Schulung Compliance Dorsch Gruppe

gerdh
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Schulung Compliance DI / BDC / Dorsch Holding

Compliance DI / BDC / Dorsch Holding


Agenda

1. Einführung

1.1. Der Begriff Compliance

1.2. Aufgaben von Compliance

1.3. Organigramm Compliance

2. Korruption und Bestechung

2.1. Einleitung

2.2. Risikoländer

2.3. Typische Risikosituationen

2.4. Alarmsignal

3. Richtlinie Annahme und Gewährung von Zuwendungen

3.1. Einleitung

3.2. Allgemeines

3.3. Generelle Regelungen

3.4. Annahme von Zuwendungen

3.5. Gewährung von Zuwendungen an Kunden / Geschäftspartner

3.6. Zuwendungen Verhaltenskodex „Ampel“

4. Gesetzliche / nichtgesetzliche Regelungen

4.1. Verletzung von Gesetzen

4.2. Konsequenzen für das Unternehmen

4.3. Konsequenzen für den Mitarbeiter

4.4. Verhaltenskodex Dorsch Gruppe

5. Umsetzung von Compliance

5.1. Meldepflicht direkt / anonym

5.2. Selbstverpflichtungserklärung

5.3. Richtlinie Zuwendungen

6. Fazit

7. Fragebogen

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1.1. Der Begriff Compliance

Der englische Begriff „Compliance“ steht für etwas „einhalten“ oder

„befolgen“.

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem amerikanischen Recht

und meint „Gesetzestreue“ und „Übereinstimmung“.

Im Wirtschaftsleben steht der Begriff Compliance für die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen,

regulatorischer Standards und Erfüllung weiterer, wesentlicher und in der Regel vom Unternehmen

selbst gesetzter ethischer Standards und Anforderungen.

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1.2. Aufgaben von Compliance

Unternehmen können durch Wirtschaftskriminalität materielle und

immaterielle Schäden entstehen.

Ziel von Compliance ist die Vermeidung von Wirtschaftskriminalität

sowie Haftungs- und Schadensersatzklagen und der Aufbau von

Reputation und Vertrauen zur Sicherstellung künftiger Geschäftsbeziehungen.

Risiken in Form von Sanktionen und Rufschädigungen sollen abgewendet werden.

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1.3. Organigramm Compliance Dorsch Gruppe

CEO

A. Rienecker

Compliance

RA D. Bode / P. Gestner

BDC

Soziale Verantwortung

S. Neumann

Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz

K. Barthel

DI

Qualität

M. Monden

Informaonssicherheit

K. Barthel

Beschaffung

J. Heinemann

Disziplinarische und fachliche

Weisungsbefugnis

Fachliche Weisungsbefugnis

Umwelt und Energie

J. Eiwan

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2.1. Einleitung: Bestechung / Korruption

Bestechung oder Korruption ist das Versprechen oder das

Sich-Versprechen-Lassen von Vorteilen für die Vornahme

pflichtwidriger Amtshandlungen oder sonstiger Entscheidungen.

Kern des Korruptionsrechts bildet die Bestechung, welche in eine

aktive Seite (der Bestechende gewährt eine Zuwendung) und eine passive Seite

(der Bestochene empfängt eine Zuwendung) unterteilt wird.

Bei der Bestechung geht es stets um den „Kauf“ von Entscheidungen oder Handlungen eines

Amtsträgers (Beamtenbestechung) oder eines Entscheiders in der Privatwirtschaft

(Privatbestechung). Korruption umfasst dabei sowohl die eigentliche Bestechung als auch deren

Vorbereitungsphase.

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2.2. Risikoländer für Korruption und Bestechung

In Ländern, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale

aufweisen, ist das Risiko besonders hoch:

Länder mit intransparenten und instabilen Staatssystemen

Länder mit autoritärer Regierung

Länder mit problematischen politischen und wirtschaftlichen Strukturen

Länder mit mangelhafter Gesetzgebung bzw. Rechtsprechung bzw. ohne effektive Regelungen zur

Korruptionsvermeidung

Länder mit sehr niedrigen Standards an angemessene Unternehmensführung

Länder mit schwer zu überblickenden Gebräuchen und Rahmenbedingungen

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2.2. Risikoländer für Korruption und Bestechung

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2.3. Typische Risikosituationen

Ausschreibungen




Versuch der Einflussnahme auf Spezifikationen einer Ausschreibung

Offenlegen von Bewertungskriterien und Konkurrenzangeboten

Versuch der Kopplung einer Zulassung zur Ausschreibung an

Zusammenarbeit mit einer bestimmten natürlichen oder juristischen Person


Wunsch nach finanzieller Beteiligung bei Auftragserteilung

Genehmigungsanträge


Angebot einer möglichen „Beschleunigung“ (z. B. Geschäftserlaubnis, Arbeitserlaubnis)

► Mittelsmänner

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2.4. Alarmsignal bei…



Geschäftspartner aus Ländern mit hoher Korruptionsrate

Vertreter des Geschäftspartners sind mit einem Funktionär

verwandt oder eng vertraut

Forderung von unverhältnismäßigen Provisionszahlungen /

Honoraren / Barzahlungen




Forderung von Off-Shore-Zahlungen (z. B. auf Konten in Inselstaaten der Karibik)

Forderung von Zahlungen auf persönliche oder ausländische Konten

Forderung von Einladungen und / oder Bewirtungen mit unverhältnismäßigem

Kostenaufwand (z. B. mit Ehepartner eines Amtsträgers)



Angebot von unverhältnismäßig wertvollen Geschenken oder aufwendigen Bewirtungen

Einladungen zu Besuchen in zweifelhaften Milieus oder Einrichtungen

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3.1. Einleitung – Annahme und Gewährung von Zuwendungen

Die Annahme und Gewährung von Zuwendungen ist im geschäftlichen

Verkehr üblich und in angemessenen Umfang grundsätzlich auch zulässig.

Wird dieser übliche Rahmen jedoch überschritten, geraten die

handelnden Personen möglicherweise in den Verdacht der Bestechung

bzw. Bestechlichkeit (Korruption). Bestechung und Bestechlichkeit

stellen in Deutschland wie in vielen anderen Rechtsordnungen einen

Straftatbestand dar.

Das deutsche Strafrecht unterscheidet dabei zwischen Fehlverhalten im privaten Sektor und im

öffentlich-rechtlichen Bereich sowie zwischen der Aktivseite (Vorteilsgewährung und Bestechung)

und der Passivseite (Vorteilsnahme und Bestechlichkeit).

Unterhalb der Strafbarkeitsschwelle kann die Annahme bzw. Gewährung von Zuwendungen zu

Interessenkonflikten im Verhältnis zu Geschäftspartnern, Kunden, dem eigenen Arbeitgeber oder

Mitarbeitern führen. So können Interessenkonflikte beispielweise auftreten, wenn sich der Empfänger

aufgrund des Zeitpunkts oder des Wertes der Zuwendung verpflichtet fühlt, dem Zuwendenden eine

für diesen vorteilhafte Gegenleistung oder eine vorrangige Behandlung zukommen zu lassen.

Unabhängig von möglichen straf- oder aufsichtsrechtlichen Konsequenzen kann daneben bereits der

Anschein der Beeinflussung geschäftlicher Entscheidungen zu einem erheblichen

Reputationsschaden für die Dorsch Gruppe in der Öffentlichkeit führen.

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3.2. Allgemeines

1. Begriff der Zuwendung







Zuwendungen im Sinne dieser Regelung ist alles, was für den

Empfänger von Wert sein könnte, insbesondere:

Sachgeschenke,

Geld,

Gutscheine,

Eintrittskarten,

Einladungen, insbesondere zu Geschäftsessen oder Veranstaltungen sowie

sonstige Vergünstigungen oder Vorteile (z.B. auch der unentgeltliche oder verbilligte Bezug von

Leistungen oder Einrichtungen).

2. Geltungsbereich und Wirksamkeit

Diese Richtlinie ist für alle Mitarbeiter der Dorsch Holding GmbH, der Dorsch International

Consultants GmbH und der BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH verbindlich.

Verstöße gegen diese Richtlinie können arbeitsrechtliche Konsequenzen für die Mitarbeiter bis

hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen. Gleichzeitig kann ein gesetzlicher

Straftatbestand erfüllt sein.

3. Dokumentation

Der Bereich Compliance führt ein zentrales Zuwendungsregister, in dem sämtliche Zuwendungen

erfasst werden. Zu Prüfungszwecken bewahrt Compliance darüber hinaus die eingegangenen

Genehmigungsanträge sowie die zugehörigen Entscheidungen auf.

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3.2. Allgemeines

4. Genehmigungspflicht

Annahme oder Gewährung bestimmter Zuwendungen müssen zuvor genehmigt werden. Hierfür

kann das Formular im Intranet ausgefüllt und an Compliance gesendet werden.

(Pfad: http://intranet/internal/Lists/complianceworkflow/AllItems.aspx)

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3.3. Generelle Regelungen

1. Die Annahme oder Gewährung von Zuwendungen, die das

geschäftliche Urteilsvermögen beeinträchtigen bzw. zu einem

Interessenkonflikt führen könnten, ist nicht gestattet. Ferner sind

alle Handlungen zu unterlassen, welche bereits den Eindruck

einer unzulässigen Beeinflussung eines Geschäftspartners

hervorrufen könnten. Dies gilt insbesondere dann, wenn

konkrete Verhandlungen mit einem Kunden geführt werden,

ein Geschäftsabschluss unmittelbar bevorsteht oder gerade erfolgte.

2. Die Mitarbeiter der Dorsch Gruppe dürfen (sich) Zuwendungen im Rahmen ihrer beruflichen

Tätigkeit nur in dem Umfang gewähren (lassen), wie es in der Branche auf der Stufe des

Mitarbeiters bzw. Empfängers der Zuwendung sozial adäquat ist. Der Begriff der sozialen

Adäquanz ist nicht gleichzusetzten mit demjenigen der Üblichkeit. Über die Üblichkeit hinaus ist es

erforderlich, dass die Zuwendung in ihrer konkreten Situation und Ausprägung durch die

Allgemeinheit gebilligt ist.

3. Die Annahme oder das Gewähren von Bargeld im Rahmen der beruflichen Tätigkeit ist nicht

gestattet. Dieses gilt auch für bargeldähnliche Zuwendungen wie Gutscheine.

4. Mitarbeitern der Dorsch Gruppe ist es untersagt, aktiv Zuwendungen zu fordern, auch wenn diese

nicht direkt für die Herbeiführung einer Geschäftsentscheidung bestimmt sein sollen.

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3.3. Generelle Regelungen

5. Die Kommunikation über Zuwendungen muss zwischen

Zuwendendem und Empfänger ausschließlich auf offiziellem Wege

verlaufen (z.B. bei E-Mails über das Firmen-Account). Geschenke

sind immer an die jeweilige Firmenadresse zu senden.

6. Die Beantwortung der nachfolgenden Fragen soll eine Leitlinie dafür

bilden, ob die Annahme oder die geplante Gewährung einer

Zuwendung generell zulässig ist:

„Fühlt“ es sich „richtig“ an, die Zuwendung zu gewähren oder anzunehmen?

Entspricht die Zuwendung noch dem Lebensstil des Empfängers?

Gibt es einen „Beigeschmack“, den ein Unbeteiligter Dritter haben könnte, wenn er von der

Gewährung bzw. Annahme der Zuwendung Kenntnis hätte?

Ist die Annahme bzw. Gewährung der Zuwendung gesellschaftlich anerkannt / legitim?

Würde ich mich als Beschenkter wohlfühlen, wenn mir die Zuwendung gewährt würde?

Könnte der Empfänger sich offen oder latent verpflichtet fühlen, dem Gewährenden eine Gegenleistung

(etwa in Form einer positiven Geschäftsentscheidung oder einer sonstigen Bevorzugung

ggü. Mitbewerbern) zukommen zu lassen oder bleibt er in seiner Entscheidung weiterhin frei?

Würde ich die Zuwendung als „Foulspiel“ ansehen, wenn nicht die Dorsch Gruppe, sondern ein

Wettbewerber die Zuwendung gewähren oder annehmen würde?

Grundregel: Das „Bauchgefühl“ weist fast immer den richtigen Weg!

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3.4. Annahme von Zuwendungen

Die nachfolgenden Bestimmungen regeln die Annahme von

Zuwendungen durch MA der Dorsch Gruppe.

Geschenke, Einladungen zu Veranstaltungen, Einladungen zu

Geschäftsessen

Geschenke, Einladungen zu Veranstaltungen sowie Einladungen zu Geschäftsessen sind

genehmigungsfrei, wenn sie jeweils einzeln und zusammengenommen im Kalenderjahr einen Wert von

bis zu 100 € pro Gewährendem und Dorsch-Mitarbeiter nicht überschreiten. Werden mehrere

Geschenke von mehreren Mitarbeitern desselben Unternehmens gewährt, so ist Gewährender im

Sinne dieser Regelung das Unternehmen.

Ist die Ablehnung eines höherwertigen Geschenks aus geschäftspolitischen Gründen nicht möglich,

weil zu befürchten ist, dass der Dritte die Nichtannahme als Unhöflichkeit auffasst und sich dieses

negativ auf die Geschäftsbeziehung auszuwirken droht, ist die Annahme des Geschenks

ausnahmsweise zulässig.

Derartige Geschenke sind jedoch unmittelbar nach Empfang im Bereich Compliance

abzugeben. Von dort wird das Geschenk wohltätigen Zwecken zugeführt.

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3.4. Annahme von Zuwendungen

Bitte beachten Sie dabei Folgendes:

a) Einladungen sollen sich stets in dem finanziellen Rahmen dessen

bewegen, was der Mitarbeiter angesichts seiner Einkommensverhältnisse

auch privat für eine entsprechende Veranstaltung

auszugeben bereit wäre und im Geschäftsverkehr auf der Ebene

des betreffenden Mitarbeiters als sozial adäquat angesehen wird.

b) Die Teilnahme an Veranstaltungen mit reinem Freizeitcharakter bedarf unabhängig vom Wert der

Einladung immer der vorherigen Genehmigung durch Compliance. Handelt es sich um eine

Einladung zu einem sportlichen oder kulturellen Event, sollen sich die Karten maximal im mittleren

Preissegment bewegen. Stellt der Gewährende V.I.P.-Tickets oder ähnliches in Aussicht, soll der

Mitarbeiter darauf hinwirken, dass lediglich „normale“ Tickets gewährt werden.

c) Reise- und Unterkunftskosten werden regelmäßig durch die Dorsch Gruppe getragen und dürfen

nur in begründeten Ausnahmefällen zum Umfang der Zuwendung des Dritten gehören.

d) Eine Begleitung durch Lebens- oder Ehepartner ist grundsätzlich nicht gestattet. In begründeten

Einzelfällen kann die Compliance-Abteilung Ausnahmen gestatten.

Zuwendungen dürfen keinen Interessenkonflikt auslösen und müssen sich im Rahmen des

sozial Adäquaten halten!

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3.4. Annahme von Zuwendungen

Hinweis:

Die Einhaltung steuerrechtlicher Vorschriften ist selbstverständlich

auch ein Bestandteil von Compliance. Steuerrechtlich kann ein

erhaltenes Geschenk oder eine erhaltene Zuwendung bereits

ab einem erheblich niedrigeren Betrag relevant sein:




Bei der Annahme von Geschenken entsteht unter Umständen persönliche Steuerpflicht für den

Empfänger. Der Empfänger muss sich in diesem Fall selbstständig um die Versteuerung kümmern.

Daher bei größeren Geschenken bitte gegebenenfalls nachfragen, ob dieses bereits vom Schenker

pauschal versteuert wurde.

Ab einem Geschenkwert von 35 € brutto pro Empfänger und Jahr ist das Geschenk bei Dorsch

keine steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe mehr.

Geschenke an in Deutschland Steuerpflichtige werden für diese von der Dorsch Gruppe pauschal

lohnversteuert, bitte machen Sie daher stets genaue Angaben zu dem Beschenkten.

Bei Fragen kontaktieren Sie diesbezüglich bitte die kaufmännische Abteilung oder die

Personalabteilung.

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3.5. Gewähren von Zuwendungen an Kunden / Geschäftspartner

1. Zuwendungen im Bereich der Privatwirtschaft

Die Gewährung von Zuwendungen an Mitarbeiter von Unternehmen der

Privatwirtschaft ist im sozial adäquaten Rahmen grundsätzlich möglich.

Wichtig: Der Empfänger muss der Dorsch Gruppe gegenüber erklären,

dass die Annahme der Zuwendung im Einklang mit den Compliance-

Richtlinien seines Arbeitgebers steht und die für ihn geltenden Prozesse eingehalten wurden (Meldung

an den Vorgesetzten / Compliance, ggf. Einholung von Genehmigungen). Dies stellt sicher, dass sich

der Dorsch-Mitarbeiter nicht dem Verdacht der Bestechung im geschäftlichen Verkehr aussetzt. Diese

Erklärung kann auch indirekt erfolgen, indem der Empfänger eine Zuwendung annimmt, welche

zusammen mit folgendem schriftlichen Hinweis (Textbaustein) übergeben wird:

„Bitte prüfen Sie vorab, ob die Zuwendung den Compliance-Richtlinien Ihres Hauses entspricht

und holen sie gegebenenfalls alle erforderlichen Genehmigungen ein…“; „... Bitte teilen Sie uns

mit, ob Sie die Zuwendung zu den beschriebenen Voraussetzungen annehmen werden.“

Im Übrigen gelten für die Vergabe von Zuwendungen im Grundsatz die Regeln für die Annahme

spiegelbildlich (siehe Punkt 3.4. Annahme von Zuwendungen)

Bitte unbedingt klären, ob der Empfänger die Zuwendung annehmen darf!

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3.5. Gewähren von Zuwendungen an Kunden / Geschäftspartner

2. Zuwendungen an öffentlich Bedienstete und diesen

gleichgestellten Personen

Zuwendungen an Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes

bedürfen einer gesonderten Regelung:

a. In diesem Bereich ist nicht nur die Bestechung bzw. Bestechlichkeit

sanktioniert, das heißt das Gewähren und Annehmen von Vorteilen als Gegenleistung für unlauteres

Handeln, sondern auch die Vorteilsgewährung bzw. Vorteilsnahme, ohne dass es zu einer

Maßnahme zugunsten des Zuwendungsgebers gekommen sein muss.

b. Die Bundesländer haben Gesetze und Richtlinien erlassen, welche die Annahme von Zuwendungen

durch öffentlich Bedienstete regeln. Die Regelungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Erlaubt ist die Zuwendung von kleinen Werbegeschenken von marginalem Wert z.B.

Plastikkugelschreiber, Zettelblöcke, etc.

Darüber hinausgehende Zuwendungen sind nur erlaubt, wenn die ordnungsgemäße Genehmigung

auf Empfängerseite vorliegt.

Die Regelungen der Länder unterscheiden sich im Wesentlichen dahingehend, ob die

Genehmigung des jeweiligen Dienstvorgesetzten ausreichend ist oder die oberste Dienstbehörde

eingeschaltet werden muss.

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3.5. Gewähren von Zuwendungen an Kunden / Geschäftspartner

2. Zuwendungen an öffentlich Bedienstete und diesen

gleichgestellten Personen

c. Der Maßstab der sozialen Adäquanz kann anders als in der

Privatwirtschaft nicht ohne weiteres herangezogen werden.

Die Vergabe von Zuwendungen an öffentlich Bedienstete

ist daher restriktiv zu handhaben.

d. Da das Strafrecht den Begriff des Amtsträgers weit definiert (vgl. § 11 Abs.1 Nr. 2 c StGB), sollte

im Zweifel vorab die Compliance-Abteilung eingeschaltet werden, um zu klären, ob der

Zuwendungsempfänger als Amtsträger einzustufen ist.

e. Mitarbeiter von Sparkassen, öffentlichen Förderinstituten (z.B. KfW, GIZ, World Bank) sowie

teilweise auch von Landesbanken sind Amtsträger im Sinne des Strafrechts. Zuwendungen an

diesen Kreis sollen somit nur unter dem Vorbehalt erfolgen, dass der anstellende Dienstherr vorab

ausdrücklich sein Einverständnis erklärt.

Aufgrund dieser Besonderheiten ist vor der Vergabe von Zuwendungen im öffentlichen

Bereich immer sicherzustellen, dass die Genehmigung des jeweiligen Dienstvorgesetzten

vorliegt.

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4.1. Verletzung von Gesetzen durch aktives und / oder passives Fehlverhalten

Strafgesetzbuch (StGB), personenbezogen

§ 331 Vorteilsannahme

§ 332 Bestechlichkeit

§ 333 Vorteilsgewährung

§ 334 Bestechung

§ 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr (auch im Ausland)

§ 298 Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen

Daneben auch §§ 263, 266 Betrug, Untreue etc.

Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG), unternehmensbezogen

§ 30 Geldbuße gegen juristische Personen und Personenvereinigungen

§ 130 Verletzung der Aufsichtspflicht in Unternehmen und Betrieben

Gesetz zur Bekämpfung internationaler Bestechung (IntBestG)

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4.2. Mögliche Konsequenzen für das Unternehmen









Zivilrechtliche Haftung

Geldbußen

Steuernachzahlungen / Rückwirkende Bilanzberichtigungen

Verlust der Handlungssouveränität

Reputationsschaden

Abbruch von Geschäftsbeziehungen

Blacklisting: Ausschluss von öffentlichen Aufträgen

Gewerbeuntersagung

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4.3. Mögliche Konsequenzen für den Mitarbeiter


Strafrechtliche Verfolgung

Bis zu 3 bzw. 5 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe

(§§ 299, 334 StGB)


Steuerrechtliche Verfolgung

strafbares Steuerdelikt


Pflicht zum Schadensersatz

Geschäftsherr hat Schadensersatzanspruch (§ 280 BGB), nicht nur bei bestehendem

Vertragsverhältnis mit Kunden, sondern auch im vorvertraglichen Verhältnis oder bei nichtigem

Vertrag

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4.4. Verhaltenskodex Dorsch Gruppe

Pfad: http://intranet/Internal/SitePages/Verhaltenscodex.aspx

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5.1. Meldepflicht direkt / anonym

Pfad: http://intranet/AddressBook/SitePages/compliance.aspx

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5.2. Selbstverpflichtungserklärung

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5.3. Richtlinie Zuwendungen

Verhaltenskodex-Ampel (ohne öffentlichen Sektor)

Aufmerksamkeiten mit Höflichkeitscharakter mit einem Wert

von einzeln und p. a. zusammen nicht mehr als 100,- €

Einladungen zu Geschäftsessen bis zu einem Wert von

100,- €

Einladungen ohne Freizeitcharakter (z. B. Vorträge und

Informationsveranstaltungen ohne Bewirtung)

Annahme / Vergabe der Zuwendung

grundsätzlich erlaubt

Keine Genehmigung vom Vorgesetztem /

Compliance erforderlich

Zuwendungen über einem Wert von 100 € p.a. und

Person / Mitarbeiter

Einladungen im sozial adäquaten Rahmen, die auf der

jeweiligen Ebene des Empfängers auch im privaten

Bereich üblich sind und nicht den Anschein eines

Interessenkonfliktes aufwerfen

Genehmigung durch Vorgesetzten und

Compliance erforderlich

Kontaktaufnahme mit Compliance, bevor die

Zuwendung mit dem Empfänger besprochen

wird

Zuwendungen, die den Empfänger beeinflussen oder einen

Interessenkonflikt auslösen können

Geld oder geldgleiche Geschenke

Zuwendungen, die auf der Ebene des Mitarbeiters als nicht

sozial adäquat gelten

Vergabe / Annahme unzulässig

Erhaltene Geschenke, wenn Zurückweisung

nicht möglich: Weitergabe an Compliance und

Zuführung zu einem wohltätigen Zweck

Pfad zur Richtlinie Zuwendungen im Intranet: http://intranet/Documents/Richtlinie_Zuwendungen.pdf

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6. Fazit

Die Dorsch Gruppe arbeitet mit ihren Projekten in zahlreichen

Ländern mit hohem Korruptionsrisiko. Umso wichtiger ist es,

auch in diesen Ländern die Geschäfte sauber und transparent

abzuwickeln.

Durch aktives und/oder passives Fehlverhalten riskiert der/die Mitarbeiter(in) die Existenz –

nicht nur die eigene berufliche und wirtschaftliche, sondern vor allem auch die seines/ihres

Unternehmens oder gar der gesamten Dorsch Gruppe!

Wer also in irgendeiner Form von aktiver oder passiver Korruption / Bestechung betroffen ist oder

davon Kenntnis erhält, dass Projekte der Dorsch Gruppe davon betroffen sind, ist verpflichtet, sich

umgehend der Geschäftsleitung bzw. dem Compliance Officer anzuvertrauen.

Verschleierung macht erpressbar!

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7. Fragebogen

Abschließend bitten wir Sie, zu der vorangegangenen Online-Schulung einige einfache

Verständnisfragen zu beantworten. Die sechs Fragen lassen sich leicht auf der Basis der in der

Präsentation vermittelten Informationen beantworten. Nur eine der jeweils drei möglichen Antworten

ist korrekt. Sie erhalten nach Beantwortung der Fragen Ihre persönliche Auswertung per E-Mail.

Die Fragen dienen unserem

Compliance Officer und dem

Human Resources zur

Erfolgskontrolle der Schulung.

Sollten Sie nicht gleich im ersten

Anlauf alle Fragen richtig

beantwortet haben, versuchen

Sie es einfach noch einmal.

Vielen Dank!

Zum Fragebogen: http://intranet/Internal/Lists/compliancefragen/overview.aspx

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