SPORTaktiv Skitourenguide 2017

Sportaktiv.Magazin

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SKITOUREN

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EDITORIAL

CHRISTOF DOMENIG

SPORTaktiv-Chefredakteur

christof.domenig@styria.com

TOUREN

PLANUNG

Coverfoto: LEKI_Skitouring_©HansiHeckmaier; Foto: Thomas Polzer

Mittwoch, 27. September, Nieseln vorm Bürofenster, 12 Grad in Graz.

Bergwetter: Schneefallgrenze zwischen 2300 und 2700 Meter. Der Skitourenguide

2017/18 ist fertig. Die Ski stehen, logisch, noch im Keller.

Warum der Erscheinungstermin Anfang Oktober für die über 500.000

Skitourensportler in Österreich dennoch nicht zu früh ist, ist leicht erklärt:

• Wie all unsere SPORTaktiv-Guides, hat auch der Skitourenguide kein

Ablaufdatum mit Erscheinen der nächsten Ausgabe. Er ist konzipiert als

Begleiter durch die ganze Skitourensaison.

• Ein inhaltlicher Schwerpunkt betrifft traditionell das neue Material.

Und damit beschäftigt man sich ja nicht erst, wenn der erste Schnee

schon lockt, sondern schon davor. Vorfreude ist schließlich die schönste

Freude.

• Skitourengehen will, so schön es ist, vor allem sicher betrieben werden.

Ihr findet daher wieder viel Lesestoff, der auf Sicherheit im Gelände,

Notfallshilfe etc. aufmerksam macht – stets mit dem Hinweis: Das

benötigte Wissen unbedingt von Profis zu lernen und ständig zu trainieren.

Von staatlich geprüften Berg- und Skiführern, oder in Kursen von

alpinen Vereinen wie unserem Partner, den Naturfreunden (siehe dazu

ab S.64).

„Viele Skitourengeher machen nicht einmal eine Tourenplanung“, hört

man von solchen Bergprofis. Jetzt ist noch Zeit, so einen Faux-Pas zu vermeiden.

Wir befinden uns sozusagen in der Planungsphase für den Winter.

In guten Ausbildungen, wie sie im frühen Winter viele angeboten werden,

sind noch zahlreiche Plätze frei. Dort sieht, hört und übt man eine

Menge Wertvolles. Manches davon kann Leben retten. In diesem Sinn:

Einen schneereichen, schönen – und vor allem sicheren Skitourenwinter!

"If we don't make radical

changes now, it may be

too late to make them

tomorrow."

Kevin Backstrom

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INHALT

EMOTION

12 DIE NEUE LANGSAMKEIT

Stephan Görgl sucht jetzt die Stille der Berge

18 DER ERSTE WEISSE RAUSCH

Redakteur Klaus Molidor über seine erste Skitour

24 DER BESTE SCHNEE

Seit 30 Jahren auf Skitouren in aller Welt

WORNBY:ROBERTANTONIOLI

50 DIE PROTO-TYPEN

Aus dem Leben zweier Materialtester

88 IMMER DER NASE NACH

Wie aus Hunden Lawinenhunde werden

110 INTO THE WILD

Auf dem neuen Nockberge Skitourentrail

126 JOHANNAS STREBEN NACH FREIHEIT

Ski-Bergsteigerin Johanna Erhart im Interview

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SERVICE

22 FÜNF TIPPS FÜR EINSTEIGER

Peter Habeler erklärt, worauf du achten musst

32 SAFETY FIRST

Die Basics für sicheres Bewegen im Gelände

64 DEN SCHNEE SPÜREN

Was man in einem Lawinenkurs lernt und wie er

ablaufen sollte

70 WENN JEDE MINUTE ZÄHLT ...

Wird jemand verschüttet, ist schnelles Handeln gefragt

118 AUFSTEIGER, AUFREGER

Die Streitsache Pisten-Skitouren – und wo es in Österreich

gute Angebote für Pistentourengeher gibt

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32

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WARM-UP

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12

Fotos: Naturfreunde/Martin Edlinger, Christoph Oberschneider

MATERIAL

40 DIE TOURENSKI-TRENDS

Leicht bergauf, stabil bergab bleibt das Credo

46 DIE RICHTIGE PIN-DUNG

Pin- oder Rahmenbindung. Die jeweiligen Vorteile

54 DIE SCHUHE ALS HIGH-TECH-PRODUKT

Was sich bei den Tourenskischuhen tut

58 FELL- UND SKI-FIT

Ein Minimum an Materialpflege macht das

Tourengehen einfacher und schöner

80 LEBENSRETTER MIT GRENZEN

Vorsicht vorm bedingungslosen Vertrauen auf den

Lawinenairbag

92 GUT GEPACKT

Was ein Rucksack für Skitouren können muss

96 STYLE BERGAUF

Die aktuellen Trends bei der Skitourenbekleidung

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DIE TOP TEN

IM TAL

DER ALMEN

Das Großarltal (S) ist nicht

nur für seine Skischaukel

bekannt. Auch zahlreiche

Skitouren laden zum Naturgenuss

am Eingang zum

Nationalpark Hohe Tauern

ein. Zum Beispiel auf das

Kreuzeck oder den Mandlkogl

vom Bergsteigerdorf

Hüttschlag aus; oder die

Alm- und Gipfeltouren auf

den Frauenkogel und das

Filzmooshörndl mit dem

Wanderdorf Großarl als

Ausgangspunkt.

Lust auf mehr? In einem

handlichen Skitourenführer

(erhältlich beim Tourismusverband

Großarltal) findest

du die zehn beliebtesten Touren.

Oder auch online auf:

www.grossarltal.info

Foto: TVB Großarltal/Peter Rohrmoser

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SPORTaktiv

7


MIT SKIERN

AUF DAS

DACH TIROLS

Erst der Aufstieg auf fast

3.800 Meter, dann eine Abfahrt

im Pulver: Das Tiroler

Pitztal ermöglichte große

Skitouren-Erlebnisse.

Nicht nur sprichwörtlich

der Höhepunkt ist eine Tour

auf die Wildspitze, mit 3774

Metern Österreichs zweithöchster

Berg. Der Pitztaler

Gletscher ist perfekter Ausgangspunkt

dafür. Wer sich

eher zu den Freeride Tourern

zählt, bucht einen Guide

und kann beim Abfahren

vom Taschachferner atemberaubende

Gletscherbrüche

sehen. Die gemütliche Tour:

am Hinteren Brunnkogel in

Österreichs höchstlegenes

Kaffeehaus – das „Cafè

3440“ – einkehren ...

www.pitztal.com

Foto: © Mario Webhofer / TVB Pitztal

8 SPORTaktiv


SPORTaktiv

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DAS PRIVILEG

DER ERSTEN

SPUR

Es kommt halt wirklich auf

die Lage an: Zwischen Innsbruck

und dem Brennerpass liegt das

Tiroler Wipptal mit seinen fünf

Seitentälern. Das Haupttal

verläuft zwischen den Gebirgszügen

der Stubaier und Zillertaler

Alpen – und das bedeutet

für Skitourengeher: eine große

Auswahl an unverspurten Hängen,

vielfältige Schwierigkeitsgrade,

riesiger landschaftlicher Reiz –

und alles von einem zentralen

Ausgangspunkt aus.

Tipp: Die östlichen Seitentäler

Schmirn und Vals mit dem

Ausgangsort St. Jodok sind

Mitglied bei den „Bergsteigerdörfern“.

Alpenvereinsmitglieder

erhalten hier in allen Partnerbetrieben

10 Prozent Ermäßigung

beim Übernachten.

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Foto: Tiroler Wipptal/Joakim Strickner

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DIE NEUE

LANGSAMKEIT

PULVER STATT HUNDERTSTEL.

WIE AUS DEM SKI-WELTCUPSIEGER EIN

LEIDENSCHAFTLICHERER SKITOURENGEHER WURDE.

STEPHAN GÖRGL SUCHT DIE STILLE IN DEN BERGEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

DES STEPHAN GÖRGL

Hoch über Innsbruck. Ein Speicherteich.

Ein paar Jausentische. Ein Tag wie aus

dem Tiroler Tourismusprospekt und

eine Aussicht zum Niederknien. „Eins,

zwei, drei ...“ Stephan Görgl pumpt 50

Liegestütze auf einem der Holztische. „Die

mache ich jeden Tag vor dem Frühstück“,

sagt er, „heute habe ich sie vergessen.“

Görgl hat einen Rauschebart, wird bald 40,

er ist topfit. „Ich war immer ein leidenschaftlicher

Trainierer, aber die beinharte

Knochenarbeit im September und Oktober

geht dir an die Nieren. Jetzt habe ich den

Luxus, dann zu starten, wenn der erste

Schnee fällt.“ Görgl entschleunigt, sein

Blick in die Berge hat philosophische Züge.

Das alpine Skirennfahren hat er komplett

hinter sich gelassen, als er vor fünf Jahren

(„Der 12. 12. 12 – das hat gepasst“) seine

Karriere beendete und seine brettharten

Rennski umgehend beim Servicemann abgab.

„Ohne voll im Training zu stehen, sind

Rennski unfahrbar. Jetzt habe ich normale

Serienski, die reichen für 95 Prozent von

dem, was ich fahre.“ Und die restlichen

fünf? Es kribbelt nicht mehr, gesteht er.

Den Rennsport verfolgt er wie beiläufig.

„Manchmal geht sich ein zweiter Durchgang

vor dem TV aus, sonst bin ich viel

lieber selbst draußen.“

Görgls schönste Erinnerungen an den

Rennsport liegen auf der Hand, sein erster

Weltcuspieg beim Super-G in Beaver Creek

2004. „Das war wie aus heiterem Himmel.

Ich bin sehr dankbar, erlebt zu haben, wie

es sich anfühlt, einmal der Beste der Welt

zu sein.“

Anruf auf der Skitour

Doch auch ein zweites Bild aus dieser

Saison flasht in seiner persönlichen Hitparade

sofort auf. „Ich war mit Freunden auf

meiner allerersten Skitour, ein Traumtag,

genau am Gipfel vom Vorderen Brandjochkreuz

bei Innsbruck. Mein Handy war auf

lautlos und als ich nachschaue, habe ich

fünf verpasste Anrufe von Cheftrainer Toni

Giger. Er teilte mir mit, dass ich im RTL

nicht im WM-Team bin. Dabei war ich in

Hochform! Ich hab die Abfahrt vom Berg

genossen und so reagiert, wie es für mich

charakteristisch ist: mit drei Laufbestzeiten

in Folge.“

Skitourengehen hat ihn seitdem nicht

mehr losgelassen. Doch zuerst galt es ein

Problem zu lösen: Der Ex-Racer fand kein

geeignetes Material. „Abfahrtsorientierte

Ski und Schuhe, so wie ich es mir vorstellte,

gab es nicht, etwa einen Rennsport-Vierschnaller

mit Gehfunktion.“

Über seine Kontakte zu Nordica durfte

er dann selbst mitentwickeln. Im Strider-Schuh

und dem Navigator-Ski findet

man nun auch Görgls Ideen wieder. Und

damit fühlt sich der Ex-Weltcupfahrer

pudelwohl. „Ich fahre die Ski in Überkörperlänge

und 85 bis 105 Millimeter

Mittelbreite. Damit kann ich auch auf jeder

Foto: Christoph Oberschneider

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Piste fahren und bin für alle Bedingungen

gerüstet, außer Eis.“

Federleichte Tourenski, wie sie viele

Tourengeher lieben, sind nicht sein

Ding. Er braucht schwere, stabile Bretter.

„Das eine Kilo Mehrgewicht spüre

ich beim Aufstieg nicht, aber bei der

Abfahrt macht das Kilo einen Riesenunterschied

aus.“

Ruhe, Weite und Herzklopfen

Görgl ist staatlich geprüfter Skilehrer

und Skiführer, hat eine One-Man-Skischule,

einen mobilen E-Bike-Verleih

und sein Abenteuerprogramm namens

„Görgl Intense“. Dabei verspricht er laut

Website „außergewöhnliche Erlebnisse

für außergewöhnliche Menschen“ und

ein Erlebnis, „das sich auf keinem Foto

festhalten lässt“.

Ging es bei ihm früher um Hundertstelsekunden

im Weltcupzirkus, so stehen

jetzt „Ruhe, Weite und Herzklopfen“

auf der Agenda. Naheliegend, dass so jemand

keinen Schreibtischjob hat. Görgl

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STEPHAN GÖRGL

WURDE AM 5. JUNI 1978

IN BRUCK AN DER MUR

(ST) GEBOREN. IM ALPINEN

SKIZIRKUS FEIERTE ER

ZWEI WELTCUPSIEGE UND

STAND FÜNF MAL AM

PODEST. GÖRGL LEBT IN

INNSBRUCK.

denkt in Projekten, nur rund zwölf pro

Jahr. „Der Rest ist Leben“, erzählt er.

Im Winter ist Görgl so oft wie möglich

in den Bergen Westösterreichs, Italiens

und der Schweiz, macht mit Kunden

Skitouren und Heliskiing. „Es hat mich

von Anfang an gefesselt. Skitouren sind

ideal, um von den Massen wegzukommen.

Wer mit mir am Arlberg unterwegs

ist, steht fünf Tage nach dem letzten

Schneefall immer noch im Pulverschnee.

Das halten viele für unmöglich.“

Die gute, alte Skitechnik

Der gebürtige Steirer liebt die Vielfalt.

„Ich habe meine Felle immer im

Rucksack und kann flexibel reagieren.“

Seine in vielen Wintern feingeschliffene

Weltcup-Fahrtechnik legt er dann kurz

beiseite. „Mit Carving kannst du wenig

anfangen, wenn du vor einem nicht einfach

zu fahrenden Tiefschneehang stehst.

Da brauchst du die gute alte Technik:

enge Skiführung, Hoch-Tief-Bewegungen,

klassisches Skifahren – das versuche

Fotos: Simonrainer, Heigl, Görgl

14 SPORTaktiv


„Skitouren sind ideal, um von den Massen wegzukommen“, sagt Stephan Görgl (vorne).

Dabei reizt ihn das Abenteuer genauso wie die Entschleunigung. Bei Tag und bei Nacht.

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ich auch, meinen Kunden zu vermitteln.

Die Merkmale der alten Schule gehen

verloren, wenn alle nur noch schnell über

präparierte Pisten rasen wollen.“

Der Wahl-Innsbrucker ist kein Typ, der

den Massentourismus befeuert. Aber den

Trend, dass immer mehr Menschen und

Hobbysportler in der Freizeit aus den Städten

in den Berge strömen, sieht er positiv.

„Ich begrüße diesen Boom, denn die Berge

sind ein schier unbegrenztes Eldorado. Ich

habe keine Sorge, auch in Zukunft meine

einzigartigen Erlebnisse am Berg spüren

zu können. Erstens gibt es noch genug

Hotspots und zweitens ist es eine Frage der

Stoßzeiten. Wenn ich mit Leuten am Berg

unterwegs bin, hat einer die größte Gaudi –

und das bin ich!“

Die Entscheidung, umzudrehen

Wichtig sei nur, mahnt Görgl, dass Neulinge

ihre ersten Erlebnisse gesichert und mit

erfahrenen Guides machen, denn Sicherheit

sei die oberste Prämisse. „Es gab schon genug

Situationen, wo ich wieder umgedreht

habe, sei es wegen der Wetterlage, akuter

Lawinengefahr oder einfach weil die Zeit

knapp wurde. Diese Erfahrungen haben

mich gestärkt.“ Natürlich trägt Görgl die

komplette Sicherheitsausrüstung (Schaufel,

16 SPORTaktiv

Sonde, Pieps, Erste Hilfe) mit, auch einen

Lawinenairbag verwendet er. „Aber der Airbag

ist nie eine Entscheidungshilfe! Wenn

der notwendig ist, habe ich bis dahin alles

falsch gemacht.“

Rennerlebnisse braucht der 39-Jährige

nicht mehr. „Ich bin gleich nach meiner

Karriere als Local Hero beim ‚Weißen Ring‘

am Arlberg gestartet, da hat’s mich zwei

Mal zerlegt. Ans Limit gehen wird bei mir

nicht mehr stattfinden. Auch mein Körper

braucht das nach vielen Jahren Spitzensport

nicht mehr.“ Und so hat Stephan Görgl

sein berufliches Zuhause wieder in den

Bergen gefunden. Bei Skitouren. Und auch

bei den 50 Liegestützen.

,,

EIN KILO MEHR­

GEWICHT BEIM SKI

SPÜRE ICH BEIM

AUFSTIEG NICHT.

ABER IN DER AB­

FAHRT MACHT DAS

KILO EINEN RIESEN­

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Foto: Simonrainer


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DER ERSTE WEISSE

RAUSCH

NACH DREI JAHRZEHNTEN

PISTE HAT UNSER REDAKTEUR

ZUM ERSTEN MAL DIE GRENZE

INS GELÄNDE ÜBERSCHRITTEN

UND EINE SKITOUR ABSOLVIERT.

SEITHER VERSTEHT ER DIE SUCHT

NACH STUNDENLANGEM AUF-

STEIGEN FÜR DIE EINE ABFAHRT.

VON KLAUS MOLIDOR

18 SPORTaktiv


Foto: KfV

Voller Impfschutz gegen den Trend:

Drei Jahrzehnte lang hatte das

Skitourenvirus keine Chance,

sich in meinem Körper einzunisten und

auszubreiten. Allen Verlockungen und

Erzählungen zum Trotz, die vom weißen

Rausch berichten, vom Freiheitsgefühl

und vom unübertroffenen Naturerlebnis.

Die Immunität gegen diesen Sport

war unerschütterlich. Skifahren, das war

Piste für mich und nicht Tiefschnee.

Wohl auch, weil mir als Flachländer

sowohl Schnee als auch Erfahrung nicht

im ausreichenden Maße zur Verfügung

standen.

Irgendwann war die Verlockung aber

doch zu groß. Perspektivenwechsel,

raus aus der Komfortzone, was Neues

kennenlernen. Also Skitour. Und wenn,

dann gleich richtig. Nicht irgendwo in

Pistennähe, sondern im Jamtal in Tirol.

Mit einer Gruppe von Novizen und

Fortgeschrittenen, vor allem aber mit

zwei Experten als Guides: Bergführer

und Bergretter Christian Eder und Bergsteigerlegende

Peter Habeler. Sicherheit

hat Priorität – eingeladen hat schließlich

das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Schon beim Ausfassen der Leihausrüstung

schleichen die Zweifel an dem

Unterfangen zurück ins Unterbewusstsein.

Die Schuhe sind zwar bequem und

weich – aber hat man damit genug Halt?

Die Pin-Bindungen ohne Rahmen, dafür

mit zwei herzigen Zapferln, die in

den Schuh einrasten, erwecken im Neuling

auch kein Sicherheitsgefühl. Und

die Bretter? Breit und leicht und ohne

g’scheite Kanten. Na, servas.

„DIE SELBST-

DARSTELLER

AM BERG

KANNST’ IN

DER PFEIFE

RAUCHEN“

Hoch über dem Alltag

Das Fellaufziehen geht in der Früh wenigstens

problemlos und dass man die

Ski beim Schritt nicht heben, sondern

nur vorwärtsschieben soll, ist ein super

Tipp, der sich auch schnell umsetzen

lässt. Durch den Schatten geht es von

der Jamtalhütte auf 2.165 Metern

Seehöhe recht flach los. Nach ein paar

Hundert Metern verfliegt das Schmähführen

in der Gruppe und es wird meditativ.

Du schiebst die Ski vorwärts, wie

beim Langlaufen in Zeitlupe, hörst das

Knirschen des Schnees und den Atem.

„Nicht zu schnell angehen“, hat Peter

Habeler beim Aufbruch gesagt. Kraft

sparen ist angesagt, immerhin liegen

zwei, drei Stunden Aufstieg vor uns und

eine einzige Abfahrt.

Schritt, Stockeinsatz, Atemzug,

Schritt, Stockeinsatz, Atemzug. Immer

wieder, immer weiter. Ein tranceartiger

Zustand stellt sich in der Weite des Gletschers

ein, der jetzt in der Sonne liegt.

Bei der Rast auf der ersten Kuppe ist der

Kopf schon frei. Du bist körperlich und

mental hoch über dem Alltag. Blauer

Himmel, schroffe Felsen, Fernsicht Ende

nie – mehr braucht man nicht. Es ist die

Rückkehr zu den elementaren Dingen,

die Tourengehen faszinierend macht.

Die hektisch oszillierende Alltagsschwingung

mit Spitzenausschlägen im Sekundentakt

verlangsamt sich zu weiten,

wohligen Wellen.

Bis Habeler ruft: „Weiter geht’s“.

Jetzt wird das Gelände Richtung Rußkopf

steiler und anspruchsvoller. Der

75-Jährige geht voraus, prüft mit dem

Stock alle paar Meter den Schnee und

mit Blicken die Gruppe. „Du darfst

keinen überfordern, musst aber immer

das Kommando haben, ohne schroff zu

werden“, sagt Habeler. Seine Kondition

reicht locker, um in den kurzen Pausen

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Auf der Weite des

Jamtalgletschers wird

der Aufstieg mit Tourenskiern

zu einer meditativen

Angelegenheit, die

den Körper fordert und

den Geist befreit.

DIE ECKDATEN

DER BESCHRIEBENEN

TOUR

immer wieder Schnurren aus seinem

Leben in den Bergen zu erzählen. Mit

Heinz Fischer ist er schon unterwegs

gewesen, mit Opernsängerin Angelika

Kirchschlager, mit Schauspielern, Ministern

und, und, und. Trotzdem ist sein

Schmäh unaufdringlich und er immer

Herr der Lage. Er braucht sich nicht

zu inszenieren und lässt den Profi nicht

heraushängen „Die ganzen Selbstdarsteller

am Berg kannst, eh in der Pfeife

rauchen“, sagt Habeler.

Freiheit pur

Dann ist wieder Konzentration angesagt.

Eine Hangquerung steht an. Einzeln

drücken wir uns an den Berg – da

schlägt das Neulingsherz vor Nervosität.

Nach gut zweieinhalb Stunden ist der

Rußkopf erreicht. Ein erhabenes Gefühl

zu sehen, welche Höhe und Distanz

man mit zwei Skiern an den Füßen zurückgelegt

hat.

Nach Gipfelbussis und Handschlägen

dann die bange Frage der Tiefschnee-Unerfahrenen:

Kommen wir

da problemlos runter? „Zur Not im

Zickzack“, beruhigt Habeler. Also: Felle

runter, Haube runter, Helm auf. Die

ersten Meter in der Schrägfahrt fühlen

sich gut an. Der Schnee ist pulvrig und

leicht. „So, jetzt in die Knie gehen,

den ersten Schwung anstemmen und

mir nach“, sagt Habeler. Die Stunde

der Wahrheit schlägt. Linken Ski nach

außen drücken, rechten beiziehen und

schon geht’s dahin. Der zweite Schwung

klappt schon parallel, die breiten Latten

geben Auftrieb. Freiheit pur. Wären die

Ohren nicht, die Mundwinkel würden

sich am Hinterkopf treffen, so schießen

die Endorphine ein. Der erste weiße

Rausch meines Lebens.

Zack, da ist der Impfschutz weg. Das

Ende der Immunität. Jetzt verstehe ich,

wie Tourengehen – bei Pulverschnee

und Sonnenschein und unter fachkundiger

Anleitung – zur Sucht werden kann.

Die innere Einkehr beim Aufstieg, die

Abfahrt als Belohnung, die Zufriedenheit

nach einem Tag in der Natur ohne

Trubel und Technik. Wiederholungsgefahr

100 Prozent. Oder wie Habeler

sagen würde: superbärig.

Ausgangspunkt der Tour auf den

Rußkopf (2.693 Meter) ist die

Jamtalhütte über Galtür in Tirol.

Von dort starten Touren in

allen Schwierigkeitsstufen, zum

Beispiel auf die umliegenden

Dreitausender wie Jamspitze,

Dreiländerspitze oder den

Augstenberg.

Auf der Hütte kann die komplette

Tourenausrüstung (Ski, Schuhe,

Stöcke, Felle, LVS-Gerät,

Schaufel und Lawinensonde)

ausgeliehen werden.

www.jamtalhuette.at

Gipfelglück auf 2.693 Metern Seehöhe am Rußkopf. Redakteur Klaus Molidor (rechts) mit der Journalistengruppe,

die das Kuratorium für Verkehrssicherheit zur Skitour mit Peter Habeler eingeladen hat.

Fotos: Klaus Molidor

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FÜNF

TIPPS FÜR EINSTEIGER

BERGSTEIGER-LEGENDE UND SKITOUREN-ROUTINIER PETER HABELER ERKLÄRT,

WORAUF GERADE TOUREN-NEULINGE BESONDERS ACHTGEBEN SOLLTEN.

EINS. ZWEI. DREI.

Bevor du im Gelände loslegst,

brauchst du die passende Ausrüstung.

Peter Habeler rät dabei:

„Am besten ist es gutes, leichtes

Equipment zu besorgen. Und dabei

muss gut nicht unbedingt das

Teuerste sein.“

Auch Produkte aus dem günstigeren

Preissegment erfüllen oft

die Anforderungen für den Start.

Gerade Einsteiger, die noch gar

nicht wissen, ob sie mit dem Tourengehen

weitermachen, stürzen

sich so nicht in unnötige Unkosten.

Wichtig: gut beraten lassen.

Planung ist das halbe Leben.

Bevor du eine Skitour gehst,

informiere dich immer über die

Lawinenwarnstufe. „Das ist das

Wichtigste“, sagt Peter Habeler.

„Wenn man sich nicht sicher ist,

unbedingt daheimbleiben und

nichts riskieren.“

Die „gefährlichste“ Warnstufe

ist übrigens die 3. Bei 1 und 2

sind die Verhältnisse gut einzuschätzen,

bei 4 und 5 brechen die

wenigsten auf. Bei Stufe 3 ist das

nicht so klar. Da empfiehlt es sich,

z. B. mit Hüttenwirten zu sprechen,

die das Gebiet gut kennen.

Was jetzt noch fehlt, ist der richtige

Tourenpartner. „Einsteiger

sollten sich auf erfahrene Tourengeher

einlassen und gemeinsam

aufsteigen“, sagt Habeler. Am

besten mit einem professionellen

Guide, der das Gebiet gut kennt.

Der Selbstversuch zeigt: Erfahrene

Tourengeher prüfen den

Schnee während der Tour, wählen

die richtige Route, geben Tipps

zum Abfahren. Das vermittelt

gerade Anfängern ein Gefühl der

Sicherheit – und man lernt für

künftige Touren.

VIER.

FÜNF.

PETER

HABELER

ist im Winter auf zahlreichen

Skitouren unterwegs und

betreibt in Mayrhofen im

Zillertal (T) eine Skischule.

www.habeler.com

Die richtige Linie macht viel aus.

„Gerade Einsteiger sollten immer

eine eher flache Spur wählen und

das Gelände gut ausnützen“, rät

Peter Habeler.

Dadurch wird der Aufstieg weniger

anstrengend, was gerade bei

Touren in großer Höhe in dünner

Luft entscheidend sein kann.

Auch eine Reise von 1000 Meilen

beginnt mit dem ersten Schritt,

sagte schon der chinesische Philosoph

Laotse. „Auf einer Skitour

sollten diese Schritte nicht zu lang

sein“, sagt Peter Habeler. „Und vor

allem sollte man nicht zu schnell

gehen.“ Er rät auch zu häufigen

kurzen Pausen. „Schließlich will

man auf einer Skitour ja auch die

Natur genießen.“

Foto: Peter Habeler

22 SPORTaktiv


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can be beaten,

good times

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Photo: k2sports / davidcarlierphotography.com

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DER BESTE

SCHNEE

VIELE ENTDECKEN DAS SKITOURENGEHEN

GERADE – ANDERE ZIEHT ES SEIT JAHR-

ZEHNTEN AUF SKIERN IN DIE BERGE. DER

OBERÖSTERREICHER HELMUTH PRESLMAI-

ER HAT IN 30 JAHREN AUF SKIREISEN WELT-

WEIT JEDE MENGE ERLEBT UND VIEL ZU BE-

RICHTEN. ER MACHT HIER ALLEN LUST UND

MUT, DIE TOURENSKI EINZU PACKEN UND IN

DIE FERNE AUFZUBRECHEN – AUF DER SU-

CHE NACH DEM WELTWEIT BESTEN SCHNEE.

VON HELMUTH PRESLMAIER

24 SPORTaktiv


Großes Bild: In

den Lyngen Alps

von Norwegen

mit Meerblick.

Rechts: Oben der

„Afrikafirn“ im

Hohen Atlas, unten

die marokkanische

Sahara – eine charmante

Kombi.

Fotos: Helmuth Preslmaier

ehr als 30 Jahre ist

meine erste Reise nach

M

Marokko her. Eine

Skireise zum Hohen

Atlas. Das war meine

persönliche Initialzündung für meine

Begeisterung für Berge außerhalb Europas

im Allgemeinen, und für Reisen mit

Touren skiern im Besonderen. Der Hohe

Atlas in Marokko ist heute der Skireise-Klassiker

par excellence – 4.000er mit

großartigen Abfahrten im legendären

„Afrikafirn“. Damals war eine solche

Unternehmung aber absolut ungewöhnlich.

Ich kann mich noch bestens an

die Blicke erinnern, die unsere Gruppe

beim Einchecken – mit Ski im Gepäck

– auf sich gezogen hat.

Ausgangspunkt war damals die Nelterhütte.

Sie hatte Platz für 20 Personen,

rund um die Hütte war eine Zeltstadt

und die Verpflegung musste selbst mitgebracht

werden. Heute heißt die Hütte

Refuge du Toubkal, bietet Platz für 200

Personen und Halbpension. Und eine

zweite Hütte mit ähnlichen Kapazitäten

gibt es auch noch. Viel hat sich also seit

damals verändert: Heute liegen Skireisen

generell im Trend und laufend werden

neue Reiseziele entdeckt.

Der Schnee und die Wüste

Es sind drei Dinge, die für mich den

riesigen Erlebniswert einer Skitour in

einem fernen Land ausmacht. Erstens

die Verbindung des Skibergsteigens

mit dem Kennenlernen und Erleben

fremder Länder und Kulturen. Bei allen

Skireisen, die ich plane und führe, muss

ein Sightseeingpart dabei sein. Zum

Beispiel: Skibergsteigen am Elbrus und

Sightseeing in Moskau. Oder eben: Skitourengehen

im Hohen Atlas, verbunden

mit einem Kameltrip in der Sahara.

Die Kombination Schnee und Wüste hat

überhaupt einen ganz besonderen Reiz.

SPORTaktiv

25


Bei der Suche nach

dem dem besten

Schnee der Welt ist

Kanada ebenfalls

schwer verdächtig.

Stichwort: Champagner

Powder.

Der zweite springende Punkt: Schnee ist

weltweit völlig unterschiedlich. Was der

beste ist? Pulver oder Firn – da sind die

Vorlieben ja unterschiedlich. Ich selbst

finde: lockerer Pulver. Aber auch eine

Firnabfahrt kann großartig sein.

Legendär ist der Afrikafirn im Hohen

Atlas. Das Klima sorgt dafür, dass

die Hänge gleichmäßig auffirnen.

Wenn man den richtigen Zeitpunkt

erwischt, erwartet einen eine gleichmäßig

aufgefirnte Abfahrt mit rund

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Discover the Backland

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26 SPORTaktiv


Fotos: Gerhard Plunder, Helmuth Preslmaier

Wer endloses

unberührtes Wintergelände

sucht,

wird in Kanada

fündig.

1.000 Höhenmetern. Kanada und da vor allem

die Rocky Mountains haben einen legendären

Pulverschnee. Champagner-Powder nennen ihn

die Kanadier. Er ist trocken, knietief und es gibt

ihn massenhaft. Beispielsweise in den Selkirk

Mountains im Durrand- Glacier-Gebiet. Fast

100 Quadratkilometer mit 14 Gletschern und

26 Gipfeln standen bei einer meiner Reisen

exklusiv für 20 Gäste zur Verfügung. Die aufsummierte

Neuschneemenge pro Winter beträgt

dort rund 30 Meter. Skitouren in Kanada bedeutet

in jeder Beziehung: Skitouren in XXL …

Die Berge und das Meer

Süchtig machen kann auch der Schnee in Island

und Norwegen. Berge, die gleichsam aus dem

Meer herauswachsen und Abfahrten im stiebenden

Pulver – die Kombination der beiden

Naturelemente Meer und Berg ist mit nichts

zu vergleichen. Meeresnähe bedeutet auch, dass

die Schneekristalle runder sind und lange schön

locker bleiben. Den Charme erhöht noch, wenn

man auf einem Schiff als „Basislager“ wohnt. Unseres

in Norwegen war quasi eine schwimmende

Berghütte. Bei der Tourenplanung vom Schiff aus

hatte auch der Kapitän ein Wörtchen mitzureden,

der entscheidet, wo Wetter und Seegang es zulassen,

anzulegen und an Land zu gehen.

Die Kultur, der Schnee ... Ja, und als Drittes

machen für mich den großen Reiz von weltweiten

Skitouren die Berge aus. Mein idealer Skiberg ist

in jedem Fall ein Vulkanberg (zum Beispiel in

Chile oder der Türkei). Vulkanberge haben alle

eine gleichmäßige Hangneigung und bieten jede

Menge freier Hänge. Wer schon im Herbst Lust auf

Skitouren hat, dem empfehle ich die Vulkane im

„kleinen Süden“ von Chile – man reist quasi vom

europäischen Herbst in den südamerikanischen

Frühling. Teilweise über 3.000 Meter hohe Vulka-

CARBON -

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SPORTaktiv

27


HELMUTH

PRESLMAIER

aus Linz ist Instruktor für

Skihochtouren und Bundesreferent

für Skitouren

bei den Naturfreunden

Österreich.

Am Aragat in Armenien:

skitouristisches Neuland in

grandioser Bergeinsamkeit.

ne, traumhafte Firnabfahrten über gleichmäßig

ideal geneigte Hänge mit Blick zu den

chilenischen Seen, dazu südamerikanische

Steaks und chilenischer Wein – herrlich!

Auffahrt im Schützenpanzer

Das exotischste, ungewöhnlichste Gebiet,

das ich bisher auf Skiern bereist habe, war

jedoch Armenien. Skitouren haben dort

noch den Touch von Entdeckungsreisen

in skitouristisches Neuland. Es gibt keine

Berg hütten und nur wenige Straßen führen

zu den Ausgangspunkten für die Touren.

Und die sind im Winter oft nicht geräumt.

Abenteuerlich ist dort somit schon die

Anreise. Unser Ziel war der höchste Berg

Armeniens, der Aragat; und Touren-Ausgangspunkt

die Cosmic-Ray-Forschungsstation,

die noch aus der Sowjetzeit stammt,

auf rund 3.200 m Höhe. Mit dem Bus ging

es auf rund 1.900 m hinauf; ab hier lag die

Straße unter einer dicken Schneedecke. Wir

mussten nicht lange warten und unser von

der armenischen Agentur zugesagtes „Fahrzeug“

für den Weitertransport tauchte auf:

ein Schützenpanzer, eine solide russische

Konstruktion aus den 1950er/60er-Jahren.

Skier auf die Plane und Menschen unter

die Plane; Platz für genau zwölf Personen.

„VULKANBERGE HABEN

EINE GLEICHMÄSSIGE

HANGNEIGUNG UND JEDE

MENGE FREIER HÄNGE.

DER IDEALE SKIBERG IST FÜR

MICH DAHER IN JEDEM FALL

EIN VULKANBERG.“

Wir saßen eng und waren von einer intensiven

Abgaswolke eingehüllt. Nicht nur die

armenischen Berge waren also absolutes

Neuland – die armenische Variante des

Transports zur Hütte war es auch.

Skireisen in ferne Länder erfordern eben

auch einmal die Bereitschaft zum Komfortverzicht.

Die ganz besonderen Erlebnisse in

jedem einzelnen Land wiegen solche Mankos

aber stets mehr als auf. Im Fall Armeniens

etwa die grandiose Bergeinsamkeit und

unverspurte Hänge ohne Ende …

Als Organisator und Leiter

von Skireisen hat er u. a.

Skitouren in folgenden Regionen

der Welt

unternommen:

Europa (außerhalb der

Alpen): Abruzzen (Italien),

Kreta, Nordnorwegen

(Tromsö, Lyngen Alps),

Island und Elbrus

(Russland);

Afrika: Marokko/

Hoher Atlas;

Asien: Türkei (Taurus/

Kappadokien) und die

Berge um Erzurum

im türkischen Nordosten

und Armenien;

Nordamerika: Kanada

(Rocky Mountains,

Columbian Mountains,

Coast Mountains);

Südamerika: Chile

(im „kleinen Süden“);

Preslmaier veranstaltet für

die Naturfreunde jeden

Winter Skireisen in

verschiedene Länder.

Detailinfos unter

„Angebotssuche

Skitouren/Skireisen“ auf

www.naturfreunde.at

Fotos: Manfred Ehrengruber, Helmuth Preslmaier

28 SPORTaktiv


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SPORTaktiv 29


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GRENZEN

Skitouren erweitern den

Horizont. Im übertragenen

und im wörtlichen Sinn. Der

Blick vom Gipfel ins Land

ist immer ein Erlebnis. Das

Gsieser Tal in Südtirol bietet

dafür beste Möglichkeiten.

Etwa mit einer gemütlichen

Tour zum Gsieser Törl mit

einer Überschreitung der

Grenzen ins Villgraten- oder

Antholzertal oder einem Abstecher

zu den Drei Zinnen.

Bei den geführten Skitourenwochen

von 5. März bis 9.

April 2018 schenkt dir Bergführer

Paul unvergessliche

Momente auf urigen Hütten

und mit herrlichen Panoramablicken.

Das macht den

Skitourenurlaub einzigartig.

Alle Infos zur Ferienregion

Gsieser Tal – Welsberg –

Taisten findest du unter:

www.gsieser-tal.com

Foto: © Kamilla Photography

30 SPORTaktiv


SPORTaktiv

31


DIE BERGWELT IM WINTER,

AN VIELEN TAGEN EIN TRAUM.

AUS DEM ES IN DEN ALLER-

MEISTEN FÄLLEN AUCH KEIN

BÖSES ERWACHEN GIBT – WENN

MAN SICH ALS SKITOURENGE-

HER VON START WEG WISSEN

UND KÖNNEN ANEIGNET, SICH

VERNÜNFTIG UND ENTSPRE-

CHEND SEINERN FÄHIGKEITEN

„RISIKOBEWUSST“ DURCHS

GELÄNDE BEWEGT.

VON CHRISTOF DOMENIG

SAFETY

FIRST

MARTIN

EDLINGER

ist staatlich geprüfter Bergund

Skiführer, Abteilungsleiter

für Skitouren und

Bergsport bei den Naturfreunden

Österreich.

DR. ARNO

STUDEREGGER

ist Lawinenprognostiker

beim Lawinenwarndienst

Steiermark und Bundesreferent

für Skitoren bei den

Naturfreunden Österreich.

L

aut 20-jähriger Statistik der österreichischen

Lawinenwarndienste sterben jedes Jahr im Schnitt

25 Wintersportler in den heimischen Bergen unter Lawinen.

Heißt: Obwohl sich heute viel mehr Menschen

im lawinengefährdeten Gelände bewegen als früher,

steigt die durchschnittliche Zahl der Opfer zumindest

nicht an. Daraus lässt sich schließen, dass die Ausrüstung

besser wird, das Wissen um Lawinengefahren und

die Vernunft der Sportler insgesamt steigen.

„Meistens konzentrieren sich die Lawinenunfälle auf

kleine Zeitrahmen im Jahr, in denen es zum Beispiel

aufgrund des Schneedeckenaufbaus besonders gefährlich

ist. Solche Situationen dauern in der Regel

zwischen einem und fünf Tagen an“, weiß dazu aber

auch der Lawinenprognostiker Arno Studeregger vom

Lawinenwarndienst Steiermark. Studeregger ist gemeinsam

mit Martin Edlinger von den Naturfreunden

Österreich Hauptveranstalter des „2. Internationalen

Lawinensymposiums“ am 7. Oktober in Graz. Eine

Veranstaltung, die darauf abzielt, den neuesten Stand

des Wissens rund um Lawinengefahren und um „risikobewusstes“

Bewegen im Wintergelände weiter zu

verbreiten.

Studeregger und Edlinger standen uns auch bei dieser

Geschichte zur Seite, in der wir an die Sicherheitsbasics

für Skitouren im Wintergelände kurz und prägnant

zusammenfassen wollen. Wobei die angeführten acht

Punkte vor allem eines sein sollen: Anreiz, sich selbst

weiter mit der wichtigen Materie zu beschäftigen.

Fotos: Ulf Edlinger, Naturfreunde Österreich

32 SPORTaktiv


I.

TOURENPLANUNG

„Das größte und häufigste Sicherheitsproblem

liegt in fehlender Tourenplanung“,

meint Arno Studeregger.

Die Tourenplanung beginnt mit einer

groben Vorausplanung mehrere Tage

vor Start. Hier geht es um das Festlegen

und Studieren der Route oder

darum, Schlüsselstellen herauszufinden

und die Tourengruppe zusammenzustellen.

Eine alternative Tour sollte

man schon parat haben. Einen Tag vor

Start werden Informationen über die

Wetter-, Schnee- und Lawinenverhältnisse

gesammelt (Feinplanung). Und

am Tourentag gleicht man von Beginn

weg immer wieder ab, ob die Verhältnisse

vor Ort mit den Erwartungen

übereinstimmen.

II.

SELBSTEINSCHÄTZUNG

Eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Kenntnisse

und Fähigkeiten ist enorm wichtig – aber gar nicht

so einfach. Nicht selten sind Skitourengeher schon mehrere

Jahre unterwegs, technisch gut und wähnen sich

entsprechend als „fortgeschritten“; aber haben sich etwa

als Teil einer Gruppe noch nie selbstständig mit Sicherheitsfragen

beschäftigt. Einen Leitfaden zur einfachen

Selbsteinschätzung hat ein Team rund um Edlinger und

Studeregger vor zwei Jahren geschaffen: Das „W3“-Konzept

teilt Skitourengeher in „Einsteiger“, „mäßig

Fortgeschrittene“, „Fortgeschrittene“ und „Profis“ und

definiert die vier Gruppen anhand von Fähigkeiten und

Fertigkeiten. Und es werden klare Verhaltensempfehlungen

für alle vier Gruppen ausgegeben, „wer wann

wohin“ (=„W3“) gehen soll. Info: w3.naturfreunde.at

SPORTaktiv

33


III.

LAWINENLAGEBERICHT

Gehört auch zur Tourenplanung – der Check des

Lawinenlageberichts. Dieser ist pyramidenförmig

aufgebaut: Ganz oben steht die Gefahrenstufe; je

tiefer man in die Materie hinabtaucht, desto detaillierter

wird die Information. Als Einsteiger ist

es weder möglich noch notwendig, jedes Wort des

Lageberichts zu verstehen und richtig interpretieren

zu können. Mindestanforderung für alle,

die auf Skitour gehen, ist es, die Bedeutung der

Gefahrenstufen von 1 (geringe Gefahr) bis 5 (sehr

große Gefahr) zu kennen und zu beachten.

Unterschätzt wird oft die Lawinenwarnstufe

3 – diese bedeutet aber bereits „erhebliche Gefahr“.

Hier muss man schon genau wissen, was

man tut, will man noch risikobewusst unterwegs

sein. Bei dieser Stufe passiert auch am meisten.

Bei Warnstufe 4 („große Gefahr“) ist auch für

Alpinprofis die Grenze, bei der eine Skitour überhaupt

noch möglich ist, erreicht.

Im Laufe des Lebens sollte man als Skitourensportler

in der Lage sein, immer mehr nützliche Information

aus dem Lawinenlagebericht zu ziehen.

IV.

(NOTFALL-)AUSRÜSTUNG

Die ersten 15 Minuten entscheiden oft über Leben oder Tod nach

einem Lawinenunglück. Für Bergretter ist es unmöglich, in so kurzer

Zeit zur Unglücksstelle zu kommen. Die Kameradenhilfe entscheidet

– und eine vollständige Notfallausrüstung ist dabei unverzichtbar:

• LVS-Gerät

• Schaufel

• Sonde

• Mobiltelefon mit eingespeicherter

Notfallnummer (Euronotruf 112

oder Alpinnotruf 140)

• Erste-Hilfe-Paket

• Biwaksack

Lawinenairbags und ein

Helm sind zusätzlich zu empfehlen.

Aber die beste Ausrüstung

nützt nichts, wenn man

damit nicht umgehen kann

– der Umgang gehört in Kursen

gelernt und regelmäßig

selbstständig trainiert.

V.

DIE NATUR IM BLICK

Viele delegieren die Verantwortung an erfahrenere

Gruppenmitglieder – und nehmen sich damit auch die

Möglichkeit, sich zur Eigenverantwortung weiterzuentwickeln.

Vom Startpunkt der Tour weg gilt es, immer

wieder die Erwartungshaltung, die sich aus der Planung

ergibt, mit den Verhältnissen vor Ort abzugleichen.

Auch Einsteiger sollten zu jeder Zeit in der Lage sein,

ihren eigenen Standort auf einer Karte (nicht nur mit

GPS-Gerät) zu bestimmen. Und auch für die Grenze von

30 Grad Hangneigung, unter der nach menschlichem

Ermessen keine Schneebrettlawinen abgehen, sollte man

rasch ein Gefühl entwickeln. Je öfter man unterwegs ist,

desto besser sollte es gelingen, die Zeichen der Natur zu

deuten – wenn Augen und Ohren offen sind.

Foto: Ulf Edlinger, Martin Edlinger

34 SPORTaktiv


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in die Bindung um keine Sekunde beim Wettkampf zu verlieren.

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SPORTaktiv

35


VII.

SICH SELBST

HINTERFRAGEN

Sicherheitsrelevante Entscheidungen sollten

möglichst objektiv und rational getroffen werden

– sagt die Logik. In der Praxis ist es nicht

möglich, Gefühle und das Unterbewusstsein

aus der Entscheidungsfindung auszublenden.

Bekanntes Gelände suggeriert beispielsweise

automatisch Sicherheit. Sammelt man positive

Erfahrungen, fühlt man sich sicherer – und

die Risikobereitschaft steigt mit den gemachten

Erfahrungen unbewusst an. Wer sich das

bewusst macht, sich selbst hinterfragt, sich

mit anderen austauscht und andere Meinungen

zulässt, hat einen wichtigen Schritt zu

mehr Sicherheit getan. Und im Zweifelsfall?

Die sichere Seite wählen, einen Hang meiden

oder sogar eine Tour abbrechen.

VI.

VERHALTEN DER GRUPPE

Niemals allein ins freie Gelände gehen, heißt der Grundsatz.

Gleichzeitig ergeben sich Gefahrensituationen auf Skitouren aber

auch aus der Gruppe heraus: „Sowohl Überforderung als auch

Unterforderung in einer Gruppen stellen Risikofaktoren dar“,

weiß Studeregger. Es gilt auf Tour, nicht nur lawinenrelevante

Gefahrenzeichen in der Natur, sondern auch das Verhalten von

anderen Gruppenmitgliedern (z. B. deren Körpersprache) im

Auge zu behalten.

Im Idealfall sind Skitourengruppen homogen; sprich: Können

und Wissensstand aller auf Tour sind auf einem ähnlichen Level.

Dies ist freilich oft nicht möglich. Gehen unterschiedlich starke

Sportler miteinander auf Tour, sollte die Tour von Vornherein

auf das schwächste Gruppenmitglied ausgerichtet sein. Werden

Probleme erst auf Tour erkannt, empfiehlt sich: Überforderte ins

vordere Gruppendrittel holen, Pausen machen, so gut es geht

unterstützen, eventuell die Tour abkürzen. Unterforderte mit

Aufgaben wie Spuren und Orientierungsaufgaben betrauen.

VIII.

EIN LEBEN LANG DAZULERNEN

Der ideale Einstieg ins Skitourenleben führt in einen

Kurs, wo die wichtigsten Sicherheitsbasics gelernt und

in der Praxis geübt werden (siehe ab Seite 67). Aus den

zuvor genannten Punkten ergibt sich aber auch ganz klar:

Ausgelernt hat man nie. „Ein Leben lang dazulernen“ ist

die Devise – selbstständig auf Touren, in Ausbildungskursen

oder von Profibergführern, denen man sich auf Tour

anschließt.

Foto: Martin Edlinger

36 SPORTaktiv


PHOTO: MIRJA GEH

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SPORTaktiv

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GIPFEL UND DEN ZUSAMMENHALT

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56 TOURENSKISCHUHE

60 TOURENFELLE

63 STÖCKE

72 LVS-GERÄTE

74 SONDEN & SCHAUFELN

80 AIRBAGRUCKSÄCKE

94 SKITOURENRUCKSÄCKE

100 JACKEN UND HOSEN

SPORTaktiv

39


DIE SKI

LEICHT BERGAUF, STABIL BERGAB – DAS BLEIBEN DIE KRITERIEN

BEI DEN TOURENSKIERN. REVOLUTIONEN GIBT ES BEI DEN NEUEN

MODELLEN NICHT MEHR, DIE HERSTELLER ARBEITEN AN DETAILS.

MEHR ALS 500.000 IN ÖSTERREICH MACHEN SKITOUREN.

Aufstieg mit Fellen und Abfahrt

auf Skiern – das Rezept ist so

simpel wie facettenreich, erklärt

den Reiz des Skitourengehens aber nur

im Ansatz. Der Trend hält an, neue

Menschen kommen auf den Berg,

vom normalen Tourengeher-Typ über

den Gipfelstürmer bis hin zum Tiefschnee-Freerider.

Wobei Peter Seinitzer,

Experte bei Gigasport, den Begriff

Trend schon hinterfragt: „Skitourenge-

hen ist etabliert und ein fester Bestandteil

des Sortiments.“

Der Tourenski kann vom Laien in

puncto Design und Technik oft kaum

noch vom Alpinski unterschieden werden.

Nur die Bindung ist ein Indiz.

Sonst gibt es vom traditionellen, schmalen

Wettkampfski mit dünnen Kanten

bis hin zum superbreiten und aufgebogenen

Freerider alles. Einige Modelle

punkten auch auf der Piste mit voller

Fotos: Rossignol, K2

40 SPORTaktiv


DER ÜBERBLICK



Klassische Tourenski

Ideal für die Mehrheit der

Skitourengeher. Der sportliche

Allrounder ist auf der Piste dem

Alpinski nicht unähnlich, hat etwa

80 bis 89 Millimeter Mittelbreite

unter der Bindung und schafft die

Balance zwischen Aufstiegs- und

Abfahrtsperformance.


Moderne Tourenski

90 bis 100 mm Breite, hohe

Vielseitigkeit trotz niedrigem

Gewicht, klare Stärken aber im

Gelände. Bei der Länge gilt hier

wie bei den anderen: Kinnlänge

bis Körperlänge.


Freerider bzw. Freetourer

Diese Definition findet man ab

100 Millimeter Mittelbreite. Das

bringt Auftrieb in der Abfahrt. Die

Ski sind schwerer, stabiler und

sehr abfahrtsorientiert.

Wettkampfski

In der Rennszene zählt bergauf

jedes Gramm, die Leichtgewichte

beginnen unter 700 Gramm

und sind nur 60 mm schmal. Abfahrts-Performance

zweitrangig.

Carving-Performance, was dazu führt,

dass manche Skifahrer auf reine Alpinski

verzichten und nur noch ein Paar Alleskönner

haben.

Ob man die Sportart nun Tourengehen,

Skibergsteigen, Ski-Touring oder

Ski-Mountaineering (der internationale

Fachbegriff) nennt – der Markt ist groß,

das Wachstum nicht mehr so groß. Aber

immerhin noch im Bereich von jährlich

ein bis drei Prozent (Verkaufszahlen,

Aktive). Der Sport bekam zuletzt Input

von Alpinmarken und wird in der Statistik

immer jünger und weiblicher. Karl

Posch von Österreichs Plattform Skimo

Austria schätzt, dass es hierzulande mehr

als 500.000 Skitourengeher gibt.

Österreich hält mit 22 Prozent den

größten Marktanteil am weltweiten

Tourenskimarkt. Die Rennszene hat

viel zum Breitentrend und zu den Produktinnovationen

beigetragen. Bei den

Olympischen Jugendspielen 2020 in

Vilar (SUI) wird das Skibergsteigen erstmals

im Umfeld der Ringe aufscheinen.

Bewährt sich der „Neuling“, darf man

weiter aufs große Olympia hoffen. „Es

schaut gut aus“, weiß Karl Posch.

SPORTaktiv

41


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Gelände bzw. auf der Piste

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verzeihender Charakter

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leichter Holzkern mit

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gesinterter Belag für ausgezeichnete

Gleitfähigkeit

aufgeraute Oberfläche

schützt vor Kratzern

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Abfahrtsvergnügen

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Schnee- und

Geländebeschaffenheiten

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Fotos: Hersteller, Rossignol Group (Foto: Mythic 97)

44 SPORTaktiv


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leichter, performanceorientierter

Ski

hervorragender Auftrieb,

spielerische Wendigkeit

verspricht Fahrspaß im

Gelände, auf der Piste

wie auch beim Aufstieg

1613 g bei 180 cm

133-93-115 mm

Radius: 16,4 m

PREIS (UVP): € 650,–

www.head.com

VÖLKL VTA 98

moderate Taper-Nose und

Tip-Rocker für Auftrieb in

weichem Schnee

starke Abfahrtsperformance

bei allen Bedingungen

1320 g bei 170 cm

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Radius: 17,9 m

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leichter Holzkern mit

Fiberglasummantelung

Flex passt sich an

unterschiedliche Terrains an

Aktiv-Progressive-Shape verbessert

Führungsphase des Skis

1320 g bei 171 cm

127-96-116 mm

Radius: 18,5 m

PREIS (UVP): € 679,–

www.lasportiva.com/de

BLACK DIAMOND

BOUNDARY PRO 107

Rockerschaufel mit traditioneller

Vorspannung unter der Bindung

Prepreg-Glasfaserkonstruktion

und Pappel-Kern

Flat-Top-Bauweise für verbesserte

Kraftübertragung und

Torsionssteifigkeit

2050 g bei 184 cm

138-107-123 mm

Radius: 20 m

PREIS (UVP): € 625,–

eu.blackdiamondequipment.com

LEICHT

TRAGEN

RISE 32+ SL

SERIE WINTER

Foto: Marco Rolando

SPORTaktiv 45

www.deuter.com


DIE RICHTIGE

PIN-DUNG

VOM LEICHTEN RACE-MODELL FÜR GIPFELSTÜRMER BIS ZUM

VERTRAUTEN PRODUKT FÜR DEN EINSTEIGER. DER MARKT FÜR

BINDUNGEN IST GROSS. UND NEBEN DEN NEUEN PINS GIBT ES SIE

IMMER NOCH, DIE UNVERWÜSTLICHE RAHMENBINDUNG.

Foto: Völkl

46 SPORTaktiv


Im Falle eines Sturzes zählt nur eins: Ski und

Schuh sollten sich rechtzeitig trennen, bevor

Bänder und Knochen zum Härtetest antreten

müssen. Wenn man die Produkttrends der

letzten Jahre verfolgt, könnte man meinen, die

alte Rahmenbindung sei tot. Innovationen sah

man hauptsächlich bei Pin-Bindungen („Pin“,

dt. Stift, Bolzen), die immer leichter und besser

wurden und mit den Vorreitern von Dynafit

und Marker vor drei Jahren erstmals auch

TÜV-Zertifizierungen ergatterten. Doch die

Rahmenbindungen, dem alpinen Sicherheitssystem

sehr ähnlich, sind noch am Markt. Bei

ihnen sind Frontbacken und Fersenautomat auf

einem Rahmen befestigt, was die Konstruktion

aber wesentlich schwerer macht. Ihr Vorteil

bleibt die Robustheit, die besser einstellbare Sicherheitsauslösung

und dass fast jeder Skischuh

verwendet werden kann. Das Verändern der

Steighilfe und das Switchen zwischen Geh- und

Skifunktion sind in der Regel recht einfach. In

der Praxis findet man die Rahmenbindungen

bei Tourenskiern noch im unteren Preissegment

und bei Einsteigern. „Auch wer das einfach von

früher gewohnt ist und sich beim Einstieg im

Gelände leichter tut, setzt noch auf Rahmenbindungen“,

weiß Peter Seinitzer, Experte bei

Gigasport.

„Darüber hat die Pin-Bindung einen echten

Siegszug hingelegt“, sagt Szenekenner Karl

Posch (Skimo). Denn wer gerne viele Höhenmeter

abspult, dabei schnell oder länger

unterwegs ist, greift zum Modell mit Pin, bei

dem der Schuh von mehreren Bolzen fixiert

wird. Diese Varianten sind viel leichter, haben

einen besseren Drehpunkt und den Vorteil,

dass hinten nicht der Backen mitgehoben wird,

sondern nur der Schuh. Nachteil: Nur spezielles

Schuhwerk funktioniert und Ungeübte tun sich

damit im Gelände zu Beginn schwer. Der überwiegende

Vorteil neben dem geringeren Gewicht:

Man steht viel niedriger auf dem Ski und

hat dadurch eine direktere Kraftübertragung.

Zum Schluss: Man sieht sie bisweilen noch,

die Tourengeher, die fahrlässig auf Material

ohne Skistopper (und ohne Fangriemen) unterwegs

sind. Da geht das Gewichtstuning aber

eindeutig zu weit ...

Fotos: © Michael Werlberger

One hell of a run

6 WELTCUP-

STRECKEN

5.000

HÖHENMETER

06.01.2018

Hinterstoder

AUT

20.01.2018

Madonna di

Campiglio-Pinzolo

ITA

27.01.2018

Gröden – Val Gardena

ITA

4

LÄNDER

85 %

STEIGUNG

17.02.2018

Feldberg

GER

24.02.2018

Kitzbühel

AUT

25.03.2018

Wengen

SUI

Ziel ist es die weltberühmten Weltcup-Strecken

vertikal so schnell wie möglich zu bezwingen.

Der „Clou“ an der ganzen Geschichte sind die

Regeln — es gibt keine. Freie Materialwahl solange

alles aus eigener Kraft angetrieben wird

(kein Motor), sowie freie Streckenwahl auf den

original Weltcupstrecken für die Speed- bzw.

Rucksackklasse.

Beste Ausdauer, beste Technik gepaart mit

optimalem Material gewinnt.

SPORTaktiv

47

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HEAD AAAMBITION 12 AT CARBON

mit ihrem Mittelstück aus leichtem und starkem

Carbon ermöglicht die neue Aaambition

leichtgängiges, kraftsparendes Gehen

vier Steighilfepositionen (0°/5°/10°/15°)

Gewicht: 1620 g/Paar (mit Bremse 1780 g)

Z-Wert: 4-12

PREIS (UVP): € 750,–

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EINSTEIGEN,

AUFSTEIGEN

LIGHTWEIGHT UND HIGHTECH:|

TOURENBINDUNGEN DER SAISON 2017/18|

FRITSCHI VIPEC EVO 12

einfacher Einstieg

ermöglicht die Seitwärtsauslösung

vorne

Notauslösung im Aufstieg

Gewicht: 500 g

Z-Wert 5-12

PREIS (UVP): € 485,–

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SALOMON MTN

hoher Bedienungskomfort, Zuverlässigkeit

und geringes Gewicht

leicht zugängliche und auf mehrere

Höhen einstellbare Steighilfe

integrierter Stopper

Gewicht: 390 g

PREIS (UVP): € 499,–

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SKITRAB TR GARA TITAN

ultraleichte Sicherheitsbindung

mit Skistopper

patentierte Technologie

Gewicht: 203 g (inkl. Stopper)

Z-Wert: 8/10/12

PREIS (UVP): € 519,90

www.skitrab.com

MARKER KING PIN 10

gute Geheigenschaften

einfache Handhabung

hohe Sicherheit

2 Steighilfen

Kombination aus Touren- und

Alpinbindung

Gewicht: 750 g (mit Bremse)

Z-Wert: 5-10

PREIS (UVP): € 450,–

www.marker.de

LOOK HM 12

leichte Freeride-Tourenbindung

sorgt mit starken Abfahrtseigenschaften

für natürlichen Skiflex

Vorderbacken mit Pin-Technologie

ermöglicht ein hohes Maß

an Elastizität

Gewicht: 1.270 g (Paar)

Z-Wert: 5-12

PREIS (UVP): € 529,95 (D90)

www.look.bindings.com

Fotos: Hersteller

48 SPORTaktiv


ATK TROFEO

einfach, leicht (145 g), robust

und zuverlässig

perfekter Begleiter bei

Rennen, schnellen Trainingseinheiten

auf der

Piste, aber auch bei steilen,

extremen, außergewöhnlichen

Abfahrten

Z-Wert: 4/6/8/10

PREIS (UVP): € 299,–

www.atkbindings.com

DYNAFIT TLT SPEED 12

Dynafits neues Allroundmodell

für 2017/18

kombiniert Eigenschaften

einer aufstiegsorientierten

mit den Vorteilen einer

klassischen Skitourenbindung

Gewicht: 285 g

PREIS (UVP): € 450,–

www.dynafit.com

HAGAN CORE

sehr leichte Pin-Bindung mit

integriertem Stopper

hochwertiges Aluminium und

Edelstahl

Vorwärts- und Seitwärtsauslösung

einstellbar

Gewicht: 350 g (inkl. Stopper)

Z-Wert: 5-12

PREIS (UVP): € 534,99

www.hagan-ski.com

FISCHER SPORTS TOUR CLASSIC

hohe Sicherheit dank TÜVzertifizierter

Auslösemechanik

3-Speed-Step-Steighilfe für unterschiedliche

Hangneigungen

kombiniert Leichtigkeit mit

einfachem Handling

Gewicht: 599 g

Z-Wert: 4-10

PREIS (UVP): € 469,95

www.fischersports.com

SPORTaktiv

49


KLAUS FEISTAUER UND HELMUT FUCHS

SIND DER ZEIT IMMER VORAUS. SIE

TESTEN TOUREN SKI UND -EQUIPMENT.

LANGE BEVOR DIE PRODUKTE AUF DEN

MARKT KOMMEN. WIE SIE DAZU GE-

KOMMEN SIND, WIE SIE TESTEN – UND

WIE SICH LEIDENSCHAFT UND BERUF

VEREINBAREN LASSEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Der Tiroler Klaus Feistauer stellt

neue Dynafit-Ski und Ausrüstung

auf die Probe.

Viele Kilometer von der Zivilisation

entfernt tragen diese beiden Herren

Jacken, die es noch gar nicht

gibt, marschieren in Schuhen, die man

in keinem Geschäft der Welt kaufen

kann und schnallen sich daran Bretter,

die noch weit weg von Serienreife sind.

Hat aber nichts mit Science-Fiction

zu tun – Klaus Feistauer und Helmut

Fuchs testen Skitouren-Equipment für

Dynafit und Hagan. Klingt schwer nach

Traumjob. Wie kommt man dazu?

Beim Kufsteiner Feistauer war es die

professionelle Fortsetzung des kindlichen

Forschertriebs. „Schon als Bub

hab ich mit Freunden an den Skiern

herumgetüftelt.“ Der legendäre Lochski

von Fischer hatte es dem kleinen Klaus

angetan. „Die hatten wir aber nicht, also

haben wir an unseren herumgesägt“, erinnert

sich Feistauer. Wenn er bei einem

örtlichen Skirennen ein neues Paar gewonnen

hatte, ist er diesem nicht selten

mit der Säge zu Leibe gerückt und aus

den Slalomlatten wurden Firngleiter.

Heute läuft das freilich voll professionell

ab. Über einen befreundeten

Sporthändler in Kiefersfelden ist Dynafit

50 SPORTaktiv


DIE

PROTO-TYPEN

Fotos: Klaus Feistauer, Helmut Fuchs

Helmut Fuchs aus

Ried im Innkreis (OÖ)

testet für Hagan.

auf den Materialtüftler aufmerksam geworden.

Erst war er als Markenbotschafter

mit den neuesten Outfits und Skiern

unterwegs, bald darauf mit Prototypen.

Eineinhalb Jahre vor der Markteinführung

bekommt er die neuen Modelle.

„Die teste ich dann einmal alle auf der

selben Tour. Braucht er mehr Kante,

mehr Auftrieb, weniger Rocker und,

und, und.“ Besonders intensiv wird

es, wenn eine komplett neue Serie entwickelt

wird – wie in den vergangenen

eineinhalb Jahren. „Da bin ich quasi die

Winter durchgefahren.“ Seine Erfahrungen

notiert er akribisch, bei Bedarf

wird dann im Werk nachgebessert. „Und

wenn ein Ski einmal so ist, wie er sein

sollte, teste ich ihn in allen Längen und

SPORTaktiv

51


„SAGEN WIR

SO: ICH PAS-

SE NICHT

EXTRA AUF

DIE SACHEN

AUF. IM TEST

SOLLEN DIE

SKI JA OR-

DENTLICH

BELASTET

WERDEN,

DAMIT

DEM KUN-

DEN NICHT

BEIM ERS-

TEN STEIN

DIE KANTE

RUNTER-

GEHT.“

HELMUT FUCHS

Skitouren sind zwar ihr Leben, gänzlich

leben können die beiden Tester aber

nicht davon. Fuchs ist im Brotberuf

Soldat und bekommt von Hagan eine

Aufwandsentschädigung. Feistauer

wiederum ist Gutsverwalter bei einem

Großindustriellen in Kufstein. „Die Familie

ist sportaffin und hat Verständnis

für meine Leidenschaft.“ Im Sommer

hat er mehr Arbeit, im Winter ist er dafür

fast ständig auf Tour.

Entlohnt wird Klaus Feistauer in „Naturalien“:

Er bekommt ein Budget, um

das er bei Dynafit einkaufen kann. „Toll,

dass es da vom Socken bis zum Ski alles

gibt.“ Die Testgeräte können sowohl

Feistauer als auch Fuchs behalten. Mit

denen hätte ohnehin keiner mehr eine

Freude, sagt Fuchs. „Sagen wir so: Ich

passe nicht extra auf. Im Test sollen

die Ski schließlich ordentlich belastet

werden, damit dem Kunden dann nicht

beim ersten Stein die Kante runtergeht.“

bei möglichst allen Schneeverhältnissen.“

So intensiv wie Feistauer ist bei

Dynafit keiner an der Entwicklung beteiligt.

Die neue Kollektion hat er so gut

wie im Alleingang durchgetestet.

Von Anfang an

Auch Helmut Fuchs aus Ried im Innkreis

ist einer der Ersten, die für Hagan

auf Touren gehen. Seit mehr als zehn

Jahren ist er dabei, längst auch in der

Prototypenentwicklung. „Der Marketingverantwortliche

war quasi mein

Nachbar“, erklärt er seinen Einstieg in

die Tester-Welt. Das Gute daran: „Es

geht schnell mit dem Feedback und

damit auch mit den Änderungen in der

Produktion, weil wir uns oft zusammensetzen

und Dinge besprechen, während

andere Tester weiter weg sind und ihre

Erfahrungen per Mail schicken.“

Ganz besonders im Gedächtnis geblieben

ist ihm der Schuh, den Hagan vor

Kurzem entwickelt hat. „Da war ich von

Anfang an dabei, hab daheim selbst am

Innenschuh herumgenäht“, erinnert er

sich. „Als ich dann mit dem Schuh am

Berg war, haben mich total viele Leute

angesprochen und auch meine Posts im

Internet haben ordentlich Wellen geschlagen.“

Hier unterscheiden sich die beiden

Skifirmen. Während Feistauer mit blanken

Dynafitlatten ohne Design und

Logo unterwegs ist, hat Fuchs immer

schon Hagan-Ski, die dem Endprodukt

sehr ähnlich sehen. „Damit wird auch

die Optik abgetestet“, sagt er.

Vaterstolz auf den Messen

Beide testen auch Kleidung, Rucksäcke

und andere Ausrüstung. Helmut Fuchs

immer wieder auch für andere Marken,

da Hagan eben kein Komplettanbieter

ist. „Auf den Messen lernst du Leute

kennen, die wissen, dass du viel draußen

unterwegs bist und so ergibt sich immer

wieder etwas“, erklärt er.

Klaus Feistauer und Helmut Fuchs

haben ihre Leidenschaft zum Nebenberuf

gemacht und freuen sich auch nach

Jahren noch, wenn sie vor allen anderen

die neuesten Geräte bekommen. Da

springt das Kind im Manne. Anfang

Februar 2018 freut sich der Mann dann

über sein „Kind“. Da werden beide auf

der Sportartikelmesse ISPO in München

stehen und ihre „Babys“ der Öffentlichkeit

vorstellen. Da kann man schon von

Vaterstolz sprechen. Oder wie Feistauer

sagt: „Es ist ein geiles Gefühl, wenn eine

neue Kollektion dasteht und du weißt,

dass alle Ski richtig gut funktionieren,

weil du sie selbst mitentwickelt hast.“

Foto: Feistauer

52 SPORTaktiv


ER STELLT

TIEFGEHENDE

FRAGEN

WIR LIEFERN

HOCHQUALIFIZIERTE

ANTWORTEN

KORE 93 SKI / HAMMER 110 BOOT

WHAT’S YOUR LIMIT?

SPORTaktiv

53


DIE SCHUHE

ALS HIGH-TECH-PRODUKT

Dank der Entwicklung im

Rennsport können jetzt

auch Hobbysportler auf

leichte Schuhe aus Carbon

und Kevlar setzen. Die

Frage „Sport oder

Komfort?“ stellt

sich nicht mehr.

Bei den Tourenschuhen findet man

die volle Breite vom Zweischnaller

bis zum Vierschnaller. Aufgrund des

Technologietransfers aus der Rennszene

gilt für ambitionierte Sportler mittlerweile

der Zweischnaller als bevorzugte

Lösung. „Im Rennen geht es um Sekunden

und Geschwindigkeit, da ist das

die schnellste Lösung“, weiß Karl Posch

(Skimo). Doch auch normale Tourengeher

profitieren von dieser Technik,

Stichwort: Bequemlichkeit. „Ich muss

nur ein Mal zum Schuh runtergreifen

und alles passt. Im Vergleich zu früher

ist das heute ein Kinderspiel.“ Neben

diesen sportlichen Zwei-Schnallen-Modellen,

die mit Carbon und Kevlar alles

aufbieten, greifen viele gerne zu Vierschnallern,

die den Schuhen aus dem

Alpinbereich am ähnlichsten sind. Sie

bringen von dort auch ihr größtes Plus

mit, nämlich die exzellente Führung

des Skis in der Abfahrt.

Beim Gewicht findet man wie bei

den Skimodellen erhebliche Unterschiede.

Hochgezüchtete Rennmodelle

für Bergstürmer sind leicht und unter

900 Gramm zu haben, Allrounder

und Schuhe für Abfahrer sind doppelt

so schwer und gehen bis an die 1800

Gramm. Es ist für jeden etwas dabei.

„Mittlerweile ist es schwer vorstellbar,

dass nicht für jeden Fuß der passende

Schuh zu finden ist“, sagt Giga sport-

Experte Peter Seinitzer, der vom neuen

Know-how und der Entwicklung

angetan ist. „Unglaubliche Passform,

ein hohes Maß an Isolierung, die besten

Geheigenschaften und ein geringes

Gewicht.“

Foto: Fischer Ski

54 SPORTaktiv


GET

VERTICAL

Athlete: Aaron Durogati; Location: Pale di San Martino – Dolomites (Trentino); Pic: Daniele Molineris

Offizielle Partner

von SALEWA

SPIEL MIT

& GEWINNE

Begleite uns auf ein einzigartiges

Ski Mountaineering Base

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Verbessere deine hochalpinen

Fähigkeiten und entdecke die

unberührtesten Hänge der Alpen.

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SPORTaktiv

55


LANGE XT FREETOUR 130

thermoverformbarer

Lightweight-Innenschuh inkl.

Schnürsystem

4 Lightweight-Alu-Schnallen

40 Grad Bewegungsfreiheit

Flex 130

Dynafit ® -zertifizierte Inserts

1770 g/Schuh

PREIS (UVP): € 649,95

www.lange-boots.com

LA SPORTIVA SYTRON

Race-Ready-Einzelschnalle

Umstellen von Walk auf Ski

mit einer Handbewegung

S4-Insert-System für einfachen

Einstieg in die Bindung

930 g (M)/ 845 g (W)

Schaft-Rotation: 75 Grad

PREIS (UVP): € 649,–

www.lasportiva.com/de

DALBELLO LUPO AX 120

neuer Geh und Fahr-

Mechanismus

neuer Innenschuh

ideal mit breiterer Skiern

1625 g

neue Leistenbreite 100 mm

PREIS (UVP): € 549,95

www.dalbello.it

FISCHER SPORTS TRAVERS CARBON

federleicht für schnelle und einfache

Aufstiege

direkte Kraftübertragung und

Schwungeinleitung

komfortabel durch hohe

Beweglichkeit

980 g

Schaft-Rotation: 80 Grad

PREIS (UVP): € 649,95

www.fischersports.com

ATOMIC HAWX ULTRA XTD 130

stabile Verbindung mit der

Bindung

Walk-to-Ride-Sohle mit

Rocker-Profil

Mermory-Fit-Anpassung

Energy-Backbone

1420 g

PREIS (UVP): € 699,95

www.atomic.com

DYNAFIT TLT SPEEDFIT

für sportliche Pistentouren

hohe Beweglichkeit und Dynamik im Aufstieg

schnelle, unkomplizierte Handhabung

stabiler Grilamid-Schaft für

Abfahrtsperformance

1190 g

Schaft-Rotation: 60 Grad

PREIS (UVP): € 550,–

www.dynafit.com

Fotos: Hersteller

56 SPORTaktiv


SKI & WALK

AUFSTEIGER, ABFAHRER ODER ALLROUNDER:I

TOURENSKISCHUHE FÜR ALLE ANSPRÜCHE|

SCOTT SPORTS COSMOS III

Mischung aus leichter

Performance und Agilität für

variable Bedingungen

starke Energieübertragung

beim Abfahren, hohe Bewegungsfreiheit

beim Gehen.

innovative, leicht bedienbare

Ski-/Gehfunktion

Schaft-Rotation: 60 Grad

PREIS (UVP): € 529,95

www.scott-sports.com

NORDICA STRIDER PRO 130 DYN

neuer Hike-Mechanismus für

außergewöhnliche Bewegungsfreiheit

ultraleichte Schale kann von 100

auf 104 mm geweitet werden

warme Füsse dank 3-D-Light

Cork Fit Liner mit Primaloft®

Isolierung

exklusive Michelin Gummisohle

1800 g

PREIS (UVP): € 629,95

www.nordica.com

SCARPA ALIEN RS

für leistungs- und fitnessorientierte

Skitourensportler

geringes Gewicht durch Carbon-

Grilamid®LFT

Speed-Cam-Lock-System zum schnellen

Öffnen und Schließen des Schaftes

Gewicht: 890 g

Schaft-Rotation: 72 Grad

PREIS (UVP): € 700,–

www.scarpa.net

SALOMON MTN LAB

Freeride-Tourenskischuh der

neuen Generation

kraftvolle und geschmeidige Abfahrtsperformance

mit leichtem

Gewicht

1570 g

Schaft-Rotation: 47 Grad

PREIS (UVP): € 549,–

www.salomon.com

hybrid Steigfelle

Adhäsionstechnologie auf

dem nächsten Level

kraftsparendes Handling • haftet auch

bei mehrmaligem Auffellen und großer

Kälte • kein Nachbeschichten

Steigfelle made in Austria

contourskins.com

SPORTaktiv

57


FELL-

UND SKI-FIT

DER GRAT ZWISCHEN SKITOUR

UND TORTUR IST MITUNTER

SCHMAL: FELLE, DIE NICHT

HAFTEN, TOURENSKI MIT

STUMPFEN KANTEN, LOCKERE

BINDUNGEN KÖNNEN NERVEN

UND SICHERHEITSPROBLEME

SEIN. EIN MINIMUM AN SKI-

UND FELLPFLEGE MACHT DAS

LEBEN ALS TOURENGEHER

DEUTLICH SCHÖNER.

VON OLIVER PICHLER

Die Ausdauer stimmt, die neue

Funktionskleidung ist richtig

lässig und die neuen Schuhe sind

viel leichter als die alten. Dann bist du

auf die Skitourensaison also perfekt

vorbereitet? Fast. Wären da nicht die im

Keller dahinfristenden Ski und Felle.

Der Belag – weiß und trocken. Die Kanten

– völlig stumpf. Und die Felle haben

schon bessere Zeiten erlebt.

Die Basics – sauber und trocken

Ein Minimum an Pflege brauchen Ski

und Felle einfach. Vor und während der

Saison. „Fellpflege ist zentral, ob klassisches

Spannklebefell oder modernes

Hybridfell. Ebenso wichtig ist das gewissenhafte

Reinigen des Skibelags, der

immer von Schmutz, etwa Nadeln oder

kleinen Ästchen, zu befreien ist. Nur so

kann das Fell gut haften“, weiß Arno

Gruber jun., Tourenski-Experte und

Sportfachhändler („Intersport Gruber“)

im Kärntner Bad Kleinkirchheim.

Skiservice und mehr

Zu den Basics gehört vor Saisonbeginn

auch das Ski-Komplettservice inklusive

Bindungsüberprüfung. Dafür ist der

Weg zum Fachhändler meist besser

und günstiger. Denn professionelles

Belagausbessern, Wachsen und Kantenschleifen

erfordert solides Werkzeug und

fundiertes Know-how.

Zwischendurch selbst den Belag mit

Wachs zu pflegen, macht für Tourenski-Experten

Arno Gruber trotzdem

Sinn. „Fellkleber beanspruchen den

Belag. Deshalb auf den Belag regelmäßig

Grundwachs aufzubringen, ist ratsam.

Es verbessert die Gleiteigenschaften

beim Abfahren.“ Dass sich Wachs negativ

auf die Haftung der Felle auswirkt,

wie oft geglaubt wird, stimme nicht.

Auch auf die sehr beanspruchte Bindung

ist zu achten. Selbst regelmäßig

zu prüfen, ob sich etwas gelockert hat,

soll Routine sein. „Ist ein Bindungsteil

nicht mehr so fest wie bisher, rate ich

zur Überprüfung. In jedem Fall ist die

Bindung neu einzustellen und zu prüfen,

wenn man die Schuhe wechselt“,

betont der Bad Kleinkirchheimer. Und

noch etwas ist zu bedenken: Wechselnde

Schneeverhältnisse führen an

der Ski-Oberseite zum Anhaften oder

Anfrieren von Schnee – Antihaftsprays

schaffen Abhilfe.

Foto: Scott Sports/Enander

58 SPORTaktiv


UND NOCH SECHS

FELLPFLEGE-TIPPS:

Bei jedem Zusammenfalten der Spannklebefelle

den trennenden Kunststoff, den man beim Kauf

mitbekommt, auf der Klebeseite aufbringen. Das

schont den Kleber.

Felle trocknen und auslüften lassen – nach der

Tour bei Zimmertemperatur in hängendem Zustand.

Wenn der Kleber der Spannklebefelle nicht

mehr gut haftet: Klebeseite reinigen und neu beschichten.

Spezielle Sprays sind die schnelle

Lösung. Reinigen, den Kleber neu aufspachteln

und über Nacht einziehen lassen – das ist der

dauerhaftere Weg.

Hybridfelle verbinden gutes Haften am Ski mit

geringerer Empfindlichkeit des Klebers, der sich

auch weniger „klebrig“ anfühlt. Daher kann man

die Klebeschicht beim Zusammenfalten aufeinanderlegen.

Um die schwächer werdende Klebewirkung

wieder zu aktivieren, gibt es eigene

Sprays. Ähnlich gut wirkt der Einsatz von etwas

Spülmittel und Wasser.

Mohairfelle sind auf der Fellseite regelmäßig

zu imprägnieren, damit das Fell besser gleitet

und nicht austrocknet. Sprays oder Wachs stehen

dafür zur Wahl. Das Spray wird warm (nicht

heiß) eingeföhnt. Das Wachs (fluorfreies Fellwachs)

wird in Gleitrichtung (also von vorne

nach hinten) aufgebracht.

Felle, die sehr abgenützt sind bzw. ihre Borsten

verlieren, gehören ausgetauscht. Gerade das

Pistengehen verringert die Haltbarkeit, weil die

Felle bei kompaktem Schnee mehr beansprucht

werden als im Tiefschnee im Gelände.

SPORTaktiv

59


G3 SKALA LT

neue Hybrid-Technologie mit innovativem

Tip Connector

Best-in-class-Plüsch für Haltbarkeit und

Vielseitigkeit

sehr gute Grip- und Gleiteigenschaften

flaches Packmaß

geringes Gewicht (ab 252 g)

PREIS (UVP): ab € 169,–

www.genuineguidegear.com

CONTOUR HYBRID FAT FREE

ein Fell für mehrere Ski durch variable

Länge (bis 10 cm) und Breite

Haftschicht wird durch einfaches

Abwaschen reaktiviert

beste Gleiteigenschaften durch die freie

Belagsfläche in der Skimitte

minimales Gewicht, winziges Packmaß

Hybrid-Klebertechnologie

PREIS (UVP): € 149,90

www.contourskins.com

COLLTEX COMBIN

ultraleichtes Fell (148 g) mit 30 Prozent

weniger Packmaß

einfach zusammenlegen ohne Verkleben

kein Abdecknetz, daher wesentlich

schnelleres Auf- und Abfellen

bestes Gleiten und perfekter Grip

PREIS (UVP): ab € 179,95

www.colltex.ch, www.sailsurf.at

GLEITEN

UND HALTEN

FÜNF SKITOURENFELLE FÜR EINEN|

GENUSSREICHEN AUFSTIEG.I

K2 WAYBACK SKIN MOHAIR MIX

BLEND

70 Prozent Mohair, 30 Prozent Nylon

beste Aufstiegs-Performance durch

den Z-Clip-Verschluss und das Spannband

am Fellende

kombiniert starke Grip- und Gleiteigenschaften

mit Haltbarkeit

PREIS (UVP): € 169,95

www.k2skis.com

KOHLA PEAK MIXMOHAIR MULTIFIT

65 Prozent Mohair, 35 Prozent Synthetik

neue Fell-Serie, speziell für den häufigen

Gebrauch entwickelt

ausgewogene Kombination von Gleit- und

Steigeigenschaften.

ideal für häufige Pistentouren oder Touren

auf Gletschern

hochwertiger, lösungsfreier Kleber

PREIS (UVP): ab € 129,–

www.kohla.at

Fotos: Hersteller

60 SPORTaktiv


PFLANZLICHE NATURKRAFT

FT

bewährt bei

Heiserkeit

&

Hustenreiz

SPORTaktiv

61


DIE LEICHTIGKEIT

DES AUFSTIEGS

Wer auf Skitour geht, schleppt nicht

gerne viel. Gewichtsparen fängt

bereits bei Carbonstöcken an.

Der Carbon Ultralite Vario 4 Compact

wiegt sensationelle 181g und

hat ein Packmaß von 41 cm

Es geht sich besser mit leichtem Gepäck.

Generell und auf einer Skitour

im Speziellen. Ein paar Gramm hier

und ein paar da eingespart – das macht in

Summe viel aus. Leichtes Gewicht ist daher

auch für die Stockhersteller ein großes

Thema. Das österreichische Familienunternehmen

Komperdell setzt in der Produktion

vermehrt auf Carbon statt Aluminium.

Carbon ist nicht nur sehr steif, sondern vor

allem leicht. Der Unterschied ist auch ohne

Waage fühlbar, wenn man je einen Carbonund

Alustock in eine Hand nimmt.

50 Prozent der Kollektion werden schon

aus Carbon hergestellt. Für einen guten

Schaft kommt es dabei auf die Qualität der

ANZEIGE / Fotos: Komperdell

62 SPORTaktiv


STOCK

EINSATZ

LEICHT, STABIL UND VIELSEITIG SIND DIESE|

DREI TOURENSTÖCKE.I

„Klick“, und der Stock

wird länger oder kürzer.

Der Stiletto (oben) ist

eine Revolution. Rechts:

der Aufsatzverschluss

eines Teleskopstocks aus

Aluminium.

KOMPERDFELL

C2 ULTRALIGHT

eigens entwickelter, 183 g

leichter Carbonstock

Teller passt sich der

Hangneigung an

3 Jahre kostenloses

Reparaturservice

PREIS (UVP): € 139,95

www.komperdell.com

Carbonfasergelege und die Wicklung an.

In jüngster Zeit sind die Stöcke immer

noch leichter geworden, ohne dabei an

Steifigkeit einzubüßen.

Möglich wurde das in Komperdells

hauseigener Schaftproduktion, in der 20

verschiedene Hightech-Fasern und acht

verschiedene Harze verwendet werden.

Das Unternehmen mit Sitz am Mondsee

ist damit auch der einzige Hersteller, der

seine Carbon-Schäfte selbst herstellt und

dadurch ganz speziell abstimmen kann.

Neben der Leichtigkeit hat Carbon auch

den Vorteil, dass es keiner Korrosion

ausgesetzt ist.

Verlängerung auf Knopfdruck

Eine Revolution hat Komperdell auch

im Programm: Den „Stiletto“. Ein

Stock, der sich auf Knopfdruck am

Griff in der Länge verstellen lässt – eine

weltweit einzigartige Technologie.

Aber auch die herkömmlichen Teleskopstöcke

von Komperdell können

sich sehen lassen. Längst ist man von

Schraubsystemen zu externen Verschlüssen

übergegangen. Wie ein Schnellspanner

beim Fahrrad lassen sich damit die

Stöcke sicher und ohne Nachgeben auf

die gewünschte Länge einstellen.

LEKI TOUR RACE COMP

Composite-Mischung mit

60 Prozent Carbonanteil

rutschsichere Stockverlängerung

Vario-Teller-System

PREIS (UVP): € 139,99

www.leki.at

SALEWA CARBONIUM

ALP SPEED

4-teiliger Hybridstock,

unterstes Segment aus

Titanal für besseren

Felsschutz

gepolsterte Schlaufe

46 cm Packmaß

PREIS (UVP): € 120,–

www.salewa.at

Fotos: Hersteller

SPORTaktiv

63


64 SPORTaktiv

DEN SCHNEE

SPÜREN


DR. MARCELLUS

SCHREILECHNER

aus Trofaiach (St) ist Geologe,

staatl. gepr. Berg- und

Skiführer, Alpinsachverständiger,

Bundesreferent

für Bergsport bei den

Naturfreunden Österreich.

www.alpinimpuls.at

Fotos: Natrufreunde/Martin Edlinger, Naturfreunde, Thomas Lippitsch

DER BESTE EINSTIEG IN DEN SKITOURENSPORT IST DER BESUCH

EINES LAWINENKURSES ODER SKITOURENCAMPS. WAS MAN DA

KONKRET LERNT UND WIE EIN GUTER KURS ABLAUFEN SOLLTE: WIR

HABEN MIT KURSLEITERN GESPROCHEN. UND REINGESCHAUT, WAS

EINSTEIGERN IN THEORIE UND PRAXIS VERMITTELT WIRD.

VON CHRISTOF DOMENIG

Freitagabend auf einer steirischen

Berghütte: Beim Essen und einem

Glas Wein lernt sich die kleine

Gruppe Männer und Frauen kennen.

Gemütlich ist es, doch der Anlass

mahnt zur Aufmerksamkeit: Die Skitouren-Neulinge

wollen an diesem Wochenende

wichtige Einblicke in alpine Gefahren

und Lawinensicherheit erhalten. Und

bevor es gemeinsam auf Tour geht, muss

die Tour erst einmal geplant, müssen

Wetterprognosen und der Lawinenlagebericht

gecheckt werden.

Die eine oder andere Anekdote von

vergangenen Touren zu erzählen, geht

sich für die Teilnehmer zwischendurch

schon aus – aber wie, bei einem „Einsteiger“-Kurs?

Kein Widerspruch, findet

Kursleiter Marcellus Schreilechner.

„Viele gehen erst einmal jahrelang auf

Skitouren mit und wollen sich dann

zum selbstständigen, risikobewussten

Selbststun weiterentwickeln. Es ist gar

nicht selten, wenn jemand jahrelang

unterwegs war, aber noch nie eine Tour

selbst geplant, die Gefahrenbeurteilung

stets anderen überlassen hat. Oder die

Hausstrecke nie verlassen hat.“

Wichtig ist aber eine kritische Selbsteinschätzung:

„Diese ‚Mitgeher‘ empfinden

sich meist selbst nicht als Einsteiger,

haben oft eine gute Skitechnik und Ausdauer.

Aber was das Sicherheitsthema

betrifft, sind sie in einem Einsteigerkurs

richtig.“ Der Eröffnungsabend dient

auch dem Kennenlernen: „Ein guter

Ausbilder hat ein breites Portfolio an

Themen mit und passt sich bei jedem

MAG. THOMAS

LIPPITSCH

ist Psychologe, staatl. gepr.

Berg- und Skiführer,

Geschäftsführer der

Alpinschule highlife

in Klagenfurt.

Kurs an den Wissensstand der Gruppe

an. Es gibt einen Leitfaden fürs Wochenende

– aber was jeweils umgesetzt

wird, schaut von Kurs zu Kurs anders

aus“, sagt Schreilechner.

Defizite bei der Verschüttetensuche

Beim Kärntner Berg- und Skiführer

Thomas Lippitsch dauern Einsteigerkurse

üblicherweise sogar ganze drei Tage.

„Grundkenntnisse in Geländeskifahren

sollten vorhanden sein – diese Fertigkei-

SPORTaktiv

65


Wird ein Schneeprofil

gegraben, dann

geht es für weniger

erfahrene Kursteilnehmer

noch nicht um

komplexe Erkenntnisse.

Sondern vielmehr

darum, ein Gefühl

für den Schnee zu

entwickeln.

VERANSTALTER VON

LAWINENKURSEN

ten kann man sich zuvor auch in einem

Tiefschneetraining aneignen.“

Die drei Tage werden zum Großteil in

der Natur verbracht und im Schnitt 500

bis 600 Höhenmeter pro Tag zurückgelegt;

dazwischen wird immer wieder

geübt und erklärt. Ganz ohne Theorie

geht es nicht: „Je nach Wissensstand

der Gruppe gibt es Vorträge zu den

Themen Schnee und Lawinenkunde,

Gefahrenmuster, Interpretation des

Lawinenlageberichts. Selbstverständlich

Tourenplanung und Wetterkunde“,

zählt Lippitsch auf.

Zum Theorieteil gehören auch die

Grundlagen der Verschüttetensuche.

Apropos: In Kursen für Fortgeschrittene

wundert sich der Kärntner oft, „wie

schlecht der Umgang mit dem LVS-Gerät

auch von Leuten beherrscht wird,

die schon jahrelang unterwegs sind.“ In

all seinen Kursen ist für Lippitsch der

Alpine Vereine:

Naturfreunde Österreich

1.-3. 12. 2017: Praxistage Skitouren

mit Schwerpunkt Lawinenkunde,

Schladming/Ramsau (St)

4.-7. 1. 2018: Fortbildung Skitouren

W3, Schladming Ramsau (St)

www.naturfreunde.at

Alpenverein

www.alpenverein.at

Österr. Touristenklub

www.oetk.at

Berg- und Alpinschulen

www.alpinschulen.at

SAAC

www.saac.at

Ortovox Safety Academy

www.ortovox.com

Mammut Alpine School

alpineschool.mammut.ch

praktische Umgang mit dem LVS-Gerät

daher sehr wichtig. Da geht es auch

darum, den Teilnehmern eine Ahnung

vom Stress einer Notfallsituation mitzugeben.

„Die Praxis zeigt auch, dass es

unbedingt notwendig ist, dass jemand

die Initiative ergreift und die Suche koordiniert

– sonst irrt jeder eigenständig

herum und es geht wertvolle Zeit verloren.

Das versuche ich meinen Teilnehmern

immer bewusst zu machen.“

Jeder soll einmal spuren

Zurück in der Steiermark, Samstag, 7

Uhr früh: Die Gruppe um Marcellus

Schreilechner gleicht am Ausgangspunkt

die Umgebung mit der Karte und die

tatsächlichen Verhältnisse mit den erwarteten

ab. „Eine Karte zu lesen, ist für

manchen komplettes Neuland.“ LVS-

Check und los. „Jeder soll einmal selber

spuren, den Schnee fühlen, beobachten.

Foto: Natrufreunde

66 SPORTaktiv


Da geht es noch nicht ums Interpretieren

und um Schneekunde, sondern darum,

ein Gefühl zu entwickeln“.

Wer immer nur einer Spur nachgeht,

nimmt sich die Chance, selbst zu beobachten

und zu lernen – das ist eine

von Schreilechners Kernbotschaften.

Und: Es wird auch in den Schnee hineingegraben,

„Mit der Schaufel einen

halben Meter oder Meter reinstechen,

Schichten sehen, angreifen. Den kleinen

Blocktest zeigen. Auch da muss man

noch nicht viel interpretieren.“ In der

Beobachtung stecke viel Potenzial, sagt

Marcellus Schreilechner, „Schnee muss

man gesehen und angegriffen haben, um

ihn zu verstehen.“

Nicht einfach hinterherlaufen

Auch Thomas Lippitsch wirft mit seinen

Gruppen an interessanten Stellen Blicke

in den Schnee, „um Gefahrenmuster

erkennen und verstehen zu lernen“.

Wie man eine Aufstiegsspur anlegt, erschließt

sich ebenfalls erst richtig in der

Natur. Genauso wie man Geländefallen

erkennt. Und vieles mehr: „Bei den

Übungstouren werden die theoretischen

Inhalte aus den Vorträgen praktisch erfahren.“

Was der Kärntner auch jedem unerfahrenen

Skitourengeher mitgeben will:

„Wer ohne professionelle Führung unterwegs

ist muss sich mit der Materie beschäftigen,

da er sonst sein Risiko nicht

einschätzen kann.“ Drei Kurstage legen

eine gute Wissensbasis – aber sie sollen

vor allem auch zum Weiterlernen motivieren.

„Ich rate auch davon ab, anderen

Tourengehern unreflektiert hinterherzulaufen,

da man sich prinzipiell nicht sicher

sein kann, wie groß die tatsächliche

Fachkenntnis oder die Risikobereitschaft

von anderen ist. Ausnahme: Man engagiert

sich einen geprüften Berg- und

Skiführer.“

Erst die Praxis, dann die Theorie

Einen guten Wissensvermittler in Lawinenkursen

erkenne man auch daran,

dass er auf seine Gruppe eingeht, sie

weder über- noch unterfordert. Und die

Aufnahmefähigkeit im Auge behält, sagt

Marcellus Schreilechner. Ist es kalt, sind

die Teilnehmer hungrig oder durstig,

dann sinkt die Aufmerksamkeitsspanne.

Was der Steirer für sich im Lauf der

Jahre auch gelernt hat: Entgegen vielen

anderen Kursveranstaltern startet er

lieber im Freien und schließt seine Wochenendkurse

Sonntagnachmittags im

Lehrsaal ab. „Bei einer vorangestellten

Powerpoint-Präsentation ist das Vorstellungsvermögen

endenwollend. Aber

wenn man den Schnee davor auch in

der Hand gehabt hat, dann die Theorie

nachgeschoben wird – dann bleibt

meistens wirklich etwas hängen. Und

weckt Interesse, tiefer in die Materie

einzutauchen.“

SPORTaktiv

67

www.arva-equipment.com


SPORTaktiv & Osttirol präsentieren:

DAS 2. SPORTAKTIV-

WINTERCAMP IM

NATIONALPARK HOHE TAUERN

1.–4. März 2018 (Do.–So.)

PROGRAMM


Do.: Anreise ins Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol,

Begrüßungsabend mit Vortrag von einem

Nationalpark-Ranger


Fr.: alpine Schneeschuhtour ins Timmeltal zur

Wallhornalm (rund 700 hm) und optional weiter zur

Eisseehütte (1100 hm) im Virgental, optional Variante

mit mittlerem Anspruch möglich


Sa.: anspruchsvolle Tagesskitour ab Prägraten am

Großvenediger zum 2600 m hohen Eselrücken

(1170 hm, 3,5–4 Stunden Gehzeit im Aufstieg);

Variante mit mittlerem Anspruch (900 hm) möglich


So.: Besuch der neuen Nationalpark-Ausstellung

„Tauernblicke – Momente des Staunens“ im

Nationalparkhaus Matrei; individuelle Abreise

LEISTUNGEN


drei Übernachtungen inkl. Halbpension

(Osttiroler Frühstücksbuffet und Abendwahlmenü)


geführte Touren mit Osttiroler Berg- und Skiführern


Testausrüstung von DYNAFIT (Ski), SALEWA

(Schneeschuhe, Stöcke, Lawinenschaufeln) und

PIEPS (Sicherheitspaket)

SPORTaktiv-Campschutz powered by

NÜRNBERGER“-Versicherung für drei Tage


PREIS für SPORTaktiv-Leser:

€ 385,– im Doppelzimmer zzgl. Ortstaxe

€ 36,– Zuschlag im Einzelzimmer

ZUM TESTEN

ZIELGRUPPE

GESCHENKE

DYNAFIT-Ski „Tour 88“

SALEWA-Stöcke,

Schneeschuhe und

Lawinenschaufeln

PIEPS-Sicherheitspaket

Sportler mit solider Grundfitness

und Gelände-Skifahrtechnik

TEILNEHMER

max. 25 Personen

DYNAFIT-Haube

SALEWA-Thermobottle

Fotos: TVB Osttirol/Marmot

68 SPORTaktiv


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DAS ANGEBOT:|

2 GEFÜHRTE TOUREN|

UND 3 NÄCHTE/HALBPENSION|

IM NATIONALPARK-|

PARTNERHOTEL UM € 385,–|

Inmitten der höchsten Berge Österreichs, zwischen

Glockner- und Venedigergruppe, liegt der Nationalpark

Hohe Tauern Tirol. Dort findet Anfang März

das 2. SPORTaktiv-Nationalpark-Wintercamp statt.

In die traumhafte winterliche Natur tief einzutauchen,

ist das Ziel dieses exklusiven Camps. Ein Höhepunkt

ist eine geführte Skitour mit Berg- und Skiführern

auf den 2600 m hohen Eselrücken im Virgental.

Die Tagestour mit 1170 Höhenmetern ist anspruchsvoll,

es gibt aber die Möglichkeit einer kürzeren Variante

für eine zweite Gruppe. Alle Teilnehmer haben

dabei die Möglichkeit, neueste Skitourenausrüstung zu

testen: brandneue Tour-88-Ski von Dynafit, Stöcke von

Salewa sowie ein Sicherheitspaket von Pieps.

Für Abwechslung sorgt das zweite sportliche Highlight:

eine geführte alpine Schneeschuhtour ins Timmeltal

in Richtung Wallhornalm. Hier besteht ebenfalls

die Möglichkeit, je nach Lust und Fitness zwischen

einer anspruchsvollen und einer mittelschweren Variante

auszuwählen. Der „Schneeschuhtag“ steht ganz im

Zeichen von Salewa – hochwertige Schneeschuhe, Carbonium-Tour-Stöcke

sowie Razor-Lawinenschaufeln

zum Testen inklusive.

Mitbringen sollte man eine solide Grundfitness,

Gelände-Skifahrtechnik und Tourenskischuhe. Für die

Schneeschuhtour werden außerdem feste, wasserdichte

Bergschuhe benötigt. Wie stets bei SPORT aktiv-Camps

(Facts und Programm siehe links) sind exklusiv 25

Plätze für unsere Leser frei – daher schnell buchen und

Campplatz sichern.

ANMELDUNG

Im Hotel Hinteregger mit Buchungskennwort

SPORTaktiv-Nationalpark-Wintercamp 2018“:

E-Mail: info@hotelhinteregger.at

www.hotelhinteregger.at

Webinfos zur Nationalparkregion:

http://nationalpark.osttirol.com

DIE UNTERKUNFT

Das Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol – wie oft

schon hat man das Vergnügen, dass man vom Zimmer

in einen Nationalpark blicken kann?

SPORTaktiv

69


WENN

JEDE

MINUTE

ZÄHLT ...

ALLEN SICHERHEITSVORKEHRUNGEN

ZUM TROTZ: WIRD JEMAND VON EINER

LAWINE VERSCHÜTTET, IST VON ALLEN

ANDEREN GRUPPEN MITGLIEDERN

RASCHES, ENTSCHLOSSENES

HANDELN GEFRAGT!

Und noch einmal sei betont: Das

Verhalten in Notfällen soll man

unbedingt in Kursen lernen

und immer wieder trainieren. Um hier

aber einen Eindruck zu vermitteln,

wie komplex das Notfallverhalten nach

einem Lawinenabgang ist (was ja die

Notwendigkeit eines Kursbesuchs nur

unterstreicht!), wollen wir mit Naturfreunde-Experte

Martin Edlinger die 15

Minuten nach einem Lawinenabgang

aufrollen. Denn grundsätzlich gilt: Wird

ein Lawinenopfer binnen 15 Minuten

befreit, besteht eine 90-prozentige Überlebenswahrscheinlichkeit;

danach sinkt

die Überlebenschance rapide!

Der Lawinenabgang

Gruppenmitglieder, die während der

Lawine in einer sicheren Position sind,

verhalten sich so: „Für sie gilt, die

Sturzbahn von Menschen, die in die

Lawine geraten, zu verfolgen und sich

den ‚Verschwindepunkt‘ zu merken. Ist

die Lawine zum Stillstand gekommen,

übernimmt einer der Retter sofort

die Einsatzleitung, damit kein Chaos

entsteht.“

Erst Notruf oder Suche?

Wann der Notruf abgesetzt wird, ist

situationsabhängig. „Zwei Minuten

Telefonieren können über Leben oder

Tod entscheiden!“ Deswegen gilt: Sofort

wird alarmiert, wenn ...

• ... mehrere Personen für die Rettung

zur Verfügung stehen. Dabei wird parallel

alarmiert und schon mit der LVS-Suche

gestartet;

• ... professionelle Hilfe sehr schnell zu

erwarten ist – z. B. wenn ein Skigebiet

in der Nähe ist;

• ... falls keine Notfallausrüstung vorhanden

ist.

Ist man als Helfer allein oder ist rasches

Eintreffen von Profihilfe unrealistisch,

gilt: suchen, Opfer ausgraben, Erste-Hilfe-Maßnahmen

setzen – dann erst

alarmieren!

Foto: Martin Edlinger

70 SPORTaktiv


MIT DER SONDE

SO LÄUFT DIE RETTUNG AB

SUCHE MIT DEM LVS-GERÄT

Der routinierte Umgang mit dem LVS

ist der größte Faktor, um Zeit einzusparen.

Der zweitgrößte: ein modernes

3-Antennen-Gerät. Das ist der Ablauf:

Alle Geräte auf Empfang stellen – ist

auch nur ein Gerät fälschlich auf Senden,

entsteht Mega-Verwirrung!

Die „Signalsuche“: Man rastert den

Suchbereich vom „Verschwindepunkt“

aus systematisch nach einem Erstempfang

ab. Parallel dazu wird nach aus

der Lawine herausragenden Gegenständen

Ausschau gehalten.

Die „Grobsuche“: Ist ein Empfangssignal

da, gilt es (ein modernes LVS-Gerät

vorausgesetzt), der angezeigten

Pfeilrichtung zu folgen. Gleichzeitig

erscheint die Distanz auf dem Display.

Die „Feinsuche“: Im Distanzbereich

von 8 bis 5 Metern verringert man

die Geschwindigkeit und führt sein

LVS-Gerät nah an die Schneeoberfläche.

Ab ca. 2 Metern Distanz

wird meist keine Pfeilrichtung mehr

angezeigt – man geht nun in der eingeschlagenen

Richtung weiter, bis die

angezeigte Distanz wieder steigt. Ab

dem kleinsten Wert wird systematisch

„ausgekreuzt“ (die Feinsuche also im

90-Grad-Winkel wiederholt), um die

geringste Entfernung zum Verschütteten

zu finden.

Dieser Schritt, „Punktsuche“ genannt,

wird laut unserem Experten oft unterschätzt,

„weil man ja schon „am Punkt“

ist. Doch der Verschüttete muss mit der

Sonde lokalisiert werden, um genau zu

wissen, wo und wie man graben muss.

Wichtig: Im 90-Grad-Winkel sondieren,

und zwar spiralförmig von dem Punkt

vorgehen, den man mit dem LVS-Gerät

ermittelt hat. Die Sonde nach „Sucherfolg“

stecken lassen.“

DAS AUSGRABEN

Es gilt, schnellstmöglich den Kopf freizuschaufeln,

um die Atmung zu ermöglichen.

„Nicht entlang der Sonde einfach

hinunterschaufeln – so ein Schacht fällt

leicht wieder zu. Es gilt, sich talwärts

versetzt großflächig zur Sondenspitze

vorzuarbeiten. Sind mehrere Retter

vorhanden, wird ein Schneeförderband

gebildet.“

ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN

Atemwege frei machen, Bewusstsein

und Atmung im Blick behalten, widrigenfalls

beatmen/Herzmassage.

Vor weiterem Auskühlen schützen (mit

Biwaksack, Aludecke, Bekleidung,

windgeschützt lagern).

Sich für die Retter bemerkbar machen,

Hubschrauber einweisen.

SPORTaktiv

71


PIEPS MICRO

das kleinste und leichteste

von Pieps

automatische Umschaltung

vom Sende- in den

Suchmodus

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Echtzeitanzeige am Display

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RETTER

KEINE SKITOUR OHNE LVS-GERÄT, DAS|

DU IM NOTFALL INTUITIV BEDIENEN KANNST.|

ARVA AXIO

effiziente Suche durch drei parallel

arbeitende Antennen

im Suchbetrieb automatische Rückschaltung

auf Senden mittels

Bewegungsmelder

Möglichkeit der manuellen Auswahl

der Verschütteten

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MAMMUT BARRYVOX S

ergonomisch und mit Handschuhen

gut zu bedienen

schlag- und bruchfest

sehr gut lesbares Display mit

Hintergrundbeleuchtung

akustische Benutzerführung hilft

bei der Suche

PREIS (UVP): € 380,–

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ORTOVOX 3+

Smart-Antenna-Technologie: Das

Gerät schaltet automatisch auf die

beste Sendeantenne um

Nachlawinenumschaltung

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Lediglich zwei Schalter

für einfachste Bedienung

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72 SPORTaktiv


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Sport Scheiber

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Hervis Wörgl

Hervis St. Johann

Intersport Pittl

Riml Sports

Intersport Zotz

Intersport Patrick

Sport Bartl

Connys Sport + Mode

Bergsport Gassler

Sport Wolf

S4 Fieberbrunn

Sport Bergmann

Sport News

Mountains by Andrä

Sport Gatz

Alber Sport

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Hörhager

Sport 2000 Engelbert

Hervis Innsbruck

Sport Strolz

SÜDTIROL

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BAYERN

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Bergzeit

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SALZBURG

Sport Günther GmbH

Sport 2000 Herzog

Hervis Europark

WIEN

Hervis Bruck

Bergsport Schwanda

Hervis Saalfelden

Sport 2000 Nora

STEIERMARK

ONLINE

Sport 2000 Willy

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Oberösterreich

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Farbmarkierungen zeigen die

Verschüttungstiefe an

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Öffnen und Spannen mit einem

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das Fixieren erfolgt durch einfaches

Ziehen am Band der Sonde

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74 SPORTaktiv


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schwierigem Wetter, gemacht. Sie bieten

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Unternehmungen hervorragend geeignet.

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einen modernen Stil bevorzugen und Wert

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und Hose bestehen aus dem neuen „Gore

Windstopper® LRR“-Funktionsgewebe. Es

vereint optimale Wasser- und Schneeundurchlässigkeit

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Weiters ist das Gewebe an der

Innenseite aufgeraut, was die Wärmeisolierung

erhöht. Vorder- und Rückseite der

Jacke sowie die untere Rückseite der Hose

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SPORTaktiv

75


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die Skitour und auch für Skikurse:

Der Lehrer kann dem

Schüler während der Fahrt

Tipps geben.

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AUCH AUF DER

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SPRACHLOS IM SCHNEE? MITNICHTEN.

MIT CEECOACH KANNST DU ANDERE

WÄHREND DER ABFAHRT WARNEN

ODER DEINE FREUDE TEILEN.

S

chreien war gestern. Auf der Skitour

zumindest. Oft ist es doch nötig,

während der Abfahrt mit dem Rest der

Tourengruppe zu kommunizieren – um

vor gefährlichen Stellen zu warnen zum

Beispiel, oder um anderen Tipps für die

optimale Linie zu geben. Einfach und

unkompliziert geht das mit dem Kommunikationssystem

CEECOACH. Bis zu

sechs Personen können dabei miteinander

sprechen. „Und das in einem geschlossenen

Kommunikationskreis, der nicht

mehr durch Frequenzüberlappungen

unterbrochen werden kann“, betont Julia

Kopaunik von der Firma peiker CEE, die

das System entwickelt hat.

Gekoppelt werden die Geräte, die

kleiner als ein Smartphone sind, über

Bluetooth, gesprochen wird über ein

Headset. Verwenden nur zwei Personen

das System, ist die Verbindung immer

offen, die Gesprächspartner müssen also

keine zusätzliche Taste drücken. Bei

größeren Kreisen gibt es einen Moderator,

der immer sprechen kann, alle anderen

schalten sich per Druck auf die runde

Taste des Geräts dazu.

„Das funktioniert anders als über Funk

rauschfrei und über eine Entfernung von

bis zu 500 Metern“, erklärt Kopaunik.

Falls jetzt jemand Bedenken hat, dass dem

Kommunikationsgerät (das sich auch für

Skischulen perfekt eignet) bei tiefwinterlichen

Temperaturen unterwegs der Saft

ausgeht, den beruhigt Kopaunik: „Selbst

bei rund minus 20 Grad kann man bis zu

10 Stunden ohne Unterbrechung miteinander

sprechen.“

ANZEIGE / Foto: CEECOACH

76 SPORTaktiv


PREMIUM-SPORTMEDIEN

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Stand: Jänner 2017. Quelle: MA 2016, CAWI-Print 2014, XITI 2016 Monatsdurchschnittswerte

KONTAKT

Mag. Alfred Brunner, MBA / Geschäftsführer

Styria Medienhaus Sport GmbH & Co KG / Ghegastraße 3 / 1030 Wien

Tel: +43 676 871970133 / E-Mail: alfred.brunner@styria.com / www.styriasport.com

SPORTaktiv

77


SPORTaktiv & DAS THERMENHOTEL KARAWANKENHOF**** präsentieren:

DAS 5. SPORTAKTIV-

„ALPE-ADRIA-

SKITOUREN-CAMP IM

THERMENHOTEL

KARAWANKENHOF“

A: 22.–25. Februar 2018

B: 1.–4. März 2018

C: 8.–11. März 2018 (jeweils DO–SO)


Drei Übernachtungen mit Halbpension im DZ, inkl.

Sportler-Frühstücksbuffet, 4-gängigem Abendmenü

und Benutzung der gesamten Kärnten Therme


2.000 m² SPA-Bereich mit Dampfbädern, Hamam und

„Anti-Spatzen-Skitouren-Saunaaufguss“


Sicherheitsprolog (Umgang mit Pieps, Sonde,

Schaufel)


Drei geführte Touren mit staatlich geprüften

Bergführern. Tipps zur Fahrtechnik im Tiefschnee mit

praktischen Übungen für die Tourenabfahrt


Testmaterial von PIEPS (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde),

SKITRAB (Ski, Bindung, Felle) und KOMPERDELL

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Der Toppreis für SPORTaktiv-LESER: € 378,– zzgl. Ortstaxe,

zahlbar vor Ort; EZ-Zuschlag: € 96,– (3 ÜN)

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SKITRAB Mistico-Tourenski

und der Skischuh MAESTRALE

RS² von SCARPA,

LVS-Gerät von PIEPS,

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DAS ANGEBOT:

3 GEFÜHRTE SKITOUREN

UND 3 NÄCHTE MIT HALBPENSION IM

4-STERNE-HOTEL UM € 378,–

PROGRAMM

Drei Skitouren in Kärnten, Italien und Slowenien

mit staatlich geprüften Bergführern

der Alpinschule „high life“; drei Leistungsgruppen,

damit Einsteiger und auch erfahrene

Tourengeher Spaß haben; geplante

Aufstiegszeiten: zwischen drei und fünf

Stunden je nach Leistungsgruppe.

DEIN GESCHENK

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von Buff

Fotos: Fritsch Diamir, Karawankenhof, Hersteller

78 SPORTaktiv


3 skitouren in 3 ländern

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Das ****Thermenhotel Karawankenhof ist wieder

Gastgeber unserer Alpe-Adria-Skitourencamps

für Leser/-innen. Egal, ob du die Freiheit auf

Tourenskiern erst entdecken willst oder seit vielen Jahren

auf Skitouren unterwegs bist: Bei diesem Camp,

das wir mit dem 4-Sterne-Thermenhotel Karawankenhof

in Warmbad-Villach veranstalten, ist für alle das

Passende dabei!

Es werden drei Leistungsgruppen gebildet und es

sind Profiguides der Alpinschule „high life“ mit von der

Partie. Highlight: drei Skitouren mit drei Gipfeln in

drei Ländern! Welche das sind, entscheiden Gäste und

Bergführer vor Ort gemeinsam. Eine Tour wird sicher

wieder in die Kärntner Nockberge führen, eine in die

italienischen Julischen Alpen, und die dritte wird sich

rund um Kranjska Gora (Slowenien) abspielen.

Freuen kann man sich auch auf das „Basecamp“: Der

Karawankenhof ist das sympathische Thermenhotel der

„Kärnten Therme“. Dort können wir nach den Touren

relaxen und bei einem speziellen „Anti-Spatzen-Aufguss“

saunieren. 378 Euro sind für dieses tolle Gesamtpaket

inklusive drei Übernachtungen samt Halbpension

sowie hochwertigem Testmaterial ein richtiges

Schnäppchen.

ANMELDUNG

KONTAKT & BUCHUNG mit Kennwort

SPORTaktiv-Alpe-Adria-Skitourencamp“:

THERMENHOTEL KARAWANKENHOF****

Tel.: 0 42 42/30 01-10

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Grundfitness und Skifahrtechnik,

Skitourenerfahrung bereits vorhanden.

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max. 24 Personen pro Termin

DAS HOTEL

4-Sterne-Thermenhotel Karawankenhof in

Warmbad Villach. Mehr Infos zum Hotel:

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SPORTaktiv

79


LEBENSRETTER

MIT GRENZEN

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

80 SPORTaktiv


AIRBAGRUCKSÄCKE HABEN SICH IN DEN LETZTEN JAHREN STARK

ETABLIERT UND GEHÖREN MITTLERWEILE FIX ZUR SICHERHEITSAUS-

RÜSTUNG VIELER SKITOURENSPORTLER. EINE POSITIVE UND NACH-

VOLLZIEHBARE ENTWICKLUNG – DOCH GLEICHZEITIG IST ES WICHTIG,

DEN LAWINENAIRBAG IM KONTEXT ALPINER GEFAHREN RICHTIG

EINZUORDNEN UND SEINEN NUTZEN REALISTISCH EINZUSCHÄTZEN.

VON NIKO VAN HAL

Fotos: ABS

Airbagrucksäcke sind in ihrer

Funktionalität für Wintersportler

einzigartig, können sie doch bei

Lawinenunglücken eine Verschüttung

aktiv verhindern. Kein anderes Notfallgerät

ist dazu im Ernstfall in der

Lage und die Wirksamkeit der Airbags

ist auch wissenschaftlich bestätigt. Die

wohl bekannteste und am häufigste zitierte

Studie zu diesem Thema stammt

von Pascal Haegeli aus dem Jahr 2014.

Eine wichtige Erkenntnis daraus ist,

dass die Lawinenrucksäcke ein wertvolles

Notfallgerät sind, jedoch nicht ein

Überleben garantieren können. Und

dass ihre Verwendung keinesfalls dazu

führen sollte, mehr Risiko einzugehen –

denn sonst ist der Sicherheitsvorteil bald

wieder zunichtegemacht.

Was Bergprofis denken

Sich der Grenzen seines potenziellen Lebensretters

am Rücken bewusst zu sein,

ist wichtig. Das sieht auch der Skiführer

und Alpinausbildner Stephan Skrobar

aus dem steirischen Ramsau am Dachstein

so, der zunächst festhält: „Jahr für

Jahr bewegen sich mehr Menschen im

freien Gelände. Dadurch kommt es naturgemäß

häufiger zu gefährlichen Situationen,

wobei die Anzahl an Lawinentoten

nicht im gleichen Ausmaß steigt.

Diese Entwicklung würde ich durchaus

auch als Resultat der zunehmenden

Verbreitung und Anwendung von Airbagrucksäcken

sehen – neben anderen

Gründen wie zunehmender Aufklärung,

gestiegenem Risikobewusstsein oder

technologischen Fortschritt.“ Eine wahrnehmbar

steigende Risikobereitschaft

bei Besitzern von Lawinenrucksäcken

beobachtet Skrobar nicht; er betont

aber dennoch, dass vor allem Wissen

und Erfahrung im freien Wintergelände

wichtig sind und der Besitz dieses relativ

jungen Ausrüstungsteils keinesfalls zu

Selbstüberschätzung verleiten sollte.

Einer, der den Trend zum Airbagrucksack

differenziert betrachtet, ist

Lawinenprognostiker Arno Studeregger

vom Lawinenwarndienst Steiermark:

„Es ist auf jeden Fall notwendig, sich

sowohl mit der Topografie im Gebiet, in

dem man unterwegs ist, als auch mit der

Funktionalität seines Airbags auseinanderzusetzen,

um im Ernstfall richtig und

schnell reagieren zu können.“ Abhängig

von Gelände und Lawinengröße könne

das Betätigen eines Lawinenairbags

nämlich auch kritisch sein, merkt Studeregger

an: „Gerade in den Ostalpen

gibt es viele offene Waldbereiche, die im

Falle einer Lawine ein zusätzliches Risiko

bergen. Mit einem ausgelösten Airbagrucksack

wird man von der Lawine

leichter erfasst und es steigt die Gefahr

mit Bäumen zu kollidieren.“ Wichtig sei

hier die gute Vorbereitung auf Touren

und Abfahrten, damit man im Ernstfall

auch richtig reagiert und die Situation

entsprechend einschätzt.

Eine Airbagpflicht für ihre Mitglieder

im Einsatz oder in einer Übung hat

dagegen seit einigen Jahren bereits die

Bergrettung der Ortsstelle Eisenerz,

ebenfalls in der Steiermark, ausgerufen.

Ortsstellenleiter Gerhard Edelbauer

erklärt den Gedanken dahinter: „Der

Airbagrucksack stellt eine der wenigen

Möglichkeiten dar, das eigene Überleben

zu sichern.“ Obwohl die Rucksäcke

zum großen Teil von den Rettern privat

finanziert wurden, habe es dagegen nie

Widerstand gegeben. „Im Gegenteil: Die

Rucksäcke werden auch privat immer

verwendet.“

SPORTaktiv

81


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- NEUE Leistenbreite 100 mm

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Ein Lawinenrucksack

gibt ein gutes

Gefühl. Entscheidend

ist, mit dem

potenziellen

Lebensretter am

Rücken nicht mehr

Risiko einzugehen

als ohne.

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BEI DER ABFAHRT.

Für Stephan Skrobar ist es klar, dass er

beim Führen einer Gruppe eine zusätzliche

Verantwortung hat und es somit

für ihn dann noch wichtiger ist, einen

Lawinenrucksack zu verwenden. Gleichzeitig

ist unbedingt zu beachten, dass ein

Airbagrucksack eben ausschließlich der

persönlichen Sicherheit dient; während

LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Erste-Hilfe-Paket,

Biwaksack sowie Handy unverzichtbar

sind, um anderen Menschen

helfen zu können. Dementsprechend

soll diese altbekannte Standard-Sicherheitsausstattung

in der Prioritätenliste

immer klar an erster Stelle stehen. Ein

Lawinenrucksack kann und soll ergänzend

zum Einsatz kommen, aber noch

einmal sei beotnt: Er soll nie dazu führen,

auf andere Teile der Sicherheitsausrüstung

zu verzichten.

Was der Markt bietet

Lawinenrucksäcke sind also angekommen

– beim Kunden und bei der

Industrie. Denn anders als in den „Pionierjahren“

gibt es mittlerweile viele

Foto: Pieps/Dachstein

82 SPORTaktiv

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POWER

verschiedene Anbieter von Lawinenrucksäcken

auf dem Markt. Jeder Hersteller rückt

dabei etwas unterschiedliche Schwerpunkte

in den Fokus seiner Überlegungen und somit

kommt man bei einer Neuanschaffung

kaum daran vorbei, sich mit den verschiedenen

Systemen auseinanderzusetzen, um

den idealen Rucksack für den eigenen Gebrauch

zu finden.

Zu unterscheiden ist grundsätzlich

zwischen Rucksäcken mit mechanischer

Auslöseeinheit (z. B. Snowpulse/Mammut,

Avabag/Ortovox, Alpride/Scott, BCA),

pneumatischer Auslöseeinheit (ABS) oder

akkubetrieben mit einem Industrieföhn

(Jetforce). Zu den jeweiligen Systemen gibt

es dann wiederum oft mehrere Rucksackhersteller:

So wird das Jetforce-System von

Pieps und Black Diamond verwendet; das

ABS-System von Herstellern wie Millet,

Deuter, Vaude oder The North Face eingebaut;

und das System von BCA beispielsweise

auch von K2 verwendet.

Auffallend ist, dass nahezu jeder Hersteller

in den letzten Jahren versuchte, die

Auslöseeinheiten in punkto Größe und

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SPORTaktiv

83


Gewicht zu optimieren, was besonders

Scott, Ortovox und Mammut bereits sehr

gut gelingt. Außerdem gehen die Hersteller

dazu über, mechanische Auslöseeinheiten

zu verwenden, um einerseits die Mitnahme

im Flugzeug zu erleichtern und andererseits

auch ohne Kartusche die Auslöseeinheit

testen zu können.

Wirklich abheben von den anderen

Systemen kann sich in Sachen Auslösung

das Jetforce System: Vor allem zu Schulungszwecken

ist es durch die Möglichkeit,

mit einer Akkuladung bis zu viermal auslösen

zu können, sehr geeignet. Allerdings

kommt durch die Technologie auch ein

etwas höheres Gewicht zustande.

Eine auffällige Neuerung war jüngst auch

das P.RIDE-System von ABS: Erstmalig

wurde hier eine Funkverbindung verbaut,

die Partnerauslösungen ermöglicht. Dieser

Schritt war auch der Tatsache geschuldet,

dass bei Lawinenunglücken mitunter Airbags

nicht rechtzeitig ausgelöst werden.

Was noch einmal verdeutlicht, wie wichtig

es ist, einen Airbag-Rucksack nicht nur zu

besitzen und mitzutragen – sondern im

Umgang damit auch geübt zu sein.

DER CHECK

VOR DEM WINTER

Grundsätzlich empfehlen alle Hersteller regelmäßige

Testauslösungen, um wirklich mit dem

Rucksack vertraut zu sein. Nach der Sommerpause

ist es auf jeden Fall wichtig,

seinen Rucksack auf Funktionalität zu überprüfen.

Insbesondere der Auslösemechanismus

sollte gecheckt werden. So geht’s:

Bei mechanischen Auslöseeinheiten schraubt

man dazu die Kartusche ab und zieht anschließend

den Auslösegriff. Vernimmt man

ein Klicken bzw. sieht man anschließend die

herausgekommene Nadel (wo sich eigentlich

die Kartusche befindet), ist alles in Ordnung

und man kann die Feder mit dem mitgelieferten

Werkzeug erneut spannen.

Ein weiterer Punkt ist das Wiegen der Kartusche

– das Ergebnis anschließend mit den

Angaben des Herstellers vergleichen und

gegebenenfalls, bei zu großer Abweichung vom

Normgewicht, die Kartusche je nach Möglichkeit

neu befüllen oder ersetzen.

Bei ABS Rucksäcken ist eine Überprüfung des

Auslösemechanismus ohne Kartusche nicht

möglich – allerdings ermöglicht ABS einmal

jährlich kostengünstig eine Testauslösung.

Die einfachste Überprüfung bietet das Jetforce

System, da man beliebig viele Testauslösungen

durchführen kann und somit im Ernstfall

auch sicher sein kann, dass der Airbag richtig

gepackt ist und alles einwandfrei funktioniert.

Alle Hersteller stellen online genaue Infos zu

ihren einzelnen Modellen bereit.

Foto: Scott Sports

84 SPORTaktiv


ACTIK

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für nächtliche Unternehmungen.

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SPORTaktiv

85


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86 SPORTaktiv


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87

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IMMER DER

NASE NACH

WIE AUS HUNDEN

LAWINENHUNDE

WERDEN. UND WIE

EIN EINSATZ MIT

TIERISCHEM RETTER

ABLÄUFT.

VON CHRISTOPH HEIGL

Foto: Lawinenhundestaffel Salzburg

88 SPORTaktiv


Es soll Leute geben, die vor Hunden

Angst haben. Doch selbst der

größte Feigling wird mit Freude

reagieren, wenn er Luca oder einen ihrer

Kollegen erblickt. Dann liegt er nämlich

mit ziemlicher Sicherheit unter einer

Lawine und verdankt dem Vierbeiner

sein Leben. Gestatten, Luca, zehn Jahre

alt, Lawinenrettungshündin aus Salzburg

und Staatsmeisterin 2017. Dieser

Erfolg freut die Besitzerin der braunen

Flat-Coated-Retriever-Dame zwar, „aber

es ist nur eine Sporturkunde.“ Carolin

Scheiter und Luca haben Wichtigeres im

Sinn. Sie retten Menschenleben.

Scheiter arbeitet im Nationalpark

Berchtesgaden in der Stabsstelle Kommunikation.

Am Tisch ihr Handy, darunter

ihr Hund. Wenn es klingelt, wechselt

sie aus dem Brotberuf ins Ehrenamt

und jede Sekunde zählt. Bis es so weit

ist, haben die beiden Retter aber bereits

einen langen Weg hinter sich.

Der Hund

„Kein Hund kommt als Lawinenhund

auf die Welt, aber grundsätzlich sind

viele Rassen und Mischlinge geeignet“,

betont Scheiter (40), die bei der Lawinen-

und Vermisstensuchhundestaffel

Salzburg auch für die Ausbildung der

Hunde zuständig ist. Die außergewöhnlich

gute Nase samt Geruchssinn haben

alle Rassen, selbst ein Dackel oder eine

Dogge könnte das. „Wichtig ist nur,

dass der Hund kein Trauma und viel

Vertrauen zum Menschen hat.“

Am besten bewähren sich mittelgroße

Vierbeiner wie Schäferhunde, Retriever

und Border Collies. Im Idealfall

(Pulverschnee) können sie Menschen

riechen, die bis zu fünf, sechs Meter tief

„WENN

LAWINEN-

HUNDE ZUM

EINSATZ

KOMMEN, IST

ES OFT SCHON

ZU SPÄT.“

in Lawinen stecken. Bei schwierigeren

Schneebedingungen deutlich weniger.

Wobei Scheiter das romantische Bild des

schlauen Helfers nicht überstrapaziert.

„Der Hund ist kein empathisches Wesen,

sondern ein Egoist. Er hat nur ein

Ziel: seine Belohnung.“ Er sollte leicht

zu motivieren sein, sich gerne bewegen,

sozial auf andere Hunde und Menschen

reagieren und gute Nerven haben. Das

gelte auch für das „Herrl“, erzählt Scheiter.

„Im Notfall bin ich der ruhigste

Mensch der Welt. Sonst ist das nicht

immer so.“

Die Ausbildung

Die Ausbildung sollte so früh wie möglich

beginnen. „Ich habe die Welpen am

liebsten mit zwölf Wochen. Da ist die

Festplatte leer und sie wissen nur, dass

Mama weich und warm ist“, lacht Scheiter.

Das Training danach ist hart. Zwei

SPORTaktiv

89


„FÜR DEN FLUG IM

HUBSCHRAUBER

GIBT ES DOPPELT

GEBRATENEN

LEBERKÄSE,

DIE ABSOLUTE

OBERKLASSE.“

bis vier Jahre dauert je nach Eignung

von Hund und Führer die Ausbildung,

ein fertiger Rettungshund kann bis zu

10.000 Euro teuer sein. Dann sind sie

ein eingespieltes Paar und nur wenige

Hunde lassen sich von anderen Hundeführern

dirigieren.

Der springende Punkt: die Motivation.

„Einige Hunde machen alles

nur für ihr Herrl. Applaudieren oder

aufmunternde Worte motivieren zur

Höchstleistung. Bei Luca ist das anders.

Sie tut alles für ein Frankfurter.“ Weil

das Würstel im Ernstfall neben dem Verschütteten

(oder Toten) unpassend wäre,

folgt auf den Notfall ohne Belohnung

wieder intensivstes Trockentraining mit

Frankfurter. Aber es gibt noch was Besseres:

„Für den Flug im Hubschauber

gibt es doppelt gebratenen Leberkäse,

die absolute Oberklasse. Luca springt

mit Freude in jeden Heli, weil sie weiß,

jetzt kommt Premium.“

EIN STARKES

TEAM

Carolin Scheiter arbeitet in

Salzburg bereits zehn Jahre

mit ihrer Luca zusammen.

Der Flat Coated Retriever

ist sogar Staatsmeister.

Infos unter:

www.lawinenhunde.at

Der Notfall

Wenn Scheiters Handy bimmelt, beginnt

der Kampf auf Leben und Tod.

„Ich bin für den Pongau zuständig und

kann mit Luca in 10, 15 Minuten am

Berg sein, wenn mich der Hubschrauber

abholt.“ Das ist der Idealfall. Auch

Gondel, Schlepplift, Traktor und Quad

mussten schon als Aufstiegshilfe dienen.

Ist das Duo per Ski am Lawinenkegel,

steigt der Stresspegel. „Meistens sind

schon einige Retter am Werk. ,Endlich

ist der Hund da!‘, heißt es dann oft“,

kennt Scheiter auch den Druck, der auf

dem Hund lastet. Der Vierbeiner flitzt

über den Schnee, nimmt Gerüche auf,

vergleicht bekannten mit unbekanntem

Duft und beginnt zu graben. Mit Sonde

Fotos: Lawinenhundestaffel Salzburg

90 SPORTaktiv


und Schaufeln wird er unterstützt. Tests

haben ergeben, dass der Hund einen

Verschütteten schneller finden kann, als

es technische Geräte schaffen, weil er

schneller ein größeres Zielgebiet abläuft.

Die Suche per LVS-Gerät dauert länger.

Fehlerquellen haben beide Methoden,

etwa verlorene Rucksäcke, die nach dem

Menschen riechen (oder das LVS-Gerät

beinhalten).

Scheiter und ihr Hund sehen leider

jedes Jahr einige Tote. Ihr Appell:

„Wenn Lawinenhunde zum Einsatz

kommen, ist es oft schon zu spät. Die

Kameradenrettung bleibt die wichtigste,

keiner kann so schnell helfen wie dein

Begleiter.“

Hunde fürchten

sich nicht vor dem

Helikopter. Mit

dem Bundesheer

haben die

Lawinenstaffeln

auch beim

Training einen

starken Partner.

Umgang mit Extremsituationen

Hunde wie Luca werden im Sommer

ebenfalls eingesetzt, etwa auf der Suche

nach vermissten Wanderern. „Auch

wenn wir nicht immer mit guten Nachrichten

zurückkommen, ist für die

Hinterbliebenen oft auch die traurige

Gewissheit in gewissem Sinn eine Erleichterung“,

weiß Scheiter. Hunde sind

vom Einsatz unbelastet, sie selbst kann

mit emotionalen Extremsituationen gut

umgehen, für die Aufarbeitung wird

auch psychologische Hilfe angeboten.

Eines hat sich für Scheiter jedoch geändert.

„Früher habe ich den Pulverschneehang

gesehen, jetzt sehe ich die Gefahr.

Unbeschwertes Skifahren ist für mich

vorbei. Andererseits bin ich durch meine

Erfahrung jetzt viel sicherer unterwegs.“

EINER FÜR ALLE

Laut Studien werden 20 Prozent der Airbags

bei Lawinenabgängen nicht ausgelöst. Mit

dem Lawinenairbag P.RIDE vom Marktführer

ABS wurde eine Lösung für dieses Problem

gefunden – durch eine wechselseitige

Partnerauslösung per Funk!

KONTAKT:

www.

abs-airbag.

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Der P.RIDE schließt eine wichtige

Funktionslücke bei Lawinenairbags:

Die Funkverbindung zu den Partnern

mit P.RIDE Lawinenairbags erlaubt es,

sowohl die eigene Verschüttung als auch

die von Begleitern in einer Gruppe aktiv

zu verhindern und alle verbundenen

Airbags auszulösen.

ABS sorgt zudem mit dem Twin-

Bag-System als einziger Hersteller für

doppelte Sicherheit – wird ein Airbag

beschädigt, bleibt noch ein zweiter.

Zusätzlich sind die Airbags durch eine

3D-Webtechnik so gestaltet, dass sie 30

Prozent mehr effektive Fläche bieten

und durch die seitliche Anbringung

diese im Ernstfall optimal nutzen.

Damit wird die Wahrscheinlichkeit,

an der Oberfläche zu bleiben, deutlich

erhöht. Außerdem prüft der P.RIDE

seine Einsatzbereitschaft automatisch

beim Aufklappen des Auslösegriffs. Eine

optische Anzeige signalisiert, ob eine

funktionsfähige Kartusche eingesteckt

ist und ob der Akku geladen ist.

SPORTaktiv

91


GUT GEPACKT

WAS EIN RUCKSACK FÜR|

SKITOUREN KÖNNEN MUSS.|

THOMAS

LIPPITSCH

ist Berg- und Skiführer

und Geschäftsführer

der Alpinschule

highlife in Klagenfurt

Egal, ob mit oder ohne Lawinenairbag:

Rucksäcke, die man auf Skitouren verwenden

möchte, sollten bestimmte Kriterien

erfüllen. Alpinprofi und SPORT aktiv-

Experte Thomas Lippitsch verrät, worauf

es beim Skitourenrucksack ankommt. Und

worauf man folglich beim Kauf achten sollte.

Ein guter Sitz ist entscheidend, vor allem

beim Abfahren. Diesen erreicht man mit

einem stabilen, hochwertigen Tragesystem

mit Hüftgurt, der korrekten Einstellung

und einer guten Gewichtsverteilung beim

Packen.

Für die Notfallausrüstung muss ein fixer

Platz in einem eigenen Fach vorgesehen

sein. Schließlich zählt im Ernstfall jede

Sekunde – und damit Ordnung. Schaufel,

Sonde, Erste-Hilfe-Paket und Biwaksack

finden dort Platz (nicht das LVS-Gerät, das

wird bekanntlich am Körper getragen). Zum

Abfahren verstaut man auch die Felle dort,

dann bleibt der restliche Inhalt trocken.

Das Hauptfach nimmt die Ersatzkleidung

und den Proviant auf. Auf einen stabilen

Reißverschluss und eine gute Verarbeitung

achten.

Kleine Fächer für Brieftasche, Schlüssel,

Handy, Kartenmaterial und Orientierungsmittel

helfen dabei, Ordnung zu halten.

Handy und Kartenmaterial sollen immer

schnell griffbereit sein.

Halterungen zur Skibefestigung braucht

der Rucksack. Wer breite Freerideski hat,

achtet darauf, dass auch die Schlaufen breit

genug sind. Und: Am besten schon beim

Kauf ausprobieren, wie die Ski am Rucksack

sitzen, damit sie beim Gehen nicht

stören.

Ein Trinkbeutelfach ist zwar kein Muss,

aber durchaus angenehm. Die Schlauchführung

sollte dann isoliert sein, damit das

Getränk nicht einfriert.

Foto: BCA

92 SPORTaktiv


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NO MATTER THE WEATHER

– Photos : © Sémaphore - Shutterstock.

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SPORTaktiv

93


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Fach für Lawinenschaufel

und Sonde

gefüttertes Fach für Ski

und Sonnenbrille

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BERGANS HELIUM PRO 40L

Tragesystem Bergans Quick-

Adjust PRO

verstellbare Rückenlänge

Schultergurte und Hüftgurt aus

perforiertem, ventilierendem

Schaumstoff

3D-geformter Hüftgurt

PREIS (UVP): € 225,–

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THULE UPSLOPE 35

vielseitige Optionen für

den Transport der Ausrüstung

Eisaxtschlaufe zum Tragen

des Bergsteigerwerkzeugs

Kompressionsvorrichtung

an der Oberseite

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TATONKA VERT 35

Vent Comfort-Tragesystem

Seilhalterung

Eisaxthalterung

ergonomisch geformte,

gepolsterte Schultergurte

abnehmbarer, gepolsterter

Hüftgurt

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ARC‘TERYX KHAMSKI 31

abnehmbares Deckelfach

Skihalter in 2 Varianten

(seitlich und diagonal)

seitliche RV-Öffnung

Extrafach für Schaufel,

Sonde etc.

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Fotos: Hersteller

94 SPORTaktiv


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anschmiegsame Hüftflossen für

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Tiroler Achensee lernt man jetzt

auch, wie man immer auf der

sicheren Seite bleibt.

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diagonales Skitragesystem

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Schultergurte

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LOWE ALPIN DESCENT 25

laminierte Schulterträgerkonstruktion

isolierte Vorrichtung für Trinkschlauch

horizontale und diagonale

Skibefestigung

Top- und Backloader

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www.lowealpine.com

Foto: Achensee Tourismus

Der Achensee ist von zwei Gebirgszügen

umgeben, die weit über die

Grenzen Tirols hinaus für ihre hervorragenden

Skitouren-Möglichkeiten

bekannt sind: das Rofan- und das

Karwendelgebirge. Einsteiger und

professionelle Skibergsteiger finden

hier gleichermaßen das Richtige für

ihren Geschmack. Wer sich einen

Überblick über alle Touren rund um

den Achensee verschaffen will, bekommt

entweder in den Tourismusbüros

der Region eine Skitourenkarte,

bestellt sie über www.achensee.com

oder schaut gleich auf maps.achensee.

com nach.

Weil Sicherheit vorgeht, gibt es im

Rofangebirge ab diesem Winter einen

Tourenlehrpfad, der an sechs Stationen

über alpines Verhalten sowie den

Umgang mit LVS-Gerät und Sonde

informiert. Zusätzlich wurden an vier

Skitouren-Ausgangspunkten auch

LVS-Checkpoints errichtet. Und wer

ganz auf Nummer sicher gehen will,

meldet sich für eines der Skitourencamps

(20./21. Jänner, 3./4. Februar

oder 10./11. Februar 2018) an und

lernt von erfahrenen Coaches.

ACHENSEE TOURISMUS

6215 Achenkirch

TEL.: 052 46/53 00-0

www.achensee.com

SPORTaktiv

95


STYLE

BERGAUF

der Merinowolle sind heuer extrem stark

nachgefragt. Gerade für die Unterwäsche

ist sie optimal. „Weil sie viel Feuchtigkeit

aufnimmt und man dadurch

trocken bleibt“, sagt Temmer. Wer einmal

Wolle trägt, wird dabei bleiben, ist

sie sich sicher. „Zudem ist Merinowolle

schmutzabweisend, geruchshemmend

und temperaturregulierend“, zählt Intersport-Experte

Bernd Fürtbauer auf, der

den Bereich Outdoor leitet.

„Generell werden die Materialien

vielfältiger und robuster“, sagt Tom

Hutter vom Sport-2000-Händler „Sport

Simon“ in Saalfelden. Auch Daune ist

wieder im Kommen. „Weil sie ein unschlagbares

Verhältnis von Gewicht und

Wärme hat“, sagt Temmer. Vor allem

unter einer Isolationsjacke werden gerne

dünne Daunenjacken getragen.

Dünn und warm ist auch Primaloft,

die synthetische Alternative zur Na-

SKITOUREN-BEKLEI-

DUNG WIRD IMMER

MODISCHER UND

KOMMT NICHT NUR AM

BERG, SONDERN AUCH

IN DER FUSSGÄNGERZO-

NE GUT AN. DER ZWEITE

GROSSE TREND IST –

ANALOG ZUR GESAM-

TEN OUTDOOR-BRANCHE

– DIE NACHHALTIGKEIT.

VON KLAUS MOLIDOR

Wer die unberührte Natur

sucht, der sollte auch schauen,

dass es sie möglichst lange

gibt. Skitourengeher lieben die Freiheit,

die Einsamkeit und die Schönheit der

Natur und so ist es nur recht und billig,

dass auch hier der Trend zur Nachhaltigkeit

und zu natürlichen Ressourcen

geht. Das zeigt sich in den aktuellen

Kollektionen der Skitourenmode. Wolle

und speziell Merinowolle liegt weiterhin

stark im Trend und immer mehr Hersteller

achten darauf, dass Materialien

recycelt und wiederverwendet werden.

Ein Rundblick bei Gigasport, Intersport

und Sport 2000 bestätigt diese Trends.

Die Fasern

„Wolle“ ist auch das Erste, was Michaela

Temmer, Einkäuferin bei Giga sport in

Graz zum Thema Trends in der Skitourenbekleidung

einfällt. Die feinen Fasern

Fotos: Salewa, Karpos, Scott Sports/Enander, Martini Sportswear

96 SPORTaktiv


Warm, leicht, funktionell,

robust – das

zeichnet Skitourenbekleidung

in der Saison

2017/18 aus.

turdaune. „Primaloft ist stark komprimierbar

und extrem wärmeisolierend“,

streicht Fürtbauer die Vorteile heraus.

Die Styles

Tourenbekleidung soll leicht und funktionell

sein – das hat seinen Preis. Und

gerade deswegen soll sie nicht nur einen

Zweck erfüllen. „Tourengehen fasziniert

auch immer mehr junge Leute. Die

sind auch bereit für gute Qualität, die

auch nachhaltig ist, etwas auszugeben“,

sagt Michaela Temmer von Gigasport.

„Dafür sollen die Sachen dann im Alltag

auch tragbar sein.“ Ein Trend, der sich

bei Rundgängen durch die Fußgängerzonen

der Städte ganz klar bestätigt.

Blau in allen Nuancen ist heuer stark

im Trend. „Gefolgt von Grün, Berry/

Purple und Orange“, weiß Hutter. „Bei

den Hosen liegt Schwarz mit Kontrastnähten

vorne. Aber die Nachfrage

nach Farbe steigt.“ Und: Der Kopf-bis-

Fuß-Trend hält an. Heißt: Jacke, Hose,

Helm, Ski, Stöcke – alles soll möglichst

im selben Schema sein und gut zusammenpassen.

Die kräftigen Farben sind durchaus

sinnvoll. „Bei der Tourenbekleidung ist

das auch ein Sicherheitsthema“, sagt

Bernd Fürtbauer. Karpos bringt hier

beispielsweise Schwung in die Optik.

„Italiener verstehen eben etwas von

Mode“, sagt Skibergsteiger Johannes

Walder. „Die Bekleidung wird in enger

Zusammenarbeit mit uns Athleten auch

optimal an das Training angepasst. Daher

sitzt sie perfekt und hat das richtige

Material an der richtigen Stelle.“

Die Ausrüstung

Aller guten Dinge sind drei. Sprich: Der

Tourengeher sollte sich in drei Schichten

kleiden. Direkt auf der Haut die Funktionsunterwäsche.

Danach eine Schicht

zur Klimaregulation. „Am besten ein

Shirt mit Zipp, damit man es leicht und

bequem ausziehen kann, wenn es zu

warm ist“, rät Temmer. Zuoberst empfiehlt

sich dann gerade für Einsteiger

eine Hybridjacke. „Die ist im Brustbereich

isoliert und am Rücken, wo man

schwitzt, luftig. So ist man für Aufstieg

und Abfahrt gleichermaßen gerüstet.“

Für die perfekte Temperaturregulierung

hat Tom Hutter noch einen Tipp:

„Eine kurze Überhose oder einen Rock

aus Primaloft“. Dazu kommen für den

Aufstieg dünne Handschuhe, am besten

mit Windstopper. Für die Abfahrt

kann man dann Skihandschuhe aus dem

Rucksack nehmen. „Den Kopf wärmt

man am besten mit einem breiten Stirnband

oder einer dünnen Haube.“

Auf der Abfahrt sollte dann – wie auf

der Piste – ein Helm getragen werden.

SPORTaktiv

97


Der Trend geht zur

Farbe. Blau und Grün

in allen Nuancen

liegen in der Saison

2017/18 vorne.

Bei den Hosen sollte auf einen Nässeund

Kantenschutz achten. Damit man

im Tiefschnee nicht sofort nass ist.

Die Pflege

„Die meisten Leute waschen die Jacken

und Hosen viel zu selten bis gar nicht.

Dabei erhöht regelmäßiges Waschen die

Lebensdauer der Produkte deutlich“,

weiß Michaela Temmer. Durch Schweiß

und Umwelteinflüsse werden die Fasern

verklebt, die Funktionalität geht dabei

verloren. „Waschen mit den richtigen

Funktionswaschmitteln wirkt dem entgegen.“

Die Nachhaltigkeit

Sie ist das große Thema der Branche,

darin sind sich Intersport-Experte Bernd

Fürtbauer, Michaela Temmer von Gigasport

und Tom Hutter von Sport2000

einig. „Dabei geht es nicht nur um

den Verzicht auf krebserregende und

umweltbelastende Farben und Imprägnierungen

mit PFC“, sagt Fürtbauer,

„sondern auch um umweltfreundlichen

Transport und faire Produktion.“ Solche

Produkte erkennt man an den verschiedensten

Zertifikaten.

Kein Zertifikat heißt allerdings auch

nicht automatisch, dass das Produkt

nicht fair und nachhaltig hergestellt

wurde. „Denn in diese Zertifikate muss

man sich auch einkaufen“, weiß Temmer.

„Hersteller, die auf Wolle setzen,

verwenden ja schon einen nachwachsenden

Rohstoff und haben damit ohnehin

höhere Auflagen, als in den Zertifikaten

gefordert.“ Auch der Tierschutz ist ein

Thema. „Ortovox hat beispielsweise mit

dem Wollstandard OWP den Tierschutz

manifestiert“, sagt Fürtbauer. Über 60

Indikatoren werden in jährlichen Audits

durch zertifizierte, unabhängige Prüfer

auf den Farmen kontrolliert.

Immer mehr Hersteller recyclen auch

alte Jacken und Hosen, die sie von Abfallentsorgern

kaufen, zerschneiden, daraus

ein neues Garn spinnen und damit

wieder neue Produkte herstellen.

Fotos: Dynafit/Anton Brey, Dynafit, Marmot

98 SPORTaktiv


Make every trip

Amy Engerbretson and McKenna Peterson returning from a kickass day in Silverton. Photo: Ian Coble

a ROUND trip.

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We do that with intuitive and trustworthy products–

backed by education and primo customer service.

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leichte 3-Lagen-Hose aus

Dermizax ® NX

bester Wetterschutz bei

sehr guter Atmungsaktivität

und hoher Bewegungsfreiheit

PREIS (UVP): € 400,–

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DAMIT DAS KÖRPERKLIMA IM LOT BLEIBT.|

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3-Lagen-Dermizax ® NX mit

2-Wege-Stretch

wasserdicht, winddicht

und hoch atmungsaktiv

geringes Gewicht und

Packvolumen

PREIS (UVP): € 500,–

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DYNAFIT SPEEDFIT

WINDSTOPPER JACKET

für ausgedehnte Pisten- und

Trainingstouren

sorgt für Belüftung mit hohem

Feuchtigkeitsabtransport

PREIS (UVP): € 220,–

SALEWA ANTELAO

CORDURA PTX PANT

großzügiger Kanten- und

Steigeisenschutz

strapazierfähig, abriebfest

leicht

PREIS (UVP): € 350,–

www.salewa.at

SALEWA ANTELAO

CORDURA PTX JACKET

wasserdicht verarbeitet,

alle Nähte verschweißt

atmungsaktiv, winddicht

verrutscht nicht beim

Klettern

PREIS (UVP): € 400,–

DYNAFIT SPEEDFIT PANT

speziell für Pistentouren

Wind- und Wetterschutz

wenig Gewicht (440 g) und

gute Belüftung

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SCHÖFFEL HOODY KEYLONG JACKET

aus Gore ® -Windstopper ® -Material

winddicht, wasserabweisend,

atmungsaktiv, elastisch

Unterarmventilation

PREIS (UVP): € 219,95

www.schoeffel.com

SCHÖFFEL KEYLONG PANTS

aus Gore ® -Windstopper ® -Material

winddicht, wasserabweisend,

atmungsaktiv, elastisch

PREIS (UVP): € 199,95

Fotos: Hersteller

100 SPORTaktiv


MARTINI SPORTSWEAR

ATTACK PANT

hochfunktionelles SupraStretch-

Material für perfekte Bewegungsfreiheit

X-Stretch-2.0-Besatz im Frontbereich

als Schutz vor Wind und

Nässe

PREIS (UVP): € 189,90

MARTINI SPORTSWEAR

POLARIS JACKET

Primaloft ® Gold Fütterung für

effektiven Wind-/Kälteschutz

Polartec ® WindPro für

Atmungsaktivität und

Bewegungsfreiheit

geringes Gewicht und Packmaß

PREIS (UVP): € 299,90

www.martini-sportswear.com

MAIER SPORTS IVO INZIP

komfortable Strickfleece-

Jacke, kompatibel mit

dem ZIPster-System

top-Isolation bei gutem

Feuchtigkeitstransport

schnell trocknend

PREIS (UVP): € 89,90

MAIER SPORTS NATURNO

robustes, atmungsaktives

und bi-elastisches

Stretch-Doppelgewebe

Cordura ® -Kantenschutz

schnell trocknend

PREIS (UVP): € 119,95

www.maier-sports.com

SALOMON S/LAB

QST GTX HOSE

MotionFit-Technologie

bessere Bewegungsfreiheit

und spürbarer

Komfort

PREIS (UVP): € 599,–

LA SPORTIVA ZENIT PANT

windabweisend

4-Wege-Stretch-Material

verstärktes Material am

Unterschenkel

zwei Fronttaschen und

zwei Mesh-Taschen am

Oberschenkel

PREIS (UVP): € 199,–

SALOMON S/LAB

QST GTX JACKE

aus einem einzigen Stoffteil,

das durch innovative MotionFit-Technologie

überzeugt

wasserfest durch GORE-TEX

PREIS (UVP): € 699,–

www.salomon.com

LA SPORTIVA

EXODAR JACKET

Primaloft Silver Active

leicht (414 g)

atmungsaktive VAPOVENT-

Konstruktion

kratzfeste Verstärkungen an

Schultern und Rückenende

PREIS (UVP): € 239,–

www.lasportiva.com/de

SPORTaktiv

101


JULBO STARWIND

selbsttönende Scheibe für

jedes Wetter – kein

Scheibenwechsel nötig

SuperFlow-System für

ultimative Belüftung

unisex

PREIS (UVP): ab € 209,95

www.julbo.com

VAUDE FIRST AID KIT

HIKE WATERPROOF

Erste-Hilfe-Grundaus-

stattung

wasserdicht verpackt

für Tagesskitouren und

ambitionierte Bergtouren

PREIS (UVP): € 28,–

www.vaude.com

CHIBA POLARTEX

ADVANCED XP

atmungsaktiv

Oberhand aus superwarmem

und weichem

Polartec-Fleece

Innenhand aus robustem

Clarino mit Silikondruck

für perfekten Griff

Pulswärmer

PREIS (UVP): € 59,90

www.chiba.de

PETZL ACTIK © CORE

kompakte Stirnlampe mit mehreren Lichtkegeln

und rotem Licht für Outdoor-Aktivitäten

350 Lumen

Hybridlampe mit über USB-Anschluss aufladbarem

Core-Akku

PREIS (UVP): € 55,–

www.petzl.com

ALLE

MITKOMMEN

VOM HELM BIS ZUM ERSTE-HILFE-SET:I

AUCH DAS SOLL AUF KEINER TOUR FEHLEN|

HYDRO FLASK

doppelwandige Isoliertechnologie

18/8-Pro-Grad-Lebens-

mittelstahl bewahrt den

puren Geschmack

kratzfeste Pulverbeschichtung

PREIS (UVP): € 37,95

www.hydroflask.com/de

102 SPORTaktiv


DYNAFIT BEAST MIPS

anfahrtsorientierter Free-

Touring-Helm – trotzdem

sehr leicht (390 g)

MIPS-Schutzsystem reduziert

Kräfte bei seitlichem

Aufprall

Ventilationsschlitze vorne

und auf der Seite

PREIS (UVP): € 220,–

www.dynafit.com

MIT G3

AUF TOUREN

OUTDOOR ZU HAUSE:

KANADAS EXPERTEN

GENUINE GUIDE GEAR (G3).

G3 FINDR

FREE-TOURING-SKI

Sehr leicht sind die

Modelle der Findr-Serie

von G3. Bei klassischer

Form (102, 94 und 86 mm

in der Mitte) hat der Ski

dennoch einen harten Flex

und viel Tempostabilität.

LEATHERMAN SKELETOOL CX

Edelstahl mit DLC-Beschichtung

Griffschalen aus Carbonfaser

142 g leicht und 100 mm lang

(geschlossen)

sieben Werkzeuge

PREIS (UVP): € 129,–

www.leatherman.de

G3

SCALA LT

Der kanadische

Marktführer bei

Fellen setzt auf die

neue Hybrid-Technologie,

geringes

Gewicht und

optimalen Grip bei

unverändert starken

Gleiteigenschaften.

Fotos: Hersteller

GARMIN FENIX 5X

hochauflösendes Chrome-

Farbdisplay,

Navigation mit Track-,

Routen- und Wegpunktfunktion,

Group- und

Livetracking

farbige Kartendarstellung,

Karten vorinstalliert

PREIS (UVP): ab € 749,99

www.garmin.com

ANZEIGE / Fotos: G3

G3 ION BINDUNG

Eine der leichtesten

Freeride-Bindungen (579 g) im

High-Performance-Bereich.

Mit innovativer Step-in- und

Stopper-Technologie und

breit montierten Zacken.

Für alles

gerüstet:

www.genuineguidegear.at

SPORTaktiv

103


NACKTES SCHAF FÜR

GROSSE MOMENTE

REDUZIERT AUFS

WESENTLICHE:

DAS IST DIE

NAKED-SHEEP-

LINIE VON

ORTOVOX.

Die Naked-Sheep-Geschichte

über die beiden

Schafe Skinny und

Wooly findet ihr unter:

www.ortovox.com/de

Mit Spaß und Augenzwinkern

bringt Ortovox eine neue Produktlinie

auf den Markt. Naked Sheep

heißt sie – das nackte Schaf. Leichtigkeit

und Funktion stehen dabei im

Vordergrund. Mit der Bekleidungslinie

lädt Ortovox dazu ein, große Momente

in der Schönheit der Natur zu genießen,

ohne dabei ein Risiko einzugehen.

Und nicht mit Marschtabelle und Pulsmesser

auf Gipfel zu hetzen. Schutz,

Komfort, geringes Gewicht – darauf

reduziert Ortovox die Produkte der

Naked-Sheep-Linie. „Es geht nicht um

Rekorde. Es geht um Zufriedenheit.

Mit Freunden eine

gute Zeit haben,

große Momente

größer

machen“ – so beschreibt Ortovox die

Philosophie der neuen Kollektion.

Dazu gehören zum Beispiel die

Drei-Lagen-Jacke Ortler (selbstverständlich

mit Merinowolle) samt dazugehöriger

Hose. Beide Teile sind leicht,

meistern aber jeden Sturm und passen

sich jederzeit den Verhältnissen an. Und:

Die Leichtigkeit spart Energie für das

Wesentliche – ob Powderabfahrten oder

eine gute Zeit mit Freunden.

Wer mehr über die Naked-Sheep-Idee

erfahren will, wird auf www.ortovox.

com/de bestens bedient. Dort erzählt

der Outdoor-Spezialist in humorvollen

Grafiken und Videos auch die ganze Geschichte

hinter der Idee.

ANZEIGE / Fotos: Ortovox

104 SPORTaktiv


Simplicity. Perfection.

• Picture-on-Wall Design

• Perfekte Farben, perfektes Schwarz

• Dolby Atmos ® Surround-Sound

SPORTaktiv

105


AUF DIE

SICHERE

TOUR

In Thumersbach, an der östlichen

Seite des Zeller Sees,

ist ein kleines Skitourenjuwel

entstanden. Am Ronachkopf,

wo sich früher ein Skigebiet

befand, ist das Wintergelände

heute exklusiv für Skitourengeher

und Schneeschuhwanderer

zugänglich.

Die landschaftlich schöne

Strecke macht Einsteigern

und erfahrenen Skitourengehern

gleichermaßen Spaß,

belohnt mit tollen Ausblicken

auf die Schmittenhöhe,

die Hohen Tauern und nach

Zell am See. Und sie ist vor

allem eines: sicher.

Wer es noch sportlicher mag:

Am 24. Februar 2018 steigt

in Thumersbach die dritte

„Ronachkopf Skitouren

Challenge“ für jedermann!

www.schmitten.at

www.ronachkopf.at

Foto: Schmittenhöhebahn AG

106 SPORTaktiv


SPORTaktiv 107


ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT|

HART & BEQUEM

Für anspruchsvolle

Skitourengeher hat LA

SPORTIVA den „Sytron“

entwickelt. Er ist mit Carbon

verstärkt, kann mit einem

Griff von Ski auf Walk

umgestellt werden und bietet

Bequemlichkeit bei optimaler

Kraftübertragung.

www.lasportiva.com

Unzerbrechlich und made in Austria ist

die GLORYFY G9 XTR blue. Gloryfy

nennt den markanten Look „retrofuturistisch“.

Zukunftsweisend ist

jedenfalls die Funktion: Top-Belüftung,

riesiges Blickfeld, minimales Gewicht.

Und maximale Lebensdauer, weil eben

unzerbrechlich.

www.gloryfy.com

SKI

TOUREN

NEWS

AUF EMPFANG

Die Kommunikation auf Skitouren und in

jedem Outdoorsport erleichtert CEECOACH

wesentlich. Das kleine Gerät schafft über

Bluetooth eine stabile Sprechverbindung für

bis zu sechs Teilnehmer mit 500 m Reichweite.

www.ceecoach.de

WOLL-GEFÜHL

Das WOOLPOWER Crewneck

LITE Shirt bleibt dank Merinowolle

auch beim Sport warm und

trocken. Dank der Wolle ist es

auch sehr angenehm zu tragen.

Und: Die verlängerte Rückenpartie

schützt zusätzlich vorm

Auskühlen.

www.woolpower.de

PERFORMANCE

UND EFFIZIENZ

... sind die Kernkompetenzen des

K2 Wayback 82. Dank neuer ECOre-

Konstruktion ist er leichter als zuvor,

was den Aufstieg angenehmer

macht. Und: Er bietet ein einfaches

Handling und mehr Fehlertoleranz.

www.k2skis.com

Fotos: Hersteller

108 SPORTaktiv


SIEGERTYP

Die Speerspitze von

DYNASTARs Tourenski-

Kollektion heißt Pierra

Menta Factory. Ein

Siegertyp, 1280 g pro

Paar leicht, von und mit

den Dynastar-Athleten

entwickelt. Vier Siege

beim legendären Pierra-

Menta-Rennen sprechen

Bände.

www.dynastar.com

ALPINPERFORMANCE

IM GELÄNDE

Pin-Einheit vorn in Verbindung

mit einem Fersenbacken: Der

Technologie-Mix der FRITSCHI

Tecton 12 vereint das beste

zweier Welten. Leichtes Gewicht

(550 g), einfacher Einstieg

und die Kraftübertragung und

Sicherheit einer Alpinbindung.

Swiss made!

fritschi.swiss, www.sailsurf.at

STRICK IST SCHICK

Passform-Spezialist MAIER

SPORTS bietet mit der

funktionellen Strickfleece-Jacke

Iva (für Damen) bzw. Ivo (für

Herren) einen Midlayer, der

bestens isoliert und mit gutem

Feuchtetransport punktet. Die

modische Melange-Strickoptik

überzeugt ebenfalls voll.

www.maier-sports.com

HEIZ-HANDSCHUH

Der Supersoft-Mitten-Fäustling

von CHIBA ist nicht nur weich,

wasserdicht und windstoppend, er

punktet auch mit einem Heizsystem,

das die Finger bis zu 8 Stunden lang

wärmt. Für den optimalen Griff sorgt

das Nappaleder der Innenhand.

www.chiba.de

DEIN BEGLEITER|

DEUTER hat seinen Rise Lite

28 verbessert und noch leichter

gemacht. Mit dem praktischen

Deckelfach ist er der ideale

Begleiter für Skitouren und

Schneeschuhwanderungen. Es gibt

ihn auch in der SL-Version, an die

weibliche Anatomie abgepasst.

www.deuter.com

SPORTaktiv

109


Katschberg

St. Margarethen

Aineck

INTO

THE WILD

Falkert

Bad Kleinkirchheim

Innerkrems

Turracherhöhe

DER NEUE „NOCKBERGE-SKITOUREN-TRAIL“ IN

KÄRNTEN LÄDT ZUR GENUSSVERSION EINER

MEHRTAGES-SKITOUR EIN – SOZUSAGEN ZU

EINER „HAUTE ROUTE LIGHT“.

VON ALFRED BRUNNER

110 SPORTaktiv


Fotos: Nockberge-Trail/Franz Gerdl

Ob man es die Sehnsucht nach der Wildnis

oder „Ausgleich zum hektischen Digitalalltag“

nennen will – Fakt ist: Sportliche

Menschen zieht es heute immer öfter in Berge.

Im Winter meist auf Tourenskiern – wobei

mehrtägige Skitouren echte Highlights sind.

Dabei geht es aber sicher vielen so wie mir:

Für eine richtig intensive Sport ausübung bleibt

– zwischen beruflichen und privaten Verpflichtungen

– dann doch zu wenig Freiraum übrig.

Große Träume wie die legendäre „Haute Route“

werden immer wieder verschoben, weil es sich

zeitlich einfach nicht ausgeht. Oder weil für

die extremen Etappen der Fitnesszustand nicht

reicht.

Ein Anruf von Roland Oberdorfer kommt

mir deshalb gerade recht. Er ist Outdoor-Projektleiter

der Kärnten Werbung und lädt mich

ein, bei der Erstbegehung des neuen Nockberge-Skitouren-Trails

dabei zu sein. Eine

Viertages-Skitour durch die Nockberge mit

Bergführer, Gepäcktransport und perfekten

Wellnesshotels: Das verspricht ein Abenteuer

mit sportlichem Anspruch inklusive integriertem

höchstem Genussfaktor.

Ende März trifft sich also eine Gruppe mit

fünf Skitourengehern und dem Bergführer

Thomas Lippitsch (Alpinschule highlife) im

Falkensteiner Cristallo am Katschberg, direkt

an der Grenze zwischen Kärnten und Salzburg.

Es erwarten uns vier genussvolle und

mit machbaren Höhenmetern (rund 1.000

hm pro Tag) gespickte Etappen, die sich

bewusst von den hochalpinen Skitourenklassikern

Haute Route oder Hochtirol abheben.

Damit ergibt sich automatisch eine breitere

Zielgruppe: Skitourengeher, die zwar rund

sechsstündige Etappen schaffen, aber vor

hochalpinen und sehr ausgesetzten Passagen

zu viel Respekt haben.

Der „einfache Skitouren-Genuss“ soll

im Vordergrund stehen. Das Tourengebiet

Nockberge ist als weitgehend unberührter

Naturraum bekannt und scheint ideal, um das

Versprechen einzulösen: Schließlich prangt

das Gütesiegel „Biosphärenpark“ auf dieser

Landschaft mit ihren sanften Bergkuppen und

weitläufigen Talkesseln.

Kein Zeitdruck – herrlich

Am ersten Tourentag geht es gleich im ersten

Liftsessel auf das Aineck, wo die Tour dann

mit der Überschreitung des 2145 m hohen

Teuerlnock startet. Die Pulverschneeabfahrt

zur Laußnitzalm verleitet mich als alten Schuhplattler

gleich zu ersten Jauchzern. Gemütlich

geht es auf die Gaipahöhe, von wo aus wir

dann mit einer Abfahrt das Skigebiet Innerkrems

erreichen. Sich Zeit zu lassen und sich

den ganzen Tag intensiv dem Skitourengehen

zu widmen, das empfinde ich als großen Luxus,

der am Nachmittag mit dem Wellnesshotel

Berghof einen weiteren entspannenden Höhepunkt

erfährt.

Fakten Tag 1: Aufstieg 890 hm, Abfahrt 1550 hm,

Gehzeit 6 Stunden

Der zweite Tag bringt uns mit dem Sessellift

auf den Grünleitennock. Als erster Gipfel

des Tages empfängt uns der Königsstuhl. Die

Querung auf dem ausgeprägten Rücken durch

das Zentrum des Biosphärenparks Nockberge

hat schon fast meditative Züge, immer wieder

wechseln kurze Abfahrten und Aufstiege, die

schließlich im Hotel Panorama im Skigebiet

Turracherhöhe am späten Nachmittag enden.

Fakten Tag 2: Aufstieg 950 hm, Abfahrt 1300 hm,

Gehzeit 6 Stunden

Von Nock zu Nock

Auch am 3. Tag starten wir zeitig mit der ersten

Liftfahrt, diesmal mit der Kornockbahn, und

steigen bei der Bergstation knapp unter dem

Gipfel des Rinsennocks aus. Nach einer gediegenen

Abfahrt in die Winkleralm erreichen

wir über die Pregartscharte die Nockalmstraße

und steigen dann beim Windebensee auf den

Steinnock auf: Dort folgen wir dem Höhenweg

in Richtung Tagesziel Falkert, wo uns das sehr

gemütliche Heidihotel mit seiner Saunalandschaft

verwöhnt.

Fakten Tag 3: Aufstieg 800 hm, Abfahrt 1100 hm,

Gehzeit 5,5 Stunden

Der Schlusstag bringt uns wieder mit dem

Lift in Richtung Falkert. Die Abfahrt zur

Hundsfeldhütte und weiter in Richtung Falkertschutzhaus

lässt das Skitourenherz bereits

frühmorgens höher schlagen. Hier startet der

SPORTaktiv

111


THE

AWARD

WINNING

SKI TOURING

SYSTEM

TOUR STICK VARIO CARBON V

Der Nockberge Skitourentrail

verbindet auf

einzigartige Weise die

Kombination „Wildnis

& Wellness“.

letzte große Aufstieg des Nockberge-Trails: die

Südseite des Mallnocks wird in Angriff genommen.

Wir hanteln uns durch das Skigebiet St.

Oswald und landen über die Sonnwiesenabfahrt

fast direkt vor der Therme St. Kathrein in

Bad Kleinkirchheim.

Fakten Tag 4: Aufstieg 670 hm, Abfahrt 2250 hm,

Gehzeit 5 Stunden

GO VERTICAL

OR GO HOME

∂ Erste Sicherheitsauslösung

für Tourenstöcke mit speziell

angepasster Auslösefunktion

∂ Agil bei Stürzen bzw.

Lawinenverschüttung

– freie Hand zum Schaffen

einer Atemhöhle vor dem Mund

∂ Maximale Kraftübertragung

durch Trigger S Vertical

Strap/Glove

∂ Flexband ermöglicht

Umgreifen auf den Griffkopf

Abenteuer vor der Haustür

Nach diesen vier Tagen Erstbegehung reift

einmal mehr die Erkenntnis: die großen Abenteuer

spielen sich oft vor der eigenen Haustür

ab. Nicht die nackten Höhenmeter zählen

hier, sondern das intensive Sich-Einlassen auf

die Urkraft der Nockberge. Und sich Zeit zu

lassen, bekommt im Zeitalter des „always on“

wieder den richtigen Stellenwert.

Und noch etwas kann ich weitergeben: Die

Expertise des erfahrenen Bergführer Thomas

gibt Vertrauen auf der gesamten Strecke. Sich

mit professionellem Guide auf diese Tour

zu begeben, zahlt sich aus. Der Nockberge

Skitouren-Trail mit seiner einmaligen Kombination

aus absoluter Einsamkeit in alpinem

Gelände und gemütlichen Hotel- und Wellnesskomfort

nach den Touren verspricht also

ein – sanfter – Skitourenklassiker zu werden.

Roland, du darfst dich gerne öfters melden …

Fotos: Franz Gerdl, Johannes Puch

112 SPORTaktiv

WWW.LEKI.COM


INFOS

WWW.NOCKBERGE-TRAIL.COM

BUCHUNG

Das Nockberge-Trail

Info- und Buchungscenter

organisiert dieses Skitourenerlebnis

individuell mit Gepäcktransfer,

Shuttle und Guides.

Von 17.-21. Dezember gibt es zudem

ein Eröffnungs-Package.

www.nockberge-trail.com

info@nockberge-trail.com

Tel.: 0 47 82/93 0 93

Die Alpinschule highlife

bietet diese

Skitour als Fixtermin an:

21.–25. 2. 2018

www.highlife.co.at

KRAFT OHNE ENDE

TECTON 12

Alpin Fersenbacken mit Power Rail

Seitwärtsauslösung vorne mit 13 mm

dynamischem Weg

Weitere Informationen erhalten

Sie bei Ihrem Fachhändler.

Händlernachweis Österreich:

www.SAILSURF.at

fritschi.swiss

Frontalauslösung hinten mit 9 mm

dynamischem Weg

Neuer einfacher Einstieg

Nur 550 g / Einheit

SPORTaktiv

113


HERZ ASS

IST TRUMPF

Osttirol lockt mit mehr als 165 Skitouren Anfänger

und Profis gleichermaßen ins Gelände. Seit heuer

auch mit der Herz-Ass im Villgratental.

Vier Regionen,

33 Gemeinden

und mehr als

165 Skitouren

aller Schwierigkeitsstufen

warten

in Osttirol.

www.osttirol.com

Was im Sommer begeistert, wird jetzt auch

im Winter zum Hit. Der Weitwanderweg

Herz-Ass Villgratental in Osttirol ist ab

diesem Winter auch für Skitourengeher ein

Hochgenuss. Erklärung: Aus der Luft zeichnen

die 50 mächtigen Gipfel der Villgratener Berge

ein Herz in die Landschaft und entlang dieses

Herzens führt der neue Skitouren-Geheimtipp.

Vier Tage, 58 Kilometer, 5500 Höhenmeter

bergauf, 6185 Höhenmeter bergab – das sind

die Eckdaten dieser neuen Herausforderung,

bei der es zu vier Überschreitungen kommt.

Geführt von einem lokalen Bergführer, der

nicht nur die Route, sondern auch die Geschichte

und Geschichten dieser Region kennt,

beginnen und enden die vier Tagesetappen

jeweils im Tal.

Das Gute daran: Je nach Lust, Laune,

Kondition und Können können Tourengeher

die ganzen Herz Ass gehen oder sich auch nur

einzelne Tagesetappen herauspicken. Wie überhaupt

Osttirol ein Paradies für Tourengeher

ist. In den vier Regionen Nationalpark-Region

Hohe Tauern Osttirol, Defereggental, Lienzer

Dolomiten und Hochpustertal warten mehr

als 165 Skitouren in allen Schwierigkeitsstufen

zum Aufstieg und Abfahren – umrahmt von

einem Panorama mit 266 Dreitausendern.

Kein Wunder also, dass in Lienz vom 25. bis

28. Jänner das Austria Skitourenfestival steigt:

mit einem Programm für Einsteiger und Profis,

Materialtests und einem Vortrag von Bergsteigerlegende

Steve House.

Foto: TVB Osttirol/W9

114 SPORTaktiv


info@taurerwirt.at

www.taurerwirt.at

IM HERZEN DES

NATIONALPARKS

IDEALER AUSGANGSPUNKT FÜR SKI-

TOUREN IM NATIONALPARK HOHE

TAUERN IST DER TAURERWIRT IN

KALS AM GROSSGLOCKNER.

PACKAGE-TIPP:

Kalser Skitourenwoche:

• 6 Übernachtungen im Hotel

• Taurerwirt-Verwöhnpension

• GlocknerSpa

• 1 Bergsteigermassage p. P.

• 1 Übernachtung auf der

Stüdlhütte inkl. HP

• 3-4 Skitouren mit Kalser

Bergführern

• Alpine Sicherheitsschulung

im Gelände, LVS-Übung,

Schnee- und Lawinenkunde

• Großglockner-Gipfelbesteigung

(3798 m) mit den Kalser

Bergführern

ANZEIGE / Foto: Hotel Tauererwirt

Der Taurerwirt ist ein Aktiv- und

Wohlfühlhotel in einer Lage zum

Verlieben, mitten im Nationalpark

Hohe Tauern am Fuße des Großglockners.

Das Hotel ist ein Ort der Geborgenheit

und Ruhe und der freien und

aktiven Bewegung in der Natur.

Natürlich verwöhnt …

Küchenchef Sigi genießt es, dich mit

Wildbret aus dem Kalser Jagdrevier,

Fleisch und Milchprodukten von den

Kalser Bauern und vielen anderen regionalen

Produkten zu verwöhnen.

Natürlich vital …

Der „GlocknerSpa“ ist ein Ort der Ruhe

und Wärme und lädt zum Relaxen nach

Naturerlebnissen ein.

Natürlich entspannt …

„Schlafen wie die Murmeltiere“ – ein

tiefer Schlaf ist im Urlaub besonders

wichtig. Die Lage am Ende des Kalsertales

auf 1500 Metern Seehöhe garantiert

Ruhe und Entschleunigung.

Natürlich der Umwelt zuliebe …

Der gewissenhafte Umgang mit natürlichen

Ressourcen, Umweltbewusstsein

und Regionalität liegen den Betreibern

seit Generationen am Herzen. So wird

die gesamte Energie aus dem eigenen

Wasserkraftwerk und aus der Hackschnitzelanlage

bezogen

Ihre Naturverbundenheit geben die

Taurerwirt-Gastgeber auch bei vielen geführten

Touren an ihre Gäste weiter.

Termin: 17.-24. März 2018

Ab € 1254,– p. P.

Und es gibt immer wieder besondere

Angebote wie die Kalser Skitourenwoche

(s. Package-Tipp): Dort kann man eine

Woche lang in Begleitung der Kalser

Bergführer die winterliche Bergwelt

auf Tourenskiern erkunden, mit einer

Glockner-Besteigung als Highlight.

SPORTaktiv

115


WILLKOMMEN IM

„HOME OF LÄSSIG“

DER SKICIRCUS SAALBACH HINTERGLEMM

LEOGANG FIEBERBRUNN BEGEISTERT –

AUF UND NEBEN DEN PISTEN.

BERGFESTival

Opening

Saalbach Hinterglemm

8.–10. 12. 2017

Rave on Snow

Saalbach Hinterglemm

14.–17. 12. 2017

SKICIRCUS

Saalbach Hinterglemm

Leogang Fieberbrunn

skicircus@saalbach.com

saalbach.com

Mountain Attack –

Tourenski-Marathon

Saalbach Hinterglemm

12. 1. 2018

White Style

Leogang

26. 1. 2018

Freeride World Tour

Fieberbrunn

9.–15. 3. 2018

White Pearl

Mountain Days

Saalbach Hinterglemm,

Leogang, Fieberbrunn

16. 3.–1. 4. 2018

Mit 270 präparierten Abfahrtskilometern

zählt der „Skicircus“ zu den

größten Skigebieten in Österreich. Was

im „Home of Lässig“ aber ebenso zählt,

ist die weiläufige Naturlandschaft. Ob auf

Freeride- oder Tourenskiern – an vielen

Plätzen erwartet dich die Möglichkeit, die

erste Spur im frischen Schnee zu hinterlassen.

Dort spürst du die Freiheit und dich

selbst; deine Aufmerksamkeit gilt ganz

der unberührten Natur rundum. Und der

Stille, die dich umgibt. Die nur durch das

Rauschen durchbrochen wird, wenn du

durch den Powder schwingst. Du spürst

das Gefühl, das sich ausbreitet, wenn du

die unzähligen Freeride- und Abfahrtsvarianten

für dich entdeckst.

Wenn irgendwann dein Magen knurrt

(bei frischer Luft und viel Bewegung unvermeidlich),

freust du dich wieder über

die Vielfalt der kulinarischen Highlights

des Skigebiets. In den zahlreichen Restaurants

und 60 Skihütten ist für leckere

Stärkung gesorgt. Aufgetankt und weiter

geht’s, auf und abseits der Pisten ...

Fotos: saalbach.com, Mirja Geh, Tom Bause

116 SPORTaktiv


Das lässigste Skigebiet der Alpen.

saalbach.com

#homeoflässig

SPORTaktiv

117


S

kitourengeher, die am Pistenrand nach

oben gegangen sind, hat es immer gegeben.

Der Unterschied: Einst war Skitourengehen

ein Sport weniger Bergfexe.

Und Schnee – ja, Naturschnee – gab es

in verlässlicher Menge. Heute ist es ein

Massensport mit über 500.000 Ausübenden

in Österreich. Viele Sportler,

die im Sommer als Läufer oder Mountainbiker

unterwegs sind, entdecken

wie auch zahlreiche Pistenskifahrer das

Skitourengehen für sich.

Nur logisch, dass sich mancher, der

die Sportart gerade erst entdeckt, abseits

gesicherten Geländes unwohl fühlt.

Gleichzeitig entpuppt sich Schnee öfter

als Mangelware. Da ist es naheliegend,

dass Skitourengeher hin zu den beschneiten

Pisten strömen.

Endlos-Diskussionen

Die Folge ist eine heiße Diskussion auf

Basis explosiver „Zutaten“: Da viele

kaum erfahrene oder gänzlich unerfahrene

Skitourengeher. Dort wenige

aufwendig beschneite und präparierte

Pisten – speziell in der ersten Saisonphase.

Skifahrer, die auf diesen Pisten, teils

weit jenseits ihrer Leistungslevels ins

Tal kurven. Interessen des Sporthandels

und der Skigebiete. „Die Natur gehört

allen“-Denker, die zur Durchsetzung ihrer

Sichtweise mitunter Lebensgefahr in

Kauf nehmen. Skigebietsbetreiber, die

sich einzig ihren zahlenden Gästen, den

Skifahrern verpflichtet fühlen ...

Man wundert sich nicht über die seit

Jahren schwelende Diskussion.

SKITOURENGEHEN

IST IN ALLER MUN-

DE. EINFACH UND

GEFAHRLOS SOLL ES

SEIN. ABENDS UND

BEI SCHNEEMANGEL

SOLLTE ES AUCH

MÖGLICH SEIN. IST

DIE LÖSUNG ALSO,

PISTEN AUF SKIERN

BERGAUF ZU STEI-

GEN? VERSUCH

EINER BESTANDS-

AUFNAHME EINES

LANGE SCHWELEN-

DEN STREITS. UND

LÖSUNGSANSÄTZE

IN ÖSTERREICH AUF

EINEN BLICK.

VON OLIVER PICHLER

Sofort-Lösung

Dabei wollen fast alle Pistenskitourengeher

einfach ihren Sport ausüben.

Im Kern sind drei zentrale Punkte zu

beachten, um auf der sicheren Seite zu

sein:

• Ausschließlich Routen benützen,

die von Skigebietsbetreibern

freigegeben sind.

• Vorgegebene Benützungszeiten

einhalten.

• Etwaige geringfügige Benützungsbeiträge,

oft fürs Parken,

entrichten.

Foto: Steiermark Tourismus/Tom Lamm www.ikarus.cc

Foto: Blindtext

118 SPORTaktiv


AUFSTEIGER,

AUFREGER

Foto: Blindtext

SPORTaktiv

119


Insgesamt ist Pragmatismus gefragt: Es

geht ums Naturgenießen. Ums sportliche

Auspowern nach einem stressigen

Tag. Oder darum, für die nächste große

Tour zu trainieren. Wer will sich dabei

schon in Rechtsstreitigkeiten oder Lebensgefahr

begeben?

Stichwort Lebensgefahr – die besteht

vor allem abends: Pistengeräte hängen

oft an Hunderte Meter langen Stahlseilen,

die man im Dunkeln nicht sehen

kann, aber umso dramatischer spürt. Beschneiungsanlagen,

Schläuche u. ä. sind

weitere Hindernisse mit Verletzungspotenzial.

Und nach Präparierung muss

die Piste aushärten, damit die zahlenden

Skifahrer am nächsten Tag ebene Pistenteppiche

statt Pisten mit durchgefrorenen

tiefen Furchen vorfinden.

Langfristige Lösung

Kurzfristig hat es also jeder Pistentourengeher

selbst in der Hand. Langfristig

kann der Einzelne nur hoffen. Klar ist,

es sind verlässliche Angebote zu schaffen,

die Pistenskitourengehen ermöglichen!

Dabei sind Sportfachhandel,

Ski- und Outdoor-Industrie, Tourismusorganisationen,

Seilbahn- bzw. Skigebietsbetreiber,

alpine Vereine und Skitourengeher-Organisationen,

Bergführer

und Outdoor-Experten sowie interessierte

Skitourengeher gemeinsam gefordert.

Bis es noch mehr kluge Angebotslösungen

(wie rechts aufgelistet) gibt,

heißt es für den Einzelnen: Dort unterwegs

zu sein, wo es erlaubt ist, um sich

voll und ganz auf den Sport konzentrieren

zu können.

Anmerkung der Redaktion

Das Thema ist unverändert heiß. Das haben viele

Gespräche gezeigt, die wir in den letzten Monaten

zum Pistentourengehen geführt haben. Wir haben

Meinungen eingeholt. Standpunkte besprochen.

Zig kluge, nachvollziehbare Gedanken und Argumente

gehört. Gesprächspartner waren u. a.: Georg

Bliem (Planai & Hochwurzen), Kornel Grundner

(Leogang), Klaus Herzog (Nassfeld), Helmut

Holzinger (Hinterstoder-Wurzeralm), Hansjörg Kogler

(Westendorf), Wolfgang Krainer (Feld am See), Klaus

Kranebitter (SnowHow, Innsbruck), Arthur Moser

(Hauser Kaibling), Karl Posch (Sport Consult, Gosau),

Michaela und Martin Wulschnig (Bad Kleinkirchheim).

WO PISTENGEHER

HOCHWURZEN, SCHLADMING, STEIERMARK

Eigene Aufstiegsroute ab Talstation Gipfelbahn Hochwurzen. Tagsüber und

am Abend (mehrmals wöchentlich) benutzbar. Talfahrt nach Pistenschluss

auf eigener Skiroute (17–19 Uhr). Hochwurzen-Pistenskitourengeher-Meeting

für jedermann Mitte November. www.planai.at

GERLITZEN ALPE, ARRIACH, KÄRNTEN

Tour ab Talstation Klösterlebahn, im Nahbereich der Klösterle-Piste auf den

Gerlitzen-Gipfel. Täglich zu Pistenöffnungszeiten. Skitourengeher-Ticket bei

der Liftkassa. www.gerlitzen.com

DREILÄNDERECK, ARNOLDSTEIN, KÄRNTEN

Donnerstagabend (17-22 Uhr) Aufstiegs- & Abfahrtsmöglichkeit auf der

Talabfahrt. www.3laendereck.at

RAURIS, SALZBURGER LAND

Zwei tagsüber nutzbare Skirouten. Start bei Talstationen Hochalmbahn und

Kreuzbodenbahn. Kluge Kombitickets, sehr gutes Markierungssystem.

www.raurisertal.at

RONACHKOPF, THUMERSBACH AM ZELLER SEE,

SALZBURGER LAND

Direkt aus Thumersbach am Nordufer des Zeller Sees auf präparierter Route

auf den Ronachkopf. Tagsüber und am Abend. www.schmitten.at

LEOGANG, SALZBURGER LAND

Dienstag und Freitag (18-22 Uhr) Skitourengeher-Abend ab Steinbergbahn

Talstation samt Talfahrt auf der Steinbergpiste.

www.leoganger-bergbahnen.at

Foto: Bad Kleinkirchheim Bergbahnen/A. Gruber

120 SPORTaktiv


Foto: TVB St. Johann/Alpendorf

GENUSS-SKITOUR

AM HAHNBAUM

Skitourengehen erfreut sich immer

größerer Beliebtheit. Die Urlaubsregion

St. Johann-Alpendorf (S)

bietet eine tolle Tour mit zwei sicheren

Aufstiegsmöglichkeiten.

WILLKOMMEN SIND

WURZERALM, PYHRN-PRIEL-REGION, OBERÖSTERREICH

Präparierte „Skitourengeherspur“ neben der Standseilbahn auf die Wurzeralm.

Täglich zu Ski-Betriebszeiten benutzbar. Parkplatz: EUR 5,–.

Zusätzlich Mittwoch Skitourengehen bei Nacht (bis 22 Uhr).

www.hiwu.at

NACHTSKITOUREN RUND UM INNSBRUCK, TIROL

Skigebiete rund um Innsbruck bieten seit Jahren an wechselnden Abenden

an, Pistenskitouren zu gehen. www.tirol.gv.at/pistentouren

ROSSHÜTTE, SEEFELD & PATSCHERKOFEL,

INNSBRUCK, TIROL

Jeweils Tages-Aufstiegsmöglichkeiten für Skitourengeher ab Talstation der

Bergbahnen. www.rosshuette.at / www.patscherkofelbahn.at

PITZTALER GLETSCHER, MITTELBERG IM PITZTAL, TIROL

Neuer „Skibergsteigerpark“ ab Spätherbst am Pitztaler Gletscher.

www.pitztaler-gletscher.at

MÖNICHKIRCHEN AM WECHSEL & ANNABERG BEI

MARIAZELL, NIEDERÖSTERREICH

Donnerstag „Pistentourengeher-Abend“: Nach Liftschluss bis 20.30 Uhr

Aufstiegs- und Abfahrtsmöglichkeiten in beiden Gebieten.

www.schischaukel.net / www.annabergerlifte.at

BRANDNERTAL, VORARLBERG

Dienstag nach Skibetriebsschluss Skipistentouren-Möglichkeiten ab

Talstation Bürserberg und ab Talstation Palüdbahn (jeweils bis 22 Uhr).

www.brandnertal.at

Der Hahnbaum gilt als Hausberg

der Sankt Johanner und ist ein Freizeitberg

für alle: Skifahrer, Rodler,

Winterwanderer – und vor allem

auch Tourengeher. Die seit 2012

bestehende offizielle Skitourenstrecke

wurde 2015 noch um eine zweite

Aufstiegsvariante erweitert. Damit ist

die Sicherheit für aufsteigende und

abfahrende Wintersportler gewährleistet

und man kann beim Aufstieg

die Ruhe der Natur genießen.

Um den Hahnbaum auf Tourenskiern

zu erklimmen, gibt es zwei

Startmöglichkeiten: Entweder direkt

im Zentrum bei der Talstation des

Sessellifts (von hier sind es ca. 500

Höhenmeter); oder ein Stück weiter

oben beim Tellerlift Hetzenbichl.

Der ist übrigens auch für Skianfänger

und Familien eine heiße Adresse,

da die Benutzung kostenlos ist.

Die Tour besteht aus einem Mix

aus gemütlichen Steigungen und

steileren Passagen und ist so für

jeden Skitourensportler interessant.

Bei schönem Wetter wird man mit

einer wunderschönen Aussicht auf

die umliegende Bergwelt belohnt.

TOURISMUSREGION

SANKT JOHANN-

ALPENDORF

www.sanktjohann.com

www.alpendorf.com

SPORTaktiv

121


EINER FÜR BEIDES

Der TECNICA Zero G Guide

Pro ist gleichzeitig Alpin- und

Tourenskischuh. Hoher Flex

und ein mit 44 Grad großer

Neigungswinkel zeichen den

Schuh aus, der – typisch für

Tecnica – voll an den Fuß

angepasst werden kann.

www.tecnicasports.com

SKI

TOUREN

NEWS

STABILITÄT

Der KOMPERDELL Carbon

Expedition Tour 4 überzeugt durch

geringes Gewicht, sein geringes

Packmaß von nur 41 cm und dank

formschlüssiger Schraubverbindung

durch außergewöhnlich hohe

Stabilität.

www.komperdell.com

GLÜCKSGRIFF

GEGEN DIE KÄLTE

WARM UND FESCH

Die Twister ist eine stilvolle

und sportliche Midlayer-

Jacke von MARTINI

SPORTSWEAR. Primaloft

Gold im Front- und

Schulterbereich wärmt,

Active-Stretch garantiert

Bewegungsfreiheit.

Durch den modernen Style

ist der perfekte Auftritt

am Berg garantiert.

www.martinisportswear.com

KINDERLEICHT|

So einfach geht’s mit Kindern

auf Skitour: den CONTOUR

startUP in die Alpinbindung

einsetzen und darauf den

Kinderschuh per Kipphebel

fixieren. Eine klappbare

Steighilfe erleichtert Anstiege.

Für die Abfahrt ist der Adapter

schnell im Rucksack verstaut.

www.contourskins.com

Der VENEDIGER.ZB von ZANIER

vereint zwei Materialien, die sich

perfekt ergänzen. ZA BLOCKER

schützt als Membran effektiv vor

Wind, Merinowolle schafft als

Isolationsmaterial die nötige Wärme.

www.zaniergloves.com

122 SPORTaktiv


Meine Kleine Digital.

Nur für 6/7-Tage

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(statt 18,99)

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Passt gut.

Die Print-Ausgabe für Mama und Papa, die Kinder lesen digital mit –

auch wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen.

Friede am Frühstückstisch.

Ein Abo auf bis zu fünf Geräten gleichzeitig nutzen.

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E-Paper und App sind auch im Urlaub oder Auslandssemester dabei.

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FÜR DARUNTER

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NOTFALLHELFER

Das PIEPS DSP SPORT ist ein

3-Antennen-LVS-Gerät, das mit einer

einzigen Funktionstaste auskommt.

Trotzdem verfügt es über alle

bewährten Funktionen. Das Gerät

bietet eine maximale Reichweite von

50 Metern und eine Batterieleistung

von 200 Stunden.

www.pieps.com

Aus Ried kommt das Winter-

Highlight von LÖFFLER:

die neue transtex®-Warm

Hybrid-Sportunterwäsche

für Damen und Herren. Sie

glänzt mit unterschiedlichen

Funktionszonen, weil

verschiedene Garne und

Materialien kombiniert

werden.

www.loeffler.at

MAGISCH|

SKI TRAB hat mit dem Magico

einen echten Zauberer am

Start. Der Tourenski aus

Bormio ist extrem leicht (1030

Gramm), mit 14 Schichten

aus Carbon-Glasfaser-Hybrid-

Verstärkungen aber sehr steif.

Beim Auf- und Abstieg ein

zauberhafter Begleiter.

www.skitrab.com

DIE VIELSEITIGE

350 Lumen stark ist die mit USB

aufladbare Allround-Stirnlampe von

PETZL. Die Actik Core funktioniert auch

mit drei AAA-Batterien, bietet mehrere

Lichtkegel (auch ein rotes Licht) und im

Kopfband eine Signalpfeife für Notfälle.

www.petzl.com

SKI

TOUREN

TOPMODELL MIT

NEUEN STÄRKEN

NEWS

Mit dem Maestrale RS 2 hat SCARPA

sein Skitouren-Topmodell verschärft:

leichter, kompakter, komfortabler.

Das neue Wave-Schnallensystem sorgt

für Gewichtsreduktion, dennoch bleibt

er der Meister der Abfahrt.

Als Gea RS 2 auch für Damen.

www.scarpa.net

Fotos: Hersteller

124 SPORTaktiv


Wir freuen uns auf Ihre

Ticket-Bestellung unter

gala@sporthilfe.at oder

T +43 664 919 31 38

www.sporthilfe.at

ANZEIGE / Foto: © MARX HALLE, GEPA Pictures

DIE LOTTERIEN

SPORTHILFE-GALA

SICHERN SIE SICH IHRE TICKETS FÜR DIE WICHTIGSTE

BENEFIZVERANSTALTUNG IM ÖSTERREICHISCHEN SPORT:

DIE LOTTERIEN SPORTHILFE-GALA AM 2. NOVEMBER 2017,

IN DER MARXHALLE WIEN.

Die LOTTERIEN Sporthilfe-Gala

ist jedes Jahr das gesellschaftliche

Highlight im österreichischen

Sportkalender. Sie bildet einen würdigen

Rahmen, Österreichs Top-Sportler

für ihre herausragenden Leistungen

im abgelaufenen Sportjahr zu ehren.

Internationale Top-Stars sorgen für ein

Rahmenprogramm der Spitzenklasse.

Galadinner, Galaparty und Loungen

laden zum Networken ein.

Veranstaltet von der Österreichischen

Sporthilfe ist die LOTTERIEN Sporthilfe-Gala

die größte und wichtigste

Sportlerehrung in Österreich und die

bedeutendste Benefiz-Veranstaltung

für die Österreichische Sporthilfe. Der

Reinerlös kommt gänzlich der Unterstützung

Österreichs Nachwuchs- und

Spitzensportlern mit und ohne Behinderung

zugute. Seit 2013 wird die

LOTTERIEN Sporthilfe-Gala live um

20:15 Uhr im ORFeins Hauptabendprogramm

übertragen.

GOLD-PACKAGE

10er-Tisch im Gold-Bereich

(wahlweise 10 Pax oder 8 Pax +

Sportler mit Begleitung)

GOLD-Menü

Logopräsenz vor Ort (Red

Carpet, Videowall, Tisch)

1/1 Seite Inserat im

Programmheft

Preis: € 8.900,- (zzgl. MwSt.)

Einzelticket GOLD: € 990,-

(zzgl. MwSt.)

SILBER-PACKAGE

10er-Tisch im Silber-Bereich

(wahlweise 10 Pax oder 8 Pax +

Sportler mit Begleitung)

SILBER-Menü

Logopräsenz vor Ort (Videowall,

Tisch)

1/4 Seite Inserat im

Programmheft

Preis: € 5.900,- (zzgl. MwSt.)

Einzelticket SILBER: € 650,-

(zzgl. MwSt.)

BRONZE-PACKAGE

8 Personen am Tisch im

Bronze-Bereich

GALA-Menü

Logopräsenz vor Ort (Tisch)

Preis: € 3.900,- (zzgl. MwSt.)

Einzelticket BRONZE: € 490,-

(zzgl. MwSt.)

SPORTaktiv

125


SIE IST 22, BILDHÜBSCH UND SIE SCHLIESST

DEMNÄCHST IHR JUSSTUDIUM AB. NICHT UNBE-

DINGT DER ERWARTETE STECKBRIEF VON EINER,

DIE IM BEINHARTEN SKITOUREN-WETTKAMPFSPORT

EINEN KOMETENHAFTEN AUFSTIEG HINGELEGT

HAT. ABER AN DER STEIRERIN JOHANNA ERHART

IST VIELES NICHT SO, WIE MAN ES SICH VON EINER

SPITZENSPORTLERIN ERWARTET.

INTERVIEW: GERHARD POLZER

JOHANNAS

STREBEN

NACH

126 SPORTaktiv


FREIHEIT

Fotos: Dynafit

Johanna, du siehst topfit aus. Bestens

vorbereitet also für die neue Wettkampfsaison

im Skibergsteigen?

Ich glaub schon. Ich bin grad mit meinem

Papa in einer Woche von Schladming aus

1.000 Kilometer und 15.000 Höhenmeter

über Schweizer Alpenpässe geradelt.

Eine richtig coole Tour mit dem Rennrad,

die uns beiden viel Spaß gemacht hat.

Das Rad ist also dein perfektes Sportgerät

im Sommer, um Trainingskilometer

fürs Skibergsteigen zu machen?

Auf jeden Fall absolviere ich mit dem Rad

einiges an Trainingsstunden. Ich lauf aber

auch sehr gern in den Bergen, darum hab

ich auch wieder am Glocknertrail-Run

teilgenommen und meine Laufzeit vom

Vorjahr um 17 Minuten verbessert. Die

Form sollte also passen. Aber der Anlass

für diese Vater-Tochter-Tour war nicht

irgendein Trainingsplan, sondern weil wir

einfach Freude daran hatten, wieder einmal

was zusammen zu unternehmen.

Als Nationalteammitglied hast du sowieso

strikte Trainingsvorgaben für

deine Saisonvorbereitung, oder?

Nein, nicht wirklich. Da wir Skibergsteiger

nur eine kleine Sparte des ÖSV sind,

haben wir relativ viel Freiheit beim Training.

Ich habe keinen festen Trainingsplan,

sondern bereite mich eigentlich so

vor, wie es mir gerade Spaß macht.

Das klingt schon ziemlich locker für

eine, die als eines der größten Talente

im Skibergsteigen gilt.

Mit „locker“ hat das nichts zu tun. Ich

war bis zu meiner Matura fünf Jahre im

Sportgymnasium Saalfelden in der Leistungsgruppe

Langlauf. Da lernst du deinen

Körper kennen und weißt genau, wie

viel und was du trainieren musst.

Wie kann man sich dieses Selfmade-Training

vorstellen?

Ich steh in der Früh auf und denk mir:

Auf was hab ich heute Lust? Und das

mach ich dann auch. Damit da kein

falscher Eindruck entsteht: Ich lass das

Training ja nicht schleifen, führ auch ein

genaues Trainingstagebuch – vom Pensum

her mach ich sicher eher mehr als zu

wenig. Aber Spaß muss es mir machen.

Einmal hab ich Lust auf Laufen, einmal

ist mir mehr nach Radfahren oder nach

einer reschen Bergtour mit Freunden. Ja,

das kann sogar mitten in der Wettkampfsaison

eine Genuss-Skitour mit meiner

Mutter sein, mit richtig fetten Skiern und

schweren Skischuhen.

Bleibt bei dieser Einstellung nicht dein

Ehrgeiz auf der Strecke, der dich in den

letzten Jahren sicher angetrieben hat?

Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass ich

mit meiner Einstellung einen gesunden

Ehrgeiz habe. Natürlich würde es mit

einem Trainingsplan noch viel professioneller

gehen, allerdings ist es mir nicht

wert, meine Freiheit und meinen Genuss

am Sport dafür aufzugeben. Ich will nicht

gestern planen müssen, was ich morgen

tun muss oder beim Essen auf jedes

Gramm achten. Das ist nicht meine Vorstellung

von Lust am Sport.

Gerade das Skibergsteigen funktioniert

aber nicht auf die gemütliche Tour. Da

ist auch viel Quälerei dabei.

Keine Frage, sich quälen zu können,

gehört auf jeden Fall dazu. Es macht

doch Spaß, seinen eigenen Körper spüren

zu können, auch wenn es wehtut. Aber

wenn ich dann nach einem Wettkampf

müde, aber gesund ins Ziel komme, empfinde

ich immer eine tiefe Dankbarkeit.

Schon interessant, sowas von einer

Spitzensportlerin zu hören.

Ich bezeichne mich selbst ungern als Spitzensportlerin,

weil ich nicht vom Sport

leben kann. Sport ist meine große Leidenschaft,

von der ich aber nie abhängig

sein möchte

Trotzdem hast du dir diesen harten

Sport ausgesucht. Weil du deinem

SPORTaktiv

127


Vater, der einst unter anderem vier

Mal den Dreifach-Triathlon in Grenoble

gewonnen hat, nacheifern wolltest?

Gar nicht. Ich war ein schwieriges Kind,

hab in der Pubertät richtig gesponnen

und der ganzen Familie oft den Tag

verhaut. Mich hat der Leistungssport als

Kind überhaupt nicht interessiert.

Was ist dann passiert?

Mit 13 Jahren hab ich dem Papa beim

Ironman in Klagenfurt zugeschaut und

dann im Ziel zu ihm gesagt: „Mit 18

will ich das auch machen.“ Fünf Jahre

später hab ich meinen ersten und Papa

seinen letzten Ironman absolviert. Ich

werde den Moment nie vergessen, wie

wir beide nach 10:51 Stunden gemeinsam

über die Ziellinie gelaufen sind.

Warum bist du nicht beim Triathlon

geblieben?

Im gleichen Jahr bin ich mit Freunden

bei einem Skitouren-Event gestartet,

einfach so zur Gaudi. Das hat mir richtig

Spaß gemacht. Und ein paar Monate

später, bei meinem ersten echten Wettkampf,

hab ich gewusst: Das ist genau

mein Sport!

War da jemals Druck oder Einfluss von

deinem Vater, im Sport Topleistungen

bringen zu müssen?

Überhaupt nicht! Die Eltern haben mir

und meinem Bruder immer alles ermöglicht,

was uns sportlich interessiert hat.

Wir haben Sport mit ihnen immer als

Abenteuer erleben dürfen. Meine Wege

sind mir also in alle Richtungen offen

geblieben. Aber heute weiß ich, dass ich

mir die schönste Sportart ausgesucht

habe: auf Skiern die grenzenlose Freiheit

in den Bergen erleben!

Diese Faszination, diese Lust an der

Freiheit hindert dich aber nicht daran,

dir trotzdem sportliche Ziele zu setzen.

Im kommenden Weltcup der Skibergsteiger

zum Beispiel ...

Klar, jeder Sportler setzt sich Ziele. Für

mich muss ein Wettkampf ein Erlebnis

sein. Ob das dann die EM-Teilnahme

2018 am Ätna ist oder die Patrouille de

Glacier in Zermatt, die ich einmal in

einem starken Dreier-Frauenteam gehen

will, spielt da keine Rolle. Wie es heuer

im Weltcup laufen wird, kann ich noch

nicht sagen. Im Jänner hab ich meine

letzte Jusprüfung, da muss der Sport

kurz zurückstecken.

Und dann, wenn du das Jusstudium

abgeschlossen hast?

Danach würde ich gern mein Gerichtspraktikum

in Innsbruck absolvieren.

Und mein eigenes Geld verdienen.

Johanna Erhart ist 22 Jahre alt,

lebt in Salzburg und Schladming.

Mit 13 Jahren lief sie an

der Seite ihres Vaters Wolfgang

Erhart (u. a. Weltrekordler

im Dreifach-Triathlon) ihren

ersten Halbmarathon, mit 18

absolvierte sie ihren ersten

Ironman-Triathlon, beendete

ihre Langlauf-Karriere mit dem

Wasalauf (90 km in 6 Stunden)

und entdeckte im gleichen

Jahr ihre Leidenschaft für den

Skitouren-Wettkampf. Seit 2015

gehört Johanna zum ÖSV-Nationalteam

im Skibergsteigen; in

der letzten Saison zahlreiche

Topplatzierungen im Weltcup,

Klasse Espoir; bei der U23-WM

Bronze im Individualbewerb.

Heißt das, es ist dann vorbei mit den

Skitouren- Wettkämpfen?

Ich glaube, dass ich, solange ich gesund

bleibe und die Möglichkeiten dazu habe,

immer irgendwo bei einem Wettkampf

dabei sein werde. Beim Skibergsteigen,

beim Triathlon oder beim Trailrunning.

Das sind eben die Gene vom Papa, die

auch in mir drin stecken. Aber eines

ist für mich ganz klar: Das klassische

Skitourengehen wird immer Teil meines

Lebens sein. Weil es für mich der Inbegriff

der Freiheit ist, die du beim Sport

in den Bergen erleben kannst.

Du meinst bei einem Wettkampf?

Ja, auch. Weil man beim Skibergsteigen

oder bei Trailrunning sogar bei den

Wettkämpfen die Schönheit der Natur

mitbekommt. Aber generell bedeutet

Freiheit für mich, in den Bergen zu sein,

egal, ob bei einem Rennen oder bei einer

Bergtour mit der Familie. Ich bin oft

richtig geflasht von diesen wunderschönen

Anblicken.

Die Freiheit auf

Skitouren ist für

Johanna Erhart die

„schönste Art, die

Berge zu erleben“.

Fotos: Dynafit, privat

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IMPRESSUM

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