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onexmagazin

AUSGABE 10 OKTOBER 2017

VELOBRÜDER

LUKAS UND MATHIAS FLÜCKIGER

Die beiden Oberaargauer zählen zu den

besten Mountainbikern der Welt.

WAHRHEIT

Eine Spuren suche

in Recht, Religion und

Wissenschaft.

SEKUNDARSCHULE

Zwei oberaargauer

Gemeinden waren

Bildungspioniere.

EULEN

Sie sind gute Jäger,

geheimnisvoll und

gelten als weise.


ZU VERMIETEN

Obersteckholz, Melchnaustrasse 21,

3.5-Zimmerwohnung im 1. OG, 92 m 2

• alle Schlafzimmer

mit

Parkettboden

• Küche, Bad

und Wohnzimmer

mit Plattenboden

• grosszügiges Entreé

• Badezimmer mit Badewanne

• eigene Waschmaschine / Tumbler

• kein Balkon

• Parkplätze vorhanden

• oberhalb Restaurant Kreuz

Mietzins: CHF 1060.00 plus Akonto 230.00

*Infos und Besichtigung

Roggwil, Bahnhofstrasse 20,

3.5-Zimmerwohnung im EG, 74 m 2

• alle Zimmer /

Wohnen mit

Parkett

• Dusche mit

Platten

• sep. Toilette

• grosszügige Zimmer

• ganze Wohnung komplett saniert

• Gartenanteil kann mitgenützt werden

• direkt neben Coop Roggwil

• 1 Parkplatz im Preis inklusive

Mietzins: CHF 1200.00 plus Akonto 110.00

*Infos und Besichtigung

Oberbipp, Sägegasse 3

3.5-Zimmer-Maisonettewohnung, 91 m 2

• Wohnzimmer,

Küche, Schlafzimmer

mit

Parkett

• Nasszellen mit

Platten

• Dusche/WC

• Balkon

• eigene Waschmaschine/Tumbler

• Galerie

• Carport à CHF 80.00

Mietzins: CHF 1500.00 plus Akonto 180.00

*Infos und Besichtigung

Staffelbach, Überbauung Oberfeldpark,

3.5-Zimmerwohnung im 2. Obergeschoss

(92 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

• 1x Bad / WC, 1x Dusche / WC

• Balkon

• eigene Waschmaschine / Tumbler

• grosses Kellerabteil

• Einbauschrank / Reduit

• EHP à CHF 130.00

Mietzins: CHF 1350.00 plus Akonto 170.00

*Infos und Besichtigung

Roggwil, Hofmattenweg 1, 2.5-Zimmerwohnung

im 1. Obergeschoss

• Wohnzimmer

und Küche mit

Plattenboden

• Schlafzimmer

mit Laminat

• Badewanne

• Einbauschränke

• grosser Balkon

• Wohnung ist neu gestrichen

• Estrichabteil

• eine abschliessbare Garage kann

für CHF 100.00/mtl. dazu gemietet werden

Mietzins: CHF 950.00 plus Akonto 110.00

*Infos und Besichtigung

Langenthal, Bleienbachstr. 19, 2.5-Zimmerwohnung

im 1.Obergeschoss 50 m 2

• alle Zimmer

mit Parkett

• offene Küche

mit Glaskeramik

und

Geschirrspüler

• WC mit Dusche und Einbaumöbel

• Entreé mit Garderobe

• Einbauschränke im Schlafzimmer

• Einbaumöbel im Wohnzimmer

• kein Balkon

• Aussenparkplatz kann à CHF 40.00 dazu

gemietet werden

Mietzins: CHF 1300.00 plus Akonto 110.00

*Infos und Besichtigung

Wiler b. Utzenstorf, Überbauung

Hofacher, 4.5-Zimmer-Duplexwohnungen

(110 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

• Bad/WC

• Dusche/WC

• Balkon

• eigene Waschmaschine/Tumbler im UG

• grosses Kellerabteil

• Einbauschränke/Reduits

• Carport à CHF 90.00

Mietzins: CHF 1750.00 plus Akonto 230.00

Wiler b. Utzenstorf, Überbauung

Hofacher, 2.5-Zimmer-Parterrewohnungen

(69 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

• Dusche/WC

• Gartensitzplatz

• eigene Waschmaschine/Tumbler im UG

• grosses Kellerabteil

• Einbauschränke/Reduits

• Carport à CHF 90.00

Mietzins: CHF 1350.00 plus Akonto 180.00

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Rohrbach, Werkstatt

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Infos und Besichtigung: 079 431 56 42

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Infos und Besichtigung: 079 431 56 42

*Infos und Besichtigung: MB Immobilien AG, Langenthal, Telefon 062 919 01 08

MB Immobilien AG

Bahnhofstrasse 1 I 4914 Roggwil

www.mb-immo.ch

Tel. 062 919 01 08 I Fax 062 919 01 09


EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

04

Religionen haben sie für sich gepachtet,

Politiker verdrehen sie, bis sie so zurechtgebogen

ist, dass sie ihren Zielen dient,

und die Justiz ist immer auf der Suche danach,

und findet sie manchmal trotzdem

nicht. Was ist Wahrheit? Welche Wahrheiten

kennen wir? Welche glauben wir? Wie

gehen Menschen damit um? Als wir dem

Thema auf den Grund zu gehen versuchten,

stellten wir fest, dass die Wahrheit viel

mehr Facetten hat, als dass wir ihr gerecht

werden könnten. Es lohnt sich trotzdem,

wenn wir uns darüber Gedanken machen.

Wir befassen uns auch mit Schulen und

Lehrern. Denn Kleindietwil und Langenthal

stellten die beiden ersten Sekundarschulen

im Kanton Bern. Wie dies möglich

war, und was es damals bedeutete, Lehrer

zu sein, erfahren Sie im überraschenden

Bericht.

Noch nie hat ein Sportler aus dem

Oberaargau eine Olympische Medaille gewonnen.

Lukas und Mathias Flückiger sind

seit Jahren in der Weltspitze der Mountainbiker

vertreten und gewannen je eine

Medaille an Weltmeisterschaften. Jetzt machen

sich die beiden Brüder daran, 2020 in

Tokyo die erste oberaargauische Olympia-

Medaille zu gewinnen. Der Weg dahin ist

weit. Doch wenn die Beiden zusammen

spannen, ist alles möglich.

Abgerundet wird das Themenfeld dieser

Ausgabe mit einem Artikel über einen bemerkenswerten

Vogel, der einst als Symbol

für den bevorstehenden Tod und auch für

Weisheit galt, der aber weder das eine

noch das andere ist: Die Eule.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

28

04 GEBRÜDER FLÜCKIGER

Lukas und Mathias Flückiger

gehören zu den weltbesten

Mountainbikern.

Im Interview geben sie

Auskunft über ihre Profi-

Karriere, die Sponsorensuche

und Nino Schurter.

12 DIE WAHRHEIT

Die Wahrheit zu finden ist

schwierig, ob in Religion,

Wissenschaft oder Recht.

Eine Spurensuche.

18 PIONIERE IM SCHULWESEN

Kleindietwil und Langenthal

hatten die ersten

Sekundarschulhäuser im

Kanton Bern. Die Geschichte

einer zur damaligen Zeit

erstaunlichen Pioniertat.

28 EIN MYSTERIÖSER VOGEL

Die Eule ist ein Vogel der

Widersprüche: Sie gilt als

weise und als böse. Das hat

seine Gründe – wenn auch

zweifelhafte.

12

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

16 WUSSTEN SIE SCHON

Hühner sind klüger, als man

denkt, Schlagrahm ist ein

physikalisches Phänomen

und warum 404 auch

«keine Ahnung» bedeutet.

34 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungskalender.

18 16

s’Positive 10 / 2017 3


LUKAS UND MATHIAS FLÜCKIGER

Silber und Bronze in der Mountainbike-Weltmeisterschaft

haben sie schon. Und sie haben das Zeug, für den

Oberaargau die allererste Olympiamedaille zu gewinnen.

Für das Brüderpaar Lukas und Mathias Flückiger

liegt 2020 in Tokio sogar die Goldmedaille drin.

Gemeinsam zum

Olympia-Gold?

Foto: Xxxxxxxxxx

4 s’Positive 10 / 2017


TEXT: KLAUS ZAUGG & BRUNO WÜTHRICH

FOTOS: MARCEL BIERI

Lukas (33) und Mathias Flückiger (29) fahren

in zwei verschiedenen Teams. Beide

gehören in ihrem Sport zur Weltspitze. Wäre

da nicht ein gewisser Nino Schurter, so

hätte das Brüderpaar Flückiger an den Weltmeisterschaften

2012 sogar die Ränge 1 und 2 belegt.

So sind es die Ränge 2 und 3 geworden, was fast

ebenso viel Beachtung nach sich gezogen hätte wie

ein Titelgewinn – wenn mit Nino Schurter nicht ein

weiterer Schweizer Weltmeister geworden wäre. So,

wie Stan Wawrinka im eigenen Land trotz grösster

Erfolge nie ganz aus dem Schatten Roger Federers

treten kann, so steht der «Mountainbike-Federer»

Nino Schurter den Flückiger-Brothers vor der Sonne.

Weshalb dies so ist, und wie Lukas und Mathias dies

ändern wollen, erzählen sie uns im Interview.

s’Positive: Dürfen wir Sie als die «Wawrinkas des

Mountainbikes» bezeichnen?

Mathias: Ja, wir stehen tatsächlich immer etwas im

Schatten von Nino Schurter. Das ist ja nicht zu Unrecht

so. Er hat auch diese Saison viel gewonnen und

es dreht sich in der Schweiz in unserem Sport viel

um ihn. Die Leistungsdifferenz an der Weltspitze ist

gering, aber was den Erfolg und die Medienpräsenz

betrifft, steht Nino Schurter auf einem anderen Niveau

als wir.

Lukas: Das hat Vor- und Nachteile. Er hat unseren

Sport in der Schweiz auch medial auf ein vorher nie

gekanntes Niveau gehoben. Das wäre ohne ihn nicht

möglich gewesen. Das ist positiv und davon profi-

Die erfolgreichen

Mountainbike-Brüder

Mathias (links) und

Lukas Flückiger.

Mathias und Lukas Flückiger zusammen mit

Andreas Moser am Flückiger Cross Madiswil.

s’Positive 10 / 2017 5


LUKAS UND MATHIAS FLÜCKIGER

Im Mountainbike-

Sport gehören die

Gebrüder Flückiger

zu den Besten

der Welt.

tieren wir letztlich ja auch. Aber sie haben

das ja mit ihrer «Wawrinka-Frage» angedeutet:

Wir müssen sehr, sehr viel machen, um

neben Nino Schurter auch noch Beachtung

zu finden.

Wie lebt man mit der Tatsache, dass einem

immer ein anderer von der Sonne steht?

Mathias: Im Rennen ist diese Ausgangslage

ein Vorteil. Die beste Leistung ist dann möglich,

wenn der Druck weg ist. Alle Aufmerksamkeit

und aller Druck ist

auf Nino Schurter, und so

gesehen erleichtert uns das

die Aufgabe. Aber bei der

Suche nach Sponsoren ist es

natürlich ein Nachteil. Wir

haben weniger Medienpräsenz.

Es ist schon auch ein

wenig frustrierend. Er hat

so viele Anfragen, dass

er einigen Interessenten

für ein Sponsoring

sogar absagen muss.

Bei uns ist es fast umgekehrt:

Wir müssen

sie suchen. Die Finanzierung

unserer Karriere

wird immer schwieriger. In

der Branche gilt der Grundsatz: Wir investieren

beim besten Fahrer oder gar nicht.

Ihr seid beide Profis, ihr lebt vom Rennsport?

Mathias: Ja, ich bin seit 2010 Profi.

Lukas: Ich habe nach der Lehre noch ein

halbes Jahr gearbeitet und bin dann 2006

Profi geworden. Es war damals alles etwas

einfacher. Wir konnten recht schnell unseren

Lebensunterhalt verdienen. Wir kamen in

eine Wachstumsphase der Bike-Branche.

Inzwischen wird viel mehr Geld umgesetzt,

aber der Kuchen wird in immer mehr Stücke

aufgeteilt.

Mathias: Vor zehn Jahren waren die Margen

viel höher. Die Bikes waren damals gut 30

Prozent teurer als heute, die ganze Branche

hatte mehr Geld.

Mathias: Canyon wächst im Jahr um 30 Prozent

und macht heute im Jahr zwischenzeitlich

fast 200 Millionen Franken Umsatz.

Lukas: Aber eben: Der Kuchen wird in immer

mehr Stücke aufgeteilt: Sehr viele verschiedene

Mountainbikes, E-Bikes etc. lassen die

Werbebudgets in viel mehr, aber deutlich

kleinere Stücke zerfallen.

Mathias: Früher bekam eine Mountainbike-

Marke ihr Profil über den sportlichen Erfolg.

2010 konnten wir Teams auswählen. Aber

heute ist es schwieriger. Unser bisheriger

Hauptsponsor hat sich aus dem Team zurückgezogen.

Ich weiss deshalb noch nicht,

wie es nächste Saison weitergeht.

Lukas: Bei mir ist die Situation sehr ähnlich.

Auch ich weiss noch nicht, wie es weitergeht.

Mathias

Flückiger

Geburtstag: 27. 9. 1988

Wohnort: Leimiswil BE

Erlernter Beruf:

Baumaschinenmechaniker

Grösste Erfolge:

• 3. Rang WM Saalfelden AUT

2012

• 6. Rang Olympiade in Rio

de Janeiro BRA, 2016

• 1. Rang Gesamt World Cup

U23, 2010

• 1. Rang Swiss Epic, 2014

und 2015

• 1. Rang Swiss BMC Cup

Gränichen, 2015

• 1. Rang Gold Trophy HC

Bad Säckingen GER, 2017

• 1. Rang Bike The Rock HC

Heubach GER, 2017

• Mehrere Podestplätze

in Worldcuprennen

6 s’Positive 10 / 2017


Das tönt dramatisch. Wenn wir das richtig

verstehen, dann stehen Sie jetzt am Wendepunkt

Ihrer Karriere.

Mathias: Das kann man so sehen. Es ist eine

völlig neue Situation für uns. Bisher mussten

wir uns nicht mit der Sponsorensuche beschäftigen.

Lukas: Diese Situation hat uns überrascht.

Jetzt stehen wir vor einer Wand und müssen

schauen, wie wir das Geld für die nächste

Saison zusammenbringen. Wir denken inzwischen

daran, zum ersten Mal gemeinsam bei

der Sponsorensuche aufzutreten.

Und auch wieder im gleichen Team zu

fahren?

Mathias: Ja, das ist eine Möglichkeit. Wenn

uns die Finanzierung gelingt, könnte Lukas

im gleichen Team fahren wie ich. Das Team

steht ja, wir haben alles, nur das Geld fehlt,

weil der wichtigste Sponsor ausgestiegen

ist.

Warum sind Sie beide eigentlich nicht früher

gemeinsam im Werbemarkt aufgetreten?

Brüderpaare auf Weltklasseniveau

sind ja im Sport selten und müssten sich

eigentlich gut vermarkten lassen.

Lukas: Es war halt nicht notwendig.

Mathias: Wir haben schon vor einem Jahr

daran gedacht, etwas gemeinsam zu machen,

aber da bekamen wir beide noch einmal

Verträge von unseren Teams. Sie haben

schon recht: Wir sollten nun die Karte «Brüderpaar»

in der Weltspitze spielen.

Sie fuhren bis 2012 ja im gleichen Team.

Mathias: Ja, aber dann brauchten wir einen

Wechsel.

Sie wollten aus dem Schatten ihres Bruders

treten?

Lukas: Ja, eigentlich schon. Wir waren beide

auf hohem Niveau und wir bekamen beide

die Gelegenheit, in einem Team Leader zu

werden. Das war gut für unsere Weiterentwicklung

und auch finanziell besser. Es war

eine gute Zeit.

Da spüren wir schon eine gewisse Wehmut.

Sie suchten 2012 beide ihre eigenen

Teams. Und jetzt, nach fünf Jahren,

kommt ihr reumütig wieder zusammen,

um gemeinsam gegen den übermächtigen

Nino Schurter anzutreten. Zwei Wawrinkas

gegen Roger Federer.

Mathias: Ja, das tönt gut, das lässt sich emotionalisieren.

Lukas: Das Beispiel ist wirklich gut.

Mathias: So wie es im Tennis nie mehr einen

Roger Federer geben wird, so wird es im

Mountainbike-Sport nie mehr einen Nino

Schurter geben. Doch Wawrinka kann ja

Federer ab und zu schlagen. Wenn wir alles

richtig machen, können wir auch Nino

Schurter mit vereinten Kräften schlagen. Es

fehlen ja meistens nur etwa 15 oder 20 Sekunden.

Ja, dieser Nino Schurter. Wäre er nicht da,

hättet ihr wohl schon mehrere WM-

«Wir denken daran, zum ersten Mal gemeinsam

bei der Sponsorensuche aufzutreten. Wir

sollten nun die Karte «Brüderpaar» in der

Weltspitze spielen.»

Lukas

Flückiger

Geburtstag: 31. 1. 1984

Wohnort: Wynigen BE

Erlernter Beruf:

Landmaschinenmechaniker

Grösste Erfolge:

• 2. Rang WM Saalfelden

AUT, 2012

• 2. Rang Word Cup 2012

• 2. Rang BMC Racing Cup

Overall,

• Schweizermeister Radquer

2010

s’Positive 10 / 2017 7


LUKAS UND MATHIAS FLÜCKIGER

Titel geholt. Bei der WM 2012 habt ihr als

Brüderpaar Silber und Bronze gewonnen

– eigentlich eine absolut seltene, einzigartige

Konstellation. Aber das Medieninteresse

galt Weltmeister Nino Schurter.

Lukas: Ja, wenn wir mal super drauf sind,

dann ist Schurter noch besser, und dann sind

wir eben bloss Zweiter und Dritter.

Wir sind etwas vom Thema abgekommen:

Die Situation ist einigermassen dramatisch.

Ihr wisst noch nicht, wie ihr die

nächste Saison finanzieren könnt. Ist es

sogar möglich, dass Sie beide die Karriere

beenden?

Mathias: Nein, auf gar keinen Fall. Das Team

steht ja, notfalls muss ich halt finanziell ganz

«Ich sehe im Oberaargau ein riesiges Potenzial

für unseren Sport. Wir haben Hügel, Wälder

und sind zentral gelegen. Daher macht es Sinn,

die Unterstützung in der Region zu suchen.»

Mathias Flückigers

Ziel ist es, ganz vorne

mitzufahren – auch

an den Olympischen

Spielen 2020

in Tokio.

schmal durch. Ich habe den Traum einer

Olympia-Medaille nicht aufgegeben. 2020

will ich in Tokio diese Medaille holen.

Lukas: Ein Rücktritt kommt auch für mich

nicht in Frage. Ich konnte mich noch nie für

Olympische Spiele qualifizieren. Ich will

2020 nach Tokio.

Das lässt sich doch vermarkten: Die Jagd

nach olympischem Gold! Flückigers for

Gold.

Mathias: Eine Olympia-Medaille ist möglich.

Lukas: Matthias war in Rio 6. Das Ziel Gold

ist nicht unrealistisch.

Die Goldmedaille in Tokio muss das Ziel

sein, das verkauft sich auch bei den Sponsoren

besser. So selbstbewusst dürft ihr

schon auftreten. Immerhin bündeln zwei

Weltklasse-Fahrer ihre Kräfte.

Mathias: Ja, das stimmt.

Oder Sie könnten als «Nationalmannschaft

Oberaargau» auftreten.

Lukas: Unsere Vision ist, dass wir gemeinsam

in einem Team fahren. Ralph Naef würde es

managen.

Haben Sie keine Agenten? Heutzutage hat

ja jeder durchschnittliche Fussball- oder

Hockeyspieler einen Agenten, der die Interessen

des Sportlers vertritt.

Lukas: Wir haben das bis heute selber gemacht.

Mathias: In der Schweiz schauen wir selber,

im Ausland hat sich ein ehemaliger Teamchef

um uns gekümmert. Wir hatten ja bisher nie

branchenfremde Sponsoren, wir konnten

von den Sponsoren aus der Mountainbike-

Szene gut leben. Nun sind wir erstmals auf

branchenfremde Werbepartner angewiesen.

Das macht die Sache schwierig. Wir sind

sowohl für die ganz grossen Vermarktungs-

Agenturen als auch für die ganz grossen

Agenten zu klein. Dies hat eben mit der Situation

zu tun, dass Nino Schurter über allen

steht.

Um wieviel Geld geht es? Was kostet eine

Saison?

Mathias: Ein Team mit zwei Fahrern kostet

gut eine halbe Million Franken.

Lukas: Ja, aber mit Fahrerlöhnen um das

Existenzminimum herum.

Mathias: Lukas, wenn wir eine halbe Million

zusammenbringen, dann läuft es. Dann geht

es schon.

Sie suchen Geldgeber ausserhalb der

Mountainbike-Branche. Das müsste doch

machbar sein. Zwei Brüder aus dem Herzland

der Schweiz, aus dem Oberaargau,

die in die weite Welt hinausziehen, erfolgreich

sind und olympisches Gold jagen.

Sie stehen für unsere ganze Region.

Lukas: Das ist so. Wir müssen unsere Sponsoren

auch in unserer Region finden.

Mathias: Es ist wohl so, dass wir unsere Saison

nur noch mit branchenfremden Sponso-

8 s’Positive 10 / 2017


en finanzieren können. Es wäre wichtig,

dass wir langfristige Lösungen finden. Mit

langfristig meine ich eine Basis bis mindestens

zu den Olympischen Spielen 2020. Die

Ungewissheit um die Zukunft führt zu einer

Stresssituation und kostet viel Energie. Ich

konnte mich zuvor im Team von Stöckli so

gut entwickeln, weil ich dort gut aufgehoben

war. Ich musste mir keine Gedanken um

meine Zukunft machen. Durch einen Besitzer-

und Management-Wechsel bei Stöckli

fällt nun die Finanzierung des Teams durch

diese Firma weg.

Lukas: Die Winter werden immer schneeärmer

und kürzer, die Sommer immer länger.

Die Infrastruktur für Mountainbike-Tourismus

ist viel weniger aufwändig als beispielsweise

die Infrastruktur für den Skisport. Ich

sehe im Oberaargau ein riesiges Potenzial

für unseren Sport. Wir haben Hügel, Wälder

und sind zentral gelegen. Wir sind die ideale

Region, wir können hier trainieren. Wir

müssen ja nicht in die Berge oder an einen

See fahren. Auch daher macht es Sinn, die

Unterstützung in der Region zu suchen.

Ist die Organisation des Radquers in Madiswil

ein Schritt in diese Richtung?

Lukas: Ja. Wir haben damit eine Basis erarbeitet

und wir haben viele Leute, die uns

dabei helfen. Wir möchten diesen Anlass

wieder in ein Mountainbike-Rennen umwandeln.

Gibt es künftig ein Weltcup-Rennen in

Madiswil?

Lukas: Das war 2011 unser Ziel. Letztlich

konnten wir es nicht verwirklichen. Aber

jetzt stehen wir in unserer Karriere an einem

Punkt, an dem uns so ein Anlass sehr viel

helfen kann.

Mathias: Wenn wir Unterstützung aus der

Region wollen, müssen wir eine Win-Win-

Situation für alle kreieren. Mit einem Mountainbike-Weltcup-Rennen

könnten wir etwas

tun, das weit über die Region hinaus beachtet

wird.

Lukas: Bereits das Radquer ist eine Riesenbüez,

die wir mit der Familie und unseren

Freunden gerade noch bewältigen können.

Aber ein Weltcup-Rennen ist ohne weitere

Partner nicht möglich

Bis wann wäre Weltcup-Rennen denkbar?

Mathias: Bis 2020.

Lukas: Aber wir müssen erst noch ein Gelände

finden.

Mathias: Wir benötigen eine permanente

Strecke von vier bis fünf Kilometern Länge

mit etwa 200 Metern Höhenunterschied, die

dann auch für Touristen attraktiv wäre.

Wie hoch wäre das Budget für ein Weltcup-Rennen?

Lukas: 600 000 bis 800 000 Franken.

Dafür müssten Sponsoren aufkommen?

Lukas: Ja, weitgehend.

Die beiden Flückiger-Brüder sind

Ur-Oberaargauer.

ZUSATZINFOS

Flückiger Cross

Am 12. November findet bereits zum

6. Mal in Madiswil der Radquer-Anlass

Flückiger Cross statt.

Zum ersten Mal wird die Veranstaltung

als UCI-C1-Rennen ausgetragen, also

als Anlass der höchsten Elite-Kategorie

der Damen und Herren. Dem Madiswiler

Publikum wird damit ein noch stärkeres,

internationales Starterfeld in den

Kategorien Herren und Damen Elite

geboten.

Radsport ist Breitensport! Radquer

ebenfalls …

Doch der Anlass ist nicht nur für die

Elite gedacht. Auch die Hobbyfahrer

können im «Cross für Alle» gegeneinander

antreten. Dabei geht es nicht

primär um den Sieg, sondern um das

Erlebnis. Das Radquer-Feeling auf der

originalen, abgesperrten Rennstrecke

wird einmalig sein. Vergleichsmöglichkeiten

mit den Elite-Cracks bestehen

dank der Rundenzeitmessung ebenfalls.

www.flueckiger-cross.ch

Sie müssen sich um die Finanzierung Ihrer

Karriere kümmern, Sie wollen den Tourismus

im Oberaargau mit einem Mountainbike-Weltcup-Rennen

fördern. Aus

Sportlern werden Unternehmer.

Mathias: In einem gewissen Sinne schon. Ich

bin zwar vier Jahre jünger als Lukas. Aber

ich beginne jetzt schon damit, mir etwas für

die Zeit nach meiner Karriere aufzubauen.

Lukas: Ich habe mich bisher ganz auf den

Sport konzentriert. Unser Sport ist kurzlebig,

die Verträge mit den Teams laufen in der

Regel nur ein Jahr. Da ist eine langfristige

Planung nicht möglich. Man kann ja auch im

richtigen Leben kaum für fünf Jahre planen.

Ich bin inzwischen Familienvater geworden,

und das bringt eine neue Verantwortung.

Aber bisher habe ich immer in der Gegenwart

gelebt. Ich kann nur so viel sagen, dass

ich kaum wieder in meinem Beruf als Landmaschinenmechaniker

arbeiten werde. Ich

hoffe, dass ich im Sport bleiben kann.

Mathias: Ich bin noch auf der Suche. Eigentlich

wollte ich in diesem Winter die Technikerschule

machen. Das habe ich nun um ein

Jahr verschoben. Technik hat mich immer

fasziniert. Vielleicht kann ich als Konstrukteur

in einer Mountainbike-Firma arbeiten

oder selbstständig ein Produkt entwickeln.

Ich bin zuversichtlich, dass sich etwas ergeben

wird. Ich habe bei Stöckli viel gelernt.

Sie könnten Ihr eigenes Mountainbike

entwickeln.

Mathias: Ja, aber es müsste eine Premium-

Marke sein.

Also ein Qualitäts-Mountainbike. Einen

«Mountainbike»-Mercedes?

Mathias: Ja, aus Karbon hergestellt. Darin

würde meine ganze Erfahrung aus dem

Rennsport einfliessen. Es gibt weltweit etwa

600 registrierte Velomarken. Aber es gibt

noch kein in der Schweiz hergestelltes Bike

für diese Premium-Klasse.

Was würde so ein Bike kosten?

Mathias: Etwa 10 000 Franken.

Haben Sie eigentlich schon mit Dominique

Aegerter gesprochen? Er hat ja ganz

ähnliche Sorgen. Auch er muss Sponsoren

suchen, um seine Karriere zu finanzieren.

Mathias: Wir haben kürzlich zueinander gesagt,

dass der Domi das sehr gut macht. Er

vermarktet sich beispielsweise auch sehr gut

über die sozialen Medien. Das haben wir

etwas verschlafen.

Lukas: Wir waren halt nicht darauf angewiesen,

er hingegen schon von Anfang an.

Wo liegen eigentlich die Unterschiede

zwischen euch beiden?

Mathias: Das ist eine häufige und schwer zu

beantwortende Frage.

Lukas: Wir sind uns ähnlich. Wir sind ja zusammen

aufgewachsen. Wir sind beide technisch

interessiert und haben eine Leidenschaft

für den gleichen Sport. Als Familienvater

teile ich meine Zeit neben dem Rennsport

etwas anders ein als Matthias. Er ist

stärker als ich an der Technik interessiert,

ich sehe meine Stärken eher in der Organisation

und in der Vermarktung.

Welches Gefühl dominiert bei zwei Brüdern,

die ihren Sport auf Weltklasse-Niveau

betreiben: Harmonie oder Rivalität?

Lukas: Es ist keine Rivalität. Wir unterstützen

uns gegenseitig. Das ist zwar direkt im Rennen

nicht möglich, da ist jeder mit sich alleine.

Aber neben der Piste schon. Ich konnte

mich beispielsweise nicht für die Olympi-

s’Positive 10 / 2017 9


LUKAS UND MATHIAS FLÜCKIGER

DIE REGION OBERAARGAU IST GEFORDERT

Eine der grössten sportlichen Leistungen des Oberaargaus

Am 9. September 2012 schreiben

zwei Oberaargauer bei

der Mountainbike-WM in Saalbach

Sportgeschichte. Lukas

und Mathias Flückiger holen

Silber und Bronze. Zum ersten

Mal in der Geschichte steigt

ein Brüderpaar aufs WM-Podest.

Aber Weltmeister wird

auch ein Schweizer: Nino

Schurter, vom Charisma her so

etwas wie der Roger Federer

der Mountainbiker.

Das ist das Schicksal der Gebrüder

Flückiger: Sie stehen im

Schatten von Nino Schurter. So

wie Stan Wawrinka im Schatten

von Roger Federer steht.

Lukas und Mathias Flückiger

sind Profis, verdienen also ihr

Geld mit dem Mountainbike-

Sport. Aber die Verdienstmöglichkeiten

sind in diesem Sport

bescheiden. Sie verdienen bei

Weitem nicht so gut wie ein

guter NLA-Spieler im Fussball

oder im Hockey. Es reicht, um

den Lebensunterhalt zu bestreiten,

aber es kann keine

Rede davon sein, so viel Geld

zu machen, dass sie nach dem

Rücktritt ausgesorgt hätten.

Sie sind so etwas wie Sport-

Romantiker.

Unsichere Zukunft

Bis und mit letzter Saison hatten

Lukas und Mathias Flückiger

ein verhältnismässig sorgloses

Leben in gut geführten

und ausfinanzierten Rennteams.

Doch die Zeiten

ändern sich. Das Schweizer

Unternehmen Stöckli hat sich

aus der Mountainbike-Produktion

zurückgezogen und finanziert

kein Team mehr. Mathias

Flückiger sucht nun Möglichkeiten,

das Team ohne die

Gelder von Stöckli weiterzuführen.

Das Budget des Teams von

Lukas Flückiger ist im Hinblick

auf nächste Saison stark reduziert

worden. Wenn er bleiben

kann, dann nur zu arg reduziertem

Salär.

Eigenes Team als Lösung?

Lukas und sein um vier Jahre

jüngerer Bruder Mathias sind

deshalb an einem Wendepunkt

ihrer Karriere

angelangt.

Lukas (l.) und

Mathias Flückiger

wollen künftig in

einem gemeinsamen

Team fahren.

Das verhältnismässig

sorglose

Leben als

Fahrer eines

Teams ist wohl

zu Ende gegangen.

Sie überlegen

sich nun,

erstmals gemeinsam

in einem eigenen

Team zu

fahren und sich

gemeinsam als

Brüderpaar zu

vermarkten. Aber

dann müssen sie

die Finanzierung

selber besorgen –

und das ist nicht

einfach. Es ist ungefähr

so, wie

wenn Kinder das Elternhaus

verlassen und nun auf eigenen

Beinen das Leben bestreiten

müssen.

Ihr Ziel: Tokio 2020

Mountainbike ist eine weltweit

verbreitete, olympische Sportart.

Dass zwei Ur-Oberaargauer,

aufgewachsen in einer

sportbegeisterten Familie in

Ochlenberg, in diesem Sport zu

den Besten der Welt gehören,

ist eine der grössten sportlichen

Leistungen in der Geschichte

des Oberaargaus. Der

grösste Erfolg neben der WM

2012: Mathias Flückiger qualifizierte

sich für die Olympischen

Spiele 2016 in Rio und

erreichte dort den 6. Platz. Das

ganz grosse Ziel ist für Mathias

die erneute Qualifikation

für die Olympischen Spiele.

Für Lukas ist es die erste

Olympia-Qualifikation. Und

dann, 2020 in Tokio, ist das

Ziel die erste olympische Medaille

eines Oberaargauer

Sportlers überhaupt. Die

Schweiz hat in Tokio drei

Startplätze, die im Laufe der

Saison 2020 vergeben werden

– Lukas und Mathias Flückiger

müssen also ihre Karriere mindestens

bis 2020 finanzieren

und dann zu den drei besten

Schweizer Fahrern gehören.

Es ist möglich, dieses hohe

Ziel zu erreichen – aber dafür

brauchen Lukas und Mathias

Flückiger die Unterstützung

der ganzen Region.

schen Spiele in Rio qualifizieren, und so habe

ich alles getan, um Mathias zu unterstützen.

Ich freute mich, dass er in Rio dabei war,

obwohl es auch für mich ein Traum war.

Mathias: Unter Brüdern wird es schneller

emotional. Wir kennen uns ja viel besser als

gewöhnliche Teamkollegen und tauschen

uns über viel persönlichere Dinge aus, als

dies unter Teamkollegen üblich ist.

Lukas: Wir haben eine sehr gute emotionale

Basis. Wir sind offen zueinander. Da staut

sich nichts auf und man spricht über etwas,

bevor es zum Problem werden kann.

Es wären also gute Voraussetzungen, um

nächste Saison gemeinsam ein eigenes

Team zu haben.

Mathias: Ja.

Und was ist der Unterschied zum «unbesiegbaren»

Nino Schurter?

Lukas: Er kümmert sich noch verbissener um

jedes Detail. Er hat mit ziemlicher Sicherheit

von allen Fahrern das beste Umfeld.

Mathias: Er konzentriert sich nur auf den

Sport, alles andere wird ihm abgenommen.

Wir haben ja schon ausführlich darüber gesprochen,

dass wir uns auch noch um vieles

neben dem Sport kümmern müssen.

Lukas: Er hat noch nie einen Teammanager

oder einen Trainer gewechselt. Diese Kontinuität

ist ein wichtiger Faktor.

Was ist zu tun, um an ihm vorbeizukommen?

Mathias: Wir müssen noch mehr Wert auf

Detailpflege legen und unsere gesamte Tätigkeit

noch besser strukturieren. Wenn ich

alles, was ich auch diese Saison gelernt habe,

nun umsetzen kann, dann bin ich dazu in

der Lage, ihn zu schlagen.

Und können auch Sie vor Nino Schurter

ins Ziel kommen?

Lukas: Ja, definitiv, ich war bereits ganz nahe

dran. Es ist nicht die Frage ob, sondern

wie ich es schaffen kann.

Wie können Sie es schaffen?

Lukas: Ich brauche ein perfekt funktionierendes

Umfeld und ein sehr gutes Team, das

ganz auf meine Bedürfnisse eingehen kann.

Ich war zuletzt bei BMC in einem Team mit

sechs Fahrern. Da war eigentlich zu wenig

Freiraum für mich.

Womit wir ja wieder beim Thema «Mountainbike-Nationalmannschaft

Oberaargau»,

also bei einem eigenen Team für Sie

beide wären.

Mathias: So ist es. Wir tun alles, damit wir

in diesen Tagen die Finanzierung unseres

eigenen Teams zustande bringen.

10 s’Positive 10 / 2017


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WISSEN

WAS IST

WAHRHEIT?

Wie schwierig der Begriff «Wahrheit» zu erfassen ist,

erkennen wir, wenn wir das Gegenteil oder Gegensätze

davon suchen. Denn das stossen wir nicht nur auf Lüge,

sondern auch auf Wörter wie Erfindung, Irrtum,

Heuchelei, Glaube, Unehrlichkeit, Mythos und vieles

mehr. Aber was ist eigentlich Wahrheit?

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Dass wir es mit dem Begriff

Wahrheit nicht immer einfach

haben, zeigt uns folgendes

kleines Beispiel. Nehmen wir an,

ein Lügner sagt, dass er lüge.

Wenn stimmt, was er sagt, sagt er die

Wahrheit, ist aber gleichzeitig auch ein

Lügner. Denn wäre er kein Lügner, würde er

ja in dieser Sache nicht die Wahrheit sagen.

Dass er wirklich ein Lügner ist, erkennen wir,

wenn wir davon ausgehen, dass er in dieser

Sache lügt. Denn dann ist er wirklich ein

Lügner, wenn auch vielleicht zum ersten Mal

in seinem Leben.

Doch was ist Wahrheit? Was bedeutet das

Wort zum Beispiel in der Politik? Oder in der

Religion? Wo doch jede Religion die Wahr-

heit für sich selbst pachtet. Oder wie ist es

mit der Findung der Wahrheit in der Justiz?

Oder in der Wissenschaft, wo wir es oft mit

Theorien zu tun haben, die so lange als wahr

gelten, bis sie widerlegt werden. Oder glauben

Sie die Theorie des Urknalls?

Der Sonnenaufgang war für den Astronomen

Claudius Ptolemäus schon vor fast 2000

Jahren ein Beweis für die absolute Wahrheit

seiner wissenschaftlichen Theorien. Seine

Forschung war über jeden Zweifel erhaben.

Dass sich alles um die Erde dreht, wurde

zentraler Bestandteil religiöser Lehren. Später

stellten Galileo Galilei und andere Astronomen

dieses geozentrische Weltbild öffentlich

in Frage. Trotz hohem Risiko kritisierten

sie, was bis dato als wahr galt. Es war ihr

Blick über den Tellerrand, der die Überprüfung

erst möglich machte. Das Denkmodell

des Ptolemäus konnte das nicht. Es schloss

jegliche Kritik aus.

Im 20. Jahrhundert gilt: Wahr kann nur

sein, was auch verifiziert werden kann. Wissenschaftliche

Theorien müssen sich zu jeder

Zeit der kritischen Überprüfung stellen. Die

Urenkel der Astronomie und der Physik wenden

diese Philosophie heute an. Ganz aktuell

steht die Teilchenphysik vor der Überprüfung

einer Theorie, die erklären will, warum

unser Universum so ausschaut, wie es ausschaut.

Die Supersymmetrie ist eine Theorie,

die seit über vierzig Jahren in den Köpfen

der Physiker reift. Sie soll mit der Unterstützung

des «Large Hadron Colliders» am

Fotos: shutterstock.com/saravutpics/Everett Historica

12 s’Positive 10 / 2017


«Galileo Galilei und andere Astronomen

stellten das geozentrische Weltbild öffentlich in

Frage. Trotz hohem Risiko kritisierten sie,

was bis dato als wahr galt.»

Schweizer CERN bewiesen werden. Doch

auch heute besteht ein Konsens darüber, dass

am morgen die Sonne auf-, und am Abend

untergeht. Dies ist Teil unserer Wahrheit.

Obwohl wir wissen, dass es die Erdrotation

ist, die für den vermeintlichen Auf- und Untergang

der Sonne verantwortlich ist.

WAHRHEIT – POLITIK – MACHT

Wahrheit und Politik sind nicht die allerbesten

Freunde. Politik muss Mehrheiten organisieren,

sie muss Massen mobilisieren und

– zumindest in gewissen Ländern – die Menschen

dazu motivieren, eventuell auch zu

töten oder getötet zu werden. Also muss man

die Fakten entsprechend biegen. Was ist also

Wahrheit im Kontext mit Politik und Öffentlichkeit?

Gibt es wirklich nur eine richtige

Darstellung der Wahrheit? Wie passen Macht

und Wahrheit zusammen, wenn die Wahrheit

politische Handlungsspielräume einschränkt?

Wenn sie strategische Entscheidungen

behindert? Und was passiert, wenn

mächtige Menschen lügen? Nein, wir schauen

uns dies nicht am Beispiel von Donald

Trump an. Es gibt in der jüngeren Weltgeschichte

andere eindrückliche Beispiele.

Colin Powell ist ein Militär mit glänzender

Karriere. Als Aussenminister soll er die USA

für den Krieg gegen den Irak bereit machen.

Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen,

wird behauptet. Powell legt gefälschte

Beweise vor. Die Menschen glauben ihm.

Amerika zieht in den Krieg.

Ein anderer Amerikaner: Ohne glänzende

politische Karriere zwar, aber mit Zugang

zu streng geheimen Informationen. Edward

Snowden. Der Technikspezialist entscheidet

sich für einen Rechtsbruch, als er es

nicht mehr erträgt, dass die Überwachungspraktiken

des britischen und des amerikanischen

Geheimdienstes kriminell sind.

Systematisch und über einen längeren Zeitraum

werden Persönlichkeitsrechte ausgehebelt,

politische Partner ausgespäht und

zahllose Gesetze gebrochen. Edward Snowden

sieht eine Gefahr für die Demokratie

und handelt. Snowden veröffentlicht umfangreiches

Beweismaterial. Wie ein Verbrecher

wird er gejagt. Niemand will ihn

aufnehmen. Nur Russland gewährt ihm

s’Positive 10 / 2017 13


WISSEN

Asyl. Er hat Freiheit, Ehre und Heimat verloren.

Ein hoher Preis für die Wahrheit.

2005 gibt Colin Powel zu, dass er gelogen

hat. Seine Lüge, mit der ein ganzer Krieg

legitimiert wurde, sieht er selbst als Schandfleck

in seiner Karriere. Die Amerikaner haben

ihm jedoch längst verziehen.

Zwei Amerikaner: Der Lügner geachtet,

der Streiter für die Wahrheit verachtet.

Snowden droht in seiner Heimat eine langjährige

Gefängnisstrafe. In den Händen der

Macht darf die Wahrheit offenbar deformiert

oder geleugnet werden.

WAHRHEIT UND RELIGION

Im Jahr 30 am Vortag des Pessach-Festes:

Jerusalem ist voller Pilger, und auch der römische

Stadthalter Pontius Pilatus ist in die

Stadt gekommen – für den Fall der Fälle. Und

der tritt ein. Die aufgebrachte jüdische

Tempel-Aristokratie fordert ein Todesurteil

von ihm. Ein revolutionärer Wanderprediger

aus Galiläa sei als Messias, als Erlöser in die

Stadt eingezogen. Auf dem Tempelberg habe

er provoziert, die Stände der Händler umgestossen

und das Ende des Tempelkultes

verkündet. Ein Frontalangriff gegen die

jüdische, religiöse Elite. Noch Nachts hat

man ihm den Prozess gemacht. Und natürlich

hat der Hohepriester Kaiphas den Aufrührer

schuldig gesprochen.

Die Todesstrafe, die sie für den Mann

fordern, darf nur der römische Stadthalter

aussprechen. Pontius Pilatus, sonst eher

bekannt als harter Hund, ist sich nicht sicher.

Kaiphas aber argumentiert, der Mann habe

sich als König der Juden bezeichnet. Als Erlöser.

Dies könnte auch Aufrührertum gegen

die römische Besatzungsmacht bedeuten.

Doch formuliert dieser Mann aus Galiläa

wirklich einen Herrschaftsanspruch?

«Mein Reich ist nicht von dieser Welt»,

antwortet Jesus im Verhör und der Römer

begreift, dass dieser junge Rebell keine

politischen Ambitionen hat. «Ich bin dazu

geboren und in die Welt gekommen,

dass ich die Wahrheit bezeugen

soll. Wer aus der Wahrheit

ist, der hört meine Stimme.»

Pilatus ist gebildet. Ein philosophisch

geschulter Skeptiker. Die

Wahrheit? Gibt es die überhaupt?

«Was ist die Wahrheit», fragt er

ironisch. «Mir bedeutet sie

nichts.» So lässt er das Volk einfach

abstimmen. Wer soll begnadigt

werden nach altem Brauch?

Barabbas? Die Räuber? Die Maximalstrafe

erhält derjenige, der in die Welt gekommen

ist, die Wahrheit zu bezeugen.

Stimmt die Geschichte? Oder ist sie eine

Erfindung der «Journalisten» Matthäus und

Markus? Die Passionsgeschichte wird ja auch

als Entschuldigungsgeschichte zugunsten

der Römer gesehen, die damit den Juden die

Hinrichtung Jesus in die Schuhe schieben

wollten. Pilatus wurde deswegen als Lichtgestalt

hingestellt, der nach der Wahrheit

fragt.

Ganz allgemein ist die Frage nach der

Wahrheit berechtigt. Auch nach der Wahrheit,

die Jesus meinte. Wie würde einer,

dessen Reich nicht von dieser Welt sein soll

und der auf diese Welt gekommen sein will,

um die Wahrheit zu bezeugen, in unserer

heutigen Gesellschaft ankommen? Er würde

zumin dest zwiespältige Eindrücke erzeugen.

Er würde wie damals Anhänger finden und

auf Ablehnung stossen. Würde man ihn gewähren

lassen? In der abendländischen Kultur

vielleicht schon. Eventuell würden wir

Der Begriff

«Wahrheit» spielt in

der Geschichte um

Jesu Verurteilung

durch Pilatus eine

wichtige Rolle.

«Woher wissen Sie, dass die Erde

keine Scheibe ist? Haben Sie es

selbst gesehen? Haben Sie es

überprüft? Ein wichtiger Faktor

für unsere Wahrheit ist der Glaube.»

ihn als verrückt erklären. Aber im Namen

des Glaubens wird auch heute noch getötet.

Für einen wie Jesus wäre es auch heute

schwer.

DER FALL KACHELMANN

«Ich bin unschuldig, das ist alles, was ich im

Moment sagen kann. Danke.» Dies sagte der

Angeklagte vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes

im Vorbeigehen den Reportern. Der

Fall Kachelmann wird 2010 zum Medienereignis.

Zu dem Medienereignis. Der populäre

Wettermoderator wird von

seiner Exfreundin der Vergewaltigung

bezichtigt. Die Staatsanwaltschaft

hält die Vorwürfe für

relevant. Der Fall kommt vor Gericht.

Der Prozess der Wahrheitsfindung

gestaltet sich schwierig.

Jörg Kachelmann und Exfreundin

Claudia D. beschreiben den

Abend, an dem die Vergewaltigung

stattgefunden haben soll,

völlig gegensätzlich. Es steht Aussage

gegen Aussage. Unzählige psychologische

und medizinische Gutachten bewerten

die Glaubwürdigkeit des Angeklagten und

der Klägerin. Aber hilft das bei der Wahrheitsfindung?

Nach monatelangen Verhandlungen

ergeht 2011 das Urteil. Freispruch für

Fotos: shutterstock.com/A_Lesik/Bogdan Khmelnytskyi

14 s’Positive 10 / 2017


Die Supersymmetrie

ist eine Theorie,

die mit dem «Large

Hadron Collider»

am CERN bewiesen

werden soll.

Kachelmann. Der vorsitzende Richter formuliert

abschliessend, man entlasse beide, den

Angeklagten und die Nebenklägerin mit einem

möglicherweise nie mehr aus der Welt

zu schaffenden Verdacht. Doch wer hat gelogen?

Und wer hat die Wahrheit gesagt?

Justitia hat entschieden, ohne die Wahrheit

gefunden zu haben.

Da stellt sich natürlich die Frage, in

welcher Beziehung denn Wahrheit und

Gerechtigkeit überhaupt stehen. Klar ist,

dass die Tatsachen-Wahrheit die Basis ist

dafür, was in einem Fall gerecht ist. Sie ist

die Voraussetzung dafür, beurteilen zu

können, wem für welche Tat welche Strafe

zusteht. Dafür muss aber die Tat bekannt

sein. Das Gericht muss wissen, was geschehen

ist. In vielen Gerichtsfällen ist dies der Fall.

Denn so lange der Beweis nicht erbracht ist,

bestehen Zweifel.

DER ZWEIFEL IST RELEVANT

In unserem heutigen Rechtssystem ist der

Zweifel relevant. Ein Angeklagter darf nicht

verurteilt werden, wenn Zweifel bestehen.

Und trotzdem ist auch unser Rechtssystem

nicht frei vom Irrtum. Deshalb kann es nie

voll kommen sein. Wir müssen davon ausgehen,

dass Unschuldige im Gefängnis sitzen,

und dass Straftäter nicht zweifelsfrei überführt

werden können und deshalb straffrei

davon kommen. Ist Kachelmann ein Straftäter,

der nicht überführt werden konnte? Wir

wissen es nicht und werden es möglicherweise

nie erfahren. Auch falsche Bezichtigung

ist eine Straftat. Deshalb könnte auch

Claudia D. eine Straftäterin sein. Wo liegt

die Wahrheit?

GLAUBE – VERTRAUEN - WAHRHEIT

Ganz unter uns gefragt: Woher wissen Sie

eigentlich, dass die Erde keine Scheibe, sondern

eine Kugel ist? Haben Sie es selbst

gesehen? Haben Sie es überprüft? Ein

wichtiger Faktor für «unsere» Wahrheit ist

der Glaube.

Gemeint ist das Vertrauen der Menschen

in die jeweiligen Erkenntnisse einer Zeit

oder besser gesagt ihr Vertrauen in das, was

Sie irgendwo lesen oder was Ihnen irgendjemand

erzählt. Wir haben es nämlich selbst

in der Hand! Wir allein können es entscheiden:

Glauben wir den Wissenschaftlern, die

sagen, dass die Erde eine Kugel ist oder

glauben wir ihnen nicht?

Die Möglichkeit jedenfalls, es selbst zu

überprüfen, würde uns weitaus schwerer

fallen. Durch das Vertrauen in die Erkenntnisse

der Wissenschaft können wir diesen

Aufwand vermeiden. Jeder Mensch strebt

normalerweise danach, Aufwand zu vermeiden,

also Energie – auch «Denkenergie» – zu

sparen.

Was uns plausibel vorkommt, was wir

glauben, das ist für uns wahr! Nehmen wir

als Beispiel den Glauben im Sinne der Religiosität.

Versuchen Sie mal, als Atheist

einen Gläubigen, oder als Gläubiger einen

Atheisten von Ihrer «Wahrheit über Gott»

zu überzeugen. Es wird Ihnen in der Regel

nicht gelingen. Bei allem, was Sie sagen, hat

Ihr Gegenüber sein «Aber» parat. Das Vertrauen

in die Wahrheit des jeweils Anderen

fehlt.

Vertrauen ist die Basis für Wahrheit. Unsere

Wahrheit hängt auch von unserer

Bereitschaft ab, sie anzunehmen. Wenn wir

das, was jemand sagt oder was irgendwo

geschrieben steht, nicht glauben, dann ist es

für uns nicht wahr, obwohl es vielleicht

tatsächlich wahr ist. Wahrheit ist also das,

was man glaubt – von dem, was man weiss.

Oder griffiger formuliert: Die Wahrheit kann

auch eine Lüge sein, die man glaubt, bis man

es besser weiss.

Der Begriff der Wahrheit hat noch viele

Aspekte. Dieser Artikel behandelt längst

nicht alle und ist deshalb nicht vollständig.

Er kann nicht vollständig sein, weil die

Wahrheit nicht auf vier Seiten Platz hat.

s’Positive 10 / 2017 15


WUSSTEN SIE SCHON

WUSSTEN

SIE SCHON?

DUMME HÜHNER

Stimmt das Vorurteil?

Vermitteln uns das Gegacker und der kleine, ruckartig sich bewegende

Kopf, auf dem der knallrote Kamm bei jedem Schritt wackelt,

tatsächlich den richtigen Eindruck? Besonders intelligent wirkt dies

nämlich nicht. Doch sind Hühner tatsächlich dumm?

Die US-Naturwissenschaftlerin Lori Marino hat herausgefunden,

dass wir den Hühnern nicht gerecht werden. Nachdem sie sich jahrelang

mit der Intelligenz von Delfinen und anderen Walen befasst

hat, räumt sie nun mit dem Klischee vom dummen Huhn gründlich

auf.

Verblüffend: Hühner sind schon kurz nach dem Schlüpfen zu

erstaunlichen Intelligenzleistungen fähig. Sie können zum Beispiel

die Flugbahn eines Balles präzise einschätzen und wissen so, wo er

1

landen wird. Und sie unterscheiden nicht nur grosse von kleinen

Mengen, sondern haben auch ein gewisses Zeitgefühl, dank dem

sie weniger schmackhaftes Essen liegen lassen, wenn ihnen zeitnah

besseres Futter in Aussicht gestellt wird. Ausserdem haben die Tiere

Persönlichkeit. Neben Draufgängern gibt es im Hühnervolk auch

Schüchterne und Ängstliche. Überraschend auch, dass Hühner Empathie

entwickeln. So stellte man bei Glucken ähnliche Stresssymptome

fest wie bei ihrem Nachwuchs, wenn man die Küken mit einem

Luftstoss erschreckt hatte.

Das Gegacker ist übrigens keineswegs albern. Die Tiere verfügen

über 24 unterschiedliche Lautäusserungen. Sie können miteinander

differenziert kommunizieren.

16 s’Positive 10 / 2017


SCHLAGEN ERLAUBT

Deshalb wird Rahm steif

Rahm hat einen hohen Fettgehalt, und die

Fetttröpfchen sind von einem eiweisshaltigen

Mantel umgeben. Deshalb setzen sie sich

in der wässrigen Lösung, aus welcher der

Rahm ausserdem besteht, nicht nach oben

ab. Dies nennt man chemische Emulsion.

Genau dies wird durch das Schlagen der

flüssigen Sahne verändert. Dabei wird der

Eiweissmantel der Fetttröpfchen beschädigt.

Als Reaktion beginnen diese dann aneinanderzukleben.

Gleichzeitig umschliessen sie

die wässrigen Bestandteile des Rahms ebenso

wie die Luftbläschen, die beim Schlagen

in die Masse gerührt werden.

Ist es so weit gediehen, sollte man mit

dem Schlagen aufhören. Denn sonst erreicht

man, dass die Luftbläschen aus dem Gemisch

getrieben werden und das umschlossene

Wasser wieder freigesetzt wird. Man

hat dann Butter!

2

2

WELCHE BEDEUTUNG HAT DER

Error 404?

Wer kennt ihn nicht: den Internetfehler 404.

Doch was bedeutet die Zahl überhaupt? Eine

beliebte Erklärung ist, dass angeblich der

Fehler in Raum 404 des CERN-Instituts entstanden

sei, wo zur Anfangszeit des World

Wide Web ein defekter Server immer wieder

für Ärger gesorgt habe. Doch das ist eine Legende.

Denn es gibt noch die Meldungen 100

bis 999, die allerdings nur selten erscheinen.

Die erste Ziffer 4 in der 404 steht für den

Kunden. Das heisst, der Kunde ist für den

Fehler verantwortlich, weil er eine fehlerhafte

oder nicht mehr vorhandene Adresse

aufgerufen hat. Beginnt die Zahl mit einer

5, ist der Fehler beim Server zu suchen. Die

04 in der 404 bezeichnet einen nicht mehr

vorhandenen, toten Link. Der Fehler 429

dagegen steht für «zu viele Kunden». Der

Server kann die Menge nicht bearbeiten. Die

422 wiederum bedeutet, dass der Link für

den Kunden gesperrt ist.

Viele Firmen gehen heute kreativ und humorvoll

mit dem Fehler 404 um. Wer bei Lego

eine nicht vorhandene Seite aufruft, bekommt

das Bild eines fluchenden Piraten mit

Holzbein präsentiert. Und im englischen Jugendslang

bedeutet 404 «keine Ahnung».

Fotos: shutterstock.com/Durch Ksu Shachmeister, Lucie Vonaskova

3

s’Positive 10 / 2017 17


GESCHICHTE DER SEKUNDARSCHULE OBERAARGAU

Schulfest mit Kinderumzug beim Bären in Langenthal um 1812.

Kleindietwil und Langenthal

WAREN DIE ERSTEN

Kleindietwil und Langenthal hatten die ersten Sekundarschulen

im Kanton Bern. In der Anfangszeit gab es nicht mit den

Schülern, sondern mit den Lehrern Probleme: Sie lästerten

Gott und trieben sich in den Wirtshäusern herum.

TEXT: KLAUS ZAUGG

WWW.OSZK.CH, AQUARELL VON H.P. LEHR

BILDER: «1200 JAHRE MADISWIL» VON SIMON KUERT,

18 s’Positive 10 / 2017


Sekundarschüler von Kleindietwil um 1920.

«Volksbildung hat mit der neuen Staatsform

zentralste Bedeutung. Schlecht

gebildete Menschen sind schlechte

Staatsbürger. Zum Regieren und zum

Wählen braucht es gute Schulen.»

Heute ist die Sekundarschule eine

Selbstverständlichkeit. Vor bald

zweihundert Jahren war sie hingegen

eine revolutionäre Einrichtung.

Die Gründung der ersten Sekundarschulen

im Kanton Bern gehört zu den grossen

Kulturleistungen des Oberaargaus. Bereits

sechs Jahre vor dem kantonalen Sekundarschulgesetz

im Jahre des Herrn 1839

entstanden 1833 in Kleindietwil und Langenthal

die ersten beiden Sekundarschulen

im Bernbiet.

Warum förderten ausgerechnet die

Oberaargauer und nicht etwa die Stadtberner

diesen neuen Schultyp? Dafür gibt es

interessante historische, wirtschaftliche, politische

und soziale Gründe. Die bernischen

Sekundarschulen sind Kinder der Regenerationszeit,

der Jahre 1831 bis zur Gründung

des Bundesstaates Schweiz 1948. Aufgewühlt

vom revolutionären Geiste der Franzosen

verlangt das Volk auch bei uns eine

«Regeneration» des Staates und die Ausarbeitung

einer neuen Verfassung. Im Geiste

der neuen Zeit werden am 31. Juli 1831 erstmals

feierlich Bürgerrechte (Wahl von Volksvertretern,

Rechtsgleichheit, freie Meinungsäusserung),

wirtschaftliche Freiheitsrechte

(Handels- und Gewerbefreiheit) und das

Schulobligatorium in der neuen demokratischen

Verfassung des Kantons Bern festgeschrieben.

MEHR RECHTE – MEHR BILDUNG

Heute können wir kaum mehr ermessen, was

das bedeutete. Nach mehr als tausend Jahren

werden aus Untertanen mündige Bürger.

Mehr als tausend Jahre hatte die Obrigkeit

befohlen und das Volk hatte zu gehorchen.

Und nun kann das Volk mitregieren. Die Politik

mitgestalten. Diese direkte Mitarbeit der

Bürger stellt allerdings an die Urteilskraft

jedes einzelnen viel höhere Anforderungen

als zu den Zeiten des «Alten Bern», als von

der Bevölkerung in erster Linie Gehorsam

gefordert worden war. Volksbildung wird bei

dieser neuen Staatsform von zentralster Bedeutung.

Denn es gilt: Schlecht gebildete

Menschen werden schlechte Staatsbürger

und sind auch moralisch schlecht. Zum Regieren,

zum Wählen und zum Verwalten

braucht es Kenntnisse, die nur eine gute

Schule zu vermitteln vermag. Die Rede geht,

es sei wichtig, dass die Schule die jungen

Menschen von Aberglauben und Unglauben

befreie, damit der Sinn offen werde für die

Bedürfnisse und Gegebenheiten staatlichen

Lebens.

Die neue Verfassung eröffnet ungeahnte

Chancen. Zum ersten Mal in der Geschich-

s’Positive 10 / 2017 19


GESCHICHTE DER SEKUNDARSCHULE OBERAARGAU

te des Oberaargaus kann nun jeder am öffentlichen

Leben teilnehmen. Alle Berufsarten,

alle Ämter stehen jedermann (noch

nicht jederfrau) offen, der die nötigen Fähigkeiten

besitzt. Dem Landvolk wird bewusst,

dass ihm Bildung fehlt, dass ihm die

bisherige Schule das Rüstzeug für diese neue

Zeit nicht geben kann. Es braucht mehr als

eine gewöhnliche Schule. Es braucht eine

weiterführende Bildungsmöglichkeit für alle.

Es braucht neben der Volksschule eine

Sekundarschule.

Man verspricht sich vom besseren, weiterführenden

Volksunterricht das Aufblühen

des Staates. Die Sekundarschulen sollen die

Kinder intellektuell, sittlich, religiös und

bürgerlich soweit fördern, dass sie gute und

dem Vaterland nützliche Bürger werden. In

erster Linie geht es darum, zukünftigen Beamten

und politischen Volksvertretern eine

gründlichere und umfassendere Allgemeinbildung

zu vermitteln, als dies an Primarschulen

möglich ist.

DIE SEK SCHAFFT DEN AUSGLEICH

Wie das gemeint war, illustriert uns treffend

ein Votum von Grossrat Robert Obrecht

(Wiedlisbach). Er sagte im Zusammenhang

über den Entwurf des bernischen Sekundarschulgesetzes:

«…für Knechte, Landarbeiter

und niedere Professionisten genüge die Primarschule

vollauf; aber Fabrikanten, höhere

Professionisten, Handelsmänner, Amtsmänner,

Amtsrichter, Regierungsstatthalter, Gerichtspräsidenten

und überhaupt Vorgesetzte

jeglicher Art sollten doch etwas mehr

wissen als der gemeine Mann.» Sie brauchen

die Sekundarschule.

Es gibt noch einen weiteren Grund, die

Sekundarschulen zu fördern: den Ausgleich

«Sekundarschulen fördern den Ausgleich

der Gegensätze zwischen Stadt und Land.

Die Landschaft will nun auch teilhaben am

Geistesleben der Stadt. In die Elite des

Bernbietes aufsteigen.»

der grossen Gegensätze zwischen Stadt und

Land. Die Landschaft will nun auch teilhaben

am Geistesleben der Stadt. In die Elite

des Bernbietes aufsteigen. Die Landschaft

beansprucht für ihre Jugend ebenfalls den

Zugang zur Hochschule. Eine umfassende

Allgemeinbildung soll die Vorbereitung auf

eine akademische Laufbahn sein. Der Drang

nach politischer und sozialer Gleichberechtigung

und Chancengleichheit von Stadt und

Land macht sich vorab in grösseren Dörfern

und Kleinstädten bemerkbar, die als Marktund

Gewerbezentren seit Mitte der 1820er

Jahre eine starke wirtschaftliche Entwicklung

erleben. Der Oberaargau ist in dieser

Zeit die wirtschaftliche «Boomregion» des

Bernbietes. Logisch also, dass gerade hier

das Interesse an einer besseren Schulbildung

besonders gross ist.

CHANCE ZUM SOZIALEN AUFSTIEG

Das Bewusstsein erwacht, dass es die Kinder

weiter bringen könnten als die Eltern. Zum

ersten Mal wird die Chance des sozialen und

wirtschaftlichen Aufstieges erkannt. Es lohnt

sich, in die Bildung zu investieren. Und so

gründen die geschäftstüchtigen Oberaargauer

die ersten Sekundarschulen. Immer mehr

Eltern sind bereit, in die Ausbildung ihrer

Kinder zu investieren und nehmen entsprechend

grosse finanzielle Opfer auf sich, um

die Kinder in die bis zum Sekundarschulgesetz

von 1839 noch privaten Sekundarschulen

zu schicken.

Die Sekundarschule soll auch das kostspielige

«Welschlandjahr» ersetzen. Bis dahin

mussten Jünglinge, die Karriere machen

wollten, ins Welschland in teure Pensionate

oder Institute geschickt werden. Darum

bildet die französische Sprache, deren

Beherrschung sowohl aus kaufmännischen

wie vielerorts auch aus gesellschaftlichen

Gründen höchst wün-

Das Schulhaus

in Kleindietwil

von 1848 schenswert ist (Französisch ist die

bis 1883. Umgangssprache der bernischen Elite)

von allem Anfang an ein unverzichtbares

Element im Stundenplan der

Sekundarschulen.

Aber es gibt ein Problem: Heute finanzieren

Gemeinden und Kanton die Sekundarschulen.

Das ist aber zu Beginn der 1830er

Jahre noch nicht der Fall. Erst mit dem kantonalen

Sekundarschulgesetz von 1839 werden

die Sekundarschulen staatliche Einrichtungen

und der Besuch kostenlos.

Die ersten Sekundarschulen sind also

private Schulen und gehen auf die Initiative

von Privatpersonen zurück. Die Notwendigkeit

von Sekundarschulen ist, wie wir gesehen

haben, im wirtschaftlich prosperierenden

Oberaargau im Einzugsgebiet des Handels-

und Verkehrszentrums Langenthal

offensichtlich.

20 s’Positive 10 / 2017


VON DEN HABENICHTSEN ZUM MITTELSTAND

Lehrerlöhne einst und heute

Feier zum 100-

Jahr-Jubiläum der

Sek Kleindietwil

1933, rechts das

erste Schulhaus.

Das Lehrpersonal macht in

den 1800er- bis weit in die

1900er-Jahre hinein einen

mühseligen Prozess der sozialen

Anerkennung und wirtschaftlichen

Verbesserung

durch. Nach der «Instruktion

des Kirchenrathes für die

neuen Normal-Anstalten zur

Bildung tüchtiger Landschullehrer»

(der Kirchenrat wurde

ab 1831 zum Erziehungsdepartement)

von 1807 sollten

die Schulmeister nur so viel

lernen, wie die Schüler selbst

wissen sollten.

Weniger Wert als ein Knecht

Es war die Zeit, als die Schulmeister

in der sozialen Hierarchie

unter den Bauern standen

und weit geringer geschätzt

wurden als ein tüchtiger

Knecht.

Jeremias Gotthelf hat ihre

Leiden in einem Klassiker der

Weltliteratur verarbeitet

(«Freuden und Leiden eines

Schulmeisters»). Erst das kantonale

Dekret von 17. Februar

1832 verbesserte den Berufsstand

der Lehrer und schrieb

überhaupt eine Ausbildung

vor – bis dahin konnte jedermann

als Lehrer arbeiten. Ab

1832 gab es eine zweijährige

Ausbildung und in Münchenbuchsee

wurde das erste Seminar

eröffnet. Die Lehrerinnenseminare

unterschieden

sich ganz wesentlich von den

Seminaren für Männer, weil

dort nur wenige Frauen unter

der Leitung eines Pfarrers in

einer familiären Umgebung

ausgebildet wurden.

Bessere Ausbildung

Allmählich wurde die Ausbildungsdauer

erhöht, das

Lehrpersonal im Laufe der

1800er-Jahre definitiv gebildeter

als die Schüler. In der

Regel dauerte die Ausbildung

für die Lehrer ein Jahr länger

als für Lehrerinnen. Für Männer

dauerte die Ausbildung ab

1860 drei und ab 1900 vier

Jahre. Das fünfte Seminarjahr

für Lehrerinnen und Lehrer

wurde im Kanton Bern 1978

eingeführt. Mit dem Gesetz

über die Lehrerinnen- und

Lehrerausbildung vom 9. Mai

1995 ist die Ausbildung aller

Kindergärnter/innen, Arbeits-,

Primar- und Sekundarlehrer/

innen akademisiert worden.

Die armen Schulmeister und

bedauernswerten Lehrgotten

der Gotthelfzeit sind seither

Akademiker.

Interessant ist der Anteil der

Lehrerinnen in den Volksschulen.

Die Historikerin

Franziska Rogger spricht sogar

von einer «Feminisierung

des Lehrkörpers». Betrug der

Anteil Frauen in der Lehrerschaft

1838 noch 8 Prozent,

stieg er bis 1892 auf 41 Prozent

und überstieg 1970 erstmals

die 50-Prozent-Marke.

Seit 1990 sind es mehr als 60

Prozent.

Der Lohn wurde im Laufe der

1800er-Jahre im Rahmen der

neuen Verfassung stark erhöht.

Lebten die Lehrer zu

Gotthelfs Zeiten (bis in die

1830er-Jahre) weitgehend als

Selbstversorger von den freiwilligen

Zuwendungen der

Bauern aus dem Dorf (Naturallohn),

so verdiente ein Lehrer

1856, nunmehr vom Kanton

entlöhnt, 519 Franken im

Jahr – was nach heutigem

Geldwert etwa 4500 Franken

entspricht. Bis 1946 verdreifachte

sich der Lehrerlohn

real. Seit 1973 gibt es im

Kanton Bern für Lehrerinnen

und Lehrer die gleichen Löhne.

Heute verdient ein Primarlehrer

oder eine Primarlehrerin

mit zehnjähriger Berufserfahrung

knapp 100 000

Franken brutto im Jahr. Ein

Sekundarlehrer bringt es auf

fast 120 000 Franken. Die

Lehrerbesoldung im Kanton

Bern ist auf der Webseite der

Erziehungsdirektion (www.

erz.be.ch) detailliert bis auf

Franken und Rappen öffentlich

einsehbar.

Positive Entwicklung

Wenn wir die Entwicklung

über die letzten 200 Jahre

betrachten, dann können wir

sagen, dass kaum ein anderer

Berufsstand eine so positive

soziale und wirtschaftliche

Entwicklung hinter sich hat

wie der Lehrerberuf. Lehrerinnen

und Lehrer sind, in den

Worten des Historikers Pietro

Scandola, «von den Habenichtsen

zum Mittelstand»

aufgestiegen. Hätten sie zu

Gotthelfs Zeiten so viel verdient

wie heute, wären sie dazu

in der Lage gewesen, die

Höfe der Bauern und Dorffürsten,

die sie plagten, aufzukaufen.

Wer weiss, wie

dann die Geschichte verlaufen

wäre…

s’Positive 10 / 2017 21


GESCHICHTE DER SEKUNDARSCHULE OBERAARGAU

ERSTE GRÜNDUNG IM KANTON BERN

Im Herbst 1833 gründen einflussreiche Persönlichkeiten

aus Kleindietwil, Ursenbach,

Madiswil, Rohrbach, Leimiswil und Auswil

in Kleindietwil die erste Sekundarschule des

Kantons Bern. Die Initianten sind vom

Wunsch durchdrungen, ihre Kinder nach

den Bedürfnissen der neuen Zeit unterrichten

zu lassen.

Pfarrer Jordan von Ursenbach ist die charismatische

Persönlichkeit, die es versteht,

das Projekt Sekundarschule voranzutreiben.

In der Sitzung vom 9. Juni 1833 werden die

von ihm entworfenen Statuten genehmigt.

Anschliessend wird die Lehrstelle ausgeschrieben.

Am 19. September 1833 erfolgt

die Wahl von Johann Jakob Ambühl von

Wattwil im Toggenburg. Er ist damit der

erste Sekundarlehrer in der Geschichte des

Kantons Bern. Am 8. Oktober 1833 setzt

man das kantonale Erziehungsdepartement

von der Gründung der Schule und der Wahl

des Lehrers in Kenntnis. Schon fünf Tage

später spricht dieses Departement die Bestätigung

aus, womit die erste staatliche

Anerkennung einer Sekundarschule im Kanton

Bern vollzogen ist. Obwohl die «Sek»

eine Privatschule ist, brauchte sie die kantonale

Anerkennung.

Kleindietwil darf also den Anspruch erheben,

die älteste bernische Sekundarschule

zu besitzen. Welche Pionierleistung das ist,

mag sich etwa daran zeigen, dass die Sekundarschule

Huttwil erst im Herbst 1873, also

40 Jahre später (!) eröffnet wird.

«Kleindietwil hat die älteste bernische

Sekundarschule. Welche Pionierleistung

das ist, zeigt sich daran, dass die Sekundarschule

Huttwil erst im Herbst 1873,

also 40 Jahre später eröffnet wird.»

Die Küche der

Hauswirtschaftsschule

im Sekundarschulhaus

Kleindietwil.

SCHWIERIGER START

Einfach ist der Start allerdings nicht. Weder

die Gemeinde von Kleindietwil noch die umliegenden

Ortschaften oder der Kanton sind

gewillt, die Sekundarschule zu finanzieren.

Die Einkünfte der Gemeinden sind zu gering.

So muss der Unterhalt ganz von Privaten

bestritten werden. Die Eltern zahlen für jedes

zur Schule geschickte Kind jährlich 30

Franken und ferner einen Garantiebeitrag

von 10 Franken. Das entspricht nach heutigem

Geldwert einem jährlichen Schulgeld

von rund 500 Franken.

Der Stundenplan sieht so aus:

• Deutsche und französische Sprachlehre

• Schönschreiben und Zeichnen

• Rechnen und Geometrie,

• Vaterländische und etwas allgemeine

Geographie und Naturlehre

• Gesangsübung

• Biblische Geschichte.

Eine Aufnahmeprüfung ist vorerst nicht vorgesehen.

Hingegen ist die Schule – mit nur

einem Lehrer! – auf höchstens 30 Schüler

begrenzt.

Die Postkarte zum 75-jährigen Jubiläum anno 1908.

22 s’Positive 10 / 2017


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GESCHICHTE DER SEKUNDARSCHULE OBERAARGAU

«Die Konservativen wollen den Einfluss

der Religion in der neuen Schule bewahren.

Die Modernisierer wollen sich aus

den mehr als tausendjährigen Fesseln

der Religion lösen.»

Lehrer Johann Jakob Ambühl kann am 1.

November 1833 28 Buben und ein Mädchen

begrüssen. Die Schüler sind zwischen 8 bis

15 Jahre alt. Lehrer Ambühl erweist sich als

Glücksfall. Er wird in den ersten schwierigen

Jahren zur tragenden Figur der neuen Schule.

Hier eine zeitgenössische Beurteilung:

«Mit hingebender Treue, unvergesslicher

Geduld widmete er sich seiner Aufgabe. Und

seine Schüler haben es ihm gedankt, gedankt

mit unermüdlichem Fleiss, mit begeistertem

Interesse. So war es ein freudiges Schaffen,

die Schüler wollten lernen, der Lehrer verstand

es meisterhaft, ihnen das scheinbar

Unfassliche fasslich zu machen und sie immer

wieder zu selbsttätiger, geistbildender

Arbeit anzuregen.»

In Langenthal gab es noch früher als in

Kleindietwil Bestrebungen nach besserer

Schulbildung. Bleicher Zulauf, der helvetischer

Senator gewesen war, spendete eine

grosse Summe zur Errichtung einer neueren,

besseren Schule. 1812 öffnete die sog.

«Rytz’sche Burgerschule», benannt nach dem

Lehrer Johann-Gottlieb Rytz (mit Langenthals

Verteidiger Philippe Rytz nicht verwandt)

die Tore. Sie war allerdings elitär und

stand nur den Kindern der bürgerlichen

Elite Langenthals offen. Erst der politische

Umschwung (eben die Regeneration) führte

zu Bestrebungen, diese Privatschule zu «demokratisieren»

und in eine für alle zugängliche

Sekundearschule umzuwandeln.

Aber mit der Verwirklichung einer Sekundarschule

geht es nicht so zügig voran wie

in Kleindietwil. Die damalige Zeit ist eben

eine aufwühlende. Konservative stehen oft

im unversöhnlichen Gegensatz zu den Modernisierern.

Die Religion spielt nach wie vor

eine wichtige Rolle. Obwohl die Aufsicht

über das Schulwesen im Kanton vom Kirchen-

auf das Erziehungsdepartement übergeht,

wollen die Konservativen den Einfluss

der Religion gewahrt sehen. Die Modernisierer

streben hingegen danach, sich aus den

mehr als tausendjährigen Fesseln der Religion

zu lösen. Sie betrachten die Religion als

Unterdrückungsinstrument der Obrigkeit.

Das Projekt einer Sekundarschule gerät in

Langenthal zwischen die Fronten der Konservativen

und der Modernisierer.

Der Festumzug

1933 anlässlich

des 100-Jahr-

Jubiläums in

Kleindietwil.

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GESCHICHTE DER SEKUNDARSCHULE OBERAARGAU

dern an weltlichen Dingen. Wegen seines

Hanges zu Trunk und Kartenspiel und wegen

seines Herumlaufens in den Wirtshäusern

geht auch er, trotz des guten Rufes als Rechnungslehrer,

seines Amtes verlustig.

Am 4. März 1836 schreibt die Schulkommission

von Langenthal die durch den Abschied

von Hollmann frei gewordene erste

Stelle abermals aus. Nach guten Referenzen

und Empfehlungen wird Johann Baptist

Bandlin, Doctor juris, gewählt. Am 8. August

1836 beginnt Dr. Bandlin mit dem Unterricht.

Wir lesen in einem zeitgenössischen

Bericht: «Man glaubte in Langenthal, dass

die Berufung dieses Mannes einen grossen

Gewinn für das ganze Schulwesen der Gemeinde

bedeute. Aber statt eines langen,

freudigen Zusammenarbeitens erwuchs aus

der Wirksamkeit Dr. Bandlins nur ein tragikomisches

Intermezzo von nicht einmal

anderthalb Jahren. Bald kam es nämlich

1931 bis 1933

zu einem unwürdigen Kampf der Weltanschauungen,

zwischen den konser-

wurde das

Sekundarschulhaus

Kleindietwil vativen Kreisen im Schulvolk und dem

renoviert. «ungestümen Schulneuerer».

Doctor juris Bandlin pflegte so moderne

Methoden wie Gruppenunterricht

statt Klassenunterricht, Unterricht im Freien,

vielerlei Sport und Spiel, Wandern, Baden

und Schlittenfahren, Hand- und Gartenarbeit

sowie Körperpflege. Er betrachtet, ganz

im Sinne des grossen Pädagogen Heinrich

Pestalozzi, den Lehrer als Führer und Kamerad,

die Eltern als seine Mitarbeiter und

lehnt die herkömmlichen Strafmittel (Prügelstrafe)

in der Erziehung strikte ab. Er

kündigt auf Ende 1837.

Die erste Lehrerstelle für die Sekundarschule

Langenthal wird im August 1833 zweimal

im «Schweizerboten» ausgeschrieben. Es

melden sich elf Bewerber. Am 5. Oktober

wählt der Einwohnergemeinderat auf Grund

eines Zweiervorschlags der Schulkommission

August Christian Hollmann aus Wolfenbüttel

– da war man gegenüber Kleindietwil

bereits im Rückstand. Dort war der erste

Lehrer bereits am 19. September gewählt

worden. In Kleindietwil und Langenthal öffnen

die Sekundarschulen zu Beginn des

Schuljahres 1833 ihre Pforten – aber die

«Sek» in Kleindietwil war juristisch und administrativ

vom Kanton früher anerkannt

worden und deshalb geniesst Kleindietwil

die Ehre der ältesten bzw. der ersten Sekundarschule

des Kantons Bern.

ZUSAMMENPRALL DER KULTUREN

Anders als die Kleindietwiler haben die Langenthaler

mit ihrem ersten Lehrer kein

Glück. Er wird im bereits im Frühjahr 1836

gefeuert. Weil er angeblich an Weihnachten

betrunken und öffentlich Gott gelästert haben

soll. Der wahre Grund sind seine revolutionären

Ansichten. Er hat die Religionsstunden

durch Sittenlehre ersetzt und die

Obrigkeit befürchtet, der bei Schülern und

Eltern überaus beliebte Lehrer verführe die

Jugend zu Atheismus (Gottlosigkeit).

Die zweite Lehrerstelle wird im Herbst

1835 durch Fritz Geissbühler aus Liestal besetzt.

Er scheitert nicht an religiösen, son-

SEKUNDARSCHULEN

Die Nachfolger

Bis zum Inkrafttreten des Sekundarschulgesetzes

im Jahre 1839 entstanden

im Kanton Bern 16 Sekundarschulen

durch private Initiative:

• 1833: Kleindietwil und Langenthal

• 1834: Aarberg, Frutigen und

Sumiswald

• 1835: Bern, Herzogenbuchsee,

Ranflüh und Wynigen

• 1836: Kirchberg und Utzenstorf

• 1837: Langnau, Laufen, Nidau und

Worb

• 1838: Erlach

DER FROMME LEHRER GEWINNT

Die verwaiste Stelle wird sofort ausgeschrieben.

Die Anfragen, Anmeldungen und Empfehlungen

beginnen lebhaft einzulaufen,

besonders aus der Ostschweiz. Und auch aus

Deutschland melden sich mehreren akademisch

gebildete Bewerber. Aber was den

Ausschlag gibt, ist die Rücksicht auf den

Religionsunterricht. Nun rückt ein frommer

Bewerber in den Vordergrund: Gottfried Howald

von Herzogenbuchsee, Pfarrvikar in

Gurzelen. Der Gemeinderat wählt ihn einstimmig.

Das Erziehungsdepartement gibt

zögernd die Bestätigung. Damit lebt ein gutes

Stück der alten kirchlichen Macht in der

neuen Schule wieder auf.

Die Wahl Howalds bringt endlich und zum

ersten Mal Ruhe in die Sekundarschule Langenthal.

Was sich da als dramatischer Dorfund

Schulkonflikt abgespielt hatte, war im

Grunde der Zusammenprall der alten und

der neuen Zeit und ihrer Bildungsideale. Und

wenn es heute in den Schulkommissionen

und ums Lehrpersonal im Oberaargau auch

hin und wieder rockt, so können wir mit

einem Hinweis auf Langenthal sagen: Ach,

das hat es doch schon immer gegeben…

Quellen:

• Die Sekundarschule im deutschsprachigen

Teil des Kantons Bern von Jakob Röthlisberger.,

• 100 Jahre Sekundarschule Langenthal,

Langenthal von Jakob Reinhard Meyer.

• 100 Jahre Sekundarschule Kleindietwil

von Paul Räber, Burgdorf 1933.

• Geschichte des Oberaargauischen Sekundarschulwesens,

von L. Bühler.

• Berns moderne Zeit – das 19. und 20.

Jahrhundert neu entdeckt.

• Jahrbuch des Oberaargaus 1985.

26 s’Positive 10 / 2017


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DIE EULE

Bären, Wölfe und Wildschweine

jagen uns keine

Angst mehr ein. Und doch

gibt es im Oberaargau noch

ein Tier, das für Hühnerhaut

sorgt: die Eule.

Vom Todesboten

Symbol

TEXT: KLAUS ZAUGG

Eine mondhelle Winternacht. Ich

bin zu Fuss auf dem Weg nach

Hause über den Huttwilberg durch

den lichten Blattenbergwald. Auf

einmal der unheimliche Ruf einer

Eule. «Huh-Huhuhu-huuh». Selbst wer nicht

abergläubisch ist, selbst wer Tod und Teufel

nicht fürchtet, bekommt in diesem Augenblick

Gänsehaut. Es ist, als könnte der Bocksfüssige

auf einmal hinter einem Baum hervorkommen.

Er ist nicht gekommen. Ich

habe meine Schritte trotzdem beschleunigt.

Die Eule ist das geheimnisvollste Tier im

Oberaargau. Sie ist ein Widerspruch in sich:

Sie dürfte der bekannteste unter den Vögeln

sein, und doch kennt man sie kaum. Ob

Jung oder Alt, jeder kann auf Anhieb eine

Eule zeichnen. Aber fragen Sie mal, wer

schon mal mit eigenen Augen eine in freier

Natur gesehen hat. Sie ernten Achselzucken,

langes Nachdenken und dann wohl

ein «Nein».

Diesen Vogel kennen wir also in erster

Linie aus Büchern, Tierfilmen und vielleicht

noch aus dem Zoo.

EINZIGARTIG MENSCHENÄHNLICH

Wie kommt es zu dieser Diskrepanz? In freier

Wildbahn trifft man Eulen auch im

Oberaargau selten. Sie sind scheue nächtliche

Jäger und ihr Flug ist dank des weichen

Gefieders lautlos. Wer es nicht darauf anlegt

und mit einer Spezialausrüstung des Nachts

auf Streifzug geht, wird kaum einmal eine

erspähen. Dass wir uns der Eule und ihrer

Erscheinung dennoch so vertraut fühlen,

liegt an der einzigartigen Form ihres Kopfes.

Eulen haben – und sind darin den Menschen

ähnlich – einen breiten, gerundeten Kopf mit

einem flächigen Gesicht und einem Paar

grosser, weit auseinanderliegender Augen,

die einen unverwandt anblicken. Damit ist

der Eule etwas erstaunlich Menschliches zu

eigen, was so für keinen anderen Vogel gilt.

In der Antike sprach man deshalb auch vom

«menschenköpfigen Vogel» und seit jeher gilt

die Eule auch als «weiser, alter Vogel». Dabei

ist sie bei Weitem nicht so klug wie die Krähen

oder der Papagei. Nur aufgrund ihrer

oberflächlichen Ähnlichkeit zu uns Menschen

kommt sie uns weise vor.

Der Blick der Eule, ihr breiter Kopf und

die grossen, nach vorn gerichteten Augen

lassen uns unwillkürlich an einen vogelartigen

Verwandten denken. Und so rührt die

Eule uns an, während sie uns zugleich Angst

einjagt. Wenn die Eule doch so weise ist,

Bild: shutterstock.com/Ondrej Chvatal

28 s’Positive 10 / 2017


Der Waldkauz ist

die häufigste Eule

der Schweiz.

zum

der Weisheit

warum wagt sie sich dann nur in der Nacht

hervor: Hat sie womöglich nichts Gutes

im Sinn? Läge es da nicht näher, bei der

Eule eher an das Böse als an die Weisheit zu

denken?

Betrachtet man das Verhältnis des Menschen

zur Eule, wird schnell ersichtlich, dass

sie immer ein Symbol sowohl der Weisheit

als auch des Bösen war. Weise oder boshaft,

boshaft oder weise – seit mehreren tausend

Jahren machen diese beiden Zuschreibungen

die Eule aus, diesen so oft auch im

Oberaargau missverstandenen Vogel.

So gibt es also ganz verschiedene Eulen:

die weise Eule, die böse Eule, die Eule als

Wächter, die Eule als Retter, die starrsinnige

Eule, die stoische Eule und die Eule in der

Natur. In den verschiedenen Epochen und

Kulturen hat unser Interesse an Eulen und

ihrem hypnotischen Blick eine Vielzahl fesselnder

Mythen, Legenden und Kunstwerke

hervorgebracht.

DIE BÖSE EULE…

Seit Jahrtausenden gilt die Eule als ein böser

Geist, der still über den nächtlichen Himmel

streift, stets auf der Suche nach menschlichen

Opfern. Ein Bote von Unheil und Untergang.

Mit ihrem schaurigen Schrei und

weil sie nur nachts unterwegs ist, stets lautlos,

wurde sie gerne auch mit Verbrechern,

Dieben oder dem im Dunkel lauernden Mörder

assoziiert. Bei uns im Oberaargau galt

sie als unheimlicher Todesbote. Wer die

Eule hörte, musste damit rechnen, dass bald

jemand in seiner Familie sterben würde.

Im Mittelalter wurde die Eule oft in die

Nähe von Hexen gerückt. Gewöhnlich gilt

die Katze, eine Rivalin der Eule unter den

nächtlichen Jägern, als Gefährtin der Hexe.

Bisweilen aber übernimmt auf alten Darstellungen

die Eule ihre Rolle und sitzt dann in

aller Ruhe auf dem Besenstiel der Hexe, die

über den nächtlichen Himmel fliegt. Im Laufe

der Jahrhunderte hat das Bild der bösen

Eule etwa so an Strahlkraft verloren wie die

Furcht vor Hexen.

…UND DIE DIE GUTE, WEISE EULE

Heute geniesst die Eule weitgehend den guten

Ruf eines freundlichen und weisen alten

Vogels. Auch wenn sie immer noch ab und

zu im oberen Tal der Langeten nächtliche

Wanderer erschreckt. Ihre Verbindungen zur

bösen Zauberei und ihre Rolle als Unglücksbote

gehören der Vergangenheit an. Dank

Schulunterricht, naturgeschichtlichen

s’Positive 10 / 2017 29


DIE EULE

Das breite Gesicht mit

den riesigen Augen

suggeriert Weisheit.

Bein baumelt ein Ledersäckchen, dem der

Pastor nun die Ringe für Braut und Bräutigam

entnimmt.

Büchern und TV-Sendungen sind die Menschen

mit den Wundern der Tierwelt vertraut.

Niemand betrachtet die Eule heute

noch als etwas anderes denn als einen wunderbaren

Vogel. Dass die Weisheit heute als

ihre Haupteigenschaft gilt, liegt, wie wir

schon erwähnt haben, am menschenähnlichen

Kopf. Das breite Gesicht mit den riesigen,

ernsten, blinzelnden Augen suggeriert,

auch ihr Gehirn sei wie das unsere, und sie

sei intelligenter als andere Vogelarten. Ein

Vogel mag sie ja sein, ein Vogelhirn aber wird

sie doch kaum haben. Und so ist die Eule in

zahlreichen Sagen, Legenden und Geschichten

zum Inbegriff der Gewitztheit geworden.

Sie tritt als Symbol der Weisheit und

Freundlichkeit sogar bei besonderen Anlässen

in Erscheinung. So darf sie beispielsweise

bei manchen Hochzeiten in Schottland

dem Trauzeugen die Ringe überbringen. Zu

«So darf die Eule

beispielsweise bei

manchen Hochzeiten

in Schottland dem

Trauzeugen die

Ringe überbringen.»

Beginn des Gottesdienstes hockt die Eule

dann also hinten in der Kirche auf einem Ast

neben ihrem Ausbildner. Wird es Zeit für den

Austausch der Ringe, lässt der Eulen-Dompteur

die Eule aufsteigen, diese gleitet einmal

durch die ganze Kirche und lässt sich auf

dem Arm des Trauzeugen nieder. An ihrem

MÄSSIG INTELLIGENTER RAUBVOGEL

Wissenschaftlich betrachtet ist die Eule allerdings

nicht der klügste unter den Vögeln.

Die Intelligenz der Tiere hängt in hohem

Masse von ihrer Lebensweise ab. Die sogenannten

Opportunisten sind zumeist klüger

als die Spezialisten. Opportunisten, Krähen

etwa, passen ihre Strategie stets der Situation

an und verlassen sich auf die Inspiration

des Augenblicks. So hat die Krähe beispielsweise

gelernt, dass sie harte Nüsse am einfachsten

knackt, indem sie diese auf einer

vielbefahrenen Strasse fallen lässt, wo ein

vorbeikommendes Auto die Nüsse überrollt.

Undenkbar, dass eine Eule ein solches Mass

an Intelligenz an den Tag legt. Wie alle Raubvögel

hat sie im Verlauf der Evolution vielmehr

eine hochspezialisierte Sinneswahrnehmung

entwickelt und ihren Körperbau

so angepasst, dass sie effizient auf die Jagd

gehen kann. Den Herausforderungen eines

opportunistisch handelnden Vogels aber wäre

sie nicht gewachsen.

Alle Eulen sind Raubvögel, und die überwiegende

Mehrheit aller Eulenarten ist ausschliesslich

nachtaktiv. Sehkraft und Hörvermögen

von Eulen sind ausgezeichnet. Die

meisten Eulen ziehen auf der Jagd den Vorteil

aus ihrem lautlosen Flug.

Typisch für eine Eule sind auch ihre Fänge

und die besondere Anlage der Zehen, die

sog. zygodaktyle Anordnung, bei der zwei

Krallen nach vorne und zwei nach hinten

zeigen, während bei den meisten anderen

Vögeln drei Krallen nach vorne weisen und

nur eine nach hinten.

Was das Sozialverhalten betrifft, sind

Eulen eher Einzelgänger, die sich tagsüber

zurückziehen, um zu schlafen und nachts

allein auf Beutezug gehen. In der Regel sind

Eulen nur zum Brüten als Pärchen zusammen

– doch dies lebenslang. Die Weibchen

ZUSATZINFOS

Der Waldkauz – die häufigste Eule des Oberaargaus

Weltweit gibt es rund 200

Eulenarten, davon leben 13 in

Europa und davon wiederum 8

in der Schweiz. Die häufigste

Eule im Oberaargau ist der

Waldkauz, er ist zugleich der

meistverbreitete Nachtraubvogel

Europas. Er erreicht 38 bis

42 Zentimeter Körperlänge,

wobei ihn sein plustriges Federkleid

grösser erscheinen

lässt. Er wird bis zu 700

Gramms schwer. Seine Flügelspannweite

beträgt knapp

einen Meter, und er kann Beutetiere

überwältigen, die so

schwer sind wie er selbst, beispielsweise

Kaninchen oder

Eichhörnchen. Allerdings ernährt

sich der Waldkauz zumeist

von Mäusen. Nachts geht

er auf lautlosen Suchflug und

orientiert sich dabei an den

Mäusepfiffen.

Standorttreu und monogam

Als Standvogel verlässt der

Waldkauz sein Revier nicht. Hier

lebt er in monoganer Dauerehe.

Vor allem während der Balzzeit

sind seine nächtlichen Rufe

weithin zu hören. Das Männchen

lässt ein unheimliches,

heulendes «Huh-Huhuhu-huuh»

ertönen, das Weibchen antwortet

mit einem rauen «Kuwitt».

Weil dies im Volksglauben als

«Chumm mit» verstanden wurde,

hing dem Waldkauz auch im

Oberaargau bis weit in die Neuzeit

hinein der Ruf eines Todesboten

an. Der Waldkauz gehört

zu den langlebigsten Eulenarten

und kann bis zu 20 Jahre alt

werden. Natürliche Feinde hat

er praktisch keine. Die meisten

Eulen kommen durch Kollisionen

mit Fahrzeugen oder Freileitungen

um.

Bild: shutterstock.com/Simsey

30 s’Positive 10 / 2017


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DIE EULE

Der Waldkauz ernährt

sich grösstenteils von

Mäusen.

sind gewöhnlich etwas grösser und schwerer

als die Männchen. Während Eulen beim

Nestbau keine besonders gute Figur machen,

sind sie bei der Verteidigung des Brutplatzes

aggressiv und mutig. Das Weibchen wird

während der 21 bis 35 Tage dauernden Brutzeit

vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Wenn die Jungen geschlüpft sind, gehen

beide Elternvögel auf Nahrungssuche. Nach

30 bis 39 Tagen verlassen die Jungen das

Nest. In der Regel legt das Weibchen drei bis

sechs Eier. Gibt es genug Nahrung, überlebt

der gesamte Nachwuchs.

SPEZIALISIERTE JÄGER

Im Verhältnis zur Körpergrösse sind die Augen

sehr gross. Sie wiegen bei einigen Arten

so viel wie die Augen eines Menschen. Zudem

sind sie mit einer grossen Hornhaut

sowie einer grossen Linse ausgestattet und

stehen weit auseinander. Auf diese Weise ist

die Eule besonders gut an das Leben in der

Nacht angepasst. Im Unterschied zum Menschen

sind die Augen der Eule unbeweglich.

Wenn eine Eule zur Seite schauen möchte,

muss sie folglich ihren ganzen Kopf wenden.

Das ist ein Leichtes für sie: Eulen können

ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen und

ihn in einem Winkel von 90 Grad senkrecht

von oben nach unten bewegen. Diese erstaunliche

Beweglichkeit verdankt die Eule

ihren vierzehn Halswirbeln. Beim Menschen

sind es nur sieben.

Trotz ihrer phänomenalen Scharf- und

Weitsichtigkeit kommt es vor, dass eine Eule

ihre Beute nicht sehen kann. Das anvisierte

«Eulen hören zehnmal

besser als Menschen,

sie orten und erlegen

Mäuse selbst in völliger

Dunkelheit»

Ziel versteckt sich zum Beispiel unter einer

Schicht Blätter, und nur wenn es ein kaum

hörbares Rascheln vernehmen lässt, ist eine

Ortung möglich. Die Eulen können zehnmal

besser hören als Menschen und selbst in völliger

Dunkelheit Mäuse orten und erlegen

– vorausgesetzt, diese rascheln oder fiepsen.

Wenn Eulen auf die Jagd gehen, schweben

sie eine Weile lautlos im Pirschflug umher,

halten Ausschau und spitzen ihre Ohren.

Sobald sie ein Beutetier ausgemacht haben,

schiessen sie herab, bis sie noch sechzig Zentimeter

entfernt sind, dann bremsen sie ab,

strecken ihre Beine nach vorne und spreizen

ihre Zehen, um ihre scharfen Krallen in Anschlag

zu bringen. Im Bruchteil einer Sekunde

stürzen sie sich auf ihr Opfer und packen

es so fest, dass es meistens sofort sein Leben

aushaucht. Falls es sich wehrt, kommt der

kräftige, stark gekrümmte Schnabel wie ein

Hackbeil zum Einsatz. Dann fliegt die Eule

auf und steuert einen Ast an. Auf dem Ast

macht sich die Eule daran, ihre Beute als

Ganzes zu verschlingen, was normalerweise

nach ein paar heftigen Schluckbewegungen

vollbracht ist.

Indem die Eulen ihre Beutetiere am Stück

verschlingen, brocken sie sich ein Problem

ein. Am Ende sammelt sich unverdauliches

Material wie Knochen, Zähne, Schuppen,

Krallen oder Insektenpanzer in ihrem Magen.

Diese unliebsamen Reste werden zu

einem nassen und schleimigen, länglichen

Ballen zusammengewalkt und wieder hervorgewürgt.

Dieses sog. Gewölle findet man

auf dem Boden in der Nähe von Schlaf und

Nistplätzen. Eine Feinschmeckerin, die feines

Essen in angenehmer Atmosphäre mag,

ist die Eule also nicht.

Literatur:

• «Eulen – ein Portrait», Desmond Morris

• «Schweizer Brutvogel-Atlas»

• «Krafttiere», Jeanne Ruland

Bild: shutterstock.com/Paul A Carpenter

32 s’Positive 10 / 2017


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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe & Veranstaltungen

Schuld am Lüthi-Komplex?

Der letzte Rock’n’Roller zu sein, ist offenbar

noch lange kein Garant, ein erfolgreicher

Rennfahrer zu sein. Am vielzitierten

«Lüthikomplex» sind Sie eventuell mitschuldig.

Als im Herbst 2014 bekannt

wurde, dass Tom und Domi die Saison

2015 im selben Team fahren, hatten Sie

schwerste Bedenken angemeldet – und

Recht bekommen. Unter anderem schrieben

Sie, Lüthi nenne einen WM-Titel sein

Eigen. Weiter wurde er Sportler des Jahres

– vor Roger Federer. Zudem sei er

wortgewandter etc. Dass Tom besser

ausschaue, konnte man zwischen Ihren

Zeilen zudem auch noch erahnen.

Die Saison 2018 wird zeigen, ob Aegerter

tatsächlich die Klasse hat, die Sie ihm

bei jeder sich bietenden Gelegenheit unterschieben.

Oder vielleicht beschreiben

Sie ihn im nächsten Herbst wieder als

«erfolgreich»? Na ja, unbequem ist

Dominique Aegerter geblieben. Aber

die Hauptsache ist, er ist und bleibt

ein Rock’n’Roller! Was würde wohl der

Teamchef dazu sagen?

Nach mehreren von Ihnen geschriebenen

Artikeln habe ich festgestellt: Sie haben

Mühe damit, Tom Lüthi den Erfolg zu

gönnen. Obwohl auch noch eine gehörige

Portion Neid im Spiel ist Ihrerseits? Wie

Sie als Journalist aber sicherlich wissen:

Neid muss man sich erarbeiten.

Übrigens, ich bin ein bekennender

Tom-Lüthi-Fan!

Hansruedi Gygax, Obersteckholz

Unnahbar und eigenwillig

Ihren Artikel über den Oberaargau fand

ich sehr interessant und aufschlussreich.

Danke bestens dafür. Vieles hat mich beeindruckt.

Wir kamen mit der Familie 1979

nach Wangen a. A. Ich erlebte den Oberaargau

als unnahbar und eigenwillig. Es

braucht längere Zeit, um sich einzuleben.

Ländlich ist es ein sehr schöner Teil des

Kantons Bern.

E. Gerber

Man müsste als Berner den Nordkoreaner

einladen, um ihn an die Werte zu erinnern,

die er in der Schweiz gelernt hat,

und ihm diplomatisch sagen, er könnte

Nordkorea zu einem Vorbild machen als

nicht kriegsführendes Land. Die Schweiz

könnte hier bestimmt vermitteln. Sanktionen

bringen nichts. Auch in Russland

nicht, man muss menschenfreundlich sein

wie im Sport. Es gibt Gewinner und Verlierer,

auch ohne Krieg.

M. Vonäsch, Strengelbach

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Reparieren statt wegwerfen

FlickWerkBörse Wynigen

Reparaturtag: 28. Oktober 2017,

10.00–16.00 Uhr

im Reparatur-Café

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garantieren. Aber prüfen werden wir

Ihren Vorschlag ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

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bieten. Möglich, dass keine

einzige kommt. Ebenfalls möglich, dass wir

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müssen. Werden Sie bitte nicht zu lang.

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