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Blick in die Produktion

Blick in die Produktion im Stammwerk Allendorf/Eder, hier ein Prüfstand für Heizkessel. Wärme als Grundbedürfnis, von Visionären in Technik gefasst Die 100-jährige Erfolgsgeschichte der Viessmann-Group in Allendorf/Eder von Karl-Hermann Völker Eine stilisierte Heizschlange in Form der Zahl „100+“: So sieht das Logo der Viessmann-Werke zum Jubiläumsjahr 2017 aus. In der hundertjährigen Geschichte hat Viessmann in der Heiztechnik-Branche weltweit eine technologische Vorreiterrolle angenommen, auch im Wechsel zu regenerativen Energien. Das „+“ steht für die Jubiläums- Botschaft „Auf in ein neues Jahrhundert“. „Die Welt ist im Wandel“, sagt Firmenchef Prof. Dr. Martin Viessmann. Es ändere sich nicht nur das Klima, sondern auch Gesellschaften, Kulturen und Märkte seien im Fluss. „Diesem Wandel können wir uns nicht entziehen. Aber wir können ihn beeinflussen, wenn wir eine aktive Rolle einnehmen. Die Botschaft ‚Auf in ein neues Jahrhundert‘ soll genau das ausdrücken. Innovationskraft! Die Begeisterung für Neues steckt in unseren Genen.“ Die Viessmann-Group ist heute einer der international führenden Hersteller von Heiz-, Industrie- und Kühlsystemen. Mit 23 Produktionsgesellschaften in zwölf Ländern, mit Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in 74 Ländern sowie weltweit 120 Verkaufsniederlassungen ist Viessmann international ausgerichtet. 54 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Ausland. 2,25 Milliarden Euro Umsatz hat die Viessmann-Group im Jahr 2016 erwirtschaftet. Für die Kreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf ist das Unternehmen aber auch wichtiger Arbeitgeber: In Edertal, am Stammsitz, sind 4.400 von insgesamt 12.000 Mitarbeitern beschäftigt. Erster Stahlkessel 1928 Es begann mit dem menschlichen Grundbedürfnis nach Wärme: In einer kleinen Schlosserei im bayerischen Hof machte sich der Vorfahre Johann Viessmann 1917 selbstständig und entwickelte dort 1928 den ersten Heizkessel – und zwar aus Stahl! Eine bahnbrechende Idee, denn seine Johann Viessmann gründete Kessel erwärmten sich schneller 1917 eine kleine Schlosserei und hatten einen niedrigeren Verbrauch als die damals gängigen und entwickelte dort 1928 den ersten Stahlheizkessel. Kessel aus Gusseisen. 1937 verließ Johann Viessmann Hof und baute in Allendorf/Eder aus kleinen Anfängen ein neues Unternehmen auf, das 1947 sein Sohn Hans Viessmann mit 35 Beschäftigten übernahm. Schon ein Jahr später arbeiteten dort 100 Männer und Frauen. Heizöl setzte sich in den 1950er-Jahren als Brennstoff durch, und der Bedarf an Heizkesseln war enorm. Fotos: Viessmann-Werke , Karl-Hermann Völker 30

Wirtschaft Im neuen Technikum, das für 50 Millionen Euro im Jubiläumsjahr in Allendorf/Eder fertiggestellt wurde, können 110 Prototypen und Heizsysteme gleichzeitig geprüft und getestet werden. Fotos: Viessmann-Werke , Karl-Hermann Völker Hans Viessmann entwickelte moderne Maschinen, neue Brennstoff-Systeme für Zentralheizungen, Gas-Heizkessel aus Edelstahl, Tieftemperaturkessel mit einer biferralen Verbundheizfläche und niedrigen Abgastemperaturen. „H.V.“, wie ihn alle im Werk nannten, steuerte das Unternehmen auch durch schwierige Zeiten und zwei Ölkrisen. Verkaufsschlager wurde der „Vitola“: 1988 verließ der einmillionste Kessel Allendorf. Es folgten Brennwertkessel, die erheblich an Energie und CO2-Emission einsparten. Der Energie-Visionär setzte bereits auf Solarkollektoren, „als Ökos noch als Spinner galten“ (so Enkel Maximilian heute). 1992 übertrug Hans Viessmann die alleinige Leitung des Unternehmens seinem Sohn Martin. Der setzte Vaters Kurs der nachhaltigen Innovationen als Umweltpionier und Schrittmacher in der Heizungsbranche fort: Bereits 2012 erreichte Viessmann in Allendorf mit seinem Projekt „Effizienz Plus“ die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung für 2020. Lob der Bundeskanzlerin Dafür gab es im Jubiläumsjahr großes Lob von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die von Berlin nach Allendorf/Eder geflogen war, um dort das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum einzuweihen. Mit 250 Prüfplätzen auf 11.000 Quadratmetern, wo 100 Menschen arbeiten, ist es bei einem Kostenaufwand von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, hier im rund 50 Millionen Gespräch mit Beschäftigten, weihte im Jubiläumsjahr das neue Viessmann-Technikum ein. te Investition in der Euro die bisher größ- Firmengeschichte. „Dieses Technikum unterstreicht den hohen Stellenwert von Forschung und Entwicklung“, sagte Merkel. „Was in einer kleinen Werkstatt begann, ist heute eine global tätige Unternehmensgruppe geworden. Da kann man nur sagen: An der Spitze der Viessmann-Group mit drei Divisionen stehen jetzt Maximilian Viessmann, Prof. Dr. Martin Viessmann und Joachim Janssen. Respekt vor dem Weg in diesen 100 Jahren.“ Mit dem Jubiläum verbunden ist auch ein Wandel in der Unternehmensführung der Viessmann-Group: Schon im Vorjahr war Prof. Dr. Martin Viessmann als „Familienunternehmer des Jahres 2016“ von der INTES-Akademie ausgezeichnet worden. Er übertrug die Leitungsfunktion als Chief Executive Officer (CEO) an seinen bisherigen Stellvertreter Joachim Janssen und konzentriert sich jetzt auf seine Rolle als Präsident des Verwaltungsrates, während sein Sohn Maximilian Viessmann als zweiter CEO die neue operative Einheit der „Viessmann Energy Solutions“ leitet und dabei die Chancen nutzen will, die sowohl Energiewende wie auch Digitalisierung bieten. „Ich bin froh, dass er die digitale Transformation unseres Unternehmens persönlich vorantreibt“, sagt Vater Martin Viessmann. Ausbildung und duales Studium Das breite Spektrum an interessanten Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen in vielen kaufmännischen und technischen Bereichen am Viessmann-Standort Allendorf/Eder hat dazu geführt, dass in den vergangenen Jahrzehnten viele junge Leute nicht abgewandert, sondern mit einer aussichtsreichen beruflichen Zukunft in der Lahn-Eder-Region geblieben sind: 500 junge Menschen absolvieren derzeit bei Viessmann eine Ausbildung in 17 verschiedenen Berufen, 82 Bachelor-Studenten werden in neun Studiengängen ausgebildet. 31