Erfolg Magazin 04/2017

erfolgmagazin

TOKIO HOTEL: Bill und Tom Kaulitz über Erfolg und Leben
JUNGE ÜBERFLIEGER: ihre Erfolgsgeheimnisse
MOSES PELHAM im Interview
FRANK OTTO im Interview
PATRIC HEIZMANN: Gesundheit
JEFF BEZOS: Amazon

ERFOLG

GASTGEBER DER MÄCHTIGEN IN DAVOS: KLAUS SCHWAB IM INTERVIEW

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E

magazin

TOKIO HOTEL

BILL & TOM KAULITZ ÜBER

ERFOLG UND LEBEN

MOSES

PELHAM

IM INTERVIEW

JUNGE

ÜBER-

FLIEGER

Verleger Julien

Backhaus über

Entscheidungen

FRANK OTTO

IM INTERVIEW

PATRIC HEIZMANN

GESUNDHEIT

JEFF BEZOS

AMAZON

Ausgabe 4 / 2017

BILDER: KANGSHUTTERS DEPOSITPHOTOS, LADO ALEXI,

BUNDESMINISTERIUM FÜR EUROPA, INTEGRATION UND ÄUßERES

ISMAIL GÖK, MARCEL REMUS, MIKE LOWREY FOXGLOVE PICTURES ,

SEBASTIAN

KURZ

MARCEL

REMUS

MIA

JULIA

BACKHAUS VERLAG 5 EUR


neu

5 €

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Editorial

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Bild: Ismail Gök

Für Erfolg muss man eine

Entscheidung treffen

Erfolg ist etwas ganz Individuelles. Jeder versteht Erfolg für sich anders.

Der eine will Status, der andere will Erfüllung. Vielleicht wollen

Sie viel Geld besitzen, tolle Musik oder Kunst erschaffen, eine große

Familie aufbauen, anderen Menschen helfen oder einen Großkonzern

gründen. Egal, was es für Sie bedeutet, Sie müssen eine Voraussetzung

erfüllen: Sie müssen sich bewegen - vorwärts bewegen.

Es gibt keine Garantien

Fakt ist, die meisten bewegen sich nicht. Ungewissheit ist einer der

wichtigsten Faktoren, warum Menschen ihrer Leidenschaft nicht

folgen. Das können Sie leicht beweisen. Stellen Sie sich vor, man

würde Ihnen notariell garantieren, dass Sie mit dem Vorhaben erfolgreich

werden. Sie könnten nicht scheitern. Dann würde doch jeder

beginnen. In der Wirklichkeit kann es natürlich niemand garantieren.

Auf Seminaren hören Sie, dass Sie Selbstvertrauen brauchen,

um etwas in Gang zu setzen. Es ist so schlimm zur Phrase geworden,

dass wir die Bedeutung des Wortes gar nicht mehr wahrnehmen.

Das hat nämlich nichts mit Chaka zu tun. Die Bedeutung ist viel

gemeiner: Es heißt, sich selbst über den Weg zu trauen. Und das tun

wenige. Die meisten betrügen sich tatsächlich ständig selbst.

Wir alle wissen, dass es da draußen schwierig

ist. Dass da Probleme und sogar Krisen auf uns

warten. Aber würden wir uns selbst über den

Weg trauen, dann wäre das alles kein Hindernis.

Und wir können uns tatsächlich in diese Richtung

trainieren. Sie können jeden Tag Bücher

lesen. Nehmen Sie sich besonders Biografien

vor. Aus den Geschichten erfolgreicher Leute

zu lernen, ist das Intelligenteste, was Sie tun können. Wenn Sie die

Selbstdisziplin nicht aufbringen können, besorgen Sie sich einen

Coach oder Wegbegleiter. Und beginnen Sie mit Kleinigkeiten, die

Sie verändern. Sie müssen die Entscheidung nur ein einziges Mal

treffen, es durchzuziehen. Dann wird es leichter, am Ball zu bleiben.

Sie werden sowieso in einer Kiste landen, trauen Sie sich etwas zu.

Sie werden in der Regel nur die Dinge bereuen, die Sie nie in Angriff

genommen haben.

Viel Erfolg auf Ihrem persönlichen Weg wünscht Ihnen

Julien Backhaus

DIE NÄCHSTE

AUSGABE VON

ERFOLG

erscheint am

28. Dez. 2017

Impressum

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Erfolg Magazin ISSN 25057342

Redaktion/Verlag Backhaus Verlag

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Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

Projektmanagerin Eva-Maria Backhaus

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Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Bremer Straße 24, D31608 Marklohe

Anschrift:

Waffensener Dorfstr. 54, 27356 Rotenburg

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ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

3


INHALT 4/2017

Erfolg

Genial! Kennen und Können ....................... 6

Leise zum Erfolg .......................................... 8

Junge Überflieger .......................................10

Madonna: Die Kunst, aus dir

eine Marke zu machen ...............................12

Uli Höhnes: Herz auf der Zunge

Sympathien in der Hand..............................14

Klaus Schwab: Gastgeber der Mächtigen....16

Heidi Klum: Mehr als ein schönes Gesicht...18

Story

Mathias Wald: Herz und Intuition................20

Jeff Bezos, der Allesverkäufer......................22

Ronny Schausten: Software-Millionär..........24

Andie McDowell: Erfolg jenseits der 50.......25

Frank Otto: Das war unvorstellbar...............26

Frank Felte: Nach ganz oben.......................30

Moses Pelham: Man muss

Überzeugungstäter sein..............................32

Marcel Remus: 11 Jahre Erfolg....................36

Patrick Greiner: Wie man

durch die Scheiße geht...............................39

Mia Julia: Arschbacken

zusammenkneifen und loslegen..................40

Einstellung

Tokio Hotel: Tom und Bill Kaulitz................42

Michel Vincent: Selbstbewusstsein?............46

Lelia Kühne: Ja, aber...................................48

Gabriel Schandl: Hör auf zu heulen!............50

Leben

Claus Hipp: Keine Fehler macht

nur der, der nichts tut.................................52

Erfolgsgeheimnisse der Promis: Giovanni

Zarrella, Jörn Schlövoigt & Vera Int-Veen.....54

Patric Heizmann; Wie man den

inneren Schweinehund dressiert................. 56

Mia Julia

Arschbacken

zusammenkneifen

und

loslegen

56

16

Bilder: Jessica Wilkens, Timo Lüth, Lado Alexi, Katja Kuhl Depositphotos/S_Bukley

Patric Heizmann

Dressier den

Schweinehund

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen

Patricia Staniek: Manipulationstäter............62

Jürgen Höller: Raus aus der Komfortzone....64

Siegfried Haider:

So werden Sie unentbehrlich.......................66

Paul Misar: Macher und Denker..................68

Sonstiges

Die neuen Erfolg Dossiers:

Anouk Ellen Susan & Andras Enrico Brell.....38

Best of Web: Schauen Sie doch mal

online rein..................................................60

Partnerevents: Die Erfolgsdenker/

Wissensforum.............................................70

Moses

Pelham

Über zeugungs

täter

32

18

Heidi Klum

Mehr als ein

schönes Gesicht

Frank Otto

Unvorstellbar

TOKIO HOTEL

Tom und Bill Kaulitz

im Interview

42

26

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

5


Erfolg

Genial

Der Unterschied zwis

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Wenn wir auf die

Erde kommen, gibt

es nur ein einziges

Versprechen: Das

Versprechen, dass

wir eines Tages wieder gehen müssen.

Wie kann es sein, dass obwohl wir so

viele sind (7,5 Mrd. Menschen), es immer

nur einige Wenige – die so genannten

Genies – waren, die etwas anders

machten und unseren Planeten für immer

nachhaltig veränderten! Wie kann

es sein, dass nur ein einziger Mensch

uns in ein neues Bewusstseins- und

Zeitalter brachte, während all die anderen

nur schlafen. Denken Sie nur an

einen Steve Jobs, der unsere Technologie

revolutionierte, einen Nikola Tesla,

der mit einer genialen Idee den modernen

Wechselstrom erfand. Oder einen

Albert Einstein, der mit gerade mal 26

Jahren uns die Beschaffenheit des Universums

erklärte.

In 4 Schritten zum genialen Leben:

1. Gabe

»Die beiden wichtigsten Tage im

Leben eines Menschen, sind der

Tag seiner Geburt und der Tag,

an der er herausfindet Warum!

Warum er auf diesem Erdball

wandert.«

Mark Twain

Ich lade Sie auf ein Experiment ein. Sie

bekommen ein Fahrrad und zwei Ausgangsbedingungen:

1) Sie beginnen bei Null und fangen aus

dem Stand heraus in die Pedale zu treten

bis Sie 10 km/h erreichen.

2) Sie sind bereits mit der Geschwindigkeit

von 15km/h am Rollen und

beschleunigen auf 25km/h. In beiden

Fällen haben sie eine Differenz von

je 10km/h, doch wo müssen Sie mehr

Aufwand betreiben? Die Antwort ist,

beim 1. Durchgang. Genauso ist es auch

im Leben. Ein Albert Einstein wurde

dank seiner herausragend vernetzten

Denkweise mit seiner Relativitätstheorie

berühmt. Gleichzeitig liebte Einstein

seine Geige, die er allenfalls nur

gut beherrschte.

Es kann also sehr lange dauern das eigene

Potential komplett nach Außen

zu bringen, wenn sie versuchen die eigenen

Schwächen auszugleichen um

bestenfalls Mittelmaß zu werden. Legen

Sie stattdessen den vollen Fokus auf

die eigenen Stärken & Begabungen. In

unseren Schulen herrscht nach wie vor

das Prinzip der Gleichschaltung, statt der

individuellen Potentialentfaltung. Aus

diesem Grund dürfen später Trainer in

Seminaren ran.

Wie findet man nun seine Berufung heraus?

Gerade zu Beginn empfehle ich

viele Dinge aktiv auszuprobieren und

sich erlauben bewusst zu scheitern. Denn

Perfektion verhindert die Aktion!

Wenn jemand seine Passion erst mal gefunden

hat, dann sollte er auch den Mut

haben, seine Andersartigkeit zu pflegen.

Dalí sagte einmal: „Wer interessieren will,

muss provozieren!“

2. Einstellung

»Nichts an sich ist gut oder schlecht.

Erst das Denken macht es so!«

Shakespeare

Wir leben in einer Welt von Ideen. Alle

Dinge bis auf die Tier- und Pflanzenwelt

sind irgendwann mal gedacht worden.

Selbst das höchste Gebäude der Welt

(Burj Khalif, 828m) war irgendwann mal

nur ein Idee im Kopf eines Menschen.

Das Problem ist, dass alle Dinge genau

zweimal entstehen. Einmal als Idee und

einmal als Umsetzung. Und genau diese

Lücke versäumen die meisten Menschen

zu schließen. Warum? Ihre pessimistische

Grundhaltung! Doch vom

negativen Denken kommt kein positives

Leben. Statt den äußeren Umständen die

Schuld zu geben, empfehle ich in allen

Lagen die absolute Verantwortung zu

übernehmen. Das Gegenteil von Verantwortung

ist Schuld. Egal was in Ihrer

Vergangenheit war, sie können heute

NEU beginnen und die nächsten fünf

Lebensjahre ganz anders gestalten als die

letzten fünf.

Die notwendige Bedingung dafür ist:

Den inneren Kritiker verstummen zu

lassen um die volle Verantwortung zu

übernehmen.

3. Lernen

„Ich bin ein ergebener Schüler der

Erfahrung!“ Leonardo da Vinci

Das große Universalgenie Leonardo da

Vinci hat keine normale Schulbildung genossen

und brachte sich fast alles selbst

bei. Seine Neugierde kannte keine Grenzen

und ließ ihn bereit 1485 der ersten Prototyp

eines Fallschirms konstruieren. Noch

Bild: Privat

Maxim Mankevich ist Experte für

Erfolgswissen und referiert höchst erfolgreich

über die Themen Glück, Motivation,

Beziehung, Stressabbau, Gesundheit,

Beruf, Zielsetzung und die Umsetzung.

400 Jahre vor dem ersten bemannten Flug

der Gebrüder Wright. All diese Dinge wären

nicht möglich gewesen ohne die ständige

Bereitschaft dazuzulernen.

Bildung ist aus meiner Sicht nicht etwas

was nach der Schule/Studium aufhört,

sondern erst beginnt. Denn in der Schule

lernen wir Mathe, aber nicht wie man

mit Geld umgeht. Deutsch und Englisch,

aber nicht wie man mit Menschen wertschätzend

kommuniziert. Mindestens

vier bis sechs Seminare pro Jahr sind aus

meiner Sicht daher Pflicht. An nur einem

Tag bekommt der Teilnehmer das gebündelte

Wissen eines Top-Experten der

letzten 10-30 Jahre, zum Thema: Geld,

Gesundheit, Beziehung oder Glück.

4. Intensität

Genie ist 1 Prozent Inspiration und

99 Prozent Transpiration!

Thomas Edison

Geniale Menschen werden nicht geboren,

sie werden geformt. So viele unterschätzen

den Faktor Fleiß. Alle wollen

frei und glücklich sein, aber nur die wenigsten

sind auch bereit, den Preis dafür

zu zahlen! Psychologen haben errechnet,

dass ein Mensch für die absolute Weltklasse

auf einem Gebiet rund 10.000

Stunden Arbeit investieren muss! Wenn

wir uns also bewusst machen, dass ein

Michelangelo ebenfalls nur 24 Stunden

pro Tag hatte, so sollten wir mit dieser

begrenzten Ressource besser umgehen.

Ich empfehle daher die Anfertigung von

NOT-To-Do-Listen, um den vollen Fokus

auf die richtigen Dinge zu legen. Ein

Pablo Picasso hat im Laufe seines Lebens

allein über 50.000 Exponate geschaffen!

Der Unterschied zwischen kennen und

können, ist das TUN.

Bild: Depositphotos/teddybearpicnic,

chen Kennen und Können

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

7


Erfolg

Fußbaltrainer

Joachim Löw gilt

als introvertierter

Erfolgstyp.

Bild: Depositphotos/katatonia82, Löhken

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Leise zum Erfolg

Die starken Seiten der Introvertierten

Mark Zuckerberg, Angela

Merkel, Barack Obama,

Jogi Löw, Avril Lavigne

oder Matthias Brandt:

Erfolgreiche Introvertierte

finden wir in allen Lebensbereichen.

Anstatt effektvoll auf sich aufmerksam zu

machen, halten sie sich eher zurück. Und

doch haben „Intros“ starke Seiten, die sie

zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

Sie können klug innehalten, wirklich zuhören,

sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Sie sind beharrlich, zuverlässig

und nicht auf den Mainstream angewiesen.

Fast die Hälfte aller Menschen ist leise.

In der lauten Businesswelt hat Introversion

oft einen schlechten Ruf. Zu wichtig

scheint es, auf den ersten Blick leistungsund

durchsetzungsstark zu erscheinen.

Trotz ihrer Vorzüge werden Intros deshalb

oft unterschätzt – und viele unterschätzen

sich auch selbst. Doch das ist ebenso

falsch wie unnötig. Leise Menschen haben

schlicht andere Eigenschaften als Extrovertierte

und kommen auf ihre eigene

Weise besser zum Ziel.

Inzwischen setzt sich die Erkenntnis

durch: Als leiser Mensch haben auch Sie

besondere Stärken, die Ihren Erfolg beflügeln.

Diese können Sie bestens für Ihr

Weiterkommen nutzen. Die folgenden vier

Strategien haben sich besonders bewährt.

Viele Introvertierte sind mit sich selbst bei

aller Kompetenz erstaunlich kritisch. Sie

sehen ihre Erfolge als selbstverständlich

oder als Glücksfall. Diese innere Haltung

ist verhängnisvoll. Denn wenn Sie selbst

Ihre Leistung nicht anerkennen: Wie sollen

das dann Ihre Mitmenschen tun?

Fragen Sie sich also jeden Abend, was Ihnen

gut gelungen ist. Wo haben Sie Ihrer

Firma Geld gespart oder gebracht? Welche

Probleme haben Sie gelöst? Schreiben Sie

Ihre Antworten in ein eigenes Tagebuch.

Übertragen Sie einmal monatlich Ihre

größten Erfolge in eine Erfolgsmappe. Mit

ihr haben Sie Ihre Leistung jederzeit parat

und haben in Gehaltsverhandlungen solide

Argumente. Und: Sie überzeugen sich

selbst von dem, was Sie können!

2. Punkten Sie mit Aufmerksamkeit.

Zuhören, beobachten, sich einfühlen: Das

können viele Intros besonders gut. Nutzen

Sie diese Stärken und zeigen Sie Vorgesetzten,

Mitarbeiterinnen und Kollegen

Wenn Sie selbst Ihre Leistung

nicht anerkennen:

Wie sollen das dann Ihre

Mitmenschen tun?

im Gespräch Ihr ruhiges Interesse. Echte

Aufmerksamkeit ist selten und zeigt deshalb

enorme Wirkung. Ihre Mitmenschen

fühlen sich geschätzt. Und Sie selbst sind

immer auf dem neuesten Stand: Denn Sie

erhalten wertvolle Informationen über

das, was andere bewegt und was in Ihrem

Umfeld passiert.

3. Schaffen Sie einen Überblick.

Planen und strukturiertes, analytisches

Denken gehören zu den großen Stärken

vieler leiser Menschen. Sehen Sie also weiter

als bis zum nächsten Meeting. Verorten

Sie Unternehmensziele und Aufgaben

Lizenz

zum

Leisesein

Können Sie gut zuhören und denken gern nach, bevor Sie

antworten? Sind Sie nach einem Tag vo ler Trubel und

Begegnungen am liebsten a lein? Haben Sie gern wenige,

aber gute Freunde um sich? Dann gehören Sie vie leicht

zu den leisen Menschen, die sich lieber zurückhalten, als

laut nach vorn zu stürmen.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre leisen Stärken – zum Beispiel

Konzentration, analytisches Denken oder die Fähigkeit zu

beharrlichem Handeln – beruflich wie privat einbringen

können. Bewährte Strategien helfen Ihnen, im Kontakt mit

anderen, in Meetings, am Rednerpult und in Diskussionen

als leiser Mensch zu punkten und typische Hürden zu überwinden.

Sie erfahren, wie Sie als leise Führungskraft erfolgreich

werden – auf Ihre persönliche Art. Die Unterschiede

zwischen intro- und extrovertierten Menschen werden verständlich

und mit vielen Beispielen i lustriert.

Auch der Austausch im Familien- und Freundeskreis wird

aus introvertierter Perspektive beleuchtet. Die Autorin

gibt Tipps für das Leben mit oder ohne Partner und für den

Umgang mit extro- oder introvertierten Kindern.

Dr. Sylvia Löhken,

promovierte Sprach wissenschaftlerin und

zertifizierter Coach, war nach mehrjähriger

Lehr- und Forschungstätigkeit zehn Jahre

lang für den Deutschen Akademischen

Austauschdienst (DAAD) in verschiedenen

leitenden Positionen in Deutschland und

Japan tätig. Seit 2003 berät und begleitet sie

leise Menschen. www.leise-menschen.com

Sylvia Löhken

Leise Menschen – starke Wirkung

Sylvia Löhken

Leise

Menschen –

gutes Leben

Das Entwicklungs buch für

introvertierte

Persönlichkeiten

GABAL GABAL

WWW.GABAL-VERLAG.DE

Dr. Sylvia Löhken

ist Rednerin, Coach, Autorin und Trainerin. Sie

ist Wissenschaftlerin und Managerin in einer

großen internationalen Organisation und unter

anderem im Management, der Kommunalpolitik

und Forschung tätig. Sylvia Löhken hat eine

Vorliebe für das leise Japan, in dem sie drei Jahre

in einer leitenden Position tätig war.

GABAL

Ihres Bereiches. Bereiten Sie alle wichtigen

Termine gut vor. Planen Sie! Schaffen Sie

Prioritäten, entwickeln Sie Strategien; liefern

Sie Orientierung. Sprechen

Sie mit Vorgesetzten

über Bereiche, für die Sie

Ideen haben. Dadurch werden

Sie sichtbar und zeigen:

Sie wollen Verantwortung

übernehmen. Wenn Sie einen

Plan haben und vorbereitet

sind, können Sie leichter

entscheiden und souverän Anliegen

vertreten. Ihre Umgebung wird mit Ihnen

rechnen!

4. Kommunizieren Sie bewusst.

Wie arbeitet das Team? Wo gibt es zwischen

Abteilungen Probleme? Wer sollte

was wissen? Funkstille kostet Informationen,

Zeit und Geld. Unterstützen Sie mit

Ihrer Kommunikation einen guten Informationsfluss.

Gestalten Sie Meetings so,

dass sie Extros und Intros Raum bieten.

Lassen Sie zum Beispiel die Moderation

von Teammeetings rotieren. Oder lassen

Sie von allen Teilnehmenden Lösungsideen

auf Moderationskarten schreiben –

in einem einzigen Satz. Sie werden erstaunliche

Entdeckungen machen.

Netzwerken Sie gezielt. Verabreden

Sie sich mit Kollegen in

der Kantine. Kommen Sie mit

Teammitgliedern und Vorgesetzten

ins Gespräch. So erfahren Sie

viel und gewinnen Vertrauen und

Sympathie. Als Intro sind Sie dabei

besonders stark im Austausch

mit einer oder wenigen Personen:

So können Sie sich konzentrieren

und auch diskretere Themen

ansprechen. Außerdem verkürzen

Sie den Small Talk, den viele Leise

nicht mögen. Gleiches gilt für Selbstdarstellung:

Im Gespräch mit nur einer

Person dimmen auch sehr extrovertierte

Kollegen ihre Selbst-PR-Rituale.

Probieren Sie die Strategien aus – Sie werden

bald Veränderungen feststellen.

Viele Leise sind erfolgreich, weil sie als zuverlässig,

leistungsstark und substanzreich

gelten. Seien Sie eine Person, der andere

vertrauen. Es gibt kaum eine Währung, die

seltener ist – gerade in unsicheren Zeiten.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

JUNGE

ÜBERFLIEGER

Wie es zu außergewöhnlichem

Erfolg in jungen Jahren kommt

Ein positives Beispiel, die inspirierende

Geschichte eines Vorbilds,

kann oft als Initialzündung

für den eigenen späteren

Erfolg dienen. Zu hören, wie

einem anderen der große Wurf gelungen

ist und wie diese Person mit schwierigen

Phasen und Rückschlägen umgeht, kann

oft den Glauben entfachen: Wenn der das

kann, dann kann auch ich es irgendwie

hinbekommen.

Weil ich mir über die Bedeutung positiver

Beispiele aus eigener Erfahrung bewusst

war, habe ich die letzten 15 Monate damit

verbracht, solche Vorbilder ausfindig

zu machen und ihre Geschichte, Überzeugungen,

Motivation aber auch ihre

Tipps für andere in einem Buch

zusammenzutragen. Aus (fast)

jedem Gebiet sollte eine Person,

mit einer beflügelnden und Mut

machenden Geschichte, eine Person,

die etwas Wertvolles mitzugeben

hat, dabei sein. Ich wollte

herausfinden, wie es kommt, dass

manche Menschen schon in sehr

jungen Jahren außergewöhnlichen

Erfolg vorweisen können und

was andere ambitionierte (junge) Menschen

sich von ihnen abschauen können.

Vom jungen Außenminister Österreichs

Sebastian Kurz, über Comedian Chris

Jonathan

Sierck

ist Buchautor,

Redner und

Unternehmer

Tall, Handball-Torwart Andreas Wolff,

Fitness-Ikone Sophia Thiel, Rapper Kontra

K, dem jüngsten Sterne-Koch Deutschlands

Philipp Stein, Unternehmerin Delia

Fischer, Mode-Bloggerin Masha Sedgwick

und Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich

– so wie vielen weiteren – haben aus

den unterschiedlichsten Bereichen spannende

Persönlichkeiten am Projekt mitgewirkt.

Natürlich gab es auch bei den jungen

Überfliegern die üblichen Erfolgsgaranten:

härter und klüger zu trainieren beziehungsweise

zu arbeiten als andere, sich

immer wieder gezielt herauszufordern

und die Komfortzone zu verlassen sowie

von den Besten zu lernen.

Das Minimax-Prinzip

funktioniert nicht,

wenn wir ein Geschick

wirklich meistern wollen.

Darüber hinaus haben sich vor allem zwei

interessante Punkte wie ein roter Faden

durch alle Gespräche und Geschichten gezogen:

1. Die Geduld sich einer Sache zu widmen,

auch wenn sie nicht sofortige Resultate

mit sich bringt.

2. Die Bereitschaft trotz negativer Erfahrungen

kompromisslos am Ball zu bleiben.

Sich dem Wahn der Moderne, immer

alles um jeden Preis noch besser, noch

schneller, noch größer zu machen, bewusst

und regelmäßig

zu entziehen, ist

vermutlich eines der

wenigen wirklichen

Erfolgsgeheimnisse

junger Überflieger.

Der Rest ist weitläufig

bekannt, obgleich

er nicht weitläufig

gelebt wird. Zu

jeder Zeit waren

die erfolgreichsten

Menschen, die unter Umständen ganze

Zeitalter geprägt haben, jene, die unbeirrt

ihrem inneren Kompass folgten. Sie ließen

sich nicht in Schablonen pressen und wurden

nicht panisch, selbst wenn manche

Wegabschnitte einsam waren.

Das trifft auch heute noch zu. Kontra

K hat 10 Jahre lang Texte geschrieben

und Songs produziert,

obwohl er kaum Anerkennung

dafür erhielt, bevor ihm der große

Durchbruch gelang und er schließlich

die Spitze der Charts stürmte.

Sebastian Kurz führte eine ganze

Zeit lang die Rankings als unbeliebtester

Politiker in Österreich

an, ehe er aufgrund seines jungen Alters

ernst genommen wurde und die Chance

bekam, sich zu bewähren. Chris Tall ist

häufiger aufgetreten als die meisten seiner

Kollegen, hat jahrelang beständig an sich

gearbeitet und dann trotzdem einen seiner

wichtigsten Auftritte komplett in den

Sand gesetzt, bevor er den RTL-Comedy-

Grand-Prix gewann, bei Stefan Raab auftrat

und Hallen mit 15.000 begeisterten

Zuschauern füllte.

Diese Einsatzbereitschaft und diese langfristige

Hingabe drohen durch die Schnell-

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bild: ÖVP, Sierck, Cover: Redline

lebigkeit zunehmend verloren zu gehen.

Bevor wir uns heute in eine Sache hineinfuchsen

und bereit sind, in Vorleistung

zu gehen, muss sichergestellt sein, dass es

sich lohnt und uns etwas bringt. Eine altbewährte

Weisheit wird dabei leider oft

außer Acht gelassen: Gut Ding will Weile

haben. Vorrangig betrifft das genau die Bereiche,

über die ich in „Junge Überflieger“

geschrieben habe: Sport, Musik, Kunst

und Entertainment, Wissenschaft, Unternehmertum.

Wer weit gekommen ist, hat

die Bereitschaft gezeigt, sich seiner Sache

langfristig zu widmen und nicht damit

aufzuhören, wenn nach kurzer Zeit der

ersehnte Erfolg ausblieb. Geduld und Beständigkeit

sind die Meisterschlüssel und

werden es auch bleiben, egal wie sehr wir

uns technisch noch optimieren.

Wenn wir immer nur an der Oberfläche

kratzen, weil wir durch die vielen Ablenkungen

sofort auf den nächsten Reiz reagieren

und uns nicht in komplexere Sachverhalte

einarbeiten wollen, kann das nur

eine logische Konsequenz haben: Tiefgang

und beachtliches Können bleiben aus.

Wenn es zwei Dinge gibt, die sich beim

Streben nach Erfolg beißen, dann ist es das

Bedürfnis nach sofortigen Resultaten und

das Bedürfnis nach Spitzenleistungen. Das

Minimax-Prinzip funktioniert nicht, wenn

wir ein Geschick wirklich meistern wollen.

Fast alle lohnenswerte Dinge im Leben,

wie etwa Liebe, Freundschaft, Vertrauen

oder Erfolg, müssen behutsam aufgebaut

werden.

Diejenigen, die am weitesten gekommen

sind, haben sich zwar schnell entwickelt,

aber dabei nicht in Kauf genommen, wichtige

Entwicklungsschritte und -prozesse

auf dem Weg zu missachten. Während

es dem Zeitgeist entspricht, alles sofort,

schnell und einfach serviert bekommen zu

wollen, um nicht den Anschluss zu verlieren,

gehen auch die heutigen Überflieger

immer noch den einzigen Weg, der zum

Gipfel führen kann: Das langfristige Ziel

wird der sofortigen Genugtuung übergeordnet.

Wenn etwas Zeit braucht, um zu

gedeihen - und das betrifft letztlich alle besonderen

Fähigkeiten -, wird dem auch die

nötige Zeit eingeräumt. Erfolg über Nacht

bleibt deshalb auch immer nur ein Mythos.

asd

Sebastian Kurz,

geboren 1986, ist ist Östereichs

Bundesminister für Europa,

Integration und Äußeres, sowie

als Östereichischer Außenminister

2017 Vorsitzender der Organisation

für Sicherheit und Zusammenarbeit

in Europa (OSZE).

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

11


Erfolg

»Ich werde

die Welt

beherrschen.«

Bild: Depositphotos/S Bukley, Zitelmann, Cover: Redline

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Die Kunst, sich selbst

Madonna

zur Marke zu machen

Mit 380 Millionen verkauften

Tonträgern ist

Madonna die eine der

erfolgreichsten Sängerinnen

aller Zeiten. Sie

ist jedoch mehr als nur eine Sängerin. Das

Magazin Forbes wählte sie im Juni 2007

auf Platz drei der einflussreichsten Persönlichkeiten

der Welt. Im Jahr zuvor hatte sie

allein 72 Millionen Dollar verdient, so viel

wie keine andere Musikerin.

Diesen Erfolg hatte sie sicherlich nicht deshalb,

weil sie besser als alle

anderen singen konnte. Camille

Barbonne, die Managerin,

die ihr den Weg zu ihren

ersten Erfolgen ebnete, antwortete

auf die Frage, ob Madonna

begabt sei: „Sie besaß

gerade die Fähigkeiten, einen

Song zu schreiben oder Gitarre zu spielen.

Allerdings hatte sie ein wunderbares

Gespür für Lyrik ... Vor allen Dingen aber

lagen ihre Stärken in ihrer besonderen Persönlichkeit

und ihrer Fähigkeit, eine großartige

Bühnenshow abzuziehen.“ Als Madonna

für den Film Evita engagiert wurde,

musste sie im Herbst 1995 zunächst einmal

drei Monate professionellen Gesangsunterricht

nehmen, da Andrew Lloyd Webber

darauf bestanden hatte, dass der Soundtrack

zu seiner Musicalverfilmung live mit

Orchesterbegleitung aufgenommen wurde.

Madonna gewann später für die von ihr interpretierte

Ballade „You must love me“ den

Oscar für den besten Filmsong 1997.

Madonna wurde 1958 geboren. Als sie erst

fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. An der

Highschool interessierte sie sich für Theater

und beschloss, nach der Schule Tänzerin zu

werden. Die Tanzausbildung an der University

of Michigan brach sie jedoch ab. Ihr Vater

war darüber entsetzt und wollte sie dazu

überreden, die Entscheidung zurückzunehmen.

„Hör damit auf, mein Leben für mich

zu führen!“, schrie sie ihn an und warf wütend

einen Teller Spaghetti gegen die Wand.

Madonna zog nach New York – mit nur 30

Dollar in der Tasche. Hier schlug sie sich als

Kellnerin durch oder verdiente auch Geld

mit Nacktaufnahmen. „Sie war“, so ihre Managerin

Camille Barbonne, „ein Mädchen

von der Straße, das sich von irgendwem

Sie befand sich auf

einer Mission und

hielt nicht einen

Moment lang inne

aufgabeln und mit nach Hause nehmen ließ,

wenn sie hungrig war und etwas zu essen

brauchte.“ Madonna sagte, sie fühlte sich

aber dennoch nicht ausgenutzt, denn „ich

habe ihnen erlaubt, mich auszunutzen“.

… wie der Einschlag einer Kugel

Sie wollte vor allem eines – berühmt werden.

„Sie hätte alles getan, um ein Star zu

werden ... Sie befand sich auf einer Mission

und hielt nicht einen Moment lang inne“,

berichtet ihr ehemaliger Freund, der DJ

Mark Kamins. Dick Matts,

Musiker einer Punkband,

erinnert sich über diese Zeit,

Madonna sei „maßlos in ihrer

Gier nach Ruhm“ gewesen.

Auf welchem Wege sie

berühmt werden wollte, war

ihr selbst zunächst nicht klar.

Mit 19 Jahren nahm sie sich vor, eine der

führenden Tänzerinnen zu werden, später

sah sie sich als erfolgreiche Schauspielerin

– und schließlich entdeckte sie, dass sie am

ehesten mit der Musik berühmt werden

würde. Musik, sagte Madonna selbst einmal,

sei „der Haupt vektor der Berühmtheit

... Im Erfolgsfall ist die Wirkung mit dem

Einschlag einer Kugel vergleichbar,

die ihr Ziel trifft.“

Ein Journalist, der sie in den

frühen Jahren interviewte,

beschrieb Madonna so: „Sie

hatte Weitblick, ihr war völlig

klar, wohin ihr Weg führte ... Sie kam mir

unglaublich entschlossen vor, und zwar auf

die typische Art der Yuppies der 80er, deren

Credo lautete: Gier ist gut.“ Madonna

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

Sie hatte Weitblick,

ihr war völlig klar,

wohin ihr Weg führte

sprach in dem Interview über Produzenten,

über Märkte, mit wem sie später arbeiten

wollte. „Sie dachte ständig einen Schritt

weiter.“ In einer Radiosendung im Januar

1984 verkündete sie: „Ich werde die Welt

beherrschen.“

Tabus brechen

Ein Mittel, um berühmt zu werden, war

für Madonna die gezielte Provokation. Mit

Szenen über Sex und Religion bei ihren

Konzertauftritten provozierte sie die katholische

Kirche. Immer wieder wurde zu

einem Boykott ihrer Konzerte aufgerufen.

In Kanada drohte die Polizei, sie wegen obszöner

Darbietungen auf der Bühne zu verhaften.

Madonnas Erfolg lag jedoch darin,

dass sie – anders als andere Künstler, die

provozierten – bereit war, wieder ein Stück

zurückzugehen, statt sich in Kämpfen aufzureiben,

die sie nicht gewinnen konnte. Sie

provozierte, aber wenn sie das Gefühl hatte,

dass sie es überzogen hatte, ging sie mit

harmlosen Musikstücken und Shows – so

wie mit der Girlie Show 1993 – wieder ein

Stück auf die Menschen und den Mainstream

zu.

Und sie verstand immer, wie wichtig es ist,

sich ständig neu zu erfinden

und nicht auf einen

bestimmten Stil festgelegt

zu werden. Nachdem

Madonna erfolgreich ihr

Debüt-Album produziert

hatte, versuchte sie mit ihrem zweiten Album

etwas ganz Neues und machte damit

ihre Plattenfirma Warner Brothers nervös.

Der Produzent Nile Rodgers, der unter anderem

mit David Bowie zusammengearbeitet

hatte, berichtet, wie man auf Madonna

reagierte: „Wenn man drei Hits auf eine

bestimmte Art gelandet hat, macht man

genauso weiter, frei nach dem Motto: Ist

etwas nicht kaputt, repariert man es auch

nicht. Madonna sperrte sich gegen normale

Trends, sie bekämpfte sie regelrecht.“ Der

Hunger, zu lernen, sich zu verändern, sich

fortzuentwickeln, Neues auszuprobieren

und dabei gesellschaftliche Konventionen

und Tabus zu brechen, ist charakteristisch

für Madonnas Weg. Und wie kaum eine andere

Künstlerin verstand sie es, sich selbst

als Marke aufzubauen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

Uli Hoeneß

Mit dem Herz auf der Zunge

Sympathien in der Hand

Hoeneß, der „grade Michl“

Was hat Sympathiegewinnung

mit der Wahl einer

Toilette gemeinsam? Diese

und mehr Fragen werde

ich bei der Sympathieanalyse von Uli Hoeneß

beantworten.

Hoeneß ist jemand, der sehr gerne zur

„verbalen Keule“ greift. Der 65-Jährige war

bis 2014 FC Bayern-Präsident und in den

70ern Welt- und Europameister. Es gibt

kaum jemanden, der den deutschen Fußball

mehr geprägt hat als er. Obgleich er

sich rhetorisch nie ein Blatt vor den Mund

nimmt, weist er enorme Sympathiewerte

auf. Das ist alles andere als selbstverständlich

und ist es wert, einer genaueren Nachforschung

unterzogen zu werden.

Not everbody´s darling

Zusätzlich wissen wir alle von seinen steuerlichen

Verfehlungen, die ihn sogar fast

zwei Jahre hinter Gitter gebracht haben.

Dennoch genießt er noch immer ein

gesellschaftliches Ansehen, wie kaum

jemand in Deutschland. Alle diese

Dinge widersprechen den klassischen

Sympathielehren aufs Gröbste, wie:

„Sei hilfsbereit oder stelle deine Bedürfnisse

hintan, wenn du Menschen

sympathisch werden willst“, oder:

„Stelle deine Bedürfnisse nicht über

die Bedürfnisse anderer!“.

Auch von Reue, nach dem Absitzen der

Gefängnisstrafe ist bei Uli Hoeneß wenig

zu sehen, eher das Gegenteil scheint der

Fall: „Ich bin der einzige Deutsche, der

Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem

im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre

völlig normal gewesen…“.

Best-Of-Uli

Seien wir uns ehrlich, Uli ist niemand, der

mit seiner Meinung hinterm Berg hält.

Dies scheint in der Sympathiegewinnung

auch gar nicht von Nöten zu sein. Es gibt

schließlich auch andere Beispiele, wie den

aktuell regierenden Präsidenten der USA,

der auch wenig darauf gibt, wie er von anderen

wahrgenommen wird. Und dennoch

haben ihn 60 Millionen Amerikaner und

Amerikanerinnen gewählt. Eine beachtliche

Zahl für die Aussagen, die er im Vorfeld

getätigt hat.

Zurück zu Ulli Hoeneß, der markige Sprüche

mit arrogantem Gehabe paart und

dem trotzdem die Herzen vieler Menschen

zufliegen. Kleines Best-Of gefällig?

„Solange Karl-Heinz Rummenigge und

ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben,

wird der bei diesem Verein nicht mal

Greenkeeper im neuen Stadion.“ (über den

ehemaligen Bayern-Star Lothar Matthäus).

„Dem wurde zuviel Puderzucker in den

Hintern geblasen.“ (In einem Interview

mit der „Rheinischen Post“ über Mittelfeldstar

Bastian Schweinsteiger).

„Der soll hierherkommen und nicht ständig

in Kalifornien rumtanzen und uns hier

den Scheiß machen lassen.“ (Hoeneß über

Jürgen Klinsmann, zum damaligen Zeitpunkt

Bundestrainer) Wer erinnert sich

nicht an seine berühmte Wutrede von 2007

Vielen Menschen fällt es

schwer, eine Randposition

oder eine Extremmeinung

einzunehmen.

bei der Bayern-Jahresversammlung, wo er

sogar die eigenen Fans attackierte mit folgenden

Worten: „Eure Scheißstimmung!

Da seid Ihr doch dafür verantwortlich,

nicht wir!“. Am Ende erntet er sogar Applaus

von den Leuten, die er beschimpft.

Verrückte Welt? Mitnichten.

Was hat die Toilette mit Sympathie zu tun?

Es gibt mehrere Studien zu Entscheidungsprozessen.

Eine davon wurde von Nicolas

Christenfeld von der Universität Kalifornien

beschrieben, welche dieses Hoeneß

und Trump-Phänomen erklären könnte.

Es geht um Toiletten. Sie haben richtig gelesen.

Es geht um die wichtigste Sache der

Welt: Den Gang aufs stille Örtchen.

Bereits seit 1995 werden die Entscheidungsgewohnheiten

von Menschen intensiv

untersucht. Darunter eben eine

Studie, welche die Wahl von öffentlichen

Toilettenkabinen unter die Lupe nimmt.

Um herauszufinden, welche Kabine in öffentlichen

Toiletten am meisten benutzt

wurden, wurden 4 davon 10 Wochen mit

derselben Menge an Toilettenpapier ausgestattet.

Der Verbrauch zeigte an, welche

Kabinen am häufigsten benutzt wurden.

Das Ergebnis wies eine hohe Signifikanz

zugunsten der mittleren Kabinen auf. 60

Prozent des Papierverbrauches fand in

diesen statt. Das legt nahe, dass es vielen

Menschen schwerfällt, eine Randposition

oder eine Extremmeinung einzunehmen.

Im Zweifelsfall wird einfach die Mitte gewählt.

Selbstvertrauen macht sympathisch –

aus der Distanz

Was hat dies nun mit Sympathiegewinnung

und Ulli Honeß zu tun? Diese

Schwelle, eine Meinung nach außen

hin zu vertreten, hindert viele von uns,

dies auch tatsächlich zu tun. Wenn wir

nun Menschen erleben, die ihr Herz

auf der Zunge tragen, dann „bewundern“

wir sie dafür – dies würden wir

natürlich nie zugeben. Schließlich hätten

wir uns das so nicht getraut. Wir

sehen solche Phänomene immer wieder

(Trump, Hoeneß, etc.).

Dieses implizit mitgelieferte Selbstvertrauen

ist auch der Grund dafür, weshalb man

solchen Menschen ein Stück weit mehr

durchgehen lässt als anderen. Dies gilt

meistens jedoch nur in einer Distanzwahrnehmung.

Je mehr man dann tatsächlich

mit dieser Person auch privat oder beruflich

zu tun hat, desto mehr schätzen wir

andere Charaktereigenschaften als das

Herz auf der Zunge zu tragen. Überlegen

Sie selbst: Können Sie mit absoluter Ehrlichkeit

umgehen und wie viele Abendessen

würden Sie mit einem ehrlichen Uli

Hoeneß aushalten?

Bilder: Wikimedia/Valentin Groß, Jagersbacher

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Uli Hoeneß ist mit

Leib und Seele dem

FC Bayern verbunden.

Hier fiebert er mit

dem Basketballteam

des Vereins.

»Eure

Scheißstimmung!

Da seid Ihr doch dafür

verantwortlich, nicht wir!«

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer

und Buchautor. Auf seinem Blog unter

www.michael-jagersbacher.at gibt er Tipps,

wie man sympathischer wird und mehr

Profil erhält.

Bilder: Depositphotos, S. Bukley, CBS

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

15


Erfolg

Gastgeber

der Mächtigen

Klaus Schwab hat das

Weltwirtschafts forum

in Davos gegründet.

Dadurch wurde er selbst

zu einem der Mächtigen.

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bild: World Economic Forum/swiss-image.ch/Moritz Hager, Dunsch

Ein Auszug aus dem Buch

von Jürgen Dunsch.

Herr Professor Schwab, das

von Ihnen gegründete

World Economic Forum

ist eine Erfolgsgeschichte.

Ungeachtet all Ihrer Verdienste:

Überrascht Sie der Erfolg nicht

manchmal selbst?

Ehrlich gesagt Ja. Natürlich hat man seine

Träume, Vorstellungen und Visionen, aber

man weiß nicht, wie sich das letztlich entwickelt.

Gewiss gab es auch Rückschläge, aber

dass es alles in allem eine Erfolgsgeschichte

wurde, erfüllt mich mit Befriedigung. Am

wichtigsten: Man muss sich einer Vision

ganz verschreiben. Ich hatte

mich Anfang der Siebzigerjahre

und trotz aller

Angebote in der akademischen

Welt und in Unternehmen

ganz bewusst

für die Multi-Stakeholder-Idee

entschieden.

Daneben war ich durch

meine Jugend, mein Elternhaus und meine

breite akademische Ausbildung sehr daran

interessiert zu wissen, was sich in der Welt

abspielt und welches die Konsequenzen

sein könnten.

Und wie ist der Anspruch »committed to

improving the state of the world« zustande

gekommen?

Das entstand aus einem Gespräch mit

dem Chief Operating Officer Donald R.

Keough von Coca Cola über Branding. Er

sagte mir, Sie dürfen nicht nur eine Marke

kreieren, sondern müssen sagen, wofür Sie

stehen. Ich habe dann verschiedene Ideen

mit meiner Frau geprüft, wie ich das in der

Regel tue. Am Ende haben wir uns für diese

relativ klare Botschaft entschieden.

Wieso sind die historischen Begegnungen

in Davos heute so selten?

Das hängt mit zwei Faktoren zusammen.

Erstens ist das »sich treffen« zur Routine

geworden. Zugespitzt gesagt: Wenn man

nicht mehr weiter weiß, setzt man sich

zusammen und hofft, dass dabei etwas herauskommt.

Zweitens hat sich die Zahl der

involvierten Akteure vergrößert. Früher

brauchten sie für Palästina den Ministerpräsidenten

von Israel und den Führer der

Palästinenser. Das reicht heute bei Weitem

nicht mehr. In die allermeisten Konflikte

»Wenn man nicht mehr

weiter weiß, setzt man

sich zusammen und

hofft, dass dabei etwas

herauskommt.«

sind viel mehr Akteure involviert. Das bedeutet

für uns, vermehrt am Anfang eines

Prozesses zu sein. Aber das ist natürlich

eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe

und weniger spektakulär. Hinzu kommt die

Flut institutionalisierter Treffen, man denke

nur an die EU, die G-7 oder die G-20. Die

Idee der G-20 kam ja aus Davos heraus. Sie

umfasste zunächst die Finanzminister, aber

ich plädierte schon bald für eine regelmäßige

Runde der Staats- und Regierungschefs.

So ist es auch gekommen. Es ist das Beste,

was uns passieren kann.

Immer wieder wird gefragt: Wie hält

Herr Schwab die Verbindung zu all »seinen«

Prominenten? Verraten Sie es uns.

Ich brauche keinen »Zugang«. Viele wichtige

Persönlichkeiten haben wir früh als

Young Global Leaders in das Forum eingebunden,

Frau Merkel zum Beispiel schon

vor mehr als 20 Jahren. Heute treffe ich diese

Personen neben Davos vielleicht zweimal

im Jahr. Teilweise telefoniere ich mit ihnen.

Ich pflege nicht Kontakte

um der Kontakte willen,

das liegt mir gar nicht.

Durch die vielen Jahre

meiner Tätigkeit kann ich

sagen, I am around. Dieses

Grundvertrauen baut

sich über die Jahre hinweg

auf. Die Tatsache, dass ich

nicht krampfhaft den Kontakt suche, macht

mich vielleicht umso attraktiver.

Trotz aller Prominenz: Man vermisst in

Davos so manchen Vertreter der »jungen«

Himmelsstürmer, ich nenne Elon

Musk von Tesla, Jeff Bezos von Amazon

oder auch Tim Cook von Apple. Warum?

Ich könnte dagegen Bill Gates ins Feld führen

oder Eric Schmidt von Google, der seit

15 Jahren kein Davos auslässt. Dann haben

sie natürlich Leute, die meinen, die Welt

drehe sich um sie. Irgendwann gelangen

indes die meisten zu der Überzeugung, sie

sollten nach Davos gehen. Ich nenne Jack

Ma von Alibaba sowie die Gründer von

Uber und Airbnb. Aber es gibt

einfach Eigenbrötler, das muss

man akzeptieren.

Forumsteilnehmer starten

immer wieder eigene Initiativen,

zum Beispiel der frühere

US-Präsident Bill Clinton.

Empfinden Sie das als Konkurrenz?

Warum sollte ich? Ich habe ein

sehr gutes Verhältnis zu Bill wie

übrigens auch zu Hillary Clinton.

Allgemein gesprochen, gibt

es natürlich immer wieder Überschneidungen

anderer Initiativen

Jürgen Dunsch

ist Wirtschaftsjournalistund

Journalist

und hat Klaus

Schwab seit Ende

der Neunzigerjahre

eng begleitet.

mit dem Forum. Dennoch ist das Forum in

den vergangenen 40 Jahren jedes Jahr gewachsen.

Uns beschäftigt mehr die Frage,

wie wir unser eigenes Wachstum bewältigen.

»I am around.«

Wechseln wir die Perspektive in die persönliche

Sphäre. Hat Sie der Erfolg des

Forums persönlich verändert?

Manche fragen mich, ob ich arroganter geworden

sei. Aber ehe ich das

Forum überhaupt gründete,

hatte ich schon zwei Doktortitel

und einige Erfolge in

Unternehmen und in der

akademischen Welt. Das

hat mir schon in frühen

Jahren eine gewisse Selbstsicherheit

und Bodenständigkeit

gegeben. Ich bin also nicht von einem

Zustand in den anderen gefallen. Hinzu

kommen meine Lebensprinzipien. Eines

davon ist Keep your life simple. Daneben

finde ich einen sehr guten Ausgleich in

meiner Familie und in der Natur. Wenn

ich auf eines stolz bin, dann ist es eine gewisse

»Erdung«. Das hängt vielleicht auch

mit meinen Mentoren zusammen, wie

etwa Peter Schmidheiny. Ich hatte immer

wieder Leute in meiner Umgebung, die an

mich glaubten und mich förderten. Dafür

bin ich sehr dankbar.

Was möchte Klaus Schwab als Vermächtnis

an die Nachwelt weitergeben?

Es ist ein Irrtum zu glauben, man bleibe als

Person lange in Erinnerung. 20 Jahre nach

meinem Tod wird der Name Klaus Schwab

kaum noch jemandem etwas sagen. Ein

Gedenken dieser Art gelingt nur den wenigsten,

Henri Dunant, der Gründer des

Roten Kreuzes, ist solch eine Ausnahme.

Aber auch sein Name verbindet sich mit

einer Institution, die das Lebenswerk des

Gründers an künftige Generationen weitergibt.

Das ist das Einzige, was man erhoffen

kann: eine Einrichtung,

die selbst in 100 oder 200 Jahren

noch besteht. Aus diesem

Grund ist die 2015 erfolgte Anerkennung

des World Economic

Forum als die internationale

Organisation für Public Private

Partnerships jenseits aller direkten

Vorteile auch von solcher

Bedeutung. Sie rückt das Forum

in eine Reihe mit Institutionen

wie eben die Gründung von

Henri Dunant. Ein Rotes Kreuz

für internationale Zusammenarbeit

– das wäre ein Erbe, das

ich gerne hinterlassen würde.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

Heidi Klum

Mehr als ein Gesicht

Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Heidi Klum war eines der bestbezahlten

Models der Welt und verdiente mehr als

die meisten DAX-Vorstände. Sah sie besser

aus als alle anderen Models? Wenn sie

selbst schreibt, dass sie keineswegs besser

aussieht als „viele, viele, sehr viele andere

Models draußen in der Welt“, dass sie

„kleiner als die meisten und schwerer“ ist,

dann ist dies keine Koketterie, sondern

entspricht den Tatsachen. Das Aussehen

ist in der Modelbranche nur die Eintrittskarte

– über den Erfolg entscheiden

nachher andere Faktoren.

Preußische Disziplin

Durch Medienberichte gelten

Models als schwierig, zickig und

unpünktlich. Weil es ein oder zwei erfolgreiche

Models gibt, denen dies nachgesagt

wird, denken Hunderttausende andere

Models, sie bräuchten eben nicht selbstdiszipliniert,

zuverlässig, pünktlich, freundlich

und kooperativ zu sein. Ein fataler Irrtum,

der wohl die Ursache ist, warum eben auch

Hunderttausende Models, die von ihrem

äußeren Erscheinungsbild alle Voraussetzungen

hätten aufzusteigen, nie den Sprung

auf die große Bühne schaffen.

Wahrscheinlich braucht man in kaum

einem anderen Beruf so viel Selbstdisziplin

wie beim Modelberuf. Der Zeitplan eines

gut bezahlten Models sieht nicht anders aus

als der eines internationalen Topmanagers.

Nur dass der Topmanager nicht gezwungen

ist, im gleichen Maße auch noch auf Ernährung,

Fitness usw. zu achten und bei all dem

Stress jederzeit toll auszusehen. Heidi Klum

hat die Erfolgsfaktoren aufgeschrieben, die

für ihre eigene Karriere und für die jedes

anderen Topmodels ausschlaggebend sind.

Nicht zufällig steht an erster Stelle dabei die

Aufforderung: „Sei pünktlich!“ Und sie fügt

hinzu: „Sei organisiert“, „Achte auf deine

Launen“, „Mache deine Hausaufgaben“.

Sind diese Eigenschaften selbstverständlich

für junge Mädchen, die oft schon mit

14 oder 15 Jahren ihre Modelkarriere beginnen?

Natürlich nicht. Aber das Maß, in

dem jemand in der Lage ist, Selbstdisziplin

aufzubringen, entscheidet am Schluss über

Erfolg oder Misserfolg.

„Ich wollte es mit jeder Faser“

Voraussetzung für Selbstdisziplin ist jedoch

ein hohes Maß an Begeisterungsfähigkeit.

Denn niemand wird Erfolg

haben, wenn er sich ständig zu Dingen

zwingen muss, die er gar nicht unbedingt

machen will und die ihn nicht begeistern

(obwohl auch das manchmal eben dazugehört).

Selbstdisziplin fällt umso leichter,

je begeisterter ich bin. „Zum Glück“,

so Heidi Klum, „hatte ich – außer einem

Das Maß, in dem jemand in der Lage ist,

Selbstdisziplin aufzubringen, entscheidet

am Schluss über Erfolg oder Misserfolg.

Besser-als-durchschnittlich-Gesicht und

-Körper – noch ein Ass im Ärmel: Ich

wollte es mit jeder Faser.“ Ausschlaggebend

für den Erfolg sei „das unbändige

Verlangen. Es treibt dich an, wie verrückt

zu arbeiten und nicht vorschnell oder

leichtfertig aufzugeben.“

Begonnen hatte es für Heidi Klum im Jahr

1992, als sie sich bei einem von Thomas

Gottschalk moderierten Modelwettbewerb

gegen 30.000 Konkurrentinnen durchsetzte

und einen Dreijahresvertrag über

300.000 Dollar gewann. Im gleichen Alter,

als auch Arnold Schwarzenegger zu dem

Ergebnis gekommen war, dass er nur in

den USA seine ambitionierten Ziele würde

erreichen können, nämlich mit 19 Jahren,

ging auch Heidi Klum nach New York. Sie

wurde zuerst zusammen mit zwei anderen

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

deutschen Mädchen in eine Wohngemeinschaft

einquartiert. Das Gebäude hatte

kein Warmwasser, die Decken hatten undichte

Stellen und überall wimmelte es von

Kakerlaken. „Drei Monate lang trottete ich

jeden Tag zu Castingterminen, manchmal

bis zu zehn pro Tag. Ich war nur eines von

Tausenden neuer Mädchen, die ihr Glück

als Model in New York suchten, und jede

von ihnen sah umwerfend aus. In der Regel

wartete ich in der Schlange, dann sah

sich der Kunde meine Mappe an,

dankte mir und schickte mich

wieder heim. Es war echt beschissen,

so ein kleiner Fisch im

großen Teich zu sein.“

Der erste große Job, den sie bekam,

war die Titelseite für Mirabella, ein

angesehenes Modejournal, danach bekam

sie einen Job als Model für die Kosmetikserie

Bonne Bell und im August 1995

landete sie dann auf der Titelseite der

Zeitschrift Self. Der große Durchbruch

kam drei Jahre später, als sie auf der Titelseite

der Bademodenausgabe der amerikanischen

Zeitschrift Sport Illustrated

erschien, die 55 Millionen Leser erreicht.

Davon träumt jedes Model. Ihr war klar,

dass sich ihr Leben damit komplett verändern

würde. Bald schon bekam sie den

begehrten Job als Model der Unterwäschefirma

Victoria’s Secret und erschien

auf den Titelseiten von Zeitschriften wie

Vogue und Elle.

„…sonst bist du nur eine Eintagsfliege“

Klum erkannte jedoch, dass sie sich selbst

positionieren und ein eigenes Image kreieren

musste, wollte sie dauerhaft Erfolg

haben und nicht nur eine von vielen

Sternschnuppen am Modelhorizont sein.

„Mir wurde bald klar: Wenn du nicht eine

Persönlichkeit aus dir machst, mehr als

nur ein Gesicht, wenn du nicht jemand

wirst, den die Öffentlichkeit kennt (oder

kennenlernen will), bist du ganz schnell

wieder aus dem Geschäft raus. Es mag

krass klingen, aber du musst dich zu jemandem

machen, um dich länger im Regal

halten zu können. Sonst bist du nur

eine Eintagsfliege.“

Bild: Depositphotos/S Bukley, Zitelmann, Cover: Redline

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

»Wenn du nicht jemand wirst,

den die Öffentlichkeit kennt,

bist du ganz schnell

wieder aus dem Geschäft raus.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

19


Story

Mathias Wald ist ein

bunter Mensch, der es

geschafft hat, aus einer

„Drogenkarriere“ mit Absturz

ein selstbestimmtes

und erfolgreiches Leben

zu führen. Er ist tief

gefallen und hat aber

nie aufgegeben, weil er

seinem Herzen und seiner

Intution folgte.

Alle Unternehmungen

und sein soziales

Engagement sowie einen

Kurzfilm über seine

Lebensgeschichte finden

Sie unter

www.mathias-wald.com

MATHIAS WALD

Bilder: JürgenHöllerAcademy, Schäfer, Loehr, Scherer, Lindau

ER FOLGte seinem Herzen

und seiner Intuition

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Vom Drogenabhängigen zum erfolgreichen

Filmemacher, Fotografen,

Unternehmer und Vortragsredner

Mathias, mit was genau

bist Du erfolgreich?

Mit meinen Unternehmungen,

als Vortragsredner

und in meiner

Arbeit mit Jugendlichen. Meine Profession

ist Filmemacher- und Fotograf- das ist es

was ich liebe und wofür ich brenne. Bereichert

wird mein Leben auch durch die

Projektarbeit mit Jugendlichen wo die Persönlichkeitsentwicklung

im Vordergrund

steht.

Für mich erfolgt Erfolg dann, wenn ich bewusste

Entscheidungen treffe. Das ich die

Ziele die ich mir immer wieder neu setze

erreiche. Ich bin Querdenker und ich darf

heute glücklich sein mit dem was ich tue.

Das ist mein persönlich größter Erfolg

Du arbeitest unter anderem mit Jugendlichen

in Persönlichkeitsworkshops. Was

treibt Dich an, Vorträge zu halten und

mit Jugendlichen zu arbeiten?

Für meinen Sucht- und Leidensweg habe

ich einen hohen persönlichen Preis bezahlt.

Aus dieser Erfahrung heraus kann

ich präventiv einen unschätzbaren Beitrag

und Nutzen schaffen. Ich zeige nicht nur

die Abgründe sondern auch wie man erfolgreich

alles schaffen kann was man sich

in den Kopf setzt. Um Menschen Mut zu

machen, um sie für Ihr eigenens Leben anzuzünden

mache ich das. Das gibt meinem

vor allem bin ich ECHT, voller Wahrheit

und Liebe. Das war nicht immer so. Als

Mensch und Persönlichkeit habe ich mich

weiter und zum positiven entwickelt und

wieder angefangen zu träumen. In meinem

eigenen Lebenskonzept plane ich heute

wer ich in zehn Jahren sein möchte. Für

alles gibt es Konzepte und Bedienungsanleitungen

nur nicht für das eigene Leben.

Das versuche ich an andere Menschen weiter

zu geben. Macht Euch ein individuelles

Lebenskonzept. Mein Motto ist: „Du bist

der Pilot in Deinem eigenen Leben“ Du

bist nicht der Passagier.

Du warst nicht immer erfolgreich, wann

war der tiefste Punkt in Deinem Leben?

Ich war mal ein Junkie und ich habe eine

sehr bewegende Lebensgeschichte die unter

die Haut geht. Am 15.02.2003 wollte

ich mich umbringen weil ich mein Leid

und Schmerz nicht mehr ertragen konnte.

Zwölf Jahre Drogenabsturz mündet in

meiner ganz persönlichen Hölle und letztendlich

in dem Wahnsinn einer schweren

Schizophrenie. Zwei Jahre Psychiatrie und

einmal durch die Hölle musste ich gehen

Du bist der Pilot in Deinem eigenen Leben.

Du bist nicht der Passagier.

Bilder: Alexander Leopold Schank

um vierzehn Jahre später ein erfolgreicher

Redner und Inhaber einer Werbeagentur

zu sein. Weiterhin bin ich Verlagsinhaber

sowie Geschäftsführer einer gemeinnützigen

Organisation und einiges mehr. Über

mein Leben habe ich einen eindrucksvollen

Kurzfilm produziert worüber mich

die Menschen im Netz finden. Das ist die

persönlichste Geschichte in meinem Leben

welche ich jehmals mit anderen Menschen

geteilt habe. In meinen Vorträgen rede

ich über Liebe, Glück und Mut. Alles das

was man für Erfolg braucht. Ich lasse die

Menschen wissen wie wie ich es geschafft

habe stark und ein bewusster Mensch zu

werden.

Leben einen besonderen Sinn und Tiefe.

Ich spreche vor Schulen, Konzernen, vor

Fachkonkressen und Renten- sowie Krankenkassen.

Ich erzähle meine wahre Geschichte

ohne erhobenen Zeigefinger. Ich

glaube fest daran das jeder alles schaffen

kann im Leben! Es braucht aber das richtige

Mindset.

Ein Zitat von Dir... „Du bist das was Du

sagst“! Wer bist Du, Mathias?

Ich bin alles das was ich sein möchte, doch

Was sind dein nächster großer Traum?

Was hast du geplant?

Meine Persönlichkeitsworkshops mit Jugendlichen

noch weiter auszubauen um

Jugendliche für Ihr eigenes Leben stark zu

machen. Ich plane gerade ein Camp für

Jugendliche wo sie an Ihre eigenen Grenzen

gehen können und nach der eigenen

Sinnhaftigkeit suchen dürfen und müssen.

Mehr wird noch nicht verraten.

www.mathias-wald.com

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Story

Der Alles

Bilder: Amazon

Jeff Bezos: Die Vergangenheit, Tricks und

Jeff Bezos war Investmentbanker an der

Wall Street. Der Hedge Fonds, für den

er arbeitete, legte als einer der ersten das

Geld nur nach einem Algorithmus an. Im

Unternehmen, das von einem Professor

geführt wurde, arbeiteten kaum Banker.

Überwiegend waren dort Mathematiker

am Werk. Bezos war uns ist ein geselliger

Das erste Amazon Gebäude. Doch

die Kapazitäten reichten nicht lange

für den rasant wachsenden Konzern.

Typ, ständig lud er die Leute um sich herum

zu Freizeitaktivitäten ein. Mit seinen

eigenen Mitarbeitern ging er regelmäßig in

den Bergen wandern.

Der kahlköpfige Strahlemann gründete

nach seiner Banker-Karriere das Startup

Cadabra, um Bücher über das Internet zu

verkaufen. Erst später wurde es umbenannt

in Amazon. Zwischenzeitlich wollte

man das Unternehmen sogar Relentless

nennen, was „gnadenlos“ bedeutet. Bis

heute ist die Website übrigens auch unter

relentless.com erreichbar. Jedoch erschien

Amazon die bessere Wahl. Auf der Suche

nach einem besseren Firmennamen im

Lexikon erfuhr Bezos, dass der Amazonas

nicht nur der größte Fluss der Welt

ist, sondern auch um Längen größer ist,

als der nächst größere. Das sollte auch die

Vision für Amazon sein.

Trotzdem war Bezos während der Gründungsphase

immer pessimistisch geblieben.

Er war ein Siegertyp. Aber er

verschleierte anderen nie, welch großes

Risiko sie eingingen, mit Amazon als erster

Onlinebuchhändler an den Markt zu

gehen. Auch wenn seine Eltern früh das

Ersparte der Familie in das Unternehmen

investierten, wurde er nicht müde zu sagen:

„Die Chance, dass wir mit Amazon

baden gehen, liegt bei 70 Prozent.“ 1995

prognostizierte Bezos potenziellen Investoren,

Amazon werde nach fünf Jahre

einen Umsatz von 74 Millionen Dollar

erzielen. Tatsächlich machte das Unternehmen

dann unglaubliche 1,6 Milliarden

Dollar. Daran könnte man auch ablesen,

dass Bezos selbst nicht wusste, in welch irren

Markt er eingestiegen war. Anderseits

glaube er, bis dahin auch Gewinn erzielen

zu können. Davon jedoch entfernte sich

Amazon immer weiter. Man machte bereits

einen Verlust von 1,4 Milliarden - in

einem Jahr.

Der Onlinehandel steckte in den Kinderschuhen,

als Cadabra (später Amazon)

seine Website online stellte. Die Seite sah

alles andere als einladend aus. Kunden

bestellten ein Buch, nur um zu sehen, ob

es tatsächlich ankommt. Dabei entstand

gleichzeitig ein Problem für das junge

Unternehmen. Sobald der Kunde ein

Buch bestellte, musste Bezos das Buch

beim Barsortimenter (Buchgroßhandel)

bestellen. Dieser verlangte jedoch eine

Mindestbestellung von zehn Büchern pro

Lieferauftrag. Also bestellten sie einfach

das gewünschte Buch

sowie neun Bücher

über Flechten, von

dem sie wussten, dass

es nicht mehr erhältlich

war. So musste der Großhändler das

einzelne Buch an Amazon versenden mit

dem Hinweis, dass das Buch über Flechten

leider vergriffen sei.

In den späten Neunzigern erfuhr Amazon

ein schwindelerregendes Wachstum. Das

Unternehmen wuchs bis zu 40 Prozent jeden

Monat. Trotz dessen, dass ständig neue

Mitarbeiter eingestellt wurden, war es ausgeschlossen,

der Arbeit nachzukommen.

Bezos führte die Einstellungsgespräche

selbst und fragte den Bewerber gerne,

Improvisieren zu können,

ist ein Erfolgsprinzip

wie viele Tankstellen es in den USA gebe.

Nicht weil er eine genaue Antwort erwartete,

er wollte vielmehr die Denkweise der

Menschen auf die Probe stellen. Denn wer

in dieses rasante Unternehmen einsteigen

wollte, musste Kreativität beweisen.

Bezos wies seine Leute in enormen Stressphasen

an, einfach zu improvisieren wo

es ging. Das ist ein Erfolgsprinzip, denn

es gibt immer Phasen, in denen man unmöglich

alles erledigen kann. Man muss

versuchen, bestmöglich Prioritäten zu

setzen und anderes auszulagern oder ganz

bleiben zu lassen. Das wichtigste für Bezos

war immer: Der Kunde muss glücklich

gemacht werden. Alles andere war und ist

dem untergeordnet. Als der Amazon-Chef

begann, Führungskräfte von Microsoft

abzuwerben, wurde selbst Bill Gates klar,

dass er das Internet zu lange unterschätzt

hatte.

Bezos selbst war der unkonventionellste

Denker der Firma. Seinen großen Traum,

noch am selben Tag den Kunden beliefern

zu können, hatte er schon in den frühen

Jahren. Er dachte sogar darüber nach, Studenten

anzustellen, die einen Lagerbestand

der beliebtesten Produkte zuhause haben

sollten, um sie dann direkt mit dem Fahrrad

an den Kunden liefern zu können. Eigeninitiative

und Risikobereitschaft seiner

Mitarbeiter hatte er immer belohnt. Er erfand

den „Just Do it Award“, den die Mitarbeiter

selbst dann bekamen,

wenn die Idee

scheiterte. Er wollte

schlicht den Einsatz

belohnen. Und in der

Rückschau brachte das dem Unternehmen

Milliarden.

Jeff Bezos gilt - je nach Liste - heute als

der reichste Mensch der Welt. Sein Enthusiasmus

springt einem förmlich ins Gesicht

und er steckt damit jeden an, dem er

begegnet. Sein schallendes Lachen führte

schon dazu, dass Leute vor Schreck vom

Stuhl fielen. Er treibt Innovationen konsequent

voran, immer im Dienste des Kunden.

Und er hat sich dafür die größte Spielwiese

der Erde ausgesucht: Den Handel.

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

verkäufer

Jeff Bezos

Wie der Gründer einer hässlichen

Website namens Cadabra zum

reichsten Mann der Erde aufstieg.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

23


Story

Vom arbeitslosen Lkw-Fahrer

zum Software-Millionär

Als RONNY SCHAUSTEN mit dem Rücken zur Wand

stand, nahm er seine letzten 250 Euro und gründete eine

kleine Firma. Daraus wurde ein Millionenunternehmen.

Schon als 22-jähriger schnupperte

Ronny Schausten gerne

die Luft der Software-Welt. Bill

Gates war von Forbes wieder

mal zum reichsten Menschen

der Erde erklärt worden. Dass Schausten

durch die Erfindung des Microsoft-Gründers

bald selbst ein reicher Mann werden

sollte, ahnte er zu jenem Zeitpunkt weder

er selbst noch sein Umfeld.

Ganz im Gegenteil. Die berufliche Zukunft

des Rheinländers drohte farblos und

mittelmäßig zu werden. Nach einer Ausbildung

im Büro arbeitete er zunächst als

Servicemitarbeiter und später als LKW-

Fahrer. Die Softwarebranche interessierte

ihn nach wie vor. Neben seinen Jobs

beschäftigte er sich mit der Entwicklung

dieses Wirtschaftszweiges, der den meisten

anderen als zu komplex erscheint.

Mit der Entwicklung von Websites und

Shopsystemen verdiente Schausten neben

seinem Hauptberuf das erste Geld in diesem

boomenden Markt.

An einem eisigen Dezembermorgen im

Jahr 2014, vier Tage vor Weihnachten, feuerte

sein Arbeitgeber ihn. An diesem Abend

kehrte ein verzweifelter junger Familienvater

nach Hause zurück – alles wirkte

wie ein Hollywood-Dra-

ma, mit der

Weihnachtsbeleuchtung

im Fenster

und den lachenden

Kindern, die von alle dem keine

Ahnung haben. Andererseits war nun ein

Punkt erreicht, an dem Schausten den Antrieb

spürte, endlich in der Softwarebranche

ein eigenes Unternehmen aufzubauen

und sein eigener Herr zu werden. Mit den

letzten 250 Euro begann er gebrauchte

Softwarelizenzen der Marke zu kaufen, die

Niemals stehen bleiben!

Stillstand ist Rückschritt.

Bill Gates zuvor zum reichsten Mann der

Welt gemacht hatte. Nun sollte sich zeigen,

dass diese Software gepaart mit Durchhaltevermögen

und verkäuferischem Geschick

auch Ronny Schausten zu einem

reichen Mann werden lassen würde.

Seine Idee war simpel: Mit seinem neu gegründeten

Unternehmen Lowsoft kaufte er

insolventen Unternehmen ihre Softwarelizenzen

für wenig Geld ab und verkaufte sie

mit Gewinn an interessierte Unternehmen

weiter. Besonders bei Unternehmen mit

vielen PCs kamen damit hohe Umsätze

zustande. Und jeder hatte einen Vorteil.

Das insolvente Unternehmen konnte eine

unsichtbare Ware zu Geld machen, der

neue Käufer konnte Software weit unter

Marktpreis kaufen (bis zu 63 % günstiger)

und Schausten hörte die Kasse klingeln.

„Ich erinnere mich noch, wie ich das

Wohnzimmer zu meinem Büro machte

und hunderte Telefonate führte, um gute

Deals zu finden.“ Zwischenzeitlich erlitt

seine vorherige Frau einen schweren Hirnschlag

und der junge Familienvater musste

sich allein um die Kinder kümmern. „Das

war eine harte Zeit – neues Geschäft und

dann Vollzeit-Papa. Aber es hat mich stärker

gemacht.“

Heute zählt Schaustens Unternehmen

Lowsoft zu den großen Playern am

Markt. Der Umsatz hat die Millionenmarke

längst überschritten und Kunden

werden europaweit beliefert. Dazu gehören

diverse Großkonzerne, einer der

größten Fernsehsender und Ministerien.

Über 5.000 Kunden betreuen Schaustens

Firmen heute. Tatsächlich entwickelt sich

der Unternehmer zum Seriengründer.

Nach Lowsoft gründete er eine zweite

Softwaregesellschaft

und arbeitet

derzeit am

Serverunternehmen

Server for

Germany. Über

soziale Medien

wie Facebook werden Kunden durch die

hauseigene Agentur Social Idea mittlerweile

sogar in Sachen lokaler Werbung

betreut. „Software und Webservices sind

nun mal für viele schwer greifbar. Darum

werden wir den Service für unsere Kunden

immer weiter ausbauen – immer zum

best möglichen Preis“, so Schausten.

Bild: Lowsoft

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Erfolg

Andie

MacDowell

jenseits der 50

besteht nicht nur aus

Quoten‘, ließ MacDowell in

einem Interview mit der Berliner

Morgenpost verlauten. Das

Erfolg

persönliche Glück sei ein Puzzle

aus vielen verschiedenen Teilen. Dass

dazu beruflicher Erfolg gehört, möchte

aber niemand bestreiten.

Bilder: Privat und Depositphotos/Jean Nelson

Ihre Rolle in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“

machte sie weltberühmt. Doch in

den vergangenen Jahren ist es ruhig um

Andie MacDowell geworden. Kinder, Familie

und das beschauliche Leben zogen

die 59jährige hinaus aufs Land, weg von

„Big Business“.

Verleger Julien Backhaus traf Andie MacDowell

bei der Remus Lifestyle Night auf Mallorca

Doch bereut hat sie diese Entscheidung

nicht. Dass die Kinder in einer sicheren

Umgebung aufwuchsen, trug genauso zu

ihrem Seelenfrieden bei wie ihr Engagement

für die Gemeinde. Der neuen Heimat

ist sie so verbunden, dass sie sie – ähnlich

zu ihrem filmischen Pendant – nur noch

schweren Herzens zurücklassen würde.

Doch natürlich gibt es für eine erfolgreiche

Hollywood-Schauspielerin denkbar wenige

Angebote in den Bergen von Montana.

Die Schauspielerin hat ihren persönlichen

Schlüssel zum Erfolg dennoch in der Beschaulichkeit

der Kleinstadt gefunden. Die

großen Premieren gehören noch nicht der

Vergangenheit an, doch mit Ende 50 gehört

mehr zum Leben als der große Glamour

und der Druck, auf ewig jung, schön

und erfolgreich zu sein. Gerade letzteren

hat die Schauspielerin erfolgreich hinter

sich gelassen. Sie zerfleische sich nicht

mehr selbst, lässt sie verlauten und achte

mehr auf sich.

Wer sie trifft, glaubt sofort, dass dies zu

einem erfolgreichen Lebensstil dazugehört.

In ihrem Alter gehört Andie Mac-

Dowell schon zu den alten Hasen im Hollywood-Business,

dennoch ist sie für viele

ein Schönheits ideal. Viel Wasser und

Yoga ist ihr Rezept, doch eigentlich

habe Schönheit mit Äußerlichkeiten

wenig zu tun. Entscheidend sei

vielmehr Persönlichkeit und Ausstrahlung,

die einen Menschen

zum Schönheitsideal machen

kann. Schön sei nur, wer sich

selbst gefunden habe, seinen

eigenen Weg zum Erfolg,

und die Ansprüche von außen

hinter sich ließe. Dazu

gehöre eben auch, nett

zu sich selbst zu sein,

eine Fähigkeit, die wir in

Zeiten von Burn-out und

Leistungsgesellschaft gerade

erst wieder lernen.

Jetzt nachdem die Kinder

aus dem Haus sind,

gibt es auch wieder Raum

für die berufliche Verwirklichung.

Als Künstlerin ist Andie

MacDowell froh, ihre Arbeit

auch als kreatives Ventil wieder

mehr nutzen zu können. Doch das

Leben in Montana hat auch ihre Arbeit

verändert. Gerührt erzählt sie

von begeisterten Fans, die nach dem

Dreh von „Cedar Cove“ auf sie zukamen

und sich für ihre tolle Darstellung bedankten.

Dass die großen Hollywood-Produktionen

selten Hauptrollen für ihre

Altersklasse bereithalten, kratzt kaum am

Selbstwertgefühl der Schauspielerin. „Mit

59 weiß man seine eigenen Fähigkeiten

und Eigenschaften einfach viel mehr zu

schätzen – wahrscheinlich das wichtigste,

was ich in meinem Leben gelernt habe.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

25


Story

»Das war

unvorstellbar«

FRANK OTTO

Weiter zu denken und sich mehr zuzutrauen als die Konkurrenz machte

Frank Otto zum Milliardär.

Sie entstammen einer der bekanntesten

Unternehmerfamilien

Deutschlands, haben aber

nie versucht, im Familienbetrieb

fußzufassen. Sie haben

Kunst studiert, sich viel mit Kultur beschäftigt

und waren Musiker. Wurde das

in Ihrer Familie schon immer so liberal

gehandhabt?

Mein Bruder Michael ist ja deutlich älter

als ich, ich habe seine Kindheit also nicht

wirklich miterlebt. Ich kenne die Gespräche,

die da zwischen Vater und Sohn

liefen, nicht. Ich glaube aber schon, dass

da eine gewisse Erwartung an ihn war, in

die Fußstapfen der Eltern zu treten. Heute

sehen wir, dass er seine Sache gut gemacht

hat. Mich hat mein Vater schon versucht,

zu motivieren. Er hat wahrgenommen,

dass ich eher ein künstlerisches Interesse

habe und hat mich in der Werbung von

Otto volontieren lassen. Das war eine interessante

Zeit. Die ersten Tage wusste noch

niemand wer ich war. Plötzlich hatte sich

das rumgesprochen und egal, wo man hinkam,

ob in der Kantine oder auf den Hof,

verstummten die Gespräche und es wurde

getuschelt „Oh, der Sohn vom Chef “ und

ich habe beschlossen, dass ich eine solche

Atmosphäre für mich so gar nicht brauche.

Also habe ich die angebotene Gleitzeit für

Vorstellungsgespräche genutzt und mir

dann einen Ausbildungsplatz als Restaurator

im Museum für Kunst und Gewerbe

verschafft.

Sie sind dann richtig groß ins Mediengeschäft

eingestiegen und haben die zweite

Radiostation in Hamburg und noch

zahlreiche weitere gegründet bzw. sich

»Oh, das könnte ja

erfolgreich werden!«

daran beteiligt. Das hat doch damals viel

Mut gefordert.

Dass Radio für mich ein Thema werden

konnte, kam durch meine Nähe zur Musik

und Kultur. Das war ja damals neu und

hip. Damals war Deutschland noch geteilt

und es war im Westen üblich, dass die Verleger

den ersten Zuschlag bekamen, weil

man argumentierte, dass ihnen Werbung

für die Tageszeitungen verloren ginge. Das

sollte dadurch kompensiert werden, dass

sie die tollsten Frequenzen bekommen. Ich

habe dann die später lizensierten Plätze

genutzt, die sonst keiner haben wollte. Ich

musste es mir durch Reichweiten-Erfolge

erkämpfen, überhaupt mit an den Tisch zu

kommen, um auch am nationalen Werbeeinkommen

partizipieren zu können, was

Eigentlich hätte er es nicht nötig, Interviews

zu geben. Trotzdem traf sich der

sympathische Milliardär Frank Otto mit

Verleger Julien Backhaus um über seine

Erfolgsgeschichte zu sprechen.

damals noch die Haupteinnahmequelle für

Radio war. Für die lokalen Kunden waren

elektronische Medien noch ein völlig unbeschriebenes

Blatt, die musste man dazu

erstmal verführen. Heute sind zwei Drittel

des Werbeaufkommens im Radio lokal

aus dem Sendegebiet. Das ist eine große

Umverteilung. Radio das Medium, das am

wenigsten von den neuen Medien kannibalisiert

wurde. Aber die Wolken ziehen

schon auf. Für mich sind Angebote wie

Spotify auch Wettbewerber in der Hörfunknutzung,

gerade wenn man die Nutzungszeiten

junger Leute beobachtet. Deshalb

arbeite ich mit einigen Unternehmen

schon an einer Mischform.

Da gehen Sie also schon den nächsten

Schritt?

Ich bin seit Beginn an einer B2B-Firma

beteiligt. Die hat den Auftrag, Kreuzfahrtschiffe

mit Musik zu versorgen, die

20 verschiedene Bars haben, die alle unterschiedlichen

Sound brauchen. Wir

haben eine Technologie entwickelt, mit

der sich so etwas kostengünstig auch auf

See transportieren lässt. Damit versorgen

wir inzwischen auch gute Hotels, Restaurants

und Geschäfte. Es ist eine hochpreisige

Sache, weil auch eine starke Qualität

dahintersteht. Aber das Modell ist auch

App-fähig und könnte somit den Consumer-Markt

eines Tages interessieren. Am

Ende kann man individualisiertes Radio

daraus machen. Technologisch bin ich auf

solche Alternativen vorbereitet.

Man erlebt bei kreativ oder künstlerisch

veranlagten Leuten selten, dass sie gleichzeitig

auch geschäftlich so pfiffig sind.

Bilder: Wilkens

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Ich war der Schlagzeuger meiner Band

und als solcher habe ich auch die Verträge

mit den Veranstaltern gemacht. Man hatte

nach dem Konzert ja auch mehr abzubauen

und saß dann mit dem Veranstalter

noch zusammen und hat die Abrechnung

gemacht, während die Sänger schon weg

waren. Das ist häufig das Los des Drummers,

da war ich keine Ausnahme.

Bei so vielen Projekten und Ideen:

Braucht so etwas bei Ihnen lange Reifezeit

oder sind sie eher ein schneller Umsetzer?

Vieles davon entsteht durch Interaktion.

1990 galt ich als der innovativste Radiomacher.

Jugendradio zu machen auf einer

kleinen Frequenz und damit solche Reichweiten

zu erzielen, war damals unvorstellbar.

Durch den Erfolg sind dann auch die

Öffentlich-rechtlichen aufmerksam geworden.

Jetzt wird in jedem Bundesland Jugendradio

angeboten. Das war halt damals innovativ

und lies Zirkel entstehen, in denen

ich mit anderen innovativen Leuten zusammenkam.

Das ging dann weiter mit VIVA.

Niemand hatte es für möglich gehalten, dass

man MTV die Stirn bieten kann. Ich hatte

mir das zugetraut. Durch die analytischen

Fähigkeiten, die ich und meine Mitarbeiter

aus dem Radio mitbrachten, konnten wir

die Fehler von MTV ausmachen und für

uns nutzen. Und eigentlich war schon kurz

nach Sendestart für die meisten klar: Oh,

das könnte ja erfolgreich werden! Und das

war es ja dann auch.

Und da waren Sie erst Anfang 30 oder?

Das war eine glückliche Zeit, ich war noch

sehr jung und natürlich total unterschätzt.

Mit 30 habe ich

»Ich suche mir genau aus,

in welche Richtung ich marschieren will«

Radio angefangen,

und dann

mit 33 oder

34 Fernsehen.

(Otto zeigt ein Bild der Gründungsmitglieder

von VIVA) Das ist schon witzig,

was das alles für ältere Herrschaften waren

und ich sehe daneben etwas grün hinter

den Ohren aus. Ich war der Jüngste.

Alles Amerikaner?

Das war eine Zusammenarbeit mit Warner,

Polygram, Sony und EMI. Der einzige

deutsche Major, BMG, war nicht dabei. Ich

war der einzige Deutsche.

Der Fernsehbranche sagt man nach, sehr

anstrengend zu sein. Sind Sie jemand,

der im Sturm Ruhe bewahren kann?

Ich bin eher der Ruhige. Ich bin nicht

cholerisch. Ich suche mir genau aus, in

welche Richtung ich marschieren will. Ich

habe feste Überzeugungen, die sich aber

nicht immer bewahrheiten. Zum Erfolg

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

27


Story

gehören auch ein paar Misserfolge. Es gibt

aber auch Umstände, die sich ändern oder

die Zeit ist noch nicht reif. Bei VIVA bin

ich damals ausgestiegen und hatte vier

Jahre lang die Hamburger Morgenpost

übernommen. Damals hatte MOPO über

100.000 verkaufte Auflage und ich war

überzeugt, daraus kann man einen Erfolg

machen. Was auch auf Anhieb klappte. Vor

der MOPO war ich an Hamburg1 beteiligt,

dann eine Zeit lang nicht – Leo Kirch hatte

übernommen. Als das Kirch-Imperium

dann zusammenbrach, gab es ein Management-Buy-Out,

bei dem ich als Kapitalgeber

wieder eingestiegen bin. Und es gab

viele Probleme bis zum 20. Geburtstag.

Aber seitdem geht es wieder richtig Berg

auf. Das macht Freude zu sehen. Bewegtbild

wird immer bedeutender. Wir sehen

Zum Erfolg gehören auch

ein paar Misserfolge.

uns auch gar nicht mehr als klassischer

Fernsehsender, sondern als Bewegtbildproduzenten,

der seine Inhalte auch über

Internet distribuiert und künftig Services

auch über eine App anbietet. Das hatte ich

allerdings schon bei der Gründung damals

angenommen, dass sich Bewegtbild überall

durchsetzt. Einfach weil es so viele Ebenen

bietet. Es hat Bild, Schrift und Ton –

als Radiomacher wusste ich, dass allein

letzteres schon viel wert ist. Das musste

sich durchsetzen.

Da spielt überall viel Risiko mit rein.

Wie gehen Sie damit um?

Mein Vater hat immer sagt: Vorsicht vor

versteckten Risiken. Mein Vater setzte

auch stärker auf erprobte Geschäftsmodelle.

Als Pionier leistet man immer die

Hauptarbeit, bis dann jemand aus dem

Windschatten kommt, die Fehler vermeiden

kann und einen auf den letzten Metern

überholt. Das leuchtet mir ein. Ich

habe das aber neu interpretiert. Wenn mir

etwas besonders risikoreich vorkommt,

dann habe ich keine Wettbewerber und die

Risiken sind so offensichtlich, dass ich mir

vorher die richtigen Gedanken machen

kann.

Bilder: Jessica Wilkens

Sie sind, besonders regional, stark in die

Kulturszene involviert. Sie haben sogar

ein Label für junge Musiker gegründet.

Hand aufs Herz, Helfersyndrom oder

Verantwortungsgefühl?

Ich war selbst Musiker, als Radiomacher

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

hatte ich immer Kontakt zur Branche und

auch als VIVA-Gründer wollte ich den

hiesigen Musikern eine Plattform geben.

Als 2007 die Musikbranche in die Krise

geriet, war das eine deprimierende Zeit. In

der Szene habe ich viele traurige Stimmen

gehört, sowohl von etablierten als auch

von jungen Künstlern. Nur die Welt „da

draußen“ hat es nicht mitbekommen. Die

wollen ja neue Musik hören und haben ein

Interesse daran, dass neue Künstler entstehen.

Ich bin also antizyklisch in einen

zusammenbrechenden Markt gegangen

und habe ein Label gegründet. Alle hielten

mich für verrückt, bei so einer rasanten

Talfahrt in den Markt einzusteigen. Major-Labels

hatten Probleme und mussten

fusionieren und viel Personal entlassen.

Trotzdem wollten die Menschen neue

Musik hören. Eine unserer ersten Entdeckungen

war dann Philipp Poisel – da

hängt die goldene Schallplatte. Als ich das

Demo hörte, wusste ich, das wird ein Kracher.

Er wurde überall abgelehnt, nur wir

haben antizyklisch gehandelt. Das wurde

mit Erfolg belohnt.

Sie sind in Ihrer zweiten Lebenshälfte.

Wie verändert das die Arbeit?

Man kann auf viel Erfahrung zurückgreifen.

Als ich damals mit Radio anfing, war

für mich alles nur noch Radio. Ich war

ein perfekter Fachidiot. Ich war meinen

Freunden bestimmt lästig, weil ich alles

und jeden für Radio einspannen wollte.

Es war eine tolle, kreative Zeit. Aber 24

Stunden jeden Tag. Ich hatte drei Jahre

keinen Urlaub. Wenn man dann irgendwann

wieder runterkommt, nimmt man

auch wieder andere Dinge wahr. Ich habe

heute immer noch mit Startups zu tun,

mit unserer neuen Marke XOUNTS zum

Beispiel. Aber ich bin nicht mehr mit Haut

und Haaren 24 Stunden am Ball. Jungen

Leuten würde ich das aber empfehlen,

denn anders kann man sich nicht durchsetzen.

Das muss einem klar sein, wenn

man gründet. Die Widerstände bauen sich

ganz von selbst auf – keine Sorge. Da gibt

es viele Hürden und das kostet Kraft. Mit

Erfahrung kann ich heute vieles kompensieren

und bestimmten Risiken aus dem

Weg gehen. Und mit einer Historie als

Unternehmer ist man für eventuelle Geschäftspartner

auch besser einschätzbar.

Einen jungen Menschen kann man nicht

so gut einschätzen, der hat es schwer, Vertrauen

aufzubauen. Aber das kann man als

junger Mensch mit Energie kompensieren.

Wir leben in aufregenden Zeiten. Ich

mag dieses Tempo der Veränderung. Viele

fürchten sich davor. Ich gehöre zu denen,

die es mögen.

»Wenn mir etwas besonders

risikoreich vorkommt, dann

habe ich keine Wettbewerber

und die Risiken sind so offensichtlich,

dass ich mir vorher die richtigen

Gedanken machen kann.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

29


Story

VON

GANZ

UNTEN

NACH

GANZ

OBEN

So wurde aus dem

Heimkind Frank Felte

ein Multimillionär, der

nun seiner Karriere die

Krone aufsetzen will.

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Bilder: Felte

Frank Felte stand jahrelang als

einer der bekanntesten TV-Experten

beim Teleshoppingsender

QVC vor der Kamera. Was

viele nicht wussten: Er selbst

wurde durch das Thema Gesundheit zum

Multimillionär. Es ist die Geschichte eines

Jungen, dessen Leben im Kinderheim begann,

der als Jugendlicher aus einer kaputten

Familie ausriss und beschloss, aus

eigener Kraft ganz nach oben zu gelangen.

Felte, der später eine Ausbildung zum

Erzieher absolvierte und als Sänger mit

Songs von Sinatra Geld verdiente, merkte

schnell, dass ihn das Thema Unternehmertum

reizte. „Ich hatte seit meiner Jungend

die starke Überzeugung, irgendwann

einmal finanziell unabhängig zu sein. Ich

hatte nur überhaupt keinen Plan wie. Aber

dieses Gefühl war so tief in mir drin, dass

es mir den richtigen Weg wies. Nach Abschluss

meiner Ausbildung folgte ich endlich

dem Ruf des Unternehmertums. Nach

zwei Pleiten, die ich bei meinen ersten Versuchen

hinlegte, folgte dann die unglaubliche

Erfolgsstory von Natura Vitalis.“

Als er 1999 mit seinem eigenen Unternehmen

an den Markt ging und Absatzwege

erforschte, entdeckte er eine Chance, die

wenige zu Anfang sehen wollten. „Ich

entdeckte eines Abends beim Zappen im

Fernsehen den Teleshoppingsender QVC.

In Deutschland steckte der Sender noch

in den Kinderschuhen, aber mein Bauchgefühl

sagte mir sofort, dass dies ein äußerst

interessanter Vertriebskanal ist und

die Marke dadurch schnell wachsen würde.

Tatsächlich ist es genau so gekommen.

Später wurde Natura Vitalis im deutschen

Teleshopping die erfolgreichste Nahrungsergänzungsmarke

überhaupt.“

Das Interesse für diesen Nischenmarkt

gewann Felte bei seinen damaligen Versuchen,

als Unternehmer Fuß zu fassen.

Durch die Arbeit mit einem amerikanischen

Vertriebsunternehmen lernte er

mehr über diesen Markt, merkte aber auch,

dass andere Unternehmen grobe Fehler

machten. Inhaltsstoffe waren minderwertig,

aus fragwürdigen Quellen und die

Preise waren zu hoch. „Gesundheit ist ein

Geburtsrecht und darf nicht am Geldbeutel

scheitern. Und Produkte brauchen eine

hohe Innovationskraft durch verschiedene

Rezepturen. So kam ja die Idee, meine eigene

Nutrition Company zu starten.“

Mit dieser Kombination aus hochwertigem

Naturprodukt und günstigem Preis schaffte

Felte das, wovon viele Unternehmer

damals wie heute träumen. Hunderttausende

Stammkunden, die dem Unternehmen

Millionenprofite bescheren. „Meine

Maxime war immer: Tue Gutes und verdiene

gut. Sie können mit vielen Dingen

Geld verdienen – aber für mich war immer

ganz wichtig, anderen Menschen mit

meiner Unternehmung zu helfen. Und das

höchste Gut, das wir alle haben, ist nun

mal die Gesundheit. Als ich erkannte, welche

Kraft in Natursubstanzen

steckt und wie

die Pharmaindustrie aus

wirtschaftlichen Gründen

diese Wissensvermittlung

versucht immer

wieder zu unterbinden –

Natursubstanzen sind ja

nicht patentierbar – wollte ich in diesem

Bereich stark werden. Nun sind wir nicht

die einzige Nahrungsergänzungsfirma

auf dem Markt, mich haben aber immer

die 08/15-Rezepturen gestört, die nicht

viel bewirken. Daher war mir wichtig, die

maximale Wirkung mit jedem einzelnen

Produkt zu erzielen. Aus diesem Grund

verwenden wir oft sehr komplexe, innovative

Rezepturen. Und der Erfolg gibt uns

Recht: Unsere Retourenquote ist äußerst

gering und im März 2017 sind wir sogar

mit einem Award als beste Nahrungsergänzungsfirma

in Westeuropa ausgezeichnet

worden.“

»Das Geniale liegt

im Einfachen«

Frank Felte kam an einen Punkt im Leben,

an dem er alles hatte. Ein florierendes,

stabiles Millionenunternehmen, Villen an

den schönsten Plätzen Europas, die teuersten

Autos, die man für Geld kaufen

kann. Aber in den Ruhestand will er trotzdem

nicht. „Ich genieße den Luxus das zu

tun, was mir Freude bereitet und ich habe

Spaß am Leben. Jetzt möchte ich anderen

Menschen diesen Spaß ebenfalls vermitteln.

Ich durfte lernen, wie man mit 200

Mark ein Mega-Unternehmen aufbauen

kann. Und das kann jeder! Erfolg ist letztlich

nichts anderes als pure Physik. Und

wie sagte Einstein bereits: Das Geniale

liegt im Einfachen.“

Deswegen hatte Felte einen Marketingplan

für Natura Vitalis entwickelt, der es

Menschen erlauben sollte, sich mit den

Produkten ein eigenes Vermögen aufzubauen.

Dieser Plan wird nun im großen

Stil Realität.

„Ich liebe Network Marketing als Vertriebssystem,

weil ich es weltweit für das

Fairste halte. Klar, auch in dieser Industrie

tummeln sich Idioten. Es ist nun mal eine

Tatsache, dass wir zwar alle unter demselben

Himmel leben – aber noch lange

nicht alle denselben Horizont haben. Das

ändert nichts an den unglaublichen Möglichkeiten,

die jeder im Network Marketing

nutzen kann. Vorraussetzung sind

immer erstklassige Produkte, ein fairer

Vergütungsplan und ein professionelles

Coaching der Teampartner. Wer dann bereit

ist sich zwei bis vier Jahre – zunächst

nebenberuflich – zu engagieren, der

könnte nur aus zwei Gründen scheitern: Er

beginnt gar nicht erst oder er hört zu früh

auf. Durch unsere Präsenz im Teleshopping

haben wir ein Novum in der gesamten

Branche. Natura Vitalis hat mehrere

hunderttausend treue Bestandkunden, die

wir nach und nach auf unsere Teampartner,

die jetzt einsteigen, aufteilen werden.

Der Vertrieb wird zukünftig ausschließlich

über Network Marketing erfolgen

und nicht wie bisher direkt. Damit werden

aktive Teampartner in einer bisher nie gekannten

Art und Weise gepusht – so, dass

man hier schon von einer Erfolgsgarantie

sprechen könnte.

So steht Frank Felte wieder an einem

Punkt, wie damals, als er mit Teleshopping

einen Vertriebsweg beschritt, den andere

nicht sahen. Nur dass er dieses Mal wohl

nicht als einziger reich damit wird.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

31


Story

Moses

Pelham

»Man muss

Über zeugungstäter

sein«

Eigentlich

hatte er Jura

studiert, doch

der Rapp ließ

ihn nicht los.

Eigentlich sollte eine Karriere

als Jurist beginnen. Woher

kam dieser Impuls damals?

Ich habe schon lange vorher

gerappt. Das Jura-Studium

war eher ein Plan B. Recht hat mich schon

immer interessiert – allerdings mehr von

den Kreuzverhören in den US-Serien inspiriert.

Für jemanden, der Musikproduzent

ist, hänge ich ja doch viel vor Gericht.

Dafür sind Gerichte da. Dass, wenn man

mit etwas nicht einverstanden ist, man das

entsprechende Gericht anrufen kann, um

seinen Standpunkt zu klären.

Den Schritt damals zu gehen, Musik

nicht nur privat, sondern auch beruflich

zu machen, war sicher ein großer Schritt.

War das eine schnelle Entscheidung,

hauptberuflich Musik zu machen?

Musik fasziniert mich schon viel länger,

als ich über Berufe nachgedacht habe. So

wie andere Fußballprofi werden wollen. Es

ist sogar schlimmer: Für mich war Rapper

kein Berufsbild. Ich habe das einfach

gerne gemacht. Als Kind habe ich nicht

darüber nachgedacht, Musikproduzent

zu werden, sondern der Beruf folgte sozusagen

der Musik. Als ich mit 18 unglück-

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen Story

Gerne gibt sich Moses Pelham düster,

doch manchmal bricht unerwartet seine

sonnige Seite hervor, wie hier beim

Treffen mit Verleger Julien Backhaus.

lich darüber war, wie meine erste Platte

klang, war mir klar, dass es mir keiner so

schön machen würde, wie ich selbst. Da

ist so langsam der Gedanke gereift, dass

das auch ein Beruf sein kann. Am Anfang

stand nur, dass ich gerne Musik gemacht

habe. Im Laufe der Zeit wurde mir bewusst,

was man damit alles anstellen kann.

Während andere Dinge im Leben ihren

Glanz verlieren, hat mich Musik immer

begeistert. Ich wollte immer nur das machen,

weil es auch nichts anderes gab, bei

dem ich so viel Energie hatte. Wenn man

Freude an etwas hat, merkt man nicht, wie

»Ich suche keine

Konfrontation.

In manchen Fällen

halte ich es für das

kleinere Übel.«

viel man arbeitet, während andere Dinge

zur Qual werden können. Ich habe auch

damals auch unangenehme Erfahrungen

gemacht. Zwischen 18 und 23 habe ich gar

keine eigene Platte veröffentlicht, sondern

zwei andere Platten produziert. Eine davon

wurde nicht mal verkauft, weil wir uns

nicht über die Konditionen einig werden

konnten. Das hatte ich bei meiner ersten

eigenen Platte gelernt, dass es wichtig ist,

die Kontrolle selbst zu behalten. Ich hatte

dann ein Projekt, in dem alles drin war,

was ich wusste und glaubte. Und hätte ich

das nicht verkauft bekommen, hätte ich

aufgehört – zumindest professionell. Dann

hätte ich mich auf Rechtswissenschaften

konzentriert. Aber zum Glück kam es, wie

es kam. Ich wäre aber auch als Jurist glücklich

geworden, weil es mich auch heute

noch sehr beschäftigt. Ich weiß nicht, wie

viele andere Rapper es bis zum Bundesverfassungsgericht

geschafft haben.

Du hattest doch sogar eine Rechtsfirma

gegründet, eine Abmahngesellschaft?

Abmahngesellschaft schon mal gar nicht.

Es war eine Gesellschaft zum Schutze digitaler

Medien. Die hat sich zur Hälfte mit

Juristerei beschäftigt, zur anderen mit den

technischen Voraussetzungen. Aber ich

bin da eher reingerutscht – wie die Musikproduktion

damals – eher der Not folgend.

Es konnte einfach nicht sein, dass, bevor

die Platte aus dem Presswerk kommt,

schon im Netz auftaucht. Was ist da los? So

bin ich da reingerutscht.

Suchst du manchmal die Konfrontation?

Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch.

Mir ist allerdings ein offenes Wort lieber,

als wenn etwas unausgesprochen bleibt.

Aber ich suche keine Konfrontation. In

manchen Fällen halte ich es für das kleinere

Übel. In einem offenen Dialog gibt es

mehr Möglichkeiten, zu einem vernünftigen

Ergebnis zu gelangen. Aber es gibt

auch Fälle, in denen man völlig verschie-

Bilder: Adelmo Raymann

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

33


Story

dener Auffassung ist und zum Schiedsrichter

gehen sollte. Das ist keine Konfrontation

– so ist das System angelegt. Es ist ja

keine Beschimpfung, wenn ich jemanden

verklage. Sondern ich war mit etwas nicht

einverstanden, konnte es auf direktem

Wege nicht klären, also gehen wir zu jemandem,

der was davon versteht.

Die Musikrichtung Rapp…

Rapp ist streng genommen übrigens keine

Musikrichtung. Man könnte auch Rock

oder Country rappen. Es ist nur eine andere

Art des Vortrags.

eines Rappers in seinem Land. Die aktuelle

LP-Top10 in Deutschland ansiehst, sind

da vier Rapp-Alben drin. Da gibt es sich

nichts vom Marktanteil.

Du hast viele Superstars entdeckt. Glashaus,

Sabrina Setlur, Xavier Naidoo. Was

ist das Schwierigste an dem ganzen Prozess?

Es ist schon schwer genug, 12 Stücke zu

entwickeln, die sich richtig anfühlen. Und

man stellt einen gemeinsamen Plan auf.

Das ist ja auch alles mit einem wirtschaftlichen

Aufwand verbunden und Zeit geht

ins Land. Und wenn der Erfolg da ist, verändert

sich die Welt um einen herum, die

Wahrnehmung ändert sich. Sich dann an

die Vereinbarungen zu erinnern, die man

getroffen hat, ist für viele schwer. Man gewinnt

neue Eindrücke, Perspektiven und

will dann doch Dinge anders machen, als

wie sie eigentlich vereinbart waren.

Produzenten müssen von Natur aus risikobereit

sein. Wie gehst du mit Risiko um?

Das ist ein so fester Bestandteil meiner Tätigkeit

und dieses Berufsbildes. Ich habe

aufgehört, darüber nachzudenken. Es gehört

einfach dazu. Ich habe nie Analysen

gemacht. Hätte ich das getan, hätte ich

nicht begonnen. Wenn ich mit 22 gewusst

hätte, wie unwahrscheinlich es ist, dass

eine Platte so erfolgreich ist, um davon

leben zu können und die nächste davon

finanzieren können, hätte ich besser Lotto

spielen können. Der Umstand, dass ich das

nicht wusste, hat mir überhaupt erlaubt,

das zu tun. Man muss Überzeugungstäter

sein. Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es

vernünftiger, was anderes zu tun. Ganz

ehrlich. Das macht man nicht des Geldes

wegen.

Welche Erfolgsprinzipien haben sich in

deiner Karriere bewährt?

Jedenfalls ist die Popularität von Rapp

in Deutschland nicht dieselbe wie z.B. in

den USA. Wird sich das je ändern?

Den Eindruck habe ich nicht,

dass Rapp nicht so populär

ist. Aber in den USA ist natürlich

einmal der Markt größer.

Und traditionell exportieren

die USA ihre Musik

stärker. Deutschland exportiert

Musik überhaupt nicht.

Damals in der Eurodance-Phase hat auch

Deutschland mal Musik exportiert – aber

das wars. Übrig bleiben nur die üblichen

Verdächtigen wie Scorpions, Rammstein,

Kraftwerk und in dem Zusammenhang

auch gerne genannt: Nena mit 99 Luftballons.

Aber das wars.

Und woran liegt das?

Die Sprachbarriere ist das eine. Das andere

sind die Budgets. Wenn du Hollywoodfilme

her nimmst – solche Budgets wird

es hier nicht geben. Es ist einfach Tradition,

die US-Popkultur zu exportieren. Das

ist aber trotzdem unabhängig vom Erfolg

»Wenn der Erfolg da ist,

verändert sich die Welt

um einen herum.«

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

»Diese Freude empfinde ich

nur im Zusammenhang mit

dem Musizieren.«

Man braucht eine aufrichtige Faszination

– trotz der ganzen Hindernisse, die bei

so was immer kommen werden. Da muss

eine Liebe haben, die einen auch die Niederlagen

überleben lässt. Man braucht eine

gewisse Sturheit, weiterzumachen. Aber

diese Sturheit muss als Quelle die Liebe,

Begeisterung oder Faszination haben. Und

ohne Beständigkeit geht es auch nicht.

Manche haben so viele konkurrierende

Interessen in sich. Ich kenne das auch.

Ich wäre auch gern nicht so übergewichtig,

aber ich trinke nun mal so gerne Bier.

Man muss entscheiden, was einem wichtiger

ist. Zum Beispiel Schlaf, oder dass das

Musikstück was wird. Musik hat bei mir

die höchste Priorität, der alles andere in

meinem Leben nicht gewachsen ist. Feiern

gehen, Schlafen, Familie, das ist dem alles

dann untergeordnet. Auch, wenn ich dann

am Ende meines Lebens nur sagen kann

„ich habe diese Platten gemacht“. I love

that. Andere wollen vielleicht noch Häuser

bauen und Ski fahren. Aber ich scheiße auf

Ski fahren, ich will Platten machen. Ein

anderes Prinzip ist, dass ich wissen will,

mit wem ich es zu tun habe. Ob ich mich

auf dessen Wort verlassen kann. Und umgekehrt

will ich das Vertrauen der Leute

genießen. Wenn ich einen Plan habe, auch

wenn er unwahrscheinlich klingt, sollen

die Leute auf mein Wort vertrauen. Auch

wenn acht andere Leute sagen, das geht

nicht, was der Moses da vor hat. Sonst

muss man immer wieder von vorn anfangen.

Beziehungen sollen sich aufbauen

und ich will mich auf jemanden verlassen

können.

Wie gehst du mit Niederlagen um?

Wo ich an den künstlerischen Teil mit

Herz rangehe, analysiere ich Fehlschläge

eher mit dem Kopf. Da will ich die Stelle

raus finden, wo es gehakt hat. Im Marketing

zum Beispiel. Ich merke das, wenn

die Leute mir etwas verheimlichen. Eine

gewisse Analyse ist wichtig, aber auch das

Abhaken – solange man sichergestellt hat,

dass sich derselbe Fehler nicht ständig wiederholt.

Ich will dann auch weitermachen

und nicht ewig einem Punkt nachtrauern.

Dürfen deine Mitarbeiter Fehler machen?

Das bleibt ja nicht aus. Was mich in den

Wahnsinn treibt ist, wenn derselbe Fehler

immer wieder gemacht wird. Fehler lassen

sich aber nicht vermeiden. Man darf sie

natürlich nicht

fahrlässig machen.

Jeder hat

»Ich will in die Musik eintauchen

und meinen Beitrag leisten

und etwas fühlen,

das größer ist als ich.«

seine Stärken.

Ich brauche

nicht etwas

von jemanden

erwarten, das

er nicht leisten

kann oder will.

Das wäre verrückt. Die Leute müssen solche

Aufgaben betreuen, die zu ihnen passen.

Du lässt dir ja durchaus Zeit mit Veröffentlichungen.

Jetzt kam gerade deine

neue Platte „Herz“ raus. Was will denn

der Rentner Moses erreicht haben?

Ich will so lange wie möglich die Zeit mit

dem verbracht haben, was ich liebe. Die

Arbeit an sich macht mir Freude. Wir experimentieren

ja hauptberuflich im Studio.

Ein bisschen wie Wissenschaftler. Und

dann passiert etwas, mit dem wir nicht

gerechnet hatten. Dieser Moment ist vergleichbar

mit dem Gefühl, als ich zum achten

Geburtstag mein orangefarbenes Fahrrad

bekam und mich freute wie ein junger

Hund. Dieses Kindliche habe ich sonst im

Leben nicht. Diese Freude empfinde ich

nur im Zusammenhang mit dem Musizieren.

„Herz“ ist die fünfzigste Veröffentlichung

unter

3P. Mich

interessiert

nicht, ob es

am Ende

300 werden.

Sondern ich

will in die

Musik eintauchen

und

meinen Beitrag leisten und etwas fühlen,

das größer ist als ich. Wenn man Feedbacks

bekommt „das Lied hat mein Leben

gerettet“, ermuntert das natürlich auch.

Aber ohne das Glück, das ich fühle, während

ich mich dem hingebe, würden mir

solche Feedbacks nicht genügen. Ich will

glücklich sein. Ich kenne nichts, was mich

so fasziniert wie Musik. Ich habe neulich

mit einem Automanager gesprochen und

fand das Thema durchaus spannend. Aber

würde ich eine Woche in so einem Unternehmen

sitzen, würde ich nach ein paar

Tagen zusammenpacken und wieder in

mein Studio gehen. Und Musik wird mir

nie langweiliger, sondern es fasziniert

mich immer mehr.

Bilder: Adelmo Raymann

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

35


Einstellung

Marcel, du bist seit elf

Jahren Luxusmakler

auf Mallorca, damit

gehörst du zu den wenigen

Deutschen, die

es hier auf der Insel weit gebracht haben.

Was muss man auf jeden Fall beachten,

damit so was klappen kann?

Man muss ein Ziel haben. Es kommen

viele Menschen hierher, die denken, Sommer,

Sonne, Sonnenschein, alles Tutti

Frutti, das läuft schon von alleine. Viele

Menschen kommen auch hierher, die es

in Deutschland schon nicht so richtig auf

die Reihe gebracht haben und sich dann

denken, wandere ich jetzt einfach mal aus

und das wird dann schon rund laufen.

Genau das ist das Riesenproblem, viele

unterschätzen es. Mallorca ist zwar ein

Riesenmarkt, aber auch übersäht mit Immobilienmaklern

– wir haben über 1.500

Makler hier auf der Insel. Das ist ein hartes

Pflaster und das unterschätzen viele Menschen.

Man kann eigentlich fast sagen,

dass von zehn Menschen, die auswandern,

wandern neun auch wieder zurück

in ihr Land. Man muss diszipliniert sein

und wissen, was man erreichen möchte.

Man muss ein Ziel vor Augen haben, fokussiert

dran arbeiten. Genau das habe ich

gemacht in den letzten Jahren und das war

auch nicht einfach. Jetzt habe ich es Gott

sei Dank schon elf Jahre geschafft.

Ist es denn eigentlich für Deutsche hier

leichter oder schwieriger? Wie werden

die Deutschen hier in der Businesswelt

akzeptiert?

11 Jahre Erfolg

Man muss auch

als Deutscher

wissen, dass hier

keiner auf einen

wartet. Die Mallorciner

wollen

natürlich hier

auch Geld verdienen

und man

ist schon herzlich

willkommen

t– Mallorca

ist ja ein

internationales

Pflaster und man kann auch gut Geld verdienen.

Aber man muss auch anpassungsfähig

sein. Ich sehe immer wieder Menschen,

die seit 20, 30 Jahren hier leben und immer

noch nicht Spanisch können – außer „hola“

nichts dahinter. Und das finde ich schade,

weil ich glaube, man muss sich mit der Kultur

und den Menschen auseinandersetzen,

Kontakte pflegen. Es ist nicht so einfach

hier, muss ich wirklich sagen.

Marcel Remus

auf Mallorca

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Einstellung

Marcel Remus ist mit Anfang zwanzig nach

Mallorca ausgewandert. Heute gehört er zu

den etabliertesten Luxusmaklern der Insel.

Bild: Rouven Kirchhoff

Du bist noch sehr oft in Deutschland,

in deiner Brust schlagen ganz klar zwei

Herzen, oder?

Es ist so, das Herz eines Deutschen, der

diese Tugenden mitbringt, pünktlich ist,

zuverlässig ist, aber auch der Mallorciner

in mir, der abends

später Essen geht

und einfach ein

bisschen mehr Feuer

in das Ganze

reinbringt, vielleicht

auch mit mehr Leidenschaft

im Job als der typische Deutsche.

Ich glaube, die Deutschen sind zwar motiviert,

aber die Sonne, das Leben und der

Lifestyle auf Mallorca motiviert natürlich

sehr. Und wenn man Gott sei Dank auf der

Sonnenseite des Lebens steht und alles prima

läuft, dann motiviert einen das umso

mehr. Auch wenn man die Menschen sieht

auf Mallorca, bei denen es nicht läuft, motiviert

einen das ebenso. Deswegen kann

ich mich überhaupt nicht beklagen, ich bin

rundum zufrieden mit allem.

Du warst gerade auf der Fashion Week

und hast kürzlich Schuhe und Accessoires

in eigener Linie rausgebracht.

Wie leicht oder schwer ist es, in der Mode-Community

ernst und wahrgenommen

zu werden?

Das ist mir eigentlich ganz egal, was die

anderen denken. Alles anders als alle anderen.

Ich bin Immobilienmakler, das ist

auch super so, ich lebe sehr gut davon.

Ich wollte schon immer was für den guten

Zweck tun. Einfach von einem Hausverkauf

Summe X zu spenden, fand ich langweilig

und habe mir gedacht – ich bin eh

modeaffin – warum nicht was ganz Cooles,

Außergewöhnliches? Alles anders als alle

anderen. Da ist sie wieder, meine Philosophie.

Ich bin dann nach Italien geflogen,

habe da eine Produktion gefunden und

dann sechs verschiedene Modelle designt

mit den Leuten vor Ort. Die verkaufen

sich wie verrückt. Wobei meine Freunde

gar nicht die ersten Besteller waren. Man

merkt dann, dass die Menschen, die einem

gar nicht so nahestehen, am Ende wirklich

die größeren Unterstützer sind, was ich

auch ganz spannend finde. Ich hätte nicht

gedacht, dass ich als Makler dann dort

so ernst genommen und die Schuhe sich

wie verrückt verkaufen. Brotzeit e.V. von

Schauspielerin Uschi Glas ist die Organisation,

die ich dann als Förderprojekt aus-

gewählt. Dort werden Kinder mit einem

Frühstück versorgt, weil es ganz viele Kinder

in Deutschland gibt, die morgens keine

vernünftige Mahlzeit bekommen, bevor es

in die Schule geht. Das liegt mir extrem am

Herzen, weil ich selber mit 30 noch jung

bin. Wir konnten

Uschi Glas schon

»Hier wartet

keiner auf dich«

jetzt einen guten

Scheck übergeben.

Und das macht

mich stolz.

Immobilienmakler bekommen oft als erstes

mit, wenn bei Menschen finanzielle

Sorgen auftreten. Weil zum Beispiel das

Haus dran glauben muss. Ist man dann

auch mehr als nur der Makler?

Das ist so, gerade in dem Preissegment von

fünf, sechs, sieben Millionen oder mehr.

Die Bindung ist dann extrem eng. Du

musst auch genau wissen, was die Bedürfnisse

des Kunden sind und was erwartet er

auch von dem Makler. Da gehst du dann

mit dem Kunden auch drei, vier Stunden

Abendessen. Du hast einen Einblick in das

Privatleben des Kunden und auch in den

Umgang miteinander. Das heißt, wie geht

das Paar miteinander um, wer hat das Sagen,

wer hat die Hosen an? Wie gliedern

sich die Kinder ein. Das ist das Spannende

am Job, jeder Tag ist anders. Du hast jeden

Tag mit anderen Menschen zu tun

und das ist die Herausforderung. Du hast

teilweise junge Menschen, die haben im

Internet schnell Geld verdient oder haben

geerbt. Und du hast ältere Herrschaften als

Kunden, die 60, 70 Jahre alt sind, die das

wirklich mit ihren eigenen Händen hart

erarbeitet haben.

Wie hältst du die Balance zwischen öffentlichen

Auftritten und der klassischen

Arbeit. Du könntest theoretisch jeden

Tag auf einer Gala tanzen.

Ich bin da sehr wählerisch. Ich gehe nur

dorthin, wo es mich persönlich weiterbringt,

es für einen guten Zweck ist oder

ich Kunden vor Ort treffe. Ich gehe nicht

auf Veranstaltungen, um ordentlich einen

zu kippen. Ich trinke ja eh keinen Alkohol.

Ich gehe meistens, um mein Netzwerk auszubauen

und es funktioniert ja auch. Ich

mache das seit über zehn Jahren, dass ich

auf Veranstaltungen sozusagen die Luxusschiene

auf Mallorca repräsentiere. Das

funktioniert gut für mich.

Verleger Julien

Backhaus sprach

mit Marcel Remus

über seinen Erfolg.

Mallorca hat immer noch nicht den Luxusstatus

von Monaco oder Saint Tropez.

Könnte sich das theoretisch mal ändern?

Ich glaube, wir sind auf dem besten Weg,

denn Sicherheit ist ein ganz großes Thema.

Mallorca ist extrem sicher, die Infrastruktur

ist perfekt. Ich reise ja sehr viel

und immer, wenn ich zurückkehre nach

Mallorca muss ich sagen, ich bin wirklich

angekommen. Ich fühle mich heimisch

und wenn man sich Europa anguckt, gibt

es für mich keinen besseren Hotspot, wo

man so entspannt einen so guten Lifestyle

hat.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

37


Erfolg Dossier

ERFOLG MAGAZIN DOSSIER

AB JETZT IMMER GRATIS

Beim Selbstmarketing geht es um

ME, MYSELF AND I.

Wer bin ich, wo stehe

ich, was möchte ich –

und vor allem: wie

erreiche ich das? Wie

schaffe ich es, selbst

die Hebelwirkung zu erzeugen, die mich

nach oben katapultiert? Für mein persönliches

UPGRADE. Was muss ich tun,

damit ich wahrgenommen werde, gewollt

bin, geschätzt werde,

mehr erreiche, zufriedener

bin? Wie

erreiche ich mein

Ziel, ohne einen unermüdlichen Kampf zu

kämpfen? Wie schaffe ich den Weg dorthin

mit Klarheit, Mut und Leidenschaft?

Heutzutage ist es für viele Frauen möglich,

alles zu tun und zu werden, was sie

Anouk Ellen Sousan

sich immer erträumt haben. Jede möchte

ihr Leben selbst bestimmen – beruflich

und privat. Es gibt für alle eine Vielzahl

an Chancen, doch die Auswahl an Möglichkeiten

ist so groß, dass sie manchmal

vor lauter Optionen nicht mehr wissen,

welchen Weg sie einschlagen sollen. Und

jeder einzelne Weg birgt seine Herausforderungen.

In den meisten Berufen

sind die Anforde-

Das komplette E-Dossier finden Sie

online unter www.Erfolg-Magazin.de rungen hoch gesetzt,

viel Einsatz ist gefragt.

Es werden Professionalität, Effizienz und

Qualität gefordert, es gibt oft weniger Freizeit

und mehr Stress. Die Work-Life-Balance

gerät bei vielen aus dem Gleichgewicht.

Die Selbstvermarktung findet längst nicht

ERFOLG magazin

DOSSIER

DAS

LESEN

ERFOLG

REICHE

D E U T S C H L A N D | Ö S T E R R E I C H | S C H W E I Z

ePaper

AUSGABE 1

2017

+

10 Profi-Tipps

Mehr Erfolg als

Frau

(Selbst-)Marketing-Expertin

Anouk Ellen Susan

FRAU

So geht weiblicher

Erfolg

mehr (nur) in der

realen Welt statt,

sondern auch

in der digitalen.

Facebook, Xing,

LinkedIn, Instagram & Co. – viele

fühlen sich von all den Social-Media-Kanälen

überfordert.

Wir müssen konstatieren, dass der Anteil

von Frauen in Führungspositionen in

der Privatwirtschaft und im öffentlichen

Dienst seit Jahren unverändert niedrig

ist. Obwohl heute Frauen ebenso häufig

ein Studium absolvieren und ebenso

hoch qualifiziert sind wie Männer, sind

sie in den Führungspositionen und im

Top- Management deutlich unterrepräsentiert

. . .

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E BACKHAUS VERLAG

BILDQUE LE: PRIVAT

Andreas

Enrico Brell

Andreas Enrico, wie kommst

du zu dem Thema "Geld"?

Ich habe nie gelernt, mit

Geld umzugehen und war

immer der Meinung, dass,

wenn nur die

finanzielle Situation

passt,

sich schon alles

findet. Hauptsache,

ich kann

meiner Familie

alles bieten,

was sie sich

wünscht. Dafür

habe ich

unermüdlich

gearbeitet. Ich

war damals

unabhängiger

Finanzmakler

GELD ist nicht

DEIN FEIND!

und verdiente sehr viel. Aber ich war in

die beliebte Falle getappt, vom Brutto zu

leben und hatte es geschafft, 140.000 Mark

an Schulden anzuhäufen. So nebenbei und

ohne es richtig zu merken. Die Schulden

waren jedoch nicht das einzige Problem in

unserer Familie. Damals entwickelte ich

einen revolutionären Gedanken. Wenn

Geld gar nicht das Problem wäre? Wenn

eine miserable Geldsituation immer nur

eine äußere Ausprägung einer inneren

Unstimmigkeit ist? Langsam dämmerte es

mir: Wenn Geld Dein Problem ist, dann

ist Geld vielleicht gar nicht Dein Problem.

Diesen Ansatz wollte ich vertiefen, und

das tue ich bis heute.

Das heißt, Du warst selbständiger Makler,

hast Kunden beraten, wie sie ihr Geld

anlegen, warst aber zeitgleich selbst verschuldet.

Wie konnte das passieren?

Ich war ein sehr guter Finanzmakler, das

haben mir meine Klienten auch immer

bestätigt. Nur hatte ich meinen eigenen

Konsum nicht unter Kontrolle. Meine erste

Wohnungseinrichtung, mein erstes Auto -

das alles lief auf Kredit. Bis ich eines Tages

realisierte, dass mir im Grunde gar nichts

gehörte. Das ist ein gruseliger Zustand!

Eines Tages kam dann der Moment, da . . .

Das komplette E-Dossier finden Sie

online unter www.Erfolg-Magazin.de

Bilder: Anouk Ellen Susan

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Wie man

durch die

Scheiße

geht

Patrick Greiner hat sich zur Berater-Elite

der Finanzbranche hochgearbeitet. Heute

bekommt er Anfragen aus ganz Europa.

Doch das war nicht immer so. In seinem

Beitrag spricht er über Willenskraft, Ausdauer

und die Vorteile zahlreicher Fehler.

Bild: Brell

Regel 1: Du kannst niemanden besiegen,

der nicht aufgibt

Es gab in meinem Leben mal eine Phase,

da musste ich einmal pro Woche in Köln

zur Plasma-Spende, um von den 20 Euro,

die ich dafür bekommen habe, eine Woche

lang leben zu können. Diese Zeit war

rückblickend die wohl schwierigste und

gleichzeitig lehrreichste in meinem Leben.

Schäme ich mich dafür? Nein, denn jeder

hat mal schlechte Phasen. Sie dauern vielleicht

ein paar Wochen, ein paar Monate,

oder ein paar Jahre. Aber irgendwann sind

sie vorbei. Wenn du jedoch aufgibst, ist das

für immer. Das größte

Problem einer beschissenen

Phase ist:

Niemand kommt und

erzählt dir, wie lange

du noch durchhalten

musst. Die Meisten scheitern daher an einer

viel zu geringen Ausdauer, bzw. an dem

nicht vorhanden Willen, dauerhaft wirklich

alles dafür zu tun, um die gesetzten Ziele

zu erreichen. Lasse dich daher niemals von

negativen Umständen und Widerständen

unterkriegen und zieh´ dein Ding durch.

Denn das macht Erfolg wirklich aus: Genau

dann weiter zu machen, wenn alle anderen

längst hingeworfen hätten.

Regel 2: Fehler? Mache noch mehr Fehler!

Wir leben in einer Gesellschaft, bei dem

Fehler als etwas Negatives gelten. Dabei

sind die größten Fehler unseres Lebens

oftmals unsere lehrreichsten Ereignisse.

Überdurchschnittlicher

Erfolg ist eine

dauerhafte Baustelle.

Wer Fehler macht, verlässt in der Regel

seine Komfortzone, probiert sich aus, entdeckt

neues und kommt durch Erfahrung

und das Wissen, wie man es beim nächsten

Mal besser machen kann, wirklich voran.

Dazu gehört sicherlich (wie Oli Kahn mal

sagte) ein gewisses Maß an „Eiern“, sowie

die Fähigkeit, sich durch Widerstände, Unannehmlichkeiten

und Rückschläge persönlich

weiterentwickeln zu wollen. Viele

verstehen nicht, dass überdurchschnittlicher

Erfolg eine dauerhafte Baustelle ist.

Verbunden mit kontinuierlichen Herausforderungen,

die man nicht alle fehlerlos

meistern kann. Also

probiere aus, mache

Fehler, lerne, wachse

und ignoriere den hämischen

Bullshit von

den Leuten, die dir

deinen Erfolg eh´ nicht gönnen.

Regel 3: Kenne den Preis für dein Warum

Es gibt für Erfolg keine Abkürzung. In der

Regel sind jahrelange Ausdauer, Disziplin,

Willenskraft, Selbstmotivation, Lernbereitschaft

und das Überwinden von Rückschlägen,

sowie Ängsten notwendig. Wenn

dein persönliches „Warum will ich das“

nicht stark genug ist, wirst du dauerhaft

kaum bereit sein, den Preis für den Erfolg

zu zahlen. Fakt ist: Niemand hat wirklich

den Wunsch, erfolglos, faul oder ungebildet

zu sein. Solche Dinge passieren nur,

wenn du keine klaren Ziele hast. Definiere

daher deutlich, was du im Leben willst. Sei

bereit, genau das zu tun, was sonst kaum

jemand tun würde. Du solltest ganz genau

wissen, was du in deinem Leben wirklich

willst, den Preis dafür kennen und bereit

sein, ihn zu zahlen.

Regel Nr. 4: Es gibt keine bessere Investition,

als du selbst

Du. Ich. Wir sind heute das Ergebnis von

Entscheidungen aus unserer Vergangenheit.

Möchtest du zukünftig bessere Ergebnisse,

musst du ab heute bessere Entscheidungen

treffen. Denn im Prinzip ist es ganz

einfach: Nichts wird in unserem Leben besser,

solange wir selbst nicht besser werden.

Investiere daher stets in deine persönliche

Weiterbildung! Lese Bücher, höre Podcasts,

besuche Seminare und Masterminds. Dadurch

entwickelst du eine gewisse Chancenintelligenz

und dein Blickwinkel ändert

sich. Du wirst plötzlich Dinge sehen, die du

vorher übersehen hast, weil du zuvor das

notwendige Wissen noch nicht hattest. Der

größte Hebel für wachsenden Erfolg liegt in

der Bereitschaft, in deine eigene Entwicklung

zu investieren. Alles, was du dir für die

Zukunft wünschst, ist abhängig von dem,

was du neu dazulernst und deiner damit

verbundenen, zielgerichteten Umsetzung.

Ganz nach dem Motto:

First you learn, than you remove the „L“

Bild: Greiner

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

39


Story

Mia Julia zählt heute

zu den erfolgreichsten

Sängerinnen auf Mallorca.

Erinner ungen

an katastrophale

Anfänge.

Hattest du nach deiner Erotikkarriere

einen festen

Plan, was du machen

wolltest?

Ich hatte keinen festen

Plan. Ich bin jemand, der Dinge gerne zuerst

ausprobiert. Ich habe Angst, etwas zu

verpassen. Ich will nicht irgendwann auf

dem Sterbebett liegen und mich ärgern,

bestimmte Dinge nicht gemacht zu haben.

Das ist für mich die schlimmste Vorstellung.

Darum habe ich damals auch die

Filme gedreht. Viele haben mich dafür kritisiert.

Aber es war einfach ein verrücktes

Hobby – ja auch nur zwei Jahre lang. Die

Bar war damals ein Traum von Peter, den

wir einfach ausprobiert haben. Genauso

war es mit Mallorca. Wir sind hier angekommen,

ohne eine Ahnung zu haben. Ich

habe mich aber sofort in die Partyszene

und die Leute verliebt. Am Anfang war es

nur ein Spaß. Aber irgendwann haben wir

es richtig ernst genommen und all unsere

Energie hineingesteckt. Jetzt macht es

großen Spaß.

Was hättest du gemacht, wenn Mallorca

nicht geklappt hätte. Gab es einen Plan B?

Irgendwas hätten wir bestimmt gemacht.

Peter und ich haben immer irgendwelche

Ideen und Wünsche. Irgendetwas hätten

wir immer zu tun.

Was bedeutet für dich Luxus?

Für mich ist das, Zeit mit Freunden und

der Familie zu verbringen. Zeit kann man

sich nicht kaufen. Du kannst arbeiten, machen

und tun, aber die Zeit bekommst du

nie wieder. Letzte Woche waren zum Beispiel

unsere besten Freunde auf Mallorca,

die wir viel zu selten sehen (schau mal,

jetzt kriege ich Gänsehaut, wenn ich daran

denke). Die waren zwar nicht lange hier,

aber ich habe es total genossen, weil es

so schön war. Egal was du auf dem Konto

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

» Arschbacken

zusammenkneifen

und loslegen«

hast oder beruflich machst, Zeit geht und

kommt nie wieder. Darum sollte man sie

genießen. Das ist Luxus.

Mit 400 Terminen im Jahr ist man finanziell

trotzdem in einer Situation, in der

man sich mehr leisten kann, wie damals

als Friseurin.

Na klar, da arbeite ich auch hart für. Wir

sind jeden Tag unterwegs, trotzdem ist

Geld nicht mein Hauptmotiv – damit kann

man mich nicht locken. Ich bin eine der

Frauen, der das scheiß egal ist. Mir kommt

es auf innere Werte und wirklich wichtige

Dinge im Leben an. Gesundheit gehört

dazu. Die kann man nicht kaufen.

Du machst dein eigenes Ding. Mallorca-Style

ist quasi deine Erfindung. Gibt

es trotzdem Vorbilder für dich, zu denen

du ein wenig aufsiehst?

Es gibt zumindest Leute, die mich inspirieren.

Pink zum Beispiel. Das sind Leute, die

ziehen ihr Ding durch, egal was die anderen

sagen. So was braucht man im Leben.

Ob man das jetzt Idol oder Inspiration

nennt, ist jedem selbst überlassen. Aber

man braucht etwas im Leben, das Kraft

gibt. Es ist schön, so etwas zu haben.

Wenn du deine ersten Auftritte mit denen

heute vergleichst, was hat sich verändert?

Alles. Ich habe letztens ein Video gesehen

von meinem ersten Auftritt im Oberbayern.

Ich habe zu Peter aus Spaß gesagt, das

müssen wir für immer löschen lassen. Es

war so peinlich. Ich wusste damals ja nicht,

wie es läuft. Ich hatte niemanden, der mit

gesagt hat, wie ich das angehen muss. Am

Anfang haben wir viel gecovert und ich

habe das irgendwie zusammengeschustert.

Freestyle. Man sieht auf dem Video genau,

dass ich das selbst komisch fand, was ich

da am Mikro gemacht habe. Ich war 24

und habe da einfach reingekreischt, was

kaum auszuhalten war.

Welche Tipps würdest du einem Newcomer

in diesem harten Geschäft geben?

Fehler, die man vermeiden kann?

Fehler sind wichtig, denn aus denen kann

man lernen. Es wäre sogar ein Fehler, fehlerfrei

auf die Bühne zu geben. Wenn man

Timo Lüth beim Interview mit Mia Julia

auf Mallorca.

künstlich und mit einer Maske auf die Bühne

gehen würde, ist das der größte Fehler.

Im Leben muss man ja Fehler machen, um

stärker zu werden und zu sich selbst zu finden.

Es ist nicht Sinn der Sache, wenn man

ein Vorbild kopiert. Man wird als Unikat

geboren und das sollte man auch bleiben.

Man muss entscheiden, wer will ich sein.

Manche spielen etwas vor, andere sind einfach

sie selbst. Ich wollte immer Julia sein.

Mir wäre es zu anstrengend, ständig eine

Rolle zu spielen.

Spürst du Druck, immer abliefern zu

müssen?

Man darf sich nie zu sehr unter Druck setzen.

Dann sieht man die schönen Dinge

nicht mehr. Als Künstler hat man natürlich

einen gewissen Druck, liefern zu müssen.

Ehrgeiz, abliefern zu wollen, ist aber viel

wichtiger. Und den Spaß nie vergessen.

Was würdest du gerne noch machen im

Leben?

Ich würde die Schauspielerei gerne mal

ausprobieren. Und ich würde gerne mal

ein Modelabel für coole Klamotten aufbauen.

Ich habe selbst immer Schwierigkeiten,

tolle Klamotten zu finden. Schuhe

gehören auch dazu. Ich sag ja, mir würde

nie langweilig werden. Ich würde mit Peter

immer etwas suchen, das man machen

kann. Da gibt es noch so vieles.

Gab es eigentlich Tiefpunkte, seit dem

du auf Mallorca unterwegs bist?

Ich habe ja quasi im Tief angefangen. Machen

wir uns nichts vor, als ich ankam haben

mich alle belächelt. Viele haben auch

böse Dinge über mich behauptet. Der Anfang

dieser Karriere war wirklich unangenehm.

Die Kameras wurden mir regelrecht

ins Gesicht gestoßen, weil ich so klein bin.

So habe ich angefangen. Aber dieses Beispiel

mögen die Fans an mir. Auch wenn

man am Anfang durch die Scheiße gehen

muss und sich alles selbst erarbeiten muss,

ist man nachher stolz. Aber irgendwann

muss man die Arschbacken zusammenkneifen

und loslegen.

Bilder: Mike Lowrey, Foxglove Pictures/Gerhard Fingerhut, Ballermann Radio

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

41


Story

Wir haben ein

Autoritätsproblem

BILL UND TOM KAULITZ

VON TOKIO HOTEL

Euer großer Durchbruch war

2005. Fünf Jahre habt ihr

Vollgas gegeben und seid

dann total fertig nach Los Angeles

gegangen. Welche Periode

war erfüllender?

Bill: Die jetzige. Umso älter man wird,

desto mehr nimmt man diesen ganzen

Wahnsinn auch wahr. Als Teenager war

es mehr ein Rausch. Für mich fühlt sich

die jetzige Periode besser an. Als junger

Mensch geht man das alles mit einer

Leichtigkeit an. Heute fällt uns vieles

schwerer. Einen Tag durcharbeiten tut

Wie war es, als ihr dann nach Los Angeles

gegangen seid?

Wir haben erst mal ein Jahr gar nichts gemacht.

Mit 20 wollten wir dann auch erstmal

ein ganz normales Leben

leben. Wir haben die Jahre

vorher als Person außerhalb

der Band gar nicht existiert.

Verleger Julien Backhaus unterhilt sich mit

Tom (links) und Bill Kaulitz über vergangene

Erfolge und Zukunftspläne

Als der Erfolg kam, wurdet

ihr bestimmt auch stark beeinflusst von

Plattenfirma und anderen?

Wir haben schon immer ein Autoritätsproblem.

Wir haben immer sehr darum

schon, das war unser Baby. Wir wollten

das alles unter Kontrolle behalten. Trotzdem

mussten wir uns in dem Konstrukt

mit Major-Label etc. arrangieren. Das war

»Ich muss mir die Leichtigkeit

immer zurück holen.«

bei dem aktuellen Album sehr schön, dass

wir es komplett allein gemacht haben.

Selbst geschrieben, selbst produziert.

Bei dem extremen Fan-Hype damals haben

viele Fans die Grenzen maßlos überschritten.

Auf dem Höhepunkt sind sie

bei euch eingebrochen. Verliert man da

ein bisschen den Respekt vor Menschen?

Bill: Zumindest hatten wir das Gefühl,

dass man nirgends hingehört. Man ist so

weit weg von den Menschen. Mir gefiel das

nicht. Ich liebe es, mich mit Menschen zu

umgeben.

man nicht mehr so leicht wie mit 15.

Nach einer Tournee ist man urlaubsreif.

Als junger Mensch hat man auch weniger

Ängste. Von der Kreativität her ist die

Band aber heute besser als je zuvor.

gekämpft, alles mitzubestimmen. Wir waren

bei den Firmen immer unbeliebt, wir

waren immer die komplizierte Band. Aber

auf Grund unseres Erfolgs konnten wir uns

das leisten. Die Band gab es ja auch vorher

Lernt man in Extremsituationen mit

Druck umzugehen? Formt das den Charakter?

Bill: Wir wollten schon immer gerne Verantwortung

übernehmen. Wir sind damals

mit 15 ausgezogen, hatten unsere eigene

Wohnung, haben dann die ganzen

Firmen um die Band herum gegründet

und saßen ständig mit Anwälten und Steuerberatern

am Tisch. Aber je älter wir werden,

desto mehr wollen wir den Rucksack

auch wieder loswerden.

Tom: Es wäre besser gewesen, hätten wir

damals nicht so viel Verantwortung getragen.

Wir haben uns immer viel aufgeladen

- schon während der Schulzeit.

Bill: Aber je älter man wird, will man dem

Erfolg auch gerecht werden. Ich gehe heute

nicht mehr so unbeschwert auf die Bühne

Bild: Lado Alexi

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Bill Kaulitz,

Exzentriker,

Musiker und

niemals im

Stillstand

Bild: Depositphotos/graphicphoto, Zitelmann: privat

Wir sind an einem Punkt in

unserer Karriere, wo es nur

noch um den Spaß geht.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

43


Story

Das Album Dream Machine,

das im März 2017 in die

Läden kam, zeigt deutliche

stilistische Weiterentwicklungen

zu dem vorhergehenden

Scheiben.

»Das Nachtleben hat mich

schon immer angezogen

Auch die Abgründe der Menschen.«

wie mit 14. Ich muss mir die Leichtigkeit

immer zurück holen. Das haben wir beim

neuen Album auch gemacht, zurück zu

den Anfängen, als es nur um die Musik

ging. Deshalb haben wir es komplett selbst

geschrieben und produziert - ohne Plattenfirma

und Management. Zum Glück

sind wir an einem Punkt in unserer Karriere,

wo es nur noch um den Spaß geht. Wir

wollen fern ab der Musikindustrie Dinge

machen, auf die wir Lust haben.

Gab es einen Punkt, an dem euch bewusst

wurde, dass ihr in die Geschichte - insbesondere

der Menschen - eingegangen seid?

Mich hat es auch ausgesaugt, diese ganzen

Geschichten zu hören.

Wie war es, als ihr Millionär wurdet?

Verändert Geld den Charakter oder verstärkt

er das, was eh schon in einem war?

Geld macht schon etwas mit einem. Ich

fand an Geld immer schön, dass es einem

Freiheit geben kann. Wir wollten nie abhängig

von jemandem sein - auch als wir

ganz jung waren schon. Wir haben unser

Taschengeld damals schon als Budget

gesehen und wollten es selbst verwalten.

Tom: Heute machen wir mit unserem Geld

genau das, was wir immer wollten.

das auch ein wenig Voraussetzung

für Erfolg,

Regeln zu brechen?

Tom: Die besten Ideen entstehen meist aus

einer Notsituation heraus. Wenn dir zum

Beispiel nicht gefällt, was Produzenten aus

deiner Musik machen, machst du es lieber

selbst. Wenn du unzufrieden bist mit einer

Situation, entstehen daraus gute Lösungen.

Bill: Ein Leben ohne Regelbruch kommt

für mich gar nicht in Frage.

Gab es für dich als Frontmann ein

Vorbild, Bill?

Mein Stiefvater hat mir damals den Film

Labyrinth mit David Bowie gezeigt. Der

Mann hat mich wahnsinnig inspiriert. Ich

hatte ja sogar die selben Haare. Ich habe

auch Nena gern gehört. Ich hatte aber nie

ein Vorbild, von dem ich Poster an der

Wand gehabt hätte. Aber es gab natürlich

Künstler, die mich inspiriert haben.

Gibt es jemanden, den du noch gerne

kennenlernen möchtest?

Die sind leider alle tot. Bowie, Prince, die

fand ich außergewöhnlich. Depeche Mode

würde ich gerne mal treffen - die fand ich

schon immer toll.

Wir verbinden ja viele Momente und

Phasen mit Liedern.

Tom: Das wird einem dann besonders bewusst,

wenn die Menschen einem die Stories

erzählen. Heute merkt man das eher

als früher. Das ging an einem vorbei.

Bill: Man ist auch überfordert damit.

Wenn ein Fan vor dir steht und heult, da

kommt ganz schön Energie zusammen.

Bill: Geld muss Spaß machen. Ich will was

erleben. Wahrscheinlich müssten wir vernünftiger

damit umgehen. Aber wir investieren

zum Beispiel viel in unsere eigene

Karriere. Teure Videos, teure Produktionen,

Auftritte. Das meiste Geld geben wir

für Tokio Hotel aus.

Ihr wolltet euch nie an Regeln halten. Ist

Mit dem neuen Album "Dream Machine"

habt ihr eine elektronische Richtung

eingeschlagen. Habt ihr euch verändert

oder wollten die Fans was neues?

Tom: Die Fans hätten sich am meisten

gefreut, wenn wir es machen würden wie

Avril Lavigne, die seit gefühlten 40 Jahren

das selbe macht. Das ist auch der einfachere

Weg. Finanziell wäre es auch interessanter.

Aber wir haben noch nie nach

dem Geld entschieden. Wir haben uns als

Menschen einfach verändert.

Bill: Ich könnte dir so viele Mails zeigen,

wo Leute schreiben, dass wir Karriere-Selbstmord

begehen. Aber wir wollen

das nicht so wie Avril Lavigne oder Pink,

die heute noch das selbe machen wie am

Anfang.

Tom: Bei uns gibt es keine Trennlinie zwischen

Beruf und Leben. Wir sind unsere

Musik. Wir gehen nicht "zur Arbeit". Es ist

alles ein und das selbe. Deshalb spiegeln

wir uns auch in unserer Musik.

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Story

Zwei, die bei allem Erfolg und

Konzertstress noch nicht verlernt

haben, entspannt zu lachen:

Tom (links) und Bill Kaulitz

Bilder: Wilkens, Depositphotos/S_Bukley

Ihr habt mal gesagt, ihr würdet gerne einen

coolen Nachtclub eröffnen. Warum?

Bill: Weil wir total gerne feiern. Das Nachtleben

hat mich schon immer angezogen.

Auch die Abgründe der Menschen. Ich

wollte auch immer schon mal einen Junkie

in einem Film spielen. Ich sehe mir das

auch gerne live an, wenn Menschen aus

der Rolle fallen. Alltag finde ich schlimm,

ich will was erleben. Wenn wir abends weg

gehen, bringen wir oft 20 Leute zusammen,

die sonst nie etwas miteinander zu

tun hätten. Deshalb einen Nachtclub. Am

liebsten in L.A. Da gibt es nicht das Nachtleben,

das wir hier kennen.

Mit langen Haaren und Unschuldslächeln stürmten

die damals Dreizehnjährigen 2005 mit ihrem Hit "Durch den

Monsun" die Charts und Mädchenherzen und blieben weiter auf

Erfolgskurs. Hier 2008 bei den MTV Music Awards.

Wir sind unsere Musik.

Wir gehen nicht »zur Arbeit«

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

45


Einstellung

Selbstbewusstsein

Was ist das überhaupt?

In einer Welt in der Erfolg, Anerkennung

und Status wichtiger zu

sein scheinen als jemals zuvor, haben

die Menschen verlernt echt zu

sein, anzuecken oder Risiken einzugehen.

Aus Angst die eigene Reputation

könnte in Frage gestellt werden,leben die

meisten ein Leben auf der sicheren Seite.

Es wird nichts riskiert, stattdessen werden

oberflächliche Beziehungen geführt, und

niemand traut sich mehr für seine Meinung

einzustehen sobald diese gegen den

Strom geht. Stattdessen ist dazu gehören

oft wichtiger als auf die innere Stimme zu

hören. Dabei sind es mehr denn je Menschen,

welche mit einem eigenen Charakter,

einem selbstsicheren Auftreten und

Mut zum Risiko große Faszination

ausüben. Menschen fühlen

sich stets zu Charakteren hingezogen,

die Unabhängigkeit vermitteln.

„Selbstbewusstsein ist

der Schlüssel zum Erfolg“ lautet

eine weitverbreitete Redensart.

Und doch ist es nicht von der

Hand zu weisen, das selbstbewusste

Menschen mehr Respekt

und Anerkennung ernten, meist

deutlich erfolgreicher im Berufsleben

sind, glücklichere Partnerschaften

führen, emotional

unabhängig sind und alle Bereiche

ihres Lebens besser kontrollieren.

Befolgen Sie diese 7 essentiellen Regeln,

und Ihre Wirkung wird sich deutlich verbessern:

1)Was bedeutet Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein entsteht durch Übung,

Routine, Erfahrung und der daraus resultierenden

Sicherheit in die eigenen Fähigkeiten.

Unsicherheit und Aufregung hingegen

resultierten aus ungewohnten Situationen,

in welcher die eigenen Fähigkeiten sich

noch nicht bewährt haben. Daraus folgt,

eine Person kann beispielsweise im Job sehr

sicher auftreten, während ihr beispielsweise

die Rede auf einer Hochzeit des besten

Freundes sehr schwer fallen kann.

»Ich fühle mich hingezogen,

wenn jemand abenteuerlustig

ist und vielleicht

auch spitzbübisch und

Autoritäten infrage stellt

und Initiative ergreift.«

Scarlett Johansson

Michel Vincent

ist Flirt- und Dating-Coach und aus einigen

Talkshow-Auftritten bekannt. Seine Seminare

sind regelmäßig ausgebucht.

Stellen Sie sich regelmäßig Herausforderungen

in Bereichen ausserhalb Ihrer Comfort

Zone, das formt Ihr Selbstbewusstsein

und stärkt Ihren Charakter deutlich.

2)Starke Menschen können Schwächen

zeigen.

Heute möchte jeder immer der beste,

schönste, stärkste und erfolgreichste sein.

Darum zeigen Menschen kaum noch Gefühle

und ihr Ego erlaubt ihnen keinen

Fehler oder Moment der Schwäche mehr.

Bewahren sie sich jedoch unbedingt ihre

Menschlichkeit, seien Sie grade heraus

und nennen Sie die Dinge beim Namen.

Nehmen Sie sich selbst nicht zu ernst und

schenken Sie der Meinung anderer nicht

mehr Bedeutung als ihrem eigenen

Wohlbefinden. So steigert sich

nicht nur Ihr Selbstwertgefühl,

sondern wirken auch authentisch

und damit charismatisch. Ihr Umfeld

wird Ihre neue Stärke dankbar

annehmen.

3) Beeindrucken ohne beeindrucken

zu wollen

Jeder sehnt sich nach Anerkennung

und Wertschätzung, doch

keiner kann sie mehr geben. Stattdessen

preisen sich Menschen zu

oft selbst an, oder drängen sich in

den Mittelpunkt. Das ist jedoch vielmehr

ein Signal für Unsicherheit als für Souveränität.

So müssen Sie beispielsweise nicht

in der „elitären Clique“ dazu gehören nur

um sich bedeutend zu fühlen. Hören Sie

auf sich anzubiedern und sich unter Wert

zu verkaufen. Dadurch wirken Sie interessanter

und wertvoller. Menschen die auf

Understatement setzen, werden als spannender

und interessanter wahrgenommen,

weil sie davon absehen mit offensichtlichen

Oberflächlichkeiten zu punkten. Nehmen

Sie sich selbst zurück und schenken Sie

stattdessen Ihrem Gegenüber aufrichtiges

Interesse an dessen Persönlichkeit. Damit

sind sie eine erfrischende Abwechslung im

Dschungel des Egoismus.

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Einstellung

Owen Wilson, hier rechts von Paul Rudd, wurde vom

GlamMagazin zum Sexiest man alive 2017 gewählt. Geht

man die Liste der 100 Nominierten durch, wird schnell

klar, dass die Attraktivität nicht nur durch Schönheit sondern

viel mehr durch Charisma zu erklären ist.

Bild links: Depositphotos/PopularImages, Vincentt

4) Mut zum Risiko. Scheitern gilt als

Schwäche und muss um alles in der Welt

vermieden werden.

Was könnten nur die anderen denken,

wenn ich beispielsweise versuche die

schönste Frau im Club anzusprechen

und dabei vor den Augen aller, gnadenlos

abblitze? Tatsächlich ist es häufig so,

dass die wertvollsten Momente im Leben

durch das Tor des Risikos verschlossen

sind. Wenn Sie also die Traumfrau erobern

wollen, müssen sie das Risiko des

Scheiterns in Kauf nehmen, anders

werden sie niemals an Ihr Ziel

kommen. Ganz gleich ob im Privat

oder Berufsleben, übernehmen

Sie Verantwortung! Verstecken Sie

sich nicht hinter Ausreden und

Hintertürchen.

Menschen werden sich zu Ihnen

hingezogen fühlen sobald sie merken,

das Sie jemand sind der sein

Leben selbst in die Hand nimmt.

5) Doubt kills more dreams than failure

ever will

Michael Jordan sagte einst: „Mit Scheitern

kann ich leben, aber nicht damit es nicht

versucht zu haben.“ Sie sind gescheitert, na

und? Machen sie sich immer wieder deutlich,

dass niemand eine 100% Erfolgsquote

hat, unabhängig in welcher Disziplin. Wer

nie scheitert, geht nicht an sein Limit, und

damit kann keine Entwicklung stattfinden.

Wenn Sie also Scheitern, ist das ein Indiz

dafür dass Ihre Comfort Zone verlassen

und dahin gehen wo es weh tut. Da das die

wenigsten tun, sollte Ihnen dies Mut anstatt

Angst machen.

»Be who you are and

say what you feel,

because those who mind

don‘t matter, and those

who matter don‘t mind.«

Dr. Seuss

6) Grenzen setzen

Aus Angst vor Konsequenzen oder der

Meinung anderer, trauen sich viele Menschen

nicht mehr sich durchzusetzen. So

werden häufig einseitige Freundschaften

weiter gepflegt, Gefallen getan die man

nicht tun möchte, Zeit mit Menschen

verbracht die man in Wahrheit nicht

ausstehen kann, oder an Beziehungen

festgehalten die zum Scheitern verurteilt

sind. Wenn beispielsweise Kollegen,

Freunde oder Verwandte, Sie respektlos

behandeln, und Sie aus Angst vor Konfrontation

oder etwaigen Folgen nicht

sofort deutlich Grenzen setzen, zeigen

Sie ihrer Umwelt „mit mir kann

man das machen“ und die Dinge

werden sich stetig wiederholen.

Sie sollten sich bewusst machen

dass Sie das Recht und die Pflicht

sich selbst gegenüber haben Grenzen

zu setzen.

7) Seien Sie „echt“!

Der Mensch entwickelt sich durch

Etikette, Gesellschaftlichen Normen

und Regeln immer weiter weg von

sich selbst. Befreien Sie sich von zu

vielen Zwängen, erinnern Sie Ihr Umfeld

daran dass wir alle Menschen sind, in dem

Sie sich nicht verstellen und stets Dinge

beim Namen nennen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

47


Einstellung

Lelia Kühne

de Haan

ist Psychotherapeuting,

Journalistin

und Autorin

des Buches

„Ja, aber...“

Ja,

aber

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Einstellung

Die heimliche Kraft alltäglicher Worte

und wie man durch bewusstes Sprechen

selbstbewusster wird.

Haben Sie auch manchmal

das Gefühl, von anderen

nicht gehört und verstanden

zu werden? Wenn

Sie bereit sind, dem ein

Ende zu setzten, Ihre Kommunikation

zu verbessern und so ganz nebenbei Ihr

Selbstbewusstsein zu steigern, brauchen

Sie sich nur auf ein kleines Experiment

einzulassen.

Doch vorweg sei gesagt: Selbstbewusstsein

bedeutet nicht, eine Ihrkönntmichallemal-Haltung

vorzuweisen. Es

bedeutet schlicht und einfach, sich seiner

selbst bewusst zu sein. Es wächst, je öfter

Sie das tun. Und, falls notwendig, Veränderungen

vornehmen.

Das Experiment ist einfach: Hören Sie

sich öfter einmal selbst bewusst zu, wie

Sie mit sich reden oder sich anderen gegenüber

mitteilen. Achten Sie dabei vor

allem auf die Worte “aber“, “müssen“,

“mehr“, “nicht“ und “versuchen“. Es sind

fünf von 15 ganz alltäglichen Worten,

die die direkte Kommunikation mit uns

selbst und anderen blockieren. Denn sie

verwandeln das Gesagte häufiger, als wir

ahnen, in das Gegenteil dessen, was wir

eigentlich fühlen oder mitteilen wollen.

So verhindern sie die Befriedigung unserer

Bedürfnisse und Erfüllung unserer

Wünsche.

Hören Sie zum Beispiel mal für eine Woche

auf, zu sagen oder zu denken „Ich

muss...“ und sich damit einen scheinbar

unabwendbaren Zwang zu suggerieren.

Lassen Sie stattdessen den Satz beginnen

mit „Ich will...“. Wenn das nicht zutrifft,

lassen Sie von Ihrem Vorhaben ab oder

tun Sie es dann, wenn Sie es tatsächlich

wollen.

Machen Sie auch ein Ende damit, sich

mit „Ich versuche es“ ein Hintertürchen

für einen Fehlschlag offen zu halten. Sa-

. . .

gen Sie stattdessen „Ich mache es“. Wenn

Sie nicht dazu bereit sind, lassen Sie es

lieber gleich sein.

Wenn Sie von jemandem eine Veränderung

möchten, hören Sie auf, ihm lang

und breit zu erklären, was Sie “nicht“

oder “nicht mehr“ wollen. Sagen Sie klipp

und klar, was Sie möchten. Das reicht.

Geben Sie es auf, mit dem Wörtchen

“mehr“ auf Sand zu bauen. Denn wann

fangen Sie wohl eher mit der Verwirklichung

an: wenn Sie sich entschließen,

zum Beispiel ab heute “mehr“ auf Ihre

Gefühle zu hören - oder wenn Sie sich

entschließen, ab heute auf Ihre Gefühle

zu hören?

Und das Wort “aber“ sollten Sie ganz

aus Ihrem Wortschatz streichen, weil es

jeden Kommunikationsansatz zur Diskussion

geraten lässt. “Aber“ entspringt

dem unbewussten Gefühl, dass etwas

fehlt. Doch was fehlt, ist nicht das, was

Sie mit “aber“ nachliefern. Was fehlt, ist

die bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung

dessen, was vor dem “aber“

gesagt wurde.

Hör (dir) doch endlich mal zu!

Hier ein paar kleine Übungen. Beenden sie folgende Sätze schriftlich:

Ich möchte mehr________________________________________________________

Ich brauche mehr _______________________________________________________

Ich will mehr ___________________________________________________________

Ich sollte mehr__________________________________________________________

Ich wünsche mir mehr____________________________________________________

Sagen Sie die Sätze laut. Streichen Sie dann “mehr“ und sprechen Sie die Sätze

ohne dieses Wort wieder laut aus. Fühlen Sie den Unterschied?

Oder probieren Sie es einmal mit Ihnen geläufigen Muss-Sätzen:

Ich muss _______________________________________________________________

Ich muss _______________________________________________________________

Ich muss _______________________________________________________________

Ich muss _______________________________________________________________

Ich muss_______________________________________________________________

Sagen Sie sie wieder laut. Setzen Sie nun anstelle von „Ich muss“ „Ich will“.

Auf diese Weise wird Ihnen bewusst, ob Sie das, was Sie bisher zu müssen glaubten

überhaupt selbst wollen. Oder ob es Ihnen beispielsweise zu einem anderen Zeitpunkt

viel besser in den Kram passen würde. Und dann noch:

Ich habe beschlossen, zu versuchen, _______________________________________

Ich will versuchen, ______________________________________________________

Ich versuche immer, _____________________________________________________

Ich bin bereit, zu versuchen, ______________________________________________

Ich werde versuchen, ____________________________________________________

Streichen Sie jeweils das Wort “versuchen“ und bilden Sie mit dem eigentlichen

Verb des Satzes einen Gegenwartssatz. Spüren Sie, was dadurch geschieht? Was

beim Versuchen in weiter Ferne zu liegen schien, ist auf einmal so nah, dass man

sofort damit anfangen kann.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Einstellung

Hör auf

zu heulen

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Einstellung

Wie man das tut was man liebt und

damit glücklich wird und nie wieder

das Gefühl von Zwang erlebt.

Bild: Depositphotos/Buurserstraat38, Höller: Jürgen Höller Academy

Sind Sie einer von ihnen? Ich meine,

einer von den fünf, die innerlich

bereits gekündigt haben und

sich trotzdem noch in die Arbeit

schleppen, Tag für Tag, weil Sie

glauben, das tun zu müssen? Ich glaube

nicht. Ich glaube es deshalb nicht, weil Sie

weder diese Zeitschrift noch diesen Artikel

lesen würden, wenn es so wäre. Ich glaube,

Sie sind erfolgshungrig. Und ich glaube,

Sie haben längst Schritte unternommen,

um Ihren Kurs zu korrigieren. Natürlich

segeln wir immer wieder mal in die falsch

Richtung. Aber darüber in Panik zu verfallen

und rumzujammern, hat noch keinen

Kurs korrigiert, glauben Sie mir, ich hab

die wichtigsten Motorboot-Führerscheine.

Wenn es mir wo nicht gefällt, drehe ich

das Ruder und auf geht’s zu einem Ort, der

besser ist. Die Reise dorthin ist manchmal

lang, manchmal beschwerlich, da kommt

es dann auf das Durchhalten an. Aber

mit dem richtigen Ziel vor Augen wird es

leichter. Noch so

eine Boot-fahren

Analogie: Ja, wir

brauchen Ziele. Auf

dem offenen Meer

rumzuschippern

kann nicht nur

langweilig werden sondern höchst riskant.

Wenn das Benzin ausgeht oder ein Sturm

aufzieht. Ist es nicht im Leben auch so?

Einer meiner Mentoren sagte mal: „Menschen

sind nicht faul, sie haben nur keine

Ziele, die es sich zu verfolgen lohn.“ Wie

recht er hat. Ich habe ein Trainer-Team mit

aufgebaut, das ist bereits über 20 Jahr her.

Wir sind auf 10 Trainer angewachsen und

haben gemeinsam Umsätze in Million-Höhe

erzielt. Trotzdem war es mir irgendwann

langweilig. Statt zu jammern

beschloß ich, mich aus diesem sicheren

Hafen zu verabschieden und selbst nochmals

neu zu starten, unter eigener Flagge.

Ich gründete noch ein Unternehmen,

mietete ein Büro, baute eine neue website,

suchte und fand neue Kunden. Aber das,

was mich hauptsächlich wieder motivierte,

waren zwei Dinge:

1. Ich saß und sitze wieder in Seminaren,

Vorträgen, Ausbildungen, ich lernte wieder

dazu, ich lese wieder mehr.

2. Ich startete in einen neuen Schwerpunkt

innerhalb der Weiterbildungs-Szene: Ich

hielt und halte vermehrt Vorträge for

großen Gruppen.

Die Seminare machte ich natürlich weiter,

genauso die Einzelcoachings für Privatpersonen,

Unternehmer, Sportler und

Führungskräfte, auch die Ausbildung zum

Trainer bot ich weiter an.

Aber diese neue Betätigung

gab mir gleichzeitig mehr

Schwung für alle anderen

Tätigkeiten. Und sie ließ

mich auch zuhause ruhiger

werden. Als Vater von fünf

Kindern ist der Aspekt des „Ruhig-bleibens“

nicht immer so einfach, wie Sie sich

sicher vorstellen können. Oft genug habe

ich genau das nicht geschafft. Aber je häufiger

die Erfolge im Business wurden, desto

glücklicher und ausgeglichener wurde

ich dann auch im privaten Bereich. Dieses

Konzept nenne ich „Leistungsglück“. Und

genau dieses

Leistungsglück

wird gemacht,

nicht gewonnen,

wir sind

nicht zufällig

glücklich sondern

wir haben dafür hart gearbeitet, weil

wir wissen, wo wir am Ende des Tages, am

Ende der Woche oder am Ende des Jahres

hin wollen. DAS ist die Alternative zum

Jammern, Heulen und Festhalten am Alten.

Welche Vorbilder wollen wir sein, für

Es kommt auf das

Durchhalten an

Gabriel Schandl

ist Wirtschaftswissenschafter, Leistungsforscher

und Buchautor.

Finden Sie

Ihren Drive

unsere Kinder, für unsere Mitarbeiter? Immer

wenn es geht, nehme ich einen meiner

Jungs mit auf eine Vortrags-Reise. Oft

werde ich auch am Wochenende gebucht,

und wenn dann gerade schulfrei ist, sitzen

wir gemeinsam im Zug oder Flugzeug,

die Reisezeit ist ja oft weit länger als der

eigentliche Vortrag. Dann kombinieren

wir das mit etwas Sightseeing

und Trendscouting,

probieren was

Neues aus. Vor kurzem

waren wir mit meinem

ältesten Sohn in Wien,

im „Musem der Illusionen“,

das war spannend, wie unser Seh-

Sinn uns manchmal täuscht. Für mich

persönlich ist das wieder eine Form des

Leistungsglücks. Was können Sie tun, um

diese tiefe innere Befriedigung und Motivation

zu spüren und zwar mehr als äußere

Zwänge?

1. Finden Sie Ihren „Drive“, das was Ihnen

Spaß macht, was Sie gut können.

2. Machen Sie mehr davon! Tragen Sie

es fix in Ihren Kalender ein, blocken Sie

Zeiten dafür.

3. Schreiben Sie es auf, Ihre Ziele, Ihre Erfolge,

Ihre Rückschläge, die aber gleichzeitig

Lernerfahrungen sind.

4. Machen Sie, wann immer möglich, diese

Dinge im Team, also gemeinsam. Wir

Menschen sind soziale Wesen und auch

wenn uns kurze Auszeiten, in denen wir

alleine sind gut tun, am Ende des Tages

sind wir für die Gemeinschaft gemacht.

5. Halten Sie durch! Bleiben Sie dran. Keiner

sagt, dass das alles einfach ist, aber am

Ende des Tages wird es sich lohnen.

Bereuen wir, was wir getan haben oder

nicht getan haben? Genau, Sie haben

Recht, es ist das Zweite! Jeff Bezos hat vor

kurzem Bill Gates als reichsten Menschen

auf diesem Planeten überholt. In einem

Interview sagte er: „Ich habe viele Millionen

in den Sand gesetzt.“ Dazusagen sollte

man aber auch: Damit hat er viele Milliarden

gemacht. Es gibt kein Wachstum ohne

Investition, keine Ernte ohne Saat. Also

lassen Sie uns aufhören, zu heulen und anfangen,

zu leben. Das führt uns mittel und

langfristig ins Erfolgreich. Sehen wir uns

dort? Ich würde mich freuen!

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

»Keine Fehler

macht nur der,

der nichts tut«

Claus Hipp

Claus Hipp ist ein deutscher Unternehmer

und Geschäftsführer des führenden

Nahrungsmittel- und Babykostherstellers

Hipp. Er trägt zahlreiche Auszeichnungen,

darunter auch für Kunst, denn neben seiner

beruflichen Karriere ist Claus Hipp seit 1970

unter seinem Geburts- und Künstlernamen

Nikolaus Hipp als freischaffender Künstler

tätig. Er ist Musiker und ausgebildeter

Maler. Seine abstrakten Werke wurden

weltweit in zahlreichen Gruppen- und

Einzelausstellungen gezeigt.

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Leben

Mach das Leben

nicht zu kompliziert.

Bilder: Hipp, Uth

In welchemBezug stehen Professionalität

und Emotionsmanagement

aus Ihrer Sicht zueinander?

Es gibt sicher viele, die Professionalität

für sehr wichtig halten und

oben ansetzen und die Emotionen leugnen

oder sie gar nicht wahrhaben wollen.

Aber die Natur des Menschen kann man

nicht ändern. Es gibt sicher

Menschen, die weniger

emotional sind als

andere. Es gibt welche,

die sich’s nicht anmerken

lassen, aber beides gehört

zusammen.

Menschen, die Sie beeindrucken,

wie gehen diese

mit ihren Emotionen um?

Mich beeindrucken Menschen, die Disziplin

haben.

Was sind die drei wichtigsten Emotionen,

die Sie mögen?

Die wichtigsten Emotionen sind eigentlich

die Tugenden: Das ist einmal die Liebe, die

Hoffnung und der Glaube.

Und was ist eine typische Emotionsfalle

in Ihrem Leben?

Das kann aus Mitleid passieren, das kann

bei mir nicht aus Zorn oder aus Hass passieren.

Beispielsweise, dass ich vielleicht in

einer wirtschaftlichen Situation eine Entscheidung

treffe, um Arbeitsplätze weiter

zu erhalten und es nochmal zu probieren,

obwohl die, die rational denken, alle

sagen, da muss man zusperren.

Mit welcher Strategie kommen Sie da raus?

Na gut, ich werde sie irgendwann korrigieren

müssen und dann hinterher sagen: Ich hätte

es eigentlich wissen sollen. Das habe ich ja

schon mal erlebt, das ist ja nichts Neues.

Dann könnte man sagen: Sie akzeptieren

es im Nachgang, dass es so gelaufen ist?

Ich entscheide im Augenblick, immer nach

bestem Wissen und Gewissen – hinterher ist

man meistens klüger aber vorher halt nicht.

Wenn Sie an wirklich tiefgründige

Erfahrungen denken, welche Emotionen

setzen Sie damit in Verbindung? Erfahrungen,

die Sie geprägt haben?

Die tiefgründigsten Erfahrungen, sind die

Erfahrungen des Glaubens, der Religion.

Die haben mich auch geprägt.

Ich entscheide

im Augenblick,

immer nach

bestem Wissen

und Gewissen.

Was waren das für Situationen, können

Sie Beispiele nennen?

Wenn Sie in einer schwierigen Situation

eine Entscheidung zu treffen haben, dann

können Sie auch das alles tun, was ein

Atheist macht. Wenn Sie glauben und hoffen,

dass es gut geht, und dann beten Sie

halt, dass es gut geht und dann sind Sie in

einer stärkeren Position.

Gibt es etwas, was Sie

benennen können, woher

diese Kraft dann gekommen

ist? Ist es Erziehung?

Die kommt aus dem Glauben.

Glauben heißt etwas

zu erhalten, was man

nicht versteht. Es ist ein Akt des Willens,

sonst wär’s ja Wissen.

War das von Anfang an so?

Ja, so bin ich groß geworden.

Wenn es bestimmte kritische Situationen

in Ihrem Leben gibt, z.B. Stress, Überforderung,

Kritik, Konflikte. Wie schaffen

Sie es, sich in solchen Momenten zu

sammeln und zu orientieren?

Ich habe auf der einen Seite das Wissen,

auf der anderen Seite ist das Gewissen.

Da muss ich halt einen Weg finden, beides

unter ein Dach zu bringen, wobei das Gewissen

immer wichtiger ist als das Wissen.

Welche Rolle spielen Ihre Bedürfnisse?

Ich habe Bedürfnisse, ich habe Dinge, an denen

ich mich erfreue, aber ich erfreue mich

genau so an der Unabhängigkeit von Statussymbolen

und sogenannten Bedürfnissen.

Was sind denn für Sie Bedürfnisse?

Carmen Uth, hier mit Claus Hipp, ist Expertin

für Emotionsleadership und Geschäftsführerin

der Uth GmbH.

Das sind Dinge, von denen wir glauben,

dass wir unser Leben damit verbessern.

Ich kenne keine Bedürfnisse, die aus dem

Äußeren kommen, es kommt immer von

innen heraus. Wenn ich etwas für mich für

richtig halte, erstrebenswert halte, dann

ist es ein Bedürfnis. Von außen kann mir

keiner ein Bedürfnis einreden. Wenn ich

glaube, das Bedürfnis zu haben, ein paar

neue Skier zu brauchen, weil’s für mich

bequemer fährt, kann mir einer sagen, die

Alten täten’s auch noch, aber ich kauf mir

die Neuen, weil ich Freude dran habe –

dann mach ich’s. Ein wichtiges Bedürfnis

ist Liebe. Liebe ist natürlich eine Veranlagung,

die uns prägt und die uns führt

und leitet, aber der muss sich alles andere

unterordnen, das schon. Da ist die Gottesliebe,

die Nächstenliebe, da brauch ich

aber kein Bedürfnis draus machen.

Wie gehen Sie mit Veränderungsprozessen

um?

Die passieren laufend in meinem Leben.

Das ich heute dümmer bin als morgen,

aber morgen gescheiter als ich am Tag

zuvor war. Das ist eigentlich die Bescheidenheit,

die Einsicht, wie Sokrates schon

sagte: Ich weiß, dass ich nichts weiß und

das es immer wieder Neues gibt.

Wie blicken Sie auf das Leben, wenn Sie

vor einer Entscheidung stehen. Betrachten

Sie mehrere Lösungen und Optionen

– ist Ihnen das wichtig?

Sicher! Im Entscheidungsprozess binde

ich Leute mit ein, die mehr wissen als ich

und schlussendlich muss ich die Entscheidung

treffen und wenn es eine falsche ist,

mache ich halt eine neue.

Selbsttoleranz. Was sagen Sie dazu?

Ich kann nicht aus mir aussteigen und

ich denke auch über mich gar nicht nach.

Wenn ich einen Fehler mache, dann schau

ich halt, dass ich ihn wieder korrigiere

und dass ich Fehler mache, das bin ich

gewohnt. Keine Fehler macht nur der, der

nichts tut. Vor der Entscheidung prüfe ich

so gut wie möglich – und wenn’s falsch ist,

wird’s eben korrigiert.

Was möchten Sie gerne aus Ihrem reichen

Erfahrungsschatz den Lesern zum

Thema Emotionsmanagement mitteilen?

Sie sollen Ihre Emotionen haben und dazu

stehen und das Leben nicht kompliziert

machen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

53


Leben

Erfolgsgeheimnisse

der Promis

Jo Weil von Wirtschaft TV sprach auf

Mallorca am Rande der Remus Lifestyle

Night mit deutschen Stars

ich nun mal bin. Als Familienmensch, der

seine Eltern, seine Familie über alles liebt

und auch seine Geschwister unterstützt

und alle an erste Stelle stellt. Das ist mein

Image und das scheint den Leuten auch zu

gefallen. Vielleicht ist das auch ein Image,

nach dem sich viele sehnen. Eine heile

Familie, Zusammenhalt – alles Werte, die

heute sehr wichtig sind. Heute lassen sich

viele schnell scheiden, aber man muss

kämpfen!

Bilder: Jessica Wilkens

Giovanni Zarrella

TV-Moderator und Musiker

Du hast ein richtig gutes

Jahr bisher, oder?

Ja, Gott sei Dank. Und ich

darf auch noch das tun,

was ich liebe. Musik und

Moderation, aber mein wichtigster Job ist,

ein guter Vater und Ehemann zu sein. Das

gelingt mir sogar am besten.

Du hast in einer Casting-Band angefangen,

dich gegen sehr viele Bewerber

durchgesetzt und bist dann in einer Band

gelandet, der die meisten Menschen

nicht viel Überlebenschance gegeben haben.

Aber dich gibt es so viele Jahre später

immer noch, und zwar erfolgreicher

denn je. Was ist dein Geheimnis?

Bro’Sis ist 16 Jahre her. Es war eine sehr erfolgreiche

Zeit. Wichtig ist nur, sich zum

richtigen Zeitpunkt zu verändern und

nicht darauf zu beharren „ich muss nur

Musiker sein – ich will real sein“. Sondern

auch mal zu sagen, ich mache mal den

Sprung ins Fernsehen. Und man muss sich

eine Marke aufbauen. Jeder da draußen

muss sich als Marke darstellen. Egal ob

Sänger, Moderator, Schauspieler, Architekt

oder Bankkaufmann. Jeder muss für sich

genommen eine Marke sein. Wenn ich zur

Bank gehe, ruft meine Mutter mir noch

hinterher: „Geh zum Schmitz, das ist der

nette.“ Jeder kann eine Marke, eine Duftnote

entwickeln. Mir war es immer wichtig,

mich authentisch zu präsentieren, wie

Das klingt so einfach, seine Marke und

sich selbst zu finden. Aber wie schwer ist

es wirklich?

Es ist unglaublich schwer. Das wichtigste

ist, an sich selbst zu glauben und auch

dem Gespür zu folgen. Natürlich kann

man sich von Menschen beraten lassen.

Mir hat damals als Sänger jeder etwas

anderes gesagt. Sing deutsch, englisch,

italienisch, mach Schlager, mach Popp

etc. Aber letztendlich muss man das machen,

wozu man selbst am besten stehen

kann. Das habe ich die letzten Jahre immer

mehr getan und der Erfolg kam. Ich

verkörpere meine Marke. Ich stehe zu

meiner Frau, zu meiner Familie, ich lebe

das offen und ehrlich, ich singe gerne, ich

moderiere gerne. Aber ich nehme mich

selbst nicht zu ernst und das scheint den

Menschen zu gefallen. Man muss sich

selbst vertrauen.

Was können wir in naher Zukunft von

dir erwarten?

2018 kommt mein neues Album raus und

bei RTL2 bin ich als Exklusivmoderator

für die Abendshows – bis hin zur großen

Silvestershow. Mit meiner Frau werde ich

noch ein großes Finale moderieren. Und

auch Konzerte und Festivals in Deutschland,

Österreich und Schweiz.

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Leben

Du hast früh im Showbiz begonnen

und wirst immer

erfolgreicher. Was ist dein

Geheimnis für Erfolg?

Man braucht Ehrgeiz, Disziplin

und Leidenschaft für das, was man

tut. Das ist das wichtigste. Und natürlich

ist am Ende des Tages auch ein bisschen

Glück wichtig. Aber wenn du dann Glück

hast, musst du auch alles geben, um die

Dinge auch umzusetzen. Es gibt viele Leute,

die bekommen tolle Rollen und Verträge,

sind dann aber zu doof, das stringent zu

verfolgen. Dann ist es natürlich schwierig.

Wie wichtig ist Hannah an deiner Seite?

Jörn

Schlönvoigt

Schauspieler

und Musiker

Sie stärkt mir extrem den Rücken – mehr

als ihr bewusst ist. Wenn du nämlich das

Gefühl hast, angekommen zu sein, fühlst

du dich so stark und kräftig. Mit Hannah

an meiner Seite kann mir nichts passieren.

Was steht in nächster Zeit bei dir an?

Jetzt ist mein Album rausgekommen, auf

das ich besonders stolz bin, weil ich alle

Songs selber geschrieben habe. Das gibt

mir ein sehr gutes Gefühl, so ein ganz persönliches

Album rauszubringen. Ich habe

außerdem begonnen, eine neue Serie bei

RTL zu drehen. Keine große Nummer, aber

ich freue mich immer, neue Sachen auszuprobieren.

Aber die anstehende Hochzeit

nächstes Jahr ist natürlich das Tollste.

Vera

Int-Veen

TV-Moderatorin

Ich will dich nicht alt aussehen

lassen, aber ich fand dich schon

zu meiner Schulzeit toll. Du bist

schon immer so authentisch. Das

zeichnet dich aus im Gegensatz zu

anderen. Aber wenn du es sagen müsstest,

was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Eine Sache ist, an seinen Träumen und

Zielen festzuhalten. Man darf sich nicht

entmutigen lassen. Wenn mal etwas nicht

klappt, ist meine Devise: Schütteln, aufstehen,

weitermachen. Du wächst immer nur

an den Dingen, die nicht gut laufen. Erfolg

ist schön, aber nach fünf Minuten geht’s

auch weiter. Aber die Dinge, die dich umwerfen,

sind entscheidender. Wer bin ich,

wo will ich hin? Ein bisschen Disziplin und

Ehrgeiz gehört auch dazu. Und auch jede

Menge Glück. Bei meinem ganzen Berufsweg

hatte ich immer tolle Menschen um

mich herum und habe viel Glück gehabt.

Das, was ich kann, können ja Tausend andere

auch. Ich hatte halt das Glück, dass sie

mich genommen haben.

Aber es liegt ja nicht nur am Glück, oder?

Gibt es nicht auch andere Faktoren?

Ich bin, wie ich bin. So wie ich im Fernsehen

bin, bin ich auch privat. Ich glaube

auch, dass mein Aussehen mir eine Haltbarkeit

gegeben hat. Schließlich definiert

man mich nie über mein Aussehen. Ich

durfte alt werden, ich durfte dick sein. Ich

stand nie auf so einem Prüfstand, wo ich

über Äußerlichkeiten definiert worden

wäre. Bei mir waren es die inneren Werte,

die sehr langlebig sind – da hatte ich

Glück.

Du hast letztens in einem TV-Beitrag

etwas gesagt, das großartig war. Du hast

damals mal versucht, abzunehmen, aber

dann gesagt: Ich habe keine blöden Gene,

ich esse einfach gerne.

Genau so ist es. Nicht dieses „ich habe es

an den Drüsen, ich habe schlechten Stoffwechsel“.

Nein. Ich esse halt wahnsinnig

gerne. Ich bin Rheinländer und als solche

auch manchmal maßlos. Wo andere aufhören

oder einen Salat bestellen, bestell ich

noch das Schnitzel. Ich esse halt einfach

gerne, daher kommen die Pfunde. Ich mag

die aber auch.

Was steht noch bei dir an in Zukunft?

Wie sehen deine Pläne aus?

Schwiegertochter startet ja wieder. Aber

ich mache nicht zu viele Dinge. Ich genieße

das Leben. Ich arbeite wahnsinnig

gerne, aber ich bin ebenso gerne zu Hause

und faul. Da habe ich gerade ein Mittelmaß

gefunden.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

55


Leben

Patric Heizmann gilt als der Ernährungsund

Fitnessexperte überhaupt. Er füllt große

Hallen und sagt: Der innere Schweinehund

ist nicht dein Feind, er ist dein Freund.

DEN IN

SCHWEIN

DRES

Es wäre ja wohl keiner bereit, seine Gesundheit

zu verkaufen. Andererseits sind

wir nicht wirklich bereit, aktiv was für

unsere Gesundheit zu tun. Woran liegt

das?

Einer der Gründe ist, es tut aktuell noch

nicht weh. Und das, was brisanter ist, wird

immer zuerst abgearbeitet – zum Beispiel

Berufliches. Erst dann, wenn es irgendwo

zwickt und wehtut, kommt man

langsam auf den Gedanken, man

müsste mal was tun. Es gibt eine

schöne Metapher von dem Frosch,

der in einen heißen Topf geworfen

wird. Der springt sofort wieder

raus. Wenn man aber einen Frosch

in kaltes Wasser setzt und die Herdplatte

andreht, das Wasser ganz langsam

immer heißer wird, dann zerkocht er. Weil

nicht dieser Impuls kommt, ich muss jetzt

was machen. Und so ähnlich ist es bei den

Menschen auch. Es tut zwar weh, aber es

geht noch. Man nimmt hier und da mal

eine Pille, dann ist es wieder weg. Es ist

wichtig, eine Vision vom Lifestyle zu haben,

den man sich wünscht. Das ist ein

wichtiger Ansatz. Ich will zum Beispiel

gerne mit 80 mit meinen dann hoffentlich

Enkelkindern viel Spaß haben und denen

vielleicht sogar sportlich noch was vormachen.

Ich möchte ein fitter Opa sein. Das

Erst dann, wenn es irgendwo

zwickt, kommt man auf den

Gedanken, etwas zu tun.

ist ein Ansatzpunkt. Und wir haben nur

ein einziges Leben. Wir haben das große

Glück, in einem tollen Land zu leben.

Und ich bin es einfach auch diesem Glück

schuldig, dass ich mich dann proaktiv

darum kümmere, das maximal auskosten

zu können. Es geht um Selbstverantwortung.

Es gibt unterschiedliche Motivationen.

Hilft es manchen auch, nicht ein positives

Ziel zu formulieren, sondern ein

negatives?

Natürlich. Es gibt zwei Antriebspunkte.

Der eine ist Lust bzw. Freude. Der

andere ist Schmerzvermeidung.

Und was häufig auch funktioniert

ist, wenn der beste Freund

oder jemand im Familienumfeld

plötzlich stirbt. In so einem

Schockmoment ist dann wichtig,

diese negative Emotion zu nutzen

und den ersten Schritt zu machen. Und

jetzt kommt das nächste große Problem.

Dann wissen die Leute gar nicht, in welche

Richtung sie laufen sollen. Mittlerweile

werden sie regelrecht erschlagen von In-

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Leben

Bilder: Wilkens

Patric

Heizmann

NEREN

EHUND

SIEREN

formationen und man verzettelt sich total.

Da passt doch wunderbar der Spruch: Er

stieg auf sein Pferd und ritt in alle Richtungen

davon. Man hat keine Ahnung,

was jetzt, wie jetzt, wo jetzt. Anstatt sich

eine Kleinigkeit vorzunehmen, es zu machen

und dann zu reflektieren „hey, das

war gar nicht schwer und irgendwie geht

es mir besser.“ Und dann machen wir den

nächsten Schritt. Das ist meine Methode,

der Weg der kleinen Schritte. In meinen

Firmenvorträgen zum Beispiel zeige ich

genau diese einfachen, kleinen Schritte

auch, denn die Menschen verbringen einen

Großteil der Zeit innerhalb ihres Arbeitsumfelds,

also warum nicht auch dort

mit kleinen Schritten bezogen auf Ernährung

und Bewegung beginnen.

Und die kleinen Schritte geben einem

dann wieder Selbstvertrauen, um dann

den nächst größeren Schritt zu gehen?

Genau, Hürde niedrig, drüber springen,

geschafft. Wenn ich eine Hürde auf zwei

Meter setze, schaffen das nur ein paar

Extremisten. Der Rest denkt „ach komm,

ich lasse es“. Sie kommen wieder in diesen

gewöhnlichen Prozess des Alltags. Sie

kommen unter die Räder. Weil alles andere

interessanter und wichtiger ist als das

Langfristige – die Gesundheit.

Grundsätzlich scheinen wir dazu zu tendieren,

uns selbst zu überschätzen. Man

würde von einem Erstklässler auch keinen

Algebra-Test verlangen. Das aber tun wir

ja, wenn wir uns an neue Projekte ran wagen,

zum Beispiel an tägliche Fitness.

Ja, wir überschätzen, was wir innerhalb

eines Monats erreichen können, aber unterschätzen,

was wir in einem Jahr erreichen

können. So ein Jahr ist echt schnell

vorbei.

Der innere Schweinehund ist wohl das

erste, was einem einfällt, wenn man eine

Gewohnheit etablieren will. Wie trainiert

man seinen inneren Schweinehund,

damit er das tut, was ich von ihm will?

Nicht, indem man ihn sieben Tage pro Woche

auf eine Schweinehundeschule schickt.

Fakt ist, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Aber Gewohnheiten versuchen

stets, Ressourcen zu sparen. Alles, was wir

aktiv verändern, braucht Ressourcen. Und

die sind begrenzt. Wenn irgendwas im

Alltag passiert, hat das meist eine höhere

Priorität als unser Ziel, sich gesünder zu

ernähren. Das heißt, wir müssen immer

entscheiden, was uns jetzt gerade besonders

wichtig ist. Und genau diese Ressourcen

beschützt unser innerer Schweinehund.

Da sind wir zurück im alten Muster,

weil sie ja auch in der Vergangenheit funktioniert

haben.

Im Prinzip ist der

innere Schweinehund

deswegen

auch kein Feind, er

ist unser Freund.

Er beschützt uns

vor einer Überlastung

oder einem

energiezehrenden

Veränderungsprozess,

der in einer

Sackgasse landet,

wenn wir ihn mit

einer Hau-Ruck

Methode versuchen

„durchzudrücken“.

Aber

was kann man tun? Wir nehmen diesen

Schweinehund und schicken ihn an nur

einem einzigen Tag in der Woche auf die

Schweinehundeschule. Und dieser Tag

heißt bei mir „der perfekte Tag“. Also einen

Tag nehmen, sich bewusst an ein paar

Regeln halten und das Woche für Woche

wiederholen. Dann merken wir sehr bald

den Unterschied zwischen diesem perfekten

Tag und den noch nicht perfekten

Tagen. Dann fängt man automatisch an,

bestimmte Handlungen und Regeln vom

perfekten Tag in andere Tage zu übernehmen.

Nicht alle. Aber hier mal und da mal.

Es fühlt sich insgesamt besser an und wir

gehen in die richtige Richtung. Das heißt,

Sie biegen an der Kreuzung in die richtige

Richtung ein.

Der Schweinehund ist

ein Freund, der uns vor

Überlastung schützt.

Gibt es eine Generalformel, um Fitnessziele

zu erreichen?

Nein, es gibt gewisse Grundregeln, die sich

auch wunderbar evolutionär erklären lassen.

Die meisten Menschen zum Beispiel

sind nicht gemacht für eine immense Getreidekost,

die wir heute haben. Morgens

Müsli, mittags Nudeln, abends das Abendbrot.

Das ist dreimal Getreide. Hoch verarbeiteter

Weizen kann für den Körper auf

lange Sicht durchaus ein Problem werden.

Es macht nicht sofort krank. Aber es kann

zum Problem werden, das hat mit dem

Darm zu tun. Ich versuche in meinen Vorträgen

die wichtigsten Grundlagen zu vermitteln.

Und die einfachste Ernährungsregel

ist tatsächlich, mal vernünftig jagen

und sammeln zu gehen – im Supermarkt.

80 Prozent der Produkte im Einkaufswagen

sollten keine Zutatenliste haben.

Und wenn, dann eine mit maximal fünf

verschiedenen Zutaten. Alle Zutaten sind

Kunstprodukte. Das sind eher Füllstoffe als

Lebensmittel. Die restlichen 20 Prozent im

Einkaufswagen sind dann Spaß.

Was waren in deiner Arbeit bisher die

schönsten Erfolge?

Ein Highlight war definitiv mein erstes

Buch, was schnell zum Bestseller wurde

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

57


Leben

und ein erstaunliches Feedback ausgelöst

hatte. Die darauf folgende RTL-Ausstrahlung

meines Bühnenprogramms „Ich bin

dann mal schlank“ hat laut der Mediadaten

zwei Millionen Menschen in der

Zielgruppe erreicht. Und mit einem so

banalen Thema so viele Menschen mittels

Papier und Fernsehen zu erreichen, das ist

schon ein Privileg. Das hatte bisher, soweit

ich weiß, noch keiner geschafft. Als Buch

schon, aber nicht mit einer Art Unterhaltungsshow

– Entertainment mit Nährwert

eben. Das ist auch einer der Gründe, warum

ich als Keynotespeaker auf Firmenveranstaltungen

so gerne gebucht werden:

ich treffe mit meinem Thema einfach jeden

Zuhörer! Und neben den sofort umsetzbaren

Tipps gibt es noch viel zu lachen

– was ja gut für die Bauchmuskeln ist. Und

Erfolge in Bezug auf Menschen könnte

ich runterrattern ohne Ende, die kommen

praktisch jeden Tag. Von dem einen, der

nicht abgenommen hat, aber ein völlig

neues Leben führt oder eine Irene Raja, die

ausgelöst durch den Besuch meiner Show

anschließend 103 Kilogramm abgenommen

hat. Also da ist alles mit dabei.

Du wirst von vielen als Gesundheitsguru

gefeiert.

Ich will kein Guru sein. Guru heißt, dass

die Leute von mir abhängig sind. Das ist

genau das, was ich nicht möchte. Ich möchte,

dass die Menschen eigenverantwortlich

sind, sich selbst kümmern und nicht mir

die Verantwortung geben. Ich möchte,

dass sie Aha-Erlebnisse haben und sagen

„hey, ich habe es zum ersten Mal richtig

verstanden“. Und dann gehen sie ihren

eigenen Weg. Die dürfen gerne immer

wieder zurückkommen, um sich noch mal

einen neuen Motivationsschub zu holen,

aber die sollen nicht abhängig sein. Auch

als Fitness-Papst diene ich nicht: der Papst

hat nur diese eine Wahrheit – die Bibel –

und die gilt. Bei mir ist es anders. Ich verpacke

das Thema Ernährung anders, aber

letztendlich erzähle ich, was viele andere

auch erzählen. Ich verpacke es nur einzigartig.

Damit die Leute es zum ersten Mal

verstehen.

Es gibt nicht

nur die eine

Wahrheit.

Diese bildhafte

Sprache

nutzt du ja

zum Beispiel.

Genau, bildhafte

Sprache und dann kombiniert mit

Humor. Mit Humor öffnet man Herzen.

Manche sagen dann „hey, dem höre ich

zu, obwohl mich dieses

Thema gar nicht interessiert“

und plötzlich sagen

sie „tolle Idee, kann ich ja

mal probieren“. Und schon

sind wir bei diesem allerersten

wichtigen Schritt.

Was könnte man von deinen

Ansätzen generell

über Erfolg lernen?

Was ist Erfolg? Erfolg

heißt, man hat ein Ziel

und v-erfolg-t es konsequent.

Um ein Ziel konsequent

zu verfolgen und

sich links und rechts nicht

ablenken zu lassen, brauchen

wir erstens Fokus

und zweitens einen stabilen

Körper. Einen, der

nicht durch Krankheiten

geplagt ist. Krankheiten

lenken extrem ab. Die

rauben einem Energie,

die man braucht, wenn

man nicht nur 100, sondern

102 Prozent bringen

muss – also über der

Reserve arbeitet. Wer

dann die Grundlagen

im Körper hat, der hat

eine größere Chance, das

auch durchzuziehen. Als

Das Ziel ist, dass sich

die Menschen selbst

kümmern und ihren

eigenen Weg gehen.

erfolgreicher Mensch

muss man ja manchmal

mit dem Kopf durch die

Wand. Neben der Motivation

braucht es dafür auch

eine physische Grundlage.

Da spielt zum Beispiel

das Hormon Dopamin

eine übergeordnete Rolle.

Das Dopamin ist immer

dann im Spiel, wenn wir

Antrieb haben. Und Dopamin

braucht einen ganz

bestimmten Eiweißbaustein. Wenn wir uns

also schlecht ernähren, bleibt zu wenig,

um ausreichend Dopamin zu bauen und

der Antrieb bleibt aus.

Deshalb sind eine gute

Ernährung und ein gesunder

Körper wichtig

für Erfolg. Ich glaube

nicht, dass ein Mensch,

der gegen viele Widerstände

kämpfen muss,

mit einer schlechten

Lebensführung tatsächlich

weit kommt – meist bezahlt er

dann in der zweiten Lebenshälfte mit seiner

Gesundheit – seiner Lebensgrundlage!

In der Geschäftswelt kann das teuer

werden.

Deshalb laden mich Unternehmen ständig

ein, ihren Mitarbeitern das Thema näher

zu bringen. Ich erkläre denen dann in einer

sehr unterhaltsamen Art und Weise,

wie man eben ein, zwei, drei Ideen in die

Praxis umsetzen kann, um dann mehr Gesundheit

zu erreichen, damit auch mehr

Leistungsfähigkeit und weniger Krankheitsausfälle.

Das lohnt sich: immerhin kostet

ja ein Ausfalltag den Unternehmer ca.

300 Euro. Mein Vortrag bringt viele Menschen

dazu, sich zumindest mal mit dem

Thema auseinanderzusetzen. Hinten raus

spart das einem Unternehmen enorm viel

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Leben

Geld. Und nicht nur das: die Leute haben

Spaß und sprechen auch noch Jahre später

über diese Veranstaltung. Weil ich eben

viel mit Humor mache. Und eben nicht

nur Zahlen, Daten, Fakten runterrattere,

das liegt mir nicht.

Im ganzen Leben gehtl

es nur um Prioritäten.l

Zeit haben wirl

alle dieselbe,l

täglich 24 Stunden.l

Du warst damals Personal Trainer und

hast mit bekannten Menschen gearbeitet.

Hatten die bessere Voraussetzungen?

Die sind teilweise hilfloser als die informierte

Hausfrau. Denn die Erfolgreichen

nehmen sich oft weniger Zeit, sich mit diesen

Themen zu beschäftigen. Viele glauben

immer noch, Süßes zwischendurch ist eine

gute Idee, weil es einen Energie schub bewirkt.

Da ist die belesene

Hausfrau schon

weiter. Die weiß, dass

es auf Dauer unklug ist. Alle Menschen

machen generell zu 90 Prozent dieselben

Ernährungsfehler. Darum habe ich auch

ein mein Online-Coaching-Programm

Leichter als du denkst auf den Markt gebracht,

in dem die Leute in acht Wochen

lernen, wie man es in der Praxis richtig

macht. Diese acht Wochen kann sich jeder

so einteilen, wie es seine zeitlichen Kapazitäten

zulassen, d.h. kein Druck, kein zeitliches

Muss, kein starres Konzept… eben

leichter als Du denkst. Gesundheit steht

im Werteindex vor Freiheit und Erfolg auf

Platz 1 und die die Digitalisierung macht

Selbstoptimierung, ob nun allein oder

in einer Community einfach und überall

möglich. Der unglaubliche Erfolg von

„Leichter als Du denkst“ zeigt mir, dass ich

auch da mit meiner Methode den richtigen

Weg gegangen bin.

Schlussendlich ist es alles eine Frage der

Prioritäten oder?

Ja, und um nichts anderes geht es. Im ganzen

Leben geht es nur um Prioritäten. Zeit haben

wir alle dieselbe, jeden Tag 24 Stunden.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

59


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Bild Depositphotos/Iko-Images/Petrichuk

Yoga und Erfolg – was soll

denn das sein?

So oder so ähnlich sind oft

die Reaktionen in meinem

Alltag wenn ich Yoga und

Erfolg in Verbindung miteinander bringe

und dennoch zeigt Tim Ferriss in seinem

Buch „Tools of Titans“ auf, dass mehr als

zwei Drittel der erfolgreichsten Persönlichkeiten

in unserer Welt, von Arnold

Schwarzenegger bis hin zu Anthony Robbins,

ihren Tag mit einer Prise Yoga und

Meditation beginnen oder zumindest

würzen. Aus diesem Grund kommen immer

mehr Führungskräfte, Firmenchefs

und Spitzensportler auf die Yogamatte.

Doch warum ist das so und warum hat

Yoga etwas mit Erfolg zu tun?

In den letzten Jahren habe ich mich immer

wieder sehr mit dem Thema Erfolg

auseinander gesetzt. Ein Ding, eine Eigenschaft

die mich einfach fasziniert und

nicht mehr loslässt. Warum schaffen es

einige Menschen und Unternehmen voll

und ganz erfolgreich zu sein und andere

bleiben im Mittelmaß oder strampeln

sich voll und ganz Tag für Tag ab und

kommen trotzdem nicht weiter. Es tut

mir leid ich habe keine Zauberformel

entdeckt und ich werde hier sicherlich

nicht ins Horn von vielen anderen Management

und Führungsgurus blasen

und irgendwelche Plattitüden hervorholen.

Doch ich bin zu folgender Erkenntnis

für mich gekommen beim Studieren

von unzähligen erfolgreichen Persönlichkeiten

und Unternehmen:

Was hat Yoga mit

Erfolg zu tun?

Yoga und Erfolg,

was soll das

denn sein?

Von

Eva-Maria Flucher

• Hab ein Ziel

• Stell dir die Frage wer du sein möchtest?

Nicht was du sein möchtest –

WER du sein möchtest ist die Frage.

• Gib immer dein Bestes, egal in welchem

Bereich deines Lebens

• Setze um was dir wirklich wichtig ist – komm

ins Handeln – TUN ist das Zauberwort

• Hab Courage und sei auch bereit mal Regeln

zu brechen um weiterzukommen

• Habe keine Angst vor Misserfolgen

• Manchmal musst du einfach ein Risiko

eingehen

• Hör den Menschen zu, wenn es Schwierigkeiten

gibt

• Halte durch und kultiviere eine hartnäckige

Disziplin

• Denke rational doch vertraue deinem

emotionalen Fühlen

„Deine größte Antriebskraft und

Motivation ist deine Neugierde –

Bleib NEUGIERIG und habe in allen

Bereichen deines Lebens diese Neugier –

sie ist dein Motor und dein Kompass.“

(Marc Girardelli)

Das spannendste für mich an der ganzen

Geschichte ist, dass all diese Erkenntnisse

im Kern purer Yoga sind. Wenn du dir die

3 Qualitäten der Übungspraxis im Yoga

ansiehst so lauten diese . . .

Mehr zu Yoga lesen Sie online unter

www.erfolg-magazin.de

Die

Entscheidungs-

Checkliste,

Punkt 6:

„Check“

Immer den Überblick

behalten

Von Philip Keil

F-O-R-D-E-C: der letzte

Punkt unserer Entscheidungs-Checkliste

lautet passenderweise

„Check“. Ein

extrem wichtiger Punkt, der

aber so kurz vor dem Ziel nur allzu oft

übersehen wird.

Die Entscheidung ist gefallen und der

Plan für die Durchführung steht. Das

Ziel fest im Blick ist ein häufiger Fehler,

dass alles andere ausgeblendet wird.

Augen zu und durch, komme was wolle!

„Target Fixation“ nennt die Luftfahrt dieses

Phänomen, das schon zu zahlreichen

Flugzeugabstürzen geführt hat.

Mein Anti-Crash Tipp: Checken Sie . . .

Welche Tipps der bekannteste Pilot

Deutschlands für Sie hat erfahren Sie

online unter www.erfolg-magazin.de

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen

Erfolgstipps der

Spitzenköche

Geh konsequent deinen Weg

und sei hart zu dir selbst

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Harald Wohlfahrt ist seit 1980 Küchenchef

des Restaurants Schwarzwaldstube

im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn.

Seit 1992 wird das Spitzenrestaurant Jahr

für Jahr vom Guide Michelin mit drei

Sternen ausgezeichnet – eine Bilanz, die

kein anderer deutscher Koch aufweisen

kann. Auch der Gault Millau verleiht

ihm seit 2005 mit 19,5 von 20 möglichen

Punkten die höchste im deutschsprachigen

Raum vergebene Note. Bereits

1994 wählte die New York Times Harald

Wohlfahrt unter die zehn besten Köche

der Welt.

In meiner Anfangszeit als Küchenchef

empfahl mir einer unserer Stammgäste

den Roman Musashi von Eiji Yoshikawa.

Dieses etwa 1200 Seiten starke Buch hat

mich über alle Maßen beeinflusst und

begleitet mich durch mein ganzes Berufsleben.

Immer wieder denke ich an

die Lehren, die ich aus den Szenen des

Werks gezogen habe und immer noch

ziehe. Dieser Entwicklungsroman han-

Von

Frank

Arnold

Sie meinen, wir leben oft ein fremdes

Leben?

Hermann Scherer: Genau betrachtet

kein fremdes, aber ein fremdbestimmtes

Leben. Und das passiert auf vielfäldelt

von dem historisch belegten Samurai

Miyamoto Musashi, der im Japan des 16.

Jahrhunderts lebte. Am Anfang ist Musashi

ein einfacher Bauernsohn, der in einer

Schlacht zu den Unterlegenen gehört. Er

beschließt, sein Leben ganz dem Schwertkampf

zu widmen und in dieser Disziplin

ein wahrer Meister zu werden. Ein weiterer

Protagonist des Buches hingegen verfolgt

die eigene Entwicklung als Samurai nur

halbherzig und beschäftigt sich auch mit

den anderen Dingen des Lebens. Er bleibt

Musashi bis zum Schluss unterlegen.

Diese absolute Hingabe Musashis an sein

Ziel hat mir als junger Mensch sehr imponiert,

und letztendlich wollte auch

ich ein Meister meines Fachs werden.

Ich möchte nun nicht behaupten, dass

mein Weg so entbehrungsreich war wie

der Musashis, der mit einer ungeheuren

Härte gegen sich und seine Mitmenschen

agierte, aber dem Ziel, ein Spitzenkoch

zu werden, habe ich sehr viel untergeordnet.

Letztendlich hat es mir in meiner

Anfangsphase als junger Küchenchef

sehr geholfen, jemanden wie Musashi in

gewisser Weise zum Vorbild zu haben,

denn . . .

Neugierig auf den Rest? Lesen Sie online

weiter unter www.erfolg-magazin.de

Bild: Depositphotos/Wavebreakmedia, Scherer

Fokus: Hermann Scherer im Interview

Ihr neuestes Buch heißt „Fokus“.

Können Sie die Botschaft in einem Satz

zentrieren?

Hermann Scherer: Die kürzeste Zusammenfassung

lautet für mich: „Fokussieren

Sie sich auf Ihr Leben!“ Klingt für

viele vielleicht banal, aber tatsächlich

konzentrieren sich die meisten auf alles

Mögliche und immer wieder auf etwas

anderes, nur eben nicht darauf, das Leben

zu ihrem, zu ihrem eigenen Leben zu

machen.

tige Weise. Wir lassen uns von anderen

vorschreiben, was wir tun und was wir

gut finden sollen. Gibt es formulierbare

Ziele, werden auch die häufig nicht im

eigenen Kopf geboren. Andere machen

sich über all das überhaupt keine Gedanken

und leben einfach so in den Tag

hinein. Sie schauen quasi zu, wie ihre

Zeit verrinnt. Viele wissen weder wo sie

stehen, noch wo sie hinwollen. Es ist fast

wie ein Warten auf den Tod. Aber es gibt

ein Leben vor dem Tod. Ergebnis: Unzufriedenheit

und das Gefühl der Orientierungslosigkeit.

Was Hermann Scherer noch zu

sagen hat, lesen Sie online unter

www.erfolg-magazin.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

61


Wissen

MANIPULATION: IM FADEN­

KREUZ DER PROFILERIN

Tipps von der Profilerin: Wie man mit manipulativen Menschen umgeht

Sie umzingeln uns, die Manipulationstäter,

Manipulationspsychos

und Machtstrategen.

Sie kreisen uns ein, werfen ihren

Schatten über uns und wir können

nur entkommen wenn wir mit aller

Härte, Klarheit und einer guten Strategie

vorgehen. Das funktioniert, wenn wir die

Stricke erkennen, die uns die kaltblütigen

Manipulationsmeuchler um unseren Hals

gelegt haben, wenn das Netz der Macht

und Manipulation Lücken aufweist und

wir sie über diese Lücken dingfest machen

können. Wir müssen uns auch eingestehen,

dass wir nahe am Rande der Falle stehen

oder die Schlinge sich schon zuzieht.

Manipulationsmöglichkeiten sind schier

unendlich, nicht nur im Businesskontext.

Der Manipulator mit der Giftspritze

Der Keyaccount-Mitarbeiter möchte die vakante

Leitung der Abteilung übernehmen.

Dazu muss er einen Kollegen ausschalten,

der für die Position vorgesehen ist. Er will

sich nicht die Finger schmutzig machen

und Verbündete sind der elegantere Weg.

Diese „Auserwählten“ bearbeitet er vorsichtig

und subtil mit der „Impfungs- oder

Injektions-Technik“!

Injektion Nr. 1: Selbstverständlich wäre

Kollege X fachlich ganz gut in der Leitung

der Keyaccount-Abteilung. Dennoch, wir

wollen ja entspannt arbeiten und könnten

gemeinsam sehr viel bewegen, wenn ich

die Leitung übernehme.

Injektion Nr. 2: Natürlich gibt es Leute

die gegen mich etwas vorbringen können

doch der Erfolg, zu dem ich euch mitnehmen

könnte, gibt mir ja recht! ...

So wird langsam und in regelmäßigen Abständen

injiziert solange bis der andere

stabil ist und als Verbündeter eingesetzt

werden kann.

Quicktipp: Lassen Sie sich nicht einspannen,

wenn es Ihnen zuwider ist.

Sprechen Sie an, dass Sie den Manipulations-Versuch

durchschauen und ehrlich

um Unterstützung gefragt werden wollen.

Wenn Sie die Person nicht unterstützen

wollen beziehen Sie freundlich, sachlich

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen

Bild: DepositphotosJohny87, Staniek

und klar Stellung dazu. Wenn Sie sich

einspannen lassen, überprüfen Sie ob der

andere auch seine Versprechen einhalten

kann und stellen Sie sicher, dass er es auch

wird. Machen Sie sich bewusst, dass Sie ein

Mittel zum Zwecke sind. Wenn das für Sie

passt, dann OK.

One shot – one kill! Rhetorische Manipulationen

abfangen

Rhetorische Tricks sind Gang und Gäbe.

Von der verbalen Überrumpelung, über

Angriff und Attacke, strategisch aufgebaute

Satz- und Dialogkonstruktionen, bis

hin zu Bluffs, knallharten Lügen und Halbwahrheiten.

Darf ich Ihnen eine Frage stellen, sagte der

eine Politiker zum anderen bei einer Wahldiskussion

im TV. „Wer hat die Justizia vor

dem Wiener Parlament bauen lassen?“

Der andere fragt irritiert: „Justizia, wieso,..

das..“. Sofort wird er vom anderen unterbrochen.

„Sie wollen dieses Land nach

außen vertreten? Sie können nicht mal

die einfachsten Fragen beantworten. Es

ist die Pallas Athene die an der Frontseite

des Parlamentes steht. Der andere Politiker

wusste sehr wohl, dass es die Pallas Athene

ist, wurde aber durch diese killerrhetorische

Manipulationsattacke sehr wirksam

als ungebildet hingestellt.

Quicktipp: Bleiben Sie in heiklen Situationen

gelassen und ruhig und dennoch immer in

aufmerksamer Reaktionsbereitschaft!

Fallen Sie sofort ins Wort und antworten Sie:

a) „Es ist die Pallas Athene die vor dem

Parlament steht“.

b) „Damit auch Sie es wissen, es ist die

Pallas Athene“ (Umkehrmethode)

c) Ich habe den Eindruck, Sie wollen

mich manipulieren und ungebildet aussehen

lassen. Es ist die Pallas Athene. Lassen

Sie das – konzentrieren wir uns auf sachliche

Inhalte.

Der Bodycheck – Manipulation über

Körpersprache

Über Mimik, Gestik, Körpersprache kann

geführt, gelenkt, motiviert, irritiert und

auch manipuliert werden. Der Einkäufer

bemerkte die Unsicherheit des jungen

Dienstleisters. Und er steigerte diese noch.

Als der junge Anbieter von seinem tollen

Angebot sprach, zog der Einkäufer ganz

subtil seinen rechten Mundwinkel hoch.

Damit signalisierte er dem Anbieter seine

Geringschätzung, was diesen in noch

größere Unsicherheit stürzte. Eine winzige

wegwerfende Bewegung mit der Hand, ein

bewusstes Zurückziehen des Körpers, ein

gelangweilter Gesichtsausdruck, das abwägende

Spitzen der Lippen, das Hochziehen

der Braue mit einem skeptischen Blick

kann einen unsicheren Menschen in die

Falle tappen lassen.

Quicktipp: Sie kommen nicht darum herum,

Ihre Mitmenschen aufmerksam zu

beobachten. Lassen Sie sich nicht irritieren

und bleiben Sie gelassen oder sprechen Sie

es sofort an. Damit erreichen Sie, dass Sie

entweder eine relevante Information über

den tatsächlichen Stand der Dinge bekommen

oder dass sich der Bluff des Gegenübers

plötzlich in Luft auflöst.

„Ich habe den Eindruck, Sie sind mit meinen

Ausführungen nicht einverstanden!

Was ist Ihnen denn wichtig?“

Manipulationsprophylaxe

Fangen Sie Manipulationsmöglichkeiten

durch VOR-DENKEN ab. Ohne ein Negativist

zu sein, überlegen Sie bereits im Vorfeld

was bei einem Business-Gespräch, Meeting

oder bei einer wichtigen Präsentation laufen

könnte! Wer könnte welche Interessen

verfolgen? Welche Interessen wären auch in

Ihrem Sinne, welche nicht? Ohne paranoid

zu werden, überlegen Sie bitte auch wo Manipulationsansätze

wären.

Erlauben Sie sich keine Unachtsamkeit!

Bleiben Sie, auch wenn es anstrengend

ist, aufmerksam. Achten Sie auf Sprache,

Stimme und Körpersprache von Menschen!

Was will der Mensch mit seinen

Aussagen, mit dem Klang seiner Stimme

oder mit dem Ausdruck seines Körpers

erreichen?

Überprüfen Sie Informationen, stellen Sie

Überlegungen an, hinterfragen Sie.

Hören Sie auch auf Ihr Gefühl! Sehr gibt

einem das zugelassene Gefühl einen Hinweis,

das hier etwas nicht stimmt.

Entwickeln Sie sich zu einem selbstbewussten

exzellenten Kommunikator, das

reduziert die Gefahr einer Manipulation

aufzusitzen.

Patricia Staniek

ist Profilerin für Sicherheit und Wirtschaft,

Keynotespeakerin und Fachvortragende

Senatorin S.D.W.

Wissen gibt Ihnen Macht. Bilden Sie sich

stets weiter, arbeiten Sie an Ihren rhetorischen

Fähigkeiten, trainieren Sie Krisenkommunikation,

Schlagfertigkeit und

Souveränität.

Antizipieren statt nur partizipieren

Am Wirkungsvollsten ist es immer wenn

Sie in solchen Situationen vorgehen wie

beim Abstellen Ihres Autos in der unübersichtlichen

Parkgarage. Erhöhte

Aufmerksamkeit und

Umsicht! Welche Gestalten

befinden sich in der Garage?

Wo könnte sich jemand

verstecken? Ihr Auto parken

Sie so, dass Sie leicht

einsteigen und wegfahren

können. Sie suchen sich

einen hellen und übersichtlichen

Parkplatz. Sie beobachten

bei Verlassen und

Wiederkehren dunkle Plätze

und bewegen sich auf sicherstem

Weg zum Auto. Tür auf, einsteigen,

Tür versperren und vom sicheren Ort

aus agieren.

Analysieren Sie also immer die Situation,

bleiben sie wachsam und handlungsbereit!

Und bevor Sie sich in heikle berufliche

Situationen begeben, denken an Ihre Sicherheit

im Business genauso wie in der

Parkgarage.

„One shot – NO kill“ ist die Devise

Abhängig davon welche Manipulation aktuell

bei Ihnen angewendet wird, haben

Sie immer Möglichkeiten. Vergrößern Sie

täglich Ihre Handlungsmöglichkeiten und

probieren Sie es aus. Jede abgewendete

Manipulation macht Sie noch stärker und

sicherer in schwierigen Situationen. Sagen

Sie sofort STOP und führen Sie auf eine

professionelle Gesprächsebene zurück.

Hinterfragen Sie verbale Attacken: „Was

genau meinen Sie damit?

„Wie kommen Sie zu dieser Meinung“?

Was brauchen Sie jetzt damit wir wieder

professionell miteinander kommunizieren

können?

Wenn Sie ein klärendes Gespräch mit

einem Manipulanten einfordern, ist es in

vielen beruflichen Fällen wichtig eine dritte,

unabhängige Person dazu zu bitten.

Ihre Sprache und Körpersprache kann

Manipulatoren einladen oder abhalten.

Selbstsichere, souveräne und wirkende

Personen werden weniger manipuliert und

angegriffen.

Wenn Sie einem „bedrohlichen und gefährlichen“

Manipulationspsycho in die

Falle getappt sind, dann holen Sie sich

dringend professionelle Hilfe von Außen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

63


Wissen

Raus aus der Kom

Nicht nur denken,

sondern handeln!

Karriere – ein großes Wort.

Die einen eifern diesem Gedanken

krampfhaft nach,

andere glauben, dass sie in

ihrem Beruf nie Karriere

machen können, weil es die Tätigkeit gar

nicht hergibt. Eine Karrierelaufbahn hat

Die Motivation zur Umsetzung

einer Idee oder Handlungs absicht

schwindet nach 72 Stunden.

Die Quote, das Vorhaben noch zu

beginnen, liegt dann bei 1:99.

nicht automatisch nur etwas mit Führungspositionen

und Macht zu tun, sondern

bezieht sich vielmehr auf das Erreichen

von beruflichen Zielen und Erfolg

für das eigene Unternehmen. Dabei kann

ein Angestellter unter Umständen mehr

für sein Unternehmen leisten als andere

Mitarbeiter in höheren Positionen. Deshalb

muss es nicht unbedingt zu Druck,

Überforderung und Stress kommen. Einmal

über den Tellerrand hinausblicken.

Einfach mal sehen was hinter der Schreibtischkante

passiert. Was außerhalb der

eigenen Komfortzone (Box) liegt. Das sin

die Schlüssel.

Immer den Sieg anstreben

Im Sport geht es nicht darum, Mittelmaß

oder gut zu sein. Wettstreiter treten immer

mit dem Ziel an zu siegen. Dass es nicht

immer klappt, ist dabei selbstverständlich,

wer es aber gar nicht erst anstrebt, hat bereits

den letzten Platz belegt. Wie im Sport

sollte man auch beruflich immer versuchen,

die Nummer eins zu bleiben. Dazu

gehört auch eine regelmäßige Reflexion

der derzeitigen Lage, für sich selbst, für

das Unternehmen und darüber, was in Zukunft

noch besser laufen könnte. Nur wer

sich selbst Fragen stellt und darüber nach-

denkt, welche neuen Ideen, Wege oder

Maßnahmen helfen, wird auch Lösungen

finden und so erfolgreicher wirtschaften.

Fördern durch fordern

Ganz wichtig für eine erfolgreiche Karriere:

Herausforderungen annehmen, denn

nur durch Forderung innerhalb neuer

Aufgabenbereiche, Verantwortungen

Jürgen Höller wurde 1999 als erster

Mentaltrainer der Bundes liga unter

Trainer Christoph Daum bekannt. 2001

wollte er mit seiner Weiterbildungsfirma

an die Börse, was allerdings scheiterte.

2003 wurde Höller u. a. wegen Untreue

zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach

vorzeitiger Entlassung 2004 startete er

sein Comeback. Heute ist er so erfolgreich

wie nie zuvor.

oder Positionen wachsen Erfahrung

und Selbstbewusstsein. Nur wenn wir

uns immer wieder fordern, können

wir auch zeigen, was in uns steckt.

Ideen nicht nur denken, sondern handeln

Nur eine Idee allein reicht jedoch

nicht, sie muss auch in die Hand genommen

und realisiert werden. Eine

Untersuchung in den USA hat gezeigt,

dass nach 72 Stunden die Motivation zur

Umsetzung einer Idee oder Handlungsabsicht

schwindet und die Quote dann bei

1:99 liegt, das Vorhaben noch zu beginnen.

Um einer Idee auch Taten folgen zu lassen,

muss ein Stein ins Rollen gebracht werden.

Ich ziehe hier immer gerne den Vergleich

zum Laufen über heiße Kohlen, eine

Übung, die ich auch in meinem Lifing®-Seminar

durchführe. Der erste Schritt kostet

Überwindung, und man kann den Gang

auch verweigern, wird dann aber nie von

der Erfahrung profitieren können. Traut

man sich, den ersten Schritt zu gehen, gibt

es kein Zurück mehr, nur noch ein Voran

– die Erfahrung, dass der erste Stein den

Rest ins Rollen bringt und die Steigerung

der Motivation und des Selbstbewusstseins,

solche Aufgaben zu meistern.

Geben kommt vor Nehmen

Statt zu resignieren und zu jammern, dass

man nicht vorankommt, eine Gehaltserhöhung

ausbleibt oder die möglicherweise

erhoffte Beförderung für den Kollegen ausgesprochen

wird, sollte lieber proaktiv und

konzentriert gehandelt werden. Hier geht

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen

fortzone

Oliver Kahn, ehemaliger deutscher

Nationaltorhüter, ist ein prominentes

Beipiel dafür, was sich erreichen lässt,

wenn man den Blick fest auf das

Primärziel gerichtet hält und alle Energien

in diese Richtung mobilisiert.

Notieren Sie Ihr anvisiertes

Karriereziel schriftlich und auch

den Zeitrahmen in dem Sie dieses

Ziel erreichen wollen.

es um das bisschen ‚Mehr‘, das Du Deinem

Unternehmen oder auch Kunden gibst.

Angefangen bei einer verbesserten innerbetrieblichen

Kommunikationsstruktur,

über Veränderungen bei Kundenprojekten

oder Produktionsabläufen, bis hin zu Deiner

persönlichen Mehrleistung in einem

Arbeitsprozess.

Immer ein wenig schneller sein

Perfektion ist ein guter Ansatz, um Aufgaben

mit Hingabe und Gewissenhaftigkeit

zu erledigen, allerdings lähmt sie zeitlich.

Vor allem verbrauchen wir oft für die letzten

paar Prozent zur Perfektion viel mehr

Energie und Zeit, als wir letztendlich anschließend

an Output zurückerhalten.

Aus diesem Grund rate ich Dir, nicht unbedingt

immer auf Perfektion zu achten.

Selbstverständlich gibt es Bereiche und

Aufgaben, bei denen Perfektion notwendig

ist. Allerdings solltest Du hier gut reflektieren,

wo vielleicht der Anspruch zu hoch

ist und dabei wertvolle Zeit verloren geht.“

Wichtig oder dringlich –

Unterschiede erkennen

Zwischen wichtigen und dringlichen

Aufgaben gibt es den Unterschied, dass

wichtige Aufgaben nicht unbedingt

dringlich sind und dringliche Aufgaben

nicht zwangsläufig wichtig. Anders als es

die meisten Menschen im Arbeitsalltag

machen, sollte „wichtig“ unbedingt vor

„dringlich“ auf der täglichen Agenda stehen.

Denn bleiben wichtige Aufgaben liegen,

nur weil dringliche sich dazwischenschieben,

bedeutet dies einen Stillstand

der Effektivität. So bleiben gute Ideen auf

der Strecke, wichtige Aufträge gehen verloren

oder das Unternehmen gerät wirtschaftlich

in Rückstand. Hier hilft ein

abendlicher Check für den nächsten Tag,

der, schriftlich festgehalten und direkt auf

dem Schreibtisch platziert, auf seine Umsetzung

wartet. So kann man am nächsten

Tag direkt starten und verliert keine Zeit

durch Ablenkungen.

Auch die eigene Vorstellung von der Karriere,

also das, was als Spitze im Beruf angesehen

wird, bleibt in schriftlicher Form

besser präsent. „Notieren Menschen ihr

anvisiertes Karriereziel schriftlich und

auch den Zeitrahmen, in dem sie dieses

Ziel erreichen wollen, verschwinden diese

nicht wieder aus dem Blickfeld und können

jederzeit mit dem Ist-Zustand abgeglichen

werden.

Wichtig ist dabei auch, dass man seine

Ziele immer außerhalb der eigenen Komfortzone,

außerhalb der eigenen Box festlegt,

so muss man um das Ziel zu erreichen

diese immer wieder verlassen.

TOP-TIPP:

Überschätze nicht das, was Du

kurzfristig erreichen kannst!

Unterschätze nicht das, was Du

langfristig erreichen kannst!

Bild: Depositphotos/S_Bukley, Niggehoff

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

65


Wissen Erfolg

So werden Sie

unentbehrlich

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Erfolg

Was man von

Disney & Co. für die

Karriere lernen kann

Bilder: Depositphotos/LeeSnider, Haider

Das Unternehmen, in dem

Sie angestellt sind, ist ein

kleiner Arbeitsmarkt. Und

auch Ihr Berufsbild, egal

ob Sie Computer-Experte,

Rezeptionist

im Hotel oder

Koch sind, bildet

einen Arbeitsmarkt,

in

dem Unternehmen

Arbeitskräfte

suchen.

Wer sich in

Märkten bewegt

und erfolgreich

sein will, sollte sich einige der klassischen

Marketing-Methoden erfolgreicher Marken

für den eigenen Erfolg zu eigen machen:

Um eingestellt und befördert zu

werden.

Es ist Ihre Aufgabe

vorzugeben,

was andere über

Sie erzählen.

Wer bin ich – und wann ja wie viele?

Große Firmenmarken haben eine definierte

Story. So entwickelt Disney „die kreativsten,

innovativsten und profitabelsten

Unterhaltungs-Erlebnisse“, BMW setzt auf

„Freude am Fahren“, Jochen Schweizer ist

überzeugt: „Du bist, was Du erlebst“. Die

meisten Personenmarken kommunizieren

aber gerade mal Name und Funktion: Max

Muster, Controller. Sie haben die Antwort

auf die Wer bin ich- und Warum-tret-ichan-Frage

nie aktiv gestaltet, so dass beim

Empfänger ein Wow, ein Aha, ein Cool

entsteht. Oder Sie antworten mal so, mal

anders und pflegen so viele Personenmarken.

Wenn das, was andere über Sie

sagen, wenn Sie selbst nicht dabei sind,

die Attraktivität Ihrer Personenmarke

darstellt, dann ist es Ihre Aufgabe, durch

konsequentes Vorerzählen vorzugeben,

was andere über Sie erzählen. Einer meiner

Coachingkunden war Empfangschefin

im Hotel. Nach unserer Coachingarbeit

sagte sie auf die Wer bin ich-Frage nicht

mehr Name und Funktion, sondern: „Ich

gestalte Erlebnisse für die wichtigsten zwei

Momente unserer Hotelgäste: Die Anreise

und Abreise!“. Ein Controller sagte: „Ich

bin der Ermöglicher: Ich zeige Mitarbeitern,

wie sie Bilanzen und Zahlen so lesen,

damit sie die richtigen Entscheidungen

treffen!“. Wer sind Sie, was treibt Sie an,

warum machen Sie Ihren Job, wovon sind

Sie dabei überzeugt, was möchten Sie zum

Guten verändern,

woran glauben

Sie…? Das einmal

attraktiv zu

designen und

konsequent zu

leben ist die Basis

für Karriereerfolg.

Und nur

Mut zur für Sie

richtigen Formulierungs-Dosis

dazu, selbst wenn Kollegen

mal neidisch lächeln.

Points of Touch

Große Marken designen die wichtigsten

Berührungspunkte mit

den Kunden. Wer einmal

einen Disney-Park besucht

hat, weiß, dass jeder

Kontakt mit dem Gast gestaltet

ist: Vom Parken bis

zum Auto wieder finden.

Selbst für die oft gestellte

Frage „Wann beginnt die

18.00 Uhr Show?“ hat jeder

Mitarbeiter eine professionelle

Antwort. Was erlebt jemand,

wenn er mit Ihnen Berührung hat? Haben

Siegfried Haider

zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten

Marketing- und Positionierungsexperten

im deutschsprachigen Raum.

Sie diese Berührungspunkte je interner

Zielgruppe (Abteilung) schon mal definiert

und gestaltet? Wie melden sie sich

am Telefon, wie beginnt Ihre email, wie eröffnen

Sie Meetings,…? Erst dann können

Sie diese Touchpoints to Points of Touch

machen. Einer meiner Chefs hatte eine

Schublade im Schreibtisch mit edelster

Schokolade. Sein Schreibtisch war immer

Treffpunkt, er wusste über alles und jeden

Bescheid. Was sind Ihre Points of Touch,

um erinnert zu werden? Ideal haben diese

etwas mit Ihrem „Wer bin ich“ zu tun, Ihrer

Story.

Netzwerken

Große Marken wie Diesney investieren

in aktives Beziehungs-Management und

lassen einen wichtigen Kontakt nie mehr

los. Karriereorientierte Menschen pflegen

aktiv hochkarätige Netzwerke. Sie

überlegen sich, wohin

sie möchten und

Machen Sie

Touchpoints

zu Points

of touch.

bauen sich dafür eine

Erfolgs-Strategie. Um

diese zu realisieren,

braucht es Menschen,

die einem helfen: a)

Die, die Ihre Beförderungen

auf dem Weg

zum Ziel entscheiden

oder die Entscheidung

beeinflussen können. b) Multiplikatoren,

die den Flurfunk im Unternehmen mit

bestimmen. c) Innovatoren, die einem

bei Projekten wertvolle Tipps geben können.

d) Externe Entscheider, die einem

Zugänge zu Messebühnen, Blogs, Online-Portalen

usw. für Beiträge ermöglichen,

damit Sie gesehen werden und Sie

so als Expertenpersönlichkeit mit Ihren

Botschaften positionieren. Und egal ob

Sie Kellner oder Ingenieur sind: Sie sind

Experte/in für Ihren Bereich.

Disney hat ein Hauptziel: Exzellente Produkte

und Leistungen. Am Ende entscheidet

für Karriere neben der Positionierung

immer noch eins am meisten: Ihre Kompetenz

und Ihre exzellenten Arbeitsergebnisse.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

67


Wissen

MACHER

UND

DENKER

Bundeskanzler

unter sich: Angela

Merkel, die Denkerin,

vor einem Bild des

Macher-Typs Helmut

Kohl.

68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


Wissen

Die Macher (Pioniere) gehen

voran, die Denker (Siedler)

stehen für die Kopfarbeit

Bilder: Depositphotos/360ber, Misar

Bist du Unternehmer? Oder

bist du noch Angestellter?

Egal wie deine Antwort lautetauch

wenn du noch irgendwo

angestellt bist, sei es in einer

fremden oder deiner eigenen Firma- Du

bist unabhängig davon immer entweder

Siedler oder Pionier.

Aber vorab noch eine andere Frage an

dich: Was denkst du haben Firmen wie

Apple, Google, Facebook, Amazon und

Microsoft gemeinsam?

Alle fünf führen das Ranking der teuersten

Marken der Welt an (Quelle Statista). Und

alle fünf wurden von Pionieren zu dem gemacht

was sie heute sind.

Steve Jobs ist es gelungen, als vorausdenkender

Visionär die Welt der Musik, die

Welt der Zeitplanung, der Telekommunikation

und die Computerwelt zu revolutionieren.

Er war in keinem der 3 Bereiche

der erste am Markt. In jedem dieser

Bereiche hatte er harten Gegenwind von

so großen Firmen wie Microsoft, Nokia

und der gesamten Musikbranche. Nokia

ist mittlerweile Geschichte und auch die

Musikbranche hat umdenken und ihr Geschäftsmodell

verändern müssen.

Pioniere wie Larry Page und Sergey Brin,

die ohne richtigen Business Plan ein Milliardenunternehmen

gegründet haben,

veränderten die Branche der Suchmaschinen,

die TV-Branche, stießen auf massive

Widerstände bei Einführung von Google

Maps und haben es in jüngster Zeit

mit Entwicklung eines fahrerlosen Autos

ebenso wie Apple geschafft die gesamte

Automobilindustrie in Trab zu halten.

Jeff Bezos ebenfalls ein Pionier ging es

nicht besser, als er mit Amazon den Buchhandel

veränderte und danach das gesamte

System des Onlinehandels. Auch

er hatte mit erheblichen Widerständen zu

kämpfen. Und ich kann mich noch erinnern

als ich im deutschsprachigen Raum

erstmals die Idee hatte alte Fabrikshallen

in Loftwohnungen umzubauen, wie mich

einige meiner Mitbewerber im Immobilienbereich

für verrückt erklärten.

Die Gemeinsamkeit

aller

oben genannten

Pioniere:

Am Anfang

wurden sie alle

belächelt dann

bekämpft und

Paul Misar

ist bekannt als Lifedesignentrepreneur. Als Pionier war er

bereits an über 30 Unternehmen, Startups und Sanierungsfällen

beteiligt.

Für alle Leser des Erfolg Magazins verschenkt er hier

sein neuestes Buch "Lizenz zum Immobilientycoon

Anleitung für angehende Immobilieninvestoren"

unter www.immobilien-tycoon.com/gratis-Buch

Außerdem gibt es für die Leser des Erfolg Magazines ein

Geschenk in Form einer kostenlosen Videoserie zum

Thema "Erfolg mit Immobilien"

Am Anfang wurden sie alle

belächelt, dann bekämpft

und heute gefürchtet und

bewundert.

heute werden

sie von einigen weiterhin gefürchtet und

von den Massen bewundert.

Pioniere sind Vorkämpfer die mit der

Machete in der Hand den Weg durch das

Dickicht des Urwaldes schlagen um neue

Wege zu bereiten. Hinter ihnen kommen

dann die Siedler welche die Straßen bauen.

Auch Siedler haben Ihre Qualitäten. Die

Siedler unter den Unternehmern sind diejenigen

welche die Ideen anderer durch

Einsatz und permanentes Kaizen verbessern.

Nehmen wir zum Beispiel Ray Kroc

der als 57 jähriger Mixerverkäufer auf die

Idee der Gebrüder McDonalds setzte und

einen Weltkonzern daraus machte. Oder

ein gewisser Howard Schultz der Starbucks

zu dem machte was es heute ist. Diese Flottenkapitäne

waren vom Naturell her eher

Siedler welche die Ideen anderer richtig

groß machen konnten indem Sie in konstanten

kleinen Schritten Systeme schafften

und diese permanent optimierten.

Stellst du dir gerade die Frage ob Du

Siedler bist oder Pionier? Und fragst du

dich parallel dazu ob du deine persönliche

finanzielle Freiheit und alle anderen

persönlichen Ziele schneller als Pionier

oder Siedler

erreichen

kannst?

Die Wahrheit

ist- Nahezu

jeder

Unternehmer

hat

Anteile von

beiden Komponenten in sich- aber fast

immer überwiegt ein Anteil ganz klar.

Hast du schon herausgefunden welcher

Anteil bei dir dominiert?

Bist du der groß denkende Heißsporn der

nur dann ruhig schlafen kann wenn seine

Umsätze explodieren und sich um zwei

bis dreistellige Prozentpunkte jährlich

vervielfachen? Oder bist du eher der solide

Siedler der sich mit dem Spruch „No

Risk no fun- High Risk high Fun!“ niemals

anfreunden wird können, aber dafür

konstante moderate Steigerungsraten auch

über viele Jahre halten kann.

Während die Pioniere wie Steve Jobs kreative

Ideenproduktionsmaschinen sind

konzentrieren sich die Siedler also die

Steve Wozniaks oder Siedler dieser Welt

lieber auf die schrittweise Umsetzung der

Ideen.

Und um auf die 2. Frage zu sprechen zu

kommen. Tatsache ist folgende- Keiner gewinnt

alleine. Wenn du ein Pioniertyp bist

solltest du dich zeitnah mit einigen Siedlern

umgeben. Wenn du selbst aber Siedler

bist, spricht nichts dagegen sich einen Pionier

zu suchen und von ihm etwas Optimismus

und Abenteurertum zu lernen.

Lebe doch deine Stärke und suchen dir jemand

der an deiner Seite der deine Schwächen

abdeckt.

ERFOLG magazin . Ausgabe 04/2017 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg Magazin Partnerevents

„Menschen sind wie

Romane zu lesen…“

Kommunikationsexperte Thorsten Havener

verrät beim 16. Stuttgarter Wissensforum

am 20. Oktober 2017 in der Porsche-Arena die

Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation

Am 28. Oktober gastiert Bodo

Schäfer in der Siegerlandhalle.

Gemeinsam mit Tobias Beck,

Gerald Hörhan und Dr. Ben

Baak wird er den ersten Erfolgs-

und Querdenkerabend

in Siegen gestalten. Und klar ist:

Schäfer wie auch die anderen

Redner werden

die rund 2500

Zuhörerinnen

und Zuhörer, die

maximal an der

Veranstaltung

teilnehmen können,

dazu bringen,

mit mancher

vertrauten und lieb gewonnenen

Sichtweisen zu brechen.

Dazu gehören ganz praktische

Dinge wie „Mach keine to-do-

Listen“ (spannende Frage …

denn warum eigentlich nicht?).

Aber sie räumen auch mit echten

Glaubenssätzen auf. Wie

dem, das Geld machen wollen

etwas Schlechtes sei. Bodo Schäfer

zum Beispiel vertritt da eine

Position, die sich im besten Fall

als „unkonventionell“ bezeichnen

lässt – und von der wohl die

meisten Deutschen erst einmal

nichts wissen wollen. Nämlich:

Dass man Geld lieben kann.

Reich sein ist

kein Wunder,

es ist unser

Geburtsrecht!

(Bodo Schäfer)

Vielleicht sagt Schäfer deshalb

auch meistens gleich, dass Geld

nicht alleine das Wichtigste sei.

Die Idee jedenfalls zu der

Querdenker-Premiere im Siegerland

hatten zwei Sauerländer

Nachwuchs-Unternehmer:

Marco und Steffen Scherer. Die

beiden sind die Denker, Planer

und Macher hinter dem Erfolgs-

und Querdenkerabend.

Sie wollen Menschen inspirieren

und zum Machen anregen.

Und sie sind überzeugt,

dass das geht. Die Ironie dabei:

Dass zwei Sauerländer mit einer

Idee das Siegerland nach

vorne bringen wollen – das ist

ungefähr so verrückt, als würde

der Düsseldorfer dem Kölner

erklären wollen,

was Karneval ist.

Trotzdem lassen

sich die Scherer-Brüder

nicht

davon abbringen

und sind ausgesprochen

zuversichtlich,

dass

der Abend ein voller Erfolg

wird. Unter anderem nämlich

deshalb, weil sie von einem der

Grundsätze von Bodo Schäfer

überzeugt sind: Dass man groß

denken muss – und reich denken.

„Ich nehme mir ein Ziel

und das nehme ich einfach mal

zehn“, sagt Bodo Schäfer. Genau

das ist die Idee hinter dem

Querdenker-Abend in der Siegerlandhalle,

sagen die beiden

Sauerländer.

Das mag philosophisch klingen.

Doch für die Scherer-Brüder

geht es um ganz Konkretes:

„Fragst Du dich manchmal,

warum dem einen Menschen

im Leben alles zufällt, und dem

anderen einfach nichts gelingen

will? Wieso kann jemand

besonders gut mit Menschen

umgehen und warum ist jemand

anderes ein Millionär?“,

so Marco Scherer. Und sein

Bruder Steffen liefert die Antwort

gleich mit: „Genau darum

wird es an diesem Abend

gehen. Bodo Schäfer und auch

die anderen Speaker werden

vor allem eines leisten: Sie ermöglichen

ein Umdenken.

Sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets

unter www.erfolgsdenker.net

und seien Sie Teil dieser exklusiven

Premiere.

Herr Havener, man könnte

sagen, Sie lesen beruflich Gedanken.

Wie reagieren Menschen,

die Sie neu kennen

lernen, nachdem sie sich vorgestellt

haben?

Nun, normalerweise nennen

sie mir ihren Namen und begrüßen

mich.

Haben Sie es schon erlebt,

dass jemand sich weigert mit

Ihnen zu sprechen, aus Angst

davor, von Ihnen durchschaut

zu werden?

Ganz im Gegenteil, gewöhnlich

kommen sogar sehr viele Leute,

um mir zuzuhören. Und das

praktisch jeden Abend. Ich bin

kein Mensch, der Angst verbreitet.

Sie sagen, jeder kann es lernen,

Gedanken zu lesen. Sind

wir Menschen wirklich so

durchschaubar?

Wir Menschen sind nicht so

durchschaubar – wir sind einfach

nur sehr kommunikative

Wesen. Ich habe den Eindruck,

sehr viele von uns haben das inzwischen

verlernt. Die meisten

starren lieber in ihr Smartphone

als sich für ihre Mitmenschen

zu interessieren.

Könnte man umgekehrt auch

trainieren, verräterische Körpersprache

zu vermeiden? Oder

sind wir zwangsläufig leichte

Beute für geschulte Augen?

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Das bedeutet, wenn

wir uns plötzlich auf unsere

Ticks und Körperbewegungen

konzentrieren, wirken wir erst

richtig seltsam. Körpersprache

ist unbewusst und das sollte sie

auch bleiben. Der Schlüssel zu

einem entspannten Auftritt liegt

in Ihren Gedanken. Wenn Sie

die unter Kontrolle haben, folgt

der Körper ganz automatisch.

Worauf lohnt es sich für Laien,

in einer Konversation besonders

zu achten?

Auf die richtige Reihenfolge.

Am Anfang steht immer ein

Gedanke, dann, als zweites, setzt

die Körpersprache ein und als

drittes erst spricht der Mund.

Ich nenne das den ‚Körperleser-Dreisatz’.

Den machen wir

automatisch richtig wenn wir

nicht darüber nachdenken. Erst

sobald wir über unsere Körpersprache

nachdenken, fangen

wir an, komisch zu wirken. Ich

gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn

sich jemand wirklich freut, sie

zu sehen, dann wird er zuerst

den Gedanken haben: „Schön,

diesen Menschen zu sehen.“ Als

zweites setzt ein Lächeln ein und

dann – als drittes erst – wird diese

Person sagen: „Schön, Dich

zu sehen.“. Völlig falsch ist ein

„Schön, Dich zu sehen“ gefolgt

von einem Lächeln. Wenn wir

das bei unserem Gegenüber sehen,

merken wir intuitiv sofort:

„Da stimmt was nicht.“

Bilder: Erfolgsdenker, Havener: Jennifer Braun

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 04/2017 . ERFOLG magazin


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