2017-02: TOP Magazin Dortmund | SOMMER

top.dortmund

Sport: BVB – Saisonrückblick Essen & Trinken: C.T.C. im La Mozzarella Event: Gourmedo – Alles zur kulinarischen Spitzenveranstaltung Menschen: Interview mit Campino – Tote Hose unter den Wolken?

c.HECK

t.HE

c.HEF

Wo genau kommt mein Gast denn nun

eigentlich her? Geboren wurde er in

Turin, dann zog die Familie mit dem

Baby nach New York City, später nach

New Orleans, zurück nach Italien und

schließlich nach Deutschland: „Mein

Vater war Sizilianer, Gastronom und

ein rastloser Mensch: er musste immer

unterwegs sein!“

Vermisst er die Wurzeln, die er als Kind

so nicht schlagen konnte? Er überlegt

kurz: „Nein, eigentlich nicht! Ich habe

meine Wurzeln anders geschlagen, nämlich

in der Musik! Ich spiele Schlagzeug

seit meinem dritten Lebensjahr und

wusste sehr schnell, dass ich Musiker

werden will. Die Orte haben gewechselt,

aber mein Instrument hat mich immer

begleitet, war mein Anker.“ Darüber

denke ich einen Moment nach. Natürlich:

Das Gefühl von Heimat muss nicht

unbedingt mit einem Ort verknüpft sein,

sondern hängt natürlich auch ganz viel

mit Menschen zusammen und mit anderen

Dingen, die ein Leben früh prägen.

Der erste Gang kommt: rotes Thunfisch-

Carpaccio mit gratinierter Jakobsmuschel

und rosa Beeren. Das Carpaccio ist zurückhaltend

gewürzt, so dass der authentische

Geschmack des rohen Thunfischs wunderbar

klar ist. Ein schöner Kontrast dazu ist

die warme, perfekt gebratene und somit

noch glasige Jakobsmuschel. Knusprig,

aber nicht dominant gratiniert, harmonieren

die verschiedenen Aromen und

Texturen toll miteinander.

„schlagzeuger sind

klüger als andere!“

Was ist denn eigentlich das besondere

am Schlagzeug? Tonys Augen leuchten

auf: „Die Emotion!“ Er beschreibt es als

ein Instrument, das sehr körperlich ist:

Füße, Hände, Augen und Ohren sind beteiligt.

Außerdem sei es der Rhythmus, der

Groove, der verbindet: „Jeder ist musikalisch!

Jeder hat Rhythmus in sich!“ Man

müsse es nur zulassen. Musik schaffe ein

Band zwischen Menschen, sie verbinde

die unterschiedlichsten Menschen miteinander

im Rhythmus. „Außerdem sind

Schlagzeuger klüger!“ Da bleibt mir doch

fast die Jakobsmuschel im Hals stecken!

Wieso das denn?

Tony Liotta schmunzelt verschmitzt: „Wer

Schlagzeug spielt, trainiert, beide Gehirnhälften,

weil Du mit den Händen etwas

Anderes machst als mit den Füßen und

mit der rechten Hand etwas Anderes als

mit der linken und mit dem rechten Fuß

etwas Anderes als mit dem linken und das

alles gleichzeitig! Die meisten Menschen

benutzen immer nur eine Gehirnhälfte,

aber das Schlagzeug gehört zu den wenigen

Dingen, die beide beanspruchen! Deshalb

sind Schlagzeuger klüger!“ Dem habe ich

nichts entgegen zu setzen – wahrscheinlich,

weil ich nicht Schlagzeug spiele!!!

new orleans atmet musik

Ein Instrument zu spielen ist das Eine, aber

wie kommt man dazu, das gleich zu seinem

Beruf zu machen? „Du brauchst eine gute

Portion Glück, Wollen und Kraft!

Genuss

italiano? deutsch? english?

Da grüßt der Chef, der mit uns einen Abend

der italienischen Klassiker erleben will,

schon aus der Küche! Und ganz klassisch

geht es auch los: mit Bruschetta – eigentlich

total banal, halt geröstetes Weißbrot mit

Knoblauch, Olivenöl, gehackter Tomate,

Basilikum, Salz und Pfeffer – aber in seiner

Schlichtheit immer wieder superlecker.

Der Abend verspricht schon jetzt, lustig zu

werden, da wir drei Sprachen durcheinander

sprechen: während Tony und ich permanent

zwischen Englisch und Deutsch

wechseln, spricht er mit Bruno eine charmante

deutsch-italienische Mischung! A

propos: in welcher Sprache ist denn sein

Mobiltelefon eingestellt? Er schmunzelt:

„English! Meine Muttersprache!“

Bruno Rossi in seinem Element.

Sommer 2017 · top magazin DortmunD

17

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine