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Wirtschaft „Wir bieten

Wirtschaft „Wir bieten denen Wohnraum, die sonst durch’s Raster fallen“ Baugenossenschaft Biedenkopf unterhält im Hinterland Immobilien mit moderaten Mietpreisen von Angela Heinemann „Werben müssen wir eigentlich nicht“, sagt Norbert Wunderlich, Vorstandssprecher der Baugenossenschaft Biedenkopf. Und doch ist die Genossenschaft stolz darauf, dass sie schon seit vielen Jahrzehnten Menschen mit Wohnraum versorgen kann, die auf dem freien Wohnungsmarkt sonst nicht fündig werden. Da Mieten in den vergangenen Jahren mehr gestiegen sind als Löhne, ist es für nicht wenige Menschen ein Problem, eine Wohnung zu finden, die zu den Einkünften passt. „Es ist die Mittelschicht, die hier Probleme hat: Die Krankenschwester, der Koch, die Rentnerin, der Kraftfahrer,“ erläutert das Gremium. „Oder auch der Jugendliche in Ausbildung, der erstmals auf eigenen Beinen stehen möchte.“ Norbert Wunderlich, Klaus-Dieter Knierim und Bernd Ventzke (von links) vor den modernisierten Genossenschaftshäusern in der Biedenkopfer Freiherrvom-Stein-Straße. Gladenbach, Biedenkopf, Breidenbach, Bischoffen: Überall dort stehen Wohnblöcke der Baugenossenschaft Biedenkopf. Kleine Wohneinheiten und größere – dem Bedarf Alleinstehender genauso entsprechend wie dem von Familien. „Unsere Intention ist es, Menschen bezahlbaren Wohnraum anzubieten,“ erläutern Wunderlich, sein hauptamtlicher Vorstandskollege Bernd Ventzke und Klaus-Dieter Knierim. Der frühere Bürgermeister der Stadt Gladenbach wurde erst kürzlich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Im Nebenamt gehört dem Vorstand auch noch Ulrich Schürmann an. 38 Mieter erwerben Geschäftsanteile Zu den allgemeinen Worten gibt es Zahlen. Sind die Löhne durchschnittlich um acht Prozent angehoben worden, so stiegen die Mieten auf dem Wohnungsmarkt mitunter um 16 Prozent innerhalb von drei bis vier Jahren. Die Baugenossenschaft kann sich hier abheben. „Wir erhöhen die Mieten alle drei Jahre um maximal ein Prozent im Rahmen einer Instandhaltungspauschale,“ erklärt Wunderlich. Eine Kaution fällt nicht an. Da der genossenschaftliche Grundgedanke in dem Modell verankert ist, erwirbt jeder Mieter Geschäftsanteile. Zu deren Finanzierung wird den Mietern eine Brücke gebaut. Während 10 Prozent dieser Anteile in bar zu entrichten sind, kann der Rest ratenweise bezahlt werden. Bezahlbare Mieten, schneller Service durch zwei Hausmeister bei Defekten und fortlaufende Modernisierungen machen die Genossenschaftswohnungen zu einem begehrten Gut. „Durch Modernisierungsmaßnahmen wie beispielsweise in der Biedenkopfer Freiherr-vom-Stein-Straße haben ganze Straßenzüge ein neues Aussehen erhalten,“ berichtet der Vorstand. Doch nicht nur in äußerlich wahrnehmbare Arbeiten investiert die Genossenschaft. Seit 2010 ist die Umstellung auf Gasheizung Schwerpunkt der Modernisierung – weg von Nachtspeicherheizungen, die aus Verbrauchsgründen nicht mehr zeitgemäß erschienen. Während normalerweise 11 Prozent der Modernisierungskosten auf die Miete umgelegt werden können, veranschlagt die Baugenossenschaft dabei nur drei Prozent. Die Miete stieg um einen Euro pro Quadratmeter. Unter dem Strich sieht das für den Fotos: Angela Heinemann; Privat

Erst vor kurzem haben die Fassaden der genossenschaftlichen Gebäude in der Gladenbacher Bahnhofstraße eine „Generalüberholung“ erfahren. Mieter sogar noch günstiger aus: „Bedenkt man die Einsparung, pendelt sich die effektive Erhöhung bei nur 50 Cent ein“, informiert Klaus-Dieter Knierim. Wirtschaftsfaktor in der Region Eine schlanke Verwaltungsstruktur und Vorteile aus der Niedrigzinsphase geben Wunderlich, Ventzke und Knierim als Gründe dafür an, warum der Genossenschaft ein so mieterfreundliches Haushalten möglich ist. Ein Wirtschaftsfaktor in der Region sei die Baugenossenschaft Biedenkopf zudem. „Bei den Ausschreibungen für unsere Arbeiten, die wir entsprechend der Vergabeordnung vor- nehmen, kommen regelmäßig örtliche Unternehmen zum Zug.“ Eine runde Sache – letztendlich auch für die Baugenossenschaft selbst. Einen Leerstand bei ihren Wohnungen kennt sie nicht, die Mieterfluktuation sei unterdurchschnittlich. Persönliche Empfehlungen seien der Weg, über den die Baugenossenschaft, die in der Biedenkopfer Hainstraße ansässig ist, ihre Mieter finde. Die Nachfrage sei groß, aber Entscheidungen treffe man nicht am Telefon. „Wir setzen nach Vereinbarung eines Termins auf das persönliche Gespräch,“ erläutert Norbert Wunderlich. „Dabei ist es wie überall im Leben: Es muss passen.“ Fotos: Angela Heinemann; Privat Wir gut und sicher wohnen – vermieten unsere Wohnungen an verschiedenen Standorten im Hinterland – haben unser Geschäftsmodell auf zufriedene Mitglieder und Mieter gegründet – sind nicht auf kurzfristigen Gewinn und hohe Mieten ausgerichtet – wollen, dass unsere Mitglieder und Mieter durch die dauerhafte Nutzung gute Nachbarschaften pflegen können. 35216 Biedenkopf · Hainstraße 66 · Tel. 0 64 61-95 10 0 E-Mail: info@bgs-bied.de · www.bgs-bied.de Die Gemeinnützige Baugenossenschaft für den Kreis Biedenkopf eG wurde 1921 gegründet. Sie verfügt über 493 Wohnungen in der Größenordnung 40 bis 90 Quadratmeter, über 95 Garagen und drei Altentagesstätten. Mit der Stadt Biedenkopf besteht ein Pachtvertrag über das Objekt „Bei der Kirche 14, Altes Rathaus“ mit acht Wohnungen, die wie eigene Wohnungen verwaltet werden. Im Eigentum befinden sich die Wohnungen an den Standorten Biedenkopf, Breidenbach, Gladenbach und Bischoffen. 39