergehender Planungen<br />
abzuwarten, was Stadtverwaltung<br />
und Rat mit der Innenstadt vorhaben.<br />
Wird der Rat das bereits vom<br />
Bauausschuss abgesegnete Einzelhandelskonzept<br />
durchwinken?<br />
Herbstthema<br />
Als ein Herbstthema sieht die<br />
Kämmerin und Beigeordnete<br />
Christine Zeller die öffentliche<br />
Vorlage von detaillierten Konzepten<br />
zur Folgenutzung der Pott-<br />
Hartwig-Immobilie. Bürgermeister<br />
Theo Mettenborg macht dazu<br />
deutlich, dass zwei der drei vorliegenden<br />
Investorenvorschläge eine<br />
realistische Aussicht auf eine Ver-<br />
Beim Haus Markt 13 wartet der Eigentümer ab, was die Stadtverwaltung und der Rat<br />
mit der Innenstadt vorhaben.<br />
Für die Lange Straße 42 gibt es einen potentiellen Käufer.
63<br />
wirklichung haben. Die drei Grobkonzepte<br />
stimmen überein in der<br />
Nutzung dieses innerstädtischen<br />
Filetstücks für Seniorenwohnungen<br />
und ein Gesundheitshaus mit<br />
Ärzte- und Pflegezentrum. Dafür<br />
soll das alte Brennerei-Gebäude<br />
saniert und durch eine giebelständige<br />
Bebauung auf der jetzigen<br />
Parkplatzfläche ergänzt werden.<br />
Dirk Kamin (UWG) hatte das Thema<br />
auf der letzten Ratssitzung<br />
angestoßen: »Die Menschen<br />
wollen endlich wissen, wie und<br />
wann es hier nach dem jahrelangen<br />
Klärungsprozess weiter geht«,<br />
unterstrich er. Er befürwortete<br />
zu diesem Thema ebenfalls eine<br />
Bürgerversammlung. Auf die<br />
Dringlichkeit der Umsetzung des<br />
Vorhabens wies Hermann Heller-<br />
Jordan (Bündnisgrüne) mit Blick<br />
auf den Ärztemangel in Rheda-<br />
Wiedenbrück hin. Immerhin fehlen<br />
aktuell bereits 12 Hausärzte in<br />
der Emsstadt.<br />
Der Bürgermeister berichtete in<br />
diesem Zusammenhang, dass die<br />
von der Stadtverwaltung geführten<br />
Gespräche mit der Kassenärztlichen<br />
Vereinigung und anderen<br />
Akteuren aus dem Gesundheitsbereich<br />
zur Milderung dieses Problems<br />
»mehr als ernüchternd und<br />
zum Teil enttäuschend« verlaufen<br />
sind. »Wir kommen mit unseren<br />
Möglichkeiten an das Ende.« Diese<br />
komplexe Steuerungsfrage »können<br />
wir leider nicht allein lösen«,<br />
fügte er an. Der Stadtrat hatte die<br />
Stadtverwaltung vor Monaten<br />
beauftragt, mit den zuständigen<br />
Stellen Gespräche zu führen.<br />
Mit den Pfunden wuchern<br />
Bekanntlich gibt es in Rheda und<br />
Wiedenbrück jede Menge Beispiele<br />
für sehr gelungene Objektsanierungen.<br />
Sie sind ein Pfund,<br />
mit dem die Doppelstadt bei Besuchern,<br />
Kunden und Touristen<br />
punkten kann und das die Einheimischen<br />
stolz auf ihre Heimat<br />
macht.<br />
Aktuell werden die denkmalgeschützten<br />
Häuser »Neupförtner<br />
Wall 33« und »Lange Straße 73«<br />
sowie das Haus Roggenkamp am<br />
»Großen Wall« renoviert. Bei dem<br />
Haus »Berliner Straße 14« erhielten<br />
die denkmalgeschützten Fassaden<br />
einen neuen Anstrich.<br />
Raimund Kemper<br />
EMSSTÄDTER FIEBERN MIT DEM FC BAYERN<br />
Geduld beim Warten auf Tickets<br />
(Kem) Die 78 Mitglieder des »Rot<br />
Weiße Emsstädter e. V.« fiebern<br />
dem Tag entgegen, an dem sie<br />
aus München Post erhalten. Sie<br />
wird klären, ob der Fanclub des<br />
FC Bayern München Eintrittskarten<br />
erhält. Der 2001 gegründete<br />
Club hatte sich um Karten für drei<br />
Meisterschaftsspiele beworben.<br />
Die Emsstädter müssen sich aber<br />
noch gedulden. Jeweils sechs Wochen<br />
vor dem Spiel werden die Tagestickets<br />
erst verlost. Diese sind<br />
für die Rot Weißen aber genau so<br />
weit weg wie die Erde vom Mond.<br />
Rund 100.000 Interessenten für<br />
die Karten stehen beim FC auf der<br />
Warteliste. Umso mehr werden<br />
sich die Emsstädter freuen, wenn<br />
sie den Zuschlag dafür erhalten.<br />
Bislang befand sich der heimische<br />
Fanclub immer in einer vergleichsweise<br />
komfortablen Situation. Unter<br />
den rund 4000 Fanclubs von<br />
Bayern München gehörten sie seit<br />
der Gründung stets zu den Glücklichen,<br />
die sich über ein Karten-<br />
Kontingent aus dem begehrten<br />
Basisprogramm freuen konnten.<br />
Für die Spielsaison <strong>2017</strong>/18 hat das<br />
leider nicht geklappt.<br />
Dem Tatendrang des heimischen<br />
Clubs tut das keinen Abbruch.<br />
Der Erste Vorsitzende Heiko<br />
Flöttmann steht in den Startlöchern,<br />
um nach einer positiven<br />
Nachricht aus München in wenigen<br />
Tagen eine Fanfahrt in die<br />
Allianz Arena zu organisieren, um<br />
sich den Traum zu erfüllen, den<br />
wohl jeder FC Bayern-Anhänger<br />
träumt: bei einem Meisterschaftsspiel<br />
»dahoam, live in der Allianz<br />
Arena mit dabei zu sein«. Dieses<br />
fußballerische Leckerli ist den<br />
Mitgliedern immer eine Freude.<br />
»Bayern ist eine Leidenschaft«,<br />
bekennen sie mit einem Leuchten<br />
im Auge. Dafür nehmen sie<br />
gerne die achtstündige Busreise<br />
am Samstagmorgen ab vier Uhr<br />
morgens auf sich, machen daraus<br />
ein langes Wochenende bis zum<br />
Rückfahrttag am Montag, geben<br />
dafür viel Geld aus: Alles für diese<br />
magischen 90 Minuten – wenn der<br />
Rekordmeister abermals ein großes<br />
Spiel macht, tausende Fans, in<br />
Rot und Weiß gekleidet begeistert<br />
das maßgeschneiderte Fanlied singen:<br />
»Ich gebe mein Herz für dich,<br />
für Bayern lebe ich, ich lass dich<br />
nie im Stich«. »Bayern München<br />
ist für uns einfach mehr als ein<br />
Hobby«, sagt die Schriftführerin<br />
Anna Michel. Die gemeinsame<br />
Die Rot Weißen Emsstädter geben ihr Herz für Bayern.<br />
Leidenschaft führt die Mitglieder<br />
in der Gemeinschaft zusammen.<br />
Trotzdem sind die Emsstädter<br />
nicht ein Club, der 90 Minuten für<br />
Stimmung sorgt. Vielmehr verfolgen<br />
sie gebannt das Geschehen<br />
auf dem Spielfeld, sind für absolute<br />
Fairness auch den Fanclubs<br />
anderer Bundesligisten gegenüber.<br />
Der Spaß am Spiel des FC steht im<br />
Focus. <strong>Das</strong> schließt nach dem<br />
Spielende den Besuch des Paulaner-Fan-Treffs<br />
im Stadion ebenso<br />
ein wie das Fachsimpeln in Münchens<br />
größtem Biergarten, dem<br />
Königlichen Hirschgraben, wo bis<br />
zu 6000 Menschen Platz finden.<br />
Ausflüge in die Umgebung von<br />
München und Stadttrips runden<br />
solch ein Fußballwochenende in<br />
der bayerischen Landeshauptstadt<br />
ab. Die Liebe, die die Fans<br />
ihrem Verein entgegenbringen ist<br />
beeindruckend. Neben den Fahrten<br />
zu den Heimspielen des FC<br />
Bayern München organisiert der<br />
Vorstand auch regelmäßig andere<br />
gemeinsame Aktivitäten, wie das<br />
Schauen von Bundesligaspielen<br />
via TV im FSC-Sportheim, monatliche<br />
Stammtische, Fanclubausflug,<br />
Weihnachtsfeier und Benefizaktionen.<br />
Dem Vorstand gehören<br />
weiterhin an: Maik Flöttmann (2.<br />
Vors.), Leo Tepke (Kassierer), André<br />
König (Orga) sowie die Beisitzer<br />
David Cheung, Bettina Indiesteln,<br />
Berthold Wellkemper.
64 GESCHÄFTLICHES<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
anzeigen<br />
DIENSTJUBILÄEN IN DER KREISVERWALTUNG<br />
40 Jahre Verlässlichkeit und<br />
Engagement<br />
In einer kleinen und überschaubaren<br />
Runde feierten Jörge Lory,<br />
Luise Meier und Annegret Schenke<br />
ihr Dienstjubiläum. Sie können<br />
auf ein langes Arbeitsleben bei der<br />
Kreisverwaltung zurückblicken:<br />
»40 Jahre, das ist doch schon was<br />
Besonderes«, meinte Kreisdirektorin<br />
Susanne Koch.<br />
Die Rheda-Wiedenbrückerin An negret<br />
Schenke gilt als »Urgestein«<br />
und gute Seele der Abteilung<br />
Bauen, Wohnen, Immissionen<br />
und sitzt im Vorzimmer der Abteilungsleitung.<br />
»Sie sind das erste<br />
Gesicht, die erste Stimme am<br />
Telefon«, resümierte die Kreisdirektorin.<br />
Schenke ist unter anderem<br />
für die Digitalisierung der<br />
Bauvorlagen zuständig. Für die<br />
Mitarbeiter ist sie die Ansprechpartnerin<br />
für Dienst- und Fortbildungsreiseanträge<br />
sowie für die<br />
Zeiterfassung. Zuhause warten<br />
ihre zwei Hunde auf sie und alle<br />
zwei Jahre steht eine Reise mit<br />
Kreisdirektorin Susanne Koch (hinten rechts) und Thomas Haase vom Personalrat (hinten<br />
links) gratulierten den Jubilaren: (v. l.) Luise Meier, Jörge Lory und Annegret Schenke<br />
Foto: Kreis Gütersloh<br />
ihrer Doppelkopfrunde an.<br />
Kreisdirektorin Koch dankte allen<br />
für ihre jahrelange Arbeit für den<br />
Kreis Gütersloh. »Auch durch Ihr<br />
Mitwirken ist der Kreis da, wo er<br />
jetzt ist.«<br />
FORD LÜCKENOTTO<br />
Werkstatt-Test<br />
Strahlende Gesichter gab es bei<br />
Ford-Lückenotto, als man vom Ergebnis<br />
des Werkstatt-Tests durch<br />
ein von den Ford-Werken beauftragtes<br />
Institut erfuhr.<br />
Werkstatt-Tests, die von der telefonischen<br />
Anmeldung über die<br />
Begrüßung im Autohaus, das<br />
Angebot von Getränken während<br />
der Wartezeit oder die Zurverfügungstellung<br />
eines Ersatzfahrzeuges<br />
bis hin zur Arbeitsqualität 222<br />
Punkte beinhalten, werden von<br />
den Ford-Werken laufend zur Aufrechterhaltung<br />
einer hohen Werkstattqualität<br />
in Auftrag gegeben.<br />
Thomas Beermann, langjähriger<br />
Werkstattmitarbeiter bei Ford-<br />
Lückenotto fand alle Fehler, die<br />
in das Testfahrzeug eingebaut<br />
wurden und auch in allen anderen<br />
Punkte wurde Ford-Lückenotto<br />
eine hervorragende Service- Qualität<br />
bescheinigt.<br />
Zur Übergabe der entsprechenden Urkunde trafen sich neben Mehmet Durakowski,<br />
Gebietsleiter Service der Ford-Werke, Svenja Dummer und Anja Hinse vom Service-Team,<br />
sowie Thomas Beermann und Service-Berater Klaus Junkerkalefeld sowie Geschäftsleiter<br />
Sascha Schimkat<br />
UMWELTTIPP DER STADT RHEDA-WIEDENBRÜCK<br />
UMWELTTIPP DER STADT RHEDA-WIEDENBRÜCK<br />
Lebensmittel – zu gut für die Tonne!<br />
Pro Jahr werden etwa elf Millionen<br />
Tonnen Lebensmittel weggeworfen.<br />
Pro Kopf sind das etwa 82<br />
Kilogramm im Wert von 235 Euro.<br />
»<strong>Das</strong> ist Geld, das man nicht in<br />
die Tonne werfen muss«, ist sich<br />
Umweltberaterin Dorothee Kohlen<br />
sicher. Da gerade frische Produkte<br />
wie Obst und Gemüse mit 44<br />
Prozent fast die Hälfte des Abfalls<br />
ausmachen, können die aktuellen<br />
Tipps des Bundesministeriums für<br />
Ernährung und Landwirtschaft<br />
(BMEL) einfach Abhilfe schaffen.<br />
Mit ein bisschen Nachdenken<br />
könnte die Menge halbiert und die<br />
Umwelt deutlich entlastet werden.<br />
Acht goldene Regeln, schlägt die<br />
Kampagne »Lebensmittel – zu gut<br />
für die Tonne!« vor, um Lebensmittelabfälle<br />
zu vermeiden:<br />
1. Ein Einkaufszettel vermeidet<br />
überflüssige Einkäufe.<br />
2. Zeit nehmen: Preise und Qualität<br />
vergleichen.<br />
3. Packungsgrößen beachten:<br />
XXL-Packungen werden oft<br />
nicht aufgebraucht.<br />
4. Bewusst auswählen: Die Lebensmittelabfälle<br />
des Handels<br />
können wir als Verbraucher<br />
reduzieren, indem wir Waren<br />
wählen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum<br />
nicht in allzu ferner<br />
Zukunft liegt, das preisgünstige<br />
Brot vom Vortag kaufen oder<br />
den Apfel mit den kleinen Macken<br />
wählen.<br />
5. Richtig kühlen – längere Haltbarkeit:<br />
Obst und Gemüse<br />
gehören ganz unten ins Gemüsefach.<br />
Fisch und Fleisch sind<br />
auf der unteren Ablage, Milchprodukte<br />
auf der mittleren und<br />
Käse und Speisereste auf der<br />
obersten Ablage zu lagern. Eier,<br />
Butter und Getränke haben ihren<br />
Platz in der Tür.
65<br />
6. Richtig lagern – längere Haltbarkeit:<br />
nicht in den Kühlschrank<br />
gehören z. B. Brot, Speiseöle,<br />
Kartoffeln, Tomaten und die<br />
meisten Südfrüchte. Äpfel und<br />
Tomaten separat lagern, da<br />
sie anderes Gemüse und Obst<br />
schneller reifen lassen.<br />
7. Haltbarkeit beachten: das<br />
Mindesthaltbarkeitsdatum ist<br />
kein Wegwerfdatum. Auch danach<br />
kann das Produkt noch<br />
lange genießbar sein. <strong>Das</strong><br />
Verbrauchsdatum ist ein Wegwerfdatum.<br />
Nach Ablauf des<br />
Datums muss die Ware entsorgt<br />
werden, da bei Verzehr<br />
eine Gesundheitsgefährdung<br />
bestehen könnte. Dies gilt für<br />
verderbliche Lebensmittel wie<br />
rohen Fisch, Hackfleisch oder<br />
Frischgeflügel.<br />
8. Reste verwerten: Suppe einfrieren,<br />
Nudeln als Pfannengericht<br />
braten.<br />
Weitere Informationen sowie Rezeptvorschläge<br />
für die kreative<br />
Resteküche unter:<br />
www.zugutfuerdietonne.de.<br />
Warum Lebensmittel<br />
sparen?<br />
Ein bewusster und sparsamer<br />
Umgang mit Lebensmitteln entlastet<br />
die Umwelt durch geringeren<br />
Ressourcenverbrauch und<br />
CO2-Einsparung. Er schont den<br />
eigenen Geldbeutel und unterstützt<br />
zugleich die Menschen in<br />
den Entwicklungsländern durch<br />
niedrigere Lebensmittelpreise.<br />
Durch die geringere Nachfrage<br />
an Nahrungsmitteln, wird der<br />
Preisdruck auf dem Weltmarkt<br />
entschärft. Menschen, die bewusster<br />
mit Lebensmitteln umgehen,<br />
respektieren sie als Mittel<br />
zum Leben.<br />
TÜV-TIPP<br />
Benzin und Diesel beim Tanken vertauscht – und jetzt?<br />
An der Zapfsäule kurz nicht aufgepasst<br />
und schon ist es passiert.<br />
»Bei der großen Auswahl<br />
an Kraftstoffen kommt es selbst<br />
bei erfahrenen Autofahrern vor,<br />
dass sie zur falschen Zapfpistole<br />
greifen«, weiß Roland Potthoff,<br />
Leiter der TÜV-STATION Rheda-<br />
Wiedenbrück. Besonders fatal<br />
ist das, wenn Benzin in Fahrzeuge<br />
mit Dieselmotor getankt<br />
wird. »In diesem Fall sollte man<br />
den Wagen am besten gar nicht<br />
starten«, rät der Experte von TÜV<br />
NORD. Denn schon kleine Mengen<br />
Benzin im Dieseltank können<br />
erheblichen Schaden im Motor<br />
anrichten. Wurde der Motor bereits<br />
angelassen und der Benzinkraftstoff<br />
so im Einspritzer verteilt,<br />
sind eine Systemreinigung<br />
und eine umfangreiche Überprüfung<br />
durch eine Fachwerkstatt<br />
erforderlich. »Bei Benzinern<br />
verursacht Diesel meist weniger<br />
gravierende Schäden. <strong>Das</strong> hängt<br />
allerdings auch von der Menge<br />
und dem Fahrzeug ab.« Wer auf<br />
Nummer sicher gehen will, sollte<br />
den Motor daher nicht anlassen<br />
und den falschen Sprit aus dem<br />
Tank pumpen lassen.<br />
Handy am Steuer – ohne SIM-Karte erlaubt?<br />
Wer mit dem Handy am Ohr<br />
beim Autofahren erwischt wird<br />
bekommt einen Punkt in Flensburg<br />
und muss 60 € Strafe zahlen.<br />
Dabei müssen Handy oder<br />
Smartphone nicht zwangsläufig<br />
ans Ohr gehalten werden. Verboten<br />
ist gemäß § 23 Abs. 1a StVO<br />
die Nutzung des Mobiltelefons,<br />
wenn dieses in die Hand genommen<br />
werden muss, also keine Freisprecheinrichtung<br />
vorhanden ist.<br />
Klar ist damit, dass auch eine SMS<br />
nicht gelesen oder getippt werden<br />
darf, wenn dazu das Gerät gehalten<br />
werden muss.<br />
Nicht klar war einem Autofahrer<br />
im September 2016 dagegen, dass<br />
auch die Nutzung der anderen<br />
Funktionen eines Smartphones<br />
während der Fahrt einen Verstoß<br />
gegen § 23 Abs. 1a StVO darstellt.<br />
Er hatte die SIM-Karte aus seinem<br />
Mobiltelefon entfernt und nutzte<br />
es zum Abspielen von Musik.<br />
Mit dem Smartphone in der Hand<br />
wurde er dann erwischt.<br />
Gegen den Bußgeldbescheid<br />
wehrte er sich mit der Begründung,<br />
dass sein Smartphone ohne<br />
SIM-Karte keine Telekommunikationsfunktionen<br />
wahrnehmen<br />
kann und damit nicht von der<br />
Verbotsnorm aus der StVO erfasst<br />
werde.<br />
Dies sah das OLG Hamm (Az.: 4<br />
RBs 214/17) anders. Es wies in seinem<br />
Beschluss darauf hin, dass es<br />
bereits im Jahr 2012 entschieden<br />
habe, dass es für einen Verstoß<br />
gegen § 23 StVO nicht darauf<br />
ankomme, ob eine SIM-Karte im<br />
Mobiltelefon eingelegt sei. Im damaligen<br />
Fall hatte der Autofahrer<br />
die Telefonkarte hin- und hergeschoben,<br />
um sein Autotelefon<br />
überhaupt erst funktionstüchtig<br />
zu machen. Auch das OLG Jena<br />
entschied bereits 2006, dass nicht<br />
auf die Telefonfunktion abzustellen<br />
sei. Dort hatte ein Autofahrer<br />
sein Handy ohne SIM-Karte während<br />
der Fahrt als Diktiergerät<br />
genutzt.<br />
Zur Begründung führen die Gerichte<br />
an, dass nach dem Wortlaut<br />
des § 23 Abs. 1a StVO nicht die bloße<br />
Nutzung eines Mobiltelefons<br />
zum Telefonieren, sondern jegliche<br />
Nutzung untersagt sei.<br />
Nicht verboten ist jedoch die<br />
Nutzung eines Smartphones,<br />
das fest im Pkw installiert wird<br />
und sich – ohne dass man es in<br />
die Hand nehmen muss – wie ein<br />
Autotelefon bedienen lässt. Erlaubt<br />
ist es auch, das nicht fest<br />
installierte Smartphone bei noch<br />
ausgeschaltetem Motor etwa via<br />
Bluetooth mit dem Autoradio zu<br />
verbinden und als Musikdatenbank<br />
zu nutzen, solange es dann<br />
während der Fahrt ausschließlich<br />
über die Tasten des Autoradios<br />
bedient werden kann.<br />
Übrigens: Wem bei einem Verkehrsunfall<br />
nachgewiesen wird,<br />
dass er verbotenerweise ein Han-<br />
C.J. Venhaus<br />
dy während der Fahrt genutzt hat,<br />
dem droht der Verlust des Versicherungsschutzes.<br />
Außerdem<br />
droht bei renitenten Wiederholungstätern<br />
auch der Verlust der<br />
Fahrerlaubnis.<br />
C.J. Venhaus<br />
Rechtsanwältin u.a. mit Schwerpunkt<br />
Miet- und Wohnungseigentumsrecht<br />
· Kanzlei Zur Porta,<br />
Rheda-Wiedenbrück
66 GESCHÄFTLICHES<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
anzeigen<br />
PHYSIOPLUS<br />
<strong>Das</strong> neue PhysioTraining<br />
Schon seit 8 Jahren gibt es jetzt<br />
die PhysioPlus GmbH Meyer &<br />
Meloh im Ärztehaus WD 17 19 an<br />
der Hauptstraße 19 in Rheda-Wiedenbrück.<br />
»Immer einen Schritt<br />
weiter...« als Slogan verpflichtet.<br />
So haben die Geschäftsführer<br />
Christian Meyer und Jochen<br />
Meloh jetzt investiert, die Trainingsanlage<br />
erneuert und auf<br />
den aktuellsten Stand der Technik<br />
gebracht. In den 8 Jahren hat<br />
sich einiges getan. Die Geräte<br />
stellen sich jetzt vollkommen<br />
selbstständig auf den Benutzer<br />
ein und machen das Training<br />
noch sicherer als es vorher schon<br />
war. Die Kombination der neuesten<br />
Traingsgeräteentwicklung<br />
mit der besten Softwarelösung<br />
ermöglicht eins der besten physiotherapeutischen<br />
Trainingskonzepte<br />
hier im Kreis. Trotz modernster<br />
Technik verzichtet das<br />
PhysioTraining natürlich nicht<br />
auf intensive Betreuung durch<br />
speziell ausgebildete Fachkräfte.<br />
Ein solch ausgereiftes Konzept<br />
verzichtet auf lange Vertragsbindung<br />
und lange Kündigungszeiten.<br />
Eine eigene Trainings-App<br />
unterstützt die Trainingsplanung<br />
und Ausführung. Der monatliche<br />
Preis von 64,– € enthält alle Leistungen<br />
wie Analyse, Kraftmessung,<br />
Einweisung und Betreuung.<br />
10-JÄHRIGES JUBILÄUM<br />
Die 2 Hören und Sehen<br />
Wie schnell doch Jahre vergehen.<br />
Am 04.10.2007 eröffneten Meinolf<br />
Rennefeld und Arno Oesterschlink<br />
in Wiedenbrück an der Wasserstraße<br />
32 ein neues Fachgeschäft<br />
für gutes Hören und Sehen.<br />
Den Ausschlag gab der Verkauf<br />
der Krane-Gruppe, in welcher beide<br />
als Augenoptiker und Hörgeräteakustiker<br />
in leitender Position<br />
tätig waren. Ein Weiterarbeiten<br />
in einem Unternehmen, welches<br />
beide Berufszweige strickt voneinander<br />
trennt, war für beide<br />
schlecht vorstellbar. Somit eröffneten<br />
sie ihr erstes Geschäft in<br />
Wiedenbrück nach dem Motto:<br />
»Qualität, gute Beratung und<br />
Service zum fairen Preis«. Mit dem<br />
Weltmarktführer Essilor im Brillenglasbereich<br />
und dem schweizer<br />
Hörgerätehersteller Phonak holte<br />
man sich zwei Hauptgeschäftspartner<br />
ins Boot, von deren Qualität<br />
die beiden Gründer, Meinolf<br />
Rennefeld und Arno Oesterschlink,<br />
voll überzeugt waren.<br />
Markenfassungen von Welt wie<br />
Silhouette, Eschenbach, Emporio<br />
+ Giorgio Armani, Davidoff, Gucci,<br />
Prada, Dolce & Gabbana, wurden<br />
genauso eingeführt wie die Trendmarke<br />
Ray Ban. Als fast reines<br />
Familienunternehmen gestartet,<br />
wurde bereits nach drei Monaten<br />
eine Vollzeitkraft zur Verstärkung<br />
eingestellt. So stand nun zusätzlich<br />
eine gelernte Augenoptikerin<br />
und Hörgeräteakustikerin mit versiertem<br />
Fachwissen den Kunden<br />
zur Verfügung. Schnell sprach sich<br />
auch über die Grenzen von Wiedenbrück<br />
hinaus die neue Adresse<br />
für gutes Hören und Sehen herum,<br />
so dass das Personal durch<br />
weitere Mitarbeiter aufgestockt<br />
werden musste. Wer sich bei die2<br />
Hören & Sehen für Brillen oder<br />
Hörgeräte interessierte, sollte<br />
auch eine bestmögliche Beratung<br />
durch bestausgebildetes Personal<br />
bekommen. Dieser Schritt zahlte<br />
sich aus. Im August 2009 wurde<br />
das noch junge Unternehmen<br />
durch »markt intern« zum ersten<br />
1A Augenoptiker in Rheda-Wiedenbrück<br />
ausgezeichnet.<br />
Der Erfolg in Wiedenbrück war<br />
dann auch zwei Jahre später ausschlaggebend<br />
für die Eröffnung<br />
einer Filiale in Herzebrock. »So<br />
entstand für uns im schönsten<br />
Bauobjekt an der B64 zwischen<br />
Rheda-Wiedenbrück und Münster<br />
im Ortsteil Herzebrock auf einer<br />
Fläche von 150 qm ein modernes<br />
und gemütliches Optik- und<br />
Akustikfachgeschäft mit Wohlfühlcharakter«,<br />
erklärt stolz Meinolf<br />
Rennefeld. Ausgestattet mit<br />
technisch hochwertigen Geräten,<br />
bot man nun auch hier die ganze<br />
Palette an Serviceleistungen rund<br />
um gutes Hören und gutes Sehen<br />
an. Im Juni <strong>2017</strong>, folgte dann die<br />
dritte Filiale in Oelde, in der Geiststr.<br />
9-11. Auch hier ließ der Erfolg<br />
nicht lange auf sich warten. Schöne<br />
Brillenfassungen, moderne<br />
Brillengläser und neueste Hörgerätetechnik<br />
fanden schnell auch<br />
hier begeisterte Kunden.<br />
Moderne Technik, wie das Video-<br />
Zentriersystem im Brillenbereich,<br />
ermöglichen in allen drei<br />
Filialen eine genaue Ermittlung<br />
von Zentrierdaten zur exakten<br />
Glasberechnung und für optimales<br />
Sehen sowie eine Foto oder<br />
Videoaufnahme, die den Kunden<br />
mit seiner neuen Brille zeigt.<br />
Die genaue Augenüberprüfung<br />
erfolgt ebenso computergesteuert<br />
wie das Verarbeiten der<br />
Brillengläser in der filialeigenen<br />
Werkstatt. <strong>Das</strong> Motto von Die2<br />
ist: »Nicht nur eine bestmögliche<br />
Geräteausstattung zu haben,<br />
sondern auch bestausgebildetes<br />
Personal«. Aus diesem<br />
Grund wurden in den vergangenen<br />
Jahren drei junge Menschen<br />
erfolgreich zum Augenoptiker/<br />
in und Hörgeräteakustiker/in<br />
ausgebildet.<br />
Neben den beiden Inhabern Meinolf<br />
Rennefeld und Arno Oesterschlink<br />
stehen noch weitere 15<br />
Mitarbeiter den Kunden in den<br />
Niederlassungen zur Verfügung.
GESCHÄFTLICHES<br />
anzeigen<br />
67<br />
ALLES FÜR GROSS UND KLEIN<br />
25 Jahre Drops-Kindermode<br />
Was der trendbewusste Nachwuchs<br />
im kommenden Winter<br />
tragen wird, entscheidet sich bei<br />
Drops-Kindermode an der Berliner<br />
Straße. Dort haben die Kleinen<br />
und auch die Großen eine riesige<br />
Auswahl an aktueller Mode.<br />
Mehrere tausend Kleidungsstücke<br />
hängen und liegen in Schränken<br />
und Auslagen von Sigrid Towara<br />
und Gerda Klück, die das Geschäft<br />
von Anfang an gemeinsam betreiben.<br />
Zu haben sind alle aktuellen<br />
Modemarken wie »Tom Tailor«,<br />
»Camp David«, »Blue Seven«,<br />
»GGL«, »Sternthaler«, »Maximo«,<br />
»Döll«, »LTB«, »Mayoral«, »Kanz«<br />
und »Salt and Pepper«.<br />
Anfang <strong>Oktober</strong> 1992, eröffneten<br />
sie in Herzebrock das erste Ladenlokal.<br />
1998 kam dann Drops-<br />
Kindermode an der Berliner Straße<br />
in Rheda dazu. Einige Jahre später<br />
folgte ein weiteres Ladengeschäft<br />
in Harsewinkel. Und weil für die<br />
beiden nach 25 Jahren »der Drops<br />
noch lange nicht gelutscht« ist,<br />
machen sie mit viel Elan in Rheda<br />
weiter. Ihre Geschichte ist Programm:<br />
die beiden Freundinnen<br />
kennen sich schon seit Kindertagen.<br />
Mode war bei ihnen also<br />
schon immer ein großes Thema.<br />
Ihr Geschäft Drops-Kindermode<br />
bietet neben der großen Auswahl<br />
an Baby- und Kindermode bis Größe<br />
176 auch zahlreiche Accessoires<br />
sowie einen »Auswahlservice« an.<br />
Mehrere schicke Kindersachen<br />
mitnehmen, zu Hause anprobieren,<br />
auswählen und den Rest später<br />
in den Laden zurück bringen.<br />
Sigrid Towara und Gerda Klück<br />
Aber auch die kleine Kundschaft<br />
selbst ist im »Drops« gern gesehen.<br />
Wer noch nicht selbst aussuchen<br />
und entscheiden kann,<br />
vertreibt sich die Zeit in der eigens<br />
angelegten Spielecke, während<br />
die Eltern im Laden in aller Ruhe<br />
stöbern können.<br />
<strong>Das</strong> Jubiläum soll natürlich auch<br />
mit den Kunden gefeiert werden.<br />
Ab dem 1. <strong>Oktober</strong> gibt es »25 Prozent<br />
auf Alles«! Viele gute Gründe,<br />
im »Drops« reinzuschauen.<br />
»Drops-Kindermode«<br />
Berliner Str. 23-25<br />
Tel.: 05242/44 6 36<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo.–Fr.: 9–12.30 u. 14.30–18.30 Uhr<br />
Sa.: 9–14 Uhr<br />
15 JAHRE H+H HÜBSCH<br />
Geburtstags feier am 8. <strong>Oktober</strong><br />
Als Sabine Hübsch 2002 das Unternehmen<br />
H+H Glas- und Gebäudereinigung<br />
gründete, war<br />
noch nicht vorauszusehen, dass<br />
das Unternehmen in 15 Jahren so<br />
wachen wird. Die Nachfrage nach<br />
Dienstleistung, Pflege und Reinigung<br />
rund um Büro, Haus und<br />
Garten ist in den Jahren kontinuierlich<br />
gestiegen.<br />
Oliver Hübsch ist Tischlermeister<br />
und absolvierte Im Bildungswerk<br />
der Gebäudereiniger seinen Gebäudereiniger-Meister.<br />
Somit ist<br />
das Unternehmen ein Fachbetrieb<br />
rund um das Thema Sauberkeit<br />
und Pflege.<br />
<strong>Das</strong> Leistungsspektrum geht heute<br />
von der Glas- und Gebäudereinigung<br />
über die Reinigung von<br />
Wegen, Höfen und Außenanlagen<br />
bis hin zu Spezial- und Sonderaufträgen,<br />
z. B. für den klinischen<br />
Bereich, Tiefgaragen, Schwimmbäder<br />
und Photovoltaikanlagen.<br />
Der Hausmeisterservice umfasst<br />
mittlerweile Dienstleistungen von<br />
Gartenarbeiten, Winterdienst bis<br />
zu kleinen Holz- und Elektroarbeiten.<br />
»Der Erfolg zeigt uns, dass wir<br />
alles richtig gemacht haben«, so<br />
Inhaberin Sabine Hübsch.<br />
Und sie hebt hervor: »An der Wasserstraße<br />
24 bieten wir neben<br />
dem Verkauf von professionellen<br />
Reinigern auch eine Beratung«.<br />
Dem Familienunternehmen<br />
Hübsch zeigt sich einmal mehr,<br />
dass die Entscheidung zu wachsen<br />
die richtige war. Zu Ehemann<br />
Oliver und Sohn Kevin kommen<br />
nun mit Steven Hübsch und Tom<br />
Janning zwei neue Auszubildende<br />
hinzu.<br />
Mit der zusätzlichen Richtung<br />
»Tatortreinigung« wird jedes Fachgebiet<br />
abgedeckt – also nichts für<br />
schwache Nerven. Es gibt keine direkte<br />
oder vorgeschriebene Ausbildung<br />
zum Tatortreiniger. Wer<br />
sich aber zum staatlich geprüften<br />
Desinfektor ausbilden lässt,<br />
besitzt die beste Grundlage für<br />
den Beruf.<br />
»Seit 15 Jahren sind wir unserer<br />
Philosophie treu geblieben, un-<br />
Sabine und Oliver Hübsch<br />
seren Kunden neben fachlich<br />
kompetenter und zuverlässiger<br />
Durchführung aller Arbeiten ein<br />
Höchstmaß an Service zu bieten,<br />
in allen Bereichen immer auf dem<br />
neuesten Stand der Technik«, so<br />
das Unternehmer-Ehepaar.<br />
Um uns für die Treue unserer Kunden<br />
zu bedanken und zum Kennenlernen<br />
für Interessenten wird<br />
der 15. Geburtstag mit einem »Tag<br />
der offenen Tür« gefeiert. Am 8.<br />
<strong>Oktober</strong> sind alle Freunde, Kunden<br />
und Interessenten ab 11 Uhr herzlich<br />
an die Schwedenschanze 17–19<br />
eingeladen. Neben der Präsentation<br />
der neusten Produkte, Vorführungen,<br />
Messe-Schmankerl und<br />
Angebotspakete ist auch für das<br />
leibliche Wohl gesorgt. Zusätzlich<br />
erhalten Sie vom 8. bis 15. <strong>Oktober</strong><br />
15 % Rabatt auf alle Produkte im<br />
Hauptgeschäft an der Wasserstraße<br />
24 in Wiedenbrück.
68 GESCHÄFTLICHES<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
anzeigen<br />
WENN KÖRPER UND GEIST EINE AUSZEIT BRAUCHEN<br />
UND DIE SEELE MAL BAUMELN WILL:<br />
Chiang Mai Thai Massage<br />
Die Augen geschlossen, die Wünsche<br />
und Träume im freien Fall –<br />
wenn Sie diesen Zustand einmal<br />
erleben möchten besuchen Sie<br />
das »Chiang Mai – Thai Massage<br />
& Spa« in der Wasserstraße 36a.<br />
Für eine entspannende Massage<br />
ist immer Zeit. Sollte es zumindest<br />
sein, denn häufig vergessen<br />
wir bei all dem Stress, der uns<br />
täglich mit Beschlag belegt, etwas<br />
Gutes für Körper, Geist und<br />
Seele zu tun. Hier heißt das einfache<br />
Zauberwort: Wir lassen uns<br />
verwöhnen mit einer auf unsere<br />
Bedürfnisse abgestimmten Thai-<br />
Massage.<br />
Die traditionelle Thai Massage<br />
ist eine Kombination von sanften<br />
Akupressuren sowie leichten<br />
Streck- und Dehnübungen zur<br />
Bearbeitung der Energielinien<br />
des Körpers, fördert die Durchblu-<br />
tung, stimuliert Herz-, Kreislaufund<br />
Muskelsystem und reguliert<br />
es wohltuend und entspannend.<br />
Seit dem 1. September bieten Inhaberin<br />
Phimmada Lengpang und<br />
ihre Fachkräfte an, bestehende<br />
Blockaden im Körper aufzuheben<br />
und alle Energien wieder in<br />
den richtigen Fluss zu bringen.<br />
Freundlichkeit, Professionalität<br />
sowie Sachkompetenz über die<br />
Funktionen des Körpers, höchste<br />
hygienische Standards und Fairness<br />
beim Preis sind im »Chiang<br />
Mai – Thai Massage & Spa« eine<br />
Selbstverständlichkeit. Sämtliche<br />
Mitarbeiter im »Chiang Mai« haben<br />
ihre Zertifizierung an traditionellen<br />
Thai-Massage-Therapie-<br />
Schulen in Thailand erworben,<br />
denn eine qualifizierte Ausbildung<br />
bedeutet auch immer einen hohen<br />
Grad an Kompetenz gegenüber<br />
Ihnen als Kunden.<br />
Rheda-Wiedenbrück freut sich,<br />
dass ein solches Angebot nun<br />
auch im Zentrum von Wiedenbrück<br />
verfügbar ist. Wenn Sie das<br />
Spa an der Wasserstraße mit einem<br />
befreiten Lächeln im Gesicht<br />
verlassen, wird man sie fragen,<br />
was Sie in der letzten Stunde erlebt<br />
haben... Sagen Sie’s weiter!<br />
Chiang Mai Thai Massage & Spa<br />
Wasserstraße 36a<br />
33378 Rheda-Wiedenbrück<br />
0176 – 4180 1250<br />
info@ChiangMai-Spa.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
Montag – Freitag 11.00 – 19.00 Uhr<br />
Samstag 10.00 – 16.00 Uhr<br />
Kalender<br />
Rheda-<br />
Wiedenbrück<br />
2018<br />
Auch für das nächste Jahr steht ab<br />
jetzt wieder ein wunderschöner<br />
Kalender von Rheda-Wiedenbrück<br />
zur Verfügung. Ob stimmungsvolle<br />
Landschaften, stimmige Stadtaufnahmen<br />
oder faszinierende<br />
Details der ganzen Vielfalt und<br />
Schönheit unserer Stadt: Wieder<br />
wurden die besten Fotografien<br />
von Alexandra Ströker ausgesucht<br />
und zusammengestellt. Erhältlich<br />
ist er in der Buchhandlung Güth,<br />
Klingelbrink 31, www.buechergueth.de<br />
SKW HAUS & GRUND IMMOBILIEN GMBH<br />
Ist die Entscheidung wie und wo<br />
ich wohne wirklich einfach…<br />
In jungen Jahren ergibt sich die<br />
Entscheidung häufig wie von<br />
selbst. Kinder wohnen bei Ihren<br />
Eltern, als junger Mensch<br />
wohnt man häufig in der Nähe<br />
des Arbeitsplatzes und die Möglichkeiten<br />
bestimmen sich nicht<br />
zuletzt nach den finanziellen<br />
Mitteln. Wird die Familie größer,<br />
werden Kriterien wie Größe und<br />
Infrastruktur des neuen Zuhauses<br />
entscheidend.<br />
Aber was passiert, wenn wir älter<br />
werden? Und wir werden alle älter!<br />
Die demographische Entwicklung<br />
und damit die Zunahme der Altersgruppe<br />
über 65 Jahre wird im<br />
gesamten Kreis Gütersloh spürbar.<br />
Die erste Entscheidung, sich<br />
wohnlich zu verändern, ist hier<br />
die Schwierigste. Soll ich wirklich<br />
das Zuhause verlassen, das ich<br />
mit meinem Partner geschaffen<br />
habe und in dem unsere Kinder<br />
aufgewachsen sind? Viele Erinnerungen<br />
hängen an dem Zuhause,<br />
in dem Sie den größten Teil Ihres<br />
Lebens verbracht haben. Die Vorteile,<br />
die eine Wohnveränderung<br />
mit sich bringt, werden häufig von<br />
emotionalen Aspekten überlagert.<br />
Plötzlich ist es nicht mehr so anstrengend,<br />
den großen Garten<br />
zu pflegen. Und auch, dass der<br />
größte Teil des Hauses gepflegt,<br />
aber nicht genutzt wird, rückt in<br />
den Hintergrund. Schließlich ist es<br />
angenehm, wenn zu Weihnachten<br />
und zum Geburtstag genügend<br />
Raum für die Lieben vorhanden<br />
ist.<br />
Aus unserer persönlichen und<br />
beruflichen Erfahrung sind uns<br />
diese Überlegungen mehr als<br />
bekannt und sie sind nachvollziehbar.<br />
Aber wir wissen auch, ist<br />
der Schritt zur Veränderung erst<br />
einmal vollzogen, überwiegen die<br />
Vorteile und Annehmlichkeiten.<br />
Die barrierearme Wohnung gibt<br />
mir die Möglichkeit auch im Alter<br />
selbstbestimmt zu bleiben. Hilfe,<br />
z.B. für den dann überschaubaren<br />
Haushalt, kann je nach Bedarf individuell<br />
organisiert werden. Sie<br />
gewinnen neue Freiheiten. Denn<br />
statt im Sommer jede Woche den<br />
Rasen zu mähen und Unkraut zu<br />
zupfen, bleibt mehr Zeit für Reisen,<br />
Unternehmungen und Treffen<br />
mit Freunden. Und auch um<br />
Reparaturen müssen Sie sich nicht<br />
mehr selbst kümmern, das macht<br />
für Sie die Hausverwaltung.<br />
Die Frage, wie und wo ich wohne,<br />
ist also definitiv nicht einfach.<br />
Aber mit unserer guten umfassenden<br />
Beratung, unserem Verständnis<br />
für Ihre persönliche Situation<br />
und viel Erfahrung, unterstützen<br />
wir Sie auf diesem Weg. Vom<br />
Hausverkauf bis zu Ihrem neuen<br />
Zuhause.<br />
Ihr Team der SKW Haus und Grund.
GESCHÄFTLICHES<br />
anzeigen<br />
69<br />
45 Auszubildende in neun Lehrberufen beginnen ihre Ausbildung bei Tönnies.<br />
Ausbildungs start für 45 Lehrlinge bei Tönnies<br />
Insgesamt 45 Auszubildende in<br />
neun unterschiedlichen Ausbildungsberufen<br />
wurden jetzt von<br />
Margit und Clemens Tönnies<br />
sowie Geschäftsführer Josef Tillmann<br />
persönlich begrüßt. Mit<br />
Handschlag wurden die jungen<br />
Lehrlinge in die Firmenphilosophie<br />
eingeführt. Anschließend<br />
stellten sich die Ausbildungsleiter<br />
vor, die in den kommenden<br />
Jahren die Lehrlinge begleiten<br />
werden.<br />
»Wir freuen uns riesig, dass Sie<br />
sich für Ihre Ausbildung bei Tönnies<br />
entschieden haben«, sagte<br />
Josef Tillmann. »Die Lebensmittelbranche<br />
und wir als Unternehmen<br />
Tönnies bieten Ihnen viele<br />
Möglichkeiten und sind stolz Sie<br />
dafür auszubilden. Auch wenn der<br />
Start in eine solche neue Lebensphase<br />
nicht immer leicht fällt,<br />
meine Tür steht Ihnen immer<br />
offen.« Insgesamt bildet Tönnies<br />
in diesem Jahr neun Ausbildungs-<br />
berufe aus. Sieben Fachkräfte für<br />
Lebensmitteltechnik, vier Fachkräfte<br />
für Lagerlogistik, 13 Industriekaufleute,<br />
ein Industriemechaniker,<br />
vier Mechatroniker, zwei<br />
Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeuge<br />
sowie ein Berufskraftfahrer<br />
und zwei Fachinformatiker am<br />
Standort in Rheda-Wiedenbrück.<br />
Am Standort in Weißenfels wird<br />
ebenfalls ausgebildet: drei Großund<br />
Außenhandelskaufleute, eine<br />
Fachkraft für Lagerlogistik und<br />
vier Fachkräfte für Lebensmitteltechnik.<br />
Am Standort Kempten<br />
wurden in diesem Jahr erstmalig<br />
eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik<br />
und zwei Groß- und Außenhandelskaufleute<br />
eingestellt.<br />
Während der Betriebsbesichtigung<br />
zeigten sich die Auszubildenden<br />
imponiert von den Prozessen<br />
bei ihrem neuen Arbeitgeber.<br />
Aber auch das firmeneigene<br />
Fitnessstudie, die Kita und die<br />
Tönnies-Arena beeindruckten.<br />
FREUDE BEI DER TÖNNIES DRK-KITA<br />
Zertifizierung als Familien zentrum gefeiert<br />
Der Tönnies DRK-Kita wurde vom<br />
Land NRW das »Gütesiegel Familienzentrum<br />
Nordrhein-Westfalen«<br />
verliehen. Damit gehört nun auch<br />
die Tönnies DRK-Kita zu den zertifizierten<br />
NRW-Familienzentren.<br />
Gemeinsam mit den drei weiteren<br />
DRK-Kindertageseinrichtungen<br />
vor Ort bilden sie nun das »DRK<br />
Familienzentrum Rheda-Wiedenbrück«.<br />
Zur Übergabe der Urkunde<br />
feierten das Team mit den<br />
Kindern, den Erzieherinnen und<br />
Erziehern, Eltern, dem Träger sowie<br />
Margit und Clemens Tönnies.<br />
Kinder und Eltern profitieren<br />
zukünftig noch mehr vom Familienzentrum,<br />
zum einen durch<br />
eine erstklassige Betreuung und<br />
Bildung sowie Beratung und<br />
Unterstützung. Familienzentren<br />
stärken die Erziehungskompetenzen<br />
der Eltern und verbessern<br />
die Vereinbarkeit von Familie und<br />
Beruf. »In unserem Familienzentrum<br />
bieten wir Eltern und Kindern<br />
frühe Beratung, Information und<br />
Hilfe in allen Lebensphasen an«,<br />
betont Kita-Leiterin Iris Hansel.<br />
»Uns ist es wichtig Brücken zu<br />
bauen, zwischen dem, was oft getrennt<br />
scheint. Deshalb haben wir<br />
ein umfangreiches Netzwerk von<br />
Kooperationspartnern aufgebaut<br />
und nutzen dieses zum Wohle von<br />
Familien«, erklärt Hansel.<br />
Kinder und Team der Tönnies DRK Kita feiern gemeinsam mit Eltern, dem Träger sowie<br />
Margit und Clemens Tönnies die Zertifizierung zum NRW Familienzentrum.
70 GESCHÄFTLICHES<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
anzeigen<br />
Anhebung der Grenze für die<br />
Sofort abschreibung auf 800 Euro<br />
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens,<br />
also Wirtschaftsgüter<br />
deren Verwendung oder Nutzung<br />
sich über einen Zeitraum von<br />
mehr als einem Jahr erstreckt, sind<br />
jährlich um den Teil der Anschaffungs-<br />
oder Herstellungskosten<br />
abzuschreiben, der auf die Verwendungs-<br />
bzw. Nutzungsdauer<br />
entfällt. Maßgeblich ist hierbei<br />
die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer<br />
(§7 Abs. 1 S. 2 EStG).<br />
Der Gesetzgeber hat zur Entlastung<br />
des Steuerpflichtigen für<br />
Wirtschaftsgüter von geringem<br />
Wert (geringwertige Wirtschafts-<br />
güter oder GWG) ein Wahlrecht<br />
eingeführt. Hiernach dürfen<br />
gemäß §6 Abs. 2 S. 1 EStG Wirtschaftsgüter<br />
mit einem Wert von<br />
weniger als EUR 410 direkt als Betriebsausgabe<br />
abgezogen werden.<br />
Bei der Bemessung der Wertgrenze<br />
ist vom reinen Warenwert ohne<br />
Vorsteuer (Nettowert) auszugehen.<br />
In der Praxis fallen hierunter<br />
häufig Büroeinrichtungsgegenstände<br />
oder Kleinwerkzeuge, die<br />
den entsprechenden Wert von<br />
EUR 410 nicht übersteigen.<br />
Durch den Beschluss des Bundestages<br />
vom 27. April <strong>2017</strong> wird<br />
diese GWG-Grenze mit Wirkung<br />
zum 1. Januar 2018 von EUR 410<br />
Euro auf EUR 800 angehoben. Der<br />
Schwellenwert für geringwertige<br />
Wirtschaftsgüter wird damit nach<br />
über 50 Jahren erhöht. Diese Änderung<br />
ergibt insbesondere für<br />
kleinere und mittelständische<br />
Unternehmen eine Entlastung.<br />
Neben der Anhebung der Wertgrenze<br />
sind unverändert die weiteren<br />
Kriterien zur Einstufung als<br />
GWG zu beachten. Hiernach muss<br />
das Wirtschaftsgut abnutzbar, beweglich<br />
und selbständig nutzbar<br />
sein sowie dem Anlagevermögen<br />
zugeordnet werden.<br />
Hendrik Auge<br />
Der Autor ist Wirtschaftsprüfer<br />
und Steuerberater in der Kanzlei<br />
Hendrik Auge<br />
Wortmann & Partner & Co. KG,<br />
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·<br />
Steuerberatungsgesellschaft<br />
Rheda-Wiedenbrück<br />
HERSTELLER KOOPERIERT MIT DOMINO’S<br />
Ford startet Pizza-Service mit<br />
selbstfahrenden Autos<br />
Kunden von Domino’s in Ann Arbor<br />
im US-Bundesstaat Michigan<br />
bekommen ihre Pizza künftig unter<br />
anderem von selbstfahrenden<br />
Ford-Fusion-Modellen geliefert.<br />
Der Autobauer und die Pizza-Kette<br />
gaben Ende August eine entsprechende<br />
Kooperation bekannt.<br />
Durch die Zusammenarbeit wollen<br />
die Partner Erkenntnisse darüber<br />
erlangen, wie Kunden mit<br />
autonomen Fahrzeugen interagieren.<br />
Sherif Marakby, bei Ford als<br />
Vice President für autonome und<br />
elektrische Fahrzeuge verantwortlich,<br />
erklärt: »Unser Verständnis<br />
von selbstfahrenden Fahrzeugen<br />
als tragfähiges Geschäftsmodell<br />
wächst, aber es gibt insbesondere<br />
in Anwendungsfragen noch<br />
viel zu tun«. Ford freue sich, mit<br />
Domino’s einen Partner bei dieser<br />
Entwicklungsarbeit gefunden<br />
zu haben. Domino’s selbst verfolgt<br />
das Ziel, »Lieferungen mit<br />
selbstfahrenden Fahrzeugen so<br />
kundenfreundlich wie möglich zu<br />
gestalten«, sagte der US-Chef der<br />
Pizzakette, Russell Weiner.<br />
Als Pilotort für das Projekt haben<br />
sich die Partner die 115.000-Einwohner-Stadt<br />
Ann Arbor in Michigan<br />
ausgesucht. Wer seine Pizza<br />
von einem selbstfahrenden Ford<br />
Fusion Hybrid geliefert bekommt,<br />
entscheidet ein Zufallsgenerator.<br />
Allerdings müssen Kunden zuvor<br />
erklären, damit einverstanden zu<br />
sein. Über eine App können die<br />
Käufer dann den Standort des<br />
Fahrzeugs via GPS verfolgen. Sie<br />
erhalten zudem eine Textnachricht<br />
mit einem Code, mit dessen<br />
Hilfe sie nach dem Eintreffen des<br />
Fords das beheizte Ladefach mit<br />
der Pizza über einen am Auto<br />
montierten Monitor öffnen können.<br />
Dieses so genannte »Heatwave-Compartment«<br />
hat das<br />
Unternehmen Roush Enterprises<br />
extra für das Projekt entwickelt.<br />
Bezahlen können Kunden ihre<br />
Pizza selbstredend nur noch elektronisch,<br />
da der menschliche Pizzabote<br />
mit Wechselgeld wegfällt.<br />
Ob es Domino’s und Ford damit<br />
Die Pizza kommt per Roboterauto: Ford kooperiert mit Domino’s.<br />
gelingt, »das Leben der Menschen<br />
einfacher und komfortabler zu<br />
machen«, wie es die Partner laut<br />
Mitteilung vorhaben, kann man<br />
zumindest bezweifeln. Immerhin<br />
kann der Kunde die Pizza nicht<br />
mehr direkt an der eigenen Haustür<br />
entgegennehmen, sondern<br />
muss zum Auto laufen und dort<br />
auch noch den Code eintippen.<br />
Bild: Ford<br />
Erprobt hat Ford den Service im<br />
Vorfeld in »Mcity«, dem Testlabor<br />
für autonomes Fahren der University<br />
of Michigan. Der Autobauer<br />
will das autonome Fahren zu einem<br />
echten Geschäftsbereich<br />
aufziehen und plant 2021 mit<br />
Produktionsstart vollautonomer<br />
Fahrzeuge.
GESCHÄFTLICHES<br />
anzeigen<br />
71<br />
MUSIKCENTRUM IN NEUEN RÄUMEN<br />
Musikschule mit bewährtem<br />
Programm<br />
(Kem) Seit einem Monat befinden<br />
sich die Musikschule und<br />
der Musikalienhandel des Musikcentrums<br />
an der Schloßstraße in<br />
den frisch umgebauten Räumen<br />
des Geschäfts- und Arzthauses<br />
an der Bahnhofstraße 17a. Kunden,<br />
Schüler und Eltern sowie<br />
Mitarbeiter und Lehrer schätzen<br />
die freundliche und helle Atmosphäre<br />
des neuen und nun noch<br />
zentraler gelegenen Domizils. Es<br />
startet unter dem neuen Namen<br />
»Musikcentrum Venten«. Der Inhaber<br />
Thomas Venten, passionierter<br />
Musikprofi und gelernter Orgel-<br />
und Harmoniumbauer, bietet<br />
das bewährte Programm.<br />
Gemeinsam mit elf Musiklehrern<br />
kümmert er sich um die Schülerinnen<br />
und Schüler. Egal ob<br />
Gesang oder Instrumental: von<br />
Schlag- und Tasten– bis zu Blasinstrumenten–<br />
das Musikcentrum<br />
weiß auf alles eine Antwort. Es<br />
spricht Kinder, Jugendliche und<br />
Erwachsene an, egal ob Anfänger,<br />
Fortgeschrittene oder Wiedereinsteiger.<br />
Der jetzt von Martin Rode geführte<br />
Musikinstrumentenverleih<br />
führt alle Instrumente, die von<br />
den Schülerinnen und Schülern<br />
benötigt werden. <strong>Das</strong> Programm<br />
des vor 17 Jahren als Musikschule<br />
an der Schloßstraße gegründeten<br />
Freude über das neue Domizil: (V. l.) Thomas Venten und aus seinem Team Stefanie<br />
Kaimann, Viktor Wagner, Maurice Eichhöfer und Gerda Rohde<br />
Unternehmens machen der Musikalienhandel<br />
mit Noten und Instrumenten<br />
sowie deren Reparatur<br />
und ein professionelles Tonstudio,<br />
wo Werbespots und Alben in<br />
bester Qualität produziert werden<br />
können, komplett.<br />
Für die Zukunft plant Thomas<br />
Venten für alle Musikinteressierten<br />
samstagmorgens in regelmäßigen<br />
Abständen zwanglose<br />
Musiksessions zum Jammen und<br />
Austauschen.<br />
Kontakt: 05242-931993.<br />
Gesundheitsscreening – Mehr als nur ein Sehtest<br />
Mit dem neuen Visionix VX 120,<br />
eingesetzt auch in der Augenanalyse,<br />
erweitert die Kessner u.<br />
Heimann Augenoptik GmbH ihr<br />
Leistungsspektrum im Gesundheitsscreening.<br />
Hochpräzise,<br />
vollautomatische, aufeinander<br />
folgende Messungen ergeben<br />
ein sehr genaues, komplettes Bild<br />
von beiden Augen. Mit Hilfe der<br />
Wellenfront-Technologie wird die<br />
exakte Sehstärke am Tag und in der<br />
Nacht ermittelt. Diese innovative<br />
Messtechnik dient als Grundlage<br />
für die Fertigung eines High-Tech<br />
Brillenglases, so einzigartig und<br />
individuell wie ein Fingerabdruck.<br />
Maximaler Kontrast und ein verbessertes<br />
dreidimensionales<br />
Sehen sorgen - besonders in der<br />
Dämmerung - für mehr Lebensqualität.<br />
Die Gesamtheit dieser<br />
Messungen (Screening) dient der<br />
Früherkennung von möglichen<br />
Augenerkrankungen. Als Ergebnis<br />
der Analyse zeigt sich, ob die<br />
gemessenen Werte innerhalb oder<br />
außerhalb der physiologischen<br />
Norm liegen. Bei Auffälligkeiten<br />
können diese als Grundlage für<br />
eine gründliche Untersuchung<br />
beim Augenarzt dienen.<br />
Die ermittelten Messergebnisse<br />
sind Momentaufnahmen. Wir<br />
stellen keine Diagnosen und geben<br />
keine medizinischen und diagnostischen<br />
Empfehlungen. Bei<br />
Messergebnissen außerhalb der<br />
physiologischen Norm ist eine<br />
ärztliche Abklärung ratsam.<br />
Darüber hinaus werden zusätzlich in nur einem Messvorgang<br />
folgende optische und biologische Augenparameter erfasst:<br />
• Transparenzanalyse der Augenlinse (grauer Star)<br />
• Messung des Augeninnendrucks (grüner Star)<br />
• Vermessung der vorderen Augenkammer (grüner Star)<br />
• Hornhautdickenmessung<br />
• dreidimensionale Vermessung der Hornhaut<br />
• Ermittlung der Fehlsichtigkeit bei simulierter Nachtfahrt<br />
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NEU
72 GESCHÄFTLICHES<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
anzeigen<br />
Erster Preis für die Mustergrabstätte<br />
Thelma Ebeling bei der Gestaltung des Mustergrabes<br />
DIE FRIEDHOFSGÄRTNEREI WAGNER RÄUMT PREISE AB<br />
Nachwuchs gärtnerin Thelma Ebeling auf Gartenschau<br />
(Kem) Die zwanzigjährige Thelma<br />
Ebeling befindet sich im zweiten<br />
Ausbildungsjahr zur Friedhofsgärtnerin<br />
bei der Friedhofsgärtnerei<br />
Wagner. Der Beruf erfüllt<br />
sie mit Zufriedenheit und Freude<br />
über das, was wächst und gedeiht<br />
und die Möglichkeiten der kreativen<br />
Gestaltung. Sie fühlt sich in<br />
dem Ausbildungsbetrieb sehr gut<br />
aufgehoben. Der Inhaber, Gärtnermeister<br />
Roland Wagner, übertrug<br />
ihr auf der Landesgartenschau die<br />
Umgestaltung der Sommerbepflanzung<br />
auf die Herbstbepflanzung<br />
auf dem Beet der dreiteiligen<br />
Mustergrabstätte. Nachdem die<br />
Friedhofsgärtnerei schon bei der<br />
Frühjahrsbepflanzung den ersten<br />
Platz bei der Einzelbewertung<br />
belegt hatte, konnte diese mit<br />
der Arbeit von Thelma Ebeling<br />
abermals den Spitzenplatz in der<br />
Einzelwertung erreichen. Bei der<br />
Gesamtbewertung über alle drei<br />
Bepflanzungen belegt das Blumenhaus<br />
Wagner nach Punkten<br />
den 2. Platz. »Natürlich freut uns,<br />
dass unsere Kreativität und Leistung<br />
von der Jury honoriert wird,<br />
vielmehr aber sind es die Besucher<br />
und Kunden, die uns zu dieser<br />
Höchstleistung inspirieren«, so<br />
Roland Wagner. <strong>Das</strong> abermalige<br />
herausragende Abschneiden der<br />
Friedhofsgärtnerei nahmen wir<br />
gerne zum Anlass, die uns bekannte<br />
Nachwuchsgärtnerin zu<br />
interviewen.<br />
Was fasziniert dich an dem Beruf<br />
der Gärtnerin?<br />
Ich liebe das Gärtnern sehr, da es<br />
eine Kunst ist, die immer wieder<br />
neue Herausforderungen sucht.<br />
Schön ist die Aufgabe auch, weil<br />
man sie gemeinsam mit anderen<br />
Gärtnern macht und mich mit<br />
der Natur verbindet. Ich erfreue<br />
mich jeden Tag an den Pflanzen<br />
und liebe es, ihnen beim Wachsen<br />
und Gedeihen zuzusehen. Bereits<br />
nach ein paar Minuten wirkt die<br />
Atmosphäre beruhigend auf mich.<br />
Inzwischen gefällt mir der Sonnenschein<br />
ebenso wie der erfrischende<br />
Regen, der den Pflanzen<br />
das nötige Nass bringt.<br />
Was gibt dir die Grabgestaltung?<br />
Die Grabgestaltung gehört zu<br />
meiner absoluten Leidenschaft.<br />
Sie ist eine besondere Herausforderung.<br />
Im Fokus steht immer,<br />
das Grab so zu gestalten, dass es<br />
zu dem Verstorbenen passt. Einen<br />
hohen Stellenwert hat dabei<br />
der Grabstein: Die Blumen- und<br />
Dauerbepflanzung muss seine<br />
Struktur aufnehmen, mit ihm eine<br />
Symbiose eingehen.<br />
Warst du in diesem Bereich bereits<br />
selbständig tätig?<br />
Ein paar Gräber habe ich schon<br />
gestaltet, meistens nach den Vorgaben<br />
der Kunden. Ich durfte aber<br />
auch schon ein paar Gräber nach<br />
meinen Vorstellungen gestalten.<br />
Wann und wie erfuhrst du von<br />
deinem Einsatz auf der Landesgartenschau?<br />
Im August sagte Herr Wagner,<br />
dass ich auf dem Pflanzbeet unserer<br />
dreiteiligen Mustergrabstätte<br />
auf der Landesgartenschau in Bad<br />
Lippspringe die Sommerbepflanzung<br />
gegen eine Herbstbepflanzung<br />
austauschen sollte. Unsere<br />
Friedhofsgärtnerei hatte für die<br />
Frühjahrsbepflanzung den ersten<br />
Platz errungen. Ich freute mich<br />
darum riesig, dass Herr Wagner<br />
mir für die Wahrnehmung dieser<br />
verantwortungsvollen Aufgabe<br />
das Vertrauen schenkte. Ich weiß,<br />
dass nicht alle Auszubildenden<br />
diese Erfahrung teilen können.<br />
Welche Rahmenbedingungen<br />
musstest du beim Lösen der Aufgabe<br />
erfüllen?<br />
Herr Wagner hatte die Pflanzen<br />
bereits für die Bepflanzung der<br />
Grabstätte zusammengestellt. Ich<br />
konnte überlegen, was ich daraus<br />
mache. Ein blattförmiger Stein<br />
des im Zentrum der dreiteiligen<br />
Mustergrabstätte stehenden dreiblättrigen<br />
Lebensbaumes trug die<br />
Angaben des fiktiv Verstorbenen<br />
und prägte quasi als Grabstein die<br />
neu zu gestaltende Grabfläche.<br />
Die beiden anderen »Steinblätter«<br />
hingen an dem Lebensbaum. Sie<br />
veranschaulichten die Aussage,<br />
dass diese »Personen« noch leben.<br />
Welche kreativen Schritte hast<br />
du bei deiner Arbeit unternommen?<br />
Nach der Entfernung der Sommerbepflanzung<br />
akzentuierte ich<br />
zuerst die Verbindung zwischen<br />
dem Lebensbaum und dem herabgefallenen<br />
»Blatt« durch einen<br />
Pflanzbogen mit mehreren<br />
großen, blauen Echeverien. Mit<br />
Herbstsorten in unterschiedlich<br />
kräftigen roten und pinken Farben<br />
– wie beispielsweise Calluna,<br />
Alpenveilchen und Torfmyrte –<br />
füllte ich die Fläche weiter auf. Dazwischen<br />
pflanzte ich »Silber«, u.<br />
a. Silberblatt und »Stacheldraht«.<br />
Diese Pflanzen lassen die Rottöne<br />
besonders deutlich hervortreten.<br />
Schließlich lockerte ich den Anblick<br />
noch mit mehreren kleinen<br />
Corokia-Sträuchern auf. Nach gut<br />
drei Stunden konnte ich die Arbeiten<br />
abschließen. Sie waren für<br />
mich eine sehr positive Erfahrung.<br />
Wie ging es weiter?<br />
Nachdem ich die Arbeiten am<br />
Freitag, dem 25. August, durchgeführt<br />
hatte, beurteilte am<br />
darauffolgenden Montag eine<br />
vierköpfige Jury aus dem Kreis<br />
von Vorstandsmitgliedern der<br />
Fachgruppe »Friedhofsgärtner«<br />
im Landesverband NRW das Ergebnis.<br />
Herr Wagner schickte die<br />
zugemailte Gewinnerliste allen<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />
per WhatsApp zu. So wussten<br />
wir alle zeitgleich Bescheid.<br />
Die Freude über den abermaligen<br />
ersten Platz in der Einzelwertung<br />
war groß, wobei ich mich natürlich<br />
am glücklichsten fühlte, insbesondere<br />
als Herr Wagner mir<br />
zu diesem Erfolg gratulierte. Die<br />
Besucher der Landesgartenschau<br />
können die Grabkunst im Ausstellungsteil<br />
Arminiuspark noch bis<br />
zur Schließung der Veranstaltung<br />
am 15. <strong>Oktober</strong> erleben.
GESCHÄFTLICHES<br />
anzeigen<br />
73<br />
WOW-WOCHEN IN WIEDENBRÜCK<br />
Arbeitgruppe des Gewerbevereins<br />
macht Shoppen noch attraktiver<br />
Ab 1.10.<strong>2017</strong> starten die WOW-WO-<br />
CHEN in Wiedenbrück. Die Idee des<br />
Arbeitskreises ist, das Einkaufen in<br />
der Stadt noch attraktiver zu gestalten.<br />
Hier zeigt sich wieder einmal<br />
mehr, dass der Zusammenhalt der<br />
Einzelhändler sich stark für die Stadt<br />
einsetzt. Mit den WOW-WOCHEN<br />
bietet jedes Mitglied des Gewerbevereins<br />
ein wöchentlich wechselndes<br />
Angebot zum WOW-Preis. Die<br />
Angebote sind jeweils von Montag<br />
bis Samstag gültig, so dass es jede<br />
Woche aufs Neue eine Stadt voller<br />
toller Preise gibt. »So macht das<br />
Shoppen Spaß«, so Nicole Kirschner,<br />
die sich im Arbeitskreis stark<br />
gemacht hat, sich wieder einmal<br />
als wettbewerbsfähige Stadt zu<br />
präsentieren. 80 wöchentliche Angebote<br />
und das über acht Wochen<br />
– da kann man nur »WOW« sagen.<br />
WOHLFÜHL-BÄDER & BEHAGLICHE WÄRME<br />
HERBST-SCHAUTAGE BEI P. STÜKERJÜRGEN GMBH<br />
am 07. + 08. <strong>Oktober</strong> von 11 – 17 Uhr<br />
Varensell. Der Herbst steht vor der<br />
Tür und bei nasskaltem »Schmuddelwetter«<br />
sehnen wir uns nach<br />
einem gemütlichen Zuhause.<br />
Dazu trägt eine stilvolle Einrichtung<br />
bei und überschaubare Energiekosten<br />
lassen uns dem Winter<br />
getrost entgegenblicken.<br />
Ein Bad, in dem man morgens<br />
schnell in Gang und abends entspannt<br />
zur Ruhe kommt, ist ein<br />
Bad mit Wohlfühl-Charakter. »Es<br />
sollte auf die individuellen Gewohnheiten<br />
und Ansprüche der<br />
Nutzer perfekt abgestimmt sein.<br />
So wird aus jedem Bad ein Unikat.<br />
Darüber hinaus bietet das Bad aus<br />
einer Hand die Koordination aller<br />
Gewerke, die Bauleitung sowie<br />
eine termingerechte Fertigstellung<br />
mit geschultem Personal«<br />
so Gaby Stükerjürgen vom Studio<br />
für Bad und Heizung.<br />
Immer ein gutes Gefühl: wo Hygiene<br />
und Komfort aufeinander<br />
treffen sollen, erfreuen sich<br />
Dusch-WCs immer größerer Beliebtheit.<br />
Firma TOTO präsentiert<br />
das »WASHLET SG« in Funktion<br />
während der Schautage.<br />
Damit es im neuen Bad schön<br />
kalkfrei bleibt, empfehlen die<br />
Berater der p. stükerjürgen gmbh<br />
moderne Wasseraufbereitungsanlagen.<br />
Dann hat Kalk keine<br />
Chance!<br />
Im Bereich Heizungstechnik<br />
dreht sich alles um energiesparende<br />
Heizungssysteme, wie z.<br />
B. Pelletheizungen, Wärmepumpen<br />
und Solaranlagen. Besonders<br />
hervorzuheben ist der mit dem<br />
IF Design Award ausgezeichnete<br />
Röhrenkollektor »Aquaplasma«.<br />
Er erreicht auch bei geringer Son-<br />
Freuen sich auf interessierte Besucher: (v. l.) Gaby Stükerjürgen, Andreas Venker, Bruno<br />
u. Helena Stükerjürgen<br />
neneinstrahlung (Winter) einen<br />
hohen Wirkungsgrad und gilt<br />
somit als der weltweit leistungsstärkste<br />
Kollektor am Markt. Welches<br />
Heizsystem für die jeweilige<br />
Immobilie die richtige und wirksamste<br />
ist und was alles bei einer<br />
Modernisierung oder auch Neuanlage<br />
zu beachten ist, erfahren Sie<br />
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Basterweg 10 in Varensell. Nutzen<br />
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gmbh lädt herzlich ein zu den<br />
Schautagen am Samstag und<br />
Sonntag, den 07. + 08.10.<strong>2017</strong> jeweils<br />
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74 GESCHÄFTLICHES / KLEINANZEIGEN<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
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HUK-COBURG<br />
Einparkhilfen mindern Schäden<br />
noch nicht<br />
Obwohl fast 50 Prozent der deutschen<br />
Autos mit Einparkhilfen<br />
ausgestattet sind, hat sich die<br />
Zahl der Parkschäden nicht verringert.<br />
<strong>Das</strong> brachten eigene Analysen<br />
der HUK-COBURG innerhalb<br />
ihres Fahrzeugbestands zu Tage.<br />
In Deutschland insgesamt kosten<br />
die jährlich zwei Millionen<br />
Parkschäden 3,5 Mrd. Euro. Die<br />
HUK-COBURG hat in eigenen<br />
Analysen untersucht, ob Parkassistenzsysteme<br />
zu weniger Schäden<br />
geführt haben. Mit ihren über<br />
elf Millionen Fahrzeugen ist die<br />
HUK-COBURG größter deutscher<br />
Autoversicherer nach Stückzahlen.<br />
Durch die große Zahl ist die<br />
Aussage repräsentativ. Obwohl<br />
in 46 Prozent der Fahrzeuge auf<br />
deutschen Straßen eine Einparkhilfe<br />
vorhanden ist (Quelle: DAT-<br />
Report 2015), ist die Häufigkeit von<br />
Parkschäden in den letzten Jahren<br />
nicht gesunken.<br />
Klaus-Jürgen Heitmann, Kfz-Vorstand<br />
der HUK-COBURG, meint<br />
dazu: »Einparkhilfen mit akustischen<br />
Hinweisen führen bislang<br />
nicht zu weniger Schäden. Wir sehen<br />
Stand heute keinen Rückgang<br />
bei Parkschäden und das trotz der<br />
hohen Verbaurate von Einparkhilfen.<br />
Und die Schadenkosten sind<br />
sogar noch leicht gestiegen: Der<br />
Schadendurchschnitt ist leicht<br />
nach oben gegangen, weil bei<br />
Parkschäden mittlerweile teure<br />
Sensorik beschädigt wird.«<br />
Über die Ursachen kann nur spekuliert<br />
werden. So sind in den<br />
letzten Jahren Autos größer und<br />
unübersichtlicher geworden. Wird<br />
ein Auto von mehreren Fahrern<br />
Georg Ritschel<br />
genutzt, kann es auch sein, dass<br />
ein Fahrer den Parkassistenten<br />
ganz ausschaltet und vergisst,<br />
dies den anderen Fahrern mitzuteilen.<br />
Und wenn Parkassistenten<br />
genutzt werden, stellt sich die<br />
Frage, ob Fahrer richtig reagieren.<br />
Die Technik bei Assistenzsystemen<br />
kommt aber deutlich voran.<br />
Neuere Entwicklungen und bessere<br />
Systeme, zum Beispiel mit<br />
Notbremsautomaten oder Visualisierungstechniken<br />
versprechen<br />
Abhilfe. Heitmann: »Unsere Untersuchungen<br />
sagen signifikante<br />
Rückgänge voraus. Wenn die<br />
neuen, innovativen Systeme zur<br />
Verhinderung von Parkschäden<br />
genutzt werden, dann könnten<br />
25 Prozent entfallen. Der Schadenaufwand<br />
dürfte sich dann um 20<br />
Prozent reduzieren«.<br />
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77<br />
SEPTEMBER<br />
DI 26<br />
14.00 1968 – Pop, Protest u. Provokation<br />
Auch in Westfalen entwickelten sich<br />
Underground-Szene, Protestsongs,<br />
Happenings, Pop-Art-Filme, avantgardistische<br />
Zeitschriften, politisches<br />
Volkstheater u.v.m. Ausstellung im<br />
Kulturgut Haus Nottbeck. Öffnungszeiten:<br />
Di–Fr: 14–18 Uhr, Sa, So, Feiertag:<br />
11–18 Uhr. Eintritt nach eigenem<br />
Ermessen. www.kulturgut- nottbeck.<br />
de, 02529-945590. Bis 28. Januar.<br />
17.00 31. Rhedaer Orgeltage 1<br />
Konzert für Kinder und Erwachsene<br />
nach Michael Benedict Bender<br />
»Die fürchterlichen Fünf« mit Mechthild<br />
Gokus (Sprecherin) u. Harald<br />
Gokus (Orgel) in St Clemens. Eintritt<br />
frei – Türkollekte.<br />
MI 27<br />
18.00 Infoveranstaltung:<br />
Be triebswirtschaft studieren in GT<br />
Die FH Bielefeld bietet in Gütersloh ab<br />
Sommersemester 2018 den berufsbegleitenden<br />
Bachelorstudiengang<br />
Betriebswirtschaft an. Voraussetzung:<br />
Abitur, Fachhochschulreife o.ä.<br />
Ort: Schul straße 10, Gütersloh. Weiterer<br />
Termin: 11. November, 10 Uhr.<br />
Anmeldung erbeten jeweils bis zum<br />
Vortag: tanja.ens@fh-bielefeld.de,<br />
Tel. 0521/10667791. Details: www.fhbielefeld.de/bwl-gt<br />
DO 28<br />
9.30–11.00 Themenfrühstück<br />
für Erwebslose in der Cafeteria »Ess-<br />
Bares« Am Sandberg 72. Gastgeberinnen:<br />
Karin Cyrankiewicz und Ingrid<br />
Bäumer-Möhlmann (beide Pro Arbeit).<br />
Kosten: keine. Ohne Anmeldung. An<br />
jedem letzten Do im Monat.<br />
15.00–18.00 Kindertreff: Turniere –<br />
Teste dich in den versch. Disziplinen!<br />
Anmeldung im Jugendhaus St. Aegidius<br />
erforderlich: 05242-903713 oder<br />
jugendhaus-wd@t-online.de (Teilnehmerzahl<br />
begrenzt). Kosten: keine.<br />
Spenden sind willkommen.<br />
20.00 musica da camera:<br />
London 1764<br />
Klavierkonzerte von Mozart, Bach<br />
und Schroeter in der Orangerie mit<br />
Christoph Schanze (Klavier), Sophie<br />
Schuster (Violine), Ursula Schwab-Rittau<br />
(Violine) und Andrea Fröhlich-Sum<br />
(Violoncello). Karten: VVK 22 € bei der<br />
Flora-Westfalica, Rathausplatz 8-10,<br />
Tel. 05242-9301-0.<br />
FR 29<br />
14.00 Herbstkirmes in Wiedenbrück<br />
Am Sonntag, den 1. Okober Geschäfte<br />
verkaufsoffen von 13 bis 18 Uhr. Montag,<br />
2. <strong>Oktober</strong> Krammarkt. Bis 3. <strong>Oktober</strong>.<br />
Infos vorn.<br />
18.30 31. Rhedaer Orgeltage<br />
Konzert mit Frédéric Blanc (Paris) in St<br />
Clemens. Eintritt frei – Türkollekte.<br />
SA 30<br />
16.00–18.00 Der Sternenhimmel<br />
über Rheda-Wiedenbrück<br />
Mitmach-Vortrag mit Arnold Hoppe<br />
(Planetariumsgesellschaft OWL) im<br />
Haus der Kreativität. Kosten: AK 3 €.<br />
Info: www.vhs-re.de<br />
18.00 31. Rhedaer Orgeltage<br />
Vorabendmesse mit dem Bläserquartett<br />
der Musikschule für den Kreis GT<br />
(Ltg.: Eckhard Vincke), Kirchenchor St.<br />
Christina Herzebrock (Ltg.: Siegfried<br />
Buske) und dem Kirchenchor St. Clemens<br />
Rheda (Ltg.: Harald Gokus) in St<br />
Clemens. Eintritt frei – Türkollekte.<br />
OKTOBER<br />
SO 1<br />
11.00 Öffentliche Führung durch die<br />
Wiedenbrücker Altstadt<br />
ohne Anmeldung. Treff: Marktplatz.<br />
Kosten: 3 €<br />
14.30 Erntedankfest in Clarholz<br />
mit großem Festumzug sowie festlich<br />
geschmückter Pfarrkirche. Konzert<br />
nach dem Umzug bei Kaffee und<br />
Kuchen im Festzelt. Parkpl. kostenlos.<br />
Infos: www.erntedank-clarholz.de<br />
18.00 Franziskusfest<br />
Jessica Burri (Sopran und Dulcimer)<br />
hat sich von Franziskus’ und Klaras<br />
Schriften inspirieren lassen und besondere<br />
Kompositionen geschaffen.<br />
In der Marienkirche werden vier alte<br />
Legenden erzählt und passende Lieder<br />
dazu gesungen. Eintritt: frei. Spende<br />
erbeten. Es folgen: Transitus am 3. <strong>Oktober</strong><br />
um 19.30 Uhr und Festgottestdienst<br />
am 4. <strong>Oktober</strong> um 9 Uhr.<br />
18.30 31. Rhedaer Orgeltage<br />
Abschlusskonzert mit Tim Rishton<br />
(Vikesa/Norwegen) in St Clemens.<br />
Eintritt frei – Türkollekte.<br />
MO 2<br />
18.00–21.00 Collagen als<br />
künstlerischer Ausdruck<br />
Für Erwachsene (Anf. und Fortgeschr.)<br />
im Bleichhäuschen. Kosten:<br />
30 € inkl. Grundmaterialien. Anmeldung:<br />
05242-49811, 0170-3410505 oder<br />
m.koerkemeier@bleichhaeuschen.de<br />
24.00 Anmeldeschluss zum 26.<br />
Jugend-Musik-Preis<br />
Der von den regionalen Volksbanken<br />
gestiftete Preis, durchgeführt in Zusammenarbeit<br />
mit Flora Westfalica<br />
GmbH u. VHS Reckenberg-Ems, ist in<br />
sechs Altersgruppen ausgeschrieben<br />
für: Klavier Solo, Klavier zu vier Händen,<br />
weitere Tasteninstrumente auf<br />
Nachfrage. Vorspiel: Sa 18. November<br />
im Einstein-Gymnasium, Preisträgerkonzert:<br />
So 26. November. Infos:<br />
www.vhs-re.de/fileadmin/images/<br />
Bilder/PDF/JuMu_Prospekt_<strong>2017</strong>.pdf<br />
DI 3<br />
17.00 Im Schatten des Großen Baumes<br />
Wann können wir das Gespenst des<br />
Lärms ablegen, das uns verfolgt? Gedichte,<br />
Texte, Lieder und Musik in der<br />
Stadtkirche. Eintritt frei – Türkollekte.<br />
MI 4<br />
15.00 Mein Raum – das Kinder- und<br />
Jugendzimmer<br />
Eine Ausstellung mit eingereichten<br />
Fotos des eigenen Zimmers in der<br />
Werkstatt Bleichhäuschen, Steinweg<br />
4. Öffnungszeiten: Mo–Do 15–17 Uhr,<br />
So 14–17 Uhr. Bis 19. November.<br />
19.00 Öffentliche Führung<br />
im Wiedenbrücker Schule Museum.<br />
Kosten: 5 €, Kinder in Begl. Erw. frei.<br />
1<br />
St. Clemens – Ort der Rhedaer Orgeltage<br />
2<br />
Eugenie Marlitt<br />
19.15–21.30 Litterarische Mittwochsgesellschaft:<br />
Eugenie Marlitt<br />
2<br />
Zweite Veranstaltung in der Reihe<br />
über Prosa in der 2. Hälfte des 19. Jh.<br />
mit Dr. Rüdiger Krüger im Lesecafé<br />
der Stadtbibliothek Wiedenbrück.<br />
Kosten: AK 8 €. Infos: www.vhs-re.de<br />
DO 5<br />
15.00–18.00 Kindertreff: Wir basteln<br />
unsere eigenen Drachen!<br />
Anmeldung im Jugendhaus St. Aegidius<br />
erforderlich: 05242-903713 bzw.<br />
jugendhaus-wd@t-online.de (Teilnehmerzahl<br />
begrenzt). Kosten: keine.<br />
Spenden sind willkommen.<br />
19.30–21.00 Gartenräume gestalten<br />
Infos mit vielen Beispielen von Tanja<br />
Minardo im Haus der Kreativität. Kosten:<br />
AK 3 €. Info: www.vhs-re<br />
SA 7<br />
10.00 – 16.00 Rathaus Running<br />
An der Fassade des 37 m hohen Gebäudes<br />
geht es gesichert senkrecht<br />
herunter. Preis: 49 € p.P. Info: www.<br />
schnurstracks-kletterparks.de<br />
11.00–11.30 Eine kleine Marktmusik<br />
Zum 250. Todestag von Georg Philipp<br />
Telemann spielen Rainer Moritz (Altsaxophon)<br />
und Angelika Riegel (Orgel,<br />
Klavier) in der Stadtkirche eine kleine<br />
Auswahl seiner Werke. Eintritt: frei.<br />
20.00 Kitty Hoff & Band: Plot Point 7<br />
Musikalisch neu und doch unverwechselbar<br />
Kitty Hoff (origineller<br />
Mix aus Bossa Nova, Jazz, Chanson,<br />
Pop und exquisiten deutschen<br />
Nach einer Photographie von Chr. Beitz auf Holz gezeichnet von R. Huthsteiner<br />
Songtexten) geht es zu neuen Gefilden...<br />
Eintritt: VVK 19 € / 16 €; AK 22 €<br />
/ 19 €. www.kulturgut- nottbeck.de,<br />
02529-945590.<br />
20.00 Operation Messwein<br />
Zur Einweihung der restaurierten<br />
Kirchen-Orgel des Dorfes hat man eigens<br />
einen Star-Organisten bestellt.<br />
Sogar der Bischof kommt. Doch der<br />
Besuch stellt das Festtagskomitee<br />
vor ein großes Problem: Pastor Ole<br />
Friedrichsen. Der an sich herzensgute<br />
Mensch hat keinen Gottesdienst,<br />
keine Taufe, keine Hochzeit und auch<br />
keine Beerdigung auch nur ansatzweise<br />
nüchtern über die Bühne gebracht...<br />
Komödie in 3 Akten von<br />
Christina Handke, präsentiert von der<br />
Schauspieltruppe der VHS Reckenberg-Ems<br />
(Regie: Diana Hoffmann-<br />
Baljak) im Stadthaus. Kosten: AK: 8 €<br />
(Jugendliche 4 €). Auch am 18.11.<br />
SO 8<br />
10.30 Gottesdienst mit Bach<br />
in der Wiedenbrücker Kreuzkirche.<br />
Es erklingt die Kirchenkantate »Gott,<br />
der Herr, ist Sonn und Schild«. Mit<br />
dabei: Bachchor und Bachorchester<br />
Gütersloh (Ltg. Sigmund Bothmann),<br />
Cornelie Isenbürger (Sopran), Angelika<br />
Riegel (Orgel), Pfarrer Marco Beuermann<br />
(Predigt).<br />
11.00–17.00 Tag des offenen Ateliers<br />
Infos vorne<br />
13.00 Trödelmarkt im Reethus<br />
mit über 70 Ständen. Eintritt: 1,50 €<br />
p.P. Aufbau: 12 Uhr
78 TERMINE<br />
<strong>Das</strong> <strong>Stadtgespräch</strong><br />
3<br />
Ensemble Col Voc<br />
Foto: onebreaker.de<br />
der Abt. GT des SGV im Raum Diestedde<br />
(ca. 8 km + Einkehr). Treff für Fahrgemeinsch.<br />
Am Werl in Rheda. Gäste<br />
können gerne mitwandern. Infos:<br />
Wolfgang Leppelt, Tel. 05242/36589.<br />
15.00–18.00 Kindertreff:<br />
Wir backen leckere Muffins!<br />
Anmeldung im Jugendhaus St. Aegidius<br />
erforderlich: 05242-903713 bzw.<br />
jugendhaus-wd@t-online.de (Teilnehmerzahl<br />
begrenzt). Kosten: keine.<br />
Spenden sind willkommen.<br />
SA 14<br />
14.00–16.00 Kinder- und Jugendbasar<br />
im Pfarrzentrum St. Johannes, Nonenstr.<br />
94.Der Erlös wird komplett an St.<br />
Johannes Kindergarten gespendet.<br />
14.00–17. 00 Repair Café<br />
Experten helfen im Foyer der Osterrath-Realschule<br />
kostenlos bei der<br />
Reparatur defekter mitgebrachter<br />
Sachen. www.la21-rhwd.de<br />
Sicherheitspolitik<br />
Vortrag mit Diskussion zu Wunschdenken<br />
und Realität aus Sicht von<br />
Hans-Bernhard Weisserth im Haus<br />
der Kreativität. Kosten: AK 3 € (6 € für<br />
Vortrags-Reihe inkl. 17. + 30. Jan. 2018)<br />
Info: www.vhs-re.de<br />
20.00 Die Großen Sieben:<br />
Maria, ihm schmeckt’s nicht<br />
Jan Weilers humorvoller Erfolgsroman<br />
rund um Patrone Antonio als Aufführung<br />
mit dem Westfälischen Landestheater<br />
im Ratsgymnasium. Restkarten:<br />
AK 18 €. Infos: Flora Westfalica,<br />
Tel. 05242-9301-0<br />
DO 19<br />
15.00–18.00 Kindertreff: Kinderdisco<br />
Wir tanzen zu toller Musik!<br />
Anmeldung im Jugendhaus St. Aegidius<br />
erforderlich: 05242-903713 bzw.<br />
jugendhaus-wd@t-online.de (Teilnehmerzahl<br />
begrenzt). Kosten: keine.<br />
Spenden sind willkommen.<br />
4<br />
Friedemann Weise<br />
15.30–17.00 Fidolino – Klassik für<br />
Kinder: »Klingt tierisch«<br />
»Ich glaub, mein Schwein pfeift« oder<br />
»Da lachen ja die Hühner« – wie soll<br />
das denn gehen? Bauer Bruno macht<br />
sich auf die Suche nach tierischen<br />
Klängen... Mit: Thomas Krügler (Fagott),<br />
Natalia Gamper (Klavier), Johanna<br />
Kölle (Violine), Claudia Runde<br />
(Flöte, Leitung, Konzept und Moderation).<br />
Ort: Luise-Hensel-Saal im Stadthaus.<br />
Eintritt: 15 € (ein Erwachsener,<br />
ein Kind). Infos: www.vhs-re.de<br />
3<br />
16.00 Vom Zauber der Vokalmusik<br />
Glanzvolles und einziges Konzert im<br />
Rahmenprogramm der Ausstellung<br />
»Wunder Roms« mit den Ensembles<br />
Canta filia und ColVoc in der St.-<br />
Aegidius-Kirche. Es schlägt einen<br />
Bogen vom gregorianischen Gesang<br />
über Motetten von G. P. da Palestrina,<br />
zu Claudio Monteverdis »Missa in<br />
illo tempore«, zu Werken von Franz<br />
Liszt und Bildvertonungen von Walter<br />
Steffens. <strong>Das</strong> Vokalensemble Wiedenbrück<br />
(Ltg. Jürgen Wüstefeld) trägt<br />
Werke von Claudio Monteverdi und<br />
Giovanni Giorgio (»Missa piena in F«)<br />
vor. Konzept: Hans Hermann Jansen.<br />
Eintritt: frei, Spende zur Renovierung<br />
der Aegidiuskirche erbeten.<br />
MO 9<br />
20.00–21.30 Gesunde Ernährung –<br />
gesunder Hund<br />
Was heißt was im Hundefutter? <strong>Das</strong><br />
klärt die Tierheilpraktikerin Ute Grunwald<br />
im Haus der Kreativität. Kosten:<br />
AK 3 €. Info: www.vhs-re<br />
Foto: Manfred Wegener<br />
MI 11<br />
18.00–20.00 Geheimnisse<br />
aus dem Tierreich<br />
Veranstaltung mit Diskussion zum<br />
ethischen Umgang mit Tieren. Referentin:<br />
Susanne Rosé Marie Krahl. Ort:<br />
Haus der Kreativität. Kosten: AK 3 €.<br />
Info: www.vhs-re<br />
20.00 KleinKunst-SixPack: 4<br />
Friedemann Weise<br />
Der Liedermacher u. Satiriker präsentiert<br />
in »Die Welt aus der Sicht von<br />
schräg hinten« komische Lieder, skurrile<br />
Oneliner, abstruse Geschichten<br />
und erstklassige Bilderwitze. Karten:<br />
22 € p.P. (Abo für das ganze Sixpack:<br />
75 €), VVK: Flora Westfalica, Tel. 9301-<br />
0 bzw. www.flora-westfalica.de<br />
20.00–21.30 Erben und Vererben<br />
Vortrag von Rechtsanwalt und Notar<br />
Heino Maiwald mit einem Überblick<br />
über die Grundbegriffe des Erb- und<br />
Pflichtteilsrechts und sinnvolle Gestaltungsmöglichkeiten.<br />
Im Stadthaus,<br />
Luise-Hensel-Saal. Kosten:<br />
AK 3 €. Infos: www.vhs-re.de<br />
20.00–21.30 Betriebskosten der Nebenkostenabrechnung<br />
im Mietrecht<br />
Vortrag von Ralf Schwarzer, RA und<br />
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht,<br />
der z.B. über kapitale<br />
Missverständnisse und unwirksame<br />
oder ungünstige Vertragsregelungen<br />
aufklärt. Ort: Haus der Kreativität.<br />
Kosten: AK 3 €. Info: www.vhs-re<br />
DO 12<br />
13.30 Seniorenwanderung<br />
17.00 Konzert<br />
des Kirchenchores St. Marien zum<br />
100-jährigen Jubiläum in St. Vitus.<br />
19.30 Großes Herbstkonzert<br />
der Langenberger Blaskapelle (Dirigentin:<br />
Ute Großekathöfer) und Jugendblaskapelle<br />
(Ltg. Magnus Schröder)<br />
im Reethus. 1. Teil: »Hoch Heidecksburg«,<br />
»Highlights from Frozen«<br />
und »Out of Africa«. Höhepunkte: »Alpine<br />
Inspirations« sowie der Auftritt<br />
der Blockflötengruppe. 2. Teil: Jugendblaskapelle<br />
mit »James Bond returns«,<br />
»Selections from Wicked« und »Spitfire«.<br />
Finale: alle Musiker mit »Born to<br />
be wild« und »We are the World«. Karten:<br />
10 € / 8 €) u.a. bei der Buchhandlung<br />
Rulf, bei der Flora-Westfalica sowie<br />
bei allen MusikerInnen.<br />
SO 15<br />
15.00 Tanztee<br />
Mit Kaffee und Kuchen. Im Reethus.<br />
Veranstaltet von der Flora Westfalica<br />
GmbH. Eintritt: 3 €<br />
MO 16<br />
20.00–21.30 Unterhalt für Volljährige<br />
und Studenten<br />
Jedes Kind hat rechtlichen Anspruch<br />
auf Unterhalt durch seine Eltern, solange<br />
es noch keine Berufsausbildung<br />
abgeschlossen hat. Vortrag von<br />
RA Carolin Oeverhaus-Peitz im Haus<br />
der Kreativität. Kosten: AK 3 €. Info:<br />
www.vhs-re.de<br />
20.00–21.30 Filmmusik: Krieg der<br />
Sterne – Wie alles begann<br />
Erhellendes von Sören Paschke zu<br />
John Williams berühmter Titelmusik<br />
im Wiedenbrücker Schule Museum<br />
Kosten: AK 5 €. Infos: www.vhs-re.de<br />
DI 17<br />
20.00–21.30 soirée musicale:<br />
Klavierabend mit Ansgar Brockamp<br />
und Werken des Barock und der<br />
Romantik (Johann Sebastian Bach,<br />
Robert Schumann, Eric Satie und<br />
Frederic Chopin) im Luise-Hensel-<br />
Saal des Stadthauses. Kosten: AK 5 €.<br />
Infos: www.vhs-re.de<br />
MI 18<br />
19.00–20.30 Europas Außen- und<br />
15.30–17.00 Kleinformatiges Malen<br />
auf Nesselleinen<br />
Für Kinder (ab 6 Jahren) in der Werkstatt<br />
Bleichhäuschen, Steinweg 4. Kosten:<br />
8 € – inkl. Material. Anmeldung<br />
erforderlich unter 05242-49811 oder<br />
m.koerkemeier@bleichhaeuschen.de<br />
19.00–21.30 Trennung und Scheidung<br />
Infos rund um Unterhalt, Sorge- und<br />
Umgangsrecht, Immobilienbesitz,<br />
Verteilung von Vermögen und Schulden,<br />
Ausgleich von Rentenanrechten,<br />
Scheidung und Erbfolge von Dorothee<br />
Maiwald, Fachanwältin für Familienrecht<br />
im Haus der Kreativität. Kosten:<br />
AK 3 €. Info: www.vhs-re.de<br />
FR 20<br />
14.00–18.00 Große Vogelausstellung<br />
des »Vogelschutz und Liebhaberverein<br />
1961 Rheda-Wiedenbrück e.V.« mit<br />
großer Artenvielfalt, Tombola und<br />
Hüpfburg für Kinder. Für das leibliche<br />
Wohl ist gesorgt. Ort: Bauhof, Hauptstraße.<br />
Auch am 21. <strong>Oktober</strong> (14–18<br />
Uhr) und 22. <strong>Oktober</strong> (9–17 Uhr).<br />
20.00 musica da camera:<br />
Tango Sensations<br />
Eine musikalische Reise durch die<br />
»Geschichte des Tango« von Bach bis<br />
Piazzolla mit Friedemann Wuttke<br />
(Gitarre), William Sabatier (Bandoneon)<br />
und Winfried Holzenkamp (Kontrabass)<br />
in der Orangerie. Karten: VVK<br />
22 € bei der Flora-Westfalica, Rathausplatz<br />
8-10, Tel. 05242-9301-0.<br />
20.00 Imam Baildi<br />
Symbiose aus griechischem Balkanfolk<br />
und massiven Sounds zu einem<br />
intensiven und tanzbaren Klangerlebnis.<br />
Konzert mit der siebenköpfigen<br />
Band der Brüder Lysandros und Orestis<br />
Falireas aus Athen im Kulturgut<br />
Haus Nottbeck, Eintritt: VVK 18 € /<br />
16 €; AK 22 € / 20 €. www.kulturgutnottbeck.de,<br />
02529-945590.<br />
SA 21<br />
20.00 Four Roses und Musicmonks<br />
JKR-Konzert im Reethus. Infos vorne.<br />
19.30 Konzert zum 33. Weihetag der<br />
Fischer & Krämer-Orgel<br />
mit Klaus-Dieter Holzberger (Ahrweiler)<br />
in St Clemens.
79<br />
Ein Lachen kostet nichts.<br />
Zumindest nicht bei uns!<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Caritas-Sozialstation Rheda | Ringstraße 1c | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/4049376 | cs.rheda@caritas-guetersloh.de<br />
Caritas-Sozialstation Wiedenbrück | St.-Vinzenz-Straße 1 | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/591555 | cs.wiedenbrueck@caritas-guetersloh.de
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