Biovis Labor

esthetiq

BioVis Labordiagnostik

iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 05/2010

Vitamin D

… nicht nur wichtig für den Knochenstoffwechsel!

Struktur eines

Vitamin-D- Moleküls

„Vitamin D ist das Vitamin für gesunde Knochen!“

Diese häufige Aussage ist richtig, denn Vitamin D

ist verantwortlich dafür, dass Calcium im Darm aufgenommen

und im Körper (v.a. im Skelett) gespeichert

werden kann. Doch es ist viel zu kurz gedacht,

Vitamin D ausschließlich auf die Knochengesundheit

zu reduzieren, denn Vitamin D spielt an vielen

anderen Stellen im Körper wesentliche Rollen. So

ist zum Beispiel das Immunsystem, das Nervensystem,

das Herz-Kreislaufsystem und vieles mehr von

Vitamin D abhängig.

Folgende Erkrankungen werden mit einem

Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht:

• erhöhte Infektanfälligkeit, chronische

Infekte

• Paradontitis, Zahnausfall

• Osteoporose, -malzie, -penie

• Rachitis

• rheumatoide Arthritis

• Tumore in Darm, Brust, Prostata sowie

Eierstöcken

• Prostatahypertrophie

• prämenstruelles Syndrom, Eklampsie, polycystische

Ovarien, Endometriose

• Sklerodermie und Psoriasis

• Hautkrebs

• Diabetes Typ-1 und Typ-2

• Multiple Sklerose

• Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Colitis

ulcerosa

• Epilepsie

• Depressionen, Schlafstörungen

• Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)

• Bluthochdruck

• Kongestive Herzinsuffizienz

• kardiovaskuläre Erkrankungen

• Übergewicht

Vitamin D kann vom Körper selbst gebildet werden,

wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Doch scheint in Mittel- und Nordeuropa gar nicht

oft und intensiv genug die Sonne, um den Bedarf

des Körpers zu decken. Weiterhin führt die westliche

Lebensweise (viel Aufenthalt in Gebäuden)

inklusive einer Vitamin-D-armen Kost (wenig Fett

und insbesondere wenig fetten Fisch) dazu, dass

der Körper auch über die Ernährung nicht hinreichend

versorgt sein kann. Die Folge ist, dass sehr

viele Patienten unter einem unerkannten Vitamin-

D-Mangel leiden.


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation 05/2010 Vitamin-D

Folgende Lebensumstände und Erkrankungen erzeugen

häufig einen Vitamin-D-Mangel:

• seltener Aufenthalt draußen bei Tageslicht

(Arbeitsplatz in Gebäuden)

• Bekleidungsschutz

• Benutzung von Sonnencremes ab Faktor 8

dunkle Hautfarbe (Die letzten drei Faktoren

verringern die Wirkung des Sonnenlichtes stark)

• Jahreszeit und Lebensort

(Winter bzw. Mittel- und Nordeuropa,

nördlich des 40. Breitengrads: München liegt

etwa auf dem 48., Mainz auf dem 50. und Berlin

etwa auf dem 52. Breitengrad)

• hohes Lebensalter

(Im Alter nimmt die Bildungsfähigkeit der Haut

für Vitamin D ab)

• Eingeschränkte Kost

(fettarme Ernährung, Vegetarismus, Fast-Food,

Milchunverträglichkeiten)

• häufiger Alkoholgenuss

• Schwermetallbelastungen

(Schwermetalle blockieren die Vitamin-D-Aktivierung

im Körper)

• Fettverwertungsstörungen

• Darmerkrankungen

• Lebererkrankungen

• Nierenerkrankungen

• Starkes Übergewicht, Adipositas

(Die Fettschicht hält das produzierte Vitamin D

in der Haut zurück)

• Medikamente

(Antiepileptika, Antidepressiva, Neuroleptika,

Immunsuppresiva)

Ein Test auf Vitamin D im Blut gibt exakt Auskunft,

ob ein Mangel vorliegt. Dabei kann das in der Haut

produzierte oder durch die Nahrung aufgenommene

25-OH-Vitamin D3, das in der Leber gespeichert

wird, nachgewiesen werden oder das durch die

Nieren zu 1,25-(OH) -Vitamin D aktivierte Hormon

bestimmt werden.

Vitamin-D-Werte zeigen natürlicherweise jahreszeitliche

Schwankungen mit einem Minimum im

Februar und einem Maximum im September. Es

sollte jedoch nie unter die genannten Werte sinken.

Bei Menschen, die über 55 Jahre alt sind, sollten im

Winter (Jan.-April) die 25-OH Vitamin D-Spiegel

generell kontrolliert werden, da mit zunehmendem

Alter die körpereigene Vitamin-D-Produktion

nachlässt.

Wurde ein Mangel festgestellt, sind regelmäßige

Kontrollen – auch nach erfolgreicher Behandlung

(hochdosiertes Vitamin D3 und Calcium-Gaben) –

dringend angeraten. Meist sinkt der Wert im weiteren

Verlauf wieder ab, da die mangelerzeugenden

Lebensumstände nicht behoben werden können.

Eine lebenslange Einnahme von Vitamin D ist dann

medizinisch notwendig.

Obwohl in der Lehrliteratur häufig erwähnt, geht

von einer vernünftig dosierten Nahrungsergänzung

mit dem fettlöslichen Vitamin D kein nennenswertes

Risiko aus. Die derzeitige Angabe der

Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE von

5μg Vitamin D3 (200 IE)/Tag wird von Fachkreisen

inzwischen als viel zu gering eingeschätzt. 12,5 bis

20μg (500 bis 800 IE)/Tag ist der von der WHO genannte

Wert. Als therapeutische Maßnahme im

Krankheitsfall sind deutlich höhere Dosen einzusetzen

(mind. 50μg(2.000 IE)/Tag).

Benötigtes Material: Serum

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an! Wir geben Ihnen gerne

Auskunft.

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 01/2008

Coenzym Q 10

Ein Fenster in die Bioenergetik der Zelle und den Membranschutz.

• Lipidkorrigierte Q10 Bestimmung

• Berechnung des individuellen

Risikoscores

• Externe Qualitätssicherung

nach Richtlinien der internationalen

Q10- Gesellschaft

Tab.: Altersbedingte Abnahme der Q10-Produktion

im Vgl. zu einem 20-jährigen.

Alter ca. 40 Jahre ca. 80 Jahre

Herz - 32 % - 57 %

Pankreas - 8 % - 69 %

Leber - 5 % - 17 %

Coenzym Q10 wurde 1955 entdeckt (Crane et al.)

und erstmals 1957 in seiner Struktur beschrieben

(Folkers et al.).

Trans-isomer = Naturaloccuring CoQ10

1978 erhielen Mitchel et al. für die Beschreibung

des Q10-Zellstoffwechsels den Nobelpreis.

Coenzym Q10 kommt in allen Zellen (ubiquitävor

und kann auch von allen Zellen synthetisiert

werden. Voraussetzung für letzteres sind Tyrosin,

Methionin und Mevalonsäure. Wichtige Cofaktoren

sind Folsäure und Vitamin B12.

Über die Nahrung werden täglich 1-3 mg aufgenommen

(vor allem aus Fleisch).

Basiswirkungen:

1. Schlüsselenzym der mitochondrialen Energie

produktion (ATP)

2. Antioxidans mit Sonderstellung

ATP-Energieproduktion in der Zelle

Die zelluläre Energieproduktion ist vorrangig

an die Kraftwerke der Zelle, die Mitochondrien,

gebunden. Hier ist das Coenzym Q10 ein limitierender

Faktor. Ein Defizit von mehr als 25% führt

zu strukturellen Schäden an den Mitochondrien,

verbunden mit der Entwicklung eines chronischen

Energiemangels. Zell- und Organschäden

können die Folge sein.

Coenzym Q10 ist eine wichtige Komponente der

membranständigen Energiebildung (Transportkanäle,

Ionenpumpen etc.).

Modulation/ Aufrechterhaltung der antioxidativen/prooxidativen

Balance

Als Antioxidans nimmt Q10 eine Sonderstellung

ein. Es schützt Lipide, Proteine und die Erbinformation

(DNS) vor der Schädigung durch Freie Radikale.

Es kann im Gegensatz zu anderen Antioxidantien

in allen Phasen des Angriffes von Freien


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation 01/2008 Coenzym 10

Radikalen seine schützende Wirkung entfalten.

Coenzym Q10 ist das einzige fettlösliche Antioxidans,

das im Körper selbst synthetisiert wird.

Coenzym Q10 ist in allen Membranen der Zelle in

unterschiedlicher Verteilung (entsprechend der

Funktion) vorhanden und regeneriert wichtige

Antioxidantien wie Vitamin E und C.

In den Zellmembranen schützt Q10 vor Freien Radikalen

und ist kontrollierender Bestandteil der

Funktionsfähigkeit (z.B. Nervenleitfähigkeit oder

Stofftransporte durch die Zellwand). Es bestimmt

die Qualität der Membranen maßgeblich mit.

Q10 schützt im Blut Teile des Cholesterins vor einer

Peroxidation durch Freie Radikale.

Verhalten im Körper:

Coenzym Q10 wird vor allem im Dünndarm aufgenommen.

Im Blut erfolgt der Transport durch

das LDL-Cholesterin. Die Gewebespiegel sind in

der Regel 6-10 mal höher als die des Vitamin E.

Im Körper kommt Q10 in reduzierter (Ubiquinol)

und oxidierter Form (Ubiquinon) vor (max. 10%

als oxidiertes Q10). Chronisch-degenerative Erkrankungen

verschieben dieses Verhältnis deutlich

(z.B. Multiple Sklerose auf bis zu 30%). Auf

der Basis der erhaltenen Laborwerte und anamnestischer

Angaben zur Grunderkrankung lässt

sich das Risiko erhöhter oxidierter Q10-Anteile

abschätzen. Die biovis GmbH bietet hierzu auf

ihrer Homepage eine comptergestützte Risikoscore-Berechnung

an (siehe www.biovis.de). Dosisfindungen

werden hierdurch erheblich erleichtert.

Unter erhöhtem Q10-Bedarf in den Zellmembranen,

wird die Biosynthese von Q10 erhöht und/

oder in der Zelle vorhandenes Q10 verschoben.

Deshalb machen Coenzym Q10-Reserven als präventive

oder / und therapeutische Maßnahme

Sinn.

Therapeutische Wirkungen von Q10 wurden

beschrieben bei:

• Herzinsuffizienz

• Immundefiziten

• M. Parkinson und M. Huntington

• Encephalomyopathie und Ataxie

• Krebserkrankungen

• Diabetes und AMD

• Migräne und Tinnitus

• Muskeldystrophie u.a.

Labor:

Als Normwert wird ein Plasmaspiegel von 0,85

μg/ml angesehen.

Werte unter 0,6 μg/ ml werden als kritisch betrachtet.

Aus der Sicht der Vorbeugung sollten

Plasmawerte von mindestens 1,0 μg/ ml erreicht

werden. Der therapeutische Zielwert liegt bei

> 2,5 μg/ml.

Die Höhe der Q10-Werte im Plasma ist stark vom

Cholesterinwert abhängig. Hohe Cholesterinwerte

gehen automatisch mit höheren Q10-Werten

einher und können unter Umständen einen

Mangel verstecken.

Durch die Bestimmung lipidkorrigierter Q10-

Werte, wie nur bei biovis GmbH durchgeführt,

werden Fehlinterpretationen der Meßwerte verhindert.

Der Cholesterin korrigierte Wert sollte aus präventivmedizinischer

Sicht nicht unter 0,200 μmol/

mmol liegen.

Hauptfunktionen von Q10 in der Zelle:

1. Sicherstellung der Energiebildung

2. Aufrechterhaltung der antioxidativen /

prooxidativen Balance

3. Schutz der Membranen

4. Kontrolle des Zellstoffwechsels

(incl. Genexpression, Apoptose)

5. Direkte gefäßschützende Wirkung

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an! Wir geben Ihnen gerne

Auskunft.

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation Juni 2014

Cystatin C (im Serum)

Niere

Cystatin C hat die höchste

diagnostische Sensitivität, um eine

reduzierte glomeruläre Filtration

anzuzeigen.

Cystatin C ist ein niedermolekulares Protein, das in

allen Körperzellen kontinuierlich gebildet wird. Es

wird von der gesunden Niere filtriert und tubulär

rückresorbiert.

Die Serumkonzentration von Cystatin C hängt damit

also ausschliesslich von der glomerulären Filtrationsleistung

(GFR) der Niere ab.

Da der Kreatinin-Wert erst bei einer 50%-igen Reduktion

der GFR ansteigt, ist Cystatin C gerade in

diesem Bereich ein sensitiver Marker für subklinische

Nierenfunktionsstörungen, es kann bereits

eine moderate Einschränkung der GFR im kreatininblinden

Bereich zwischen 40 und 80 ml/min.

nachweisen

Vorteil von Cystatin C:

keine Beeinflussung durch Muskelmasse oder Ernährung

(Proteinzufuhr), durch

Entzündungen (Ausnahme: Autoimmunerkrankungen

und konsumierende Erkrankungen)

kein Urinsammeln nötig

Indikationen:

Screening auf Nierendysfunktion

Verlaufskontrolle von akuten und chronischen

Nierenerkrankungen

Verlaufskontrolle nach Nierentransplantation

und bei Hämodialyse

Diabetes Typ II - sensitive Erkennung der Nephropathie

Anpassung der Zytostatikadosis bei renal zu eliminierenden

Zytostatika

Früherkennung der Päeklampsie

Cave :

Methylprednisolon erhöht die Cystatin C-Spiegel

Cyclosporin senkt den Cystatin C-Spiegeln

Starkes Rauchen verändert die Cystatin C-Spiegel

Normbereich: 0,47 - 1,09 mg/l

Die Referenzwerte sind ab einem Lebensalter von

einem Jahr unabhängig von Alter und Geschlecht

des Patienten.

Die Berechnung der GFR anhand der aktuellen

Cystatin-C Konzentration erfolgt mit der Formel

nach Grubb:

GFR (ml/min., bezogen auf eine Körperoberfläche

von 1,73 2 ) =(84,69/Cystatin-C (mg/L)^1,68)*1,384.

Die Multiplikation mit 1,384 erfolgt für Kindern

unter 14 Jahren.


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation Juni 2014

Für die Berechnungen von Medikamentendosierungen

wird die GFR/ECC meist in ml/min benötigt.

Eine Rückrechnung aus der Angabe ml/

min., bezogen auf eine Körperoberfläche von

1,73 2 (ml/min./1,73 m 2 ) erfolgt nach der Formel:

GFR/ECC ml/min. = (GFR/ECC in ml/min./1,73 m 2 *

Körperoberfläche)/1,73.

Die Berechnung der Körperoberfläche erfolgt an

der ZEKCh nach der Formel von Dubois & Dubois.

Sie haben andere Fragen?

Rufen Sie uns an!

Wir informieren Sie gerne.

Literaturverzeichnis

1. Westhuyzen J. Cystatin C: a promising marker

and predictor of impaired renal function. Ann Clin

Lab Sci 2006;36:387-394

2. Nejat M, Pickering JW, Walker RJ, Endre ZH.

Rapid detection of acute kidney injury by plasma

cystatin C in the intensive care unit. Nephrol Dial

Transplant 2010;25:3283-3289

3. Myers GL, Miller WG, Coresh J, et al: Recommendations

for improving serum creatinine measurement:

a report from the Laboratory Working

Group of the National Kidney Disease Education

Program. Clin Chem 2006;52:5-18

4. Blirup-Jensen S, Grubb A, Lindstrom V, et al:

Standardization of Cystatin C: development of primary

and secondary reference preparations. Scand

J Clin Lab Invest Suppl 2008;241:67-70

5. Rule AD, Bergstralh EJ, Slezak JM, et al: Glomerular

filtration rate estimated by cystatin C

among different clinical presentations. Kidney Int

2006;69:399-405

6. Flodin M, Jonsson AS, Hansson LO, et al: Evaluation

of Gentian cystatin C reagent on Abbott

Ci8200 and calculation of glomerular filtration

rate expressed in mL/min/1.73 m(2) from the

cystatin C values in mg/L. Scand J Clin Lab Invest

2007;67:560-567

7. Larsson A, Hansson LO, Flodin M, et al: Calibration

of the Siemens Cystatin C Immunoassay Has

Changed Over Time. Clin Chem 2011;56:777-778

8. Levey AS, Bosch JP, Lewis JB, et al: A more accurate

method to estimate glomerular filtration

rate from serum creatinine: a new prediction

equation. Modification of Diet in Renal Disease

Study Group. Ann Intern Med 1999;130:461-470

9. Peralta CA, Katz R, Sarnak MJ, et al: Cystatin

C identifies chronic kidney disease patients at

higher risk for complications. J Am Soc Nephrol

2011;22:147-155

10. Rule AD, Larson TS, Bergstralh EJ, Slezak JM,

et al: Using serum creatinine to estimate glomerular

filtration rate: accuracy in good health

and in chronic kidney disease. Ann Intern Med

2004;141:929-937

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de

www.biovis.de


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 04/2010 07/2013

Neueinführung des modifizierten DAO Tests

...eine sinnvolle Immundiagnostik

Diaminoxidase-Konzentration als Marker

einer Histaminintoleranz

biovis

Innovation

Histamin ist ein aus der Aminosäure L-Histidin hervorgehendes biogenes Amin, das vor allem

von basophilen Granulozyten und Mastzellen gebildet wird.

H-1-Rezeptor Wirkung:

Bronchokonstriktion

Kontraktion des Darms

Vasodilatation über endotheliale NO-Freisetzung

Erhöhung der Gefäßpermeabilität

gesteigerte Adrenalinsekretion (NN)

H-2-Rezeptwirkung:

Steigerung der Magensaftsekretion

Vasodilatation

Tachykardie

am Herzen positiv inotrop

H-2-Rezeptorwirkung:

im ZNS werden

Hormonensekretion

Schlaf-Wach-Rhythmus,

Gedächtnis- und Lernprozesse,

Nahrungsaufnahme und Übelkeit

durch Histamin moduliert.

Typische Symptome einer

Histamin-Intoleranz:

Kopfschmerzen (Migräne), Schwindel, Rhinitis,

Dyspnoe (Asthma), Urticaria, gastrointestinale Beschwerden

(Koliken, Meteorismus oder Diarrhoe).

Für den Abbau von extrazellulärem Histamin ist

das in den Enterozyten der Dünndarmschleimhaut

gebildete Enzym Diaminoxidase (DAO) verantwortlich.

Ein Ungleichgewicht zwischen Histaminausschüttung/-aufnahme

und Histaminabbau

führt zur Histaminintoleranz.

Mögliche Ursachen dieser Histamin-Intoleranz können

demnach wie folgt aufgeteilt werden:

• Verminderte Produktion der DAO

(besonders bei gastrointestinalen Erkrankungen)

• Unzureichende DAO-Aktivität

(besonders bei der Aufnahme histaminreicher

oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel

oder Arzneimittel)

• Kompetitive Hemmung der DAO durch

z.B. Alkohol- oder Arzneimittel

Der neu eingeführte Test ist ein klassischer Sandwich-Immunoassy

(ELISA), der die Konzentration

des Enzymes DAO misst. In der klinischen Evaluierung

des Tests zeigte sich eine hervorragende Übereinstimmung

gegenüber der Referenzmethode REA

(Aktivitätstest). Da sich die ELISA Methode durchgesetzt

hat, werden durch Umstellung die DAO Werte

für die Praxis vergleichbar gemacht.

Neue Referenzbereiche:

Findet man eine erniedrigte DAO-Konzentration,

DAO < 3 kU/l

DAO 3-10 kU/l

DAO > 10 kU/l

Hinweis auf eine Histamin-

Intoleranz oder Pseudoallergie

Graubereich

Histamin-Intoleranz oder

Pseudoallergie unwahrscheinlich


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 02/2008

Histaminnachweis im Stuhl

Small Intestine Villus

Histaminnachweis im Stuhl

Ein neuer Marker

für Histaminintoleranz oder

Nahrungsmittelallergien

Millionen von Menschen leiden nach dem Genuss

bestimmter Nahrungsmittel unter Magen-Darm-

Problemen, Durchfällen, Tachykardie, Migräne,

Reizungen der Nasenschleimhaut, Hautrötungen

oder anderen allergieähnlichen Symptomen. Zuviel

Histamin im Körper kann für diese Symptome

verantwortlich sein.

Histaminintoleranz (HIT) tritt auf, wenn der Organismus

mit der Nahrung aufgenommenes

oder aus körpereigenen Zellen freigesetztes Histamin

nicht rasch genug abbauen kann.

Histamin, ein biogenes Amin, entsteht aus der

Decarboxylierung von Histidin. Als Mediator ist

es für viele allergische und pseudoallergische Reaktionen

verantwortlich. Es ist ein körpereigener

Stoff, der aber auch in vielen Lebensmitteln wie

z.B. in Rotwein, reifem Käse, geräucherter Wurst,

Tomaten, Thunfisch und Sauerkraut in recht hohen

Konzentrationen vorkommen kann.

Die Diaminooxidase (DAO) ist das entscheidende

körpereigene Enzym, das für den Abbau von

Histamin im Organismus verantwortlich ist. Die

Diaminooxidase ist hauptsächlich in Dünndarm,

Leber, Nieren und im Blut in Granulozyten zu finden.

Die Enzym-Aktivität der DAO bestimmt die

Abbaugeschwindigkeit des Histamins.

Bei Schwangeren wird DAO zusätzlich in der Plazenta

gebildet. Schwangere haben etwa 500 bis

1000 Mal höhere Blut-DAO-Spiegel als Nicht-

Schwangere, daher auch Beschwerdefreiheit bei

Rhinitis allergica und Asthma bronchiale zwischen

dem 3. und 9. Schwangerschaftsmonat.

Eine Histaminintoleranz zählt nicht zur klassischen

Nahrungsmittelallergie, da bei einer Unverträglichkeitsreaktion

das Immunsystem nicht

beteiligt ist, d.h. es werden keine Antikörper (IgE)

gebildet. Die Histaminintoleranz wird definiert

durch ein Ungleichgewicht zwischen Histamin

und dem Histamin-abbauenden Enzym DAO.

Nach bisherigen klinischen Erfahrungen ist Histaminintoleranz

nicht angeboren, sondern ein

erworbenes Krankheitsbild. Eine Ursache können

Medikamente sein, die die DAO hemmen. Hemmend

wirken auch Alkohol und sein Abbauprodukt

Acetaldehyd.

Liegt ein DAO- Enzymmangel bzw. eine Hemmung

der DAO-Aktivität vor, wird das Histamin

nicht in ausreichendemMaße abgebaut. Es treten

die Symptome einer Histaminintoleranz auf.

Nachweisverfahren - Diagnostik

Zum Nachweis einer Histaminintoleranz bietet

die biovis seit einigen Jahren die Untersuchung

der Diaminooxidase-Aktivität im Serum an. Das

Verfahren ist einfach durchzuführen und erfordert

keine besonderen präanalytischen Voraussetzungen

(Stabil 1Woche bei RT).


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation 02/2008 Histaminnachweis im Stuhl

Jetzt kann darüber hinaus auch der Histamingehalt

im Stuhl direkt bestimmt werden. Möglich

wurdem dies durch die Entwicklung eines neuartigen

Stabilisierungspuffers, der den Abbau

von Histamin durch Proteasen im Stuhl hemmt.

Durch einen Nachweis von hohen Histaminkonzentrationen

im Stuhl lassen sich v.a. Rückschlüsse

auf eine Histaminintoleranz oder IgE-vermittelte

Nahrungsmittelallergien ziehen, aber auch

Histamin produzierende Erkrankungen sowie

chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Zöliakie,

M. Crohn) können als Ursache in Betracht

kommen. Auch IgG4-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten

können unter bestimmten

Voraussetzungen zu einer Histaminfreisetzung

führen.

Über eine regelmäßige Bestimmung von Histamin

im Stuhl lässt sich auch der Erfolg einer Eliminationsdiät

sicher beurteilen.

Eine gleichzeitige Bestimmung von DAO-Aktivität

und Histamin im Stuhl erlaubt wichtige

differentialdiagnostische Hinweise in der Unterscheidung

von Histaminintoleranz und Nahrungsmittelallergie.

Abb. 2: DAO und Histamin im Stuhl

bei HIT (Histaminintoleranz)

DAO

Histamin

Ursachen der Histaminintoleranz, hohe Histaminzufuhr

in Kombination mit niedriger DOA-Aktivität

Abb. 3: DAO und Histamin im Stuhl

bei Nahrungsmittelallergien

Probenmaterial: Stuhl/Testset

Preis (GOÄ 4069)

Selbstzahler: 29,15 Euro

Privatpatient: 33,52 Euro

Literatur:

Raithel, M., E.G. Hahn: Funktionsdiagnostische allergologische Tests für

den Magen-Darmtrakt zur Objektivierung von Nahrungsmittelallergien.

Allergologie 21, 51-64 (1998)

Wershil B.K., W.A. Walker: The mucosal barrier, IgE-mediated gastrointestinal

events, and eosinophilic gastroenteritis. Gastroenterol. Clin.

North. Am. 21, 387-404 (1992)

Raithel, M., E.G. Hahn: Mediatordiagnostik am Gastrointestinaltrakt. In:

Hahn E.G., J.F. Riemann: Klinische Gastroenterologie. Georg Thieme,

Stuttgart 2000, 108-109

DAO

Histamin

Abb. 1: Ursachen einer Histaminintoleranz

Genetische

Veranlagung

Aufnahme

biogener

Amine

Externe

Inhibitoren

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an! Wir geben Ihnen gerne

Auskunft.

Reduzierte DAO-Aktivität

Histaminintoleranz (HIT)

Der Körper reagiert sehr empfindlich

auf zugeführte biogene Amine

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 04/2010

Fachinformation 04/2010

Das Profil humoraler Immunaktivität

...

...eine

eine sinnvolle

sinnvolle

Immundiagnostik

Immundiagnostik

Das Profil humorale Immunaktivität (HI) ist die erste

Stufe einer sinnvollen Immundiagnostik, mit der

der Immunstatus übersichtlich und schnell erfasst

werden kann, um baldmöglichst mit der passenden

Therapie beginnen zu können.

Bei Patienten mit einem deutlichen zellulären Defizit

(häufig bei Tumorpatienten) sollte das Profil

HI durch einen zellulären Immunstatus (Lymphozytendifferenzierung)

ergänzt werden.

Indikationen zum Profil HI

• Allergien

• Neurodermatitis, Psoriasis, Akne

• Borreliose (chronische) Fibromyalgie

• chronische Schmerzen

• chronische Erschöpfung

• Reizdarm, chronisch entzündliche Darmerkrankungen

• rheumatoide Arthritis, reaktive Arthritis

• Morbus Bechterew.

• maligne Tumore

Die Analysen des Profils HI

1. Das C-reaktive Protein (CRP)

Der CRP-Wert ist der wichtigste Marker zur Diagnostik

und Verlaufsbeurteilung von entzündlichen

Immunreaktionen. Bei biovis wird CRP mit einer

speziellen Messmethode ermittelt, die sowohl unterschwellige

als auch starke Entzündungen sicher

bestimmt. So kann der gesamte immunologisch

relevante Bereich des CRP mit hoher Genauigkeit

durch nur eine Messung abgedeckt werden.

2. Der lösliche Interleukin-2-Rezeptor (sIL2R)

sIL2R korreliert mit dem im Blut vorliegenden

Interleukin-2 (IL-2). IL-2 wird überwiegend von T-

Helferzellen gebildet und wirkt als allgemeiner

Wachstumsfaktor und Aktivator auf T-Helferzellen,

zytotoxischen T-Zellen, NK-Zellen und B-Lymphozyten.

sIL2R ist im Vergleich zum IL-2 bedeutend stabiler,

sodass ein Transport der Blutproben (maximal

24 Stunden) ohne eine Verfälschung der Ergebnisse

möglich ist. sIL2R zeigt also eine Aktivierung der

T-Lymphozyten sicher an und spiegelt damit die

Aktivität des spezifischen Immunsystems wieder.

3. Neopterin

Neopterin zeigt die Aktivierung der Makrophagen

nach ihrer Stimulation durch Interferon-g an. Daher

kann durch diese Untersuchung indirekt auch

eine Aussage über die Interferon-g-Synthese getroffen

werden.

Erhöhte Neopterinwerte können auf folgende Erkrankungen

hinweisen:

• virale Infektionen,

• Infektionen mit anderen intrazellulären Erregern,

• rheumatoide Arthritis,

• Lupus erythematodes,

• Sjögren-Syndrom,

• Sarkoidose,

• Multiple Sklerose,

• weitere Autoimmunerkrankungen,

• chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Bei malignen Tumoren steigt der Neopterin-Wert

mit der Tumorausdehnung an, sofern das Immunsystem

nicht durch zytostatische Therapien beeinträchtig

ist. Auch immunstimulierende Therapien,

wie zum Beispiel eine Misteltherapie, können zu

einem Neopterinanstieg führen.

Weitere Informationen, die das Profil HI liefern

kann

1. Differentialdiagnose bei Infektionen

Bei erhöhtem CRP kann durch die Bestimmung des

Neopterins relativ gut zwischen bakteriellen und

viralen Infektionen unterschieden werden.

2. Zusammenhang chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen induzieren eine vermehrte

Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) im Körper. Eine

von vielen Folgen dieses sogenannten nitrosativen

Stresses ist die verstärkte Bildung des Transkriptionsfaktors

NFKB, wodurch Immunzellen vermehrt

Interferon-g und proinflammatorische Zytokine

(z.B. Tumornekrosefaktor, Interleukin-1) bilden. Die

Bildung des Interferon-g wird im Profil HI über das

Neopterin erfasst, die Bildung der proinflammatorischen

Zytokine über das CRP.

3. Zusammenhang Schmerzverarbeitung

Erhöhte Neopterinspiegel führen zu einem L-Tryptophan-Mangel

und damit zu einem Serotoninmangel,

der die Schmerzverarbeitung stört.


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation 04/2010 Humorale Immundiagnostik

4. Zusammenhang Schmerzverstärkung

Inflammatorische Zytokine bewirken eine Schmerzverstärkung,

z.B. durch lokale Azidose in den entzündlichen

Geweben.

5. Lymphopenie und spezifische Immunantwort

Schmerzbedingter Stress setzt verstärkt Cortisol

frei. So kann es zu einer Lymphopenie sowie der

Suppression der spezifischen Immunabwehr kommen,

die sich im Profil HI in einem niedrigen sIL2R

zeigen kann.

6. Depression

Der durch erhöhte Neopterinwerte mögliche Serotoninmangel

kann für die bei chronischen Schmerzen

und auch anderen chronischen Erkrankungen

häufig vorkommenden Depressionen verantwortlich

sein.

So deckt das Profil HI den ursächlichen Zusammenhang

auf zwischen einer pathologischen Aktivierung

des Immunsystems und chronischen Schmerzen

sowie den oft korrelierenden Depressionen

und eröffnet neue Therapiemöglichkeiten.

Anforderung und notwendiges Material

Das Profil kann auf den biovis-Anforderungsbögen

als Nummer D240 gewählt werden. Sollte diese

Nummer auf Ihren Bögen (ältere Auflage) nicht

aufgeführt sein, reicht dort eine handschriftliche

Anforderung „Profil Humorale Immunaktivität“

im Raum für individuelle Anforderungen.

Material:

Für das Profil HI werden zwei gefüllte Serumröhrchen

benötigt, die unbedingt direkt nach der Blutentnahme

lichtgeschützt verpackt werden sollten,

zum Beispiel durch Umwickeln mit Alufolie.

Weitere Untersuchungen

Bei bestimmten Indikationen kann es angezeigt sein, neben dem Profil HI bestimmte ergänzende

Untersuchungen anzufordern:

Indikation

Maligne Tumore nach Zytostase

Maligne Tumore im fortgeschrittenen

Stadium

Rheumatoide Arthritis

Reaktive Arthritis

Morbus Bechterew

Chronische Borreliose

Reizdarm

Chronisch entzündliche

Darmerkrankungen

Allergien

Neurodermatitis

Zusätzliche sinnvolle

Untersuchungen

Zellulärer Immunstatus

Zellulärer Immunstatus, NK-

Zell-Aktivität

CCP-AK, RF, ANA, IL-1, TNF

Yersinien-AK, Chlamydien-AK,

Borrelien-AK, HLA-B27

HLA B27, IL-1, TNF

CD3-CD57+NK-Zellen, Borrelien-

Elispot, Borrelien-AK

spez. IgE und IgG4-AK

Calprotectin, spez.IgE

und IgG4-AK

ECP, spez. IgE und IgG4-AK, Lymphozytentransformationsteste

ECP, spez. IgE und IgG4-AK, Lymphozytentransformationsteste

Bitte zusätzlich notwendiges

Material einsenden

2 x EDTA

2 x EDTA, 4 x Heparin

Serum, 2 x Serum gefroren

2 x Serum, 2 x EDTA

2 x EDTA, 2 x Serum gefroren

1 x Serum, 3 x Heparin, 2 x EDTA

2 x Serum

2 x Serum, 1 x Stuhl

1 x Serum (sofort abzentrifugieren!)

2 x Serum, 4 x Heparin

1 x Serum (sofort abzentrifugieren!)

2 x Serum, 4 x Heparin

Haben Sie noch Fragen? Rufen Sie uns an!

Wir geben Ihnen gerne Auskunft.

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2 65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0 Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de


Fachinformation 2/2009

Chronischer Stress und seine Folgen

bio vis’

DIAGNOSTIK

Chronischer Stress

und seine Folgen

Ein brandaktuelles Thema

in der modernen Praxis

www.biovis.de


2

3

Was ist Stress und wer hat Stress?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir leben in einer gestressten Zeit. Die Anforderungen steigen,

Multitasking ist an der Tagesordnung und selbst unsere

Freizeit ist mit Stress angefüllt. Jeder, der keinen Stress hat,

gilt schon fast als „out“. Doch Stress ist mehr als eine Modeerscheinung,

er ist ein ernst zu nehmendes medizinisches

Problem. Wenn er über längere Zeit anhält, kann er zur völligen

Erschöpfung eines Menschen führen und ihn in tiefe

Krisen stürzen – physisch wie psychisch bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.

Laut Unfallverhütungsbericht der Bundesregierung erleben

50 % aller Beschäftigten einen permanenten Zeit- und

Leistungsdruck, 30 % bezeichnen dies als arbeitsbedingten

Stress, 20 % arbeiten sogar an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Noch viel schlimmer sind die Auswirkungen: Nur ein

Drittel aller Erwerbstätigen leidet nicht unter arbeitsbedingten

somatischen, psychosomatischen und psychischen Beschwerden.

Denn durch eine Dauerausschüttung von Stresshormonen

und Neurotransmittern bei chronischem Stress steuert der

Körper langsam aber sicher auf einen Erschöpfungszustand

hin – ein Burn-out- oder ein Chronique-Fatique-Syndrom.

Wie sich ein derartiges Geschehen bei Ihren Patienten manifestiert,

wie Sie es einfach und schnell diagnostizieren können

sowie erste Therapiehinweise finden Sie in dieser kleinen

Broschüre übersichtlich zusammengefasst. Wenn Sie darüber

hinaus Fragen haben, rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne

weiter.

Stress kann verstanden werden als ein Missverhältnis zwischen den Anforderungen,

die an einen Betroffenen gestellt werden, und seinen individuellen Ausgleichsmöglichkeiten,

wie positives Erleben, Selbstbestätigung, Entspannung und

Ähnliches. Kommt es hier zu einer Schieflage, gerät der Betroffene unter „Druck“

– Er empfindet Stress. Dabei können unterschiedliche Ursachen eine solche Schieflage

entstehen lassen: Existenzängste, Partnerschafts- oder Familienprobleme, bei

Jugendlichen Schwierigkeiten in der Schule oder bei Erwachsenen Konflikte bei der

Arbeit. Generell kann ein hohes Maß an Fremdbestimmung ebenso Stress erzeugen

wie physische Ursachen in Form von andauernden Schmerzen oder Traumata.

Reichen bei solchen Belastungssituationen die erlernten Stress-Schutzmechanismen

des Betroffenen nicht aus, entsteht akuter Stress. Besteht dieses Missverhältnis

über einen längeren Zeitraum, entwickelt sich chronischer Stress. Und der führt

früher oder später zu Krankheitssymptomen – eine psychische und physische Erschöpfung,

ein Burn-out-Syndrom oder ein CFS (Chronique-Fatique-Syndrom).

Besonders gefährdet sind Personen mit Mehrfachbelastungen, häufig Frauen mit

Familie und Job, aber auch Männer im „besten Alter“, die die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit

nicht erkennen, außerdem Menschen, die sich sehr ausgeliefert

fühlen oder deren tägliche Arbeit redundant ist und ihnen wenig Entscheidungsgewalt

gewährt, und nicht zuletzt die „Perfektionisten“, denen 100 % nie gut

genug ist.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr

Burkhard Schütz

biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen


4 5

Die Stressantwort des Körpers

Stress setzt im Körper die sogenannte Neuroendokrine Funktionsachse in Gang.

Sie besteht aus

• der ultraschnellen, adrenergen Stress-Antwort, die innerhalb von Sekunden

nach dem Stressimpuls zu einer Katecholaminfreisetzung führt, und

• der verzögerten, endokrinen Antwort, bei der durch das aus dem Locus caeruleus

gebildete Noradrenalin das Corticotropin-releasing-Hormon (CRH) im Hypothalamus

freigesetzt wird. Das setzt wiederum das Adrenocorticotrope Hormon

(ACTH) aus dem Hypophysenvorderlappen frei und bewirkt binnen weniger

Minuten die Sekretion von Cortisol aus den Nebennierenrinden.

Der wichtigste Faktor: Cortisol

Cortisol ist unser wichtigstes Stresshormon. Es wird aus Cholesterin gebildet und

führt im Organismus zu Reaktionen, die eine Bewältigung der Stress-Situation ermöglichen

sollen. Dafür lässt es den Blutdruck, den Blutzucker und den Triglyceridgehalt

im Blut ansteigen und stellt somit schnell eine große Energiemenge zur

Verfügung. Der betroffene Mensch könnte sich damit aus seiner Stress-Situation

retten – durch Kampf oder Flucht, wie es in seiner „tierischen“ Vergangenheit erforderlich

war. Auch die Schmerzhemmung und die mentale Aktivierung, die das

Cortisol erzeugt, waren in diesem Zusammenhang richtig und wichtig.

Heute ist das alles nicht mehr sinnvoll, denn nur selten ist es möglich, moderne

Stress-Situationen durch Weglaufen oder eine körperliche Verteidigung zu lösen.

Daher belastet diese Cortisolwirkung den Körper, denn er kann das plötzlich hohe

Energieangebot nicht für körperliche Betätigung nutzen, sondern muss es anders

verarbeiten, zum Beispiel durch eine höhere Insulinausschüttung. Hinzu kommen

noch weitere Wirkungen des Stresshormons. Zum Beispiel vermindert Cortisol die

Durchblutung von Haut und Darm, denn für die Kampf- oder Fluchtbereitschaft

wird die Blutversorgung in Gehirn, Herz und Muskeln dringender gebraucht.

Kommt es nicht nur zu einer einzelnen Stress-Situation sondern zu Dauerstress,

dann wird immer wieder Cortisol ausgeschüttet und die beschriebenen körperlichen

Reaktionen laufen ständig ab. Der Körper kompensiert die hohen Cortisolgehalte

zwar etwas, das heißt, seine Reaktionen werden geringer, aber dennoch belastet

ein dauerhaft hoher Blutdruck die Organe, ebenso ein erhöhter Blutzucker.

Aufgrund der Minderdurchblutung des Darmes sind Verdauungsstörungen vorprogrammiert.

Obendrein hemmt Cortisol die zelluläre Immunantwort: Sowohl die

Natürlichen Killerzellen als auch die T-Helferzellen werden supprimiert. Das macht

Menschen im Stress anfällig für Infekte und leistet einer Tumorprogression Vorschub.

Bleibt chronischer Stress über einen sehr langen Zeitraum erhalten, erschöpft sich

die Stresshormonproduktion in der Nebennierenrinde: Der Betroffene ist müde,

antriebslos, hat vielerlei körperliche Beschwerden und jede wie auch immer geartete

Aufgabe stellt für ihn eine übergroße Anstrengung dar.

Die Diagnostik: Cortisol im Speichel

Durch einfache Speicheltests können Sie feststellen, wie die Stressbelastung

bei Ihren Patienten aussieht. Dafür sollte ein Cortisol-Tagesprofil

(morgens, mittags und abends je eine Speichelprobe) durchgeführt werden.

Der Normalverlauf eines Cortisol-Tagesprofils zeigt ein Maximum am

Morgen, etwa ein bis zwei Stunden nach dem Aufwachen. Danach sinken

die Werte im Tagesverlauf kontinuierlich ab, um am frühen Nachmittag

nochmals eine kleine Höhe und am Abend den Tiefststand zu erreichen.

Kommt es zu einer akuten Stress-Situation, steigen die Cortsolspiegel

vorübergehend an. Davon können im Tagesprofil ein, zwei oder alle drei

Messwerte betroffen sein.

Bei lang andauernder, chronischer Stresseinwirkung kommt es nach einer

Phase generell erhöhter Cortisolspiegel zu einem Absinken der Speichel-

Hormonkonzentration. Zu Beginn zeigen sich oft nur verminderte Werte

am Morgen, später fallen auch die anderen Cortisolwerte unter die

Norm. Verminderte Cortisolspiegel sind charakteristisch für Patienten

mit einem Burn-out- oder Chronic-Fatique-Syndrom.

Die Gegenspieler des Cortisols

Wichtige Gegenspieler (Antagonisten) des Cortisols sind Dehydroepiandrosteron

(DHEA) und Melatonin.

DHEA wird, ebenso wie das Cortisol, von ACTH reguliert und in der Nebennierenrinde

gebildet. Es wirkt positiv auf die Blutfettwerte, indem es das LDL-Cholesterin

senkt und das HDL-Cholesterin steigert. Weiterhin verbessert es die Immunlage

durch eine Stimulation der zellulären Immunantwort, wirkt antientzündlich und

steigert die Insulinsensitivität.

Bei chronischem Stress wird die DHEA-Bildung – ebenso wie die des Cortisols –

zuerst gesteigert, um später im weiteren Verlauf unter den Sollbereich abzufallen.

Allerdings findet sich beim DHEA auch eine ganz normale Altersabhängigkeit der

biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen


6 7

Produktion. Zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr sind beim Menschen die höchsten

Syntheseraten zu messen, im weiteren Verlauf des Lebens sinkt die Fähigkeit

der Nebennierenrinde zur DHEA-Produktion kontinuierlich ab. Aus diesem Grund

kann es im Alter zu einer erhöhten Stressempfindlichkeit kommen, da der Cortisol-Gegenspieler

fehlt, Cortisol aber unvermindert weiter gebildet wird.

Melatonin ist der andere Cortisol-Antagonist, der bei Stress vermehrt aus der Epiphyse

ausgeschüttet wird. Melatonin stimuliert das Immunsystem, hat tumorhemmende

Effekte und wirkt dem Cortisol auch durch eine Blutdrucksenkung entgegen.

Daneben ist es sehr wichtig für einen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Melatonin entsteht ausschließlich durch die Umsetzung von Serotonin, einem

wichtigen Neurotransmitter, der in Diagnostik und Therapie von chronischem

Stress, Burn-out-Syndrom und einigen anderen Erkrankungen eine zentrale Rolle

spielt (s. u.). Liegt Serotonin im Mangel vor, dann fehlt dem Körper zwangsläufig

auch Melatonin.

Die Diagnostik: Melatonin im Speichel

Zur Bestimmung des Melatonins wird eine Speichelprobe benötigt ( 2 Uhr

nachts). Darin kann das Melatonin bestimmt werden, das Rückschlüsse

auf die nächtliche Produktion des Cortisol-Antagonisten zulässt. Insbesondere

wenn ein Patient über Schlafstörungen klagt, kann die Bestimmung

von Melatonin für Klarheit sorgen.

Katecholamine werden, anders als das Cortisol, vom Körper sehr schnell wieder

abgebaut, ihre Halbwertszeit liegt bei wenigen Minuten.

GABA, g-Aminobuttersäure, ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im

Zentralnervensystem. Er wirkt den erregenden Katecholaminen entgegen und

dämpft ebenso die endokrine Stressantwort. GABA stabilisiert den Blutdruck, reguliert

den Appetit, wirkt angstlösend und schlaffördernd. Sie wird aus Glutaminsäure

synthetisiert, einer nicht essenziellen Aminosäure, die ihrerseits als erregender

Neurotransmitter im Zentralnervensystem fungiert und auch als Gegenspieler

der GABA zu betrachten ist. Glutaminsäure wirkt fördernd auf Motorik, Lernen

und Merkfähigkeit.

Die Diagnostik: Katecholamine, GABA und Glutamat im Urin

Für die Diagnostik dieser Botenstoffe wird der zweite Morgenurin

benötigt.

Unter Stress sind die Katecholamin-Werte erhöht. Hat der Patient bereits

ein Burn-out-Syndrom oder CFS, so liegen die Messergebnisse oft unter

dem Normalniveau, da sich sowohl die Nebenniere als auch die Neurone

über die lange Stressdauer bei der Produktion der Botenstoffe erschöpft

haben.

Weitere stressrelevante Botenstoffe:

Katecholamine, GABA und Glutamat

Die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin werden bei der ultraschnellen

Stressantwort binnen Sekunden freigesetzt.

Adrenalin, gebildet im Nebennierenmark, bewirkt einen Anstieg der Pulsfrequenz,

des Herzminutenvolumens (HMV), des Blutdrucks und der mentalen Aktivität.

Gleichzeitig hemmt es die zelluläre Immunaktivität.

Auch Noradrenalin, aus dem Locus caeruleus im Mittelhirn und den Nebennieren

freigesetzt, lässt den Blutdruck steigen, fördert Leistungsbereitschaft, Konzentration,

Motivation und Motorik und hemmt ebenso die zelluläre Immunantwort.

Dopamin schließlich kommt auch aus dem Nebennierenmark und ist ein wichtiger

anregender Neurotransmitter. Es wirkt ähnlich dem Noradrenalin positiv auf Motorik,

Konzentration, Antrieb, Motivation und kognitive Leistungsbereitschaft.

Alle Katecholamine entstehen aus der Vorstufe Tyrosin, einer nicht essenziellen,

proteinogenen Aminosäure, die wiederum aus der essenziellen Aminosäure Phenylalanin

gebildet wird. Liegt Phenylalanin im Mangel vor, muss auch Tyrosin über

die Nahrung aufgenommen werden.

Serotonin – Neurotransmitter mit zentraler Bedeutung

bei chronischem Stress

Serotonin ist ein wichtiger hemmender Neurotransmitter, doch damit ist seiner

Bedeutung noch lange nicht Genüge getan. Serotonin ist auch die Vorstufe für

Melatonin, dem Gegenspieler des Cortisols, und es spielt bei vielen anderen Erkrankungen

eine zentrale Rolle.

Serotonin wird zu 95 % in der Darmschleimhaut gebildet. Weitere Produktionsorte

sind das Zentralnervensystem, die Leber und die Milz. Ausgangsstoff für die Serotoninsynthese

ist die Aminosäure Tryptophan, die unter Einfluss von Vitamin B 6

und Magnesium über das Zwischenprodukt 5-Hydroxy-Tryptophan (5-HTP) zu

Serotonin umgebaut wird.

Serotonin wirkt blutdruckregulierend, regt die Peristaltik des Darms an und

steuert dort in erheblichem Ausmaß die Permeabilität der Schleimhaut und damit

die Resorption von Nährstoffen. Im Nervensystem wirkt Serotonin entspan-

biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen


8 9

Serotoninmangel ...

Leber / Magrophagen

5 - 90%

Tryptophan

g-Interferon

bis 95%

IDO Indolamin-

2,3-Dioxigenase

Kynurenin

Nicotinsäure

Vitamin B3

NAD / NADH

NK-Zellhemmung

T-Zellhemmung

Apoptose

aktivierter T-Zellen

Tryptophan-

Hydroxylase

Tetrahydobiopterin O 2

Folsäure

Dihydrobiopterin H 2 O

Picolinat

nend, stimmungsaufhellend, schlafregulierend, angstlösend, antidepressiv und

hat positiven Einfluss auf die Lern- und Merkfähigkeit sowie auf andere kognitive

Leistungen. Weiterhin ist die Steuerung unseres Appetits von Serotonin abhängig:

Hohe Serotoninspiegel fördern das Sättigungsgefühl, wohingegen ein Serotoninmangel

mit Heißhunger bis hin zu Ess-Störungen einhergehen kann. Andere

Erkrankungen, die mit einem zu niedrigen Serotoninspiegel korrelieren, sind zum

Beispiel Adipositas, Depressionen, Ängstlichkeit, Schlafstörungen und Migräne.

Stress greift in die Produktion von Serotonin ein. Bei akutem Stress kann der Serotoninspiegel

kurzfristig ansteigen. Hält der Stress an oder wird er chronisch, dann

sinkt die vorhandene Serotoninmenge aus zwei Gründen: Erstens wird Serotonin

stärker verbraucht, zweitens wird es immer weniger gebildet. Denn durch Stress

kommt es im Körper verstärkt zur Bildung proinflammatorischer Zytokine, wie

IL-6, TNF-a und INF-g. Vor allem Letzteres wirkt fördernd auf das Enzym Indolamin-2,3-Dioxygenase

(IDO), welches die Umsetzung von Tryptophan in Kynurenin

katalysiert, eine nicht-proteinogene Aminosäure, die zur Hemmung der zellulären

Immunantwort führt. Diese Umsetzung kann mehr als 95 % des vorhandenen

Tryptophans verbrauchen. Für eine Serotoninsynthese bleiben dann weniger als

5 % übrig. Ein Mangel ist vorprogrammiert. Allerdings sollte an dieser Stelle als

mögliche Ursache für eine erhöhte Zytokinproduktion nicht nur chronischer Stress

genannt werden. Auch länger bestehende Entzündungsherde im Körper können

über diesen Weg einen Serotoninmangel auslösen, zum Beispiel eine Parodontitis,

chronische Virusinfekte, Autoimmunerkrankungen, Darmentzündungen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

und nicht zuletzt ein metabolisches Syndrom

oder eine zentrale Adipositas, denn das Fettgewebe des Bauches (genauer: die

intraabdominellen Adipozyten) ist ebenfalls ein Lieferant von erheblichen Mengen

proinflammatorischer Zytokine.

1 - 10%

5-HTP

5-Hydroxytryptophan

DOPA-

Decarboxylase

>90%

Vitamin B 6

CO2

ZNS / Intestinum / Blutplättchen

Serotonin

5-HAT-5-Hydroxytryptamin

N-Acetyl-Transferase

N-Acetylserotonin

HIOMT-Hydroxyinolol-

SAMe

O-Methyltransferase

Melatonin

Mit der Diagnose eines Serotoninmangels können Sie bei Ihren Patienten eine Ursache

für vielfältige Fehlsteuerungen oder Krankheitssymptome aufzeigen – und

sie einer gezielten Therapie zuführen.

Die Serotonin-Diagnostik:

Bisher war es schwierig, zuverlässige Serotoninspiegel zu bestimmen, da

die Stabilität des Serotonins im Blutserum sehr gering ist. Höchstens anderthalb

Tage betrug die Haltbarkeit der Probe (zentrifugiertes Serum).

Gerechnet mit einem üblichen Probenversand, stellte dies ein erhebliches

Problem dar.

Seratonin kann jedoch zuverlassig in einer stabilisierten Urinprobe untersucht

werden. Verwendet wird hierzu der zweite Morgenurin, bitte

fordern Sie bei biovis ein spezielles Urinröhrchen an.

biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen


10 11

Differentialdiagnosen bei Erschöpfungssymptomen,

Burn-out-Syndrom oder CFS

Stress-Diagnostik im Überblick

Chronischer Stress kann zu einer Vielzahl von Erschöpfungssymptomen führen. Da

diese aber auch andere Ursachen haben können, ist eine gründliche Differentialdiagnose

wichtig: Hypothyreose, Anämie, Mitochondriopathie, Mineral- oder Vitalstoffdefizite

– dies sind nur einige mögliche Beispiel für solche Ursachen, die

sicher ausgeschlossen werden sollten, bevor man mit einer Stresstherapie beginnen

kann.

Cortisol und DHEA(S)

Cortisol-Tagesprofil (Testset für drei Speichelproben)

Entnahmezeiten: 8.00 Uhr, 14.00 Uhr und 20.00 Uhr

Evtl. ergänzt durch:

DHEA(S)-Bestimmungen in den Speichelproben von

8.00 Uhr und 20.00 Uhr

Diagnostik zur Differentialdiagnose

und Beurteilung von Stressfolgen

Großes Blutbild, Blutzucker, Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride, hsCRP,

Homocystein, TSH, evtl. FT 4 /FT 3 , Coenzym Q 10 , Zink, Selen, Citrullin u. a.

Gerne berät Sie biovis, welche weiteren Untersuchungen in speziellen

Fällen wichtig und empfehlenswert sind. Rufen Sie uns an!

Katecholamine / Serotonin / GABA / Glutaminsäure

Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin (zweiter Morgenurin)

Evt. ergänzt durch GABA, Glutaminsäure

biovis bietet hierzu eine Urindiagnostik an bei der aus einer stabilisierten

Urinprobe alle genannten Parameter bestimmt werden können. Im stabilisierten

Urin sind die Substanzen mehrere Tage haltbar.

Vorläufer / Cofaktoren: Katecholamine

Aminosäuren: Phenylalanin, Tyrosin (EDTA-Blut),

Vitamine: B 6 , Folsäure (EDTA-Blut), B 12 (Serum),

C (Heparin, lichtgeschützt),

Mineralien: Calcium, Eisen und Kupfer (EDTA-Blut, Heparin)

Serotonin / Tryptophan / Kynurenin

Vorläufer / Cofaktoren: Serotonin

Vitamine: B 6 , Folsäure (EDTA-Blut),

Mineralien: Magnesium (EDTA-Blut, Heparin)

Tryptophan und Kynurenin

Tryptophan und Kynurenin als parrameter des Kynurenin-Stoffwechsel

können im EDTA-Blut oder besser-plasma bestimmt werden.

Und zum guten Schluss: Hinweise zur Stress-Therapie

Zeigen sich Hinweise auf eine chronische Stressbelastung oder liegt gar ein Burnout-Syndrom

oder CFS vor, muss mit dem Patienten nach Stressursachen geforscht

und diese weitgehend ausgeschaltet werden. Da das nicht immer möglich

ist, sollte er parallel dazu angeregt werden, passende Entspannungstechniken und

Schutzmechanismen zu erlernen, die sein Stressempfinden herabsetzen.

Weiterhin sollten dem Patienten wichtige Aminosäuren in ausreichender Menge

zugeführt werden. Bei einem Mangel an Katecholaminen muss Phenylalanin und /

oder Tyrosin zusammen mit für die Synthese wichtigen Cofaktoren (Folsäure, Calcium,

Eisen, Kupfer und die Vitamine C, B 6 und B 12 ) gegeben werden. Ist Serotonin

vermindert, wird eine Gabe von Tryptophan, Vitamin B 6 und Magnesium empfohlen.

Parallel dazu ist auf eine gesunde Ernährung hinzuweisen insbesondere mit

genügend gesunden Fetten (wichtig für die Cortisol- und die DHEA-Synthese), Lecithin

und B-Vitaminen. Denn durch die Einnahme einzelner oder auch komplexer

Mikronährstoff-Präparate ist eine gesunde Ernährung nicht zu ersetzen.

biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen biovis Fachinformation 2 Chronischer Stress und seine Folgen


12

bio vis’

DIAGNOSTIK

Diagnostik mit System

biovis Diagnostik GmbH

Konrad-Adenauer-Straße 17

55218 Ingelheim

Standort Limburg:

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de

biovis Fachinformation 2

Chronischer Stress und seine Folgen

www.biovis.de


Fachinformation 2 /2013

Melatonin- Das Schlafhormon

bio vis’

DIAGNOSTIK

Melatonin - ein Schlüssel

zum Behandlungserfolg

Schlafstörungen, Burnout, Jetleg

und vieles mehr

www.biovis.de


Melatonin

Melatonin, ein Hormon das es in sich hat.

Melatonin wird meist als Schlafhormon bezeichnet,

denn seine körpereigene Bildung ist klar mit einem

gesunden Schlafrhythmus verbunden. Doch seine Bedeutung

geht deutlich über die Wirkung beim Ein- und

Durchschlafen hinaus: Auch die „innere Uhr“ des Menschen

stellt sich mithilfe von Melatonin ein und wissenschaftliche

Untersuchungen der letzen Jahren zeigen,

dass Melatonin darüber hinaus tief in den Stoffwechsel

vieler Organe eingreift

3D-Strukturformel Melatonin


4 5

Dunkelheit bringt Melatonin

Melatonin wird vor allem in der Epiphyse (Zirbeldrüse, eine Struktur im Gehirn)

Das belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass in den Zellen von Herz, Leber, Milz,

Nieren, Thymus, Netzhaut und auch in Immunzellen Rezeptoren (Bindungsstellen)

für Melatonin gefunden wurden, über die es an diesen Organen eine Wirkung

entfalten kann. Auch gibt es andere Hormone, die in ihrer Bildung von Melatonin

gebildet. Auslösend für seine Freisetzung ist Dunkelheit. Je weniger Tageslicht

ins Auge fällt, desto mehr Melatonin wird aus der Epiphyse abgegeben. In der

Nacht ist daher der Melatonin-Spiegel am höchsten, er kann bis zu zehnmal höher

liegen als am Tag.

abhängig sind, zum Beispiel das Wachstumshormon Somatotropin, das die Regeneration

des Körpers in der Nacht unterstützt. Weiterhin beeinflusst Melatonin

Entzündungen im Körper günstig und nicht zuletzt ist es ein unersetzbarer

150

Schutz gegen oxidativen Stress: Es ist deutlich effektiver beim Entschärfen von

aggressiven und für die Körperzellen schädlichen Radikalen (bes. Peroxid- und

Hydroxylradikal) als andere Schutzstoffe, wie Glutathion oder Vitamine! – Viele

gute Gründe, die dafür sprechen, den Melatonin-Spiegel von Patienten immer im

Blick zu behalten.

Serum Melatonin (pg/ml)

100

50

37

39

40

45

0

08 12 16 20 24 04 08

Abb. 1: Melatoninausschüttung

im Tagesverlauf

Melatonin ist an den Vorgängen des Einschlafens beteiligt. Wird es dämmrig und

schließlich dunkel, dann steigt der Melatonin-Gehalt im Blut und der Mensch

wird müde. Steigt die Ausschüttung jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht

ausreichend an, dann kommt der Tages- und Schlafrhythmus des Menschen

durcheinander. Er kann dann schlechter einschlafen am Abend, hat zu wenig erholsamen

Tiefschlaf oder wacht nachts auf und findet nicht wieder in den Schlaf.

So kommt es schnell dazu, dass der Betroffene am Tage müde, angespannt und

unkonzentriert ist.

biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon


6 7

Die Gründe für eine mangelhafte Melatonin-Freisetzung

sind vielfältig:

Lebensalter:

Die Bildung von Melatonin sinkt mit zunehmendem Alter ab. Bereits im Alter

von 40 Jahren produziert der Mensch nur noch 60 % der Melatonin-Menge eines

Jugendlichen. So steckt hinter Schlafstörungen im Alter häufig ein zu geringer

Melatonin-Spiegel.

140

Melatoninhöchstwerte

in früher Kindheit

Licht generell:

Zu wenig Tageslicht bzw. ausschließlich künstliches Licht während des Tages kann

ebenfalls zu Störungen bei der Melatonin-Abgabe der Zirbeldrüse führen. [ZE]

Echtes Tageslicht am Tag hilft gegen Schlafstörungen in der Nacht

120

120

Rückgang der Melatoninwerte

in der Pubertät

Untersuchungen zeigen, dass schon die Nutzung von Tageslichtlampen in

den Räumen von Altenheimen die Schlafprobleme vieler Bewohner schlagartig

bessern kann.

Melatonin (pg/ml)

80

60

40

20

0

Neugeborene produzieren

minimal Melatonin

Weiter Rückgang der Melatoninwerte

im mittleren Lebensalter

10 20 30 40 50 60 70

Alter in Jahre

Spätes Licht:

Lichtreize am Abend oder in der Nacht können die Melatonin-Abgabe beeinflussen.

Generell sollte im Schlafzimmer Licht, auch schwaches, möglichst vermieden

werden. Besonders blau-grünes Licht (460-480 nm Wellenlänge) verhindert

die Ausschüttung des Schlafhormons. Bildschirme senden einen hohen Anteil

von diesem Licht aus. Computerarbeit am Abend greift also besonders ungünstig

in das Melatonin-Geschehen ein.

Ältere Menschen produzieren

kaum noch Melatonin

Abb. 2: Melatoninausschüttung

in einzelnen Lebensabschnitten

Zeitumstellung:

Nach Langstreckenflügen über Zeitzonen hinweg kommt es zum berüchtigten

Jetlag. Diese Beschwerden rühren von der „innere Uhr“ her, die zunächst auf den

Tagesrhythmus der verlassenen Zeitzone eingestellt bleibt. Über mehrere Tage

hinweg reguliert sich die Melatonin-Freisetzung im Gehirn nach dem Flug langsam

neu.

Schichtarbeit:

Wer in (womöglich wechselnden) Schichten arbeitet, der kämpft immer mit seiner

„inneren Uhr“. Dies berührt natürlich auch die Melatonin-Abgabe und bringt

dessen natürliche Rhythmik aus dem Tritt.

Koffein:

Koffein aus Kaffee, Tee oder anderen Getränken, regt nicht nur den Kreislauf an,

sondern senkt außerdem den Melatonin-Spiegel im Blut. Auf diese Weise wird

das Einschlafen nach Kaffee zusätzlich erschwert.

biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon


8

9

Wenn der Tagesrhythmus hinkt

Schlechten Schlaf kann niemand brauchen

Ein Jetlag ist unangenehm – und kann gerade im beruflichen Alltag zu echten

Nachteilen führen: Wer im Job hin- und herjetten muss, dessen Konzentration

kann bei wichtigen Meetings und Verhandlungen schon manchmal ein paar Tage

lang arg getrübt sein. Doch gesundheitliche Langzeitfolgen hat dieser Jetlag

nicht – ausgenommen bei Beschäftigten in Flugzeugen mit häufigen Fernreisen.

Sie reagieren ähnlich wie Arbeitnehmer, die über Jahre hinweg unter Bedingungen

arbeiten, die den natürlichen Tagesrhythmus außer Kraft setzen: Untersuchungen

haben gezeigt, dass solche Schichtarbeiter ein deutlich erhöhtes

Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Gleiches gilt natürlich für alle Menschen,

die aus anderen Gründen über längere Zeit hinweg unter einer Störung ihrer

inneren Uhr leiden. Bei allen diesen Personengruppen ist eine Überprüfung des

Melatonin-Rhythmus hilfreich, um eine gezielte, gesundheitsfördernde Therapie

mit dem „Schlafhormon“ einleiten zu können.

Schlaf ist für einen gesunden Körper von ungeheurer Bedeutung. Wer unter

Schlafstörungen leidet, der fühlt sich wie zerschlagen, ist unkonzentriert, macht

Fehler und fährt schnell aus der Haut. Langfristig greift der Mangel nächtlicher

Erholung die Gesundheit an: Herz-Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Bluthochdruck

können auftreten, das Immunsystem kann geschwächt werden und

natürlich sinkt die Leistungsfähigkeit allgemein stark ab. Auch viele Burnout-Patienten

klagen darüber, dass ihr schlechter Schlaf ihre Symptome mit ausgelöst

hat und ihre aktuellen Regenerationsanstrengungen untergräbt.

Hinzu kommt die fehlende körperliche Erholung, die die regelmäßigen Tiefschlafphasen

in der Nacht dem Menschen eigentlich bringen sollen. Denn in diesen

von Melatonin gesteuerten Schlafphasen wird das Wachstumshormon Somatotropin

vermehrt ausgeschüttet und ermöglicht eine gesunde Regeneration der

Körperzellen. Es gilt also: Wer besser schläft, bleibt länger jung! Und dabei kann

Melatonin eine wichtige Rolle spielen.

10 % der Deutschen leiden unter starken, behandlungsbedürftigen Schlafstörungen

und tragen das Risiko vermehrt die genannten Krankheiten zu entwickeln.

Erschwerend ist der sogenannte „Teufelskreis der Schlafstörungen“:

Allein die abendliche Angst davor, wieder einmal nicht einschlafen zu können

oder allgemein schlecht zu schlafen, kann das Schlafen unmöglich machen.

Eine Bestimmung der Melatonin-Ausschüttung der Betroffenen kann helfen,

den wahren Übeltäter zu finden und durch eine angemessene Melatonin-

Therapie zu beseitigen.

Der Körper leidet bei Melatonin-Mangel

Doch es ist ja nicht nur der Tagesrhythmus und der Schlaf, der vom Melatonin

beeinflusst wird. Noch viel mehr hängt an diesem Hormon:

So ist zum Beispiel die Leber das Organ, dass Melatonin im Körper verstoffwechselt.

Dabei sind seine Abbauprodukte – genau wie das Melatonin selbst – starke

antioxidative Schutzsubstanzen gegen zerstörerische Radikale. Ist der Melatonin-Spiegel

niedrig, so baut die Leber auch nur wenig davon ab und ihr fehlen

jene Schutzstoffe. Hinzu kommt, dass Melatonin die Bildung von Enzymen „initiiert“,

deren Aufgabe es ist, Radikale in Körperzellen unschädliche zu machen.

Auch diese Enzyme liegen seltener vor, wenn nicht genug Melatonin vorliegt.

Weiterhin reguliert Melatonin Reparaturen des genetischen Materials DNA. All

diese Schutzfunktionen sind gebremst, wenn Melatonin nur in geringen Mengen

im Körper vorkommt, die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen,

wie es bei Schichtarbeitern auch gefunden wird.

Die Wirkung des Melatonins gegen Radikale ist auch bei anderen Organen wichtig:

Die Haut benötigt Melatonin als Schutz vor den Folgen von Hitze und UV-

Strahlung. Die Augen nutzen das Hormon als Hilfe gegen die schädlichen Effekte

des Lichtes, das in die Augen fällt. Ebenso schützt sich das Gehirn, das enorm

viel Sauerstoff verbraucht, mit Melatonin, denn das Hormon kann die Blut-Hirn-

biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon


10

11

Schranke überwinden und so die Nervenzellen im Kopf vor Oxidationen bewahren.

Auch das Nervensystem allgemein und das Herz können mithilfe von Melatonin

ihre Zellen vor diesen negativen Seiten des Sauerstoffes schützen.

Wer einen geringen Melatonin-Spiegel im Blut hat, der läuft also Gefahr, dass

nicht nur der gesunde Schlaf fehlt, sondern dass auch alle genannten Schutzfunktionen

des „Schlafhormons“ nicht ausreichend ablaufen und langfristig

ernste Krankheiten daraus entstehen können.

Melatonin in der Therapie von Krankheiten

Patienten mit folgenden Erkrankungen können von einer Melatonin-

Bestimmung und -Therapie profitieren:

· Reizdarm · Entzündungserkrankungen

· Burnout · CFS

· Kopfschmerzen · Nikotinentzug

· Hoher Blutdruck · Herzrhythmusstörungen

· Osteoporose · Mitochondriale Erkrankungen

· Krebs · psychische Erkrankungen

· u. v. a.

Biovis testet für Sie – einfach, sicher

und schnell

biovis testet für Sie die Melatonin-Ausschüttung ganz einfach in einer Speichelprobe.

Die Probenahme kann entweder in der Praxis oder – nach einer kurzen Einweisung

– vom Patienten zuhause durchgeführt werden. Dies ist insbesondere dann

wichtig, wenn ein Melatonin-Tagesprofil (mit nächtlicher Abnahmezeiten) erstellt

werden soll, um eventuelle Verschiebungen des Rhythmus der Ausschüttung zu

entdecken.

Ein großer Vorteil ist, dass Melatonin im Speichel sehr stabil ist und keine weitere

Bearbeitung der Probe nötig ist (kein Zentrifugieren, keine Kühlung, kein Lichtschutz

etc.). Der Patient kann seine Proben sogar selbst direkt auf dem Postweg an

biovis schicken, entsprechende Versandtaschen stellt biovis zur Verfügung.

Ihre Vorteile beim Melatonin-Speicheltest von biovis:

● einfach – die Probengewinnung erfordert keine Blutabnahme

● angenehm – für Sie und den Patienten

● sicher – Melatonin ist im Speichel sehr stabil, die Probe muss

nicht zentrifugiert oder gekühlt werden

Eine Melatonin-Bestimmung

bringt Klarheit

Wenn der Rhythmus der Melatonin-Ausschüttung im Körper nicht im natürlichen

Rahmen liegt oder seine vorliegenden Blutkonzentrationen unter den

gesundheitlich notwendigen bleiben, dann wirkt sich dies immer stark auf die

Lebensqualität und die Gesundheit der Betroffenen aus. Doch in beiden Fällen

kann den Patienten gut mit einer individuell angepassten Melatonin-Therapie

geholfen werden. Durch eine Untersuchung des Melatonins können ein Mangel

des Hormons sowie Verschiebungen in seinem Tagesrhythmus erkannt und richtig

therapiert werden

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an!

Wir beraten Sie gerne: Tel: 06431 - 212480

biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon biovis Fachinformation 2 /2013 Melatonin, das Schlafhormon


iovis’

Diagnostik MVZ GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/64 31/2 12 48-0

Fax: +49/64 31/2 12 48-66

info@biovis.de

www.biovis.de

biovis Fachinformation 1/2011

Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms

© biovis 2013


Fachinformation 1 /2013

hormone im Speichel

bio vis’

DIAGNOSTIK

Hormone im Speichel

Einfache und sichere Diagnostik und Therapie

bei Sexualhormonen, Cortisol und DHEA

www.biovis.de


Hormone im Speichel

Hormone steuern den menschlichen Körper und seine Funktionen

in jeder Sekunde des Lebens: Fortpflanzung, Wachstum,

Verdauung, Stoffwechsel, Immunsystem und noch viel

mehr wird von ihnen kontrolliert. Dabei ist die feine Abstimmung

zwischen den verschiedenen Hormonen von großer

Bedeutung. Läuft hier etwas schief und der Körper gerät in

eine Dysbalance, fühlt sich der oder die Betroffene schnell

unwohl oder gar krank, obwohl organisch oft alles in bester

Ordnung ist.

Mit einer Hormonbestimmung lässt sich dann abklären, ob

die Beschwerden von einer Fehlregulation der Hormone verursacht

werden. biovis bietet dafür eine einfache Speichelhormondiagnostik

an: schnell, patientenorientiert und sicher

lassen sich damit aktuelle Hormonspiegel und Tagesverläufe

3D-Strukturformel Cortisol

ermitteln, als Grundlage für eine individuelle Therapie.


4 5

Das Hormonsystem des Menschen

Die Steroidhormone

Das Hormonsystem des Menschen ist sehr komplex. Viele Hormone beeinflussen sich

gegenseitig, kontrollieren einander, hemmen oder verstärken sich und regeln so alle

zusammen die wunderbare Abstimmung der Körperfunktionen und deren Reaktionen

auf die Umwelt. Trotz der vielen Wechselwirkungen der Hormone untereinander

gibt es dennoch eine klare Hierarchie im Körper: An oberster Stelle steht der Hypothalamus,

ein Bereich im Gehirn. Er dirigiert die Hypophyse, auch Zirbeldrüse genannt,

die ganz nah beim ihm liegt. Zusammen wirken diese beiden Gehirnstrukturen auf

alle Gewebe des Körpers ein, die Hormone bilden und ins Blut abgeben können, die

sogenannten endokrinen Organe: die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren

und die Gonaden, also die Eierstöcke (Ovarien) bei der Frau und die Hoden

(Testis) beim Mann.

Die Steroidhormone, das ist eine Gruppe von chemisch ähnlichen Hormonen. Dazu

gehören die Sexualhormone, das Stresshormon Cortisol und sein Gegenspieler

DHEA, das gleichzeitig auch als Sexual-Prohormon wirkt. Unser Körper bildet alle

Steroidhormone über verschiedene Zwischenschritte aus Cholesterin. Schon bei

ihrer Bildung beeinflussen sich die Hormone daher gegenseitig.

Cholesterin

Durch die direkte Nachbarschaft des Nervensystems mit der wichtigsten Schaltstelle

des Hormonsystems im Gehirn lässt es sich leicht erklären, wieso unsere

Pregnenolon

17a-OH-

Pregnenolon

psychische Verfassung das Hormonsystem beeinflussen kann – und umgekehrt.

Aldosteron

Progesteron

DHEA

Dehydroepiandrosteron

1. Befehlsinstanz

Hypothalamus

Nebenschilddrüse

Cortisol

17a-Hydroxi-

Progesteron

Schilddrüse

Testosteron

Androstenedion

Pankreas

Aromatase

Östradiol

Östron

3. Befehlsinstanz

Zielgewebe, Hormondrüsen

Nebennieren

Östriol

2. Befehlsinstanz

Hypophyse

Ovar

Abb 1: Endokrine Organe sind die Schilddrüse

mit den Nebenschilddrüsen, die Bauchspeicheldrüse

(Pankreas), die Nebennieren und

die Geschlechtsdrüsen, also bei der Frau

die Eierstöcke und beim Mann die Hoden.

Hoden

Abb 2: Cholesterin ist der Ausgangsstoff für

alle Steroidhormone. Über diese Bildungskaskade

wird deutlich, dass sich alle Steroidhormone

untereinander beeinflussen. Hormondysbalancen

erfordern daher eine fein

abgestimmte Therapie mit regelmäßigen

Kontrollen.

biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone


6 7

Sexualhormone

Cortisol und DHEA

Wie der Name Sexualhormone bereits verrät, sind diese Hormone im Körper

hauptsächlich zuständig für die Ausprägung des Geschlechtes, für das Wachstum,

die Sexualität und die Schwangerschaft. Sie beeinflussen darüber hinaus noch viel

mehr im Körper, wie zum Beispiel Haut und Haare, das Skelett, das Gehirn, das Immunsystem

und sogar unser Verhalten wird von ihnen mit beeinflusst.

Zu den Sexualhormonen gehören die Östrogene (v. a. Östradiol, Östriol und Östron),

die Androgene (v.a. Testosteron) und die Gestagene (v.a. Progesteron) sowie

DHEA, das sowohl zu Östrogenen als auch zu Androgenen verstoffwechselt

werden kann. Diese Hormone werden vorwiegend in den Gonaden produziert und

auch die Nebennierenrinden bilden zusätzlich geringe Mengen davon aus.

Fettgewebe kann ein nennenswerter Produzent von Östrogenen sein. Besonders

bei dickleibigen Patienten (Adipöse) sollte daher immer auch an eine Hormondysbalance

durch diese zu hohe Östrogenbildung gedacht werden.

Alle Sexualhormone werden sowohl von Frauen als auch von Männern gebildet,

lediglich das Verhältnis der verschiedenen Hormone untereinander sowie die Ansprechbarkeit

des Körpers für die Hormone (Rezeptoren) macht aus, welchem Geschlecht

der Mensch angehört.

Schon lange sind Bestimmungen der Sexualhormone in der Medizin als Grundlage

einer Hormontherapie etabliert. Besonders in der Gynäkologie bei der Behandlung

von Zyklus- und Wechseljahrsbeschwerden oder bei der Untersuchung von ungewollter

Kinderlosigkeit haben sie einen fest angestammten Platz. Doch auch viele

andere Erkrankungen und Beschwerden können mithilfe einer guten Hormondiagnostik

erkannt und neue Therapiemöglichkeiten gefunden werden. Selbstverständlich

gehören bei Frauen unregelmäßige, verlängerte oder verkürzte Zyklen

und das weit verbreitete prämenstruelle Syndrom dazu. Genauso sollte man bei

Männern bei stark aggressivem Verhalten, Leistungsabfall und Kraftlosigkeit,

vorzeitiger Glatzenbildung, Brustwachstum und natürlich bei Prostatabeschwerden

an eine Hormonanalyse denken. Aber auch Adipositas, eine schwache Blase,

eine starke Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödemen), Hautprobleme (z. B.

Akne), psychische Beschwerden, eine zu schwache Libido, unklare Gewichtsveränderungen,

Haarausfall oder -probleme, Kopfschmerzen und Migräne sowie

eine mangelhafte Knochendichte und sogar eine starke Vergesslichkeit können

ihre Ursache in einem Ungleichgewicht der Sexualhormone haben. Eine einfache

Hormonbestimmung kann dann helfen, neue und erfolgreiche Therapiewege zu

finden.

Abb. 3: Tagesverlauf –

Cortisol-Werte im Speichel

unter Einwirkung von Stress.

30

20

Cortisol (nmol/l)

10

0

Cortisol ist eines unserer wichtigsten Stresshormone, das ausschließlich in der Nebennierenrinde

gebildet wird. Es ist dafür verantwortlich, in einer akuten Stress-

Situation bestimmte Stoffwechselvorgänge (z. B. Gluconeogenese, Lipolyse) im

Körper anzukurbeln, denn Stress verbraucht Energie und die soll auf diese Weise

freigesetzt werden.

Doch nicht nur Stress führt in unserem Körper zur Ausschüttung des Cortisols. Es

ist ein lebenswichtiges Hormon, ohne das ein Mensch nur wenige Tage überleben

würde. Untersuchungen des Cortisol bei Menschen ohne Stressbelastungen

zeigen einen regelmäßigen 24-Stunden-Rhythmus der Freisetzung des Hormones

im Körper: Sein niedrigster Stand ist gegen Mitternacht zu messen. Danach steigt

der Wert des Stresshormones langsam und kontinuierlich an, bis es in den Morgenstunden

einen hohen Wert erreicht, der uns aufwachen lässt. Etwa eine halbe

Stunde nach dem natürlichen Aufwachen ist dann der Höchstwert erreicht, der

sogenannte „Cortisol Awakening Response“, also die Cortisol-Aufwach-Antwort,

die uns fit macht für den Tag. In den Vormittagsstunden geht der Cortisolwert

dann wieder deutlich zurück und sinkt auch im weiteren Verlauf des Tages weiter

bis er um Mitternacht wieder seinen Tiefpunkt erreicht hat.

Kommt es während des Tages zu einer akuten Stress-Situation, so wird zusätzliches

Cortisol freigesetzt, was sich in einem schnellen Anstieg und nach Ende der

Situation einem folgenden Abfall der Tageskurve zeigt.

normaler Verlauf

Stress

B u r n o u t

n=218

Morgen Mittag Abend

biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone


8

9

Cortisol hat neben seinen stoffwechselanregenden Wirkungen gleichzeitig

einen dämpfenden Effekt auf das Immunsystem und bremst Entzündungsreaktionen.

Diese Körperreaktion auf das Hormon wird bei Gaben des Medikamentes

Hydrocortison therapeutisch genutzt. Darüber hinaus ist Cortisol

wichtig für den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers sowie für seinen

Eiweißstoffwechsel und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels während Hungerperioden.

Bleibt es langfristig bei diesem chronischen Stress kann ein Burn-out die Folge

für den Patienten sein. Die Nebennierenrinde ist dann aufgrund der lange andauernden

Überlastung erschöpft, sie kann die notwendigen Cortisolmengen nicht

mehr zur Verfügung stellen. Für den messbaren Tagesverlauf der Freisetzung des

Stresshormones bedeutet das eine generell zu niedrig liegende und nicht selten

völlig arrhythmische Freisetzung, die natürlich enorme Auswirkungen auf den Tagesablauf

und das Befinden des Patienten hat: Totale Erschöpfung, enorme Stressanfälligkeit,

Vergesslichkeit, Schlafprobleme und manches mehr sind dann die

unübersehbaren Auswirkungen.

DHEA ist das am häufigsten im Körper gebildete Hormon überhaupt. Es hat neben

seiner Wirkung als Sexual-Prohormon auch die Aufgabe des Cortisol-Gegenspielers.

Darüber hinaus hat es viele positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System,

scheint im Gehirn Aufgaben von Nervenbotenstoffen zu übernehmen und

schützt in allen unseren Zellen die Mitochondrien, also die zellulären „Kraftwerke“

zur Energiegewinnung. Allerdings lässt die körpereigene DHEA-Produktion im

Verlauf des Lebens deutlich nach. Daher wird ein Zusammenhang zwischen dem

Alterungsprozess und dem DHEA-Level gesehen. Außerdem kann es aufgrund des

sinkenden Spiegels des Cortisol-Gegenspielers mit fortschreitendem Alter zu einer

geringeren Stresstoleranz und einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Ein

geringer DHEA-Spiegel kann also z. B. die Beschwerden eines chronischen Stresses

und eines Burn-outs weiter verstärken und ebenso bei den Beschwerden aufgrund

von Dysbalancen der Sexualhormone oder auch bei psychischen Problemen eine

Rolle spielen.

Leidet ein Patient unter chronischem Stress, verändert sich der Tagesverlauf der

Cortisolfreisetzung massiv: Insgesamt liegt ständig deutlich mehr Cortisol vor und

zusätzliche Stress-Situationen erzeugen nur noch geringe Anstiege aus dem hohen

Level. Allerdings kommt es auf diesem hohen Niveau weiterhin zu der Rhythmik

der geringeren Cortisolwerte nachts, einem Anstieg am Morgen und einem kontinuierlichen

Abfall im Tagesverlauf, der jedoch generell deutlich höhere Werte als

normal zeigt.

DHEA wird häufig auch als „Anti-Aging-Hormon“ bezeichnet, da es einige Faktoren

des Alterns abmildern kann. Ob es allerdings tatsächlich einen lebensverlängernden

Effekt hat, ist bisher nicht sicher bewiesen. Klar ist, dass die

Wirkung von DHEA bei Frauen und Männern sehr unterschiedlich ist und dass

seine Sexual-Prohormon-Wirkung bei Frauen stärker in Richtung des Testosterons

und bei Männern in Richtung der Östrogene geht

biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone


10

11

Steroidhormone – der Speicheltest

und seine Vorzüge

Bisher erfolgten Bestimmungen der Steroidhormone für die dazugehörenden Diagnosen

als Blutuntersuchungen im Labor. Dabei musste beachtet werden, dass

die zu bestimmenden Hormone im Blut vorwiegend an Transporter-Proteine gebunden

vorliegen, die sogenannten Sexual-Hormon-Bindenden-Globuline (SHBG),

Transcortin oder auch Albumine. Denn alle Steroidhormone sind lipophile Substanzen.

Daher können sie nur zu ganz geringen Anteilen im Blut frei mit fließen. Doch

die gebundenen Hormone sind nicht aktiv, sie können ihre Funktion im Körper

nicht erfüllen, die Transporter stören dabei. Wer nun also eine Blutuntersuchung

für Steroidhormone durchführen lässt, der bestimmt die Gesamtheit aller im Blut

vorliegenden Hormone, die aktiven, freien und die inaktiven an Transporter gebundenen.

Wollte man ausschließlich die Konzentrationen der freien, aktiven Hormone

im Blut bestimmen, so müssten in einer weiteren Untersuchung die Transporter-Mengen

gemessen und diese vom Hormonwert abgezogen werden. Viel

einfacher – und genauer – ist dagegen die Bestimmung der Hormone im Speichel:

Hier liegen von Natur aus nur die freien, aktiven Hormone vor – das Bestimmen

und Berechnen irgendwelcher Transportmoleküle entfällt. Eine Untersuchung des

Speichels genügt und benötigt keine weiteren Bearbeitungen – eine echte Verbesserung

durch den Speicheltest.

Speichelprobe

Marion May

Konzentrationen im Körper unterliegen starken Schwankungen. Da ist einmal

der natürliche Menstruationszyklus der Frau, der je nach Regeltag andere Werte

ergibt. Oder die Untersuchung des Stresshormons Cortisol, das jeden Tag einen

bestimmten Rhythmus seiner Freisetzung (circadianer Rhythmus) zeigt und auf

Umwelteinflüsse reagiert, um die Körperfunktionen daran anzupassen. Um ein genaues

Bild der Hormonlage des Patienten zu bekommen und solche Rhythmen,

Schwankungen und deren mögliche Unregelmäßigkeiten zu entdecken, sind immer

mehrere Untersuchungen notwendig. Hier hat der Speicheltest klare Vorzüge.

Die Patienten können die Speichelentnahme im Alltag ganz leicht nebenbei erledigen.

Auch mehrfache Abnahmen an einem Tag zu vorgegebenen Zeiten stellen

kein Problem mehr dar. Eine Blutabnahme hingegen erfordert je Probe mindestens

einen Besuch beim Arzt und eine Venenpunktion – besonders bei Tagesprofilen

ein bei Arzt und Patient unerwünschter wie auch stark zeit-, personal- und

materialverbrauchender Aufwand. Beim Speicheltest hingegen erhält der Patient

einfach mehrere Röhrchen, die er nach vorheriger Anleitung zu den angegebenen

Zeiten füllen kann. Das ist zuhause genauso einfach und – falls gewünscht – unbemerkt

zu erledigen wie am Arbeitsplatz oder gar auf Geschäftsreisen. Problemlos

kann die Probe an jedem Ort entnommen und danach aufbewahrt werden – keine

Terminabsprachen, keine Wartezeiten, kein Aufwand. In einer Speichelprobe hingegen

sind die Hormone bei Raumtemperatur mehrere Tage haltbar. Ein einfacher

Postversand ist daher ohne Weiteres möglich, gegebenenfalls können die Proben

sogar direkt von den Patienten versendet werden – biovis stellt Ihnen hierzu gerne

weiteres Infomaterial oder Testsets für Probengewinnung und Versand zur Verfügung.

Der Speicheltest hat sogar noch mehr Vorteile: Zuallererst ist natürlich keine Blutabnahme

für die Bestimmung nötig. Die Patienten selbst können die Probe ganz

einfach „abnehmen“. Das ist bei Hormonen von sehr großer Bedeutung, denn ihre

biovis Fachinformation 1 /2013, biovis Fachinformation 1 /2013 Speichelhormone


iovis’

Diagnostik MVZ GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/64 31/2 12 48-0

Fax: +49/64 31/2 12 48-66

info@biovis.de

www.biovis.de

biovis Fachinformation 1/2011

Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms

© biovis 2013


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 04/2010

MELISA ® -Test

bei Verdacht auf Metallsensibilisierungen

MELISA®-Test

l objektiv

l reproduzierbar

l sensitiv

l spezifisch

l nicht sensibilisierend

Metallsensibilisierungen können jeden treffen, denn

Metalle sind in unserer Umwelt weit verbreitet. Besonders

starke Metall-Expositionen finden sich bei

Zahnfüllungen und -implantaten, Dentallegierungen,

Gelenkprothesen und ähnlichem, aber auch

bei Schmuck, Münzen, Kosmetikprodukten oder bestimmten

Medikamenten oder Vakzinen. Hat erst

einmal eine Sensibilisierung stattgefunden, dann

können Metalle der Hintergrund von vielfältigen Beschwerden

sein. Dabei handelt es sich generell um

nicht-IgE-vermittelte allergische Reaktionen, sondern

um sogenannte Typ-IV-Immunreaktionen, die

durch T-Gedächtniszellen (memory lymphocytes)

schließlich zu einer T-Lymphoblastenproliferation

mit Effektorzell- und Zytokinbildung führen und auf

diese Art Symptome erzeugen.

Häufigstes auslösendes Metall ist Nickel, jedoch

auch Cadmium, Gold, Palladium, Quecksilber (Amalgam)

und viele andere kommen als Auslöser einer

Metallsensibilisierung in Betracht.

Bisher wurden Metallsensibilisierungen mittels Epicutantests

diagnostiziert. Dieser Test kann jedoch

ausschließlich Kontaktallergien nachweisen, andere

Allergietypen (zum Beispiel die Typ-IV-Immunreaktionen)

können nicht sicher diagnostiziert werden.

Daher gibt es bei Epicutantests eine hohe Rate an

falsch-negativen Ergebnissen. Hinzu kommt, dass

die verwendeten Testsubstanzen beim Patienten

während des Tests sensibilisierend wirken können.

Metallsensibilisierungen können der Hintergrund

für folgende Erkrankungen sein:

Lokale Symptome:

Kontaktdermatitis, Exanthem, cutane oder

orale Läsionen

Systemische Symptome:

Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Muskelschmerzen,

depressive Verstimmungen,

Schlafstörungen, Arthralgien, Parästhesien,

Müdigkeit, „grippeähnliche“ Symptome und

Autoimmunphänomene.

Kombinationen aus diesen Symptomen sind

möglich.

Diskutiert wird weiterhin die Beteiligung

von Metallsensibilisierungen bei Multipler

Sklerose, Amyotropher Lateralsklerose,

Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS), Fibromyalgie,

Multipler Chemikalien Sensitivität (MCS) und

Autismus.

Auch der immunologische RAST-Test auf IgE-Antikörper

kann Metallsensibilisierungen nicht nachweisen,

da bei der Typ-IV-Immunreaktion keine Antikörper

beteiligt sind.


iovis DIAGNOSTIK Fachinformation 1/2010 MELISA®-Test

biovis empfiehlt daher zur zuverlässigen Diagnose

von Metallsensibilisierungen den MELISA ® -Test, einen

modifizierten Lymphozyten-Transformationstest:

Für den MELISA-Test werden aus dem Patientenblut

Lymphozyten isoliert, zusammen mit den jeweiligen

Testmetallen co-kultiviert.

Schließlich werden mit Hilfe von H 3 -markiertem

Thymidin die Zellteilungen (DNA-Synthese) einer

möglichen Lymphoblastenproliferation in der Kultur

sichtbar gemacht: Durch die Gegenüberstellung

des messbaren Einbaus von markiertem Thymidin in

die Zellen der mit den möglichen Metall-Allergenen

inkubierten Kultur und einer Leerkultur ohne Metallbehandlung

kann objektiv und reproduzierbar

(Reproduzierbarkeit 95 %) ein sogenannter Stimulationsindex

errechnet werden, der zuverlässig anzeigt,

in welchem Maß eine Proliferation stattgefunden

hat und damit eine Metallsensibilisierung vorliegt.

Zusätzlich erfolgt eine morphologische Kontrolle der

Kultur.

Indikationen MELISA ® -Test:

l Verdacht auf eine bestehende Metallsensibilisierung

bei lokaler und/oder

uncharakteristischer Symptomatik

l Nachweis/Ausschluss einer Typ-IV-Hypersensitivität

vor dem Einbringen von Zahnimplantaten,

Prothesen oder Ähnlichem

l Nachweis/Ausschluss einer Typ-IV-Immunreaktion

bei entsprechenden Unverträglichkeitssymptomen

nach dem Einbringen von

Zahnimplantaten, Prothesen o.ä.

Nach etwa 1 - 1,5 Woche erhalten Sie die Ergebnisse

mit entsprechenden Erläuterungen zugeschickt.

Die Kosten für die verschiedenen Testkombinationen

können Sie aus unserer Preisliste ersehen.

Bitte beachten Sie hierzu unsere biovis Anforderungsbögen.

Es sind auch Einzeltestungen und Testungen

auf speziell eingesandte Dentalmaterialien

möglich.

Ein MELISA ® -Test ist möglich auf:

Aluminium (Al), Beryllium (Be)

Blei (Pb), Cadmium (Cd)

CalciumtitanLegierung (CaTi), Chrom (Cr)

Cobalt (Co), Ethylquecksilber/Thiomersal (EtHg)

Gold (Au), Indium (In)

Iridium (Ir), Kupfer (Cu)

Methylmethacrylat (MMA), Methylquecksilber (MeHg)

Molybdän (Mo), Nickel (Ni)

Palladium (Pd), Phenylquecksilber (PhHg)

Platin (Pt), Quecksilberchlorid (HgCl)

Ruthenium (Ru), Silber (Ag)

Titan (Ti), Titanoxid (TiO2)

Vanadium (V), Zinn (Sn)

Zirkonoxid (ZrO2), u.a. in Kombi-, Zahnimplantatoder

individuellen Profilen.

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an! Wir geben Ihnen gerne

Auskunft.

l Nachweis/Ausschluss einer Typ-IV-Immunreaktion

gegen vorliegende Dentalwirkstoffe

bei Autoimmunerkrankungen

Benötigtes Material:

50 bis 70 ml CPDA-Vollblut (je nach Anforderungsprofil).

Bitte die Proben bei Raumtemperatur aufbewahren

und schnell versenden (24 h, Express-Postversand,

b.z.w. Probenabholung).

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de


Fachinformation 1 /2011

Leaky gut, Die erhöhte Durchlässigkeit des Darms

bio vis’

DIAGNOSTIK

„Leaky gut“

Die erhöhte Durchlässigkeit

des Darms – Ursachen und Folgen

Gesund oder krank?

Die Entscheidung fällt oft im Darm

www.biovis.de


Intestinale Permeabilität

Viele Erkrankungen lassen sich

auf eine erhöhte Darmdurchlässigkeit

(intestinale Permeabilität) zurückführen.

Nicht nur Darmerkrankungen sondern

auch Allergien oder Autoimmunerkrankungen

wie Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose,

rheumatoide Arthritis und anderes mehr

können die Folgen sein!


4 5

Gesund oder krank?

Die Entscheidung fällt oft im Darm

„Der Tod sitzt im Darm!“ So oder so ähnlich wird Hippokrates vielfach zitiert. Tatsache

ist, dass diese harsche Aussage inzwischen von der modernen Medizin Unterstützung

erhält: Es zeigt sich immer öfter, dass in einem nicht regulär funktionsfähigen

Darm viele Erkrankungen ihren Anfang nehmen können. Bemerkenswert

daran ist, dass diese Erkrankungen nicht im Darm lokalisiert sein müssen, sondern

an vielen anderen Organen ablaufen können.

Erkrankungen, die ihren Ursprung im Darm haben können:

• akute und chronische Entzündungen des Darmes

• Verdauungsstörungen

• Allergien

• Nahrungsmittelunverträglichkeiten

• Migräne

• Diabetes Typ 1

• Multiple Sklerose

• rheumatoide Arthritis

• psychische Erkrankungen

u.v.m.

Um all seine Aufgaben korrekt ausführen zu können, braucht der Darm unbedingt:

• eine intakte bakterielle Besiedelung des Darmes

(intestinale Mikroflora)

• eine ausreichende Bildung von Mucosaschleim und

• sekretorischem Immungloblin A (sIgA) sowie

• eine unversehrte intestinale Epithelzellschicht.

Die intestinale Mikroflora ist ein wichtiges Instrument, um endogene Infektionen

abzuwehren. Durch eine intensive Besiedelung der Mucosa mit „gesunden“

Keimen, macht sie es pathogenen Krankheitserregern schwer, sich an der Darmschleimhaut

anzuheften und verringert so deren Infektiösität. Weiterhin konkurrieren

die Darm-Bakterien mit potenziellen Angreifern um Nährstoffe, was letztere

an ihrer Vermehrung und Ausbreitung hindert. Diese Wirkungen der gesunden

intestinalen Bakterienbesiedelung nennt man Kolonisationsresistenz.

Der Darm hat im Körper viele Aufgaben. Dazu gehört natürlich als Erstes seine

kontrollierte und hochselektive Stoffaufnahme, die unter anderem die Nährstoffversorgung

des Körpers sicherstellt. Auch eine effektive Infektionsabwehr ist eine

sehr wichtige Funktion des Darmes, denn nirgends ist der Kontakt zwischen Körper

und Umwelt intensiver als an der Darmschleimhaut (Mucosa). Nicht zuletzt

stellt der Darm also einen wesentlichen Teil des Immunsystems dar.

biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms


6 7

Der von der Mucosa gebildete Schleim ist einerseits für die Bewegung der Nahrung

im Darm wichtig. Außerdem schützt er die Mucosa, ist wichtig für deren Integrität

und stellt damit einen Pfeiler für den Erhalt der normalen Permeabilität dar.

Schleimschicht

Apicale Fläche

Tight junction

Lumen

Andererseits verhilft er dem Nahrungsbrei zur richtigen Konsistenz für eine regu-

Basolaterale Fläche

läre Stoffaufnahme. Hinzu kommt, dass mit dem Mucosaschleim das sIgA in das

Darminnere abgegeben und darin verteilt wird. Die Bildung von Mucosa-schleim

und sIgA hängen also direkt zusammen. Das sIgA hat die wichtige Aufgabe im

Darmlumen Antigene aller Art zu binden, zum Beispiel Bakterien, Viren, große

Apicale Fläche

Proteinkomplex

Makromoleküle und anderes. Es reduziert damit deren Belastungen für die Darmschleimhaut.

Gleichzeitig hält es die Antigene auf diese Weise im Darminhalt, lässt

sie nicht an die Schleimhaut heran und bringt sie zur Ausscheidung. So kontrolliert

sIgA wirksam die Antigenbelastung des Körpers und auch die Infektionshäufigkeit.

Sie ist also ein wesentliches Instrument des Immunsystems.

Occludin

Cladin 1

E-cadherin

ZO 1

Jam 1

Catenins

Cingulin

Actin

IgA-Plasmazellen

„Homing“

Atemwege

Parazellulärer Raum

IgA

+

sekretor. Komponente

Tränendrüsen

Plasmamembran

Basolaterale Fläche

sIgA

Antigen

M-Zellen

Blutkreislauf

Speicheldrüsen

An der intestinalen Epithelschicht findet der kontrollierte (Nähr-)Stoffdurchtritt

vom Darmlumen in den Blutkreislauf statt. Das geschieht erstens durch die Zellen

Ductus

thoracicus

Milchdrüsen

selbst (transcellulär) und zweitens zwischen den Zellen hindurch (paracellulär).

Der transcelluläre Transport geschieht ohne weiteres Eingreifen der Zellen über

einfache Diffusion, über spezialisierte Rezeptoren oder durch ein Umschließen

Blut

Antigen

Lymphoblast

Mesenterial- Lymphknoten

Urogenitaltrakt

der Stoffe durch ein Einstülpen der Zellmembran (Endocytose). Der paracelluläre

Durchtritt durch die einlagige Epithelschicht geschieht hingegen an sogenannten

“tight-junctions“. Das sind Teile eines Proteinnetzes, das die Zellen umspannt und

ihre Zwischenräume mehr oder weniger gut abdichtet. An bestimmten Stellen,

eben jenen „tight-junctions“, lässt das Netz einen kontrollierten Durchtritt von

Flüssigkeit und gelösten oder kolloiden Stoffen zu.

biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms


8

Die Ursachen für eine erhöhte intestinale Permeabilität

Fehlt es an einem oder gar mehreren der oben genannten Voraussetzungen für

einen gesunden Darm, dann beginnen sehr schnell gesundheitliche Probleme. Ist

die intestinale Mikroflora nicht in Ordnung, können sich zum Beispiel Pathogene

besser ausbreiten und Infektionen hervorrufen. Liegt nicht genügend sIgA vor, erhöht

sich die Antigenbelastung für „nachgeschaltete“ Anteile des Immunsystems

im Körper. Erkennbar ist dies ebenfalls an einer erhöhten Infektanfälligkeit des Patienten.

Und sind die Epithelschicht und ihre tight-junctions nicht „dicht“, gelangen

darüber oft auch zu hohe Mengen unerwünschter Stoffe in den Körper. Zuerst

können die aus solchen Fehlentwicklungen entstehenden Beschwerden „nur“ im

Darm lokalisiert sein, langfristig greifen sie jedoch auf andere Organe über.

Wie kommt es zum so folgenschweren „Leaky gut“? Als erstes sind es natürlich

Darmerkrankungen, die auf die Permeabilität des Darms wirken. Bei Morbus Crohn

und Colitis ulcerosa, die beide mit Entzündungen des Darmes einhergehen, ist eine

gesteigerte Durchlässigkeit des Darmes immer Bestandteil der Erkrankung. Das

zeigt sich auch daran, dass eine entsprechende Therapie die Symptome der Patienten

meist verbessert.

Ähnlich verhält es sich bei Unverträglichkeiten aller Art. Zöliakie, Lactose-, Fructose-

und andere Intoleranzen verändern langfristig die intestinale Permeabilität.

Auch die exokrine Pankreasinsuffizienz (Mangel an Enzymen zum Nahrungsabbau)

schädigt die Mucosa des Darmes und setzt seine Permeabilität krankhaft herauf.

Die intestinale Permeabilität

und ihre Bedeutung

Eine gute Aufnahmefähigkeit des Darmes ist für die Versorgung des Körpers essenziell

und somit lebensnotwendig. Sie steht jedoch natürlicherweise immer im

Gegensatz zum Schutz des Körpers vor pathogenen Bakterien, Schadstoffen usw.

Eine kontrollierte Durchlässigkeit des Darmes hat also enorme Bedeutung für die

Gesundheit. Kommt es zu einer Erhöhung der intestinalen Permeabilität, treten

vermehrt Stoffe in den Blutkreislauf, die in diesen Mengen dort nicht vorliegen

sollten. Die logische Konsequenz ist eine massive Reaktion des Immunsystems gegen

diese Stoffe: Als Erstes entzündet sich die Darmschleimhaut, langfristig führt

das zu Schädigungen der intestinalen Mucosa. Die Permeabilität des Darmes wird

dadurch weiter erhöht, ein Teufelskreis beginnt.

Hinzu kommen andere immunologische Reaktionen: Bekämpft das Immunsystem

zum Beispiel die eigentlich ungefährlichen Nahrungsbestandteile, die durch den

„Leaky gut“ vermehrt in das Körperinnere gelangen können, kommt es zur Ausbildung

von Lebensmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Und die

Schwierigkeiten entwickeln sich weiter. Patienten mit einem „Leaky gut“ können

langfristig Antikörper bilden, die an körpereigene Organoberflächen passen, so bekämpft

der Körper sich plötzlich selbst. Im Klartext heißt das: Aus einem „Leaky

gut“ können sich Autoimmunerkrankungen entwickeln. Insbesondere für Diabetes

Typ 1, Multiple Sklerose und rheumatoide Polyarthritis sind konkrete Belege für solche

Zusammenhänge im Körper gefunden worden. Doch auch bei vielen anderen

Erkrankungen liegt die Vermutung nahe, dass eine unnormal erhöhte Darmpermeabilität

eine (Mit-)Ursache sein kann.

Infektionen und Fehlbesiedelungen, wie auch Toxin- und Radikalenbelastungen

können ebenso den Darm dahingehend verändern. Und nicht zuletzt wirkt sich

psychischer und physischer Stress auf die intestinale Permeabilität aus. Durch zu

viele Stresshormone und Neurotransmitter (CRH und Noradrenalin) „quillt“ die

Darmmucosa auf (Ödembildung) und es kommt so zu einer gesteigerten Durchlässigkeit

des Darms.

Ursachen für einen „Leaky gut“ können sein:

• entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa/

Morbus Crohn)

• Zöliakie (Häufgkeit weltweit nach klinischen Symptomen:

1 : 3300; nach Labor-Screening: 1 : 270 Einwohner (Einw.)

• Unverträglichkeiten/nahrungsmittelintoleranz

(z.B. Lactoseintoleranz: Häufgkeit in Europa 2-65% der Einw.

mit Nord-Süd Anstieg, z.B. Fruktosemalabsorption: Häufgkeit bis

zu 1/3 der Einw.)

• exokrine Pankreasinsuffizienz

• Mangel an sekretorischem IgA

• Psychischer und physischer Stress

• Infektionen und Fehlbesiedlungen (Parasiten,

Bakterien, Viren, Hefen)

• Alkohol

• Medikamente (z.B.NSAR)

• Schwermetalle

• Radikalenbelastung (oxidativer Stress)

biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms


„Leaky gut“

– die Diagnostik bei biovis

Calprotectin, Material: Stuhl

Dieses calciumbindende Protein ist ein Hinweis auf eine invasive Schleimhautentzündung.

Calprotectin ist im Gegensatz zum alpha-1-Antitrypsin weniger sensitiv, zeigt aber

auch bei schweren Entzündungen noch einen relativ guten linearen Verlauf, wodurch

vor allem der Verlauf schwerer entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa beobachtet werden kann.

Das Lactoferrin ist dem Calprotectin in der Aussage ähnlich.

Die Diagnose des „Leaky gut“ kann anhand von Serum-, Urin- und Stuhl-Untersuchungen

gestellt werden. Folgende Untersuchungen gehören dazu:

Zonulin, Material: Stuhl

Zonulin ist ein Protein, das an der Regulation der Durchlässigkeit der tight-junctions

der Epithelschicht des Darmes wesentlich beteiligt ist. Liegt es erhöht vor, kommt

es zum „Leaky gut“. Patienten mit aktiver Zöliakie zeigen zum Beispiel erhöhte

Werte dieses Proteins. Bei der Entwicklung von Zöliakie, aber auch bei Diabetes

Typ 1, Multipler Sklerose und rheumatischer Polyarthritis zeigen erhöhte Zonulin-

Spiegel die Beteiligung eines durchlässigen Darmes an.

Alpha-1-Antitrypsin, Material: Stuhl

Alpha-1-Antitrypsin weist auf eine Entzündung an der Darmschleimhaut hin, es ist

aber oft auch ein sicherer Indikator für eine erhöhte Darmpermeabilität.

biovis empfiehlt

als Basisdiagnostik

bei Verdacht auf einen

„Leaky gut“:

Weitere Entzündungsparameter

Weitere Entzündungsparameter sind die PMN-Elastase, und das Lysozym im Stuhl.

Lysozym wird dabei von den Epithelzellen des Darms freigesetzt und nicht von Immunzellen

wie z.B. das Calprotectin. Damit zeigt das Lysozym noch eine andere Art

Abwehrreaktion im Darm an und kann im Einzelfall die Bestimmung von Calprotectin

und alpha-1-Antitrypsin ergänzen. Der große Wert des Lysozyms liegt heute

aber nicht in der Entzündungsdiagnostik, sondern in der Bestimmung der Immunfunktion

der Darmschleimhaut

• Zonulin

• Alpha-1-Antitrypsin

• sIgA

• Histamin

• Calprotectin

Sekretorisches IgA, Material: Stuhl

sIgA kann durch einen Immundefekt erniedrigt vorliegen bis fehlen, zeigt aber

auch bei Zöliakie-Patienten niedrige Werte. Liegt gesichert kein Immundefekt vor,

ist ein geringes sIgA immer ein Zeichen für einen nicht regulär funktionstüchtigen

Darm und eine erhöhte Schleimhautpermeabilität.

Histamin, Material: Stuhl

Histamin zeigt an, ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Pseudoallergien oder

parasitäre Infekte vorliegen. Die Histaminausscheidung im Stuhl ist auch erhöht

bei Stresseinwirkung.

Gerne berät Sie biovis, welche Untersuchungen

in Ihrem speziellen Fall wichtig und empfehlenswert sind.

Rufen Sie uns an!

Tel.: +49(0)64 31. 2 12 48-0

Fax: +49(0)64 31. 2 12 48-66

info@biovis.de

biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms biovis Fachinformation 1/2011 Leaky gut – Die erhöhte Durchlässigkeit des darms


iovis’

Diagnostik MVZ GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/64 31/2 12 48-0

Fax: +49/64 31/2 12 48-66

info@biovis.de

www.biovis.de

© biovis 2011


Fachinformation 4 /2012

Darmflora und Stuhldiagnostik

bio vis’

DIAGNOSTIK

Darmflora

und Stuhldiagnostik

Vor dem Hintergrund neuester

wissenschaftlicher Erkenntnisse

www.biovis.de


Darmflora und Stuhldiagnostik

... vor dem Hintergrund

aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Der Mensch kommt mit einem sterilen Darm

zur Welt und erwirbt bis zum ersten Lebensjahr

ein kindliches, individuelles Bakterienprofil,

das sich später aufbaumäßig dem von Erwachsenen

angleicht.

Externe Einflüsse, wie

• Infektionen,

• Magen-, Darmerkrankungen,

• Stress und

• Nahrungsmitteleinfluss,

verändern die Mikrobiota das Darmes.


4 5

Darmbakterien beeinflussen den Menschen

auf vielfältiger Art und Weise

Die Aufklärung des Darm - Mikrobioms ist schwierig, sie gelingt über Anzuchtmethoden,

in neuerer Zeit auch über genetische Verfahren. Über die Anzucht können

ca. 30-40 % der Darmbakterien identifiziert werden. Trotz der Einschränkung

reicht das, um erste Bewertungen treffen zu können. Mit Hilfe der genetischen

Verfahren können seit einigen Jahren auch die verbleibenden 60-70% der Darmbakterien

untersucht werden. Auf der Basis der genetischen Analysen (16S–rRNA–

Bestimmung) finden sich im Darm:

ca. 1.800 Bakterien-Gattungen

ca. 40.000 Bakterien-Arten.

ihr Gewicht beträgt bis zu 2 kg

ihre Zahl übersteigt 100 Trillionen!

Darmbakterien beeinflussen den Menschen auf vielfältige Art und Weise. Sie

schützen durch Aufbau einer sog. Kolonisationsresistenz vor endogenen Infektionen,

in dem sie das Darmmilieu (pH-Wert) verändern und Rezeptoren an den

Schleimhäuten besetzen. Durch Darmbakterien wird das Mukosaimmunsystem

aktiviert und die Bildung und Sekretion von sIgA (sekretorisches Immunglobulin

A) reguliert. SIgA schützt nicht nur vor endogenen Infektionen, sondern verhindert

durch Neutralisierung von Erregern und Antigenestrukturen auf der Schleimhautoberfläche

eine übermäßige Belastung der systemischen Körperabwehr.

Hier an dieser Stelle kann nicht auf alle diese Zusammenhänge im Einzelnen eingegangen

werden, dass würde Bände füllen, es sollen aber zumindest kurz einige

aktuelle Erkenntnisse aufgezeigt werden, die die Bedeutung der Mikrobiota unterstreichen:

Mikroorganismen

und das Nervensystem

Vordergründig besteht zwischen den Darmbakterien und den zentralen und peripheren

Nervenfunktionen kein Zusammenhang, aber Forschungsergebnisse deuten

darauf hin, dass es eine unmittelbare Verbindung gibt, wie am Beispiel der

Leber zu sehen ist:

Leberversagen führt zur hepatischen Enzephalopathie mit kognitiven Defiziten,

Tremor und Demenzzeichen. Maßgeblichen Anteil daran haben Urease - bildende

Darmbakterien, die Ammoniak und andere neurotoxische Metabolite freisetzen.

Werden diese von der Leber nicht mehr abgebaut, kommt es zur systemischen

„Vergiftung“. Mit einer oralen Gabe von nicht resorbierbaren Antibiotika kann man

die Bakterien und damit die Ammoniakbildung zurück drängen und das Zustandsbild

bessern. Ähnlich gelagerte Zusammenhänge sind für eine Reihe von weiteren

Erkrankungen bekannt geworden.

Mikroorganismen und Schmerzempfindungen

Spezielle Laktobazillen – Stämme induzieren im Darmepithel die Expression von

Cannabinoid- und µ-Opioidrezeptoren und begünstigen auf diese Weise analgetische

Effekte, ähnlich dem Morphin, eine Erklärung für die individuell unterschiedliche

viszerale Schmerzempfindungen.

Mikroorganismen und die Hypothalamus– Hypophysenachse

Für die Depression wird heute eine veränderte Funktion der Hypothalamus– Hypophysenachse

mitverantwortlich gemacht, denn vielfach weisen depressive Patienten

erhöhte Cortisol- und CRH-Spiegel auf. Stress gilt als Co–Faktor für die Entstehung

einer Depression und wirkt sich außerdem auf die Zusammensetzung des

Mikrobioms im Darm aus. Unter Stress vermehren sich z.B. potentiell pathogene

Bakterien besonders stark. Der Auslöser für das Wachstum in der Darmschleimhaut

sind Interaktionen mit wirtseigenem Adrenalin / Noradrenalin. Es resultiert

ein Signal für die Transkription von Virulenzgenen in den Bakterien, das spezifisch

durch adrenerge Antagonisten blockiert werden kann!

biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik


6 7

Wertigkeit und Bedeutung

von Stuhlfloraanalysen

Darmflora und Nahrungsverwertung

Die Mikrobiota des Darmes hat einen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung. Etwa

90% der Darmbakterien lassen sich zwei großen Bakteriengruppen zuordnen, der

Gruppe der „Firmicuten“ und der Gruppe der „Bacteroidetes“. Firmicuten können

Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate verwerten. Es entstehen Zucker und

kurzkettige Fettsäuren, die der Körper aufnehmen und aus denen er Fett aufbauen

kann. Ein hoher Firmicutenanteil im Darm entscheidet also mit darüber, wie viele

Kalorien der Körper aufnimmt. Mit anderen Worten: beim Verzehr der gleichen

Nahrungsmenge werden je nach Zusammensetzung der Darmflora unterschiedlich

viele Kalorien aufgenommen.

Eine kohlenhydratreduzierte Diät führt zu einer relativen Vermehrung von Bacteroidetes-Arten

und damit zu einer verminderten Energieaufnahme über die zugeführte

Nahrung. Auch über die Gabe von speziellen Prä- und Probiotika lässt sich

das Verhältnis von Firmicuten zu Bacteroidetes nachhaltig beeinflussen und einer

Gewichtszunahme entgegenwirken.

Zusammenfassung

Nach heutigem Wissensstand hat die Darmflora vielfältige Einflüsse auf den

menschlichen Organismus. Sie schützt nicht nur vor Infektionen sondern hat

Auswirkungen auf unser Nervensystem, die Schmerzempfindung und die Nahrungsverwertung.

Wie zahlreiche Arbeiten aus den letzten Jahren belegen, werden

vermeintlich zentralnervös bedingte Erkrankungen nicht unwesentlich durch

Bakterien des Gastrointestinaltraktes mit beeinflusst.

Stuhlfloraanalysen können heute auf kulturellem oder genetischem Wege durchgeführt

werden. Während über genetische Verfahren ein Großteil der Darmbakterien

nachgewiesen und quantifiziert werden kann, gelingt das über Anzuchtverfahren

nur bei 30-40% der Bakterien. Da genetische Verfahren auf der Basis der

16s – rRNA – Bestimmung sehr aufwendig und teuer sind, beruht der Großteil der

heute durchgeführten Analysen immer noch auf klassischen Anzuchtverfahren.

Genauso, wie bei einem Nachweis von pathogenen Erregern (Salmonellen, Shigellen,

Clostridium difficile usw.) werden dabei Stuhlproben auf spezielle Nährböden

aufgebracht. Die Nährböden werden bebrütet und der Bewuchs nach 1 bzw. 2 Tagen

analysiert. Die Auswertung erfolgt danach, ob potentiell pathogene Erreger

(PPO) vorhanden sind, ob fakultativ pathogene Hefen in hoher Zahl angezüchtet

wurden, in welchem Verhältnis bestimmte Leitkeime der anaeroben und aeroben

Flora zueinander stehen und wie die Stuhlkonsistenz beschaffen ist (Farbe und

Wassergehalt).

Eine Stuhlanalyse heute beinhaltet neben einer Analyse der Mikrobiota Parameter,

die eine Aussage über die Verdauungsleistung des Patienten ermöglichen (Verdauungsrückstände,

Pankreaselastase) auch Parameter, die Rückschlüsse auf den Zustand

der Darmschleimhaut (Calprotectin, alpha-1-Antitrypsin und Zonulin) oder

des Mukosaimmunsystems (sIgA) zulassen. Aus der Gesamtheit der erhaltenen

Daten lassen sich Ursachen von Beschwerden erkennen oder ausschließen und

gezielte Therapieansätze ableiten. Auf der Basis der erhaltenen Daten lassen sich

Probiotikatherapien optimieren, wobei durch Auswahl der richtigen Probiotika der

Therapieerfolg deutlich verbessert werden kann.

biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik


8 9

Probiotika etablieren sich immer mehr. Durch zahlreiche Studien konnte ihre Wirksamkeit

belegt werden. Effektiv ist eine Probiotikatherapie aber nur dann, wenn

die richtigen Stämme in einer ausreichenden Keimzahl zur Anwendung kommen.

Zum Thema Probiotika wurde im deutschen Ärzteblatt 2005 (Ausgabe 11 vom

18. 03. 2005) folgendes ausgeführt:

„Die Wirksamkeit ausgewählter Probiotika-Stämme in der Prophylaxe und Therapie

von chronisch entzündlichen, infektiösen und allergischen Erkrankungen ist durch

prospektive, kontrollierte Studien belegt. Die Rezidivrate der Colitis ulcerosa durch

E. coli Nissle 1917 sowie das Auftreten einer Pouchitis wird bei Patienten nach Kolektomie

durch das Probiotikagemisch VSL#3 vermindert. Lactobacillus rhamnosus

GG sowie Saccharomyces boulardii sind effektiv in der Behandlung und Prävention

von infektiösen Diarrhöen im Kindesalter und von Antibiotika-assoziierten Diarrhöen.

Lactobacillus rhamnosus GG wirkt bei Kleinkindern präventiv hinsichtlich der

Ausbildung allergischer Symptome. Der Wirkmechanismus und die Pharmakokinetik

sind nicht geklärt. Dies sowie die geringe Anzahl an Studien mit meist eher kleinen

Fallzahlen erlauben derzeit noch keine generelle Empfehlung von Probiotika bei den

genannten Erkrankungen. Allerdings können Probiotika im Einzelfall als wirksame

Alternativen empfohlen werden……“

Mit Hilfe von Stuhlflorabefund und ergänzenden Parametern kann eine Entscheidung

darüber getroffen werden, ob Probiotika bei dem Patienten sinnvoll sind und

über welche Bakterienstämme (über welche Probiotika) ein optimaler Effekt zu

erzielen ist. Ohne entsprechende Vordiagnostik gelingt das kaum.

Darüber hinaus ergeben sich Hinweise auf Verdauungsstörungen oder eine Fehlernährung,

die dem Patienten helfen durch Substitutionstherapie oder gezielte

ernährungstherapeutische Maßnahmen gegenzusteuern.

Zusätzlich ergeben sich Anhaltspunkte auf oberflächliche oder invasive Schleimhautirritationen,

die über eine weiterführende Diagnostik ursächlich abgeklärt

werden müssen.

Zusammenfassung:

Die Untersuchung der Mikrobiota des Darmes ist ein seit langer Zeit durchgeführtes

Verfahren, das auch heute noch Sinn macht. Sind auch viele in früherer

Zeit von Autoren abgeleitete Aussagen so nicht mehr haltbar, bietet sie heute die

Möglichkeit, zusammen mit anderen Parametern als Entscheidungsgrundlage für

anschließende Therapien zu dienen.

Die Probiotikaforschung hat in den letzten 6 Jahren viele offene Fragen klären können.

Die Zahl der Studien ist deutlich gestiegen. Durch Auswahl der richtigen Probiotika

können Antibiotika-assoziierte Diarrhöen um 95% reduziert werden, entzündliche

Schleimhautreaktionen durch Mastzellstabilisierung und Abnahme der

inflammatorischer Zytokine deutlich minimiert werden. Moderne Multistamm-

Probiotika sind in der Lage einer gesteigerten intestinalen Permeabilität entgegen

zu wirken oder bei Säuglingen das Auftreten von Allergien zu verhindern.

biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik


10

11

Moderne Stuhldiagnostik bei biovis

Angeregt durch neue Erkenntnisse und eine immer besser werdende Studienlage

haben wir uns entschlossen die Stuhldiagnostik zu überarbeiten und neue indikationsspezifische

Profile anzubieten.

Basisprofil Probiotika

Das Basisprofil Probiotika stellt einen preiswerten Einstieg in eine moderne Stuhldiagnostik

dar. Es gibt alle Informationen, die benötigt werden, um dem Patienten

eine effektive, gezielte Therapie zukommen zu lassen. Berücksichtigt dabei werden

folgende Faktoren:

· Patientenalter und -gewicht

· Verhältnis von Fäulnis- und Säuerungsflora, pH-Wert

· Vorhandensein potentiell pathogener Erreger

· Vorhandensein von Hefen oder Clostridien

· Aktivitätsgrad des Mukosaimmunsystems

· Hinweise auf eine mikroskopische Kolitis

· Hinweise auf ein Leaky gut

· Einfluss von Stress oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Transportproblematik / Probenstabilität

Stuhlprofil Indikationen Probiotika Kriterien

Der Versand von Stuhlproben erfordert eine Berücksichtigung folgender Punkte:

Stuhlproben dürfen maximal 2 Tage alt sein und sollten gekühlt gelagert werden.

Basisprofil Probiotika

Optimierung Probiotikatherapie

(Kostengünstiges Einstiegsprofil)

Der Einfluss von Hitze oder Frost ist unbedingt zu vermeiden, da diese einen erheblichen

Einfluss auf die Mikrobiota haben. Es muss immer eine ausreichende Menge*

an Stuhl entnommen werden, so dass im Inneren des Probebehälters anaerobe

Verhältnisse vorhanden sind. (* Füllvolumen mindestens 50%, besser 75 %)

Diese Punkte vorausgesetzt, lassen sich über Anzuchtmethoden zuverlässige Aussagen

über einen Teilbereich von 30-40% der Mikrobiota erreichen, die therapie-

Florastatus

Antitrypsin

sIgA

Histamin (Testset)

Mikrobiota Veränderungen

Mikroskopische Colitis

Aktivität Mukosaimmunsystem

Stress, NUN* (NAL*, PAR*)

Patientenalter / Gewicht

PPO*, CI*, Candida

Entzündungen

MIS*

Stress, NUN*

bestimmend sein können. Entsprechende Untersuchungen zur Probenstabilität

Zonulin (option. Ergänzung)

Leaky gut

Leaky gut

liegen in großem Umfang vor.

* NUN = Nahrungsmittelunverträglichkeiten, * NAL = Nahrungsmittelallergien, * PAR = Pseudoallergene Reaktionen

* MIS = Mukosaimmunsystem, *PPO = Potenziell pathogene Organismen, *CI = Clostridien

biovis Fachinformation 4/2012

Darmflora und Stuhldiagnostik


12 13

Auf der Basis des Stuhlbefundes können aus einer Gruppe von etwa 15 in Studien

getesteten, kommerziell erhältlichen Probiotika die ermittelt werden, die mit ihren

Eigenschaften optimal auf die Erfordernisse des Patienten abgestimmt sind. Das

ermöglicht Therapieerfolge, die mit Standardprobiotika ohne spezifische Indikation

nicht möglich sind.

Basisprofil Stress

Basisprofil Darm

Auch über das Basisprofil Darm, das wir schon seit einigen Jahren anbieten, ist es

möglich Aussagen über eine optimierte Probiotikatherapie zu treffen. Bis auf die

Bestimmung von Histamin und Zonulin sind alle relevanten Parameter enthalten.

Daneben gibt das Basisprofil Darm aber auch Hinweise auf das Vorhandensein

von Verdauungsstörungen im Sinne einer Maldigestion oder Malabsorption oder

es erlaubt Rückschlüsse auf invasive Schleimhautveränderungen, die, wenn sie

nachweisbar sind, weiter abgeklärt werden müssen. Das Basisprofil Darm ist somit

ein breit angelegtes Profil, optimal geeignet zur Abklärung von unklaren Magen-

Darmbeschwerden.

Das Basisprofil Stress bietet alles, was zurzeit im Bereich der Stuhldiagnostik sinnvoll

möglich ist. Es berücksichtigt alle relevanten Faktoren, um Ihren Patienten die

Probiotika zu empfehlen, die ihm wirklich helfen und bietet darüber hinaus auch

alle ergänzenden Parameter vom Basisprofil Darm, sowie Histamin und Zonulin.

Das Basisprofil Stress ist damit das umfassendste Profil in unserem Programm. Es

sollte vor allem bei Erkrankungen zum Einsatz kommen, die in ihrer Pathogenese

mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut einhergehen. Hierzu

gehören z.B. Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes Typ 1, Zöliakie, rheumatoide

Arthritis usw.

Stuhlprofil Indikationen Probiotika Kriterien

Basisprofil Stress

Chronische Stressbelastung

Stuhlprofil

Indikationen

Probiotika Kriterien

+CED, Autoimmunerkrankungen

Basisprofil Darm

Unklare Magen-Darmbeschwerden

Florastatus

stressinduz. Mikrobiotaveränd.

Patientenalter / Gewicht

PPO*, CI*, Candida

Patientenalter / Gewicht

Verd.-Rückstände

siehe Basisprofil Darm

Entzündungen

Florastatus

Mikrobiota Veränderungen

PPO*, CI*, Candida

Pankreaselastase

siehe Basisprofil Darm

Verd.-Rückstände

Pankreaselastase

Gallensäuren

Antitrypsin

Calprotectin

sIgA

Verdauungsstörungen

Exokrine Pankreasschwäche

Gallensäuremangel,-verlust

Mikroskopische Colitis

Invasive Darmerkrankungen

Aktivität Mukosaimmunsystem

Entzündungen

MIS*

Gallensäuren

Antitrypsin

Calprotectin

sIgA

Zonulin

Histamin (Testset)

siehe Basisprofil Darm

stressinduz. Mikroskop. colitis

siehe Basisprofil Darm

siehe Basisprofil Darm

Leaky gut

stressinduz. Histaminfreisetzung

Entzündungen

MIS*

Leaky gut

Stress, NUN*

biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik


14

15

Stuhlprofil Indikationen Probiotika Kriterien

Florastatus Metabolic

Übergewicht

Basisprofil Klassik

Bei dem Basisprofil Klassik handelt es sich um ein optimales Vorsorgeprofil, das

ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich zur Anwendung kommen sollte. Erfasst

werden Verdauungsstörungen, Mikroblutungen (Darmkrebsscreening), invasive

Florastatus (orientierend)

Firmicuten-Bacteroidetes-Ratio

Mikrobiota Veränderungen

Patientenalter / Gewicht

PPO*, Cl*, Candida

Schleimhautprozesse, aber auch stressinduzierte Schleimhautveränderungen und

ein vorhandenes Leaky gut, als mögliche Ursache von intestinalen oder extraintestinalen

Beschwerdebildern. Zielgruppe für das Basisprofil Klassik sind alle Ärzte

und Therapeuten, die Ihrem Patienten ein umfassendes Screening anbieten wollen

anstatt sich auf die üblichen Untersuchungen (z.B. okkultes Blut im Stuhl) zu

beschränken.

Besondere Indikationen

Empfohlene

Parameterprofile

Stuhlprofil Indikationen Probiotika Kriterien

Reizdarm/Colon irritabile

Blähungen

Basisprofil Darm

Basisprofil Darm

Basisprofil Klassik

Vorsorgeprofil

Obstipation

Basisprofil Darm

Vorsorge Darm 1 x jährlich

Infektanfälligkeit

Basisprofil Darm

Patientenalter / Gewicht

Hauterkrankungen

Basisprofil Darm

Verd.-Rückstände

Verdauungsstörungen

Allergien, NUN

Basisprofil Stress

Pankreaselastase

Exokrine Pakreasschwäche

Entzündungen

Autoimmunerkrankungen

Basisprofil Stress

Calprotectin

Hg/Hp

Zonulin

Histamin

Invasive Darmerkrankungen

Darmkrebsvorsorge

Leaky gut

Stress, NUN* (NAL*, PAR*)

Leaky gut

Stress, NUN*

Um die Auswahl des geeigneten Stuhlprofils

zu erleichtern, zeigt die nebenstehende

Tabelle eine kleine Auswahl

an besonderen Indikationen:

Diabetes mellitus

Zöliakie

Rheumathoide Arthritis

Multiple Sklerose

Entzündliche Darmerkrankungen

Basisprofil Stress

Basisprofil Stress

Basisprofil Stress

Basisprofil Stress

Basisprofil Stress

Chronischer Stress

Basisprofil Stress

Florastatus Metabolic

Depressionen, CFS

Basisprofil Stress

Übergewicht kann durch ein Überwiegen von Firmicuten gegenüber den Bacteroidetes

mit verursacht sein, ein Ungleichgewicht, das auf genetischem Wege (Firmicuten-Bacteroidetes-Ratio)

und orientierend auch kulturell (Florastatus Metabolic)

nachgewiesen werden kann. Ist ein derartiges Ungleichgewicht vorhanden, kann

Schutz vor AAD Basisprofil Darm o.

Basisprofil Probiotika

Untergewicht Basisprofil Darm o.

Basisprofil Probiotika

es über Prä- und Probiotika im Zusammenspiel mit einer kohlenhydratreduzierten

Kost nachhaltig verändert werden. Die Patienten nehmen ab, vor allem bei gleichzeitiger

moderater Bewegung.

Übergewicht

Florastatus Metabolic

Firmicuten-Ratio

biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik biovis Fachinformation 4/2012 Darmflora und Stuhldiagnostik


iovis’

Diagnostik MVZ GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/64 31/2 12 48-0

Fax: +49/64 31/2 12 48-66

info@biovis.de

www.biovis.de

© biovis 2012


Neue diagnostische Möglichkeiten

in der Onkologie durch die

EDIM-Technologie

Abklärung onkologischer Fragestellungen von der

Früherkennung bis zur Nachsorge

Der Erfolg einer Krebstherapie hängt ganz entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose und der Charakterisierung

des Tumors ab. Mit Hilfe des neuen immunologisch-diagnostischen Verfahrens (EDIM-Technologie,

Epitop-Detektion in Monozyten) lassen sich Tumoren aufgrund der Aufnahme (Phagozytose) von Tumorzellen

durch Makrophagen wesentlich früher als bisher erkennen und genauer charakterisieren:

1. Durch den Nachweis des Apo10-Antigens in Makrophagen ist es möglich, Störungen der Apoptose

zu messen und hierüber einen frühzeitigen Hinweis auf Polypen, Zysten und Tumoren zu erhalten.

Der Marker Apo10 wird unabhängig von der Tumorentität hochspezifisch in Tumorzellen exprimiert und

akkumuliert bei einer gestörten Apoptose. Dies haben Untersuchungen an über 25 Tumorentitäten

und mehr als 10.000 Patientenproben ergeben.

2. Das Transketolase-like-1-Protein (TKTL1) wird von Tumorzellen gebildet, wenn sie vom Verbrennungsstoffwechsel

(oxidative Phosphorylierung) auf Vergärungsstoffwechsel (aerobe Glykolyse) umschalten

und damit zur aggressiven Krebszelle werden. Dies ermöglicht dem Tumor, invasiv zu wachsen, zu metastasieren

und ist verbunden mit einer Resistenz gegenüber radikal- und apoptoseauslösenden Therapien.

Dies ist durch zahlreiche Studien mit verschiedenen Tumoren belegt.

3. Ergänzt wird die Detektion und Charakterisierung von Tumoren durch eine detaillierte Analyse des

Immunsystems (Lymphozytärer Tumorstatus), wodurch Defizite oder Überaktivitäten festgestellt

werden können.

Marker Apo10 und TKTL1 in Tumorzellen

Benigner Tumor

Apo10-positiv

TKTL1-negativ

Normales Gewebe

Apo10-negativ

TKTL1-negativ

Maligner Tumor

Apo10-positiv/negativ*

TKTL1-positiv/negativ*

Expression der Marker Apo10 und TKTL1 in benignen und malignen Tumoren

* In der Spätphase der Tumorgenese können die Marker TKTL1 und Apo10 auch negativ sein

biovis Diagnostik MVZ GmbH, Justus-Staudt Straße 2, 65555 Limburg-Offheim

Tel: 06431 21248-0 / Fax: 06431 21248-66

www.biovis.de / info@biovis.de


Neue diagnostische Möglichkeiten

in der Onkologie durch die

EDIM-Technologie

EDIM-Technologie

Basis der Immunphänotypisierung von Makrophagen

Durch molekulare und biochemische Änderungen werden in Tumor- und Krebszellen Proteine wie Apo10 und

TKTL1 gebildet, die mittels der EDIM-Technologie für eine Diagnose und Charakterisierung von Tumoren

genutzt werden können. Wenn das Immunsystem benigne oder maligne Tumorzellen (Krebszellen) erkennt,

werden Abwehrmechanismen wie die Phagozytose ausgelöst. Dieses Erkennen und Eliminieren von unerwünschten

Zellen wird hochspezifisch von Monozyten/Makrophagen durchgeführt, die anschließend wieder in

das Blut zurückkehren und über eine einfache Blutentnahme isoliert werden können. Diese Eigenschaft des

Immunsystems nutzt das EDIM-Testverfahren (Epitop Detektion in Monozyten), das mit Hilfe der Durchfluss-

Zytometrie durchgeführt wird. Hierbei werden durch spezifische Antikörper Immunzellen im Blut detektiert,

markiert und gleichzeitig die Präsenz von aufgenommenen Proteinen wie Apo10 und TKTL1 in Makrophagen bestimmt.

Apo10 und TKTL1 in Makrophagen

2 Makrophagen

phagozytieren

Tumorzellen

3 Makrophagen mit aufgenommenen

tumorspezifischen Strukturen wandern

wieder in die Blutgefäße

EDIM-Technologie

Die phagozytierten Tumorzellen

werden untersucht.

Schematische Darstellung

der Grundlagen der

EDIM-Technologie

1 Makrophagen wandern

aus den Blutgefäßen in

das Gewebe

TKTL1- positiv

Apo10-positiv

Blutgefäß

Makrophagen

Unter folgenden Testungen können Sie wählen:

1. Immunphänotypisierung in der Früherkennung: Early Detect

2. Immunphänotypisierung bei Tumorverdacht:

Verdacht auf Prostatakarzinom

3. Immunphänotypisierung bei Tumorerkrankung:

Vollständiger Tumorstatus inkl. Immunstatus *

4. Tumorstatus I: Verdacht auf Resistenz *

5. Tumorstatus II: Monitoring Therapieverlauf *

6. Tumorstatus III: Testung im Rahmen der Nachsorge*

7. Immunphänotypisierung PET-Screening:

Screening für das FDG-PET-Verfahren *

8. Immunstatus: Lymphozytärer Tumorstatus (LTS) –

Differenzierung der Immunzellen *

*erstattungsfähig bei akut diagnostizierten Krebspatienten

oder Krebspatienten in der Nachsorge

Praktische Informationen:

· Die Testungen sind geeignet für alle soliden Tumore.

· Zwischen Standardtherapien und Testung sollten

idealerweise 4 Wochen Abstand liegen.

· Probenmaterial: 3 ml EDTA Blut (Spezialtestsets,

bitte bei biovis anfordern).

· Blutprobe bitte bei Raumtemperatur lagern!

· Eine nach Fachgebieten sortierte Übersicht mit den

relevanten Publikationen senden wir Ihnen gerne zu.

biovis Diagnostik MVZ GmbH, Justus-Staudt Straße 2, 65555 Limburg-Offheim

Tel: 06431 21248-0 / Fax: 06431 21248-66

www.biovis.de / info@biovis.de

120823


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 03/2008

D - Arabinitol

Candida albicans

Bestimmung von

D-Arabinitol zum Nachweis einer

Systemischen candida-Infektion

Candida albicans ist beim gesunden Menschen

in geringen Konzentrationen auf den Schleimhäuten

von Mund und Rachen, im Genitalbereich

sowie im Verdauungstrakt zu finden. Bei einem

geschwächten Immunsystem oder bei Störungen

der physiologischen bakteriellen Flora vermehrt

sich der Pilz und führt zur Candidiasis.

Mit kulturellen Methoden ist es auch bei hohen

Keimzahlen nicht zu erkennen, ob es sich um ein

regional beschränktes Geschehen handelt oder

bereits eine systemische Infektion vorliegt.

D-Arabinitol ist ein für die Gattung Candida charakteristisches

Stoffwechselprodukt. Während

Candida ssp. ausschließlich D-Arabitinol produzieren,

stammt L-Arabinitol aus dem körpereigenen

Stoffwechsel. Die D-Arabinitol-Serumspiegel

steigen an, wenn sich Candida-Hefen im Organismus

vermehren und eine invasive Candidiasis

verursachen.

Kreatinin-Ratios in immungeschwächten Patienten

mit invasiver Candidiasis. Zusätzlich wurden positive

D-Arabinitol-Ergebnisse einige Tage bis Wochen vor

einer positiven Blutkultur beobachtet.

Neben der gaschromatographischen Bestimmung

fehlten bislang einfach durchzuführende Tests. biovis

bietet nun ein derartiges Verfahren an für die Bestimmung

von D-Arabinitol in Serum oder Urin.

Indikationen

Indiziert ist der Test vor allem bei immungeschwächten

Patienten mit hohen Candida-Konzentrationen

im Stuhl oder auf Schleimhäuten von Mund- und Rachenraum.

Indiziert ist der Test aber auch bei ausgeprägten oder

rezidivierenden Genitalmykosen sowie bei Tumorerkrankungen,

Diabetes, entzündlichen Darmerkrankungen

oder unter / nach der Gabe von Zytostatika,

Immunsuppressiva oder Breitbandantibiotika.

Diagnostik

Eine Möglichkeit zur Diagnostik invasiver Candida-

Infektionen bietet der Nachweis von D-Arabinitol aus

Serum oder Urin.

Bereits in den 80er Jahren erkannte man D-Arabinitol

als wertvollen Marker zur Diagnostik der invasiven

Candidiasis. In prospektiven Studien fand man erhöhte

D-Arabinitol /L-Arabinitol-Ratios bzw D-Arabinitol/

D-Arabinitol Test:

Probenmaterial: 1. Morgenurin

Preis (GOÄ 4078)

Selbstzahler: 33,22 Euro

Privatpatient: 38,20 Euro


iovis DIAGNOSTIK

Fachinformation 04/2008

Phosphatidylcholin

Phosphatidylcholin in Prävention

und Therapie entzündlicher

Darmschleimhautstörungen

Die intestinale Darmschleimhaut stellt eine Resorptionsbarrier

für Nährstoffe dar und ist Prägungszone

für das mukosaassoziierte Immunsystem

(MALT). Darüber hinaus ist sie ein wichtiger

Syntheseort für neuroendokrine Transmitter. Störungen

dieser komplexen Gewebestruktur implizieren

daher zahlreiche Konsequenzen für den

Organismus. Solche Störungen können durch Umweltbelastungen,

Entzündungen oder Allergien

ausgelöst werden und sind in der Praxis häufig zu

beobachten.

Neue Studiendaten lassen z.Zt. auf die Entwicklung

erfolgreicher Konzepte in der Prävention und

Therapie von gastrointestinalen Barrierrestörungen

hoffen.

Die Regeneration der intestinalen Schleimhaut

hängt neben einer bedarfsgerechten Ernährung

und einer stabilen mikrobiellen Besiedelung auch

von der Zufuhr an Mineralstoffen, Aminosäuren

und Lipiden ab. Die gesunde Darmschleimhaut im

Dickdarm enthält Lecithin (Phosphatidylcholin=

PC), und dieses PC spielt eine wichtige Rolle für

die Barrierefunktion des Darms. Zum Schutz vor

Entzündungen durch die ortsständige bakterielle

Flora haftet der Colonschleimhaut eine festanliegende

Schleimschicht an, die den direkten Kontakt

der Mukosazellen mit Toxinen und Bakterien

wirkungsvoll verhindert. Der Phosphatidylcholingehalt

entscheidet als Hauptkomponente des

Darmschleims über die Viskosität und ist somit

ein wesentlicher Faktor der mukosalen Schleimbarriere.

Der zunächst locker aufsitzende Schleim

sitzt nach der Resorption der Gallensäuren im

terminalen Ileum fest an der Mukosazelloberfläche

und wandert kontinuierlich als Schutzfilm distalwärts

ins Colon. In klinischen Studien wurde

gezeigt, dass die Konzentration des Phosphatidylcholin

im rektalen Schleim bei Patienten mit chronischen

entzündlichen Darmerkrankungen wie

z.B. bei Colitis-ulcerosa-Patienten bis zu 70% reduziert

ist. In einer Studie wurden Patienten drei

Monate mit 6 g Phosphatidylcholin oder Placebo

behandelt. Es wurde dabei eine signifikante Remission

unter Phosphatidylcholin-Therapie gegenüber

der Placebo-Gruppe beobachtet. Bei

schweren chronisch- entzündlichen Verläufen der

Colitis ulcerosa konnte auch eine signifikante Reduktion

der notwendigen Cortisondosis durch Zusatztherapie

mit PC erzielt werden. Durch weitere

in-Vitro-Studien wurde inzwischen die anti inflammatorische

Wirkung von PC belegt. Die Substanz

wurde auch zum Einsatz bei Colon Irritabile

und bei Störungen der gastrointestinalen Permeabilität

empfohlen.

Die aktuelle Studienlage lässt vermuten, dass mit

Phosphatidylcholin ein neuer Naturstoff für die

Sekundärprävention von chronisch-entzündlichen

Darmentzündungen (CED) als auch für die Therapie

von gastrointestinalen Barrierrestörungen

gefunden wurde. Für die Wirkung des Phosphatidylcholin

scheint nicht nur die Dosis relevant.

Lecithin wird häufig aus Hühnerei oder Soja gewonnen.

Diese Eiweißquellen sind jedoch häufig

Auslöser von entzündlichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Hypoallergenes Lecithin (= PC)

bietet möglicherweise daher deutliche Vorteile

im klinischen Einsatz. Die Fa. Life Prevent (Salzburg)

hat ein hypoallergenes Lecithinpräparat auf

Rapsölbasis auf den Markt gebracht und möchte

in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft

für angewandte Präventionsmedizin

(I-GAP) die oben genannten Zusammenhänge in

einer Studie überprüfen. Sollten Sie Interesse haben,

sich an dieser Studie zu beteiligen, nehmen

Sie bitte mit Ihrem Biovis-Außendienst bzw.

I-GAP Sekretariat Kontakt auf.

biovis Diagnostik M V Z GmbH

Justus-Staudt-Straße 2

65555 Limburg

Tel.: +49/6431/21248-0

Fax: +49/6431/21248-66

info@biovis.de

Internationale Gesellschaft für

angewandte Präventionsmedizin e.V.

Landstraßer Hauptstraße 4

A 1030Wien

Tel.: +43 / 1/713 14 86

Fax: +43 / 1/712 99 20

mail: office@i-gap.org

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine