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Universität Wie das

Universität Wie das Klima die Biodiversität beeinflusst Prof. Jörg Bendix entwickelt Verfahren für Klima- und Wettererkundung von Norbert Wiedemer Jörg Bendix ist Professor für Geoökologie. Wenn Jörg Bendix beruflich unterwegs ist, hat er häufig eine Drohne mit im Gepäck. Auf der Reise nach Südamerika liegt das Flugobjekt jedoch nicht im Handgepäckfach, sondern in der Cargo-Abteilung. Am Zielflughafen wird das gute Stück wieder am Gepäckband in Empfang genommen. Es dient in Chile und Ecuador Forschungszwecken. Bendix ist Professor für Geoökologie an der Philipps-Universität mit dem Schwerpunkt Klimageographie und Umweltmodellierung. Er arbeitet in beiden Ländern an Projekten, mit denen die raum-zeitliche Nebel- und Niederschlagsdynamik erfasst und ihre Bedeutung für die Ökosysteme ermittelt wird. Mithilfe der Drohne und eines Laser-Tropfenzählers werden die Größe der Tropfen im Nebel und ihre Anzahl gemessen. An dem interdisziplinären Projekt in Ecuador, das bereits ins 20. Jahr geht, sind 21 Arbeitsgruppen aus 15 Universitäten beteiligt, darunter vier Hochschulen und das um aus dem Anden- Umweltministeristaat selbst. Zentraler Standort ist eine Forschungsstation im Regenwald. Über 300 Baumarten in zwei bedeutenden Biodiversität- Hotspots bieten material zum System von Klima- und Anschauungs- Nährstoffkreislauf und zur Frage, wie der Klimawandel Vegetation und Wasserregulation beeinflusst. Ein noch relativ junges DFG-finan- Ich habe schon als Jugendlicher Mineralien gesammelt ziertes Projekt mit dem Titel „Earthshape“ führen den Marburger Wissenschaftler und seine Mitarbeiter in die Atacama-Wüste in Chile. Hier wird an den trockensten Stellen der Erde ermittelt, wie biologische Organismen an der Formung der Erdoberfläche mitwirken. Flechten, Algen und Pilze lassen trotz der Trockenheit eine sogenannte „Biokruste“ entstehen. Weitere aktuelle Forschungsvorhaben laufen in Tibet, wo vor Ort aber auch mit- hilfe von Fernerkundungsdaten Niederschlagsinformationen gesammelt werden, und in Korsika, wo es um Zusammenhänge von Klima und Vielen Dank für das gewachsene Vertrauen! Seit über vier Jahrzehnten beraten wir persönlich, passgenau und langfristig: Aus gehend von Ihren individuellen Wünschen, Zielen und Möglichkeiten erhalten Sie alle Bausteine für die Bildung und Sicherung Ihres Vermögens: aus einem Kopf und einer Hand. Auf unsere ganzheitliche Finanzberatung vertrauen schon heute rund sechs Millionen Menschen in Deutschland. Mit einer unserer über 3.400 Direktionen und Geschäftsstellen sind wir auch in Ihrer Nähe. Bauen auch Sie auf Deutschlands größte eigenständige Vermögensberatung. 28 Informieren Sie sich bei unserer kostenlosen Kundenhotline unter: 0800 3824000 oder fi nden Sie Ihren persönlichen Vermögensberater unter: www.dvag.de

Universität Fotos: Norbert Wiedemer, J. Bendix Baumchronologien geht. In Mitteleuropa wird mithilfe von Satellitendaten die Bodennebelverbreitung beobachtet. Die Ergebnisse werden dem Wetterdienst zur Verbesserung des Klimaatlasses zur Verfügung gestellt. Bereits abgeschlossen sind ähnliche Projekte in Tibet, Taiwan und Französisch–Guayana. Noch in den Anfängen steckt eine Aufgabe in Ecuador, die Bendix gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde NASA angehen will, die auch eine wichtige geowissenschaftliche Institution ist. Bendix gilt als Experte für satellitengestützte Klimatologie und die Geoökologie tropischer Hochgebirge. Er entwickelt und verbessert Verfahren zur Fernerkundung und Simulation von Klima- und Wetterdaten. Dabei spielen Fragen zum Einfluss von Klima- und Landnutzungswandel auf die Biodiversität eine wichtige Rolle. Er setzt bei seinen Arbeiten auf eine Kombination von Geländemessung, Fernerkundung und numerischer Modellierung, um letztlich Prognosewerkzeuge bereitzustellen. Um den komplexen Zusammenhängen in den Ökosystemen auf die Spur zu kommen, kooperiert er mit anderen Disziplinen wie der Pflanzenwissenschaft. Damit trägt er zur Erforschung des Klimawandels und der Folgen bei. Die Ergebnisse versucht er in Symposien und auf Kongressen zu vermitteln. Seine Arbeiten haben also durchaus niger. Nach seiner Habilitation erhielt gesellschaftliche und politische Relevanz. München, ehe er im Jahr 2000 dem er 1999 zunächst eine C3-Professur in Etwa 800 Studierende sind am Fachbereich Geografie eingeschrieben. In Bis heute fühlt sich der 58-Jährige, der Ruf an die Philipps-Universität folgte. verschiedenen Modulen lernen sie mit der Familie in einem Amöneburger Stadtteil lebt, nach eigener Aussa- auch die Klimatologie kennen. „Viel lesen, schauen, was andere Leute publiziert haben, und die Erkenntnisse fungen nach Gießen, Bonn und Berlin ge in Marburg so wohl, dass er Beru- immer wieder kritisch hinterfragen“ ablehnte. Dazu trage, so Bendix, die ist der Anspruch, den der Hochschullehrer seinen akademischen Schütz- Gießen bei. In der Nachbarstadt steht gute Zusammenarbeit mit der Uni lingen ans Herz legt. eine Messstation seiner Arbeitsgruppe. Auch die Familie ist ein Wohlfühl- Bendix, der aus Troisdorf stammt und dort zur Schule ging, fand früh Interesse an der Geographie: „Ich habe er gerne auf dem Kirchhainer Bagfaktor. Mit Sohn und Tochter segelt schon als Jugendlicher Mineralien gesammelt. Ein Erdkundelehrer förderte dem Fahrrad oder beim Walking ungersee. Sportlich ist er außerdem auf Drohne und Tropfenzähler kommen in Südamerika zum Einsatz. die Begeisterung für das Fach.“ In einer Zeit als der Umweltgedanke an Be- Hausmusik angesagt. Dafür bringt terwegs. In der Freizeit ist aber auch deutung gewann studierte er in Trier Prof. Bendix gute Voraussetzungen und Bonn und war wissenschaftlicher mit: Im jugendlichen Alter war er als Mitarbeiter der bekannten Klimatologen Wilhelm Lauer und Matthias Gitarrist einer Band auf Achse. Wi- 29