Sachwert Magazin Ausgabe 60, Oktober 2017

sachwertmagazin

ROLAND LEUSCHEL: Die Zeichen des Börsencrash
OTTO HESSE: Immobilienkauf Tipps
CLAUS VOGT: Steigt Italien aus dem Euro aus?

www.sachwert-magazin.de

EDELMETALLE ROHSTOFFE IMMOBILIEN BETEILIGUNGEN RARITÄTEN WISSEN

Ausgabe 60 • GRATIS

Roland Leuschel

Die Zeichen des

Börsencrash

OTTO HESSE

Immobilien Tipps

Bilder: Hesse, Leuschel, Depositphotos/Nevarpp


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Martina Schäfer

Redakteurin bei

Sachwert Magazin

Editorial

BLM

consult

Editorial

Hatten wir das nicht

schon einmal?

Bild: Schäfer privat

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Entgeltoptimierung

Versorgungswerke

Sachwertstrategien

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie

zu wiederholen“, sagte George Santayana. Das trifft auch auf die Börsen zu.

Gerade hier gibt es genügend Aufzeichnungen über vergangene Crashs, um

die Zeichen für die Gegenwart deuten zu können. Wie es etwa Roland Leuschel

und Claus Vogt für uns tun.

Otto Hesse hat mit Immobilien ein Vermögen gemacht. Seine Strategie, sich

auf Immobilien außerhalb der Ballungsräume zu konzentrieren, hat sich vielfach

bewährt. Was bei einem solchen Geschäft zu beachten ist, hat er in gut

nachvollziehbaren Ratschlägen zusammengestellt.

Dass die Griechen ihre Probleme mit dem Euro haben, ist allseits bekannt.

Auch Portugal steht nicht zu üppig da. Doch wie sehr Italien zu kämpfen hat,

ist vielen nicht geläufig. Kein Wunder, dass die Italiener ernsthafte Überlegungen

anstellen, dem Euro den Rücke zu kehren. Claus Vogt erklärt, warum.

Viel Spaß beim Lesen!

Herzlichst,

Ihre Martina Schäfer

Redakteurin

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Börse

Wird es einen Börsencrash

wie 1987 geben?

Roland Leuschel wurde einst als ewiger Börsen-

Optimist kritisiert

Von Claus Vogt

Der 19. Oktober 2017 war das 30-jährige

Jubiläum des berühmten Aktiencrashs von

1987. Roland Leuschel ist einer der ganz

wenigen Analysten, die diesen Crash prognostiziert

hatten. Dabei galt Leuschel

damals als „unverbesserlicher Börsenoptimist“,

da er sich in den 1960er und 70er

Jahren vor allem in Belgien, aber auch in

Deutschland systematisch für den privaten

Aktienbesitz stark gemacht hatte. Darüber

hinaus war er auch während der großen

Hausse der 1980er Jahre überaus bullish.

Ein hochbrisantes Gemisch kündigte

den Crash von 1987 an

Das änderte sich erst Anfang 1987, als

eine Kombination aus fundamentaler

Überbewertung, extrem euphorischer

Stimmung und hoher Wachstumsraten

der kurz zuvor erfundenen strukturierten

Absicherungsinstrumente ein hochbrisantes

Gemisch erzeugte. Am 19. Oktober

1987 war es dann soweit. Die Bombe

platzte mit großem Getöse. Der S&P 500

Index – und mit ihm die Aktienmärkte im

Rest der Welt – stürzte an diesem denkwürdigen

Tag um 20,5% ab, nachdem er

in den vorangegangenen zwei Wochen

bereits 13,7% verloren hatte.

Läge es in der Macht der

Zentralbänker, große Kursrückgänge

zu verhindern,

hätte es schon seit Jahrzehnten

keine Baissen und

Krisen mehr gegeben.

Seither wird Roland Leuschel in der deutschen

Presse stets als Crash-Prophet bezeichnet.

Dass er nach großen Kursrückgängen

immer lautstark zum Einstieg

geraten hat – zuletzt im Jahr 2009 – wird

dabei geflissentlich unter den Teppich gekehrt.

Die Medien lieben solche einfachen

Etiketten und tun sich offensichtlich schwer

damit, ein differenziertes Bild zu zeichnen.

Heute ist die Lage viel brisanter

Verglichen mit heute war die Überbewertung

der Aktienmärkte 1987 gering.

Fast alle treffsicheren fundamentalen

Kennzahlen haben inzwischen sogar die

Höchststände des anderen berühmten

Crash-Jahres, also 1929, überschritten,

und einige sogar die Bestmarken des Jahres

2000. Aus fundamentalanalytischer

Sicht ist die Lage heute also erheblich

überzogener als 1987.

Bei den Sentimentindikatoren zeigen sich

keine Unterschiede. Sie erreichten 1987

außergewöhnlich euphorische Werte,

und genau das tun sie auch heute wieder.

Das gilt auch für die Momentumindikatoren.

Sie waren damals wie heute in allen

relevanten Zeitfenstern extrem überkauft,

womit sie einen völlig überzogenen Kursanstieg

signalisieren.

S&P 500, 1985- 1987

Ein Crash ist aus mehreren Gründen

auch jetzt wieder wahrscheinlich.

Quelle: StockCharts.com


Börse

Strategische

Metalle . . .

Gallium

Hafnium

Germanium

. . . sind das Öl

der Zukunft.

Bild: Leuschel

Ein vergleichbarer Crash-Auslöser ist

auch jetzt wieder vorhanden

Schließlich gibt es noch eine sehr interessante

Übereinstimmung. Die von dem

damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan

eingesetzte Expertenkommission zur Erforschung

des Börsen-Crashs kam zu dem

Ergebnis, dass strukturierte Produkte, die

in fallenden Märkten automatisch Verkäufe

ausgelöst haben, eine entscheidende

Rolle gespielt haben.

Nun haben in den vergangenen Monaten

ganz ähnliche Produkte ein geradezu dramatisches

Wachstum erfahren. Diese sind

in ihrer Struktur zwar etwas komplizierter

als die 1987er Variante. Sie gleichen sich

aber in einem ganz entscheidenden Merkmal:

In fallenden Märkten lösen sie automatisch

Verkäufe aus.

Die Details dieses Damoklesschwerts werde

ich Ihnen in der nächsten Themenschwerpunkt-Ausgabe

meines gemeinsam mit

Roland Leuschel verfassten Börsenbriefes

Krisensicher Investieren vorstellen.

Ein wichtiger Unterschied zu 1987

Einen wichtigen Unterschied zwischen

der aktuellen Lage und der des Jahres

1987 gibt es jedoch. Im Unterschied

zu damals verlassen sich heute fast

alle Marktteilnehmer darauf, dass die

Zentralbanker größere Kursrückgänge

verhindern können. Aber: Wenn das

tatsächlich in der Macht von Zentralbankbürokraten

läge, dann hätte es

schon seit Jahrzehnten keine Baissen

und Krisen und Rezessionen mehr gegeben.

Haben Sie auf eine fallende türkische

Lira gesetzt?

Erinnern Sie sich? Vor einigen Wochen

habe ich Ihnen an diese Stelle geraten, auf

einen Kursrückgang der türkischen Lira zu

setzen, weil die Politik Erdogans negative

Folgen für die Wirtschaft der Türkei haben

wird. Seither hat die Lira gegenüber dem

Euro bereits recht deutlich an Wert verloren,

und weitere Kursverluste werden

folgen.

Anstatt auf dem brodelnden Vulkan absurd

überbewerteter Aktienmärkte zu

tanzen, halten wir lieber Ausschau nach

Anlagemöglichkeiten, die sich durch attraktive

Chance-Risiko-Verhältnisse auszeichnen.

Was können wir für Sie tun?

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Unternehmen Europas wenn es um die

Themen Edelmetalle, Technologiemetalle

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ob Raten, Einmalkäufe oder Einzelinvestments

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Immobilien

Darum investiert der

Platzhirsch in der Pampa

Otto Hesse investiert abseits des Mainstreams -

mit großem Erfolg

Gekürzter Buchauszug aus „Das System Immobilie“, herausgegeben von Thomas Knedel

asd

Der Immobilienboom in Deutschland konzentriert

sich hauptsächlich auf die Großstädte.

In Hamburg, München, Berlin oder

auch Köln sind die Preise in den letzten

Jahren durch die Decke gegangen – und

gleichzeitig die Renditen dementsprechend

gesunken. Darum muss, wer jetzt

noch attraktive Renditen erzielen will, dort

hingehen, wo kaum jemand hingeht. Und

das ist genau mein Ansatz: Ich investiere in

der Provinz bzw. in C-Städten, oder wie ich

es nenne, in der „Pampa“. Es lohnt sich!

Mit Provinz meine ich wirklich die abgelegenen

Regionen Deutschlands. Nicht die

B-Standorte in Nord- oder Süddeutschland,

sondern die wirklichen Außenseiterorte,

C-Städte oder noch kleinstädtischer. Was

meinen Fall betrifft: Ich bin zunächst nicht

strategisch vorgegangen und habe überlegt,

wo ich am besten investieren kann,

um als Lösung auf die Provinz zu kommen.

Die Entscheidung haben mir vielmehr die

Banken aufgezwungen bzw. meine persönliche

Angst vor der Bank.

Denn meine Überlegungen liefen eher in

die Richtung, dass ich von einer Bank sowieso

keine Finanzierung für eine Immobilie

in einer größeren Stadt bekommen

würde (aufgrund der höheren Finanzierungsvolumina).

Darum erschien es mir

einfacher, direkt im ländlichen Raum nach

Objekten zu schauen. Aus diesem aus der

Not heraus geborenen Vorgehen ist mittlerweile

eine Strategie erwachsen, die mir

stetig hohe Erträge sichert.

Vielleicht kann ich Ihnen mit diesem Ansatz

einen Anreiz geben, selbst einmal in

der Provinz nach Objekten zu schauen.

Sicherlich gibt es viele Teile Deutschlands,

die in den nächsten Jahren einen Bevölkerungsrückgang

verzeichnen. Doch eines ist

auch klar: Nicht alle Menschen werden die


Immobilien

Bilder Hesse:Hesse, Depositphotos/begepotam

Provinz verlassen, und darum gibt es dort

auch in Zukunft weiterhin Bedarf an Wohnungen.

Und wenn Sie etwas anbieten

können, was andere nicht haben, können

Sie auch in der Provinz ein erfolgreicher Immobilieninvestor

sein.

Mein Weg in die Pampa

Anders als viele andere Investoren hatte

ich zu Beginn meiner Karriere als Immobilieninvestor

noch nicht das entsprechende

Know-how und nicht ein einziges Buch

gelesen, um das richtige Mindset und entsprechende

Tools parat zu haben.

In meiner Heimatstadt waren die Objekte

zu groß und eben auch zu teuer für mich.

Ich muss an dieser Stelle kaum betonen,

dass ich wenig Eigenkapital mitbrachte. So

orientierte ich mich nach „draußen“, auf

die Region kurz hinter Hildesheim. 30 Kilometer

von dort entfernt liegt Lamspringe,

mit Immobilienbewertungskennziffern, die

nur halb so hoch sind wie in Hildesheim

– wobei auch diese Stadt nicht eben der

Nabel der deutschen Immobilienwelt ist.

Ganz wichtig war für mich auch die Konkurrenzsituation.

In B- und C-Lagen im

Raum Hildesheim ist die Konkurrenz deutlich

geringer als in Hildesheim selbst oder

gar in Hannover. Wer also bereit ist, außerhalb

ausgetretener Pfade zu suchen, wird

auch hier belohnt: durch weniger Konkurrenz.

Herrscht in den größeren Städten

nach Jahren des Immobilienbooms ein

absoluter Verkäufermarkt, so dominiert in

den nicht so gesuchten Lagen – der Pampa

– ganz klar ein Käufer markt. Und seien wir

ehrlich: Das ist doch genau das, was wir als

Immobilieninvestoren suchen.

Als Anfänger hatte diese Konstellation einen

weiteren positiven Nebeneffekt: Ich

konnte mir bei der Ankaufsprüfung Zeit

lassen und ins Detail gehen. Es gab keinen

Druck, mich zu beeilen, weil etliche Konkurrenten

schon mit den Hufen scharrten.

In den Metropolen haben Anfänger kaum

noch eine Chance, attraktive Objekte bzw.

überhaupt Objekte zu bekommen. Ein weiterer

praktischer Grund ist, dass sich der

Markt dort für mich einfacher recherchieren

lässt: Lagen in 30 oder 40 Kilometer

Entfernung von meinem Heimatort kann

ich deutlich besser einschätzen als solche

in weit weg gelegenen Topmetropolen im

Norden oder Süden der Republik. Übrigens

stellte ich auch sehr schnell fest, dass sich

in B- und C-Lagen weder die Profis noch

die Abzocker tummeln. Für mich persönlich

habe ich daraus die Regel abgeleitet:

Wenn ich gut bin, werde ich so schneller

zum Profi oder, wie mein Kollege Stephan

Steup mich auch nennt, zum Platzhirsch.

Nicht zuletzt haben Sie es in der Pampa

mit Verkäufern zu tun, die häufig nicht

besonders professionell agieren. Letzteres

eröffnet Ihnen wiederum größere Möglichkeiten

auf offensichtliche Potenziale,

die beim einen oder anderen Objekt

noch nicht umgesetzt wurden. Und auch

der Lerneffekt ist in der Pampa größer:

Es gibt keine anderen Faktoren, denen

Sie die Schuld zuweisen können, falls es

nichts wird mit dem ertragreichen Objekt.

Wenn bei solchen Projekten etwas schiefläuft,

können Sie die Schuld nur bei einer

Person suchen: sich

selbst. Im Einzelfall

eine harte Erkenntnis,

aber auf jeden

Fall lehrreich und so

nur in der Pampa zu

machen. Ein weiterer ganz profaner Aspekt

war: Ich wollte schlicht und einfach

monatliche Geldzuflüsse generieren mit

Immobilien. Mir ging es nicht darum, einen

Immobilienbestand aufzubauen, von

dem meine Kinder und Enkel irgendwann

einmal profitieren können, sondern von

Anfang an stetige Mittelzuflüsse zu generieren.

Eines kann ich Ihnen sagen: Das ist

mir in den vergangenen Jahren erfolgreich

gelungen.

Positionierung

Grundsätzlich unterscheidet sich die Ankaufsprüfung

in der Provinz nicht von der

in anderen Lagen. Ein Objekt muss überzeugen

und ein ordentliches Dach und einen

trockenen Keller vorweisen. Wichtiger

ist allerdings eine gute Basis bei den niedrigen

Mieten, weil eine Instandhaltungssanierung

oder Renovierung extremer

durchschlägt – die Sanierung eines Badezimmers

kostet in einer B- oder C-Lage

das Gleiche wie in einer Metropole. Daher

achte ich im Vorfeld schon darauf, dass

eben der Objektmodernisierungsbedarf

nicht sehr groß ist. Bei Objekten, die in

den 1990er-Jahren komplett saniert wurden,

dürfte sich der Aufwand in Grenzen

halten. Darum mein Rat: keine schlechten

Immobilien in schlechter Lage erwerben.

Vor dem Ankauf investiere ich sehr viel Zeit

in die Standortanalyse, zum einen in die

Mikrolage, zum anderen in die Auswahl

Mein Rat: keine schlechten

Immobilien in schlechter Lage

erwerben.

des Ortes selbst. Meine zehn wichtigsten

Faktoren, die hier eine Rolle spielen, sind:

• ein Supermarkt mit Vollsortiment ist am

Ort vorhanden;

• der nächste Autobahnanschluss ist nicht

mehr als zehn bis 15 Minuten entfernt;

• eine Grundschule mit drei bis vier Klassen

pro Jahrgang ist vorhanden;

Investieren in der Provinz

• ein guter Allgemeinmediziner ist ansässig;

• der Kaufpreis sollte

im Idealfall unter

einem Marktfaktor

von 10 liegen;

• die Immobilie darf

keinen erheblichen Sanierungsbedarf

aufweisen;

• ein leichter Bevölkerungsrückgang ist

akzeptabel;

• bei der Bevölkerungszusammensetzung

gibt es einen gewissen Anteil an über

30-Jährigen, die nach der Schule den Ort

verlassen haben und zur Familiengründung

in ihren Heimatort zurückkehren;

• es gibt mehrere Arbeitgeber – und nicht

nur einen großen;

• Gespräche mit Maklern und Banken vor

Ort liefern mehr Informationen über die

Lage auf dem Vermietungsmarkt. Dieser

sollte keine extremen Leerstandsquoten

aufweisen wie in vielen Städten oder Ortschaften

in Ostdeutschland.

Gerade den letzten Punkt sollte man genau

recherchieren und selbst überprüfen.

Dieses kann man zum Beispiel mit einer

Test anzeige bei eBay machen. Denn so

gaben etwa die Banken zum Zeitpunkt

des Ankaufs des Objekts in Lamspringe

Otto Hesse, Jahrgang 1985, ist gebürtiger Hildesheimer und begann

mit 17 Jahren eine kaufmännische Ausbildung in einem Baustoffhandel,

später arbeitete im Vertrieb und in der Kundenbetreuung im Außendienst.

Mit 24 Jahren erwarb seine erste Eigentumswohnung, 2011

dann sein erstes Mehrfamilienhaus, nachdem er die Wohnung verkauft

hatte. Im selben Jahr gründete er das Immobilienmaklerbüro WafuK

Immobilien, wobei WafuK für die Maxime von Otto Hesse steht: Wir

arbeiten für unsere Kunden! Seitdem hat er als Immobilieninvestor 44

Wohneinheiten erworben. Sein Spezialgebiet sind Investitionen in Randlagen

mit maximaler Aufwertung der Einnahmemöglichkeiten.

Leerstandszeiträume von drei bis vier Monaten

an. Bei meinen Objekten dagegen

verzeichne ich dagegen deutlich niedrigere

Werte. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass

ich darauf achte, hochwertige bzw. Immobilien

mit einem soliden, guten Durchschnitt

im Bestand zu haben, die am doch

eher speziellen Standort attraktiv sind.

Zudem suche ich schon früh nach neuen

Mietern, nämlich ab dem Eingang der Kündigung

– was viele Konkurrenten nicht machen

und dann längere Leerstandszeiten in


Immobilien

Bilder: Depositphotos/ArturVerkhovetskiy

Kauf nehmen müssen. In den allermeisten

Fällen schaffe ich eine nahtlose Anschlussvermietung.

Was die Positionierung innerhalb des Ortes

betrifft, so sollte das Ortszentrum genau in

den Blick genommen werden. Oft ziehen

sich kleine Städte an einer Hauptverkehrsstraße

entlang. Eine attraktive Lage mit

hohem Wohnwert zeichnet sich dadurch

aus, dass die wichtigen Anlaufpunkte

im Alltag schnell

erreichbar sind.

Kurz zusammengefasst:

Eine gute Lage und ein

guter Objektzustand in

einem schlechteren Ort sind

wichtige Erfolgsfaktoren für

Investitionen in der Pampa.

Abwicklung, Kaufpreisverhandlung,

Käufer in

einem Käufermarkt

Mein erstes Objekt in der

Provinz habe ich ganz einfach

online gefunden, ein

befreundeter Makler hatte

es eingestellt. Anhand der

Lage erkannte ich gleich,

dass das Objekt nur schwer

vermittelbar war. Es war zu

dem Zeitpunkt auch schon

länger am Markt. Beim ersten Gespräch

mit dem Makler ging es mir zunächst nur

darum zu erfahren, warum noch niemand

zugeschlagen hatte. Bedenken Sie dabei:

Hat ein Makler ein Objekt schon lange im

Bestand, ist der Wille, dem möglichen Käufer

entgegenzukommen, sicherlich eher

vorhanden.

Sei es durch wichtige Informationen, die er

Ihnen jetzt lieber mitteilt, oder aber auch

durch eine abschlussorientierte Verhandlungsweise

des Maklers beim Verkäufer.

Objekte, die ein Makler länger im Bestand

hat, kosten unnötig Geld und rauben ihm

darüber hinaus viel Zeit für die Vermarktung.

Wenn Sie hier den richtigen Zeitpunkt

erwischen, können Sie dadurch einige

Tausend Euro sparen.

Nach dem Gespräch mit dem Makler stand

für mich fest, dass ich mir das Objekt auf

jeden Fall direkt vor Ort anschauen wollte.

Auch den Eigentümer wollte ich gleich

beim ersten Termin mit dabeihaben. Das

ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt bei

Käufen in der Provinz: Im kleinstädtischen

und dörflichen Umfeld läuft sehr viel über

Beziehungen bzw. auch nur über die Sympathie

zwischen den Verhandlungspartnern.

Meistens treffen Sie hier auf den

Eigentümer, der nicht nur diese eine Immobilie

besitzt, sondern oftmals mehrere

in einem Ort, und ihm ist in der Regel auch

die Zukunft dieser einen Immobilie sehr

wichtig. Geben Sie deshalb dem Nocheigentümer

ein Signal für die Zukunft, denn

auch wenn das Objekt verkauft ist, hängt

hier so etwas wie der gute Ruf des Verkäufers

mit dran. Vermitteln Sie dem Verkäufer,

dass Sie „sein“ Objekt nach der Übernahme

nicht gleich komplett verändern

werden. Es hätte Auswirkungen auf seinen

Ruf als ehemaliger Eigentümer: „An was

für Heuschrecken hast du denn dein Mehrfamilienhaus

verkauft ...?“ So ist vielen Verkäufern

das eigene Image im Ort wichtiger

als die Maximierung des Verkaufsgewinns

– was wiederum Ihnen als Käufer ganz besondere

Möglichkeiten eröffnet: Wenn Sie

dem Verkäufer das Gefühl vermitteln, dass

das Objekt bei Ihnen in guten Händen ist,

kaufen Sie in der Regel auch günstiger ein.

In der Praxis bedeutete das: Der in der Anzeige

genannte Preis lag bei 195 000 Euro.

Dem Eigentümer bot ich 175 000 Euro an,

mit der Garantie, dass zunächst alles beim

Alten bleiben würde. Darauf ließ sich der

Verkäufer meines ersten

Mehrfamilienhauses in

Lamspringe ein und sagte

außerdem noch Reparaturen

am Objekt in Höhe

von 5000 Euro zu. So

erwarb ich die Immobilie

nicht nur mit einem Rabatt

von 20 000 Euro gegenüber

dem ausgewiesenen

Verkaufspreis, sondern auch noch in

einem besseren Zustand. Die Zusicherung,

das Objekt im Sinne des Alteigentümers

weiterzuführen, ist nur schwierig vertraglich

umsetzbar. Meiner Erfahrung nach

zählt hier vor allem das Wort, und so sehe

ich mich hier in der Tradition des „Hamburger

Kaufmanns“: Sichere ich dem Eigentümer

per Handschlag zu, für einen Zeitraum

von drei Jahren keine großen Veränderungen

an der Immobilie vorzunehmen,

dann stehe ich in dieser Pflicht. Wenn ich

trotzdem Veränderungen vornehme, dann

Wenn Sie dem Verkäufer

das Gefühl vermitteln,

dass das Objekt bei Ihnen

in guten Händen ist,

kaufen Sie in der Regel

auch günstiger ein.

nur in enger Absprache mit den Mietern.

Das sorgt im ländlichen Umfeld erst einmal

für positive Stimmung, und auch die Mieter

sind mit der neuen Situation zufrieden.

Wenn es wichtige Dinge zu regeln gibt,

kläre ich diese mit den Mietern direkt im

persönlichen Kontakt.

Verhandlungsstrategien für den

Käufermarkt

Beim Verkaufstermin spielt

der Makler eine wichtige

Rolle. Daher lasse ich ihn

den Termin führen. Auf diese

Weise fühlt er sich wertgeschätzt

und als wirklicher

Vermittler

bei diesem Geschäft. Außerdem

versuche ich in diesem

Gespräch eine Ebene zu finden,

die sich nicht nur auf

das Objekt bezieht, Stichwort

„Small Talk“. Dieser

bezieht sich oft auf die Umstände

vor Ort, Hobbys oder

sonstige Gewohnheiten

des Eigentümers, wobei ich

versuche, die Verkaufsmotivation

herauszufinden, um

sie für meine Kaufpreisverhandlungen

zu nutzen.

Im Gespräch selbst positionierte ich mich

als Vertreter der klassischen Herangehensweise.

Oft ist es ja so, dass die Verkäufer

50 oder 60 Jahre alt sind. In dieser Altersgruppe

zählt immer noch, dass man sich

im Verkaufsgespräch hundertprozentig auf

den Partner verlassen kann. Diese Herangehensweise

finde ich wiederum bei Geschäftspartnern

meines Alters (32 Jahre)

nur selten bis gar nicht. Wenn man sich

von der Masse der anderen Investoren allein

schon durch eine solche persönliche

Haltung absetzt, ist das

ein emotionaler Vorteil

für das Verhandlungsgespräch.

Wenn Sie dann

auch mit Sympathie beim

Verkäufer einen Vorsprung

erreichen, sind

Sie Ihrem Ziel schon ein

großes Stück näher. Zum

Abschluss des Termins

wende ich mich direkt an den Verkäufer,

um bei ihm noch einmal seine genaue

Preisvorstellung zu erfragen. An dieser

Stelle werden Sie feststellen, dass hier häufig

eine andere Zahl als die im Exposé genannte

herauskommt.

Dann beginnen meine Hausaufgaben: Ich

kalkuliere das Objekt in allen Einzelheiten

durch. Nach dem ersten Live-Termin habe

ich eine klare Einschätzung des Objekts

und des Eigentümers – was bei der Beurteilung

eines möglichen Deals eine große

Rolle spielt. Im Anschluss daran sende ich


immobilien

dem Makler ein Kaufpreisangebot, inklusive

Begründung meiner Preisvorstellung.

Zugleich suche ich noch einmal den direkten

Kontakt zum Eigentümer. Hier

bietet es sich auf jeden Fall ein Telefonat

an. In diesem Gespräch begründe ich auch

gegenüber dem Verkäufer noch einmal

meinen Preis. Beschleunigend wirkt in der

Verkaufsphase oft die Zusicherung einer

Buchherausgeber

Thomas Knedel

ist Immobilieninvestor,

-manager,

Buchautor

sowie Initiator

und Betreiber

des Netzwerkes

Immopreneur.de

schnellen Abwicklung des Vorhabens, vor

allem, wenn das Objekt wie hier schon seit

einigen Monaten am Markt angeboten

wurde. Dann ist der Verkäufer auf jeden

Fall preislich flexibel: besser ein etwas niedrigerer

Preis, als das Objekt noch länger zu

halten oder eventuell gar nicht verkauft zu

bekommen. Außerdem weise ich im Gespräch

mit dem Verkäufer noch einmal auf

meine längerfristige Strategie hin und dass

ich das Objekt in seinem Sinne weiterführen

werde.

Damals habe ich beim Kauf auch die Courtage

des Immobilienmaklers nachverhandelt,

was ich heute nicht mehr tun würde.

Ich zahle dem Makler die ihm zustehende

Provision komplett. Sie ist ein wichtiger Aspekt

für zukünftige Geschäfte.

Aufwertungsmöglichkeiten für ländliche

Immobilien Vorweg: Wer in B- und C-Lagen

oder gar D-Lagen einkauft, hat eines

sicherlich nicht im Sinn: die Wertsteigerung

durch Bodenwertsteigerung wie zum

Beispiel in München oder Berlin. Deshalb

sollten Sie eine entsprechende Herangehensweise

verfolgen: Eine Wertsteigerung

ist nicht etwas, was automatisch eintritt,

sondern ein positiver Nebeneffekt. Wertsteigerungen

können Sie in der Provinz oft

nur durch Potenziale erzielen. Was Sie aber

sicher erreichen können, sind höhere Renditen

als in den Metropolen.

Ein Beispiel: Mein Objekt in Lamspringe

brachte bei der Übernahme

vor sechs Jahren einen monatlichen

Cashflow vor Tilgung und vor Steuern

von 980 Euro (der Einkaufsfaktor

lag beim 8-Fachen). Diesem lag eine

Jahresnettomiete von rund 21.000

Euro zugrunde. Inzwischen habe

ich es geschafft, die Jahresnettomiete

auf rund 32.900 Euro (aktueller

Faktor nach Optimierung 5,32-fach,

entspricht 18,8 % Rendite) zu steigern.

Damit erziele ich nach Abzug der Bewirtschaftungskosten

und der Zinskosten

einen Cashflow von 1670 Euro monatlich,

nach Tilgung und Zins bzw. nach Abzug

der Tilgung für das Volltilgungsdarlehen

einen monatlichen Überschuss von 1040

Euro vor Steuern.

Bei den Einnahmesteigerungen spielt die

Wertsteigerung des Objekts keine erstrangige

Rolle. Im Endeffekt hatte ich auf eine

Sicht von 15 Jahren sogar mit einer Halbierung

des Objektwerts gerechnet. Denn

die Immobilie wirft schon jetzt mit den

laufenden Einnahmen einen ordentlichen

Cashflow ab.

Aber wir führen jetzt doch einmal eine

Immobilienwertbetrachtung im Negativszenario

bzw. im Positivszenario durch

(Betrachtung nach 15 Jahren, da ich ja mit

einem Volltilgerdarlehen auf 15 Jahre gearbeitet

habe, ein Exit nach zehn Jahren ist

natürlich auch möglich und das Darlehen

kann dann entschädigungsfrei gekündigt

werden. Das heißt, die Immobilie kann verkauft

werden, ohne dass eine steuerliche

Betrachtung stattfindet).

Für die Betrachtung des Szenarios nehmen

wir einen vereinfachten Cashflow von

1000 Euro im Monat, also 12 000 Euro im

Jahr an. Durch das Volltilgerdarlehen wird

die Immobilie in 15 Jahren komplett abbezahlt

sein. Angesichts der demografischen

Entwicklung in der Region könnte sich in

einem negativen Szenario der Wert der Immobilie

halbiert haben. In diesen 15 Jahren

wird die Immobilie einen Cashflow von

180 000 Euro erwirtschaftet haben, aber

die Hälfte des Wertes verloren haben und

damit nur noch 87 500 Euro wert sein. In

der Summe bleibt noch ein Vermögenswert

von 267 500 Euro.

In einem positiven Szenario, das näher an

der aktuellen Realität ist, sieht die Rechnung

folgendermaßen aus: Der Cashflow

nach Zins und Tilgung ist über den

genannten Zeitraum mit 180 000 Euro

identisch. Der mögliche Marktwert der Immobilie,

der sich bei einem in der Region

aktuell üblichen Marktfaktor von zehn ergibt

(beim Kauf lag der Marktfaktor beim

8-Fachen). Wir unterstellen in diesem Positivszenario

den heute üblichen Marktfaktor

(dem 10-Fachen), da wir nicht wissen, wie

er sich in den nächsten Jahren verändert,

beträgt auf Basis der Jahresmiete

329.000 Euro. Daraus

ergibt sich nach 15 Jahren ein

Vermögenswert von 500.900

Euro.

Dieses Vermögen habe ich im

genannten Beispiel geschaffen

aus 50.000 Euro Eigenkapital

und 15 Jahren Bewirtschaftung

des Objekts. Das

eingesetzte Eigenkapital hat

sich also verzehnfacht.


Kurzmeldungen

Möbel

zur Miete

Einrichtungsspezialist

will

Möbel verleihen

Das schwedische Möbelhaus Ikea könnte

schon bald in das Geschäft mit Leihmöbeln

einsteigen. Derzeit werde geprüft,

inwieweit es dafür einen Markt gebe, so

Ikea-Chef Broding gegenüber der Rheinischen

Post. Dabei würde Ikea einen

Trend nutzen, der bereits seit längerer

Zeit zu beobachten ist. Das Teilen von Gebrauchsgegenständen

ist mittlerweile ein

regelrechter Wirtschaftszweig geworden.

Experten sprechen auch von der „Sharing

Economy“.

Damit hat der Einrichtungsspezialist auch

die jüngere Zielgruppe im Fokus. Gerade

junge Familien und junge Menschen

wechseln öfter die Einrichtung und wären

damit die idealen Kunden für das neue

Geschäftsmodell. Zu welchen Konditionen

Möbel verliehen werden könnten,

hat der Vorstandschef allerdings noch

nicht verraten.Auftrag gegeben.

Mathe-App rechnet

sich für Entwickler

Dieses Startup macht Berliner Familie

zu Millionären

Ist die Geschichte zweier Brüder und deren

Familie, die zeigt, wie man mit einer

guten Idee und viel Fleiß zu Millionären

werden kann. In nur wenigen Jahren

haben Raphael und Maxim Nitsche eine

App entwickelt, diese erfolgreich auf

den Markt gebracht und jetzt für 20 Millionen

Euro verkauft.

Bekannt sind die beiden aus der Show

„Die Höhle des Löwen“. Dort stellten sie

2015 ihre Lernapp „Math42“ vor. Das

kam gut an und kurze Zeit später hatten

sie ihre erste Finanzierungsrunde unter

Dach und Fach. Der Verleger Michael

Klett, dem der Bildungsverlag Klett gehört,

stecke einen sechsstelligen Betrag

in Math42. Ein Jahr investierte Klett weitere

500.000 Euro.

Jetzt wurde Math42 an den US-Konzern

Chegg verkauft. Chegg vertreibt und

verleiht Schulbücher über das Internet

und hat eine Marktkapitalisierung von

1,7 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil

der 20 Millionen geht an die beiden

Entwickler der App und ihre Familie. Ihr

gehörte bis zuletzt ein Großteil der App.

Außerdem sollen die beiden auch weiterhin

an der Weiterentwicklung mitarbeiten.

Math42 eine Nachhilfe-App. Mit ihr

werden Schülern Rechenvorgänge und

Formeln erklärt.

Gold aus

dem Gulli

Gold und Silber

in Schweizer

Abwasser

In der Schweiz werden jedes Jahr großen

Mengen an Gold und Silber über das

Abwasser entsorgt. Wie eine Analyse der

Schweizer Forschungsgesellschaft Eawag

ergeben hat, würden Kläranlagen pro

Jahr rund 3000 kg Silber und rund 43 kg

Gold sammeln. Der aktuelle Wert liege

bei rund 2,6 Millionen Euro. Außerdem

wurden auch zahlreiche sogenannte Seltene

Erden nachgewiesen. Ein Großteil

der Edelmetalle stamme aus der Industrieproduktion.

Beispielsweise aus der Chemie-

und Pharmaindustrie sowie aus der

Hightechforschung.

Da die Rückstände sehr groß seien, würde

sich in einzelnen Regionen sogar eine

Rückgewinnung lohnen. Die Forschungsgesellschaft

hat insgesamt 64 Kläranlagen

systematisch untersucht. Die Studie wurde

vom Schweizer Umweltbundesamt in

Auftrag gegeben.

Bilder: Depositphotos/Photominer/CJHPotography


Kurzmeldungen

Trumps Mauerbau:

And the winner is...

Testbauten mit ästhethischem

Anspruch

Wenn es nicht so bitterernst wäre,

könnte man fast schmunzeln. Der geplante

Mauerbau von Donald Trump zwischen

den USA und Mexiko ähnelt dem

Casting einer Musikshow. Mehr als 200

Unternehmen hatten sich im Frühjahr

beworben. Sechs Unternehmen sind im

Sommer in die nächste Runde gekommen.

Seitdem dürfen sie kleine Testmauern

in zwei Kategorien bauen. Einmal

eine Mauer aus Beton und einmal eine

aus „alternativen“ Materialien. An einem

Grenzübergang in San Diego. Wie die

Grenzschutzbehörde jetzt mitteilte, würden

die beteiligten Unternehmen beim

Mauerbau große Fortschritte machen.

Ein Ende der Probebauphase könnte

schon bald bevorstehen.

Laut Ausschreibungsunterlagen soll die

Mauer imposant und ästhetisch ansprechend

sein. Außerdem soll sie sich ins

Landschaftsbild schön einfügen. Damit

man nicht so leicht drüberklettern kann,

soll sie eine Höhe von rund neun Metern

haben. Die Fundamente sollen knapp

zwei Meter tief sein. Damit es schwieriger

für Flüchtlinge wird, darunter durch einen

Tunnel in die USA zu graben.

Der amerikanische Präsident

Donald Trump will sein Wahlversprechen

verwirklichen und

eine Mauer an der US-amerikanisch-mexikanischen

Grenze

bauen lassen.


Kurzmeldungen

EU-Zentral bank tritt

auf die Bremse

Monatliches Kaufprogramm verlängert

Die Europäische Zentralbank EZB verlängert

ihr monatliches Kaufprogramm und

senkt gleichzeitig das monatliche Volumen

ab. Das Kaufprogramm werde vorerst

bis Ende September 2019 verlängert.

Das monatliche Volumen werde allerdings

nur noch 30 Milliarden Euro betragen. So

die EZB am Ende ihrer Sitzung Ende Oktober.

Zuletzt hatte die EZB monatlich Anleihen

im Wert von 60 Milliarden gekauft.

Das aktuelle Kaufprogramm läuft Ende

Dezember eigentlich aus.

Der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken

bei der Notenbank Geld leihen können,

beließ die EZB null Prozent. Banken, die

Geld bei der Zentralbank parken, müssen

weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent

zahlen.

Seit Jahren greift die EZB in die Märkte ein

und hilft angeschlagenen Ländern in dem

sie Staatsanleihen kauft und damit gleichzeitig

die Zinsen niedrig hält. Mittlerweile

hält die Zentralbank über zwei Billionen

Euro an europäischen Anleihen. Bereits

2014 ist die US-Zentralbank Fed aus dem

Anleihekaufprogramm ausgestiegen. Für

Sparer werden die Guthabenzinsen allerdings

weiterhin im Keller bleiben. Eine

Zinswende ist der heutige Schritt der EZB

nicht.

Bitcoin schafft

den Durchbruch

Amazon akzeptiert die Kryptowährung

als Zahlungsmittel

Wohin nur

mit den

Milliarden?

Milliardärs-Club

wird um 17 Prozent

reicher

Der Club der Reichen wird immer größer

und vermögender und damit steigen auch

die Ungleichgewichte zwischen arm und

reich. Das geht aus einer Studie der

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC

hervor. Demnach ist die Zahl der weltweiten

Milliardäre im vergangenen

Jahr um zehn Prozent gestiegen.

Insgesamt zählte PwC 1542 Milliardäre.

Das Vermögen der Reichsten

ist um stolze 17 Prozent auf den Rekordwert

von sechs Billionen Dollar

gestiegen. Grund für den deutlichen

Vermögenszuwachs sind die Börsenhausse

sowie steigende Immobilienund

Rohstoffpreise.

In Europa kommen die meisten Milliardäre

aus Deutschland, wo 117 Milliardäre

leben. Danach folgen Großbritannien

(55), Italien (42) und Frankreich (39).

Den größten Zuwachs an Milliardären

gab es in China. Zum ersten Mal leben

in Asien (637) mehr Milliardäre als in den

USA.

Für viele ist es noch immer einer mysteriöse

Kunstwährung. Nicht selten wird

Bitcoin als Betrug bezeichnet. Dennoch

steigt der Preis auf immer neue Rekordstände.

Seit Jahresanfang hat sich der

Wert mehr als verfünffacht. Und damit

alle anderen Assetklassen geschlagen. Die

Marktkapitalisierung liegt bei mittlerweile

knapp 100 Milliarden Dollar. Gerade in

Asien investieren immer mehr Anleger ihr

Geld in Kryptowährungen. Jetzt könnte

Bitcoin vor dem endgültigen Durchbruch

stehen.

Angeblich will der weltgrößte Internethändler

Amazon Bitcoin als Zahlungsmittel

akzeptieren. Laut Medienberichten könnte

Amazon diesen Schritt bereits in dieser

Woche mit Vorlage der Quartalszahlen ankündigen.

Amazon wäre damit der erste

Weltkonzern, der eine Kryptowährung als

Zahlungsmittel annimmt. Und für Bitcoin

ein weiterer Meilenstein. Amazon könnte

demnach eine eigene „Währung“ kreieren,

in die Bitcoins nach festgelegten Regeln

umgetauscht werden.

Der Markt für Kryptowährungen ist in den

letzten Monaten rasant gewachsen. Mittlerweile

gibt es weltweit fast 1000 digitale

Währungen. Bei vielen ist Anlegern dennoch

zu großer Vorsicht zu raten. Außerdem

sollten Anleger die Risiken beachten.

Kryptowährungen unterliegen keiner Aufsicht

und keiner Kontrolle. Bei einem Verlust

gibt es keinen Schadenersatz. Zudem

greifen Länder wie China und Russland

mittlerweile in den Handel ein und führen

eigene, staatlich kontrollierte Kryptowährungen

ein.


Kurzmeldungen

Ernste

Engpässe

auf dem

Wohnungsmarkt

Wohnungen

in Uni-Städten

kaum noch zu

bezahlen

Wohnraum ist bekanntlich knapp und

teuer. Tendenz stark steigend. Wer sich

heutzutage auf die Suche nach einer neuen

Wohnung macht, erlebt oftmals sein

blaues Wunder. Nicht selten kommen Hunderte

von Bewerbern auf eine freie Wohnung.

Wer keinen hoch bezahlten Job und

beste Bonität hat, geht fast immer leer.

In Deutschlands Unistädten spitzt sich die

Situation sogar dramatisch zu. Wie das

Institut der deutschen Wirtschaft IW ermittelt

hat, liegt die Kaltmiete bundesweit

pro Quadratmeter bei mittlerweile durchschnittlich

mehr als zehn Euro. Zuzüglich

Nebenkosten.

Am teuersten sind Studentenwohnungen

in München. Hier liegt der Durchschnitt

pro Quadratmeter bei 18,40 €. In den

letzten sieben Jahren sind die Preise damit

in der bayerischen Hauptstadt um über

50 % gestiegen. Noch stärker sind die

Preise in Stuttgart gestiegen: Plus 62 %

seit 2010. Einen deutlichen Wandel habe

es in Berlin gegeben. Während die Metropole

lange Zeit als extrem preiswert galt,

sind die Mietpreise in den vergangenen

Jahren regelrecht explodiert. Mittlerweile

müssten auch in Berlin mehr als zehn Euro

pro Quadratmeter bezahlt werden. Auch

in kleineren Unistädten seien die Preise in

den letzten Jahren zwischen 24 und 36

Prozent gestiegen.

Für Wohnungsbesitzer sind das nahezu

paradisiesche Zustände. Nicht selten wird

die Miete bei einem Mieterwechsel um 50

Prozent erhöht.

Bilder: Depositphotos/Katyjay


Recht

Der Widerspruchsjoker

So lassen sich unrentable Lebens- und Rentenversicherungen

in bares Geld verwandeln

Niedrige Zinsen, wie sie seit 2008 durch die

anhaltende Finanzkrise entstanden sind,

gestalten es für Kapitalanleger schwierig,

noch Geld für ihr Geld zu bekommen. Nicht

nur die klassischen

Anlageprodukte haben

dieses Problem.

Im Versicherungsbereich,

sind gerade die

kapitalbildenden Lebensversicherungen

betroffen, weil diese

eben genau das nicht mehr leisten können:

Kapital bilden. Dies ist auf die immer geringer

werdende Verzinsung und die damit

verbundene Wertentwicklung der Lebensund

Rentenversicherungen zurückzuführen.

Natürlich führt das bei den Versicherungsnehmern

zu Unzufriedenheit. Die

Versicherungsunternehmen sind schon

arg gefordert, überhaupt den Garantiezins

zu erwirtschaften. So liegt die Rendite der

Geldeinlagen bei einigen Unternehmen

mittlerweile unterhalb der Zinsgarantien.

Sehen wir der Sachlage ins Gesicht: Gewisse

Lebensversicherungen werden nicht

zu Unrecht bereits als fehlgeschlagene Vermögensanlagen

eingestuft.

Wie lässt sich das Kapital aus der Versicherung

wieder abziehen? Indem man die auf

diesen Bereich spezialisierten Anwälte, mit

denen die JUVAR GmbH zusammenarbeitet,

die Widerspruchsbelehrung der Rentenund

Lebensversicherungen durchforsten

lässt. Sollten diese dort Fehler finden, wird

der Versicherungsnehmer darüber informiert.

So hat der Versicherungsnehmer die

Möglichkeit, unmittelbar darauf dem Versi-

cherungsvertrag zu widersprechen. Wie genau

das funktioniert und welchen „Weg“

der Versicherungsnehmer am besten zu

seinem Vorteil geht, zeigen die Anwälte

„Versicherungsnehmern steht im Falle einer fehlerhaften

Widerspruchsbelehrung die Möglichkeit offen, den Widerspruch

auszuüben und sich damit von einer unrentablen Versicherung

zu trennen und im Einzelfall viel Geld zurück zu erhalten.“

Alexander Heinrich, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Katharina Grieser und Alexander Heinrich

(TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) auf.

Wann ist Widerspruch möglich?

Verbraucherzentralen gehen davon aus,

dass mit 65 Prozent, also etwa zwei Drittel

der zwischen dem 29.07.1994 und dem

31.12.2007 in Deutschland abgeschlossenen

Lebens- und Rentenversicherungen

in ihren Widerspruchsbelehrungen fehlerhaft

sind. Vor dem Gesetz hat dadurch

die vorgeschriebene 14- oder 30-tägige

Widerspruchsfrist, innerhalb derer ein Versicherungsnehmer

dem Vertrag widersprechen

kann, rechtlich nie begonnen.

Der Bundesgerichtshof und der Europäische

Gerichtshof haben durch ihre verbraucherfreundlichen

Entscheidungen den

Weg für Versicherungsnehmer geebnet.

In mehreren Entscheidungen wurden die

Einwände der Gegenseite, wie beispielsweise

Verwirkung oder Verjährung, beiseitegeschoben.

Aufgrund dieser Rechtslage

einigen sich viele Versicherer bereits außergerichtlich

mit ihren widersprechenden

Versicherungsnehmern.

Fair. Transparent. An Ihrer Seite

Mehr Informationen zum Beratungsangebot

von JUVAR GmbH unter

E-Mail: kontakt@juvar.de oder

www.versicherung-widersprechen.de

Es kann sowohl gegen laufende als auch

gekündigte und schon abgelaufene Versicherungsverträge

Widerspruch eingelegt

werden. Daraus ergeben sich für den Versicherungsnehmer

eine Vielzahl an

Ansprüchen gegenüber

dem Versicherungsunternehmen.

Dazu gehört zuerst

einmal die Auflösung

des Vertrags. Dazu

kommt die Rückzahlung sämtlicher Versicherungsbeiträge.

Hiervon abzuziehen

sind allenfalls Fondsverluste, sowie der

Risikoanteil, der insbesondere bei fondsgebundenen

Versicherungsverträgen erfahrungsgemäß

sehr gering ist. Auch die

oftmals nicht geringen Abschluss- und Verwaltungskosten

müssen vom Versicherer

erstattet werden. Zusätzlich entsteht ein

Anspruch auf die Herausgabe von Zinsen,

die sogenannten „Nutzungen“.

Finanzberater-Provision

Als Finanzberater dürfte es Sie interessieren,

dass nur bis spätestens 31.12.2007

abgeschlossene Lebens- und Rentenversicherungen

betroffen sind. Wird ein solcher

Vertrag rückgängig gemacht, dürfte die

Stornohaftung nicht greifen, weshalb die

an Sie ausgezahlte Provision nicht rückgeführt

werden muss. Des Weiteren können

Sie Ihre Kunden bei der rentablen Neuanlage

des durch den Widerspruch freigewordenen

Kapitals behilflich sein.

Der Widerspruch von Lebens- und Rentenversicherungen

ist das erste „Projekt“ der

JUVAR GmbH, die dieses Angebot primär

an Versicherte, jedoch auch an Finanzberater

richtet. Durch ihre Unabhängigkeit von

Banken und Versicherungen sieht die Firma

ihre Aufgabe darin, wichtige Informationen

und Neuerungen Verbrauchern und

Anlegern zugänglich zu machen. Dazu

werden alle Social- Media-Kanäle genutzt,

um eine große Reichweite zu erzielen. Finanzberater,

die sich JUVAR anschließen,

gelingt so die Steigerung der eigenen Beratungsqualität

und verbessert dadurch

weiter „den Stand“ beim Kunden. In diesen

Fällen möchte er kein Geld (etwa zur

Anlage), sondern er bringt seinen Kunden

verloren geglaubtes Geld zurück.


Recht

Licht im Versicherungsdschungel

Markus Barz und seine Partner haben sich mit ihrem neuen Projekt, der

Information und Aufklärung von Verbrauchern und Anlegern verschrieben

Was ist die Idee hinter JUVAR und was

macht sie genau?

Um gute Entscheidungen treffen zu

können, benötigen „Sie“ relevante Informationen

und meist entsprechende

Kompetenz. Wir glauben selbst oft gut

informiert zu sein. Vergessen dabei jedoch

allzu leichtfertig, dass Informationen

ein persönliches oder unternehmerisches

Ziel verfolgen. Aus diesen Grundgedanken

heraus ist die JUVAR (von lateinisch

juvare: fördern, helfen) entstanden. Wir

engagieren uns für Informationen, die

für Verbraucher und Anleger wichtig sein

können. Da sie oftmals über Erfolg oder

Misserfolg entscheiden.

Zu Beginn haben wir für uns Rahmenbedingungen

definiert und dann geprüft,

ob diese umsetzbar sind und ein tragfähiges

Geschäftskonzept möglich ist. Mit

dem ersten „Projekt“, dem Widerspruch

von Lebens- und Rentenversicherungen

haben wir mit der Finanzindustrie, der

Versicherungsbranche, eine starke Lobby

gegen uns. Dabei haben wir nicht per se

etwas gegen Versicherungen, allerdings

halten wir es für richtig Verbraucher über

ihre Rechte zu informieren. Insbesondere,

wenn sie zum gewinnbringenden Ausstieg

aus einer in der Form nicht zukunftsfähigen

Anlageform dienen.

TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH,

Ihre „Partner“ sind ja sehr bekannt. Wie

kam die Zusammenarbeit zustande?

TILP sind uns seit Jahren bekannt, tatsächlich

kennen und schätzen gelernt haben

wir uns im Sommer 2016. Uns verbindet

die generell professionelle Arbeits- und

Herangehensweise, Transparenz und der

Wille zum Erfolg. Im Mittelpunkt

stehen hierbei jeweils

unsere Mandanten.

Mit TILP haben wir sehr

erfahrene und äußerst

kompetente Partner, es

ist von Beginn an unsere Wunschkonstellation.

Wir freuen uns zudem, dass auch

menschlich die Chemie zwischen uns

stimmt.

Wie stehen die Chancen auf Erfolg für

die Versicherten, beim Widerspruch

von Lebens- und Rentenversicherungen?

Die Rechtslage selbst ist verbraucherfreundlich

und eindeutig, der BGH (Bundesgerichtshof)

hat dies mit mehreren

Ob die Widerspruchsbelehrung

fehlerhaft

ist, prüfen die Anwälte

kostenfrei und geben eine

Ersteinschätzung ab.

Urteilen entschieden. Der Fokus unserer

Arbeit liegt auf dem maximalen wirtschaftlichen

Ergebnis für den Versicherten. Und

im Idealfall wird eine außergerichtliche Einigung

mit der Versicherungsgesellschaft

erzielt. Diese schont Nerven, Zeit und

Geld und ist damit zum Vorteil für alle Beteiligten.

TILP erledigt übrigens zwei von

drei Fällen außergerichtlich.

Wer kann sich an Sie wenden und welche

Ansprüche hat der Versicherte?

Wir haben Lösungen geschaffen, bei denen

wir generell allen Versicherten ein

Angebot unterbreiten können. Es spielt

dabei keine Rolle, ob eine Rechtsschutzversicherung

besteht oder nicht. Auch

machen wir keine Einschränkungen und

kümmern uns um laufende, gekündigte

und auch bereits abgelaufene (ausbezahlte)

Versicherungen. Sofern

Sie im relevanten Zeitraum,

zwischen dem 29.07.1994

und 31.12.2007 abgeschlossen

wurden. Ob die

Widerspruchsbelehrung

fehlerhaft ist, prüfen die Anwälte kostenfrei

und geben eine Ersteinschätzung ab.

Die dann empfohlene weitere Vorgehensweise

wird individuell und persönlich besprochen.

Dem Versicherten stehen sodann umfangreiche

Ansprüche, gegen das Versicherungsunternehmen

zu. Konkret, die

Auflösung des Vertrages, die Rückzahlung

sämtlicher Versicherungsprämien

(abzüglich etwaiger Risikoanteile), die Erstattung

der Abschluss- und Verwaltungskosten

und die Herausgabe von Zinsen

(so genannte Nutzungen). Man stellt sich

über die aktuell gegebene Möglichkeit

des Widerspruchs, auch wesentlich besser

als über die Kündigung seiner Versicherung.

Es geht hier in der Regel schnell, um

viele tausend Euro.

Verleger Julien Backhaus sprach mit Markus Barz über die Arbeitsweise der JUVAR GmbH.

Sie sprechen die Versicherten selbst

an, wie machen Sie das und haben Sie

auch Interesse an Kooperationen mit

Finanzberatern?

Durch umfangreiche Social Media Kampagnen

wird man uns, die JUVAR in

Kürze deutschlandweit wahrnehmen.

Dennoch stehen wir auch Kooperationen

mit Finanzberatern offen gegenüber.

Oberste Prämisse bleibt allerdings, dass

wir das maximale wirtschaftliche Ergebnis

für die Versicherten erreichen wollen.

Demnach werden wir keine „fürstlichen“

Provisionen bezahlen, sondern

mit einer allgemein gültigen „Aufwands-

Pauschale“ agieren. Dem Finanzberater

ist es unbenommen, ergänzend mit

seinen Mandanten eine Honorarvereinbarung

zu schließen. Fair und transparent.

Zudem hat er eine große Chance,

das freiwerdende Geld besser anzulegen

und auch hinsichtlich seiner Beratungsqualität,

noch besser wahrgenommen

zu werden. Im Übrigen eignet sich der

Widerspruch von Lebens- und Rentenversicherungen

auch hervorragend für

Neukundenakquise. Die Information und

die Möglichkeiten des Widerspruchs von

Lebens- und Rentenversicherungen sind

wichtig und unbedingt wert publik gemacht

zu werden.

Bild: Backhaus


Sachwert Magazin 3/2017

Seit 8. September 2017 ist die neue Ausgabe des Sachwert Magazins

bei Ihrem Zeitschriftenhändler oder im Online-Kiosk erhältlich.

Buchauszug aus „Das System Immobilie“, herausgegeben von Thomas Knedel

Immobilien kaufen - aber welche?

Immobilienmillionär Torben Käselow gibt

Tipps wie Sie geeignete Kaufobjekte finden

Um an ein geeignetes Objekt zu kommen,

gibt es verschiedene Wege – und

Tricks. Ob Makler, Vermittler, Zeitungsanzeigen

oder Internetplattformen, die

Angebotspalette ist vielfältig. Am Anfang

musste auch ich mühselig suchen, um an

günstige Objekte zu kommen. Mittlerweile

bin ich aber bekannt in der Branche,

man weiß, dass ich keine Eintagsfliege

bin. Makler und Verkäufer treten an mich

heran, wenn sie eine Immobilie haben,

die zu mir passt. Aber auch so können Sie

überall Gelegenheiten entdecken – wenn

Sie in der Immobilienbranche nach Gelegenheiten

suchen, sollten Sie lernen, die

Dinge zu sehen, die andere nicht sehen.

Manchmal reicht es schon, einfach Augen

und Ohren offenzuhalten. Als ich

vor Kurzem zu Hause Wäsche gewaschen

habe – die Waschmaschinen stehen im

Gemeinschaftskeller – sah ich im Treppenhaus,

wie zwei junge Männer eine

Wohnung ausräumten. Ich sprach sie kurzerhand

an – natürlich nicht ohne Hintergedanken!

Ich fragte ganz scheinheilig,

ob neue Mieter einziehen würden. Einer

der jungen Männer antwortete: „Nein, die

Wohnung gehört meinen Eltern, und die

wollen sie verkaufen.“ Ich sagte: „Das ist

ja interessant. Ich wohne nur paar Türen

weiter im selben Haus und ich würde die

Wohnung gerne kaufen …“ Ich hinterließ

ihm meine Telefonnummer, und wenig

später meldeten sich seine Eltern bei mir.

Sie machten mir ein Kaufangebot – für sie

war ich eine willkommene Gelegenheit,

sich die mühevolle Suche nach einem

Käufer zu ersparen. Wir wurden uns einig,

und so kam ich in Besitz einer weiteren

Wohnung in diesem Haus, zentral direkt

gegenüber des Bahnhofs in Ahrensburg.

Mittlerweile besitze ich insgesamt fünf

Wohnungen dort. Langer Rede kurzer

Sinn: Hätte ich die Wäsche nicht selbst gemacht,

wäre ich nicht mit offenen Augen

durch die Welt gegangen und hätte mich

geniert, direkt zu fragen, ich wäre nicht zu

dieser Wohnung gekommen.

Wichtiger als die Lage

Glauben Sie bei der Auswahl eines Objekts

nicht kritiklos, was überall verbreitet wird:

zum Beispiel, dass die drei wichtigsten

Kriterien zur Beurteilung einer Immobilie

heißen: „1. Lage, 2. Lage, 3. Lage.“ Das

ist Quatsch. In meiner bisherigen Berufspraxis

habe ich auf eine andere Strategie

gesetzt . . .

Mehr von Torben Käselows

Immobilien erfahrungen lesen Sie in

der aktuellen Ausgabe.

Was bin ich der Firma wert?

Der wertgeschätzte Umgang

mit Mitarbeitern

Der Mittelstand denkt mittlerweile viel

nach und das ist auch gut so. Worüber

machen sich Unternehmer, Geschäftsinhaber

und Entscheider denn ihre Gedanken?

Sie machen sich Gedanken über ihr

wichtigstes Kapital, nämlich über die eigenen

Mitarbeiter. Wenn man Menschen

nach den individuellen Bedürfnissen nach

Maslow (Maslowsche Bedürfnishierarchie

oder als Pyramide bekannt) befragt,

dann wünschen sich Menschen auch

beispielsweise Stärke, Erfolg, Unabhängigkeit

und Freiheit, sowie Ansehen, Prestige,

Wertschätzung, Achtung und eine

gewisse Wichtigkeit. Also eine passive

Komponente unserer Selbstachtung, die

nur von anderen Menschen für uns erfüllt

werden kann. Wie sind diese „Individual-Bedürfnisse“

nun im Beruf vereinbar?

Wie gehen Unternehmer mit den eigenen

Mitarbeitern um? Welche Veränderungen

sind hier notwendig, um die Mitarbeiter

anders und noch besser abzuholen? Was

haben Unternehmer ihren Angestellten

im Unternehmen überhaupt zu bieten?

Aus der Sicht des Unternehmers: Was sind

mir eigentlich die Menschen in meinem

Unternehmen Wert? Wie motiviere und

binde ich mein Humankapital noch enger

ans Unternehmen und wie gewinne ich

stressfreier neue Qualitätsmitarbeiter?

Mehr von Thomas Hennings Tipps

erfahren Sie in der Print-Ausgabe.

Bild: Fotowerft


Investment

Drei Jahre German Real Estate ETI

Überzeugende kapitalmarktneutrale Wertentwicklung von +6,82% p.a.

Geplantes Nachfolgeprodukt bietet Einstiegschance für Neuanlagen

Mit der Börseneinführung des German Real

Estate ETI am 18.08.2014 wurde Anlegern

die Möglichkeit geschaffen, mit einem

bislang einzigartigen Investmentprodukt

am deutschen Wohnungsmarkt zu partizipieren:

jährliche Zielrendite von 5 % bis

7 % unabhängig von den Kapitalmärkten,

täglich handelbar an der Börse Frankfurt,

immobilienbesichert, jährliche Ertragsausschüttung

und insolvenzgeschützt. Das

German Real Estate ETI erzielte in den drei

Jahren seit Emission ein Plus von 21,87 %

bezogen auf den indikativen Nettoinventarwert,

was einer Rendite von + 6,82 %

p.a. entspricht. Über das Produkt wurde

wiederholt in verschiedenen Fachmagazinen

und Börsenbriefen berichtet und von

diesen als konservatives Basisinvestment

empfohlen.

Das Immobilienportfolio, aus dem das German

Real Estate ETI seine Wertentwicklung

generiert, beträgt derzeit über 50 Millionen

Euro. Dabei handelt es sich ausschließlich

um Bestandswohnobjekte mit jeweiligen

Verkehrswerten zwischen 0,50 und 5,00

Millionen Euro. Schwerpunktregionen

sind Bayern, Berlin/Brandenburg, Sachsen

und Sachsen-Anhalt. Derzeit bestehen

60 % des Portfolios aus Handelsobjekten

mit einer angestrebten Haltedauer von

weniger als zwei Jahren, wohingegen es

sich bei 40% des Bestandes um Zinshäuser

handelt. Die Investitionen des German

Real Estate ETI sind werthaltig unterlegt,

nur 22 % des Objektvolumens sind durch

Bankkredite beliehen. Die Anlegergelder

Deutsche Wohnimmobilien gelten als

stabile Kapitalanlage.

bilden als separates Teilgesellschaftsvermögen

ein Sondervermögen, so dass die

Rückzahlung nicht von der Bonität der

Emissionsgesellschaft abhängig ist.

Der Produktinitiator, die Sachwert Capital

Management GmbH aus Bayreuth, hat mit

dem German Real Estate ETI ein einzigartiges

Anlageprodukt geschaffen. Und dies

nicht nur von der Ausgestaltung, sondern

Drei Jahre German Real Estate ETI (WKN A13 FRL)

Wertentwicklung vom 18.08.2014 bis 18.08.2017*

+ 21,87 %

seit Emission

auch aufgrund der qualitätsorientierten,

auf marktgängige deutsche Wohnimmobilien

ausgerichteten, Anlagestrategie, die

von Großanbietern in der Form nicht darstellbar

sein dürfte. Während große und

auf Masse ausgerichtete Immobilienfonds

Performance-Probleme haben, schafft es

ein Nischenprodukt wie das German Real

Estate ETI mit einer konservativen Strategie

deutlich höhere Anlageergebnisse zu

erzielen.

Da keine neuen Gelder mehr aufgenommen

werden können, plant der Initiator

ein börsennotiertes Folgeprodukt, welches

im vierten Quartal 2017 auf den Markt

kommen soll. Auf diese Weise kann das

werthaltige Immobilienportfolio weiterentwickelt

werden, um neu hinzukommende

Anleger auch an dieser exklusiven und

bewährten Nischenstrategie partizipieren

zu lassen. Bestehende Anteileigner des

German Real Estate ETI sollen außerdem

die Möglichkeit eines Umtausches erhalten.

Weitere Informationen unter: www.

german-real-estate-eti.de. Über den Newsletter

werden die Anleger über das Folgeprodukt

und den Anteiltausch auf dem

Laufenden gehalten.

Weitere Infos unter

www.german-real-estate-eti.de

*Indexierte Wertentwicklung seit Emission auf Basis des indikativen Nettoinventarwerts. Ausschüttungsbeträge

sind in der Wertentwicklung berücksichtigt. Individuelle Faktoren (Ordergebühren,

Depotführungspreis , Steuern etc. sind nicht berücksichtigt. Stand: 18.08.2017.

Bild: Depositphotos/ah_fotobox


Investment Anzeige

Orangenplantagen

in Paraguay

Mit Agrar-Investitionen langfristig passives

Einkommen sichern

Sicheres Land im Herzen Südamerikas

Das ländlich geprägte, beschauliche

Paraguay gehört seit jeher zu den stabilsten

Ländern in Latein-Amerika. Sichere

Grundbücher, geringe Kriminalität, eine

stabile Landeswährung, politische Stabikas.

Die Anbau-Bedingungen sind in dem

subtropischen Land geradezu ideal, dazu

erfährt das zwischen den großen Nachbarn

Brasilien und Argentinien gelegene

Paraguay seit Jahren einen sehr ausgeprägten

Wirtschaftsboom. Die Orange ist

die in der gesamten Region gefragteste

Frucht. Neben Supermärkten fragen vor

allem Hotels und natürlich die zahlreichen

Hersteller von Fruchtsäften, Limonaden

oder Süßwaren ganz massiv frische Orangen

nach. Auch weltweit steigt die Nach-

Die Bielefelder Firma Agri Terra bietet ihren

Kunden die Möglichkeit, sich durch eine

Beteiligung an lukrativen Agrar- Projekten

in Süd-Amerika langfristig passives Einkommen

zu sichern – ein Angebot, das

in Zeiten von Euro-Angst, dem Gespenst

der Versorgungslücke sowie anhaltender

Niedrigzinsphase von mehr und mehr Personen

in Anspruch genommen wird.

Der Fokus des Unternehmens liegt dabei

auf einer groß angelegten Orangenplantage

in Paraguay, im Herzen Süd-Amerifrage

nach der begehrten Zitrusfrucht –

dem gegenüber steht eine durch den

Klimawandel bedingt weltweit fallende

Orangenproduktion. Beste Aussichten für

die Eigentümer einer Plantage.


Anzeige Investment

Bilder: Depositphotos, somejork, denira, OlafSpeier

lität sowie vor allem ein starkes, auf der

Agrarwirtschaft basierendes Wirtschaftswachstum

zeichnen das kleine Land aus.

Nicht zuletzt deshalb verzeichnet man

hier ausgesprochen viel Investitionstätigkeit

aus Europa. Insbesondere Deutsche,

aber verstärkt auch Österreicher, Schweizer,

Spanier und Italiener können sich

mit dem sicheren, rentablen Land sehr

gut anfreunden. Investitionen in landwirtschaftlich

dominierte Projekte sind

dabei in der Mehrzahl.

Paraguay ist inzwischen

einer der größten Exporteure

von Soja, Weizen,

Mais, Rindfleisch und

Reis. „Essen und Trinken

müssen die Leute immer“,

so sagt man hier

gerne mal – und erklärt damit die Unabhängigkeit

der paraguayischen Wirtschaft

von Börsen und Finanzmärkten.

Grundbesitz und Orangenbäume

Über die Agri Terra in Bielefeld, welche als

vollverantwortlicher Vertragspartner sowie

als Verwalter fungiert, erwerben Kunden

Landparzellen, welche im Grundbuch

auf den Namen des jeweiligen Käufers

eingetragen werden. Grundbesitz, und

insbesondere das Eigentum an wertvollem

Agrarland, war seit jeher eine verlässliche,

konservative Anlageform. Diese klassische

Form der Geldanlage verbindet Agri Terra

jedoch mit der laufenden Ertragskomponente

der Plantagenbewirtschaftung. Aus

Hohe Erträge im lukrativen, sicheren Agrarsektor,

jedoch mit gutem Umweltgewissen generieren –

die Strategie der Agri Terra geht auf.

riert eine solche Orangenplantage ihren

Eigentümern passives Einkommen. Daher

wird dieses Angebot auch verstärkt zur

Sicherung oder Aufbesserung der Rente

herangezogen.

Hohe Erträge mit bester Umweltverträglichkeit

So hoch die Ertragserwartungen bei einer

Zitrusplantage auch sein mögen, so umweltverträglich

sind diese auch gleichzeitig.

Über 65.000 Orangenbäume

hat das Team

der Agri Terra bereits in

Paraguay gepflanzt –

alleine darüber freut

sich die Umwelt bereits.

Allerdings werden zur

Unterstützung der Orangenblüte

auch verstärkt Bienen auf und

nahe der Plantage angesiedelt, eine Maßnahme,

die auch dem weltweit besorgniserregenden

Bienensterben entgegen wirkt.

Durch modernste Methoden setzt die Agri

Terra-Plantage auf natürliche Schädlingsbekämpfung,

vor allem aber auf Prävention

und Abwehr von Schädlingen. Insektizide

werden nur moderat und plangemäß so

wenig wie möglich eingesetzt. Bereits im

Jahr 2016 konnten sich viele ausländische

Besucher von der Naturverträglichkeit der

Orangenplantage in Paraguay überzeugen.

Hohe Erträge im lukrativen, sicheren

Agrarsektor, jedoch mit gutem Umweltgewissen

generieren – die Strategie der Agri

Terra geht auf.

bereits ab 15.200 US-Dollar

LANDEIGENTUM in Paraguay (Südamerika)

& OrangenRENTE

Starke Argumente für Ihr attraktives jährliches Zusatzeinkommen

• Eigentum an Landparzelle

im Grundbuch eingetragen


voraussichtliche jährliche

Auszahlungen von bis zu 4.600 USD

pro Parzelle (ab dem 4. Jahr)

über 22 Jahre hinweg

• Prognostiziert zusätzliche

Schlusszahlung (Holzverkauf)

iHv. 4.000 USD (25. Jahr)

• Nachpflanzgarantie (bis zu 10 %)

• Vertrag nach deutschem Recht,

Deutsche Leitung,

Deutscher Ansprechpartner

• Versicherung gegen Hauptrisiken,

keine Nachschusspflicht


Externe Zertifizierung

durch international

anerkannten Wirtschaftsprüfer

• Eigener Market Place

für Parzellenhandel

…und viele mehr! Informieren Sie sich unter www.Agri-Terra.de / Info@Agri-Terra.de / Telefon 05 21-95 96 23 01


Geldpolitik

Bereitet Italien das

Ende des Euro vor?

Die unausgegorene europäische

Währungs union wird zum Pulverfass

Bilder: Depositphotos/xavigm99, Vogt: privat

Die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft

(EWG) war ein voller

Erfolg, weil sie eine für alle beteiligten Nationen

vorteilhafte

Freihandelszone

schuf. Da Handel

verbindet und Menschen

verschiedener

Völker einvernehmlich

zusammenführt,

kann die EWG in politischen Sonntagsreden

völlig zu Recht als friedensstiftend

gefeiert werden.

Im Gegensatz dazu war die Europäische

Währungsunion (EMU) von Anfang an

eine fatale Fehlkonstruktion. Geschaffen

wurde sie von vielleicht gutmeinenden,

wenn auch überehrgeizigen Politikern, die

Die Euro-Bombe

kann jederzeit

hochgehen

wahrscheinlich wirklich daran geglaubt

haben, ihre Wunschvorstellung eines geeinten

Europas mit einer Währungsunion

vorantreiben zu können.

Dass ihnen der

ökonomische Sachverstand

fehlte, um

die Unausgegorenheit,

ja Gefährlichkeit

dieses Projekts

zu erkennen, kann man ihnen nicht wirklich

vorwerfen.

Die Ökonomenzunft hätte es wissen

müssen

Dieser Vorwurf muss sich an den umfangreichen

Beraterstab und die große

Zahl der Euro-Befürworter unter den

Ökonomen richten. Sie hätten es besser

wissen und eine klare Front gegen die

Euro-Einführung bilden müssen, anstatt

den Politikern nach dem Mund zu reden.

Insofern ist das Euro-Drama weniger ein

politisches Versagen, als ein Versagen

der Ökonomenzunft. Erstaunlicherweise

hält dieses Versagen trotz der inzwischen

offensichtlich gewordenen Probleme,

die durch die Gemeinschaftswährung

entstanden sind, noch immer an. Bis auf

ganz wenige rühmliche Ausnahmen wie

Prof. Hans-Werner Sinn und Hans-Olaf

Henkel zeigt sich bei den Befürwortern

des Euro keine Einsicht in das Scheitern

des Projekts. Stattdessen sind Durchhalteparolen,

Schönfärberei und Verschlimmbesserungen

an der Tages ordnung.


Geldpolitik

Die Währungsunion wird zerbrechen

Unsere Prognose lautet schon seit Jahren,

dass nicht Deutschland, sondern die

wirtschaftlich schwächeren Mitgliedsländer

das Ende der Währungsunion herbeiführen

werden, weil der Euro in diesen

Ländern viel Unheil angerichtet hat und

zu einer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten

führt. In Italien scheint man sich

einem Austritt aus dem Euro zu nähern.

So fand im Sommer dieses Jahres in der

Abgeordnetenkammer des römischen

Parlaments ein Treffen statt, bei dem es

um die Zukunft der gigantischen italienischen

Staatsverschuldung im Rahmen

der Eurozone ging.

Für Schlagzeilen sorgte diese Veranstaltung

bezeichnenderweise nicht. Dabei

wurden bei diesem Treffen konkrete Pläne

vorgestellt, wie das überschuldete Italien

seine erdrückende Staatsschuldenlast

reduzieren könne. Von Schuldenschnitten

über die Einführung einer Parallelwährung

bis hin zum Austritt aus der Währungsunion

seien alle Szenarien ausführlich

zur Sprache gekommen. Dabei seien

auch Strategien diskutiert worden, wie

die Bundesrepublik quasi erpresst werden

kann, den Italienern beim Abbau der Altlasten

zu helfen.

Die Wege zur Staatsschuldenreduktion

sind begrenzt

Wirklich Neues kann es bei dieser Konferenz

natürlich nicht gegeben haben.

Denn die Methoden, mit denen sich ein

Land seiner Schulden entledigen kann,

sind sehr begrenzt. Zur Wahl stehen

eine harte Sparpolitik, ein offener

Staatsbankrott, ein durch

Geldentwertung verschleierter

Staatsbankrott oder die Schuldenübernahme

durch andere

Länder, im vorliegenden Fall

durch Deutschland.

Welchen dieser Wege wird

Italien wählen?

Wahrscheinlich werden italienische

Politiker zunächst alle Register

ziehen, um den für sie kurzfristig weitgehend

schmerzfreien Weg freizumachen,

der darin besteht, die Bundesregierung zu

Rettungsschirmen, Garantieerklärungen,

Eurobonds und idealerweise gleich zu

einer europäischen Schulden-, Haftungsund

Fiskalunion zu bewegen. Gelingen

wird ihnen das aber - hoffentlich - nicht.

Sobald das deutlich wird, werden sie den

Die italienische Wirtschaft

wäre dank einer schwachen

Währung schlagartig

wettbewerbsfähig.

aus ihrer Sicht zweitbesten Weg wählen

und sich aus der Währungsunion verabschieden

und eine drastisch abgewertete

eigene Währung einführen.

Staatsschuldenentsorgung leicht

gemacht

Damit würde Italien gleich vier Fliegen mit

einer Klappe schlagen: Erstens wäre die

Der Autor

Claus Vogt ist Finanz analyst und

Autor des Börsenbriefs „Krisensicher

investieren“. Den von ihm

entwickelten Gold-Preisbänder-

Indikator nutzt er für Prognosen

für die Investition vor allem im

Gold- und Edelmetallsektor.

italienische Wirtschaft dank einer schwachen

Währung schlagartig wettbewerbsfähig.

Zweitens würde die Abwertung zu

einer hohen Geldentwertung führen und

den bestehenden Schuldenberg entsprechend

reduzieren. Drittens könnte das

Land die Gelegenheit nutzen und auf

Euro lautende Altschulden in der neuen

Währung zurückzahlen. Viertens schließlich

könnten die bei der Bundesbank

aufgelaufenen italienischen TAR-

GET-Kredite von über 400 Milliarden

Euro einfach als uneinbringbar

abgeschrieben werden.

Lassen Sie sich durch die gegenwärtige

Ruhe an den Finanzmärkten

also bitte nicht blenden. Die Lage

in Italien – und Spanien, Portugal,

Griechenland und Frankreich – ist höchst

brisant. Bisher ist es EZB-Präsident Draghi

zwar gelungen, das Unvermeidliche mit

der Gelddruckmaschine hinauszuzögern.

Gelöst sind die Probleme jedoch nicht,

sondern größer als je zuvor.

Wir sitzen alle auf einem Pulverfass und

die Euro-Bombe kann jederzeit hochgehen.

TARGET-Salden im Europäischen System der Zentralbanken

Durch das TARGET-System der EZB lassen die schwächeren EU-Mitgliedsstaaten

in großem Stil bei den stärkeren anschreiben. Diese „Lieferantenkredite“

Deutschlands belaufen sich derzeit auf 852 Mrd. € und sind im Falle des Zusammenbruchs

der Währungsunion verloren.

Quelle: Prof. Gunther Schnabl

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