2017-02: TOP Magazin Dortmund | SOMMER

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Rezension

Lektüre

am Strand

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Die Trilogie über die Brüder Lauritz, Sverre und Oscar Lauritzen von Schwedens

Erfolgsautor Jan Guillou fand in dem Roman „Die Heimkehrer“ ihr aufregendes

Finale. Nun ist die nächste Generation an der Reihe: Der Zweite Weltkrieg tobt, Lauritz‘

und Ingeborgs Töchter sind erwachsen geworden und Johanne und Rosa engagieren

sich auf unterschiedliche Weise für ihre Heimat. Während Rosa einen eher

ungefährlichen Job am Schreibtisch, jedoch an entscheidender Stelle, verrichtet, ist

Johanne aktiv im Widerstand tätig.

Als sie bei einem Sabotageakt lebensgefährlich verletzt wird und nur durch eine von

ihrer Mutter durchgeführten Notoperation gerettet werden kann, beschließt sie, dass

sie lieber „konstruktiv“ Widerstand leisten will und schmuggelt fortan norwegische

Widerstandskämpfer über die Grenze, bis sie von der britischen Armee rekrutiert wird –

sie soll als Spionin deutsche Entscheidungsträger mit ihren weiblichen Reizen betören

und ihnen so Geheimnisse entlocken. Dass diese Aufgabe auch nicht ungefährlich ist,

soll sie bald erfahren, als sie mit der Gestapo Bekanntschaft macht …

ein äußerst spannender Roman und ein interessantes Stück Zeitgeschichte

Jan Guillou, Die Schwestern, Heyne, 510 S., 19,99 €

Auf der Duisburger Rheinbrücke steht ein Polizist, um sich das Leben zu nehmen.

Polzeiseelsorger Martin Bauer will ihm das Vorhaben ausreden, doch Walter Keunert

zeigt sich beratungsresistent. Da greift Bauer zu einer drastischen Maßnahme: Er

stürzt sich selbst in den Fluss und zwingt Keunert sozusagen dazu, ihn zu retten. Die

List gelingt, aber der Aufschub ist kurz: Vier Stunden später ist Keunert tot – gestürzt

vom Deck eines Parkhauses. Die Polizei glaubt an Suizid, doch Bauer ist anderer

Ansicht und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, was ihn in erhebliche Gefahr bringt.

Der Tod des Polizisten stürzt seinen pubertierenden Sohn in eine Krise, aus der ihm

der Seelsorger herauszuhelfen versucht. Nebenbei hat sich mit Sorgen um seine Tochter

herumzuschlagen, die zum G7-Gipfel gefahren ist, um gegen die Globalisierung zu

demonstrieren. Der Kampf an mehreren Fronten kostet Bauer viel Kraft, zumal Polizeidirektor

Lutz schon lange auf eine Gelegenheit gewartet hat, an den Stuhlbeinen

des unliebsamen Seelsorgers zu sägen …

Fazit: Spannend, zeichnet das Milieu vielleicht etwas klischeehaft,

aber durchaus glaubwürdig.

Peter Gallert, Jörg Reiter, Glaube, Liebe tod, Ullstein, 406 S., 9,99 €

Der junge Wiener Historiker Max Schreiber kommt im Herbst des Jahres 1950 in ein

Tiroler Bergdorf, um dort bezüglich eines Verbrechens aus dem 19. Jahrhundert

zu recherchieren, doch er stößt in der Bergwelt auf eine misstrauische Dorfgemeinschaft,

die nach ihren eigenen Regeln funktioniert. Er fühlt sich einsam und isoliert

und verliert sich zunehmend in der Liebe zu einer stummen jungen Frau. Mehrere

Unglücke brechen über das Dorf herein, und Schreiber verschwindet spurlos. Über

50 Jahre später will ein alter Mann endlich erfahren, was damals wirklich geschah …

Mäßig spannender, sprachlich durchaus gelungener Roman.

Gerhard Jäger, Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der tod,

Bessing, 400 S., 22,99 €.

Text: Martina Lode-Gerke, das Copyright der Buch-Cover liegt bei den Verlagen.

108 Sommer 2017 · top magazin DortmunD

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