Aufrufe
vor 1 Jahr

Wirtschaftszeitung_23102017

Branchen &Betriebe: Pumpen für die Welt Seite 9 Geld &Geschäft: Tritt auf die Gebühren-Bremse Seite 17 Leben &Wissen: Eine Kultband kehrt zurück Seite 28/29 DIE WIRTSCHAFT Münster |Münsterland www.agravis.de Aschendorf f Verlag GmbH &Co. KG Soester Straße 13, 48155 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 7/2017 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro Es geht stetig nach oben Im Münsterland brummt die Konjunktur. Die Stimmung der Unternehmen ist in allen Branchen gut. Die Betriebe investieren kräftig, um ihre Kapazitäten aufzustocken. Lange musste der Aufschwung anhalten, bis in den Unternehmen ein Investitionsschub in Gang kam. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen hat diese Trendwende im Münsterland bei ihrer jüngsten Konjunkturumfrage ausgemacht. Der Grund für die plötzliche Investitionsneigung: Die Kapazitäten werden immer knapper. Auchdafür gibt es Ursachen: Der Export läuft auf Hochtouren und die Kaufl aune bleibt gut. Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, konnte deshalb jüngst bei der Präsentation der Ergebnisse der IHK-Konjunkturfrage nur Bestnoten vergeben: „Vollbeschäftigung im Münsterland weithin erreicht“, „Stetiger Expansionspfad hält 2018 an.“ Mit 127 Punkten hat der IHK-Konjunkturindikator, der die aktuelle Geschäftslage und die Zukunftserwartungen der Unternehmen zusammenfasst, einen sehr hohen Wert erreicht, der das langjährigeMittel um üppige 13Punkteübersteigt. Vor allem die aktuelle Lage sorgt in den Betrieben für Hochstimmung. Über 50 Prozent der Unternehmen hält sie für „gut“, weitere 46Prozent für „befriedigend“. Mit drei Prozent Unzufriedenen wardie Restgröße niemals zuvor so klein. „Das ist das beste Lage-Urteil seit der deutschen Wiedervereinigung“, betonteSchulte-Uebbing.Die glänzendsten Zahlen meldet derzeit die Bauindustrie. Diese Branche erwirtschafteteinder IHK- Region, also imMünsterland und der In der Baubranche boomt das Geschäft zurzeit besonders stark. Emscher-Lippe-Region, 2016 den höchsten Umsatz seit 20 Jahren. Auch in der Industrie herrscht Hochstimmung. Vorallem in mittelständischen Firmen des produzierenden Gewerbes mit 20 bis 499 Beschäftigten mache sich der deutliche Konjunkturaufschwung in den europäischen Nachbarländern deutlich bemerkbar, berichtete der IHK-Hauptgeschäftsführer. Der optimistische Blick in die Zukunft wird durch einen Faktor getrübt: den Fachkräftemangel. „Alle anderen Konjunkturrisiken sind in ihrer Bedeutung zurückgegangen“, berichtete Schulte- Uebbing.Auch im Exportgeschäfttrüben Foto: Fotolia Trump, Erdogan und der Brexit die Stimmung kaum noch. „Die Unternehmen verstehen es, mit diesen Risiken umzugehen“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Hinzu komme, dass sich die Drohung des US-Präsidenten, Einfuhrzölle einzuführen, inzwischenverfl üchtigt habe. ► Fortsetzung auf Seite 2 OFFEN GESAGT Ein kleiner Wermutstropfen Die deutsche Wirtschaft hält sich seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumspfad. Der Umsatz der Firmen klettert in fast allen Branchen. Gleichzeitig sind die Verbraucher –dank unrentabler Geldanlagen –dauerhaft in Kaufl aune. Noch besser als im Bundesdurchschnitt steht die Wirtschaft im Münsterland da. Die kleinteilige Struktur der Betriebe, die nach dem Zusammenbruch der Textilindustrie am Ende der siebziger und zu Beginn der achtziger Jahre entstanden ist, beschert der Region ihre besondere Wirtschaftskraft. Die Wachstumsraten sind noch etwas höher als in vielen anderen Regionen Deutschlands, am Arbeitsmarkt herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Doch gerade die Lage am Arbeitsmarkt liefert inzwischen einen kleinen Wermutstropfen. Denn künftiges Wachstum wird vor allem von einer Komponente behindert: vom Fachkräftemangel. Ein Weg, diesem Defizit zu begegnen, ist der technische Fortschritt, der den Arbeitskräftebedarf reduziert. Deshalb überrascht es wenig, dass die Unternehmen ihre Investitionen hochfahren und mehr Geld für eine Modernisierung ihres Maschinenparks ausgeben. Dennoch muss die Facharbeiterlücke geschlossen werden. Das Werben für die duale Ausbildung muss deshalb unbeirrt weitergehen. Jürgen Stilling Schwierige Lehrlingssuche Nur die Hälfte der Handwerksbetriebe konnte diesmal alle Stellen besetzen. Das Handwerk würde gern mehr Jugendliche ausbilden. Das hat eine Umfrage der Handwerkskammer Münster unter 145 Ausbildungsbetrieben im Münsterland und in der Emscher-Lippe- Region ergeben. Nur gut die Hälfte (53 Prozent) konnte alle Lehrstellen besetzen. Fast ein Viertel (23 Prozent) sucht immer noch Lehrlinge. Gegenüber einer Umfrage aus 2015 ist der Anteil der Betriebe, die keine Bewerber für ihre offenen Lehrstellen 4 198869 003501 2 0 0 4 3 hatten, deutlich gestiegen –von 29 auf56Prozent. „Der Trendzur Akademisierung und die sinkende Zahl der Schulabgänger kommt zunehmend bei den Betrieben an“, erklärt Kammerpräsident Hans Hund. Er empfiehlt den Unternehmen, sich frühzeitig um Berufsnachwuchs zu bemühen und auch für jüngere Schüler gut betreute und interessante Praktika anzubieten. Die Kammer werbe zudem intensiv für die guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk. Sagten in der Umfrage vor zwei Jahren noch drei Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe, dass ihre Bewerber nicht den gewünschtenSchulabschluss gehabt hätten, gaben dies jetzt elf Prozent an. Als weitere Ursachen für unbesetzte Lehrstellen wurden genannt: Die Bewerber seien unzuverlässig gewesen oder der persönliche Gesamteindruck habe nicht gepasst (j eweils sieben Prozent); die Bewerber hätten beim Probearbeiten zu wenig gewerkespezifisches Talent gezeigt oder seien nach der Auswahl abgesprungen (j eweils sechs Prozent). Relevant sind auch mangelnde Deutschkenntnisse der Bewerber: Deswegen konnten fünf Prozent der Betriebe keinen Lehrvertrag abschließen. Jugendlichen rät Hans Hund, mobil und bei der Berufswahl fl exibel zu sein sowie bei Bedarf Sprachkurse und Förderangebote zunutzen. Neben Jobcentern und Arbeitsagenturen hilft die Kammer weiter: Sie berät zu Einstiegsqualifizierungen und vermittelt Praktikums- und Ausbildungsplätze. Betriebe bieten in der Lehrstellenbörse aktuell mehrere Hundert offene Lehrstellen an. Mitten im Grünen DAS TAGUNGSHOTEL IM MÜNSTERLAND Das ***-Sterne- Hotel-Restaurant Münnich Heeremansweg 13 ·48167 Münster Telefon (02 51) 61 87-0 Telefax (02 51) 61 87-199 E-Mail: info@hotelmuennich.de www.hotelmuennich.de