ewe-aktuell 3/ 2017

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement.de
Impressionen der sambischen und deutschen Freiwilligen des ewe

Jahrgang 20 - September 2017

Herzliche Empfänge auf allen Seiten

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Die Zeit vergeht

Ankunft der Sambischen Freiwilligen

Gemeinden im Bistum Monze


Seite 2

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leser,

wenn ihr oder Sie diese Zeilen lest/lesen, hat unser Land bereits

ein neues Parlament gewählt.

Wenn wir mal davon ausgehen, dass keiner der derzeit viel

zitierten Hackerangriffe erfolgreich ist, so wird dieses Parlament

wohl mehr oder weniger den Wählerwillen korrekt abbilden. Die

Verlierer werden ihre Niederlage eingestanden haben, Fraktionen

sich gebildet haben und ein Bundeskanzler bzw. wohl eher eine

Bundeskanzlerin werden

vom Parlament gewählt

worden sein.

So weit, so gut – schließlich

kennen wir dies aus vielen

Weltgegenden anders.

Auch in Sambia weist die

Opposition, zu weiten

Teilen wahrscheinlich

auch zurecht, noch immer

auf Unregelmäßigkeiten

bei den Wahlen im

vergangenen Jahr hin, die

möglicherweise verhindert haben, dass sich der Wählerwille in der

Nationalversammlung und im State House niederschlägt.

2

8

10

Mbonyiwe

Jolina

Editorial

Chilala

Charleen

3

9

Doch was bedeutet dieses „Funktionieren“ des demokratischen

Prozesses für Deutschland, was z.B. für unseren Umgang mit

Afrika? Schaut man sich die Wahlprogramme der großen Parteien

an, so findet man überall auch den Terminus „Afrika“. Und dann

heißt es fast unisono, dass „Fluchtursachen“ bekämpft werden

müssen. Kann man es eigentlich noch unschöner ausdrücken,

Menschen ein angenehmeres Leben zu bereiten, als auf diese Art

und Weise? Oder verstehen wir da etwas vielleicht ganz falsch und

es geht gar nicht um grundlegende Perspektiven?

Sei’s drum, rosige Perspektiven sehe ich für Mbonyiwe und Chilala,

für Charleen, für Alisha und für Jolina. Und als ihre Fluchtursachen

nehme ich jede Menge Neugier, Offenheit, Empathie und

Wissbegierde – die sie nun auch gerne mit uns teilen.

Eine angenehme Lektüre dabei wünscht

14

14

Alisha

Gemeinden im

Bistum Monze

Neues aus Sambia

Daniel

12

12

Johann Heilmann


Seite 3

Willkommen Mbonyiwe und Chilala, schön,

euch bei uns zu haben! Gespannt lauschen wir

euren ersten Berichten…

Welcome, Mbonyiwe and Chilala, nice to have

you here in Germany! We are anxious to learn

more about your first impressions…

Ein herzlicher Empfang – Erste

Eindrücke von Mbonyiwe

Mbonyiwes first impressions

Dass ich ausgewählt wurde, am interkulturellen

Austausch des EWE von 2017 bis 2018 teilzunehmen,

eröffnet mir den Weg, eine meiner Leidenschaften zu

verfolgen: das Reisen.

My being selected to participate in the EWE

Intercultural Exchange 2017-2018 paves a way to meet

one of my likes: ‘Traveling’.

Ich bin am 31. Juli 2017 in Deutschland zusammen mit

meiner Mit-Freiwilligen Chilala Mpile um 9:45 Uhr

angekommen. Eine Sache, die meine Erwartungen

bereits erfüllt hat, war die Pünktlichkeit, da ich

tatsächlich genau um die Uhrzeit angekommen bin,

die auch auf dem Flugticket stand.

Ich wurde herzlich von Irmela und Nina am Flughafen

willkommen geheißen. Alles war in meinen Augen

anders, die sauberen Straßen und die Autos, die auf

der rechten Seite fahren. Die afrikanischen Gesichter,

an die ich mich in den letzten 18 Jahren gewöhnt hatte,

wurden nun durch weiße Gesichter ausgetauscht.

Kein Englisch oder eine der sambischen Sprachen, an

die meine Ohren so gewöhnt sind, war zu hören: Alles

war anders.


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Und als wir zu Hause ankamen, wurde alles

hauptsächlich mit automatischen Hausgeräten

geregelt – sowohl als in den Straßen, als auch im

Familienleben. Alle meine sambischen Sitten und

Gebräuche waren praktisch umgekehrt. So würde

eine ältere Person in Sambia sich niemals mit ihrem

Vornamen vorstellen.

Letztendlich muss ich aber diesen Lebensstil und die

Kultur respektieren, da wir im Endeffekt alle von Gott

erschaffen wurden.

Was das Essen angeht: Guter Gott, ich vermisse Nsima

so sehr. Aber ich habe auch sehr viele neue Gerichte

probiert und mag auch die meisten davon.

I arrived in Germany on 31st July 2017 with my fellow

volunteer Chilala Mpile at around 09:45.Already one

thing I proved right was time keeping because it was

exactly as my ticket stated I would arrive.

I received a warm welcome from Irmela and Nina

at the airport. All was different to my eyes, the clean

streets; the cars were left hand side. The black African

faces my eyes were used to for the past 18 years were

now looking at all white people, no English or any

Zambian language my ears were used to, it was all

different.

And when it came to the home and chores mostly

it was machinery use, on the street as well as family

life, all my Zambian morals were

opposite. Such that an elderly person

would introduce himself or herself by

their first name.

But all in all I had to embrace the way

of life and respect the culture after all

we are God ‚s creation.

When it came to the food, oh my

Lord, I missed Nsima a lot. It was

all about tasting different dishes every

day and well, I liked most of them.

Time came to meet the other

volunteers in Aachen and the rest of

the organising board. It was a very

nice experience for me because they

are also new in Germany and so was

I. The language was also a struggle

for them and we were all beginners.

One thing I was impressed about is

that I was able to introduce myself in

Deutsch, thus ‚Ich heiße Mbonyiwe

Banda, ich bin 19 Jahre alt und ich

komme aus Sambia. To mean, My

name is Mbonyiwe Banda, am 18

years old and I come from Zambia.

I am having a good time already, I have

been to Schlosspark, Wickrath castle,

to the Castle Museum Nideggen as

well as to Indemann overview tower,

such lovely places.


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Dann kam die Zeit, dass ich die

anderen Freiwilligen und den

Rest der Organisation in Aachen

kennenlernen konnte. Es war eine

sehr schöne Erfahrung für mich,

weil die anderen Freiwilligen auch

neu in Deutschland waren – genau

wie ich. Die Sprache war genauso

schwierig für sie wie für mich,

und wir sind alle noch Anfänger.

Was mich selbst erstaunt hat, ist,

dass ich mich bereits auf Deutsch

vorstellen konnte: „Ich heiße

Mbonyiwe Banda, ich bin 19 Jahre

alt und ich komme aus Sambia“.

Ich genieße bereits jetzt die

Zeit hier, wir waren schon im

Schlosspark, im Schloss Wickrath,

im Museum der Nideggener Burg

und auch beim Indemann – alles

wunderschöne Orte.

Zwei Wochen in Deutschland

– und ich bedaure meine

Entscheidung nicht und entdecke

sehr viel. Trotzdem vermisse ich

auch meine Familie in Sambia. Ich

freue mich auf elf schöne Monate

im Freiwilligendienst, die vor mir

liegen.

Danke sehr!

Two weeks in Germany, no regrets and still exploring,

but missing my family in Zambia. I look forward to a

happy stay for the next eleven months ahead of me as

I spend my social and volunteer service and the Intercultural

Exchange.

Danke sehr,

Thank you very much


Seite 6

Die ersten zwei Wochen in

Deutschland – Chilala berichtet

My first two weeks in Germany

Fern der Heimat zu sein, ist nicht so ganz leicht.

Es wird erst einfach, wenn man im neuen Land ein

Zuhause findet.

Ich kam am 31. Juli 2017 in Deutschland an, und Nina

und Irmela erwarteten mich am Flughafen. Ich war

sehr froh, als ich sie sah; ich war sicher, dass alles gut

wird. Ich fühlte auch, dass ich gewachsen war – daran

gewachsen, eine solch lange Reise von Sambia nach

Deutschland hinzubekommen! Und ich gratulierte

mir selbst.

Being away from home is not an easy thing, it only

becomes easy when one makes or finds a home in a

new land.

On 30th July I arrived in Germany, I found Nina

and Mrs Irmela waiting, upon seing them, I was very

happy because I was certain that all was well. I also

felt that I have grown, for me to manage to travel from

Zambia to Germany! I congratulated myself.

Jetzt bin ich schon über zwei Wochen in Deutschland

und finde mich sehr gut zurecht, auch wenn vieles

anders ist als in Sambia.

Ich war sehr erstaunt, als ich hörte – und es auch

selbst erlebte -, dass es in Deutschland zu jeder Zeit

regnen kann. Hier ändert sich das Wetter tatsächlich

dauernd. In Sambia dagegen gibt es eine Regenzeit

von November bis März.

Two weeks have passed since I came to Germany

and I am settling very well though it is different from

Zambia.

I was astonished when I heard and witnessed that in

Germany it can rain anytime, meanwhile in Zambia it

only rains from November to March. It is really a place

where the weather changes at any time.


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Ich war in Düren auf der Annakirmes. Viele Leute

gehen dorthin, um sich zu amüsieren. Die Leute

machen Spiele und man hört auf dem ganzen Platz

draußen laute Musik. Mir hat das sehr gut gefallen,

und ich hatte Spaß mit meinen Freundinnen.

Dann war ich auch in Aachen, um andere Freiwillige

zu treffen, die aus anderen Ländern kommen

(Südamerika). Ich war aufgeregt, als ich die anderen

Freiwilligen traf, und was einfach toll war, war, dass

ich mich schon auf Deutsch vorstellen konnte.

Zurzeit lerne ich Deutsch. Das ist sehr interessant,

wenngleich auch nicht so einfach. Ich fühle mich aber

sehr frei dabei, Deutsch zu lernen und zu sprechen:

„Ich spreche ein wenig Deutsch“.

Ich hatte die Gelegenheit, in Nideggen das

Burgenmuseum zu besuchen. Ich war sehr beeindruckt

über dieses alte

Gebäude, das so

stark, groß und dick

aussieht. Und dann

alle die Dinge, die

man im Mittelalter

benutzt hat!

Ich genieße schon

jetzt meinen

Aufenthalt in

Deutschland und

habe nirgendwo ein

Problem.

I went to Annakirmes, many people go there to have

fun. There are games, people play and there is loud

music played in the whole place. I was very happy to

go there and had fun with my friends.

Then came the time when I went to Aachen to meet

other volunteers from other countries, Aachen is one

of the cities in Germany, I felt very excited to meet my

fellow volunteers. What was exciting was that I was

able to introduce myself in Deutsch.

At the moment I am learning the German language,

it is interesting though not so easy. I feel very free to

learn and able to speak a bit of German „ich spreche

ein wenig deutsch“. I had a chance to go the castle

museum Nideggen, I was surprised when I saw how

strong, high and big the old building looked. I also

enjoyed seeing the

things that were used

in the middle age.

All In all, I am

already enjoying my

stay in Germany and

am not finding any

problems.

Vielen Dank Ewe!

Chilala Mpile

Vielen Dank ewe!

Chilala MPILE


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Gleich drei deutsche Freiwillige haben sich

im August ins Bistum Monze aufgemacht.

Auch wenn sie erst wenige Wochen vor Ort

verbracht haben, können sie bereits lebhaft und

umfangreich ihre ersten Erfahrungen schildern.

This August three German volunteers were

sent to the Diocese of Monze. So far they have

only been in Zambia for a couple of weeks, but

they have already a lot to tell about their first

experiences.

Endlich angekommen

Finally at home

Seid nun fast schon drei Wochen sind wir Freiwilligen

endlich in Sambia. Nach einer langen und

anstrengenden Flugreise über Dubai nach Lusaka

und einer anschließenden Autofahrt nach Mazabuka

waren wir froh, von Sister Chrisencia und den Sisters

of the Holy Spirit lecker bekocht und aufgenommen

zu werden. Kaum zu glauben, aber schon an unserem

ersten Abend haben wir unsere ersten Erfahrungen

mit einer neuen Kultur gemacht: die sambische

Zeit verläuft tatsächlich in anderen Dimensionen

als die deutsche Zeit. Aus einer laut Ankündigung

zweistündigen Autofahrt wurden schnell sechs

Stunden – dank einigen Stopps in der Autowerkstatt,

an der Tankstelle, am Supermarkt und an der Pizzeria,

und dank einer ziemlich hubbeligen Straße (Sister

Chrisencia:“Da sind Berge auf der Straße.“

Nach dieser Tour war uns eine kleine Stärkung am

Abend sehr willkommen. Die Sisters hatten für ihre

Gäste fast schon ein Festmahl vorbereitet, natürlich

mit Nsima (einem festen Maisbrei, den einige

Familien hier zu jeder Tageszeit essen) und mit den

verschiedensten Beilagen von Rind, Hühnchen und

traditionellem Gemüse. Gesättigt und zufrieden

wurden wir dann zu unserem eigenen Freiwilligenhaus

gebracht, wo wir dankbar in unsere Betten gesunken

sind. Am nächsten Morgen wurde es früh hell, und

unsere zehn aufregenden Tage in Mazabuka konnten

beginnen. Aus dieser Zeit habe ich besonders viele

neue Eindrücke mitgenommen: Kleine Lerneinheiten

in der lokalen Sprache Chitonga konnten uns den

Einstieg in die fremde Kultur erleichtern, und unsere

stets gut gelaunte Lehrerin freute sich jedes Mal über

eine morgendliche Begrüßung (“Mwabuka buti?“ –

“Kabotu“).

Bei einem Besuch in dem Fischerdorf am Kafue River

und einer Übernachtung in einem weiteren Dorf

auf dem Land haben wir erste Erfahrungen mit dem

For almost three weeks we are in Zambia now. After a

long flight via Dubai to Lusaka and a following drive

to Mazabuka we were glad that Sister Chrisencia and

the Sisters of the Holy Spirit had prepared some food

and beds for us. On our first day already we have made

some experiences with the new culture: Zambian time

passes indeed in another dimension than German

time. Our car ride, which was supposed to take about


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traditionellen Leben Sambias gemacht. Wir durften

selbst Nsima über einer Feuerstelle kochen, Zitronen

pflücken für ein Frühstück aus Lemonporridge,

Wasser holen gehen und die Kochtöpfe im Sand

sauberschrubben.

Ein weiterer Ausflug führte uns zu einem Missionary

Walk an einer Schule. Hier sind die Kinder in einem

langen Zug singend und tanzend um das Schulgelände

gelaufen. An jeder Ecke wurde ein Stopp eingelegt,

um für die Kinder eines bestimmten Kontinents zu

beten. Neben der guten Stimmung und dem ganzen

Spaß mit den Kindern ist mir dabei klar geworden,

welch wichtige Rolle der Glaube an Gott in dieser

Kultur spielt.

Nach unserem letzten gemeinsamen Tag an den

Victoriafalls, welche jetzt in der Trockenzeit nicht vor

Wasser sprudeln, sondern ihre felsigen und steilen

Wände freigeben, wurden wir dann endlich in unser

neues Zuhause gebracht. Nach einer Woche bei

meiner Familie fühle ich mich mehr und mehr wie

ein richtiges Familienmitglied. Schon in den ersten

Tagen habe ich einen sambischen Namen bekommen,

ich bin jetzt Taonga, was “Danke“ bedeutet. Tagsüber

gehe ich sehr gerne mit meiner Schwester in unserem

Shop auf dem Markt arbeiten. Wir verkaufen dort

Chitenge (buntgemusterte Tücher, die als Rock oder

Tragetuch für Babies verwendet werden), einige

Kosmetikartikel und wir haben einen Haarsalon, in

dem täglich die verschiedensten Frisuren geflochten

und gedreht werden. Auch ich habe schon meine

ersten afrikanischen Zöpfe.

two hours, was suddenly turning into a six hour trip,

thanks to several stops at a garage, a gas station, a

supermarket, and also thanks to a rather uneven road

(Sister Chrisencia:“There are some mountains on the

road.“)

After this ride, we were happy about the delicious

meal that was cooked for us. We had Nsima of course,

with a lot of different dishes ranging from meat to

traditional vegetables. Full and satisfied, we were then

brought to our own volunteer home, where we just

went to bed and enjoyed a deep sleep.

The next morning was the beginning of our exciting

ten days orientation time in Mazabuka. In this time, I

have especially learnt to speak some words in the local

language Chitonga, which helps to make contacts in

the new community. And our always-in-a-goodmood

teacher was thrilled when we could answer her

morning greeting: “Mwabuka buti?“ – “Kabotu“.

On a visit in the fisher settlement at Kafue River and

during a night spent in a village in the countryside we

made our first experiences with traditional life. We

cooked Nsima on the fire, we plucked lemons for our

breakfast lemonporridge, we got water from a well

and we cleaned the cooking pots with sand.

Another excursion took us to a Missionary Walk in a

school. Here, the children walked around their school

in a singing and dancing cavalcade, stopping on each

corner to pray for the children of one particular

continent. Apart from having fun this showed me me

that the belief in God plays an utterly important role

here.

After our last day together at the Victoria Falls,

which showed their cliffy and abrupt walls instead

of much water, since it is dry season now, we were

brought to our new families. Being here for one

week now, I start feeling like a real family member

more and more. I got the Zambian name Taonga,

which means “Thank you”. During the week I like

to go working with my sister at our shop, where we

sell Chitenge (coloured cloths which can be used

as skirts, dresses, or to carry babies) and where

we have a hair saloon, in which my sister already

braided my hair.

It is especially fun at the shop when friends and

other people come around and just sit and chat

with us for a while.


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Besonders viel Spaß haben wir, wenn Freunde und

Bekannte im Shop vorbeikommen und sich Zeit

nehmen für ein kleines Schwätzchen. Abends wird

dann immer draußen Nsima gekocht. Es sieht super

leicht aus, wie die Frauen den Brei in den Töpfen

rühren, aber nach meinen eigenen Erfahrungen

kann ich sagen, dass man ganz schön stark dafür sein

muss… Alle neun Kinder essen dann zusammen mit

den Händen ihr Abendessen (“So bekommt man ein

Gefühl für das Essen.“).

Besonders mit meinen drei kleinen Schwestern ist

immer etwas los im Haus. Was ich hier eindeutig

gelernt habe, ist, zu teilen. Sister Chrisencia hat einmal

gesagt, dass kein Essen so klein ist, dass man es nicht

teilen könnte. Und wenn es sehr, sehr klein sei, dann

teile man es eben in noch kleinere Stückchen, sodass

jeder etwas bekommt. Dieser Satz ist mir sehr in

Erinnerung geblieben, denn Teilen macht tatsächlich

Freude, und ich denke, jeder sollte versuchen, sein

Eigentum mit anderen zu teilen.

Sonntags steht natürlich die morgendliche Kirche auf

dem Programm. Auch wenn ich

hier in Sachen englische oder

gar Tonga-Gebete noch einiges

zu lernen habe, bin ich gerne

hier. Jeden Sonntagnachmittag

treffen sich die Jugendlichen

der Gemeinde, mit denen ich

meinen letzten Samstag tanzend

und spielend verbracht habe.

Für die kommende Zeit wünsche

ich mir, dass sowohl ich mich

noch mehr in dieser fremden

Kultur einfinden und integrieren

kann, als auch, dass die Menschen

hier sich an mich gewöhnen. Ich

hoffe, dass ich schon bald nicht

mehr nur die Mzungu (“die

Weiße“), sondern Taonga Tembo

bin.

In the evening, we cook Nsima together, which looks

very easy, but is a very hard work according to my own

experience. Afterwards all nine children eat together,

using their hands (“This is how you feel your food.“)

Having three little sisters, there is always something

going on in our house. What I have definitely learnt

here is to share. Sister Chrisencia once told us that

no food is so small that it couldn‘t be shared. And if

it is very, very small, then you just break it into even

smaller pieces, sonthat everyone can have something.

I kept this sentence in my mind because I think it

is important for many people to learn to share their

belongings, because sharing makes happy.

On Sundays, we go to church. Although there are

still many things to learn for me, for example prayers

in english or even in Tonga, I like this place. Every

Sunday afternoon, the church youths meet here and

play games, enjoy music, dance and talk together.

For the next time I wish, that I will settle and integrate

in the new culture as well as I hope that people here

get used to me being here. I hope, that soon I won‘t be

only the Mzungu

(“White person“)

anymore, but that

I will be Taonga

Tembo.

Jolina Bilstein

Jolina Bilstein


Seite 11

Ein Chitenge geht immer!

Chitenges are always right!

Nun sind 18 Tage vergangen, von denen ich sagen kann,

dass ich schon mehr gesehen und erlebt habe, als es ein

normaler Tourist es überhaupt könnte. Angekommen

sind wir drei Freiwilligen am Dienstagnachmittag

am mehr als 8000km von Deutschland entfernten

Flughafen in Sambias Hauptstadt Lusaka.

Von dort aus ging es nach Mazabuka, wo wir es uns in

einem Haus gemütlich machen durften, bis wir in die

Gastfamilien kamen. Auf dem Weg nach Mazabuka

konnten wir erste Eindrücke von unserer neuen

Heimat sammeln: Die Straßen sind einfache Sandwege,

es gibt Grenzkontrollen zwischen einzelnen Städten,

und Fußgängerüberwege oder Straßenlaternen gibt es

nicht.

Nachdem ich die folgenden Tage verschiedene

sambische Gerichte probieren durfte, habe ich

gemerkt, wie lecker das Essen ist und war mehr als

erleichtert darüber. An den Straßenrändern wachsen

viele Früchte, und überall wird Gemüse verkauft.

Erst nach meiner Ankunft hier ist mir klar geworden,

dass hier fast alles rein „Bio“ ist und ich mich auf die

natürlichen Produkte freue.

Auch mit dem Englisch sprechen klappt es besser als

gedacht.

18 days have passed since I arrived in Zambia and I

experienced more than a normal tourist could.

We three volunteers arrived on Tuesday at the airport

in Zambia’s capital Lusaka, which is more than 8000

kilometres far away from Germany.

From Lusaka we drove to Mazabuka where the house

was in which we lived until we finally went to our host

families. On the way we could catch first impressions

of our new home:

The streets are simple sand paths, there are

border controls in between the different parishes.

Furthermore, passenger sidewalks and streetlights are

missing.

After tasting different Zambian meals and realising

how tasty the food is I am really relieved about it.

On the sides of the streets many fruits on trees can

be seen and everywhere vegetables are available. Just

since I‘ve been here I realised that most of the food is

really natural and I‘m glad to enjoy eating bio-food

here for a year.

Talking English works better than I imagined.

Sometimes I find myself thinking in English, too. I

wait eagerly how it will be in a year.

Nevertheless it‘s good that we also

got lessons in Tonga (one of the

most spoken languages here) and

know some words.

Most people greet each other for

example in the morning with the

words „Mwabuka buti?“, which

means „How are you?“. Then people

answer with „kabotu“, which means

„good“. When doing this, people

shake each other’s hands which is

good, because then people directly

start talking to each other which is

helpful when one is new in a new

country.


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Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich anfange,

auf Englisch zu denken und bin gespannt, wie es

in einem Jahr sein wird. Es hat sich dennoch als

hilfreich erwiesen, ein paar Grundlagen von Tonga

(einer der hier gesprochenen Stammessprachen) zu

beherrschen. Viele begrüßen sich mit den Worten

„Mwabuka buti?“ (Wie geht es dir?) danach antworten

die Leute mit „Kabotu“ (Gut). Dabei geben sich die

Leute die Hand und in der Regel entfaltet sich direkt

ein Gespräch, was hilfreich ist, wenn man alleine in

einem neuen Land lebt.

Was die Kleiderordnung betrifft, kann ich eins mit

absoluter Sicherheit sagen: Ein Chitenge geht immer!

Chitenges sind bunte Stoffe, die in keinem Schrank

einer Sambierin fehlen dürfen. Sie werden als Rock,

Sonnenschutz, Kopftuch etc. getragen. Viele lassen

andere Kleidungsstücke aus ihnen schneidern. Auch

ich habe vor, mir ein Kleid daraus schneidern zu

lassen und freue mich jetzt schon es zu tragen.

With regard to clothing I can say one thing really sure:

Chitenges are always right.

Chitenges are colourful clothes which cannot to be

missed in a Zambian woman’s wardrobe!

They are wearing them as skirt, sun protection, hat

etc. Many make other clothes of them, like dresses. I

also want to make a dress of it and can‘t wait to wear it.

We were allowed to join a missionary walk of a school,

visited a fishermen‘s village and spent a night in a

traditional village.

On the last day I spent with the other two volunteers

before we went to our host families we went to the

Victoria Falls in Livingstone.

Wir drei Mädels durften an einem „Missionary Walk“

einer Schule teilnehmen, haben ein Fischerdorf besucht

und durften eine Nacht in einem Dorf verbringen. Am

letzten Tag, den ich mit den Freiwilligen verbrachte,

sind wir zu den Victoria Falls nach Livingstone

gefahren. Dort habe ich eine wunderschöne Aussicht

genießen dürfen. Ich hoffe, ich habe die Möglichkeit,

ein zweites Mal dorthin zu fahren, da die Wasserfälle

jedes Mal aufs Neue einzigartig sein sollen.

Nun ist eine Woche vergangen, seitdem ich bei meiner

neuen sambischen Familie in Monze lebe, und erneut

habe ich viele neue tolle Erfahrungen machen können.

Empfangen wurde ich mit einem leckeren „Welcome

Home“ Kuchen. Fast die ganze Familie war anwesend.

Nun bin ich also von einem Zwei-Personen-Haushalt

in einen Neun-Personen-Haushalt gezogen.

Nun gewöhne ich mich langsam in das Familienleben

ein und übernehme zunehmend eigene Aufgaben.

Was den Haushalt betrifft, wird jeden Tag von allen

fleißig mitgeholfen.

Jeden Morgen wird das ganze Haus geputzt aufgrund

des Sandes von draußen, der sich in den Häusern

absetzt.


Seite 13

Mir wurde beigebracht wie man die Klamotten mit

den Händen wäscht und wie man sambisch kocht.

Dennoch hat mein Körper viel zu verarbeiten mit

der Nahrungsmittelumstellung, dem neuen Klima

und allen neuen Eindrücken. Ich brauche ein wenig

Zeit, um mich auszuruhen und hoffe, dass sich das in

den nächsten Wochen legen wird, damit ich genau so

fleißig sein kann wie die anderen.

Im Großen und Ganzen bin ich mehr als zufrieden

mit meinem bisherigen Aufenthalt hier. Ich verstehe

mich gut mit allen und fühle mich sehr gut hier

aufgehoben. Ich habe jetzt schon ein traditionelles

sambisches Leben miterleben dürfen, ob im Dorf oder

in der Stadt, und den Anblick der Landschaften hier

bewundern dürfen.

Das Leben hier unterscheidet sich in vielen Dingen

von dem in Deutschland, und ich freue mich auch

zukünftig in dieser Welt verweilen zu dürfen, denn

es gefällt mir zu gut, um weniger als ein Jahr hier zu

bleiben.

Charleen Kovac

It was a wonderful sight, I really enjoyed it. I hope

that I can go there again because I heard that in other

seasons the scenery is astoundingly beautiful in a new

way.

One week is over since I arrived in my new Zambian

family in Monze. Here I also made a lot of new great

experiences. I was welcomed with a tasty „Welcome

Home“ cake and nearly the whole family was there.

Now I‘m living in a nine people household.

Now I slowly get accustomed to family life here and

increasingly take over more tasks.

Everybody helps in the household.

Because of the sand outside which comes into the

house we need to clean the house every morning.

Furthermore I can also wash my clothes with the

hands now and can cook Zambian food.

Nevertheless my body has much to handle with the

new diet, the new climate and new impressions. I need

some time to rest, but I hope it won‘t take too much

time until I can also be as busy as my family members

here.

All in all, I am really

happy here with my

stay. I also really like my

family and feel at home

here.

Since I‘m here I

experienced a traditional

Zambian life, no matter

if in a village or in

town, and I enjoyed the

wonderful landscape and

a lot more.

Life in Zambia is really

different from the life I

know from Germany, but

I like it too much to stay

less than a year.

Charleen Kovac


Seite 14

Wasser in drei Sprachen

My unexpected experiences

Als wir endlich in Sambia angekommen waren,

wurden Jolina, Charleen und ich von Sister Chrisencia

und Daniel (einem ehemaligen sambischen

Freiwilligen) am Flughafen abgeholt. Zusammen sind

wir durch Lusaka, die Hauptstadt, nach Mazabuka

gefahren, wo ich nun mit meiner Familie zusammen

lebe. Die ersten zehn Tage haben wir allerdings zu

dritt in einem großen Haus gelebt, um uns in Ruhe

einzugewöhnen. Noch am selben Tag, als wir im

Konvent (Kloster), dem Ort, an dem Sister Chrisencia

und einige anderen Schwestern leben, ankamen,

gab es schon die erste Portion Nshima für jeden von

uns. Nshima ist ein Maisbrei, der hier zu fast allem

gegessen wird. Man isst ihn mit den Händen und

kombiniert ihn mit unterschiedlichstem Gemüse und

Fleisch. Am liebsten esse ich hier Nshima mit Bohnen

und vegetarischen Würstchen.

Das Erste, das mir aufgefallen ist, sind die vielen Mango-,

Zitronen-, Avocado- und Bananenbäume. Gerne

pflücke ich mir eine Zitrone und esse sie, während wir

auf dem Weg zu unterschiedlichen Unternehmungen

sind. Aber es gibt auch große Supermärkte mit einer

riesigen Auswahl von unterschiedlichsten Marken.

Wir haben auch Unterricht in Tonga bekommen.

Tonga ist eine von vielen Sprachen, die hier gesprochen

werden. Meine Familie spricht allerdings Bemba, und

es ist nicht ganz einfach zwei Sprachen auf einmal

zu lernen. Aber mache Wörter klingen ähnlich, wie

z.B „Meenda“ (Tonga), „Maanzi“ (Nyanga) und

„Amenshi“ (Bemba), welches alles Wasser bedeutet.

Wenn mich Leute auf der Straße auf Tonga oder

Bemba grüßen und ich ihnen in der jeweiligen

Sprache antworten kann, müssen sie lachen und

freuen sich sehr, dass ich, ein weißes Mädchen, ihre

Sprache sprechen kann. Außerdem hat unsere immer

gut gelaunte Tongalehrerin uns gezeigt, wie man Mais

in einem Lubango säubert. Ein Lubango ist ein Korb,

der aus getrockneten Palmenblättern geflochten wird.

An einem Tag hat sie uns sogar Chibwatu mitgebracht,

ein Getränk, welches aus Mais zubereitet wird. Ich

habe sehr schnell festgestellt, dass Mais hier zu den

Hauptnahrungsmitteln gehört.

When we finally arrived in Zambia, Jolina, Charleen

and I were picked up by Sister Chrisencia and Daniel

(a former Zambian volunteer) at the airport. Together

we drove through Lusaka to Mazabuka, where I live

with my family now. The first ten days, we lived in a big

house to get accustomed, for example to the climate.

On the same day when we arrived at the convent we

tried Nshima for the first time. I prefer to eat Nshima

with beans and vegetarian sausages.

The first thing I noticed is that there are lots of mango,

lemon, avocado and banana trees here. I like to pick a

lemon and eat it while we are on the way to different

activities. But there are also large supermarkets with

a huge selection of different brands. We also got

lessons in Tonga. My family, however, speaks Bemba

and it is not easy to learn two languages at once. But

some words sound similar such as “Meenda” (Tonga),

„Maanzi“ (Nyanga) and „Amenshi“ (Bemba) which

means water. In addition, our constantly humorous

Tonga teacher showed us how to clean maize in a

Lubango. One day she even brought us Chibwatu. I

have very quickly discovered that maize belongs to the

main foods here.

In the first ten days we experienced a lot already. One

day we visited a primary school which organized a

Missionary walk.

Together we went to school and sang and prayed for

all the children of this earth.

On another day, Sister Chrisencia took us to a fishing

In den ersten zehn Tagen haben wir viel erlebt. An

einem Tag haben wir eine Grundschule besucht,


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die einen Misionary

Walk veranstaltet hat.

Gemeinsam sind wir um

die Schule gegangen und

haben gesungen und für

alle Kinder dieser Erde

gebetet.

An einem anderen Tag

hat Sister Chrisencia

uns zu einer Art

Fischerdorf am Kafue-

Fluss mitgenommen.

Die Menschen, die

dort leben, wohnen

nur eine begrenzte Zeit

dort, um die Fische,

die sie dort mit großen

Netzen fangen, später

zu verkaufen. Viele von

ihnen sind aus ganz

Sambia dort angereist. An diesem Tag saßen wir

sogar zusammen in einem Kanu, aber als es drohte,

unter unserem Gewicht zu sinken, haben wir uns

schnell wieder an Land gerettet. Noch am selben Tag

haben wir drei meine wirklich sehr nette Gastmutter

kennengelernt, die mit uns Chitenges kaufen ging. Ein

Chitenge ist ein bunter, mit Mustern bedruckter Stoff,

den sich die Frauen hier als Rock umbinden, man

verwendet ihn aber auch, um Babys zu transportieren,

als Tragetasche und für vieles mehr. Die Chitenges

sollten wir am nächsten Tag nach unserem ersten

Besuch in der Kirche tragen. Die Kirche, oder besser

gesagt die Messe hier, unterscheidet sich kaum von

der deutschen. Etwas, das mir hier sehr gefällt, ist

die Musik: In meiner Kirche wird auf E-Gitarren und

Rasseln gespielt, und es gibt einen Chor. Außerdem

finde ich es sehr berührend, wenn sich die Leute

hier die Hand reichen und sich gegenseitig Frieden

wünschen. Wir haben auch eine Nacht in einem Dorf

geschlafen. Die Menschen, die dort leben, wohnen

noch auf die „traditionelle Art“. Die Nacht haben wir

in einer kleinen, aber gemütlichen Hütte geschlafen.

Der „Lagerraum“ für allerlei Küchenutensilien war

eine ebenfalls kleine Hütte, aber aus Lehm gebaut und

sogar mit einem Strohdach. Gekocht wurde draußen

village on the Kafue River. On that day, we sat together

in a canoe but as it threatened to sink under our

weight, we quickly rescued ourselves to land. On the

same day we met my very nice guest mother, who

helped us buying Chitenges. At the next day we visited

the church. I like the music in the church I go to and

that everybody offers his neighbor a sign of peace. We

also spent one night in the village. We were allowed

to help cooking Nshima but I quickly found that one

really needs a lot of strength to cook it. I really enjoyed

the sky in the night and I even recognized my zodiacal

sign scorpion for the first time. Meanwhile I got used

to the fact that the children here call me „Muzungu“.

We were also allowed to wash ourselves with a stone.

This was also new to me.

The day before I finally came to my family we drove to

the Victoria Falls with the Sister and Agness. Because

of the hot season there was not much water, but the

view was invaluable.

Here with my family I help my sister in the household.

I quickly learn how to do the dishes, clean the floor

and the front yard, wash the laundry and cook. This

is a lot of work for me but we listen to a lot of music


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am Feuer. Wir durften beim der Zubereitung von

Nshima helfen und haben schnell festgestellt, dass

man echt sehr viel Kraft braucht, um den zähen Brei

umzurühren. Der Sternenhimmel in der Nacht war

atemberaubend schön. Dadurch, dass man keine

Lichter der Stadt sah, war der gesamte Himmel mit

unzähligen Sternen übersät, und ich habe sogar mein

Sternbild Skorpion erkannt. Die Sichel des Mondes ist

hier nicht rechts oder links, sondern oben oder unten,

und die Sonne ist am Abend ein einziger roter Ball.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass mich

die Kinder hier „Muzungu“ nennen, das heißt etwa so

viel wie „weißer Mensch“. Wir durften uns ebenfalls

auf die „traditionelle Art“ mit einem Stein, der wie ein

Waschlappen genutzt wird, waschen. Auch das war

neu für mich.

which makes the work much more enjoyable. I cannot

do everything perfectly yet and still have a lot to learn.

My sister is a strict but very good teacher. I also have

a brother here whom I also like very much. I really

enjoy being around with them, making fun and watch

some movies. I quickly got used to the 36 degree

temperature inside in our house but not to the fact

that the water here sometimes fails.

What I like is that people share their things no matter

how little they have. In our free time my sister and I go

to the church where the youth meets for dancing and

playing the drums but also to organize some things

like for example a party that took place just a week

after my arrival. With two other girls I did the make up

Am Tag, bevor ich schließlich zu meiner Familie kam,

sind wir zu den Viktoriafällen mit der Sister und Agnes

gefahren. Wegen der heißen Jahreszeit war kaum

Wasser da, dennoch war die Aussicht unbezahlbar

schön.

Ich lebe jetzt seit zehn Tagen zusammen mit meiner

Familie. Als Willkommensgeschenk bekam ich einen

bunten Kuchen mit meinem Namen und ein Chitenge,

welchen wir nach ein paar Tagen nach meinen Maßen

zu einem Kleid schneidern lassen haben. Hier helfe

ich hauptsächlich meiner Schwester im Haushalt.

Wie spülen zusammen, putzen den Boden und den

Vorgarten, waschen die Wäsche und kochen. Das

ist viel Arbeit, aber da wir hier viel Musik hören

und meine Schwester oft singt, macht das die Arbeit

gleich viel angenehmer. Ich kann das alles noch nicht

perfekt und muss noch viel lernen. Meine Schwester

ist eine strenge, aber sehr gute Lehrerin. Ich habe

auch einen Bruder hier, den ich ebenfalls sehr mag.

Ich genieße es sehr, mit ihnen herum zu albern und

Filme zu gucken. An die 36 Grad Innentemperatur

bei uns Zuhause habe ich mich schnell gewöhnt –

nur noch nicht daran, dass das Wasser manchmal

ausfällt, wenn daran gespart werden muss. Was mir

hier sehr gefällt, ist, dass hier vieles geteilt wird, egal

was oder wie wenig man auch hat. In unserer Freizeit

begleite ich meine Schwester in die Kirche, wo sich die

Jugendlichen treffen, um zu trommeln und Salsa und


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einen traditionellen sambischen Tanz zu tanzen. Aber

es werden auch organisatorische Angelegenheiten

geklärt, wie z.B. die Fete, die eine Woche später

stattfand. Ich habe mit zwei anderen Mädchen das

Schminken der Kinder übernommen. Als es dem Ende

zuging, haben wir alle gemeinsam getanzt. Es hat sich

niemand geschämt vor allen anderen das Tanzbein zu

schwingen, egal ob es ein guter oder schlechter Tänzer

war. Ich finde, Deutschland könnte auch etwas von

diesem Geist gebrauchen. Ich hoffe, dass ich mich in

nächster Zeit an den „african“-Akzent gewöhne, aber

abgesehen von dieser kleinen Komplikation habe ich

hier eine gute Zeit und bin sehr gespannt, wem und

was ich hier in nächster Zeit noch so begegnen werde.

for the children. In the end we all danced together. I

like that nobody was ashamed to dance no matter if he

is a good or bad dancer. I think Germany should also

use this kind of spirit. I hope I get used to the “African

accent” in the next time but apart from this small

complication I have a good time living in Zambia with

my family and I am curious with whom and what I am

going to meet in the next time.

Alisha Ernst

Alisha Ernst

23.März—7. April 2018

eine-welt-engagement.de

präsentiert

FairReisen 2018

fairreisen für Menschen, die einen kleinen Einblick in

sambische Kultur und deren Auseiandersetzung mit der Moderne

bekommen wollen

fairreisen für Menschen, die sehen wollen, wie kleine

Projekte angepasster ländlicher Entwicklung gefördert werden

fairreisen voller Begegnung mit Land und Leuten in

Sambia

fairreisen für Menschen, die afrikanische Kirche vor

Ort erleben wollen

fairreisen für Menschen, die afrikanischen Christen, ihren

Traditionen und Gebräuchen begegnen wollen

Programm

Fr 23. März Abflug nach Sambia

Sa 24. März Ankunft Lusaka, Transfer nach Monze

25.-28.März Projektbesichtigungen und Begegnungen

29. März—1. April Kar– und Ostertage in Gemeinden

2.-5. April Livingstone, Viktoria-Fälle, Nationalpark

6. April Transfer nach Lusaka, Abflug

7. April Ankunft in Deutschland

(Änderungen vorbehalten)

Der Preis der Reise beträgt vorauss. 2000,- € zzgl. einer

Spende von 200 € (einmal pro Familie) für die Arbeit des Development-Office

in Sambia (Partner des ewe).

Darin enthalten sind

Hin– und Rückflug nach/von Lusaka

Flughafen und Visa-Gebühren

Transport– und Pensionskosten

Eintritt Viktoriafälle

Sunsetcruise

Optional werden eine Tagestour nach Botswana und ein Besuch

im Nationalpark angeboten. Hierfür entstehen zusätzliche Kosten.

Eventuell erforderliche medizinische (Vorsorge-) Maßnahmen

sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Ein verbindliches Vorbereitungstreffen wird im Dezember angeboten.

Anmeldeschluss ist der 31. Oktober 2017

Da maximal 12 Personen an dieser Reise teilnehmen können,

entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung.

Bei Anmeldung ist eine Anzahlung von 500,- € zu überweisen

auf das Konto des eine-welt-engagement e.v.

Sparkasse Düren

IBAN: DE19395501100056302060

BIC: SDUEDE33

Stichwort: FairReisen 2018

Dies ist eine Privatreise.

eine-welt-engagement e.v. und seine Partner in Sambia können

nicht für Schäden u.ä. haftbar gemacht werden.


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Neues aus Sambia

Nach dem sensationellen

Erreichen des Viertelfinals

bei der U-20-Fußball-WM in

Südkorea (dort 3:2-Niederlage

nach Verlängerung gegen

Italien), sorgen nun auch einige

Spieler des Teams in der A-Nationalmannschaft für

Furore.

Nach durchwachsenem Start mit einem Unentschieden

und einer Niederlage kann sich Sambia daher wieder

leise Hoffnungen machen, doch noch erstmals an einer

Fußball-Weltmeisterschaftsendrunde teilzunehmen.

In der Qualifikation für das Turnier in Russland im

kommenden Jahr besiegte Sambia im September

Algerien, immerhin Achtelfinalgegner der deutschen

Weltmeistermannschaft 2014 in Brasilien, trotz

35-minütiger Unterzahl mit 3:1. Ein paar Tage später

gelang beim Rückspiel ein 1:0-Auswärtssieg. Nach

vier von sechs Gruppenspielen liegen Algerien und

Kamerun aussichtslos am Tabellenende.

ambia ist mit 7 Punkten Zweiter, Tabellenführer ist

Nigeria mit zehn Punkten. Im vorentscheidenden

Spiel trifft Sambia am 7.Oktober in Uyo auf Nigeria.

Die ewe hatte in der vergangenen

Ausgabe von der Verhaftung

des aus Monze stammenden

Oppositionsführers Hakainde

Hichilema gesprochen.

Am 15. August wurde die Anklage schließlich

fallengelassen und Hichilema auf freien Fuß gesetzt.

Am fragilen Zustand der sambischen Demokratie

ändert dies jedoch wenig.

Die Polarisierung zwischen Regierung und Opposition

nimmt weiter zu, und während die Regierungspartei

alle Kanäle nutzt, um die öffentliche Meinung zu ihren

Gunsten zu beeinflussen, werden der Opposition in

allen Beziehungen Steine in den Weg gelegt.

Im Raum steht nun immerhin ein öffentlicher Dialog

zwischen Hichilema und Präsident Edgar Lungu, der

von hochrangigen afrikanischen Kirchenvertretern

moderiert werden soll. Eine nähere Einlassung von

Lungu gibt es dazu bisher jedoch nicht. Hichilema und

seine UPND (United Party for National Development)

versuchen weiterhin, die Wahlen von 2016 gerichtlich

anzufechten. Ein neuer Präsident wird 2021 gewählt.

Abschließend wartet am 6.November noch ein

Heimspiel gegen Kamerun.

Sollte Sambia beide Spiele für sich entscheiden, winkt

ein Messen mit der Fußballweltelite im kommenden

Jahr, und es könnte endlich „für“ Sambia getippt

werden.


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Gemeinden im Bistum Monze - Heute: Lusitu

Lusitu ist ohne Frage einer der heißesten Orte

des Bistums. Im Gwembe-Tal liegt es ähnlich wie

die Gemeinden Siavonga und Chirundu deutlich

niedriger als die Gemeinden auf der Great North

Road zwischen Lusaka und Livingstone.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Talgemeinden

hat es jedoch einen wesentlich stärker dörflichen

Charakter. Eine besondere Verbindung zu Lusitu hat

der ehemalige Bischof von Monze Emilio Patriarca,

der Ende der 60er Jahre die dortige katholische

Gemeinde aufbaute und dort bis 1981 blieb.

Verbunden mit Lusitu ist aber auch ein trauriges

Kapitel der sambischen Vergangenheit.

Als in den 50er Jahren der Kariba-Staudamm am

Sambesi gebaut wurde, mussten viele Menschen

zwangsumgesiedelt werden.Viele davon ließen sich

damals in Lusitu nieder.

Sowohl die nordrhodesische Kolonialverwaltung

als auch die Verwaltung des unabhängigen

Sambia unternahmen anschließend meist nur

unzureichende Versuche, die Lebensbedingungen der

Menschen in Lusitu substanziell zu verbessern. Die

landwirtschaftliche Produktivität hält sich aufgrund

des Wassermangels in engen Grenzen.

Umso wichtiger, dass auch das Bistum Monze und

die Gemeinde, die nach wie vor von italienischen

Fidei Donum Priestern geleitet wird, versuchen,

Entwicklung anzuschieben.

Vielleicht bald auch einmal unter Beteiligung eines

deutschen Freiwilligen…


Seite 20

Liebe Leser,

der folgende Brief liegt uns sehr am Herzen. Wir würden euch/Sie bitten, ihn so weit wie möglich zu

verbreiten, damit Daniel geholfen werden kann.

Euer/Ihr Vorstand


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eine-welt-engagement e. V. · Postfach 10 05 23 · 52305 Düren

Postfach 10 05 23

52305 Düren

E-mail: info@eine-welt-engagement.de

Home: www.eine-welt-engagement.de

Bankverbindung:

Sparkasse Düren

IBAN: DE19395501100056302060

BIC: SDUEDE33

Steuernummer:

207/ 5749/ 0295

Finanzamt Düren

Sehr geehrte

wir wenden uns heute an Sie mit der Bitte um Unterstützung eines an Hepatitis B erkrankten jungen Mannes aus Sambia.

Daniel Nanja hat am Freiwilligenaustausch des eine-welt-engagement.de teilgenommen. Von August 2016 bis Juli 2017

hat er ein Freiwilliges Soziales Jahr im Dürener Marienhospital geleistet. Der Verein eine-welt-engagement (ewe) empfängt

seit dem Jahr 2000 junge Menschen aus Sambia im südlichen Afrika, die hier ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren,

und entsendet junge Deutsche seit 1997 nach Sambia zu einem Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung.

Bei einer arbeitsmedizinischen Untersuchung wurde im Oktober 2016 festgestellt, dass Daniel an Hepatitis B erkrankt

ist. Nach eingehenden Untersuchungen und Beratungen durch einen Leber-Spezialisten nahm er Baraclude 0,5 mg ein

und die Werte gingen sehr weit herunter, sodass er seinen Dienst im Krankenhaus wieder aufnehmen und sein Jahr zu

Ende bringen konnte.

Das Medikament wurde von der Krankenkasse übernommen, über die er aber nur bis Juli 2017 versichert war. Er

muss das Medikament lebenslang nehmen.

Zurück in Sambia hat er sich dort bei zwei Ärzten erkundigt, wie er dieses Medikament in Sambia bekommen kann.

Die Beschaffung dieses Präparates bzw. eines mit gleicher Wirkung gestaltet sich schwierig und ist unverhältnismäßig

teuer für sambische Verhältnisse.

Sehen Sie eine Möglichkeit uns mit Rat und Tat zu helfen?

Das Medikament heißt

Baraclude 0,5mg

Entecavir 90 x 1 Filmtablette

Hersteller: Bristol-Myers-Squibb Pharma EEIG

Umgepackt von: Orifarm GmbH

Fixheider Str. 4

51381 Leverkusen

Mit freundlichen Grüßen

Irmela Kuhlen, Verantwortliche für die sambischen Freiwilligen - Tel. 02429 9330319

Spendenkonto: Sparkasse Düren - IBAN: DE19395501100056302060 - BIC: SDUEDE33

Verwendungszweck: Daniel

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