Musiker Magazin 3/2017

musikermagazin

• Deutscher Rock & Pop Preis 2017 – Konzept • Die PLANK – Musik mit wildem Herzen • MATIJA – Die Ruhe vor dem Sturm • Jenny Bright – Die 19-jährige Singer-Songwriterin macht leidenschaftlichen Country-Pop • Peer Frenzke – Profigitarrist und Initiator der „1st Class Session“ • Lisa Vuoso – Charmant, authentisch und ein bisschen verrückt … • APRIL ART – Ihre rockende Musik soll ins Ohr gehen und mit einer inhaltlichen Aussage im Kopf bleiben • CousCous – „In einer anderen Welt“ • NOBODY KNOWS – „Nehmt uns nicht für bare Münze“ • Unnachahmlicher Reiz – „Marie-Luises last Show“ entzückte im Theater • Musiker, Moderator und Musicaldarsteller Johnny Silver über das Leben im Musikbusiness • SUPERUSE – „Wenn wir Musik mit Fußball verbinden könnten, wäre das kaum zu toppen …“ • Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 8: Peter Green und Fleetwood Mac – Griff nach musikalischen Sternen • Eva Kyselka – Live berührt sie mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und ihrer magisch-sinnlichen Bühnenpräsenz • Haifische in der Musikbranche • Erst Tageshonorare ab 420 Euro (Beispiel: Editoren) sind Argument gegen Scheinselbstständigkeit

C 10973 F | N o 3/2017 | 3,00 Euro

Kulturzeitschrift für Rock & Pop Musiker

www.musiker-online.tv

Matija

Die Ruhe

vor dem Sturm

CousCous

„In einer

anderen Welt“

April Art

Kraftvolle Musik mit

einer Aussage,

die im Kopf bleibt

Deutscher

Rock & Pop

Preis

Am 9. Dezember

in der Siegerlandhalle,

Siegen

DIE

PLANK

Musik mit wildem Herzen


Angebot

❶ Studiosendung

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung

wie in den goldenen Zeiten des Musik -

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged

und live auch möglich) und Interview.

(30 – 40 Minuten Videoclip)

➜ 500 Euro

+ Eine Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 000 Euro

+ Zwei Seiten Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 500 Euro

Die Vorteile im Überblick:

❷ CD-Hearing /

Interview für

Promozwecke in

einem unserer

Filmstudios

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein

und stellen es vor!

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -

künstler und euer musikalisches Schaffen.

(30 Minuten)

+ Halbe Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 500 Euro

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur

Verfügung – hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken

einbauen

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und

Abspann

• auf Wunsch stellen wir das Video on-demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken

zur Verfügung für noch mehr Reichweite

❸ Aufzeichnung

Live-Konzert

Ihr braucht ein professionelles Live-Video, um

euch für Konzerte zu bewerben?

Kommt in unser Rock-TV-Studio!

(30 Minuten Videoclip)

➜ 1 000 Euro

★ Unser

Film-Team ist

auch mobil!

Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,

drinnen oder draußen.

Wir kommen mit dem Ü-Wagen vorbei, um

mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.

Auf Anfrage machen wir euch gern ein

individuelles Angebot.

© KZENON/FOTOLIA

* Für einen perfekten und professionellen Sound empfehlen wir einen Auftritt mit Vollplayback (Liveund

auch Unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis

nachträglich von uns abgemischt werden).

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. – RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233030 | Fax. +49(0)4131-2330315


EDITORIAL 03

Am 9. Dezember werden

in der Siegerlandhalle in Siegen über 1000 Musikerinnen

und Musiker zusammenkommen,

um sich beim Deutschen Rock & Pop Preis, Deutschlands ältestem

und erfolgreichstem Musik-Wettbewerb der Popularmusik,

auszutauschen und live zu präsentieren.

Auf diesem künstlerischen Wettbewerb werden sich ca. 90 Einzel -

interpreten und Bands aus den unterschiedlichsten musikstilistischen

Bereichen der Rock- und Popmusik mit jeweils einem Song live den Juroren

und dem Publikum vorstellen.

Die Fachjury aus Vertretern der Musik- und Medienbranche sowie qualifizierten

Musiker/-innen, die dieses Jahr ehrenamtlich dem Kulturfestival

zur Seite stehen, wird über diese Konzertauftritte urteilen und am Ende der

Veranstaltung die Gewinner ermitteln.

Im bewussten Gegensatz zu kommerziellen Musik- oder Firmenwett be -

werben zählt beim Deutschen Rock & Pop Preis als einziges Kriterium der

künstlerische Anspruch in den Einzelbereichen Komposition, Text, Instru -

men tation, Gesang, Performance, Originalität und Kreativität.

Finanziert wird dieser musikalische Wettbewerb durch die gemeinnützige

Musikergemeinschaft des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes e.V.

zusammen mit allen mitwirkenden Teilnehmern (mittels geringer Bewer bungsund

Teilnahmebeiträge), ohne Bundes- oder Landes-Förder- und Finan -

zierungsmittel! Die gastgebende Kommune stellt den Aus rich tungsort zur

Verfügung. Diese Gemeinschaftsfinanzierung eines jährlichen großen

gemeinnützigen Kulturfestivals durch alle (direkt und indirekt) beteiligten

Musiker/Musikgruppen/Künstler ist in Deutschland und Europa einzigartig!

Musikgrößen wie Pur, Juli, Yvonne Catterfeld, Pasquale Aleardi oder

Luxuslärm nahmen an diesem kulturellen Wettbewerb teil oder nutzten den

Titel als Sprungbrett für ihre Karriere.

Der 35. Deutsche Rock & Pop Preis 2017 wird von der Deutschen

PopStiftung, dem Deutschen Rock & Pop Musikerverband e.V., der

Fachzeitschrift Musiker Magazin sowie der gastgebenden Stadt Siegen

präsentiert.

Das vor und nach der jährlichen Preisverleihung folgende Presse-Echo

von bundesweit hunderten Tageszeitungen mit z. T. halbseitigen Be richt -

erstattungen über diese Kulturveranstaltung und seine musikalischen Teil -

nehmer und Gewinner ist inzwischen eines der umfangreichsten positiven

Tageszeitungs-Medienechos, das auf ein bekanntes Kulturfestival oder

Rock- & Popkonzert in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erfolgt …

(s. jährliche Pressedokumentation der professionellen Ausschnittdienste).

Die Schirmherrschaft übernehmen in 2017 wieder der Bürgermeister

der Stadt Siegen, Herr Steffen Mues, sowie seit nunmehr 17 Jahren der

Präsident des Deutschen Musikrats, Prof. Martin Maria Krüger.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM

TEXT: OLE SEELENMEYER

3/2017 musiker MAGAZIN


10 FESTIVAL

35. DEUTSCHER

ROCK & POP PREIS 2017

am 9. Dezember 2017, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen

1. ZIEL/KONZEPT

In 2017 werden zum 35. Mal insgesamt über

125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten

musikalischen Bereiche an heraus ra -

gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -

einzel künstler/-innen sowie zum ersten Mal

durch eine Fachjury ausgewählte professionelle

Musik gruppen und Einzelkünstler/-innen mit

Ton trä ger vertrag verliehen. So sollen auch in diesem

Jahr Nachwuchskünstler so unterschiedlicher

musik stilistischer Bereiche wie Rock, Pop,

Country, Hard & Heavy, Alter native, Weltmusik,

Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt werden.

Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen

Aus rich tung steht diese Kultur ver an stal -

tung damit im bewussten Gegensatz zu bisherigen

Veranstal tungszeremonien von Industrie -

preisen und TV-Anstalten.

Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen

Musikgenres wird der heutigen musikalischen

Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik

Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,

dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -

künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als

Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch

als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/

-innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen

Umfeldes dienen.

2. FINANZIERUNG

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -

chen – wie in den vergangenen Jahren auch –

durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen

Rock & Pop Musikerverband e.V. und die am

Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und

Künstler/-innen finanziert.

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten

kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in

den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form

einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle

durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -

nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten

Preisträger der Neben- und Sonderkate -

gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag

pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses

musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -

ebene zu gewährleisten. Diese solidarische

Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land

einmalig: Damit wird auch der 35. Deutsche

Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert

durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,

die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und

Musiker im Deutschen Rock & Pop Musiker -

ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -

neh mer dieses Festivals.

3. KATEGORIEN

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -

preisen werden die Deutschen Rock & Pop

Preise 2017 in über 125 verschiedenen musikstilistischen

Bereichen verliehen. Weitere Preise

können an herausragende etablierte Musik -

gruppen, Musikerinnen und Musiker sowie in


FESTIVAL 11

den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester

Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen

werden. Hierfür kann man sich direkt bewerben.

Die Bundesjury entscheidet, ob besondere

Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.

FOLGENDE EINZELKATEGORIEN

WERDEN AUSGESCHRIEBEN:





8 Hauptkategorien

64 Nebenkategorien

25 Sonderkategorien

28 Sonderauszeichnungskategorien

Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -

rien und Unterkategorien wird gewährleistet,

dass eine große Anzahl vielversprechender

Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen

in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher

bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -

rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.

In den acht Hauptkategorien werden die Final -

aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -

scheide) tagsüber live am Festivalort auf der

Bühne er folgen. In den übrigen Kategorien entscheidet

die Bundesjury allein aufgrund des

eingeschickten Materials über eine Nominie -

rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich

mit dem künstlerischen und technischen Um -

feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -

ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,

CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur

etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -

son sten im Schatten von künstlerischen Aus -

zeich nungen stehenden Firmen und Personen

geehrt werden.

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer

CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst

eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -

stiftung für die verschiedenen Kategorien be -

werben.

ANMELDEGEBÜHR:

DRMV-Mitglieder 20,– Euro,

DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.

Nach dem Bewerbungsschluss am 1. Se p te -

m ber 2017 ermitteln unabhängige Experten -

juroren, die von der Deutschen Popstiftung ein -

ge setzt werden, die Teilnehmer am Finale und

die Preisträger der Neben- und Sonderkate go -

rien des 35. Deutschen Rock & Pop Preises

2017. Mithilfe eines detaillierten Bewer tungs bo -

gens (Arran ge ment, Instrumentierung, Gesang,

Text, Kom position, Originalität, Kreativität etc.)

ermittelt die Festivaljury die live im Finale des 35.

Deutschen Rock & Pop Preises 2017 auftretenden

Musikgruppen und Einzelinterpreten der

Hauptkategorien. Um eine gerechte Preis ver -

leihung zu gewährleisten, kann die Bundes jury,

wenn die Einordnung den Juroren passend

erscheint, Preise auch in anderen als den durch

die Künstler ursprünglich beworbenen Katego -

rien zuerkennen.

4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL

Die Teilnehmer am Finale des 35. Deutschen

Rock & Pop Preises 2017 erhalten durch die

Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -

nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -

reichen nominierten Bands und Künstler/-innen

werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -

sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars

und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in

Höhe von 150,– Euro je Hauptkategorie sowie

100,– Euro je Sonder- oder Nebenkategorie (je

zuerkannter Preissparte) garantieren die Teil nah -

me am 35. Deutschen Rock & Pop Preis 2017.

Die Finalisten (Einzelkünstler/-innen und Musik -

gruppen) der Hauptkategorien erhalten im Ge -

genzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von

1 000,– Euro für den eigenen Gäste-/Fan kreis

(s. zusätzliche Publikumsabstimmungen), die

ausgezeichneten Preisträger der Sonder- und

Nebenkategorien erhalten ebenfalls je 50 Ein -

trittskarten im Gegenwert von 1000,– Euro für

die eigenen Gäste/Fans. Mit der Nichtrück sen -

dung des Anmeldeformulars und der Nicht ent -

richtung der Teilnahmegebühr verfällt die Teil -

nah me und Preiszuerkennung.

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung

durch die Festivaljury werden auf der Home -

page des DRMV www.musiker-online.tv und

durch die Kulturzeitschrift musiker Magazin

nach dem Festival veröffentlicht.

Die jeweils ersten Preisträgerbands der

Haupt kategorien „Rock“, „Pop“ und „Alter-

na tive“ erhal ten eine einjährige kostenlose Mit -

glied schaft im DRMV und ein einjähriges

Rechts- und Fachberatungsprogramm. Die teil -

nehmen den Preisträger der verschiedensten

Deut schen Rock & Pop Preise 2017 erhalten

als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde. Die jeweils

ersten Preis träger der Hauptkategorien erhalten

zu sätzlich einen Rock- & Pop-Oscar.

INFOS: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM/

DEUTSCHER-ROCKPOP-PREIS

ANMELDUNG:

MUSIKER-ONLINE.COM/ANMELDUNG

TEXT: OLE SEELENMEYER

FOTOS: LUDWIG CZAPLA


12 STORIES

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 13

DIE PLANK

Musik mit wildem Herzen

Julia Plank ist Musikerin

mit ganzem Herzen.

Mit 15 Jahren den ersten

Songcontest in ihrer

Heimat gewonnen,

hat sie heute,

20 Jahre später,

viel über sich selbst und

Musik gelernt.

Ihr aktuelles Album

„Wildes Herz“

berichtet genau

von diesen Erfahrungen

und der Sehnsucht

nach mehr.

Im Interview erzählt sie

von ihrer Solokarriere

als „Die Plank“ und

erklärt uns, warum sich

Crowdfunding für junge

Musiker nicht rechnet.

MM: Im letzten Jahr ist dein Debütalbum

„Wildes Herz“ unter deinem Künstlernamen

„Die Plank“ erschienen. Was können Hörer

von diesem Album erwarten?

JULIA PLANK: Das Album ist eine Hommage an

eine Zeit in meinem Leben, als ich noch nicht so

recht wusste, wer ich eigentlich bin. Die Songs

erzählen davon, wie sehr man sich verlaufen kann,

von den damit verbundenen enttäuschten Er -

war tungen an Menschen und Situationen. Und es

erzählt von der Sehnsucht, sich selbst eine neue,

eigene Richtung zu geben. Die Songs heißen

beispielsweise „Kaffee“, „Spiel mit mir“, „Durch die

Nacht“ – und sie laden ein, sich wirklich Zeit zum

Zuhören zu nehmen. Es ist Singer-Song writer-

Pop, zwischen Folk, Jazz und Chanson. Wir

haben bewusst alles ganz pur arrangiert und die

Geschichten der Songs in den Mittelpunkt ge -

stellt. Und weil wir den Leuten gern Zeit schenken

möchten, wirklich reinzuhören und in Texte und

Melodien abzutauchen, gibt’s das Album nicht nur

digital und als CD, sondern auch als Schallplatte.

MM: Das Album hast du durch Crowd fun ding

finanziert. Was gefällt dir an diesem Vor -

gehen?

JULIA: Nach meinen Erfahrungen sehe ich das

Ganze heute differenziert und würde eine Projekt -

finanzierung für ein kleines Solo-Musik-Projekt

nicht mehr per Crowdfunding machen. Auch wenn

mein Album damit erfolgreich finanziert werden

konnte. Crowdfunding hat mich eingefangen mit

dem sympathischen, unkonventionellen Vorgehen,

der scheinbaren Einfachheit und der Öffentlichkeitswirksamkeit,

die erzielt werden kann. Nach -

dem ich beruflich aus dem Bereich Marketing

und PR komme, wusste ich, dass ich mit eigenen

Mitteln in der Lage bin, eine Low-Budget-Kom -

mu nikationskampagne über alle Kanäle auszurollen.

Mailings, Social Media, lokale Presse und

das persönliche Netzwerk. Mein Spielfeld! Und

trotzdem haben nur rund 60 Personen tatsächlich

mitgemacht. Da habe ich erstmals ein Gefühl

dafür bekommen, wie viel interdisziplinäre Maßnah -

men-Power dahinterstecken muss, wenn die


3/2017 musiker MAGAZIN


14 STORIES

»Entstanden ist eine

wunderschöne

Nischen-Produktion und

eine Interpretation

meiner Songs, die sich

an nichts misst,

als an der Atmosphäre,

die uns bei den

Aufnahmen be gleitet hat.«

Unterstützer in die Tausende gehen. Wer hier

keine Erfahrung hat, dem würde ich raten, sich

bewusst zu machen: Das Internet ist kein Selbst -

läufer! Man braucht eine Menge finanziellen Schub,

Handwerkszeug und Erfahrung, um Menschen

nicht nur zu erreichen, sondern sie auch noch zu

bewegen, Geld zu geben, für etwas, das sie noch

nicht sehen, hören oder anfassen können.

Unterschätzt habe ich selbst aber den ganzen

Bereich der Finanzierungsthematik. Da hatte ich

nämlich damals wenig Ahnung. Und da liegt meines

Erachtens auch die Krux: Crowdfunding setzt

da an, wo die Ahnung der meisten aufhört, und

verknüpft mit Öffentlichkeitsarbeit und Finan zie -

rung zwei komplexe Disziplinen miteinander, die

über das Online-Portal scheinbar zum Kinder spiel

für jedermann werden. Dass daraus in Wahrheit

für den Nutzer eine superteure Finanzierungs form

entsteht, im Vergleich zu möglichen anderen,

wird natürlich nicht gesagt. Denn auch wenn die

Crowdfunding-Portale eine tolle und auf ihrer

Seite kostengünstige Sache sind, sie sind allenfalls

Vermittler auf dem Markt der Ideen und bringen

Akteure und Unterstützer zusammen. Das ist

hipper, als jemanden einfach zur Bank zu schikken,

wo diese ja ohnehin um ihr Image ringen.

Als Finan zierungsform betrachtet, rechnet Crowd -

fun ding sich unterm Strich allerdings nicht.

Jedenfalls nicht für Künstler, die ihre eigenen kleinen

Projekte wie Alben und Videos damit realisieren

möchten. Denn da die Unterstützer im

Vorfeld v. a. definierte Produkte oder Dienst leis -

tun gen von den Künstlern kaufen, und nicht nur

frei gewählte Beträge geben, fallen auf die verkauften

Dinge regulär Steuern an. Unser erzieltes

Crowd funding-Budget wurde auf diese Weise

um rund ein Drittel gekürzt. Diese Reduzierung

muss man von Anfang an in seine Kalkulation

einplanen, sonst erlebt man eine böse Überraschung.

Das wiederum kann man aber nicht

wirklich, weil nicht vorhersehbar ist, welche

Unter stüt zungsform ge wählt wird.

Ich habe also gelernt: Planbarer, sicherer und

deutlich günstiger bei der aktuellen Niedrig zins -

lage ist einfach ein klassischer Ratenkredit mit

festem Zinssatz. Mein Fazit: Erstens: Ich würde

in jedem Fall beim nächsten Mal direkt zur Bank

gehen. Zweitens: PR und Fanarbeit sind wichtig,

muss man aber auch unabhängig von Crowd -

funding machen. Drittens: Crowdfunding ist nicht

gleich Crowdfunding. Es wird auch von Platten -

firmen produkt-strategisch eingesetzt als Investi -

tion im Sinne einer PR-Kampagne, die sich gleich

noch zum Teil selbst gegenfinanziert. Die leuchtenden

Beispiele, an denen man sich aber als

Künstler in Eigenregie nicht zu orientieren braucht.

MM: Beim Crowdfunding bietet man den

Unterstützern sogenannte Dankeschöns an.

Dadurch duften deine Fans bei einem Musik -

video mitspielen und du hast Wohn zimmer -

konzerte gegeben. Wie war es, deine Fans so

nah und persönlich kennenzulernen?

JULIA: Bei den Leuten zu Hause in ihren eigenen

vier Wänden zu spielen ist immer ein Erlebnis,

weil es so direkt und unmittelbar ist und du viel

besser verstehst, wer deine Musik eigentlich hört.

Ich mag das sehr! Und außerdem gibt’s an den

selbst gemachten Buffets immer die leckersten

Dinge! Der Videodreh zum Song „Wo kommst

du denn jetzt her“ mit unseren Unterstützern war

schon etwas ganz Besonders. Wir hatten ältere

Herrschaften ebenso dabei wie Kinder und wir

haben mit ihnen, passend zum Song, Begeg -

nungs szenen gespielt. Da sind so schöne, goldige

Sequenzen entstanden, dass ich vor lauter

Freude zum Schluss noch in den unbeheizten

Außen pool unserer Location gesprungen bin. Im

No vem ber.

MM: Erklärtes Ziel des Albums war auch die

Ansprache von Labels, Agenturen und Radios.

Wie hat das bisher geklappt?

JULIA: Stimmt, das hatten wir in unseren Kam -

pagnen-Teaser des Crowdfundings geschrieben.

Aber schon im Studio haben wir festgestellt, dass

wir noch nicht bereit sind, uns musikalisch von

unseren Wurzeln zu lösen und wirklich kommerziell

zu klingen. Entstanden ist eine wunderschöne

Nischen-Produktion und eine Interpretation

meiner Songs, die sich an nichts misst, als an

der Atmosphäre, die uns bei den Aufnahmen be -

gleitet hat. Das wird gern von unseren Regional -

sendern gespielt, findet natürlich aber keinen

Platz auf Playlisten kommerzieller Radiosender.

Agen turen und Labels habe ich erst einmal hinten

angestellt, da ich gerade noch ein nebenberufliches

Studium begonnen habe, für das ich viel

Zeit brauche. Dafür darf ich an vielen Stellen, so

wie mit euch hier im MUSIKER MAGAZIN, über

unser schönes Projekt sprechen. Ich war zudem

im Frühjahr u. a. Titelstory des Frauenmagazins

„Rosenheimerin“, mit dem Song „Barfuß“ live zu

Gast in der Abendschau des Bayerischen Rund -

funks und bei „Mensch, Otto!“, der bekannten

bayerischen Radio-Talk-Show auf Radio Bayern 3.

MM: Du arbeitest im Marketing, mit Pro mo -

tion hast du also Erfahrung. Gibt es be stim mte

Tricks, auf die man als Musikerin zurück -

greifen kann, um Aufmerksamkeit zu ge -

winnen?

JULIA: Puh! Das ist so eine Alles-oder-nichts-

Frage. Bevor ich mich jetzt in einzelnen Maß -

nahmen verliere und womöglich was vergesse,

versuche ich es mit einem Bild. Kommunikation

ist ein Kosmos. Dass Menschen beginnen, deine

Musik zu mögen und ihren Freunden von dir zu er -

zählen, setzt voraus, dass du einen tollen, großen,

weitläufigen Raum um dich erschaffst, in dem

Men schen sich wohlfühlen und in dem sie alles

finden, was sie über dich wissen sollen. Er be -

steht aus Hard Facts, aus Geschichten rund um

dein Projekt, aus deiner Musik, aus Bildern, Videos,

Social-Media-Profilen und aus deiner Website, in

der du alle Informationen schick und modern

zusammenführst. Und dann beginnst du, Ein la -

dungen auszusprechen, dich in deinem Kosmos

zu besuchen. Dazu versendest du speziell ge -

schnürte Einladungspäckchen. Du tust genau das

rein, was der andere braucht, um gut damit weiterarbeiten

zu können. Veranstalter, Journalisten,

dein Publikum. Manche sind ganz schön bockig

(weil sie so viele Einladungen von allen Seiten

erhalten), ignorieren deine freundlichen Einladun -

gen und du brauchst eine sehr hohe Frustrations -

grenze, um nicht müde zu werden, immer und

immer wieder freundlich nachzuhalten und die

neuesten Highlights aus dem Ärmel zu zaubern.

Ab einem gewissen Umkreis und Anzahl von An -

sprechpartnern ist eine Eins-zu-eins-Behandlung

dieser Art natürlich nicht mehr möglich. Dann

braucht man mehr Wums im Sinne von Infra -

struktur, Kontakt-Verteilern und Geld. Und das ist

das, was Agenturen oder entsprechende Ab -

teilungen von Plattenfirmen leisten.

MM: Du hast schon als Jugendliche professionell

Musik gemacht, sogar Songs auf

Mallorca aufgenommen. Dein Durchbruch

als Sängerin scheiterte schließlich an Strei -

tereien und Missmanagement. Was hast du

daraus gelernt?

JULIA: Ja, gestritten haben wir in dieser Mädels-

Band mit unseren 18,19 Jahren. Aber das Wort

Missmanagement ist nicht ganz richtig. Vielmehr

musiker MAGAZIN 3/2017


15

»Als Künstler gibt man

sich selbst gern eine

unnahbare Aura, die einen

von wirtschaftlicher und

rechtlicher Verantwortung

entbindet – aber eben

auch von deren

Sicherheiten und Vorteilen,

die sie ja bietet.«

ist das passiert, was ganz häufig unter Künstlern

und Semi-Profis passiert und was die meisten

von uns kennen: Missverständnisse und Ent täu -

schung. Auch diese Erfahrung von damals hat

dazu geführt, dass ich derzeit bei der IHK das

Studium zur Betriebswirtin mache. Ich finde es

schade, dass speziell Musiker gern die Dis zi -

plinen Kunst, Recht und Wirtschaft gegeneinander

ausspielen, anstatt sie zu verbinden und für

sich nutzbar zu machen. Als Künstler gibt man

sich selbst gern eine unnahbare Aura, die einen

von wirtschaftlicher und rechtlicher Verant wor -

tung entbindet – aber eben auch von deren

Sicherheiten und Vorteilen, die sie ja bietet. Es

besteht die verbreitete Annahme, das sei alles zu

komplex und unverständlich und bürokratisch.

Das kenn ich ja selbst und zum Teil stimmt das

auch. Und so bleibt man lieber vage in allem was

man tut, und laviert sich durch, anstatt sich einmal

genauer mit den betreffenden Bereichen

aus einanderzusetzen. Wie oft habe ich Sätze

gehört wie „Das machen wir schon irgendwie“

oder „Das müssen wir nicht aufschreiben, wir

sind ja Freunde“. Und wo ich den Vorstoß ge -

macht habe, ein Projekt doch einmal fundiert

aufzusetzen, bin ich auf Abwehr und Misstrauen

gestoßen, weil so viel Unwissen da ist, dass die


3/2017 musiker MAGAZIN


16 STORIES

Angst groß ist, übervorteilt zu werden. So kursieren

auch jede Menge falsche Informationen ge -

gen über Plattenfirmen und Agenturen, sodass

echte Scheinheilige nicht mehr trennscharf von

denen unterschieden werden, die wirklich gut für

ihre Künstler arbeiten. Dadurch bleibt so viel echtes

musikalisches Potenzial auf der Strecke und

das finde ich sehr schade.

MM: Gibt es dadurch konkrete Dinge, die du

heute bewusst anders handhabst als damals?

JULIA: Na klar. Ich weiß heute einfach selbst viel

mehr und gehe konkreter an die Dinge heran. Ich

brauche keine Angst mehr zu haben, über den

Tisch gezogen zu werden, weiß, worauf grundsätzlich

zu achten ist, und ich weiß auch, wann

ich für besondere Fragen einen Spezialisten hinzuziehen

sollte.

MM: Inspiration zu einem zweiten Versuch

als Sängerin fandest du auf einer Kuba-

Reise. Was hat dich dort so fasziniert?

DIE PLANK – „Wildes Herz“

VÖ: 21.10.2016

WWW.JULIA-PLANK.DE

WWW.FACEBOOK.COM/JULIA.PLANK.FANS

JULIA: Ganz prinzipiell ist Kuba ein wunderschöner

inspirierender Ort, zum Lachen und zum

Weinen. Größte Lebenslust liegt da direkt neben

tiefster Verzweiflung und mangelnden Zukunfts -

perspektiven. Aber die Menschen haben Herz.

Dieses Gefühlsgemenge, in Verbindung mit den

vielschichtigen ethnischen, kulturellen und religiösen

Hintergründen seiner Bewohner, ist ein

Brutkasten für Kultur. Und weil Kultur auch Unter -

haltung ist und Unterhaltung ein politisches Instru -

ment, werden alle künstlerischen Disziplinen dort

staatlich extrem gefördert. Aber auch der gesellschaftliche

Wert ist enorm. Jeder Künstler wird

dort hochgehalten wie bei uns Atomphysiker oder

Astronauten. Ich kam mir dort vor wie eine verwunschene

Prinzessin. Meine Reise ist nun zehn

Jahre her, aber sie fand zu einer Zeit statt, in der

ich noch sehr grün hinter den Ohren war, unsicher

in vielerlei Hinsicht und versucht habe, den

Erwartungen anderer gerecht zu werden. Kuba

hat mich in der Seele gepackt, dort wo ich am

empfindsamsten bin, und ich habe verstanden,

dass, egal welche sehr irdischen und pragmati-

schen Fähigkeiten ich sonst noch habe, mein

größtes Wesensmerkmal sicherlich dort in der

Tiefe liegt, in dem was singt, pulsiert, tanzt.

MM: Die daraus entstandene Band „Plank-

ton“ löste sich 2012 auf. Warum kam es zur

Trennung?

JULIA: Wie vieles haben auch musikalische Pro -

jekte Lebenszyklen. Ich wollte einfach immer

schon mehr machen aus meiner Musik, mehr

Menschen erreichen als den eigenen Landkreis.

Und so haben wir damals ganz ehrlich und einvernehmlich

miteinander entschieden, dass sich

die Wege trennen.

MM: Durch deine gesammelten Erfah run gen

und mithilfe deines Pianisten Jörg Müller

wurdest du schließlich zu „Die Plank“. Was

habt ihr für die Zukunft musikalisch ge plant?

JULIA: Ja, die Zusammenarbeit mit Jörg ist wirklich

klasse. Es gibt wenige Pianisten, die Sänger

auf diese besondere Weise begleiten können. Ab

2018 werden wir wieder Konzerte geben. Das

aktuelle Jahr steht erst einmal noch ganz im

Zeichen unseres Albums WILDES HERZ, das wir

den Menschen in Interviews aller Art vorstellen.

Und dann hab ich wie immer schon Ideen, um das

Ganze weiterzuentwickeln. Aber die verrate ich

natürlich jetzt noch nicht.

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOS: PICTURE LIFE, DOROTHEA PERL

GRAFIK: © SINNA-NYAN/FOTOLIA.COM


STORIES 17

MATIJA

Die Ruhe

vor dem Sturm

Matija fühlen sich bereit,

ihr Album ist produziert,

die erste Single

„Song for Celine“ bereits

veröffentlicht.

Um an diesen Punkt

zu kommen, haben

die vier Münchner einen

Neuanfang gewagt

und ihren alten Bandnamen

abgelegt. Auch am eigenen

Sound wurde gefeilt, um

sich die Albumproduktion

zu erarbeiten.

Wir haben mit Matija Clupacek, Sänger, Blockflötist und zweiter

Gitarrist, über die Entwicklung der Band, Inspiration und das kommende

Debütalbum gesprochen.

MM: Ihr habt als Schülerband in München unter THE CAPITOLS

angefangen. Nun kommt der musikalische Neuanfang mit MATIJA.

Was nehmt ihr von THE CAPITOLS mit und was lasst ihr bewusst

hinter euch?

MATIJA: Von THE CAPITOLS nehmen wir eine große Menge an Erfahrung,

besonderen Momenten, prägenden Konzerten und wegbereitenden Erinne -

rungen mit. THE CAPITOLS ist unsere Vergangenheit und definitiv unsere

erste Entwicklungsstufe; es wäre fahrlässig, sie zu verleugnen oder zu

ignorieren. Bewusst hinter uns lassen wir allerdings einen musikalischen

Farbton, den des britischen Klischee-Indie-Rocks. Wir spielen sicherlich

noch einige der alten Indie-Tanz-Nummern live, ihre Funktionalität in einem

bunten Liveset ist unumstritten, aber unser erstes MATIJA-Album wird eine

andere Hausnummer sein und eher in die Alternative-Pop-Schiene fallen.

MM: Vor Kurzem ist das Video zu „Song For Celine“ erschienen. Song

und Video wirken träumerisch, aber auch sehr dramatisch. Wieso habt

ihr euch für dieses Lied als erste Single-Auskopplung entschieden?

MATIJA: „Song For Celine“ soll Ruhe vor dem Sturm ausstrahlen. Es ist ein

Song voller unterdrückter Emotionen, man kann die Anspannung spüren,

der Vulkan brodelt, bricht allerdings noch nicht aus. Lasst euch mal über-

3/2017 musiker MAGAZIN


18 STORIES

raschen, wir sehen es als perfekte Vorbereitung für unsere zweite Single,

„White Socks“, die bald erscheinen wird und auf die wir den Hauptfokus

dieser Albumveröffentlichung gelegt haben.

MM: Euer Sound klingt nicht nach Newcomern, sondern auffällig

international und professionell. Ist das Arbeit des Labels oder einfach

der natürliche Reifungsprozess als Band?

MATIJA: Ein Label definiert nicht den Sound einer Band. Es kann zwar der

Band vorschreiben, „Spielt Orange Amps und Telecaster und dann klingt

ihr wie die Wombats“, aber so eine unorganisch auferlegte Sound-Direktive

ist meist sehr leicht zu durchschauen und nicht authentisch. Danke für das

Kompliment für unseren Sound, wir freuen uns, dass er international klingt,

wir wollen nämlich nicht lokal begrenzt klingen. Ich denke, der Klang hat

sich durch die Metamorphose von THE CAPITOLS zu MATIJA ergeben, mit

einer großen Prise Umschwung unseres Produzenten Johann Scheerer,

der wegbereitende Arbeit in diesem Shaping zu leisten wusste.

Er brachte unseren Bassisten Johann neben dem E-Bass auch zum

Syn thesizer, unseren Gitarristen Jan zur Abwechslung mal an ein Fender-

Rhodes-Piano und er nahm unserem Schlagzeuger Sami die Becken und

die Toms weg. So ließ er ihn mit einem auf Bass Drum, Snare und Hi-Hat

reduzierten Kit einen puristischen, simplen und mächtigen Schlagzeug-

Sound der Band kreieren. All dies hat die Klangwelt der Band verändert.

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 19

Sami, unser Schlagzeuger, hat beispielsweise unsere Website komplett

selbst erstellt. Und auch bis zur Zusammenarbeit mit unserer Booking-

Agentur habe ich das meiste selber gebucht.

MM: Euer Produzent ist Johann Scheerer, der schon mit großen

Namen wie Pete Doherty zusammengearbeitet hat. Wie kam der

Kontakt zustande?

MATIJA: Unser Gitarrist Jan ist ein großer Fan von Omar Rodriguez Lopez,

einem mexikanischen Musiker, der mit Johann Scheerer bereits zusammen -

gearbeitet hatte. Durch sein Social Media wurde er auf Johanns Studio

„Clouds Hill“ aufmerksam und fragte Johann via Facebook, ob er nicht

Lust hätte, eines unserer Konzerte zu besuchen.

Als wir in Hamburg auf Tour mit „Swim Deep“ waren, konnten wir Johann

durch unsere Show überzeugen, ein paar Demos mit uns aufzunehmen.

Aus einer Affäre begann eine Liebe … aus Demos wurde ein Debüt-Album.

MM: Er war es auch, der euch zu Synthies geraten hat, die ihr mittlerweile

als „Kreativmotor“ bezeichnet. Was fasziniert euch an diesem

Instrument?

»Ein Label definiert nicht

den Sound einer Band.

Es kann zwar der Band

vorschreiben, „Spielt Orange

Amps und Telecaster

und dann klingt ihr wie

die Wombats“,

aber so eine unorganisch

auferlegte Sound-Direktive

ist meist sehr leicht

zu durchschauen

und nicht authentisch.«

MM: Label, Booking-Agentur und Co ermöglichen Musikern sich auf

die Musik zu konzentrieren. Wie sind die Aufgaben verteilt? Was

macht ihr selbst und welche Tätigkeiten gebt ihr gerne ab?

MATIJA: Wir dürfen uns geehrt fühlen, ein großartiges Team um uns zu wissen,

von einem Top-Produzenten, einem Manager, der gleichzeitig ein Freund

der Band ist, einer tollen Booking-Agentur, einem tollen Produktmanager,

einem sensationellen PR-Team bis zu allen anderen Leuten, die den Kreis

um die Band ausmachen. Wir sind tatsächlich gerne immer up-to-date mit

allem, was gerade passiert und stecken gerne immer unsere Nasen überall

rein, daher machen wir immer wieder mal was selbst, wo es gerade was

braucht.

MATIJA: Synthesizer gehören zu einer Art von Instrumenten, die bereits durch

ihre natürliche Beschaffenheit eine unglaubliche Klangwelt erschaffen können,

in der sich jeder Zuhörer verlieren kann. Sie haben eine gewisse Macht,

eine Mystik, eine unerreichbare Komponente, die sie von allen anderen

Instrumenten unterscheidet.

Gewissermaßen könnte man den Synthesizer als den Außerirdischen

unter den Instrumenten bezeichnen, der eben nicht von dieser Welt ist. Wir

arbeiten mit einem Roland Jupiter 6 und einem Moog Sonic Six, alte Vintage-

Synthesizer die eine fantastische Wolke aus Emotionen und Möglichkeiten

erzeugen.

MM: Euer Album habt ihr bei ihm in Hamburg aufgenommen. Wie

verlief die Studioarbeit?

MATIJA: Es war fantastisch. Und sehr lehrreich. Am Anfang der Album auf -

nahmen war unser Produzent Johann Scheerer noch nicht der Überzeugung,

die Band sei weit genug, um bereits aufzunehmen. Also reisten wir

vorerst getrübter Stimmung zurück nach München, um den Sommer im

Proberaum zu verbringen, während andere ihr Bier im Park genossen und

befreundete Künstler Festivals spielten. Wir übten täglich bis zum Umfallen,

kehrten nach Hamburg zurück und überzeugten unseren Produzenten

vom vorbereiteten Material. Die Vorbereitungen waren so gut gewesen,

dass das Album de facto in fünf Tagen im Kasten war, gefolgt von Detail -

arbeit und diversen kreativen Abänderungen im Einzelnen.

MM: Die „Vice“ bezeichnet eure Musik als Mischung aus David

Bowie, Lana Del Rey und Radiohead. Seht ihr diese Künstler selbst

als Inspirationsquelle?

MATIJA: Damit sind besonders meine größten Inspirationen genannt. Die

anderen Mitglieder der Band mögen sie sicher auch, sehen aber in ihrem

Fall eher Künstler wie Tom Waits, Kasabian oder The Mars Volta als

Inspirationen. Aber für mich, ja, das sind die Künstler, die mir am meisten

geben. Ich bewundere ihre Ferne von dieser Welt, ihr Streben nach einem

gewissen Gefühlszustand, nach einer Ideologie von Freiheit, Weite und

Fernweh.


3/2017 musiker MAGAZIN


20 STORIES

»Die Vergangenheit ist das,

was uns zu dem macht, was wir sind.

Ich denke, dass wir alle,

manche mehr, manche weniger,

in unseren Köpfen

Tragträumer sind und uns gerne mal

in unterschiedlichen Zeitepochen

verlieren, um nach Kunst

zu suchen und sie in die Gegenwart

zu holen.«

„Lana Del Rey“ ist wie eine Droge für die Ohren, man schwebt in einem

analogen Farbfilter, mit Zigarette und Kaffee – einer der besten Kombis

meiner Meinung nach, die diese Welt so anzubieten hat.

David Bowie empfehle ich beim Autofahren, in einer großen Stadt, am

besten „Rebel Rebel“ zusammen mit ein paar rebellischen Gestalten auf

dem Beifahrersitz, das Hemd weit geöffnet, das Herz auf der Zunge.

Radiohead sind perfekt für ein Hotelzimmer im 40. Stock in Tokyo, auf

dem Balkon, in die Nacht blickend.

Wie man merkt, ich suche den Moment, nicht den roten Faden. Ich glaube

an eine gewisse Magie in jedem Moment unseres Lebens, und ich bin mir

sicher, dass diese Künstler das genauso sehen.

MM: In eurem Pressetext dagegen sprecht ihr von der Hip-Hop-Poesie

des Kendrick Lamar, der gerade als großes Talent gefeiert wird.

Was fasziniert euch an diesem Musiker?

MATIJA: Kendrick Lamar ist ein Visionär und fusioniert Rap mit so viel mehr.

Seine Lyrik, sein Flow sind für meine Texte prägend. Ich finde in seiner

Musik die Möglichkeit, Worte immer wieder auf neue Art und Weise miteinander

zu vereinen.

MATIJA: Die Vergangenheit ist das, was uns zu dem macht, was wir sind.

Ich denke, dass wir alle, manche mehr, manche weniger, in unseren Köpfen

Tragträumer sind und uns gerne mal in unterschiedlichen Zeitepochen verlieren,

um nach Kunst zu suchen und sie in die Gegenwart zu holen. Es gibt

einen großen Zusammenhang zwischen allem, was heute passiert, jemals

passiert ist und jemals passieren wird. Wieso also nicht die Musik ungebunden

von Zeit fühlen und gestalten?

MM: Auch eure eigene Vergangenheit ist beeindruckend. Ihr wart

schon Vorband von THE 1975 und habt auf großen Festivals ge spielt.

Welches Ziel habt ihr jetzt vor Augen?

MATIJA: Es gibt bei uns keinen Moment, gab es nie, wird es nie geben, in

dem wir gesagt hätten „Ah super, kann man jetzt so lassen“. Es gibt immer

etwas zu tun, immer mehr und immer größere Konzerte zu spielen, immer

mehr Leute zu erreichen und ihnen etwas auf den Weg zu geben, ihnen

den Weg zur Arbeit zu erleichtern, das Lied für ihre Hochzeit zu schreiben

oder sogar den Soundtrack einer Generation zu prägen, womit wir natürlich

nicht rechnen. Ich möchte nur betonen, dass nichts unmöglich ist. Nur

wer so denkt, kann Großes erreichen. Träumen darf man, wir tun es und

sind gespannt, was wir erreichen können. Bereit sind wir definitiv.

MM: Im Allgemeinen kann man bei euch einen Hang zur Nostalgie –

sowohl modisch als auch in der Bildsprache – feststellen. Woher

kommt die Liebe zu Vergangenem?

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/MATIJA.WORLD

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOS: TIMOTHY BARNES | BANDFOTO: © RUE NOUVELLE

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 21

JENNY BRIGHT

Schwarzer Hut, rote

Locken und ein

frech-kurzes Kleidchen –

schon der erste Blick

verrät, dass hinter diesem

jungen Mädchen

eine eher ungewöhnliche

Person steckt.

Die 19-jährige

Singer-Songwriterin

Jenny Bright macht

leidenschaftlichen

Country-Pop – und das in

Deutschland!

Was ist überhaupt ein Banjo? Mit dieser

Frage fing alles an bei Jenny Bright. Sie

landete im Country-Pop und liebt diese unbeschwerte,

emotionale Musikrichtung über alles.

MM: Country-Pop – wie hast du zu dieser eher

ungewöhnlichen Musikrichtung ge fun den?

JENNY BRIGHT: Tatsächlich war der entscheidende

Moment dafür, als vor neun Jahren eines

Nachmittags das Musikvideo zu Taylor Swifts

„Love Story“ bei „Viva“ lief. Ich saß im Wohn -

zimmer auf der Couch und war am Durchzippen.

Davor kannte ich diese Musikrichtung überhaupt

nicht. Aber ich war wie verzaubert. Die Leich tig -

keit und Emotionalität, die der Musik inneliegt,

Klänge eines Instruments namens Banjo, das ich

damals noch nicht kannte, die Art, wie Streicher

eingesetzt werden – es war ein Klangbild, das ich

noch nie gehört hatte. Poppig und modern, aber

trotzdem anders und besonders. Damals verstand

ich überhaupt nicht, was da musikalisch passiert.

Aber es gefiel mir. Ich forschte nach, wo die Musik

herkommt, wie sie heißt, was es noch für Künstler

in dieser Richtung gibt. Ich habe mir stundenlang

Live-Konzerte amerikanischer Country-Pop-Stars

im Internet angeschaut und war fasziniert.


3/2017 musiker MAGAZIN


22 STORIES

MM: Was magst du an Country-Pop? Gab es

musikalische Vorbilder?

JENNY: Ich mag, dass Country ehrlich und au -

thentisch ist. Es sind oft alltägliche Themen, um

die es in den Songs geht. Deshalb können sie

viele Menschen nachempfinden. Außerdem klingt

der traurigste Liebessong immer noch hoffnungsvoll.

Diese Musikrichtung hat etwas Leichtes, Un -

beschwertes. Wenn man diese Elemente mit Pop -

musik verbindet, ist es die perfekte Mischung!

Mein größtes Vorbild ist bis heute Taylor Swift.

Aber auch Künstler wie The Band Perry, Carrie

Underwood und Jewel haben mich beeinflusst.

MM: Du hast mal gesagt, deine Liebe zur

Musik kommt daher, dass deine Großeltern

mit dir auf Spaziergängen gesungen haben.

Was wurden da für Lieder gesungen? Doch

sicher kein Country-Pop, oder?

JENNY: Wir haben einfache Volks- und Kinder -

lieder gesungen. Obwohl es kein Country war, hat

es meine spätere Affinität geprägt, weil Country

genau wie Volkslieder etwas sehr Ursprüngliches

hat.

MM: Deine Texte sind sehr persönlich. Warum

schreibst du so?

JENNY: Weil es mir wichtig ist, authentisch zu sein.

Musik ist für mich die einfachste Form, das, was

ich denke und fühle, auszudrücken.

MM: Du bist schon bei einigen Country-Festi -

vals aufgetreten. Beschreibe die Country-

Szene. Was gefällt dir, was nervt?

JENNY: Die Country-Szene in Deutschland ist eine

andere als die in den USA. Viele Leute hierzulande

haben ein falsches Bild davon, was Country

heutzutage ist. Es ist nämlich nicht mehr nur der

klassische, konventionelle Country, wie wir ihn

von vor vielen Jahren kennen. Country ist poppiger

geworden und in den USA eine total moderne

Musikrichtung, die alle Altersgruppen an spricht.

In Deutschland trifft man auf Country-Festivals die

ältere Generation. In Deutschland gibt es wenig

junge Künstler, die diese Musikrichtung machen.

Ich bin mir aber sicher, dass Country-Pop vielen

jungen Menschen gefallen würde. Aber in Deutsch -

land wird zu wenig davon geboten. Das will ich

ändern.

MM: Auch bei mehreren Wettbewerben, unter

anderem dem Deutschen Rock & Pop Preis,

standest du auf der Bühne.

Warum sind dir solche Wettbewerbsteilnah -

men wichtig?

JENNY: Wettbewerbe sind gute Plattformen, um

sich einem breiten Publikum zu präsentieren und

Rückmeldung von einer Fachjury sowie vom Pu -

blikum zu bekommen. Man lernt andere Künstler

kennen und kann sich austauschen.

MM: Wie unterscheiden sich solche Wett be -

werbe bzw. wo warst du besonders gern?

JENNY: Bei „Jugend musiziert“ gibt es seit ein paar

Jahren die Kategorie „Pop-Gesang“, bei der ich

zweimal erfolgreich mitgemacht habe. Hier geht es

um Gesangstechnik und musikalische Fertig -

keiten. Bei anderen Wettbewerben werden mehr

die Performance und das kreative Schaffen bewertet.

Der Deutsche Rock & Pop Preis hat mir gut

gefallen, weil so eine Vielfalt an Musik vorhanden

ist. Es gibt viele unterschiedliche Kategorien, was

den Vorteil hat, dass nicht total verschiedene

Musikstile miteinander verglichen werden.

MM: Du bist bei Facebook sehr aktiv, postest

fast jeden Tag Konzertankündi gun gen, Vi -

de os, Fotos. Warum ist das wichtig?

JENNY: Ich will meine Fans auf dem Laufenden

halten, mit ihnen im Kontakt stehen. Online aktiv zu

sein, ist in unserer digitalisierten Welt wichtig für

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 23

»Viele Leute hierzulande haben

ein falsches Bild davon,

was Country heutzutage ist.

Es ist nämlich

nicht mehr nur der klassische,

konventionelle Country,

wie wir ihn von vor vielen

Jahren kennen.

Country ist poppiger geworden

und in den USA eine total

moderne Musikrichtung, die

alle Altersgruppen an spricht.«

JENNY BRIGHT

„FAR AWAY“ (EP)

VÖ: MÄRZ 2016

WWW.JENNY-BRIGHT.COM

WWW.FACEBOOK.COM/

JENNYBRIGHTMUSIC

Du hast einen

Weltstar in der

Band

Künstler. Durch den Musikverkauf kann man kaum etwas verdienen. Jetzt

geht es darum, Menschen zu erreichen, die zu Live-Konzerten kommen.

MM: Was machst du zurzeit? Arbeitest du an neuen Songs/einem

Album?

JENNY: Ich habe viele unveröffentlichte Songs auf Lager. Momentan

arbeite ich daran, wie meine Musik im Bandkontext klingen kann. Dieses

Jahr habe ich einen gut gefüllten Terminkalender mit Live-Auftritten.

So sehen Kultklassiker aus: Mikrofonstative von

König & Meyer. Auf der ganzen Welt bewährt. Warum?

Weil sie Musiker vor bösen Überraschungen bewahren.

Weil solide Verarbeitung und Top-Materialien dafür sorgen,

dass das Stativ auch nach vielen Auftritten und intensivem

Gebrauch immer noch einwandfrei funktio niert. Das gibt

Sicherheit und macht Lust auf den nächsten Auftritt. Keine

Kompromisse: Highend-Zubehör von König & Meyer

für Sänger & Co.

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INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO-QUELLE: JENNY BRIGHT


24 STORIES

Tradition der Jazzer diesbezüglich inspirierend:

ein vorgegebenes Gerüst mit Klangfarbe und

„Deko“ zu schmücken. Die jeweilige Beset zung

macht es mit ihren Klangfarben bunt.

MM: Was gefällt dir am Jammen?

PEER: Das Unerwartete, wenn unterschiedliche

Stilistiken und Genres vorurteilsfrei aufeinander -

treffen und etwas Einmaliges im Moment des

Livespielens entsteht. Auch, dass mal etwas

schiefgeht oder Fehler passieren, finde ich char -

mant. So ist das wirkliche Leben ja auch. Beim

Improvisieren zeigt sich jeder mit Hin gabe und

seiner Persönlichkeit.

MM: Welches war dein schönstes 1st-Class-

Session-Erlebnis?

PEER FRENZKE

Peer begann seine

Karriere als Profigitarrist,

Anfang der 90er-Jahre,

in verschiedenen Top-40-,

Blues-Rock-, Soul-Funk-,

Country- und

Big Bands mit vielen

nationalen und

internationalen Konzerten

sowie TV- und

Rundfunkauftritten.

Ausland wie zum Beispiel den Sänger von Toto,

Bobby Kimball, den Bassisten von James Brown

und Tina Turner, TM Stevens, oder den Gitarris -

ten von Super tramp, Carl Verheyen. Mittlerweile

haben wir uns vom Spielen auf Zuruf hin zu

songorientiertem, konzertantem Rahmen mit viel

Raum zur Improvisa tion weiterentwickelt. Es gibt

immer einen Mix aus eigenem Material der

Küns t ler und Fremd kom po sitionen, die wir frei

interpretieren. Bei uns geht es nicht um ein Zur -

schaustellen von „Zirkus pferden“, die durch

Virtuosität beeindrucken, sondern um sensibles,

songdienliches Spiel. Das heißt: um den Klang -

körper mit Spannungs bögen und Puzzle teilen.

Und es geht um Persönlichkeiten. Ich liebe

Künst ler, die Ge schichten erzählen und Men -

schen emotional berühren.

MM: Wie bist du auf die Idee gekommen, so

bunte Bands zusammenzustellen?

PEER: Besonders war die Elektropop-Session

mit Angie Taylor. Wir hatten alle Kriegsbe malung

und Perücken auf dem Kopf. Das war eine ganz

eigene Welt. Am schönsten finde ich Augen -

blicke, in denen ich im Publikum Menschen

sehe, die durch unsere Musik in Bewegung

versetzt werden, vielleicht sogar weinen oder

ausgelassen tanzen. Musik, die emotional be -

rührt, ist gute Musik. Für mich ist es ein

Geschenk, mit so talentierten und versierten

Musikern auf der Bühne stehen zu dürfen.

Jeder muss ein Ego haben und sicher auch ein

bisschen bekloppt sein, um überhaupt eine

Bühne zu betreten. Dennoch muss man kein

Zyniker oder ein Ellenbogentyp sein, um in dem

harten Geschäft Erfolg zu haben.

MM: Gab es auch mal eine absolute Katas -

trophe, einen Abend, an dem gar nichts

klappte? Wie sah der aus?

PEER: Es gab in den zehn Jahren keine Session,

die komplett gestrandet wäre. Es gab vor einigen

Jahren mal eine Begegnung mit einem

Sänger, der nicht so gut mit der Band kooperieren

wollte. Er hat sich recht rücksichtslos

und respektlos verhalten. Den haben wir später

nicht so gut aussehen lassen. Eine Band hat

schon eine gewisse Macht bzw. ein paar Stell -

schrauben, an denen gedreht wird. Das war

aber eine absolute Ausnahme.

MM: Du bist Initiator der „1st Class Session“,

einer monatlichen Musikveranstaltung. Was

genau passiert da?

PEER FRENZKE: Es treffen sich Musiker und

Sän ger der nationalen Spitzenklasse zu einem

ungezwungenen, spontanen Miteinander-Musi -

zieren. Ab und zu haben wir Gäste aus dem

PEER: Aus einer Bierlaune heraus. (lacht) 2007

haben der Betreiber einer Bar und ich bei einem

gemeinsamen Bier beschlossen, spontan mit

ein paar Leuten aus der Region zu jammen. Es

gab keinen Masterplan. Dass es sich weiterentwickelt

hat, ist eine Mischung aus Eigen -

dynamik und der ständigen Reflexion darüber,

was man optimieren könnte. Ich finde die

MM: Du unterrichtest an einer Schule Rock

und Pop. Warum eignet sich gerade Rock-/

Pop-Musik für den Unterricht?

PEER: Seit drei Jahren arbeite ich an einer Ober -

schule mit heterogenen Lerngruppen – Flücht -

lingskinder, Kinder mit Beeinträchtigungen und

Hochbegabte. Kinder und Jugendliche müssen

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 25

»Ich liebe Künstler,

die Geschichten erzählen

und Menschen

emotional berühren.«

sich selbst für etwas begeistern und sich aus

einer intrinsischen Motivation heraus etwas

aneignen wollen. Nur dann gelingt erfolgreiches,

nachhaltiges Lernen. Es geht um Emotionen.

Lässt mich etwas kalt, werde ich es nicht langfristig

abspeichern, meine Kompetenz darin

weiterentwickeln oder vertiefen. Insofern verstehe

ich meine Aufgabe, möglichst breit an -

gelegte Lernangebote (ähnlich wie ein gutes

Büfett) für meine Schüler bereitzustellen. Der

große Vorteil, den das Medium Pop-/Rockmusik

an der Schule bietet, ist, dass die meisten

Schüler gern Musik hören oder aktiv betreiben.

Es entspricht ihrem Lebensgefühl und ihrer

Lebenswelt. Meine eigene Begeisterung und

Liebe zur Musik schwappt dabei auch über.

Besonders faszinierend finde ich die „Neben-

wirkungen“, die ich beim gemeinsamen Musi zie -

ren mit Kindern und Jugendlichen wahrnehme:

all die Kompetenzen, die für ihr späteres Leben

wertvoll sind. Dazu gehören Teamfähigkeit, Em -

pathie, abwarten können, dem anderen zuhören,

aufeinander achten, Impulskontrolle und die Er -

kenntnis, dass ein gelungenes, musikalisches

Produkt nur entstehen kann, wenn alle zusammenarbeiten.

MM: Was ist am Schul-/Klassenmusizieren

anders als bei Bandprojekten?

PEER: Es sind einfach mehr Leute in der Band –

bis zu 25 Teilnehmer. Da muss man viel mehr

koordinieren. Natürlich sind Schüler keine Profis

und ich bin in den Klassenmusizier-Situationen

eher Coach als Musiker. Die Zauberformel ist di -

daktische Reduktion, Differenzierung, Indivi dua -

lisierung und natürlich die Auswahl der Songs.

WEB: WWW.1STCLASS-SESSION.DE

WWW.FACEBOOK.COM/PEER.FRENZKE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO-QUELLE: PEER FRENZKE

GRAFIK: © PRO_VECTOR/FOTOLIA.COM

Idee + Foto: Christian Raith · Agentur: www.milk-and-honey.de

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26 STORIES

LISA

VUOSO

Charmant,

authentisch und ein

bisschen verrückt …

Die hübsche Halbitalienerin Lisa Vuoso spricht

mit ihrem Pop-Soul-R’n’B-Mix auch ernste

Themen an:

MM: Du hast im Dezember beim Deutschen

Rock & Pop Preis den Preis für die „Beste

Kom position“ für deinen Song „Integriert

mich“ bekommen. Worum geht es in dem

Lied?

LISA VUOSO: In dem Song geht es um einen

Flücht ling, der darum bittet, Teil der neuen Ge sell -

schaft zu werden. Im Lied sind alle in Deutschland

lebenden Menschen gemeint, den Flüchtlingen bei

ihrer Integration zu helfen und ihnen die Angst vor

einem Neuanfang in einem unbekannten Land mit

einer unbekannten Kultur zu nehmen.

MM: Warum singst du über Integration und

Flüchtlinge?

LISA: Weil mich das Thema berührt. Ich fühle mit

den Menschen und ihren Schicksalsschlägen mit.

Die plötzliche Flucht aus der eigenen Heimat

könnte jederzeit jeden von uns treffen, egal aus

welchem Land wir kommen. Genau in diesem

Moment wäre jeder von uns dankbar, in einem

fremden Land von fremden Menschen respektvoll

aufgenommen und in die Gesellschaft integriert

zu werden. Mit „Integriert mich“ will ich die

Menschen in Deutschland auf das Thema Inte -

gration und Flüchtlinge aufmerksam machen und

sie dafür sensibilisieren.

MM: Warum bist du überhaupt Sängerin ge -

worden und schreibst eigene Songs?

LISA: Nichts macht mich so glücklich wie Singen

auf Bühnen. Das Schreiben eigener Songs hilft

mir, Situationen, die ich selbst erlebt habe oder

die mir andere Menschen erzählt haben, zu verarbeiten.

Ich erzähle in meinen Songs in Melodien

gehüllte Geschichten. Mein Ziel ist, Menschen zu


27

berühren, ihnen Kraft und Mut zu geben. Das

Faszinierende beim Songwriting ist, dass der eigenen

Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

MM: Zurzeit arbeitest du an deinem Debüt-

Album. Was erwartet uns?

LISA: Authentische Texte, facettenreiche Me lo -

dien, ein kreatives Zusammenspiel von Beat und

Instrumenten und eine extragroße Portion Lisa-

Vuoso-Gefühl.

MM: Du mixt Pop, R’n’B und Soul. Das klingt

erst mal nicht innovativ. Wieso wagst du dich

trotzdem auf den Musikmarkt?

»Der Musikmarkt ist

genau die richtige

Plattform für mich.

Ich darf den

Überschuss an

verrückt-italienischem

Temperament

und unaufhaltsamer

Energie ausleben.«

LISA: Ich polarisiere gern und will mich deshalb

erst mal in den verschiedenen Musikrichtungen

ausprobieren. Das mache ich so lange, bis ich die

für mich am zutreffendsten empfundene Musik -

richtung gefunden habe. Ich wage mich trotzdem

auf den Musikmarkt, weil ich es liebe, mich

immer wieder sowohl musikalisch als auch, was

meine Persönlichkeit anbelangt, neu zu erfinden.

Der Musikmarkt ist genau die richtige Plattform

für mich. Nur auf ihm kann ich meine Kreativität

beim Kreieren neuer Songs entfalten. Ich darf den

Überschuss an verrückt-italienischem Tem p e ra -

ment und unaufhaltsamer Energie ausleben.

Außerdem kann ich meine tiefgründige Leiden -

schaft zur Musik auf der Bühne verwirklichen.

MM: Du bist halbe Italienerin – warum singst

du aber auf deinem neuen Album nur auf

Deutsch?

LISA: Ich singe alle Songs auf Deutsch, weil ich im

Alltag mehr Deutsch als Italienisch benutze und vor

allem beim Texteschreiben mehr auf Deutsch als

Italienisch denke. Außerdem glaube ich, dass es

als Newcomerin leichter ist, mit deutschen Texten

im Musikbusiness durchzustarten. Die meisten

Men schen, die hier leben, sprechen und verstehen

nun mal eher Deutsch als Italienisch. In der Ver -

gangenheit habe ich einige Songs auf italienisch

getextet. Irgendwann will ich ein Album aufnehmen,

das komplett aus italienischen Songs besteht.

MM: Träume groß: Wo möchtest du in zehn

Jahren musikalisch stehen?

LISA: In zehn Jahren möchte ich auf vielen Bühnen

der Welt als international bekannte Künstlerin mit

einer richtig coolen Tanzcrew auftreten und die

Zu hörer mit meinen Texten und Songs zum Toben

bringen. Ich würde gern auf Charterfolge, Zu -

sam menarbeiten mit anderen Künstlern, Inter -

views, Tourneen und Charity-Events zurückblicken.

Als kleines Mädchen habe ich mir das Ziel

gesetzt, mindestens einen Echo zu bekommen.

Den will ich gern innerhalb der kommenden zehn

Jahre in den Händen halten.

MM: Was sind deine nächsten Schritte?

LISA: Zunächst werde ich meinem Album Fein -

schliff geben. So lange, bis mein Team und ich zu

100 Prozent zufrieden damit sind. Dann muss ich

einen Musikverlag finden. In naher Zukunft will

ich Radiostationen von meinen Songs überzeugen,

damit sie permanent gespielt werden. Und

natürlich hab ich richtig Bock, alle meine Songs

in kreativen Videos zu präsentieren – so, dass sie

niemals in Vergessenheit geraten.

MM: Wie schätzt du deinen (auch monetären)

Erfolg als Musikerin ein ?

LISA: Ich bin mir sicher, dass ich mit der richtigen

Plattenfirma, dem richtigen Management, einem

gut durchdachten Konzept langfristig Erfolg als

Musikerin haben werde. Dazu brauche ich natürlich

Hilfe von Menschen, die an mich glauben

und hinter mir stehen. Ich will aber nicht wegen

des Geldes Künstlerin sein. Ich liebe einfach Musik.

Bedingungslos.

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/

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INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

3/2017 musiker MAGAZIN


28 STORIES

APRIL

ART

»Unsere kraftvolle, rockende Musik

soll ins Ohr gehen und mit einer inhaltlichen

Aussage im Kopf bleiben.«

ben. Rock’n’Roll und Pop waren früher progressive

gesellschaftliche und politische Kräfte. Das

müssen sie in schwierigen politischen Zeiten bleiben.

Rund 30 Jahre Neoliberalismus haben die

westlichen Gesellschaften in arm und reich ge -

spalten und das Erstarken neuer Rechts po pu -

listen gefördert. Dem sollte auch die (Rock-) Musik

etwas entgegensetzen.

MM: Ihr macht Karacho-Alternative-Rock,

habt eine Power-Frontfrau. Wie habt ihr zu -

einander gefunden?

APRIL ART: Bassist Nico und Gitarrist Philipp

haben sich schon als Teenager kennengelernt

und gemeinsam in mehreren Bandprojekten ge -

spielt. Als sie nach langer Pause beschlossen,

wieder eine Band zu gründen, haben sie bei der

Suche nach einer Sängerin Lisa mit ihrer damaligen

Band auf dem Gießener Stadtfest gesehen.

Nach nur einer gemeinsamen Probe stieg sie direkt

in die Band ein. Schlagzeuger Ben ist erst vor

Kurzem in die Band eingestiegen – nach einem

Videodreh.

MM: Welche Bands und Musiker haben euch

beeinflusst?

APRIL ART: Das ist recht vielfältig: Mike Portnoy

(Dream Theater), Ray Luzier (Korn), Shannon

Larkin (Godsmack), Exilia, Jerry Horton (Papa

Roach), Wes Borland (Limp Bizkit), Red Hot Chili

Peppers, Nirvana, Janis Joplin. Wir sind Kinder der

Alter native-Rock-, Crossover- und Nu-Metal-Zeit.

MM: Ihr sagt, ihr wollt „den deutschen Musik -

markt aufmischen“. Warum und wie wollt ihr

das anstellen?

APRIL ART: Es kommen fast keine neuen Alter -

native-Rockbands aus Deutschland. Es gibt entweder

richtig harte Sachen oder seichte, inhalts -

entleerte Deutsch-Pop-Schlager. Wir wollen die

Lücke dazwischen schließen – mit unserer kraftvollen,

rockenden Musik. Sie soll ins Ohr gehen

und mit einer inhaltlichen Aussage im Kopf blei-

MM: Ihr sucht einen Labelvertrag. Warum

probiert ihr es nicht selbst?

APRIL ART: Wir hoffen, mit einem starken Label

mit Erfahrung, Kompetenz und Liquidität schneller

zum Erfolg zu kommen. Die wenigen Beispiele, die

es ohne Label zum Erfolg geschafft haben, kann

man an einer Hand abzählen. Es ist immer noch

so, dass man trotz YouTube und Facebook ohne

wirtschaftliche Unterstützung wenig erreichen

kann. Wir haben die letzten zwei Jahre zusammen

mit unserem Produzenten-Team unsere erste

Platte produziert. Nun wollen wir das Album fertigstellen

und veröffentlichen.

MM: Könnt ihr schon von eurer Musik leben?

Wie finanziert ihr euch?

APRIL ART: Wir gehen unseren täglichen Jobs

nach, um damit die Band und unser Leben zu

finanzieren. Allerdings ist langsam Besserung in

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 29

Aus sicht: Wir haben einen starken Verlagspartner und eine Kooperation

mit einer großen Booking-Agentur, wir spielen auf Festivals und unsere

Gagen steigen langsam an.

MM: Eure Live-Auftritte sind ein Erlebnis. Was passiert mit euch bei

Gigs?

APRIL ART: Live spielen ist für uns der Grund, warum wir diesen ganzen

Wahn sinn machen. Wir leben für die Bühne. Das sieht und spürt man. Im

besten Fall schwappt es auf unser Publikum über. Die Leute freuen sich

auf eine schweißtreibende Rock-Show mit handgemachter Musik, ehrlichen

Texten und coolen Moves.

MM: Wann können wir mit eurem ersten Album rechnen?

APRIL ART: Ziel ist, das Album Ende des Jahres zu veröffentlichen. Vielleicht

gibt es vorher schon eine Single, aber das hängt davon ab, wie schnell wir

mit den Label-Verhandlungen vorankommen.

MM: Wo kann man euch demnächst live erleben?

APRIL ART: Wir haben eine schöne Festival-Saison vor uns und werden in

ganz Deutschland unterwegs sein.

WEB: WWW.APRILART.DE | FACEBOOK.COM/APRILARTBAND

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: APRIL ART

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30 STORIES

Mit ihrer Band CousCous erzählen

Tine und Moritz Geschichten.

Musikalisch, durch verspielte Artworks

und den passenden Roman,

den sie zusammen mit ihrem letzten

Album „Tales“ veröffentlicht haben,

baut sich vor dem Auge des Hörers

die CousCous-Welt auf.

Mit uns hat das Duo über die Arbeit am

Album, die laufende Tour

und Inspiration gesprochen.

MM: Mit „Tales“ habt ihr im letzten Jahr den

Deutschen Rock und Pop Musik Preis in der

Kategorie „Alternative“ gewonnen. Zu dem

Album gehört auch ein Roman. Wie entstand

die Idee, beides zu koppeln?

MORITZ: Der Song „A Tale“, also „Eine Ge -

schichte“, stand am Anfang. Daraus ist die Idee

entstanden, ein Album über das Erzählen aufzunehmen.

Wir lieben es, auch um die Musik

herum immer etwas Besonderes zu machen –

beim ersten Album „Paper Tiger“ gab es zum

Beispiel zu jeder CD einen Origami-Tiger dazu.

Für das Album „Tales“ war sofort klar: Wir wollen

einen Roman schreiben, der die Songs verbindet.

MM: Nun seid ihr schon seit einem Jahr auf

„Tales“-Tour. Wie setzt ihr Album und Ro man

live um?

TINE: Seit dem Release hatten wir schon über

50 Auftritte mit dem „Tales“-Programm. Und das

ist wirklich einzigartig: Zwischen den Songs

liest Moritz aus dem Buch vor –

das passt perfekt und macht einfach Spaß.

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 31

CousCous

»In einer

anderen Welt«

MM: Eingespielt wurde das Album in einem

Schloss aus dem Mittelalter. Wie hat die At -

mosphäre die Arbeit am Album beeinflusst?

MORITZ: Wir hätten keinen besseren Ort finden

können, um „Tales“ aufzunehmen. Mit dem Kon -

zept – die Geschichte, die Songs, die Arran ge -

ments – wollen wir den Zuhörer ja in eine andere

Welt entführen ... Genauso haben wir uns

dort auch gefühlt, in diesem Märchenschloss,

im Sommer 2015.

TINE: Sehr wichtig für die Entstehung von

„Tales“ waren auch die vielen wundervollen

Menschen, die mit uns daran gearbeitet haben

– von unserem Freund und Produzenten Peter

Junge, der extra dafür aus London gekommen

war, über das Studioteam und die Musiker bis

hin zu den Fans und Unterstützern, die uns auf

dem Weg begleitet haben.


3/2017 musiker MAGAZIN


32 STORIES

»Das, was unsere Songs

und auch uns beide

verbindet, ist,

dass wir immer mit dem

Herzen vorangehen.

Was wir erschaffen,

kommt aus dem Moment,

aus dem Gefühl;

und das wollen wir auch

an das Publikum

weitergeben.«

COUSCOUS

„Tales“ (CD + Buch)

VÖ: 6.05.2016

WWW.COUSCOUSMUSIC.COM

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musiker MAGAZIN 3/2017


MM: Als modernen Kontrast habt ihr das

Album via Crowdfunding finanziert. Ist da -

durch der Erwartungsdruck von außerhalb

nicht besonders groß?

TINE: Crowdfunding ist für uns seit dem ersten

Album „Paper Tiger“ eine tolle Chance, zu -

sammen mit vielen anderen etwas Großes

möglich zu machen. Es hat etwas Be flü geln -

des, wenn sich Hunderte von Menschen mit

dir auf das Ergebnis freuen.

MM: Mit eurer Musik verfolgt ihr den Leit -

satz, dass alles so natürlich wie möglich

sein soll. Das bedeutet, keine aufwendige

Bild bear beitung für Pressefotos und keine

Syn the sizer. Wieso verfolgt ihr diesen An -

satz so vehement?

MORITZ: Das, was unsere Songs und auch

uns beide verbindet, ist, dass wir immer mit

dem Herzen vorangehen. Was wir erschaffen,

kommt aus dem Moment, aus dem Gefühl;

und das wollen wir auch an das Publikum

weitergeben. Wir glauben, dass wir das mit

einem echten Streichquartett besser erreichen

können als mit einem Synthesizer –

oder mit einem Foto von uns auf einem echten,

schwimmenden Klavier auf einem echten

See.

MM: Nichtsdestotrotz wirkt alles an Cous -

Cous sehr durchdacht. Musik, Videos und

Artwork ergeben ein stimmiges Gesamt -

kon zept. Legt ihr viel Wert auf die Ge stal -

tung neben der Musik?

TINE: Danke schön! Wir möchten, dass man

unsere Videos gerne anschaut, das Buch

gerne aufschlägt (auf der ersten Seite faltet

sich ein Pop-up auf, das die CD hält) und sich

einfach daran erfreut. Wir haben großen Spaß

daran, diese Dinge zu gestalten und damit die

CousCous-Welt noch lebendiger zu machen.

MM: Das Songwriting bleibt Herzstück

eurer Arbeit. Wie entsteht ein Text bei

euch?

TINE: Der Text entsteht bei uns – wie die Musik

– sehr intuitiv. Zuerst improvisieren wir zu -

sammen das Stück und gleichzeitig die Ge -

sangs melodie. Ich höre dann heraus, worum es

in diesem Song geht, und schreibe es dann

auf. Dies dauert unterschiedlich lang – manche

Texte schreiben sich wie von selbst, bei

anderen überlege ich lange, um genau die

Worte zu finden, die den Song am besten

ausdrücken.

STORIES 33

MM: Musikalisch ist Tine für den Gesang

zu ständig und Moritz für Klavier und Gi -

tarre. Wie teilt ihr die anderen anfallenden

Arbeiten auf?

MORITZ: Bei CousCous können wir uns tatsächlich

in ganz vielen Bereichen verwirklichen.

Ich zum Beispiel in der Gestaltung des Art -

works und Tine im Schreiben von Texten. Die

kreativen Ideen entstehen tatsächlich immer

gemeinsam. Meist hat einer von uns eine verrückte

Idee. „Wie wäre es, wenn wir für ein

Foto shooting ein altes Klavier auf einem See

schwimmen lassen?“ Und dann sprießen die

Ideen („und dann setzen wir uns auf das Kla -

vier!“ )

MM: Als Einflüsse nennt ihr Kate Bush und

Regina Spektor. Was begeistert euch an

diesen Musikerinnen?

TINE: Wir lieben einfach authentische Künstler

– die, die ihrem Weg treu bleiben und unabhängig

von aktuellen Trends einfach ihre Musik

machen. Diese Menschen berühren uns tief,

dabei ist die Musikrichtung uns auch gar nicht

so wichtig. Wichtig ist, dass die Musik von

Herzen kommt.

MM: Seit ich euren Bandnamen das erste

Mal gehört habe, rätsle ich über die Be deu -

tung. Woher kommt der Name „Cous Cous“?

MORITZ: Der Name CousCous hat uns von

An fang an gefallen, sozusagen aus dem Bauch

heraus. Das Orientalische daran erinnert auch

an die Märchen aus 1001 Nacht und passt

damit richtig gut zu den Geschichten, die wir

mit unserer Musik erzählen.

MM: Eure Tour ging bis August. Habt ihr

schon ein neues Projekt in Planung?

MORITZ: Ja, bis in den September hinein gab

es tolle Auftritte, auf die wir uns sehr gefreut

haben, z. B. in Dresden vor historischer Kuli s -

se, in Brandenburg bei einem Karne val auf dem

Wasser und ganz in Deutschlands Norden an

der Ostsee.

TINE: Das Songwriting, das wir sehr lieben,

passiert ständig … Ob im Zug, am See oder

auf Tour – Inspirationen gibt es überall. Es wird

auf jeden Fall ein drittes Album geben, aber

mehr wird noch nicht verraten.

WEB: WWW.COUSCOUSMUSIC.COM

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOS: DANIEL SCHOLZ

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34 STORIES

»NEHMT UNS NICHT FÜR BARE MÜNZE«

MM: Eure Musik ist auffallend facettenreich.

Wie würdet ihr jemandem „Nobody Knows“

erklären, der euch noch nicht kennt?

NOBODY KNOWS: Wir beschreiben unseren Stil

als „postmoderne, bundesrepublikanische Folklore

mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler

Rhythmik“. Damit können grundsätzlich nicht

viele Leute etwas anfangen – wir auch nicht. Wir

waren es vor einigen Jahren leid, immer auf ein

Genre – sei es Irish Folk oder Polka – festgenagelt

zu werden, und haben uns aus diesem Grund eine

stilistische Bezeichnung ausgesucht, die es keinem

Hörer am Ende eines Konzertes ermöglicht

zu behaupten, er habe nicht gehört, was in der

Be schreibung stand. Generell sind wir zwischen

unterschiedlichen Spielarten des Folk bzw. der

Folklore, zwischen Country und Polka, aber auch

Weltmusiker und Singer-Songwriter zu finden.

MM: Zum einen habt ihr viele selbstironische

und humoristische Lieder. Wie entstehen solche

Text bei euch?

NOBODY KNOWS: Es geht generell um zweierlei:

Unterhaltung und Wachsamkeit. Unterhaltung

ist insofern notwendig, als dass jeder Muße stun -

den fernab alltäglicher Verpflichtungen braucht.

Wachsamkeit meint das Einbauen von gesellschaftskritischen

und politischen Themen im

Modus eines Wilhelm Busch: Man übe die Kritik

subtil genug, dass der Gescheite sie verstehen

möge, indes der Nicht-ganz-so-Gescheite sich

nicht auf den Schlips getreten fühlt. Das Verständ -

nis von Ironie setzt dabei grundlegend voraus,

dass man – sowohl als Musiker als auch als

Zuhörer – gewillt ist, sich selbstkritisch und in

erster Linie mit den eigenen Defiziten auseinanderzusetzen.

Niemand mag den erhobenen Zeige -

finger. Im Modus der Ironie indes kommt Kritik

durchaus auch zum Mitsingen und -Tanzen wohl -

mundig daher.

MM: Deutlich ruhiger ist eure Lyrik-Reihe, in

der ihr bekannte und unbekannte Gedichte

musikalisch unterlegt. Wie entstand die

Idee?

NOBODY KNOWS: Die Idee entstand aus der Affi -

nität zur Lyrik und zur deutschen Sprache. Warum

zur deutschen Sprache? Nicht aus Gründen idiotischen

Patriotismus-Geschwafels, sondern weil es

einfach die Sprache ist, die wir am besten verstehen.

Wir haben anfangs folkloristisch die sogenannten

Klassiker der Schule, wie bspw. den

„Erlkönig“ oder das „Heidenröslein“, neu interpretiert.

Dass daraus eine Reihe wurde, ergab sich

aus der Vielzahl der Vertonungen, die ich ge -

schrieben habe.

MM: Auch eure Vita ist beeindruckend. Ihr

macht seit über 16 Jahren gemeinsam Musik

und habt mehr als ein Dutzend Tonträger

veröffentlicht. Wie erreicht man als Musiker

konstant so einen hohen Output? Habt ihr

Ratschläge?

NOBODY KNOWS: Ich weiß nicht, ob ein derartiger

Output generell notwendig oder gar empfehlenswert

ist. Jede Produktion geht mit Stress

und Kosten einher, die – will man etwas ruhiger

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 35

»Nobody knows

the trouble I’ve seen«

Dieses Spiritual ist

namensgebend für

die Band Nobodys Knows,

die sich nicht so leicht

einer Musikrichtung

zuordnen lässt.

Zwischen humoristischer

Selbstkritik und

deutscher Lyrik wird es

neuerdings auch politisch.

Wir haben mit

Max Heckel über

den selbst auferlegten

Schaffensdruck

als Musiker und die

faszinierende

Bandbreite von Nobody

Knows gesprochen.

leben – durchaus zu vermeiden sind. Die hohe

Schlagzahl unserer Veröffentlichungen ist dem

Umstand geschuldet, dass wir – insbesondere ich

– wahnsinnige Angst vor kreativer Stagnation

habe(n). Das Tätig- und Kreativbleiben zwingt uns

bei jeder Produktion, wieder neue Wege einzuschlagen,

uns immer wieder neu zu suchen und

zu finden. Am Ende jeder Produktion verändern

sich unser Stil und unsere Live-Präsenz. Ein Rat -

schlag: Das Wagnis der Unbeständigkeit führt

unweigerlich zu Neuem, das bisweilen nicht besser,

aber in jedem Fall vorantreibend sein wird.

Studiozeit ist Zeit des Genießens – und wer immer

es sich leisten kann, möge sich mindestens eine

Woche im Studio einschließen und dort genießen,

wie aus Ideen ein physisches Medium wird.

MM: Beim Deutschen Rock und Pop Preis

2016 habt ihr nicht nur den Preis als „Beste

Folk- & Countryband“ gewonnen. Auch der

Publikumspreis ging in eure Hände.

Wie baut man sich so eine treue Fanbase

auf?


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36

»Das Wagnis der Unbeständigkeit

führt unweigerlich zu Neuem,

das bisweilen nicht besser, aber in jedem

Fall vorantreibend sein wird.«

NOBODY KNOWS: Puh, auch hier kann ich zu

keinem Patentrezept raten. Wir haben einen

wunder vollen und mittlerweile recht großen Fanund

vor allem Freundeskreis: Leute, die uns selbst

bei acht Stunden Fahrt begleiten, für uns Brötchen

schmieren und für einen Aufritt der Dauer von

fünf Minuten einen ganzen Tag Zeit investieren.

Ich glaube, dass das Rezept einfach eine Form

von Intimität ist. Regelmäßige und freundschaftliche

Kommunikation, den Luxus, sich füreinander

Zeit zu nehmen, mit Fans und Freunden zum

Fußball oder wandern zu fahren – all das ist wohl

integraler Bestandteil unserer sogenannten Fan -

base.

MM: Die Musikindustrie hat sich in dieser Zeit

radikal verändert. Trauert ihr der alten Zeit

nach oder begrüßt ihr Verände run gen?

NOBODY KNOWS: Die Regularien seit November

2016 im Verlagswesen begrüßen wir nicht. Sei

es mit einem Verlag/Label oder mit Veranstalter –

es gilt immer das Prinzip: leben und leben lassen.

Insofern ist (zumindest mir) die Notwen dig keit

von Veränderung hinsichtlich der GEMA-Regu la -

tive nicht verständlich.

MM: Bei meiner Recherche bin ich über den

Satz, eure Musik bewege sich „zwischen

Hass und Jazz“, gestolpert. Könnt ihr mir er -

klären, was ihr damit meint?

NOBODY KNOWS: Grundsätzlich unterstellen wir

unserem Publikum die Fähigkeit, ironische Elastizi -

tät verstehend sowie gewinnbringend anzuwenden.

Dieser Satz ist einfach nur Firlefanz, der sig -

nifi kant eines auf den Punkt bringt: Nehmt uns

nicht für bare Münze.

MM: Seit 2016 zählen auch gesellschaftskritische

Inhalte zu eurem Repertoire. Warum

widmet ihr euch nun auch diesen Themen?

NOBODY KNOWS: Weil das Schweigen der

Masse, die am Ende von nichts gewusst haben will,

die Bedingung von jedweder Form von Ex tre mis -

mus ist. Insbesondere im Zuge der Af(I)Dioti sie rung

unserer Gesellschaft war es uns ein notwendiges

Bedürfnis, Stellung zu beziehen und ggf. auch auf

Zuhörer zu verzichten. Meines Erachtens sollten

viel mehr – vor allem kleine Bands wie wir – den

Mut aufbringen, sich deutlich gegen Hass, Un -

moral und exklusive Patrio tis musverblödungen zu

positionieren. Das Credo lautet: Pluralismus und

Demokratie. Das entspricht unserem moralischen

Ethos, den man – will man Integrität wahren – auch

auf der Bühne nicht ab legen darf.

MM: Zu guter Letzt interessiert uns natürlich:

Woran arbeitet ihr zurzeit?

NOBODY KNOWS: Derzeit arbeiten wir an einem

neuen Album mit eigenen Interpretationen von

klassischen deutschen Volksliedern, das für den

Herbst unter dem Namen „Folksmusik“ oder

„Folks lieder“ geplant ist. Nebenbei entstehen zwei

Videos und auf Tour sind wir außerdem. Das reicht.

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOQUELLE: NOBODY KNOWS

RAHMEN: © DRED2010/FOTOLIA.COM

NOBODY KNOWS

„Folkslieder“

VÖ: 1.09.2017

NOBODYKNOWS.DE

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musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 37

UNNACHAHMLICHER REIZ

„Marie-Luises last Show“entzückte

im Theater

Ein bewegendes Musik- und Tanzereignis

rollte im Theater auf dem Hornwerk ab.

Die Nienburger Texterin, Kom ponistin und Musi -

kerin Marie-Luise Cassar feierte mit „Marie-

Luises last Show“ den krönenden Abschluss

ihrer Musical-Laufbahn.

Mit von der Partie waren acht Gesangs solis -

ten, der Traumwelt-Chor, eine achtköpfige

Band um die Moderatorin und Geigerin Tonka

Angheloff‚ die Tanzgruppe vom TSC Blau Gold

Nienburg‚ die Modem-Dance-Formation Xpres -

sion und die Tanzgruppe The Midnight Circus

mit der Solistin Fire. Regie führte Michael Suhr.

Der Gegenstand der Show waren persönliche

und Familienerfahrungen. Die Verflechtun -

gen wurden darin deutlich, dass ein Song von

ihrer Enkelin Joana Cassar‚ ein anderer von ihrer

Tochter und ihrem Schwiegersohn Jürgen Regul,

vertont von dessen Sohn Erik Regul, waren.

Den Beginn machte in gefälligem Musical-

Stil das Instrumentalstück „Fantasie“. Eine Hul -

digung an ihre Enkelin Joana war „Lady Jo“.

„Don’t Be Misled“ feierte die Unverwüstlichkeit

ihrer Produktivität. Tieftraurige Depression füllte

„Absolute Silence“. Unbändige Lebensfreude

sprach aus „Vamos á ballar“. Dank an ihren

Neffen drückte „Für Erik“ aus. Ein leicht

schmalziger Gospel, „Trust The New Pathes“,

schloss an. Turbulente Erlebnisse schilderte

„Unforgettable Deichbrand-Fever“.

In „Living In Another World“ bat die Kom -

ponistin um weitere Schaffenskraft. „Coati"

beschrieb ein putziges Tierchen. „Für Emil”

pries einen der Musiker. Bedrohlich wurde es

mit dem Katastrophen-Song „Riot In The

Station“. Sehr abweisend wirkte „Don’t Come

Too Close“. Heftige Anleihen bei anderen

Komponisten brachte „Tango For Tonka“.

Die Ballade „Twenty-seven Skulls“ (Toten-

köpfe) beschrieb die gruseligen Reaktionen auf

dieselben. Hier stand die Melodie von „Es war

einmal ein König in Thule“ Pate. „Hands“ be -

schrieb, was man alles mit ihnen machen kann.

Depressiv wurde es wieder mit dem von der

Enkelin Joana vorgetragenen Song „Wieso?“

Dank an eine der Musikerinnen brachte „For

Valentina“. „My Friend Regine“ huldigte einer

Freun din. In den Sound der 70er-Jahre entführte

„Sadness“. Die Musik- und Tanzszene „Re-

formation“ feierte dieselbe, hörbar inspiriert von

Brecht/Weill „Am Grunde der Moldau wandern

die Steine“. Den rauschend zusammenfassenden

Abschluss machte „Life Of Luise“.

Der unnachahmliche Reiz der Show bestand

darin, dass die Musik von perfekten Tanz szenen

begleitet wurde. Der poetische Höherpunkt war

hier „Coati", in der die Tänzerin Fire und ihre

Truppe The Midnight Circus einen Tanz mit

roten Schleiern vollführten, der dann in einen

indisch anmutenden Tempeltanz überging.

Der etwas gewagte Wurf, sich selbst, die

eigene Familie und die Freunde zum Gegenstand

einer Show zu machen, gelang überzeugend.

Die Zuschauer, 180 Personen, gingen

be geistert mit und belohnten die Musiker und

Tänzer mit prasselndem Applaus und Juhus!

Ein schöner Abschluss der Theatersaison.

TEXT: WOLFGANG MOTZKAU-VALETON

COLLAGE: MARIE-LUISE CASSAR

GRAFIK: © SERGEY NIVENS/FOTOLIA


38 STORIES

VORBEREITET SEIN

FÜR DIE GROSSE CHANCE

Musiker, Moderator und Musicaldarsteller

Johnny Silver über das Leben im Musikbusiness

Steht da John Lennon auf der Bühne? Nein,

es ist nur eines seiner besten Double –

Johnny Silver. Warum Martin Kahlau als der

Beatle auftritt, verrät er im MUSIKER MAGAZIN.

MM: Du bist als Johnny Silver unterwegs,

coverst John Lennon. Was fasziniert dich an

ihm?

JOHNNY SILVER: Lennon war eine interessante

Persönlichkeit. Als Teenager bevorzugte ich eher

die unbeschwerten Songs seines Beatles-Kolle gen

Paul McCartney. Später wirkten Lennons er wach -

senere Stücke auf mich ein. Lennon konnte mit

spartanischen Mitteln tiefe Emotionen trans por -

tieren. Ich konnte mich deren magischer Wirkung

nicht entziehen. Es schien, dass für jede Stimmung

mindestens einer seiner Song parat war, der eine

Lebenssituation widerspiegeln konnte.

MM: Deine ganze musikalische Karriere ist

von den Beatles bzw. John Lennon geprägt.

Was waren die drei wichtigsten Stationen?

(Inwiefern waren sie wichtig?)

JOHNNY: Die Beatles und John Lennon sind

eine rudimentäre Grundprägung und Motivation,

ohne die ich vermutlich niemals eine Gitarre in

die Hand genommen hätte. Mein Interesse für

Gitarrenmusik öffnete mir weitere Horizonte, so -

dass ich neue Herausforderungen suchte. Eine

Liverpool-Reise inspirierte mich, eine Band zu

gründen, die musikalische Inhalte und passende

optische Konzepte zusammenbringt. Dies kam

bei Veranstaltern gut an. Denn es war nicht nur

Musik, sondern eine Show. Wir waren vier Charak -

terköpfe auf der Bühne. Zu diesem Zeitpunkt

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 39

lernten wir einen Produzenten kennen, der uns

auf eine Beatles-Musicaltournee durch Europa

schickte. 100 Shows pro Jahr mit allem Schnick -

schnackschnuck: große Hallen, TV-Auftritte, Promi -

kontakte.

MM: Du bist schon lange im Musikbusiness.

Wie hat sich der Musikmarkt verändert?

JOHNNY: Das einzig Stetige ist der Wandel.

Während früher Fans noch ihren Bands unabdingbare

Treue schworen und geduldig auf die

nächste Scheibe oder Konzerttour gewartet

haben, ist die Musikszene heute schnelllebiger.

Die ständige Verfügbarkeit von Unterhaltung ist

zur Normalität geworden. Die Digitalisierung der

Musik auf Streamingdiensten wie Spotify sowie

Musikvideos auf sozialen Plattformen haben viel

verändert. Das Angebot an neuen Acts ist extrem

unübersichtlich geworden. Sich in diesem Medien -

wirrwarr als Musiker durchzusetzen bedeutet, eine

allgegenwärtige Präsenz auf vielen Platt formen

zu etablieren. Andernfalls ist man bald Schnee

von gestern. Das kostet sehr viel Zeit und entfernt

die kreativen Köpfe vom musikalischen

Schaffen.

MM: Was magst du am Musikerdasein, was

ist nicht so toll?

JOHNNY: Schon in jungen Jahren blieb ich nachts

auf und genoss die etwas andere Atmosphäre,

die meine Sinne schärfte und meine kreativen

Kanäle öffnete. Andere Menschen, andere Orte

und Situationen üben eine Faszination auf mich

aus. Das sind die Momente, die unvergesslich

sind. Ich mag gemeinsames Arbeiten an Songs

mit Musikern, die man menschlich und musikalisch

schätzt. Bei Touren konnten ich meine Pro -

bleme hinter mir lassen. Aber als die Tour vorbei

war, fiel ich in ein tiefes Loch, war mit dem realen

Leben konfrontiert: Steuererklärungen, Be -

ziehungsprobleme und dass manche Freund -

schaft die Zeit einfach nicht überlebt hat. Ich war

meinem sozialen Umfeld entfremdet und hatte

Schwierigkeiten, den Anschluss zu finden. Manche

Tourneen waren Torturen: 26 Konzerte in 30

Tagen, im Zickzack-Kurs durch Deutschland und

Österreich. Statt die Welt zu sehen, bestand der

Tagesablauf aus Frühstück, Tourbus, Halle, Sound -

check, Konzert, Hotel, Absacker und alles wieder

von vorn. Monatelang. Die freien Tage waren die

Highlights der Tour. So mussten sich die Beatles

auf Tour gefühlt haben. Kein Wunder, dass sie

damit aufhörten, um sich ihre Kreativität nicht

verbrennen zu lassen.

MM: Ist es heute leichter oder schwieriger,

als Musiker zu leben? Warum?

»Der schnelle,

große Erfolg ist genauso

unrealistisch

wie ein Lottogewinn.«

JOHNNY: Es ist möglich, als Musiker zu überleben.

Aber nur wenige können von der Musik, die

sie ge schrieben haben, leben. Die meisten landen

in Funktionen, Karnevalsveranstaltungen,

Tanz musik, Hochzeiten. Das hat mit den Träu -

men nicht mehr viel zu tun. Was bleibt, ist bo -

denlose Desillusion. Um an die Spitze zu ge -

langen und sich dort zu halten, braucht man viele

Fähig kei ten. Talent, Musikalität, Kreativität, kontinuierliche

Arbeitsdisziplin und ständiges Net -

working mit anderen Musikern und Branchen -

leuten. Der schnelle, große Erfolg ist genauso

un realistisch wie ein Lottogewinn.

MM: Wärst du gern so richtig berühmt ge -

worden wie die Beatles? Warum (nicht)?

JOHNNY: Für großen Erfolg zahlt man meist einen

hohen Preis. Ich hätte nicht mit den Beatles tauschen

wollen, obwohl ich deren Errungen schaf ten

nicht hoch genug bewerten kann. Sie machten

mit den Tourneen nach vier Jahren intensivs ter

Beatlemania Schluss, weil es für die Band un er -

träglich wurde. Als ich jung war, wollte ich be rühmt

werden, aber mit zunehmender Erfah rung relativierte

sich das Bild sehr schnell.

MM: Du bist beim Deutschen Rock & Pop

Preis seit nun doch einigen Jahren als Mo de -

rator dabei. Beschreib die Stimmung hinter

den Kulissen.

JOHNNY: Ich bin gern als Moderator für den

DRPP tätig, obwohl es eine anstrengende Ver -

anstal tung für mich ist. Als Kontaktperson hinter

der Bühne versuche ich, mit allen Bands vor

ihrem Auftritt zu sprechen. Trotz der Vielzahl an

nominierten Bands sehe ich zwischen den Teil -

nehmern Gemeinsamkeiten: die Träume, Er war -

tungen, Hingabe zur Musik. Die An span nung

und Aufregung ist spürbar – ich versuche, etwas

Ruhe und Optimismus hineinzubringen. Für mich

sind die Emotionen direkt vor einem Auftritt gut

nachvollziehbar.

MM: An welchen Projekten arbeitest du zurzeit

noch?

JOHNNY: Ich bin als John-Lennon-Interpret unter -

wegs, meist solo, aber auch hin und wieder mit

Band. Des Weiteren arbeite ich mit meiner Ex peri -

mental-Band „Das Blaue Palais“ an einer neuen

CD und mache nebenbei Auf nahmen für Film -

musik. Und ich werde beim nächsten DRPP in

Siegen im Dezember dabei sein. Darauf freue ich

mich sehr.

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INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO-QUELLE: JOHNNY SILVER

3/2017 musiker MAGAZIN


40 STORIES

SUPERUSE

»Wenn wir Musik mit Fußball

verbinden könnten,

wäre das kaum zu toppen …«

musiker MAGAZIN 3/2017


Superuse haben mit ihrem Indie-Pop, der

auch mal Ausflüge über Genregrenzen unter -

nimmt, beim DRPP 2016 abgesahnt. Das Herz

der Musiker schlägt aber auch für „ihre“ Eintracht

Frankfurt.

MM: Ihr habt vergangenes Jahr beim Deut -

schen Rock & Pop Preis den ersten Platz in

der Kategorie Pop belegt. Wie überraschend

war der Sieg für euch?

SUPERUSE: Zugegeben: sehr überraschend. Wir

haben die Auftritte der anderen Bands gesehen

und waren von der Qualität der Performance be -

geistert. Dass wir am Ende den Preis erhalten

durften, war Ausgangspunkt für eine ziemlich wilde

Party.

»Wir wollen Musik nicht

als Wettbewerb verstehen.

In der Musik gibt es

kein gut oder schlecht.«

MM: Ihr seid eine recht junge Band, habt

euch 2013 gegründet. Warum habt ihr jetzt

bei einem Wettbewerb mitgemacht?

SUPERUSE: Für uns war es der erste Contest.

Denn wir wollen Musik nicht als Wettbewerb verstehen.

In der Musik gibt es kein gut oder schlecht.

Mitgemacht haben wir, um auf der Bühne zu stehen,

andere tolle Bands kennenzulernen und

unsere Songs und Performance bewerten zu lassen.

Deshalb haben wir uns gerade beim Deut -

schen Rock & Pop Preis beworben. Bei vielen

anderen Wettbewerben hat das Publikum einen

großen Anteil an der Bewertung. Der DRPP hat

dieses Problem mit dem separaten Publikums -

preis fairer gelöst als andere Wettbewerbe.

MM: Was habt ihr mitgenommen oder ge -

lernt?

SUPERUSE: Zuallererst, dass es in Deutschland

unfassbar viele Bands gibt, die Musik in einer

beeindruckenden Vielfalt und Qualität machen.

Wir haben mit vielen dieser Bands Kontakt gehalten

und ausgetauscht, wie sie an Themen wie

Booking, Aufnahmen, soziale Medien und Merch

herange-hen. Klasse, wie unvoreingenommen uns

die meisten Bands und Musiker begegnen.

STORIES 41

SUPERUSE: Wir haben nichts gegen Cover und

spielen alle zusätzlich in anderen Bands, die co -

vern. Mit denen haben wir in den letzten Jahren

viele Auftritte gespielt. Das ist ein Vorteil einer

Coverband: Man kommt einfacher an Gigs, kann

Bühnenerfahrung sammeln, viel herumkommen

und unbeschwert Spaß haben. In einer Cover -

band setzt man sich intensiv mit Songstrukturen

auseinander und versteht, wie eine gute Nummer

funktioniert. Nichtsdestotrotz hat eine Cover band

Grenzen: Man interpretiert Songs, die andere

geschrieben haben.

MM: Zurzeit arbeitet ihr an einem neuen

Album. Wie geht ihr vor?

SUPERUSE: Wenn es nach uns ginge, würden

wir uns gerne ein paar Wochen auf einer Finca in

Spanien einschließen, alle Songs gemeinsam

ent wickeln, aufnehmen, mischen, zum Mastern

schicken, und ab geht die Luzi. Aber das ist nur

ein Traum, denn die meisten von uns haben einen

Day-Job und andere Verpflichtungen. Wir gehen

deshalb pragmatisch und unromantisch ans

Songwriting. Für das neue Album rund 20 Songs

geschrieben, von denen zwölf auf die CD kommen.

Die Songs sind stilistisch ziemlich unterschiedlich

– mal gitarrenlastig, mal elektronisch,

mal poppig, mal chillig.

MM: Ihr kommt aus Frankfurt. Da denkt man

automatisch an die Kicker von Eintracht

Frank furt. Im September soll eine CD mit

Songs von Fans für Fans erscheinen. Ihr seid

dabei. Wie kam das?

SUPERUSE: (Lacht) Das ist eine interessante Aus -

sage, denn meistens wird Frankfurt zuallererst

mit Banken in Verbindung gebracht. Oder als

eine extrem erfolgsorientierte, kühle Wirtschafts -

metropole wahrgenommen. Dabei hat Frankfurt

mehr zu bieten – die Eintracht mit ihrer enthusias -

tischen Fanszene zum Beispiel. Die Eintracht hat

drei Compilations unter dem Titel „Eintracht

Frankfurt CD 12“ veröffentlicht. Für die vierte Aus -

gabe haben wir eine Idee mittels Demo beim

Verein eingereicht. Sie wurde für die CD ausgewählt.

Wir freuen uns riesig darüber!

MM: Wofür schlägt euer Herz mehr – für

Musik oder Fußball?

SUPERUSE: Natürlich für die Musik. Aber wenn

wir Musik mit Fußball verbinden können, ist das

kaum zu toppen.

MM: Ihr spielt nur eigene Songs – was habt

ihr gegen Cover? Beziehungsweise: Was sind

jeweils Vor- und Nachteile?

WEB: WWW.SUPERUSE-MUSIC.COM

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: SUPERUSE

3/2017 musiker MAGAZIN


42 STORIES

Älteren Freunden des

Bluesrock ist Peter Green

(vollständig: Greenbaum)

bestimmt ein Begriff,

und vermutlich werden

die Augen leuchten,

wenn sein Name fällt.

Andere kennen vielleicht

zumindest seinen

Hit „Albatross“.

Eric Clapton hingegen ist

den meisten vertraut,

denn seine Karriere hat

ihn zum Gitarren-

Superstar gemacht.

Als einem der kreativsten

und innovativsten Musiker

seiner Zeit hätte Green

mit seinem vor Spannung

knisternden, lodernden

Gitarrenspiel das

vermutlich auch gelingen

können. Aber seine

eigentliche Karriere endete

bedauerlicherweise

schon 1970.

Mit seinen Solo-Alben

„In the Skies“ und „Little

Dreamer“ (1979 und 1980)

schien er daran noch

einmal durchstarten

zu können.

Gezeichnet von seiner

psychischen Erkrankung

blieb er jedoch mehr

oder minder ein

Schatten des damaligen

bahnbrechenden

Künstlers.

TEIL 8:

PETER GREEN

UND FLEETWOOD MAC

– Griff nach musikalischen Sternen

Als Yardbirds-Gitarrist Clapton mit der musi -

kalischen Richtung seiner Band endgültig

brach, schloss er sich 1965 John Mayalls

Bluesbreakers an. Dort konnte er seine Liebe

zum Blues ausleben. Der damals sprunghafte

Clapton erschien allerdings manchmal nicht zu

Auftritten der Band und verließ sie im Herbst 1965

für eine Welttour des Blues mit The Glands, die

jedoch schon bei ihrem Start in Griechenland

kläglich scheiterten. Clapton kehrte daraufhin

im November des Jahres reumütig zu Mayall

zurück. In der Zwischenzeit hatte der 19-jährige

Peter Green Clapton dreimal bei den Blues -

breakers auf der Bühne vertreten. 1966 nahmen

Mayall und Clapton das berühmte Beano-Album

„Blues Breakers. John Mayall With Eric Clapton“

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 43

auf, das wegweisend für den Bluesrock und den

im folgenden Jahr aufkommenden britischen

Blues-Boom war. Noch vor der Veröf fent lichung

des Albums stieg Clapton jedoch 1966 endgültig

bei Mayall aus, um mit Jack Bruce und

Ginger Baker die Band Cream zu gründen, die

binnen kurzer Zeit als erste Super gruppe des

Bluesrock eine legendäre Berühmt heit erlangte

und Musikgeschichte schrieb. Daraufhin wurde

Green Claptons etatmäßiger Nach folger bei den

Bluesbreakers und genauso wie sein Vorgänger

ein außergewöhnlicher Musiker.

Green zelebrierte seinen eigenen, hoch

intensiven Gitarrenstil auf seiner Gibson Les Paul

Standard aus dem Jahr 1959. Ihr Hals-Ton ab -

nehmer-Magnet war versehentlich umgekehrt

herum montiert worden. Dadurch erhielt sie ihren

unverwechselbaren Out-of-Phase-Klang, der zu

Greens Markenzeichen wurde. Zudem spielte er

Blues-Mundharmonika und stellte sich als

erst klassiger Bluessänger heraus. Ob Greens

Einzigartigkeit bei Mayall sichtbar würde, blieb

zunächst fraglich.

Unter Mayalls Einfluss schrieb Green außerdem

gute, unter die Haut gehende Blues-Songs.

Im Herbst 1966 nahm Mayall mit seinem neuen

Ausnahmegitarristen das im Februar 1967 veröffentlichte

Album „A Hard Road“ mit den zwei

Green-Kompositionen „The Same Way“ und

„The Super-natural“ ein. Die letztere war eine Art

Blaupause für Greens Gitarren-Qualitäten aus

souveränem Spiel, stilsicherer Erzeugung von

Spannung und Atmosphäre, Beherrschung von

Sound und Feedback. Ein professioneller Live-

Mitschnitt von einem Auftritt dieser Blues -

breakers-Formation stand damals leider nicht

zur Debatte. Umso größer war die Überraschung,

als Mayall 2015 und 2016 zwei CDs

mit Live-Aufnahmen aus dem Jahr 1967 veröffentlichte,

die ein Fan mit einem Tonband aufgezeichnet

hatte. Die mäßige, für die Zeit aber

passable Klangqualität lässt immer noch gut

nachempfinden, wie ausgezeichnet die Blues -

breakers mit Green waren.

Auch Green blieb nicht lange bei Mayall. Im

Juni 1967 verließ Green, der noch auf dem aktuellen

Album des Blues-Pianisten Eddie Boyd

mitgespielt hatte, gemeinsam mit dem Drum mer

Mick Fleetwood die Bluesbreakers, denen

Fleetwood sich erst vor Kurzem angeschlossen

hatte. Mit dem Gitarristen und Sänger Jeremy

Spencer und dem Bassisten Bob Brunning wollten

sie sich vornehmlich dem Chicago-Blues

widmen: Peter Green’s Fleetwood Mac war

geboren. In dieser Zusammensetzung trat die

Band am 13. August 1967 auf dem 7. National

»Als das Beano-Album auf den Markt kam, mussten

daraus live Stücke ge spielt werden.

Green kopierte Clapton jedoch nicht, sondern

interpretierte die Stücke in seinem eigenen Stil.

Dennoch rief das Publi kum anfänglich nach Clapton,

über den man in Groß britannien

„Clapton is God“ an Wände gesprüht hatte.

Als es allerdings Greens Quali täten er kannte und der

sich zudem als Blues rocker mit rasender

Geschwindigkeit entwickelte,

hieß es bald: „Green Is Better Than God!“«

Jazz and Blues Festival in Windsor auf, das als

Beginn des britischen Blues-Booms gilt.

Brunning wurde bald durch den Blues -

breakers-Bassisten John McVie ersetzt, und

mit ihm entstand im Spätherbst 1967 binnen

drei Tagen Fleetwood Macs gleichnamiges

Debüt-Album, ein praktisch reines, stilsicheres

Blues-Album mit Green als Frontmann. Das traf

in Großbritannien den Nerv der Zeit und wurde

zum Kassenerfolg. Großen Anteil hatte der

Elmore-James-Klassiker „Shake Your Money -

maker“ mit Spencers geradezu ekstatischer

Slide-Gitarre und seinem passenden Gesang.

Die wenige Monate darauf folgende LP „Mr.

Wonderful“ wirkt musikalisch runder und ab -

wechslungsreicher. Da die Tracks ohne Over -

dubs aufgenommen worden waren, wirkte die

Musik frisch und rau wie bei einem Live-Auftritt

und damit spontaner. Mr. Wonderful glänzt mit

einigen Blues-Ohrwürmern, die in der Über zahl

von Green stammen: „Stop Messin’ Around“,

„Love That Burns“, „If You Be My Baby“ und

„Lazy Poker Blues“.

Für ihr Londoner Label Blue Horizon nahm

die Band auch Singles auf, denn Musik, die es in

die Hitparaden schaffte, ließ die Kassen klingeln.


3/2017 musiker MAGAZIN


44 STORIES

das einzigartig atmosphärisch treibende Stück

„Albatross“ mit dem neu zur Band gestoßenen

dritten Fleetwood-Mac-Gitarristen Danny

Kirwan, von dem die bemerkenswerte B-Seite

„Jigsaw Puzzle Blues“ stammt, war es, das Green

und seine Band weithin bekannt machte.

»Nach seinem Aus scheiden

bei Fleetwood Mac

entsagte Green bis auf Weiteres

dem Musikgeschäft,

spendete einen Großteil seines

Vermögens und überließ

seinem Protegé Gary Moore

seine Gibson Les Paul.«

In den USA erschien das Album „Mr.

Wonderful“ im Januar 1969 erheblich abgewandelt

mit nur der Hälfte der LP-Tracks. Der

Rest wurde aufgefüllt mit den Fleetwood-Mac-

Hits „Black Magic Woman“ und „Albatross“

sowie drei Kirwan-Stücken und bekam den

Titel „English Rose“. Ausschlaggebend waren

vermutlich wirtschaftliche Gründe. Fleetwood

Macs Erfolg ließ die Band zu dem lukrativeren

Label Reprise abwandern, für das die Band im

April 1969 begann, Material für ein Doppel-

Album aufzunehmen. Damit war für Blue

Horizon in Großbritannien Handeln das Gebot

der Stunde. Um dem Reprise-Album der Band

zuvorzukommen, das am 19. September 1969

schließlich als einfache LP unter dem Titel

„Then Play On“ erschien, brachte Blue Horizon

am 15. August 1969 die LP „The Pious Bird of

Good Omen“ auf den Markt und versah sie mit

einem provozierenden Cover-Foto: Eine schwan -

gere Nonne hält einen Albatross. (Für die britische

Komiker-Truppe Monty Pythons Flying

Circus ein gefundenes Fressen: Im Januar 1970

flimmerte ein Sketch über die britischen Matt -

scheiben mit John Cleese als Pausen-Girl, das

Albatross-Snacks verkauft.) Ein neues, drittes

Studio-Album von Fleet wood Mac ist „The Pious

Bird of Good Omen“ allerdings nicht, sondern

eine Zusammenstellung von vier Singles, zwei

Titeln, auf denen Fleet wood Mac den Blues-

Pianisten Eddie Boyd begleitet hatte, der

eben falls bei Blue Horizon unter Vertrag stand,

und je einem Stück von den Vorgänger-LPs

„Fleetwood Mac“ und „Mr. Wonderful“. Dem

Ver gnügen tut das keinen Abbruch, denn die

zwölf Tracks machen den Sampler zu einem

musikalischen Genuss.

Greens erster Hit für das Label wurde der Song

„Black Magic Woman“, den der Gitarrist Carlos

Santana auf seiner zweiten LP „Abraxas“ (1970)

weltberühmt machte, gefolgt von dem beinahe

symphonisch anmutenden intensiven Blues

„Need Your Love So Bad“. Als ich „Need Your

Love So Bad“ zum ersten Mal im Radio hörte,

störten mich die Streicher, die den Song zu

verwässern schienen. Sie waren allerdings das

Ergebnis von Greens Suche nach der richtigen

Färbung, und sie harmonieren perfekt mit seiner

Gitarre. Suche und Ziel dokumentieren die

fünf Takes von „Need Your Love So Bad“, die

1999 in der vorbildlichen Fleetwood-Mac-CD-

Box „The Complete Blue Horizon Sessions“

1967 – 1969 vorgelegt wurden. Vor allem aber

Blue Horizon hatte noch mehr im Köcher.

Fleetwood Mac waren Anfang 1969 für einige

Auftritte in die USA gereist und machten am 4.

Januar einen vereinbarten Abstecher nach

Chicago. An dem Tag wurde in den Chess-

Studios mit schwarzen Blues-Musikern jenes

Labels, darunter Buddy Guy – aus rechtlichen

Gründen unter dem Namen Guitar Buddy –

und Otis Spann, eine Session mit Tracks aufgenommen,

die Blue Horizon Anfang Dezember

1969 als Doppelalbum „Blues Jam In Chicago“

herausbrachte, auch als Einzel-LPs zu haben

war und seither unter verschiedenen Titeln kursiert.

Ein solches Unterfangen, bei dem Fleet -

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 45

wood Mac ohne ihre Vorbilder die Stücke

„Watch Out“ und „Ooh Baby“ aufzeichneten, fiel

in die Zeit, als mehrere weiße Blues-Bands mit

ihren schwarzen Vorbildern gleichsam an der

Quelle musizierten. Bedauerlicherweise fehlt der

Chicago-Session die Spannung, die Fleet wood

Mac mit ihrem eigenen Material aufbauen

konnten.

Noch vor der Veröffentlichung von „Then

Play On“ erschien bei Immediate im April 1969

die Fleetwood-Mac-Single „Man of the World“,

die wieder ein Hit wurde. Greens Song ist ein

weiterer Meilenstein, stilistisch eine Fortent wick -

lung von „Albatross“, der er textlich und musikalisch

eine pessimistisch-zweifelnde Richtung

gegeben hat, die sich bei ihm weiter verstärkte.

Auf der B-Seite befindet sich der Rock ‘n’ Roll

„Somebody’s Gonna Get Their Head Kicked In

Tonite“ von Earl Vince and the Valiants. So

nannten sich Fleetwood Mac, wenn die Band

live Rock ‘n’ Roll der 1950er-Jahre spielte, in

den der Gitarrist Jeremy Spencer geradezu ver -

narrt war. Spencer erschien dann im goldfarbenen

Glitzeranzug auf der Bühne und hatte sich

die Haare zurückgebunden. Wenn man im Pu -

blikum saß, hat das vermutlich Spaß gemacht.

Hört man es vom Tonträger, bemerkt man

schmerz lich, dass dieser Mimikry die von Green

ausgehende innovative musikalische Kraft der

Blues-Stücke fehlt.

„Then Play On“ wurde Fleetwood Macs ge -

schlossenstes Album. Wenige Tage nach seiner

Veröffentlichung folgte Greens außergewöhnlicher

Hit „Oh Well Part 1 and 2“, und Schluss -

punkt neuer Fleetwood-Mac-Studioaufnahmen

war Mitte Mai 1970 der Green-Hit „The Green

Manalishi“ (With the Two Pronged Crown) mit

dem herrlichen Stück „Word In Harmony“ von

Green und Kirwan auf der B-Seite der Single.

Die Band hatte sich künstlerisch sprunghaft

weiterentwickelt, und das galt auch für Danny

Kirwan, vom dem die Hälfte der 14 Tracks von

„Then Play On“ in der Originalfassung stammen;

„Like Crying“ hatte die Band mit Kirwan schon

einmal zu Blue-Horizon-Zeiten aufgenommen,

blieb da aber unveröffentlicht. Heute ist „Then

Play On“ erhältlich mit den genannten vier

Stücken. Herausragend sind Greens „Rattle snake

Shake“, „Coming Your Way“, „Closing My Eyes“

und „Show-Biz Blues“, wobei die letzteren beiden

Stücke wohl ein Beleg für Greens psychisches

Abdriften sind, der bald in bodenlangen

Mänteln und Kutten sowie einem riesigen Kruzi -

fix um den Hals zu sehen war, mit einem Gesicht,

aus dem die Lebensfreude gewichen zu sein

schien. Bemerkenswert sind außerdem „Fighting

For Madge“, „Underway“ und „Searching For

Madge“, Auszüge aus den Sessions für „Then

Play On“, die zeigen, wie inspiriert, kraft- und

druckvoll die Band auch beim Jammen war.

Der Album-Titel „Then Play On“ selbst klingt

wie die Hoffnung auf ein „Nur weiter so“. Sie

erfüllte sich nicht. Nach seinem Auftritt am 20.

Mai 1970 verließ Green die Band für immer –

das dämonische „Green Manalishi“ schien sich

seiner bemächtigt zu haben. Dazu beigetragen

haben mag Greens Aufenthalt Ende März 1970

nach Fleetwood-Mac-Konzerten in München im

Schloss der Landkommune um Uschi Ober -

maier und Rainer Langhans bei Landshut. Green

konsumierte dort LSD und soll dadurch bleibende

psychische Schäden davongetragen

haben, von denen er sich bis heute nicht voll-


46 STORIES

ständig erholt hat. Allerdings hatte er auch schon

früher Drogen genommen. Nach seinem Aus -

scheiden bei Fleetwood Mac entsagte Green bis

auf Weiteres dem Musikgeschäft, spendete

einen Großteil seines Vermögens und überließ

seinem Protegé Gary Moore seine Gibson

Les Paul.

Auf Greens Weggang konnte Blue Horizon

noch ein letztes Mal mit seinen Resten des

Fleet wood-Mac-Fundus reagieren. Outtakes

und Titel, denen man andere Stücke für die beiden

ersten britischen Blue-Horizon-LPs vor ge -

zogen hatte, wurden in einem letzten Kehraus

zur LP „The Original Fleetwood Mac“, die ab

No vember 1971 in den Plattenläden stand.

Solche Veröffentlichungen sind künstlerisch oft

zweite Wahl, anders jedoch im Fall von „The

Original Fleetwood Mac“, ein durchaus überzeugendes

Album.

Ohne Green wurde die Band eine andere.

Mit dem Album „Kiln House“ von 1972 knüpften

die verbliebenen Mitglieder mit den ausgezeichneten,

von Kirwan geprägten Tracks

„Station Man“, „Jewel Eye Judy“ und „Earl

Grey“ etwas an „Then Play On“ an. Als aber die

beiden Gitarristen Kirwan und Spencer auch

ihren Dienst quittiert hatten, entfernte sich die

Band mit neuen Mitgliedern von ihren Ur -

sprüngen und wurde eine der erfolgreichsten

Bands der Pop-Geschichte.

Wie hochkarätig Fleetwood Macs Auftritte

mit Green sein konnten, wurde Liebhabern ihrer

Musik, die die Band nicht live erlebt haben,

erst Jahre später bewusst. Anfang Februar 1970

hatte die Band an drei Abenden im Bostoner

Club Boston Tea Party gastiert. Das wurde

komplett mitgeschnitten, um noch im selben

Jahr Fleetwood Macs erste Live-LP auf den

Markt zu bringen. Ein kleiner Ausschnitt er -

schien aber erst 1984 als „Live In Boston“,

danach 1985 mehr davon auf dem Doppel -

album „Cerulean“. Erst 1998 erschien nahezu

alles auf drei CDs mit dem Titel „Live At The

Boston Tea Party“. Spencers musikalisch wenig

bemerkenswerter Rock ‘n’ Roll war dabei zu

hören; es sind aber die Stücke unter Greens Ein -

fluss, die die Aufnahmen so wertvoll machen.

Greens musikalische Bedeutung wird dabei

selbst bei dem Rock ‘n’ Roll-Stück „Jenny

Jenny“ deutlich. Denn diese erfrischende Auf -

nahme ist ein besonderes Erlebnis wegen

Greens Gesang und seines spannenden

Gitarren-Solos. Mit etwas Vergleichbarem

konnte der Rock ‘n’ Roller Spencer nicht punkten.

Atemberaubend sind vor allem die Tracks

„Jumping At Shadows“ (überhaupt eine Erst -

»Welche Spuren

Green im Bluesrock

hinterlassen hat,

zeigen Tributes anderer

Rock-Musiker.

1995 kam das „Peter

Green Song book

(A Tribute to His Works

In Two Volumes)“

in den Handel, auf dem

zahlreiche Künstler ihm

ein Denkmal setzten.«

veröffentlichung), „World In Harmony“, „Black

Magic Woman“ und die Kurzfassung von „Oh

Well“. Die größte Überraschung ist jedoch die

25-minütige Version von „Rattlesnake Shake“,

die an zwei Abenden gespielt wurde. Ohne es

zu wissen, erhielten die Zuschauer damit einen

tiefen Einblick in die Sessions zu „Then Play

On“. Diese Version eröffnet die Tour de force

mit „Rattlesnake Shake“ und geht über in die

„Madge-Jams“. Die drei Gitarristen treiben sie

zu einem ersten fulminanten und nach der Ent -

spannungsphase mit „Underway“ in der

„Magde“-Fortsetzung zu einem zweiten fabelhaften

Höhepunkt, ehe die Band das Stück

ausklingen lässt. Die Spannung, die die Musiker

über das gesamte Stück aufrechterhalten,

lässt sich wohl nur mit Creams 16-minütiger

Live-Version von „Spoonful“ auf dem Doppel-

Album „Wheels Of Fire“ vergleichen. Die erste

Boston-CD enthält außerdem eine fast 13-

minütige Version von Greens da noch nicht

veröffentlichtem Stück „The Green Manalishi“.

Green singt und spielt kraftvoll. Dann wechselt

er von der Gitarre zum sechssaitigen Bass, mit

dem er das Stück beschließt und eine gewisse

Rat lo sig keit zurücklässt.

Die drei Boston-CDs sind das Live-Testa -

ment von Fleetwood Mac mit Peter Green.

Nach der Auflösung der Band sind drei weitere

Live-LPs beziehungsweise -CDs mit Auf nah men

aus den Jahren 1967 bis 1969 erschienen. „Live

At the Marquee“ (da noch mit dem Bassisten

Bob Brunning) und „London Live ’68“. „The

Masters“ vermitteln trotz mäßiger Tonqualität

einen recht guten Eindruck vom Potenzial der

Band. Am besten aber gelingt dies mit der

1999 veröffentlichten CD „Shrine ‘69“. Der

Auftritt vom 25. Januar 1969 liegt nicht nur in

Soundboard-Qualität vor, sondern belegt auch,

wie gut Fleetwood Mac zum Beispiel den Hit

„Albatross“ live präsentieren konnten. Wie viele

andere Bands waren auch Fleetwood Mac

mehrfach Gäste in Sendungen der BBC. Dieses

Archiv-Material erschien 1995 als Doppel-

CD „Peter Green’s Fleetwood Mac live at the

BBC“. Auch hier mischte die Band Greens

Blues mit Spencers wenig interessantem Rock

‘n’ Roll. Daher wünscht man sich beim An -

hören, dass von Greens Musik mehr zu hören

gewesen wäre.

1998 war neben den Boston-CDs gleich die

nächste Überraschung mit der Doppel-CD

„The Vaudeville Years of Fleetwood Mac 1968

to 1970“ perfekt. Hier bekam man unter anderem

Aufschluss über die bis dato unbekannten

Aufnahmen, die für die Doppel-LP „Then Play

On“ gedacht waren, dabei die kompletten

Madge- und Underway-Jams, aus denen

Fleetwood Mac in Boston live das 25-minütige

„Rattlesnake Shake“ gemacht hatten. 2001

wurde weiteres unbekanntes Material nachgelegt

mit der Doppel-CD „Show-Biz Blues 1968

to 1970 Vol 2“. Außer unveröffentlichten Live-

Einspielungen aus dem Jahr 1970 hatte man

unbekannt gebliebene Studio-Aufnahmen entdeckt.

Die Live-Aufnahmen haben es in sich:

zwei weitere Stücke aus Boston, im Übrigen

Londoner Live-Aufnahmen des Jahres, dabei

eine Version von „Rattlesnake Shake“, die sich

von den Boston-Auftritten unterscheidet, und

eine noch längere, über 15-minütige Fassung

von „The Green Manalishi“, bei der Greens

Bass-Spiel besonders aufregend ist.

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 47

Welche Spuren Green im Bluesrock hinterlassen

hat, zeigen Tributes anderer Rock-

Musiker. 1995 kam das „Peter Green Song -

book (A Tribute to His Works In Two Volumes)“

in den Handel, auf dem zahlreiche Künstler ihm

ein Denkmal setzten, dabei Rory Gallagher mit

seinen beachtlichen Versionen des „Leavin’

Town Blues“ und des „Show-Biz Blues“. Im selben

Jahr widmete der Rockgitarren-Virtuose

Gary Moore seinem Mentor meisterlich die ganze

CD „Blues For Greeny“, auf der er Greens be -

rühmte Gibson Les Paul spielte. „Blues For

Greeny“ war im selben Jahr auf dem Montreux

Jazz Festival auch Moores Programm, das für

eine DVD aufgezeichnet wurde. Ebenfalls 1995

legte der Rock-Gitarrist Bernie Marsden die

kenntnisreich und liebevoll eingespielte CD

„Green And Blues“ vor. Ab 2007 ging Drummer

Mick Fleetwood mit seiner Mick Fleetwood

Blues Band auf Tournee. Das Repertoire war

geprägt von zahlreichen Green-Stücken, die die

Band mit dem vielseitigen ehemaligen Fleet -

wood-Mac-Gitarristen Rick Vito neu interpretierte,

der außerdem alle Gesangsparts übernahm.

Zwei verschiedene und beide lohnende

Mitschnitte von 2008 waren ab 2010 unter dem

Titel „Blue Again“ als CD und DVD erhältlich.

2009 erschien schließlich die längst überfällige

Dokumentation „The Peter Green Story: Man

of the World“ als DVD. Sie konnte zwar kaum

auf anderes filmisches Material mit Green in

Fleetwood-Mac-Tagen zurückgreifen, als es auf

der alten VHS „The Early Years“ zu finden ist.

Dennoch unterscheidet sich die Doku men ta -

tion wohltuend von anderen, in denen Leute

über Künstler sprechen, denen sie nie begegnet

sind. Hier kommen überwiegend Peter Green

zu Worte und Weggefährten wie Blue-Horizon-

Gründer Mike Vernon, Mick Fleetwood (über

Green berichtete er auch auf der 2003 veröffentlichten

DVD „Fleetwood Mac – The Mick

Fleetwood Story“), John McVie und Jeremy

Spencer. Wie gut, dass Ton- und Bildträger dazu

beitragen, außergewöhnliche Künstler vor dem

Vergessen zu bewahren!

NÄCHSTE FOLGE:

JACK BRUCE – MUSIK OHNE GRENZEN

TEXT: DR. NORBERT APING

DR. NORBERT APING

Geboren 1952, Buchautor

und Leiter des Amtsgerichts

in Buxtehude.


48 STORIES

EVA

KYSELKA

Live berührt sie

mit ihrem

wandlungsfähigen

Gesang und

ihrer magischsinnlichen

Bühnenpräsenz

Eva Kyselka, geboren im Leipzig der DDR,

singt als Liedermacherin vor allem über The -

men wie Naturschutz, Frieden und Selbst fin dung.

MM: Du bist damals noch in der DDR aufgewachsen,

hast dort später auch in mehreren

Rockbands gesungen. Wie war für dich

als Musikerin die Zeit dort?

EVA KYSELKA: Trotz Mauer und somit begrenztem

Territorium fühlte ich mich frei, weil ich während

meines Studiums gut von der Musik leben konnte.

Nach dem Studium war ich ständig unter wegs,

auch auf Touren in den Ostblock län dern. Ich war

freiberuflich, musste mich gar nicht mit diesem

System auseinandersetzen. Künstler wurden sehr

gut bezahlt, besonders, wenn man wie ich einen

Berufsausweis hatte. Kunst und Musik wurden viel

mehr wertgeschätzt. Da mein Vater jedoch von der

Bundesregierung aus politischer Haft frei gekauft

wurde, hatte ich das Ge fühl, dass ich be stimmte

staatliche Förderungen nicht erhielt. Ich wollte meinen

Bekanntheitsgrad damals nur steigern, damit

ich mal in die unbekannte Welt, die man nur aus

dem Fernseher kannte, delegiert werde.

MM: Inwieweit haben Mauerfall und Wieder -

vereinigung deine Musik geprägt?

EVA KYSELKA: Ich habe mich riesig gefreut, als

sich alles von allein auflöste und ich weder Aus -

reiseantrag stellen noch Delegierung brauchte. In

der neuen Situation war mir egal, dass für uns

über Nacht das ganze Veranstaltungswesen zu -

sammenbrach, bestehende Verträge ihre Gültig -

keit verloren, Vereinbarungen für neue Rundfunk -

musiker MAGAZIN 3/2017


STORIES 49

»Ich möchte Mut machen,

der eigenen

schöpferischen Kraft

zu vertrauen und den Weg

durch die Unsicherheit

und Ängste zu wagen.

Deshalb handeln

meine Songs von dem

Einlassen auf das

Ungreifbare in sich selbst

in einer Welt, die sich

überwiegend an greifbarer

äußerer Sicherheit

orientiert.«

auf diese wichtige Problematik aufmerksam

machen und ein Bewusstsein für einen respektvollen

Umgang mit der Natur und allen Lebe -

wesen schaffen. Ich will damit Hoffnung geben,

dass jeder in unserer Turbowegwerfgesellschaft

etwas tun kann, um den eigenen ökologischen

Fußabdruck zu reduzieren.

MM: Ist Musik für dich eher etwas, um selbst

Dinge zu verarbeiten, oder eher etwas, womit

du andere Menschen auf Sach verhalte aufmerksam

machen willst?

produktionen hinfällig wurden. Ich war damals

durch die neu gewonnene Freiheit total motiviert,

neue Chancen und Herausforderungen anzunehmen.

MM: Wie schwer war es für dich, auf dem

west- bzw. gesamtdeutschen Musikmarkt

Fuß zu fassen?

EVA KYSELKA: Noch im Wendejahr gründete ich

mit dem Gitarristen und dem Keyboarder aus

meiner letzten Bandbesetzung und drei West -

berliner Musikern eine Rockband. Es war eine

der ersten Bands, wo sich aus den ehemals

getrennten Stadtteilen Musiker fusionierten. Wir

spielten bei den Konzerten im vereinten Deutsch -

land fast nur eigene Songs. Davon leben konnte

ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Dafür hätte ich

Top-40-Musik in Westdeutschland machen müssen,

aber ich wollte in Berlin bleiben. Deshalb

machte ich in Berlin eine Weiterbildung als Sozial -

arbeiterin.

MM: Du singst in deinen Liedern über The -

men wie Umweltschutz, Frieden, Toleranz

und Selbstfindung. Wieso?

EVA KYSELKA: Mit den Songs auf meiner Kon -

zept-EP „Bienenkönigin“ zum Thema Umwelt und

Naturschutz will ich nicht bekehren. Aber ich will

EVA KYSELKA: Auf meinem neuen Album „Wirst

Du mich hören“ sind Texte zu unterschiedlichen,

für mich wichtigen Themen, auf die ich aufmerksam

machen will. Die Lieder sind aber für mich

alle miteinander verknüpft. Zum Beispiel bei der

Suche zu sich selbst: dass man diesen Weg im

Einklang mit unserer Umwelt und im menschlichen

Miteinander geht. Ein ganz persönliches

Lied ist „Wirst Du mich hören“. Mit diesem Lied

habe ich die Trauer um meine Mutter verarbeitet.

Gleichzeitig wollte ich Mut machen, loszulassen,

Abschied zu nehmen und weiterzugehen.

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: EVA KYSELKA

EVA KYSELKA

„Wirst du mich hören“

VÖ: 19.11.2016

WWW.EVAKYSELKA.DE

WWW.FACEBOOK.COM/

EVAKYSELKA.DE

3/2017 musiker MAGAZIN


50 MUSIKBUSINESS

Ohne jeden Zweifel stellt

die Kunstrichtung der

Rock- und Popmusik einen

künstlerischen Bereich dar,

der anderen

künstlerischen Bereichen

vieles voraus hat ...

Eine enorme

Kommunikationsmöglichkeit

mit den Mitmenschen,

eine enorme

Begeisterungsfähigkeit,

außergewöhnliche

Popularität und

das Gruppenerlebnis

gemeinsamer

Konzerterfahrungen.

Leider gibt es

in dieser Branche

der Rock- und Popmusik

auch zahlreiche Kriminelle,

die den Musikern und

Musikgruppen das Leben

oft auch zur Hölle machen.

Von einem dieser

Fälle möchte ich heute

hier berichten.

Anfang November 2016 erreichte dem Team -

leiter einer in Deutschland und im Ausland

bekannten Cover- und Musicalband eine Anfrage

für ein Konzert im Januar 2017 für die Stadt

Schwarzheide seitens einer Konzertagentur von

Frank S. und Jürgen T. aus einer kleinen Stadt

bei Bonn namens Alfter.

Man war sich schnell einig und der Konzertvertrag

wurde unterschrieben von Jürgen T.

Nach absolviertem Konzertauftritt wurde die Gage

aber nicht wie vertraglich vereinbart gezahlt, Mah -

nungen blieben erfolglos. Stattdessen antwortete

Frank S. von dieser Agentur mit aberwitzigen Aus -

flüchten und Frechheiten ...

HAIFISCHE

IN DER MUSIKBRANCHE

Unterdessen kontaktierte der Bandleader der

geschädigten Musikgruppe die Stadt Schwarz -

heide als Veranstalter, um auf diesen Sachverhalt

aufmerksam zu machen. Dort war man auch

sofort behilflich und teilte dem Bandleader mit,

dass die Stadt bereits auf massiven Druck von

Frank S. die vereinbarte Gage in der zweiten No -

vemberwoche 2016 an die Agentur gezahlt habe

aufgrund seiner Begründung, er, Frank S., müsse

die Gage an die Band schon vor dem Konzert

überweisen. Dabei kam weiterhin heraus, dass

diese ominöse Agentur außerdem eine völlig bran -

chenunübliche Provision in Höhe von 60 % vereinnahmt

hatte ...

Daraufhin erstattete der Bandleader bei der

Polizei Anzeige wegen Betrugs. Die zuständige

Staatsanwaltschaft wollte allerdings keine Klage

gegen Frank S. erheben, da er allem An schein

nach glaubhaft behauptete, dass der Ver trag von

Jürgen T., seinem Kompagnon, unterzeichnet

wurde und nicht von ihm. Dieser sei inzwischen

aus der Firma ausgeschieden und er, Frank S.,

sei nicht zahlungsfähig.

Durch die Kontaktaufnahme eines weiteren

geschädigten Musikers kam heraus, dass Frank S.

diese Ausrede bereits vor neun Jahren bei einem

international bekannten Künstler (Chris Norman)

angewandt hatte und ihm die Gage bislang auch

noch nicht gezahlt hatte.

Allem Anschein nach ist dies für Frank S. eine

bewährte Betrugsmasche. Da aber alle bisher Ge -

schädigten keine Anzeige erstattet hatten, stellt

leider diese Anzeige erst den Anfang aller Ermitt -

lungen dar. Interessanterweise konnte ein Privat -

ermittler die Existenz von Jürgen T. bislang nicht

ermitteln. Die Behörden scheinen in diesem Fall

auch nicht besonders behilflich zu sein. Das

Verfahren gegen Jürgen T. zieht sich in die Länge

und hat eine bisher ungewöhnlich lange Bear bei -

tungszeit.

Da diese betrügerische Konzertagentur im Inter -

net weiterhin Geschäfte tätigt, möchten wir vor

ihr eindringlich warnen und weitere Geschä digte

um Kontaktaufnahme bitten (info@musikermagazin.de

oder os@musiker-online.com).

DIE WICHTIGSTE

ERMITTLUNGSFRAGE AN ALLE

LESER DIESER ZEILEN IST:

• Wer kennt Jürgen T. aus Alfter?

• Wer kenn diese Agentur?

• Wer kennt Frank S. aus Alfter?

Die Klarnamen werden gerne am Telefon

genannt: 0160/96466306.

Bitte auf den AB sprechen. Rückruf erfolgt.

Die Verschwiegenheit werden vom Musiker

Magazin und dem DRMV e.V. gewährleistet

und garantiert!

Ole Seelenmeyer, Musiker Magazin/DRMV e.V.

TEXT: OLE SEELENMEYER

FOTO: © ARTEM / FOTOLIA.COM

musiker MAGAZIN 3/2017


MUSIK & RECHT 51

ERST TAGESHONORARE AB 420 EURO

(BEISPIEL: EDITOREN) SIND ARGUMENT GEGEN

SCHEINSELBSTSTÄNDIGKEIT

ten der Wirtschaftswissen schaft und Statistik

einen angemessenen Tages satz für Solo-Selbst -

ständige. Das Ergebnis der ersten Hochrech nun -

gen: Mindestens 600 Euro Tagessatz (Berufsein-

stei ger) wären nötig, um bei aktuellen Gegeben -

heiten und durchschnittlicher Auslastung zu einem

entsprechenden Monats ein kommen (Unter grenze)

zu führen und entsprechend als Argument gegen

Scheinselbst ständig keit nutzbar zu sein.

Erwähnenswert sind auch die Honoraremp -

fehlung des BVFK für Solo-Selbstständige (min.

580 Euro) und der Gagenkompass des BFS

(min. 650 Euro), die beide auf unterschiedlichen

Wegen zu einem ähnlich gelagerten Er gebnis

gelangen wie fairTV im Equal-Pay-Projekt.

Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts ist klar:

Auch die Honorarhöhe entscheidet über den Status als

Selbstständiger. Und dies umso mehr, als die

hinlänglich bekannten Kriterien –

„nicht weisungsgebunden“, „nicht ortsgebunden“,

„nicht in die Organisationsstruktur des Unternehmens

eingebunden“ etc. – in Streitfällen immer weniger

Beachtung finden. Bleibt die Frage, ab welcher

konkreten Honorarhöhe eine Scheinselbstständigkeit

in Film und TV unwahrscheinlich wird.

Dazu könnte als Grundlage der einzige existierende

Tarifvertrag für auf Zeit beschäftigte Filmund

TV-Schaffende, der TVFFS, herangezogen

werden. Dort wird die Wochenmindestgage für

auf Zeit angestellte Editoren mit 1 508 Euro an ge -

geben, was in einem Tagessatz von ca. 300 Euro

für nicht Selbstständige resultiert. ver.di empfiehlt

in seinem „Code of Practice“ einen Aufschlag von

mindestens 40 % für die Selbstständigkeit, was

zu einem Tagessatz von 420 Euro zzgl. MwSt.

führt – wohlgemerkt als Untergrenze, was nur

auf Berufsanfänger anwendbar wäre.

Ein anderer Ansatz nimmt die Rechtsprechung

des Bundessozialgerichts noch deutlicher beim

Wort, das sich auf „die übliche Ver gütung eines

Festangestellten“ bezieht. Hier wären im Bereich

Film und Fernsehen die üblichen Fest angestellten

vor allem in den öffentlich-rechtlichen Sendern zu

suchen. Dort werden gemäß Tarif vertrag z. B. im

MDR Monatsgehälter zwischen 3 949 und 6 347

Euro brutto für Editoren und Kameraleute be -

zahlt*. Das derzeit laufenden Equal-Pay-Projekt

von fairTV in Zusammenarbeit mit Langer Media

Consulting errechnet daraus mit den Instru men -

Klar ist in jedem Fall: Die Honorare für soloselbstständige

Film- und TV-Schaffende müssen

deutlich steigen, um in Zukunft bei dem Vorwurf

der Scheinselbstständigkeit als Entlastungs ar -

gument herangezogen werden zu können. Wir

wissen allerdings auch, dass derzeit solche Ho -

no rare nicht durch die Budgets der Fernseh sender

abgedeckt werden.

fairTV ruft daher alle Produzenten und technischen

Dienstleister dringend dazu auf, die

Auftrag gebenden Sender umgehend mit diesen

neuen Fakten zu konfrontieren, sofort in Nach -

verhandlungen über budgetierte Tages ho norare

in oben genannter Höhe einzutreten und die ausgehandelten

Anpassungen direkt an die Solo-

Selbstständigen weiterzugeben. Andernfalls dürften

in naher Zukunft schmerzliche Nach zah lungen

an die Sozialkassen drohen.

Alle soloselbstständigen Film- und Fernseh -

schaffenden rufen wir auf, die oben genannten

Honorare bei Honorarverhandlungen immer im

Hinterkopf zu behalten und sich dem möglichst

anzunähern – die drohende Gefahr der Schein -

selbstständigkeit bei zu niedrigen Honoraren sollte

dabei in Zukunft immer angesprochen werden.

*Quelle: MDR-Organisationshandbuch, Stand 27.

Mai 2014, inkl. 13. Monatsgehalt, nur An gestell te

ohne „Junior“ oder „Senior“-Status

TEXTQUELLE: FAIRTV E.V.

GRAFIK: © STYLE-PHOTOGRAPHY/

FOTOLIA.COM

3/2017 musiker MAGAZIN


52 PRODUKT-NEWS

AUDIOINTERFACE

FÜR DAS IPAD BEI TASCAM

Das iXR ist ein kompaktes, solides Audio-/MIDI-Interface

für mobiles Aufnehmen mit einem Apple iPad. Es stellt zwei

analoge Ein- und Ausgänge sowie MIDI In/Out bereit und

kommt mit Mikrofonen, Line-Signalen und Instrumenten

gleichermaßen zurecht.

Mit seinem schlanken Aluminium-Gehäuse, Ultra-HDDA-

Vorverstärkern und Abtastraten bis 96 kHz soll es dem

hohen Anspruch von iPad-Anwendern nicht nur äußerlich,

sondern auch klanglich gerecht werden. Die Verwendung mit

Mac- und Windows-Computern ist aber ebenfalls möglich.

Das iXR hat eine hohe Eingangsempfindlichkeit, um auch

schwächere dynamische Mikrofone gut aussteuern zu können,

und lässt sich auch eigenständig betreiben – ideal

etwa zum Üben. Ausgangs- und Kopfhörerpegel sind unabhängig

voneinander einstellbar, und Lizenzen für die App

Cubasis LE und das DAW-Programm Cubase LE sind im

Lieferumfang enthalten.

Weitere Informationen: www.tascam.eu/de

NEUE CD-/KASSETTEN-KOMBINATION FÜR DIE INSTALLATION

Der CD-A580 von Tascam verbindet die Vorteile der beiden Der CD-A580 ist eingangs- und ausgangsseitig mit unsymmetrischen

Cinchbuchsen ausgestattet und hat einen

beliebtesten Audiomedien Kassette und CD, kombiniert sie

mit einem USB-Recorder und vereint all das in einem ge - Kopfhörerausgang mit Pegelregler. Neben der Installation in

meinsamen Gehäuse mit dem Ergebnis größter Funk tio na - Hallen, Hotels und Restaurants eignet er sich für DJs,

lität bei geringem Platzbedarf.

Musiker, Tanzschulen und Fitnesseinrichtungen sowie viele

Der Anwender kann jede der Quellen für die Wiedergabe weitere Anwendungen. Eine Infrarot-Fernbedienung ist im

nutzen, Aufnahmen auf Kassette oder USB-Speicher medien Lieferumfang enthalten

erstellen oder Kopien von CDs oder Kassetten herstellen. Weitere Informationen: www.tascam.eu/de

SHURE ANIUSB-MATRIX UND ANI22 AUDIO NETWORK INTERFACE

AB SOFORT VERFÜGBAR

Zwei der neuesten Audio Network Interfaces (ANI) von

Shure, die ANIUSB-Matrix und ANI22, sind ab sofort erhältlich.

Die auf der Integrated Systems Europe 2017 vorgestellten

ANIs wurden für die Nutzung mit Premium-AV-Kon -

fe renzmikrofonen von Shure entwickelt. Die ANIUSB-Matrix

und ANI22 ermöglichen es, die Shure-Microflex-Advanceund

Microflex-Wireless-Serie einfach in bestehende AV/ IT-

Infrastrukturen zu integrieren. Diese hochwertigen Audio -

lösungen gewährleisten perfekte Kompatibilität für Audio/

Video-Konferenzanwendungen in kleinen und mittleren

Meeting-Räumen. Die ANIUSB-Matrix verbindet vier Micro -

flex-Advance- oder Microflex-Wireless-Mikrofonkanäle

uber Dante, mit einer im Raum verbauten Audio/Video-Kon -

fe renz lösung oder einem PC-basierten Soft-Codec über

USB oder Analog-Audio – ideal, wenn ein Premium-Mikro -

fon system benötigt wird und das akustische Echo-

Cancelling eines AV-Codecs verwendet wird.

Das mit XLR- und Euro-Block-Anschlüssen angebotene

ANI22 kann bis zu zwei Line/Mic-Signale in oder aus dem

Dante-Netzwerk anbinden. Einfaches Routing wird durch

die Browser-basierte Software ermöglicht. Das ANI22 be -

sticht durch kompakte Abmessungen mit einfacher Mon -

tage unter dem Tisch oder im Rack, Power Over Ethernet

(PoE) macht ein zusätzliches Netzteil überflüssig.

Für weitere Informationen zu ANIUSB-Matrix und ANI22

besuchen Sie www.shure.de

musiker MAGAZIN 3/2017


PRODUKT-NEWS 53

KÖNIG & MEYER: BRANDNEUE STÜHLE FÜR MUSIKER UND ORCHESTER

Neben den Neuheiten in den bekannten Pro duktkategorien präsentierte

König & Meyer dieses Jahr zur Musikmesse noch etwas ganz

Besonderes: Unterschiedlichste Stühle für Musiker und Orchester

sowie für Ver leiher, Architekten oder Ausstatter.

Die neue König-&-Meyer-Stuhl-Serie um fasst einen klassischen

Bühnenhocker, professionelle Or chesterstühle, eine Reihe stapelbarer

Mehrzweck-Stühle, einen robusten Musikerstuhl sowie individuell

einstellbare Stühle für Dirigenten, Bassisten, Cellisten,

Pauken- und Harfen spieler. Ein stabiler, platzsparender Trans port -

wagen für die verschiedenen Musiker- bzw. Orchesterstühle rundet

das Angebot ab.

Weitere Informationen: www.k-m.de

PROD.-NR.

PRODUKTNAME

BESCHREIBUNG

WICHTIGE MERKMALE

14094

Bühnenhocker

Klassischer Hocker mit „Stop & Go“-

Rollen für Bühne, Studio oder Probe -

raum

Bremsfunktion über kleinen Verstellring ein-/

ausschaltbar. Bequeme Sitzfläche mit hoch wer -

tigem Kunstlederbezug.

Stufenlose Höhenverstellung per Gasdruck feder.

13400

13405

13410

13415

Stapelstuhl

Stabiler, stapelbarer Mehrzweck-

Stuhl

Sitzschale aus mehrfach verleimtem Buchen -

schichtholz (natur oder schwarz). Bis zu 10

Stühle stapelbar. 13410 und 13415 mit strapazierfähigem,

schwarzem Stoffbezug.

Sitz und Rückenlehne sind aus verleimtem

13460

13420

13430

Musikerstuhl

Orchesterstuhl

Stabiler komfortabler Stuhl mit ge -

polster tem Sitz und Rückenlehne

Schichtholz. Sitzfläche mit Belüftungslöchern,

darunter atmungsaktiver Schaumstoff. Äußerst

strapazierfähiger Stoffbezug aus 100 % Poly es -

ter. Geräuscharme Kunststoffgleiter, Stapel stege

und Stapelschutz (bis zu 6 Stühle stapelbar).

Version 13430 mit schwer entflammbarem Be -

zugstoff.

13410

13440

Orchesterstuhl

Professioneller Orchesterstuhl mit

gepolstertem Sitz und Rückenlehne

Polsterung & Stoff (Trevira CS) sind aus schwer

entflammbarem Material und äußerst strapazierfähig.

Sitzfläche mit Belüftungslöchern,

darunter atmungsaktiver Schaumstoff. Ge -

räusch arme Kunststoffgleiter, Stapelstege &

Stapelschutz. Sitzhöhen-Verstellung erfolgt

pneu matisch & stufenlos. Lehnenhöhe und

die Sitzneigung sind ebenfalls einstellbar.

Bis zu 4 Stühle stapelbar.

13460

13470

13480

Bass-Stuhl

Schlagzeug-, Cello-,

Harfen-Stuhl

Pauken-,

Dirigenten- Stuhl

Komplett einstellbarer Bassstuhl mit

stabilem 5-Fuß-Untergestell, gepolster

tem Sitz und Rückenlehne

Komplett einstellbarer Schlag zeuger-

Stuhl mit gepolstertem, drehbarem

Sitz und Rückenlehne

Komplett einstellbarer Pauken-/ Diri -

gentenstuhl mit 5-Fuß-Untergestell,

gepolstertem, drehbarem Sitz und

Rückenlehne

Polsterung und Stoff (Trevira CS) sind aus

schwer entflammbarem Material und äußerst

strapazierfähig.

Sitzhöhen-Verstellung erfolgt pneumatisch und

stufenlos. Lehnenhöhe und Sitzneigung sind

ebenfalls einstellbar.

13460 zudem mit stufenlos höhenverstellbarer

Fußstütze, bequemer Sitz mit Beinaussparung.

13480 mit stufenlos höhenverstellbarer Fuß -

stütze.

13490

13490

Stuhlwagen

Robuster & stabiler Transportwagen

für verschiedene Musiker- bzw.

Orchesterstühle

Pulverbeschichtetes Stahlgestell in niedriger

Bauweise – dadurch sehr platzsparend.

Höchste Flexibilität dank 4 Lenkrollen,

davon 2 mit Feststeller.

3/2017 musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS

SHURE PRÄSENTIERT PITCH BLACK EDITION SUPER 55-BLK DELUXE GESANGSMIKROFON

Auffrischung des Kultmodells 55 Unidyne®

Shure präsentiert das Super 55-BLK Deluxe Gesangs -

mikrofon in Pitch Black Edition in einer limitierten Auf lage.

Die Super 55 Pitch Black Edition bietet den klassischen

Look und die Performance des Super 55 in moderner

Optik. Die limitierte Edition verfügt über ein mattschwarzes

Gussgehäuse mit schwarzem Popfilter und einen linearen

Frequenzgang für eine natürliche Gesangs- und Sprach -

wiedergabe auf der Bühne und im Studio. Im Lieferumfang

sind ein schwenkbarer Stativ-Flansch und eine Reiß ver -

schlusstasche enthalten.

Das Modell 55 Unidyne® definiert klassisches Mikro fon -

design – heute genauso wie bei seiner Einführung vor mehr

als 75 Jahren. Mit seiner Variante der klassischen Optik

verleiht das auffällige Schwarz-in-Schwarz-Design der

Super 55 Pitch Black Edition jeder Produktions um gebung

zusätzlich Eleganz und Stil. Die Mikrofon kapsel mit Super -

nierencharakteristik unterdrückt störende Ge räusche und

verhindert Rückkopplungen.

Die Mikrofonkapsel ist erschütterungssicher gelagert, das

robuste Druckguss-Gehäuse reduziert Griffgeräusche und

schützt vor Beschädigungen.

„Für Sänger sind Mikrofone extrem wichtig, denn sie können

über den Erfolg oder Misserfolg einer Performance ent -

scheiden. Mikrofone müssen über eine erstklassige Klang -

qualität und Verarbeitung sowie eine hohe Belast barkeit ver -

fügen“, betont Soren Pedersen, Product Ma na ger bei Shure.

„Die neue Super 55 Pitch Black Edition ist ein Tour-erprobtes,

dynamisches Mikrofon mit Welt klasse-Leistung in einer

modernen Variante unseres klassischen Designs. Wir freuen

uns auf die Präsentation dieses eleganten, neuen Designs zur

Weihnachtssaison.“

Die Super 55 Pitch Black Edition wird bei autorisierten Shure-

Fachhändlern und online erhältlich sein.

Weitere Informationen unter: www.shure.de

JOST NICKEL

JOST NICKEL’S FILL BOOK

(ENGLISH EDITION)

A Systematic Fun Approach To Fills

Jost Nickel, seit 2006 Drummer bei Jan Delay & Disko No.

1, ist einer der Top Session und Tour Drummer Deutschlands

und ge hört zur aktuellen „goldenen Ge neration“ deutscher

Schlagzeuger. Freunde und Kol legen wie Benny Greb,

Marco Minnemann oder Anika Nilles (übrigens eine seiner

Schü lerinnen) sind mit seinem Namen in einem Atemzug

verbunden – alle stehen sie wegweisend für modernes

Drumming der absoluten Weltklasse.

Eine Fülle verschiedener Fill-Konzepte präsentiert Jost in

diesem Buch für alle diejenigen, die eine Ent deckungs -

reise in die weite Welt der Fills unternehmen wollen.

„Mein FILL BOOK soll Freude bereiten und inspirieren,“

sagt Jost, „und zum grundlegenden Verständnis der

theo retischen Grundlagen der jeweiligen Fills beitragen,

um dich in die Lage zu versetzen, dir eigene Fills auszudenken”.

Er widmet sich den verschiedenen Subdivisions, die für

das Spiel von Drum-Fills entscheidend sind und präsentiert

Fills für gerade Grooves sowie Fills für Shuffle-Grooves.

Buch & MP3-CD | Online Videos | Beilage Lesetexte

Best.-Nr.: 20256US | ISBN-13: 978-3-943638-35-6

23 X 30,5 CM | 144 Seiten | 21,95 Euro

www.alfredmusic.de

Mit dem JOST NICKEL FILL BOOK legte Jost im Dezember

2016 sein zweites Lehrwerk für Drummer vor, das ab

September 2017 auch als englischsprachige Ausgabe vorliegt.

Widmete er sich in seinem erfolgreichen Erstlingswerk

noch dem Thema Groove, so steht sein neues Werk ganz im

Zeichen von Fills!

In klaren Schritten stellt Jost universell einsetzbare rhythmische

Konzepte in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

vor, zeigt Orchestrierungsideen, Phrasierungsmöglichkeiten

sowie Dynamik- und Akzentuierungsübungen.

„Ideen wie Switch & Path Orchestration, Diddle Kick,

Clockwise- & Counterclockwise-Spielweise werden dein

Spiel ebenso bereichern wie Step-Hit-Hi-Hat, Hand &

Foot Rolls, Cymbal Choke, Stick Shot und vieles mehr.“

Dem JOST NICKEL FILL BOOK liegt eine MP3-CD bei, für

die Jost viele Fills in verschiedenen Tempi eingespielt

hat. Zusätzlich finden sich online zwanzig Videos, die alle

Fills zeigen, bei denen es hilfreich ist, den Bewegungs -

ablauf zu sehen. Eine 12-seitige Beilage mit Lesetexten

rundet das Konzept des JOST NICKEL FILL BOOK ab.

musiker MAGAZIN 3/2017


PRODUKT-NEWS 55

CORDIAL MIKROFONKABEL

CMK 234 SCHLIEßT LÜCKE IM

KERNSORTIMENT

Die Auswahl des passenden Mikrofonkabels ist immer eine

Balance aus technischem Anspruch und verfügbarem Bud -

get. Der süddeutsche Kabelhersteller CORDIAL erweitert

daher sein Kernsortiment von Mikrofonkabeln mit Wendel -

schirm um das neue CMK 234.

Mit einem großen Leiterquerschnitt von 2 x 0,34 mm² ist das CMK 234 extrem langstreckentauglich,

ähnlich dem bekannten CMK 250, bleibt dabei aber wegen des Aufbaus mit

26 x 0,127er Litze im Vergleich sehr flexibel.

Nach unten hin wird CORDIALs Sortiment der am meisten nachgefragten Kabel durch die

günstigeren CMK 222 und CME 220 abgerundet.

Lieferbare Längen: Meterware: 100/500 Meter auf Spule | www.cordial.eu

CORDIAL CPI ZZ PATCHKABEL FÜR MODULARE SYNTHESIZER

Modulare Synthesizer liegen voll im Trend. Soundtüftler stecken

sich immer wieder neue Signalflüsse an diesen kreativen

Maschinen zusammen und haben daher einen hohen An -

spruch an die verwendeten Patchkabel. Um diese Erwar tun -

gen an die Qualität zu erfüllen und Übersicht in den komplexen

Strukturen zu schaffen, hat CORDIAL die neuen CPI-ZZ-

Patchkabel mit längenabhängiger Farb kodierung mittels farbiger

Tüllen aufgelegt. Konfektioniert wird mit handverlöteten

REAN-3,5-mm-Vollmetallsteckverbindern.

Im Gegensatz zu bisher marktüblichen Kabeln mit angeschweißten

Plastiksteckern werden Einstreuungen somit

auch auf den letzten Zentimetern verhindert. Die abgeschirmte

Meterware CSP 1 besteht aus hochreinem Kupfer (OFC)

und ist schadstoffarm nach RoHS 2. Das CPI-ZZ-Patchkabel

bietet CV- und Audioübertragung in höchster Qualität.

Lieferbare Längen: 0,15 / 0,3 / 0,6 / 0,9 / 1,2 Meter

Weitere Informationen: www.cordial.eu

HAGSTROM UND „GHOST“ KOOPERIEREN

BEI NEUER FANTOMEN E-GITARRE

Der schwedische Traditionshersteller Hagstrom ist hocherfreut,

die Vorstellung eines brandneuen Gitarrenmodells

und simultan die Zusammenarbeit mit der schwedischen

Band „Ghost“ mitteilen zu können.

In enger Zusammenarbeit haben Hagstroms Design-Team

und die schwedische Band Ghost die „Fantomen“ (schwedisch

für Phantom) entwickelt. Diese Gitarre kombiniert

Hagstroms legendäre Spielkultur mit einer technischen

Raffinesse, die alle Sound-Vorstellungen der beinharten

Gangart bedient. Den Ausgangsunkt bilden ein asymmetrisch

geformter Korpus aus massivem Mahagoni und ein

Mahagonihals, der mit unserem typischen Zapfensystem

(Mortise&Tenon) mit dem Korpus verbunden ist. Wie viele

Hagstrom-Gitarren enthält die Fantomen den H-Expander®-

Halsstab und ist mit einem Resinator®-Griffbrett ausgestattet,

was den Hals nicht nur stabilisiert, sondern auch

entscheidend zum Wohlklang der Gitarre beiträgt. Diese

Komponenten stellen eine solide Grundlage für einen vielseitigen

und perfekt ansprechenden Sound dar.

Mit einem nur 3,5 cm starken Korpus schmiegt sich die

Hagstrom Fantomen ausgewogen an den Körper, liegt perfekt

in der Hand und ist gleichzeitig erstaunlich leicht. Die

25,5”-Mensur (648 mm) sorgt für eine bissigere Attack

und mehr Sustain im Vergleich zu Gitarren mit der klassischen

24,75”-Mensur. Das Design der Halsverbindung

ermöglicht einen unkomplizierten Zugriff auf alle 22 Bünde

und wird selbst anspruchsvolle Virtuosen begeistern.

Hagstroms Ziel war, die Fantomen mit einer Elektronik auszustatten,

die ein möglichst breites Sound-Spektrum – von

klassischen Vintage- bis hin zu brüllenden Metal-Sounds –

abdeckt. Für den amtlichen Sound und die Flexi bilität sorgen

Pickups vom schwedischen Tonabnehmerpapst Johan

Lundgren, der bereits Pickups für Martin Hagström (keine

Verwandtschaft) von Meshuggah entwickelt hat. Lundgren

empfahl zwei unterschiedliche Humbucker: No. 2 am Hals

und No. 5 am Steg. Hiermit verfügen Gitarristen über eine

enorme expressive Bandbreite, die von samtenen, warmen

Sounds bis zu einer bitterbösen Attack und einer Dynamik

reicht, bei der sich auch hartgesottene Headbanger ehrfurchtsvoll

verneigen. Auf den individuellen Coilsplit mit der

Push/Pull-Funktion der Klangregler braucht man ebenso

wenig zu verzichten und holt damit noch mehr Sounds aus

der Gitarre heraus. Der Sound-Wortschatz dieser Gitarre ist

ganz einfach erstaunlich.

ORIGINAL-ZITAT:

„The first electric guitar I learned to play on was my father’s

Hagström Swede that he had in his house for as long as I

can remember. I had been looking at it for years, but my

hands where too small to grip around the fretboard and my

father said I needed to grow my hands a bit before learning

how to play. When I was about 7 years old, he taught me

„TUTTI FRUTTI“ and „BREV FRÅN KOLONIEN“ and then I

would have to figure out the rest. And I did.“

– A Ghoul Writer (lead guitarist and songwriter in Ghost)

Weitere Informationen: www.musik-meyer.de

3/2017 musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS

MUSIC STORE: DIE NEUEN BOSS GITARRENEFFEKTE MD-500 + RV-500

Neben dem bekannten BOSS DD-500 Digital Delay gibt es

nun zwei weitere hochwertige Effektgeräte für Gitarristen:

Das Modulations-Effektgerät MD-500 und der Hall prozessor

RV-500 runden das Programm perfekt ab!

BOSS DD-500 DIGITAL DELAY

Digitales Delay im Stompbox-Format mit

12 Effekt pro grammen und integriertem

Phrase Looper

Mit dem DD-500 präsentiert Boss ein digitales Delay, das

eine breite Palette an Sounds bietet. So stehen insgesamt

12 Effektprogramme zur Verfügung, die von klassischen ana -

logen Tape-Delays bis hin zu modernen Reverse- und

Filter-Delays reichen.

Über die vorhandenen Regler können die Effekte in Echtzeit

manipuliert werden, wobei das grafische LCD-Display

reichhaltige Informationen liefert. Bis zu 297 Presets können

in den internen Speicherplätzen des Boss DD-500

abgelegt und über die Fußschalter aufgerufen werden.

Außerdem besteht die Möglichkeit, Effektparameter über

ein optional anschließbares Expressionpedal zu steuern.

Über die MIDI-Buchsen kann das Boss DD-500 problemlos

in ein bestehendes Setup eingebunden werden.

Neben den Delay-Effekten verfügt das Boss DD-500 über

einen integrierten Phrase Looper, der Loops mit bis zu 120

Sekunden Länge aufzeichnet (48 kHz Mono, 60 Sekunden

bei 98 kHz Mono/48 kHz Stereo).

Mithilfe des USB-Anschlusses kann das Boss DD-500 mit

einem Computer verbunden werden, um Patches zu archivieren

oder über eine DAW gesteuert zu werden.

FEATURES:

Digitaler Delay-Effekt, 12 Delay-Programme, maximale

Delayzeit 10 sec, Tap-Tempo, integrierter Phrase Looper

(60 sec 98 kHz Mono/48 kHz Stereo, 120 sec 48 kHz

Mono), Wandlung: 96 kHz/32 bit, grafisches LCD-Display,

bis zu 297 Presets speicherbar, Regler: Mode, Time/Value,

Feedback, Effect Level, Tone, Modulation Depth, 3 Fuß -

schalter, Buffer- oder True-Bypass-Betrieb, MIDI In und Out,

Stereo-Ein- und -Ausgänge, Anschluss für Ex pression Pedal,

USB-Anschluss, Betrieb mit 4 AA-Batterien oder optional

erhältlichem Netzteil, Maße B x T x H: 170 x 138 x 62 mm

Gewicht: 1 kg

3 Jahre Music-Store-Garantie!

30 Tage Money-Back-Garantie!

BOSS MD-500

Vielseitig einsetzbares Modulations-

Effektgerät für E-Gitarre

Absoluten Überblick über die Welt der Modulationseffekte

bietet Boss mit dem umfangreichen MD-500. 12 Sound

Modes mit 28 Modulationstypen vom klassischen Chorus

über Ring Modulation bis hin zum Slicer stehen per Knopf -

druck zur Verfügung und lassen sich auf Deep-Level-Ebene

weiter editieren. Wer darüber hinaus seine Sound kreatio -

nen in Echtzeit steuern möchte, kann auf den rückseitigen

Anschluss für Expressionpedale zurückgreifen, der die Kon -

trolle über individuelle Parameter erlaubt.

VOLLSTÄNDIGE MODULATION-LIBRARY

Das Boss MD-500 ist eines der umfangreichsten Modula -

tionspedale auf dem Markt und vereint neben klassischen

Sounds wie Chorus, Vibrato, Flanger, Phaser und Tremolo

auch speziellere Effekte wie Auto- und Touch-Wahs. Fans

klassischer Vintage-Sounds werden in authentischen Re -

kre ationen des SL-20 Slicer oder des Roland Dimension-D

beliebte Klassiker wiederfinden, während eine umfangreiche

Parametersteuerung weitere Anpassungen der einzelnen

Sounds ermöglicht.

SOUND IN STUDIOQUALITÄT

Für professionelle Recording-Zwecke setzt Boss mit dem

MD-500 auf eine 32-Bit/96-kHz-AD/DA-Wandlung und

bietet kristallklare Audioqualität für Bühne und Studio. Dank

Ein- und Ausgängen im Stereo-Format schafft das Boss

MD-500 glaubwürdige Stereo-Räumlichkeit, während der

A/B-Simul-Modus die gleichzeitige Verwendung zweier

Patches erlaubt. Beide Sounds können wahlweise zusammen

oder über getrennte Ausgänge an Mischpulte oder

Aufnahmegeräte geleitet werden.

DAS BOSS MD-500 IM ÜBERBLICK:

• Umfangreiches Modulations-Effektpedal

• 32-bit/96kHz-AD/DA-Wandler

• 12 Modi mit 28 Modulations-Typen

• Gut ablesbares LCD

• Dual-Mode-Funktion

musiker MAGAZIN 3/2017


PRODUKT-NEWS 57

• 297 interne Speicherslots

• Anschlüsse für Expressionpedal und MIDI-Controller

• USB-Anschluss zur Verbindung mit PCs

• True Bypass und Buffered Bypass

• Betrieb mit 4 AA-Batterien oder optional erhältlichem

Netzteil

BOSS RV-500

Umfangreiches Reverb-Pedal für E-Gitarre

Für erstklassige Hallsounds, digitale Delays und authentische

Räumlichkeit präsentiert Boss das RV-500 Reverb

Pedal. Hierfür wurde der leistungsstarke Hallprozessor mit

einem 32-bit-AD/DA-Wandler in Studioqualität versehen

und mit den beliebtesten Reverb-Algorithmen von Room bis

Shimmer beladen. Mittels großem LCD und drei Fuß -

schaltern lässt sich das RV-500 einfach bedienen, während

der Anschluss für Expressionpedale die Echtzeitkontrolle

bestimmter Parameter erlaubt.

12 MODES, 21 REVERB-SOUNDS

Kernstück des RV-500 sind seine ausgeklügelten Hall-

Algorithmen, die individuell in Bezug auf Decay, Density

oder das Modulationsverhalten angepasst werden können.

Neben klassischen Sounds wie Room, Hall und Plate bietet

Boss darüber hinaus auch experimentellere Sounds und

authentische Nachbildungen hauseigener Klassiker wie den

RE-201 Space Echo oder den SRV-2000 Digital Reverb.

DUAL-MODUS

Mit dem Dual-Modus des Boss RV-500 lassen sich zwei

Reverb-Sounds unabhängig voneinander kombinieren, um

zusätzliche Räumlichkeit und genug Auslauf für experimentierfreudige

Musiker zu schaffen. Diese können darüber

hinaus parallel oder seriell geschaltet werden und als Mix

oder auf verschiedenen Ausgängen ausgegeben werden.

DAS BOSS RV-500 IM ÜBERBLICK:

• Umfangreiches Reverb-Effektpedal

• 32-bit/96kHz-AD/DA-Wandler

• 12 Modi mit 21 Hall-Typen

• Gut ablesbares LCD

• Dual-Mode-Funktion

• 297 interne Speicherslots

• Anschlüsse für Expressionpedal und MIDI-Controller

• USB-Anschluss zur Verbindung mit PCs

• True Bypass und Buffered Bypass

• Betrieb mit 4 AA-Batterien oder optional erhältlichem

Netzteil

Weitere Informationen: www.musicstore.de

EUROLITE TMH-X20 – VIEL LEISTUNG FÜR WENIG GELD

Einen neuen und besonders kompakten Moving-Head hat

Eurolite jetzt im Programm: Er hat Kraft, kann sich durchsetzen

und ist umfangreich ausgestattet. Zugegeben, diese

Attribute treffen auf zahlreiche Scheinwerfer zu. Doch der

TMH-X20 von Eurolite bietet noch einen entscheidenden

Vorteil: sein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

So punktet der handliche Moving-Head mit seinem Zoom

(12° bis 23°), seiner hohen Verarbeitungsqualität und seiner

Helligkeit. Die Bedienung ist komfortabel: Gobos können

in Sekundenschnelle getauscht werden. Dank seiner

leisen Betriebsweise kann der Moving-Head auch in ge -

räuschempfindlichen Umgebungen eingesetzt werden.

Laut Hersteller ist der TMH-X20 ideal für Produk tions firmen,

Veranstaltungstechniker, Musiker oder Clubs geeignet, die

aus ihren finanziellen Möglichkeiten das Maximale herausholen

wollen.

Weitere Informationen: www.steinigke.de

3/2017 musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS

OLI RUBOW

DAS MODERNE SCHLAGZEUGQUARTETT

Eine spielerische Lehrmethode zur Erweiterung und Modernisierung des persönlichen

Rhythmuswortschatzes

Oli Rubow zählt zu den innovativen Drummern hierzulande.

Mit einem musikalischen Background im Jazz und im zeitgenössischen

Club-Sound realisiert er seit Mitte der 90er-

Jahre seine ureigene Vision modernen Schlagzeugspiels.

Neben seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Bass -

legende Hellmut Hattler und den Lounge-Pionieren von DE

PHAZZ gab es immer wieder interessante Gastspiele, beispielsweise

bei den Turntablerockern, den Fantastischen Vier,

bei Henrik Schwarz, Cro oder Jazzanova.

Auch die Wissensvermittlung liegt ihm: 2007 erschien das

Buch „E-Beats am Drumset“ (Leu-Verlag), parallel dazu

wurde das Weblog e-beats.net ins Leben gerufen.

Seit 2011 läuft im „drums & percussion“-Magazin die

Workshopreihe „Vom Zitat zum Ich“.

Wenn Kinder die Welt entdecken, lernen sie auf spielerische

Art und Weise. Ein Augenmerk auf die Umschreibung

unserer Passion macht klar: Auch wir „spielen Schlag zeug“.

Um diesen Spieltrieb mit der Weiterentwicklung am Instru -

ment zu kombinieren, hat Oli Rubow ein spezielles Karten -

spiel erstellt: Das Moderne Schlagzeugquartett.

Das Spiel besteht aus 54 Spielkarten, einem Papier se -

quenzer und acht Handzeichen. Jede Karte ist mit einem

Piktogramm bedruckt, das ähnlich wie die Bildsprache der

Emojis funktioniert und hier für eine schlagzeugtechnische

Anwendung steht.

Das zentrale Piktogramm ist die Eselsbrücke, die unser

Gedächtnis mit einem ästhetischen Kunstgriff verknüpfen

soll. Die Rahmenfarbe deutet an, ob der Karteninhalt das

komplette Drumset betrifft oder nur eine der drei Säulen

Kick – Snare – Hi-Hat. Der weiße Punkt zeigt die Anzahl der

Takte an, in denen der Kartenauftrag ausgeführt werden soll.

Der untere Kartenteil gibt inhaltliche Information: Rechts

steht eine der fünf übergeordneten Kategorien, in diesem

Fall Frei für Freispiel, daneben der Kartenindex. Die linke

Seite funktioniert wie ein Spickzettel. Dort steht die Kurz -

fassung des Kartenauftrags.

Das Moderne Schlagzeugquartett kann man zu zweit oder

mit mehreren Rhythmusmachern spielen. Mit den Spiel karten

und den Handzeichen lassen sich im Ensemble moderne

Tracks nach dem Baukastenprinzip programmierter Rhyth -

men erstellen oder der Spannungsbogen eines Arran -

gements steuern.

Das Moderne Schlagzeugquartett fördert das loopige und

patternbasierte Groove-Verständnis. Es schult die Fähig -

keit, während des Trommelns auf optische Zeichen reagieren

zu können – ein zentraler Bestandteil beim gemeinsamen

Musizieren! Darüber hinaus stellt die Rhythmusliste

des Buches einen Pool voller moderner Grooves sowie

einen Patternbaukasten zur Verfügung. Eine umfangreiche

Klangbibliothek lädt zu kreativen Experimenten ein.

Die Spielregeln sind einfach und kreativ-flexibel. Der

Trommler sucht aus der Rhythmusliste im Buch ein Pattern

aus und spielt es in Dauerschleife (Loop). Im weiteren Ver -

lauf zeigt der Lehrer eine Spielkarte, deren Bildauftrag im

nächsten Takt umgesetzt werden soll, bevor es zum ur -

sprünglichen Loop zurückgeht.

ISBN 978-3-89775-169-9

Buch mit Spielkartentableau, 29,80 Euro

www.leu-verlag.de

DAS U 87 RHODIUM EDITION: NEUMANN FEIERT DEN 50. GEBURTSTAG DER MIKROFONLEGENDE

MIT EINER LIMITIERTEN SONDERAUSGABE

Es gibt sie nur selten: Produkte, die sich den schnelllebigen Trends

verweigern und schon bei ihrer Einführung der In begriff zeitloser

Eleganz sind. Das Neumann-Studio mikro fon U 87 ist so ein Produkt.

Seit nunmehr 50 Jahren setzt das Kondensatormikrofon Maßstäbe

in der Studiotechnik. Jetzt feiert Neumann den Geburtstag der

Mikro fonlegende mit der U 87 Rhodium Edition – einer aufsehenerregenden

Sonderausgabe, die die bemerkenswerte Leistung des

klas sischen U 87 durch ein ganz besonderes Design würdigt.

Der legendäre Klang und die Vielseitigkeit des U 87 werden seit

einem halben Jahrhundert von den bedeutendsten Studios der Welt

wertgeschätzt. Das 50-jährige Jubiläum des Studioklassikers habe

darum nach etwas ganz Be son derem verlangt – einer mit Rhodium

beschichteten Sonder edition, erklärt Wolfgang Fraissinet, Ge schäfts -

führer Neumann, Berlin. „Die außergewöhnliche U 87 Rhodium Edi -

tion ist die angemessene Würdigung dieser Mikro fon legende. Die

Exklusivität und Schönheit des Rhodiums unterstreicht dabei die

zeitlose Qualität des U 87 und verkörpert gleichzeitig den hohen

Qualitätsanspruch von Neumann.“

Der Mythos U 87 lebt nicht nur von den technischen Finessen des

Mikrofons, sondern auch von den zahllosen Geschichten und

Erinnerungen, die damit verbunden sind: Fast ausnahmslos haben

die großen Namen der Musik in dustrie mit diesem Mikrofon aufgenommen.

Um dieser Geschichte Rechnung zu tragen, fiel die Wahl

auf Rhodium. Das Edelmetall ist seltener als Gold und reflektiert

mehr Licht als jedes andere Metall. Es wird darum zum Beispiel für

Spiegel in Hochleistungs-Teleskopen eingesetzt, die die entferntesten

Bereiche des Universums erkunden. Diese fast schon transzendenten

Eigenschaften machen Rhodium zu dem Edelmetall

schlechthin.

EXKLUSIVE LIMITIERTE AUFLAGE

Das U 87 Rhodium Edition wird nur einmalig angeboten und in einer

einzigen, auf 500 Stück limitierten Auflage gefertigt. Jedes der

sorgfältigst hergestellten Mikrofone ist einzeln nummeriert und mit

einem Echtheitszertifikat versehen – persönlich unterzeichnet von

Wolfgang Fraissinet, Geschäftsführer Neumann, Berlin.

Das U 87 Rhodium Edition wird zusammen mit der elastischen

Aufhängung EA 87, ebenfalls als besondere Rhodium Edition, in

einem Aluminiumkoffer geliefert. Die beiliegenden schwarzen Hand -

schuhe sorgen dafür, dass der tadellose Glanz des limitierten Mikro -

fons erhalten bleibt.

Das U 87 Rhodium Edition ist exklusiv bei ausgewählten Händlern

ab September 2017 erhältlich. Weitergehende Informationen über

die Rhodium Edition finden Sie auf einer eigenen Microsite zum 50.

Geburtstag des U 87, inklusive einer aktuellen Liste der Händler, die

die Sonderausgabe vorhalten.

Weitere Informationen: www.neumann.com/50YEARS-U87

musiker MAGAZIN 3/2017


PRODUKT-NEWS 59

SUPERSTAR HYPERDRIVE DUO SNARE

ANIKA NILLES

PRÄSENTIERT

DAS NEUE SUPERSTAR

HYPER-DRIVE DUO

Das Superstar Hyper-Drive Duo Limited Kit kommt in einer

neuen einzigartigen Konfiguration, mit der Drummer die

angesagtesten Spielstile und Sounds verwirklichen können.

Dieses Kit wird eine neue Inspirationsquelle, wie damals im

Jahr 2008, als die Hyper-Drive-Größen vorgestellt wurden.

Anika Nilles präsentiert mit ihrem neuen Song

„Ndola“ das limitierte Superstar Hyperdrive mit

dem „Duo-Snare“-System. Inspiriert von Anikas

Spielstil hat TAMA ein Set entworfen, welches

ein 14“-Floor-Tom beinhaltet, das sowohl als

tiefe Side-Snare, aber auch als Tom verwendet

werden kann.

Das Augenmerk des Setups liegt auf der 14“x9“ „Duo Snare“

Diese Snare ist nicht nur aufgrund der 9“ Tiefe besonders

interessant, sondern vor allem wegen ihrer Einsatz möglich -

keit und Ausstattung. Sie ist mit Floor-Tom-Füßen und entsprechender

Hardware ausgestattet. Somit hat man mehrere

Möglichkeiten, die Trommel zu platzieren. Entweder als

Main Snare, Side Snare oder tief gestimmtes Floor Tom mit

abgespanntem Teppich. Das limitierte Superstar Hyper-Drive

Duo wird jedem Drummer erfrischende Inspiration für kreatives

Drumming liefern!

Video: youtu.be/1HWX7Y1pt0s

Weitere Informationen: www.tama.de

Ideal für Musiker, Podcaster und Filmer:

BEYERDYNAMIC PRÄSENTIERT DEN KOMPAKTEN

MONITOR-KOPFHÖRER DT 240 PRO

Musik entsteht nicht nur im Studio. Videos werden mittlerweile

oft am Notebook geschnitten und Podcaster berichten

per Smartphone von jedem Ort der Welt. Der Abhör-

Kopfhörer DT 240 PRO von beyerdynamic passt perfekt zu

diesem mobilen Workflow.

Kreative können überall mit ihm arbeiten – ein Projekt

irgendwo beginnen und anderswo fortsetzen. Ob am Misch -

pult, hinter der Kamera oder im Zug: Der DT 240 PRO sorgt

für lückenlose Audiokontrolle in gleichbleibender Qualität.

Das Beste dabei: Sein günstiger Preis von 99 Euro macht ihn

auch für Produzenten mit geringem Budget erschwinglich.

FUNKTIONIERT AN ALLEN GERÄTEN

Dank niederohmiger Schallwandler (34 Ohm) kommt der

DT 240 PRO mit wenig Verstärkerleistung aus. Er funktioniert

an echten Studiomischpulten genauso wie am Laptop

oder Smartphone und liefert überall genügend Ausgangs -

pegel. Ein Wechsel des Kopfhörers während der Produktion

wird damit überflüssig. Das wirkt sich positiv aufs Klang -

ergebnis aus, weil unterwegs derselbe Monitor als Referenz

dienen kann wie am Arbeitsplatz oder beim Kunden.

VOLLER KLANG UND HOHER TRAGEKOMFORT

Wie alle beyerdynamic-Kopfhörer profitiert das neue Modell

von der bald einhundertjährigen Erfahrung des Unter neh -

mens. Profi-Werkzeuge wie der DT 770 PRO kommen in

Studios weltweit zum Einsatz und haben Kultstatus unter

Toningenieuren. In diese Tradition reiht sich der DT 240 PRO

ein. Sein Klang zeichnet sich durch sauberen, tiefen Bass,

lebhafte Mitten und klar definierte Höhen aus. In der Preis -

klasse bis 100 Euro werden kreative Soundtüftler nur schwer

etwas Vergleichbares finden.

Dank guter Schallisolierung kommt diese Performance auch

in lauter Umgebung zur Geltung – etwa im Messeeinsatz

oder auf Livekonzerten. Der Kameramann und Tontechniker

kann sich ganz auf seine Aufgabe konzentrieren. Ein satter

Anpressdruck und dicht abschließende Ohrpolster halten

Umweltgeräusche draußen. Gleichzeitig spürt man den Kopf -

hörer kaum, so ergonomisch hat der Heilbronner Audio -

spezialist seinen DT 240 PRO gestaltet.

Dass der Neuzugang im beyerdynamic-Sortiment obendrein

cool aussieht, freut digitale Nomaden besonders. Mit

seinem mattschwarzen Finish macht er an professionellen

Spiegelreflexkameras oder tragbaren Recordern eine ebenso

gute Figur wie am privaten Audioplayer oder Smart phone.

MIT ANDEREN WORTEN: Ein Modell wie den DT 240 PRO

haben sich Musiker, Podcaster, YouTuber und semi-professionelle

Filmer schon lange gewünscht. Nun hat das Warten

ein Ende.

Ab Oktober ist der Kreativ-Kopfhörer im autorisierten Fach -

handel und online über www.beyerdynamic.de erhältlich.

KOMPAKTE, ROBUSTE BAUWEISE

Eine besondere Form der Hörerschalen macht den DT 240

PRO sehr handlich. beyerdynamic nennt diese Mischung

aus On-Ear- und Over-Ear-Bauweise „Compact Over Ear“.

Sie sorgt dafür, dass beide Ohren fest umschlossen sind,

der Abhörmonitor beim Transport aber trotzdem in eine

Notebook- oder Kameratasche passt. Robuste Materialien

aus der Profitechnik, ein abziehbares Spiralkabel und austauschbare

Ohrpolster verlängern das Kopfhörerleben – für

jahrelangen Dauereinsatz ohne Probleme.

3/2017 musiker MAGAZIN


60 PRODUKT-NEWS

TRANSPORTVERSICHERUNG – LOGISTIK RICHTIG VERSICHERN

Neben den Versicherungsfragen zu Haftpflicht oder Elektronik gibt es noch eine weitere

Sparte: Die Ausfallversicherung, auch Contingency-Versicherung genannt

Ein Klassiker für die Versicherung von Transporten ist die

Transportversicherung: Für Verleihfirmen ist sie eigentlich nur

dann notwendig, wenn man in der Equipmentversicherung

spart und nur eine klassische Lagerdeckung hat. Dann ist

natürlich klar, dass man oben drauf die Transporte versichern

muss. Viele Standardmakler und -vertreter greifen zu dieser

Lösung, aber einfach nur aus der Gewohnheit und weil sie die

Belange der Eventszene nicht kennen. Richtig versichert man

sein Equipment komplett über eine sogenannte Elektronik -

versicherung. Dort sind die Lagerrisiken, die Trans port risiken,

aber auch der Verbleib auf dem Event, die Fehl bedingung, der

Vandalismus, Diebstahl und sogar der einfache Diebstahl mitversichert,

zumindest dann, wenn man ein wenig auf sein

Bedingungswerk achtet. Es sollte auf jeden Fall so sein.

Ähnlich ist es mit dem nicht elektronischen Equipment. Das

versichert man über eine Ausrüstungsversicherung oder

auch Zeltversicherung. Dabei sind auch die Transporte mitversichert.

Im Normalfall reden wir von einer Neuwertversicherung,

sodass im Schadenfall der Neuwert reguliert

wird. Aber auch hier unterscheiden sich die Wordings der

verschiedenen Anbieter. Man sollte bei der Bildung der Ver -

sicherungssumme nur nicht nach dem Carnet-Wert gehen,

das würde zumindest bei den meisten tierisch ins Auge

gehen. Auch wenn man das komplette Equipment dort

findet, so stimmt dann sicherlich die Versicherungssumme

nicht, denn ein wenig spart man beim Zoll ja schon.

Die normalen Versicherungen haben eine EU-Deckung, darüber

hinaus kann man natürlich weltweit versichern, was

einfach ein paar Euro mehr kostet. Somit hätte man nahezu

alle Gefahren überall auf der Welt an der Technik abgedeckt.

ANMERKUNG: Wenn man Equipment leiht, sollte man wissen,

dass der Entleiher gemäß den AGBs in jedem Fall haftet,

die Elektronikversicherung daher eine gute Lösung ist.

Eine Haftpflicht ist bei der Eventlogistik nicht vordergründig.

Es sind zwar Schäden vorstellbar, doch meist werden diese

im Rahmen der Nutzung des Kfz passieren, sind somit

auch über die Kfz-Versicherung gedeckt.

Hat aber schon jemand etwas von einer Hakenlastversicherung

gehört? Hört sich lustig an, ist aber für die Logistik

auch von Bedeutung. Wenn also für einen Event z. B. ein

Porsche am Dach eines Hotels geparkt werden soll, um

dort den Kunden gezeigt zu werden, dann haben wir zumindest

dann ein Thema, wenn dieser über einen Kran auf das

Dach gehoben wird. Was passiert, wenn der Flitzer vom

Haken fällt und dabei, wie man sich vorstellen kann, zu

Schrott wird? Genau dieser Part wäre über eine Haken -

lastversicherung abgedeckt. Es ist schon sehr spannend,

was man alles versichern kann.

Ausfälle versichern

Machen wir gleich mit der nächsten Exotenversicherung

weiter: der Ausfallversicherung. Eigentlich eine ganz tolle

Versicherungslösung, die sehr klare Versicherungs bedin gun -

gen kennt, die sehr kurz sind und sich nicht im Dschungel

von Paragrafen und Ein- und Ausschlüssen verlieren. Ja,

ich weiß, eher ungewöhnlich für das extrem erotische Thema

Versicherung. Wie sieht es also aus, wenn man eine Event -

reihe quer durch die Republik oder vielleicht auch quer

durch Europa organisiert hat (von der Welt gar nicht zu

sprechen, ist aber übertragbar). Der Event in Frankreich war

ein absoluter Bringer, alle waren begeistert und als Nächstes

steht Köln an. Dumm nur, dass die französischen Fernfahrer

einmal mehr streiken. Gut, an dieser Stelle könnten wir

auch gerne die Italiener aufzählen oder wie unlängst in

Deutschland auch immer wieder geschehen die Fluglotsen,

das Bodenpersonal oder die Piloten der Fluggesell schaften.

Alles Ereignisse, die den planmäßigen Event beeinflussen

bzw. verhindern können. Aber nicht nur der Streik, sondern

auch die Aschewolke, ein liegengebliebener bzw. verunfallter

Lkw mitsamt des darauf transportierten Equip ments für

die Veranstaltung und noch viele weitere Gründe mehr

beeinflussen die Logistik bzw. die vereinbarte Er brin gung

der Leistung. Das kann man ganz einfach über die Ausfall -

versicherung absichern. Der Event findet dann zwar immer

noch nicht statt, aber man bekommt die Verle gungs kosten

(sofern dies möglich ist) oder eben auch den Totalausfall

erstattet. Dabei bezahlt die Versicherung die Produktions -

kosten, evtl. auch den Gewinn. Wichtig dabei ist nur, dass

man als Versicherungsnehmer nicht an dem Ausfall schuld

ist, sondern der Vertragspartner oder ein Dritter. Diese Aus fall -

versicherung könnte natürlich auch den ganzen Event

abdecken, aber das ist heute hier nicht die Frage, wir be -

schäftigen uns erst einmal nur mit der Logistik.

Wenn man mich jetzt fragt, ob so etwas wirklich passiert,

dann kann ich nur sagen: Ja, und zwar gar nicht so selten. Im

Laufe der Jahre hatten wir einige Schäden in diesem Bereich

und diese wurden anstandslos bezahlt. Es waren genau die

oben genannten Dinge, die passiert sind, also der Streik der

Lkw-Fahrer, die Aschewolke, aber auch noch weitere Gründe

wie Blitzeis auf der Straße, gesperrte Grenzen oder, oder, oder

... Wie immer stellt sich die Frage, wo jetzt der Haken ist.

Selten, aber hier kann man es wirklich sagen: Es gibt keinen.

Okay, den einen oder anderen gibt es vielleicht dann doch, wir

können nämlich nicht die finanziellen Schwierigkeiten des

Fuhr un ternehmers versichern und eben auch nicht die fehlerhafte

Planung im eigenen Haus. Sprich, wenn der Termin gar

nicht gehalten werden kann, weil man beim Location-

Wechsel das Nachtfahr ver bot oder sonstige Beschränkungen

für die Lkws nicht berücksichtigt hat.

DIE NÄCHSTE FRAGE BETRIFFT DEN PREIS: Es geht knapp

unter einem Prozent der Versicherungssumme los. Diese wird

entweder durch die Produktionskosten oder auch incl. des

Gewinns definiert. Hat man also eine Eventreihe mit einem

Budget von 500 000 Euro, dann reden wir im Einstiegs -

bereich von knapp unter 5000 Euro Prämie. Der Versiche -

rungsnehmer kann natürlich auch die Agentur sein, aber auch

der Veranstalter oder der Dienstleister für die Technik (Licht,

PA, Video etc.) und somit der Auftraggeber der Agentur. Das

hat den Vorteil, dass man nicht über sein Honorar diskutieren

muss, wenn der Event komplett ins Wasser fällt. Das ist nicht

möglich? Ein Beispiel hierzu: Man stelle sich vor, auf dem Weg

vom Probeaufbau zur ersten Location findet sich der Lkw im

Graben wieder. Dem Fahrer ist nichts passiert, aber der

Messe stand bzw. die Promotion-Deko liegen weit verbreitet

im Feld, es regnet und man sieht die Logos des Auftraggebers

schön dahinschwimmen. Wie immer natürlich alles Einzel -

stücke, die speziell für den Event gebaut wurden. Das wäre

der worst case – so was kann die ganze Eventreihe zerstören.

Auch hierbei ist die Lösung die Ausfallversicherung. Wir sehen

also, es kann fast alles versichert werden, ein ganz grandioses

Tool mit sehr weitreichender Deckung. Natürlich ist in der

Ausfallversicherung auch die höhere Gewalt abgedeckt.

ZUM SCHLUSS WIE IMMER: Wendet euch bei Fragen an die

wenigen Spezialmakler in der Branche. Nur so kann sichergestellt

werden, dass man die besten Lösungen bekommt. Und

natürlich hilft ein spezialisierter Rechtsanwalt im Vorfeld, dass

man die Verträge richtig schließt und die Haftung so weit es

geht minimiert. Der Rest ist dann Versicherungssache.

Weitere Informationen: www.erpam.de

Grafik: © alazur/ Fotolia.com

musiker MAGAZIN 3/2017


CD-REZENSIONEN 61

TRANCE

»The Loser Strikes Back«

Es waren die goldenen Achtziger, als der deutsche Hard rock

immense internationale Erfolge feierte. Im Wind schatten der

Scorpions und Accept positionierte sich auf Rang drei eine

Band namens TRANCE. Ende des Jahrzehnts verstummte das

Projekt wieder. Gitarrist Markus Berger ließ TRANCE 2011

wieder auferstehen. Als maßgeblicher Songwriter ist er das

einzig verbliebene Original-Bandmitglied. Er scharte versierte

Musiker um sich wie den Drummer Andreas Neuderth,

der auch bei den US-Metall arbeitern MANILLA ROAD die

Felle zum Klingen bringt. Am Mikrofon macht Joachim

Strubel den melodiösen Metal Shouter für das aktuelle

Vinylalbum „The Loser Strikes Back“. Eine feurig-bunte

Plattenhülle verrät den Inhalt der Vinylrillen: Power Metal

und Hardrock. Die Rhythmus- und Saitensektion erhält hier

und da stimmungsvolle Key-Teppiche. Der Opener „Thunder-

bird Rising“ verrät dem aufmerksamen Metalhead und

Hardrocker, wohin die Reise geht. In Dimensionen, die

Accept oder Vicious Rumors wohl schon bereisten. „Loser“

(eine Neuaufnahme des Klas sikers), als mein Anspieltipp,

variiert mit einem bluesigen Thema aus dem Dunstkreis

eines Billy Gibbons. Somit aber schon genug mit Genre-

Ausflügen. „Open Skies“ und schließlich „Trust And Glory“

bilden die Schlusssongs von Seite B als typische Metal-

Hymnen im Stile von Saxon. Wer, wie bei TRANCE, der textlichen

Philosophie „Es wird ein Held kommen … und der

Verlierer schlägt zurück“ einfachen Erklärungen für das

Chaos unserer Welt etwas abgewinnen kann, ist bei der

Hardrock-Legende gut aufgehoben. Es ist gut, dass Metal-

Helden wie TRANCE zurückkehren.

www.trance-live-and-heavy.de

C.S.

CINEMA

»The Discovering Of Time«

Jürgen „Pöngse“ Krutzsch entdeckt die Zeit. Gemeinsam

mit Brigitte Grafe hob der ehemalige TIBET-Gitarrist das

Projekt CINEMA 2011 aus der Taufe. Den Krautrock hinter

sich gelassen, beschäftigt sich Krutzsch mit Sphären -

klängen, tanzbaren Beats oder orchestralen Kompositio -

nen. Für das Album „The Discovering Of Time“ holte sich

Krutzsch Verstärkung mit AXXIS-Trommler Dirk Brand, dem

Gitarristen der Julia Neigel Band Jörg Dudys sowie dem

Gitarristen Benjamin Peiser, u. a. bei LORD BISHOP. Auch

Christian Schwarzbach, hervorragender Gitarrist aus

München, spielte das Album mit ein. „Riding The Iron Horse“,

der Opener, beginnt mit nervös pulsierenden Beats, steigert

seine Themen bis zu einem virtuosen Gitarrensolo. „Lost in

Space“ wirkt düster, „Frozen Time“ erinnert an Mike Oldfield

oder Steve Vai. Der Titeltrack ist dagegen komplexer und

hat eine kühle Industrial-Attitüde. Das Album ist ein wabern -

der Instumental-Trip im Stile von TANGERINE DREAM. Nie

belanglos plätschernd, sondern Geschichten und Eindrücke

erzählend. Das funktioniert durch die Korrelation der elektronischen

mit der analogen Musik der Gitarren. Ein intensives

Klangerlebnis, wie CINEMA die Zeit entdecken.

www.sireena.de

C.S.

YANNICK MONOT

»Chansons de voyages

entre amis«

Yannick Monot ist ein wahrer Lebenskünstler, Welten -

bummler und vor allem ein großartiger Musiker. Mit seinen

„Chansons de voyages entre amis“ (übersetzt: Lieder aus

Reisen unter Freunden) nimmt er die Hörer mit auf Aben -

teuer reise. Immer im Gepäck: eine Liste von befreundeten

Künstlern. Sie alle, egal ob sie in Schweden, Paris oder sogar

auf Madagaskar leben, sollen eine persönliche Note auf

dem Album hinterlassen. Und das haben sie auch. Yannick

Monot selbst sagt über die Arbeit an diesem Projekt: „Ich

fühlte mich manchmal wie ein Maler, der hier und da noch

einen Tupfen Farbe mehr auftragen kann, weil er Glück hat

und wieder jemand gefunden, der als Freund vorbeikommt

und mitspielt.“ So kommt es, dass Jazz und Blues auf Country

und Folk-Musik treffen, genauso wie auch auf afro-kreolische

Rhythmen.

Die meist französischen „Chansons de voyages entre amis“

stecken voller Lebensfreude und Energie. Sehr hörenswert!

www.yannick-monot.de

C.H.

MY FRIEND THE IMMIGRANT

»About Life, Death And Trees«

Das Album „About Life, Death And Trees“ kommt locker

und leicht daher. Mit sanften Rhythmen und Melodien

erzählen die vier Stöbener-Brüder und „ihr Freund, der

Immigrant“, Rinat Rashapov, Geschichten. Von Angst und

Verlust, davon, wie es ist, mit der Natur aufzuwachsen in

einer schneller werdenden Welt und über das, was das

Leben lebenswert macht – eben von „Leben, Tod und

Bäumen“. Bei „Wooden Heartbeat“ und „Fields“ spaziert

man förmlich mit der Band durch einen Wald und durch

weite natur. Wunderschön arrangieren die fünf Musiker ihre

Songs, die allerdings dadurch drohen, vor sich hin zu plätschern.

Ab wechslung bringen lediglich das rockige „The

Writer“ und das hüpfende „Electric Souls“. Trotzdem ein schönes

Debüt album der Indie-Popper, das auf mehr hoffen lässt.

myfriendtheimmigrant.de

J.H.

LAUSCH DAS!

»Seerosengleich«

Öffnet man die Debütsingle „Seerosengleich“ der fünfköpfigen

Band LAUSCH DAS!, fällt einem erst mal ein Bier deckel

in Holz-Look entgegen. Sehr sympathisch! Der nächste Blick

fällt auf die lächelnden Gesichter der Bandmitglieder. Na

dann: Prost und Aufgelauscht.

Sänger Florian W. Huber, von so manchen „Grönemeyer des

Südens“ genannt, ist beim Deutschen Rock & Pop Preis

schon lange kein Unbekannter mehr. Auch mit seiner neuen

Band LAUSCH DAS! schafft er im Debütjahr 2016 gleich

zwei Nominierungen: als beste Pop- und als beste Rock band.

Mit deutschem Rockpop zieht auch der Song „Seerosen-

gleich“ die Zuhörer in seinen Bann. Dabei sticht neben der

klassischen Rockbandbesetzung ein Instrument besonders

RECHTSANWALT

WOLFGANG KRÜGER

Wir beraten Sie in allen Fragen

mit Bezug zur

Musik- und Veranstaltungsbranche:

GEMA, GVL, Umsatzsteuer,

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3/2017 musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN

hervor. Bandmitglied Peter Oster bläst ab ca. der 45.

Sekunde in das lange Didgeridoo. Das mag im ersten Mo -

ment verwirrend sein, später möchte man diesen Part aber

auf keinen Fall missen. Im Einklang mit den anderen, übrigens

auch perfekt gespielten Instrumenten und dem schön

geschrieben Text bekommt man richtig Lust, auch live zu

lauschen. Vor allem die Pianoversion von „Seerosengleich“,

die sich zusätzlich auf der Single befindet, lädt zum Träumen

ein: Lichtquellen sorgen für eine romantische Atmosphäre

und die Hände bewegen sich wie automatisch: links, links,

rechts, rechts.

Und noch ein weiterer Song befindet sich auf der Single:

die Hermann-Hesse-Vertonung zu „Welkes Blatt“. Sie zeigt,

dass die Band es versteht, sich an einer Palette von großen

Künstlern sowohl der Vergangenheit als auch der Gegen -

wart zu bedienen und dabei eine einzigartige Kombination

zu erschaffen. LAUSCH DAS!

www.lauschdas.de

C.H.

spiel diverser, zum Teil auch ausgefallener Instrumente. Um

nur einige zu nennen: Tamburin, Darbuka, Rain Stick oder

Kalimba und Schamanentrommel. Die Melodie ihrer Lieder

ist dabei stets einfach. Der Text, den Lydia Witsch singt,

wird häufig wiederholt, damit die Worte leicht mitgesungen

werden können. Die Wirkung ist raffiniert: Ohne darüber

nachzudenken, entspannen sich Atem und Muskeln. „Der

Stress lässt nach und die selbstheilenden Kräfte werden

aktiviert“, so Lydia Witsch. Wer nach neuer Energie durstet,

sollte unbedingt in das „Klangmandala“ mit seinen heilsamen

Liedern reinhören. Das Mitsingen und Entspannen

kommen dann von ganz allein.

www.praxis-bte.de

C.H.

John und Michael Jackson. Außerdem stand er bereits mit

Legenden, beispielsweise mit Phil Collins, auf der Bühne.

Mit seinem Album „Liaison Vol. 1“ erfüllt Robin Sun sich einen

Lebenstraum. Dabei bedient er sich an hinreißenden Liedern

diverser Sparten: Musical, Oper, Schlager, Pop, Gospel. Er

interpretiert musikalische Schätze, zum Beispiel von Richard

Page, Harvey Schmidt, Tom Jones, Rolf Lovland und

Brendan Graham, für sich. Aus all den großartigen Songs

schafft der Sänger und Entertainer ein einzigartiges Ge samt -

kunstwerk.

11 Balladen, 45 Minuten – mehr als eine Liaison.

www.robin-sun.com

C.H.

LOOPAHEAD

»The Other Side Of Loopahead«

Die drei sind besondere Künstler des Blues und des

Loopens: Udo Lummer und Paul Gerhard Lange experimentieren

gern mit einem Looper, der bei ihnen aber lediglich

für die Schlagzeugrhythmen zuständig ist. Darüber

spielen sie sanft groovenden, nachdenklichen Blues. Für

ihre neue CD „The Other Side Of Loopahead“ haben sie

Saxophonspieler Tino Lange an Board geholt. Zwölf Tracks

umfasst das Album, beginnt mit „Fragile“, „Lowdown“ und

„Georgia On My Mind” ruhig und jazzig. Ein richtig toller,

rollender Boogie ist der „Mercury Blues“. Sofort will der

Zuhörer mitwippen, bevor er bei „Hard Times“ wieder die

Augen schließen und nachdenken kann. Auf der „Route

66“ geht es swingend in die ruhig groovende „Summer-

time“. Insgesamt ein toller, abwechslungsreicher Mix für

Fans entspannter Bluesmusik.

www.loopahead.de

J.H.

LYDIA WITSCH

»Klangmandala«

Lydia Witsch ist nicht nur Sängerin, Musikerin und Kom -

ponistin, sie ist auch staatlich geprüfte Heilpraktikerin für

Psychotherapie sowie Musik- und Gesangstherapeutin.

Verbindet man ihre musikalische Kompetenz mit den therapeutischen

Fähigkeiten, entsteht etwas, das neue Lebens -

kraft spendet.

„Klangmandala“: Passender hätte der Titel von Lydia Witschs

Album nicht sein können.

Neben der klassischen Gitarre setzt sie auf ein Zusam men -

MELLOW MELANGE

»Shakespeares Sonette«

„Nimm mich hin. Dein Will!“ ist der Co-Titel dieses Albums

des Quintetts mit Sängerin Sonja Firker. Gesprochen oder

gesungen, getrommelt und gefidelt werden die Sonetten.

Gekonnt in Vortrag und Melodie. Petra Janina Schultz von

der Bremer Shakespeare Company trägt die Zeilen vor.

Perfekt intoniert. Die poetischen Kleinode des literarischen

Schwergewichts werden leicht tänzelnd und poppig vorgetragen.

Kontrabass, Piano, Geigen und Flöten stellen eine

angemessene Besetzung dar. Sollte dies wem in der Album -

version allzu brav klingen, der überzeuge sich bei einem

der Auftritte von MELLOW MELANGE, dass ihr Werk sehr

lebhaft und leichtfüßig sein kann. Diese Melange aus

Chanson, Jazz, Pop und Rock.

www.mellow-melange.de

C.S.

ROBIN SUN

»Liaison Vol. 1«

Balladen-Liebhaber aufgepasst!

Die musikalische Liebesgeschichte von Robin Sun geht

definitiv über eine Liaison hinaus. Seine Leidenschaft für

Musik und Entertainment wurde ihm nach eigenen An -

gaben schon familiär in die Wiege gelegt. Als er gerade mal

sechs Jahre alt war, startete die Laufbahn des späteren

Sängers mit Orgelunterricht. Mit 13 kam der erste Auftritt

und bald begann Robin Sun, sich auch für Gesang zu

begeistern. Heute imitiert er Größen wie Elvis Presley, Elton

PETER SIMON COMPANY

»Harvest«

Diesmal bringt Peter Simon mal nicht solo oder mit Glenfiddle,

sondern mit der Peter Simon Company ein neues Album auf

den Markt. Eine Wundertüte, prall gefüllt mit zwölf Liedern,

die zwischen Folk, Country, Pop und Singer-Songwritertum

schwingen. Den ersten Song „Trump It“ widmet Simon dem

US-Präsidenten: „He talks a lot of bullshit. Not just a little

bit.” Großartig, wie der Sänger das auf die Schippe nimmt.

Ein paar Coverversionen sind auch auf der Platte. Fan tas -

tisch, wie die Band aus dem Rolling-Stones-Klassiker „Honky

Tonk Women“ einen Gute-Laune-Folksong macht. Nur um

als Nächstes „The Letter“ der Countrygröße Wayne Carson

Thompson mit teils rotziger Rockstimme, teils mit klarem

Backgroundgesang anzustimmen. Das Album ist eine gelungene

Mischung zwischen eigenen Songs und Coverver -

sionen, zwischen verschiedenen Musikrichtungen. Nur eines

ist es nicht: Beliebig.

www.peter-simon.com

J.H.

AMPLIFIED HATE

»Crossroads«

Freunde der harten Musik aufgepasst! Denn die Hardcore-

Truppe AMPLIFIED HATE hat ein neues Album auf dem Markt!

„Crossroads“ heißt die Scheibe und umfast zwölf knallharte

Bretter. „Reset“, „State Of Mind“, „Cold Black Heart“ –

egal, welchen Song man aufdreht, immer hauen die fünf

Musiker aus dem Chiemgau dem Zuhörer fette Riffs, wummernde

Doppel-Bässe und krasses Screaming und Shouting

musiker MAGAZIN 3/2017


CD-REZENSIONEN 63

um die Ohren. Abwechslungsreich ist das Album nicht wirklich

– aber dafür umso härter und treibender. Wer auf Helene

Fischer steht, wird bei den Liedern erschrocken wegrennen.

Wer hingegen bei Bands wie Sick Of It All, Agnostic

Front oder Hatebreed (mit denen die Chiemgauer schon

allesamt auf der Bühne standen) ausflippt, wird aus dem

Headbangen nicht mehr herauskommen.

www.facebook.com/amplifiedhatehc

J.H.

FRÄULEIN BRECHEISEN

»Supergrattler«

Ziemlich elektronisch mit abgefahrenen Synthesizer-

Sounds beatet sich das Kollektiv „Fräulein Brecheisen“

durch sein Album „Supergrattler“. Automatisch fühlt man

sich in eine Disco der 80er- oder 90er-Jahre versetzt. Sie

selbst ordnen sich irgendwo zwischen Dance, Disco, Neue

Deutsche Welle und Punk ein, nur um dann doch wieder

über die Genregrenzen hinaus zu tanzen. „Wir sind alle nur

Roboter, mach dich locker“, singen sie zu spacigen

Klängen. Das Lied „Zeitgeist“ erinnert stark an Sounds der

Neuen Deutschen Welle, „Dystopie“ könnte beinahe auf

einem Deichkind-Album erscheinen. Bei „Dirty Hairy“ und

„Stahlbeton und Glas” merkt man, wie gern das Ensemble

mit Electronic-Elementen spielt. Zusammengenommen ist

das Album eine Einladung, nein, eine Aufforderung zu tanzen.

Wer Deichkind mag, wird auch Fräulein Brecheisen

gern hören.

brecheisen.biz

J.H.

ANDREAS BERGERSBACHER

»Windkanal«

„Windkanal“ ist die brandaktuelle Maxi-Scheibe von Andreas

Bergersbacher. Die Biographie des Kaufmanns liest sich wie

eine typische Schlagerkarriere. In den 80ern erste Erfolge

gefeiert und einige Wettbewerbe gewonnen, wirkt das Talent

Bergersbacher heute reifer denn je. 1994 qualifizierte er sich

gar mit dem Titel „Alle für Alle“ für die ZDF Hit parade.

„Windkanal“ lässt vielleicht die Ex-Partnerin aufhorchen, so

verarbeitet eben ein Schlagersänger die Ver gangenheit. „Was

die Zeit dir auch bringt“ klingt unfreiwillig witzig, erinnert der

Song doch ein bisschen an Hubert Kahs „Sternenhimmel“.

Fazit: Andreas Bergersbacher bewegt sich irgendwo zwischen

Matthias Reim und Wolfgang Petry – und wer weiß, was für

ein Mega-Engagement auf Malle ihn noch erwarten könnte.

www.andreasbergersbacher.de

C.S.

EVA KYSELKA

»Wirst Du Mich Hören«

Ein „Ja!“ entweicht mir spontan auf Eva Kyselkas rhetorische

Frage. „Wirst du mich hören“ ist ein Album der Ge fühle, der

Grooves, des deutschen Soul und Soft-Pop mit Anspruch.

Inhaltlich thematisiert Eva Toleranz, Natur- und Artenschutz,

Haltung gegen Gewalt und positioniert sich gegen die

Zerstörung unseres einzigartigen Planeten, wie in „Blauer

Planet“. Die Künstlerin und Absolventin der Musik hochschule

Weimar lässt Seeleneinblicke zu. Sie verarbeitet den Tod ihrer

Mutter im Titelsong „Willst du mich hören“. Gesanglich wird

sie in einigen Songs von gut aufgelegten Gästen ergänzt, wie

Bernard Mayo, der an Youssou N Dour erinnert. Oder Ricardo

Moreno, der beim Opener „In diesen Tagen“ für spanisches

Flair sorgt. Eine überraschende Cover version ist „Einer von

uns“, Joan Osbornes „What If God Was One Of Us“, zärtlich

und würdig gelungen. Eva Kyselka beglückt auch mit weiteren

Versionen von „Wirst du mich hören“, so auch einer Live-

Version. Ich kann das „Ja!“ ausdrücklich beim Hören dieses

wunderschönen Albums wieder und wieder bestätigen.

www.evakyselka.de

C.S.

DEINE FREUNDE

»Keine Märchen«

Das Hamburger Hip-Hop-Trio DEINE FREUNDE veröffentlicht

am 03.11. ihr viertes Studioalbum „Keine Märchen“ und

trennt sich damit endgültig vom Dogma des Wortes Kinder -

musik, denn wer bei DEINE FREUNDE „Alle meine Entchen“

sucht, wird lange suchen müssen. DEINE FREUNDE machen

Hip-Hop-Musik, und zwar vom Feinsten – und für die

Feinsten. Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimscheck

sind die coolste Kinderband der Welt, die ihren eigenen Stil

entwickelt hat – und der ist kompromisslos und bunt, mit

Ecken und Kanten und dem ein oder anderen Ohrwurm. Die

Songs des neuen Albums erinnern eher an Depeche Mode

statt an Hänschen Klein, „Ohne mein Brudi“ ist pure Straße

jenseits von Stützrädern und Autoteppich und „Mecker“ eine

Ode an alle Schulhof-Storyteller. In „Mein lieber Freund“ entlarven

DEINE FREUNDE einen der hilflosesten Elternsprüche:

„Ich zähl bis Drei! Eins, zwei, zweieinhalb, zweidreiviertel ...“

Drei äußerst erfolgreiche Alben und ihre ausverkauften Touren

zeigen: Deutscher Rap muss nicht aus dem Ghetto kommen,

Kinderliedtexte müssen nicht aus Bienchen, Entchen

und Vögelchen bestehen.

www.deinefreunde.info

3/2017 musiker MAGAZIN


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musiker MAGAZIN 3/2017


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Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:

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Celia Hoffmann, Wolfgang Motzkau-Valeton,

Jana Moysich, Ronja Rabe, Katja Rake,

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Anzeigenleitung:

Ole Seelenmeyer

Anzeigenassistenz:

Katja Rake

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 31

vom 1. Januar 2017 gültig.

Layout:

Ana Seelenmeyer

Lektorat:

Heike Funke

Druck:

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG

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Musiker Magazin erscheint 4 x jährlich

Copyright und Copyrightnachweis für alle

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,

sowie Vervielfältigungen jeder Art

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Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

stellen nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion dar.

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