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Berner Kulturagenda 2017 N° 40

Berner Kulturagenda 2017 N°

DO 12.10. – MI 18.10.2017 40 / www.bka.ch Seite 3 10 Jahre BeJazz-Club in den Vidmarhallen: Fabio Baechtold im Interview Fotografien von Stefan Burger in der Kunsthalle Bern Pegelstand, Kolumne von Madeleine Corbat Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 Da Cruz am Minifestival von Bee-Flat in der Turnhalle Aufführungen der Internationalen Opernwerkstatt Regisseur Juri Steinhart und sein Film «Lasst die Alten sterben» Drei Literaturtipps in der Übersicht Andrea Ebener Satinsatter Mittelpunkt Sechs Jahre hat Pamela Méndez die Nachfolge ihres fulminanten Debüts reifen lassen. In der Dampfzentrale präsentiert sie mit ihrer Band die EP «World of Nothing»: ein dichtes, drängendes und sinnliches Werk. 3 ZVG Kulturtipps von Regula Nussbaum Die Berner Kulturvermittlerin Regula Nussbaum hat den StattLand-Rundgang «Kosmos Kommunikation» mitkonzipiert. Mit den Guides – ein Mensch und ein Roboter – geht es am Sa., 14.10., um 14 Uhr beim Haupteingang des PostParc in Bern los. Machen Sie den ersten Satz: Philosophie, Natur und Kultur sind ein Elixier für Auf-, Ab- und vor allem Anregung. Und was soll der letzte sein? «Earth» without «art» is just «Eh». Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. In die Ausstellung «Die Sammlung Hahnloser» im Kunstmuseum Bern (bis 11.3.2018), weil ich an einer Weiterbildung die Enkelin und Urenkelin der Sammlerin und deren Geschichte kennengelernt habe. 2. In die Ausstellung «Plastik/ Kunststoff» im Tramdepot Burgernziel (bis 29.10.), weil es erstaunlich ist, wie aus alltäglichem Material Kunstwerke entstehen. 3. In die Ausstellung «Digital, real – Wie die Kunst zwischen Welten surft» im Mobiliar-Hauptgebäude in Bern (bis 16.3.2018), weil sie auf meinem Arbeitsweg liegt und frei zugänglich ist. Abrackern im Holzkubus «Der Verdingbub» kommt erstmals auf die Bühne. Die Inszenierung der Filmemacherin Sabine Boss am Konzert Theater Bern spielt auf einer vielschichtigen Bühne. Max rackert sich auf einem Bauernhof ab und kassiert Schläge. Nur die Zuneigung zur Magd Berteli, die ebenfalls unter der brutalen Familie Bösiger leidet, und sein Traum vom argentinischen Tango machen für Max das Leben lebenswert. Der Spielfilm «Der Verdingbub» von Regisseur Markus Imboden thematisierte vor sechs Jahren ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte im Kino. Regierung und Parlament haben inzwischen den Wiedergutmachungsfonds für ehemalige Opfer von administrativer Versorgung, Verdingung und Zwangsadop tion im 20. Jahrhundert eingerichtet. Nun zeigt das Konzert Theater Bern als Premiere eine Bühnenadaption von Barbara Sommer und dem Drehbuchautor Plinio Bachmann. Regisseurin von «Dr Goalie bin ig» Schauspieldirektor Cihan Inan, der künstlerisch im Film verwurzelt ist, hat für diesen Stoff die Filmregisseurin und -dozentin Sabine Boss nach Bern geholt. Von ihr stammen Schweizer TV- und Kinohits wie «Ernstfall in Havanna», «Lüthi und Blanc» und «Der Goalie bin ig». Der Verdingbub Max (Nico Delpy) ist der brutalen Bauernfamilie Bösiger ausgeliefert. Laut der KTB-Dramaturgin Fadrina Arpagaus lotet Boss im Stück die Mittel des Theaters aus und schafft für die emotionale Geschichte des Verdingbuben (Nico Delpy) einen vielschichtigen Bühnenraum. So ist das Bauernhaus ein abstraktes Holzkon strukt, an dem sich die Spielerinnen und Spieler abrackern, während die Musik (Nermin Tulic) als Schatten von Max über die Bühne geistert. Katja Zellweger Stadttheater, Bern Premiere: Fr., 13.10., 19.30 Uhr Vorstellungen bis 21.4.2018 «Der Verdingbub» im Kino Rex, Bern: Mo., 16.10.,18 Uhr und 31.10. www.konzerttheaterbern.ch www.rexbern.ch Christian Kleiner Klänge zur Andacht Mit Violine, Viola, Cello, Flöte und Klavier würdigen zwölf Musikerinnen und Musiker im Konservatorium Bern den verstorbenen Berner Geiger Thomas Füri. «Mein Ziel ist stets, die Geheimnisse zu ergründen, die zwischen den Notenzeilen stecken.» Das sagte der Berner Geiger Thomas Füri Ende 2015 in einer Gesprächsrunde an der «Rüttihubeliade». Vielleicht war es das Geheimnis der Erfolge, die er zwischen 1979 und 1993 als Leiter der Camerata Bern und als Violinist bei I Salonisti im Film «Titanic» feierte. Im Alter von 70 Jahren ist Thomas Füri diesen Sommer verstorben. Freunde und Lieblingskomponisten Auf Anregung seiner Frau, der Sopra nistin Ursula Füri-Bernhard, organisiert der Geiger Karel Boeschoten ein Konzert im Konservatorium Bern als Hommage an Füri. Es treten ein Dutzend Musikerinnen und Musiker auf, die mit Füri befreundet waren. In variierenden Kammermusik-Formationen erklingen Füris Lieblingskomponisten, darunter Bach, Mozart und Mendelssohn. Weiter ermöglichen Stücke wie die «Meditation» aus der Oper «Thaïs» von Jules Massenet Momente inniger Andacht. Stephan Ruch Konservatorium, Bern Sa., 14.10., 17 Uhr www.konsibern.ch