Opa dreht durch

schnuckel

Motorrad Reiseberichte 2009 bis 2012

4 Wie alles begann

Wie alles begann

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Vorwort

Lange habe ich überlegt, wie ich meine Erlebnisse als Biker

anderen mitteilen kann. Im Zeitalter von Facebook, Twitter,

Youtube und Internet sollte diese Entscheidung nicht

schwer fallen. Noch dazu, wo ich durch meinen Beruf in

der IT-Branche über die notwendigen Voraussetzungen

dafür verfüge. So habe ich in den vergangenen vier Jahren

eine eigene Webseite gestaltet (wer gugelt° der findet) und

dort allerhand Zeugs zum Besten gegeben. Einige, die

meine hier veröffentlichten Tourberichte gelesen haben,

fanden diese ganz passabel.

Doch sind wir mal ehrlich. Wie viele Leute verirren sich auf

diese Web-Seite. Und wer möchte sich abends hinsetzen

und so etwas am PC oder Eier-PET° lesen?

Getreu dem Motto:

Ein Buch ist ein Buch

entstand langsam der Plan, das Ganze in gedruckte Form

zu bringen. So ist dies quasi mein Erstlingswerk und der

Versuch, meine Erlebnisse während der Touren in Form

eines Reiseberichtes zu dokumentieren. Daher erhebt das

Buch auch nicht den Anspruch eines Reiseführers.

O. Görlach / März 2013

2. Auflage Mai 2013

(Erklärung im Wörterbuch am Ende)

°

Opa dreht durch

1969 - Wie alles begann

Mein „Leben als Biker“ begann

wahrscheinlich im Jahr 1969.

Von Leben kann man allerdings

noch nicht so richtig sprechen.

Eher wohl von einem Traum.

Ich ging damals in die Erweiterte

Oberschule „Gerhart Hauptmann“

in Wernigerode. Im Sommer verbrachten

wir die meiste Zeit im

Waldhofbad, um (im heutigen

Sprachgebrauch) abzuhängen und

Einputten zu spielen. Einputten

war ein total cooles Ballspiel, mit

einer quasi unbegrenzten Anzahl

von Teilnehmern. Jeder Spieler hatte

10 Punkte und das Ziel des Spiels

bestand darin, Tore zu schießen.

Dazu ging einer ins Tor und die

restlichen Teilnehmer mussten den

Ball jonglieren und zwingend aus

der Luft einen Torschuss probieren.

War‘s ein Tor, bekam der Torhüter

einen Punkt abgezogen – schoss

man daneben, musste man ins Tor

wechseln und bekam vorher selbst

einen Punkt abgezogen. Hatte man

keine Punkte mehr, so war man

raus und konnte baden gehen. Gewonnen

hat derjenige, der am Ende

übrig blieb. Simpel aber Cool.

Im Winter ging es nach der Schule

sofort in Richtung Salzbergtal

zum Skifahren. Das hatte allerdings

wenig mit dem heutigen Skifahren

gemein. Lifte gab es nicht und so

musste man den Hang vorher jedes

Mal hochstapfen, ehe man wieder

runter fahren konnte - eine sehr

schweißtreibende Angelegenheit.

Die Mutprobe schlechthin war

die Schussfahrt vom Hang einer

längst verfallenen und abgerissenen

Schanze. Es ging meist erst im

Dunkeln wieder Heim. Oft wurde

vorher in der oberhalb vom Schanzentisch

gelegenen Gaststätte

„Armeleuteberg“ für die notwendige

Lockerheit in den Knien gesorgt.

Simson SR1 aus dem Jahr 1955

Ich war immer mit einer Clique

unterwegs, zu der u. a. auch ein

Typ namens Mixer gehörte. Er war

der Erste, der Interesse für Mopeds

zeigte und sich dann auch ein

gebrauchtes SR1 kaufte. SR stand

für Simson-Rheinmetal und wurde

in Kooperation beider Betriebe gebaut.

Ein total kultiges Teil, welches

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